Uummev 269 §i„rchreis ™ gg, Freitag» den 13. November 1V1-8 11. Iahrgaerg V,e % l\twe o aneareitnng" erichemt ,eden Werttat. Regeimaßtge Betiapen ..L»er Z?auer aus Oelseu". „Die KpinnSude". Se?uroprers: 'Fei den. Poitanstaiten vtenellährttch Mk. 2.70 !,inzu tritt noch das Bestellgeld; vei den Anenten mona'licd 1.00 Rtk. einschließlich Trägertoyn. Anzeigen: Grund,eile 2b Zlg., totale 20 vig^ Antergen von ausmarrs werden durch Bo/tnachnahme erhoben. Eriiillunoson Xrtedberg. Schrittleitung «nd Verlag 7neddera «ttesten,. ^»anauer träne 12. rern>vreh»r 13. Bali de.k-'Ls no Nr. IW. amt Frankfurt a. M. Anweisungen oon Zahlungen. Berlin. 13. Nov. (WB. Amtlich.) Aus Anlaß mehrerer Liiuetsällc entschied die Reichsregierung, daß die Arbeiter- und Soldatenräte nicht befugt find. Zahlungen aus Regierungs- und Kreislassen an.zuweisen und zu erheben. Ebenso sind die Ar- btter- und Soldatenräte nicht befugt, die bisherigen Gebühren K.lbstän'drg zu erhöhen. Dev Wa^enstiWand. Berlin. 13. Nov. (WB.) Die Vertreter der Entente sind tn S p a a eingetrossen. um dort mit unseren Delegierten die mit dem Abschluß des Wo.ssönsiiltstsndes zusammenhängenden Fragen weiter zu besprechen. Staatssekretär a. D. von Hintze ist, .-wie wir ge-gsniiber irrtümlichen Annahmen feslstelleu, an diesen ^ ^Handlungen nicht beteiligt. Der WafferMöstmrd mr See. Kspenh-rgen, 11. Nov. (WB.) Nach hiesigen Vlättermel- l düngen haben die hiesigen Wachschiffe bei dem Minenfeld am , südlichen Eingang zum Sund früh um 9 Uhr ihre Liegeplätze verlassen und sind nach Süden abgefahren. Die dänische Re- aie''ung traf nun Maßnahmen zur Kennzeichnung des Minen- fc^ bis e§ unschädlich gentacht ist. C§ wird als sehr wahrscheinlich angesehen, daß ein Teil der deutschen Flotte, der gemäß den Mafsenstillstandsbedingungen in neutralen oder alliier len Häfen desarmiert werden soll, nach Kopenhagen kommt. Da die Desarmiernng nur einen Monat dauern soll, nimmt man nicht an. daß Schisse nach entfernter gelegenen Häfen übergeführt werden Dänische Zeitungen melden aus Gsedser: Die Engländer sollen gesteren nachmittag die Funkenstation Warnemünde besetzt haben. (? D. Red.) Die Ke'chmg des i tihrn Wliluferg. Genf, 14 Nov. Das „Journal" meldet: Lloyd George gab 'm Samstag Vertretern der Gewerkschaften die Erklärung ab ^iß die Besetzung des linken Rhelnusers eine provisorische sei unk lediglich militärischen Sicherungen dient. Unnütze Befürchtung««. Berln. 13. Nov. Aus linksrheinischen Landestellen wird gemeldet, daß die Bevölkerung durch Gerüchte beunruhigt wird wonach die Alliierten beabsichtigen, bet der Besetzung dieser Gebiete, die wehrpflichtige deutsche Bevölkerung zu internieren. Demgegenüber sei festgestellt, daß diese Befürchtungen gänzlich haltlos sind. Auf Seiten der Entente bestehen für solche Maß- *egeln nicht die geringsten Gründe. Die Rückkehr der Frouttrnppen. Die Frontdepvlattvn des Arbeiter- und Soldatenrates Kob. lenz (Sergeant Mohr, Musketier Becker), sendet folgendes Te» legramm, das wohl geeignet ist. manchen in der Heimat verbreiteten Gerüchten entgegenzutreten. Die infolge eines Funffpruches von Hindenburg zur Front entsandte Deputation des Arbeiter, und Soldatenrates Koblenz hat ihre Tätigkeit mit gutem Erfolge ausgenommen, hat allseitig auftlärenid gewirkt und ist mit Verständnis begrüßt wor- r e. Die Fronttruppen sind in mustergültiger Haltung. Der Abmarsch vollzieht sich planmäßig und in aller Ruhe. Kleinere versprengte Truppenteile werden durch Sammelstellen und aus Wege der Aufklärung ihren Verbänden wieder zugeführt. Die vielfach herrschenden Besorgnisse sind unbegründet. Truv- oen und Bevölkerung werden durch Maueranschläge zur Ruhe und Ordnung ermahnt. Budapest. 13 Rov. Feldmarschall Mackensen ersuchte nc ■ 7 ungarischen Nationalrat heute telegraphisch aus Hermann- wo sich zurzeit dar Hauptguartter befindet, die rascheste. wA der militärischen Ehre vereinbarllche Hetmbesörderunq der ibm unterstell kn Truppen zu bewilligen. Oberst v. Massow und zwei Offiziere werden hierüber in Budapest verhandeln. Gkfen ein plltnloikg Ztirßjtißtiäit der Tnippkit. Berlin. 14. Nov. (WB. Amtlich.) Dem Rat der Bolksbe- rufft ragten ist bekannt geworden, daß durch die Anordnungen des Arbeiter- und Soldatenrates in Köln eine ungeheure Katastrophe und Ehaos vermieden worden sind, die durch die planlos zurückflutenden Truppenteile und die aus Furcht vor Internierung fliehenden, tm militärpflichtigen Aller stehenden Zivilpersonen zu entstehen drohten Zum Abfangen dieser Leute wurde im Etappengebiet ein Kordon gebildet, der die zurück- flutenden Soldaten aufnimmt, sie ihren Truppenteilen zuführt und für die Einsammlung der Waisen sorgt. Etn zweiter Kordon wird an allen Nheinübergängen gebildet. Das Verhalten des Arbeiter- und Soldatenrates kn Köln ■ in dieser Angelegenheit ist für sämtliche Arbeiter- und Soldaten-' rate vorbildlich. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben dieser Körperschaften, daß sie den von ihren Truppenteilen getrennten Soldaten möglichst rasch zur Rückkehr in die Truppe oder in die Ersatz^ormation und damit zur Regelung ihrer Vcrpslegrurgs- und Ernährungsverhaltnistc verhelfen. Die große Aufgabe der Demobilisierung kann nur dann ohne schwere Erschütterungen der öffentlichen Ordnung gelöst werdet!, wenn die Arbeiter- und Soldatcnräte den Demobilisierungsbehörden freiwillige Hilfe leisten. An die heimkehrenden Soldaten. Trotz der Absperrung der Rheinbrücken muß nach den kurzen Erfahrungen der vergangenen Tage damit gerechnet werden, daß sich in kürzester Zeit in den großen Stadien des Westens bedeute,rde Masten einzeln von der Front zurückkehrender Militärper- fontn zusammenballen werden Dies umsomehr, wenn diesi Städte wie Frankfurt. Wiesbaden und Mainz an den großen nach dem Osten führenden Verkehrsadern liegen Die Folgen sind ohne weiteres klar. Ordnungslose, ungefaßte Masten, bewaffnet, ohne Arbeit, ohne ausreichende Lebensmittel, womöglich ohne hinreichendes Obdach, Eindringen in die Privatwohnungen Raub und Plünderungen, Hungersnot und namenloses Elend des gesamten Westens wäre die uw ausblcibliche Folge. Das mutz vermieden werden. Ueber Bereitstellung von Unterkunft und Verpflegung ergehen noch besondere Bestimmungen. Es kommt aber daratls an, die Masten von den großen anziebungekräftigen Städten zum Abfluten zu bringen und in diesen Städten tmr lo viel Mannschaften unter Waffen zu halten, als zur Erledigung des Sicherheitsdienstes und zur Durchführung der Demobilmachung nötig find. Dazu wird folgendes bestimmt: I. Bvi den Truppen 1>es Korpsbezirks sind zu entlasten: 1 Angehörige dos Landsturms 2. Aufgebots, 2. die Angehörigen folgender Arbettsklassen: a) Eisenbahn etnschl. Privat, und Kleinbahnen, b) Scbiffabrtsnesen (soweit es sich nicht um Angehörige des Scbiiss Ersatz-BaLatUons handelt), c) öffentlicher Verkehr (Straßenbahn usw.), 6) öffentlicher Sicherheitsdienst, o) Bergbau uni) Hüttenwesen, f) Elektriziläts-, Gas. und Wasserwerke, g) Beamte der wirtschaftlichen Organisationen der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Verbände (Gewerffchaslen und dergl) und die Arbeitsnachweisbeamten, h) Landwirte. Ausgenommen von den Entlastungen sind: 1. die Mannschaften der vorgenannten Art. die ihre Entlastung ausdrücklich nicht wünschen, ob- Rücksicht auf ihr Alter. 2. sämtliche Mannschaften der Jahrgänge 1R93 und 1396, 8 diejenigen Staats- effenbahnec. die sich im Dienstberrich des Fech und der Inspektion der Eisenbabntruppen befinden. Sie verbleiben bis auf weiteres zur Verfügung des Fach in ihrer derzeitigen Tätigkeit. 4. alle dieienigen. die mit einer Geschlechtskrankheit bestattet sind Sämtliche Entlastungen haben trotz der durch die Not ge. botenen Eile streng nach den Grundsätzen der Demobilmachungs- tnstruktion zu erfolgen. Lasten sich die Versorgungsansprücke innerha.lb von drei Tagen nickt klaren so ist vor der Anerkenntnis der Stammrolle in diese ein Vermerk auszunehmen, daß die Betreffenden ihre Versorgurrgeansprüche nicht ausgeben. Auf das über Meldepflichten, Entlastungsantrage ufw. Gesagte wird besonders h'nge-wicfen Bei Abfchub der Offiziere und Mannschaften zu ihren De- zirkskommandos oder Ersatztruppenteilen sind ihnen alle zuständigen Marsch- und Verpflegungsgcbührnisie auszustandigen. IL Diese Entlass« ngsmak nahmen werden in den Städten schon etwas Luft schaffen. Dies wird aber nicht genügen für alles, was von der Front nachdrängt. Raum zu schaffen. Deshalb mästen auch alle einzeln von der Front und der Heimat in e'ner Garnison des Korpsbezirks eintreffenden Militärpersonsn. die keinem Ersatztruppenteil des Korps engehören, unbedingt so rasch als möglich allgeschoben werden. Mit dieser Aufgabe und allem, was damit zusammenhängt. werden hiermit ausdrücklich die Earnffonkommandos (Gcnlvernements. Kommandanturen) betraut. Dazu haben diese zunächst im Einvernehmen mit den zuständigen Arbeiter- und Soldatenräten sinngeinäß gleichlautende Bekanntmachungen durch die Zeitungen und großen öffentlichen Plakatanschlag zur Kenntnis aller eintreffenden Militärpersonen zu bringen. Die Verfügung der beiliegenden Bekanntmachung ist dadurch wirksamer zu macken, daß die Verpflegung oder Verpfleg« ngsautzweise für alle Milltürpersonen mir bei den Ersatz, truppenteilen oder für die sofort Abzuschiebevden bei einer vom Garnisonkommando eigens dazu eurzu richtenden Stelle ausgegeben werden. Von den sich meldenden Leuten sind diejenigen, deren Ersatztruppenteil im Korpsbezirk liegt, diesem zuzufüstren. Alle an. deren, gleichviel welchen Alters und Beritts, gleichviel auch ob ihr Vezirkskommando in dem zu besetzenden oder nicht zu besetzenden Gebiete liegt, sind, soweit sie nicht bitten wegen Arbeitslosigkeit ufw. noch weiter tm Heeresdienst bleiben zu dürfen umgehend zu ihren Bezirkskommandos zu entlasten. Wer noch im Dienst bleiben will, ist nach Möglichkeit seinem zuständigen, wenn dieser nicht bekannt ist, einem Ersatztrupse». tetl der betreffenden Garnison zu überweisen. Den zu ihren Vezirkskommandos zu entlastenden Militär- Personen ist ein Ausweis mitzugeben, aus denen hervorgebt, daß sie auf Befehl des Generalkommandos entlasten worden sind. Der Abfchub hat nach vorheriger Anträge bei der zuständigen Linienkommandanttir nach Transportmöglichkeiten in möglichst geschlostenen Abteilungen von in derselben Richtung Fahrenden zu erfolgen. Die Trupps sind unter Führung verständiger älterer Leute zur Bahn zu bringen. Es ist fchäcfftens darauf zu achten, daß vor jedem Weitertransport. handele cs sich um einzelne Leute oder Abteilungen, alle Waffen und Munition abgenommen werden. TU Um einen Ueberblrck über den Gang der Demobilmachung und das Zurückkommen der Truppen zu gewinnen, melden an jedem ungeraden Tag telegraphisch an das Generalkommando: 1. die Garnifonkommandos: wieviel Oifiziere und Mann, schatten nach außerhalb des Korpsbezirks liegenden Bezirkskow- mandos in Dem betreffenden Zeitraum abgcfchobLn wurden. 2. die Ersatztruppenteile: a) wieviel Offiziere und Mann» schäften in dem betr. Zeitraum entlasten und b) wieviel Angehörige fremder Truppenteile bei ihnen eingestellt wurderr. Im Auftrags des ArLeiLer- und Sslvatenrats. Das sLeNvettretenbe Venekülkommancto des 18. Armeekorps ^ez. S t u d n i tz. Generalmajor. Die Dömnuttg Uolens. Warschau, 13. Nov. (WB.) Die polnische Negierung sicherte dem Soldatenrat nunmehr zum Abtransport der Maste aller deutschen Reichsangehörigen Eiscnbahnmaterial unter der Bedingung zu, daß das Eifenbahnmaterlal ihr Zurückgegeben wick). Der Abtransport erfolgt möglicherweise schon ab 14. November m geschloffenen Abteilungen mit Gepäck. Den militärischen Schutz silr den Marsch zur B bn. den Transport und die Strecke übernahnr die polnische Regierung. f't WWks CWvM linst) MM Stockholm. 13. Nov. (WB.) ..Allehanda" erfährt ans zuverlässiger Quelle, man erwarte, daß in den allernächsten Tagen vielleicht schon morgen, ein englisches Geschwader den Belt passieren und nach Reval fahren werde. Aiilnusst dtiiHAr Mstit rat inlmiifriuig in Sd)iüf v fn. Stockholm, 13. Nov. Am 12. November nachmittags nmr> den von der Karlskronaer Eeeleitung fünf deutsche U Boote gesichtet, d.ie die deuffche Lotsenflagge hißten. Der schwedische Befehlshaber Lldmlral Schwod gab einem Torpedoboote Order, den U-Booten entgegelizufahrem Nachdem der Führer des Beetes Nr. 124 mitgsteilt hatte, daß sie in Schweden interniert zu werden wünschten, weil sie sich dem revolutionären Deutschland nicht unteczuordnen beabsichtigten, durften die U Boote entwaffnet tn Karlskrona einlaufen. Mannschaften und Offiziere wurden interniert. — „Dagens Nyheter" zuwlge ist gestern früh ein deuffcher Hilfskreuzer vor Malmö auf dem KalbgrunkDs gestrandet. Dieter Hilfskreuzer gebärt der gegenrcvolutionaren Saßnitzer Fraktion an. die von lönigsjreuen Marineoffizieren auf Rügen geleitet wird. Der Kreuzer wünschte gleichfalls In^ ternicrung in Schweden. VStt Knncrnrätcu. Berlin. 14. Nov. (WB) Telegrapbischer Erlaß an alle Ober- und Ncgrerungspräsidenten: Aus Kreisen der Verwal- tiingsbehörden ergingen Anfragen hierher, in welchen Formen sich die Zusammenarbeit mit den Arbeiter- und Soldatenrä'en Tente mit etwa entstandenen B a u e r n r ä t e n am zweckmäßigsten vollziehen soll. Auf diese Anfrage ist zu erwidern, daß d'e Verircier des Arbeiter- uub Soldotev'-ates bezw Bauernrates als Kontrolltnstanz den einzelnen Verwaltungsbehörden, insbesondere also den Obcrpräsidien. den Negierungen und Land- ratsümtern zur Ceit^ zu treten haben und bei allen wichtigen Verhandlungen hinzuziehen sind. Die Form dieser Zuziehung wird sich vom Standpunkt gegenseitiger loyaler Unterstützung an einzelnen leicht sttrden lasten, wenn dabei das Ziel unboding- ter Fernhaltung jeder Storung der öffentlichen Ordnung nn> Sicherheit im Auge behalten wird. Die preußische Slegiernug: Hirsch, Ströbet. Zlitruhe in Holland. Amsterdam. 13. Nov. (WB.) In den Straßen von Amsterdam herrschte heute ztemlich aufgeregtes Treiben. Vor deur Palast der Königin und auf dem Damm vor der Börse hatten sich im Laufe des Nachmittags große Menfckcnmasten angcsam. melt. Vor dem Palast hielt ein revoluttonärer Redner eine Ansprache an dos Volk. 8« ös« er die Menge aufsorderte, die Republik auirichten zu helfen. Die militärische Wache vor dem Palast ist durch Polizei verstärkt. In Amsterdam, Rotterdam und dein Haag waren weitgehende militärische Vorkehrungen Irgffen. In Amsterdam sprach in einer der für heute angekiln- digten Volk-Versammlungen Troelstra Amerikanische Ernährnngshilfe. Voraussetzung: Ansrechterbaltung der Ordnung, Haag. 1!. Nov. Hollan-dsch Rteuwsbureau meldet aus Washington vom 13. November: Der schweizerische Geschäftsträger in Washington übermittelte dem Staatssekretär Laustng folgendes Telegramm des deutschen Reichskanzlers: Die deutsche Regierung bittet den Präsidenten der Der- einigten Staaten, dem deutschen Reichskanzler drahtlos mit- Avlerleir, cü er damit rechnen darf, daß die Negierung der Vereinigten S.m-afen bereit ist. ohne Zeitverlust Lebensmittel nach Deutschland m schicken, falls die öffentliche Ordnung in Deut'chland aufrecht erhalten und eine gerechte Der. teilung d'r Lebensmittel verbürgt sei. Hierauf hat der Staatssekretär L an sing geantwortet: Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie folgende Antwort der deutschen Regierung zukornmen ließen: In einer gemeinsamen Sitzung der beiden Häuser des Konereffes hat der Präsident der Vereinigten Staaten am 11. November mitgeteilt, daß die Vertreter der assoziierten Regierungen in der Sitzung des Obersten Kriegsrates in Der- failkes durch einstimmigen Beschluß den Völkern der Zentral- :t.'che die Versicherung gegeben haben, daß unter den gegen- wattigen Umständen alles, was mrr möglich ist. getan wird rm diese Völker mit Lebensmitteln zu versorgen und die ungeheure Not. die an vielen Stellen Menschenleben bedroht, zu lindern, und daß sofort Schritte unternommen werden, um diese Hilfsversuche in der gleichen systematischen Weise zu organisieren. wie dies im Falle von Belgien geschehen ist Weiter hat der Präsident seine Ansicht dahin geäußert, daß es durch die Veninsung der stilliegenden Tonnage der Zentralmächte gegenwärtig möglich fein muß. die leidende Bevölkerung von der Anast ror dem übergroßen Elend zu befreien, fodaß ste ihre Vernunft und ihre Tatkraft für weitere Aufgaben des politischen Wiederaufbaus znrückgewinnt, denen sie jetzt überall entgegensteht. Deshalb bat der Präsident mich beauftragt, ku erklären, daß er gewillt sei, die Ausschickung von Lebensmitteln nach Deutschland im günstigen Sinne zu erwägen und diese Angelegenheit sofort den alliierten Regierungen anheimzustellen unter der Bringung, daß nachweisleick in Deutschland dre ökfenrliche Ordnung besteht und fortbestehen wird vnH daß eine gerechte Verteilung der L^ensmittel nachweislich garantiert werden kann. Genehmigen Sie bitte den Ausdruck meiner erneuten Hochachtung. Robert Lansing. - llme MjchrsnkMW m ffrncrrRfljr. j d ^krlin, 14 .Nov. Wie Me Staatsbahndirektion Berlin milteilt, kann zur Durchführung der Demobilisierung nur noch eil', geringer Teil der bisherigen Züge für den öffentlichen Verkehr gefahren werden. Für die nächste Zeit, vielleicht schon für die nächsten Tage, muß sogar mit einer völligen Einstellung des gesamten, nicht zum Militärverkehc dienenden Personenverkehrs gerechnet werden. Der Bevölkerung kann daher nur angeraten werden. Reisen jeder Art zu unterlassen, zumal die Reisenden keine Gewißheit haben, daß sie Gelegenheit zur Rückreise finden. Was uns fehlte. Wie von zuständiger Seite mitgeteilt wird, ist mit der Einfuhr von holländischen Austern durch die Z. E C. wieder begonnen worden. Für die gegenwärtige Saison ist im Klein- verkauf der Höchstpreis auf 2.75 Mk. für 10 Stück festgesetzt worden. Dieser Höchstpreis bezieht sich, auf Austern ohne Zutaten wie Eis, Zitrone, Zitronenersatz. Tunke oder Gewürz. Auf Verlangen find die Austern zu öffnen. Dagegen beträgt der Höchstpreis einschließlich aller Zutaten 3 Mk für 10 Stück. Dieser Preis kommt demnach auch für die Berechnung in Gastwirtschaften in Betracht. Ans dev Äerurrt. * Wer feine Schuhe arrsbessexu lasten will, wendet sich cm besten an einen Schuhmacher. der geschickt mit Ersatzsohlen fertig werden kann. Wer möchte nicht gern Leder anstatt Ersatz habenl Die harte Kriegszeit zwingt aber jedermann zu der Einsicht, daß in erster Linie unsere Soldaten ( o reichlich wie möglich mit bestem Lederzeug ins Feld geschickt werden müssen. Dann aber bleibt für die Heimat nicht viel übrig. Wir müssen uns nicht nur während des Krieges mit Ersatzstoffen für Sohlen behelfen, sondern werden auch noch lange Zeit nach Friedensschluß Erfatzsohlen ttagen müssen. Das Hort sich weit schlimmer an, als es wirklich ist. Von den Sohlen verlangen wir in erster Reihe Wärme. Wasserdichtigkeit und Dauerhaftigkeit. Es gibt auch Ersatzsohlen die die^e wichtigsten Eigenschaften des Leders besitzen. Die Reichsregserung hat ja eine eigene dem Reichs- wirtfchaftsgmt unmittelbgr unterstellte Kriegsorggnisation geschaffen, die glle Erfghstoffe für Leder autzproben muß. bevor sie in den Verkehr kommen. Im Bunde mit der io erfinderischen deutschen Technik ist es ihr geglückt, einen sicheren Ausweg aus der Soblennot zu ftnden. Das war nicht so einfach da die deutsche Zivilhevölkerimg im Jahre wenigstens zweihundert Millionen Paar Sohlen durchläuft. Die Deckung dieses gewaltigen Bedarfes ist nur durch stärkste Verwendung von Holz für Sohlen möglich. Holzsohlen liegen bereits in bequemer und gefälliger Form vor. Holz tsi a M*r doch etwas anderes als Leder. Da? hat schon mancher Schuhmacher ersahen. Deshalb mußte m Berlin eine Lehrwerkstätte eigens für Schuhmacher errichtet werden, in der diese mit der Verarbeittingsweift der Ersatzsohlen besonders der Holzsohlen, bekannt gemacht wurden. Auch vom Schuhmarcherhandwerk verlangt der Krieg, etwas neues zu lernen. Und das Neue hat sich bewährt. Tie in Berlin au-5- gebildeten Sch-uhmacker haben die Kenntnis der Perar- beitungsweise der Ersatzsohlen auch an ihre Fachgenossen in der Heimat weitergegehen und verarbeiten die Holzsohlen nunmehr ebenso zuverlässig wie die Ledersohlen Sie babem mündlich und schriftlich bestätigt, daß ihre Kundschaft in Land und Stadt mit den Ersatzsohlen jetzt durchaus zufrieden ist, Aus Hesieu-Nssiau. FC. Wiesbaden, 12. Nov. (Wie wird jetzt Recht gesprochen!) In einer Sitzung des hiesigen Schöffengerichts machte gestern vor Eintritt in die Verhandlung ein Angeklagter geltend daß infolge der veränderten Verhältnisse der Vorsitzende ein Urteil weder „Im Namen des Königs" noch „Im Namen der nroviso- rischen Regierung" fällen könnte, Ä-s rechtskräftig sei. Die Bedenken des Angeklagten konnte der Vorsitzende. AmtsgerichtsraZ Kayser. nicht von der Hand weisen und vertagte die Verhäng lung. Bei den übrigen Strafsachen in der Sitzung wandte der Vorsitzende die Formel an: Es wird für recht erkannt. Wie wir hören, ist es den Richtern, da Anweisungen über die Handhabung und Ausführung der Recktssyrechung noch nicht erlassen sind, anheimgestellt. die Urteilsfällung in der von ihnen für richtig erachteten Form vorzunehmen. FC. Wiesbaden. 12. Nov. Im Kurhaus wurde einer Dame eine silberne Handtasche gestohlen mit einer silbernen Geldbör'e als Anhang. Die Tasche enthielt 070 Mark Bargeld. 30 Reise- brotmarken. 8375 Mark in Koupons von der Kriegsanleihe usw. — Diebe brachen in das Geschäftshaus des Vüroer- n. Be.-'^ften- konsumvereins in der Emserstraße ein. Sie erbeuteten Mein Zigarren, Lebensmittel und 900 Mark in bar. Aus Rhkinliesicn. FC Worms. 12. Nov. Ein deutsches Flugzeug stürme gestern mittag in der Nähe der Stadt ab Der Beobachter blieb tot der Apparat wurde nur wenig beschädigt. ArbtiiSiizir^snreigtt des ^reisaubeitsunch-ueires n. Kilfsdirrrstmeldefleile Frieddsrg. Offene Stellen:. 3 Knech'e. 3 Tagelöhner. 2 Ta^rikstb'oster und 2 Hilfsarbeiter (Kriegsbeschädigte). 2 Unterbeamten für Bost. 1^ lowwin'cha'tlickie Di-nstmägde. 2 Wirtschafterinnen. 10 Hg>, smüdchen, 1 La aiett» Köchin, 1 Melkerin, 1 Weitz^eugbe'chließerin. Stellensuchende: Mehrere Melkerfamilien vnd ledige Melker, 1 Pflegerin in Krankenhaus. 1 erste Verwallerfamilie. Verantwortlich fiir den politischen und lofafen Teil: Otto Hirschei. Friedberg: für den Anzeigenteil R Oenner Friedberg. Truck und Verlag der „Reuen Tageszeitung" A lA Friedbera » ^ Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben Vater, Großvater, Urgroßvater, Schwiegervater unv Onkel Herrn Philipp Faber in seinem 91. Lebensjahre zu sich zu rufen. Dorheim, den 14. November 1918. Die trauernd Hinterbliebenen: 2. d. N.: Wilh. Fr. Faber. Die Beerdigung findet Samstag nachmittag 1 Uhr statt. Detr. Zuarei unz von Brenn- iioifen. Kelranutmachnng Bemonehmend auf meine Bekanntmachung vom Zit. September ds. Is. sind berechtig Brenn toste gegen Vorzeigung der 5Lohtenaus- wetstarte zu beziehen: Bezirk II, Nr. 79l bis 940, je 3 Zentner Stückkohlen bei Kohkenhandkung Gustav Sn war; & Sinne, G. m. b. H., Fa^er- bacherslraße. Ich mache hiermit nochmals icrm, au meitja>n,daß bic Breni - floii mengen innerhalb 3 La cn bei den Händlern abqeholt oder fogerufen sein mäßen. Nach siejem Termin nicht abgeholte orennstossmengen verfallen zu Dunsten anderer Hausgaltungen. Fkledberg, den 14. Nov. 191 . Ter Bürgermeister. 2. V.: D a mm. FostMiW-LW. , Der Beginn des Unterrichts in der Fortbildungsschule hier und tm Stadtteil Fuuelbach muß bis aus weiteres verschoben werden. . Friedberg. den 14. Noo. 1918. Für den Schulvorstand. .Damm. Vorsitzender i. L. Danksagung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme Lei dem Hinscheiden und der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, Eroßvalers, Schwiegervaters, Bruders und Ontels Herrn C'fiürii Peter Weiltest sowie für die trostreiche Grabrede des Herm Pfarrer Vogel von Reichelsheim jagen wir unjeren herzlichsten Tank. Stammheim, den 13. Pooember 1918. Familie Weickert. Rechnungen in allen Formaten liefert jchneU um» billig Neue..Lakcoiejlulla- A.-K. Am Dienstag, den 19. November 1918, vormittags II Uhr. sollen im hiesigen Ra haus die nachstehend verzeichnelen. im Grundbuche der Gemarkung Friedberg den verstorbenen Michael Höü Lhele ten ^geschriebenen Grundstücke, nämlich Flur ll Nr. 454 — 48 qm, Hoftaike in der Stadt, und .. ll „ 15= 14)2 qm. Grab ar.en an der Fauerbacherftr. znm drit en und letz en Mate zur öffentlichen freiwilligen Versteigerung gebracht werden. Tie Velsteigcrungsbediriguugen können auf dem Geschaf s zimmer des Gr. LNtsgerichis während der Gejchäsisstunden emae- ,ehen werden. Friedberg, 11. November 1918. Cr. Orlssorlrhl. _ ____ 3. V. a 1 ck. Gerichlsma nn. Bekanntmachung. Am 16. November d. AS. um 9 Uhr vormittags wird im hiesigen Olfisiers-Lesangenen.ager fert»! kkstchickm Lchtü (iiißörjoiiörrc Haushaltungsgegenstäude) Der gefangenen O.siziere stattfinden. Ast Grund der Verordnung der Lager-Kommandantur wird auch Zivil-Bevölkerung mgelessen weiden. seine Kiffenbez'iqe. Un ertaille, Beinkleider, Tag- u. Nachthemd, abzugeben ßaagstr. 1^. l. 1—3 und 6—8. Gtn gedrauchles Oefchen zu kaufen gesucht. Angebote unte lllr. 100 an die Eeichäusstelle der ^eueu Tages^eitun z". Gute trächtige zweites Kalb in vier Wochen kalbend, steht zu verkaufen. Wilhelm Pieh Ww., Illkldach. Gme trächltge junge Fahrkuh, die r)älfte getragen.hat pleisroeu abzugeven Landwirt Heinrich Schmidt IX., Veisiadl (Wetterau> LZWMls aecmhalriger deutscher Tee von Nt e ß m e r, in Paketen ä l()u ©ramm 1.10 Mk. empfiehlt Friedrich Michel, Meuter 5 Zum Waschen emp ehle kaitensreies Wasflijmlvcr, io e und in Paketen. §ainnal 4 s;ois(. ^ Mliiüiiitel „Etleiweiss“, di 0 . von Schmitz, ^ onu, Sumlls. ?3nsgignnäe, Wi nlülizl. Ofiiu’s BeiHiniittei lotme gegen Karlen B&.-A.-Se fenpiilver, .-Seife und andere Artikel. Fp. Hilbpecht, Lriedderg in Lesien. Sckanntmachnne Es ist den Vemühunien de» Stadtverwaliuna gelungen, einig« taulend Quadratmeter nahe der Stadt gekegenes Acker-Gelände -ur Verfügung *n erhalten zuw Zwecke der pa htwei en Abgabe an £ic Bürger chaft und zwar rp erster Linie an AtindeidemittettL Es können vorerst nur okche:>{& Uclianten in Fra ',e om>uen. die onsti ezAcker-undGartengetände nicht besitzen. D e Grundstücke werden in Ab- teiiun'en mir je ungefähr 4 bis 5H) Quadra metein auigeteilt. Wer eine ,okche Fläche zu pachten gedenkt, wolle dies bis '.us 30. ds. Mts. auf Ziminer vtr. 4 des Sladthauies anmeloen. Frrcd^erg. den 13. Itoo. 1^18.. Der Bürgermeister. L. B : -Oaium. llcstann machnng Lch bringe hierdurch zur öffenr- ltchen Kenntnis, daß für den Beirr der iLladr , riedberg der ÄZ»ll!cr>n ottha ar Weller von Illodheim v. o. H. als Revisor für Mttchtühe seitens der Landes-Mtlch und Fettstelke bestellt worden rft. Friedderg. den 14. 'Noo. 1918t Der Bürgermeister. I. B.: r) a in m. Mure fertige Hüter, plante!, ßriEifs aiisr firotn in gioßer Auswahl, noch guien Slos,eu, gebe noch billig ab. Einzelne Hofen, Aoppen, rrlrbcilsivcsten lojor^ bei Schneiderei Wolf, Frank urt a. iüi., Ble ch tr. 6. I. 1 Waggon Tlunleiltzolz und 1 Wtißifolk Wcchlz ab^ugeben von Theod. Ludw. Braun, Bad-kllaubeim. Beilage zrrr „Neuen Tages^eiLNng Nummer "< 0 l Samstag, den 16. Usvcmdcr HM 8 | 11. ?aljrntinr* Bereitstellung ausreichender finanzieller Mittel und billiger Baustoffe die alsbaldige Wiederbesiedlung des platten Landes zu ermöglichen, wobei Kriegsbeschädigte und Kriegsteilnehmer ganz besonders zu bevorzugen sind. Die Wiederbevolkerung des platten Landes, die Schaffung eigener Heimstätten für unsere he'mkehrenden Krieger ist keine Parteifrage. sondern soll und wird alle Deutschen zu gemein samer Arbeit vereinigen. Da es in der gegenwärtigen Zeit aus naheliegenden Gründen unmöglich ist, sofort in Berlin eine größere Zahl von Berufsgenosten zusammenzurusen. um mit ihnen gemeinsam an die Arbeit zu geben, so hält es der Groß Grundbesitz des Königsber. ger Kreises für seine Pflicht, öffentlich seine Stimme zu erheben in der Gewißheit, hierdurch die Meinung vieler vater- ländUch denkender Landwirte zum Ausdruck zu bringen. Wir fordern diese letzteren auf. sich der von uns kundgegebenen Bereitwilligkeit öffentlich anzufckließen. Zullimmungs- erklärungen werden an die Adreste des mitunterzeichneten Land, rats v. Keudell in Königsberg Nm. erbeten. ZildMß tiiics Linikriiritig in Gi^cn. Zluf Veranlassung einiger Landwirte, war eine Versammlung der Landwirtschaft betreibenden Bevölkerung der Stadt Glesien einberufen, die sehr gutem Zuspruch hatte. Stad'ver ordneter W i n n , zum Vorsitzenden der Versammlung gewählt erklärte in längerer Ausführung, von welchem Gedanken aus die Versammlung einberufen sei. Er halte es für zweckmäßig, zunächst für den Landkreis Eiesien, dann an'cklichend für ganz Oberhesten Bauernräte zu bilden, wie d es mittlerweile auch von Berlin aus gewünscht worden sei. Mängel der bis. herigen Lieferung führte er zum Teil auf falsche Masinahmeu zurück, vor allem darauf, dasi die Versorgung der Bevölkerung nicht von vornherein in die Hand der zuständigen Landwlrt- sckoftskammern gelegt worden sei. Wäre dies geschehen, dann wäre Getreide auf Abruf geliefert worden und nicht in den Sammelstellen verdorben, der Fehler der Druschprämien sei nicht gemacht worden und der Schleichhandel habe nicht in dem Masie überhand genommen, daß er aus der Metterau zukn mindesten ebenso viel Kartoffeln ausgesührt habe, wie der Kommunalverband. Der Bauernstand müsse aber nun unter allen Umständen mit der jetzigen Regierung Hand in Hand arbeiten. Dazu seien die Bauernräte berufen. Erstrebt miisie werden: 1. eine erhöhte Kartoftelablieferung. 2 eine erhöhte Milcherzeugung. Zu diesem Zwecke müßten die Kühe geschont und alsbald von der Heeresverwaltung Pferde zum gleichen Preise gestellt werden, wie sie vordem abgegeben worden seien Ferner mutzten sofort die teilweise natz crufgestupelten Futtervorräte der Magazine zum gleichen Preise wieder zur Verteilung kommen. 3 eine erhöhte Schweinezucht, die durch dir reiche Buckeln- und Eickelernte ermöglicht werde. Hierbei müßten die Scklachtbe- schränkungen für den Erzeuge gemildert werden. 4. Eine er- böhte Schafzucht. 5. Vor allem aber müsse dem Schleichhandel ein Ende gemacht werden. Die Aussprache, an der sich u. a. der Vorsitzende des ober- hessischen Viehhandelsverbandes, Prof. Rosenberg, beteiligte und bei der auch die Mtlchfrage angeschnitten wurde, nabm einen sehr anregenden Verlauf. Es wurde sodann die Wahl eines vorläufigen Daucrnrates für den Umkreis von Gietzen beschlossen. Man einigte sich auf einen Vauernrat von vier Versonen bestellend aus den Herren Prof Rofenberg, Wtnn, Gottmann und Prertz. _ Stadtv Winn schloß die Versammlung mit der freudige,. Fesrstellung. daß in jeder Beziehung vollkommene Einheit er, zielt sei und der Vauernrat sofort zum Wähle der ganzen Bevölkerung seine Tätigkeit ausnehmen könne. Glesien hat somit den Anfang des höchst erstrebenswerten Znsammenscklustrs der Bauern gemacht Es steht zu hoffen, dos- sich alle Gemeinden der Landkreise anlchließen werden, so d^' sick die Organisation allmählich über ganz Obechesten ausbre.v.n kann. Das Ergebnis der Sriettsenkeihe. Berlin, 13. Nov Das Ergebnis der neunten Kriegsanleihe beträgt nach den bisher vorliegenden Meldungen ohne die zum Austausch gelangten älteren Kriegsanleihen 10 337 000 000 Mk. Teilanzeigen stehen noch aus. so daß sich der Gesamtbetrag noch etwas erhöhen dürfte. Bisher waren 87.8 Milliarden Kriegsanleihe gezeichnet. Die 1. Kriegsanleihe erbrachte 4.481 Milliarden Mark „ 2. „ „ 9106 n pf 3. i» „ 12.102 „ 4. 10.708 5. pf 10099 „ 6 d 13122 H 7 „ ff 12 026 ff „ 8 Pt ft 15,001 n n Wenn das Ergebnis der neunten Kriegsanleihe trotz der Verlängerung der Zeichnungsmöglichkeit um 14 Tage nicht je* netz der letzten Anleihe erreicht, so lag das an den unsicheren und ungeklärten politischen und militärischen Verhältnissen de« letzten Wochen. ln Friedberg zu haben bei: Fr. Futen'leBitrae:, Elektrotechnisches Büro; ’Äl SSBb. A«f. aSris, Schlosserei und Installafonsgeschäft; Karl Ij ft«? Ke, installationseeschäft. • >1 .-■W^T Wy.tBL.UI II V II» I T ~^-- Ihn* innere r Kolonisation. Der von uns im Auszug mitgeteilte, von 30 Großgrundbesitzern der Reumark Unterzeichnete Aufruf zur freiwilligen Abgabe von Land zwecks Sicherung der inneren Kolonisation hat folgenden Wortlaut: Deutsches Volk! Dein Land, deine Freiheit, deine wirtschaftliche Zukunft alles was deine Väter in harter Arbeit erworben, ist in Gefahr! Schwere Lasten müssen getragen viel Zerstörtes wieder aufgebaut werden Da gilt es einig zu fein und alles Trennende zurückzustellen Der gemeinsame Dienst zum Wahle des Vaterlandes musi in dieser schweren Stunde alle Teile unseres Volkes alle Bürger. Bauern und Arbeiter in gewissenhafter sozialer Pflichterfüllung einen. Der Großgrundbesitz des Kreises Königsberg (Neumark) Hai schon zu Beginn des Krieges eine Organisation geschaffen, welche ;m Bewußtsein der sozialen Pflichten des Grundbefitzerstandes den Versuch gemacht hat. der unter der herrschenden Teuerung scharr leidenden städtischen Bevölkerung nach Möglichkeit aus reichende Lebensmittel zu mäßigen Preisen zu verschaffen. Es muß aber offen ausgesprochen werden, daß die Ver sorgung der städtischen Bevölkerung Deutschlands mit ausreichen den Nahrungsmitteln auch nack dem Kriege den allergrößten Schwierigkeiten begegnen, ja, daß sie vielleicht gänzlich unmöglich nnd damit die Gefahr einer Hungerkatastrophe heraufbe- fchworen wird, wenn nicht Stadt und Land einig eine angemessene Regelung der landwirtsckaftl:ck>en Produktion herbetführen welche die unbedingt notwendige Vermehrung der landwirtschaftlichen Erzeugung nach dem Kriege sichert Hicrzu bedarf es der sorgsamen Erhaltung eines Teiles des landwirtschaftlichen Großgrundbesitzes, der als Kornprodu.zent und als Führer auf dem Gebiete des wissenschaftlichen Fortschritts für die Allgemeinheit unentbehrlich ist. Es bedarf aber auch vor allem einer wesentlichen Vermehrung des kleineren landwirtschaftlichen Betriebes. Zu diesem Zwecke ist die Auf letlung eines Teiles des landwirtschaftlich benutzten Großgrundbesitzes notwendig. Auf diesen Teilen des bisherigen Großgrundbesitzes müsien arbettsfcohe Menschen angesiedelt werden. Bald strömen die Krieger in die Heimat zurück. Die Städte und die Industrie können nicht soviel aufnehmen, wie sie vor dem Krieg beherbergten und beschäftigten. Es fehlt an Wohnungen und an ausreichender Arbettsgelegenhett. Wohl aber kann die deutsche Landwirtschaft den Heimkehrenden nicht nur Arbeit und Unterkunft geben, sie kann und muß auch allen Tüchtigen die gesicherte Aussicht auf ein glückliches eigenes Heim und den Aufstieg zu wirtschaftlicher Selbständigkeit eröffnen. Die Unterzeichneten sind bereit, alles zu tun, um dies Ziel zu erreichen. Der heimkehrende Krieger soll es nach Möglichkeit in der Hand haben, sich bereits bet der Demobilisation dem flachen Lande zuzuwenden, um sich dort durch Beschästlgung in der Landwirtschaft auf seine künftige eigene Scholle vorzubereiten. Darum fordern wir die sofortige Inangriffnahme einer großzügigen inneren Kolonisation. Wir erachten es für eine Ehrenpflicht des staatlichen, konn munalen und privaten Großgrundbesitzes, daß er diese Bestrebungen durck freiwillige Hergabe von Land zu mäßigen Preisen zur Ansiedlung von Bauern, Handwerkern und freien Arbeitern fördert. Pflicht des Staates ist es. euch seinerseits durck Beseitigung unnötiger bureaukratischer Erschwernisse, durck HerrenskttmMe. Roman von Helene Sckütky, geb. von Gersdorff. (Copyright 1915 by C- Ackermann-Stuttgart.) 58 ) Nachdruck verboten. Käthe ging mit gesenktem tief erblaßtem Gesicht neben ihm. Was hatte sie getan? Ja, sie war entsetzlich leichtsinnig gewesen. Sein großer Ernst machte tie'en Eindruck auf sie. Noch vor einigen Tagen wäre das vielleicht weniger der Fall gewesen, aber das zudringliche Wesen des Marquis gestern, das ihr so widerlich gewesen, hatte sie schon stutzig gemacht. Als sie stumm neben ihm ging, kam ihm eine schlimme Besorgnis „Käthe", sagte er bange, „sagen Sie mir irur eins: haben. Sie den Marquis lieb?" „Nein, nein, nein, gar nickt!" schrie sie da fast heraus. „Aber weshalb haben Sie es denn getan?" fragte er ratlos, aber doch erleichtert. „Ach was. es war ja lauter Unsinn!" gestand sie ganz ehrlich. „Ich dachte, es wäre ein Hauptspaß, da mit ihm hier und da ein wenig zu plaudern, ohne daß es jemand wüßte. Es war euch zuerst ganz lustig, aber schon bald fing er an, mich zu mopsen, pardon. mich zu langweilen, und der Marquis gefiel mir auch gar nicht mehr so gut, wie im Anfang, er redete so sonderbar und sah mich so sonderbar an, daß ich am liebsten davongelaufen wäre. Und gestern, ach nein, gestern war er ganz abscheulich .... ich mag es gar nicht erzählen." „Erzählen Sie mir nur alles, kleine Käthe, es ist bester, wenn ich alles weiß, damit ich ganz klar sehe, wie es steht" ermutigte er die Zögernde. „Nun, ja denn, es ist mir eigentlich auch ganz wohl, wenn ich Ihnen alles sagen darf, nür war's selber ganz unheimlich dabei geworden." Und dann berichtete sie ihm getreulich alles, was sich gestern ereignet und was sie so sehr erschreckt hatte. Auch daß der Marquis sie zrum Schluß wieder überreden wollt, mit ihm in traend einem Zimmer zusammen zu kommen. „Aber das tue ich nickt, auf keinen Fall!" versicherte sie eifrig. „Ich mag nicht' Der Mensch ist mir ganz verleidet. Am liebsten möchte ich ihn gar nicht mehr sehen!" Er war tief erschrocken und dach tief dankbar, daß es nicht noch schlimmer stand Die Kleine war innerlich ganz unberührt von der garstigen Affäre und ebenso rein und unschuldig wie vorher. Ja, ihr reiner Sinn hatte ihr von selbst das Rich. tige gezeigt. Aber dock), welches Glück, daß gerade er pnd kein anderer dahinter gekommen war, er konnte sie so ernstlich warnen, daß sie von nun an vorsichtiger wurde. „Und nun sagen Sie mir, Herr von Naundorfs", fuhr sie fort, „jetzt, da Sie alles wisten. finden Sie es doch nicht mehr so schrecklich schlimm, nicht wahr? Es war ja ein dummer Streich von mir. das gebe ich zu, aber so eine furchtbare Sünde war es doch nicht?" „Nein, Käthe, es war von Ihrem Standpunkt aus nicht so schlimm, aber es hätte sehr, sehr schlimm werden können. Und da ich nun doch einmal durch den Zufall, oder bester gesagt durch eine Fügung der Vorsehung, Ihr Beichtvater geworden bin", setzte er lächelnd hinzu, „so müsten Sie auch noch einige Worte geduldig anhören, wollen Sie?" Sie nickte eifrig. „Sehen Sie. Ihre Hauptschuld liegt in zwei Punkten. Erstens darin, daß Sie Ihrer lieben verehrten Frau Mama ungehorsam waren, zweitens, daß Sie etwas hinter dem Rücken der Ihrigen taten, etwas, das Heimlichkeit, Versteckerei erfordert. Liebe, liebe kleine Käthe, daß dürfen Sie niemals wieder tun! Versprechen Sie mir das fest in die Hand! Wenn jemals die Versuchung wieder in Gestalt eines Scherzes an Sie herantritt, so fragen Sie sich zuerst, ob Sie es mit Misten Ihrer Mutter, Ihrer Schwester tun dürfen. Sagt Ihr Genüssen Nein so lasten Sie es bleiben! Versprechen Sie mir das fest und vergesten Si^es niemals!" Er hielt ihr die Hand hin, in die sie ohne Zögern einjchlug. ^.Ich verspreche es Ihnen Herr von Naundorff. und werde Wort halten!" versickerte sie. . ..Und eine Soldatentochter hält ihr Wort, davon bin ich fest überzeugt", erwiderte er freudig, ihre Hand kräftig drückend. „Ich habe übrigens auch mehr als genug an dem einen Versuch", sagte sie, schon wieder lachend, „und bin froh, doh ich diese Geschichte nun los bin. Sagen Sie mir nur noch eins. Herr von Naundorff: werden gleich alle Männer so frech, wie der Marquis, wenn man öfter allein mit ihnen ist? Er war doch vorher so nett und bescheiden, wie hätte ich das denken können?" „Ja, Kind, das ist's ja eben, weshalb die Sitte es verbie. tet", entgegnete Gustav, „und kein Mädchen, keine Frau setzt sich ungestraft über dies» Schranken hinweg. Ich fürchte, die meisten Männer würden da nickt immer so ehrerbietig bleiben, wie es eigentlich ihre Pflicht i.st" „Aber Sie. Herr von Naundorff. würden niemals etwas so Garstiges tun. das weiß ich sicher", behauptete Käthe, „mit Ihnen könnte ich ruhig allein eine Reife um die Welt machen." Er sab sie gerührt an „Ja. das könnten Sie allerdings'" bestätigte er. „Aber, nun noch eins. Es ist möglich, daß der Marquis Versuche mackt. Sie wieder in sein Garn zu locken, daß er Sie anspricht. Ihnen womöglich gar noch schreibt. Weisen Sie ihn nur ganz kurz ab. sagen Sie ihm. daß Sie weder Zeit, noch Lust zu ferneren Zusammenkünften mit ihm halten. Seine etwaigen Briefe lasten Sie unbeantwortet, denn er darf nichts Schriftliches von Ihnen in Händen haben. Bis jetzt haben Sie ihm doch noch nie geschrieben?" \ Sie schüttelte energisch den Kopf „Das ist gut!" fuhr er fort. „Sollte er, nachdem Sie ihn abgewiesen haben, Sie noch weiter belästigen, so sagen Sie es mir, bitte, ich werde dann schon mit ihm fertig werden." „Ach. wie gut, wie furchtbar gut Sie zu mir sind! Womit habe ich das verdient?" rief sie und als er sie anblickte, sah er Tränen in ihren großen ausdrucksvollen Augen schimmern. Da wurde ihm ganz seltsam weich ums Herz» — diese stets,' lachenden Artgen tu Tränen! .(Fortsetzung folaU. % ZiiMg mit frntlKfrm ZrfbMMs. fortgesetzt tauchen ln der Presse Nachrichten auf von Hissen der roten Flagge an der französischen Front, bolschewistischen Unruhen in England usw. Mit Recht tritt die „Kölnische Zei. tung" energisch solchen Gerüchten entgegen, die vom*Uebergrei- fen der Umsöurzbewegung auf feindliche Länder wissen wollen. „Hinweg mit deutschem Selbstbetrug!" erklärt die .polnische Zeitung". „In siegreichen Heeren und Ländern, so schreibt sie u a., ist wenig Boden für eine umstürzlerische Bewegung. Wir sehen int Gegenteil, daß der gefährliche Funke eher noch auf die neutralen Länder überspringen kann. Fragt man. wie der Zu. sammenbruch unserer moralischen Front geschehen konnte, so mutz man antworten, dag unser Volk in allzu große Hoffnungen teils sich selbst eingewiegt hatte, teils eingewiegt wurde, und daß der Sturz aus der Sonnenhöhe des Glückes zu jäh war. als daß die Nerven hatten ruhig bleiben können." l'ie /chrn der GkOlMikrä. Man schreibt deni „Fr. H. A.": Bekanntlich sind in den letzten Wochen in großem Umfange Guthaben von Banken und Sparkassen abgehoben. N^il die Inhaber der unglaublich törichten Ansicht sind, daß ihr Vermögen zu Hause im Schrank oder in ihrer Rocktasche sicherer aufgehoben ist, als in den Stahlfächern der Banken und Sparkassen. Keine öffentliche Belehrung über dos Unsinnige solcher HandlnngS)nejse vermag dem Unwesen zu steuern. Aber vielleicht bringt in dieser Beziehung die edle Zunft der Langfinger und Einbrecher eine für die Betroffenen allerdings recht harte Belehrung. Auf einem der letzten Renntage bei Berlin wurden eine ganze Reihe .von Diebstählen zur Anzeige gebracht, bei denen Brieftaschen mit zum Teil sehr hohen Summen in di« Hände von Taschendreben gefallen waren. In drei Fällen handelte es sich um Geldtaschen mit einem Inhalt von mehr als 300 000 Mark. Ta derartige Beträge selbst bei ausgeprägtester Spielsucht keine Verwendung arff dem Rennplatz finden können, ist es klar, do.ß es sich bei den Opfern um Banknoten- Hamsterer gehandelt hat, die es für eine besondere Klugheit hielten, in der jetzigen politisch erregten Zeit ihr Vermögen in der Rocktasche z„ tragen. Die Taschendiebe haben sie darüber belehrt, wie verhängnisvoll die' Vorsicht ist. Auch ron zahlreichen Einbrüchen hört man in n-v.-wcv Zeit wieder ist bekanntlich für den Einbrecher lohnender wie bares Gerd. Die Anhänger dieses Gewerbes sollen, so wird be- ritet. einen besonderen Nachrichtendienst eingerichtet haben über Banknotenhamster die ihr Guthaben bei Banken und Sparkassen abheben. Man wird daher in nächster Zeit vermutlich noch mehr darüber hören, daß beträchtliche Vermögen plötzlich ihren Besitzer gewechselt haben. Wer keiner Belehrung zugänglich ist, kann sich nicht beklagen, wenn ec -um Opfer seiner Torheit wird ver ßiidjiinfieironng für Landwirte im WatzßknkraM. Von Bücherrevisor Paul R ü cke rt, Berlin. _ Zu in letztenmal verlangen jetzt die Steuerbehörden die Anmeldung ^ nach dem alten Warenumsatzstempelgeseh, die diesmal kein volles Jahr, sondern nur die Zeit vom 1. Januar bis 31. Juli 1918, also nur 7 Monate, umfaßt und wie bisher entweder nach Zahlungen oder nach Lieferungen obzugeben ist. Das neue Umsatzsteuergesetz vom 26. Juli 1918 ist ain 1 August b. I. in Kraft getreten- es besteuert fünfmal so hoch wie das abgelaufene Gesetz nicht allein die bisher waren- ' umsatzstempelpflichtigen Verkaufs/ und Tauschgeschäfte des Landwirts (Vieh-. Feld-, Gctrtenerzeugnifse, Milch Eier usw.) '«mdern auch seine in den landwirtschaftlichen Betrieb fallen- ' den Leistungen z. B. Lohnfuhren. Neu ist ferner, daß auch die Privatentnahmen aus der Wirtschaft, z. B. der Hausver- brauch für die eigene Familie, verschenkte Naturalien und [ dergl., umsatzsteuer-pflichtig find. Bei den künftigen Umfatz- steuererklärungen ist zu beachten, daß das neue Gesetz die Besteuerung nach Zahlungen als Regel vorschreibt: die bei doppelter Buchführung bequemere Besteuerung „nach Leistungen" wird nur auf besonderen-Antrag -ugelassen. Was bisher kein Gesetz erzwungen hat, ist durch da§ neue Umsatzstenergesetz verwirklicht worden: der Buchungszwang stir Landwirte! Der 8 15 schreibt vor: „Die Steuer- pflichttgen sind verpflichtet, zur Feststellung der Entgelte Auf. Zeichnungen zu machen, und zwar nach den vom Bimdesrate hierüber zu erlassenden Bestimmungen." Und mit liebe, vollem Nachdruck fügt der 8 38 hinzu: „Zuwiderhandlungen können mit einer Ordnungsstrafe bis zu 150 Mark belegt werden." Ein Zwang zur Bestrafung liegt also nicht vor: sie kann erfolgen- sie muß aber unterbleiben, wenn entschuldbare Gründe vorliegen. ..die in der Person des Verpflichteten oder in der Art seines Geschäftsbetriebes liegen", z. B. wenn eine Knegerfran oder die Eltern eines Einberufenen die Wirtschaft weiterführen und die ordnungsmäßige Leitung der Wirtschaft durch die Mehrarbeit gefährdet würde. Falls Aufzeichnungen nicht vorliegen, ist Schätzung zulässig. Befreit von jeder Annielde- und Bnchnngspflicht sind zunächst alle Landwirte, deren umsatzsteuerpflichtige Leistungen auf nicht mehr als 8000 Mark jährlich und deren Privat- entnahmen außerdem auf nicht mehr als 2600 Mark jährlich zu veranschlagen sind. Der Anmeldepflicht unterliegen, aber voraussichtlich bis Ende 1922 frei vom Vnchungs- zwang sind Landwirte, wenn die vereinnahmten Entgelte im vorhergehenden Kaftnderjqhr insgesamt nicht mehr als 15000 Mark betragen haben und im laufenden Kalenderjahr ein höheres Ergebnis nickt zu erwarten ist. Betragen die vereinnahmten Entgelte insgesamt nicht mehr als 15 000 Mark. *0 bleiben die Privatentnabmen außer Ansatz, wenn sie aus nicht mehr als 2000 Mark zu bewerten sind. Um den Buchnngsvorschriften des Bundesrattz zu ge> nügen, ist folgendes Verfahren zu empfehlen: Wird ein Kassenbuch über Einnahmen und Ausgaben geführt, so genügt es, die Entgelte für die umsatzsteuer- pflichtigen Leistungen neben dem Betrag durch ein beige- fttztes „N" zu kennzeichnen und am Schlüsse des Kalenderjahres den Gesamtbetrag anszurechnen. Wird kein Kassenbuch geführt, fo nnässen die umsatzsteuerpflichtigen Leistungen fortlaufend in ein Buch. am besten ein als „vmsatzstenerbnch ^ür Entgelte" zu bezeichnendes gewöhnliches Kontobuch mit Spalten für Datum. Gegenstand und Betrag, eingetragen und am Jahresschluß zusammengerechnet werden. Abzüge für Ausgaben sind nicht zulässig. Sind die umsatzsteuer- pflichtigen Leistungen nickt oder nicht mit ihrem vollen Be- trage gebucht worden, weil damit sogleich Ausgaben bestritten wurden, so nn'issen darüber besondere Aufzeichnungen gemacht werden, damit die gekürzten Betrage wieder hinzugerechnet werden können. Außerdem müssen sämtliche Privatentnahmen aus der Wirtschaft — siehe oben — fortlaufend gebucht und am Jähreßsckluß zusammengerechnet werden. Zu diesen Buchungen kann ein zweites als „Nmsatzsteuerbuch für Eigen- verbrauch" zu bezeichnendes Buch benutzt werden. Zu empfehlen sind bei jeder Buchung Angaben mit Datum, Gegenstand. Stückzahl. Maß, Gewicht und Wert. Die Bewertung muß den am Orte und zur Zeit der Entnahme von Wiederverkäufern gezahlten Preisen entsprechen. Wird für Herrschaft und Leute ein gemeinsamer Haushalt geführt, so empfiehlt es sich, zunächst die geineinsamen Haushaltsentnahmen ans der Wirtschaft zu buchen und am Jahresschluß den auf die Herrschaft entfallenden umsatzftei'erpflichtigen Antetl nach Verhältnis zu ermitteln. Die Gesamtbeträge aus beiden Bäckern werden schließlich zusammengerechnet und in der NmsatzsteuererNäruna U unter IVa deklariert. Nach Vorschrift des Bundesrats sollen Betriebe mit mehr als 30 000 Mark Jahresentgelt die Eintragungen täglich vor- nehmen. Kleineren Betrieben, soweit sie überhaupt buchnngs- pflichtig sind — siehe oben —, ist wochenweise Eintragung und die Schlitzung des Eigenverbrauchs gestattet. Tie Aufzeichnungen müssen vom Schlüsse des Steuerjahres ab fünf Jahre aufbewahrt werden. Sie müssen von der Steuerbehörde als richtig anerkannt und der Umsatz' stener zugrunde gelegt werden, falls ihre Unrichtigkeit nickt nachgewiesen wird. Auf vorsätzlich unrichtige Angaben steht Geldstrafe bis zum 20fachen Betrage der hinterzogenen Steuer. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 25. Sonntag nach Trin, 17. November 1918. Gottesdienst in der Burgkirche. Vorm. 8 Uhr: Militargottesdienst. Herr Pft. Dich!. Dorm. 9X Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfr. Ritter. Nachm. 5A Uhr' Herr Pfarrer Dich! Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. 10 Uhr Gottesdienst. 11*4 Uhr Jugendgottesdienst. 6dang. Stadtmissisn Friedberg, Ludwigstratze 24. Sonntag, 17. November, \A Uhr nachm.: Sonntagsch-ule; nachm. VA Uhr öffentliche Versammlung. Dienstag, 19. November, SA Uhr abends: Jugendstunde. Donnerstag, 21. November, SA Uhr abends: Bibelberprech. und Geberstlmde. « Katholische Gemeinde. Sonntag, den 17. November 1918. 26. Sonntag nach Pfingsten. Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntaas früb von 6 Uhr an. %7 Uhr Früb messe. 8 Uhr hl. Messe. A10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt Nachmittags 2A Uhr Sakramentalische Bniderschafts Andacht mit Segen. Um 4 Uhr Versammlung der Jungfrauen.Kongregattsn im Schwesternhaus. Während der Wcche: Um Vf und 7 Uhr hl Messen. Freitag, abends SA Uhr: Bitt-Andacht. « Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern ans der Bor- romäns-Bücherei. Veranttvortlick für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r i ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: R Senner. Friedberg. Truck und Verlaa bej ..Neuen Tageszeitung^ A G.. Friedbera i Bekanntmachung Mehlausgabe für Fleischausfall in der fünften fleischlosen Woche bei Adam Rausch und L. Stern am Montag, den 18., Dienstag, den 19. u. Mittwoch, den 20. November. Auf jeden Kopf der flsischoer- sorgungsberechligien Leoölterung entfallen 125 Gramm Weizenbror- mehl, die auf die Fiei chmatte mit dem Aufdruck 11. bis 17. November verabfolgt werden. Leim Bezüge des Mehtes ist die vollständige Neichsfleischkarte vorzu- legcn. Die Abschnitte dürfen nur von den oben erwähnten Verkaufsstellen abgetrcnnt werden. Einzelne und abgetrennte 'Abschnitte find wertlos uno können nicht beliefert werden. Der Mehlpieis stellt sich wie folgt: 125 Gramm kosten 8 Pfg. *50 n „ 16 „ 375 i ;; 23 ;; 600 .. „ 30 „ usw. Zuwiderhandlungen gegen die Anordnung werden nach § fcO, Ziffer 12 der Reichsgeneideord- nung bestraft. Friedberg, den 15. Nov. 1913. Der Bürgermeister. 2. V.: Damm. liefert billigst K. See, Maffenheim, Telefon Ami Bilde! 239. Bekanntmachung. Nächsten Montag, den 18. November, verteilen wir in alten Post für Bezirk B und Maäkeier. Vormittags von 9—10 Uhr für die Nummern 1—150 des Bezirks I .. 10-11 „ „ 151-300 „ .. I - "-12 „ .. .. .. 301-450: I nachmittags von 2—3 Uhr für die Nummern 451—600 des Bezirks I 3- 4 4— 5 601 aufwärts des Bezirks lll. Mittwoch, den 20. ds. Mts., für Bezirk BB Vormittags von 8—9 Uhr für die Nummern 1—200 des Bezirks ll - 9-10 „ „ „ „ 201-400 „ II „ 10-11 .. „ I : 401—6)0 ; II - 11-12 „ „ „ .. 601-800 ;; ;; u nachmittags von 2 —3 Uhr für die Nummern 8> >1—1000 des Bezirks ll - 3-^ >. " « .. 1001-1200 .. „ II » 4-5 „ „ „ 1201 aufwärts „ II Es werden abgegeben auf Eierkarte blau, Marke 6, 2 Eier zu 90 Pfennig. Die Eieckarten sind vorzulegen. Eierkarlen ohne dre betreffenden Marlen berechtigen nicht zum Bezug: einzeln abaeirennte starken find wertlos. Der Durchleuchtungsapparat wird aufgestellt, spätere Netta- matlonen werden nicht angenommen. Die Kalkeier muffen in kurzer Zeit verbraucht werden. Friedberg, den 15. November 1918. Der Bürgermeister 2. V.: Damm. Bekanntmachung. Nächsten Montag, den 18. ds. Mts., vormittags von 8- Uhr. verlaufen rau in der ölten Post Wirsing« Es werden abgegeben: 25 Pfund zum Preise von 2.50 Mk. oder 50 Pfund zum Preise von 5.— Mk. Friedberg, den 15. November 191& Der Bürgermelfte 2. B.: Damm. Bekanntmachung. Zur Aufklärung über die bevorstehende Einquartierung wird Nachstehendes bekannt gemacht: Die Einquartierung für Friedberq ist vorläufig so gedacht, daß Vürqerquartiere möglichst nicht in Anspruch genommen werden sollen, sondern die Truppen geschlossen in Massenquartieren unterzubringen. Hierbei sind aber Ges häftszimmer und Quartiere für Offiziere nicht mit eingeschlossen, sondern für diese müssen Räume in Privathäusern zur Verfügung gestellt werden. Es wird nun gebeten, daß sämtliche Wohnungsinhaber eine schriftliche Erklärung an die Bürgermeisterei abgeben, wieviel Osfiziere in den einzelnen Wohnungen unter- gebracht werden können und ob Räume zur Einrichtung als Geschäftszimmer verfügbar sind. Es wird gehofft, daß diese Erklärung in weitgehendstem Maße entgegenkommend abgegeben wird. Ueber den Zeitpunkt der Einquartierung kann noch nichts angegeben werden, derselbe wird aber nach Eingang der Verfügung unverzüglich der Einwohnerschaft mitgeteikt werden. Jedoch sind alle Vorbereitungen ^ö zu treffen, daß eine Ueber- raschung ausgeschlossen bleibt. Da es sich um Truppen, die aus dem Felde kommen, handelt, wird erwartet, daß jedes persönliche Interesse zurücktritt, und es ist Pflicht eines jeden Einzelnen, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu Helsen. Die vorgesehenen Massenquartiere werden nach Bestimmung der Earnisonverwaltung eingerichtet. Im Ailf iil^e des Arbeiter- utD LOatemtes: Die Garnisonverwaltung. Koch, Operinspektor. grrfidffrnirg trogruber Staffn bei 'JUdjmüctitißteifc uno ,on,Uge Versicherungen übernimm! Vaterländische Bieh-Versicherun-sgejellfcha.t, Dresden. Werderstraße 29. Prompte Entschädigung bis zu 90"/^ der Bersichcrungsiumme. Günstige Berstcherungsoedingungen. Höchste Re.erven. Tüäuiae Vertreter überall aesucht. Bekanntmachung Es ist den Bemühungen der Stadtverwaltung gelungen, einige tausend Quadratmeter nahe der Stadt gelegenes Acker-Gelände zur Verfügung zu erhalten zum Zwecke der pachtwei'en Abgabe an die Bürgerschaft und zwar in erster Linie an Mindeibemiitelte. Es können vorerst nur iolche Re- sieklanten in Frage kommen, die >onsti' es Acker- und Gartengelände nicht besitzen. D e Grundstücke werden in Abteilungen mit je ungefähr 4 dis 500 Quadralmetern aufgefeilt. Wer eine solche Fläche zu pochten gedenkt, wolle dies bis rus 30. ds. Mts. auf Zimmer Otr. 4 des Stadthauies anmelden. Friedberg, den 13. Nov. 1si18. Der Bürgermeister. 2. B.: Damm. Bekanntmachung Bezugnehmend auf meine Bekanntmachung vom 30. Sepiember ds. Js. sind berechiigt Brennstoffe gegen Vorzeigung der Kohlenaus- weiskarte zu beziehen: Bezirk 1BB, Nr. 231 bis 280, je 3 Zentner Nußkohlen bei Kohlenhandiunz Frievr. AZirthf Fauerbacherstr. Ich mache hiermit nochmal« darauf aulmeckjam.daß die Brenn- ,l 0 if>nengen innerhalb 3 Ta e* bei den Händlern abgeholt oder abgerujen fein muffen. Nach diesem Termin nicht abgehoile Brennstoffmengen verfallen z» Gunsten anderer Haushaitangen. Friedberg. den 15. Nov. 1918. Der Bürgermeister. 2. B.: Dam m.