Numme r 265 Eiii;clpreis L LL ' Montag. den II. November ltfia _ lf. Ja tzrgan o ,. Die lltxit ^aaro?eitung" exjdjemt irden Werltag. 'Jiepelmafeiße Beilagen „üer Dauer ans Helfen", ..^ie SpmrMube". Ssrugsprsia: Bei den Postanstalten vierkelfährlich Mk. 2.7o bttiAU tritt noch das Bestellgeld' bei den Aoenten mona'lich 1.00 Mk. einschließlich Trägerlohn. An?eigen: Gruntneile 2b Psg., lokale 20 Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben Erfüllungsort Friedbera. Kchrittleitung und Verlag ttieddera lHeifeni. ^anauerstratzs 12. Fernwrecher 48. Postjcheck-Lonto Mlc. 4859, Amt Frankfurt a. M. Aufruf! Nu!se tK die erlle AiirgerzMchi! Fast über Nacht ist überall in deutschen Landen die Gewalt von den alten Inhabern auf die Arbeiter- und Soldatenräte, mit anderen Worten auf die sozialdemokratischen Parteien beider Nichtungen Übergebungen. Nirgends haben die Träger der militärischen und zivilen Autorität einen ernstlichen Widerstand auch nur versucht und wohl niemals ist eine größere und umfassendere Staats umurä-zu ng mit wenigerem Blutvcrgicßcn erfolgt wie dieses Mal. Soweit die Nachrichten vorliegen, haben übereinstimmend die neuen Träger der Gewalt, ,m Süden und im Norden, im Westn und im Osten er-, klärt, daß sie sür Ruhe und Ordnung einstehen und Plündern und Straßenraub unter Umständen sogar mit dem Tode bc-i strafen würden. Sie haben weiter versvrolben. für die Freiheit und soziale Gleichberechtigung sämtlicher S 1 a a t § a n, gehöriger zu sorgen. Der neue Reichskanzler hat in seinem Ausruf gesagt, es sei ihm bewußt. daß es vielen schwer werde, mit den neuen, Männern zu arbeiten. Aber er appelliert an ihre Liebe zu unserem Volke. Sorgen wir, doch dieser Avpell nicht vergebens verhallt! Bis jetzt gehen Handel und Wandel ungestört ihren Gang, die Behörden und Beamten leisten wie bisher ihren Dienst. Post und Eisenbahn bewältigen nach wie vor ihre ungeheuren Ausgaben und so muh es auch sür unsere Landwirt- schast eine Ehrensache sein, ihre Schuldigkeit ln dieser schwer-, jicct S unde. die das Vaterland erlebt hat. nach jeder Hinsicht ZN tun. Denkt an die Allgemeinheit und gebt unter keinen Umständen mehr etwas im Schleichhandel ab. Der Feind klopft an unseren Toren. Hart nud unerbittlich sind seine Bedingungen. Vac victis! hrt einst der übermütige Vrennus. der Führer denr siegreichen Gallier, den Römern zugervsen und «Wehe den Besiegten!" b«llt es unerbittlich von dem Mundo der siegesberauschten Füller unserer Feinde. Können wir es mit unserem Gewissen vereinigen, in eidfer ernsten Stunde die Schwierigkeiten vermehren zu helfen, oder gar einen Bürgerkrieg angesichts des dreuevden Feindes besinnen zu wollen? Nein und tausendmal nein! Die Herrschaft ist denen entglitten, die uns jahrhundertelang geführt haben, neue Zeiten und neue Männer sind gekommen. Mögen sie nun zeigen, was sie können und ob sie imstande sind, unser liegendes Vaterland wieder anszvrichten und besseren Zette« erregen.»«führen. Jedenfalls soll es dereinst nicht heißen, daß dieses Ziel daran gescheitert wäre, weil die deutschen Bauern versagt hätten. Die Wahlen zur deutschen Nationalversammlung, die feierlich zugesagt sind- werden d'e Entscheidung bringen, ob die bürgerlichen Parteien oder die Sr-zisldemokr-sten die Zügel der Regierung für die Zukunft in die Hsvd nehme« sollen. Vertagen wir alle« Streit, bis diese Entscheidung gefallen ist. Die neuen Männer lind, das gebe» wt? offen zu, nur hüftßnbe, ihrem Versprechen für u'ud Ordnung zu sorgen, nackznkommen, wenn in erster Linie für die Ernähr«us des Bockes in ausreichender 2Leife Sorge getragen wird. Der neue Reichskanzler hat mit seinen Worten ganz recht: „N-rtz- rnngsmittelnot bedeutet Plünderung und Raub mit Elend sür olle!" Und in einem Aufruf des „Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrats" in Bayern, der auck von dem bck«ernbü«dlrrisLeu Abgeordneten Gandorser unterzeichnet ist. heißt es: Wir fordern Euch auf, die neue Regicrrmg sofort durch rege Lebcus- mitteSieferuns in die Städte zu unterstützen, denn nur dadurch find diese in der Lage, die Messen zu beherrschen und Hus^rr- kraw«lle mit ihren unausbleiblichen ««lelitzeu ^sitzen auch Nie das flache L»vd bintanzuhalteu. Nicht zerstör» wollen wir, feuern aifibauSn, und wir wollen allen VolkSTeuosse« obue ll«i»^chied des Standes eine sickere E;iste»z schosse», eine «V»Ä 2 LZ. die es jedem möglich macht, ein vrenf.hcnwiicdiüss D«^s^esst also, dem Vaterlande durch furchtlose und unverdrossene Weiterarbeit, ein jeder auf seinem Posten, bis die Stunde der Ablösung gekommen ist. Berlin, den 9. November 19!?. Der Reichskanzler: gez. Ebert. Rücktritt des gesamten KriegskabinettZ. Berlin, 9. Nov. Nach dem Ausscheiden der sozialdemostatischen Mitglieder aus dem Kabinett sind jetzt auch sämt- lick-e bürgerlichen Mitglieder der Negierung zurückgetreten. Die Rea-ernngsbildnng. Berlin, 9. Nov. Nach der ..Voss. Ztg." bleiben den Nnab- hängigen in der neuen Negierung drei Sitze Vorbehalten. Als Vertreter der nichtwzialistffchen Parteien werden die Abgeordneten Erzberger (Zentrum). Gothein (Fortschrittliche Volkspartei) und v. Richthoien (Nationalliberaker) in die-Regierung eintreten. Der Abgeordnete Ebert hat bereits provisorisch die Geäffte des Reichskanzlers übernommen. Er ist dabei, eine neue Regierung zu bilden. Sozialdemokratische E'.nigungsverhandlungeu in Berlin. Seit gestern morgen finden Einigungsverhandlungen rn Berlin zwischen den Mehrheitssozialisten und den Unabhängigen statt. Die Sitzung dauert bereits mehrere Stunden, doch ist.noch kein Ergebnis bekannt geworden, Rücktritt Linsingens. Berlin, 8 . Nov (WB.) Wie wir erfahren, hat her Oberbefehlshaber in den Marken, Generaloberst v. Linsingen, seinen Abschied eingereicht. Der Kriegsminkstcr zur Verfügung der neuen Regierung. Berlin, 9. Nov. (WTB. Amtlich.) Wie wir hören, hat sich der Kriegsminister der neuen Regierung zur Verfügung gestellt, um die weitere Ernährung des Heeres und die Lösung der Demohilmachnngsaufgaben sicklerzustellen. gerzenskämpfe. Roman von Helene Scb 8 tky, get. von Gerrdorff. (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.) 35) Nachdruck verboten C, das wgre arg/ Friedas Schwester! Frieda, dies vornehme, stolze Mädchen, die ihre kleine Schwester so innig liebte. — wie würde sie leiden, wenn diese Affäre bekannt würde! Und herauskommen tut so etwas immer. Der gute Ruf d'er Kleinen, das kostbare Besitztum jeder Frau, wäre auf immer zerstört, die vornehmen rechtlichen Eltern müßten einen gesellschaftlichen Skandal über sich ergehen !ar M, der womöglich bic hohe militärische Stellung des Vaters und feine Beförderung gefährden könnte. Unabsehbare schlimme Folgen konnte dieser Leichtsinn nach sich ziehen. Was konnte er dabei tun? Zunächst mußte er sich vergewissern, ob er sich nicht getäuscht hatte, das war die Hauptsache. Denn verhielt es sich wirklich so, wie er fürchtete, so blieb es 'Nicht bei einer Zusammenkunft, so trafen sie sich öfter. Er suchte (s nun so einzurichten, daß er in den nächsten Tagen, so weit es sein Dienst erlaubte, in den Anlagen sich als Beobachtung^ posten aufhielt. Drei Tage vergingen ohne Resultat. Schon atmete er erleichtert auf und verspottete sich selbst wegen seiner unnötigen Sorge. Da begegnete ihm heute Morgen der Marquis wieder in derselben Richtung wie neulich und 1—2 Stunden später traf Hr Käthe, von dort nach Haufe eilend. Nun schien jeder Zweier ausgeschlossen, so unglaublich es ihm noch immer scheinen »ovte. Dies morgenfrische, lustige, scheinbar so aufrichtige Ee- hhöpf eine heuchlerische, raffinierte Person, die sich verstohlen zu heimlichen, verliebten Nendez-vous von Hause wegschlich? Schrecklich? Wie sollte nian nun noch an Unschuld und Reinheit glquben? Dem gutherzigen jungen Manne wurde ganz schlimm zu 'JJlutt, und ein eigentümlich wehes Gesicht 30 Q fein zusammen. Er mußte irgend etwas tun, ehe das Unheil noch größeren Umfang annahm. Aber was? Es war eine so «mndlich heikle Sache. Und er. als funger Offizier, den mit der Familie Trontheim keinerlei verwandtschaftliche Bande ver. knüpften, hatte nicht einmal das Recht, irgendwie einzugreifen. Was tun? Auch sie jemand mittecken, war gewagt, denn es mußte womöglich strengstes Geheimnis gewahrt werden. Es stand soviel auf dem Spiele. Plötzlich kam der erlösende Gedanke. Neinhold Germshoff? Er würde sicher Rat wissen und bei ihm war das Geheimnis sicher aufgehoben, wie bei ihm selbst. Wenn nur nicht schon andere. Unbeteiligte dahinter gekommen waren, — ein förmliches Bongen überfiel ihn bei dem Gedanken. Also schnell zu ihm, zu Reinhold? Glücklicherweise fand er den Freund zu Hause. Der arme Neinhold war in trübster Stimmung. Er hatte noch gestern abend Hildes Brief mit den mehr als trostlosen Nachn.lften durch Tante Ellas Vermittlung erhalten. Nachdem er mit Onkel und Tante alles hin und her überlegt und beraten hafte, waren sie zu dem wenig befriedigenden Schluß gekommen, daß Hilde Recht hatte, wenn sie schrieb, daß big auf weiteres gar nichts zu machen sei, als geduldig zu warten, wie es weiter gehen werde. Aber wie schwer war das! Kaum zu ertragen! Schon von der Geliebten getrennt zu fein, ohne Aussicht auf Wiedervereinigung, war hart, aber sie selbst unglücklich zu wissen, ohne die Möglichkeit, sie zu trösten, ihr ^eizustehen, war gerade zu unerhört grausam. Die ganze Nacht bitte er schlaflos in großer Qual zugebracht. Morgens hatte er seinen Dienst erledigt und nun war er eben dabei, an Hilde zu schreiben und ihr in vielen guten und zärtlichen Worten seinen Schmerz, sein Mitleid, seine Liebe ausströmen zu lassen. Da stürmte Naundorfs heran, nicht zu seiner Freude, so gern er sonst den Freund hatte, denn er war so ganz mit feinen Gedanken und Gefühlen bei Hilde, daß ihm jede Störung unwillkommen war. Als er abex^ Gustavs verstörtes Gesicht sah. erweichte sogleich seine Teilnahme. „Gustav", rief er. an eine Komplikation im Dienst oder mit einem Kameraden denkend, „was ist dir geschehen?" „Ach, Reinhold, etwas sehr Schlimmes", erwiderte Naundorfs tief seufzend, doch vor allen Dingen mußt du mir eins versprechen: vollkommenes Scknveiaen.* Helgoland und die Flotte, Bremen, 9. Nov. Der „Weser-Ztg." zufolge ist nach ^nem eigegangenen Telegramm die gesamte Nordseeflotte und Helgoland im Besitze des Soldaten- und Arbeiterrates. Republik Hessen. Darmstadt, 9. Nov. Heute nacht hat sich hier ein Ar? beiter- nnd Soldatenrat gebildet, der alle öffentlichen Gebäude besetzt hat. Darmstadt. 10. Nov. In einer weiteren Sitzung deL Arbeiter- und Soldatenrates wurde gestern nachmittag Hesse« znr Republik ausgerufen und der Großberzog für abgesetzt trflärt Ein Aufruf hat folgenden Wortlaut: Arbeiter- und Bürger! Die Negierungsgewalt ist auzf das Volk übergegangen. Es ist frei nnd mündig, um sein Schicksal selbst zu bestimmen. Soldaten, Arbeiter, Bürger, schließt die Reihen! Ein freies Volk schafft seine freie Zukunft. In folgenden sieben Punkten faßt der Arbeiter- und Soldatenrat seine Ansicht zusammen: 1 . der sozialistischen Fraktion der ß'itberiaen Zweiten Kammer wird die Bildung des Ministeriums übertragen, 2 der von dieser gebildeten Regierung wird ausgetragen. binnen drei Tagen ein Gesetz zur Wahl einer Landesversammlung vorzulegen, das den Grundsätzen der Verhältniswahl entspricht. Wahlberechtigt soll jeder großjährige Hesse sein, 3. Großhrrzog Ernst Lud> wig wird abge'etzt und das Großberzcgtum als Republik erklärt. Die großherzoglichen Domänen verfallen dem Lands. 4. alle Sonderrechte der Geburt und des Standes werden beseitigt. 5. sämtliche im Großherzogtum bestehenden Fidei- kcmmisse sind aufzulösen, 6 . vollständige Glaubens- und Gewissensfreiheit wird gewährleistet, 7. Trennung von Kirche und Staat. Das Vclk ist aufgerufen zur Tat. Die Vergangenheit ist abgeschlossen. Das Tor der Zukunft steht weit offen. Trstet ein mit entschlossenem Geist und helft mit. den neuen Volksstaat stark »nd gesichert zu errichten. Die Republik in Württemberg. Stuttgart, 9. Nov. In Stuttgart wurde, nachdem noch im Laufe des Abend? der König und die aus Vertretern der Mehrbeitsparteien gebildete Regierung in einem Aufruf die Einberufung einer konstituierenden Landesversammlung versprochen hatten, heute Abend die Republik ausgerufen. - Eine neue provisorische Regierung wurde gebildet. Vorsitzender ist Blos: Auswärtiges: Bkos: Inneres: Crisvien: Arbcsitsminsterium: Lindemann: Finanzen: Thalheimer; Kultus.- Hepmann: Justiz Mattntat: Krieg: Schreiner. Die neue Regierung erließ einen Aufruf an das Volk, in dem sie als ihre nächste Aufgabe bezeichnete. eine konstituierende Landesversammlimg aut Grund der im Programm bekannt- gegebenen Wablrechtsforderungen vorzubereiten. Die Regierung wird eine umfassende Amnestie erlassen. Dem aus den freien Gewerkschaften, der sozialdemokratischen Partei und der unabhängigen Sozialdemokratie berufenen Arbeitsausschuß hat sich Gneral v. Ebbinghaus mit dem Offizierkorps zur Durchführung der erforderlichen Maßnahmen für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit zur Verfügung gestellt. Geeignete Fachleute zur Fortführung der Verwaltungsgeschäste werden ohne Rücklicht auf ihre politische und religiöse Zugehörigkeit herangezogen. Die Landbevölkerung wird zur Ablieferung von. Lebensmitteln aufge- fordert. Es wird auf sie eingowirkt: sich der Bewegung an- zuschließen. ^ Abdankung des Herzogs von Brairnfchweig. Berlin, 9. Nov. Dcm ..Berliner Tageblatt" zufolge entsandte drr Arbeiter- und Soldaten rat von Braunschweig eine „Aber das versteht sich doch von selbst, wenn es eine diskrete Sache ist!" sagte Reinhold. „Aber nun los! Geschwind!" Und nun erzählte Naundorfs, anfangs stockend, dann immer schneller seine unheilvollen Beobachtungen und die daraus erwachsenden, unabweisbaren, logischen Schlußfolgerungen. Reinhold war starr und rief enttüstet. „Dieser elende Wicht! Das hafte ich ihm doch nicht zugetraut! Und dieser kleine Racker von Käthe! Unglaublich! Empörend? Aber was tun? Da muß doch etwas geschehen! So darf das doch nicht weitergehen!" „Das ist's ja eben, weshalb ich zu dir komme!" sagte Nauiv- dorss eifrig. „Natürlich muß etwas geschehen. Aber was? Das ist gerade die Schwierigkeit!" Neinhold dachte nach. „Es ist eine überaus diffizile Angelegenheit", sagte er dann. „Wenn wir den Marquis K. B. zur Rede stellen wollten, so würde er uns einfach auslachen, denn erstens haben wir keine Beweise und zweitens kein Recht, ihm Vorschriften zu machen, da wir in gar keinem positiv»n Verhältnis zu der jungen Dame stehen. Nur Vater, Bruder, Bräutigam oder allenfalls Vetter dürften das tun. Also das geht nicht, Herrn oder Frau von Trontheim warnen, könnte die schlimmsten Folgen für das ganze bisher so schone, ungestörte Familienglück haben. Das ist also auch nichts. Bleiben nur noch zwei Angriffspunkte: Frieda und Käthe selbst. Frieda möchte ich lieber schonen, wenn möglich, auch wurde sie vielleicht bet der kleinen rabiaten Person nicht viel ausrichten, indem im allgemeinen jüngere Schwestern nicht allzu willig die Autorität der älteren anerkennen. Bleibt also nur die nichtsnutzige kleine Hexe Käthe selbst übrig. Auf sie müssen wir einzuwirken suchen. Und weißt du, Gustav, so schlimm die Geschichte aussieht, vielleicht ist doch das herzige kleine Ding nicht ganz so verdorben, wie es den Anschein hat. Vielleicht ist sie nur aus Unerfahrewheit und Uebermut darauf eingegangen." ! Wie immer suchte Reinholds gütiges perz nach mildern.' den Enlschuldigungsgründen. Fortsetzung folgt, Deputation zum Herzog und legte ihm eine Abdankung^' Urkunde vor. Der Herzog zögerte nicht, sie zu unterzeichnen. Wilhelmshafen, 11. Noo. Der Eroßh^rzog von Oldenburg ist aögesctzt. Dresden. 11 Nov. Der Arbeiter- und Soldatenrat von Grcsj-Dresden erläßt einen Aufruf an das Volk, in dem gesagt wird, der König sei seines Thrones entsetzt und die Dynastie Wettin habe aufgehürt zu existieren. ^ürst Heinrich der 27. von Neuß jüngere Linie sprach für sich und sein Haus den Verzicht auf den Thron aus. « In Mainz. Marnz, 9. Nov. Wie in anderen Städten Jal auch hier in Mainz die Vo-köbewegnng Platz gegriffen. Am Freitag abend fanden 4 sozialdemokratische Versammlungen statt. Es sprachen die Abgeordneten Ulnch-Offenbach, Adelung- Mainz und mehrere andere. Die Versammlungen nahmen einen rüstigen Verlauf, drohen Beifall fand die Mitteilung das; der Gouverneur von Mainz seinen Platz für immer verlassen wird. Für Sonntag sind weitere Versammlungen am beraumt. Heute um Mitternacht wurden im Militär- und Provinzialarrellhaus . die Inhaftierten auf Verlangen von Soldaten- und Ziviltrupps freigelassen. Im Laufe des Tages fanden Verhandlungen statt, an denen Offiziere der Oberbürgermeister. Landtagsabgeordnete, Stadtverordnete nnd zwei Soldatenabgeordnete teilnahmen. Es wurde die Bildung eines Wohlfahrtsausschusses beschlossen. Sämtliche militärischen Wachen und Posten ziehen wie bisher auf. Osicnbach, 8. Ncv. Auch in Offenbach bildete sich heute früb. ohne Widerstand zu finden, ein Arbeiter- und Soldatenrat. der die Staatsgewalt übernabm. Bahnhöfe und Postamt wurden durch Truppen besetzt. In der Stadt herrscht vollkommene Nnbe. Die meisten Offiziere hatten sich vor Eintreffen des Soldatenrates ans den Kasernen entfernt. Friedberg. Auch hier bat sich ein Soldatenrat gebildet. Die Bewegung ist in aller Ruhe vor sich gegangen, die Ruhe wnrdo nirgend? gestört und das Straßenbild blieb unverändert. Die Soldaten brachten istr-e Forderungen richtig :or und wählten meist gemäßigte Kameraden in den Rat. Auch in Gießen wurde ein Saldatenrat gebildet. Worms. Auch hier hat sich ein Soldatenrat gebildet. Weitere Arbeiter- und Soldatenräte. Es ist unmöglich, ausführliche Meldungen zu bringen, über alle die Vorgänge, die sich bei der Bildung von Arbeiterund Sol baten raten zugetragen haben. Fast überall trugen sich die Dinge in einheitlicher Weise zu. Aus Berlin ist noch zu melden daß Liebknecht von dem Balkon hetz königlichen Schiosies eine Ansprache hielt, von dem der Kaiser zu Beginn des Krieges an das begeistert« Volk gesprochen hat. Arbeiter- und Soldatenräte wurden weiter gebildet in Augsburg. Wnrrhurg. Köln. Mannheim Karlsruhe, Essen, Düsseldorf. Leipzig, Dresden. Magdeburg, Hannover und anderen Orten. In Hanau kam es -u ernstlichen Ruhestörungen. Nach einem Bericht der „Volksstimme" wurden die Bäckerläden geplündert. » Aufruf au die Fronltrupperr. Der Arbeiter- und Soldatenrat Metz hat folgenden Funk spN'.Ä an alle kämpfenden Truppen gerichtet: In Metz hat sich heute der Arbeiter- und Soldatenrat Zu dem Zwecke gebildet, um Ruhe und Ordnung im Lande aufrecht zu halten und damit Euch zu unterützen. Kameraden? Wir bitten Euch, weiter Ordnung und Sitte pn bewahren und «ruf uns zu i'ertrau.en. Nur die Einigkeit zwischen uns allen kann uns ror dem Schlimmsten bewahren. Vis zum Eintritt des in aller Kürze bevorstehenden Waffen- strllstandcs muß die Front aehalten iverden. Darauf ist von Frankfurt a. M. nachstehender Aufruf ergangen: An die Fronttruppen? Seit letzter Nacht besteht in Frankfurt a. M. eia Arbeiter rmd Soldatenrat, in besten Hand sich die öffentliche Gewalt befindet. Sein Zweck ist, Ordnung und Nuhe in der Stadt zu garan fieren. und zu bekennen, daß Frankfurt bei der großen sozialen UnruHlzung. die sich vollzieht, nicht zurücksteht. Sobald die Negiert, ng in die Hände der sozialdemokratischen Parteien, in Verbindung mit den Arbeiter- und Soldatenräten iibergegangen sein wird, wird sich ihr der Arbeiter- und Soldatenrat unterstellen. Kameraden, angesichts der gewaltigen Entwicklung, die sich im Innern unseres Landes zum künftigen Wöhle des deutschen Volles vollzieht, richten wir an Euch die Bitte, die letzten Tage die uns- nach vom Waffenstillstand trennen, auszuharren, und foic Helm-at zu schütz.>n. Arbeiter- und Soldatenrat rFanksurt a. M. gez. Moser, Reinhardt, i. A. Eng. Jordan. Gegen Len Kolschewismns. Berlin, 10. Nov. (WB.) Die deutschen Gesandten im Kaag uned in Brüste! berichten, daß nach ganz zuverlässigen Rachrichten aus Ententelreifen die Entente mit einen, bolschc- Vistischen Deutschland keinen Frieden schließen würde, weil sie in «einem solchen Staate keine Negierungsgewatt finden würde, öeren Autorität und Dauer genügend verbürgt sein würde. Die lkntente würde sich berufen fühlen, in diesem Falle in Deutsch .fand einzumarfchieren und in Deutschland Ordmmg zu schassen. Berlin, 9. Nov. Wie das Vetner „Jnlelligenzblati" meldet. wurde in Versailles von den Alliierten boschlosten, den Bolschewismus in allen Ländern, wo er ausbr-che, mit den Waffen zu bekämpfen. v Eine Expedition der Entente gegen die Bolschewisten. Bern, 8. Noo. »Die Menschheit", das Organ des Bundes für Menschheitsinteresten, erfährt von russischer Seite, daß eine Expedition der Ententemächte gegen die Bolschewisten in Eroß- rußland auf dem Wege über die Ukraine geplant sei. Von anderer Seite wird dem gleichen Blatte mitgeteilt. Amerika habe Oesterreich-Ungarn wisten lasten, daß die Entente entsprechende Maßregeln ergreife, dem Ausbruch einer bolschewistischen Bewegung in Oesterreich zu verhindern. Ruhe und Ordnung halten! Der Ausruf der neuen deutschen Volksregierung umreißt in schlichten, sachlichen Worten den ganzen Umkreis der feit dem 30. September geleisteten Arbeit und die ganze furcht- bare Größe der gemeinsamen und nur gemeinsam unter Einsetzung aller Dolkskräfte zu leistenden Arbeit. Kein Pathos, kein Cchlagwort, keine Zukunftsmusik hallt aus diesem Aufruf, um so wirkungsvoller und eindringlicher ist daher seine ernste Sprache der furchtlosen Wahrheit. Unser Ziel ist der Friede: die harte Aufgabe der Gegenwart ist zwar auch der Kampf, der diesen Frieden schleunigst herbeiführen soll, aber nur der Kampf, der geführt werden muß. solange der Gegner seine Bereitwilligkeit zur Durchführung der von uns anerkannten, von seinern eigenen Vundesführer Wilson ausgestellten Kriegsund Friedenszielei, noch nickt ausgesprochen hat. Mit glanzvoller Opserwilligkeit und Pflichttreue der bedrohten Heimat gegenüber leistet die Front draußen unerhört Großes; sie wehrt die Greuel des Krieges vom friedlichen Boden des Va. terlandes ab. Mit eisernen Nerven und blutenden Leibern hält sie stand. Da darf das Volk daheim auch nicht die Ner- ven verlieren und der erstlgreiheißenden Arbeit der Volksregierung zur Herbeiführung des Friedens in den Arm fallen und den letzte-, Heide,ikompi draußen lähmen. Augenblicklich, in den Tagen der stärksten militärischen und politischen Spannung. in denen über das Schicksal des ganzen deutschen Vol. kes entschieden wird, in denen der Bestand des Reiches und die geordnete wirtschaftliche Lebensbürgschaft auch für den letzten Arbeiter sichergestcllt werden muß. dürfen nicht impulsive Eingebungen, nicht unsachliche, der Not der Stunde nicht gerecht werdende Erörterungen, nicht verantwortungslose Demonstra. tionen die innere Einheit der Nation gefährden und den Blick für das große Ziel: Deutschlands Zukunft, trüben. Wir alle müsten uns restlos klar werden, daß Deutschlands Zukunft auch unsere eigene Zukunft ist. deren Grundlagen wir jetzt erkämpfen. deren Ausbau nach unseren eigenen Wünschen und unserer erprobten Arbeitskraft und Arbeitsleistung uns selbst Vorbehalten ist. Nur Nuhe und Ordnung im Lande können der Volksregie, rung den geregelten Gang auch des wirtschaftlichen Lebens, der schwierigen Versorgung aller mit allen Bedürfnisien des Leibes und der Nahrung und die Stützung der draußen noch kämpfenden Brüder ermöglichen. Von Ruhe und Ordnung im Lande hängt die Gestaltung der Zukunft ab. Denn worauf lauern jene Kriegstreiber jenseits der Schützengraben, die mit ihren uferlosen Annexions- und Demütigungsabsichten auch jetzt der Beendigung des Krieges entgegenwirken? Cie hoffen auf den inneren Zerfall des Reick)es. der nur ihren Plänen dienlich fein und die wehr, und machtlosen vereinzelten deutschen Drüderstämme zum Epielball und AusLeutungsobjekt der westlichen Eroßstaaten machen würde. Wie es nach dem Zer. fall der Herrlichkeit des alten Reiches jahrhundertelang der Fall war. „Daß Reich muß uns doch bleiben?" Dieser Leitsatz unserer gemeinsamen Zukunft mutz uns als Leitstern all unseres Handelns und Denkens vvrfchweben. Unter diesem Gesichtswinkel müssen, unbeschadet ihrer Bedeutung, alle übrigen Fra. gen und Forderungen zurücktreten. Der Friede und das einige Reich sind unsere gemeinsame, die deutsche Zukunft, der das deutsche Volk trotz allem, gestützt auf die unverglc,chlrck>en Leistungen einer mehr als vierjährigen Kriegszeit, mit Der- trauen und Selbstvertrauen entgegenblicken kann. Aber zerstören wir nicht, wenige Augenblicke vor der De. endigung der Weltkatastrophe, durch eigenes Verschulden, durch unzeitgemäße Nervosität unsere Zukunft, von der für Millionen deutscher Brüder Heimat und Herd, Dasein und Arbeit ab hängt? Dkr im?e Msinmlche Sinnt -Mn Wien, 9. Nc o. Uebcr Laibach sind ln Wien Meldungen eingetrosfen. denen zufolge die Regierung des neuen südslawischen Staates die Mobilmachung angeordnet habe. Sie wen- bd sick gegen Italien und besten Ansprüche auf Istrien und Dalam-atieu. Anschluß Deutsch-Oesterreichs an ' Deutschland. Berlin. 10. Nov. Der deutsch-österreichische Staatsrat hat einstimmig mit begeistertem Beifall beschlossen, der ag, Dienstag zusammentretenden Nationalversammlung den Anschluß Deutsch-Oesterreichs an da§ Deutsche Reich vorzuschlagen. Me lslge an der stM mid die dtnijche KaniMnst. Der Zerfall Oesterreich-Ungarns, der Waffenstillstand zwistben den Ländern der Donau-Monarchie Und der Entente legen die Frage nahe, ob Deutschland —' wenn es sein müßte — weiter durchhalten, weiter kämpfen könnte Für die Beantwortung dieser Frage ist entscheidend der Stand der deutschen Kampfkraft. Ist die deutsche Kampfkraft noch ein achtunggebietender Faktor, mit dein die Feinde rechnen müssen, fordert die Vernichtung der deutschen Kampskraft von den Feinden noch große Ovfer. so ist damit ohne weiteres die Möglichkeit des Durckchaltens. dke Bet* werfung des Gedankens einer schmählichn Kapitulation he- iaht; denn die Abhängigkeit der militärischen Niederringung Deutschlands von weiteren opferreichen Kämpfen wird nicht nur für die FriedenSgeneigtheit unserer Feinde, sondern auch für ihre Waffenstillstand-- und Fciedensbedingungen von wichtigem Einfluß sein. Wie steht es nun um die deutsche Kampfkraft? Soweit die Front als Gradmesser dieser Kampskraft geprüft werden muß. gibt der Verlauf gerade der letzten Kampfe den zuverlässigsten Ausschluß. Wenn Großangriffe wie die der Eng- länder, Franzosen und Amerikaner vonr 23. und 25. Oktober, vom 1. und 4. Nov ein der von unseren Frontstreitkräften in solch glänzender Weise gebrochen werden können, daß der feindliche Ansturm zum größten Teil sogar an unseren vorderen Kampftruppen zerschellt, und der Angriffsstoß dort, wo ein örtliclpr Einbruch gelingt, alsbald in unserer tiesge- gliederten Abwehrzone aufgefangen wird, so beweisen unsere Truppen durch diese Abwehrerfolge von neuem die ungebrochene Widerstandskraft des deutschen Heeres. Nur ein Heer, das trotz seiner Zahlenunterlegenheit an Kampfkraft dem Gegner nicht nachsteht, kann an Material und Menschen so weit überlegenem Feind den Durchbruchs das Zerreißen der Front venvehr^n. Durch den in den letzten Tagen an die Front gebrachten Ersatz von mehreren hunderttausend Mann — vielfach bisher Reklamierte — hat dieselbe eine für die noch bevorstehenden Kämpft nickt zu unterschätzende Stärkung erfahren. In der Heimat haben wir noch genügend Reseiwen. um dauernd den Abgang in der Westfront auszugleichen und auch in einer neuen Süd- und Südostfront unsere Grenzen gegen ein Vordringen der Entente zu verteidigen. An dem Gebirge und dem Winter haben wir starke natürliche Bundesgenossen, sollte rrns die Verteidigung unserer Südgrenzen ausgezwungen werden. Einen Beweis für die ungeschwachte Leistungsfähigst it unserer Kriegsindustrie und die vaterländisch Hingabe der dort tätigen Arbeiterschaft liefert die Tatsache, daß der in den bisherigen schweren Kämpfen entstandene Ausfall an Kriegmaterial völlig wieder ausgeglichen ist. Wir haben überdies genügend Rohstoffe und Vorräte im Lande, um auch ohne jede Zufuhr aus dem Auslande noch längere Zeit den Kampf fortsttzen zu können. Reichstagsnachmahl. Reullettis. 9. Nov. Bei der Reichstagsersatzwahl in Neu- siettin wurde der bisherige Vertreter v. Bonin (kons.j mit 3786 Stimmen wiedergervählt. Riedel (Soz.) erhielt 1282 Stimmen. Letzte Meldungen. Jutsrrrierrmg Kaper Wilhelms. Amsterdam. 10. Noo. Aus zuverlässiger Quelle verlavtet. daß die holländische Regierung die Internierung des Kaisers beschlösse» habe. Der WaffenSMaud irkßeschloljen. Metz. 11. Nov. Die dem Arbeiter- und Soldatenrat unterstehende hiesige Funkfvruchstation hat folgenden Funkfpruch cuf- gefangen: Marschall Foch an die Oberkommarrdiercndev! 1 Die Feindseligkeiten werden an der ganzen Front am 11. November 11 Uhr französischer Zeit eingestellt werden. 2. Die alliierten Truppen werden bis auf weiteres Bef.hl erhalten, die an diesem Tage und zu dieser Stunde erreichten Linien nicht zu überschreiten. Marschall Fcch. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r f ch e l. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e v n e r, F riedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung* A G.. Friedberg i, H Todes-An,eige. Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung, daß heute morgen nach kurzer Krankheit mein lieber Mann, unser guter Vater, Großvate» Schwiegervater, Bruder und Onkel Heinrich Peter MM nicht lange nach dem erst kürzlich erfolgten Heldentode seines jüngsten Sohnes Heinrich im Alter von 73 Jahren sanft entschlafen ist. Slanrmheirn, den 10. November 1913. In tiefem Schmerz: Die.Hinterbliebenen: Fron Marie Weickett Johannes Heinrich rtSeickert Anna Weickeet geb. Zlentzel Marrin Dollbrecht Wrickert Erniite Wcilkcrt geb. Scherck EUfe Rsn geb. Weickrrl tronrad Rau und fünf Enkelkinder. Beerdigung findet Mitwoch 2 Uhr nachmittags statt. Hessischer Kandtag. , ^ Zweite Kammer 70. Sitzung. DormstaLt, 8. Rcv. Nach den Berakungen des Sonderausschusses cröffnete Präsident Köhler um VA Uhr die Sitzung, die dasselbe Bild wie an den Vortagen zeigt. Das Haus tritt Weit in die Beratung der Anträge Reh-Henrich-Ulrich ein. Abg. Stephan verbreitet sich als Berichterstatter des Derfassungsausschusses über die vorliegenden Anträge. Rach längerer Verhandlung habe der Ausschutz einstimmig folgende Beschlüsse gefaßt, die er zur Annahme empfehle: Ausschußanträge. Der Ausschuß beantragte Die Kammer stellt für die als notwendig erkannten Aenderungen der verfassungs- und ver- u. allungsrechtlichen Gesetzesbestimmungen folgende Grundsätze auf: 1. UeLereinstimmende Beschlüsse beider Kammern über Negrerungsvorlage haben Gesetzeskraft. Versagt die Erste Kammer einem Beschlüsse der Zweiten Kammer ihre Zustimmung. sc ist dies ohne Einflutz. wenn die Zweite Kammer mit Zweidrittel-Mehrheit, bei der Beratung des Hauptvoran- s'hlags mit einfacher Mehrheit, ihren Beschluß aufrecht erhält. 2. Durchgreifende Reform der Ersten Kammer. Wahl der Vertreter. Stärkere Vertretung von Handel. Industrie und Handwerk. Vertretung des Großgrundbesitzes, der Bauern und Arbeiter, der staatlichen, kommunalen und Privatbeamten und sonstiger für das Wirtsckafts- und Geistesgeben bedeutsamen Berufe auf Grund von Berufswahlen. Beseitigung der Berufungen und der Geburtsvorrechte 3. Ernennung der Minister auf Vorschlag der Zweiten Kammer. 4. Revision des Gesetzes von 1858 über die Rechtsverhält- riffe der Standesberrn. 5. Verbot der Neuschaffungen von Familien-Fideikommis- sen. Zulasiung der Erweiterung bestehender Familien-Fidei- lrinmisse nur mit landständischer Genehmigung. Möglichkeit der Teilenteignung von bestehenden Famslien-Fideikommissen. 6. Prüfung der Frage des Ilebergrngs des Familieneigentums des Eroßh. Hauses in das Eigentum des Staates. Steuer- uud Abgabesreiheit der Grosh. Familie wird aufgehoben. 7. Wahlberechtigt ist jeder Hesie, der 25 Jahre alt ist. oder Kriegsteilnehmer gewesen ist und an der Front gestanden hat und volljährig ist. die hessische Staatsangehörigkeit besitzt, zur Zeit der Wahl drei Monate in Hessen seinen Wohnsitz hat. Nichtzahlung der Steuern und Armenunterstützung hindert nicht die Wahlberechtigung. Beseitigung des Pluralwahlrechts. 8. Verhältniswahl in den einzelnen Provinzen. Wahlpflicht. Conntagswahl von 12 Uhr mittags bis 8 Uhr abends. 9. Die Zweite Kammer wird bei jeder Neuwahl gang erneuert. Voraussetzung dafür ist eine Wahldauer von 5 Jahren. 10. Das Wahlrecht der Frauen zu Gemeinde- usw.-Vertre- tr.ngen kann in Gemeinden über 10 000 Einwohner auf Be- Muß der Gemeinde- ufw.-Vertretungen eingeführt werden Frauen sind zu Deputationen und Komnlissionen usw. ln allen Kommunalverwaltunaen wählbar. 11. Aufhebung der Kulturkampf- und Ordensgesetze. 12. Sinngemäße Anwendung des Landtagswahlrechts auf die Wahlen zu Gemeinde-. Kreis- und Provinzialvertretungen. 13. Schaffung eines Landesarbeits- und Wirtschaftsamtes zur Regelung sämtlicher Arbeiter-, wirtschaftlicher und sozialpolitischer Fragen. 14. Schaffung eines Ernährungsamtes, dem alle Ernährungsfragen unterstellt sind. Der Ausschuß richtet