Unmmer 389 (Einjfljttfifl d.-RüL Montag, den 9. Dezemver 1918 _ 11. Iahrqattg. exlftcmt jeden iMerllai. Neg-lm-btge BeNllgen „Ser Lauer au» Aesseu". „Die Spiunftul.-». S«!«gsxreia! «ei den Postamtalten oierletillhrtich Att. 2.70 dlnm >ntt noch ^ Bestellgeld- bei den Anenten monalll» 1.00 Lik. -inlchli-blich Träg-rlodn. A«,eigen: iSrund,eile 2t> P,g.. lokale 20 tilg. Aasigen von auswär.s werden durch Postnachnahme erhoben. Erlüllunosorl ^rledberg. VchrlNieituna und v-rlaa Tiriedberg lch-n-nj. rran-u-vtratze 12. Z-rmoceP-r 48. Pots »-«.'Lonlo Nr. 48.->9. Timt ö-r-n.iurt g. M. Die Aufruf! Der Arbeiter- und Soldatenrat erließ einen Aufruf. der deswegen veröffentlicht wurde, unr Ruhe, Ordnung und Sicherheit der Bürger Friedbergs sicherzustellen. Es besteht gar kein Zweifel darüber, daß die Einquartierungslast die Einwohnerschaft Friedbergs schwer drückt. Die Leute kommen zum Teil verlaust aus dem Felde zurück, sodaß alles getan werden mutz, um Ansteckung, Epidemie und Seuchen zu vermeiden. Eigenmächtigkeiten der Truppen müssen vermieden werden. Wir sind überzeugt, datz die Bürger Friedbergs alles tun, damit die schwierigen Aufgaben gelöst werden. Der Ausruf wendet sich namentlich an die Truppen, damit ihnen volles Verständnis für die schweren Ausgaben der Heimat wird. Es lautet: Kameraden! 1. Die deutsche Revolution hat den Willen frei gemacht zum Frieden, zu Freiheit und Recht für alle. Es sind aber auch Minderheiten am Werke, die mit ihren unreifen Experimenten Deutschland ins Herz treffen und an den Abgrund des jähen Falles und Verfalles führen. Kameraden! In dieser Zeit — wo das Vaterland aufs schwerste gefährdet ist — will der Arbeiter- und Soldatenrat für Ruhe und Ordnung, für Sicherheit und Schutz des persönlichen Eigentums sorgen. Rur so gelangen wir zu Frieden, Recht und gesetzmäßigen Zuständen. Kameraden! Wer Euch etwas anderes über den Zweck und die Haltung der Soldatenräte sagt, der belügt Euch! Ersüllt also die Anordnung Hinden- burgs, der enges Hand in Handarbeiten Eurer Sol- datenräte mit denen der Heimat fordert. Schickt Eure Führer sofort nach Eintreffen zu uns, damit alle Fragen allglmeiner und lokaler Art nach bestem Wissen und Gewissen geregelt werden! 2. Für die Heimat ist die Grußpflicht abgeschafft. Mißbräuche waren bei Untergebenen und Vorgesetzten unvermeidlich. Störungen und Belästigungen wärest an der Tagesordnung. Um die zu vermeiden, in Euch der Grutz außer Dienst frcigestellt, aber nicht Zwang. 3. Kameraden! Große Aufgaben stellte uns die Ein- quartierungslast. Massenquartiere sind unvermeidlich,' Entlausung und die Wohltat des Bades wild nicht immer möglich sein, trotz' unserer Arbeit und unseres Willens. Kameraden! Versteht die Schwierigkeiten der deutsti en Heimat. Begeht keine Eigenmächtigkeiten! Ihr dürft Euch nicht aus eigene Faust einquartieren! Kameraden! Wir haben die Helden der Vorzeit geehrt. Aber sie haben nicht in stinkigen, mit Gas erfüllten Löchern ausgehallen und haben nicht Tage und Wochen im schwersten Trommelfeuer Rot und Tod ausgehalten. Wir, die wir als lebendige Maurr von Leibern die Heimat geschützt haben, wrr werden auch jetzt Ruhe und Ordnung halten! Arbeiter- und Soldatenrat Friedberg i. H. Heidenreich. M eurer. Repp. 5or!gkjcht KlintülSc PfiitiiljlanH Ein deutscher Protest. Berlin. 6. Dez. (WV.) Marscholl Foch t>ai gestern der deutschen Wassenstillstandslommission folgende Entscheidung übergeben: Der Lebensmittelverkehr von der von den alliierten Armeen besetzten Zone nach der neutralen Zone, ferner die Eisenbahn- und Straffenbahnverbinbungen zwischen diesen Zonen sind nicht zulässig in Airbetrecht der Notwerrdigkeit der Ausrechterhaltung der Blockade Deutschlands, die in dem Waffenstillstandsabkommen Deutschlands vorgesehen ist. Den Ar« meen sind Instruktionen gegeben worden bezüglich der über die Post-, Telegraphen- und Televhonverbindungen im Rheinland auszuübenden Kontrolle. Diese Entscheidung steht mit dem Wortlaut des Waffenstitt- pandsabkommens (Art. 6 und Art. 26) in Widerspruch. Die deutsche Regierung wird auf diplomatischem Wege und durch die Waffenstillstandstommission Protest hiergegen einlegen. Nie llullingkriuig dts WaifcnßiUküüSsvtriiaßkS Berlin, 7. Dez. Die Entente ist, wie wir zuverlässig Horen, izur Verlängerung des Waffenftillstandsverlrages bereit. Da^ I französische Oberkommando hat die deutsche Oberste Seeresleb chrng um Rennung von Bevollmächtigten zur Aerlängerung des ^Waffenstillstandsvertrages ersucht. Die Zusammenkunft könnte am 12. oder 13. Dezember, vormittags, in Trier nach Ansicht des jfranKöstschen Obeklomni andos ftattfinven. •' v Die Mllckeilstll-Arintt Wen SgWwMUS eil Miainr. Budapest. 4. Dez. Generalseldmarschall von Mackensen traf Dienstag nachmittag in Arad ein. Genercllstabsmojor von Kloepsel erklärte. Mackensen bleibe bis Mittwoch mittag in Arad, wo er Weisungen von der deutschen und der ungarischen Regierung ebwartet. und von wo er nach Nagyoarad reisen will. Der Präsident der Zentrale der Soldatenräte der Macken- senschen Armee, Unteroffizier Braury teilte einem Korespondenten des Pestsr Lloyd mit, datz die Armee fast seit vier Wochen ohne jede Nachricht aus der Heimat gewesen sei; als dann spärliche Nachrichten über die Ereignisse in Deutschland eintrafen, wurden auch in der Armee Mackensen Solda'enräte gewählt, die zu dem Oberkommando in vorzüglichem Verhältnis stehen. Die Soldatenräte politisieren nicht und betrachten als ihre wichtigste Aufgabe eine möglichst glatte Zurückbeförderung der Truppen. An die deutsche Reichsregierung habe der Zentralrat ein Telegramm gerichtet, wonach sich die Soldaten der Armee Mackensen keinesfalls einer Diktatur fügen, woher sie auch kommen möge; sie wünschen baldigste Einberufung der Nationalversammlung. Weiter erklärte Braun, die Soldaten der Armee Mackensen wollten von Bolschewismus nichts wissen und verurteilen auch den Ultraradikalismus. Der französischen Forderung nach Internierung müßten sie sich fügen, hauptsächlich aus dem Grunde um den Franzosen keine Gelegenheit zu geben, ganz Deutschland zu besetzen. Es diene den deutschen Soldaten zur Beruhigung, datz die Internierung auf ungarischem Boden durch die früheren Verbündeten vollstreckt würde. * Budapest, 4. Dez. Das Ungarische Tek.-Korr.-Bureau meldet aus Erotzwardein: Mittwoch nachmittag ist Generalfeldmarschall Mackensen mit seinem engeren Gefolge hier eingetroff sen und in der bischöflichen Residenz abgestiegen. Mackensens Adjutant hat mitgetcilt, datz das Oberkommando der 11. Arme?, deren Generalslabschef der General Scholtz ist. in Grotzwardein eintrifft. Mackensen entsendet den Generalstabschef Schavarzkopf nach Budapest zur ungarischen Regierung, um in Eisenbahn-, Post- und Berpfleguugsangelegenheiten Verhandlunaen zu pflegen. Auch über eine etwaige Internierung und Entwaffnung werde der Generalstabschcf verhandeln. In Großwardein und Umgebung verbleiben vorläufig größere deutsche Abteilungen. Die gegenwärtigen Anordnungen bezwecken die Zufammen- ziehung der 170 000 Mann zählenden Mackensen-Armee von den durch die Entente zu besetzenden Gebieten diesseits der Demarkationslinie. Die Vorgänge in Derttn werden immer beunruhigender. Die Anarchisten, wie man die Spartakusleute getrost nennen kann, scheuen vor keiner Gewalttat zurück, um die Herrschaft völlig an sich zu reißen. Nachdem es am Freitag schon zu Schießereien gekommen war, bei denen es neben 10 Toten viele Schwervcrwundete gegeben hat, wurden am Samstag neue Unruhen gemeldet. Unter den Linden kam ein großer Zug Demonstranten mit einem Auto mit Maschinengewehren und Liebknecht an der Spitze. Vor jeden: öffentlichen Gebäude hielt der Zug und Liebknecht hielt Reden gegen die Scheidemänner. Vor der Bibliothek sah cs einen Augenblick aus, als wollte die Menge das Gebäude stürmen. Erst als die Maschinen schußbereit gemacht wurden, stob die Menge auseinander. Kurz darauf ordnete sich der Zug wieder und zog weiter. Kritisch gestaltete sich die Lage vor der Kommandantur. Dort staute sich die nach tausenden zählende Menge. Liebknecht brach in Verwünschungen gegen den Kommandanten Wels aus. Ein anderer Redner forderte die Menge auf, sich zu bewaffnen und Wels und die Scheidemänner zu verhaften. Das Auto der Demonstranten fuhr dann nach der Schlotzbrücke und blieb dort mit den auf die Kommandantur gerichteten Maschinengewehren stehen. Zu einem Angriff kam es jedoch nicht. Dazu kommen die Bemühungen Liebknechts, die Arbeiter in einen Generalstreik hineiirzuhetzen und leider sind diese Versuche nicht erfolglos, so daß in einer großen Anzahl von Betrieben die Weiterarbeit in Frage steht. Lange können solche Zustände nicht mehr dauern. Der Bolschewismus erhebt immer drohender sein Haupt und bereits trägt man sich mit dem Gedanken, Liebknecht zum Vorsitzenden der deutschen Republik auszu rufen. Das Beginnen der Kommunisten ist geradezu frevelhaft. Die Mehrheitssozialdemokraten haben sich an das Bürgertum gewandt mit der Aufforderung, die Regierung in ihrem Bemühen zu unterstützen. Diesem Verlangen ist allgemein und aufrichtig entsprochen worden. Das deutsche Volk hat aber auch ein Recht, von der Sozialdemokratie das gleiche Recht zu verlangen. Was würde geschehen sein, wenn solche Putsche, wie sie tagtäglich in Berlin und in den anderen Wasserköpfen, so beispielsweise in München, Vorkommen, von Seiten der Rechten versucht würden. Ohne Zweifel werden diese Versuche rücksichtslos unterdrückt werden. Dasselbe muß aber auch gegen die Anarchisten verlangt werden, die mit ihrer blindwütigen Raserei das Vaterland in die größte Gefahren stürzen. **' Was uns not tut. ist die Herbeiführung geordneter Verhält- wisse, daß die tausend Wunden, an denen unser Reich blutet, wieder gehellt werden und wir uns dem Wiederaufbau widmen tonnen. Die Spartakusleute reißen aber die Wunden steT von neuem auf, sie geben der Entente den Vorwand, den Frieden zu verzögern und schließlich unser Land zu besetzen, sie zerreißen Deutschland, denn auf die Dauer läßt sich das deutsche Volk nicht von Berlin bevormunden Es ist bezeichnend, daß selbst eine so weit links stehende Zeitung, wie das „Berlrner Tageblatt", folgenden Warnungsruf ertönen läßt: „Die Gefahr droht von links, von jenen unverantwortlichen Elementen, die den Willen des mündigen Volkes terrorisieren und auf den Trümmern des deutschen Reiches ihre Diktatur errichten wollen. An sich handelt es sich dabei um eine kleine Minderheit entfchlossener Lärmmacher. Aber diese unter der Spartakussahne vereinte Minderh-eit hat sich durch alle Mittel des Terrors und durch den Appell an die schlechten Instinkte einen gewissen Einfluß zu schaffen verstanden, der als zerstörendes Ferment der Volksgesamtheit wirkt. Die Arbeitslosen, die. auch nicht arbeiten wollten, als es Ueberfluß an Arbeit gab. und die jetzt die Arbeitslosigkeit als einen neuen Beruf anerkannt sehen möchten, die Deserteure, die ihre Kameraden im Stiche ließen, gewisse Elemente aus den Etappen, die Hals über Kopf ihre Posten räumten: solche und ähnliche Leute haben sich um Liebknecht geschart und vergewaltigen nick.t bloß dos Buraer- tum. sondern auch die Arbeiterschaft einer Millionenstadt. Daß ihnen das mö-glich ist, ergibt sich schon aus der Tatsache, d^ß bereits vor eineinhalb Jahren etwa 80 000 Deserteure gezählt wurden, die in der Zwischenzeit um das Dorpelte. wenn nicht Dreifache angewachsen sein durften. Dazu kommt leider noch, daß auch ein großer Teil der Unabbänaigen mit Liebknecht und Genossen liebäugeln und züm mindesten nicht die Kraft zu einem entschlossenen Trennungsstrich findet. Bei der Mehrheitssozialdemokratie liegt es. den heutigen Zuständen rückfichtslos ein Ende zu machen; sie bat die aus dem Felde heimkehrenden Truppen hinter sich, sie kann sich auf die große Masse der Berliner Arbeiter stützen, und sie wird auch alle andern Schichten der ordnungsliebenden Bevölkerung an ihrer Seite finden, wenn sie dem Terrorismus und den Dikta-' turbeftrebungen der Spartakusleute ein Ende zu machen entschlossen ist. Rur eines ist nötig, wenn die Tat gelingen soll. Was heute geschehen muß, darf nicht auf morgen verschoben werden. Herr Ebert, wir warten nach soviel trefflichen Reden auf die Tat!" \ Uta* deutsche Pepublik u. Köln, 6. Tezbr. .Vier Republiken statt 26. Bund?? floaten" tränt das rheinische Zentrumsblatt, die „Kölnische Volkszeitung" an. indem es ausführt: Eine natürliche und gesunde Entwicklung drängt darauf hin, daß sich aus dem bisherigen Staatengewinrmel vier große leistungsfähige Republiken bilden und sich als künftiges Deutschland zn- sammenichüeßeu. Im einzelnen könnten diese vier Repw bliken wie folgt sich gestalten: 1. Rheim'ckewestfälische Republik: Rheinprovinz. West» saleu, Hessen-Nassau, Großherzogtum Hessen, Baden, Rhein- Pfalz. 2. Donouländer'Revublik: Württemberg, Bayern. Deutsch-Oestecrtzich (Tirol bis Bozen, Salzburg, Kärnten Steiermark,* Ober- und Niederösterreich). 3. Nordostfee-Republik: Oldenburg, Hannover, Hansa' städte, Schleswig-Holstein, Mecklenburg, Pommern, West* Preußen, Ostpreußen. 4. Mitteldeutsche Republik: Alle übrigen mitteldeutscher Bundesstaaten, Königreich Sachsen, die Provinzen Sachsen Brandenburg, Schlesien und Polen. Die Gruppierung bildet selbstverständlich nichts entK gültiges, sondern stellt nur einen Vorschlag dar, der hiermit der Oeffentlichkeit zur Besprechung unterbreitet wird. Wir haben die Auffassung, daß, nachdem am 4. Dezember hiev im Westen der erste entschlossene Schritt unter zündender Ve< geisterung getan worden ist, nun auch in den anderen Landesteilen möglichst ein Gleick)es geschehen sollte. (Tin Ausruf der Eulcnte in 5'üi>rußluni». Berlin, 6. Dezbr. Die in Berdjask am Asowischen Meei für die dsutschen Truppen erscheinende Zeitung „Neue Nach« richten" veröffentlicht folgenden Aufruf der zum Eingreifen in Rußland entschlossenen Entente: „Hiermit bringen wir zur Kenntnis der Dewvhnei Odessas und feiner Umgebung, daß wir auf dein Gebiet Ruß; lands eingetroffen sind, unr die Ordnung herzustellen, sowie zur Befreiung von deir bolschewisüsck-en Usurpatoren, weS- l>a!b auch die Nachrichten der provokatorisckvn Bolsck>ewiki, die verbündeten Heere feien nach Südrußland cingerückt, unr. die Deuts chm hina-uszuschlagen, durchaus unwahr sind. Tier Deutfchm sowohl, wie arrck) wir. sind nickst als Eroberer hicr-- tzer gekommen, sondern als Verteidiger des Rechtes. Desbai Laufen ihre und unsere 'Ziele hier zusammen. Die Nachrichten von bevorstehenden Kämpfen sind unwahr und werden zu dem Zweck verbreitet, eine Panik hervorzurufen. Alle ungesunden Elemente Nußlands, die Bolschewiki und ihre An- Hanger, werden als außer dem Gesetz stehend erklärt. Personen, die Bolschewiki beherbergen, sollen dem Feldgericht übergeben werden. Wir erkennen keinerlei Organisationen an, außer den Organisationen, die gegen die Bolschewiki kämpfen der Freiwilligen- und der Kosaken-Armee, sowie der Armee der konstituierenden Versammlung. In Anbetracht dessen wird allen Organisationen, die im Besitz von Waffen sind, vorgeschrieben, die Waffen an die dazu bestimmten Vertreter der interalliierten Heeresleitung abzuliefern." Der Ausi-nf ist unterschrieben von den Vertretern Englands, Frankreichs. Japans, Rußlands, Italiens, Belgiens, Serbiens Griechenlands und Rumäniens. Welche Wirkung dieses Manifest hat, schilderte eine De- peich^des „Vorwärts "aus Zarskoje Selo, in der es heißt: Im ^Siiden finden erbitterte Kämpfe statt. Mehrere Hunderte non Arbeitern sind aufgehängt worden. Die Straßen bieten das Schauspiel vieler aufgehängter Arbeiterleichen. Der Stadtkommandant in Krasnow veröffentlicht ein Telegramm von Denikin, der befiehlt, jeden zehnten Mann der verhafteten Arbeiter aufzuhängen. In anderen Orten finden Aufhängungen in Massen statt. Der Senat und Wilsons 14 Punkte Washington, 4. Dezbr. (WB.) Reutermeldung. Im Senat begann eine allgemeine Debatte über die 14 Punkte Wilsons. Ein republikanischer Senator verlangte, daß der Präsident seine Prinzipien, die verschiedene Auslegungen zuließen. öffentlich interpretiere. Er sagte, der Präsident solle keine radikalen Vorschläge machen, ehe er die Gewißheit habe, daß das Volk ihnen zustimme. Ein anderer- Republikaner lagte der Völkerbund dürfe keine übergeordnete Negierung sein, die die inneren Angelegenheiten der Völker beherrsche und sich in ste einmengewohl aber könne es ein Welttribunal für Entscheidungen über internationale Streitfragen sein. Reuter meldet aus New Donk, daß W'lson vor seiner Abreise nockunals ausdrücklich erklärte, daß er gegen den Militarismus in ieder Form kämpfen werde. Die Zertrümmerung des preußischen Militarismus betrachte er als den wichtigsten Teil seiner Aufgabe. Die Bedingungen Tirols. Du Verfolgungswahn der Anarchie. Die nachgerade pathologisch anmutende Manie der Radikalen, allenthalben gegenrevolutionäre Umtriebe zu wittern, veranlaßt den ..Vorwärts" zu folgenden Ausführungen: Wir wollen also auf Gegenrevolutionäre aller Art ein wachsames Auge haben. Aber diese Wachsamkeit braucht untr den gegebenen Verhältnissen wirklich nicht in Verfolgungswahn cruszuarten, und wir brauchen nicht überall „Gegenrevolutionäre" zu erblicken, wie ein Delirant überall lveiße Mäuse sieht. Unsere Sache ist viel zu gut und viel zu stark als daß sie durch den Hauch irgendeines Gnerals umgeworfen werden könnte, und ein schwarz-weiß-rotes Fähnchen das aus einem Fenster hängt, kann an der Tatsache nichts ändern, daß Deutschland bis ans Herz rot geworden ist. Seien wir also nicht übernervös und ängstlich. Ein Sieg der Gegenrevolution ist ganz unwahrscheinlich. Möglich werden könnte er später einmal höchstens durch unser eigenes Verschulden. Wenn in unserer neuen Welt der Freiheit alles drunter und drüber ginge, wenn Korruption und Mißwirtschaft einrisse wenn die Produktion gelähmt würde, das Wirtschaftsleben verödete, die öffentliche Sicherheit ins Wanken geriete, ja, dann möchte wohl so mancher an die „gute alte eZit" zurückdenken, in der vieles besser gewesen ist! Nur durch strenge Ehrlichkeit können wir die Errungen- 'rbaften der Revolirtion retten. Wir schulden dem Volk Aufklärung und kc>ine bunten Versprechungen. Heute stellt sich Liebknecht hin, wie weiland Wilhelm II.. und erklärte: . Herrlichen Zeiten führe ich euch entgegen!" Unsinn! Keine Partei und kein Softem kann das Volk aus dem Elend eines vierjährigen Krieges mit einem Satz in herrliche Zeiten hinüberschlüpfen lassen. Schweres steht uns noch bevor, und wenn wir nicht planmäßig, sparsam und fleißig arbeiten werden, so werden wir wie die Hunde verrecken. Ueber den Trümmern unseres Volkes, die dann noch übrig geblieben sind, kgnn dann vielleicht die Gegenrevolution triumphieren. Ter Vorwärts" nimmt die Herren vom Spgrtakusbund harmloser als sie sind. Ihr Verfolgungswahn ist nicht echt, sondern nur eine Mache, die sie geschickt zur Stärkung und 5 um weiteren Ausbau ihrer eigenen Position benutzen. Ihr Feldgeschrei.' „Gegen die Gegenrevolution" heißt in verständliches Deutsch übersetzt: „Für den Bolschewismus". Hoffentlich merkt das auch bald der „Vorwärts" und seine Partei, damit nicht Mephisto-Liebknecht feixend sagen kann: „Den Teufel emrkt das Völkchen nie. Und wenn er es beim Kragen hätte." Wien, 5. Dezhr. Aus Innsbruck wird gemeldet: Tirol stellt folgende Bedingungen im Falle seines Beitritts zu Deutsch-Oesterreich- Tirol erhält für zwanzig Jahre einen von der Landesversammlung im Einvernehmen mit der deutsch-österreichischen Nationalversammlung zu vereinbarenden namhaften Betrag für den Wiederaufbau und die tmrtichastliche Wiedererrichtung des Landes. Zwei Drittel der von Tirol geleisteten Steuern und Abgaben dürfen nur für Tire! oenvendet werden. Ohne Zustimmung der Tiroler Landesi^rsammlung darf kein militärisches Bündnis mit tinem auswärtigen Staat, kein politischer Anschluß, kein Abschluß wirtschaftlicher Verträge Platz greifen. Die Tiroler Landesversammlung darf mist den benachbarten Staaten sogenannte Landes- oder Meistbegünstignngsverträge im Einvernehmen mit Wien schließen. Dazu treten noch einige Nebenforderungen. Keke gegen die Frontsoldaten. Den Anarchisten und Srattakusleuten ist ob der Rückkehr der Fronttruppen m sie Heimat nicht wohl zu Mute: die Leute aus den Schützengräben baden sich nicht als genügend begeisterte Anhänger russischer Methoden gezeigt, haben an der davongelaufenen Etappe mit eigenen Auaen gesehen, was die Beseb tigung oller Ordnung und vernünftigen Disziplin zur Folge hat. und hoben unter diesen Folgen zum Teil erheblich leiden mögen. S<* cs. dcß ihnen die Verpflegung mangelt«, weil die Vorräte in den Magazinen statt betreut verschleudert waren. sei eß daß sie sich physische Strapazen zumuten mußten, weil^ d'e Transportmittel von denen weggeführt waren, die Ihre neue Freiheit in der Heimat, fern vom Schuß spazieren führen mu-ften. Kurz die Front steht, wie ja auch die Emser Tagung bewies, im Kamps zwischen Vernunft und politischem Wahnsinn zur ersteren Lehnt die Diktatur ab. verlangt batt digst die Ratte nalversamrnklng, Ordnung, Arbeit, Brot unv wirkliche Freiheit und Demokratie. Soviel Forderungen, soviel Vergehen gegen den heiligen Bolschewismus. Und deshalb ist auf der ganzen Linie der anarchistisch-spartaklstischen Presse- Phalanx der Kampf gegen diese „Reaktionäre" voll entbrannt. Die Takttt rst dabei nicht ungeschickt: meist wird von irgend einem behaupteten oder tatsächlrchen Verhalten eines Offiziers ausgegangen, um dann in der weiteren Ausführung die Gesinnung seiner ganzen Truppe zu verunglimpfen und zu ver- dächtigen. Hat gar die Truppe soviel Disziplin oder auch Ka. meradschasllichkeit oder Ehrgefühl, je nach der Lage des Falles, sich ais eines Sinnes mit ihrem Führer zu erweisen, so ist da- m^t das todwürdige Verbrechen gegeurevolutionärer Gesinnung unwiderleglrch festgestellt, und „Freiheit" und „Rote Fahne" möchien diese Feinde des Proletariats am liebsten in corpore baumeln sehen. Um diese Hetze recht ausgiebig betreiben zu können, wer» den an sich harmlose Vorfälle zu großen Staatsaktionen aufge- bauscht, wird vor den stärksten Uebertreibungen und Entsteh lungen nicht zurückgeschreckt, und immer wieder muß der alberne Popanz der Gegenrevolution herhalten. Dabei wird die Kühnheit der Konstruktionen und der Unterschiebungen, der Verdächtigungen und Verdrehungen immer erstaunlicher. So benutzt die „Freiheit" ein angebliches Flugblatt Hrndenburgs zu eine« großen Alarmartikel und der effroyablen Ucberschrift: „Hinden- vurg gegen die Unabhängigen". Zn dem Flugblatt wird i» durchaus sachlicher und auch der Form nach einwandfreier Weise fcstgestellt. daß durch die Eingriffe örtlicher A.- und S.-Räte schwerwiegende Folgen der verschiedensten Art entstanden sind und entstehen müsien. wird vor Unordnung und Disziplinlosig. keit gewarnt, werden ibre Folgen auseinandergesctzt ebenso wie die einer bolschewistischen Herrschaft und wird die unbedingte Notwendigkeit betont, sich hinter die jetzige Regierung zu stellen. Einerlei, ob das Flugblatt tatsächlich von Hindenburg ausgeht oder nicht, es ist sachlich nicht das mindeste dagegen zu sagen: es ist nichts weiter als eine der nur allzu angebrachten M-ih. nunoen zur Ruhe und Ordnung; und es geht in nichts über die Loyalität hinaus die die Oberste Heeresleitung der Regierung zugesagt hat. Die Berliner Anarchisten fühlen sich getroffen durch die Kritik an den russischen Zuständen, die das Flugblatt übt. und empfinden das als einen Angriff auf sich selbst als politische Gruppe. Damit gestehen sie indirekt ein. daß sie sich im stillen mit dem Bolschewismus identifizieren, ihm anhängen und ihm in Deutschland Nachfolgen möchten. Sie laufen zunächst Sturm gegen die Position, die ihnen bisher am erfolgreichsten Widerstand geleistet hat: gegen das Feldheer. Dort, wissen sie. ist der Hebel anzusetzen; von dort droht der Sieg der Vernunft über den politischen Wahnsinn des Bolschewismus- llnd darum suchen sie. noch ehe die größeren Verbände zurückkchrcn. den Boden zu unterwiihlen. Mißtrauen zu verbreiten, die Stimmung aufzustacheln Kommt es dann zu gelegentlichen Reibereien zwischen den von ihnen aufgeputsch. Elementen und den Feldtruppen, die ihr eigenes Ehrgefübl mitbringen und für Kokardenstürmerei und gewaltsame Entwaffnung nicht begeistert sind, so blüht ihr Weißen erst recht. Und die täglichen Schimpfereien der Herren von der „Freiheit" und der „Roten Fahne die zum Teil schon aus begreiflichen Gründen verhindert waren Frontsoldaten zu sein, sind die Willkommgrüße und die Lorbeerkranze. die die Anarchisten und die Spartaciten für unsere heimkehrenden Krieger übrig haben. Arbeiter gegen Arbeiter, Soldaten gegen Soldaten: nur immer aufeinander gegeneinander hetzen. Mögen die Männer des Zwistes so müde sein, wie sie wollen, mögen sie sich endlich nach Ruhe und Frieden sebn?n; was kümmert das die Herren. Die machen ihre „große Politik", die Politik des Bolschewismus. Und da das nicht mit den Frontlruppen geht, so geht es eben Herzen Strümpfe. Roman von Helene Scbütky. geb von Gersdorfß (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.) Nachdruck verboten. „Schwerlichl Und wenn auch! Ich muß doch zuerst mit ihr reden, und sie muß sich auch ankleiden lasten", entgegnete Tante Ella. „Das nimmt alles Zeit Also geh nur, und komm', sobald es geht, wieder!" Reinhold eilte fort und kehrte noch vor Ablauf einer Stunde zurück. „Da bin ich. Tantchen, für heute los und ledig aller Pflicht, außer derjenigen, als dein und Hilde's getreuer Ritter", sagte er, sie wieder begrüßend. Beim Lnmb war die ganze Familie, auch das Brautpaar, Hans und Marie versammelt Die beiden Letzteren halten mit Entsetzen und tiefer Teilnahme von Hilde's schweren Schick- ^len und mutigen Taten gehört. Jede halbe Stunde ging TaTtte Ella oder Marie abwechslungs weise an Hilde's Zimmertür. um zu horchen, ob darin noch alles still sei. Immer kamen sie mit der gleiten Nachricht wieder. Hilde schlief noch immer Mt. denn man hörte keinen Torr. So vergingen viele Stunden » banger Sorge. Denn in allen war die ängstliche Frage' wie »ird sie erwachen? wird sich ihre Konstitution allen diesen Strapazen. Aufregungen und Schrecken gewachsen zeigen oder Nlcht r 65 wurde, und Hilde sich immer noch nicht rührte, sagte Tante Ella entschlosten: „Jetzt ist's genug? Jetzt gehe ich hinein! Geschlafen hat sie nun über zwölf Stunden, also wenn ich sie störe kann es nun kecn großes Unglück mehr fein. Sollte sie indesten fiebern und bewußttos daliegen, so ist's höchste Zeit, daß Hilfe kommt" e r* • o* 1 ' 0etQn : 3ft(m ma "^chte sich auf den Weg nach Hrkde s oimmer, stand ein Weilchen lauschend davor und klinkte -ann leise die Tür auf. Däminerfchein des anbrechenden Abends konnte sie zi nächst nichts unterscheiden. Dann ging sie sachte auf Zeher lpchen an Hilde's Bett und beugte sich sanft über sie. f ®* P 2 Wten .5 e * mei S"ße klare Augen an. zwei weiche Ar« ItQien ii df am ihren Hals und Hilde's Stimme flüsterte: „Liebe, liebe Tante?" „O Kind du bist wach und hast nicht gerufen? Da ist die Glocke doch neben deiner Hand. Wir haben immer auf dein Klingeln gewartet", sagte Frau Ella, „wir wollten deinen Schlaf nicht stören" „O, Tantchen ich war so matt und es war so schön, hier ruhig und geschützt zn liegen'" erwiderte Hilde. „Mein armer, armer Liebling?" Wie fürchterlich hast du gelitten' Wie schrecklich muß alles gewesen sein! Aber. Gottlob nun ist es vorbei? Nie. nie wieder sollst du Aehnliches durchwachen? Nie. nie lasten wir dich wieder von uns gehen! Du bist und bleibst von mm an unser eigenes Kind?" „O. Tantchen, wie gut du bist' Wie himmlisch wohl es tut deine liebevollen, guten Worte zu hören nach all dem Kampf dem Schrecklichen, was ich erfahren habe!" „Aber nun sage mir vor allen Dingen. Herzenskind, wie es mit deinem Befinden steht. Fühlst du dich wohl, glaubst du. daß wir keinen Arzt brauchen, um dich zu kurieren?" „Einen Arzt? Wozu denn?" erwiderte Hilde mit glück- lickiem Lächeln. ..Mein bester Arzt ist nur eure Liebe. roeiteT brauche ich keinen Ein wenig matt und zerschlagen bin ich wohl noch", setzte sie, sich etwas reckend und aufrichtend, hinzu, „aber das wird bald vergehen." ..Gott sei gedankt, teures Kind? Glaubst du wohl, daß du noch heute aufftthen kannst und hmunierkommen? Unten sind nämlich liebende und bangende Herzen, die sich sehr um dich sorgen und nach dir sehnen." „Tante, sprich, ist Rernhold da? O ja, ich möchte ihn sehen? O, Tantchen, kannst du dir vorstellen, welche Seligkeit es für mich ist. ihn wiederzujehen. nachdem ich schon glaubte, auf immer verzichten zu müsten!" „Ja. Liebling, das kann ich mir sehr gut vorstellen Aber da weder bei ihm. noch bei dir die Absicht vorhanden ist zu verreisen, so könntet ihr das Wiedersehen auch noch bis morgen verschieben falls du dich zu angegriffen fühlst, um aufzustehen." nein, Tantchen, es geht ganz gut! das fühle ich schon. Ich komme!" sagte Hilde min ganz belebt und munter. „Bitte, schicke mir nur einen Teller und eine Kleinigkeit zur Stärkung herauf, während ihr unten tafelt. Dann kann Lina mich anziehen .... ach. meine gute, treue Lina!" unterbrach sie sich selbst. „Tantchen, sag' mir. wie geht es ihr? Sie hat viel mehr geleistet als ich. Tantchen, es ist großartig, was sie alles für mich getan hat. Nie. nie wäre mir die Flucht ohne sie und ihre wahrhaft erstaunliche Aufopferung und Schlauheit gelungen. Denk nur sie hatten sie auch bestechen wollen, damit sie mich verriete, und das pfiffige Ding tat auch so. als ob sie darauf einginge. Was wäre aus mir geworden, wenn sie falsch gewesen wäre, ja wenn sie sich meiner nun nicht angenommen häjte? O, Tantchen, ich wäre verloren gewesen, rettungslos verloren? Nie. mein ganzes Leben lang kann ich ihr genug danken und auch Neinhold nicht", setzte sie errötend hinzu, „denn ohne ihre treue Hingebung hätten wir uns nie wieder gesehen. Sag' mir. Tantchen, wie geht es ihr? was macht sie?" „Soviel ich weiß, geht es ihr gut", antwortete Tante Ella. „Nachdem sie noch geholfen hatte, dich in's Bett zu bringen, habe ich sie auch schlafen geschickt. Wahrscheinlich schläft sie immer noch " „O. das ist dut. Tantchen, laß sie schlafen, so lange sie mag!" tief Hilde erfreut. „Ich kann mich schon allein ankleiden. Hak Viel Auswahl habe ich allerdings nicht, da bei meiner Abreise neulich nur wenige von meinen Sachen hier geblieben sind. Immerhin genug, daß ich überhaupt erscheinen kann." „Ich werde dir Bwbette schicken, denn du kannst in deinem angegriffenen Zustand unmöglich auch noch Schränke und Kommoden durchsuchen", entschied Tante Ella. „Gottlob, daß dio Sache glimpflich abzulaufen scheint, ohne daß du ernstlich erkrankst. Herzenskind? Jetzt aber muß ich die guten Leute unten beruhigen, die sicherlich vor Angst und Sorge fast vergehen", fügte sie. sich erhebend, hinzu. Mit einem innigen Kuß verabschiedete sie sich von Hilde, die noch eine Weile ruhig liegen blieb. Glückliche Gedanken, freundliche Vorstellungen und ein warmes tiefes Dankgefühk er- füllten ihr Herz. Vfte hatte Gott sie wunderbar geführt, wie batte er ihr in der größten Not bei gestanden. ihr Kraft und Hi'.fe gesandt' Wie gut war es, hier still und geborgen bei wahren Freunden weilen zu dürfen? O. und welches Glück stand ihr noch bevor! Reinholdk Sie würde Reinhold Wiedersehen. heute noch' Ein halbe Stunde später erschien Babette mit einem Tablets voll allerlei appetitlichen, schmackhaften Dingen, die Hilde treff. lich mundeten, der beste Beweis, daß ihr« Gesundheit kein Lei» gegen sie. Deshalb sind vre Frontsoldaten Felnve Der Revolution. Knechte der Reaktion, -günstigenfalls „irregeleitete Truppenkörper." Ncrhnftnngen. Mülheim (Ruhr). 8. Dez. (WB.) Wegen Lanbesvervrrks. begangen durch den Versuch, die Entente zu einer Besetzung des Industriegebietes ZU bestimmen, wurden in der vergangenen Nacht nach stundenlangem Verhör vom Arbeiter- und Soldatenrat in Mülheim die Großindustriellen August Thyssen, Fritz Thyssen ffrn. Edmund Stinnes, sowie die Direktoren Herrle, Becker und Wirtz, Kommerzienrat Kuchen und Vergassessor Stenz verhaftet. Die Feftgenommenen wurden nach Münster gebracht und werden von dort wahrscheinlich nach Berlin gebracht, wo sie sich verantworten sollen. Ein Zeitbild. In der Süddeut«chen Zeitung finden wir folgendes Zeit- Allbcken aus Ulm a. D.: Ein Stabsoffizier kommt bes Wegs. Ein Schwarm junger Soldaten füllt den Bürgersteig aus, — nun, sie werden wabr, scheinlich rückt grüßen, ab^r doch dem älteren ,.Kameraden" gus- weicken? Weit gefehlt — wo bleibt da die „Freiheit"? Der Stabsoffizier mutz herunter vom Bürgersteig, um seinen Weg sortse'zeii zu können. Da nähern sich einige Gefangene, Franzosen sind's. welche den Vorfall bemerkt haben. Nun wird wohl fraternisiert? O nein. Stramm grüßen sie den Stabsoffizier, ihm höflich ausweichend und — speien den Freibeitskameraden vor dis Füße! Also gesck-'hen im Jahre des Unheils in der alten, biederen, deutschen Stadt Ulm. Katholizismus und Wettürieg. Den „Züricher N. Nachrichlen" wird von besonderer kirchlicher S>'tte geschrieben: Vom Anfang brs zum Ende des Weltkrieges stnd unanstreit- bare Bcwerse dafür verbanden gewesen, daß die Entente und ihre Z:eLe von der Freimaurerei in vollständiger Abhängigkeit standen, und hochstehende Freimaurer haben offen verkündet, daß Der S:eg der Entente ein Sieg der Freimaurerei sein wird. , . . . Was dabei diese verhängnisvolle Sekte in Nom gegen die Katholiken wahrend des Krieges getrieben hat, — ist jedem bekennt, der nur die Ereignisie in Italien besonders aufmerksam verfolgte und die bedeutungsvollen Organe f„Ostervatore Romano" und „Civilt ä Cattolrca") systematisch studierte. — Und die widerliche Kriegshetze, die die Seelen so vieler unzurechnungsfähiger Leute. — leider aber auch einer großen Zahl Katholiken und sogar Geistlicher, — vergiftete, war zum großen Teil Freimaurerarbert. Es ist also wahrhaftig sehr schwer vorauszusetzen, daß von dieser Seite etwas Gutes für die Katholiken kommen könne . . Per Keginu des Wahlkampfes. Augsburg. 6. Dez. Die Bayerische Volkspariei (Heim'sche Gründung) veranstaltete gestern abend ihre große Wählerversammlung für Augsburg und Schwaben im Ludwigsbau. die so überfüllt war, daß eine Parallelversammlung anberaumt werden mußte. Auch Angehörige sozialdemokratischen Partei bis zu Anhängern des äußersten Radikalismus waren erschienen in der Absicht, die Versammlung zu svrengen. Als der Hauptredner Iustizrat und Gemrindekollegiumsvorstand Reifert auch aus die Erziehung de: Kinder durch den religionslosen Staat «nd die Ehe im Geiste der sozialdemokratischen Partei zu sprechen kam und einer von seinem Zentrirmsstandpunkt äußerst scharfen Kritik unterzog, schwollen die Zwischenrufe zu ohren- betäubendem Lärm an. Die Sozialdemokraten versuchten den Redner und die Parterleitung von der Tribüne herabzuwerfen. Umsonst bemühte sich ein Vertreter des Arbeiter- und Soldatenrates, Ruhe zu stiften. Er wurde von den Sozialdemokraten ausgepfiffen. Obgleich eine Abstimmung durch Handheben mit großer Mehrheit die Fortsetzung der Versammlung forderte, wurde diese von der Minderheit gesprengt. Der Tumult artete zu Tüllichkeiten aus. Bierkrüge flogen und mehrere Anhänger der Bayerischen Zentrumspartei wurden körperlich schwer mißhandelt. Da Gefahr bestand, daß eine Panik ausbreche, mußte der Arbeiter- und Soldatenrat telefonisch um militärische Hilfe angegangen werden. Auch in München wurde eine Versammlung der Demokraten von oen Anarchisten gesprengt. Nach der Versammlung ritz die Menge deutsche Fahnen herunter. Frankfurt nicht besetzt. Franlfurt a. M., 7. De;. Der Arbeiter- und Soldatenrat teilt mit: Soeben trifft die endgültige Meldung ein, daß Frankfurt a. M. nicht besetzt wird. Alle gegenteiligen Gerüchte beruhen auf Unwahrheit. EuilHuigMmt für IMSoifrte lind p. A.-Aute Noch immer sind weite Kreise der Bevölkerung darüber beunruhigt daß unter Umständen Angehörige der Jahrgänge 1896—1899 im vorn Feinde zu besetzenden oder neutralen Gebiet interniert würden. 1. Demgegenüber wird nochmals darauf hingewiesen, daß jeder Wehrpflichtige — einerlei welchem Jahrgang er angehört — nickt interniert wird, wenn er einen ordnungsmäßigen Entlassungsschein hat. Mas -unter einem solchen zu verstehen ist, ist des öfteren bekannt gegeben. 2. Wehrpflichtige — wiederum ohne Rücksicht darauf, welchem Jahrgang sie angehören — die, sei es weil sie reklamiert waren oder sei es aus Gesundheitsrücksichten, nie gedient haben, brauchen nach Ansicht aller maßgebenden Stellen an sich schon nickt zu befürchten, interniert zu werden. Um aber ganz sichrer zu geben und jeden Grund zu derartigen Befürchtungen zu beheben, sind die Bezirkskommandos bezw. im zu räumenden Gebiet die Kontrollämter angewiesen, den Betreffenden einen abgestempelten »nter- fchr-jeben^rr^Paßvermerk des Inhalts auszustellen, daß sie nie Soldat gewesen stnd. Deshalb müssen sich, alle in einer derartigen Lage befindlichen Peiionen an ihr zuständiges Bezirkskommando bezw. Kontrcllamt wenden Reicht die zur Verfügung stehende Zeit nicht aus, sich noch an das Bezirkskommando zu ulenden, so genügt letzten Endes auch eine gleichlautende ordnungsgemäß ausgefertigte und abgestempelte Bescheinigung der zuständigen Ortsbehörde. Ans der Primat. Keine Furcht vor Holzsohlen! Es gibt heute schon Holzsohlen. auf denen man beouem und weich gehen kann. Wer Sperrhol-sohlen und Holzhalbsohlen getragen hat. weiß, daß diese Sohlen nicht einmal klappern. Und das Klappern wäre doch noch das wenigste! Wir erwarten von der Sohle Dauerhaftigkeit. Wärme und Wasserdichtigkeit. Diese wichtigsten geschehen war. Dann suchte die Zofe ans dem großen Schrank ein weiches, weißes Msrgenkleü» hervor, das Eleganz mit Bequemlichkeit vereinigte „Gnädiges Fräulein, da kein fremder Besuch angenommen wird", sagte Babette lächelnd, denn die Dienstboten des Hauses sahen Reinhold schon langst als dazu gehörig an, «können Sie sehr gut so erscheinend „Also gut, Babette. bringen Sie mir. was Sie wollen", erwiderte Hilde, die heute noch weniger als sonst der Klciderfrage große Wichtigkeit beilegte. „Frisieren Sie mich, so schnell und so gut es geht! Nur fürchte ich. meine Haare werden Ihnen viele Mühe machen", setzte sie hinzu, die schweren, langen, halb geöffneten und zerzausten Zöpfe durch die Hände gleiten lassend. ..Es wird schon gehen, gnädiges Fräulein'" entgegnete Babette. die schon dabei war, Hilde's mächtige Haarwogen zu e»tw irren und zu ordnen. Bald war die Toilette beendigt- Hilde sah in dem hellen, spitzenbesetzten Morgenkleid. das ihre schöne Gestalt in weichen Falten umfloß, mit dem noch etwas bleichen zarten Gesicht reizend aus. Babette begleitete sie die Treppe hinab. Ohne sich anmelden zu lasten, öffnete Hilde die hohe Tür des Eßzimmers. Hell umstrahlt von dem taghellen Licht des Kronleuchters stand ihre lickte Gestalt plötzlich in der dunklen Umrahmung. Reinhold sotz gerade gegenüber. „H'.lde!" jauchzte er, sie erblickend. Mit einem Sprunge war er bei ihr und hielt sie in seinen Armen. -Hilde! Hilde?" jubelte er. fchluchzte er, „Hilde!" mehr konnte er nicht sagen. „Reinhold k O Leinhold?" war auch alles, was sie hervor- Anbringen vermochte, ihr Gesicht an seine Brust verbergend. Die andern standen in stummer Rührung dabei, dann entfernten sie sich leise, das wiedervereinte Liebespaar mit richtigem Zartgefühl zunächst sich selbst überlastend. 22. Kapitel. Bald durchschwirrten allerlei Gerüchte über die Vorfälle km Antelmannschcn Hause alle Kreise der Stadt. Die oben. teuerlichsten Dinge wurden erzählt Da di« Wahrheit in der ! Tat an Abenteuerlichkeit die kühnste Phantasie übertraf, so konnte kaum mehr gesagt werden, als wirklich geschehen war, j wenn auch natürlich manches hinzugebichtet wurde. Auch in der Familie des Obersten von Trontcheim wurden die Ereigniste lebhaft besprochen. Als Hilde damals so plötzlich abgereist war. hatte sich in Frieda Trontheims Herzen wieder leise Hoffnung geregt.. Vielleicht würde jetzt, nachdem diese blendende Erscheinung verschwunden war, Reinhold Germshoff doch wieder Augen für ' andere, ihm sonst euch wert gewesene Menschen bekommen. Aller Wahrscheinlichkeit nach war es noch zu keiner Verständigung gekommen denn sonst wurde Fräulein Antelmann abgereist sein. Ein äußeres Hindernis der Verbindung war kaum anzunehmen. Denn welcher Vater, welche Familie hätte den , glänzenden, beliebten Offizier nicht mit Freuden als Schwiegersohn willkommen geheißen, wenn der Eeldpunkt sich regeln ließ? Und das war doch hier auf ihrer Seite mehr als ausreichend der Fall' Also mußte das Hindernis ihrer Meinung nach anderswo liegen. Vielleicht blieb Reinhold mit einer Wunde im Herzen, mit Enttäuschung zurück und vielleicht, vielleicht könnte es ibi noch und nach gelingen, ihn zu trösten. So sprach eine leise, verführerische Stimme in ihrem Innern, der sie nur zu gern täuschte. Auch kam Reinhold wirklich wiäder mehr in ihr Haus, als es eine Zeitlang geschehen war. wo er jede freie Minute nur Hilde gewidmet hatte. Er war immer gleich freundschaftlich, gleich' brüderlich gegen die junge Dame. Das war auch ganz natürlich, da seine warmen, sie hochschätzenden Gefühle für sie immer gleich geblieben waren. Hätte er eine Zlhnung davon gehabt, daß sie heißer für ihn empfand, so hätte er sich bestimmt fern von ihr gehalten, denn Nichts wäre ihm peinlicher gewesen, als ihr falsche Hoffnungen und Kummer zu verursachen. Sie war so eingenommen von ihrem großen Gefühl fiir Reinhold, daß sie gar nicht wahrnahm, wie ihr bisheriger treuer Verehrer. Gustav von Raunsdorff. sich immer mehr ihrer jungen Schwester zuwandte. Was sie ihm damals auf dem Hoffeste halb im Scherz angeraten hatte, sich von ihr losankern und bei Käthe in den Hafen zu laufen, hatte sich eigentlich schon vollzogen. Nicht mit Absicht von Seiten Gustavs, kaum mit Bewußtsein, wenigstens anfangs gänzlich ohne letzteres. War ey Eigenschaften des Leders dürfen wir auch von der Holzst hle ert warten. Sverrholzfohlen (leichtes Holz, das besonders waster- dicht gemacht ist) mit Lederabfollen und Holzholbsohlen haben sich in Stadt und Lano bestens bewährt. Sie sind nicht unbequem, weil sie der Form des Fußes durch Aushöhlung in der Länge uird in der Breite geschickt angepaßt sind. Von allen Ersatzsohlenarten kommen gerade die Holzsohlen dem Leder am nächsten. Die von der Reichsregierung Zur Sohlenerprobung und Sohlenbeschaffung eigens errichtete, dem Reichswirtschafts,; amt unmittelbar unterltellre Kriegsorganisation hat auch dafür' gesorgt, daß sich die Kenntnis der Holzsohlenoerarbeitung bet den Schuhmachern weiterverbreitet hat. In einer Lehrwerk, statte für Schuhmacher in Berlin haben Handwerker aus alleH Gegenden unseres Vaterlandes die geschickte und zuverlässig- Verarbeitung der Holzsohlen erlernt und ihre erworbene Kenntnis daheim auch an ihre Fachgenosten weitergegeben. Die einsichtigen Schuhmacher wissen längst, daß sie ihren Kundenkreis mit Ersatzsohlen nur dann zufriedenstellend bedienen können, wenn sie sich mit der besonderen sachgemäßen Verarbeikungsweise der Holzsohlen vertraut gemacht haben. Heutzutage bildet die Kenntnis der Holzsoblenverarbeitung ein sehr wichtiges Stück unter dem Fachwisten des tüchtigen mit der Zeit gehenden Handwerkers- Das wird auch für das Vertrauen der Kundschaft sehr bald entscheidend jem. Aus Starkenburg. FC. Zwingenbcrg, 5 .Dezbr. Im Rechnungsjahr 1918 betragen die Gemeindesteuern in Alsbach 117 Prozent, in Auerbach 99 Prozent, in Fungenheim 93 Prozent und in Zwingenberg 128 4 Prozent der Staatssteuer. — In der Gemeinderatssitzung wurde mitgeteilt, daß der hiesige Bürgermeister Fuchs sein Amt niedergelegt habe. Aus Hesten-Nastau. FC. Aus Nassau, 5. Dezbr. Eine Versammlung von Kriegsteilnehmern aus dem Viehhandelsgewerbe beschäftigte sick eingehend in Limburg mit den Fragen der Reorganisation des Viehhandels und der Fleischversorgung, und beriet über die Besserung der Lebenslage der aus dem Felde heimkehrenden Viebhäudler. Es wurde die Gründung des Vereins .Vereinigte Viohbändler des Regierungsbezirks Wiesbaden" beschloffen, zu deffen provisorischen Vorstand die Viehhändler Hermann Lielmann aus Hausen als 1. Vorsitzender, Johann Lambricht aus Limburg als 2. Vorsitzender, und Adolf Arfevd aus Diez als Schriffführer gewählt wurden. Die Versammlung erklärte sich gegen alle Elemente, die bei der Vieh- und Fleffck^ersorgung das Gemeinwohl schwer geschädigt haben. Sie formulierte die Forderung^der Ersetzung der zurzeit irr Viehhandelsverband Frankfurt a. M. bezw. den Kommunal' verbänden angestellten Beamten und Viehhändler durch Be lufsmäßige Viehhändler, die vor Kriegsausbrilch unbescholten dies Gewerbe ausgeübt haben, mindestens zwei Jahre Kriegteilnehmer waren und deshalb ihr Gewerbe nicht aus- üben konnten. Die alsdann angestellten Viehhändler sollen weder direkt noch indirekt am Vwhhandel oder Fleischgewerbe beteiligt sein. Ferner wurde die Einziehung sämtlicher Ausweiskarten von Personen gefordert, die erst während des Krieges sich dem Gewerbe zugesellt haben, da hauptsäch- sich aus der Tätigkeit ihrer Kreise die meisten Unzuträglichkeiten «nd Uebergriffe abzuleiten sein sollen. FC Wiesbaden, 5. Dezbr. Der gestern in Sonnenbtzrg von einem Geschütz überfahrene und getötete Knabe stammt aus Dotzheim. Verantwortlich kur den volitiicben und lokalen ~ *1 r mo H irsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: C. S ch m i d t, A ffedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A (3.. Friedbera i | Friedas vollkommen unzerstörbarer Gleichgültigkeit gegen ihn? > Es heißt ja. daß jede Liebe ohne Nahrung durch Gegenseitigkeit erlöschen muß! Oder war es Käthes reizende, frische Natürlichkeit, ihr liebliches munteres Wesen? Oder war es die Tatsache. daß er sie schon vor Unheil beschützt hatte und sie ihm seitdem ein süßes, fast berauschendes Vertrauen entgegenbrachte, das ihn in seinen eigenen Augen auf einen höheren Standpunkt stellte? Kurz, er wurde inne. daß sich seine Gefühle nach und nach einer totalen Wandlung unterzogen halten, seine hochachtende Freundschaft gehörte Frieda noch immer, aber seine wärmeren Empfindungen hatten sich auf Käthe konzentriert. Nur ihr galten seine Zukunftshofsnungen auf ein glückliches Leben. das er sich nicht mehr anders als an ihrer Seile zu denken vermochte. Auch glaubte er zuversichtlich, mit der Zeit auch ihr eine so innige Zuneigung einflößen zu können, daß sie ihm gern für immer Herz und Hand schenken würde, wenn sie auch jetzt fast noch zu kindlich und unreif für solchen ernsten Entschluß war. .... So war die Stimmung im Tcontheimschen Hause beschaffen, als die Nachricht von Hildes Rückkehr und den dies begleitenden Umständen wie eine Bombe hineinplatzte. Dei Familie war nachmittags 5 Uhr beim Tee versammelt. Leutnant von Naundorfs, der ständige Gast, und mehrere andere ältere und jüngere Offiziere waren anwesend, ebenso einige Damen aus denselben Kreisen. Die Unterhaltung war sehr lebhaft und besänftigte sich hauptsächlich mit dem sensationellen Tagesereignis. „Ja gnädige Frau, es ist tatsächlich so", beteuerte Frau von Wildenstein eifrig der immerfort ungläubig den Kopf schüttelnden Frau Oberst, „sie kam zerlumpt, barfüßig, mit aufgelösten Haaren, ohne einen Pfennig Geld, mitten in der Nackt bei Antelmann's an und hatte nur noch die Kraft, mit aller Mackt an der Glocke zu reißen. Man fand sie zusam- mengebrockEn, ohnmächtig vor der Türe liegen, als die Dienstboten voll Schrecken über die nächtliche Störung von allen Seiten herbeieilten. „Um's Himmlswillen! Wie schrecklich! Wie furchtbar! Die Aermsie! hat man sie gleich erkannt?" riesen viele aufgeregte Stimmen durcheinander. Fortsetzung folgt. Verwandten, Freunden und Bekannten, die traurige Nachricht, datz es Gott dem fallen hat unseren innigstge'iebten Vater, Grotzvater und Urgroßvater Attmdchtigen ge- Herrn Philipp Weiter lach langem, schwerem Leiden im Alter von 80 Jahren zu sich zu rusen. Holzhaus«,, (Oberhessen), den 7. Dezember 1918. Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Familie Chr. Weiter Familie Heinr. Weller Ludwig Kitz IV. und Frau gcb. Weiter Familie Heinr. Kitz Wwe. Familie Otto Wetter Familie Joh. Kitz III. Dir Beerdigung findet am Dienstag, den 10. Dezember 1918, nachmittags 2 Uhr statt. Derjenige, der am DonneiHtag abend einen Schirm gegen einen Stock bei »fijeur Wagner um etaufcht bat. wird gebeten, denselben wieder -urückzu^eben .Suche zu meiner pflege und Führung des Haushalles für dauernd eine pci'läfee grau -um baldigen Eintritt. Angebote mir Gehaltsansprüche an ftrnu Marie Keil, Wwe., Mclvach. Suche bei hohem ^ohn ftir Haus- und Eanenarbeit ein ID. Mchai für lofort oder später. Zu melden in der Apotheke Rodheim v. d. Höhe. Aii5 dem Felde zurückgekehrt, habe ich meine Praxis wieder auI?enoramen. Telefonanschluß werde ich noch veröffentlichen. Achtung! Achlimg Hiliissrautli, ffine Waschlio! mhr! 5 5 ü * i-i a 11 SanerlloffSlciche. das 2deal-Waschmiltei 2n Originaldo en zu haben rn Hessische« Versandhaus 1*4, Diene-, Frie dberg i. Hessen, gegenüber d.Lebensmittelaus chu!; Belranntmachnng. iit noch vorrätig bei St. Schmidt. Stuf jeden Abjchnitt 7 der Brotkarte wud P und zu s» Pfennig verabfotgt. L'iedberg, drn ». Dezember 1918. Der Bürgermeister (städt. Lebensm'it el-Aus chnkrj 2. V.: Langsdorf. Bad Homburg Höhnstr. 10 W. Cost, prakt. Tierarzt Suche ab 1 Januar loiDfiülidjej Mädchen ßcö# Prof, ©teil», Friedverg, Ludwiistrage 25. Eiii M Zimmer gebucht. Nähe Schlotzka erne Offer en unter Nr. K. L. 117 an die Geschäftsstelle der „Neuen Ta es^eitung". Einen 2 Jahre gebrauchten, leichten Kktrtift-Miiher n. 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