z, „Miner 2 91 LL'L §«««»<>«. den 14 . Dc,k«>>-r 1918 _ 11 . Jahrgang Dt- ’ tut Lllnco-cit«»»" -ilchiint ,-d-n Werlta?. Nexelmatz.ge B-ilag-n „Ser Ka»er an» Hellen». „Sie Spinnstnbr«. Se,ugs«r«,s: «ei den .«oitanitaiten °,-r,eI,«hrl>ch Ml 2.7l b # «äeiteUne«»- »«> oen «nenten mono,«» 1.00 Mk. etnlchliehlich Xtägerlolm. An,eigen: iütunöicUe 2b Pig.. lotolc 20 «rg. Ln,eigen von answans werden durch «oünachna.-,,. ' erhoben Erriilinnosor, irriebber«. Schrittleituna und Verlag rriedberg lh-sssal. innauerllratze 12. ^-cmorsch-i Poitjii-'l.Lonio i»r. 18',». >-nl ^roneinrt a. M._ Dalimmm dk4 p.iWHnaiOf'i. Trier. 13. Tm"n,ng der cNiierten Rett-- runsien bis zum Alscklüß dr-s Prälimir^rfriedens ansarÄ-hnt werden Das Ob^rkommm.do d-'? AlNi-rten b-läll sich v-ir die neutrale Zcn-e cuf dem rechten Rheinuffr nördlich des Kölner Brückenlvpies bis zur htlländischrn Grenze zu besehen. Zu Beainn der S'tzunq te.lt? Marschall Fach im Namen des amerikanischen Lebensmittellantroll-urs Haove m t. daß dir in Teuli.bland lieoenden 2.5 Millionen Donnen Schiffsraum unter Kontrolle der Alliierten zur Versarqunri Deutschlands zur Ver. füaung pesiellt werden müssen wobei die Schifte selbstverständlich deutsches Eifentvm verbleiben und mit deut-cher Besatzung versehen werden können. Diese Bersorpuna mit Lebensmitteln wird von zwei Kommissionen qereaelt werden, eine die die Le benKmittel auskonft. bat ibren Sitz »n Paris wahrend die mit der Verteilung und dem Transport bearislragte, ihren Sitz in London hat. Iraakfnrt finßwfüfti nidit br?M. Frankfurt o M.. 13. Dez. (Wl.) Das hiesige Nachrichten, anrt des Arbeiterrotes bat von der Neichsleijung die Nachrickn erhalten, daß Foch bri den A-rffenstiNstandsverhandluno-n in Trier erklärte daß die Entente wegen unrure'chsnder Erfüll der Wa^fenstillstandsbedingungen sich auch die Besetzung der neutralen Zone Vorbehalten muffe Wie weiter mitgeteilt wird ist nach dem augcrblicklicherr Stand der Waffenstrllstandsver. Handlungen mit einer Besetzung Frankfurt? nicht zu rechnen Besetzt wird nur der neutrale Streifen von Köln bis an die holländische Grenze. Die Deschttug UhembrAcns. Die Besatzungsstärke von Mainz wird voraussichtlich den Friedensstand (etwa 10 000 Mann) nicht übersteigen. Bis zur endgültigen Regelung der Besatzungs- Verhältnisse ist der Oberbürgermeister verantwortlich für die Ausrechterbaltung der Rübe und Ordnung innerhalb der Sladt. Die fremden Truppen übernehmen den militärischen Wachdienst; die Bürgerwehr wird nach und nach aufgelöst, dafür aber die Polizeimannsthaft verstärkt. Die weiteren Verhandlungen erfolgen, sobald die damit betraute Kommission eingetroffen ist. Teilnehmen werden daran außer dem Provinzialdirektor Geheimrat Best die von der hessischen Negierung be«- stimmten Vertreter, u. a. Beigeordneter Adelung, ferner der Wiesbadeuer Regierungspräsident v. Meister und Vertreter der Eisenbahn- Post- und Telegraphenverwaltung. Auf der Straßenbrücke ist der linke Brückenkopf von französischen Posten besetzt, während der rechte von Bürgerwehr bewacht wird. Der Telegraphen-, Fernsprech- und Postverkehr hat noch dieselben Beschränkungen wie vorher. Die Vesatzungstruppen werden in bestimmter Frist abgelöst und durch anders ersetzt werden. Das 21. Armeekorps unter Führung des Generals Mangin soll Mainz besetzen. Hierauf wird . erst der Gouverneur von Mainz bestimmt, dem noch zwei weitere Generale unterstehen. Als Gouverneur soll General Tatin bestimmt werden. Am Dienstag nachmittag fand an der Straßenbrücke eine große Truppenparade statt. 2m Hauptverkehr auf dem linken Rheinufer ist der Zugverkehr am Dienstac^mittag wieder ausgenommen worden. — Alle aus deutschen Heeresbeständen geplünderten Cegenstünde uno Lebensmittel müssen unverzüglich, bei Androhung schwerer Strafen zurückgegeben werden. Von heute ab müssen Quartiere für Offiziere des Generalkommandos der Besatzungs- truppcii in dem Stadtteil zwischen der Großen Bleiche und Kurfürstenstraße nebst Nebenstraßen in Anspruch genommen werden. — t. 2n ganz Rheinhessen haben die Franzosen den Preis für einen Liter Wein auf 1,60 Mk. festgesetzt, Hühner bezahlen sie das Stück mit 2,50 Mk. Den Franken bewerten sie mit 53 Pfg. frasilmdjs PerlMM tzsch da WiMmr. Bern, 12. Dez. (WV.) Ir näher der Kongreß für den Prülimilrarfrieden heranrückt. tim fs energischer wird in einige?: sranzösijchen Vlätjern. deren Zahl sich nach und nach vergrößert, der Rhein als natürliche Grenze Deutschlands bezeichnet. Der „Temps" veröffentlicht den Brief eines höheren Offiziers, in dem erklärt wird, daß nur der Rhein eine genügende Garantie gegen einer: militärischen Ueberfall auf Frankreich und Belgien jeitens Deutschland biete. Renaude! bemerkt im „Temps", daß diese Forderung mit den Wilsonschen Grundsätzen in Einklang gebracht werden könne. Wie die Rheinlande über sich selbst oer- ftigen sollen, so beabsichtige Frankreich keineswegs ihnen ihr Schicksal innerhalb der französischen Grenzen amira>eifcn. Die für den Wolffrieden notwendigen Garantien seien: Kein Rhein- Monopol für irgendeine Nation kein Preußen am Rhein. Die militärischen Grenzen Deutschlands sind hinter den Rhein zurückzuverlegen uno keine Festungen von Basel bis Köln. Der „Gaulois" verlangt dieselbe Sicherstellung durch die Rheingrenze. Die Friedenskonferenz werde darüber zu entscheiden haben, ob die Pfalz und die Rheinprooinz zu annektieren seien. Jedenfalls dürften in den genannten Provinzen nie wieder knitsche Garnisonen stehen Aehnlich schreibt der ..Petit Pari- ffen". Er sagt, die Friedenskonferenz werde darüber zu entscheiden haben, ad die Alliierten als Eroberer oder nur als vorübergehende Besatzung in Mainz eingezogen seien. pif PslheiiuiWn in da nknirnlkn Mk. Berlin. 13. Dez. (WB.) Die deutsche Waffenstillstands' kcmmiffion teilt mit' Marschall Foch hat felgende Anordnungen über die Poli-eiorganisation in der neutralen Zone Deutschlands getroffen' Zur Aufrechterhaltung der Ordnung dürfen deutsche Truppen. die grundsätzlich Polizeitrupprn sind in d:r?e Karlsbad von 800 tschechischen Soldapen und .".0 Offizieren besetzt. Der deutsche Tap in Ualen. Berlin, 12. Dez-. Nach Berichten aus Posen hat sich der heute dort abaehaltene deuts e Tag zu einer großen Kundgebung der Delegierten der deutschen Volksräte der ganzen Provinz, der Solda cn, der Garnison und tausender von lännern und Frauen für das DeutschtuiN gestaltet. Rach mehreren Reden wurde einstimmig folgende Entschließung angeno nmen: „Viele Tausende deutscher Männer und Frauen. Vertreter und Mitglieder der deutschen Volksrnte aus Stadt und Provinz Posen haben heute in uns machtvollen Kundgebungen ibren Zusammenschluß zu einem Provinzialvolksrar beschlossen. Auf dem Vpden der neuen staatlichen Ordnung will dieser Provinttalvolks- rat die Interessen der 850 000 Posener Deutschen schützen und fördern. Er ist weder eine politische Parker noch eine Kampforganisation gegen die Polen. Wir verwerfen jede Politik, die geeignet ist, zwffcken der deutschen und der polnischen Bevölkerung Haß und Zwietracht zu säen. Wir fördern alle Bestrebungen, die unter Wahrung der nationalen und kulturellen Interessen beider Bevölkenmgsteile ihre gemeinschaftliche Arbeit für das Glück unserer gemeinsamen Heimat in versöhnlichem Sinne ermöglichen. Der Geist des Hakatismus wird in unseren Reihen niemals lebendig werden. Mit steigender Sorge haben wir deshalb in den letzten Wochen das Vorgehen der Polen verfolgen müssen, das in den Beschlüssen d^s Teilgcbietsland- tages vom 3. bis 5. Dezember seinen Höhepunkt fand. Wir verwahren uns gegen jede Bevorzugung der Polen in den von der Revolution geschaffenen Aemtern und Vettretungskörpern und fordern völlige Gleichberechtigung für die Deutschen im Volksstaate. Wie verwahren uns vor allem gegen die Entschließung des Teilaebietslandtages. die Wortlaut und Sinn des Punttes 18 der M^densvokfchast des fon vom 8. Januar 1918 vergewaltigen. Cie haben der Entschließung des Friedenskongresses vorgegrtffen, einen Staat im Staate geschaffen und Gebiete beansprucht, die in jahrhundertelanger deutscher Arbeit zu lebensnotwendigen Bestandteilen des Deutschen Reiches geworden sind. Wir fordern die schleunigste Einberufung der Nationalversammlung, von der allein wir bis zur Entscheidung des Friedenskongresses den Schutz der Deutschen im Osten erwarten.*' 480 Miirsk» Lr'kMsrMWNtz! Der erotische Mi wiftzer Präsident Lloryd George erinnerte in eÜL«r Wäh'^rversammlurrg zu Glagvw haum, daß ui allen Ländern bei t *i Prozeß der Verlierende die Kosten bezahlen «äffe 7: -tunst würden, so hoffe rc, zwischen den Nationen dieselben Grundsätze vor, Recht und Unrecht gelten wie zwischen Privatpersonen, und dann würde eine Natron, die ein Unrecht beding und einen Prozeß veranlaßt«. die Kosten bezahlen müssen. Aber es gebe noch einen anderen Grund, weshalb Deutschland die Rechnung bezahlen müsse. Der Krieg habe Deutscblard we- i Niger gekostet als England. Die eigenen Kosten schätzte Lloyd j George auf 8000 Millionen Pfund Sterling, die deutschen gegen auf 6—7000 Millionen Pfund Die übr'gen 1000 Millio. non w.üßren ne:teilt werden auf ein« Bevölkerung von 45 Millionen. während die deutsche Bevölkerung 70 Millionen betrage. Deutschland muß bezahlen dis zur äußersten Grenze seines Vermögens. Vor dem Kriege' wurde Deutschlands Reichtum auf 15 b's 20 Milliarden Pfund geschätzt. Die Rechnung befrage 24 Milliarden Pfund, sodaß. wenn die Schätzung richtig sei. der ganze Reichtum Deutschlands nicht genüge. Vor einigen Wochen habe daß Kriegskabinett eine Kommission ernannt, um die finanzielle Kraft Deutschlands zu untersuchen. Der Minister ist der Meinung, daß man den Reichtum Deutschlands früher zu niedrig geschätzt habe Lloyd George will mrc zwei Bedingungen stellen, erstens, daß nicht wahrend unbestimmtes Zeit eine große Besatzung in Deutschland gehalten werden müsse, und zweitens. daß man in England keine Waren auf den Markt bringe, die mit Hungerlöhnen bezahlt find. Nich Recht und Billigkeit hätten wir da« absolute Recht, die ganzen Kriegs, kosten von Deutschland zu verlangen, und wir haben vorge- schlagen, fie zu verlangen. Nachdem Lloyd George nochmal? cwseincmderfktzte. daß der Kaiser und Kronprinz und ihre Mitschuldigen zur Berantwor- runq gezogen werben sollten, und alle Deutschen England verlassen müßten und nicht mehr zurückkehren dürften sagte er schließlich, daß das Friede ns Programm der englischen Regierung ein Progrcsnm voll grimmigen Ernstes sei. Es müsse eins strenge, gerechte Strafe für diejamgen, die den Krieg begonnen und fortgesetzt haben, angesetzt werden. Deutschland müsse es ,für immer unmöglich gemacht werden, eine Armee von vier brs fünf Millionen Mann zu bilden. Er muß Gerechtigkeit Abrüstung nach jeder Beziehung fein, aber wir müssen unsere Flotte Haben. Ich würde keinem einzigen der Herren vertrauen, wenn wir nicht den zuverlässigen Wachthund hätten, der die Meere abscbnüffclt. Wir würden uns einer großen Dummheit schuldig machen, wenn wir die Flotte aufaeben würden. Von wo auch ein Ersuchen in dieser Richtung kommen möge, wir werden den Schutz unserer Flotte nicht preisgeben. Wilhelm H. Berlin. 12. Dez. Wilhelm TT. hat seinem Zweiten Sohn. Prinz Eitel Friedrich, eine Vollmacht erteilt, die folgenden Wortlaut bat: .,Mtt Rücksicht auf die polittschen Verhältnisse und meinen Aufenthalt im Auslands sowie bei der derzeitigen Abwesenheit meines ältesten Sohnes, des Kronprinzen, beauftrage ich meinen zweiten Sohn, den Prinzen Eitel Friedrich von Preußen, mich in meinen Funktionen als Oberhaupt des König!, preußüch- brandenburgifchen Hauses und des Fürstlich-Hchenzollernschen Hauses in allen Familien- und Vermögensangelegenheiten in rollern Umfange zu vertreten mit der Ermächtigung, sich im Falle seiner Verhinderung durch einen seiner Brüder vertreten zu lassen und zu einzelnen Akten auch einen anderen geeigneten Bevollmächtigten zu bestellen. Gegeben Amerongen, den 22. November 1018. Wilhelm." Girr Htmnnmwsbi'd. In einem Berliner Blaff lesen wir: Der gestrige Einzug unserer siegreichen Truppen stellt als Ganzes ein Bild dar. wie es in Ansehung der Massen seit dem Tode und der Beisetzung Kaiser Wilhelms I. nicht wieder in Berlin gesehen worden ist. Alle „Demorrstrationen der revolu. tionären Massen" schrumpfen dagegen zur Bedeutungslosigkeit Zusammen. Mitunter, so auf dem Pariser Platz, nahm die Zusammenballung der Zehntausend« und Aberzehntausende lebensgefährliche Formen an.. Nach der Begrüßung setzten die Kolonn-n sich tn Bewegung, die Offiziere zu Pferde voran. Die Musikkapellen intonierten: „Deutschland, Deutschland über alles." Zurrst zieht daß Fußvolk vorüber, dann folgt die Kavallerie und der Troß der Wagen. Jeder Soldat trägt einen Busch Blumen und Grün an der Brust, en Stahlhelm und Feldmütze. Jede Kompagnie führt ihre Fahne, ihre Fahne schrvarz-weiß-rot. Jeder trägt seine Achselstücke und Kokarden. wie es einem ehrlichen Soldaten geziemt. Jeder trägt leine Ehrenzeichen. Man sieht keine roten Schleifen und Lappen. Eine Gruppe Matrosen, die mit rotem Aufputz unter den Gaffern steht, muß sich die Frage gefallen lassen: »Die Kieler Hungerkommffsion will wohl zum Karneval?" Dann geht der Zug weiter. Sächsischs, bayerische, badische, württembergische, hanseatische, preußische Fähnlein und deutsche Fahnen wehen durch den düstern Nebelmtttag. „Das Ganze halt!" — Die Re- -imenter ziehe, »ach ihren Katrinen. Mit Pankenschall und sch we nke n überall. Man braucht die Augen nicht $a schließen. man träumt am wirklichen, naßkalten Mittag: D«ttfchla»d ist wieder auferstan-den. Sie find wieder da, die uns gegen eine Welt von Feinden geschirmt haben! Unbesiegt kommen unsere Kämpfer zurück, sie wollen, daß ein Friede werde, drinnen und nach draußen, wie sie ih» verdient haben und trotz alledem nock» heute fordern dürfen. " — fi a n » __ Girr bezeichnender Vorgang. Danzig, 11. Dez. (W. B). Wie kürzlich m'üge- teilt worden ist, hat der Geheime Kommerzienrat August Dentzki in Eraudenz seinen canzen Betrieb zwecks Sozialisierung seiner Arbeiterschaft zur Verfügung gestellt. Nach einer Meldung der „Danziger Zeitung" haben nunmehr die Arbeiter beschlossen, dieses Angebot abzulehnen, weil sie eine herabgehende Konjunktur befürchten und es für besser halten, wenn das Unternehmen in einer starken Hand bleibe. Eisntr bittet um Duhr! MTachea, 12. Drz. In einer a narch'stisck> kommurösiffchen Dersrmmlung bat EiZner seine Genossen um Ruhe. Sie sollten ebsehen von ihrem Wahnsinn, damit die Entente nicht eiirmarschiere. Die Einberufung der Nationalversammlung erklärte er für unbedingt nötig, Die Versammlung forderte in einer Resolution: Sofortige Einsetzung eines Revolutionstribunals. sofortige Absetzung der Negierung Ebert-Sckeidemann und Hindenburgs Stellung aller dieser Personen vor ein Revolü- tionstnibunal. U.ebergabe der gesetzgebenden Gewalt an die Arbeiter- und Sotdatenrate. Jü drn AnMmkZö'l» in KritMsleihe schreiben die „D V N.": Gegenwartrg schweben Verhandlungen darüber, mit welchen j praktischen Mitteln der Rückstrom der Kr.easanleihen eingedämmt werden kann. Diese Verhandlungen stehen kurz vor dem Abschluß. Die Bekanntgabe weittragender Maßnahmen, die für die weitesten Kreise des deutschen Wirtschaftslebens von besonderer Bedeutung find, ist bereits in den nächsten Tagen zu er- wort-n. Es kann also nur .ruf das allerdringendste davon ah. geraten werden Kriegsunleibe zu einem weit unter dem Emissionspreise liegenden Kurse zu verkaufen. Die Besitzer der Kriegsanleihen seren darauf hinqewiesen, daß die Kriegsanleihen be. reit? jetzt bei der Entrichtung der Kriegssteuer und beim Ankauf von Heeresgerät zum Nennwert an Zahlungsstatt angenommen werden Diele Bevorzugung der Kriegsanleihen wird aller Vorarissickt nach auf weitere Steuern, insbesondere auch auf eine Vermögensabgabe ausgedehnt werden. Wer also fetzt zu niedrigem Kurse verkauft, schädigt sich selbst in enrvnndlich- ster Weise indem ec sich um den Vorteil bringt, den die In. zahlunggobe von Kriegsanleihe bei der Entrichtung von Steuern und bei Ankäufen aus öffentlichen Beständen gewahrt. Die SM sriitk der fllfiimifsiatjn. Von Dr. K. v v n Mangold t. Ilnfsre ganz radikalen Kreise, Herr Liebknecht und Genossen. ersehnen die Weltrevolution. Sie ist ihnen das große Ziel. dem sie ibr Leben gAveiht haben und für das sie Kopf und Kragen ein setzen. Aber sehr geschickt fangen sie ihr Einwirken auf die anderen Länder, in denen doch auch die Revolution ejntreten soll, nicht gerade an. das muß man sagen. Es ist an und für sich wohl mit Sicherheit zu erwarben, daß auch in den Ländern der Entente in einiger Zeit, nach t-e-m F rieben sich! uß. menn der erste Sieges- und Freudenrausch verflogen 'ist, ein bitteres, grollendes und schmerz- lick^s Fragen und Prüfen anhehen wird, wie der Krieg gekommen ist und wer an ihm schuld hat. Denn wenn auch nach dem Gange, den die Tinge genommen haben, die Mittelmächte die Zeckn zu bezahlen haben, so bleibt doch auch für die anderen, insbesondere für Italien, Frankreich nnd England, ein gerütteltes Maß zu tragen übrig. Die ungeheuren Blutverluste und des Meer schmerzlicher Empfindungen. das sich mit ihnen verbindet, bleiben; die Verstümmelungen und Krankheiten ungezählter Hunderttausende bleiben 'ebenfalls, und ein großer Teil der drückenden materiellen Einbußen und Lasten bleibt sicher auch. Nimmt j man dazu den in diesen Ländern doch ohnehin reichlich aus- \ gehäuften sozialen Zündstoff, so erscheint es in der Tat als j sehr möglich, daß es früher oder später zu grundstürzenden revolutionären Vorgängen dort kommt. Man muß bedenken. ! wie gespannt z. B. in Italien die sozialen Verhältnisse säpn seit langem sind, und man muß weiter bedenken, daß infolge der Kriegslasten und der Kapitalverluste, die es in Rußland Rumänien, der Türkei rffw. erlitten hat, ein großer Teil des so ausgÄ>ehnten und so wichtigen Standes der kleinen Renb ner in Frankreich wahrscheinlich ins Elend versinken wird. Aber eine Voraussetzung ist freilich zu machen: die Volksmassen in Frankreich, England und Italien müssen zu der Ansicht kommen und glauben, daß, wenn nicht die ganze, so doch wenigstens ein sehr großer Teil der Schuld bei ihren eigenen Führern und Staatslenkern liegt. Glauben sie das nicht, halten sie dauernd ihre führenden und herrschenden Schichten und die maßgebenden einzeelnen Personen für unschuldig, so wird der revolutionären Erregung der Nährboden entzogen. Es kann dann leicht so kommen, daß all dos Elend und alle Verluste, wenn auch mit Murren und Auf- bäumen, so doch ohne eigentliche Revolution getragen werden, weil sie eben als eine unverfchuldete Schickung erscheinen, und man keinen Einheimischen dafür glaubt verantwortlich machen zu koanen. ^iLirö hier ist e-, wo das ungehem» Nngefchük unfers» rMkalen Kreise, der Eisner, Liebknecht eingesetzt. Dies» Kreise, die doch die internationale Weltrevol»tion so hoiH ersehnen, beschuldigen zugleich unausgesetzt Deutschland den Weltbrand anqestrftet und verursacht zu haben, und möchten am liebsten den Kaffer und seine maßgebenden Leute vop einen Staatsgerickcksho* gestellt und verurteilt sehen. lieber die objektive Unrichtigkeit und Verzerrtheit dieser Behaupt tupgen und über das Wahnsinnige und Verbrecherische dieses Treibens vom vaterländischen Standpunkte aus ist la teirs Wort zu verlieren. Sehr möglicher Weise wird das deutsch, Volk dieses Vorgehen mit vielen Milliarden Lasten mehr und einer gewaltigen Verschärfung der sonstigen Friedensbedingungen zu bezahlen haben. Aber in ihrem blinden. Fanatismus sehen diese Leute gar nicht, daß sie mit diesem Vorgehen auch ihr eigenstes Ziel, die'Weltrevolution. a.ufL schwerste schädigen upd gefährden. Wenn Deutschland durch j den 'Mund deutscher Politiker selber die Schuld am Kriege j auf sich nimmt, und vollends, wenn wir uns durch Liebknecht, ' Eisner und Genossen wirklich verleiten lassen sollten, dieient i Wahnsinn der Selbstbeichuldignng noch weiter n ach.', u geben i io rst das doch das allerbeste Mittel für dis io geschickten l Staatsmänner der Entente, sich vpr ihren Völkern rein 3® waschen. „Wir sind unschuldig'", werden sie triumvbierentz in allen Tonarten und mit allen Mitteln rifien: „Seht her. Deutschland sagt ja selber, daß es schuldig ist!" Und stellt man sich vollends vor. es geschähe das Undenkbare, es gslän^ der Entente, den Kaiser und andere hervorra,7ende deutsche Staatslenker und Militärs als Schuldige am Ki:ege zur Verurteilung zu bringen. — e? würde sich lvahrscheinlich wii. r-ine schwere §>npnose aut die Vö'ker der Entente senken, un^ die Nachforschung nach den eiaenen Schuldigen und du revolutionäre Energie, mit ihnen abzurechnen, würde ei* stickt und der Rwolufion in diesen Ländern der beste Zünd^ stoff genommen. Das aber wäre dann znm großen Teil das Werk de Liebknecht. Eisner und Genossen, dieser Selbstmörder de? Weltrevolution k schweres Eilenbatznnnnl 4i. Plauen (Vogtland). 13. Dez (WB.) Heute vormittag er eranete ssch. dem ..Vrgtlär.d. Anz." zufolge, auf der Strecke Hof. Plauen in der Nähe der St-tien Svrau. lrohrfchemliL infolc'. Reißens einer Kurpelung eines Militärzuges, ein schrvereL Eisenbahnunglück Der Zug war mit Mannschaften der 11 Arme« und der 8 Reservedivision. die ihren Standort in Brandenburg und Ab er,stein haben, besetzt. Unter ihnen befanden sich auä viele Berliner Silben Wagen des Zuges find zertrümmert worden, davon wurden fünf in? und übereinander gelwoben. Bisher sind zwölf Tote, d irnnter za ei Offiziere, neun Schwer«- verletzte und viele Leichtverletzte geborgen worden. Pevointronäre Mikurttirchcrft. Mit dem Selbstbewutztsein des Siegers verschärft Ma^.chall Fach immermehr die erdrückenden Bedingungen des Waffenfiilb standsvertrages. Weder der Buchstabe nock, der Sinn jenes Der» träges, mcht der Geist der Völkerverjöhnung und der internationalen Gerechtigkeit, wie W'.lson ihn noch letzthin vor dem Kon. greß in Washington gepredigt, regieren die Stunde: nein, einzig und allein die Faust des Siegers triumphiert, vollstreckt das Urteil, das sich unser unglückliches Volk m unseliger Verbleu, düng und in restlosem Nervenzusammenbruch durch seine jetzige revolutionäre Regierung sprechen ließ. Während alledem erhebt die von begreiflicher Schodensreud« erfüllte Mitwelt das traurige Schauspiel der deutschen sozialistischen Revolution Hätten wir Frankreich und England wie den übrigen Teilnehmern des Vlelverbandes jemals einen größeren Liebesdienst erweisen können, als diese bengalische Beleuchtung unseres unsaobar kläglichen inneren Zusammenbruchs? Germania, zur Somnambule geworden, einer die furchtbare äußere Lage nichtachtenden Massensugestion hilflos preisgegebenk Brennende Scham mischt sich in der Brust jedes ehrlieben, den Deutschen mit tiefftem Schmerz und heiligem Zorn über die ungeheuerliche Selbstvernicktung unserer Natton. Wie unf-^ - den obwaltenden Umstanden der ..Vorwärts", das Sprachrohr der drei mehrheit-sozialistischen Do'tt-beaurtragten, noch de« Mut findet, zu schreiben: „Mit überraschender Schnelligkeit setzt fick die neue Ordnung durch" („Abend-Borwarts" 23. 11. 18). ist einfach urWrfindlich. Den guten Willen der „leitenden" Männer. Ordnung ßu schaffen, verkennen wir nicht itn mindesten. Aber immer nur schöne Worte uwd abermals schöne Worte für Taten nehmen zu solleir. das muß schließlich auch die Gutgläubigsten zu verzweifelter Hosfnungslostgkett tteiben. Horen wir doch Leute, die mithandelnd im Geschehen dieser Tage stehen, wie es um die vom „Vorwärts" gepriesene Ordnung tatsächlich bestellt ist. So sagte in der Versammlung des Eroh- Berliner Soldatenrats am 28. 11. 18 ein Mitglied dieser Körperschaft, Leutnant Heyne-Potsdam, einem Bericht im „Berl- LokobAnzeiger" (Nr. 607 vom 27. 11. 18) zufolge: „Bei der allen Regierung mag vieles schlecht geganzseltz sein, jetzt geht es aber noch schlechter." Als weiteren Kronzeugen führten wir Herrn Julius Kal'iskt ins Treffen. Aus seiner im Groß-Berliner Arbeiterrat am 29. 11. 18 gehaltenen Rede nur die wenigen Satze: „Draußen werden Milliardenwerte vergeudet. In uner4 härter Weise wird Material, das doch dem Reiche gehött, ver-- pulvert. (Rufe: Wer verschleudert das?) Willkürlich gebildete Arbeiter, und Coldatenrate." (Aus dem Bericht des v „Vorwärts" Nr. 326 vom 30. 11. 18). Gibt es denn auch „urrwillkürlich" gebildete A.- und S.-Rate, möchte man hierzu vorweg fragen? Nun aber Horen wir weiter * in dem oben angezogenen Leitauffatz des „Abend-VorwSrtr" eiv Lobes Loblied darüber ankllmme n. daß sich ei« so tief greifend püttl« so geringer Verwirrung'" vollzogen hat? »ft inenden Worte» «erde» da die TrLger der neue» Ordnung wie Helgt gepriesen: „3h der Art. wie sich der Umschwung vollzieht, bewährt sich das organisatorische Talent des deutschen Volkes und vor ' allem deffes Teil, der heute der maßgebende ist. die Arbeiterklasse" In der Tat. ein merkwürdiges organisatorisches Talent! Unsere Kohlengruben liefern schon seit Wochen kaum die Hälfte -.der Kohlen, die sie im Kriege-durchschnittlich gefördert haben: zahllose industrielle Betriebe liefen infolge Kohlen- oder Auftragsmangel still und können demnach auch ihre wichtige Aufgabe den heimkehrenden Kriegern Arbeit und Verdienst zu x»eben nickt erfüllen: wieder andere-Betriebe drohen zu erliegen, weil die ins MSrckeahatt- gestiegenen Lohnror-erunaen der Arbeiterschaft die Schwierigkeiten der Produktionsumstellung auf die Friedenswirtschaft w^»it über das Mast des Erträglichen hinaus erhöhen: kaum ein Tag vergeht, au dem uns nicht von oben her das drohende Gespenst der Hungersnot an die W^nd gemalt wird, das einen ireilich nur nock inlon-ett interessieren kann, als man bis dabin nicht er?roren cd»r dem Maschinengewehr eines Spacrakisten zum Opfer gefallen ist Genug hiervon. Der ..Vorwort?" aber schwärmt' ....Zrrei Wocken nach der Revolution Reick-Lkonferenz dnr republikanischen Bundesstaaten, drei Wacken spater Zentral. Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte Deutschlands — man wird.zugeben, daß nickt saumselig gearbeitet wird" Wein, wahrhaftig Mit Dl» Wet»T»tl,en die Vorschifften des Verbandes Deut eher Elektrotechniker verstotzen und dadurch zu den rn den letzten Tazen in dem hiesigen Ortsnetz ausgetretenen Störungen geführt haben. 2ch weise hiermit nochmals auf die für die Stadt Friedberg geltenden Vorschriften für die Herstellung der Installation innerhalb der Gebäude hin und bemerke nachdrücklich st. datz Nruanisgsn sowohl, wie auch jede Veränderung cm den besteherrden Anlagen nur von den für die Stadt Frredderg zugelasiene« Innallatiorrssirmen, die nachträglich aufgeführt, vorgenommen werden dür en. Eigenmächilge, ohne Wissen der Lettuvg der Städt. Lichtwerte vorgenonmene Erweiterungen beitehenoec Anlagen oder gac Nen- anlagen werdeil nicht nur mit Geldjtta e ins zu 30.— ML., sondern auch mit osornger Entziehung der Stcomtreferung bestraft. Ich habe die Leitung der Städt. Lichtwerke angewiesen, gegen jede fest gestellte Uebertretung der iür die S.adt Friedberg gellenden Bestimm.mgen gegen das Schcirjste oorzugehL« und unncuhsichrlich zur An eige zu bringeii. Die Instaüal ionsfirmen. die berechtigt sind, im Deriorgungs- gebiet der Elekrrizitil.santage der Stadt Frfedderg Reusnlazen, sowie Erweiterungen von Lrcht- und KrafLsslagru ausZufuhren find: Friedrich Furndeliag. Kaiserstrahe. Karl Lüdke. Kaiserstratze, Richard Gleüs. Wecherstratze, WUH. Ad. Heg, Kaijetstratze, Gebrüüsx Trott.'Grotze Klosteraasie, Heinrich Jakobi. Nieder- Rosbsch, A«g. Schäffer. Frankfurt a. M. Die JustaUat onsstunen v.-rpstichre ich hiermit für alle ihnen zuerkaunlen Aufträge von Reuaalstzen und Erwritrrungen bestehender Anlagen, wenn auch nur für eine Brennstelle, die bisher übliche Anme.dunz bei der Leitung der Stadt. Lichtwerle vorzu- bringe» und über die Lmrichtmrgen einen genauen Plan tn doppelter Ausführung vvrzulegen Ohne Ausjuhrungsgenehmigung der Leitung der Städt. Licht- rverke dürfen kew.e Arbeiten in Avgriff genommen werden. Friedserg, oetl 12. Dezember 1918^ Der BürserMeister 2. B.: Damm. ÄeKonntmKchNUg Die nachstehenden, von de n Kreisamt Friedberg unterm 10. d. Mls. in Aus ck)runa der Vorschriften der RelchsgeLrsidr-OrdnAtrg - erlassenen Vestrmmungen brivge ich lj ?rniit i.i offen'licken Kenwnis. „1. Die noch vorhandenen Eetrerdevor äte sind alsbald fpäte'rens aber bis zum 10. Januar 101 > auszuoreiche . z. Der Ausdrusch des C^c; ■ ei et Hai auf Gruno der Vekann'- machunq vom 2-'. Juni 1918, beLrrffend den Aus rusch von Früchten ans der Ern?e 19 >8, .zu erfolgen. Dre ausgedro chenen Vorräte sind, innert sie der Ablieser- unizspflrchi u i>erlie zen. vis zum 25. Januar 19l0 an den Kommunal- verdand durch Perm rtiung eines zugelsffsnen Kommissionärs zur Ablieserun r zu bringen. 4. Landw.rke. die in oige dringender wirr chafilicker Vethält- nisie bis zum 10. Januar 191) ihren Ausdrusch nicht beendet oder 5 zum 2 ^ 4 muar 1 19 ihre Ablieferungspsticht nicht erfüllen lönnen. baorn dtes dem kommunal sei lnrnd sttzriftUcv unter genauer Begründung bis zum Äd'.auf > es betreffenden Termins mitzutellen. 5. Zuwiderhandlungen ge en vortehende Anordnungen sind nach § SO Ziffer 1: der Reichszettüdeordnung vo-n 29. Mai l91d straf ar." Arresbera, dsu 12. Dezember 1918. Der Bürgermeister I. V.: Damm. Bstr : Sonntaizsru^e .m Handels- gewerbe. Bekannt machunK Auf Grund des 1 j5ö Abi. 2 der Gewedeoldnung und der §§ 143 Ab. 1 und 145 der Aus- fä rrungsve ordnung hierzu, bringe ich hierm t zur offen ltchen Kennl- Nts. oah der erweiterte Geichätts- oertehr im Handelsgewerbe an ?am Sosntagen vor Weihs»ch- teu und ,w Offetterr unter Nr &%& aW die Geschästsstelle der ^Neue»^ Tageszeitung-. ‘ dllt-L. b«QwM»'u »d ftkhcr gct< I s-ruqda.-eilTltr&frte Prosp*rjr. Kaisers trasre 27. Nähe des Rathauses. Weihnachten! Auch in diesem Jahre bin ich wieder mit Erfolg bemüht gewesen, meiner werten Kundschaft eine preiswerte Einkaufsgelegenheit für lVellinaehtNSFCSclienhe zu bieten und sind die meisten Läger trotz der schwierigen Herbeischaffung aller Artikel reichlich sortiert. Deshalb ist es empfehlenswert, bevor Sie Ihren Bedarf für das Fest decken, meine Schaufenster u. 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In dem Herrn Geliebte! In diesen Tagen feiern wir Christen Deutschlands einen zweifachen Advent. Die feierlichen Machen vor Weihnachten welche uns nach alter Sitte Jesu Kommen verkündigen, damit wir vom Schlafe auffahren und unsere Füße auf den Weg des Friedens setzen, -ringen uns unsere braven, lieben, heißersehnten Freunde aus dem Lande des Todes und der Zerstörung in's Vaterland zurück. In langen, endlosen Kolonnen marschieren wie zur Parade mit klingendem Spiel durch Stadt und Dorf. Batterien, die Räder, Protzen und Lafetten mit frischem Tannengrün umwunden, rotten durch das nebelgraue Land. Reiter und Pferd sind mit weißen und roten Rosen und bunten Fähnchen geschmückt, die zarte Kinderhände ihnen zum Empfange gereicht — Auch durch unser Dorf sind sie marschiert, gefahren, geritten, durch hochgewölbte. schmucke Ehrenpforten hindurch, an festlich geschmückten Häusern vorbei.- ' Ileberall haben sie zum Empfang den Gruß vernommen: Ein herzliches Wtttkommen den wackeren deutschen Kriegern! — Seid gegrüßt, ihr tapferen Helden des Vaterlandes! — So feiern wir heute auf Erden Advent, irdischen und himmlischen. Denn wir hören auch wieder das Hosianna! rvelches einstmals dem Gottessohn aus tausend Herzen entgegenschallte, als er nach ruheloser, einsamer Wanderung, ein milder, sanftmütiger Herrscher, Einkehr hielt in Davids Stadt- Wir sehen, als wenn'e heute wäre, wie damals das Volk grüne Zweige von den Bäumen hieb, Straßen und Häuser in ein prächtiges Fesiqewand kleidete und schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe! — Ja. wir erleben jetzt einen großen Advent: die Einkehr, frohe Heimkehr unserer Truppen, welcher bald, — das wünschen wir ihnen —, die stille Heimkehr ins Heimathaus folgen möge und dann zum anderen den königlichen Einzug des himmlischen Freundes, dem bald nach mühsamem Aufstieg auf Golgatha die Himmelstüre sich öffnen wird. Hab Dank für deine Einkehr und Heimkehr, du treuer Heiland! — Stunden der frohen Einkehr und der stillen Heimkehr, laßt uns bei ihnen etwas verweilen. Sind es nur Stunden der großen Trauer, der Landestrauer, die wir jetzt erleben? Unsere Freunde ziehen wie Sieger ein und werden wie Sieger empfangen, aber was Hilst das, wenn ihnen hart auf dem Fuße ein Heer von Franzosen. Eng- ländern und Amerikanern nachrückt, das unseren siegreichen Scharen den- Siegerpreis aus den Händen gewunden hat und nun seinen furchtbaren Lohn verlangt? Wem werden nicht unwillkürlich die Augen feucht beim Einzug unserer Treuen? Will sich einem nicht das Herz zufammenkrampfen bei dem Gedanken: Wir sind nun Besiegte. Geschlagene. Ueberwundene? Wäre es nicht bester gewesen, wir hätten unsere Fahnen auf Halbmast gcsitzt und den Durchziehenden und einkehrenden Freunden durch unsere Kinder statt weißen und roten Rosen schwarze Fähnchen als Zeichen der Trauer überreicht? Lieber Freund? Laß jetzt einmal deine schwarzen, schweren Gedanken ruhen' Du änderst damit doch nichts an der jetzigen Lage. Es ist ja wahr, daß wir durch den traurigen Ausgang des A^ltkrieges in eine zur Zeit unglückliche Lage geraten sind. Aber war denn der ganze Krieg nicht schon ein großes, nationales Unglück für uns! Des« 'wegen brauchen wir aber jetzt nicht vor allem zu verzweifeln! Habe ich wicht ein heiliges Recht, zu hoffen, daß auf den Ruinen des zusammengestürzten Alten wieder neues Leben, ein schöner, junger Frühling erblühen wird? — Und warum heute in den Tagen der frohen Einkehr unserer Braven ihnen in's Gesicht hineinjammern? Sind sie denn schuld an dem erfolgten Zusammenbruch? Haben sie nicht im Gegenteil ihre eisernen Pflichten mit schier übermennschlichen Kräften erfüllt? Seid uns willkommen! So wollen wir auch im Gotteshause allen denen zurufen, die bei uns Einkehr halten und uns mit ihnen freuen, daß sie aus schwerer Kriegsnot und Gefahr gnädig herausgeführt wurden. An unserem Wesen und Umgang, an der gastlichen Aufnahme sollen sie gewahr werden, daß in deutschen Gauen die Herzen ihren Helden Dank, heißen Dank wisten für all ihre hingebungsvolle Treue, womit sie die Kriegsschrecken von unserem heimatlichen Herd ferng-halten haben. Ja, eine frohe Einkehr sei unseren Freunden bereitet? Wie unsagbar haben sie all seit langen Monaten diese Stunde ersehnt? Ihr inniger Wunsch lautete immer: Wenn es nur einmal Waffenstillstand wäre? Nun ruhen die Waffen! Nun kehren die Heere zurück! Ist das nicht eine weihevolle Stunde, die Stunde der frohen Einkehr? Dasselbe gilt aber auch von Jesu Einkehr. Sei uns willkommen edler Gast? soll es durch den christlichen Advent klingen. Seht nur. wie ein sanftes Lächeln um die Lippen des treuen Menschenfreundes spielt. Es ist eine erhabene Stunde für den armen Gottessohn* So empfängt man keinen verachteten kleinen Propheten, keinen gewöhnlichen Zöllner- und Sünderfreund wie dort zu Ierusalein. Das war die frohe festliche Einkehr eines Herrschers in seine Stadt- So gewaltig war der Eindruck auf die Volksmenge, daß frohe Festesstim-- mung ihre Herzen hochschlagen ließ und man ihm wie einein Könige zujubelte: Hosianna dem Sohne Davids! — Froh- Einkehr will er bei dir halten. Heute sollte auch der verschlaf- sene Mensch verspüren, was Jesu Einkehr uns bedeutet. Jesus kommt als Sieger auch über tiefsten Schmerz und größtes Seelenleid Willst du nicht auch wie Zachäus eilends ihm deine Türen und Toren öffnen, damit der große König bei dir Einzug halten kann? „Als mir das Reich genommen, da Fried und Freude lacht, Bist du mein Heil gekommen und hast mich stoh gemacht." Jesu vor allem, dem himmlischen Gaste, gelte unsere frohe Einladung- „Zeuch zu unseren Toren ein, du sollst uns will- kommen sein?" Frohe Einkehr predigt uns der heutige Advent und — stille Heimkehr Ich sprach voraestern einen Soldaten. Er war recht zufrieden mit seinem Quartier. „Aber ich wünsche doch ich käme jetzt bald heim", meinte er. Gott schenke euch, ihr wackeren Kameraden eine gesegnete, stille Heimkehr? Es ist doch das höchste Gnadengeschenk, das den Heimrehrenden zuteil werden kann: die Heimkehr, das Wiedersehen mit den lieben Angehöriaen. Gott zum Gruße? all ihr Freunde aus unsererMitte. denen diese Heimkehr beschert wurde. Es ist fürwahr die feierlichste, größte, erschütterndste Stunde deines ganzen Lebens. Hast du das nicht empfunden? Hast du nie gedacht, daß du dem Allmächtigen dort oben für diese Stunde heißen Dank sagen mußt? Darum muß es stille Heimkehr sein, die wir auf Advent feiern, stille Heimkehr auch *ür denjenigen, von dem es gilt: „Er zählt die Häuv- ter seiner Lieben und sieh', ihm fehlt kein teures Haupt." Stille Heimkehr erst recht für denjenigen, der »ein Advent zuerst in der Heimatitätte und dann irgendwo an einem Grabeshügel feiert. Stille Heimkehr kann es nur für alle, die zurückkehren, fein, weil sie der guten Kameraden nicht vergessen dürfen, die nicht mehr Heimkehr auf Erden halten können, weil sie derer gedenken müssen, die daheim um ihre gefallenen Väter und Söhne jetzt so unsagbar trauern. „Vergiß der teuren Toten nicht und schmücke auch unsere Braven mit dem Eichenkranz." — Advent redet auch vom Tag des Heimzugs des großen, schlafenden Heeres auf dee * Schlachtfeldern zu den ewigen, himmlischen Wohnungen Dv- siehst heute jene treue Schaar unserer edelsten und besten Söhne, wie sie im Geisterzuge stille grüßend vorüberzieht der anderen, Heimat entgegen. Herr, verleihe unseren teuren Gefallenen eine gesegnete Heimkehr! — Um ihretwillen laßt uns stillen, hei- ligen Advent feiern, um ihrer und unserer Seelen willen. — Was wäre all unser irdisches Grüßen und Einkehren, Wieder, sehen und Heimkehren, wenn wir dich, du großer König des Advent nicht hätten? Laßt uns nach Jerusalem zurückkehren! Als der Heiland dort einzog, da wußte er, es ist ein letztes Ruhen und Rasten, ein letztes, kurzes, frohes Einkehren. Dort leuchtet schon das Kreuzeszeichen auf Golgatha und darüber tut sich schon langsam — langsam die Türe auf zur ewigen Heimat. Eben jauchzt die festlich frohe Menge ihr Hosianna dem Sohne Davids? aber sie denkt nicht so tief und schaut nicht so weit wie er. Er hört noch aus ihrem Hosianna den tiefen Sinn dieses Wortes herausklingen: Hosianna, d. h. hilf doch! — Er war bereit, jetzt bald die letzte große Hilfe zu bringen dem Volke, der Menschheit. — Lasset uns mit Jesu ziehen, all ihr trauernden und frohen Herzen! Hier der Weg! Dort das Ziel! Hier die Einkehr! Dort das Vaterhaus? Dahin geht unser Weg, o Vater, laß uns Ziehen! — So möge, lieber Freund, auch weiterhin der große Advent zu dir reden von froher Einkehr und stiller Heimkehr, hier und droben. Wie du, heiliger Advent, uns an die Einkehr und Heimkehr unserer teuren Freunde und des himm- lifchen Freundes erinnerst, so gibst bai uns jetzt wieder au*s neue die Gewißheit, daß irdischer und himmlischer Advent nun einmal zusammengehören, und wir aus Erden nicht leben können, ohne drn Himmel zu besitzen. Amen. Die Kauen griirn de« Angjchlaß. Wo liegt der Sieg bei den Wahlen zur Nationalversammlung? Eine Wahrscheinlichkeitsrechnung, die in großen Zügen Auskunft über diese Frage gibt, läßt sich heute schon ausmachen. Vergegenwärtigen wir uns zunächst einmal, daß bei drn bisherigen Reichtztagswahlen die sozialistischen Stimmen, ba in jedem Wahlkreise ein Kandidat ausgestellt wurde, stets restlos gezählt sind. Die übrigen Parteien haben aber nur in aussichtsvollen Kreisen Kandidaten aufgestellt, und deshalb sind in den übrigen Wahlkreisen viele Wähler zu Hause geblieben, denen die Kandidaten der anderen Parteien nicht patzten. Daraus erklärt es sich auch wohl, daß von 14.4 Millionen Wahlberechtigten 2,i Millionen Wähler, also soviel wie die Zentrumspartei bekommen hat. zu Haufe geblieben sind. Von den 14,4 Millionen Wählern sind an Stimmen auf die Sozialdemo, traten 4 250 461 gefallen, und sind daher, da dieselben ihre Stimmen bis auf den letzten Mann abgaben, die übrigen 10 150 009 Stimmen als den bürgerlichen Parteien gehörig anzusetzen. Mit welch anderen Zahlen haben wir aber diesmal für die Nationalversammlung zu rechnen! Die Zahl der Wahlberechtigten wird schwanken zwischen 39 und 40 Millionen, von denen Kerkens Kämpfe. Roman von Helene Sckrütky. peb. von Gersdorff. (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.) 60) Nachdruck verboten. ,.O. du meine Güte'" rief Tante Ella. „Das hat doch keinen Wert? Bloß dich abweifen lassen!" „Ja, Tantchen, das hat großen Wert. Ohnedem kann sich der Gehclmrat hinter die Ausrede verschanzen. er sei gar nicht geragt werden von mir sei gar nicht die Rede gewesen. Ferner hätte er einigermaßen das Recht, mich für einen Feigling zu halten, der nicht offen herooczutreten wagt. Und letztens werden wir dann ganz genau wissen, woran wir sind, und können dann erst wirklich beschließen was zu tun ist" „Du hast abermals Recht, Junge, daran ist kein Zweifel'" stimmte der Kommerzienrat bei. „Demnach ist meine Ansicht folgendermaßen' Reinhold schreibt seinen Heiralsantrag an Hide's Vater Während wir auf die Antwort warten, bleibt er. der Klatichw.äuler wegen, unserm Hause fern. Ja, ja. dag muß nun einmal so si.in. Ellachen". sagte er. sich speziell seiner seufzenden, kcpsschüttelnden Gattin zu.wendend, und dann . . . und dann, wenn die verneinende Antwort eingetroffen ist", sctzte er zisternd hinzu, „dann, Hi.'bchen, '.st die Reihe, Opfer zu bringen, an otr “ -Ach ia. mein armer Relnhold, du hast bis jetzt noch nicht viel Freude durch mich erfahren", klagte Hilde. „Und ich wollte dich so glücklich machen?" „Ich hm trotzdem glücklich durch deine Liebe, meine Hilde:'" erwiderte Reinhold, den Arm um sie legend. „Du weißt ja, 'Liebe und Leid gehören zusammen! Und nun lebewohl, mein ein und alles, lei tapfer und mutig, mir zu Liebe! Gott wird uns nicht verlasien!" flüsterte er in ihr Ohr. „Er hat wunder, bare Wcae!" Sie aber hing wortlos an seinem Halse und ihre Arme umschlangen ihn so fest, als wollte sie ihn nie, nie von sich lasten. Da kam Tante Ella leise herbei, löste sanft ihr« Hände los und nahm sie selbst in den, Arm, während sie Reinhold zu- aminUtte, daß er geben solle. Er verstand. Rach einem langen Blick voll Liebe und Schmerz auf Hilde richtend, verließ er das Zimmer. Onkel Bernhard folgte ihm. Auch feine Augen waren feucht. „Und alles das nur wegen Karl's verd.Eigensinn! brummte er. die Fäuste unwillkürlich ballend. „Warum hat der eine böse Mensch die Macht, uns alle unglücklich zu machen? Das sollte mcht sein, sollte nicht sein!" murmelte er kopsschüt- telnd. „Uebrigens höre. Reinhold, da du nun doch in die Verbannung gehst, und wir dich nicht mehr so oft wie gewohnt, sehen werden, so merke dir. daß es trotzdem zwischen uns beim aljsn bleibt und daß ich dir zu jeder Zeit mit allem, was ich bin und habe, zur Verfügung stehe. Wenn du etwas Wichtiges zu besprechen hast, so schreibe mir. ich komme dann sofort zu dir. Verstanden? Und nun geh mit Gott, mein Junge? Und mögen bald bessere Zeiten kommen! „Ich danke dir > Onkel, lebewohl!" erwiderte .Reinhold, kaum imstande zu reden. Beide Männer schüttelten einander kräftig die Hände und blickten sich treufest in die Augen. Dann verließ Reinhold ent. schlostenen Schrittes und schweren Herzens das Haus, das fein Teuerstes enthielt. Wie öde kam ihm das Leben vor! Ohne Hilde, ohne ihre j süße beseligende Nähe, ohne ihr kluges, feines Geplauder, ohne ihre sanfte liebe Stimme.Wie öde. wie schal, wie nicht- sagend kam ihm sein Dasein vor? Und es war keine Aussicht auf eine günstige Wendung vorhanden. Wie sollten sich die unabwendbaren Umstände ändern? Nein, wohin er blickte, türm, ten sich unübersteigbare Mauern auf. Auf der einen Seite der Starrsinn von Hilde's Vater, auf der andern die Möglichkeit, ohne seine Einwilligung zu heiraten. Er war nicht im Stande, diese Hindernisse zu beseitigen. O. wären noch die Zeiten der Ritter? Gegen Gefahren, Feinde, Riesen, Ungeheuer hätte er die Geliebte mit starkem Arm verteidigt und sich errungen, aber gegen die Vorurteile und Schranken im modernen Kulturleben gab es nur eins: unmännliches Verzichten! In schwermütigem Sinne kam er in seiner Wohnung an und machte sich sogleich an die nächste Aufgabe, die wahrscheinlich bas vollständige Ende aller seiner und Hilde » Hoffnungen l nach sich ziehen würde, den Brief an ihren Vater. Er schrieb kurz und bündig: „Ew. Hochwohlgeboren? Beehre mich. Sie ganz gehorsamsi um die Hand Ihrer Tochter. Fräulein Hildegard Antelmann, zu bitten, deren Ltebe ich so glücklich war. mir während ihres Aufenthalts hier in K. zu erringen. Sollten Ew. Hochwoblgeboren die Güte haben, meine Bewerbung günstig aufzunehmen, io würde ich mir erlauben, mich Ihnen persönlich vorzustellen. Um freundliche Antwort bittet Ew. Hochwohlgeboren ganz ergebenster Reinhold von Germshofs Leutnant im Feld Art -Regiment Rr. 0 D... schreiben trug er selbst aus die Post und sandte es als . eingeschriebenen Briefs an Hilde's Vater cb. Nun lag noch der Abend vor ihm, den er in letzter Zelt immer im Antelmann'fchen Hause in Gesellschaft Hilde's zuge. bracht hatte. Was tun? Mit einem plötzlichen Entschluß wandte er sich zum Militär-Kasino, das er schon lang« nicht mehr besucht hatte. Er wurde von den Kameraden mit großem Hallo begrüßt. „Germshoff! Holla! Germ^hoft? Im Lande der Seligen? Beglückst du uns arme mangelhafte Erdenwürmer auch mal wieder mit deiner Gegenwart? Fühlen nns riesig geschmeichelt! Wahrbaftig!" so schallte es ihm scherzend entgegen. „Ach. ihr werdet noch, genug von mir bekommen!" lachte Reinhold absichtlich mit, „werde jetzt wieder jeden Tag er. scheinen!" „Ra. na. wer's glaubt!" rief Hauptmann Eichthal, ein sehr gemütlicher, etwas rundlicher Herr. „Die zarten Bande werden dich wohl nicht so bald loslasten?" „Hört. Freunde", erwiderte Reinhold da mit einem Mate sehr ernst. „Ich habe eine kleine Bitte an euch alle. Neckt mich nicht, fragt mich nicht? Laßt meine Privatangelegenheiten ganz aus dem Spiel! Wollt ihr? Ich möchte mich gern wie. der wie sonst unter er^h wohl fühlen, aber das kann nur sein, wenn ihr tut. was ich euch bitte." „Aber natürlich, alter Junge! versteht sich von selbst. Wol. len dich schonen, wie ein rohes Eit* hieß es von allen Seiten. Fortsetzung folgt. .äva IS j'ümonen. Männer und 21 Millionen Frauen find. Die Frauen haben also schon an und für sich ein Uebergewicht von rund .? Millionen Stimmen. Die Zahl ist als gegen früher ans dreifache gestiegen und der Zuwachs wird ety^r genau 2-3 Millionen bc "?.gen. Inl.'r.ssiereu dürfte nur zunächst, wieviel der 1912 abgegebenen 12.:! Millionen Stimmen auf die maßgebendsten Parteien L?.zc;-ebeu find. Es sind dies fiir die Sozialdemokraten 4 230101, Zentrum 2 176 731, die Liberalen 315j9 711, die Konservativen 1731 922. Nun ist zunächst zu berücksichtigen, daß die Sozialdemokra- fen bischer stets eine große Anzahl Mitläufer hatten, von denen sicherlich viele mit der Errichtung der Demokratie das von ihnen erstrebte Ziel als erreicht ansehen und daher ihre Stimme für .die Folge der demokratischen Partei zuwenden werden. Von der großen Zahl d ”'*'** ßC! " ß ‘ bn!i d» Plan der „V-rgesellschaf- baZi ÜL ^ bildlichen Produktionsmittel über. U'IZL DelIt,irtli ^ en wäre Dieser Plan ist und bleibt ^e,b werftandlich der Kern des serialist,scheu Programms, Deu Sozialdemokraten zumuten.^le sollten aus diesen Plan verzich. -en, ist dasselbe, als wenn man dem Wolf zumnten würde, Honig zu lecken, statt Schafe zu fressen. So wut> lotm nur ein liberaler Bürger sein. Für die Unfähigkeit der heutigen sozialistischen Machthaber ist es äußerst Jezeichnend: wie wenig sie auf diesem, ihrem ureigensten Gebiet Bescheid wissrn. Das Beste, was an Vcrgescll- schaftungsversuchen. geleistet ist, kennen sie nicht. Was ist unter Äergesellfchaftlrng zu verstehen? Uebernahms der Produktionsmittel (Landgüter. Fabriken, Maschinen, Rohstoffe nsw.f in das Gemeineigentum, sei es der Kommune, des Staates, des Reiches oder auch einer besonderen staatlich anerkannten Organisation, z. B. einer Zwangs.Genossen schaff. Dies letztere ist das Wichtigste Nämlich, soweit überhaupt erfolgreiche Dergesell- schaftungsoersuche vorkiegen. find diese in Form der Genossenschaft, und zwar — dies ist besonders wichtig — in Form der Uebernahme von Fabriken und Gütern durch Konsumvereine erfolat, So in Deutschland und viel srub.'r und gründlicher in England. Diese Konsumvereine waren allerdings bisher kein." Zwanasgevcssenschgffen. sie umfassen vielmehr nur eine Auslese ron Arbeitern, %— K, die barzahlenden nämlich. In dem lehr, reichen, mit glänzender Anschaulichkeit geschriebenen Buche der Sozialistin Beatrice Wcbb: „Britisches Genossenschaftswesen" wird der Nachweis versucht, daß diese Form der Vergesellschaftung die einzig mögliche unter allen Formen der Vergesellschaftung ist. Auch ein grundsätzlicher Gegner des Grmeinfchaftsbe- triebes muß hiernach zvoeben. daß diele F.>rm die meisten Erfolge aufzuu eistn hat. Andererseits wird dieler Gegner aus der weiteren Betrachtung der engljsckren Entwicklung die Heber- zeugung schövfen, daß selbst die beste Form des Gemeinschafts- be^riebcs doch nicht die Kraft hat. diesem System den wirklichen Sieg zu verschaffen Obwohl die Industriearbeiter in England kraft des allgemeinen Wahlrechts schon längst über die große Mehrheit des Parlaments verfügen könnten, baben sie doch nicht daran gedacht, dielen wirksamsten Hebel zur Erreichung des Sozialismus mit Hilfe des Staates in Bewegung zu setzen. In England sind nicht einmal die Eisenbahnen verstaatlicht. Unsc-re sozialistischen Staatsmänner stehen hinter den englischen soneit zurück, daß sie den bcsten cder aeuaueri am wenigsten schleckten Hebel zu: Errichtung der sozialistischen Republik im Augenblick ihrer Macht vergessen habc-n Sie denken allen Ernstes daran, deu Sozialismus in der unmöglichen Form zu verwirklichen: direkte Uebcrnabme von Fabriken und Gütern auf den Staat, wenn nicht gar Uebergobe an die Arbeiter des Betriebes selber, genau wie in Rußland. Solchen Bestrebungi'n wird und muß ein furchtbarer Zusammenbruch besckieden sein. Beweise hierfür finden sich in genanntem Buche von Webb. Was diese Zusammenbrüche uns noch kosten werden, steht dahin. Die Arbefter werden die Hauptleidtragenden sein. Möglich ist es allerdings auch, daß die berktiaen Machthaber ihre ffnsährgkeit ernsehen und auf nennenswerte Berge^llschoftsungsversuche verzichten. Damit wäre dann aber das eigentliche sozialistische Programm für die nächste Zukunft begraben. In je^m Falle dürste deu neuen Herren ibr iibeieiltec Ee.valtstreich nach kurzem Freudenrarckch eine üble Ernüchterung bringen.^ ' DgiiözrirlißkrZAst dsr Äeais'Klüvkm. Don Herrn Simon ist öekanwtlrch der Weg kun-dgegeben. auf dem er als preußischer Finanzminister der Unabhänsig^n Eczialdemolratie die Vergesellschaftung du: Betriebe vorzunehmen gedenkt. Er will nicht konfiszieren, sondern enteignen und die Besitzer durch Nationalrsierrrngsanleihe ac-sinden. Da die Banken in diese Nationalisierung nicht ei^geschlossen sein sollen, so merkt man nur allzudeutlich den Pserdehuf des Bankiers Simon. Er will der Börse und den Banken das schöne Geschäft nicht entgehen lassen, daß bei dieser Durchführung der Verstaat. lichung für die Spekulanten kommen muß. Für diese Kreise ist es schon da, denn die Börse ist — nachdem sse bereits unter Einfluß des verlorenen Krieges die Kurse aller Papiere gewaltig herabgesetzt hatte — nach der Revolution und namentlich der Veröffentlichung der Dergesellschaftungspläne jetzt im völligen Zusammenbruch. Die Kurse stürzen nicht bloß für Aktien, sorr- dern auch für Kriegsanleihen, dce im freien Verkehr bereits 10 Prozent unter dem am^ichen Zeichnungspreis stehen. Das hat die Revolution und das immer tollere Treiben der Herrschaften, die jetzt um die Macht kämpfen und dabei nur schrvachen Widerstand finden, angerichtet. Geht die Finanzwirtschaft im Reiche so werter, dann ist der Staatsbankerott da! Was werden dapa die Versprechungen gewesener Negierungen für einen Wert haben? Selbst dieser Bankerott aber wäre noch lange nicht so gefährlich wie die Durchführung der Vergesellschaftung, fei es nach dem Rezept des Herrn Prof. Wilbrandt oder dem des Finanz. Ministers Simon. Zum Voljchewismus fuhren sie unweigerlich alle beide. Denn wenn solche Dinge einmal eingefädelt sind, wir man mit echt deutscher Gründlichkeit sie auch immer weiter führe?,, wie wir es bei den« Kriegssozialismus sehen. Auf einen sehr gewichtigen Punkt aber, bca offen auszusprechen mancher ^ohl gescheut hat. weift Calwer jetzt, in seiner „Wirtsch. Korr " hin. so daß auch wir jetzt auf diese drohende Gefahr aufmerksam machen müssen Calwer schreibt über „Staatssklave, rei" im Dienste des Auslandes: Die wirtschaftliche Koinmission zur Vorbereitung der Sozialisierung der Produktionsmittel hat ihre Tätigkeit begonnen. Fast im nämlrchen Augenblick werden die Finanzoerein. barungen der Waffenstillstandskommifsion bekannt, aus denen deutlich hervorgeht, wie stark die Absicht der Feinde ist, sich zur Sicherung der Durchführung ihrer Forderungen an' den staatlichen Besitz des Deutschen Reiches zu halten. Sie werden sich verpfänden lassen, was überhaupt nur in Betracht kommen kann.^ Und in diesem Moment will Deutschland daran gehen, das Staatseigentum zu vermehren, die Kohlen- und Kaligruben. die Eiserchütten. die Großbetriebe der chemischen Industrie usw. asw. aus dem Vrivateigentum in staatliches Eigentum überzuführen. Nichts Gelegeneres kann den Feinden geschehen: sie haben dann wenigstens staatliche Objekte in Deurschland. mit denen sich etwas anfangen läßt, aus denen sie sich nach Herzenslust bezahlt machen können für all das, was sie uns als Rechnung zu präsentieren gedenken. Wir bekämpfen zwar sonst den autoritären Sozialismus aus Grün. oei?, die mft machtpolitischen Gesichtspunkten nichts zu tu« haben, ater selbst wenn wir irgend einen Nutzen der VeL staatlichung angeblich reifer Industriezweige anerkennen foimj fen, so würden wir doch km Hinblick auf die zu befürchtend-^ Friedensbevrngungen, um alles in der Welt jetzt nicht eir< Vermehrung des staatlichen EigLu.trnns betreiben. Denn sie! führt direkt zur SLaatssklaverei im Dienste des Auslandes Wir'glauben, daß darüber in der. führenden Kreisen auch gap kein Streit herrschen k?Mn. Etwas' anderes freilich iff es ob die große Masse der Arbeiterbcvöl^ung sich die;.'r Ein,'^ sicht raschestsns zugänglich ermessen wird. Bei richtiger Auf- klänkng der Sachlage glauben wir, daß die Arbeiter es ver-, stehen werden, wenn man ihnen die Gefahren schildert, dic aus einer Verstaatlichung.im jetzigen Augenblick sich ergebeK müssen. Die Sozialisierungskommisskon hätte demnach allen Arrlaß, ihre Tätigkeit bei der gekennzeichneten politischen Siffration gar.nicht erst zu beginnen. Oder will sie wirklich den Feinden einen Teil der wertvollsten ProduktionsmiLLel auf den Prafer-tierteller anbietsn? Ern solcher Wille besteht, natürlich nicht. Dann muß aber auch die Frage der Sozialisierung vertagt werden. / Man kann diese von Calwer gekennzeichnete Lage, in die; uns die Forderungen der Sozialdemokc-ftie nach „Vsrgcftll- fchahtung" oder Sozialisierung und Nationalisierung bringen, allerdings^ nicht scharf genug namentlich den Arbeitern klarmachen. Aber wft fürchten, es wird so gehen wie mit anderen Warnungen. Das „Volk" wird eher den Volksverfuhrern glauben, als denen, die es auf Gefahren aufmerksam machen. „Wen die Götter verderben wollen, schlagen sie init BUndheft!" Grgm die,chys«e?r dcr NMK!ichkü Gx?kZ!chsN". Hamburg, 8. Dez. Eine energische Absage an den Bolsche- wisinrV erläßt der Sokdatenrcrt der 91. Infanterie-Division in Altona. Es heißt *wmn: Rach jahrelangem, unsäglich hartem Ka??rpfe haben wir uns endlich die ersehkite Freiheit im Staate, das gleiche Recht für alle errungen. Eine Regierung, die wirklich ihr bestes will, steht noch an unserer Spitze. Ja, Kameraden, wir sagen noch, denn schon ist eine Partei — gebildet zumeist aus Fahnenflüchtigen, also Leuten, die euch so schändlich verraten haben — am Werke, um in rasendem Fanatismus die jetzt bestehende Ordnung zu untergraben und Zustände herbeizuführen, gegen die der russische Wirrwarr, den wir selbst miterleben, klein zu nennen ist. Ka- ineraden. Agenten dieser bolschewistischen Partei, rvelche sich stolz „Spartakusgruppe" heißt, find auf dem Wege z ueuch: sie werden mit blendenden Schlagworten und Versprechungen an- euch herantreten. Aber glaubt ihnen nicht, hört fie nicht, denn es wäre Deutschlands Untergang und Zersplitterung, der Bürgerkrieg, diese furchtbarste Ausgeburt aller Kriege, dal Eirrige scharf hsraustretende Punkte für den Fall des Sturzes der jetzigen Regierung durch die Partei Liebknecht-Roja Luxemburg werden auch dis ganzen kommenden Schrecknisse sichtbar machen. 1. Wir bekamen keinen Frieden, denn Lloyd Gegrge und Balfour haben neuerlich erklärt, daß ste mit einer extremen Regierung nicht verhandeln werden. 2. Eine bolschv- wi>tische Regierung würde uns Desatzungstruppen der Entente^ aufnotigen, das Blut unserer Kameraden wäre umsonst geflossen 3. Mir kamen nicht nach Haufe, denn die Eisenbahner würden nicht arbeiten: dadurch aber würde auch die Lebens- rnittelzuftrhr für uns und unsere Angehörigen unterbunden. P^t und Seuchen wären die Folgen, außerdem aber sagt Wilson: 5. „Keine Lebensmittelbelieferung wenn ungeordnete Zustände in den deutschen Landen herrschen-. (Unter den Bemüh ungen der jetzigen Regierung find schon 8 Schiffe.mit Lebens- Mitteln von Amerika nach Deutschland abgegangens. 6. aber ist zu beachten, daß unter dem bolschewistischen Regiment die Zuchthäusler — diese Hyänen der menschlichen Gesellschaft — in Frecheit gofetzt werden, dann aber wehe unseren Frauen' Schwestern urrd Töchtern, wehe jedem, der das geringste zu verlieren hat. Kameraden, diese 6 Punkte sagen euch alles, darum traur nicht den Lockungen derjenigen, welche die jetzige Negierung stürzen wollen: haltet fest zu dieser, so werdet ihr in kurzer Zeit' in der Mitte eurer Angehörigen sein und schon zum Weih- uuchtsfest die Segnungen des Friedens verspüren, als freie Bürger des demokratischen Staares der Weft. Kirchliche Dachrichte». Evangelische Gemeinde. 3. Sonntag im Advent, 15. Dezbr. 1918. Lormitiags 9 y 4 Uhr: Herr Pfarrer Ritter Vormittags 11 Uhr KindergotteÄüenst. He'-r Pfarre Ritter. Nachmittags 5Z4 Uhr: Herr Pfarrer Klebergei Arffchlietzend Feier des hl. Abendmahls mit Einzelkelch. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. 10 Uhr Gottesdienst. 11% Uhr. Jugendoottesdienst. Katholische Gemeinde. Sonntag, den 15. Dez. 1918. 3. Sonntag im Advent. Beichtgelegenheit am Samstag von 4 Uhr an un Sonntags früh von 6 Uhr an. ^7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr Hk. Messe. Gemeinsame hl. Kommunion de Frauen. % 10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt Nachmittags 2% Uhr Christenlehre und Sakramen talische-Vruderschafts-Andacht mit Segen. Während der Woche: Um %7 und 7 Uhr Rorateamtel Freitag abends 6% Uhr: Bitt-Anbackt. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Bor i omäutz-Bücherei. Verantwortlich für den politischen und lokalen J*»ii: Cti Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: C. Schmid Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Lageszeltung A- G.. Friedberg i. &