Kumme« 2 68 <Üi«!chm, 10 Pfennig + die yfummet Donnerstag, den 14. November 1018 11. Jahrgang. tene Tngeszer “ f uw-rltai Regeimahrae Beilagen ..Ser Däner aus Hellen". ..di- Spinn»«be". Sesuzspr-io: Bei den Postanitallen vcenelsährlich 'Mi. 2.7 0 Dte .2 -n- o aaesreitung a > tui 1 1 00 'Ott einichließlich Tragerlodn. Anr-ig-n: Grund,ecke 2b Pig., lokale 20 vig.. Anzeigen von auswärts werden durch Po.lnachna'-iMe De der l 0 y 4 Milliarden. Berlin. 12. Nov. (WB.) Das Ergebnis der neunten Kriegsanleihe beträgt nach den bisher vorliegenden Meldungen ohne die zum Umtausch gelangten älteren Kriegsanleihen 10 Milliarden 337 Millionen Mark. Teilanzeigen stehen noch ans. so daß sich der Gesamtertrag noch etwas höher stellen dürfte. Im Hinblick auf die schwierigen Verhältnisse, unter denen die Kriegsanleihe aufgelegt wurde, muß dieses Ergebnis, wenngleich es an die Ergebnisse der vorangegangenen Anleihen erklärlicherweise nicht heranrercht. doch als höchst befriedigend bezeich. nct werden. Begeisterung In Wien. Wien. 12. Nov. Wien ist in gehobener feierlicher Stimmung, alle Behörden: Betriebe und Geschäfte siiid geschlossen. Der Dcmenstrationszug der Massen über die Ringstraße zu dem Parlament vollzog sich in musterhafter Ordnung. Die feierliche Proklamation der Republik und der Anschluß an Deutschland unter Hissuoo der Nationalflagge entfesselten große Begeisterung. Das Empfinden herrscht vor. daß der Anschluß an Deutschland. Deutschböhmen und Deutsch-Oesterreich vor der imperialistischen Tsckechenflut rettet urcd auch Deutschland stärkt. Man glaubt infolge des Uebergreifens der Revolutionswelle auf die Ententeländer nicht mehr an die Ausführung der grausamen WassenslillstandLbedingungen. Kicbeubürgen gegen Rumänien. Wien. 12 Nov. Der Nationalrat der zweieinhalb Millionen Siebenbürger, beschloß sich dem Einmarsch der Rumänen bewaffnet zu widersetzen und auch der selbstmörderischen Politik der Karolyiregiernng den Gehorsam aufzusagen. Ein Putsch der roten Garde. Wien. 12. Nov. Am 145 Uhr stürmten rote Gardisten und Arbeiter das Parlament mit Gewehrschüssen. Fenster und Türen wurden zertrümmert. Rote Gardisten drangen in die Halle ein und feuerten blindlings ihre scharfen Schüsse in die einzelnen Gänge hinein. Cie drangen big zum Herrenhanssaal vor wo sich die deutsch-österreichische Nationalversammlung zur Beratung zusammengefunden hatte und trieben diese auseinander. Gegen 5 Uhr waren die Gewehrschüsse verstummt. Die roten Gardisten wurden tm Innern des Parlaments aufgehalten. Es ist wieder Ruhe einaetreken Die Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Das Parlament ist von tausenden von Menschen umlagert Perbot vsrrritiaer Entlastung von Kriegsgefangenen. Es ist vorgekommen, daß Arbeitgeber von ihnen bis jetzt beschäftigte Kriegsgefangene obne weiteres in die Gefangenenlager zurückgebracht haben, obwohl sie von zuständiger Stelle angewiesen worden waren, diese unter allen Umständen bis zum Abruf durch die Lager wette: zu behalten. Disk kann wegen der bei einem solchen Verfahren unaus- tleiblichen Ernährungs- und Transportschwierigk^iten und wegen Uebertüllung der Lager nicht geduldet werden. Alle Arbeitgeber von Kriegsgefangenen haben daber diese — selbst wenn ste augenblicklich unbeschäftigt sind — bis zum Abruf durch die Inspektion der Kriegsaefan§enenlager oder die Lage: in der seitherigen Weile weiterzuhalten. zu bewachen und 9 zn verpflegen, vorbehaltlich nachträglicher Regelung etwaiger ErlotzausprUäe für gewährte Verpflegung usw. durch die Inspektion der Kriegsgefangenenlager. Zuwiderhandelnde werden von dem Arbeiter« und Eoldaten- rat zur Verantwortung gezogen werden. Nachrichtenamt des Arbeiter« und Coldatenrates. Die erste Sitzung des Soldatenrats. Der Soldcttenrat tagte am Montag zum ersten Mole im Reichstage. Dem Derichre der „9lat. Ztg." entnehmen wir folgende Einze'heiten' Sämtliche Sitze des Sitzungssaales waren von Soldaten besetzt, während die Tribünen unbenutzt geblieben waren. Vor dem Pult des Präsidenten war ein rotes Tuch gespannt, die Schristführersitze hatten Soldaten eingenommen, die Dünke für Sie Bundesratsmitglieder waren leer und auch die für die Staatssekretäre reservierten Plätze waren bis auf einen uirbe- niitzt: auf rhm faß Ledebour. Der Abg E o h n eröffnctc die Sitzung und erklärte auf Gegenrufe, er sei als Vorsitzender nichts anderes als ein Kamerad unter Kameraden und nicht Parteimann. Erster Redner war der frühere Hauptmann v Behr - selbe; er führte u. ct. aus: Schlagt mir den Kopf ab. wenn ich es dumm mache, aber es -ren«e a» allen Seiten, und mir müsien darum einig sein! Der Arbeiter- und Soldatenrat muß diktatorisch die Dollzugtzkrast in die Hand nehmen und nur so können wir aus dem Elend, das uns bedroht, herauskommen In sichtlich erregter Stimmung berichtete der Redner über ein von dem Grafen Karclyi aus Ofenpest eben eingetroffenes Telegramm. in dem der ungarische Munsterprüstdent erklärt, mit un§ durch Dick und Dünn auf das große Ziel der Volkerbefreiung gehen zu wollen. Gegen den nächsten Redner Ledebour erhob sich heftiger Widerspruch, er sagte u. a : Wir müsien uns gegenseitig näherkommen. Ich möchte dringend davor warnen. Nebenorganisationen zu gründen, das führt zur vollkommenen Desorganisation Die einheitliche Organisation darf nicht gestört werden. Es wäre ein Verbrechen. Arbeiten Sie nicht der Reaktion in d e Hände. (Lebhaftes Bravo.) Drr frühere Kriegsberichterstatter Colin-Roß begann mit der „Feststellung", daß Offiziere und Mannschaften einig sind. Er sagte dann' Tie Gesabr ui Berlin ist nicht die Reaktion. sondern der Bürgerkrieg. So weit sind wir durch die Unfähigkeit der Politiker gekommen. Sie haben das deutsche Volk in die größten Gefahren gestürzt. Wir wollen keine Parteipoli- tik (Stürmische Bravorufe.) Ihr habt die Macht, die Partei- politik heute noch sernzuhalten. Heute noch! Es handelt sib nicht um Sozialdemokraten und Unabhängige, in denen es wieder Spaltungen gibt. Diese Spaltungen führen uns rettungslos ins Chaos. (Stürmische Bravorufe.) Die Gefahr, daß wir gegeneinandergehetzt werden, ist groß genug. Wir müsien denen vertrauen, die die Revolution vorgearbeitet haben. Wir. die wir draußen waren, konnten es ja nicht. Wir kamen aber jeder in, richtigen Moment zurück. Mich kennen Sie ja aus meinen Schilderungen. (Zuruf: „Sie wollten doch immer weiter kämpfen in Ihren Artikeln!") Da dieser Zwischenruf gefallen ist. muß ich Dinge erzählen, die ich bisher verschwiegen habe. Im August bin ich an Ludendorff herangetreten und Hobe ihm nachzuweisen versucht, daß es aus *st mit uns. daß alles zufam- menbricht. Man hat mir nicht geglaubt. Noch in den letzten Wochen habe ich beim Reichskanzler vorgesprochen und habe ihm die Lage unserer Truppen genau auscinondergesetzt. Es war alles vergebens. Schon in der ersten Nacht war die Gefahr daß Soldaten gegeneinander gehetzt ,verden. Kommt es nicht zur absoluten Einigkeit unter den Soldaten, dann tritt der furchtbare Fall ein. daß die Entente mit uns überhaupt keinen Frieden schließt, daß sie bei uns einmarschisrt und Teile unseres Landes auckr im Innern okkupiert. DaZ wollen wir nicht. (Stürmischer. minutenlanger Beifall.) Der Soldett Specht bemerkte u. a.: Wenn sich Uneinigkeit in unseren Reiben zeigen sollte, wird es binnen 21 Stunden zum Marodeuren kommen (Zwischenruf' „Ist schon".) Soldat Colistin sagte: Wir müsien die Garantie baden, daß jeder einzelne vollständig auf dem Boden der sozialen Revolution steht. Hub keiner der Gewählten darf sich bei seiner Arbeit von persönlichen Stimmungen leiten lasten. Ich schlage deshalb vor die gestern Gewählten cn bloc wieder zu wählen. Der Soldat Walz erklärte, daß um 3 Uhr nachmittags die sechs neuen Minister eine Beratung im RetcbskanzlerpalaiZ mit dem Arbeiterund Soldatenrat haben. Schon aus diesem Grunde müßte die Versammlung bald geschlossen werden. Soldat Weißkamp' vi>rlawzte. daß jeder der Gewählten sich mit einigen Worten der Versammlung vorstelle und seine Ziele zu erkennen grsfene Orts- Und Gemeindeausschüsse dazu beiträgt, daß schnell und fortlaufend die erforderlichen Lebensmittel- mengen zur Sickerung der Volksernährung bereit gestellt werden, je weniger wird es zu zlvangrlveisen Eingriffen komnren. Die ländliche Bevölkerung hat es also selber in der Hand, diese auf ein Mindestmaß zu beschränken. Die ländliche Bevölkerung kann versichert sein, daß die Reichs- regierung sie Nachdruck! irbst schützen wird vor allen »villkür- lichen Eingriffen ttnberusener in ihre Eigentums- und Produktionsverhältnisse. Wenn der Hunger niemanden aus tz«r Stadt auf daL Land treibt pnd bk von dep Krönt zurückflutenden Soldatenmassen regelrecht verpflegt werden können wird es solcher Schutzmaßnahmen gar nicht bedürfen. Desha'h ist die freiwillige Lieferung der erforderlichen Le- t«nsmittelmengeri das sicherste Schutzmittel vor Störungen ton Ruhe und Ordnung auf dem Lande und garantiert auch am besten den ngestörttn Fortgang der ländlichen Betriebe. Dieser Zusammenhänge möge die ländliche Bevölkerung sich bewußt sein und alles tun. was in ihren Kräften steht, um das deutsche Volk in dieser schlveren Zeit vor bunt Verhungern zu schützen. Niemand wird Unbilliges von ihr verlangen und sie verantwortlich machen, wenn Transport« 'chnnerigkeiten oder andere Umstände Stockungen in der Versorgung der Bcvölk-"nnsi verursachen. Ader im eigenen Interesse und in dem der Volksgesanstheit muß die Land- bevöltcrung jetzt ohne jeden Verzug die freiwillig« Organisierung von Bauermäten in die Hand nehmen. Erfreulicherweise haben die berittenen Organisationen der deutscher: Landwirtschaft sich bereits mit einem solchen Vorschläge ar, die landwirtschaftlichen Körperschaften Deutschlands ge^ wendet Und sich mit der neuen Reichs regierung darüber verständigt. Jetzt gilt es schnell tu handeln, jede Passivität auszu- schalten und in freiwilliger gemeinsamer Zusammenarbeit der Va'->ern"äte auf dem Land« mit dem Kriegsernabrnngs- amt und den Arbeiter- und Soldatenräten in den Städten alle Gefahren ahznm«nden. die eine akute Hungersnot über den Einzelnen und über die Volksgesamtheit herausbeschwören muß. Bauern. Landarbeiter. Handwerker nnd Gewerbetreibend« auf dem Land«! Bildet unverzüglich Vauernrätek Der Rat der Volktbemtttracsten: Ebert, .Haas«, Landsberg, Scheidemann, Barth, Dittmann. Zur Inneren Ko'omsaticm. Berlin, 13. Nov. In der „Deutschen Tageszeitung" erlasse? eine Reihe von Großgrundbesitzern der Neumark einen Aufruf in dem darauf h'mgewiesen wird, daß im Interest« der Volks- ernährung eine sorgsame Erhaltung eines Teiles des landwirt. fchafflichen Großgrundbesitzes notwendig sei. Aber dann wirk in dem Ausrufe zugestanden, daß eine wesentliche Vermehrung der kleineren landwirtschaftlichen Betriebe unbedingt erforderlich sei Zu diesem Zrvecke sei die Aufteilung eines Teiles des landwirtschafrlich benutzten Großgrundbesitzes notwendig, vor allen Dingen auch deshalb, um die .zurückströmenden arbeits-- frohen Menschen aus fester Scholle atzzusiedeln. Die Städte und die Industrie können nicht so viele Leiste auinehmen. wie durck das Ende des Krieges frei werden. Darum fordern die ermähnten Großgrundbesitzer zu einer großzügigen inneren Kolonisation auf und zur freiwilligen Hergabe von Großgrunidbesttzerland zr mäßigen Preisen, um auf diesem Lande die Ansiedlung von Bauern, Handwerkern und freien Arbeitern ins Weck zu setzen. Wilioii iilur die AnW'-nn nad) den |rrar. Präsident Wilson hat im Kongreß eine Rede gehalten, über die das Wolfffche Telegraphenbureau auszugsweise folgenden drahtlosen Bericht gibt: Washington, 12. Nov. (WB.) Drahtlos. Wilson hielt im Kongreß eine Ansprache, in der er die Bedingungen des Waffen- stillstandes mitteilte und u. a ausführte: DaZ Ziel des Krieaes ist erreicht, der bswastnete Imperia- liZmus und die Militärkaste Deutschlands, die geheim und aus eigener Macht den Frieden der Welt stören konnten, sind ver» nichtet. Vielmehr alß das ist aber erreicht. Die großen Nationen der Welt haben sich zu einem geineinsamen Ziele vereinigt, nämlich den Frieden aufzurichten, der die Sehnsucht der Welt nach uneigennütziger Gerechtigkeit befriÄ>igen wird, und der im Aus- gleichem bestehen soll, die mrf viel besiere und dauerhafterer Grundlage aufgebaut sein werden, als den selbstischen und konkurrierenden Interessen mächtiger Staaten. Der humane Ein« der siegreichen Regierringen hat sich bereits praktisch gezeigt. Di« Vertreter des oberstn Kriegsrates ln Versailles versicherten durch einstimmigen Beschluß dorr Vertretern der Mittelmächte, daß alles, was den Umständen nach möglich ist. geschehen soll, um mit Lebensmitteln und Versorgen das Elend zu erleichtern. Es sollen weiter Schritte getan werden, um diese Unterstützung^ maßregeln in systematischer Weise -u organisieren wie es is Belgien geschehen ist. Mit Hilfe des brachliegenden Schiffs« töiums der Mittelmächte soll es alsbald möglich gemacht werden, die unterdrückten Völker vor vollständiger Verelendrrng zu bewahren und ihnen den Sinn für die großen Aufgaben des poli. tischen Aufbaues klar §u machen, denen sie sich jetzt überall gegenübersehen. Mit welchen Regierungen werden wir es -ei Aufrichtuns des Friedens zu tun haben, mit welcher Autorität werden sie uns gegenübertreten, mit welcher Bürgschaft, daß ihr« Autorität von Dauer sein wird? Hier liegt der Grund für kein« ringen Sorgen und Befürchtungen^ (Ofüfüirfau jjfiirn die fjungrrülndta f. Genf. 12. Rov. $)cufe früh hat bic schweizerische Presse ein ovtz Berlin datiertes Wolfs-Telegramm verbreitet, worin zuge- fichcrt wird, der deutsche Gesandte im Haag habe gemeldet, er wisse aus glaubwürdiger Quelle, daß die Entente mit einer bolschewistischen Negierung in Deutschland* keinen Frieden schlie. ßen werde. Cie würde sich in diesem Fall für verpflichtet halten. zuerst in Deutschland einzumarschi-ren. um zunächst die Ordnung w'cderberzuitellen. da sie den Frieden nur mit einer Ne. gierung schließen wolle, die ein genügend begründetes Ansehen besitze. — Dazu ist zu bemerken, daß es sich aller Wahrscheinlichkeit nach lediglich um eine Kombination handelt. Die von der Havasagentur übermfttelicn Nachrichten widerfvrechen einer derartigen Hypothese. Clemenceau selbst hat gestern eine Abord. nung von Kriegskorrespondenten empfangen, die ihn zur Abschließung des Waffenstillstandes beglückwünschten. Er bem.rkie dab^-i, daß die deutschen Unterhändler mit besonderem Nachdruck auf einer A-nderunq der Bestimmung über die Aiifrechterhalt"ar der Blockade bestanden, In dieser Richtung si.'i die Lage Deutschlands und Oesterreich-Ungarns verzweifelt, wenn es nicht möglich sei. die drohende Hungersnot zu bekämpfen. Clemenceau fügte hinzu, daß Frankreich alles tun werde, was in seinen Krailen stehe, um die Beschaffung von Nahrungsmitteln zu erleichtern. In der Hauptsache handele es sich um die Bereitstellung vcn Transportmitteln. Da Deutschland verpflichtet sei dre Lokomotiven und Ei.enbahnwogen zurückzugeben. die es wählend des Krieges genommen habe, so komme Frankreich in die Lage, soweit es feine eig'ven Bedürfnisie gestattet, sich für di? Bersoroung Deu schlands zu interessieren. Clemenceau schloß * mH den Werten: Wir werden dem deutschen und dem öfter, rei-chiscku-n Volke so schnell wie möglich zu Hilfe kommen: denn w'r fübren keinen Krieg gegen die Menschheit, sondern für die Menschheit. läge iiBer&fiffen. ES ist geradezu erschreckend, wie traurig es diesnial mit der Ernte bestellt ist. Während der Früh- ling zu den besten Hoffnungen berechtigte, hat die im Com« m*r eintretende Trockenheit in verschiedenen Gebieten alles ternickstet. Obst und Gemüte gibt es fast garnicht, so daß im Winter auch kein- Konserven zur Verfügung stehen wer- den. Auch mit den Kartoffeln, die im vergangenen Jahre Frankreichs Rettung waren, ist es schlecht bestellt. Die ganze Getreideernte muß als mäßig angesehen werden. Zur Brot' Versorgung fehlen Frankreich dreißig bis vierzig Millionen Hektoliter. Es wird nichts anderes übrig bleiben, als zu hohen Preisen Einfuhrwaren zu beziehen." Eine sozialistische Warnung vor der Dwangsmirtschafk. Die iüiiHflifn Jlat’onal Oen prnt fcra lr tijchk» !!1illtnr r 5!ii?i5. Die schw-dFche Zeitung „Nya Dagligt Mebanda" vom 21 Oktober schreibt.- „Das europäische Zentralkomitee der indischen Nationalsten bat ein Telegramm an Wilson gerichtet, in dem es unter Berufung auf die Grundsätze des Präsidenten betreffs Freih'it und Gerechtigkeit um Unterstützung der nationalen Forderungen Indiens bittet. Unter Hinweis aus den Bchef des indischen Staatsmannes Dewan Babadur Sir S. Subran.aniga Aivgar an Präsident Wilson wird auf die jahrhundertelange englische Gewaltherrschaft an- g^spielt und als einziges Mitte? zur Besserung der traurigen Verhältnisse die Anwendung des Se.'bstbestimmngsreckts auf Indien verangt. Ansck.'ieß-nd heißt es.- „Wir bitten. Cie darauf Hinweisen zu dürfen, d^ß kein andauernder Weltsriede nwg-ich ist wenn nicht der britische Militarismus in Indien und anderen asiatüch-n Ladern abgesclxrfft wird. Um 'eine Herrschaft in Indien zu befestigen, hat Großbritannien die Hilfsmittel unsei-es volksr-ichen und fruchtbaren Landes zur Unterdri'icku., j ande-er Nationen angewandt und verwendet sie noch immer dazu. Der britisch- Imperialismus ist die wirkliche Ursache der vielen Niva'ität und heimlicher Verträge »'nd Intrigen, die blutigeKriege undKonflikte in verschiedenen Weltteilen zur Folge gehabt haben. Wir fordern, daß Indien bei dem allaemeinen Friedenskongreß durch selbständige Vertreter mräWtprt wird, die wirklich für die unter- drückten Massen gegenüber dem ausländischen Bureankratis- wus eintret'n können, und wir hoften aufrichtig, daß Sie Ihre hohe Stellung und Ihren großen >norasi'chen Einfluß dazu verwenden werden. Indien als einem freien Mitglied Zutritt zum vorgeschlagenen Völker Hund zu verschaffen. Und daß es diesem Völkerbund dn'ch ein endgültiges intw- ne.tionales Nebereinkominen g -lin wu wird, diese besonder5 wichtige weltpolitische F.-.zge zu lösen." »Mtteria. schreien die Italiener aus Leibeskräften. Seit dem letzten Oktober geht die ehemals k. u. k. Armee, rückgrallos gemacht durch den nationalen Zerfall der Donaumonarchie, in voller Flut aus Italien zurück. Eine außerordentliche Geschichte ihrer Fahnen gebt klanglos unter. Man wird nie mehr davon sprechen, daß sie anfänglich nur mit 150 000 Mann das ganze italienische Heer aufgehalten hat und dann drei Jahre lang trotz größter zifsern- mäßiger Unterlegenheit den Italienern zehn Isonzo-Niederlagen bereitete: daß sie mit der deutschen Hilf? bis zur Piave vordrang und im Verlaufe des ganzen Feldzuges nur eine Niederlage erlitt, ^die mißglückte Piave-Offensive, die aber nichts zugunsten der Italiener veränderte. Davon wird man nie mehr sprechen, sondern nur von den — italienischen ..Siegen". Italien hat sich eben besonnen, daß es höchste Zeit ist. von Siegen zu sprechen zu schreien, zu brüllen. Und so. seit ba§ k. u. k. Heer kampflos zurückgeht, bringt jeder Tag einen italienischen „Siegesbericht" Der vom 3 November, der letzte, den Italien veröffs'ftftch.sn kann, da der Waffenstillstand inzwisck-en begonnen hat. ist d --- halb der lauteste. Er erzählte, die 7. und 1. Armee seien „in den ^rampf einaetreten" — in welchen Kampf? — und der glorreiche ..Ungestüm" dieser Kämpfe- ist um so unbezweifelbarer als sie kernen Gegner vor sich haben. Kurzum, das Vordringen der itoftenftchen Armee dauert — nicht etwa ohne Widerstand -I Indern „unwiderstehlich" an. Von den Italienern gilt wirklich das Wort: nach dem Kriege lauter Helden. Aber was soll man Mgen. es ist die unveränderliche Geschichte Italiens, alle - Achten zu verlieren, aber immer ohne igenes Verdienst, durck fremde Hilfe, Provinzen zu gewinnen. M Wechte A»Ml 'm ttkmMW en ff ritte. Senator Gornat schreibt im „Petit Journal" folgendes: -„Da die Ernte jetzt vorbei jst, können wir die Lebensmittel Der sozialistische Mirtschaftspoltliker Richard Ealwei schreibt: Das Interesie für d^e wirtschaftlichen Fragen trist momentan hint'r der Anteilnahme an der innervolilischen Umwälzung die die Gemüter noch in fortwährender Spannung erhält, stark zurück. Aber es ist kein Zn'-eftel. daß die Dringlichkeit verschiedener wiitscha ft sicher Probleme die stärkste Aufmerksamkeit erfordert. Da stebr vor allem di-e Frage der Temobilisation. Daß dieses Piob'cm die größten Schwierigkeiten bietet, das kann n-emand verkennen, mag er wirtschaftspolitiich orientiert fein wie er wolle. Auch dann, wenn war eine Wirtschaftspolitik im Kriege hätten, wie wir ste für richtig gehalten haben, würde die Löiung des Problems keineswegs glatt sich vollziehen können. Letzten Endes handelt es sich doch davon, daß iür die in die Heimat zurückkehrenden Soldaten Arbeitsgelegenheit vorhanden sei Soweit sie sich nicht aus dem eigenen Bedarf dös Wirt- ichgfts'ebens heraus bildet, soll sie künstlich geschaffen werden. In welchem Grade dies möglich und wirtschaftlich erträglich ist das muß ernstlich geprüft werden. Hier n'ird sich zeigen, ob und wie lange die verkehrten Grundsätze der bisherigen Krtegswirt- schaftsvolitik sich noch durchführen lasien. Ein weiteres wichtiges Problem ist di. Forderung der land- wirtschaftlichen Erzeugung im Jahre 1019. Zweifellos vermaa die deutsche Landwirtschaft, nenn sie nn^crnehmungslustig ist. eine große Menge Arbeitskräfte bei sich aufzunehmen und zu beschäftigen. Die sicher zu erwartende überaus starke Arbeitslosigkeit in den Städten kann etwas wenigsten? dadurch abge- schmächr werden, daß im Gewerbe und in der Industrie überflüssigen Kräfte, soweit ne für landwirtschaftliche Tätiakeit geeignet sind, aus das platte Land obströmen können. Voraussetzung ist allerdings, daß mau die Landwirtschaft arbeitsfreudr; macht. Wir bestreiten nun aber, daß unter dam System de Zwangswirtschaft vnd staatlichen Preisreguliernng eine ent sprechende Unternehmungslust einsetzen kann. Die Stagnatio, wird uielm-ehr im großen und ganzen anha.ften. Als ein weiteres Problem erscheint am Horizont die Frag, der Abbürdung der finanziellen Kriegslasten. Zu der eigener hohen Verschulduvg koulmen noch die Schulden, die uns die Geg ner in den Fricdensvcrbandkunaen auferlegen werden. Wii lönnen annebmen. daß d'e Gmanrtl-rst damit an den Wert de- gesamten Volksvermönon beranreicben wird, wie dieses vor den Kriege geschätzt worden ist. Daß bei der heutiaen Lage deö Kapital- und Geldmarkt »5 unter Umständen ein überaus stark?' Aderlaß schon als Folg- der verkehrten Wirtschaftspolitik un. vermeidlich ist. daß mindestens eine äußerst hahe Vermöqensab gäbe nicht zu umgehen sein wird, dos dürfte denen schon lanasi klar sein, die sich mit d-r Lösung dieses besonderen Probleme zu befallen haben. Er.dlih mochten wir noch auf die Wichtigkcll des Währunasprcbll'ms beweisen.. In letzter Zeit haben sich auch im Innern Erscheinungen gezeigt, die ein sinkendes V-r trauen der Bevölkerung in unsere Währung erkennen lasten Um dem. onfteimenden Mißtrauen entgegenzuwirken, muß vor allem die Währung auf eine Basis gestellt werden, die wftt. fckaftlich zu keinem ernstlichen Bedenken mehr Anlaß gibt. Während des Krieges war das leider nicht der Fall, und fe länger der Kriea dauerte, desto schlimmer mufften sich die Wirkungen einer unzulässigen Geldmittelbeschassung äußern. Vor allem ist in dieser Beziehung eine Reform der Reichebank vorzunehmen weiter auf eine Ausbreitung des Uebermeisungsverkehrs durch Eckeck hin zun-eisen. Wir. begnügen uns mit der Hervorbebuna di.ller besonders wichtigen Probleme. In welchem Geiste sie zu lösen versucht werden, davon wird die Nichtigkeit der Lösung abhäugen Bleibi-n wir nach wie vor im Banne der Zwangswirtschaft, dann befürchten wir. daß das deutsche Volk aus dep, wkrsstbaftlichen Chaos nicht nur nicht herauskommen, sondern immer noch tiefer hineingeraten wird Arrsfühnnrgsbestimmnnfteu zu d.-r Vkfauuimach.rpg betreffend den Verkehr mit Schlacht Nutz- und Zuchta eh «nd besten Beförderung Vom 23. Oft. 19If Grund der 0 un>d 10 der vorgenannten Bekanntn.ach ung wird unterm 5. November 1918 zu Nr. M. d. I. HI. 26 79 folgendes tcstimmt: 7 Erwerb nnd BrrSutzernoq von Vieh sRindsich, -mschlietzli- Kälbern. Schweinen über 23 Kilo Lebendgewicht und Cchafvieh^ Zu § 1 der Bekgnntmachung rcm 23. Oktober 1918. § 1. Rinder, Kälber, Schweine über 25 Kilo Lebendgewich und Schafvieh dürfen, sofern es sich nicht um den Ankauf ooi Schlachtvieh zur Ablieferung an den Viehhandelsverband durc ein Mitglied dieses Verbandes handelt, nur von demjenigen er worben und nur an denjenigen veräußert werden, der eine' von dem zuständigen Viehhandelsverband ausgestellten Erlaub nisschein besitzt. Dies gilt nicht nur für d»n Erwerb durch einen Viehhandle cder bei einem fclchen. sondern auch für den Erwerb durch eine, Landwirt cder bei einem solchen. § 2. Der Antrag auf Erteilung des Erlaubnisscheins is auf vorgesihr.cberem Vordrucke zu stellen. Die Vordrucke werde' von den Dichhaudelsverbänden unentgeltlich abgegeben. DL Antrag muß enthalten den Namen unid Wohnort des Erwerbers und des Beraußclers. sowie den Zweck I)es^Erwerbes. Ist der Antragsteller kein mit Ausweiskarte versehenes Mit- gkied des Verbandes, so' ist die Beglaubigung der Unterschrift des Antragstellers durch die Orrspolizeibehorde seines Wohn, sitze? crfcrderkich. § 3. Für jedes Tier ist ein besonderer Erlaubnisschein er- fcrderlich. 2busnahmswe.se kann jedoch der Erlaubnisschein auf mehrere Tirie der gleichen Art ausgestellt werden, wenn bie Tiere bei einem uns demselben Veräußerer erworben werden sollen. § 4. Der Erlaubnisschein zum Gewerbe kann versagt wer. den, wenn der AntragstcUer nicht Besitzer oder Leiser einer gleichartigen Viehhaltung ist. oder wenn er das Stück Vieh für seinen Wirtschaftsbetrieb offenbur nicht nötig hat. insbesondere wenn er im Laufe eines Jahres m^r Ankaufsbe'chernignngen er. halten hat, als die Hälfte des regelmäßigen Bestandes der betreffenden Ticrgattung in seiner Viehhaltung beträgt, oder wenn er mehr als einmal den Bestimmungen dieser Verordnung zuwider gehaadelt hat. Die Ericilunz der Erwerbserlaubuis an Vi-hhändler kann versagt werden, wenn der Antragsteller sich nicht durch den Be. sitz fejtcr Bestellungen von Landwirten oder Viehholtern aus. weist, außer, wenn es sich um Vieh für den Betrieb seiner eigeilen Laudwirftchuft handelt. Die Erlaubnis zum Erwerb von Schweinen über 25 Kilo Lebendgewicht darf nicht versagt werden an Krankenhäuser und ähnliche Anstalten, die zur Versorgung der von ihnen zu verköstigenden Personen, ferner an gewerbliche Betriebe, die zur Versorgung ihrer A''gestellten und Arbeiter Schweine ftlbst mästen, sowie an anerkannte Mastanstalten. Die ErwerbZer. lrudins au andere Personen muß versagt werden, wenn de^ Antragsteller nicht eine Bescheinigung des zuständigen Kreis- amte? vor regt, daß er sich über den Besitz der zur Mästung erforderlichen freigegebenen Futtermittel ausgewiesen hat. Die Erlaubnis zum Erwerbe oder zur Veräußerung von Schwcmen über 25 Kilo Lebendgewicht darf an Personen, die Hochzucht b^reiben.- nicht versagt werden. Ob eine Hochzucht vor liegt, entscheidet die Landn irtschaftskammer. £ 5. Der Erlaubnisschein besteht aus zwei trennbaren Tei. len, die die glei.tze fortlaufende Nummer tragen. Auf dem oberen Teil ist von dem Erwerber durch Unter- fchnft zu bestätigen, daß und zu welchem Preise er das Tier erwerben habe. 2luf dem unteren Teil ist vom Veräußerer durch Unterschrift zu bestätigen, daß und zu welchem Preis er das Tier verkauft und iibergeben hat. Teil I ist vom Käufer, Teil II vom Verkäufer binnen acht Tagen nach Ueberzabe de? Tieres dem Viehhandelsverbanid. der den Erlaubnisschein ausgestellt hat. enrzureichen. Dieser Hai Tei» II, falls das Xiei. aus dem Bezirk eines anderen Viehhandelsverbandes stammt, diesem anderen Verbände weiterzu. geben. 8 6. Die Gültigkeit des Erlaubnisscheins ist auf zwei Wochen vom Tage der Ans stell um-.an beschränkt. Nicht verwendete Erlaubnisscheine oder ErlcrnbniHjchcine, bei denen die Frist ver- strichen ist, sind dem Viehhandelsverband, der sie ausgestellt hat. zurückzugeben. § 7. Für jeden Erlaubnisschein wird eine Gebühr von 60 Psg. erhoben, die schon bei der Antragsiollung an den Vi-'lchon- delsverband zu entrichten ist. Anträge, die ohne die Gebühr eiugehen, werden nicht erledigt. II. Ausfuhr von Vieh fRindvieh, einschließlich Kälbern, sowie Sckwciue». SckLsen «nd ?)icge« ftden Alters) aus Hessen und aus einer Provinz Hessens in eine andere zu Zucht- und Nutzzweckrn. ' Zu §8 K —5 der Bekanntmachung vom 23. Oktober 1918. § 8. Zuständig zur Erteilung der Einfuhrgenehmigung, die dem 2lntrage nach § 3 2lbs. 1 b der Bekanntmachung auf Erteilung der Tlutzfuhrbewilligung beizusügen ist, ist in Hesien der. jenige Viehhandelsverband. in duffen Bezirk das Tier eingeführt werden soll. Ein Vordruck für den Antrag auf Eiufuhrgene^ migung ist nicht vorgeschriebea. 8 9. Ueber den Antrag auf Ausfuhrerlaubnis entscheidet der Viehhandelsverband, aus desien Bezirk das Vieh auZgeführt werden soll. Der Antrag auf Erteilung des Ausftchrschein.es ist auf der selben Vordruck zu stellen, der im 8 2 dieser Aussührungsbestim-- mungen vorgeschrieben ist und auf dessen Rückseite die Besch-: i nigung des Wirtschaftsausschusses und dis Erklärung des Krers. amtetz vorgesehen sind. 8 10. Für die Ausfuhr von Vieh aus Hessen bleiben die \v der Bekanntmachung vom 23. Septenrber 1918 festgesetzten Ge, bühren in Kraft. III. Beförderung von Schlacht-, Vntz und Zuchtvieh (Rindvieh, einschl. Kälbern, sowie Schweinen. Schufen und Ziegen jeden Atters.) Zu § 6 der Bekanntmachung vom 23. Oktober 1918. § 11. Ohne Beförderungsschein darf kein Vieh aus selnerck bisherigen Standort in einen anderen Standort verbracht werden. Jede Beförderung von Rindvieh, einschl. Kälbern, sowie Schweinen, Schafen und Ziegen joden 2llters auf der Eisenbahn oder auf Schissen oder aus der Straße, Brücken und Fähren, zu Fuß oder zu Wagen ohne Beförderungsschein ist unzulässig und hat die Bestrafung des Täters rrnd die Beschlagnahme des Viehs Zur Folge (88 8, 9 der Bekanntmachung vom 23. Okt. 1918). 8 12. 1. Für die Beförderung auf der Straße zu Tvagen oder zu Fuß oder cvuf Brücken und Fähren gilt als BeförLe- rungsschein: a) bei Vieh, das zur Schlachtung an dir Sammelftellen de) Viehhandelsverbande gebracht wird, ehrc von der Bürgermeisterei des Standortes d?s Tieres auszustellende Bescheinigung, die von dem Händler oder Landwirt — neben dem Wiegeschein und dem Schlußschein — auf der Sammelstelle an den Verjrauensmann des Viehhandelsverbandes iabzulielern ilt. D». VertcLueuLmmm bat au prüfen. bie in dem Beförds rungsschein angegebene Zahl der Tiere mit der Zahl der abgelieferten übereinstimmt. Die Vordrucke für die Bescheinigungen werden den Bür. germeistereien von dem Viehhandelsverband in Buchform geliefert. Die Bürgermeistereien haben von jeder Defchei- nigung eine Abschrift auf dem, in dem Buche verbleibenden Abschnitte 1>es Formulars zurückzubehalten. Die Bücher sind den mit schriftlicher Ermächtigung versehenen Be. auftragten des Diehhandelsverbandes jederzeit zur Einsicht vorrulegen und mit den Abschriften an den Viehhandelsverband nach Verbrauch der darin enthaltenen Vordrucke zurücftuaeben. b) dei Schafherden eine Bescheinigung, die den Begleitern der Herde vom Viehhandelsverband für die Zeit von je 3 Monaten unter Angabe der Zahl der getriebenen Schafe ausgestellt wird. cl in allen übrigen Fällen der Erlaubnisschein zum Eriverb oder zur Veräußerung, oder der Erlaubnisschein zur Ausfuhr aus Hessen, oder aus Liner Provinz Hessens in eine andere. Zu a. b und c* Der Treiber ebfP Gefchirrführer hat den Beföröecungsschein mit sich zu führen und den mit schriftlicher krmächtitzung versehenen Beauftragten des Viehhandelsverban. des und den Polizeibeamt-en auf Verlangen oorzuzeigen. 8 Zur Beförderung auf der Eisenbahn gilt als Beförde- rungsfchein ein vom Viehhandelsverband ab'estlwpefter Frachtbrief. Die Abstempelung geschieht durch einen Vermerk, der unter Angabe der Zahl und der.Art der zu verladenden Tiere von dem damit beauftragten Beamten des Viehhandelsverban. des zu unterschreiben, und mit dem Amtsstempel des Viehhandelsverbandes zu versehen ist ft) Handelt es sich um Vieh, das zur Schlachtung an die Samm-'lstellen des Viehhandelsverbandes oder von da verladen wird, so werden die dazu nötigen Frachtbriefe von dem Vertrauensmann des Viebhandelsverb.rüdes dem Verlader auf An. fordern übergeben. Der Vertrauensmann hat zu prüfen, ob die auf dem Frachtbrief angegebene Zahl der verladenen Tiere mit der Z"bl der abaelieferfen übereinsiimmt. b) In allen übrigen Fällen wird ein abgestempelter Frachtbrief von dem Viehhandelsverband gleichzeitig mit dem Erlaubnisschein zvm Erwerb oder zur Veräußerut^ oder Ausfuhr über, geben. Nicht verwendete Frachtbriefe sind im Falle a dem Vertrauensmann, im Falle b dem Viehhandelsverband zurückzu- tzeben. Darmstadt. Gießen, Mainz, den 8. November 1918. Der Startenburger Viehhandelsverband B a l s e r. Der Oberhejsilche Viehhandelsverband Dr Rosenberg. Der Rheinhessische Viehhandelsverband Dr B e i l i n g. (frtrf fmüiit fcrr KarloffrlbMIagiialMl. D^r Staatssekretär des Knegsernährungsamtes hat unter dem 30. Oktober 1918 eine Rundverfügung an sämtliche ^unde> 7 r'»aie'".:ngen ertasten, nach der eine erweitmt? „Er^asi'tva" der bestände angeordnet wird. Begründet w"-d d'7 Maßnahme mit einer eingetretenen Stok- kuug der L2:ntereind-?cfung der Bedarfsverbände mit Kartoffeln. Ten Gl und zu die^r Stockung erblickt die Verfügung ?inn,al in dem 'ta'ken Mangel an Eisenbahnwagen, dann aber arch in etn^r Nc.be,. schätz:: ng der Kartoffelernte, die in einzelnen Teilen des Reiches nicht die erwarteten Erträge ergeben haben ^oll. Durch die zurückgebliebenen Lieferungen tollen einzelne Bedarfsverbande in Mitleidenschaft gezogen sein. Um nun die Eindeckung des Winterbedarfs noch vor Eintritt der Frestpeliode nach Möglichkeit sick-erzustellcn, hat der Staatssekretär felgende Anordnung getroffen: 1. Die Voi'ckwift. wonach Kartoffeln, welche eine Mindestgröße von \y± Zoll (3,1 Ztm.) nicht erreichen, verfüttert werden dürfen, wird dahin abgeänderl, daß die Mindestgröße auf 1 Zoll herabaesez-t wird. 2. Die 'oaenannte ..Ausgleichsreserve", welche bei Durchführung der Umlagen d^'r Reichskartoffelstelle den Erzeugern zunächst belasten und bisher auf 20 Prozent der Erntemenge beniest-n war. wird auf 10 Prozent herabgesetzt. Die Entscheidung. ob die^e restlichen 10 Prozent den Erzeugern zum unbcfchränlttn Verbrauch freicftgeben werden können, bleibt Vorbehalten. 3. Die Reichskartoffelstelle ist angewiesen, die den Brennereien für den BrennereibeirieH freigegebenen Kartoffeln in Höhe von 2ö Prozent der freigegebenen Menge zur Deckung des Syeftekartoftelbedarfs heranzuziehen, so daß den Brenncreibrsitzern zu Brenne reizwecken nunmehr soviel Karto^ftln belassen werden, als zur Herstellung von 67.6 Prozent de- allgemeinen Durchschnittsbrandes bei einem Verbrauch von 18 Zentner für den Hektoliter reinen. Alkohol erforderlich sind. Von den, den Trocknsrejen und Stärkefabriken vorläufig freiqegebenen oder Angewiesenen Kartoffeln kann die Neichskartoffelstelle 500 000 Tonnen zur Deckung des Spei'e- kartoffelbodarfs heranziehen. Durch diese neue Verordnung, zu der sich der Staatssekretär. wie es heißt, nur schweren Herzens entschlossen hat, wird in erheblich erweitertem Maße als bisher in die £ac= v'ffelbeftände der Erzeuger eingegriffen. Ob das notwendig war, oder m diesem Umfange notwendig war, scheint uns aus der Begründung nicht recht hervorzugehen. Einmal wird für die Stockung der Lieferung der Waggoninangel als Grund angeführt, dem wird aber nicht durch eine umfang- reich-Lre Erlassung abgehoben. Was nun den verminderten Ernteertrag anbelangt, so fragt es sich, ob man hier nicht ^urs geringerer: Ablieferung auf kleineren Ertrag schließt. Wenn nn Oktober, insbesondere tn der zweiten Hälfte Oktober, die Kortcffelanliefervngen nicht den Erwartungen eist, sprechen haben, so braucht man sich darüber nach Lage der Dinge doch nicht zu wundern. Die Landwirte waren vielfach mit der Bestellung noch zurück und sie haben das dann ein- setzende günstige Wester benutzt um zunächst einmal die Winterkornsaat in die Erde zu bringen. Dann aber hat doch die allerwärts auftretende Grippe die schon an und für sich sckiwierigen Arbeiterverhältnisse noch ungünstiger gestaltet. Alles das hat naturgemäß die Kartoffelernte verzögert. Nackst dem aber nunmehr die Bestellung in der Hauptsache erledigt sein dürfte und die Grippe im Rückgänge begriffen ist. wären die Anlieferungen wohl auch ohne diese erweiterten ..Erfassungen" bald wieder stärker geworden, wenn nur für Vermehrung der Arbeitskräfte auch aus städtischen Vevölkerungs- kreiftn endlich gesorgt würde. Die neuen Minister in Kesten. Daemstadt. 13. Nov. Das neue Ministerium wurde heute. folgendermaßen zusammengesetzt'. Erstminister (Staatsminisier) ! und Auswärtiges Ulrich, Leiter der Mrnisterialabtcilung des Inneren Dr. Fulda (Sozi. Leiter der Ministerialabteilung des Ernährunaswefens Neu mann. Leiter der Ministerialab- teilung der Justiz Geh. Iustizrat v. Brentano (Ztr.). Leiter der Ministsrialabteiluug für Finanzen Beigeordneter Henrich (Forlfchr). Leiter der Mintsterialabteilung für Bildungs- wesen Prof. Urft a dt (Fortschrist). VirhMliiN a", 4. Prff^fr 19IS. S*it dem 1. März 1917 werden auf Beschluß des Bundesrats vierteljährlich Viehzählungen vorgenommen, deren Ergebniste für die Beurteilung sowohl der Fleftchverwi g,,ng wie der Fustermittelverteilung wichtig und unentbehrlich sind. Die Zählungen erstrecken sich aus Pferde Rindvieh. Schafe. Schweine. Ziegen Gänse Enten. Hühner und zahme Kaninchen. Die nächste Zahlung hätte am 1. Dezember ds. Is. stattzufinden Da dieser Tag ftdoch ein Sonntag ist. und da ferner durch Bnndesratsbesck'luß eine allgemeine Volkszählung für Mittwoch, den I D^zmeher ds. Is. angeordnet ist. wurde bestimmt. daß auch die nächste Viehzählung an diesem Tage stattfinden soll. Durch die Zusammenlegung beider Zählungen aus einen Tag wird das Zählgeschäft, die Austeilung und die Wiedereinsammlung der Zählpapiere in den Haushaltungen usw für alle beteiligten Stellen, sowohl kür die Behörden wie kür die Zähler und die gesamte Bevölkerung, wesentlich erleichtert und vereinfacht. Ans der Heimat. Friedberg. 14 Nov. (Ehrenvolle Berufung). Der Direktor de? hiesigen Prsdigerleminars. Herr Geh. Kirchenrat Profesior Dr. 7). Scho eil, hat einen höchst ehrenvollen Nus in den Dienst seiner württemberqischen Heimatkirche erhalten und an. genommen. Mit Wirkung vom 1. Dezember d. I wird er Prälat und Generalsuperintendent der Diözese Reutlingen mit dem Sitze in Stuttgart: als solcher ist er Mitalied der obersten Kirchen. und Schulbehörde. Wir beglückwünschen den in der evangelischen Gemeinde wie in der ganzen Stadt hochgeschätzten Mann herzlich zu der Auszeichnung: welch' schmerzlicher Verlust freilich sein Weggehen aus unserer Mitte bedeutet, mag einer späteren Würdigung seines verdienstvollen Wirkens Vorbehalten bleiben. Brolkartenausgabe. Es wird darauf aufmerksam gemacht daß in der Art der Brotkartenausgabe Aen-derungen eingetre- fen sind. Für die Bezirke 1 und 2 werden die Karten im Lebensmittelausschuß ausgeqeben Die Ausgabe der Nummern von 646 an aufwärts des Bezirks 2 erfolgt am Nachmittag. Ober-Nosbach. 14. Nov. Der Wildprethändler Ioh. Loos und seine Gattin Elisabeth aeb Feeder feiern am 16. November tn voller Rüstigkeft und Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. Aus Starkenburg. Darmstadt, 11 Nov. Ein lebhaftes Treiben herrscht fortgesetzt an den: Eingang des streng bewachten, in den Innenräumen stark mit Maschinengewehren und Geschützep versehenen Ständehauses. Auch auf der Gallerte des Sitzungssaales hat man ein Maschinengewehr aufgestellt. Der Arbeiter- und Soldatenrat hielt beute nur eine Sitzung ab, in der hauptsächlich die Wieder- einstellung der Offiziere zur Debatte stand, die viele sehr interessante Momente bot. Der Grundgedanke ist der, daß man nur solche Offiziere wieder einstellev will, die sich verpflichten, die Behandlung der Untergebenen im Dienste in loyalster Weise auszuüben und in keiner ZVeise gegen die Bewegung zu arbeiten. Heute vormittag waren sämtliche Offiziere, einschließlich der Kommandeure, welche sich der Bewegung abgeschlossen haben, zu einer Besprechung der sog. Parole im großen Ausschußzimmer versammelt, und gab hier der gestern zum Kommandant der Stadl ernannte frühere Offizier-Stelloertreter Elsässer eingehende Anordnungen Über den Wach- und Sicherheitsdienst usw. bekannt. Die bisherigen Offiziere der Kommandantur ver- sehen ihren Dienst weiter. Bisher haben sich nur wenige Offiziere geweigert, auch fernerhin ihren Dienst zu versehen. Wer rcn den Offizieren keinen Dienst versieht, soll auch keinen Lohn mehr erhalten. Bon Intereste ist auch die Frage, was mit den Offizieren geschieht, die sich zur weiteren Mitarbeit erklärt haben, aber wegen ihres früheren Verhaltens von den Soldaten abzelehnt werden. In der Sitzung wurde u. a. nock bekannt gegeben, daß der Polizeidirektor Neinhart sich mit seinem Be- amtenapoarat bereit erklärt hat, den Polizeidtenst weiter im Sinne der neuen Negierung zu übernehmen und werden nunmehr die Polizribeamten den öftentlichen Sicherheitsdienst wieder ausüben In den sog. Regierungssälen der Zweiten Kammer tagten heute weiter die Mitglieder des am Freitag von der alten Ständekammer gewählten Staatsrates, um bei der Bildung her neuen Negierung mitzuwirten. während in einem anderen Beratvngszimmer sich die Mitglieder der fozialdemokra-" tischen Fraktion eingefunden hatten, um d?n Auftrag des Ar. beiter, und Eoldatenrates, das neue Min'.sterium zu bilden, auszuführen. Zunächst wurde man dahin einig, nur einen Mi. nister zu wählen, während die Leitung der anderen Nestorte, wie dies unter früheren Ministerien schon war. durch Ministerialdirektoren geleitet werden, die der Minister ernennt und die ihm unterstellt sind. Zum Staatsminisier und Minister de? Innern wurde der bisherige Abg. Ulrich ernannt, von -der sozialdemokratischen Partei treten weiter die seitherigen Abge- ordneten N e u m a n n für die Ernährung und Naab für di« soziale Wirtschaft und Landesarbeitsamt als Ministerialdirek« toren in die neue Negierung ein. Die übrigen Nesiorts sollten den bürgerlichen Parteien Vorbehalten bleiben. Diese Frage bol aus verschiedenen Gründen große Schwierigkeiten, da eine Par- tei allein kein Amt übernehmen wollte. Wie wir Horen, ist nunmehr eine Verständigung dahin erzielt, daß der Abg. H e n . x i ch das Finanzministerium und der Abg. U r st a d t die Schul- Abteilung übernehmen wollen, wenn der Abg. v Brentano das ihm angebotene Iustizportefeuille übernimmt. Dieser ist grundsätzlich dazu bereit, erbat sich aber bis zum Abend Bedenkzeit- aus. Es ist zu erwarten, daß die Frage bis dahin erledigt und das Ministerium gebildet ist. als wahrscheinlich darf man aber annehmen, daß noch ein weiterer Sozialdemokrat eintritt. Der Staats, und Iustizminister sowie Mruisier des Innern sagten schriftlich zu, ihre Tätigkeit in die Hände des neuen Ministers zu übergeben und die Beamten auf^ifordern. auch fernerhin im Dienste des neuen Ministers ihre Pflicht zu tun, Staatsminister a. D. Ewald wird vorläufig im Ministerhotel in der Neckarstraße wohnen bleiben und s?'n Nachsolner Ulrich wird zunächst nur 2 —3 Räume als Arbeits- und Wohnzimmer benutzen FC. Groß-Cerav, 12. Nov. In der Hofraite des Herrn Marx dahier wurde in der vergangenen Nack-t eingebrochen und eine Anzahl Gänse und Lebensmittel gestohlen Ein unbekannter Täter entwendete aus dem Garten des Landwirts Neinbeimer in Klein-Gerau eine große Zahl zum trocknen aufgehängte» Wäschestücke vou bedeutendem Wert. Aus Hessen.Nallan. FC. Usingen, 12. Nov. Eine große Volksversammlung ln Anspach i, Taunus hat die Bilduna eines Arbeiter, und Vauern- rats vorgenommen und in Gemeinschaft mit einem später ins Leben gerufenen Arbeiter- und Dauernrat in Wehrheim dem hiesigen Landratsamt den Arbeiter- und Dauernrat als voll, ziehende Gewalt vorgestellt. Der Landrat von Bezold hot sich den Forderungen unterworfen und wird die Entlastung besonders mißliebiger Beamten vornehmen. Der Arbeiter, und Bauernrat fordert die Gemeinden des Kreises Usinaen auf. ebenfalls solche Räte zu bilden, aus denen sich einige Abgeordnete dem Kreis-Arbeiter, und Bauernrat zugesellen werden. Die Polizeioraane und Bürgermeister des Kreiles bleiben in ibrem Amt und unterstehen dem Arbeiter- und Dauernrat des Kreises Usingen. FC. Obcrursel, 11. Nov. Die Zahl der Grippe-Erkrankungen die vor acht Tagen noch 108 betrug, ist auf 46 zuruckaegangen FC. Vom Obertaunus, 11. Nov. Das Notgeld der Städte Frankfurt und Höchst hat auch tm LbertaunuskreiZ volle Gültigkeit. FC Dem blutkrtountts. 11. Nov. Dem Händler Ifak Leb. recht in Laufeafelten wurde die 2lveweiskarte des Vichhandels- oerbandes auf die Dauer von drei Monaten entzogen. FC. Wiesbaden. 11. Nov. In einem ersten hiesigen Pelz- wcrengefchäft erschien im Nevcmk-er v. I. der Kaufmann Eduard Iakier aus Berlin-Schöneberg und licß sich einen kostbaren Pelzmantel verlegen. Er kaufte den Mantel, zahlte 60 Mk. darauf an und gab d'e Weisur.g, ihm den Mantel per Nachnahme zu^zuseuden. Man war hiermit einverstanden, gewahrte jedoch, als Herr Iakier weg war. daß ein Skunksmuff im Werte von 800 Mk. fehlte. Das Wertpaket mit dem Pelzmantel kam nach kurzcr Zeit Zurück • Der Verdacht, den Muff entwendet zu haben, lenkte sich auf Iakier Im F'bruar d. I. kam aus Verlin-Echö- nebera ein Paket m't einem fingierten Absendsv an, in dem der r-eischwawdene Muff der Firma wieder zugestellt wurde. Dis Ermifteluuaen ergaben, daß Fakier den Muff gestohlen. Dir Schöffen verurteilten heute den Dieb zu einem Monat Gefängnis . FC. Wiesbaden, 11 Nov. Die Weinlese in den hiesigen städtischen Weinbergen erbrachte einen halben Herbst. Das Mofb gewicht ergab bis zu 88 Grad Oechsle. FC. Wiesbaden. 11. Nov. Heute nachmittag gegen 3 Uhr fand hier auf dem Marktplatz eine Volkskundgebung statt, in der vier Redner. Anaehöriae des hiesigen Arbeiter- und Sol- datenrotes, unter großem Beifall der nach tausenden zählenden Zuhörer einen dkeberblick gaben über den Lauf der Dinge, die das jetzt erreichte Ziel Zeitigten und die Aufgaben der jetzigen Regierung. Regierungspräsident Dr. v. Meister und Oberregie- ' runasrat Springerum wohnten der Volkskundgebung an. Nach der Versammlung formierten die Zuhörer einen Zug, der sich unter Vorantritt einer Militärkapelle durch die Straßen der Studt bewegte Keinerlei Zwischenfälle kämm vor. FC. St. Eoarshausen, 7. Nov. Der seit kurzem, seit zehn Monaten hier tätige Landrat Dr. Wolfs ist plötzlich im 37. Leben?-jc'b''e gestorben. FC. Oberlahnstein, 7. Nov. Die Grippe fordert hier auch' große Opfer. Am letzten Sonntag lagen hier neun Tote, die der tückischen Krankheit erlagen, aufgebahrt. Ein rwch niemals hier dagewcfener Fall. FC. Riederlohnstein, 7. Nov. Ein in Schifferkreisen sehr bekannte Persönlichkeit, der Schleußenmeister Eauf, ist hier im Alter von 69 Iabren gestorben. FC. Wcilburg, 12. Nov. Der „Weilburger Anzeige:" sticht unter Vorzensur des Arbeiter, und Soldatcnrates. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otte Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R Henne r. Friedbera. Druck und Verlag der ..Reuen Togeszeitung^ A- QL Friedberg i L. Herzenskttmpfe. Roman von Helene Cchvtky. geb. von Eersdorff. 1915 by C- Ackermann-Stuttgart.) 3V; Nachdruck verboten. Als er sie so harmlos lustig sah. härte er am liebsten mit- tzelacht, — nein, so kindlich, so natürlich vergnügt konnte kein Mädchen sein, das sich einer schweren Schuld bewußt war. Das stand bei ihn, fest. Aber um so dringender war es nötig, sie zu warnen, denn er hatte sie doch positiv mehrmals so zu sagen bei der Tat ertappt. „Liebes gnädiges Fräulein", sagte er plötzlich entschlossen denn was half alles Zaudern? es mußte gesagt werden, „glauben Sie, daß ich cs gut mit Ihnen meine?" „O ja, das glaube ich sehr gern, alle Leute meinen es gut mit mir", antwortete sie mit Ueherzeugung, „Jedermann ist furchtbar nett zu mir. Sie auch natürlich!" „Nein, Fräulein Käthe, da täuschen Sie sich leider sehr" »sagte er eindringlich und gar nicht mehr stotternd, „es gibt sehr schlechte Menschen, die es gar nicht gut meinen, auch mit Ihnen nicht" „Warum sagen Sie mir das?" erwiderte Käthe verdrießlich. „Ach das hört man oft sagen, daß es viele böse Leute gibt, aber ich glaube gar nicht daß es so schlimm ist. Warum soll ich nun mit einem Mal denken, die W^lt wäre häßlich und böse? Denn das wollen Sie. wie es scheint. Das ist gar nicht hübsch von Ihnen." „Fräulein Käthe, jo tst es nicht gemeint", sagte Gustav betreten. „Gott bewahre mich davor. Ihren Frohsinn uni> Ihren schönen beglückenden Glauben an die Menschen zu zerstören! Nichts liegt mir ferner. Aber eins mllsien Sie doch erfahren, damit Cie nicht in große Gefahren geraten: Ja, Fräulein Käthe, es ist wirklich so. es gibt schlechte, falsche Leute, denen es Vergnüge macht, junge unerfahrene Menschen auf Unrechte Wege, ja. lassen Sie mich das rechte Wort sagen! auf den Pfad der Sünde zu verlocken." Käthe sah ,hn erschrocken an. Meinte er etwas Bestimmtes. dachte er an den Marquis, oder sprach er nur im Allgemeine,!! Er sprach von Sünde, war es so schlimm, was sie getan? „Herr von Naundorfs, warum sagen Sie mir so schreckliche Dinge?" fragte sie, „Sie waren doch sonst so anders?" „Warum? O. Fräulein Käthe, weil ich Sie und die Ihrigen vor einem großen Unglück bewahren möchte, darum sage ich 'Ihnen das", erwiderte er sehr ernst. „Vor einem großen Unglück? Mich und die Meinlgen?" sagte sie mit vor Erstaunen weit geöffneten Augen. Tr mußte also doch wohl etwas anderes meinen, denn die Dummheit mit dem Marquis konnte doch kein vernünftiger Mensch als ein großes Unglück betrachten. Er sah. daß sie vollständig aufrichtig war. und ein inniges Mitleid mit ihrer kindlichen Unerfahrenheit ergriff ihn. "Ja. Fräulein Käthe. Ihnen droht ein furchtbares Un- glillck. wenn Sic nicht noch bei Zetten die Gefahr einsehen und einhätten", sprach er immer gleich ernst. , , E i--> -wer auch w,„en. um was es sich handelt rief Käthe ungeduldig. „Sie sollen es erfahren, gnädiges Fräulein, aber ich bitte Sie nochmals, mir nicht zu zürnen. Doch selbst auf die Gefahr Ihres Zornes hin muß ich Ihnen die Wahrheit sagen. Also Horen Cie", er atmete ti»f aus, „ein Zufall lieh mich bemerken. ü 3 ® . ' ' • 6le b-imliche Zusammenkünfte mit dem Franzosen. Marquis Reymond. haben." »"de bei dieser A»kl°a° zusammen- knicken oder doch erschrecken. Aber nichts dergleichen. Sie sah ihn ganz ruhig an und es zuckte schon wle-der wie verhaltenes Lächeln um ihren Mund. „Nun. und was weiter?" sagte sie. „Ist das alles? Aber wo ist denn das große Unglück? die Sünde? und ich weiß nicht, was alles?" Er war zuerst sprachlos, Sie leugnete es gar nicht, sie fand es ganz harmlos „Käthe. Kind'" rief er dann. „Ist es möglich? Sie tanzen am Rande des Abgrunds und ahnen es gar nichts O gottlob daß ich Sie warnen darf! O. hören Sie auf mich' Der Marquis tst ein ganz schlechter Mensch daß ^re Ar» IrRftfeit mißbraucht, und Sie zu Schritten veranlaß?, die ^ . nierken Sie es wohl?-kein weibliches Wesen unterneh men darf, ohne sich für immer ihres schönsten Schmuckes, ihre' reinen makellosen Rufes, zu berauben. Gott verhüte, daß an dcre. weniger wohlmeinende Menschen wie ich. Sie ebensall- beobachtet haben und Ihre Schlüsse daraus gezogen haben' Das wäre schrecklich, Sie armes unschuldiges Kind?" Forttetzttng folat Krknnntrnnchnnn Den hiesigen Landwirten wird f Igendes zur Kenntnis gebracht: Nach der bereits veröffentlichten Deriüoung des Kommunalver- ban?es vom 23. Oktober ds. Is.. müssen bis zum 15. November alle auf Bezugsscheine abzugeben en Kaktoffeln Geliefert e n. Tie bis zu d e e.nTage nicht belieferten Bezugsscheine werden ungültig und es darf auf sie von den Land- w rten nichts mehr abgegeben werden. Letztere haben vielmehr zu ihrer Entlastung die Bezugsscheine am 16. Rovem er der Wir ichafts'artenführuna. Zimmer Nr. -j des Stadt aui'es, adzulie'en. Arte am 16. Novembeb noch im Besitze des Erzeugers befindlichsn Kai löffeln werden, soweit er sie nicht selbst zur Emährung seiner Familie und zu Saatzwecken benötigt, hierdurch im Interesse einer ausreichenden Versorgung un e-er ftäct. Bevölkerung beschlagnahmt. Sie sind aut Anforderung an den städt. Lebe-s. mittelaus chutz abzuliefein. Bei Weigerung der Anlieferung zum geietzi-cher, Höchstpreis wird un- nachsich ljch zur Enteignung geschritten werden. Frtedber». den 12. Nov. 1618. Der Bürgermeister. 2. V .: Dam m. Vetr.: Zuue, ung von Brennstoffen. ^rümmtmachnng Bezugnehmend ans meine Ve- kannlmachun i vom 3 '. Sep ember ds. Is. sind berechn zt Brenn toffe sinnen Vorzeigung der Kohlenaus- wciskarte zu beziehen: Llezirk ZS. Nr. 721 bis 796, je 3 Zentner Kohlen bei Kohlenhandlung David Krämcr. Hanaue straße, Ich mache hiermit nochmals dcr.rui aumre-kiam.daßdie Brenv- stoffmeneen innerhalb 3 Ta rn bei den Händlern abgeholt ooer obgerufen sein müssen. Nach di-sem Termin nicht abgeholte Brennitoffmengen verfallen ?u ' Gunsten anderer Haushaltungen. Friedberz, den 13. vivo. 191). Ter Bürgermeister. I. V.: Da mm. Nr. Kelr-rmtt mach trug. Eamstaq. den 18. November d». Is. VrotmrteuausnaÄe. Bezirk ft Altes Po'tqebäude !. Stock. (Zimmer 7) 1—150 von «—9 Uhr, 0—10 .. 151—300 3)1—450 451—600 601 u. höher 10-11 „ 11-12 .. 1-1 „ Bezirk fiSS. Schule in Fauerbach. Nr. 1—150 von 8—0 Uhr 151 u. höher .. 9—10 „ Die vortehende Zeiteinteilung Lebensmittelkar.e it vorzulegen. Friedberg. den 13. Nooe.noec 1913. Bezirk IST. i Altes Poffaebäude (Zimmer 4) ' Nr. 1-150 von ^—9 Uhr * 151-300 „ 9—)0 .. 301—450 .. 10—11 ;; 451—643 .. ll—12 Bezirk Ua. Altes Po lgebäude (Zimmer 4) Nr. 61 i—SO > von 2—3 Uhr .. 801 —950 .. 3-4 .. .. 951—1100 4—5 „ 1101—1230 .. 5-6 ” ,2)1 u.höher „ 6-0/z . ist ge.raa zu beachten. Die Der Bürgermeister. 2. B.: Damm. Bctr.: Fleischver orgung. Krkauntmachttug Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß die mir vom Kommunalverba ;b Zne berg zur Beitet ung an. die Cchwerst- und Schwerarbei-er der Stadt Fued- berg überwiesene Wurit für die Woche vom 11. b s 17. Novr mber am Samstag, den 16. Nov. 1v18. nachmulags von 2 bis 5 Uhr ln dem Geichäsis-cden des Äletzger- meijters Adolf En^el, Kai crftr. B. zum Verkauf kommt. Die Abgabe der Wurst rr;olat nur unter Vorlage der für die Schwer- und Schwerstarbeiter ausgegebcnen Fiel ch-Zufotzrarten. Der Verkauf des Fleisches für Kranke für die Woche vom 1). bis 17. Nov. 1 W 18 findet am Freilag. den 15. Ncv, nachmittags *on 2 bis 3 Uhr in den Metz «erläd. M " ' seither Die- einzuhaiien. Nach Ablauf die er ' die zustehen- ooer Wurst Keiraunimachung geben wir im Gioßverkaur nächsten Samsiar. den 16. ds Mts vormittags in Mengen von 5n u^d 100 Psun) ab. Breis pro Pfund 9 Pfennig. . Varausbestellungen und Zah ungen werden von Freitag Nackmiltag ab rm Ge ä üfis^mmer des städt. Lebensmittel-Ausichuffes entgegen genommen. Friedberg, den 13. November 1918. Der Bürgermeister _ _ I. B.: D a n, m. Kellauntmnchttttl». Nächsten Freitag, den l5. ds. Mts., findet in der alten Post die Abgabe von «tatt. Zeiieinteilung wie bei der Bfiterverteiluna. Die Abmbe er. ol.gr nur gegen Vor ei^unz der Lebcusmiuei- karte. Landwirt chaft lreibenbe und Mitch erzeugende Haushaltungen und Hausrmltungen. die Hallsschtachtuii'en vorgenoininen haben, owte dte ruuell lebende israekuiiche B.'vblker.tng iin d volN Bezug aus:e,chl 0 jsen. 0 Für jede aus der Lebensmittelkarte verzeichnete Person werden 59 Gramm zu 39 P.enniq verabsolgt. Friedberg, den 13. November 1918. Der Bürgermeister. I. 3*.: Damm. LitWM«rjtchttiW. Dm Dienstag, den 19. November I9l8, vormAtag^ 11 Uhr. sollen im hiesigen Ra haus die nuchitehend verzetchneten. un Grunb- buche der Gemarkung Friedberg den vetitorbenen Änchaet Höü Ehele ten zugeschrieber en Grundstücke, nämlich Flur !l Nr. 4-54 — 48 qm. Ho'rai'e in der Stadt, und .. ll », 15— i4>2 qm, Grad arten an derFauerbacherstr. znm brit en und letz en Male zur öffentlichen freiwilligen Per- stetgerung gebracht werden. Di- Versteigerungsbedingungen können auf den Geschäftszimmer des Gr. Ortsgerichis während der Geichäfisstnnden emae- ,ehen werden. ^ Friedberg, 1t. November 1915. Csr. _ _ 2. V.: Falck. Gerichtsmann. HslZVeMuf aus stanÄcsheekrlichen und Ecmeindeforften. 6cn 25 - 1318. vormittags non IN Uhr ab, int Hotei Viltoria zu Gießen statt. Die Gebo e. find vei chloffen mit der Aufschrift ..Holzverkaus in Sicken für ieD’ V'k valiunz auf be'onderem Blatt bis Samstag den 23. November 1918, adends s Stolbergische Ren amt zu Orlenberg (Oberhessen) fönnpi b h' n ^ssgegotssormulare zu haben fino.^Die Gebote aUr ^ ei J e der einzelnen Lo e beschrMcn. müssen h r hPLVn Enthalten, dag Bieter die Verlaufsbedingungen der betreffenden Verwrilkun-.. welche letztere ans Verlangen zu-en- ^/dole welche dieses ausdr ckliche Anerkenntnis ,!f enthalten, ooer nach dem 23. b oaember einae' en tonnen zu- 5rn f h? l s)T en n5erben * Bieter haben die gewünschten'Äkatze und die , de Au aroeuun z an-ugeben und bleiben bis £ 1 . Dezember 1918 ein chl eßltch an ihre Gebo e gebunden. 2m gan-en werd n ca. 6 >0 B fm Nutzholz ausgeboten De . raufsliilen find bei Fürstlich S'oldergi chem Rentamt zu Orlenbera Obeiheffen) zu haben Die Fürstlich Solmstsche Obersörsterei zu (Oberbeisen) verkauft dabe.: 20-0 Im E.chen-Sckwellenholz. I 0 Gtchen-Giuoenhol', 7> lm Rolbuchen-Stannnhoiz. 36 Im .^atnbuchen-^'am u oli. 250 lm diesern-ihrubenhol^. Bahnttationen sind Lich Neistirchen und Ellingsha usen. Halte füglich Sprechstunden von 8 1 /» bis 7 Uhr abends. Sonntags von 9 Uhr bis 12 Uhr. Zahn-Praxis P, Allfeld, Frieders;, Manauerstrasse 13. V «erlaben der Rmbsmetzger. rote jeither statt. Die Verkaufszeiten find genau eeqr das Anrecht auf die zuslehen- den Mengen Fleisch verloren. Friebberg, de^ 14. 9(ov. 1918. Der Bürgermeister 2. Ai.: Damm. 4 &e£ 43 »gll<»ItBiC£pit tn Äif drrliayern, 20 Minuten von Station. 350 pr. 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