Kummer 303 frnm m '^la, Frellagl, *tn 27 . vözcmvcr VJIH 11. Za^r-a ur,. 55 ,/ r rtK «ita«rt» endjeint „den Werlla,. Rep.Imabtg. «et>a«en ..Der Lauer au» Hessen". ..Sie Sp-nnssab,". S-iuzspr-i»: Ls. den Poktanftalt-n mer^el,ährl.ch ««. '.w Haw Tritt no« °°d L-.tsllgsld: den «aenteu mona.N» 1.W Ml. e.nichlletzlich Trügerlohn. Ameise«: *nmb.,etl« A. P.g. total« 20 Ui*, ««eigen O on auswar» ---den durch La.Nachnahme ' «Wen. Er/.»üna-°r. .Weobei,. HchrM.ett«»« und Y.rla, 'rriedver., , Hessen,. »ana..^-as,. 12. ^ern.eHm li B, „ "e -. L-«, «• ® ! ‘ Gin Kefeh! Uerstjiugs. Berlin, 23. Dez. (W. V.) General Pershing erlief; an die dritte Armee, die als Besatzungstruppe in Aussicht genommen worden ist, folgenden Befehl: In Anbetracht der außergewöhnlichen Umstände, un'er denen dieser Teil der Vesatzungsarmee und die auf deutschem Gebiet weilenden amerikanischen Expeditionsstrettkräjte diene:?, wünscht der Oberstkommandierende den Offizieren und Mannschaften die Erwartungen zur Kenntnis zu bringen, die er inbczug auf ihr Verhalten hegt. Ihr seid nicht als Plünderer oder Bedrücker gekommen, sondern nur als der ausübende Arm einer starken freien Negierung» deren Absichten dem deutschen Volke gegenüber von' Wohlwollen erfüllt sind. Wahrend unserer Besetzung steht die ZivilsBevölkerung unter dein besonderen Schutz der Pflichttreue und Eh-e der amerikanischen Armee. Deshalb ist es der Zweck dieses Befehls, sich direkt an Euren Stolz zu wenden und an Eure Eigenschaft als Vertreter einer mächtigen und rechtschaffenen Nation. I r der festen Ueber.zeugunz. das; Ihr Euch in Euren Bestehungen zu der deutschen Bevölkerung so verhalten werdet, dag sie Euch und das Land, das Ihr zu vertreten die Ehre habt, ächtet, obwohl Ihr zu ihnen als erobernde Armee kommt, werdet Ihr leiner- lec Uebetwollen den Bewohnern gegenüber an den Tag legen; andererseits seid Ihr gegen ein Verhalten gewarnt, das sich nüt Eurer Stellung als der ausübende Arm einer Militärherrschaft nicht verträgt. Solange der Kriegs-uftand anhält, bleibt Deutschland ein feindliches Gebiet und dürft Ihr keine vertraulichen Beziehungen zu seinen Bewohnern unterhalten. Ein würdiges, zurückhaltendes Benehmen mutz stets Eurerfeits beobachtet werden. Es ist nicht anzunehmen, datz irgendwie Plünderungen oder Gewaltakte von Teilnehmern der amerikanischen Streitkräfte begangen werden könnten; soäte sich jedoch jemand vertrauensunwiirdig er- wci en, so werden diesen Taten nicht nur als Verbrechen gegen die Opser angesehen, sondern als entehrend für die amerikanische Armee und als direkte Beschimps..ng des Banners der Vereinigten Staaten. Sollten solche Ueberschreitungen Vorkommen, so werden sie mit den härtesten Strafen unserer Militärgesetze bestraft, « Berlin, 23. Dezbr. (W^ B.) Nach Mitteilung der deutschen Wafsenäillstandskommission wird amtlich mitgeteilr, datz in Kehl gestern mehrere Frauen von Straßburg durchkamen, die sich über Belästigungen an der Rheiubrücke ourch französische Ojfiziere und Soldaten mit unpassenden Reden beschwerten. 2m Eepäck- revifionsraum mußten die Frauen vor den Soldaten und Offizieren ihre Blusen offnen und wurden von den Soldaten lpiperlich abgetastet. So erging es unter anderem der Ehefrau des Feldwebels Engel sowie der schwangeren Ehefrau Marie Bernhardt. Die Wahlen im befehlen Gebiet. Berlin, 23. Dez. (WB.) Um die Wahlfreiheit für die Nationawersaiumlung in den besetzten Gebieten zu sichern, sind seitens der deutschen Waffenstillstandskommission am 23. Dezember in Sp'aa felgende dringende Forderungen übernommen worden: 1. Freiheit für alle amtlichen Bekantmachuneen ül r>ie Nationalversammlung-, 2. Freiheit für alle staatlich L.gaue, welche mit der Ausstellung der Wählerlisten, i Zeit der Wahlhandlung den Entscheidungen über Besch.v« den über die Aufstellung von Wählerlisten, sowie der F. steüung des Wahlergebnisses beauftragt sind; 3. baldig Regelung d^s gesäniten Personenverkehrs zwiscstm dem > setzten und den nickst besetzten Gebieten im Sinne eir weitherzigen Entgegenkommens, wie es Fach in Trier i ^agte. Insbesondere müssen die Vorbereitungen für die A stellung der Wahlvorschläge ungehindert alsbald getrofs werden. Die Wahlvorschlägc.sind bis zum i. Januar kr fceui- festzustellen. Tie Parteiführer müssen die Mcgli eit haben, «ngchinver! sick- im rcckis. und linksrheinisch ru dc, die Wahlkreise besetztes und nicht 1 / 1 ; i “'j'fn'fen. Die E> iüllung Hef«| Forüeru r,;i, /' ber / Kia:tla Sn sonst tue oanje Wshchaudlung i fl. ng fern konnte: 4 Feeshe-t 1 S,!!“? 1 !/" ^setzten Gebiets, jo daß Redner « ^ r In ^ besehten Gebiet wohnen, sich d> ftcr bewegen können- 5. Versammlungsfreiheit für a Wah.versammlungen zur Skationasversammiung und ftv VU m der Verteilung der Flugblätter u..d Stimmtet ttu“ äU ' ficf,t Besatzungsbeho.de..: ' 6 fr rechtsrheinischer Zeitungen mindestens von j. S°« isst her Nationntverjammlung. -Die Ansicht Dindenbürgs. Berlin, 23. Dez. (W.BZ Die Zeitung ..Republik" veröffentlicht einen Brief Hindenburgs an Wilhelm ll. vom 27. Januar 1917. irr dem die Aussichten eines Friedensschlusses mit Nutzland und das Hindernis behandelt wird, das die Perwn des Reichskanzlers Beth- mann für einen Friedensschlutz mit den Westmächten bilden werde. Hindenburg charakterisiert das Verhalten der Berliner Presse gegenüber Veihmann-Hollwea, wobei er betont, daß die großen rechtsstehenden und parteilosen Blätter in einem mehr oder weniger schroffen Gegensatz zum Kanzler stehen, während einzelne große sozialdemokratische und linksliberale Blätter, die Velh- mann bis dahin gestützt hät en, nun nach einem Kanzlerwechsel zu streben beginnen. Diesen Wechsel erklärt Hindenburg mit dem Zweifel der linken Presse, ob der Kanzler ihren Wünschen nach Parlamentarismus ent- gegenkommen würde. Eine Mehrheit für die Politik des Kanzlers bestehe demnach nicht trotz der Zustimmung des Reichstages zu seiner letzten Rede, und de? Feldmarschall erklärt. daß er überzeugt sei, daß die Führer der rechtsstehenden Parteien seine Meinung teilen. 2m Zusammenhang damit empfielt er nun Wilhelm II., mit den politischen Führern des Volkes Fühlung zu suchen. Am Schluß des Brieses heißt es: „Die sozialdemokcralischen Tendenzen sind in Wahrheit bei weitem nicht so verbreitet, als es nach dem Auftreten ihrer Führer und der Nückächt. die sie genießen, angenommen werden kann. Zu Beginn des Krieges sagte sich der sozialdemokratische Teil der arbeitenden Bevölkerung überhaupt von seinen Führern los. sodatz diese einlenten mußten. Leider übernahm es die Regierung nicht, nun ihrerseits die Führung zu übernahmen. Die führerlose Masse ist dann allmählich wieder in die Hand der sozialdemokratischen Häupter gekommen. Aber heute gibt es mehr denn je „Mitglieder". Gefährliche Anzeichen des 'Wachstums sind vorhanden. Es ist hohe Zeit, daß die Regierung die Zügel straffer nimmt. Die schwerste Sorge ist augenblicklich das Sinken der Stim- mung im Volke. Sie muß behoben weiden, sonst verlieren wir den Krieg. Auch unsere Bundesgenossen bedürfen einer starken Rückenstärkung, sonst ist die Gefahr vorhanden, datz sie aäfallen. Dazu gilt es im Innern die schwierigsten wirtschaftlichen und für die Zukunft bedeutsamsten Fragen zu lösen. Es entsteht die Frage, ob der Kanzler zur Lösung dieser Fragen — und sie muffen richtig gelöst werden, sonst sind wir verloren — imstande ist." Die Dnruhcn in Dertin. 70 Tote. Berlin, 24 D^z. (WB.) Der Matrosenputsch gegen die Reick-sreg'erung. der gestern abend eine Anzahl Opfer forderte nahm heute in den frühen Morgenstunden seine Fortsetzung und kostete eine große Anzahl Tote — man spricht von über 7 0 —. Die Gardetruppen, die sich des Marstallgebäudes benzächtigen sollten, rückten mit Artillerie heran. Nach den bishettgen ziemlich unklaren Meldungen soll zuerst von Matronen in der Annahme geschossen worden cn Straßenbahnleitungen wurden durch die Gesckiosse zerrissen und liegen teilweise auf den Straßen oöer hänaen von den Masten herunter. In der Kövenickerstraße wunde eine Kontoristin, die iin Büro einer Druckerei im vierten Stockwerk bei ihrer Arbeit saß. ton einer verirrten Kugel getroffen und auf der Stelle getötet. Sprengstücke der Gesck-oss» flogen bis in die König- straße hinein Ter Straßenbahnverkehr war vielfach unterbrochen. Alle Magen, die sonst den Schloßplatz passierten, nrllßte.n abgelenkt werden. Eins der Opfer, ein Marineflieger wurde nach dem Polizeipräsidium getragen: hier war-en inzwisck-en etlva 20 Offiziere, die man gefangen ge- nornmen hatte, dem Polizeipräsidenten zu ihrer Lcrnehniung vorgeführt worden. Sie erklärten, daß sie ans Vefol)l der Negienwg Ebert-Haale gebandelt hätten und k^oß ihnen eine Gegenc^volution völlig fecn läge. Sie wurden Voraus vorläufig in Schmtzhaft ge-halten. Die im Marstall noch vorhandene Munition wurde von Sicherheitsmannschaften abgeholt. Mähend des Fnrerkanipses in der Nähe des Schlosses drangen gegen 1t Uhr, als an einem Fenster des Mar- llalles die weiße Fahne sich zeigte. Tausende von Zivilisten durch die Absperrung, überschritten, vom Zirktis Busch kom- «renid, die Kaijer Fnedrich^Brücke und samnreiten W -wi- sck)en dem Dom und der Nationalgalleiüe. Als die Schießerei 'aufgehärt l>atte, wurde die schwache Absperrung am Lnsl" garten, die von der Soldatenwehr übernornmen war. durch brochen und in dichten Massen fluteten die Zivilisten auf das Schloß zu. Zuerst glaubte man. eS feien Neugierige, aber bald wurde man gewahr, daß es sich nur um eine Demonstration handelte, die sich vielleicht zu einer Aktion entwickeln könnte. Die Zivilisten kamen bis an das Schwß heran und drangen teilweise sogar in die Höfe ein. Eins 9^achricht an die Konrmandantur besagte, daß die Zivilisten stck) in den Besitz von Maschinengewehren gesetzt hätten. Daraufhin rückten ans dem Depot neue Mannschaften der? Soldatenwehr heran, sperrten die Sckstoßbrücke ab und ver- sucksten die Massen zurück.zudrängen. Zugleich würden dig in die Schloßhöfe Eingedrungenen von dortigen Mannschaf' ten von der Garde-Kavallerie-Brigade Hinausgetrieben. Während der Waffenparffe erzählten die Matrosen, daß von allen Seiten und aus den Vororten Garde-Itegimenter- in Anmarsch seien, die. von den Matrosen telephonisch herbeigerufen, mit diesen gemeinsame Sackte machen wollten, so daß den Truppen, die um das Schloß und den Marstall stehen, nichts anderes übrig bliebe, als sich zu ergeben. Diese Auffassung bestätigte sich später picht, denn einige Mi^ n-uten vor 11 Uhr mußten die Matrosen in dem Schloß und denr Marstall kapitulieren. Zum Schutz der Regierung. Berlin, 24. Dez. (WB. Amtlich.) Das Eingreifen von Truppen in die gestrigen und heutigen Unruhen in Berlin diente lediglich dem Zweck, die Regierung Eöert- Haafe gegen die meuternden Matrosen zu schützen. Treu ihrer Verpflickstung, die sie vor ihrem Einrücken in Berlin für die Regierung übernommen haben, haben sich die Truppen eingesetzt, um zu verhindern, daß die Erfolge der Revolution dlirch das unberechtigte Eingreifen von aus selbstsüchtigen Gründen meuternden Angehörigen der Marine in Frage gestellt werden. Die Matrosen «nd der „Vorwärts". Vcrltn, 24 Tez. In den späten. Abendstunden fuhren Matrosen der Volksmarinediviston in einem Pailzerauto vor dem Gebärude des ..Voigvärts" vor. Die Wack-e der repubn- konischen Bürgerwehr vern>e'igerte den Matrosen den Eintritt, ließ aber schließlich eine Deputation von drei Mann passieren. Diese Abordnung erklärte dem Ehe-sredakteur Stampfer, sie seien gekommen, um zu kontrollieren, was der „Vorwärts" Liber die Vorgänge in der Koummndantur schreiben werde. Sie würden nickft dulden, daß der „Vorwärts" einen Bericht, der den Interessen des Wels dienen konnte, veröffentlick>e. Ter Ehefredakt'.*ur erwiderte der Deputation, daß der „Vorwärts" sich nicht beeinflussen * lasse und das schreiben werde, was im Interesse der Arbei- tcrjdxift richtig sei. Darauf erklärten die Matrosen, daß sie der Schriftleitung im Laufe der Nacht einen zweiten Besi'ch machen würden, um sestzustellen, was der „Vorwärts" geschrneben habe. Die Regierung abermals, guruckgewichen! Erne Vereinbarung mit ven Matrosen. Berlin, 24. Dez. In den späten Abendstunden wird folgende Vereinbarung zwischen der Regierung mb den Matrosen bekannt: „Die Matrosen räumen das Schloß unter Beibehaltung ihrer Waffen: sie werden mit der republikanischen Solda^en- wehr vereinigt und treten gemeinsam mit dieser unter das Kommando der Komniandantur. Die Alarnrbereitsck)ajt aller Turppen wird aufgehoben." Diese Vereinbarung sagt deutlich, daß die Matrvsen ihren Willen durckieketzt haben und die Regierung Ebert- Haase vor ihnen zurückgewickzen ist. Das einzige Zugeständnis, das sie dieser Regierung, die das Eingreifen der Truppen Legen dis meuternden Matrosen veranlaßt hat, nwchen, liegt in der Räumung des Schlosses — eine rein äußerliche Konzession. Im übrigen haben aber die Matrosen ihre Hauptforderung, in Berlin bleiben zu können und z.var olil Mitglieder ber republikanischen Soldatenwehr, durck-gesetzt Ruhiger Verkauf der Feierlnge. Verttn, 25. /Dez. (W. BZ Berlin bat heute, am ersten Weihnachtsfeiertag ein ruhiges Bild. Taufende van Menschen besichtigten die Stätten der gestrigen blutigen Ereigniffe und die Velwüftungen, die das königliche Schloß sowohl wie das Marstallgebäude erlitten hattet». Am Schlöffe fällt insbesondere die Zerstörung der großen mittleren Fenster über dem Haupt- pocial und eine Beschädigung des Balkons auf, von dem der Kaiser am 4. August 1914 das Wort sprach: „Ich kenne keine Parteien mehr!" Das berühmte Er- sandersiche Portal des Schlosses ist glücklicherweije un- veffehrt. Auch das Denkmal Kaiser Wilhelm I. ist nicht ernstlich beschädigt, obwohl es zahlreiche Spuren von Flmtenschüssen auswefft. Am Eiten mitgenommev fjt der Marflall, wo die Artillerregeschoffe eine ziemlich einblinp.ti' e Wirkung hatten. Ganz zuverlässige Angaben über die Zahl der Toten liegen nicht vor. doch dürfte sie kaum 20 erreichen. Unter den Spaziergängern wurden viele französische und englische Kriegsgefangene bemerkt, di; nicht im geringsten belästigt wurden. Aus der Menge vernahm man vielfach Ausdrücke des schmerzlichen Bedauerns, dag zu gleicher Zeit die deutschen ,fen'cn..i bei den Alliierttn no in ^strengster Ab- scklicff ;ng. manchmal sogar in unwürdiger Behandlung sich befinden. Berlin, 25. Dezbr. (M. 53.) Am heutigen Nachmittage fanden mehrere von revolutionären Obleuten und Ver-rauensmännern der Großbetriebe Berlins veranstaltete Versammlungen in der Sregesallee statt. Nach den Versammlungen zogen die Demonstranten in einem Zuge durch die Stadt. Ein größerer Trupp zweigte sich von dem Zuge ab nach der Lindenstraße und besetzte das Gebinde des „Vorwärts". Der Polizeipräsident versuchte persönlich die Sache beizulegen, was auch insofern gelang, als die Druckerei geräumt wurde und unter Bewachung der Sicherheitsmannschaften des Polizeipräsidiums gestellt werden konnte. Der „Vorwärts" war, als dis Massen eindrangen, von einem Jägerkommando bewacht. Es waren ^.Maschinengewehre auf* .gestellt; ein Panzerauto befand sich auf dem Grundstück der ,,Vorwärts"-Druckerei. Das Panzeraulo wurde von den eingedrungenen. Matrosen weggeführt, die Jäger- Schutzwache entwaffnet und neue Posten wurde,: von den miteingedrungenen Soldaten, unter denen sich auch ziemlich viel Mitglieder der republikanischen Soldctten- wehr befanden, ausgestellt. Es wird versichert, daß die Besetzung des „Vorwärts" weder von politischen Parteien oder Gruppen, noch von revolutionären Obleuten veranlasst worden sei; sie sei vielmehr der Empörung der Massen gegen die Haltung des „Vorwärts" spontan entsprungen. Von dem Rücktritt der Negierung EberL Haase. Wie es sich immer mehr herausstellt, sind die ersten Nachrichten über dkd Vorgänge in Berlin zu glimpflich' gehalten gewe'en, die Negierung hat nämlich vor den Matrosen sörmlich kapituliert und der Rücktritt der Voll'sbeaustragten ist nur noch- eine Frage von Stunden. Zwar sagt der „Vorwärts", daß dis Spartatusleute nicht die Meh'heit hinter sich hätten und führte aus: Es ist die Forderung gestellt worden, die Regierung Ebert-Haase solle sofort einer Reg erung Ledebour-Lieoknecht Platz machen. Diese Negierung Ledeöour-Liebknecht Härte keine fünf Prozent der Bevölkerung Berlins und nicht ein Prozent der Bevölkerung des Reiches hinter sich gehabt. Aber was nutzt das, die Regierung, trotzdem sie sich bewußt ist, die weitaus größte Mehrheit des deutschen Volkes hinter sich zu haben, weicht Schritt für Schritt vor der Gewalt zurück, wohl in dem Empfinden, daß sie der Geister, die sie milgeholsen hat zu rufen, nicht mehr Herr werden kann. Der Vertrag, durch den zwischen der Regierung und der Volksmarinedivision Friede geschlossen worden i't, hat dem Ansehen des Kabinetts einen schweren Stoß versetzt. Die Organe der Unabhängigen verzeichnen triumphierend, die Blätter aller anderen Parteien, mit Erbitterung und zum Teil mit offenem Hohn, daß die Matrosen einen vollen Sieg errungen haben. Allgemein wird als ein Kennzeichen der ganzen Lage die mangelhafte Zuverlässigkeit auch der sogenannten regierungstreuen Truppen ^cheworgehoben. Die Zusage der Ma.rosen, daß sie sich nicht wieder an einer Aktion gegen die Negierung beteiligen würden, wird nur als papierenes Versprechen angesehen.. Für die Lage in Berlin, so meint die „Franks. Ztg.", ist besonders charakteristisch, daß wie die letzten Tage mit aller Deutlichkeit gezeigt haben, die Bewaffnung der hinter Liebtnecht gird Ledebour stehenden sparta- 'kistischen Gruppe immer weiter um sich greift und daß die Anhängerschaft dieser extremsten Gruppe in der sogenannten republikanffchen Sodatenmehr stark im Zu- yehmen begriffen ist. ^Gleichzeitig treffen aus dem westfälischen Kohlenrevier beunruhigende Nachrichten über Ausbreitung und Art der Streiks ein. Die Spartakus- gruppe feiert offen den Rücktritt Hindenburgs und Crsners. Uebere.instimmend erkennt die Preffe von links bis rechts den Ernst der Stunde. So schreibt das „Verl. Tageblatt": . $>' Die Negierung Ebert-Haäse hat kapituliert. Es ist möglich, daß am Beginn der ganzen Malrosenaffäre rine Ungeschicklichkeit der Kommandantur, eine unge- chickte Behandlung der Löhnungssrgge, steht. Diese Tatsache verminderte nicht den Eindruck, daß die Neuerung steuerlos von einer Auffassung zur anderen rhwankt. Und die „Deutsche Tageszeitung" sagt: Das Abkommen bedeutet, daß die Regierung den aufständischen Matrosen vollständig nachgegeben hat. Mie dabei die Rechrvsozialisten überhaupt noch im Kabinett bleiben können, ist unklar. Erfolgt also nicht nock eine andere Wendung, dann haben wir den entscheidenden Schritt aus der schiefen Ebene zur Anarchie vollzogen, denn eine Regierung, die einmal besiegt wurde und dabei ihre eigenen Truppen prelsgab, wird wohl kaum noch die Möglichkeit finden, die Niederlage wieder wert zu machen. So werden wir in Berlin nächstens die Diktatur Liebtneckt-Ledebour begreifen. Aber die Frage wird fuii erheben, üie denkt das deutsche Volk dazu? Anwrrvnng von Freiwilligen. Berlin, 24. Dez. (WB.) Um die älteren Jahrgänge cm den noch bestehenden Fronten des Westens und insbesondere des Ostens möglichst noch vor Jahresende in die Heimat abbefördern zu können, ergingen vom preußischen Kriegs-ministerium an die Generalkommandos Weisungen, die Anwendung von Freiwilligen mit allen Mitteln fördern. Die Einstellung der Freiwilligen soll in erster Linie in die Verende des Ostheeres außerhalb des Reiches, alsdann in ebensolche innerhalb des Reiches und schließlich in die Truppenteile erfolgen? die zum Grenzschutz im Westen bestimmt sind. Für die Werbung kommen sämtliche Jahrgänge in Frage, auch die bereits entlassenen, außer den Jahrgängen 98 und 99, die nur zum Eintritt in die Verbände jenseits der Ostgrenze h^rnngezegen werden dürfen und nur dann, wenn dis Betreffenden bereits zwei Jahre gedient haben. Die Freiwilligen genießen sämtliche Vorteile genau wie die Heeresangehorigen, vor allem bezüglich der Fami- lienunterstützUnAen. der Auswandsentschädigringen und Versorgungsansprüche. .Als Gebührnisse sind ausgeworfen: Mobile Löhnung nach Dienstgraden, täglickre Zulagen in Höhe von'vier Mark, im Westen fünf Mark. Im Osten kommen hinzu außerdem Treu Prämien im Betrage von 29 Mk. ftir den ersten Monat, steigend für jeden weiteren Monat um fünf Mark bis zum Höchstsätze von 50 Mark. Wo be- 'vndere Mittel zur Verfügung stehen, werden aus selchen den Freiwilligen noch weitere Zulagen gezahlt. Jeder Freiwillige hat nach drei Monaten Dienstzeit Anspruch auf vier- zehntägigen ttrlaub. Zur Durchführung der Werbunaen sind durch die Genneralkommandos rn allen größeren Städten Werbestellen eingerichtet, wo weitere. Auskünfte erteilt werden Tie Möglichkeit dieser Wiederverwendung im aktiven Heer dürfte vielen willkommen sein, die infolge Mangels an Arbeitsgelegenheit in absehbarer Zeit noch nicht zu Verdienst im Zivilteruf gekommen sind. Grnste Fage im Sohlen ebiet. Wüst geht's im Zechengebiet hör. Die Lage hat sich durch die Aufhetzung der Spartakusgruppe sehr versch immert. Am Nachmittag zogen mehrere tausend Bergleute zu den Zechen der Gewerkschaft Deutscher Kaiser, Neumühl und Kampschacht. Die Wachen wurden gestürmt, Maschinengewehre und Munition erobert und die Volkswehr zum Anschluß bewogen. Der Polizeikommiffar und mehrer Beamte, die sich entgegenstellten, wurden verwundet, der erste schwer. Ein Teil der Anlagen wurde demoliert, jedoch sind die für die Instandh altung der Werke wichtigen Anlagen noch nicht zerstört. Die Polizei wurde entwaffnet und der Arbeiterrat abgesetzt. Es herrscht vollkommene Anarchie. Die Direktoren wurden für vogel- frei erklärt, die Militär- und Regierungsstellen erklärten sich zum Schutz unfähig. Mail befürchtet, daß es heute noch zu Plünderungen und Ausschrettungen kommt. Tschechen und Polen. Vor einem tschechischen Einmarsch? Berlin, 20. Dez. Wie mitgeteilt wird, wird in Sachsen'der Einmarsch der tschechischen Truppen, die sich an der Lausitzer Grenze bereits zrisammengewgen haben, für die allernächste Zeit befürchtet. Die sächsische Regierung hat Hilferufe nach Berlin gesandt, nachdem sie sich wochenlang trotz der rechtzeitig von der sächsischen Presse angezeigten Gefahr untätig gezeigt hat. Es besteht nach der „Verl. Börsen-Ztg." die Gefahr, daß Deutschlands Hilfe bereits zu spät kommt. Deutsche Kundgebungen in der Ostmark. Vromberg, 22. Dez. Der gestrige Sonntag stand unter dem Zeichen.von großen Kundgebungen, in denen in eindrucksvollster Weise das Bromberger Deutschtum sich zu seinem' Volkstum bekannte. Weiteste Kreise des Bürgertums und des Militärs veranstalteten vormittags einen Umzug, wobeGin Ansprachen auf die neuerlichen Uebergriffe der Polen durch die Ausschreibungen der Wahlen auf deutschem Boden hingewiesen wurde. Rach- mttrags fanden drei große, gut besuchte Volksversammlungen statt. Geheimrat Cleinow und Prorektor Dr. Hille sprachen über die Fragen, die heute das ostmär- krfche Deutschtum bewegen, und forderte zum Zusammenschluß in der Deutschen Vereinigung auf. Für Vrom- berg sind 3—5 Volksräte vorgesehen, die sich zu einem Bromberger Kreis- und Volksrat zusammenschlreßen. Ernste Lage in Oberschlesien, Breslau, 23. Dez. In den letzten Tagen erschienen in den Gruben Abgeordnete der Lrebknechtgruppe, die die Arbeiter auffordern, unbekümmert um alle Abmachungen, von neuem zu streiken. Die Arbeiter stellen daraufhin neue wirtschaftliche und soziale Forderungen aus, die die Grubenleitungen erst zur Beratung stellen .wollten. Die Arbeiter drängen aber aus sosortige Erfüllung ihrer Forderungen und traten in den Streik. In erster Linie sind die Gruben „Preußen" und „Hedrich" betroffen. Die Lage wird als ernst angesehen. Keine Orden und Titel mehr. Berlin, 23. Dez. (WV.) Die preußische Negierung erläßt folgende Bekanntmachung: Die Verleihung von Orden findet nicht mehr statt, doch ist es jedermann gestattet, früher verliehene Orden, insbesondere auch Kriegserinne- rungszeick-en weiter zu tragen. Eine Darleihung von Titeln findet eteuiallä nicht mehr LaU. Derüchen« Kfiel könne» wettergeführt werden. Für die Becksttten wird eint Reu» regelung der Arntsöezei f *urigen :m Anschluß cn die rx Aufsicht stehende Reform des Beamtenrechts und der Bcsio!« dungSverhältnisse vorgenonnnen. Bis dahin bleiben für sie die bisherigen Bestimmungen über die Amtsbezeichnungen bestehen. Der Mut der ^evolutionäre. Nickt übel glo sieren die „Münchener Neuesten Nachrichten" die Besorgnis der neuen Machthaber um ihre wertgeschätzte Person, von der man anscheinend in Bayern besonders bezeichnende Proben erstatten kann. Sie schreiben: „Man hört die „Revolutionäre" viel vom eigenen Mut reden und Minister Eisner hat dem Bürgertum den gleichen Akut gegen die Ruhestörer besonders in den Versammlungen empfohlen, auch wenn die Ruhestörer mit Handgranaten und Gewehren gegen lin- bewassnete austreten. Schon beim Eintritt in das Landtaasgebüude ober sieht wan den Mut der Herren, die von anderen Leuten mehr Mut verlangen, eigentümlich illustriert. Zwei Maschinengewehre schützew den Eingang und ein Krieger im vollen Schmuck der Waffen kontrolliert die Eintretenden peinlich, auch an Tagen der öffentlichen'Sitzungen. Ja sogar die Abgeordneten selbst find schon auf ihre etwa'.ge Gefährlichkeit, falls sie eine Waffe führten, untersucht worden. Einmal, als Eisner mit den übrigen Ministern in das Landtagsgebäuds kam, mußte sogar Kavallerie aufsitzen zum Schutz. Das war früher nicht so; die Landtagswache war damals eine haun- lose Dekoration. Ueber den „Mut", den die Herren des neuen Regimenis durch solche Absperrung vov dem gewöhnlichen Volk zeigen, machte sich auch Staatsrat Dr. Fuhr. v. Haller im Narionalrctt lchng. als er die starken Schutzmaßnahmen im Ministerium des Aeußern bespöttelte. Dabei weiß alle Welt, daß das „verrottete Bürgertum" niemals mit Waffen auf* tritt; fürchtet man.sich also vor den eigenen poltti- tischen Freunden bei den Radikalen und im Mmv Ttenum?" DnilWM in frinfr tiffürn ssrn'tdrftnnl». Dr. Eeßler, der Oberbürgermeister von Nürnberg, erklärte im Magistrat: Ern Teil der Bevölkerung .ei sich des Ernstes der Situation immer noch nicht bewußt und komme immer wieder mit Anträgen um Polizeistundverlüngerung u. dgl. „Ich mache — fagle Dr. Geßler — kern Hehl daraus, daß nach meiner' bleberzeugung in den nächsten Wochen ein unerhörter wirtschaftlicher Zusammenbruch, dessen Einzelheiten heute nicht einmal die Phantasie ausmalen kann, erntrechn wird. Der Zustand unseres Vaterlandes ersinnen an das Ende des 30jährigen Krieges und an die Zeit von Deutschlands tiesster Erniedrigung. Da ist es west - hastig keine Zeit, Feste zu feiern und nachts bis 1 Uhr dem Tanzvergnügen und anderen Lustbarkeiten zu huldigen. Wie sollen Hunderttausende ihren Hunge» stillen» wenn sie nicht einmal mehr kochen können? — Damit vergleiche man folgende Anzeige, die wir in der Dienstag-Nummer der „Franks. Zeitung" finden: Westend-Diele im Hotel.Imperial (Opernplatz). Große Sylvester-Feier, Tanz, 2 Künstler-Kapellen, Im Ir > rial-Nestaurant ausgewähltes Festessen. Tische batet man- rechtzeitig zu bestellen. Notiz: Um zu vermeiden, daß durch aklzugroße Ueberfüllung die Gemütlichkeit notleidet, werden zur Sy vesterfeier rrur eine ent- Iprechende Zahl von Einlaßkarten ausgegeben. Das Hotel Imperial wird wissen, warum es seine Anzeigen gerade in der „Frankfurter Zeitung" bekannt gemacht hat. Gin Zeichen der Zelt. Zur Frage der Arbeitslosen erhielt die „Franks.. Zrg." vom Frankfurter Landwirtschaftlichen Verein eine Mitteilung, aus der hervorgeht, daß auch hier die anderwärts beobachtete Erscheinung aMritt: Zunahme der Zahl der Arbeitslosen in der Stadt, Arbeitermangel auf dem Lande. Die hiesige Landwirtschaft, so heißt es in jener Zuschrift, steht säst ohne Arbeiter da, uns ist in den Arbeiten so weit zurück wie noch) nie zuvor. Unzählige Werte für die Volksernährung gehen zugrunde, denn die Felder sind noch nicht vollständig abgeerntet. Zuckerrüben, Kohlrüben und Gemüse gehen, verloren, und von Vorarbeiten für das kommende Jahr kann keine Rede sein. Deutsches Uottr, wach auf! rn. Gewiß gab und gibt - es auch viele Hausfrauen, denen „Haushalten und Wirtschaften" ein unbekannier. Begriff ist, die im Besitze von 10 Mark für 100 Mart Bedürfnisse haben, denen Putz und Süßigkeiten der' höchste Lebensbegciff ist. Denen kann schließlich niemand < helfen und es sind und bleiben auch, Gott sei Dank, nur Ausnahmen. Ob unserer'Heranwachsenden Jugend männlichen und weiblichen Geschlechts nach vierjähriger Kriegsrätigkeit in den Fabriken usw. geholfen weroeir kann, ist sehr zu bezweifeln. Gewöhnt viel Geld zu verdienen, viel Geld auszugeben, meist in der Familie ohne väterliche Zucht groß geworden, den Kopf voller verhetzenden Phrasen, müssen viele im Leben entgleisen. Die Begriffe der Ehre, der Scham, sind jedenfalls vie^ jung und ult, durch die lange Kriegsdauer unbekannt Alle die geschilderten Zustände blieben nicht ohne Einfluß .aus Ae Front. . Da kamen die Briefe aus der Heima: und schilderten in nackten Worten die Zustände zu Hause, dann kamen die Kameraden von Urlaub zurück und erzählten die tollsten Sachen, und nach langem Warten durfte man dann endlich selbst einmal Heimat und Familie Wiedersehen. Und dann sah man, dann fühlte, dann Le -riss man alles das in den Briefen stehende, das von den Kameraden erzählte. Dann wußte mau. ja es gibt in Deutschland zwei Sorten Menschen, die einen verdienen schweres Geld, leben in Saus und Braus, rauchen die teuersten Zigarren, schwelgen in Fleisch und Fett, kennen keine Entbehrung und-werden doch reich dabei, die anderen dürfen bluten und sterben, dürfen hungern und entbehren; Besitz und Geschäft sind vernichtet, die Familie leidet bittere Not. Ja, und'dann begegnet man den reklamierten Freunden und Bekannten, dann besucht man mit ihnen eine Gastwirtschaft, trinkt dort auf ihre Kosten und raucht. Dann sieht man, wie die Heimat mit dem Gelde umspringt, man hat es ja leicht genug verdient. Alls Lokale gefüllt bis aussen letzten Platz; Musi', Gesang, frohes, heiteres Leben, wie fremd bist du mir geworden. Ist denn wirklich draußen an den Grenzen der Krieg, kostet denn wirklich auch jetzt jede Minute tapferen teuren Kameraden ihre Gesundheit, ihr Leben? Ä>in, diese Menschen in der Heimat sind uns fremd geworden, die wissen nichts vom Kriege, die kennen keine Not, die fühlen sich sicher und geborgen! Und doch — sie schimpfen alle, sie alle sind unzufrieden, jeder hat seine Klagen, seine Beschwerden. Was kann man da nicht alles hören, wie empört tut man, wenn ein Schieber, ein Wucherer, ein Oberhamster erwischt ist. Kreuziget ihn, heult dann die Menge und — schiebt, wuchert, hamstert selbst weiter. Gar bald sind die paar Tage Urlaub um und mit einem Gemisch von Gcsühlen und Eindrücken, über die man sich selbst unklar ist, kehrt man zurück zu den Kameraden und erzählt. Der deutsche Soldat ist in seiner Masse nicht schwer zu leiten; ist sein Vorgesetzter Menschenkenner und Kamerad und weiß er, ihn zu nehmen, dann liebt er ihn, dann opsert er sich für ihn. Instinktiv merkt er. wer es gut mit ium meint, und er fühlt Freundschaft für ihn bis zum Tode. Wenn im Kriege je eine deutsche Truppe, mag es gewesen ftm, wo es will, versagt Hat. dann trug die Schuld allein salsche Behandlung durch die -Vorgesetzten. Ich muß hierbei'betonen, nur vom Landheere zu sprechen. Wie schon gesagt, bei richtiger Behandlung holt un'er Soldat den Teufel aus der Hölle; schimpfen lut er gern über alles, immer, doch wenn es gilt, ist alles vergeben, folgt er seinem Führer durch dick und dünn, opfert sich bis zum letzten Mann. Der deutsche Offizier ist in den Augen des Soldaten Respektsperson, bei ihm setzt er Ehre und Stolz, Mut und Gerechtigkeit als Grundeigenschaften voraus. Nichts kann schlimmer auf die Stimmung, aus die Disziplin einer Truppe einwirken, als das schlechte Beispiel eines Osfniers. Und doch, wie oft wurde in dieser Hinsicht gesündigt! Das fei im Voraus gesagt, weit- Qus dem größten Teile unserer Offiziere und gan^ besonders den Aktiven, ist das Vaterland zu höchstem Danke verpflichtet, ihre Taten werden unvergeßlich bleiben. Umso schärfer muß das Gebühren und die -Tätigkeit vieler Offiziere, besonders in Etappe, auch in der Heimat, verurteilt werden. Was von vielen dieser Herren in Belgien, Nordsrankrei.h, Serbien, Rumänien, Polen und dem übrigen Rußland gesündigt wurde, ist unbeschreiblich, unglaublich. llHie Herren konnten in den Proviantämtern und Warketendereien für wenig Geld Eenußmirtel, wie Wein, Vier, Kognak, Zigarren, Zigaretten u. s. w. haben, bekamen von den Umschlag- steilen der Etappe Butter, Eier, Käse, Fleisch, Fett, Fische, sogar Kaviar, zu den billigsten Preisen. -In ungezählten Kasinos, Speiseanstalten, Heimen war einfach alles zu haben, man lebte wie Gott in Frankreich, in Saus und Braus. Aus Rumänien z.' B. schickten einzelne Herren 3 auch 4 geschlachtete Schweine na h Hause, abgesehen von tausenden Kisten anderen 2n- ha'us. Da sind wohl manche darunter, deren ausgehäufte Vorräte an Fleisch, Fett, Oel, Mehl, Wolle, Wolle, Seife u. s. w. ruhig mit denen der kaiserlichen Küche konkurieren können. Die^ dienstlichen Obliegenheiten nahmen die Herren nur wenig in Anspruch, hatte man sich doch für tüchtige Hilfskräfte gesorgt. 2m Laufe der Zeit funktionierten die Bataillons- und Kompagnieschreier als Bataillons- kommandeurs und Kompagnieführer und das riesige Vertrauen mancher der Herren zu ihren Hilfskräften, ihre übergroße Handelstätigkeit hätte es wohl fertig bringen können, daß der sine oder der andere der Herren bei Erledigung der erforderlichen dienstlichen Unterschriften sein eigenes Todesurteil mit unterschrieben hätte. Daß dies alles verstimmend auf Mannschaften und Unteroffiziere wirken mußte, ist klar. Während die Herren alles in Hülle und Fülle hatten, war bis Masse der Leute und Unteroffiziere ÖU L dre kärglichste Verpflegung angewiesen. Dörrge- muse, Graupen, Klippfisch, Marmelade, wenig, dazu meist noch schlechtes Vrod, u. s. w. Gab es ausnahmsweise wnkttch einmal Butter, dann war sie schleckt. —9 Uhr, „ 151-300 _ 9—10 „ „ 301—450 „ 10-11 „ .. 451—015 .. 11-12 „ Bezirk Bla. Altes Pochge^üude (Zimmer !. Stock Nr. 646—850 von 2—3 Uhr „ 851-1050 „ 3-4 „ .. 1051-1250 „ 4-5 „ „ 125 'u. höher .. tz-ü „ Llm 27. Dezcm er ISIS irnb 28. Dezember 1918, IC U v norm ttags finden Versteigerungen" miitlersr und schurerer Pferde in Schlierbach. K eis G.cknhausen, statt. . t WMg!! SMc \s =^ g j , j4t ,l if a , ’f 3. teliss- 1 . CrsIWri Früftiä i. 1 L Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Kcümikilmachimg. Bezugnehmend aus meine Vekannimachung vom 30. September 1918 sind berechtigt Brennstoffe gegen Boc.eigung der Kohienaus. wetslarie zu beziehen: , '-Le irk II mr 1201 und folg, je 3 Zentner Vnlelts. „ III Nr. 231 und olg. je 3 „ ^ bei Firma Gu av Schwarz Söhne, Fauerbacherstratze. Friedberg, den 27. Dezember 1918. Der Bürgermeister. 2 . B.: Dam in. Am Dienstag, den 31. Dezember d, J. tmd am Donnerstag den 2. Januar 1919 bleiben unsere Geschäftsräume wegen Aufnahme der Bestände geschlossen. Die Spareinlage-Zinsen für das Jahr 1918 werden vom 3. Januar 1919 ab ausbezahlt oder gutgeschrieben. in alien fyovtmUcu Uesen dinell » > otUn ? 1 eiif, 1 „Ca2e9:filnn3 a A -6. Decken Sie Ihren Bedarf vor Eintritt des Winters in Dr. Centnerö OelwachöSeDcrpnh ftdiaUtzMurfc» denn im Winter ftei *t der Verbrauch, weil ,edcrmann wasierdichre Schuhe will, die auch bei Regen und Schnee ihren Glanz behalten. Kerne verseifte Wasserware. Garantiert frostsicher. Kerßeller, a»ch de» beliebten Parketbodenwachse« «Nobrrti»''- Earl Gentner, Göppingen. Die Wahllisten für die am 19. Januar 1919 stattfindende Wahl zur verfassungsgebenden Deutschen NatisnalUcrsammlnng liegen von Montag, d n 39. Dezember 1918 bis Montag, den 6. Januar 19!9, beide Tage einschliefilifi» aus dem Stadthaus, Zimmer 'Kr. 4, zu Jedermanns Einficht offen. . » Die Offenlegung erfolgt von 8 Uhr vormittags bis Uhr nachmittags; am Mittwoch, den 1. Januar und Sonntag; den 5. Januar 1919 jedoch nur von 8 bis 12 Uhr vormittags. Einmrachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Listen sind bis zum Ablauf der Ofsenlegungs- jriit bei Meldung des Ausschlusses schriftlich oder mündlich zu Protokoll bei der Bürgermeisterei zu erheben. Friedberg, den 27. Dezember 1918. Der Bürgermeister: 2. V.: Dam m. Krlrannlmachnttg. Mit Rücksicht darauf, dafi die Wahlen zur ver- faffunggebenden deutschen ^kationaloersammlung aui Sonn- lag, den 19. Januar 1919, voroerlegt worden sind, sind die Wahlen zur versafsungsgebenden Volkskammer der Republik Hessen von Sonntag, den 19. Januar 1919, auf Souutag, den 26 . Januar 1919 , verschoben worden. Ich fordere daher alle in der Zeit vom 20. Januar bis einfchl- 26. Januar 1899 geborenen Deutschen männlichen und weiblichen Geschlechts, die in Friedüerg wohnen oder als Miliiärpersonen hier ihren Standort haben, auf, siü) sofort zwecks nachträglicher Ausnahme in die Wählerlisten aus Zimmer Nr. 4 des Stadthauses zu melden. Friedberg, den 27. Dezember 1913. Der Bürgermeister: 2. V.: Damm. daß die von Ihnen im geschäftlichen oder privaten Verkehr verbrauchten Drucksachen stets ein sauberes und geschmackvolles Aussehen haben, denn es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß solche Drucksachen ein sind, wie sie auch von dem Absender einer familiären Mitteilung den günstigsten Eindruck hinteilassen. Wir empfehlen unsere gut eingerichtete Druckerei bei eintretendem Bedarf und sichern einwandfreie Ausführung und rasche Lieferung zu Friedbergi.lt ff! Gates Linoleum- und Parkotiwaciis wieder elnsetroffen* Tapeten- und Linolcumliaus Jean ICögler, Frledherg, Kaiserstrasse 27, Nähe des Rathauses. schärfte Ill-Bootkrieg diente Amerika nur als Mittel zum Zweck, Deutschland aus Grund einer Tatsache den Krieg erklären zu können. Die O-Vootblockade gegen England und Frankreich bleibt trotz der Kriegserklärung Amerikas, trotz der Wut- und Racheschreie der Gegner em wirksames, berechtigtes Abwehr- und Vekämpfungs- rnittel des englischen Hungerkrieges gegen Deutschland. Auch hinsichtlich des verschärften U-Bootkrieges brachte es unser Reichstag und unsere Presse fertig, den Gegnern die Waffen gegen unsere Negierung zu schmieden. Blind gegen alles, ganz so als gebe es gar keinen Krieg, keinen Gegner mehr, bekämpften sich die Parteien gegenseitig in Wort und Schrift, den Gegnern den Nucken stärkend, Mißstimmung und Ausregung in dem eignen Volke verbreitend. Die Stärke der deutschen Verufsparlamentarier, Parteipolitil'er und Zeitungsschreiber liegt ja von jeher in der Kritik. Mag es sein, daß unser deutsches Volk in feiner Eigenart weniger der Anregung, der Initiative bedarf und mehr Wert auf Kcitik legt, so ist es doch bis zum äußersten bedauerlich, wenn unsere Intelligenz diese Charaktereigenschaft noch fördert und nicht zu bekämpfen sucht. An Kritik alles dessen, was die Regierung tat und tun ließ, was in Heimat und Heer vorging, ließ es Reichstag und Presse wirklich nie und auch während dieses Krieges nicht fehlen. Vielleicht ist heute nichts notwendiger als eine Kritik der Kritiker, denn nicht zuletzt an einer lleber- produklion von Kritikern und einem Mangel an Besser- machern ijfc unstr Volk zugrunde gegangen. Die alte Regierung wurde anfangs des Krieges abgeschoben durch die Kritik, der äußersten Rechten und der Linken. Erzbergers Tätigkeit ließ die Wogen der Kritik über die inner- und außerpolitische Tätigkeit der Negierung sehr l/ost gehen. Es ist mit Bestimmtheit anzunetunen, daß das Friedensangebot vom 12. 12. 1216 eine Konzession der Negierung von der -Linken im Reill.-:lage darftellle. *') Der Sturz Velhmann- Hollwegs ist ein Produkt der Tätigkeit der äußersten Reu ten und der Sozialdemokratie, unterstützt durch Erzberg er. Das Aufrollen der preußischen Wahlrechtsfrage wirkte zersetzend auf Heimat und Front, um omehr als die Rechte im Rei ästag und Landtag den Zeitgeist nicht erfaßten und die Regierung sich schwach zeigte. Immer erregter befehdeten sich die Parteien und trugen Unpl- sriedenheit in das Volk. Immer größer wurden die Foroennrgen der Linken, immer schärfer spiegelte sich dieser Kamps in der Presse wieder. Zentrum und Sozialdemokraten, unterstützt durch die Demokratie, bildeten dann die neue Reichs'agsmehrheit. s Jhm begann die systematische Unterordnung der Negierung unter den Wi. en der Herren Erzberger und Scheidemann, man nannte diesDemokratisierung und Parlamentarisierung der Regierung, politische Neuorientierung. Daß die äußer e Rechte und Linke aus diesen innerpolitischen Kämp.en sür sich Voneile zu gewinnen suchte, läßt sich denken. Rechts kam es zur Gründung der Vaterlands- partei, Links überschwemmte man die Großstädte, Fabriken, die Bevölkerung. Heer und Marine mit Flugschriften und erzeugte neue Unzufriedenheit und Erbitterung. Die bekannte Mehrheitsresolution, keine An- neküon und keine Kriegsentschädigung, fand praktische Anwendung in dem Frieden von Vrest-Litowsk und Bukarest, letzterer brachte uns den Zusammenbruch des bulgarischen Heeres und Volkes. Parteigezün e, Prinzipienreiterei, politische Kurz- stchtigken beherrschten Reichstag und Presse, ließen die Herren Verufsparlamentarier, Parteiführer und Redakteure vergessen, daß draußen seit Jahren Millionen von deutschen Brüdern die Köpfe Hinhalten müssen, daß eine Mauer aus Fleisch und Blut die Heimat schützt. •) Äon diesem Fttedensan gebot schrieb ein Schweizer Diplomat, ver sich tangere Zeit rn ^'aris auchietl und einige Tage nach Eintreffen des Angebots bei der sran;. Negierung eine Unterredung mit einem ficm'.. Diplomaten hatte, in der Züricher Zei-ung'". „Man mar in franz. Regrerungstrelien überra chl und erfreut. Ein delannter Diplomat ,agle mir ungefähr folgendes: Deutschland hat uns eine E^älligteit get«:, wie sie uns besser unser bester Freund nicht tun .onnle. Kein Motel wollte sich finden. um die Stimmung im Heer und Volk wieder zu heben, da kam im rechten 'Augenblick das deutsche Friedensangebot. Jetzt ist alles gereuet." Entbricht diese Angabe des Schweizer Diplomaten den Tatsachen. dann war dieses Friedensangebot der größte diplomatische Fehler dee gemacht werden tonnte und ein Schrat näher zu unserem Uetergange. Die llddiebtitmiii der A.- lüiti A.-Rä!e fanb am Freilag ihr Ende. Am letzten Tage stand die Soziali ierung zur Sprache. Die meisten Redner betonten, daß diese Frage sehr schwierig zu behandeln sei und es wurde vor der Annahme gewarnt, als ob mit der Sozialisierung nun sofort auch eine Besserung in der Lage der Arbeiter verbunden sei. Die erste Voraussetzung, eine vermehrte Gütererzeugimg treffe hur Deutschland augenblicklich nicht zu, deshalb werde Lnter Umständen die Sozialisierung für die Arbeiter Im Opfer bedeuten. - .. f n . PEr Abstimmung gelangt ein Antrag der Mel Hettssozialisten Zur.'Annahme, wonach der Reichskongr j i^; s U !; D den Rat der Volksbeauftragt ersucht, mck der Sozialisierung aller hierzu reisen 2 dustrien, insbesondere dem Bergbau, unverzüglich beginnen. Ein Antrag der Unanhängigen, derlei etwas schärfere Fassung empfiehlt, war dadurch, erlebt. Angenommen wurde eine Entschließung der Uno aus Festsetzung von M'.ndestlöhnen und d jgen Arbeitstages für die Bergarbeiter. Glei falls Annahme fand ein Antrag der Soldatenfraktion auf baldigen Erlaß eines Heimstättengesetzes und auf Förderung der Heimstättenbewegung durch eine Verordnung noch vor der Nationalversammlung. Ein Antrag, daß die beiden sozialistischen Gruppen bei den Wahlen Zusammengehen sollten, entfesselte stürmische Tumultszenen. Ledebour entfesselte seinen ganzen Haß, den er gegen Ebett und Scheidemann angesammelt hatte, nannte ste Verräter an der Revolution. Als Sckeidemann zum Wort kam, brachen die Radikalen in unaufhörliche Beschimpfungen aus wie Kriegshetzer, Volksverräter, Lump, Schuft und dergleichen mehr. Ihre Gesinnungsgenossen auf den Tribünen überbieten sie durch wahre Exzesse von pöbelhaftem Geist. Es wird gepfiffen und zwar nicht nur auf dein Munde, sondern auch auf Hausschlüsseln und wie deutlich herauszuhören ist auf mitgebrachten Gassenbubenpfeifen. Die Mehrheit antwortet aus diesen wüsten Lärm, indem sie Scheidemann mit starkem Beifall und anhaltendem Händeklatschen begrüßt. Schließlich ruft Scheideman, die Wahlen am 19. Januar würden die Antwort geben und verzichtet auf's Wort. Bald darauf schloß der Vorsitzende die Tagung. Deutsche Encheic. Muttersprache, Riesin mit döm seelenstarken Mund, willst du dich nicht wehren? Leib und Leben gitt'sl Weh, was tun dir deine Kinder an! Eine Hand schon ist dir abgehauen: alemannische Männer lassen's geschehen, daß welsche Herren in Straßburgs Münster — Bannkreis Frevel treiben mit deinen entrissenen Hngeul. Friesisches, rheinisches, bayrisches Volt spielt mit dem irren Gedanken, Glied um'Glied dir auszurenken, bis dein vor Schmerz erstarrter Mund der einst jo zaubermächtige, vielleicht zum letzten Mal sich rührt und mit dem Rest der zersetzten Zunge verröchelnd lallt: Reißt mir auch noch die Seele aus! — Mutter Riefin. o wehre doch deinen Kindern, sie tun dir nur vor Verzweiflung weh. sie tun sich selbst ja so weh wie dir! Schrei ihnen ins O r — noch ist's nicht zu spat — alle Wohltat, womit du ihren Streit, ihr Leid, ihre Rot. dein Leid deine Rot jahrtausendelang gelindert hast! Ruf ihnen zu: O meine Kinder. kommt, hört mein Herz, mein erschüttertes, klopfen! Mit meinen verstümmelten Armen umschlinge ich euch, meine gramvolle Srirne neige ich über euch, alle Erinnerungen an unser Leben. Habe ich euch nicht groß gezogen, größer, als meine Seele ahnte! Wurdet ihr nicht ein Volk durch mich, das der Menschheit göttliche Ziele dichtet! Bin ich nicht selbst gewachsen mit euch, wurden wir nicht ein Fleisch, ein Geist, Ein Gemüt, Ein Mut, Ein Wille, Ein Werk, durch keine andere Gewalt als des Wortes, das am Anfang war und am Ende sein wird: Liebe! — 0 Kinder, zerreißt nicht diesen Bund, ihr hört zu leben auf, wenn ich -sterbe! Kein Volk, keine Menschheit lauscht euch mehr, wenn eure Muttersprache zerfleischt wird! O zerstückelt nicht ihren lieben Leib, macht wieder heil die verstümmelten Glieder! Vei unsrer Zukunft beschwöre ich euch, bei keiner andern Macht als der Freiheit, die sich selbst ein göttliches Weltgesetz dichtet: seid menschlich, werdet endlich einig, seid göttlich! — Richard Dehmel. Ans der -Vtmnf. Friedberg, 23. Dezbr. Ab Sonntag, den 22. 12. fallen ab Station Friedberg folgende Züge aus: Richtung Gießen'. 5-20 Vkn., 11.26 Vm., 8.15 Rm. Richtung Frankfurt: 3.38 Rm. Ab Dienstag, den 24. 12. fallen aus: Richtung Gießen: 10.15 Vm., 11.16 Rm. und 11.46 Rm. Richtung Frankfurt: 11.31 9km., 11.46 Rm. Ab Dienstag, den 24. Dezbr. verkehren dafür: Richtung Giezen: 6.00 Vm., 5.52 Rm., 6.37 Rm. Richtung Frankfurt: 2 35 Vm., 1.09 Rm., 2.40 Rm. Friedberg. Auf der Vergkäferne ereignete sich am Samstag ein schwerer Unglücksfall. Ein Ilnterofftzier- Fahnenjunker reinigte seinen Revolver. In der Meinung er sei entladen, hielt er die Waffe zum Fenster hinaus und drückte ab.- Da krähte ein Schuß und durch den Kopf getroffen stürzte im Hof der Kaserne ein Soldat tot zusammen. * Rach einer Bekanntmachung des Landeserpäh- ruwgsamts, ergänzt durch eine solche des Starkenburger Viehhandelsoerbandes, wird von Anfang Januar 1919 ab das in der Provinz Starkenburg aufzubringende Schlachtvieh auf die einzelnen Gemeinden auf Grund der letzten Viehzählung unter Berücksichtigung besonderer Verhältnisse umgelegt. Die Gemeinden sind verpflichtet, die hiemach wöchentlich aus sie entfallene Viehumlage regelmäßig und vollständig dem Vieh- handelsverband zur Verfügung zu stellen und haben zu diesem Zweck durch - eine örtliche Kommission das vorhandene Schlachtvieh (Rinder, Kälber, Schweine und Schafe) festitellen und bezeichnen m lassen. Die Wochenumlage.jeder Gemeinde wird in Rindern feck. gesetzt und ihr mitgeteilt, doch können in. bestiknmtem Verhältnis für Rinder auch Kälber, Schweine M.d Schafe geliefert werden.' Die Gemeinden haben es daher selbst in der Hand, ihren Rinderbestand .zu schonen, indem sie die vorhandenen und entbehrlichen Kälbey Schweine und Schafe, die jetzt vielfach durch unbereH tigien Verkauf und heimliche S hlachtung der AllgS Meinheit entzogen werden, vollständig erfassen und stj anstatt der Rinder zur Ablieferung bringen. Kommet die Gemeinden ihrer Ablieferungspflicht nickt na -, jV w'i.d der gesamte vorhandene Bestand an S -lachtviel (Rinder, Kälber, Schweine und Schäfer von .einen Oberkommission ausgenommen und alsbald abaenommen evtl, im Wege der Enteignung. Diese Oberkommis ior entscheidet auch über Einsprüche gegen die Aushebung der Ortskommifsionen. NuS Rhtinhkssen. Mainz, 18. Dez. Wir lesen in den „Fran"f. Rach.."- Nun sind die Franzosen schon über ze n Tage hier, und sie sind den meisten Mainzern noch so sremd, als wäre heute der Tag ihres Einzuges. Zwar wimmelt es in der ganzen Stadt ftüh bis spät von ihren hechtgrauen, ins Auge stechenden Uniformen, und namentlich vor den Papierläden, Kinos und Kaffees stehen sie zu Häuf, indessen angefreundet hat si b isse Mainzer Bevölkerung mit ihnen noch in keiner Weife. Beim Aussuchen der Quartiere gehen die Herren ziemlich rücksichtslos vor, die schönsten und besten-Wohnungen sind ihnen gerade gut genug. In den Hotels müssen die Gäste aus ihren Zimmern im ersten Stock hinaus in die hohen Stockwerke wandern. Der neue Justizpalast, das* Haus des SektfabrikaKten Henkel auf, der Kai er- straße u a. sind von ihnen in Büros umgewandelt worden. Aber trotz alledem bemüht man sich auf besten Seiten, gutes Einvernehmen zu erzielen. Interessant war m dieser Hinsicht eine Stadtverordnetensitzung die auf Wunsch des kommandierenden Generals Mangln stattfand. Einzelne Stadtverordnete erhielten das Wort, um Wünsche vorzutragen. Man brachte Ernährungs- sragen zur Sprache und bat darum, den Verkehr zwischen den beiden Rheinufern zu erleichtern. Auch wurde auf die Mißhetligkeiten hinaewiesen, die durch ^ die Unterbrechung des Postverkehrs mit dem übrigen Deutschland entstehen. Beispielsweise seien die Berufs- genossenschasten dadurch nicht in der Lage, Renten aus- zuzahien, und gerieten in die größte Verlegenheit. Ein sozialdemokratischer Stadtverordneter fragte wegen Anerkennung bezw. Nichtanerkennung der Arbeiter- u. Soldatenräte. General Manain erwiderte, die Be- satzungssührer hätten mit den Ä.- und S.-Räten nichts zu tun. solange man nickt wisse, von wem sie ihre Gewalt hätten. Der Beigeordnete Adelung fragte wegen der bevorstehenden Wahlen. Man möge den Parteien die Vorarbeiten erleichtern und die Frage beantwotten, ob in Hessen Kandidaturen ausgestellt und Wahlen stattfinden könnten. General Mangin sagte, dies stehe nickt in seiner Macht, solange die Blokade aufrecht erhalten werden müsse; das sei Sache des Marschalls Fach. Er würde aber die Frage in wohlwollende Erwägung ziehen und gegebenenfalls dahin wirken, daß die Wahlen glatt von statten gehen könnten- Auf eine weitere Anfrage erwiderte der General, daß er dem Wasserbauamt die ungehinderte Tätigkeit gewährleiste, auch stellte er eine Ermöglichung, des ungehinderten Postscheckoerkechrs in Aussicht. Verontwortlick für dev pcnitricken und lokalen 7eil ^tto Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: C. Schmidt, iZnedberg. Truck und Vertag der „Neuen TageLzettune*, A G.. Friedberg i tz JDie Jugend soll nicht unter dem schweren Druck, unter dem die Erwachsenen alle stehen, zu leiden haben. Es ist ihr Recht, sich auf Weihnachten zu freuen. Das beliebteste Weihnachtsgeschenk bleiben auch in diesem Jahr , MsWfttt.üMelWk Buchhandlung Friedr.. Streckfuß, Friedberg. r ~x Geschäfts-Eröffnung. Mache der verehrl. Einwohnerschaft von Friedberg: und Umgegend bekannt, dass ich eine Fferd©-Metzgerei eröffnet habe, und bitte um geneigten Zuspruch. Adolf Kölseia, Frleöfearg in Hessen. Kaiserstasse 137, Telefon 234. J Landhaus mit 8—10 Zimmern, grotzem Garten, zu kaufen gejucht durch Agent Butzbach, Friedberg. Ein schwerer Simmentaler zug») fester Fahrochse zu verkaufen. . Wilhelm Raver.Fauerbach v.d.» Danksagung. Für die vielen. Beweis- herzlicher Teilnahme bei dem Hin scheiden sowie -ei der Beerdigung unseres irmigstgettebten einzigen Bohrrss Otto sowie für die überaus zahlreichen Kranz- und Vlu nenfpendsn, sagen wir allen aus diesem Wege unserer' innigsten Dank. Mauenheim, den 23. Dezember 1919. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Iran Schmidt . f ^im 11. November d. Is. reichten wir uns die Hand fürs Leben und beute Mittag nahm mir der Tod meine '-.u.^.-.ek'.cbte, frohsinnige Frau, die zweite treusorgende Mutter meiner beiden Kinder Elisabe geb. Peyer im 28. Lebenswahre. Hsfgut Wisselsheim bei Vad-Nauheim, den 22. Dezember 1918. Mit der Bitte um stille Teilnahme: Wilhelm L§ Die Beerdigung findet Dienstag, den 24. Dezember, nachmittags 2 Uhr statt Ntangels an Getcieosmi'lel r no zur Be chaffung der rür die freimbeiör erung der Truppen erforderlichen Lokomotiven sind sollende Züge bis aus Weiteres ausgefallen: 71^ lW) Friedberg cü 5,2« V.. Eietzen an 6,rr V. 773 lW) Frantfurt ab I ,*• 93, Nlarburg an 1.« JU 799 Friedberg öj 8,is S H, Eietzen an 9.2 31. 718 (W) Eietzen ob 5,25 V. Friedberg an 9.« V. 776 (W) 'Marburg ad I.» N., Frankfurt an 4.« S JL 720 Marburg aj 0,22 3t., Friedberz an 8,2 * Hü 555 ,W) Eietzen ab 12,« 3t., Fulda an 3.» N. 654 Fulda ab 8,üs V., Eietzen an II.« V. fährt nur Sonn- unv Feiertags. 608 Eelntzcnffen ad 7.» V., Eietzcn yn 9.« V. fährt nur Sonn und Feiertags. 606 Eietzen ab 8.«® V., Celnhauien an 10,« V. fährt bis N dda nur Sonn- und Feiertags und fällt von Nidda bis Gelnhausen aus. Zg. 1852 Erbstadt-Kaichen ab 4,2 93., Har.au-Ost an 6,22 93. fa/tt schon von Friedberg ab (Ab. 4,22 23). Mirhiihnhirklü'öll Fmksurt (iüin). Friiisf 1- m «lie-lisi siiFsfüliki! g.Mchen derStüdtFriedbttß li.ÜMzciih. Leginu am 15. Januar. Tauer 4 bis 6 Wochen. Prem und Arbeitsstunden werden vorher mit den Teilnehmerinnen vereinbart. Anmeldungen alsbald erbeten bei Heinrich Kühl, „Zum Maulbeerbaum", Friedberg, Kaistrstr . 60. in allen Formaten liefert chnrll uno villtg Vene „6agrinki!nirg" )-S Rechnungen Der Gemeinde Heuchelhnm spreche ich im Namen der Mag.-Fuhrp-Kol. Nr. 393 für den herzlichen Empfang und für d e liebevolle Ausnahme, welche der Kolonne entgegen- gebracht wurde, meinen Wärmsten Dank aus. Tichiersky, Feldw.-Lt und Kol^Führek Lin an das Fernsprechnetz unter . Nr. 705 angeschlossen. Dp. Cost prakt. Tierarzt Bad Homburg Telefon 705. Neujahrskarten L «,®. Paar Mt. 1.75. soeben wieder frlich eingetroffen Friedberg. Ein alleres, tüchtiges Mädchen, welches einen Haushalt vorstehen und Kochen kann, zu älteren Leuten gegen guten Lohn gesucht. Zu erf.agen in der Geschästs- stelle der..'bleuen Tageszeitung". Ein tüchtiger gijtilwder bei gutem Lohn und Kost gesucht Wllh. Klehm, Nieder-Wöllstadt. Zu kaufen oder zu pachten gesucht: Kolsnili!-. Hkjllki- oder Cigarren-GeWf! eo. mit East- oder Landwirtschaft. Offenen mit Preisangabe unter Nr. 1001 an die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung Jmpr Mm. 21 Jahr, möchte aufs Land auf ein Gut gegen angemessene Ner. gülung. Näheres bei ■ ASinlfiinaU Kelranrilmachuug Die Gültigkeit des von den städt. Lebensnnttel-Aus.chutz aus. gegebenen Notgeldes wird bis Ende Dezember 191$ verlängert. Friedlrerg. den 20. Der. 1918. Lee Dürgerm »irer. _ 93.: Damm Vermißt! Musketier Heinrich Han.ei. aus Eunzenau Kr.Lauterbsch. Hrffin, l0. Komp.. 2n i^Neg. Nr. 138. Vermißt eit 23. O! ober ds. IL. Wer von den heimqe.ehrten Liame» roden kann über feinen Verbleib Auskun-r geben? Zweckdienliche Mitteilungen ae die Eeichüflsileüe der „bleuen Tages.ci^ung" erbeten. Friedberg L H., den 23. Dez. 1918. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teil, nähme bei dem Hinscheiden meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Schwiegen vaters, Großvaters und Onkels sagen wir allen unseren herzlichsten Dank. Namens der trauernden Hinterbliebenen: Johanna Wolff geb. v. Maffei. MskSÄK! MMWks Socken Heniilesi iL viele anJ. Artikel. Clementine Stern, Friedberg, Kalserstr. 51, gegenüber der tingel-Apotheke Strickwolle Kartons Clementine Stern, Friedberg. Kaiserftr 51. gegenüb der Engel.-Apoth.