Nummer 275 ffiniflprfi* - ♦ Freitag. den 22. Navcmirer 191^1t. Iahrganfl. Dip u«c oaoes,ettuna" er.che.nt ,eöcn sLLciuai. flepeima&ifle Leitapen ..Oer ^aner aus Liellen". ..Sie Spinnkabe". S-?» 4 Spr-ia: Be. den ttoitanftalten oier.eltäl)tl.d) m. 2.70 cen yioentcr. mono.lick 1.00 Mk. einschließlich Trageriotzn. Anreigen: tvnmd.elie 2ü Big.. lokale 20 pig^ Lnieigev von auswarrs oecden öur.t) Bolnachnahme Odirtftleitunn und Verlag xtieDbera s neuen >. nanauetlrane 12. Fern vre her 4S. ‘#o tj iieJ« Louo Nr. 4S.»9. flu» ^eaiMurt a. M. hinzu .rin noch das Bestellgeld: de. erhoven. LriüUunoson Frteobera. An die Heimat! In wenigen Tagen werden die vordersten Divisionen Unserer Armee den Rhein überschreiten,' um in die Heimat zurückzukehren. Mit klingendem Spiel werden sie durch die Orte marschieren. Das sind die Truppen, die. von unerschütterlichem Glauben und Liebe zu ihrem deutschen Vaterlande getragen, die unerhörtesten Strapazen ertragen, die helrlicbsten Heldentaten verrichtet haben, unr die Schrecken des Schlachtfeldes von den. heimatlichen Boden fernznhalten. Dafür sei ein jeder ihnen jetzt dankbar! (sin jeder kann jetzt Helsen! Bietet durch die Behörden die Mitarbeit an! Stellt Euch an die Wegegabeln, weist die Wege, zeigt die Cimitiere erleuchtet die Straßen, helft das Gepäck tragen faßt in den Bergen in die Speichen, wenn die Pferde müde sind! Es fzilt mne unermüdliche Taa und Nacht währende \ Arbeit und viel Geduld, wenn die Truppe g-'sund und in Ordnung nach Hause foninien soll. Ein jeder halte selbst Ordnung und Selbstzucht! Fort mit gedrückter und trüber Stimmung! Ilnier deutsches Vaterland geht nicht unter! Ein jeder trage den Kopf ausrecht, ein jeder sei stolz Fuf untere Armee! Heraus mit den Fahnen als Willkommensgruh für Unsere Helden! Frankfurt a. M.. 90. November 1918. Im Ausjroae des Arbeiter- und Soldatenrates Das stellv. Generalkommando 16. A.-K. gez. v. S t u d n i tz. Ek.lkajsttttlic.l ans dcm Heere. (Amtlich.) Alle in der Heimat an ihrem Wohnort oder Ihrem Arbeitsort mit Urlaubsschein anwesenden Offiziere des Benrläübtenstandes. Unterofiizcre und Mannschaften aller Jahrgänge mit Ausnahme der Jahrgänge 1896. 1897, 1893 und 1899 sind bis znm 30. Noveinber ds. Is. aus dem Heercsdienst behelfsmäßig zu entlasten. Cie erwirken sich bei der nächsten tmiitärifcben Dienststelle ihren Entlassungsschein Die gesetzlichen Versorgnngs- und Entlassungsan* spräche dieser behelfsmäßig in ibrem Urlaubsort Entlassenen werden später durch die Bezirkskommandos und Meldeämter geregelt. Urlauber, die stch vor dem 30. Novernber bei ihrer Eriahformation melden, werden dort mit ihrem Iahrgana ordnungsmaßia entlasten. Die Urlauber der Jahrgänge 96. 97. 93 und 99 begeben sich zur nächsten Eriatz- formation, wenn sie ihren Truppenteil nicht erreichen können. Berlin, den 20. November 1918. Kriegsminister Scheuch. Unterstaatssekretär G ö h r e. * Berlin, 20. Nov. (WTB. Amtlich.) 3um Erlaß über Entlastung in die Heimat. Zu den „Leuten in unentbehrlichen Diensten", die auf Entlassung warten müssen, bis sie ersetzt sind (Absatz 2 des Erlasses), gehört das gesamte Sanitätspersonal. Kriegsminister Scheuch. Unterstaatssekr«tär Göhre. Die GemMicim des hrikysiiiinilltrs. Berlin, 20. Nov. Oberleutnant Walz. Mitglied des Dollzngsrates des Arbeiter- und Soldatenrates, wurde beauftragt, anstelle des Genossen Tänicke die verantwortlichen Gegenzeichnungen deS Kriegsministers zu übernehmen. Ihm zur Seite steht ejn Ausschuß, der von den Soldatenräten des Gardekorps und des stellv. 3. A.-K. aus 12 Mitgliedern gebildet wurde. Der Vollzugsrat der Arbeiter- und Soldatenräte: gez. Nich. Müller, Molkenbuhr. Ein slrotkll drr DfuiSdirn Ksmmijßgn. Berlin, 21. Noo. (WB.) Der Vorsitzende der ständigen Waffenstillstandskommifsion in Spaa. General v. Wirrterseldt erhielt gestern auf eine Reihe deutscherseits vorgeschlagener Er t-ichlerungen von feiten des Marfchall Foch folgende Antivort: Den im Briefe des Generalmajors von Wlnterfeldt vom 18. d. M. enthaltenen Forderungen bezüglich der militärischen Bedingungen des Waffenstillstandes kann keine Folge gegeben werben. Daraufhin gab General v. Winterfeldt im Einverständnis HUI dem Vorsitzenden der Wafsenstillstandskommission, Staatssekretär Erzderger folgenden Protest ab. in dem es heißt: Nachdem somit eine Milderung der praktisch völlig unausführbaren Bedingungen abgelehnt wurde, trotzdem sich die militärischen und politischen Verhältnisie, die zur Aufstellung solcher Bedingungen geführt haben, seit Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Grund aus verändert haben, kann nur angenommen werden, daß es die Absicht des Oberkommandos der Alliierten ist. noch mährend des Waffönstillstandes das Heer völlig aufzulösen und zu vernickten. das während 50 Monaten gegen übermächtige Gegner ruhmvpll standgehclttn hat und dessen Front bei Einstellung der Feindseligkeiten nicht durchbrochen war. Tausende der tapferen Männer, die in Erfüllung ihrer Pflicht für ihr Vaterland gekämpft haben werden infolge der ihnen aufgezwungenen Gewaltmärsche als Opfer der Erschöpfung am Wege liegen bleiben oder kurz noch vor dem Erreichen der Heimat in Gefangenschaft geraten. Es darf wohl die Frage aufgewcnfen werden, ob ein derartiges Ergebnis deni Sinn eines Waffenstillstandes entsoricht. der doch den Zweck haben sollte, die Einstelluna der Feindseligkeiten herbeizuführen und einen Frieden der Versöhnung und Gerechtigkeit anzubahnen oder ob nicht vielmehr eine solche Erzwingung unmöglicher Bedingungen eine nutzlose Fortsetzung der Feindseligkeiten in besonders unerbittlicher und unmenschlicher ^crm darstellt. Dan durch die schonungslose Ausführung er harten Waffenstill- standsbedingungen das deutsche Voll, mit seinen Frauen und Kindern von Anarckie und Hungersnot bedroht wird, wurde zu wiederholten Malen mit größtem Nachdruck hervorgehoben Diele den Geboten der Menschlichkeit entsprechenden Vorstel lnngen scheinen keinerlei Beachtung gefunden zu haben Unter solchen Umständ-m bleibt dem Vorsitzenden der deutschen Wassen- llillstandskomMission nur übrig, noch einmal ausdrücklich, zu er» klären, daß Deutschland auch weiterhin alles tun wird, was in Mensch-enkrä'ten steht, um das Waffenstillstandsabkommen ge- wisienbaft zu erfüllen, daß aber für die geordnete und pünktliche Durchführung der erzwungenen Bedingungen keine Gewähr übernommen werden kann, und daß die Verantwortung für alle weiteren Folgen die schließlich Rückwirkung auf das oange westliche Europa haben werden, feierlich uird vor aller Welt abge- lehnt wird. stcr pfiFsirifJf ürr dkuilchal 5 n!M!i. Berlin, 21. Nov. (WB. Amtlich.) Das Feldheer ist im Begriff, Westdeutschland zu betreten. Der Rückmarsch muß sich, wie auch der Abtransport, in fester Ordnung vollziehen. Sonst ist die Auslösung unvermeidlich. Noch ist die Masse in guter Ordnung. Nur bei den Truppen der Etappe lösten sich da und dort die Bande der Zucht. Die beschlossene weitere Zurückuilirung der Divisionen des Feldheeres muß aber in jedem Falle stckergestellt werden. Im Htt matgebiet liegt die Penvaltung zur Feit bei den Arbeiter- ilnd Soldaten- läten. Eine feste Zusammenfassung dieser Räte besteht noch niclck. Si> sind Behörden mit räunilich begrenzter Machtvollkommenheit. Ihre Maßnahmen müssen daher in erster Linie den örtlichen Interessen Rechnung tragen. Für die Rückkehr u.ch den Abtransport des Feldheeres ist dagegen ein Handeln im großen Zusammenhänge notwendig. Dabei muß mit einzelnen L^borden verhandelt werden, die die Erfordernisse der Gesamtlage kennen. Das Eingreifen örtlicher Organe könnte die Gesamtlage auf das Ernsteste gefährden. Die Heeresgruppen, die Aimeen nsw. müssen sich an die Zentralbehörden wenden, das sind Landesregierungen, Oberpräsidien, stellvertretende Generalkommandos, Eisenbahndirektionen. Linienkommandnnten usw. Diese müssen den militärtechnischen Notwendigkeiten der Kommandostellen des Feldheeres entsprechen und die notwendigen Weisungen an die ihnen unterstellten Behörden weitergeben. Auch diese müssen sich willig im Interesse des geordneten Rückmarsches des Heeres in den genannten Rahmen einfügen. Tie Oberste Heeresleitung und die ihr unterstellten militärischen Konimandobebörden können die Verantwortung für ein ordentliches Zurückführen des Heeres nur dann übernehmen wenn allen hierfür noppendigen Anordnungen im vollsten ilinfange folge geleistet wird. Andernfalls verlieren sie den Zusammenhang, und dcrs Eintreten der Katastrophe wäre unvermeidlich. Diese Anordnungen beziehen sich auf alle Heeresbewegungen wie Unterkunft. Verpflegung, Transportregekung, militärische Sicherheitsmaßnahmen. Es wird besonders darauf hingewiesen werden, daß es sich hierbei in keiner Weise u,n Maßnahmen politischer Natur handelt, sondern um wichtige militärtechnische Notwendigkeiten, die lediglich für die Dauer des Rückmarsches und Abtransportes des Heeres Geltung haben. Welches Unheil für unser Volk durch an sich gutgemeinte Maßnahmen örtlicher Organe, die aber in ihrer Wirkung über örtlitfjc hinansgehen, verursacht werden kann beweist ein Vorfall aus Frankfurt a. M. Dort wurden in guter Absicht französische Kriegsgefangene in Züge eingeladen und in Richtung Metz dem französischen Heer entgegengesührt. Cie kamen an, ohne daß Verpflegung und Unterkunft vorbereitet waren. Tie französische oberste Heeresleitung protestierte mit vollen? Recht auf das ernsthafteste gegen diese Durchbrechung des beschlossenen Vertrages. Die Wiederholung solcl^'r Vorfälle würde den Wiederausbruch des Krieges in drohende Nähe briirgen. Zudem fallen solche Züge für die Versorguna des deutschen HeereS aus An anderen Stellen wurden für das Feldheer bestimmte Verpflegungszüge angehalten und ausgeiaden, oder zur Befeblsübermittlung ausgeiandle Kraftwagen beschlagnahmt. Auch Lastkraftwagen wurden dem Heeresdienst entzogen und für ortlickie Zwecke verwendet. Diese wenigen Bemerkungen werden jedem klar machen: von welcher Bedeutung das^ungestörte Arbeiten im großen Zusammenhang ist. Deshalb appellieren wir an alle in diesein Sinne: „Bewegt keine Transporte, keine Lokomotiven, keine Wagen, keine Kraftfahrzeuge, die Zweck.m des Feldheeres dienen." Sollte Euch in einzelnen Fällen ein Eingriff zur Beseitigung einer vermeintlichen Störung geraten erscheinen tut es nicht, ohne Euch mit den zuständigen Behörden namentlich den Linienkommandanturen ins Benehmen gesetzt zu halben. Unabhängig von vorstehenden Anforderungen ersuchen wir dringend, spart auch iin örtlichen Verkehr die Betriebsstoffe; unsere Vorräte sind äußerst knapp bemessen. Köln, 2l. Nov. Oberrheinischen Meldungen zufolge kommen vom Oberrhein gewaltige Truppenmassen von der Front zurück, so daß zum Abtransport in das Innere des Landes bei St. Goar und im Rheingau Brücken über den Rhein erbaut werden. Karlsruhe, 19. Nov. Der Rückmarsch deutscher Truppen durch badisches, pfälzisches und württembergiiches Gebiet hat auch an: Sonntag und Montag einen glatten, durchaus geordneten Verlauf genommen. Gegenteilige Nachrichten, die hierüber u. a. vom „Vorwärts" verbreitet werden, eptspre.I-en nicht den Tatsachen. Rund eine Viertelniillion Trnppm haben seit Beinn des Rückinarsches den südwestlichen Teil des Reiches passiert und befinden sich auf dem Marsch nach Osten. Tag und Nacht strömen auch endlose Kolonnen über dis NbeinÜbergänge im Oberelsaß. Es herrscht überall musterhafte Ordnung. Tie Soldaten sind aufgeräumt und sehnen sich danach in die Heimat zu komiuen. Bei Ist ein lerrf.ht ebenfalls großer Trnppenverkehr. Die der Schweizer Grenze entlana ziehenden Truppen sind teilweise aus dem Fußmarsch durch den Schwarzwald begriffen. Die Armee Mackensen. Berlin, 21. Nov. Nachdem Generalfeldmcrrsckall v M-nkev- sen mit seinem Stab bereits aus Budapest hier eingetrosien war sind der „Vossischen Zeitung" zufolge nunmebr zwe» weit re Züge mit dem gesamten Wirtschaftsstab ans Bukarest in Berlin eingetroffen. Sie haben die sowohl ln Rumänien als auch in Ungarn geforderte Entwaffnung abgelehnt und ibre Waisen erst aus deutschem Gebiet abgeliefert. Unterwegs bauten sie des oftoren Kämpfe mit Rumänen. Ungarn und Tschecho-Slowaken zu bestehen, bei denen sie jedoch nur einige Verwundete zu verzeichnen hatten. Berlin. 21. Nov. (WB.) Gegenüber anderslautenden Vresiemeldungen ist festzustellen, daß Eeneralfeldmarschall von Mackensen sich bei seinen Truppen in Hermannstadt befindet und dort bleiben wird bis der Abtransport bewerkstelligt ist. Budapest. 21. Nov. In Vrasio-Kronstadt find etwa 15 000 Monn der Armee Mackerisen infolge riesiger Schneerälle und Mangel an Verkehrsmitteln stecken geblieben. Ihr Abtransport ist überaus schwierig, de unausgesetzt neue Zuzüge erfolgen. Auch in Petrozseny befinden sich derzeit fast 40 000 Deutsche. Die Vtrhari-lünstii mit Admiral ilraüy. Berlin. 20. Nov. Ueber den Gang der Verhandlungen der Abordnung der deutschen Marine mit dem englischen Flottenchef Admiral Beotty in Rosyth erfuhren wir von zuständiger Stelle folgende Einzelheiteu: Der englische Flotlenches hatte an den Chef der deutschen Hochseeflotte 2ldmiral v. Hipper unmittelbar persönlich durch Funkspruch die Aufforderung ergehen »asien. einen Flaggoffizier der deutschen Manne zu weiteren Verhandlungen nach Rosyth zu entscnden. Der Ehes der Hochseeflotte beauftragte daraus Konteradmiral Meurer mit der Führung der Verhandlungen. In der Deglettung dev Konteradmirals Meurer befanden sich Kerrw'ttenkapitän Hintzmann, Kapitänleutnant Saalwächter. Kapitänleujnant v Freudenreich, Leunant zur See Braunnk und eine Abordnung des Soldalenrats der Hochseeflotte und der Re- publik Oldcuburg-Ostfriesland. Die Ankunft in Rosyth erfolgte am 15. November 6 Uhr abends. Die ..Königsberg" ankerte auf der Außenreede. Sofort nach dcm Ankern kam ein Offiz'er aus dem Stabe des Admirals Deally an Bord der ..Königsberg" und übc"'brachte ein Schreiben des englischen Flottenchefs, das die B'tttr an Admiral Meurer enthielt, mit den ihn begleitenden Offizieren seines Stabes auf datz englische Flaggschiff „Queen Elizabeth" zu kommen, das auf der Innenreede verankert lag. Zur Uedersahrl wurde der engUfche Zerstörer gestellt. Die Zusammensetzung der deutschen Abordnuna war dem engUfche» Flottenchef durch FnnkspNlch bereits mitgekeilt. Auf dte A^. frage des Kcn^radmirals Mcurcr. ob auch die drei Mitglieder des Sold ll.nratcs der Klette der Sitzung beiwohnen sollten, lehnte der auf die „Königsberg" entsandt« englische Offizier die Deteiligung des Soldelenrates im Auftrag des Admirals Beatty ab. Die drei Mitglieder mußten infelgcdesien auf der „Königsberg" Zurückbleiben. Au» dem englischen Flaggschiff „OueeN El'zabeth" wurde unter dem Vorsitz des Admirals Veatty sofort eine Sitzung abgchalten. Admiral Veatty las die Zusammenstellung der von ihm gewünschten Ausführungsbestimmungen des WaffenstiNstc-ndsoertraq-s vor und erklärte, daß er von der Entente und den Bereinigten Staaten beauftragt fei. alle Fra- xen des Waffenstillstandes zur See zu regeln. Er bat Konten admiral Meur-r. sich die gleiche Vollmacht für die Verhand. lungen erteil n zu lasten. Tiefe Vollmacht wurde sofort auf funkentelegraphischem Wege eingeholt. Auf die mündliche Mitteilung des Konteradmirals Meurer daß an Vord der ..Königsberg" sich drei Mitglieder des Soldatenrotes der Flofts und der Republik Oldenburg-Friesland befänden, lehnte Beatty jede Verhandlung mit dieser Abordnung ab. da er nicht autorisiert sei. Mitglieder einer Negierung zu empfangen, die von der englischen Regierung nicht anerkannt sei. ^ln der nveiten Srtzrng am 16. November beantwortete Konteradmiral Meurer die von Admiral Beatty gestellten Fragen. an die sich die Besprechung einzelner Punkte anschlaß. In das Schkußprotokoll. das noch der Schli-ßätz.'ng am 16. November abends aufgestellt wurde, wurden rm wesentlichen die Aus- führungsbestimmungen für die lleberführunx der U-Boote und der zu internierenden Schilfe und Torpedoboote fowie eine Reche Fragen ausgenommen, düe die deutsche Abordnung nach ihrer Rückkehr in Deutschland noch klären mußte. Erwähnenswert ist daß Admiral Beatty sich bereit erklärte, auf die in Artikel 24 der Wasfcnstrllstandsbedrnaungen geforderte Besetzung der Ostseebefestigungen vorläufig zu verzichten, wenn von deutscher Seife sofort dis erforderlichen Minenräumungsarbeiten in der Ojtjce in Angriff genommen würden. V£i'n, 20. Nov. Las »Lchtuhrvlatt" meldet, daß rn Przenlys! die dort cingoruckten polnischen Lessionäre Pogrome veranstalt?:: «nd den Juden eine Kaution von 3 Millionen Kronen auferlcgt haben, weil sie angeblich im Kampf gegen die Polen den Ukrainern sich angeschlossen hätten. Bisher sind 15 Juden tot, vrele verwundet. Der Sckpden beträgt über 20 Millionen. Wien, 20. Nov. (WB.) Nach den an» Ostgalizien an den Vertreter des ukrainischen Nationallates in Wien eingetroffenen Meldungen wird Przemysl. das sich noch immer in den Händen polnischer Truppen befindet, von den Ukrainern blockiert. Die Ukrainer lassen keine Lebensmittel '.'nd Transporte nach Przcmysl durch und hoffen durch Aushungerung die Festung zur Uebergabe zu zwingen. Wl«n, 20. Nov. Ter jüdische Nationalrat in Wien erhielt, deni „Fremdenblart" zufolge Berichte über die Vorgänge in Przemysl, worin Rauhtaftn und Plünderungen an Inden geschildert weiden, die unter den Augen der polnischen Militärpoften geschahen, ohne daß diese eingrifftn. Es gebe kein jüdisches Hans, wo uniformierte Räuber nicht die meisten Wertsachen konfisziert hätten. 20 Juden seien umgebracht, 80 verwundet. Am 12. Noveliiber früh wurden alle auf der Straße angetr offen Juden sowie die Angehörigen der jüdischen Miliz verhaftet. Tie Miliz wurde ansgelöst, während die Polnischen Behörden dem organisierten Nauh keinen Widerstand entgegensetzten. Berlin, 19. Nov. D-em jüdischen Pressebupeau in Stockholm wird aus zuverlässiger Berliner Ouelle telegraphiert: In ganz Polen herrscht eine furchtbare Poqromstimmung. In Wa»-schzv schienen die polnischen Legionäre, die es übernommen haben, die Ordnung aufrecht zu erhalten wahllos ans jüdische Passanten. In Warschau wnr^e ein Jude und in Siedle? 0 Juden von Polen getötet. An den judenfeind- lichen Exzossen beteiligte sich nicht nur der Mob, sondern auch Studenten und gebildete Kreise. allen Staoren peuiuHn iwiicn, damit alle Kräfte gegen die Einführung des Bolfckrewismns zusannrengesaßt ^r.cu\u. Die Redner sprachen sämtlich für die schnellste Einberufung der Nationalversammlung, und zwar nickst nur im Interesse des Bürgertums sondern auch im Interesse der Arbeiter. ^.:e beantragte Gründung des Bürgerpcrts wurde einstimmig gutgeheißen. Die Berliner Gefahr. Die Delrergabe der H-Soate. London, 21. Nov. (WB.) Reutep. Die Uebergabe der krfftnGpuppe von 20 U-Booten geschah am 20. November früh 70 Meilen von der Küste. lieber 80 andere U-Voott werden noch in dieser Woche ausgeliefert. Die U-Boote erhielten Berehs, einem englischen Torvedojägep zu folgen. Als sie sich der Kiiste von Harwich auf einem Abstand von 20 Meilen genähert hatten, warfen die Schifft Anker ans. Britische Seeleute begaben sich an Bord der U-Boote, um sie nach dem Hasen zu brinacn. Darauf wurde die Fahrt nach Harwich fortgesetzt. Beim Panieren des Hasenbaues wurde auf ftd-m Fahrzeug eine weifte und darunter eine deutsche Flagge goblftt. Jeder d-utfckre U-Bootkommandant mußte eine Er- rlarvng unterzeichnen, daß sein Fahrzeug in guter Ordnung oa» Periskop intakt und die Torpedos ungeladen seien. Bcrscn 21. Nov. (WB.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, ist am Mittwoch auch die dritte U-Boots- staksel bestehend aus 21 U-Booftn. aus Helgoland zur lstchergab? ausgelaufen. Die vierft Staffel wird am 22. ds. Mts. mit dem Begleitschiff ,.Alexandra Woermann" folgen D,e Boote wurden mit Verpflegung für die Ueberführnngs- mQnnirfYiften auf einige Zeit ausgerüstet. Admiral Meurer wurde außerdem eng'i'cherseits versickert, daß darüber hinaus von den deutschen Wachmannschaften der Proviant in den Jvftrnierungshäftn ergänzt werden könnft. Treue Deuische! Koblenz, 20. Nov In einer gewaltigen Bnrgerversamm- limg, zu der Liberale, Sozialdemokraten und Zcntrvms- parfti eingeladen waren, wurde nach einer Rebe des Oberbürgermeisters, der die etUxiige Abtrennung der Rhein- Provinzen von Deutschland besprach, folgender Beschlich angenommen: „Tausende von Koblenzer Männern und Frauen bekennen sich einmütig als troue Deutsche, die auch in Not und jeder Gefahr den Gedanken einer Trennung vom De«t- sckvn Reich weit von sich weisen. Was auch kommen mag. niemals werden sie schwankend werden in ihrer Liebe zum deutschen Vaterlande." Pöllrrrlmmpf im Osten. Tzernowltz, 18. Nov. Zwischen den Rumänen ,md tlkrainckn ist ein heftiger Kampf um den Besitz der Bnko wrna entbrannt. Die Ukrainer haben sich der Stadl Ezerno Witz bemächtigt und gemeinsam mit dem ukrainischen Demokraten Reichstagsabgeordneten Onciul die Landesregierung und andere Zentralstellen der Bukowina übernommen. Die konservativen Rumänen, die damit nickst einverstanden sind, und ad hoc einen Nationalrat gebildet baden, entsandten eine Deputation nach Jassy, um den Einzug rumänischen Mllltars und die Besetzung der Bukowina zu erbitftn. - Die rumänische Regierung zögerte mit dem Einmarsch und wandte sich an die Entente mit den, Ersuchen um e,n Mandat Nach dem Eintreffen dieser Antwort rückte rumänisches Mktttar im Südzipfcl ber Bukowina ein, besetzte Suezawa und dft Eisenbahnknoftnpunkte der Südbukowina. Das Militär erklärt, nur zur Aufrechterhaltung der Ordnung ge- roinnv-n zu sein. Da aber die Ukrainer mit diesem Einmarsch Nickst e.n verstau den sind, so dürften sich bald zwischen Sereth und Vruth Kämpfe entwickeln. Das Ehaos ist unbeschreiblich Mo dalen verlassen ihre Eadres und nehmen Gewehre und Munition mit. Tie Militärmagazine werden geplündert dov'affnete Soldatenbanden machen den Aufenthalt aus dem Lande unsicher. Ukrainische Legionäre im Gehleft nördlich des Bruih halten teilweise mit Erfolg die Ordnung aufrecht. .. Czernowch, 18. Nov. In Ostgalizien finden andauernd schwere Kan.pfe zwischen Polen und Ukrainern statt, in denen ie Ukrainer allmählich die Oberhand gewinnen. Das Nohölgebiet von Drobobycz -st in ukrainisch)em Besitz. Tie Roholgrnbcn in Boryslaw konnten nur nach heftigen .Kämmen von den Ukrainern besetzt werden. In ganz Ost- tzallzwn herrscht heillose Unordnung. Bewaffnete Banden, tle ,.ch au? beimkchrenden Soldaten und russischen Kriegsgefangenen rekrutieren, überfallen die Dörfer, rauben und pcnnd-rn. Fortwährend werden Eisenbahnzüge von bewaffneten Barnen angegriffen und die Reisenden vollständig g„s- gerau t 1 kraimsihe Legionäre versuch)en, die Ordnung wiederherzustellen, was ihnen aber nur an einzelnen Orten (Llw T - ü§ n h °°* öi,rfte länöö'fH. Das Reirbsamt für die wirtschaftliche Demobilmachung bat vm 16 Rlwcmbcr 1918 eine Anordnung erlassen die den Ge-> meinden erleichtern soll, die jetzt aus dem Felde Heimkehrenden vor Obdachlosigkeit zu schützen. Handelt es sich um geschlossene Truppenteile, so wird die Einquartierung nach den Vorschriften des Kri-gsleistunasgefetzes auf Ersuchen der Militärbehörde vorgenommen. Dies Gesetz gilt aber nicht für die Unterbringung von Leuten, die aus der bewaffneten Macht entlassen worden sind. Hier areitt die Anordnung be§ Demobilmachungsamtes eia. Sie setzt die Gemeinden in den Stand, für' Leute, die nach dem 16. Rrwenber 1918 nachweisbar entlassen worden sind, von Ge- meindewegcn Quartier in Anspruch zu nehmen. Die'Gemeinden sollen aber Duroerquartier nur als letzte? Behelf benutzen. Ke mullen zunächst versuchen, die Unterbringung in eigenen Räumlichkeiten der Gemeinde zu bewerkstelligen. sodann sind Säle Gewerks!okolitäton. die unbenutzt sind oder ohne Sck.-aden irei- gemacht werden können, oder dergleichen in Anspruch zu nehmen. Die Anordnung unterstützt ferner die Bemühungen der militärischen Behörden und der Arbeiter- und Soldatenräte. die D.ttplin bei den Truppen zu fordern und die ordnungsgemäße Entlastung auch von solchen Leuten durchzuführen die sich von ibier Truppe ohne Erlaubnis entfernt haben. Denn niemand kann von den Gemeinden einquortrert werden, der nicht nach- weist, daß er entlassen ist. Die Anordnung schützt aber die Gemeinde auch davor, daß stch Leute, die in ihr nicht Keimalbere-, tigt sind sestzujetzen suchen. Rur wer in der Gemeinde seinen Unterkützungswohnort hat, soll in Bürgerquartieren gelegt werden können. Nach dem Kriegsleistungsgesetz hat der Einauartierte sich mtt demjenigen zu begnügen, was ihm der Quartiergeber nach Dta obwaltenden Verhältnissen gewähren kann. Dies gilt felbstver ländlich auch für die Einquartierung im Sinne der neuen Anordnung. Es handelt sich um einen vorübergehenden Notbehelf, um ein Obdach, wie es der Soldat im Kriege findet. £enn er nicht biwakieren oder im Unterstand hausen muß. An. ßirüche wie an S!üt>t= oder Manov-rquartiere können angesichts »er Verhältnisse. die sich in der Heimat während de? Krieges tzebildet haben, an Raum. Lagerstatt. Wäsche usw. offensichtlich nicht gestellt werden. Daß andererseits jeder, der solche Ein quortiernnq bekommt, den h-imkehrenden Soldaten gewährt was in feinen Kräjten steht, versteht sich von selbst. Nach dem Kriegsleistungsaesetz hat der Quartiergcber fei treu Anspruch auf Vergütung für die gewährte Unlerkunst. Di. «eue Anordnung dagegen gewährt den Quartiergcbcrn einen Anspruch auf Ersatz von Aufwendungen, die sie auf Erfordern der Gemeinden machen, und im übrigen eine billige Vergütung deren Hohe der Demobilmechungskommissar. in Preußen der Negierunpsprusidenl. in Groß Derttil der Oberpräsideat in Char- WUetiburg zu regeln tytf - Durch die Einquartierung wirb lediglich die Unlerkunst ge- schasst. Für die Verpflegung kommt noch Ablauf der Frist, für die Marschverpflegung gegeben ist, die Gemeinde auf, nicht der Quartiergeber. Am Sinne der vorstehenden Ausführungen ist eine Anordnung betreffend „Einquartierung" erlaßen worden, die dir Rechte der Gemeinde und des Quartiergebers sicherstellt. Es heißt darin u. a.: Die Gemeinden können zur Gewährung von Raturalquar- tier außer den Eigentümern auch Mieter und sonstige Berechtigte heranziehen Sie sollen Bürgerquartier nur als letzten Be. helf und nur für Personen in Anspruch nehmen, die am Orte der Einquartierung ihren Unterstützungswohnsitz haben. Die Gemeinde hat den als Quartiergeher in Anspruch Genommenen die auf ihr Verlangen gemachten Aufwendungen zu ersetzen, sowie eine billige Vergütung zu gewähren. Dir näheren Ve- stimmungen über diese Vergütung triftt der Demobilmochungs- kommistar. Die Gemeinde kann vom Einquartierlen nach Maßgabe leiner Leistungsfähigkeit Erstattung verlangen. Die Anordnung tritt mit dem Tage ihrer Verkündung in Kraft. Den Zeitpunkt des Außerkrafttretens bestimmt das Reichsamt für die wirtschaftliche DemobilmachuvA Berlin, den 16. November 1918. Neichsamt für die r-uck Fastliche Demobilmachung, gez. Kot h. Seit einiger Zeit haben die im hiesigen Gefangenenlager untergebroü'ten russischen Offiziere das Rechts st- n ährend der Lagerstunden frei in den Strafen Friedbergs zu bewegen. Es wird lebhaft darüber Klage geführt, daß bei vielen Mitbürgern gegenüber den Gefangenen die Wurde fehlt, die man erwarlen sollte. Der Krieg ist aus. Der jahrelang gewählte Haß ist dahin, und es soll uns fern liegen, ihn wieder zu erwecken. Eher sott man uns Deutschen zu große Ritterlichkeit nachsagen als daß man uns mit Recht Barbarentum vorwirst Aber den Stolz des Deutschen wollen wir uns bewahren' Wir müssen feben. daß deutsche Frauen russische Offiziere ansprechen. Gewiß handelt e? sich um Ausnahmen. Bedenkt aber, daß die Gefangenen auch gleichzeitig zu Kritikern werden * Den Herren der Völkerverbrüderung darf nicht manaelnde Selbstzucht deutscher Frauen entsprechen. Wir gutmütigen Deutschen glauben dieser Völkerverbrüderung näher zu sein als es in Wirklichkeit der Fall ist. Man sehe nur in die ausländische Presie, besonders in die französische. Die russischen Gefangenen werden alles, wes sie hören, erleben und sehen. daiv benutzen, um deutsche Kulturverhältnisie, deusichen Charakter usw., deutsche Gomütsversasiung zu .beurteilen bezw. zu verurteilen. Darum nochmals nationale Würde! Wir find besiegt, aber wir wollen uns nicht erniedrigen. Wir lallen uns den unerschütterlichen Glauben nicht nehmen, daß die unerhörten Schrecken des Schlachtfeldes und die herrlichen Heldentaten nicht umsonst waren. Zu uns liegt genug materielle und moralische Kraft, um vorwärts und aufwärts zu kommen. Gerade jetzt soll «ns nationale Würde nicht fehlen. Der hiesige Soldatenrat hat angeregt, daß die im hiesigen Gefangenenlager unterqebrochten Offiziere nicht in Zivil und nicht bei Dunkelheit ausgehen dürfen, da nur auf diese Weise sich Mißslände beleben lallen. Arbeiter- und Soldatenrat Friedberg l H. ?ns der Acimrit. Ockstadt. 22 Rov. Am Mittwoch abend fand im Saale des ^-Gastwirts Foh Henrici eine überaus stark lresuchle Versammlung hiesiger Bürger statt, die von Herrn Bürgermeister Mörler ge leitet wurde Es fand die Wehl eines Bauern- und Arbeiter- rates statt. Geuählt wurden seitens der Bauern: Ed. Kipp Peter Klein V., Gg. F e a b e u t e 1 und Gotlfr. Meusel Für die Arbeiter: Job. Hch. Klein. Th. H i tz e l e r, Ioh Fegbeutel und Emil Gröninger. Die Versammlung fand in aller Ruhe und völliger Uebereinstimmung statt. Vad Nonheim. 22. Rov. Vor einigen Tagen stürzte der Zimmermeisler Franz von hier auf der Fahrt nach Marburg aus dem in Bewegung befindlichen Elsenbahnzug und blieb be- j wußttos liegen. Der Verunglückte wurde in die Klinik nach Marburg verbracht, wo er ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu hoben, seinen schweren Verletzungen erlegen ist. Wie der Unfall sich ereignet hat. konnte bis jetzt nicht festgestellt werden Oppcrshof.n. 20. Rov. Gestern abend fand unter dem Vorsitz des Herrn Bürgermeisters Schmidt eine Versammlung zwecks Bildung eines Vauernrates statt. Nachdem Herr Landwirtschaftslehrer Dr. Schmidt in längeren Ausführungen die derzeitige Lage klargelegt halle, wurde zur Bildung eines Vauernrates geschritten. Es wurden sechs Herren gewählt fünf Landwirte und ein Vertreter der Arbeiter und Gewerbe- trelbenden Frankfurt a. M.. 21. Rov. Der Truppendurchgangsverkehr nimmt in Flankfurt immer größere Dimensionen an. Durch die dl ei Bahnhöfe ziehen täglich ungeheure Truppenmasien. die teils verpflegt, teils untergcbracht werden mllsien. Die erst vor einigen Tagen zusammengestellte militärische Durchgangsstelle bat alle Hände voll zu tun, um des außerordentlichen Andranges Herr zu werden. Allein am Dienstag haben 60 060 Soldaten den Frankfurter Haaptbahnhof pasiiert, während 15 000 hier verpflegt worden sind. Dis jetzt hat alles erfreulicherweise ge» klappt und auch die Frankfurter Bevölkerung hat .hr Teil dazu dkigetragen. indem sie ihre Fahnen hcraustat, und den durchreisenden Kriegern den Gruß der Heimat entbot. Doch bis der letzte feldgraue Mann vom Westen her durch Frankfurt gezogen ist. wird es noch viel Mühe und Arbeit kosten. Der ganze gewaltige Apparat des Hcimtransportes unserer Truppen muß ur.d darf nur von einer Stelle aus geleitet werden, in der alle Faden zujammenlaufen. Dre Beauftragten der Reichsregierung bei der obersten deeres.'ertung Lenjch und Giebel haben an die Arbcrter» und Svldateuräle Westdeutschland» eine Verfügung ertasten. in der ganz bejoirderq hervorgehoben wird, daß für das Zurückführen und den Abtransport des Wejlheeres ein Handel» im großen Zusammenhang unerläßlich sei. FC. Vom Main. 19. Rov. Ein Feldgrauer ließ sich oof' einigen Tagen bei einem Landwirt in Tückelhausen als Arbeitet einstellen Mit einem Paar schwerer Zugochsen fuhr er dan»> auf das Feld, spannte aus, liefe den Wagen stehen und oer-^ schwand mtt den Ochsen. ÄuS Starkenburg. Darmstadt, 20. Nov. Der Vor stand der Landwrrfschafts- kammer für Hessen tagte in heutiger Sitzung unter dem Präsidium des ersten Vorsitzenden Herrn Geh Oekonomierat Walter, um über das aus Gesundheitsrücksichten gestellte Ge- su.ch des Generalsekretärs der Landwilllicklaftskammer. Herrn Oekonomicrat Lcithiger. um Versetzung in den Ruhe* stand zu beraten. Dem gestellten Gesuch wurde mit Wirkung vom 1. Dezember ds Js. stattgegeben. Herr Geh. Oekononiie» rat Walter würdigte die grasten Verdienste des sck>eidenden Generalsekretärs um die hcssisch'e Landwirtsckiajt in ein- netzender Weise mit Worten des Tankes. Herr Generalsekretär Leithiger stattete dem Vorsitzenden und Vorstand für die erwiesenen Etzrungen herzlichen Tank ab, dabei zum Ausdruck bringend, daß ihm die Erledigung seiner Dienst- geschäste stets Freude bereitet und wenn er Erfolge erzielt habe, dies nur möglich gewesen sei durch die Mitarbeit des Vorsitzenden und Vorstandes der Landwirtsch^stskainmer und deren Veaniten. Allen diesen spreche er für die geleistete Unterstützung ebenfalls seinen Tank aus. Ferner beschloß der Vorstand der Landwirtsckxrftskamnrer in heutiger Sitzung an Sl'lle des Herrn Leittziger den seitherigen stettv. Gene' ralsekretär. Herrn Oekonomierat Tr. Hanrann, Tarmstadt. zum Generalsekretär der Landwirtjck-aslskamnier für Hessen zu bestellen. k'C.^Michklsilrdt, 19. Rov. Zur Steuerung der Wohnungs« not beabsichtigt die gemeinnützige Baugenollenschaft im konw menden Frühjahr mehrere Wohnhoujer zu erbauen. FO. Bischof-Hoim. 19. Rov. Der Bremser Letz aus Bingen wurde beim Rangieren von einem Gütrrzug überfahren und so schwer verletzt, daß er kurz darauf verstarb. Aus Rhrinhcllrv. CF Mn!n^ 18 Nov. Der zum Tode verurteilte Nanbm8r. der, der Soldat Kapczek der in Wiesbaden bekanntlich eine Frau ermordet und beraubt hatte, ist ans dem hiesigen Provin- z:al-Arrcsthaus entsprungen. — Auf dem Eouvernemenlsge- bäude weht teil gestern die rot- Fahne. FC. Rüsielsheim. 17. Nov. Der Schlosier Peter Horst aus Bischofsherrn wurde in der Fabrik von Opel durch Erplosion eines Schweißapparates schwer im Gesicht und an den Händen verletzt, sodaß er nach Mainz ins Kranlenhaus überführt werden mnßte. FC. Kosihrim, 19. Nov. An der Haltestelle der Umgehungs- bahn bei Kostheim wurde die 18fnhrige Arbeiterin Maria Wann von hier von einer Maschine überfahren und getötet. FC. Worms. 19. Nov. Plünderndem Gesindel fielen, wie aus Kaiserslautern berichtet wird, dort bei einem Einbruch 600 000 Zigaretten m die Hände. A»^ Hrsirn Rallan. FC. Wiesbaden. 19. Nov. Heute mittag 1? Ilhr wurde der seitherige Polizeipräsident Kawmerherr von Heimburg seines Postens als Polizeipräsident enthoben. An feine Stelle wqrde der Nechlsanwnlt Geheimer Iusti^rat Dr. Alberti gesetzt. FC. Wicc baden. 19. Nov. Verschiedene B ö tier meldeten, daß Hauptmann Philipps von hier aus dem Gefängnis nicht entlasten worden fei. Diese Nachricht.bestätigt sich nicht. Hauptmonn Philippi ist bereits vor einer Woche durch den Soldaten» rat in Frankfurt a. M. auf freien Fuß gefotzt worden. FC. Wiesbaden, 18. Nov. Durch den Rat der Volksbeauk» tragten wurde am 12. November d. I. mit Gesetzeskraft das Gesetz über den Belagerungszustand aus dem Jahre 1851 auf» gehoben und damit auch die Verordnungen des stellvertretenden Generalkommandos, die sich auf das genannt- Gesetz stützen, hinfällig. Diele Aufhebung spielte heute am hiesigen Schön-n- gericht eine Rolle in einer Strafsache, die sich gegen zwei hiesige Bürger richtete, welche ihre Fenster gegen Fliegeraefahr nicht vorschriftsmäßig abg-eblemdet und deshalb einen Strosbefeh» über je 10 Mk. Geldstrafe erhalten hatten. Der Amtsanwalt beantragte Verwerfung der Beruiung. das Gericht jedoch auf Einstellung des Verfahrens und Uebernahme der Kosten auf dir Staatskosie, da die Verurteilung nicht mebr auf Grund der Ver. ordnungen des stellvertretenden Generatkommandos bezw. auf das Gesetz über den Belagerungszustand erfolgen könne, da durch die Bestimmung der Volksbeouftragten genanntes Gesetz au schoben. wodurch eben die Bestrafung unmöglich aeworden sei. Bemerkt sei. daß vor einigen Tagen noch gerichtsseitig hier 200 Strafbefehle wegen nicht genügender Abblen-dung erlogen war» den sind und noch etwa 150 Strafbefehle wegen desielben Ver. fehl? der Erlasiung harren. Ihnen wird iedoch auch aus Grund des Oben-esgaten eine Einstellung des Verfahrens erblühen. FC. MeilmLvster. 19. Nov. Ein junger Mann von hier sprang auf den bereits im Gange befindlichen Personenzug der noch Frankfurt abgelasien wurde. Er glitt aus. geriet unter die Räder und es wurden ihm beide B-rne abgefahren. FC. Weilburg, 19 Nov. Der älteste Einwokner der Stadls Renfner Diensibach. ist im 90. Lebensjahr gestorben. Qf.fcneStell?n: 9 Knechte. 1 Knechtefamilie. 6 Tagelöhner. 2 Bäcker. 20 Dienst, mägde. 2 Wirtschafierinnen. 1 Rielkerin, 12 Hausuurdchen, 1 Weiß- zeugbejchließerin, 1 LatarelbKöchin. Etellenjucbendei Mehrere Mellerfamilien und ledige Melker, 1 .Kassiererin 1 Pflege rin. Fabrckwärler, ^iachtwächler oder dergleichen. Vvronttt'oNlicb für den poHtttcbcn und lokalen leil: L lio H i r j che l. Fiiedberg: ji,r den Anzeigenteil: R. Hevner. Fiiedbetg. Truck «md Verlag der »Neuen TageLAeituug^ Ä G.. Fliedberg l Q Herzenskirmpse. Roman non Helene Scküiky. geb. von Gersborff. (Eopzrn^hl 1915 by 6 Lckermann-Lluitgarl.) ^0) Nachdruck verboten« „Ick?" versetzte Lina ängstlich. „Wie sollte ich daß machen? wird liberal! aufgepaßt, und wenn es herauskommt, ist es um mich geschehen'" "L'na" sagte Hilde sehr ernst und traurig, „du hast mir eben erst Liebe und Treue bis in den Tod geschworen und nun willst du mich schon im Stich lassen? Sieh, dann bin ich ret tungßlos verloren?" ..Nein. gnädiges Fraulein, nein, ich verlasse Cie nicht" versicherte Lina die wieder Mut gefaßt hatte. ..Aber nur eins mochje ich bi ten. wenn Sie wirklich fortgehen. nehmen Sie mich mit, denn ich hätte Todesangst, nach Ihrer Flucht hier zu bleiben. Der Herr Geheimrat und Fräulein Lehmann würden mich am Ende aar umbringen?" „Natürlich nehme ich dich mit, daß war ohnedies mein Plan", beruhigte Hilde sie. „Und nun höre, wie ich mir die Sache für den Notfall außaedacht habe!" Sie entwickelte nun genau ibren Fluchtxlan und was sie Lrna. dafür vorzu bereiten habe. Dann empfahl sie ihr nochmals große Vorsicht und Verschwiegenheit und entließ sie mit dem Versprechen. ihr heute Nachmittag, wenn sie sie zum Diner ankleiden werde alles weitere zu sagen. „Vergiß nickt, mich wieder einzuschließen und allem pünkt. Uch nackzulommen. was man dir derart befohlen hat. damit sie keinen Verdeckt schöpfen, daß wir uns verständigt haben Di- rauf kommt alles an. Nun geh. hob' Dank einstweilen, und sei klug und mutig? sagte sie zum Schluß. Als sie allein war. sank sie auf e'nen Sessel. T-ieke Trostlosigkeit wollte sie wieder überfallen. Wie würde stch alles we'- ta gestalten? Würde es ihr gelingen, sich von den unwürdigen Banden zu befreien die sie umgaben? Würbe sie unterliegen? Nein, sie durfte nicht schwach werden, nicht den Mut verlieren' Hatte Gott ihr nicht schon ein sichtbares Zeichen seiner Fürsorge geschickt, indem er das Herz ihrer Lina rührte und sie ihr zu Hilfe sandte? C. es war schon ein ganz anderes Gefühl, semand im Hause zu wissen, der zu ihr hielt, mit dem sie offen reden und sich beraten konnte. Und jetzt galt es. sich zusammenzu- uebmen. ioren Vater. Franziska und vor allem dem Marquis unbefangen gegenüberzutreten. Gleich würde daß Zeichen zum Lunch ertönen, wo sie ihn wahrscheinlich schon vorsinden würde N.ch tat ffiaMrmWH [oüfe dann, dem Programm eni- sinden Wnterreöun 8, von bet für Re soviel adhing, stait- In einer reizenden Hellen ToNerr«. Die m vorzüglich stand fcepab sie sich eine Viertelstunde später klopfenden Herzens zum Eßzimmer. Unterwegs begegnete ihr wieder der wachstehende Kammerdiener. Man war also noch immer argwöhnisch, traute ihr nicht .... eigentlich mit Recht von ihrem Standpunkt aus, sagte sie sich. Als sie das Eßzimmer betrat, fand sie die übrigen schon anwesend. auch den Marquis, der ihr mit übertriebenem Eifer cntgegeneilte. .Mein gnädiges Fräulein, wie glücklich bin ich. Sie endlich wieder zu sehen?" rief er. ihre Hand ergreifend und einen langen Kuß darauf drückend „Und wie schön Sr? sind? womöglich noch schöner, als sonst'" setzte er hinzu, sie mit seinen flammenden Blicken fast verschlingend. „Wie habe ich geschmachtet nach Ihrem Anblick." Er batte Recht. Die Aufregung hatte rote Rosen auf ihre Wangen und leuchtenden Glanz in ihre Augen gezaubert. Und dies wundervolle Geschöpf sollte in kurzem sein werden. miffami ihren fabelhaften Millionen! Es war ein schwindelhaftes Glück wahrhaftig? Cie aber merkte nur mit innerem Widerwillen, daß e. einen anderen Ton anschlug wie sonst, er fühlte sich schon als Besitzer ibrer P-rson. Wie gern batte sie ihre Hand entzogen wie gern hätte sie ibm entaegenaeschrien. daß sie ibn hasse, verachte. — denn seit sie wußte daß er hinter ihrem Rücken in*ri picrt barte, war er ibr verächtlich geworden, aber sie tomte nicht, sie mußte freundlich und liebenswürdig lein, denn ihr Vater und Franziska beobachteten sie mit Argusaugen und iede Selbstvergessenheit konnte ihren ganzen Plan, ihre ganze Ret tung verwichten. „Ich freue mich auch. Cie hie* begraben zu hP^en". brachte mit Anstrengung hervor „Hoffentlich war Ihr Befinden immer gut. und was macht Ihre Violine?" Damit mar das Gespräch aus ein Thema gelenkt, wo es Hj* Mi'be machte interessiert und ank-verkiam zu schesn"n denn die Musik war ibr unter allen Umständen und zu jede'- Zeit wirkliche Herzenssache. ..Ich danke Ibnen ffrr Ihre liebenswürdige Teilnahme an meinem Befinden", erwiderte Moronis. ..aber wie könnte I* mich woblbennben obne Cie. Fräulein Hilde die Sonne mnkn^ 77 ? . Neine Violine hat auch getrauert denn wie könnte ick ihr einen andern Partner zumuten. nachdem sie gewöhn: war, van diesen Feenbänden begleitet zu werden/ Dabeiergrifs er wieder Hildes Hand, um dieselbe an die Lippen zu ziehen. Hilde schauerte innerlich, ließ es aber ruh'g geschehen. * „Meine Violine habe ich mitgedracht für den Fall, daß Sltf ßeneigt wären, zu must ieren". fuhr er fort. „Das möchte ick allerdings sehr gern", versetzte Hilde. ..Wir konnten vielleicht die Suite von Erieg probieren, die scheint wunderschön zu sein" Dieser ergiebige und neutrale Gesprächstoff hielt während der gaizen Mahlzeit vor. Der Eehcitnrat war sehr befriediat doh allez sich ,o günstig anlich. Er wars Franziska hie und ba tincn verständnisvollen Blick 3 u, den diese jedesmal mit zustimmendem Nicken beantwortete. Anch fle war überzeugt, Last alles im besten Gange sei und Hilde ihren Widerstand ganz und für :mmer aufgegeben habe. Rach Beendigung des Lunch erhob sich der Eeheimrat. indem er segle: „Kommen Si?. Lehmann, wir Alten wollen uns Mr Siesta zurückziehen. während die Jugend sich nach Belieben unterhalten mag durch Plaudern, musizieren, Spazierengehen ganz nach Wunsch." Damit war das Signal zu der bedeutungsvollen Unterredung erfolgt. Hildes Herz schlug zum Zerspringen. „Kornmen Sie mit mir auf die Veranda. Herr Marquis- egte sie so freundlich sie konnte nachdem sie allein waren, „dort cheint um d'ese Zeit die Heibstsonne sehr warm und behaglich herein, und das kann man in diesen kühlen Oktobertagen schon brauchen." ' ..Mit Vergnügen, überall hin. wa Sie es befehlen, teuer, stcs ^rau?ern Hilde", beeilte er sich zu erwidern. Cie setzten sich auf zwei gegenüberstehende Sessel der Veranda, ein kleines Tischchen zwischen sich, vor ihren Augen emen prachtvollen Blick ins Grüne, das sich schon leicht mit Oelb zu miichen begann, im Hintergrund das malerische Sieben geb.rqe. vor welchem sich die breite Silderschlange des Rheins glitzernd und funkelnd im Sonnenschein hin- und herwand. „Fräulein Hilde", hob der Marquis an. „wir sind schon so lange Freunde, wozu lange Umschweife machen? Ihr Herr Vater wird Ihnen gesagt haben, mit welchen Hoffnungen ich ?reiher gekommen bin. Auch werden Sie längst erkannt hab»n um mein Herz steht. Fräulein Hilde, ich liebe Sie un*' cnöna), habe Sie schon lange, lange geliebt und . . „Herr Marquis, halten Sie ein? Ehe Sie weiter reden, möchte ich^Sie etwas fragen", unterbrach ihn Hilde schnell. „Habe ich Ihnen jemals Veranlassung gegeben, an meine Gegenliebe zu glauben?" „Der Zweifel daran ließ mich bi? jetzt schweigen, indem ich heute durch Ausdaver und Ergebenheit nach und nach Ihr Herz zu rühren", erwiderte er sehr sanft Fcltietznnp folgt. Danksagung. Mc vleUn ^tveNe herzlicher Teilnahme bei dem Hlns^eiden und der ecrt)Ki,rq meines lieben Ehegatten, unseres lieben Vaters Collies Schw»eger.ohnes und Onkels ^o.,nes. Albert Holl • Postagent t>e r otibeT« dem Ge angverein Gerinania. '»wie Herrn Pfarrer Fischer kür die ste^Dcntt. ""."eiche Grabrede sagen wie auf diesem Wege un,eren hetzli^ o. d. Höhe, den 21. November 19l8. 2m Namen der tranernden Hinterbliebenen: Johannes Holl IX. [im® fenossensM nii jwimiür mm. Ge-rr. I8<»4. IJeiclishanK-Giro-Conto. Tel.-No. 15 ö)ü!tti>crUi!itii!!>s. Donnerötaa. bcn 28. November l. I. nachmittags 4 Uhr. w>rd im Gab haus zun» P äize boj in Ba)-Nau e»m tas dem Vereinigen Ainensonds der Stadt Friedberg rehönge. in der Ge ma'lunq Bad-^tauheim oelegene G u idst ick Flur Xill Nr. 2 -- 1010 gm. dicker au, der Letikau e auf wei ere 12 Jahre öffentlich r% den lbtei .bietenden oerpal ter. ^rirdberq. den 1). Nov. 1918. Die städfflche IrNeriklMllllUjion. I. V.: Dam m. Die bestellten Kcknttntmachttttg. Entgegennahme von Soar-Einlatren. *o den höchsten Zinssätzen. Provisionsfreier Check- verkehr. AS Confo-CorrenNCredit- Gewährung. sc Diskontierung von Wachsein, Verwahrung u. Verwaltung von Wertpapieren. Eeieilmn? von Wert* papieren. ac An- und Verkauf von Wertpapieren. Einlösung von Coupons etc. aff Vermittefungafler in das Bankiach ehschiaieo- den Geschäfte zu den mässigst. Bedingungen. in gioßer Auswohl. noch gu.en Stögen, gebe noch billig ab. Cinzelne Hofen, Joppen, Llrbeitöivcften io;or; bei Schneiderei Woif, Frank »rt a, M., Bleich lr. .6. !. AchtungAchiUug! HaMmn, fc'nr Sirdjito' mtfjt! a Kohlrabsn »erben S»>ns«a-,. den 23. d. Mts., uotmülnffs van 8 — 12 Ufir D^u°s>chk,!-e Sir. i—zoo aus am Eisenbahn- roogert am Et.gut,chuppen verob'olg. } Friedberg, den 22. Nooentber 1918. Der Bürgermeister ("ädt. Le.Mnsmtt el-Aus chnß) —.—V.: L a n a s d o r f. feuer- und diebessichere Stahlkammer, in der eiserne Schrankfächer (Safes) in verschied. Grössen vermietet werden. KelcfecBtanxen aal alfe an den deutschen Börsen zar Auflage kommenden neuen Anleihen je.«er Art werden von uns zu den Ausgabe-Bedingungen angenommen, ohne daödies in den einze.nen Fällen lieMondeni bekannt gemactiJ wird. Sarrerstojf-lZlcichr- das Ädeal-Waschmiite' 2n Origmaldo en u haben im Hess^sciieii Versand&nus Ph. Wiener, Frredbera ». Hessen. gegenüber d. Lebensm-ttelaus chutz Tüchtiller Verl.-rren in der Weedgaffr einen goldenen Ring (Erbstück) , ,it Totem Stein aur demselben t";findet sich ein weißer Madienkaps. liegen nute Veiohnunz abzu- geben beim Lu'acett-Oberinspektor. Res.-Laz^ rett. Friedberg. Vs LsM Därme rum Schlachten verkauft J?i 1‘tzs: *' i Vü % t, Rerchetsheim i. d. Wetterau. Gulgelernter Fahrochse zu verlaufen. isrikder-Rosback». Bahnhofsir. 18. Bekanntmachung. i>» 1 *•«”""** wird ÄiisiiMiis kttschickiitt Llillit» (iiisStsoitiikre Haushaltungsgegenstände) der gefangenen Offiziere statifinden. 1 iLi^Ät? ec ^^rd'nmg der Lager-Kommandantur wird auch Zivit-Bevoikerung zugelaffen werden. Geschattsstelle Franksu« a. M„ Kronprinzenstratze 41 . «-v r. lKronprinzenbau.) — Fernruf Zkömer 420». «Utiftunacn juiontea, Dlenstao, Donnerslao, Frerrag, nachmittags r J" keschaltsaittelgen in diesem Raum niu* fnr nuftr« M,t-I,e>err dieselben fino kostenlos. ,edoch must bei Htut- >abe der Anzeige aut die Aiitgliedjchaft hingewirsen werden ... ' 50 Sli BamnllimH stehen zu verkausen bet Hfld JUidirl, Kb-tshki« Kaut tann jederzeit daieldjt geschlossen werden. Arbeitspferd zu verkaufen bet Ttakod Wilh. Diefenbach, Ober-Rosbach. Bekanntmachung des Dcjirkokommandos g-ri-dvcrg i. H. Bett. Auszahlung noch rnckständiacr Kebührnissc nnv deSEntlasiunaostcloes (<»ö Bik.) anEnh lanene. Eine Vluszahlunif der Eebührnisse an die betreffenden Entladenen kann erst erfolgen, nachdem die Papiere vom Truppenteil beim Beziikskoinmando eingegangen sind. Diese Papiere werden sosort nach Eingang vom Be- zirkskonlmando in Ordnung gebracht und jeder Entlassene wird zurAnerkennungder Stammrolle zumBezirtskommando beoidert. Sobald jeder Einzelne die E:ammrolle anerkennt, kann er gleichzeitig auf Zimmer Nr. 2 des Bezirkskommandos das Entlassungsgeld gegen Quittung erhallen. Solche, die die SlaminroUe bciin Truppenteil anerkannt haben, können das Geld ab 5. 12. erhallen. Im Aufträge des Arbeiten und Soldatenrates: _ Bezirkskonimando: W i t t, Oberstleutnant. lie.ert schnell und billigst iikue TlrzkSsc.iutig Sr,li,rr,ivrriez, I findet dauernd Be.chäsngung bei Schuhmack,ermei 1er W»ih. K'.ehm -tiene'- 1 Ölliiabr iOberoeffeni. iin i'räjiijifc 8 «Ue, welcher Lust hak, das Schml.de- han>werk zu erlern«?,,, miro io- fort angenommen. Kost und Lo» gis im Hause. Atfred Kuhwede, Schmledemstr., Burq-Gräsenrode. 2 jtlnge Llianerzie^til zu verlaufen. Ockstadt, Waldstratze 13. Scheidenkatarrh u.VerkalberV ^ 'yoien durch mclnf 1 Va^nat* un^ßullöiStäbe! ichnell, billig, bequeih and «(eher gebe g ffl Bexu^durchlVrirrf«. Prospekte Qralt« durch} .Br ß Beilage zur Nummer Ueaen Tageszeitung l>W>W»W» !> u mi■■ ii m > i)i »■ 11 ii 111 r 'ii 'ii ~~3 -.nrr*. .'/.y./aaoiaaacawr .~jd j 11. 3ai|r!\«nj»« Samstag. den 2.-;. Uovcmber I!M8 Toten fonntag — Totenfest. Mit einer heiligen, tiefernsten Feier schließt alljährlich unser Kirchenjahr, dem „Totensonntag". dem ..Totenfest/' flauer Nebel lagert auf den Gefilden, und rauher Herbststurm zagt durch die Felder. Des Frühlings Wonne, des Commerz und Herbstes goldener utio fruchtbeladener Schmuck alles ist da hin. olles öde und leer! Leise fÜRt ein Plöttlein nach dem andern die Erde Allerorten geht durch die Natur wiederum ein großes Sterben, etn Verr-eiken. ein Vergehen. Alles neigt sich müde dem Grabe zu Nicht mehr lange, dann wirbeln dichte Schneeflocken vom grauen Himmelszelt und betten die Natur in tiefen Schlummer. Trübe düstere Tage Schnell ist da? Iabr dobingeaangen und zum Fünstenmal kn dieser schweren Zeit ist der Totensonntag, ist das Totenfest an dem wir in st/ller Webmut unterer teueren Entschlafenen gedenken, wieder-- gekehrt Welch uma.bareß Leid ist in dieser lanacn Krienszeil über uns bereinaebrochen. wiev.el blühende Hoffnungen sind zu Nichte geworden Manch blühende Blume manch sprossende Kno've ist vom Sturm der ernsten Zeit geknickt und v?rs"tzt morden in Gottes ewig blühenden Garten. Dort wo kein Leid keine Plage und „Nickt Note sind und Grauen Und der kalten Winde Web'n Gw'oer Frieden, güld'ne Anen Grützen dort in Himmelshöh'n " Ja. große Ernre bat der Schnitter Tod gehalten. Hier fiel nach Gottes unerforschlicbem Willen sti Feindesland der treu- sorgende Vater feiner Kinder und hinterließ in tiefem W'ä eine trauernde Witne Dort der treugeiiebte hoffnanasvolle Sohn und Vrndcr. Ueberall bat der Krieg innige Bande zer rissen und schwere Wunden geschlagen. Stille Hügel, unzählige Gräberreihen, mit schlichten Holzkreuzen geschmückt, von Herbstblumen bewachsen, haben io manches treue Soldatenherz in stch eingeschlossen, dort in weiter Ferne, im fremden Feindesland Aber gottlob nur das Irdische. Zeitliche. Vergängliche. Staub und Asche haben ste in stch geborgen' „Was wir lieben, ist geblieben Droben in der Ewigkeit!" Dort, wo nicht Kampf und Kriegsgefchret tobt, wo sie nich! hungern wird noch dürsten „Dort werden wir sie wiederfehn In jenen lichten Himmeksböh'n Wo Friede. Freude, weit und breit Fm Glanz der ew'gen Seligkeit. Wo der Enaiein Lobgefön Klingt so lieblich, ach so schön Hätt ich Flügel, hätt ich Flügel Eilt ich übc-r Tal und Hügel Um vor Gottes Thron zu stehn.* Wir wenden unsere Blicke zur Heimat, zum heimischen Friedhöfe und Gottesacker. Auch hier hat der Tod im abgelaufenen Jahre teure Lieben gefordert. Lebenstrohe und Lebensmüde Junge und Alte stnd unter den gewaltigen Streichen des unerbittlichen Schnitters gefallen. Wie manches Herz eilt deshalb heute h'nautz zu jenen heiligen Ruhestätten, wo Astern und Geerginen in gewischten Farben den schlummernden Lieben ihr< legte Pracht entfallen. Wunden, die vor kurz oder lang geschlagen wurden brennen und schmerzen aufs neue, und im Geiste tritt der teueren Entschlafenen Leben. Leiden und Sterben. ihr Weg zum Grabe vor der Hinterbliebenen Augen. ..Mit Ker^euskiimpfe. Roman von Helene Stütkv. geb von Gersdorff (Copyright 1915 by C. Aliermann-Ltuttgarl.) 44) Nachdruck verholen. „Gut. das verstehe ich", ent,regnete Hilde, weniger aber was Sie veranlatzte. mit^Ihrer Werbung gerade jetzt hervorzutreten und zwar sich mit derselben direkt an meinen Vater zu wenden." „Teures, geliebtes Fräulein, die erste Frage ist durch meine unerträgliche Sehnsucht nach Ihnen am besten beantwortet. Sei: Sie, die schönste, die holdeste aller Frauen meinen Blicken entzogen waren, ergriff mich das Verlangen nach Ihnen mit solcher Macht daß alle bisherige Geduld und Ueberlcgung davon über den Haufen geworfen wurden. Mais je ne pouvais plus vivre sans oous vLir. c'est tout simple? Und warum ich mich an Ihren Herrn Vater wandte? Mais c'est encore viutz simple! Weil wir das in Frankreich für den allein richtigen Weg halten wenn wir ein propes de maciage machen Fräulein Hilde. Sie waren doch lange in Frankreich, können ein wenig unsere Sitten Sie können sich doch darüber nicht wundern!" Hilde mutzte zugeben, daß feine Handlungsweise äußerlich vollkommen korrekt war. „Stehe ich nun in Ihren Augen gerechtfertigt da. ange de ma me?" fragte er eifrig, „werden Sie mrr jetzt endlich sagen, baß es mir durch jahrelanges Bemühen gelungen ist, auch Ihnen etwas Zuneigung etnzuflößen zu Ihrem allerdemütigsten Knecht der nichts anderes wünscht, als Ihnen sein ganzes Leben zu weihen?" „Herr Marquis, hören Sie mich an! Es wird mir sehr schwer Ihnen Las zu jagen, was ich Ihnen doch sagen mutz" antwortete Hilde, schwer atmend, „Herr Marquis, ich habe im- >ner Freundschaft für Sie empfunden, aber ..." „O. sprechen Sie kein Aber!" unterbrach sie der Marquis von seinem Sitz aufspringend in grotzer Erregung, „ich will kein Aber, ich kann kein Mer hören! Ich bin zufrieden mit welcher Liebe und Treue wollten wir sie hegen und pflegen wenn sie wieder bei uns meilcn würden", fo klagt heute manche kumnrerrolle Seele. So zu klagen, so zu denken, ist freilich irdisch und menschlich, aber nicht christlich. Wir dürfen nicht trauern wie die. „jo keine Hostnung haben" auf ein Wiedersehen in jener Weit, denn wir haben die Gewißheit des ewigen Lebens durch unseren Herrn uno Heiland Jesus Christus. Er hat dem Tode arc Macht genemu.eu und Leben und unvergängliches Wesen ans Licht gebracht. Darum störet nicht ihre heilige Ruhe' „ Eie sind aoherm ,m stillen Frieden Im Glanz der ewigen Seligkeit" „Ihr Los ist auf das LiebUck.ste gefallen, und Gott wird abv'lichen alle 2irren von ihren Augen" Ja. „Wie wird s sein, wie a ird's sein. Wenn a ir stehn in Salem ein. In Die Stadt mt« güid'nen Straßen Ach. mein Gott, ich kanns nickt jassen, Wenn ich zieh in Sulem ein." Wir aber stehen letzt noch im irdtjck-en Kampf und Streit Da« schrealickc Kriegsmord-n an allen Fronten ist gottlob beendet. und ein t einer Lichtstrahl ist in das Dunkel des Weltalls g'drungcn. Doch wie ein Schleier l eck die Zukunft immer noch dunkel und trübe vor uns. Seid aber aetrcst!- Mögen di Wogen der Trübiol noch jo h:-ch ick,lagen. ..Es kann uns nicht« geschehen, als was Gott auseliehen und was uns be.Uam ist." Seine Wege stnd hoher, lerne Gedanken sind b.-rrücher denn die unfrigcn. und nicht bat er Gedanken des Leides, sondern des Fnedens mit uns Er wird uns nicht rerloifen noch versäumen Drum gib dich zufrieden und sei stille Gläubig zu ihm aufge- blickl. hilft er selbst das Schwerste tragen und „größer als der Helfer ist die Rot ja nicht." „Ob Stürme auch toben. Verzaget nur nicht Und blicket noch oben Zu Ieju im Licht?" Laßt uns. die wir noch auf der Wanderschaft sind, wachen ringen, sieben, beten, damrCwrr bereites seien, wenn auch unser letztes Stündlein schlägt und wir vor die VsorteO der Ewigkeit treten. Denn wcr kann Voraussagen, ob uns noch etn Totensonntag. ein Totenfest beschieden ist, ob nicht am nächsten Totenfeste auch uns ein stiller Hügel deckt und liebe Hinterbliebene mit tränenfeuchten Augen an unserem Grabe stehen. „Wer weiß, wie nahe mir mein Ende. Hin geht die Zeit, her kommt der Tod, Ach. wie geschwinde und behende Kann kommen meine Todesnot. ..Mein Gott, ich bitt durch Christi Blut, Mach's nur mit meinem Ende gut" „Dann ist mir's gleich und tut mir wohl Wann, wo und wie ich sterben soll." Amen. W- Otto Wolfs. Spartakus. Wenn dom Spartakus die Rede ist, so fragen unsere Leute, was für ein wilder Berliner das fein mag. Die revolutionärste ber revolutionären Parteien Deutschlands, die Spartakus-Gruppe, trägt ihren Namen von einer Persön- stclckeit.der altröiuischen Geschichte. Spartakus hieß der Anführer einer Schar von Gladiatoren, die im Jahre 73 v. Ehr. Ihrer Freundschaft, ich werde dafür sorgen daß Ihre Freund- schüft zur Liebe wird, wenn Sie erst meine Frau sind. Sie werden dcn Himmel auf Erden haben, ich werde den Boden küssen den Ihr F-ch' tritt, ich werde Sie lieben, vergöttern, wie noch nie ein Weib geliebt wurde, Hilde, Hilde .... kein Aber, kein Nein! .... ich flehe Sie an!" Er batte sich ihr zu Füßen geworfen und sah mtt bittenden, beschwörenden Blicken zu ihr empor. Auch sie war aufgesprungen, erschreckt von der Leidenschaft die ihr aus seinen dunklen Augen entgegenflommte. Immer mehr schwank ihre Hoffnung, daß er auf sie verzichten würde, solange ihm die Aussicht blieb, doch noch mit ihres Vaters Hilfe an's Ziel zu kommen, dennoch mutzte der Versuch gemacht werden. „Ich bitte Cte nochmals, mich ruhig anzuhören, Herr Marquis". sagte sie leise, als er wieder aufgesprungen war und mit gespannten Mienen vor ihr stand. „Ich mutz Ihnen ein Ge- ständnis machen, nach welchem Sie selbst wenig Lust haben werden, mich zur Gattin zu erringen." Ihm pochten die Schläfe vor wahnsinniger Aufregung. Was würde er hören? Hatte sie eine Schuld auf dem Gewitzen? War sie nicht würdig, eines vornehmen Mannes Gattin zu werden? War sie vielleicht gar heimlich verheiratet? Bei einem solchen Vater war alles möglich. Und die Weiber, o die Weiber! „Reden Sie, reden Sie!" zischte er, heißer vor Aufregung. „Nun denn. Herr Marquis", sprach da Hilde entschlossen „so witzen, so erfahren Sie: meine Liebe gehört einem andern ihm habe ich Herz und Hand gelobt!" Ein großer Seufzer der Erleichterung, fast ein Lachen entfuhr dem Marquis. Das wußte er längst. Germsbosf natürlich. „Ist das alles?" fragte er laut Hilde sah ihn erstaunt an. „Ja. ist das nicht genug?" fragte sie. „Was denken Sie von meiner Liebe. Hilde, wenn Sie glauben. dieselbe fei so schwächlich, datz ich Sie freiwillig einem an- ous der Fechtorschule von Capua ausbrach und den Aufruhr gegen das Weltreich der römischen Nepuh ii erhob. Ter Anführer der Bande, dessen zweite Silve kurz gesprochen wird leitete seinen Ursprung vom thrakischcn Konigsaeichlecht der Spartaciden. ab; er hatte Kriegsdienste in den römischen Legionen getan, war desertiert, wieder eingetangen und unter die Feststeiskiaven gesteckt worden, die stch für die Sckmulust des römischen Pöbels niedermetzelten. Die Handvoll verwegener Verbrecher, an deren Spitze dieser Mann stand, sollte der mächtigen Republik zwei Jahre lang sävver zu sck>afsen niachen. Nach den eisten kleinen Waffeueno gen strömten die italienischen Sklaven in Massen per Fahne deö Räuberhauptmanns Spartakuß zu. Zwei Kammn Ranis erlitten schwere blutige Niederlagen von dem Sk.aoenheer, das im Raub- und Siegeszug ganz Italien durchschritt. Spartakus schuf sich eine Artillerie au« den P-erdechrdep der kampanischen Hirten und organisierte die Wastem fabrikation für seine Scharen duich die Einfuhr von Kupier und Zinn in die füditaiienischen Haien. Gegen den Willen des Führers, der in seine tf)rafIfd^e H"imat zu - ückkebren wollte, erzwangen die Sklavenbanden die Fortsetzung der Rauhzüge aus 'Italien ischem Gebiet, bis die Ilehermacht de» Republik sich nach jahrelangem Kampf doch geltend nlaclue Spartakus fiel im Kampfe gegen die Ueher macht, seil« tausend seiner Leute, die sich ererben, wurden von den Siegern zum Kr-ouzestod verurteilt. Wir hatten in Deutschland *chon eininal solch- Spartakus-Gruppen im Bauernkrieg 1523, hie nach An dn russischn Bo'sck^ewik'l Schlösser und Abteien zeistörten und plündernd nnd sengend durchs Land Zögen, stait vereint uni ihren Genossen unter bewahrten Führern den Kamps gegen die gemeinsamen Feinde sieghaft zu führen. Sie wurden einzeln geschlagen und vernichret, die gefangener Führer geköpft. Im parteipolitischen Kampf innerhalb der deutscher' SoZiuloemokratie tauchte der Name „Spartakus" Zu Beginn des Jahres 1916 auf. Einer der radikalsten Abgeoidneten der linken Gruppe der 20. die stch kurz vorher von der airer. Partei abgespulten hatte, ließ danials „Politn'ä>e Briefe" erscheinen, die mit „Spartakus", dem Namen des Sklaven befreiers, unterzeichnet wai'en. Der Name des Verfassern der Spartakusbriefe wird noch heute als strenges Geheimnis der Eingeweihten betrachtet, der Inhalt der Briefe aber war ganz im Sinne Karl -Liebknechts gehalten. Sie waren zunächst zur „persönlichen Information" unter den radikalen Elementen der Sozialdemokratie bestimmt, erregten aber eine öffentlickre Polemik in allen Parteiblätern. Ter Grundgedanke der Spartakusbriefe war es, die Internationale zur allein entscheidenden Instanz in allen weltpolitistzen Fragen und vor allem kn allen Fragen der Kriegswktik zu machen Die Nationen des Erdballs sollten niit der Zeit überhaupt verschwinden. Von Anfang an übten die Spartakusbriefe an den „Schwächlingen" der unabhängigen Sozialistenpartei dieselbe sckiarfe Kritik wie an den „regierungstreuen" Scheide' ruannleuten. Die Vertreter der von ihnen angegebenen Richtung im Parlament waren Liebknecht und Rülste. Links vom Spartakus steht nur noch Julian Borck>ndt, der sich als den einzigen wirlick-en Bolschewisten Denticküaud bezeichnet. Die Spartakusrichtung gewann zuerst in der Provii z Boden, wo sich ihr u. a. der Braunschweiger „Volts dern üderll-eße? Niemals werben Sie einem andern angehören solange ich imstande bin. es zu verhindernd „Aber wenn ich Ihnen sage, daß mein ganzes Herz ibm qe- hört, daß ick ihn immer, solange ick lebe, lieben werde, daß mir der Gedanke, mit einem andern Manne, auch mit Ihnen, tv nähere Berührung zu kommen, verhaßt ist .... werden Sie mich bann immer noch wollen?" „Za. Hilde, ich will Sie unter allen Umständen. Wenn Cie mich liebten, wäre ich . der glücklichste Mensch aus Erden. Da Sie aber, zu meinem Schmerz nicht mich, sondern einen andern lieben, so will ich Sie doch lieber so besitzen als garnickt und Sie einem andern lasten .... das wäre Höllenqual! Sie nisten nicht, was lieben heißt, wenn Sie das von mir verlangen!" „Und Sie witzen nicht, was es heißt, eine Frau an sich ketten, die das Bild eines andern im Herzen trägt", entgegnete Hilde heftig. „Ich will es riskieren, lieber als Eie ganz rerlieren! Und ich gebe die Hoffnung nicht auf. mit der Zeit auch noch Ihre Liebe zu gewinnen?" sagte der Marquis jetzt ganz gelatzen. ..Wällen Sie damit allen Ernstes sagen, daß Sie auf dem Vollzug des Verlöbnitzes gegen meinen Willen bestchen?" fragte Hilde. „O, Sie werden nicht so hartherzig sein, mich abzuweiseit da ich bereits die Zusage Ihres Herrn Vaters habe!" meinte der Marquis überredend. „Und das nennen Sie Liebe, wenn Sie mich durch meinen Vater zwingen wollen?" „Ja, das nenne ich Liebe. Hildr-! Sie haben wollen um jeden Preis! Wir Südländer haben kein Talent zu entsagungsvollem Verzichten. So lieben die kaltblütigen Söhne des Nor. dens, aber wir nicht.' Ich würde Sie lieber tot als in den Ar. men eines andern sehen." „Also kann nichts Sie erweichen, ein Bitten, kein Flehen?" Der Marquis schüttelte den Kopf. Fortsetzung folgt freimb* Me Bremer „Arbetterpolitik*, der Duisburger „Kampf" öffneten. Me derartigen Gruppen hatten von jeher das gleiche Sckkckml: sie gingen unter, nickt ohne daß sie die siegreiche Revolirtwnspartei durch ihre Schreckensherrsck-,ft schwer ge- schädigt hatten. So oft ein Spartakus in die Höhe kam. ging die Sacke der Revolution zurück. Die gleiche Er* fahruna hat man sckon in der französischen Revolution erlebt. Als nack dem Sturze Robespierres Franz Laböf. der fick ebenfalls mit dem Namen eines französischen Nevolutzers sckmückte und sich Gracchus nannte, den Verickwörerkluh der Meßben gründete, die Regierung stürzen, das Privateigentum einzicben und alle Widersacher vernichten wollte, wurde er samt Anhängern kalt gestellt und nach Beschluß des Nevosu!ivn?romitees geköpft. So kann es auch) einmal dem Spartakus von Berlin begegnen. Gestrenge Herren regieren nicht lange. Wenn die auf die Spartakusseite neigenden Sozialdemokraten etwa wähnten. nach dem russischen Vorbild den Nationalrat entbehren und an die Stelle einer demokrati'cken Volksvertretung ihre eigenen Persönlichkeiten a!s Herrscher setzen zu können, so täuschten sie sich. Schon die Versammlungen der Berliner Soldatenräte — und diese geben in der fetzigen Bewegung schließlich doch den Ausschlag — ließen keinen Zweifel, daß sie die baldige Vornahme allgemeiner Volksmablen zur Bildung einer Nationalversammlung nach der Reichsverfassung und unter Einschluß von Deutsch>-Oesterreich als Vorbedingung des Volksstaates fvrderm. Tie Reichsregierung siebt sich zu der Kundmachung veranlaßt, daß sie das Selbst- bestimmungsrecbt der Nation durch baldige Ausschreibung der allgemeinen Wahlen bestätigen will. Auch die Feinde machen die Gültiakeit der Friedensbedingungen von der Zu- stimmuna der Nationalversaminkung abhängig. Bismarck bat 1871 die gleiche Forderung gegenüber der provisovischen Regierung von Frankreich erheben. Tie deutsche Reichsregierung wird es. auch nicht daraus ankommen lassen die Nationalversammlung auseinanderzusagen. wenn sie in ihr nicht die Mehrheit findet. Sie müßte sonst gleich der rus- f^cben Regierung alle demokratischen Grundsätze verleugnen und an deren Stelle den roten Terror setzen. Das wird sie nicht tun. Frindesf?i'"'err ans Deutschland? Der „Corriere della Sera" schreibt: ..Wo hatten nur die Einwohner von Lille. die zahlreichen französischen, italienischen, amerikanischen, belgischen und sogar russischen Fahnen herbekommen, mit denen sie die englischen Truppen bei ihrem Einzug in die miedereroberte Stadt begrüßten? Es scheint unmöglich, aber die Fahnen waren gekommen aus- Deutschla n d 1 Einige Industrielle aus Bonn Mn Rhein berichtet -er Sonderberichterstatter de« „Temps" — voraussehend, was kommen würde, begaben sich vor drei Wochen mit Wagen voll Fahnen des Verbandes nach Lille und verkauften sie dort mit der größten Unverfrorenheit mit gutem Gewinn an die Einwohner. In den Augen dieser Händler ist der Handel wie Me Kunst: er hat kein Vaterland." Nachforschungen unter Soldaten zufolge, scheint diese Nachricht nicht gegenstandslos zu sein. Wir fragen: Wer ist für diesen Skandal verantwortlich? Ist m Bonn kein Staatsanwalt. der der Sache auf die Spur kommen kann? Ist aber die Nachricht von der feindlichen Presse erkunden, dann soll die Sache bei der Presse der neutralen Lander wieder gekennzeichnet werden. Aber bitte nicht nach einem Jahre! Da fammern armc Mutter nach Windeln für ihre N-uaeborenen. Kinder und Erwachsene nach Leibwäsche, in den Gasthäusern wird fedetz. entbehrliche Leinen beschlagnahmt — und rheinische Geschäftsleute liefern den Feinden die Fahnen — auch zur Feier ihrer Befreiung Ist das wahr, dann heraus mit den Namen der Ehr- lcsen. die so wenig Verständnis für das haben, was man An standsaefühl nennt! Ist das wahr? Kann das wahr sein? ?cr kciiiillic lind da rnol’fdjf (5M. 3m „Tag" vergleicht Professor Rein-Jena den deutscher mit dem englischen Geiste, um die dleberleaenbeit des englischer festzustellen. Der deutsche Geist ist vornehmlich wegen seines eingeborenen metaphnfischen Hanges, wegen feines Ueber-Idea lismus dem einbeillich geschlossenen englischen nickt gewachsen Der englische Geist mit seinem Eroberunaswillen beherrscht nick' nur die staotsmännischen Kreise, sondern umsaßt dos gesamt- Volk in allen feinen Schickten die KouAeute und Reeder, die Gewerbetreibenden und Arbeiter. Auch durch die gelehrten' Kreise webt wenn auch in sanfteren Formen, der imperialistisch Höhenflug des englischen Geistes. Die Jugend atmet ihn vor, Kindheit on in sich ein und fühlt sich glücklich und stolr. einem solchen Weltrolk anzuoehören. ihm zu dienen, an der Ausbreitung feiner Mackt teilmnebwen. Das aenone Gegenteil hierzu bildet der deutsche Geist ' Rein sagt über ihn' Nach außen hin ist er besckeid-n: nach innen sucht er in im mer neuen Anstürmen das Beisickselbstiein zu schonen und in dic Tiefen zu dringen, von denen aus stch ein Blick in die unendlichen Fäden eröffnet, an denen das Weltall hangt. Dieser metaphysikche Drang, der in Sck-'lling und Hegel Triumphe feierte, ist noch lange nicht erstorben. Er zieht immer wieder den deutschen Geist von der Realität der Dinge weg tu eine Idealität der Erscheinungen, von der aus keine Brücke zur Wirklichkeit des Leben? führt Diesem m-taphysischen Aua folgen >L 0 Zialisten und Pazifisten in gleicher Weise, wenn auch in ab weichenden Formen. Deshalb hallen ste die Alldeutschen mehr als unsere Feinde, die uns ans Leben wollen. Sie warnen unsere Volksgenossen eindrinolich. ja nicht dem Haß gegen England nachzugeben, aber ihre Augen fangen alsbald an. von Haß zu glühen, sobald der Name ..Alldeutsch" fällt. Und doch sind die Alldeutschen nur eine ganz sanfte Abart de? englischen oder französischen Imperialismus. Fern von dem Gedanken einer Weltherrschaft, wollen sie. m-mn ick sie reckt verstehe, nickn« weiter als unserem deutschen V^Ik die Möglichkeit gesunden Wachstums sichern. Luft und Licllt den Heranwachsenden Generationen in ausreichendem Maß gewähren. Aber das ist der unbegreiflichen Weichheit, die am deutschen Wesen haftet, schon ZU viel. Die Menschheit umarmend, erscheint manchem Deutschen die leiseste Betonung des Volkstums sckon als eine Sünde gegen den heiligen Geist. In grnzenlwer Bescheidenheit will de, fügsame Deutsche dem Engländer lieber den Eteiabüoel halten als in den Geruch irgendwelcher nationalen Begehrlichkeit kom men. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 26. Sonntag nach Tmn.. 24. November 1918. Totenfest. Gottesdienst in der Burakircke. Vormittags 9% UM: Herr Pfarrer Kleberger. Mitwirkung der Chorschule Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer Tiebl. Von ^12—12 Uhr: Ehrengeläute für die Gefallenen. Nackmittags 5Vs Uhr: Herr Pfarr-r T i e h l. Gottesdien st in der Friedhostzkapelle. Nachmittags 2 Uhr: Herr Direktor S ck o e l l. Kollekt« 'ür die Nationalstiftung zum Besten der Kriegshinterbliebenen. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. 10 Uhr: Gottesdienst. Kollekte. 2. Uhr: Gedächtnis- ieier für die Gefallenen. « Katholische Gemeinde. Sonntag, den 24. Nov. 1918. Letzter Sonntag nach Pfingsten. Beicktgelegenbeit am Samstag von 5 Uhr an imb Sonntags früh von 6 Uhr an. %7 Uhr Frühmesse. 8 Ubr Militärge'tesdienst fSingmesse mit Predigt). i/MO Uhr Hockamt mit Predigt. Nackmittags 2*4 Uhr: Christenlehre und Armenseelen- Andackt. Um 4 Uhr: Versammlung des Iünglingsvereins. Während der Wecke- Um V : 7 und 7 llhr hl Messen. Freitag Abend 6 % Uhr: Bitt-Andacht. Verantwortlich kür den politisckrn und lokalen ?eii: Ctto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R H ev n er. Fnedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A G Friedbera * * M Wich--!! empfehle gemahlenen echten llssen-pgynkra lspani 0)€V P effer) reelles Gewürz für den jetzt fehlenden teuren Posier. Zu 1 Teil Paprika, 2 Teile irockenes seines Salz, vor dem Gebrauch zu mengen und dann genau wie Pfeffer zu verwenden. Reell. aromatßch gur. billig! — Ferner noch: PÖKCiSföff, Salpeter-Tr'atz, 1‘ 0 Gr. für 100 Pid. Rauchware sowie Majoran Thymian. Netkeu. Rauheiwer Kochjalz, wie guck Fleisch- und Wurst- Koaserven-Giäser in ver chiedenen Größen. Fr. Hilbrecht, Fr evaerg in Hessen. Achtung! Achlunz! HmfrMll, tkilik M.chng, mhr! tt Sanersioff-glriche, ras odeal-Waichmntet. 2n Ocigmaldo en u haben im Hessischen Vessamiiiaus i*ii. Uicne. , Frledverg >. Hc 7en, gegenüber d.Lebensmltk^ i.is chutz Uejen biüigi't (5. Eee, Majjenheim. Telelon Aull Bllbel 239. Krlrnnntmachnng. Lebensmittel-Versorgung für dle Woche vom 2i, bis 30. November 191«. Es gelange» zur Ausgabe in der alten Post: Montag, den 25. November, rofe Ksiben in Mengen von 25 und 50 Pfund. Preis pro Pfund 16 Pfennig. Montag, den 25. November: Maik-Eier für den Bezirk I und III vormittags von -9—10 Uhr für die Nummern 1—150 des Bezirks I ” ° " " - 151-3..0 „ „ 1 > "-12.301-450 „ „ J nachmittags von 2—3 Uhr für die Nummern 451—600 des Bezirks I n 3 —4 „ „ „ „ 601 aufwär s 1 .. 4-5 n n » „ des Bezirks III. Es werden abgegeben auf Eierkarte vlau. Marke 7 u 8 . 2 Eier zu 90 Pfennig. Die Eierkarten sind vorzulegen. Ecerlarten ohne die betreffenden Aiarken berechtigen nicht zum Bezug- einzeln abae- trennte .'Marken sind weil tos. Der Durchkeuchtvngsapporat wird aufgestellt, spätere Nekla- atianrn erden nickt an enommeu. Dre Katleler müssen in kurzer Zeit verbraucht werden. Dienstag, den 26. 9!o»finjer: 84 äse Mr den Bezirk 11 und Ul durch die hiesigen Kolonialwarenhändler, Zimmer Nr. 7, alle Pot vormittags von 6 —10 Uhr für die Rummern des Bellrk lll „ 10—11 „ „ .. ., 1-3 U des Bezirks II » n ~ 12 » . „ „ 301-600 „ M H nachmittags von 2—3 Uhr für die Drummern 601—900 des Ve irks II .. - >, .. 901-12(0 „ II 4 ~- ) .. „ „ .. 1 .'Ol auswärts des Be irks !t Für ,ede aus der Lebensmitielkarte verzeichne e Per on werden 2 fcö c — 100 Gramm 311 m Prei.e von 52 verabfolg,. 2 )ie Lebensmittellarten sind als Ausweis vorzulegen. Mit woch, den 27. Noociuocr. vormittags Von Ü—12 Uhr wi'ässe in Mengen von 50 'vfunb zum Prer-e von 2 .— Mk. Mittwoch, 27. Novemberr fiialli-Eflcr für Bezirk 11 vormittags von ä— 9 Uhr für die Vlunnnern 1—2OO des Bezirks ll » "r 1 " . . 201 -iuu . 11 » 11 1 .... „ 4U1—l>i,0 11 11-1- ...» „ 601-800 „ „ U nachmittags von 2—3 Uhr für die Nuunuecn 3 >1 -1000 des Bezirks II - " .. .. 1OO1-12.-O ., „ U ^ „ .. „ 1201 auiwrirls „ 11 ^5 werden abgegeben au (Sierlarte blau. 'Marke 7. 1 Ei zu 4» Pieniuq. r,ie Eterlauen find ,o^,uiegen. (kierkarten ohne die betreuenden Clarken berechtigen nutzt Lum Bezugs einzeln adae- trennre Clarken sind wertlos. Der Durchteuchtunqsapparat «ird aufgestellt, spätere Reklamationen werden nickt annenommen. Dre Kalkeier müssen in kurzer Zeit verbraucht »erde«. Freitag, den 29. November r Butter Zeiteinteilung wie seither. Menne und Preis lt. der in unserem Geschäftslokal angeschlagenen Bekanntmachung. Frirdberg, den 23. November 1918. Der Bürgermeister (städt. Lebensmilte l-Lu»schuh) 3. A.: Langsdorf. Bekannrmachung des Bezirkskommandos A-riedberg i. H. Betr. Auszahlung noch rückständiger Gebührnkste und des Entlastungtsgeldes (65 Mk.) an Entlassene. Eine Auszahlung der Eebührnilse an die betreffenden Entlassenen kann erst erfolgen, nackdem die Papiere vom Truppenteil beim Vezirkskommando eingeganqen sind Diese Papiere werden sosort nach Eingang vom Be- zirkstommando in Ordnung gebracht und jeder Entlaffene wirdzurAnerkennungderBtammroUezumBezirkskommando beordert. Sobald jeder Einzelne die Stammrolle an- eikennt. kann er gleichzeitig auf Zimmer Nr. 2 des Bezirkskommandos das Enilaffungsgeld gegen Quittung erhalten. Solche, die die Slammrolle beim Truppenteil anerkannt haben, können das Geld ab 5. 12. erhallen. Im Aufträge des Arbeiter- und Soldatenrates: Vezirlskomniando: Witt, Oberstleutnant. Halte jetzt wieder Sprechstunden Wochentags: Vormittags von 9 bis I Uhr f nachmittags von 2 bis 6 1 /? Uhr. Sonntags: Vormittags von 9 bis 12 Uhr. Zahn-Praxis Peier Metzler Ferospr. 220 Friedb erg i. 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