Aninmer 385 ffirirchreis Mittwoch, den 4. Dezember 1918_11 Iichr-r»nft< Die Vtnt P«c(6teitnns" euch-mt icDen Lverllai. Sie(ielmafet e e »eilopen ..0er ßoaet -US ?,essen". ..Sie Spinn»!,,,-". S.,na-pr«is: «e> den Poitanlialien °>ek,-l>ährlich Ml. 2.70 kinlU Ikitl nach das «estellgeld- «e, den Anenlen monatlich l.oo Ml. einichlietzlich Trägeriodn. Anreizen: Srunv:->ie 2d P,«.. lokale 20 üi,K Ln,eigen von auswans M-rocn durch »onnachnahme erlioden EriiiuÜna-or, lrrieddera. SchriNIeitnna nnd Ueeina rriedver, lnesseni. "anan-r-ir-ke l- .;-rn^rel!-r 43. J3o ti '-1-Lon,- .'!r. m«, U n, Itanltart a. M. Eine ^.niiuort fodjs tiidjt ringflanffn. Berlin. 3. Dez. Auf den gestern von der deutschen Wafsen- siillstandskommission rcch^eitio überreichten Vermittlungsvo».- fchlag bejr. die Ablieferung der besten Lokomotiven, war bis ' heute mittag bei der deutschen Waffenstillstandskommission eine Antwort nicht eingelaufen. Alle anderen Meldungen sind unrichtig. Es ist möglich, daß Foch seine Entscheidung über den Vermittlungsvorschlag noch in der nachmittags stattfindenden Sitzung der Verkehrskommission überreichen lassen wird. Im besetzten Gebiet. Landau (Vkalz), 2. Dezbr. (WB.) Im Lanfe d-Z sonntags vorrnirtag trafen, wie der ..Nheinvsälzer" meldet, die ersten Besatzungstruppen französischer Nationalität hier ein. Von Impflingen und Weitzenburg kommend, hielten sie. in der Hauptsache Jager zu Pferde und Artillerie, letztere ihre Geschütze niit sich führend, unter klingendem Spiel ihren Einzug. Vor dem Ouartier des L?berkomnmn- dierenden defilierten die Truppen, die später in den Ka- strnements des 12. Artillerie-Regiments untergebracht wurden. Gegen 12 Uhr w«rde von zwei Offizieren der gesamte Post-, Telegrahen- und Telephonbetrieb übernommen. Später wurden die bahntochnifchen Anlagen besichtigt; nahezu der gesamte Eisenbahnverkehr, ist eingestellt. Don meh- reren öffentlichen Gebäuden weht die Trikolore. Die Belgier in Aachen. Köln, 2. Dezbr. Tie „Kölnische Zeitung" meldet aus Aachen: Vorgestern nachmittag rückten hier zwei belgische Kavallerieregimeter ein u^d nahmen vor dem Natbause Aufstellung. Das Publikum verhielt sich ruhig. Der Koni- mandeur der Truppen erklärte, daß. wenn die Bevölkerung seinen Anordnungen willig folge, eine Milderung der Anordnungen eintreten würde. Zunächst wurde die belgische Zeit in Aachen eingeführt und befohlen, datz um 8 Uhr abends alle Lokale zu schließen stnd. Nach dieser Zeit darf niemand auf der Straße sjch aufhalten. Der Soldatenrat wurde für abgesetzt erklärt, und es wurde angeordnet, daß nur der Oberbürgermeister als Behörde zu gelten habe. Tie Zeitungen dürfen zunächst zwei Tage nickt erscheinen. Nach ihrem Wiedererschcinen stehen sie unter Präventivzensur. Die FmpiinlaEan der Helden. London. 1. Dez. (WB.) Reuter Meldung. Aus Lorenzo Marques wird vom 25. November amtlich gemeldet, daß General von Lettow. Vordeck sich mit 30 Offizieren, 125 anderen Europäern. 1165 Askaris. 1516 Trägern 482 örtlichen und portugiesischen Trägern. 13 Eingeborenenhäuptlingen. 283 männlichen Eingeborenen und 819 Frauen ergab. Die Askaris bleiben bis zur Heimbeförd^rung in Tabora. die Deutschen bis zur Ueber- jührmrg nach Europa in Daressalam. Die S*ßn>ü!mä!f des Mhmeg haben am Samstag getagt. Das Hauptreferat bette das Mitglied der Regierung. Barth Man hat beim Lesen seiner Rede den Eindruck, als male er absichtlich grau in grau. Die Lage unserer Ostarmee schilderte er verzweifelt, gegen diese Darstellung ist inzwischen ein Protest eingelaufen. In der Ernährungs- srage sieht er trüb und unsere Rohmaterialien reichten, selbst wenn die Erzeugung nur ein Viertel von der im Jahre-1913 betrüge, nur auf sechs Monate. Auf die Frage: Wo sind in Berlin die Waffen? meinte ez: Soweit die Berliner Arbeiterschaft Waffen besitzt, sind sie wahrscheinlich zu 95 Prozent in den Händen der Spartakusgruppe Die interesiante Frage, wie stark die Soldaten in Berlin noch bewaffnet sind, und wo sie politisch stehen, bleibt »^erörtert. Auf jeden Fall müsie der Bürgerkrieg vermieden werden, und Giebel 'ist überzeugt, daß dies möglich sein wird. Das Verhalten der Spartakusgruppe sei teilweise auf Angst vor einer Gegenrevolution zurückzuführen. Dagegen nachm er die Zustände in Berlin gewissermaßen in Schutz, indem er ausführte, daß von links her der Revolution keine ernste Gefahr drohe (?) Bezeichnend für die Stimmung unter den Frontsoldaten ist der Protest eines ihrer Vertreter, der sich dagegen wandte, daß die Negierungsvertreter mit parteipolitischen Redne-n die Debatte zu stark beherrscht hätten. Die Frontsoldaten wollten lediglich die Negierung, nicht aber rin sozialistisches Programm unterstützen. Eine lebhafte Debatte entspann sich über ein angebliches Flugblatt der Obersten Heeresleitung, in dem die heimischen Arbeiter- und Coldatenräte aufs allerschärfste angegriffen werden. Menu tos Feldheer heute hungern müsse, so seien die heimischen Räte daran schuld, und diese Räte bestünden aus Matrosen, die nie etwas gelListet hätten, aus Juden und unreifen Vursckxn. Schließlich wurden fünf Vertreier für den Berliner Vollzugs- rat gewählt, und zwar lauter Sozialdemokraten. Die „Franks. Ztg. bemerkt dazu: Es ergibt sich auf dieser Tagung das gleiche Bild, das wir ae^enwärtis auch andersnx» a!Z in Bad Ems zu sehen bekommen: den bürgerlichen Parteien und den Mehrheitssozialisten fehlt es an Selbstvertrauen und Schneid, sie lasten sich dadurch leicht von den Unabhängigen, dis von revolutionärem Temperament und deshalb rücksichtslos sind, an die Wand drücken. Auf diesem Vertretertag sind allerdings die Unabhängigen selbst mir ganz spärlich vorhanden. (Spar- takusleute wohl überhaupt nicht), und der Gesamteindruck läßt sich doch nicht verwischen, daß die Soldatenrüte des Feldheeres zwar fest und zuverlässig zur Revolution stehen, daß ihre Gesinnung jedoch eine sehr gemäßigte ist. Politisch und in jeder Begehung. Das Verhältnis zu den Offizieren erscheint durchaus kameradschaftlich: gelegentliche Zwischenrufe des Unwillens oder Mißtrauens gegenüber Offizieren, die an der Debatte teil, nebmen. werden jede-mal von der Mehrheit der Versammlung energifch zu cückg.'wiesen. Ein Ursicst der Ostarmee. Das Mitglied der Volksregierung Barth erklärte auf der Versammlung der Soldatenräje der Fronttruppen zu Ems folgendes: Trostlos ist die Lage unserer Truppen im Osten. Die Armee Mackensen ist interniert, dach sie hat damit noch das beste Los gezogen. Was aus den Heeren in der Ukraine, im Baltikum und Finland werden soll, ist noch ganz dunkel. Die Entente hat bereits eine Armee bei Odessa stehen eine andere bei Iasiy. Es wird erwartet, daß in den nächsten Taaen Enten- tenheere bei Petersburg und bei Riga gelandet werden. Auch haben sich unsere Gegner Vorbehalten, über Danzig den neuen polnischen Staat zu versorgen Was daraus sich Entwickeln wird, weiß man noch nickt. Wir haben so wenige Züge zur Verfügung. haß es im besten Falle drei Monate dauern wird, bevor wir unstre Truppen aus dem Osten zurückgeführt haben werden. Unsere Kameraden dort draußen leben in der sehr ernsten Sorge, daß es ihnen gehen könne, wie der napoleonifcken Armee im Jahre 1812. Wer an dieser Laae schuldig ist. darüber wollen wir heute nicht re-den. (Stürmische Zurufe: Ludsndcrsf!) Wir hoffen, nock mit Polen eine Abmach,ina treffen zu können die uns den Durchmarsch sichert, aber Gewißheit darüber besteht noch nicht. Ebenso pessimistisch hat sich M o l k e n b u h r ausgesprochen Auf diese Ausführungen, die vollkommen ungerechtfertigte Aeußsrungen über die Ostverhältniste bringen, erging folgender Protest durch den Zentralrat der Ostfront: Der Zentralrat der Ostfront ist erstaunt über die Aeußerungen von Ihnen, daß di« in Rußland liegenden Armeen wohl kaum an die Rückkehr denken könnten. Wir verstehen nicht wie Sie derartiges in öffentlicher Verfaurmlung sagen können da doch die ganze Lage der Ostfront zu diesem Pessimismus keinen Anlaß gibt, solange es den Arbeiter- und Soldatenräten gelingt ihre Politik der Ruhe und Ordnung weiter durch-u führen. Mil derartigen Mitteilungen verwirren Sie die Stimmung i^ der Heimat, auch bet der Truppe, die daran Nachricht empfängt. Sie erschweren dadurch unsere außerordentlich großen Ausgaben und bringen erst die Gefabr berauf. die Sie als schon vorhanden darstellen. Wir ersucken Sie dringend über die Ostfragen nur unsere bevollmächtigten Vertreter sprechen zu lassen, die wirklich mit ber Sachlage vertraut sind. Berlin, 30. Nov. (WB.) Im Osten sind dis Räumungen und die Nücktransnorte unserer Trupnen einaeleitet. Zunächst werden Estland. KleiinL'vland und das ganze Gebiet östlich der Linie Moledetfchrio Baranowitfchi. Tannen'und die Krim geräumt. Wegen der großen Entfernungen und der mangelhaften Bahnen dauert die Räumung längere Zeit. Die ersten kleinen Transporte kamen in Ostpreußen an. Durch die Verhältnisse in Posen werden die Räumungen zwar erschwert, aber nicht verhindert. Kleinere Transporte kamen bereits in Bayern und Schlesien an. * Die innere gtalttUt. Berlin, 1. Dez. (WB.) In seiner Rede vor der Berliner so-zialdemokratischen Parteiorganisation fuhr Eberl fort: Soll die Revolutwn und rhr Steg gesichert werden, dann muß jede politische. Putschtaklik aufs entschiedenste bekämpft werden. ML» gen die deutschen Arbeiter nach Rußland gehen und sich warnen lassen. Das hochentwickelte deutsche Wirtschaftsleben kann auf dis Dauer nicht mit Maschinengewehren und Brownings vergewaltigt werden. Wn wollen ein dauerhaftes, innerlich gesunde- Werk schaffen, daß eine gesittete Entwicklung der Wirtschaft und ein kräftiges Volksleben ermöglicht. Freiheit in Wort und Schrift und gleiches Recht für alle. Das find und bleiben unsere Grundlagen. Beseitigung jeder Unterdrückung und Ausbeutung bleibt unser unverrückbares Ziel. Was uns für die Zukunft vor Augen steht, ist ein freies, gesundes vnd frohes Volk, das keine Schmarotzer und kein Elend mehr kennt. Wer dasselbe will, kämpfe mit uns gegen dre Gewaltpolitik, von woher sie auch komme, und für Freiheit, Demokratie und Sozialismus, für die volle Befreiung des ganzen Menschengeschlechts. Auch der zweite Referent, Otto Braun, bekannte sich zum Ausbau und zur Festigung der sozialen Politik auf demokratischer Grundlage und zu eurer entschiedenen Kampfansage gegen bolschewistisch? Methode,». Im Aufträge der preußischen Regierung werde ein Gesetzentwurf ausgearbeitet. der dem Staat dag Verkaufe recht au deu Landgütern sichert. D> e aus den Städten in die Landwirtschaft ei »getretenen Arbeiter sollen so bald wie möglich entlassen und die zurückkehcenden Landarbeiter zu neuen, den Verhältnissen «nrsprechenden Bedingungen wieder eingestellt werden. Die Oed- und Moorlöndereien von denen eo in Deutschland über 2 Millionen Hektar gäbe, sollen in Kulturländer umgearbeitet und soweit als möglich schon für die nächst-; Ernte nutzbar gemacht werden. Die landwirtschaf1l,chs Produltton müsie auf die höchste Stuke gebracht werden. Schließlich wurde eine Resolunon einstimmig angenommen, wonach der Beschluß der Reichsregierung, die Wahl zur Nationalversammlung lchon im Februar stottsinden zu lasten einstimmig begrüßt wird Die Errungenschaften der Revolution können nur gesichert werden, wenn Freiheit und Glerckberech- tigung aller Volksgenossen auf dem Boden der Demokratie ""d des Sozialismus genährleistet werden. Die Derfammluns klärte sich bereit, die Regierung in dem Kamps allen Wide' den und Hindernissen zum Trotz m,1 voller Energie z» v stützen. Aue diesem Grunde wird der Anschluß aller M ; 'r und Frauen an die Organisation der sozialdemokratischen h i Deutschlands als erstes Gebot der Stunde bezeichnet. Ein Friede tun jeden Preis. In Ems schloß der Volksbeaufiragte Barth seine Rede n t den Worten: Kein Friede kann schlechter werden, als der jetzige Zustand. Ich möchte laut hinausrufen: Wilson. Clemenreau. Lloyd George diktiert uns einen Frieden, ohne uns auch nur zu fragen, welchen Frieden ihr immer wollt — aber diktiert ihn uns morgen! (Beifall auf vielen Seiten.). Wie ein solcher-Frieden aussieht. g'bt eine Erörterung der „Daily News" Kunde, daß die Alliierten folgende Schaden- ersatzvorfchläge erwägen: 1. Es soll während einer Reihe von Jahren ein Cchaden- erlah in Geld für sämtliche in Belgien und Frankreich ange- rickleten Schädeti geleistet werden Die Sckäden werden auf 2 bis 2 1 /j Milliarden Pfund Sterling berechnet. 2. Sämtliche verheerten Häuser in den Städten dieses Gebietes müsien durch deutsche Arbeiter neu aufgebaut, die Wege neu angelegt, die Schlachtfelder wiederhergestellt und das benötigte Material durch deutsche Arbeiter für die Alliierten zu- sommenaebracht werden. 3. Es soll ein Schadenersatz geleistet werden für den vernichteten Cchisssraum. und zwar auf Grund eines zwischen den Alliierten urrd den Zentralmächten abgeschlossenen lleberein- konimens. laut dem die deutschen Schiffe für Rechnung der gesamten Welt fahren und auf deutschen Werften neue Schiffe für die britische oder die anderen Ko.ussahrleifiotten gebaut werden müsien. 4. Neben dem Schadenersatz für Belgien und Frankreich soll eine weitere Entschädigung für die erlittenen anderen Verluste gezahlt werden. 5. Das gesamte in Deutschland vorhandene Gold wird den Alliierten ausgelie.ert. 6. Die deutschen Kohlenbergwerke haben einen Teil geforderten Kohle abzugeben. Diese Abgabe ist aus eine Ne von Jahren zu zahlen. Außerdem ist die deutsche Kohle? zeugung unter die Kontrolle der Alliierten zu stellen. 7. Die in Italien, Serbien und Rlimänien angerichi Verbeerungen müsien wieder gutgemacht werden Auch die folgende Betrachtung des „Vorwärts" ist inte, saut: Der Versuch des französischen Generalisiimus Foch. sein. ' Triumph mit dem Einzug in Berlin zu krönen, war schon längst erkennbar, er steht in diesem Augenblick vielleicht schon voo seiner Verwirklichung. Die Besetzung Deutschlands ist uuier ✓ den gegenwärtigen Umständen kein militärisches Kunststück, sie ist auch in keiner Weise eine militärische Notwendigkeit. Sie könne es höchstens in dem Sinne fein, daß die sozialistische p. Freiburg i. Br„ 2. Dez. (WB.) Der Reichstaqspräsident Fehienbach erhielt vom Reichstagsbüro heule folgerrdes Telegramm: Von der Reicksregierung ist uns folgende? Schreiben zugegangen: „Die Rerchcregrerrng hat verfügt Sie zu beauftra, gen. am 1. Dezember 1918 an -ie Herren Reichstagsabgeordne- ten nur dis Diüt-n auszahlen zu wollen, die im Falle einer erfolgten Reichstagsauflöfung bezahlt werden müßten. Zugleich bea.rftragen wir Sic. die Einziehung der Eisenbahnfahrkarlen der Herren Reichst agsabgeordneten veranlassen zu wollen Ebert. Haase.* Daraus hot der Re-.chstagspräsident an die Reichsregierung vnv das Reichstagsbüro folgendes telegraphiert: An die Reicksleitung Berlin. d 6aut telegraphischer Mitteilung haben Sie das Reichstags- küro angewiesen. am 1 Dezember 1918 an die Reickslagsabge- ordneten nur die Diäten auszuzohlen. die im Falle einer erfolgten Re ickstag«ouslosung bezahlt werden müßten, sowie die Einziehung der Enenbahnfahrkarten zu veranlasien. Diese Anordnungen pnd aesrtzwrdrkg. Die freie Eisenbahnfahrt ist durch dos Gesetz vom 22 >ni d. I. für die Dauer der Legislatur- periode die noch andauert, gewährleistet, und die Auszahlung der Dezemberdiätenrote darf nickt abhängig aemackt werden von der Fiktion einer Reickstaasauflösung Der Reichstag ist nicht aufgelöst und ich protestiere namens des Reichstags geaen diese Gejetzn rdrigkeiten. Die Regierung ist auch nickt berechtigt, dem Rerckslogeburo mir Umgehung des Präsidenten Weisungen zu- gehne zu lasten Ich habe dem Büro verboten der jetzigen Ver. fügung nachzukomme«. Fehrenbach. Reichst agsproside nt. An das Reichstaasbüro. Berlin. Die Verfügung der Rcichsregierung bezüglich der Diäten vnd der Frekiahrkarten ist. solange der Reichstag nickt aufgelöst ist. gc'etzn.'drig Die Regierung Hof auch nickt das Reibt mit Umgebung de? Präsidenten Ihnen direkte Weisungen zrckommen zu lassen. Ich habe gegen diese Gejetzwidrigkeiten protestiert. Die Spnrtnkrrsgrnppe. Berlin, 2. Dez. Ebenso wie die Sozialdemokratie und die dentlche demokratische Partei hielt auch der Spartakusbund gestern eine Reihe von Versammlungen ob. die zum Teil einen lärmenden Verlaus nahmen. Karl Liebknecht fand mit seinen Ausführungen stark-n Verfall zum Teil aber auch lebhaften Widerspruch. Er wandte sich gegen die Einberufung der Nationalversammlung. Die Verschwörung gegen das Proletariat und geaen die Sozialisierung sei gegeben. Was werde denn eine solcke Nationalversammlung anders sein als die Fort- fetzuna der Reicks^chwatzerdande. Auf die Soldaten sei ga: kein Verlaß Die meisten von ibnen machten die Revolution eben mit und warteten bestere Zeiten ob. — Rosa Luxemburg stellte fest, dar sogar d-e Unabhänaiaen nichts mehr mit der Svarta- kr-sgrl'vpe gemein halten und forderte dazu auf. die Waffen ,u ergrenen gegen die jetzige Regierung. Die Ziele der Spartakus- gruvve feien Vernichtung des Kapitalismus. Nichtiakeitserklä- rung sämtlicher Krieasanleihczeichnungen. Sozialisierung der Gkstv^boft Konfiskation sämtlicher Lebensmittel zum Zwecke der Verteilung. Heranziehung der ulten Regierung zur Rechenschaft über die bisher verfolgte Politik Als weiterer Redner und Rednerinnen sick gegen Rola Luxemburg wandten, wurden st? nkedergesckrien. In einer Versammlung erklärte ein Redner. um die Diktatur aufreckt zu erhallen, dürfe man vor de« schlechtesten Mitteln nicht zurückschrecken. dürfe nicht glauben, sich dadurch weiß zu machen, daß es den Eharakter seiner Verbündeten anschwärze und die Eckuld oder die Sühne für die gemeinsamen Verbrechen auf die Schauester- staalen abwälze. Im gleichen Sinne äußert sich auch das „Zour- nach des Debets". Aene Stellen. Kurt Cisner. ?ln den letzten Toaen schien es. als ob die Tage Ei?ners seren. Seine Reden 'ander, lebhaften Widerspruch und bei erner Rcvolulionsseier wurde er sogar ausgepfiffen. In- fanden eifriae Besprechungen statt, als deren Ergebnis die Be.tat.aunq der Eisner'schen Diktatur anzuseben ist. Wäh. rend der Taae d7r Krisis soll es in Münck<.n ausgeschen haben He am ersten Tage der Revolution Bewaffnete durchzog ).e Strgnen und namentlich ist das Auslauchen zahlreicher Ma- xoK>n ausgefallen. 30. flcv. Sa? SVrti«fT 3*ofrrm?ornon, bl, „05et. nrniio babaurf., in tineir, üb^au? Tcficrrfen Artikel ffeaei, den baa,r>!».bn Mini-l,rprSsid,nf,n Kerl m*ntt. daß dieser Samuel Rormanowsky h-ih, uni au6 ßembcrg stamme. Kein, SeparaisrlebcnKschliisse. e ' r,i "' 3 - Tei - Der Frieben-schlns, mit den einzelnen beut* Wen Bundesstaaten wird ln ena.lilchen und franrästjch-n Auz. Iastun-en abaelehnl. die fich besonder, «,z,n Bayern richten. In „nem Leilar,ile, de, ..Time," wird Cidner Hab. burdi bl, Derossentlichung nur den Nachweis erbrach!, dak IMDera der Mitschuldige Skalas uni Wiens war. Bayern Berlin, 27. Non. Der unabhängige Sozialdemokrat Dr. HerzfeHd der im Reichstag den Wahlkreis Rostock vertrat, ist dem Staatssekretär des Innern, Professor Hugo Preuß. beige- crtnet worden' Herzfeld hat feine Tätigkeit bereits ausgenommen. Berlin. 3. Dez. (WV.) Der Reichstagsabgeordnete Dr Ouarck ist zum Beigeordneten im Reichsamt des Innern ernannt worden und bat gleichzeitig den kommissarischen Auftrag erbalten, im Auswärtigen Amt gemeinsam mit Kautsky die Prüfung des Archivs vorzu nehmen. Kämpfe in Oesterreich. Budapest, 2 . Dezbr. Bei Theb?n-N?udors in der Nähe von Marckeag. wo die Tschechen gestern abend einem Per- fonenzug «überfielen, kam es zum Kampf zwischen ungarrschen, österreichischen und tsch>echlstf>6n Truppen. In den.Kanrps arftftn auch eben aus der Durchreise im Marcheaa beftndst^e deutsche Abtm.lunaen der Arnzee Mackensen ein. Nach mestr- stimdickem Kampfe wurden die Tschechen in die Flucht gejagt. Budapest, 2 . Dezbr. (WB.) Das Dreffcbnr^au de? Krieasinittksterknms meldet- Die im Waatal pordringenden Tt-uppen griffen Iptvar und ^gsgoe an und gelanaten mit -bren Vorstufen bis Zeleniee. Sie begannen aus der ^nepd um Boestpen auch aus den nach Neutra führenden Wenen vorzudringen wurden aber pon Unfern National- aard"n zersprangt. Den ein getroffenen B-richten- zutolae beaeben die tschechischen Truppen an einzelnen Orten Plünderungen und Räubereien. Die bei Tvrnan stehenden l^chechischon Kräfte baben neuerlich ibr Bardrinaen flegen (5ifter beaonnen. Sie wurden aber non Presthuraer Truppen mit (^enebr- und Maschinenaewebr- und Artilleriefeuer zur'"'ckwfch.sggen. Cine tw Mgrortal vordringende nrnia* nische Kolonne erreichte Sachf.-Regem Jndenverfolgung in Prag. Prag, 2. Dezbr. (WB.) Wiener Korr-Bur. Um die Mittagsstunde sammelten sich auf dem traben mehrere b?mdert Personen an die vor einigen Däusern, in denen sich Geschäftsleute befanden, die Herausgabe der jüdischen De- stfter verlangten, mit der Begnindung. daß die Juden an dem seiend schuld ftien. das der f^rieg gebracht bab-. gelang ilmen auch mebrewr Geschäftsleute babbaft zu werden. Diese wurden tätlich in^{ ibnen (Traut zu Hessen als Kriegsbrckt^ vor das Deutsche Saus, in dem stch angeblich mehrere jüdische Geschäftsleute verhornen halten sollten. Dem Mi'itär gelana es. die Menge wiederum gegen den Pulverturni zurückzudrangen und den Graben abzusperren. llik Jüdl'Ml'rs'"e in und Kalijikv. Berlin, 30. Nov ^(WB.) Die Gesandtsck-aft der pol- Nischen Nepublik übermittelt uns folgende amtliche Meldung aus Krakau: Augenblicklich ist fast überall im Lande die Ruhe wiederhergestellt. In Przemysl war das Banditenunwesen nur gering und wurde von polnisck^er Seite sofort erstickt. Die Urtock)e der Vorkommnisse in Lemberg ist die Auflösung der Miliz durch die Ukrainer, weil dadurch während und gleich nach den Kämpfen keine Sicherheitsorgane vorhanden waren. Ferner setzten die Ukrainer über fünfhundert Verbrecher aus den Lemberaer Gefängnissen in Freiheit. Diese plünderten Teile des jüdischen Viertels und zahlreiche christliche Ge- lckvifre und Gebäude. Amtlicherseits wurden sofort energisck« Gegenmaßnahmen getroffen und eine Hilfsaktion eings- leitet. Gegen fünfzig Banditen sind standrechtlich erschossen worden. In Lemberg und dem ganzen Lande wurde das Standrecht erklärt. Die Verleumdung gegen das polnisä« Heer, besten Anteil an der Bekämpfung der Räubereien auch jüdischerseits zahlreich anerkannt wird, werden entschieden zurückgewiesen. Mit dcr Jsr i,?id friiif fnmilif frwM mnrbr. Das Blatt „(Kolos Kiewo" berichtet, daß bei der Freiwil. llgev Armee der General Erischon Almasoff ankam. der folgende Einzelheiten über die Ermordung der Zcrrenfamilte berichtet: Die ganze Fonrilie wurde erschosien. der Zar. der Thronfolger, die Erzarin Alexandra Feodorowna. die Großfürstinnen Tatjana. Olga. Maria und Anastasia. Zugleich mit der Zaren- somilie wurden Dolgorkoff. der Leibarzt Botkin. die Leibvor- lesertn Schneider und andere Personen des Gefolges erschosien. Der Kammerdiener des Zaren wurde kurz vorher von Bols.che. misten verhaftet und kam ins Gefängnis. Dank diesem Um- stand gelang es ihm, sich vor der Erschießung zu reifen und werwolle Aussagen zu machen, die die Welt über dieses Er- eignis aufklären. Die letzten Wochen vor der Ermordung wurde die ganze Familie des Zaren in einem Zimmer gefangen gehalten, wo ihnen ein einziges Bett, zur Verfügung stand, auf dem Alexandra Feodurowna schlief. Die übrigen Mitglieder der Famrlte wäre« gedrungen, aus üartem Boden ohne jede Unter- lag- zu schlafen. Im Zimmer defand sich Tag und Nacht ein« Wache der roten Armee. Die Gefangenenaufseher setzten die Gefangenen.unausgesetzt Beleidigungen aus. Keinen Augenblick blieb weder der Zar noch feine Familie ohne Aufsicht. Oft. weckten die Wächter die Gefangenen misten in der Nacht und zwangen sie aus die frechsten und zynistjschen Fragen zu antworten. Den unerträglichsten Beleidigungen waren besonders die Großfürstinnen ausgesetzt. Bei leinen Aussagen vor der Untersuchungskommission sagte der Kammerdiener des Zaren, daß der Tod für die ganze Familie eine Erlösung sein würde. Die Hinrichtung verlief folgendermaßen: Zn der Nacht zum 17.^ Juli teilte der Kommisiar Awdejest den Gefangenen mit. daß sie erschosien werden wiirden. worauf sie in einen Keller gebracht, an die Wand gestellt und erschosien wurden. Auf die letzte Bitte des Zaren wurde er mit dem kranken und und ermatteten Thronfolger auf dem Arm erschosien Die Großfürstin Tatjana Nikolajewna, die durch mehrere Kugeln verwundet worden war. wurde mst dem Gewehrkolben erschlagen. In der gleichen Nacht brachte man die Leichen aus Iekaterine'nburg, wo die Tat begangen wurde, weg und verbrannte sie 40 Werst van der Stadt entfernt. Der Kammerdiener des Zaren fand unter der Asche einen großen Diamanten, der der Großfürstin Olga gehörte Dieser Stein war von dem Kammerdiener des Zaren in die Wasche der Großfürstin esngenäht worden. Die näheren Umstände dieser schrecklichen Tat wurden durch eine von der sibirischen Regierung ernannte Untersuchungskommisston fest gestellt. Zu dieser Kommission gehörten zwei Universitäts- Professoren aus Tomsk, sowie Vertreter der Gerichtsbehörden aus Tomsk und Iekaterinenburg. Die Bolschemiki selbst berichteten schon am nächsten Tag von der Ermordung des Zaren; der Tod der übrigen Familienmitalieder wurde geheimgehalten. Im Keller, wo die §rsckies-«ng stattgefunden hatte, war das Blut vom Boden weggewilcht nn-d die Spuren der Kugeln an der Wand Lberiüncht worden. Desienunoeachtet gelktng es der Kommission alles zu entdecken. Ungefähr um dieselbe Zeit wurden in Wolopajewsk und in P-rm di- Großfürsten Johann und Igor Konstantinowitsch. Sergej Michaelomitsch uwd eine große Reihe ihnen nahestehender Personen ermordet. Es ginge» Gerückte um daß die Großfürstin Elisabeth Feodorown« lobt und sich im Ural aufhalte Ueber den Verbleib des Großfürsten Michael Al-xandrowitsch sind wsder im Ural noch in Sibirien Nachrick)ten vorhanden. O Ktrntzvnrg, o. KtraWnrg! . Ans Kehl bei Straßburg meldet man d^r Straßburger Zeitung: In Straßburg wurde in der Nacht zum Sonntag non Bürgern und Soldaten die Sckmtzhülle. die das Kaiser- denkmal umgab, erbrock^n und das Denkmal mittels eines St"ins vom Sockel gestürzt. Mit Hammer und Meißel wurde Stück um Stück von dem vielen Zentner sck)weren Denkmal abgeschlagen. Die Schar schleppte alsdann an ein-m langen Seile den Bronzekopf vom Denkmal Kaiser Wilhelms l. über das Pflaster und legte ihn zu Füßen des Standbildes des Generals Kleber. Etwas später zog die Menize vor das Hanptpostgebäude. um dort den Kaiser- slandbidern der Hauptfassade das g!eick>e Schicksal zu bereiten; indes standen an diesen Stellen die Monarcki-n viel zu stoch über dem Volk und waren a«ch mit Leitern nicht zu erreichen. Verschiedene Vachrichtc». Diebstahl im Berliner Schloß. Berlin, 2ß. Nov. Wie eine hiesige Korlespondenz mifteilt, ist die gesamte Wäsche des Kaisers und der Kaiserin mit der Garderobe aus dem Schloß verschwunden. Die Spitzbuben habe» nur die StaatZgarderoben der Kaiserin in zerrisirnem Zustand zurückgelosien. Auck Kostbarkeiten und historische Gegenstände sind nicht auszusinden. Sie sollen ebenfalls gestahlen sein. Das Silberzeug und die Weinvorräle konnten in Sicherheit gebracht werden. Verwertung des frei werdenden Armeematerials. Berlin, 80 Nov. (WB. Amtlich.) Eine Hauptvoraus- setzung für die Wiederaufrichiung der heimischen Volkswirtschaft ist die restlose Erfasiung und Verwertung des ganzen durch die Dcmobilisation freiwerdeiden Arm-ematerials jeder Art. Wer Heeres- oder Marinegut verschleudert, schlecht beaufsichtigt, sich aneignet oder unbefugt veräußert, schädigt ebenso wie der Käufer solcher Güter unseren wirtschaftlichen Wiederaufbau. Er entzieht die Güter den Volksgenosien. die ihrer am dringendste» bedürfen, verhindert die Abbürdung unserer Schulden, zu der der Erlös aus dem geordneten Verkauf dieser Güter beitragen soll, und vermehrt die finanziellen'Lasten des gesamten Volkes. Es ergeht daher an jedermann der Aufruf, dazu mltzuhelfen, daß von diesen Milllardenwerten nichts durch Nachlässigkeit oder Untreue r~ T oren geht. Dabei darf nichts als zu geringfügig angesehen werden. Zur Durchführung einer geregelten Verwertung des frei werdenden Heeresaeräts itzder Art ist das im Bereiche des Reichsschatzamtes errichtete Derwertungsamt für fret werdende Heeres-. Marine- und sonstige reichsetgene Güter, Berlin NW. 7. Unter den Linden 78. ausschließlich bestimmt. Das Verwertungsamt wird Zweiganstalten in allen Bundes» staaten und an größeren Plätzen des Reick-es gründen. Alle Stellen werden ausgefordert, das Amt in seinen Arbeiten zq. unterstützen. Ende des oberschlesischen Bergarbeiterstreiks. Breslau, 2. Dez. (WB.) Der oberschlesische Bergarbelter- strrik kann als erloschen angesehen werden. Bei der heutige» <^rüstschicht wurde nur auf der Heduüg-Wunsch-Grube gestreikt. Dort fehlten von 660 Mann unter Tage 113 und von 888 Man» über Tage 440 Mann. In allen übrigen Gruben ist dir Arbeiß ! überall wieder ausgenommen worden. Die Armee Mackensen. Berlin. 1. Dez. (WB.) Die Waffenstillstandskommissto^ in Spua befaßte sich in ihrer gestrigen Sitzung mit der Frags, der Fnternierung der Armee Mackensen, über welche werter«. Verhandlungen geführt werden. Nach dem deutschen Waffen- stillstandsabkommen darf die Armee Mackensen nicht interniert werden, sondern muh sich unverzüglich hinter die deutsche Grenze zurückziehen. — Nicht transportfähige Kranke und Verwundete, die in zu besetzenden deutschen Gebieten Zurückbleiben, werden zurückgegeben, sobald sie transportfähig sind, die Transportfähigen dagegen werden gefangen gesetzt. Kranke und verwundete Soldaten in Kurorten müssen, sobald sie transportfähig sind, rvellerbefördert werden. fcitif Dchlaßnahm tum ZaMrkssklK. Berlin, 3. Dez. )WB. Amtlich.) Veschluh des Reichsausschusses. An alle Arbeiter- und Soldatenräte des Reiches! Das Reichssrnährungsamt beklagt sich darüber, daß Vre Fälle sich mehren in weichen die Arbeiter- und Soldatenräte Eingriffe in die Saatkartoffelbestände vornehmem An alle Arbeiter- und Eoldatenräte ergeht daher die dringende Mahnung. allen Anordnungen der Reichs- bezw. der Provinzial-Kar- tofselstellen sowie der Saatstellen Folge zu leisten und den un- berechtigten Eingriffen in das gesamte Ernährungswesen mit allen Mitteln vorzubeugen. Dcr Vollzugsrat des Arbeiter- und Soldatenrates Groß-Berlin, gez. Richard Müller. Molkenbuhr. Werden die Zigarren billiger? schreibt aus Kreisen des Zigarrenhandels: Wie bekannt. lind alle Zigarrenfabrikeu in ihrer Produktion stark eingeschränkt und außerdem zu außerordentlich hohen Heeresliefe- rnngen herangezogen worden. Für den fieiöd Handel blieb nux noch ein kleiner Teil (5 Prozent der Friedcneproduktion) übrig, so daß die Fabriken absolut keine Vorräte in Zigarren besitzen. Den günstigen Fall aug».iommen, die Heereslieferung würde bei Frietensschlnh sofort ans jede neitere Belieferung ihrerseits rerwckchen. so würden doch erst rnsg->samt 20 Prozent der Frie- densprndukl'on für den krr'en Handel verbleiben, wobei aber zu beackten ist. daß hiervon auch dre heinrkehrenden Millionen Krieger mrt zu v 'rsorgen sind. Die Fabriken wüsten, wie von fachmännischer Seite gejchrleben n rrd. im Interesse der Betriebe w-iter kontingent'^*t bleiben und leider voraussichtlich auf sehr lange Zeit noch Holland, das als Rohtabaklieserant in erster Linie in Frage kommt. Hot rm Mutterlands selbst keine Rohtabakvorräte mrhr. es wüsten die Zufuhren aus den Kolonien abgewartet werden. Schiisroummangel und Bevorzugung der Lebensmittel wird d'e; verzögern. Ganz Europa ist in Ta- krk ausgehungert, und erst vie'e Monate noch Friedensfchluh wird eine Erlei.l'terung zu verjpüren fein. Auch die Valuta wird hierbei ^itzusprechr \ haben. Die Tabakpreise werden durch Nachfrage und Angebote festgcsttzt und deshalb sicherlich hoch ble*ben. Gewißlich ist. daß wir die früher so beliebten 10—20 Pfg.-Oualitäten auf ab'ebbare Zeit dreien Preislagen nicht zu gewärtigen haben. Nachdem in den letzten Tagen in Stut- gart von einzelnen Firrren billigere und anscheinend auch größere Bestände Zigar 'n zum Verkauf gebracht worden sind, ist in weifen Kreisen die Meinung ausgckomwen. daß dies der Anfang der Verbillig urg von Zigarren sei. Dies dürfte nicht de^ Fall fein, sondern es handelt sich bier nur um eine plötzliche Erscheinung. da diese Z^arren zweifellos von Schiebern abgestoßen worden sind oder aus Beständen von Heeresgruppen, welche diese Zigarren unter den gegenwärtigen Umständen schnellstens Zum Verkauf bringen, höcrühren. Am 19. Jamm Wahltag in Mn. Dermstadt. I Dez. (WB.) Das Wahlgesetz für die gesetzgebende hessische Volkskammer ist nunmehr beschlosten. Die Volke kanlmer wird aus 58 Abgeordneten gebildet. Die Wohl- rechtsbestimmungen entsprechen denen für die Nationalversammlung. Die Abgeordneten werden nach den Grundsätzen der Verhältniswahl auf die Dauer von drei Jahren gewählt. Das ganze Land bildet einen Wahlkreis. Die Volkskammer tritt am 8. Tage nach der amtlichen Ermittelung des Wahlergebnisses in Darmstadl im Sländehaus vormittags 11 Uhr unter dem vorläufigen Vorsitz des ältesten Mitgliedes Zusammen und wählt die Leitung. Die Geschäftsordnung gibt sich die Kammer selbst. Die provisorische Negierung. die allein die Vollzugsgewalt in Hesten ausübt. ist nach dem Zusammentreten der Volkskammer ausschließlich dieser ver- Lvtwcrllich. Sie bleibt solange im Amt. als sie das Vertrauen der Volkskammer genießt. Entzirhl die Volkskammer der Regierung das Vertrauen, so ist aus der Volkskammer eine neue Negierung zu bilden. Als Wahltag ist der 19. Januar 1919 in Aussicht genommen. Nieder-Ingelbeim, 30. Nov. Herr Pfarrer Korell schreibt uns- Das Wolfsbureau verbreitet die Meldung, meine Behauptung, mir fei das Kultusministerium im hessischen Ministerium angeboten worden, sei nicht zutreffend. Das Amt fei mir von keiner zuständigen Stelle angeboten worden. Ich erkläre, daß am Montag, 11. November, der Ministerpräsident Ulrich im Kammergebäude, nachdem der Abgeordnete Bach mit ihm verhandelt batte, zu mir sagte: „Dann übernehmen Sie die Stelle." Ferner Hut der Abge- Adnexe Aeppich eine halbe Stunde später — und er hatte mit Ulrich wegen der Besetzung der Minsterialstellen verhandelt mich ailsgefordert. Nachfolger Süffelts zu werden. Als ich ab lehnte, bot Henrich dem Abgeordneten Urstadt die Stelle sn. Ich halte darum an meiner Behauptung fest. ' Ans der ficiumt. LrkcvLcrg. 4. Dcz. (D. S ch o e l l.) -$ei Abschiedsgruß für vcrru Euch Kirchenrat I). Scho eil wurde durch ein Versehen der Druckerei verstümmelt. Wir bringen deshalb den Artikel noch einmal zum Abdruck: Mrt dem 1. Dezember scheidet Herr »sch.ncat Pr-tfrstor D, Schoell, der Direktor des Predlger- femlnars. aus seinem Dienste, um in seiner schwäbischen Heimatkirche das hohe Amt eines Prälaten und Gcneralsuperintenden- len zu übernehmen. Pfr,:gsten 1907 wurde er als Nachfolger feines Landsmanns D. Wurster zum Professor am Friedberger Predigerseminar berufen. Ostern 1913 wurde er Direktor der Anstalt. Herr I) Schnell gehört zu der Reche ausgezeichneter, unoevgestencr Vrofcstoren am Predigerseminar, die durch ihre Tätigkeit auf der Kanzel und in der Seelsorge, im Vereins- leben und im persönlichen Verkehr sich ein bleibendes Denkmal gesichert haben. Wir reden vielen aus der Seele, wenn wir ihm ber feinem Scheiden von Herzen für seine Predigten danken, die durch die Klarheit der Gedanken, die Tiefe menschlicher Erfahrung und die Echtheit religiösen Erlebens Kopf. Herz und Wrllen der Zuhörer gleichzeitig packten und befruchteten. Das gilt besonders für die 50 langen, schweren Kriegsmonate, in denen w'r so oft Licht im Dunkeln. Trost und Kraft zum Tragen und Aeberrrinden brauchten und uns von seiner gefestigten, charaktervollen Persönlichkeit holen konnten. Wer beispielsweise die schlichte Lulherfeier am denkwürdigen, trüben 10. November dieses Jahres mitcrlebt hat, wird sie nie vergessen, so alt er wird. Auch im evangelischen Vereinsleben werden wir Herrn D. Schoell schmerzlich vermissen. Der Evangelischen Vereinigung war er lange Führer und Berater. Wie viele wertvolle Vorfräge hat er dort geballen, auch in letzter Stunde stets bereit zum Einlpringen. Darum um# es für btc Vereinigung eine selbstverständliche Pflicht der Dankbarkeit, daß sie den Scheidenden zum Ehrenmitglied ernannte un>d ihm ein Album mit Friedberger Erinnerungen überreichte. Die im Rahmen der Evang. Vereinigung entstandenen Männeroersammlungen mit kurzen Vorträgen und anschließender Aussprache sind Herrn D. Schoells eigenste Gründung. Sie haben der Gemeinde schon den einen' oder anderen praktisch wertvollen Dienst geleistet. Ohne die hier gegebene Anregung hätten wir gewiß heute noch nicht unter Gemeindeblatt. Und wenn demnächst, wie wir 'Grund habvn zu hoffen ein Gemeindehaus unser einen sein wird, dann ist das nicht, zuletzt Herrn P. Schoells Verdienst. Auch der kurz vor dem Kriege gegründete Evang Frauenverein verdankt dem Ha'nje Schnell jeine Entst-bung. Wir sagen, dem Hause Schnell. Denn hier hat bei der Gründung und bei der Leitung Frau Geh. Kirchenrat Schoell mit ganzer Seele und mit der ganzen FrUche und Freundlichkeit ihres Wesens mit- pear'oeitel. So wrrd Herrn Geh. Kirchenrat D. Schoell wie seiner Familie rsiel freundliche Gesinnung aus unserer Gemeinde in sein neues Amt Nachfolgen. Gott segne sein Wirken ln der Kirche der geliebten Heimat, wie er es auch unter uns sichtbar gesegnet hat. Friedberg. 4. Nov. fTaubstummengottesdienst.) Nächsten Sonntag um 2 Uhr nachmittags findet in der Burgkirche Taubstummen goltesdienst mit Feier de? hl. Abendmahls statt. Prediger: Herr Professor D. Dr. Diehl. FC. Schotten, 1 . Dez. Ein bemerkenswertes Ergebnis hat die vom Kreis.obstbauverein durchzeführte Erfasiung der Wildfrüchte im hiesigen Kreise gezeitigt. Ez wurden im Laufe dieses Herbstes abgeliefert: 134 Zentner Hagebutten, 105 Zentner Mehlbeeren. 400 Zentner Schlehen. 264 Zentner Himbeeren. 101 Zentner Brombeeren, 372 Zentner Hollunderbeeren und 1604 Zentner Vogelbeeren. Den Sammlern wurden hierfür insgesamt 1l4 815*Mark ausbezahlt. sr. Bergen. 30. Nov. Der Gastwirt Gustav Oesterle. der Inhaber des bekennten Lokales „Zur schönen Aussicht" in Bergen, stand vor dem Schöffengericht unter der Anklage, am 14. Juli 1918 französische Kriegsgefangene mit Wein. Sekt, Zi- garren und Kucken bewirtet zu haben. Die Herren Gefangenen hatten eine Zeche von 326 Mark gemacht. Bekanntlich ist jeder unbefugte Verkehr mit Gefangenen und so namentlich auch die Abgabe von Alkohol an sie verboten. Der Angeklagte leugnete nickt, die Gefangenen in der angegebenen Weise bewirtet zu haben. Er habe sich dazu für befugt gehalten. Es wäre Sonntag und die Gefangenen unter Aufsicht eines Wachmanns auf einem Spaziergänge begriffen gewesen. Der Wachmann wäre mit ihnen bei ihm eingekehrt. Er glaube auch daß nur der deutsche Soldat die Bestellungen gemacht und auch die Zeche be- zab.'t habe. Genau könne er das allerdings nicht sagen. Auch wäre ihm unter der Hand mitgeteilt worden, daß das Generalkommando es N'cht ungern sehe, wenn die Gefangenen einen Teil ihres Geldes ausgeben würden, um nicht zuviel davon über die Grenze zu bringen. Der Gerichtshof h-elt den Ange- klagten des Vergehens gegen den bekannten Generalkommandobefehl für schuldig, rechnete ihm aber den Umstand. daß die Gefangenen unter Aufsicht und mit Einwilligung des sie beglei. Icnden deutschen Soldaten bei ihm. eingckehrt wären, als erheblichen Milderungsgrund an und erkannte auf 25 Mark oder 5 Tage Gefängnis. Griesheim a. M. 27. Nov Dienstag abend versuchte eine Frau mit ihrem 9jährigen Sohne sich in den Main zu stürzen. Die Wache wurde durch das Geschrei des Knaben aufmerksam ae. macht und es gelang durch gütiges Zureden, die Frau von ihrem Vorhaben abzubring.'n. Die Ursache zu diesem Verzweiflungsakt konnte nicht festgestellt werden. AuS Starkenburg. FC. Vom Odenwald. 1. Dez. Gemäß Beschluß des Arbei- ter-. Bauern- und Soldalenrats in Erbach sind die im Kreise Erbach wohnhaften feindlichen Ausländer von der polizeilichen Meldepflicht befreit. Aus Hessen-Nassau. FC. Höchst a. M.. 1 . Dez. 70 Pfund Rind- und Kalbfleisch wurden von den Wachmannschaften hn hiesigen Bahnhof beschlagnahmt. Daß Fleisch kam aus der Limburger Gegend. t C. Wiesbaden, 27. Nov. (Eine interessante Entscheidung.) Bei einer Milchprob^ntnahme bei dem Landwirt Josef Dadios in Eltville wurde fest Mellt. daß die Milch gewässert war. Hierauf bekam der Gendarm den Austrag, eine Stallprobe zu nehmen. Dreß geschah. Diese Milchprobe wurde vorschriftsmäßig verpackt, dem Rahrungsmitteluntersuchungsamt Frankfurt a. M zur Begutachtung eingeschickt. Hier stellte sich heraus daß die unter den Augen des Beamten gemolkene Milch ebenfalls einen Wassergehalt von 10—15 Prozent zeigte, en. FC. Aus dem Untertounvs. 28. Nov. Dem Händler Salomen Strauß aus Kemel ist die Ausweiskarte des Viehhandels- verbandes auf die Dauer von sechs Wochen entzogen worden. FC. Nastätten, 1 . Dez. Die Kalksleinbeförderung auf der Kleinbahnsirecke Zahlhaus-Nastätten-St. Goarshausen ist wegen Streik auf der Gewerkschaft „Hibernia" bei Hohlensels eingestellt worden. Streikposten verhindern den Zutritt neuer Ar- beifer. FC. Dotzheim, 28. Nov. Die Gemeindevertretung bewilligte dem Vorsitzenden des hiesiaen Arbeiter- und BauernratA für seine Tätigkeit den Betrag von monatlich 240 Mark. FC. Engenhvhn. 27. Nov. Im hiesigen Walde wurde eiv Mann im bewußtlosen Zustande aufgefunden. der noch der Bür. germeisterei gebracht wurde, wo er sich bald etwas erholfe. E, gab an. Johann Jung zu heißen und in Wiesbaden in der Mo. ritzftraße oder Mauriziusstraße 7 zu wohnen. Er sei verbeirat« und habe Kinder. Die in Wiesbaden angestellten Ermittv' lungen hoben ergeben, daß.in keinem der bezeichneten Hause, ein Mann gleichen Namens anaemeldel. bekannt ist oder mißt ist. Wer ist nun der Anbekannte? FC. Bus dem Dillkreis, 28. Nov. Oberhalb von Allendorf verlor der Führer eines mit Soldaten und einigen ArbeiteriTr- nen der Geschoßkobrik Würgendors besetzten Lastautos die Ge- wnlf über das Fahrzeug. An einer Kurve stürzte der Motorwagen nebst dem Dnhängewagen um und ein nachfolgende- Personenauto fuhr in den Trümmerhaufen. Ein Feldarauer und eine Arbeiterin waren sofort tot. ein weiterer Feldgrauer und eine Arbeiterin starben auf dem Transport nach dem Krankenhaus, während zehn Feldgraue und Arbeiterinnen mehr oder weniger schwer verletzt wurden. Das Unglück soll auf dar Versagen der Bremse zurückzufübren sein. AvS Nbeink,essen. FC. Mainz. 28. Nov. Das Gouoernementsgericht wird fcu} die Tauer der feindlichen Vosetzvng von hier nach Bad.Nauheim verlegt. FC. Mainz. 1. Dez. 5000 Zentner Kohlen für die Armerr hat die Firma Hch. Kalfe dahier der hiesigen Stadt gratis überwiesen. FC. Kostheim. 1. Dez. Der 13jährige Sohn des Volenti« Müller dahier wurde beim Durchzug der Truppen von einem Krümverwagen überfahren und sehr schwer verletzt. FC. Osthofen, 1. Dez. Der 16jährige Bernstoff stürzte vom Scheunengerüst in die Tenne und war sofort tot. FC. Alzey. 1 . Dez. Der achtjährige Sohn des Arbeiters Kneib wurde von einem Militärauto überfahren und sehr schwer verletzt. FC. Worms. 1. Dez. Der soeben aus dem Felde zurückge- ke>hrte Franz Bullinger aus Harxheim wurde auf dem Bahn- dämm fot aufgefunden. Der Verungl'Ückte hat wahrscheinlich den Bahnkörper betreten in dem Augenblick, als ein die Strecke passierender Abendzug heranbrauste und ihn erfaßte. 1 . " .IV- "? - TÜULL" '■ _. _ . " ..■" ■ H i Verantwortlich für den politischen und lokalen Otto Hl r schel , Friedberg: für den Anzeigenteil: C. S ch m i d t, Filedberg, Truck und Verlag der „'Neuen Tageszerluns^ A- G., Friedberg i. & Herzenskiimxfe« Roman von Helene Cck ü tty. geb. von Gersdorff» ((.'op^right 1915 by C. Äckermann-Ltuttgan.) b ~) Nachdruck verboten. £a§ Erste, was fic taten, als flch der Zug mit gellendem Pfiff in Bewegung fetzte, war, daß ste einander in die Arme sanken und unter lautem Schluchzen . . . Freudentränen. . . . umarmten. Alle Standesunterschiede waren verschwunden, ste fühlten nichts, als daß sie zwei treue Gefährten in Gefahr und ^öten waren. Beide hatten sich als gut und tavfer bewahrt, ''rer vielleicht war die Leistung des einfachen Mädchens aus dem Volk ethisch noch höher zu bewerten, al» oie oer vornehmen jungen Dame, denn während Hilde alles was ste tat. in ihrem eigenen, wenn auch rein ideellen Iuteiezje unternahm, ging Lina s Hendeln nur au§ uneigennütziger, aufopfernder Hingebung und Treue für ihre junge Herrin hervor. Nachdem ste die hochgehenden Wogen ihres Gefühls einiger- magen beruhigt hatten, fetzten ste sich neben einander und besprachen ihre Erlebnisse, wahrend ste ihren erwachenden Hunger durch die mitgenommenen Brote stillten. „Gnädiges Fräulein", meinte Lina unter anderem. ..es tat' mir doch Spatz machen, der Fräulein Lehmann ihr Gesicht zu sehen, wenn sie er fährt daß Sie fort sind. Und dem Herrn Marquis fein's auch' Daß gibt ein Holla, huh! Aber dem Herrn Gehekmrat fern Gesicht möcht' ich lieber nicht sehen. Das wird furchtbar! Was er nur anfüngt? O. da bin ich froh, daß ich nidt dabei bin!" .Lina, Lina, wenn ich an meinen Vater denke, so ist's mir gar mcht wohl", antwortete Hilde bange. ..Aber ich konnte ja nicht anders, er hot mich ja selbst dazu gezwungen." „Freilich, gnädiges Fräulein, was hätten Sie denn hm sollen?" beruhigt? sie Lina „Sie konnten doch nicht den Herrn Leutnant. den Sie so lieb haben und der so brav ist. die Treue brechen und den Herrn Marquis heiraten, den Sie gar nicht lieb hoben und. der noch dazu gar nicht brav ist." Diese einfache Logik wirkte beruhigend auf Hildes übersattes Gewissen. " 25arUm ""i"st du. daß der Herr Marquis gar nicht brav m. fraate sie dann, da ihr diese Bemerkung aufgefallen war „Gnädiges Fraulein, das könnten Ihnen alle weiblichen Dienstboten unter 30 Jahren, die nicht ganz garstig ssnd. sowohl in Ihrem Hause, wie beim Herrn Kommerzienrat beantworten. Er kaust oben allen hübschen Frauenzimmern nach, und dann mochte er noch dazu unser gnädiges Fräulein heiraten. — das ist doch frech!" entgcgnete Lina sehr entrüstet. - .Also so oerhieltessich? Davon hatte sie keine Ahnung, da Kcüattntmachrmg Ich bringe hierdurch zur offen!, lichen K nn.nis, baß von beule an dis auf weiteres die Ausstellung von Dezuosschsinen für Web-, Wtrk- und Slrickwaren und von Schuhbedarss- Scheinen nur Mittwochs uns Samsiess. vormir as von H bl* 12 Uhr. im städtischen Ledensm»t.e!-Aus!cLu , la te Pol) Zimmer 8, zweiter Stock, startfiuset. Fnedbers. den 29. Noo. 1913. Der Bürgermeister. _ 2. V.: Damm. MaljüMlf krtadn!)e-'3ta!!. Unter Bezugnahme auf die Mitteilung auf Seite 2 des Steuer* zeirels wird hiermit bekannt ge- machk. daß die bis Ende November 1918 fälligen Steuern 14. Ziel) einichließllch der Nachträge bis zum >2. Dezember 1)1 *> m ent- nchren sind.' nach Ablauf die er Friit beginnt die Zwangsbeitreibung. Es wird hierbei dringend empfohlen, sich der Ueberweisung aus Barn- oder Scheagurhaben zu bedienen. In diesem Falle ist außer dem Namen auch die Heberegisternu'nmer des S.euer- ze tels an,ugeden Zrieoberg. den 2. Dez. 1918. ste ln normalen Zelten niemals Dienffbotenklafsch anyörte, letzt aber mutzte ste Lina's Mitteilungen wohl Glauben schenken. Um das ihr peinliche Gespräch abzubrechen, sagte Hilde: „Du bist wohl sehr müde, meine arme Lina? Wenn wir in K. anlommen. mutzt du dich sogleich ln's Bett legen und den gan- zen Tag darin bleiben, um dich ordentlich auszuruhen, und damit du nicht etwa von den überstandenen Mühen und Strapazen noch krank wirst." „Ach. gnädiges Fräulein, unsereins kann schon einen Puff vertragen!" meinte Lina zuverstchtlich. „aber Sie. gnädiges Fräulein! Das ist etwas ganz anderes. Wenn's Ihnen nur nicht schadet!" setzte sie besorgt hinzu. Hilde sah in der Tat in dem fahlen Morgenlicht totenblaß und angegriffen aus mit großen, schwarzen Ringen um ihre müden Augen. „Ich werde mich schon wieder erholen, wenn ich zur Ruhe komme, es. war fast zuviel, was in der letzten Zeit auf mich eingestürmt ist", versetzte Hilde „Doch nun müssen wir überlegen, wie wir bei meinem Cnfel in's Haus kommen, ohne zu großen Schreck, zu großes Aussehen zu verursachest. Besonders möchte ich vermeiden, daß mich viele in meiner Verkleidung erkennen." „Ja. gnädiges Fräulein, einen Schreck für die Herrschaften wird's immerhin geben. daWönnen wir nicht helfen, aber da Sie ja doch unversehrt vor ihnen stehen werden, ist's nicht gar so schlimm", meinte Lina. ..Aber das ist wahr, besser wär's schon, wenn niemand Sie in dem Anzug sieht. Da müssen Sie halt nochmal Zahnweh bekommen und das Tuch über Gesicht und Kopf decken. Jetzt kommen wir ohnedies bald in K. an, dann laufen wir schnell durch die Straßen, es ist ja noch früh.' ich mein', wir werden noch nicht viele He^/fchaften treffen, die schlafen jetzt noch alle. Und wenn wir erst einmal daheim beim Herrn Kommerzienrat sind, dann ist's einerlei, wer Cie sieht, gnädiges Fräulein, dort find lauter gute treue Leute, die Ihnen nichts zu Leide tun" Hilde stieß einen Seufzer der Befriedigung aus. O. welche Wonne, wieder unter guten wohlmeinenden Menschen zu sein? wo Jeder reden, denken, 'handeln konnte, wie er wollte, ohne Heuchelei, ohne Unterdrückung und Quälerei' O. und Reinhold! Qb sie ihn wohl heute noch sehen würde? Was würde er. was würden all- andern zu ihrem Schritt sagen? Tante Ella's glaubte sie sicher zu sein, wie oft hatte sie ihr Schutz und Obdach anqeboten! Run fuhr der Zug in den Bahnhof von K. ein. Lina nahm das Bündel welches die mitgenommmen Sachen enthielt, und stieg mit Hilde aus dem , Wagen. Ts war etwa Y>7 Uhr mor- ^ en5 ‘ halte Kopf und Gesicht mit dem schwarzen Tuch möglichst verdeckt. So schnell Ue konnten, kitten pe dury me morgenstlllen, noch fast menschenleeren Straßen. Eine halbe Stunde spater standen sie an dem Portal des Antelmannschen Hauses. Lina läutete leise. Sie wollte den Portier herbei- rufen, nicht aber das gcnrze Haus alarmieren. Cie warteten eine Weile. Niemand kam. Da mußte sie sich entschließen, noch einmal stärker an der Glocke zu ziehen. Endlich vernahm man schlürfende Schritte von innen. Die Tür öffnete sich langsam. Der Portier Stephan, offenbar im Schlaf gestört, denn er war noch im Schlafrock und Pantoffeln, streckte den Kopf heraus und rief leise: ..Wer ist denn da so früh?" Wieder so ein frecher Gassenjung?" Er mußte wohl in diesem Punkt schon trübe Erfahrungen gemacht haben und war daher sehr mißtrauisch geworden. „Nein, ich bin's, die Lina vom gnädigen Fräulein. Stephan?^ Lassen Sie mich geschwind herein!" sagte Lina dringend. „Ja. wo kommen Sie denn her. jetzt bei nachtschlafender Zelt?" rief Stephan in hellem Erstaunen. „Und wen haben Sie da?" fragte er noch mehr erstaunt, Hilde erblickend. „Ich bin halt vom gnädigen Fräulein hergeshickt mit wichtigen Nachrichten, und weil ich nicht allein fahren wollte, habe ich mein Bösche. ß'Traudche Schmitz, mitgebracht" erklärte Lina, während sie schon alle drei durch das Treppenhaus gingen. „Nun. s'ist schon recht, wenn Cie vom gnädigen Fräulein konnnen". erwiderte der Mann und verschwand in seinem Por- tierzimmer. Lina zog Hilde weiter zwei Treppen hinauf und brachte sie in das hübsche luftige Zimmer Babette'tz. der Zofe Tante Ellas. Sie fanden es leer, da die Inhaberin es schon verlassen hatte, offenbar um ihrer Arbeit nachzugehen „Hier bleiben Sie ruhig, gnädiges Fräulein, biß ich die Frau Kommerzienrat so weif verständigt habe, um Sie rufen zu können . sagte Lina. „Ich muß Vabette aussuchen, um von ihr zu erfahren wann ich frühestens die gnädige Frau frechen kann. Auch muß sie wissen, daß Besuch in Ihrem Zimmer ist. sonst könnten Sie noch durch ihr Erstaunen, wenn sie plötzlich hereinkäme, belästigt werden." „Ich danke dir. meine gute Lina", erwiderte Hilde.,„du bist so vorsorglich, daß ich mir nächstens das Selbstdenken sparen kann" # ..And nun ruhen Sie derweil ein wenig aus", fuhr Lina fort, es kann immerhin ein Weilchen dauern, bis ich wieder komme." Forffehnnfl foTot r Vom Felde zuruckgekehrt habe ich meine Praxis als Geometer I. Klasse wieder übernommen. Empfehle mich aen vereinten Interessenten in allen VcrmcssungsarbeUen. Bestellungen werden entgegen genommen. FrJedoerg (Hessen) KaiserstraBe 199 (Nähe d. Ackerbauschoie) K. Jäckel, Geometer 1 . Klasse. WMnleil Weisjkklk haben abzügeben Akt ien-Z uckerfabrik ..Wetterau«. Die Stadtkaffe. Militärformulare, Entlassungspapiere, Vürobedarfsartikel. ^sklebr. Friedberg i.H, Teleion 314. Mi lauft mit l ehördlicher Genehmigung Wilhelm Scherf, Pferdemehgerel, Friedberg, Kaiierftraße 58 und Usagasse 19. Geschäft ist täglich geöffnet von 8—12. und von 1—5 Uhr. «niMt MiMirie i. Min mm«««, tl CeirfiniisiieUe ,'ranfiurt a. M.. Kronvnnzemtrahe 4 l. «Kronprinzenbau.) — Fernrui Mömer 42«»». »»rotunoen '^nonia-', Diensta",'Doimersto"», ^reia^, nachmittags ,in L —4 Mr. — Geschäftsan;eigen in bic ein Raum mir für nufere ^ilflieber; dieielven find lo lenlos, >edoch muß bei Au.- *abc oer An-eige au, die Mitgliedschaft hingewiesen werden. Einen sprungsähigen , Cm Wind, gme lltiichrasse. holländischer Abdämmung. 20 Monate alt, steht zu verlaufen bei Stickolaus Druschel, Steinbach im Taunus. Zum Schlachten! 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