Hummer LOO ffinzchreis Frettaa. den 20. Dexemver 1Q1S_ iu I-U,rya nK.. .'Die ..«rur Tao».,.it«»g ' «idieint leüen äUetttttj. R,«.lm°btg« »etlogen ..D»r S»«rr Hess««", ..Hie Spiunkul.-«. K.mg.pr.-» B«' den P->tan,taIten o,e»el,ahrl,ch Mk. 2.70/ binzu tritt noch Var Bestellgeld: bet den Aocnten monatlich 1.00 Mk. einlchlieglich Trageilolin. A»,»,gen: Srnndietle L, Pfg.. lokale LO Pig., An,eigen von auswaQs werden durch .lostnachnaymtz^ ' erhoben. Erliillum-aoi! ^riedbera. SchEIeituna >n.d Y»»»«» 'rriedberq ,veffen,. rranauerstraste 12. .rerniorecher 48. P-stit>--!.L°n!o bie. *3.9, Anü -r--ntk„rt a. M. Mahltermin 10. Januar. Die Wahlen zur Nationalversammlung. Berlin, 19. Dez. (AZ. B.) In der heutigen Sitzung des Neichskongreffes der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands wurde der Antrag Eohen-Reutz, wonach die Wahlen zur Nationalversammlung am am 19. Januar jtattfinden sollen, mit großer Mehrheit unter dein Beifall des Hauses und dem Widerspruch der Minderheit angenommen. Mismr iu Landau. London, 19. Dez. (W. V.) Das Reutersihe Büro erfühlt, daß Wilson wahrscheinlich am 26. Dezember in London eintrifft. Der König wird Wilson entweder im Palast Sandringham, wo er die Weihnachten zu- bringt oder in London empfangen. Wahrscheinlich kommt er eigens zu diesem Zweck nach London. London, 19 . Dez. (W. B.) Gestern am späten Abend hat Lord George mit Rücksicht auf den bevorstehenden Besuch Wilsons seine Abreise nach Paris entgültig aufgehoben. Loid George wird die Vorbesprechungen, die ursprünglich in Paris stattfinden sollten, in London abhalten. Ktichsklluftreiiz der Ackäler- ü. KMtkn-Wk. Die Mittwochstagung verlief ruhig und ging in geordneten Bahnen vor sich. Es wurde zunächst über oie Anträge der Berliner Ersatz-Formationen beraten. Bemerkenswert waren die Ausführungen des Soldaten Sahm (Ostfront). Er sagte u. a.'. Die Soldaten gestern sind zu einer Demonstration mißbraucht worden. Wenn das so weitergeht, dann werden noch Maschinengewehre gegen uns auffahren. (Unruhe). Wir lassen uns aber in unfern Arbeiten nicht stören. Was die Berliner wollen, haben wir an der Front längst durch- geiührt! Wir haben scharf aufgepaßt. Die Berliner stellen uns ein Armutszeugnis aus, wenn sie nicht auch ohne den Rat der Volksbeaustragten das durchsetzen, was wir längst haben. Rur erheben wir Widerspruch gegen die Beseitigung der Obersten Heeresleitung und ihre Ersetzung durch einen Zentmlsoloatenrat. (Starker Beifall.) Der Delegierte Günther (Berlin) meinte, in der Provinz handele man, aber in Berlin vergesse man über das Reden das Handeln. Ec sagte weiter, die gestrige Veranstaltung habe doch zu sehr den Eindruck )er künstlichen Mache gemacht; sie ist nicht impulsiv )em Willen der Berliner Soldaten entsprungen! Auch Dir sind gegen die Beseitigung der Obersten Heeresleitung mit ihren reichen Erfahrungen, ganz abgesehen von den Schwierigkeiten, die uns . die Entente dann nachte. So einfach liegen die Dinge doch nicht, daß nan sie hier in einem theatralischen Aufzug entscheiden könnte. Mit demselben Recht, wie gestern die Soldaten, könnten heute die Berliner Dienstmänner hier erscheinen. Da ist jedes Verhandeln unmöglich. Der Vorsitzende ßeinert teilte bann mit, daß wieder einige Deputationen draußen stünden. (Heiterkeit). 2m Anschluß hierauf berichtete er: Die eine Delegation erklärt, falls sie nicht vorgelassen werde, würden 250609 Arbeiter Berlins am Donnerstag die Arbeit niederlegen. (Hört, hört!) Wenn in dieser Weise auch weiterhin arte Arbeitergruppen, die irgendwie glauben benachteiligt zu sein, sofort die Arbeit niederlegen würden, gehen wir ja netten Zuständen entgegen. (Zustimmung.) Zu welcher: Folgen das führt, rrhelit aus einer etwaigen Arbeitsniederlegung der Eisenbahner. Sogleich - erscheint die 59 Mann starke Arbeiter- Delegation im Saal. Sie führt rote Fahnen mit sich und Schilder, auf denen die Namen der Großberriebe der Berliner Metallindustrie verzeichnet stehen. Ihr Erscheinen int Saat wird von den zehn Delegierten, die gegen Leinert gestimmt haben, und von einigen Tribünenbesuchern durch Händeklatschen begrüßt. Der Vorsitzende Leinert teilt ihnen den Beschluß des Kon- Treffes mit und bittet sie, sich nach dem Minister- Ktzungssaal zu verfügen. Trotzdem redet ihr Führer Änd ruft: Nieder mit der Nationalversammlung! (Lärm -und Lachen). Es bedarf wiederholter eindringlicher Versuche Leinerts, um die Delegation zum Verlassen '.des Saales zu bewegen. Einzelne ihrer Mitglieder ergehen sich in Verwünschungen gegen den Kongreß, andere sprechen ihm in Zurufen jedes Vertrauen der Berliner Arbeiterschaft ab. Hieraus erstattet Richard Müller das Schluß- Wort zu seinem Bericht über die Tätigkeit des Bo.i- - zvgsrais. Er führt darin noch einmal die Entstehung fielet Gerichte über den Vollzugsrat gerade, auf die Volksbeaustragten zurück, insbesondere die Entstehung des Gerüchtes von Geldverschwendung. Das „Berliner Tageblatt" hat ausdrücklich erklärt, daß all diese Behauptungen bürgerlicher Blatter sozialistische Quellen hätten. (Hört! Hört!) Falsch sei auch die Behauptung, daß das M. T. V. von Unabhängigen geleitet werde. Wohl aber habe der Vollzugsrot eine Kontrolle über das W. T. B. eingesetzt. (Scheidemann: 30000 Mk. hobt Ihr in einem Monat vertelegraphiert!) (Hört! Hört!) Von uns wurden täglich Kundgebungen und Anweisungen verlangt. Rechtssozialistische Blätter haben sich an der Hetze gegen den Vollzugsrat beteiligt. allen voran Scheidemann. (Scheide mann: Sie sind nicht recht gescheit!) (Heiterkeit). Relativ gemäßigt spricht D i t t m a n n: Die Masse ist, sa sagt er, für die Nationalversammlung. Darüber kann gar kein Zwei-el bestehen. Die Führer müssen die Werkzeuge der Massen sein. (Verfall). Gewiß haben sie das Recht, die Voltsmassen für ihre Meinung zu gewinnen. Aber eine Politik gegen den Willen der Massen ist unmöglich (Sehr richtig). Zu den dringlichsten Aufgaben gehören die bevorstehenden Wahlen zur Nationalversammlung. Sie können nur dann zu einern Erfolg führen, wenn das gesamte- Proletariat eine geschlossene Kamp,front bildet. (Beifall.) Man ist sich ja vielfach gar nicht klar über den Zweck der Nationalversammlung. Es bandelt sich bei ihr um das Parlament, das zu dem einzigen Zweck gewählt werden soll, die Grundgesetze für das Deutsche Reich festzulegen. Es folgte sodann eine sehr ausgedehnte Abstimmung über die vorliegenden Anträge. Der wichtigste Antrag ist der der Mehrheitssozialisten. Der Antrag lautet: Die Neichskonferenz der Arbeiter- und Soldaten- m e Deutschlands, die die gesamte politische Macht darstellt, überträgt bis zur anderweitigen Regelung durch die Nationalversammlung die gesetzgebende und vollziehende Gewalt im Reiche an die Volksbeauftragten. Der Kongreß bestellt ferner einen Zenttal- rat der Arbeiter- und Soldenrnte der die Uebenva- chung des deutschen und preußischen Kabinetts übernimmt. Ihm steht das Recht der Berufung und der Abberufung der Volksbeaustragten des deutschen Reiches und bis zur endgültigen Regelung der staatlichen Verhältnisse, auch der preußischen Vollsbeauf- tragten zu. Zur Ueberrvachung der Geschäftsführung in den Reichsämtern werden vom Rat der Volks- beauftragtsn Veigeordyete der Staatssekretäre bestellt. In jedes gsamt werden zwei Beigeordnete entsandt, die ctuo den beiden sozialdemokratischen Parteien zu entnehmen sind. Bor Berufung der Fach- minister und der Beigeordneten ist der Zentralrat zu hören. Dieser Antrag wurde mir überwiegender Mehrheit angenommen. ' Inzwischen war der Ausschuß der Beratung der Soldatenaniräge mit seinen Arbeiten fertig geworden. Bolksbeauftragter Haase erstattete den Bericht. Die Anträge wollen die oberste politische Gewalt über Heer, Marine und Schutztruppen den Volksbeaustragten unter der Kontrolle des Vollzuosrates geben, verlangen die Entfernung aller Rangabzeichen, ein Verbot des außer- orden Uchen Waffentragens, dis Abschaffung aller Orden und Ehrenzeichen und des Adels, die Abschaffung des stehenden Heeres und die beschleunigte Errichtung einer Volkswehr. Diese Anträge wurden fast einstimmig angenommen. grr MMiNenbruch des intrntaifonaüönuifl. Wir haben schon mehrfach hervorgehoben. daß die Führer der Mehrheitssozialdemokratcn einem eigenartigen Schicksal verfallen sind. Sie sind ihres eigenen Anhangs nicht rnchr sicher, müssen ihre mühsam errungene Stellung andauernd gegen Angriffe von links her verteidigen, zu ihnen steht aber in selbstloser Treue, um die Ordnung aufrecht zu erhalten, Bürger- und Bauernschaft, Beamtentum und das überwiegend bürgerliche Heer. Die Folge ist die, daß die Führer der Mehrheitsdemokraten Reden halten und Anschauungen vertreten, die man durchaus billigen kann, so sprach dieser Tage der Bolksbeaujtragte Dr. Landsberg u. a. folgendes: Die Unabhängigen haben unsere Kriegspolitik durch die Begründung verurteilt, daß die Proletarier aller Länder sich erheben und einen Verständigungs- frieden herbeiführen werden. Sie bauten auf die Worte Lloyd Georges, der nur den deutschen Militarismus, nicht das deutsche Volk zerschmettern wollte. Sie haben nicht glauben wollen, daß die Franzosen das linke Rheinuser beanspruchen würden, daß der Engländer unsere Handelsschiffe die Kolonien Verlanaen würde. daß unsere Ostprovinzen uns geraubt werden würden. Sie härten es sich nicht träumen lassen, daß England Schleswig an Dänemark aÜiietcn und die Hungerblockade auch weiter auf unser zusammen gebr ochenes, kriegsunfähiges Volk ausdehnen würde. (Psui-Rufe) Entrüstung ist kein 'politischer Faktor! Heute erleben wir, daß Frankreich das urdeutsche Landau beansprucht und die Zurückzahlung der Kriegsentschädigung von 1870 verlangt. Wo bleiben nun die englischen und französischen Arbeiter, auf die die Unabhängigen gehofft, als sie unsere Kriegspolitik verdammten? Durch diese Menschen ist nach dem Siege nationalistischer Geist gegangen und so haben sie das Gefühl der Brüderlich- leit verloren. Wir haben den deutschen Imperialismus verdammt, aber glauben Sie, daß die Poincare, Lloyd George oder Sonnino deshalb ihre imperialistischen Gefühle ausgeben werden? Ein Teil der Unabhängigen Unter Bernstein und Kautski ist dem alten.demokra^ tischen Prinzip treu geblieben. Einer aber bat gefaselt, daß nur über seine Leiche der Weg zur Nationalversammlung gehe. Und da sage ich: Es ist nicht nötig, daß Herr Richard Müller lebt, aber das deutsche Volk muß leben! Adolf Hoffmann. der Kultusminister, hat erkiärt, daß man die Nationalversammlung davonjagen müsse, wenn sie 'eine sozialistische Mehrheitsregierung brächte. Es ist eines Demokraten unwürdig-, an die' Gewalt der Bajonette zu appellieren. Mir können mit der Sozialisierung keine Experimente machen. Wi. müssen Rohstoffe einführen und Waren ausführen, wir müssen die Arbeitslust der Produzenten stärken, sonst sind wir verloren. Die Unabhängigen verlangen die Erfassung der Vermögen und eine andere Steuerver^ teilung. Auch wir wollen das Letztere. Wir wollen nicht die kleinen, mühsam eckwarten Notgroschen erfassen, sondern die Riesen-KrieWgewinne. Ich habe es durch meine Arbeit im Kabinett durchgesetzt, daß ein«- Erfassung dieser unmoralischen Gewinne in den nächste:. Tagen schon erfolgt. Es wird auch eine Vermögensabgabe notwendig sein, aber das ist Sache der Nationalversammlung. Fehrenbach will, angeblich auf Verlangen der Entente, den Reichstag noch einmal galvanisch beleben. Das erscheint mir zwar unnötig.. Sollte es aber notwendig sein, so fügen wir uns auch in diese Maßnahme um des deutschen Voltes willen. Wir hoffen, daß die Nationalversammlung, deren Wahlen am 19. oder 26. Januar stattfinden werden, uns den vollen Sieg bringen wird. Dr. Landsberg verkündet mit diesen Worten den Bankerott des Internationalismus und damit den Zusammenbruch der Ideen seiner Partei, nachdem seine Freunde zuvor schon die Unmöglichkeit der Sozialisierung nachgewiesen haben. Was bleibt denn nun eigentlich, so fragen wir, von der weltbewegenden Sozialdemokratie übrig? Unseres Erachtens hat dieses Verhalten, dessen wir uns ja sonst freuen könnten, nrur den Fehler, daß zahlreiche Vürgerkrerse, bereu Ruhe die höchste Bürgerpflicht ist, durch solche Reden, die der Vernunft durchaus Raum geben, veranlaßt werden, den Sozialdemokraten ihre Stimmen zu geben aus Angst vor den Unabhängigen und Spartakusbund. Verschiedenes. Eine Republik Thüringen. Erfurt, 11. Dez. Die Vertreter der A.- und S.* Räte sowie die Vertreterder thüringischen Staaten und Preußen haben in ihrer Tagung im Stadtverordneten« Sitzungssaal zu Erfurt am Dienstag mit 68 gegen eint Stimme folgende Entschließung gefaßt: 2m Rahmen der ungeschmälerten Einheit des Reichsgebietes soll auch das Ziel des Strebens von Generationen nach einheib licher staatlicher Gestaltung Thüringens Wirklichkeit werden. Die Vertreter der A.- und S.- Räte des 36. Wahlbezirks zur deutschen Nationalversammlung, der Thüringer Staaten, des Regierungsbezirks Erfurt und des Kreises Schmalkalden schlagen deshalb vor, das von ihnen vertretene Gebiet zu einem Staate Thüringen als Teil der Einheitsrepublik Deutschland zusammen« zufassen. Alles weitere soll ein von Vertretern der thüringischen Staaten und Preußens zu bildender Ausschuß so bald als möglich vorbereiten. Die Obliegenheiten der Uebergangszeit sind schon vordem verfassungsmäßigen Ausbau von dem vorgenannten Ausschuß in Angriff zu nehmen. Zum Nachdenken. Zu gleicher Zeit, wo Spekulanten. Schieber mrti> Kriegsgewinnler, die Wut des betrogenen Volkes auj die „Krautjunker" abzutreten bestrebt sind, finden piK in einem konservativen preußischen Blatte die Anzeige,^ daß von einem einzigen Juntergeschlecht, deren ooitj Wedel, 24 Familienmitglieder in diesem Kriege den, Heldentod Lrs^Vaterland erlitten baden. Der Indüjlrik-Siaat ohne MuKne Immer ernster werden die Zustände, die durch den ubei stürzten Friedensschluß und die übertriebenen Ansprüche der Arbeiterschaft an die Unternehmungen erzeugt wurden. Die Krupp-Werke können höchstens noch zehn- bis zwölstausend Mann beschäftigen, denn die van der Arbeiterschaft erzwungenen Löhne zehren das Ltt-ftniapilall schnell auf, so daß in absehbarer Zeit nach dem „Vorwärts" von dem Werk nur noch ein Trümmerhausen übrig bleiben wird. Von regelmäßiger Produktion könnte zudem keine Rede mehr sein, da die feindliche Besetzung in Aussicht stehe. Einer ähnlichen Katastrophe wie das Krupp-Werk geht die gesamte denncho Croß-Industrie entgegen. Wandte sich doch auch schon der Siemens-Konzern in Berlin mit einem Notschrei an die Oeffentlichkeit, denn die Lohnerhöhung der Arbeiterschaft um 16 v. H. würde nicht nur die an die Aktionäre gezahlte Dividende aufbrauchen, sondern das zur Aufrechterhaltung der Betriebe nötige Kapital schnell nemngern. Auch das würde, wie bei den Krupp-Werken, bedeuten, daß Hun^erttausende von Arbeitern lohn- und brotlos werden müssen. Und diese ir. Cesahr steht unmittelbar vor der Es ist unfaßbar, daß die deutsche Arbeiterschaft in solch kurzsichtiger Weise daran geht, die Grundlage ihrer Existenz zu vernichten. Ader die alten Sünden der langen Jahre vor dem Kriege rächen sich jetzt. Alle wohlmeinenden, ernsten Warnungen, Deutschland nicht allein auf die Industrie zu stecken^ wurden verlacht. Wie richtig sie waren, zeigt sich jetzt. Dadurch, daß die feindliche Besetzung Deutschland fast um drei Viertel seiner Exportproduktion bringt, wird die Industrie lahmgelegt; die übertriebenen Forderungen der Arbeiten schaft Zerschlagen die Unternehmungen und für die dadurch beschäftigungslosen Arbeiter besteht keine Möglichkeit, Unterkommen in der Landwirtschaft zu finden. Wären die Arbeitsverhältnisse ländlicher geblieben, nicht vorwiegend auf die Industrie eingestellt worden, hätte die Möglichkeit bestanden, kritische Zeilen, wie die jetzigen einigermaßen zu überdauern durch den stärkeren, leistungsfähigeren Zuschnitt der landwirts östlichen Wirtschaftsweise. Statt dessen hat sich Deutschland einseitig industrialifiert, doch während es sich ganz auf den Export einstellte, besaß man nicht die Einsicht, dem Export den unerläßlichen Rückhalt durch Schaffung einer genügend starken Flotte zu geben. Statt dem erhofften Frieden, Freiheit, Brot, erhalten wir jetzt Knechtschaft und Hunger. Und das, weit politische Kurzsichtigkeit die Militärmacht vernichtete und die Arbeiterschaft durch ihre Forderungen die Hennen schlachtet, die ibr die goldenen Eier legte. Aus der Aekmat. K. A. Einschränkung der Beleuchtung. Die emste Lage der Kohlenoersorgung macht außerordentliche Maßnahmen erforderlich. Bekanntlich ist ein Teil unserer Kohlenreviere vom Feinde besetzt, im Ruhrreoier ist eine wesentliche Einschränkung der Förderung infolge Verminderung der Arbeitsleistung, zum Teil durch Arbeitseinstellung, eingetreten. Hierzu kommen die Schwierigkeiten des Transports. Die Wagenstellung ist außerordentlich gering. Der Wasserweg führt durch besetztes Gebiet. Kurz, die Verhältnisse liegen derart, daß die vorhandenen knappen Bestände aufs äußerste gestreckt weiden muffen, um ein gänzliches Erliegen der Eas- und Elektrizitätswerke zu vermeiden oder doch wenigstens so lange als Irgend möglich hvttanzuhaUen. Das Kreisamt hat fich deshalb gezwungen gesehen, eine erhebliche Einschränkung der Beleuchtung zwecks größtmöglicher Kohlenersparnis bei den Gas- und Elektrizitätswerken zu verfügen. Es handelt fich hierin zweifellos um erheblich einschränkende Bestimmungen, die aber hinter den in anderen Städten verordneten Einschränkungen noch wesentlich Zurückbleiben. Die Bevölkerung handelt in ihrem ureigensten Interesse, wenn sie sich den Ernst der Lage vor Augen führt und nicht nur durch strenge Beachtung der gegebenen Vorschriften, sondern darüber hinaus auch durch äußerste Sparsamkeit im Gebrauch von Gas und Elektrizität in den Privathaushaltungen dazu beiträgt, daß die Gas- und Elektrizitätswerke aufrecht erhalten werden können. Die Einschänkungen müssen einsichtiger- weise in Kauf genommen werden unter dem Gesichtspunkt. daß es immerhin besser ist, sich mit einem Rot- betrieb zu behelfen, als daß schließlich gänzliches Versagen unser gesamtes Wirtschaft- und Erwerbsleben bedroht. Möge jeder einzelne sich dies vor Augen halten. Einlösung der Zinsscheine der Kriegsanleihen. Die Postanstalten lösen die fälligen Zinsscheine der Kriegsanleihen bereits vom 21. des dem Fälligkeitstage vorhergehenden Monats ab ein. Franifurt a. M., 18. Dez. Auf Anregung der Wiesbadener Negierung hat sich hier ein Frankfurter Lehrerrat gebildet, der sich die Beratung aller das öffentliche Schul- und Unterrichtswesen angehenden ^Fragen zur Aufgabe machen will. Er ist aus Vertrern sämtlicher hiesigen Schulgattungen, bezw. Lehrer- und Lehrerinnenvereine zusammengesetzt. — Gestern vormittag wurde die Leiche einer etwa 17 bis 20 Jahre alten weiblichen Person an der Oberräder Schleuse gelandet. Man vermutet, daß es fich um ein seit etwa 14 Tagen in Offenbach vermißtes Mädchen handelt. Aus Starkcnbulg. Darmstadt, 16. Dez. Der Vorsitzende des Finanzausschusses des A.- und S.-Rates. Bastian, gibt jetzt eine Ausstellung über die seit Bestehen entstandenen Verwaltungskosten des Hessischen Arbeiter-, Vauern- urrd Soldatenrates bekannt, wonach bisher 22,076.94 Mk. für Vergütungen an Funktionäe, 8 Mann Büro- Hilfspersonal. Bürokosten. Vorlagen der Vürgerwehr usw, sowie Vetriebsvorschüsse an örtliche Volksräte und an die hessischen Delegierten zur Reichskonserenz ausbezahlt worden sind. Die Unterhaltung des Krast- wagenparks einschließlich Lohn- und Betriebsstoff-Ausgaben erforderten bisher etwa 8000 Mk., doch sind { dafür Ausftände für gestellte Kraftwagen vorhanden. Wegen der widerrechtlich an den nahezu 100 Wagen des seitherigen Großherzogs, entgegen der reichsgesetzlichen Verordnungen zurückbehaltenen Gummibereifungen, hat nunmehr der Redakteur und Reichstagsabgeordnete Dr. Quessel, Delegierter des Arbeiter- und Soldaten- Rates gegen die seitherigen drei hessischen Minister v. Ewald, v. Hombergk und Dr. Becker bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag gestellt, es finden zur Zeit über den Tatbestand, resp. über Berechtigung dieser Anklage Voterhebungen statt. Aue Rheinheffe». Bingen, 16. Dez. Rach Mitteilung der Bingener Handelskammer hat fich d!ese in einem Schreiben an den Provinzialdirector der Provinz Rheinhessen dem Proteste angeschloffen, den die Handelskammer Mainz und verschiedene Verbände gegen die Bildung eines an Stelle des abgetretenen Arbeiter- und Soldatenrates gebetenen Fünszehner-Ausschuffes erhoben haben mit der Erklärung, daß ste diesem Ausschüsse keineriZr ge- setzliche Befugnisse zur Vertretung der Provinz Rheins Hessen oder von Teilen derselben zuerkennen. Worms, 17. Dez. 2n den Trockenwerken Dr. Philipp Winkler brach am Freitag mittag GroßfeueZ. aus. Die Entstehungsursache ist noch nicht bekannt. — Der französische Bahnhofskommandant hat ungeordnet, daß die Bahnhossanlagen (Vestibül und Bahnsteigs nur von solchen Reisenden betreten werden dürfen, die mit Fahrt- und sonstigen Ausweisen versehen sind. Bahnsteigkarten werden bis auf weiteres nicht mehr ausgegeben. AuS Kurhcffen. Gelnhausen, 15. Dez. Von einem ins Rollen ge- kommenen Auto-Anhängewagen wurde der seit einigen Tagen entlassene Soldat Herchenröther gegen die Wand gedrückt und schwer verletzt. sr. Kassel, 15. Dezember. Die Siedlungsgesellschaft „Hessische Heimat", die, mit einem Kapital von l 1 /® Millionen Mark ausgerüstet, unter Beteiligung des hessischen Vezirksverbandes, des preußischen Staates, sowie von Stadt- und Landkreisen, ferner von Gutsbesitzern, Industriellen, Kausleuten und Gewerbetreibenden demnächst ins Leben treten wird, macht es sich zur Aufgabe. Land- und Lohnarbeiter, Handwerker, Kleingewerbetreibende. Beamte und Angestellte uftv. im Bereiche des Regierungsbezirks Kassel anzusisdeln. Es wird anoestrebt, ihnen, insbesondere den aus dem Felde Heimkehrenden, Wohnstätten, eigene Häuser und Heime zu erbauen, sowie zu beschaffen und zu erhalten, die mit einer den wirtschaftlichen Bedürfnissen des Be- sitzers angepaßten ertragssühigen Bodensläche ausaestat- tet sind. Außerdem bezweckt die Gesellschaft die Sickerung und Befestigung bäuerlicher Ansiedelungen. Für alls diese Zwecke ist die Errichtung einer gemeinnützigen Auskunstsstelle für Gütervermiftelung, Hypotheken- und Darlehnsbeschaffung usw. vorgesehen. Die gesamte Tätigkeit der Siedlungsgesellsckaft ist eine gemeinnützige. Siedlungsslächen werden von Privaten und vom Staate, der insbesondere seinen ausgedehnten Streuparzellenbesitz in erheblichem Maße zur Verfügung stellen dürfte, zu Siedelungszwecken von der Gesellschaft erworben und an Siedelungslustige abgegeben. Aus der Rhön, 15. Dez. Von der im Lager Ham» melburg liegenden 3. Er>atz-Maschinengewehr-Kompag-" nie wurde der Soldat Johann Bernauer am Halteplatz Schönau vom Zug übersahren und getötet. AlseitsWrkigMm des Kreisardeilsnach« ti(tf Kriedbers» Offene Stellen: 60 landwirtschaftliche Knechte, 7 Tagelöhner. 2 Kutsche* (ledig und oder verheiratet), 3 Knechte- und Ta'etöhnersamiUen« 1 SchmiedelchrUn^.,' 1 Bäckerlehrling, 1 Cöärtneileyrlmg. Vorar* beiter mit 12 Leuten. 2 Baumwarte, l Wagner. 4 Schuhmacher. 35 Dienstmägde. 17 fiausmädchen. 1 Wa chfrou, 2 Moi a smädTben, 1 Köchin. 1 Bufferfräulein, 2 Frauen zum Reinigen militärischer Räum?. Anmeldungen für Sommermädchen werden noch 'bis zum 1. Januar entgegen genommen. Ctellenfuchende: Mehrere Melkerfam'lien und lebioe Melker, mehrere Büro» gehilfen (Kriegsbeschädigte). 3 Büroftäuleins. 1 Bleigläser, 2 Polsterer. Ge chästsleute aller Art. ^ -■■■—■■ ■■ ■■—■■■■ ■_ j Bemntwortlick für den politischen und lok-llen C rto f i rfrfjel, Friedberg: für den Anzeigenteil: C. Schmidt, Fnedberg. Truck und Der tag der ..Reuen Logeezettuns*. A ($.. Friedbera i KartonsI Merde-BcrsteMr»«g eingetroffen Cfementine Stern, Friedvera in Hessen, Kaiser.lra'ge 51, gegenüb. d. Engelapotheke. in großer Auswahl, noch amen Stoffen, gebe noch billig ab. Einzelne Hosen, Joppen, Arbcitswcften lofor, bei Schneiderei Wolf, FrarU utt o. Bleich tr. 6. «. Samstag, den 21. Dezember, nachmittags 1 Uhr am Felsenkeller, Frankfurter,traße, Friedberg (Hessen). Es kommen zur Versteigerung: 16 Zugpferds, 5 Schlachtpferde, 1 Efel, 1 Maultier. Käufer, die mit Kriegsanleihe zahlen, werden bevorzugt. ' Händler werden zur Versteigerung nicht zugelassen. Haljter sind mitzubringen. I. A. des A.- u. S.-Rates: Die Earnisonverwaltuna. Neu eingetroffen! Farbiger Siegellack Siegel-Lämpchen Petschafte Friedr. Streckfuß, Friedberg. Für Zu kaufen oder zu pachten gesucht: KlllomllL-, S’pnm i oder kMMii-GMöft eo. mit tiio,:» ooer Landwirtschaft. Offenen mit Preisangabe unier Rr 1001 en die Geschäftsstelle der „":?uen Tageszeitung". 1 Fahrkuh n jtitauien, unter Zweien die Wohl, eine davon hochträchng. Marlin Rolenbecker, &cic«6 Geschäfts-Eröffnung. Mache der verehrt. Einwohnerschaft von Friedberg und Umgegend bekannt, dass Ich eine Pferde—Metzgerei eröffnet habe, und bitte um geneigten Zuspruch. Adolf Kölsch, Friedberg ln Hessen, Kaiserstasse 137, Telefon 234. Zuverläisiges it ,ucht fofoit Frau E. Kümmich, Ei enhanolung Frieirberg. Fri.chmelkende ooer nächtige Kuh ]U verkauft n Georg Fr. Kroner I., Vilbel. Ein nächtiges , Rind \u verkamen. Philipp Müllev. Ober-WöllstadA^ erlags pit g j g sa -' , ' « ^aaa >^s gg B T' _.ugw'. j i nwui Unmmcr 8001 Neuen TagesxeituNg ^ ll. ZatsNqttne. Samstag, de» 21 » Dezember 1018 Ag m m Viiliik!!, Verden mir wirrt! Wir gehören nicht zu den Lobrednern der guten alten Zeit. Die Jahre vor dem Krieg waren für unsere Landwirtschaft nicht gerade erfreulich. Fortwährende Schwierigkeiten mit der Beschaffung der notwendigen Arbeitskräfte, scharfe Kampfe um einigermaßen gerechte und auskömmliche Preise, -Landflucht und Verschuldung das waren die besonderen Kennzeichen der Jahre nach dem Sturz der Vismarck'schen Wirtschaftspolitik. Von dem Aufschwung des Industrie- und Hcmdelsstaates harte die Landwirtschaft vor allem die Schattenseiten zu verspüren. Damals wurde der Bund der Landwirte gegründet, und durch feine Arbeit wurde etz eine Zeit lang besser. Dann kam der Krieg: die große Wage war bercitgcstellt. auf dem die Völker gewogen werden. Nüchtern denkende Mün. ncr erkannten bald, daß es sich um Leben oder Tod. um Siegen oder Untergeben handelt. Der Krieg war kein Schwindel, sondern der blutigste Ernst, der jemals auf der Welt war. Aber der Krieg wurde benützt, um eine Schwindelzeft und einen Schwindelaeist großzuziehen, die den Krach und Zusammenbruch unausbleiblich machten. Di- Lüge feiert- Triumphe und das Schlimmste war. daß sich alle Welt selbst belog. Wie wir uns . selbst anlogen das zeigte Jahr um Jahr die Einführung der Sommerzeit ein englischer Schwindel, dem wir dem Ausland nachäfften. Aber auch auf anderen Gebieten verstanden wir es trefflich, uns selbst anzulügen. Mas kaselten wir von einem Verständigungs- und Verstchtfried n, wie wurden die ver'oigt und beschimpft, die immer und immer wieder sagtcn. der Feind wolle keinen Verstandigungssrieden. sondern einen Eewaltsrie- den. Heute gibt es nur noch wenige und zwar betrogene Betrüger, die nicht nur anerkennen müssen, daß dem deutschen Volk nicht nur ein sch'npfucker. entehrender Waffenstillstand auf- erl^gt wurde, sondern daß ihm noch ein viel schmählicherer Friede in Aussicht steht. Gewiß, das Massenmor^n ist beendigt, wer weiß aber, ob nicht auf das Massenmorden ein noch viel entsetzlicheres Massensterben kommen wird? Wer weiß.' ob nicht eine MassenfluÄt die deutschen Städte zur Derbdung.bringen wird? Wer sich über den furchtbaren Ernst der Zeit nicht klar ist. der lügt sich selbst an! Wir sind militärisch zerbrochen. Unsere einst jo stolze, glänzende Militärmacht ist rettungslos dahin, die Feinde haben ihr Knegsziel erreicht, die deutsche Militärmacht ist zer. schmettert. Die im Militär wohnende Macht kehrt ihre Waffe nicht mehr gegen den äußeren Feind, sie hat milgeholfen, die bestehenden Regierungen und die darauf gegründete Ordnung zu stürzen und schwächt damit auch das deutsche Reich im Innern. Das ist so unsagbar traurig und hart, daß man aufschreien möckne vor innerem Schmerz über den Trümmerhaufen des einst so schönen, kräftigen, stolzen deutschen Reiches. Man fetzt aber das Sich-felbst-anlügen munter fort Es wird die Diplomatie, der Kaiser, die ho':en. ilitärs u w be chivdlgt. Daß 'diese Krei e ein !Nit Teil Schuld am Zusammmenbruch tragen, ist richtig. Allein den größten Teil der Schuld trägt das deutsche Volk selbst. Von Tag zu Tag wurde die Selbstsucht größer, die Erbärmlichkeit und Feigheit nahm immer mehr zu. Rur nicht mehr ins Feld, nur daheim d."m Gelderwerb nachzehen können, nur nicht für andere v Opler bringen, das war das Dichten und Trachten von Hundert- laufenden. Alles jagte nach Papiergeld, eine rolle Jagd nach hohen Zahltagen, nach Ausnützung der Ce chä islage beraubte die Gewissen, die Rot des Krieges verhärtete die Herzen und machte unser Volk blind und taub. . Herzeriskirmpfe. Roman von Helene Schütkg. geb von Gersdorff. (Copyright 1915 by C. Acteemann-Sluttzarl.) 64) Nachdruck verboten. „Was sagst du? Fieberst du? mein armer Reinhold?" er- * widerte sie, ihn besorgt ansshend. „Vor wenigen Stunden kam doch erst dem Brief an On et Vamhard mit ^apa's endgültiger Weigerung, und nun sprichst du so?" „Ja. mein Lieb, das scheint dir unglaublich und doch ist's wahr! Wunderbares hat sich ereignet: alle Schranken, die Zwischen uns lagen, sind gefallen. Hilde. Hilde, jetzt erst bist du ganz mein eigen!" „Aber, wie, wie? was ist geschehen? was kann geschehen sein?" rief Hilde atemlos vor Spannung. „Du sollst Alles hören! Kann ich'e selbst doch noch kaum . fassen' Komm 'ckomm setz' dich hierher und nun höre und staun^' Er zog Hilde auf eine Eauseufe und fetzte sich zu ihr. s Und dann erzählte er ihr ausfiihrlrch feinen Besuch bei Gräfin Blessen und Alles, was sich dort ereignet batte. Hildes anfangs ttübes und zweifelndes Gesicht hellte sich iimmer mehr auf. Sie mußte wohl an ihr Glück glauben, als sie alles vernahm ..Neinhold" stufte sie zum Schluß, ..wie gut ist die Königin, wie gut auch die liebe alte Gräfin! O. und wie gut ist Gott, daß er rhre Herren zu unfern Gunsten gelcnic hat. Aber, Neinhold, es ist doch auch dein Verdienst, dnn wenn du nicht ein solcher Prachtmensch wärst, daß dich Alle lieb haben müssen, dann wär's doch nicht so gekommen! Aber nun komm zu Onkel und Tante! Sie sollen gleich unser Glück erfahren! Wie werden sie sich freuen!" Ia.sie freuten sich von ganzem Herzen. Ein wahrer Freudentaumel ergriff sie Alle, denn auch Hans und Marie wurden her- ^'»eigeholt. Hilde ließ auch ihre treue Lina kommen und teilte ihr Llückfttahlend die große Neuigkeit mit. Fräulin". sagte Lina freudig, das ist noch be. sonders fein, daß wir nun trotz allem Hochzeit machen können. * ** «* der Herr Marquis Die geborenen und beamteten Führer des Volks versagten oder weniger. Tie hohen und höchsten Beamten waren bei uns schon lange pflaumenweich. Sie regieren nach der Mehrheit und geben dem Druck nach. Tiefer Druck wurde von der Masse, von der Mehrheit ausgeübt, ihr ent- gegenzutreten wagte keine Negierung mehr, dazu fehlte der Geist und die Kraft. Dir hatten überall fleißige, den Mas- sen dienstbereite, die Mehrheit bewundernde und anbetende Beamte, aber keinen einzigen großen Mann, der auch gegen den Strom schwimmen konnte und wollte und so ging das deutsche Volk seinem Verhängnis entgegen. England holte mit Hilfe Amerikas aus zum letzten Schlag, dem Zerlchmetternngshieb. Millionen von Flugzetteln zermürbten die Gemüter, millronenmal stand auf diesen gelben Papierfetzen: „Deutscher Soldat desertiere, ermorde deine Offiziere. deutscher Soldat, du wirst angelogen. komm herüber 311 uns, in Frankreich gibt's Wein, weiße? Brot. Schokolade, wirf die Waffen weg. lauf über zu deinen dich über alles liebenden französisck-englisch-ame- rikanischen Kameraden." Hinüber sind nicht viel gegangen, aber davon gelaufen sind viele — nicht alle — und das brachte den Zusammenbruch. Aber auch hinter der Front, im Heimatland, war der Feind eifrig an der Arbeit. Millionen englisches Gold kamen in die Hände gewissenloser Hetzer und Aufwiegler, das Geld der englisch-amerikanffcben Börse war nicht umsonst geopfert, dies bewies der politische Zusammenbruch, den uns die Revolution brachte. Und nun soll uns eine neue Zeit aus allem Schmutz und Unrat hinausführen. Die Botschaft hör ich wohl. Allein mir fehlt der Glaube. Wo ist denn der starke Wille, die feste Hand, die das Steuerruder durch die Klippen und Untiefen leitet? Wir 'ehen allerlei unberufne Leute, die durch eigene Gewalt, durch rücksichtsloses Vordrängen sich an die ftihrende Stelle drängten. Hinter.jedem dieser „Volksbeauftragten" stehen ein Dutzend, die nach dem Wort: Gang weg — laß mi na! warten bis eine neue Gelegenheit zum Umsturz, den Platz nei macht. Nichts braucht das deutsche Volk notwendiger als eine Zeit der Erholung und Ruhe, um Kräfte zu sammeln, damit wir die ungeheuren Lasten der Zukunft zu tragen vermögen. Wir erleben aber zur Zeit das Gegenteil. Alles ist voll Unruhe, nirgends Klarheit und Festigkeit. Eine Minderheit maßt sich Herrscherrechte an, ganze Volkskreise sind entrechtet, kurzum wir stehen in einer trüben Gegenwart und sehen in eine dunkle Zukunft. Die neue Zeit soll aufoebaut werden auf einem neuen durch drs Volk geschaffenen Recht. Alles, was über 20 Jahre alt ist, männlich und weiblich, soll sich daran beteiligen. Im Reich werden es 433 Personen sein, die eine neue Verfassung schaffen sollen. Männer und Frauen vom 20. Jahr ab können gewählt werden, die Mehrheit gilt, die Minderheit hat sich zu fügen. Diese Versammlungen werden auch den Friedenevertrag gutheißen müssen und dann die neue Regierung, die parlamentarische Mehrheitsregierung errichten. In Zukunft heißt es in Deutschland nur noch: So wie wir wählen, werden wir regiert! Tie Gestaltung der „Ach. Lina, daß mein Vater zürnt und immer zürnen wird, ist der einzige Schatten auf meinem Glück", antwortete Hilde seufzend. . Aber ganz ohne Schatten gibts ia überhaupt hier auf Erden nichts." Am folgenden Tage hielt eine Hofeguipage vor der Tür des kömmerzienrätifchen Hauses. Ein Lakei öffnete der Schlag, Gräfin Blessen stieg aus und ließ sich bei der Frau Kommerzienrat melden Diese eilte ihrem vornehmen Besuch bis an die Treppe entgegen und führte sie in ihren Salon, wo die beiden Damen auf einem Soia Platz nahmen. „Ich komme tm Auftrag Ihrer Majestät", jagte das kleine bucklige alte Fräulein. ..Sie haben ja gehört, wie sehr sie sich für die beiden jungen Leute interessiert. Nun will sie auch vor aller Welt zeigen, wie hoch in Gnaden Germshoff bei ihr steht und wie sie seine Wahl in- jeder Art gut heint. Deshalb sollen sie sich bei der nächsten Cour, die in 8—14 Tagen stattfinden wird, offiziell als Braulvaar Vorsteven." „Ihre Majestät überhäuft uns mit fgvlel Güte, daß wir gar nicht wissen, wie wir danken sollen", erwiderte die Kommer- zienräiin. in der Tat ganz Überwältigt von dieser neuen königlichen Gnade. „Selbstverständlich sind Sie und Ihr Gemahl in der Einladung mtt inbegrrffen, da Sie ja die Eltern der Braut ver- treten", füate die Gräfin hln§u. „Auch wird es Ihrer Majestät febr angenehm sein, bei dieser Gelegenheit 3 « erfahren, daß die Hochzeit bald stattfindet. Es wird doch keine großen Weitläufigkeiten mehr geben, liebe Kommerzienrätin?" „Ich wüßte nicht, durch was, Exzellenz, da Majestät die Gnade hatte, die Hauptschwierigkeil aus dem Wege zu räumen", erwiderte Frau Ella. „Run. ich meine natürlich den Alten in D. Kann er nicht noch Hindernisse in Bezug auf Fräulein Antelmann's mütterliches Vermögen erheben?" „Kaum Exzellenz. Meine Nichte ist 22 Jahre alt und somit nicht mehr unter der väterlichen Vormundschaft. Mein Mann wird sofort die nötigen Schritte tun, um ihn zu der Herausgabe ihre» Muttererde» m veranlasse»'' neuen Zeit liegt somit auch in den Händen der bäuerlicher» Wählerschaft Wird urffere Landbevölkerung ins rote Lager abschwenken? Viele kommen vom Feld zurück, verstimmt und verärgert und wollen ihren Grimm mit dem Stimmzettel äußern andere lassen sich durch allerlei dumme Redensarten betören, wieder andere sind verzagt und möchten am liebsten dem großen Haufen nachlausen. Wir behalten unsere Nerven und gehen unseren derzeit unsere volle Pflicht und Schuldigkeit getan, wir mußten währten Weg zum guten Ziel. Wir haben in der Kriegs- manch-en harten Kampf durchfechten und sind nicht ungerupft durch die Kriegswirtschaft durchgegangen. Wir wissen, daß wir auch künftig keinen leichten Stand haben werden. Der uralte Gegensatz Zwischen Verbraucher und Erzeuger wird nicht verschwinden. Die Zwangswirtschaft hat ihre Vertreter bei allen sozialistisch gesinnten Parteien, vor allem auch bei der demokratisch gesinnten Beamtenschaft. Die Steuerlasten, die niederdrückend sein werden, wird man auf den besitzenden Landwirt abwälzen. Man wird viel von Freiheit reden und wenig davon verspüren. Wenn es gilt den Landwirt zu Höchstleistungen anzuspornen. wird alle Welt landwirt- 'chaftsfreundlick sein, wenn aber der Bauer einen seiner Mühe und Arbeit, seinem Risiko und seiner gesellschaftlichen Stellung entsprechenden Lohn fordert, üen er nur im Preis« ''einer Erzeugnisse findet, dann wird er zahlreiche Gegner haben. Werden es unsere Bauern einsehen, daß sie unter jeder Regierungsform einig sein müssen? Wird unsere Landbevölkerung aus ihrer Gleichgültigkeit und Zurückhaltung heraustreten und alle, Männer, Frauen, Jünglinge und Jungfrauen sich zu^ammenscharen. um mit ihrem Stimm?' Zettel den Beweis der Berechtigung ihrer Forderungen M erbringen? Das Volk hat das Wort, eg möge entscheiden« Wir, die wir seit langer Zeit in der politischen Arbeit und inr Parteikamps stehen, werden besseren Kräften und Männern den Platz nicht versperren. Mögen besonders dis jungen Bauern, die draußen im Feld standen, und mit ihren- Gut und Blut uns schützten, an die Front treten. Manches alte Bundesführer und Vertrauensmann wird gerne Platz machen für den Nachwuchs, damit dieser das zerstörte Hau« wieder aufrichten kann. Die neue Zeit bringt uns neue Aufgaben und Pflichten« Die nächste Arbeit ist die Wahl für die Landes- und Reichs* Versammlung. Hier wird unser Bund seine satzungsmäßigektz Aufgaben erfüllen, denn er wurde f. Zt. dazu begründet: „alle landwirtschaftlichen Interessenten ohne Rücksicht ans politische Pirteistellung und Größe des Besitzes zur Wahrung des der Landwirtschaft gebührenden Einflusses auf die Gesetzgebung zusammenzuschließen, um der Landwirte schaft eine ihrer Bedeutung entsprechende Vertretung irß den parlamentarischen Körperschaften zu verschaffen." Heute gilt es mehr als je diesen Zweck zu erfüllen, die- notwendigen Opfer zu bringen, aufzuklären und zu belebrew Nur wer säet wird ernten. Die Wahlzeiten sind Saatzeiten. Vergesset es niemals: So wie wir wählen, werden wir regiert* „Hub von ihres Vaters großen Reichtümern hat die jungO Dame nun ganz bestimmt nichts zu erwarten?" „Allerdings, gnädigste Gräfin, darauf wird sie vollständig verzichten müssen: wie wir alle fest überzeugt sind. Er wird si« sicher auf den unvermeidlichen, gesetzlichen Pflichtteil hs- fchränken." „Ach. das ist wirklich schade, ich hätte dem netten Germs- hcff die Millionen so gern gegönnt. Da wäre der schnöde Mammon mal in die rechten Hände gekommen", sagte die Palast- dame bedauernd. „Exzellenz, die Zunöchstbeteiligten machen sich gar nicht» daraus", erwiderte Tante Ella lächelnd. „Sie sind so selig glücklich wie zwei Kinder im Paradiese. Da das. was ihnei» bleibt, genügt, um ihr Nest zu bauen, so ist ihnen das Mehr oder Weniger vollkommen gleichgültig. Ia, ich glaube beinahe. Germshoff ist es so lieber. Der fabelhafte Reichtum hatte üfti ja von vornherein abgeschreckt." „Ich weiß, ich weiß, ein merkwürdiger Mensch! Es ist so etwas wahrhaft Ritterliches, Reines. Ideales um ihn. Man muß ihm Hut sein", entgegnet« die Gräfin warm. „Ein ganz seltener Mensch in der Welt von heute. Ihre Nichte hat wahr, hastig das große Los gezogen, trotzdem sie seinetwegen ihrE Millionen einbüßt. Und einen solchen Menschen weist der alts Herr als Schwiegersohn ab! Unfaßlich!" „Gnädige Gräfin, es gilt ihm ja gar nicht persönlich. Mein Schwager kennt ihn ja gar nicht. Rur Starrsinn, Herrschsucht und Vorurteil sind schuld daran." „Ia, ja freilich! Das ist gerade das Tollste bei der ganzen Geschichte, daß eigentlich gar kein vernünftiger Grund zu all den Konflikten oorliegt. Nichts als ein rmbeugsamer, verbohrter Charakter. Aber das ist allerdings das unüberwindlichste von allen Hindernissen. Nun, leben Sie wohl, liebe Frau Kommerzienrätin, die offizielle Einladung zu der Cour erhalten Si« dann noch", sagte dt« Gräfin sich erhebend. „Grüßen Cie da« junge Brautpaar!" fügte sie noch hinzu, an der Seite Frau Ella's die Treppe hinuntersteigend, welche es sich nicht nehme« ließ, ihren vornehmen Gast selbst bi» an die Haustür zu 3 *, Lettin, t J Kctttetoma hlat KttS Stils 9ttl*C{ftf SLV Frauen. I öU beschleunigen. Logisch wäre es nun. wenn die Sozialdemokratie weiter sagte, daß es dann auch cftei h- gültig fei. ob der Bauer abliesere oder nicht, was natürlich durchaus nicht unserem Standpunkt entspricht. Also das Gegenteil ist der Fall. Von uns verlangt die Negierung in der Ablieferung Unmögliches. Wir geben der Regierung zu bedenken, daß sie allein unfähig ist, einen Staat zu regieren, dar ja nicht nur von Arbeitern bewohnt ist. Marie Diers schreibt in der „D. Tagesztg.": Wir haben jetzt ein merkwürdiges Recht zugewiesen gekommen, ein Recht, das die erdrückende Mehrheit der Frauen weder verlangte noch verstand, und das nur von einer verhältnisrnäßig sehr kleinen Anzahl groß- Piftlischer Theoretikerinnen heiß Sesürwortet wurde. A° 'r ich glaube, daß es wenig Frauen mehr gibt, die es -etzt nicht begrigen haben, daß die ernsteste Forderung'von heute lautet: Mitarbeiten, wie es unsere testen Männer, an der Spitze unser höchster, Hinden- burg, Vormacht! Daß eine Zurückhaltung auf Zaghaftigkeit, aus Gleichgültigkeit oder in Groll rmd Schmerz heute für die Landfrauen in erhöhtem Maße eine unverzeihliche Pflich-Versäumnis bedeutet, ebenso schlimm, crls wenn sie bei einer Feuersbrunst ihre Kinder im Stich ließen, um die eigene werte Haut möglichst schnell und Bequem in Sicherheit zu bringen. Lllle Gründe und Bedenken, die wir früher gegen das Stimmrecht hallen, gehen uns gar nichts mehr an. STscnrt wir aus alter Gewohnheit oder Grundsatz versagen. kommen uns die geschlossenen Frauenheere der Sozialdemokratie über den Kopf, wir geben einfach die Möglichkeit, unser Schicksal und das unseres Besitztums, unserer Kinoer selb'L zu bestimmen, an diese Partei ab, die noch viel weniger als die vorige Regierung Verständnis und Gunst für die Bedürfnisse und Röte des ptatten Landes hat, und das unerträgliche Joch, das eine herrschende und städtische Arbkiterkla^e auf die Landwirlschast leaen wird, werden unsere Kinder dann ihren pstichtvergessenen Müttern zu darrten haben! . Da wird manche fragen: Ja. wie können wir das andern bei der Ueberzahl jener Partei? Aber da brauchen wir uns nur klar zu machen, daß die Frauen der organisierten Sozialdemokratie noch nicht 7 Millionen, die gesamten stimmfähigen Frauen dagegen 21 Sinnierten betragen, so erkennen wir, wieviel wrr durch geschlossenes Vorgehen und Eintreten jeder einzelnen erreichen und retten können. Dies ist eine Angelegenheit, die auch die Mütter von jungen, nun plötzlich stimmfähigen Töchtern angeht.. co töricht fs uns dünken mag, die unmündigen zwanzigjährigen Mädchen zur Politik beranzuziehen. so uegt doch, etwas darin, an dem unser Verstand vielleicht umlernen könnte. Wrr waren durch die Bank allzu wenig politisch erzogen. Vis in die höchsten Stellen hinauf fanden sich auch bei den Männern statt eines wirklichen, nüchternen, klaren, zuareifenden politischen Sinnes die drei spezifischen Frauensünden : politische Ungewißheit, Gleichgültigkeit gegen nationale Kräfte. Gefühlsverschwommenheit. Jetzt erleben wir die furch,baren Folgen. Vielleicht hilft eine durchgreifende Politisierung, die bis auf di- halbwüchsigen Kinder herabaeht, diesem verhängnisvollsten aller Volksübel ab. Vielleicht! Machen wir aus der Rot eine Tugend. Führen wir Mütter uns selbst und unsere Töchter in die Poli ik ein, um durch das Gewicht unserer geklarten Meinung und befestigten Willens ein neues, gesundes und in sich kräftigeres Deutschland aufzubauen. Wie machen wir das? Denn schöne Worte und allgemeine Ratschläge wollen wir nicht mehr hören, jetzt heißt es endlich: Praxis treiben. Ob es uns im Augenblick lieb oder leid ist, darauf kommt es nicht an. Das Vaterland und das eigenste Lebensinleresse verlangen es von jeder deutschen Frau! Es ist ja nicht daran zu denken, die Frauen in den kurzen Wochen bis zur Nationalversammlung staatsbürgerlich zu bilden. Es ist nur möglich, ihnen bis dahin die großen Umrisse des staatlichen Lebens und ihrer Pflichten darin, die Kenntnis der jetzigen Parteien und deren Programme zu verschaffen, damit sie wissen, welche Partei sie zu wählen haben, und warum. Karrern und Diktatur. Erbauliche Dinge über unsere Ernähnm^sverffält- nisse berührt eine aucb -onft noch sehr inleresiante Eingabe der Bauernschaft von Sachsen-Weimar an die doniae Regierung. Als der nohrungfchaffende Teil der Bevölkerung hatten die Bauern geglaubt, daß man ihnen ihr Recht auf Beteiligung an der Regierung nicht rauben würde. Die sogenannte Regierung hat diese selbstverständliche Forderung aber abgelehnt. Die Bauernscha c von Sach en-Weimar hat den Diktatoren jetzt eine Eingabe zu"e^en lasten, in der die Bauern- uno Landarbeiterräte u. a. aussühren: Die republikanisch-provisorische Regierung hat die Beteiligung der Bauern^ an die Regierung zurückge- wiescn. S e sülchtet, daß durch unseren Einritt die Sicher geil t er durch die Revolution in die Wege ge- ^eftelen Umgestaltung nicht mehr gewährleistet sei. Wir -edauem, da st uns die Regierung auf diese Weise in jine Opposition hineintreibt, deren Erbitterung und Emschlosser.heit die Vertreter der Regierung doch riel- re»cht unterschätzen. Wei er hat uns Staatsminister Bauderr erzählt, daß der- Staatssekretär des Reichs- ernählun samtes auf dem Standpunkt steht, daß es sanz gleichgültig sei, vb man die Brotration erhöht -der nicht, ob man die fleischlosen Wochen weglasse ooet nicht, der Zusammenbruch unserer Ernährung und Bi' hunnersnot kämen doch. Deshalb habe man sich entschlossen, die erhöhten Rationen ruhig auszugeben. Nach unserer Ansicht ist das ein unerhörter Standpunkt, der den Wunsch durchbluten läßt, die Katastrophe nocb ffnlcr künftiges SktaveiUeken. . Die „Baseler Nachrichten" schreiben: Lloyd George hat in einer Rede erklärt, daß Deutschland 24 Milliarden Pt und Sterling werde zahlen mästen. Das sind 600 Milliarden Franken, also 120mal mehr, als Frankreich durch den Frank'urter Frieden auserlegt wurde. Frankreich halte nach einem Krieg von 7 Monaten pro Kopf seiner Bevölkerung 138 Franken zu zahlen. Deutschland wird nach Abzug der Kriegsoerluste und der Bevölkerung, die es an Frankreich und Polen wird abgeben mästen, noch etwa 50 Millionen Einwohner zählen. Legen wir diese Zahl zu Grund, da wir doch nicht abschätzen können, wie viele Millionen durch die fortgesetzte Blockade und den Bolschewismus noch überdies umkommen werden, so ergibt sich c.ne Forderung von 12000 Franken pro Kopf bis zum letz en Kriegskrüppel und bis zum letzten Waisenkind, dessen Va er gefallen und dessen Mutier verhungert ist. Das durch 7 Kriegsmonate ge'chwä ' le, aber an sich reiche Frankreich mußte 138 Franken pro Kopf zahlen, das durch 4 Kriegsjahre erschöpfte Deutschland, dem man gleichzeitig die wichtigsten Rohstoffgebiete wegnimmt, 12000 Franken. Lloyd George "kann diese Notwendigkeit mit der zündenden Beredsamkeit eines Shylock beweisen. Kirchliche Nachrichten. Cvnnyolischk (Sk«!ein*!*. 4. Sonntag im Advent, 22. S embcr 1918. Gottesdienst in der L:.rokirche. Vorm. 9 3 /i Uhr: Herr Pfarre; Kleberger. Nachm. 5Vs Uhr: Herr Pfarrer Ritter. SUeih- nach'sfeier des Kindergottesdrenftes. MttwtUunz des Chorfchule. Jk Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. 10 Uhr Gottesdienst. * Evangelische Stadtm'issiorr Frftdberg, L"dwigstraße 24. Sonntag. 22. Dez., nachm. VJ 2 Uhr: Sonnlags- Ichule. 3VZ Uhr: Eoangelisationsversam nlung. Mittwoch (1. Feiertag), 25. Dez., abends 8'/^ Uhr: Weihnachtsfeier. Donnerstag (2. Feiertag), 26. Dez., nachm. 5 Uhr: Kinderseiec in der Burgkirche, Katholische Gemeinde. Sonntag, den 22. Dez. 1918. 4. Sonntag im Adv.em. Veichtgelegenheit am Samstag von 4 Uhr an »ntz Sonntags früh von 6 Uhr an. V-fi Uhr Frühmesse. 8 Uhr MUitärgottctzdiensi (Singmesse mit Predigt). 7-2 Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachm. 2 1 / 4 Uhr: Advents-Andacht. Während der Woche- Um %7 und 7 Uhr Rorateamter. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Bor» imnäuß-Bücherei. lleravlwonlich ffir den vo'itftcbrn und lokaler' ?p|t r tiß Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: C. Schmidt, Friedberg. Truck und Berlap der „Neuen Tageszeitung", A 01. Friedbera * ^nsefJmpiden iifh! k- 3 « zhp WäSsI aia?h«iia!!r( k n. Lrlrkffcxd: Die IWcn Mrsrrfsssmrzgrl!k!rdkv Nolksksmmr der Republik HesskÄ. lbez.irk in der Stadt Friedberg. Nr und De erchnung des Bezirks Straßen a n gs b e Wahllokal Name des Wahlvorstehers I Ctellvertieter des I Wohlvo ftehers I Süd-West- Lezrrk Am Tankenrain. Bndgaffe. die ungeraden Nummern der Franlfurlerstratze, Gutenbergstraße. Hamburger- straße, Ho prtalgasse. die ungeraden Nummern der Kai eriiraße von 69—199. Mam-ertoranlage westlich d Kaiieriirahe.Neulorgaste. Ockstädlerstratze, Weedgaste Taubstummenanstalt Kaiserstraße 144 Beigeordneter Geh. 2usti^rat Windeüer Oekonomierat Spieß n. Nord-West- Bezirk Gannerweg. die ungeraden Nummern der Kaiserstraße von 1—57, Neubausgasse. Obermürlerstraße. Rtedstraße, Srädterweg, Borstaor zum Garten, Wecher- stratze, Forsthaus Winrerstein Stadthaus Zimmer DU. 4 Stadt^ekretar Völker Kaufmann Heinrich Windeik» lll. Burg-Bezirk Bu-g, Straße am Burgberg, Gießenerstraße. Fuden- gaste, ^udenplacken, die geraden .'.ummern der Kaiier- straße von 2—2ti, Sandgaste, Ujagaste, Uja—Vorstadt Lehrer-Seminar • Geh.- Schulrat Dr. Karg Direktor Dr. Strecker IV. Bezirk Innenstadt Al e Babnhosttraße, Apothelergaste, Augustinergaste, Engels aste, Große Kloster^aste. Große Kö lergasse, die eeradim ^tummern der Kallerstraße von 28—90, Kleine Kloster aste, K eine Kohleraaste. Schtrngaste, Schnuriaste. Schulstr, Verbindungsgaste. Wolfengaste Polytechn. Lebranstali Augustmergaste 8 Stadtverordneter Scrlba Kaufmann Jul. Kann V. Nord-Ost- nezirk (Barvara- Vorstadtt Am Schlag, Bardaragaste, Fauerbacherstraße von 1—SO, Langoaste. Liauer^aste, Mittetstraße. Müht» weg. Ödere Lied rauenitraße. Querstraße, Schmidt- straße, Slädterftraße Eastroirtlchal von A. Küffner, Fauerdacherstr. 6 Stadtsekretär Wrlhclm Stadllekretar Büttner VI Innerer Süd-Bezirk Bismarckstraße. Tsarbergaffe. Haagstraße. Hanauer straße, die geraden Nuinmern der Kaiierstraße von 92— 128 , Ludwigstraße Alte Post (Städtischer Lebens- mutelausjchuß) Stadtverordneter Langsdorf Stadtverordnete» Valentin VII. Aeutzerer Süd-Bezirk Am ttoeispioö, Dieffendacherstraße, die geraden 'Nummern der Franlfur erstrage. Harngraven, Hinden- bur istraße 2m Krämer, bie geraden Num « ern der Kaiierstraße von 130 an aufwärts. Leonhard straße, Alain erioranlaqe östlich der Kaiserstraße, MaiN er- iorweg, Molitestraße, Schützenrain. Wuhetmstrahe Mu^eumsaebäude Haagstraße 16 Stadtverordneter Dretz 'Geh. Iustizrat Warth arst Vlll. Süd-Ost- Bez rk Fauerbach Der Stad teil Fauerbach, soweit er zwischen der Ufa, der Fritz Neuterstraße und dem Bahnkörper gelegen ist. entjprechend dem Broikartenbezirt Ui Schule ln Fauerbach Ctad'v?rordneter Phtttppi Stadtverordnet« Loth IX. Lazarett- Bezirk Die Friedber 7 er Neserve.Lazarette, ausgenommen die Angehörigen derjetben, bre Bürgerwohnungen haben Ne^ervelararett Blindenanstalt Laz.-Hilfsinfp. Lenstng San.-Feld webe! Heller X. Eor-ll on- Bezirk Die kafernementmäßig unlergebrachlen Angehörigen des Eriatz-BataiUons 2n anterie-d'iegimcnl 1»7 und joa,tiger Truppenteile, deren Standort Fnedberg ist Alter Bahnhof Ostz.-Stellvertreter KroUmana Ofd.-SteNvertretet Dw» _ -«+ Friedberg, den 1& Dezember 1918. Der VürgermeisteL 2. D. Damm.