U,immer L62 Eilisslpreis d,- Lm?r Donnerstag, den 7. November 1918 11 . Inhryang^ Die J ene Enaesrritrrng" nldjeint ,edev Wertlai. Regetmaßlge Beilagen ,.Der Sauer aus Hessen". ..Die Spirmüube". Se?«gspreis: Bei den Po stau statten merlestährlich Akk. 2.76 hinzu tritt noch bas Bestellgeld: >'e' de'- Renten monatlich 1.00 Mt. einschließlich Trägerlobn. An?eigeu: Grunkneile 25 Psg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswäns melden durch BoitnachnahMO erhoben. Erfüllunason -^riedbera. Hchriftleitunq und Uertaq ^riedberq fressen!, ^anauertraye 12. Fern'vrecher 48. Boitj tzeck-Lonto Ne. 1339. Umk Frankfurt a. M. Kor dem Mlistenstillstnttd. Wiljons Antwort, die Cntente }\t MaffenstiUstandsvcrlwndlnngen bereit. — Die deutsche Abordnung bereits unterwegs. — Ueno heftige Angriffe bei Dalenrienncs. Ein Anstnt -cs Rkiihsiriinjlkrg. Berlin, 6. Nov. (WB. Amtlich.) Der Reichskanzler erläßt folgenden Anfntf an das deutsche Volk: „Präsident Wilion hat heutff auf die deutsche Note geantwortet und mitgeteilt, daß seine Verbündeten den 14 Punkwn. in denen er seine Friedensbedingungen im Januar ds. Js. Zusammengefaßt hatte, mit Ausnahme der Freiheit der Meere zugestimmt haben, und daß die Waffen- j stillstandsbedingnnaen dmch Marschall Fach mitgeteilt werden. Damit ist die Voraussetzung für die Friedensund Waffenstillstandsvsrhandlungen gleichzeitig geschaffen. Ilm dem Blutvergießen ein Ende zu machen, ist die deutsche Abordnung zum Abschluß des Waffenstillstandes und zur Aufnahme der Friedensverhandlungen heute ernannt worden und nach dein Westen abgereist. Die Verhandlungen werden durch Unruhen und disziplinloses Verfahren in ihrem erfolgreichen Verlauf ernstlich gefährdet. lieber vier Jahre hat das deutsche Volk in Einigkeit und Riche die schwersten Leiden und Opfer des Krieges getragen Wenn in der entscheidenden Stunde, in der nur die unbedingte Einigkeit des ganzen deutschen Volkes die großen Gefahren für seine Zukunft abwenden kann, die inneren Kräfte versagen, so sind die Folgen nicht abzusehen Die Anfreck'terhaltung der bisherigen bewährten Ordnung in freiwilliger Manneszucht ist in dreier Entscheidungsstunde die unerläßliche Forderung, die jede Volksregierung stellen muß. Mag feden Staatsbürger sich der hohen Verantwortung bewußt sein, die er in Erfüllung dieser Pflicht seinem Volke gegenüber tragt. Der Reichskanzler- Max, Prinz von Baden. Der deutsche Gencralstab meldet: W. p. Trotzes Hinrplqrrartier. den November Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Infanteriekämpfe in der Schelde-Niederung. Auf dem Schlarhtfelde zwischen der Schelde und der Oise haben wir uns vom Gegner aboeletzt. Der Feind, der gestern noch stärkstem Artiller'.efeuer seine Angriffe wieder anfnehmen wellte, stieß auf geräumte Stellungen. Vei feinem weiteren Vorgehen wurde er durch unsere Nachhuten in Einzelkämpfe verwickelt, die im Walde ron Mormal und südöstlich von Lcmdrecies größeren Umfang annahmen. Der Feind stand am Abend westlich von Bavai. am Ostrande des Waldes von Mormal, östlich von Landrecies und östlich von Guise Auch Zwischen der Oise n.nd der Maas haben wir größere Bewegungen durckgcsührt. Der Gegner ist im Laufe des Tages gefolgt und hat westlich der Aisne die allgemeine Linie Marle—Dizy le Gros Ecly erreicht. Oestlich der Aitzne stehen wir ihm nördlich von Le EheZns und westlich ron Beanmont in Eissechtsfithlung. Stärkere Angriffe des Feindes bei Beaumont und Lctaune wurden gewiesen. Südlich von Dun stieß der Ameritaner. unter heftigem Feuerschutz über die Maas und drang in die Waldungen auf den östlichen Maashöhen zwischen Milly und Bilognes ein. Das sächsische Jägerregiment Nr. 7 warf den in der Mitte der Kampffront auf FoÄainrs vordringenden Feind zurück und nahm den Epinoywald wieder. Die Kämosc fanden aus dem Kamm der östlichen Maashöhen ihren Abschluß. Auf dem Ostufer der Maas schlugen brandenburgische und sächsische Regimenter erneute Angriffe der Amerikaner auf den Höhen östlich von Sivry und in dem Walde von Etraye ab. • MI Wir schossen am 4. 11. 45 feindliche Flugzeuge ab. Oberleutnant Bolle und Leutnant Koennecke errangen ihren 35. Luftfieg, Dee Erste Leneralquartienneister: GrSner. Abendbrricht. Berlin, 6. Nov.. abends. (WB. Amtlich.^ Heftige Angriffe nordöstlich von Valenciennes, bei Bavai und bei Aulnov an der Sambre konnten die Durchführung der zwi^en Selve und Oise eingeleiteten Bewegungen nicht hindern. Von der Oise bis zur Maas keine größeren Kämpfe. Auf dem Ostufer der Maas erneute Angriffe der Amerikaner. Oestlich Tun konnten sie etwas Boden gewinnen, im übrigen sind sie gescheitert. pr Aiümrt Misos. Berlin, 6. Nov. (WV. Amtlich.) Die durch Funlspruch hier eingetroffene Note der Vereinigten Staaten vom 5. 11. 1918 lautet in der Übersetzung'. In meiner Note vom 23. Oktober 1918 habe ich Ihnen mit- geteilt, daß der Präsident seinen Notenwechsel den mit den Vereinigten Staaten verbundenen Regierungen übermittelt hat mit dem Anheimstellen. falls diese Negierungen geneigt sind, den Frieden zu den angegebenen Bedingungen und Grundsätzen herbeizuführen, ihre militärischen Ratgeber und die der Vereinigten Staaten zu ersuchen, den gegen Deutschland verbundenen Negierungen die nötigen Bedinaungen eines Waffenstillstandes zu unterbreiten, der die Interessen der beteiligten Völker in vollem Maße wahrt und den verbundenen Regierungen die unbeschränkte Macht sichert, die Einzelheiten des von der deutschen Regierung angenommenen Friedens zu gewährleisten und zu erzwingen. wofern ste einen Waffenstillstand vom militärischen Standpunkt für möglich halten. Der Präsident hat fetzt ein Memorandum der alliierten Negierungen mit Bemerkungen über diesen Notenwechsel erhallen, das folgendermaßen lautet: Die alliierten Negierungen haben den Notenwechsel zwischen dem Präsidenten der Vereinigten Staaten und der deutschen Regierung sorgfältig in Erwägung gezogen. Mit den folgenden Einschränkungen erklären sie ihre Bereitschaft zum Friedensfchluß mit der deutschen Neaie- rung auf Grund der Friedensbedingungen. die in der Ansprache des Präsidenten an den Kongreß vom 8. 1. 1913, sowie der Grundsätze, die in seinen späteren Ansprachen nieder- geleat sind. Sie müssen iedoch darauf Hinweisen, daß der gewöhnlich sogenannte Begriff der Freiheit der Meere verschiedene Auslegungen (Bedingungen?) einsckließt. von denen sie einige nickt annebmen können. Sie müssen sich deshalb über diesen Gegenstand beim Eintritt in die Friedenskonferenz volle Freibeit Vorbehalten. Ferner hat der Präsident in den in seiner Ansprache an den Kongreß vom 8, Januar 1918 niedergelegten Friedensbedingungen erklärt, daß die besetzen Gebiete nicht nur geräumt und befreit, sondern auch wiederhergestellt werden nuissen. Die alliierten Negierungen sind der Ansicht. daß über den Sinn dieser Bedingung kein Zweifel bestehen darf. Sie verstehen darunter, daß Deutschland für allen durch seine Angriffe zu Lande, zu Wasser und in der Lust der Zivilbevölkerung der Alliierten und ihrem Eigentum zugesügten Schaden Ersah leisten soll. Der Präsident hat mich mit der Mitteilung beauftragt, daß er mit der im letzten Teile des angeführten Memorandums enthaltenen Auslegung einverstanden ist. Der Präsident hat mich seiner beauftragt. Sie zu ersuchen, der deutschen Regierung mit- zuteilcn, daß Marschall F o ch von der Regierung der Vereinigten Staaten und den alliierten Regierungen ermächtigt worden ist. gehörig beglaubigte Vertreter ( 9 ) der deutschen Regierung zu empfangen und sie von. den W.affenstillstandsbedingungen in Kenntnis 5» setzen. (Bemerkung: Amtlich ist die Rote noch nicht eingegangen). m London, 5. Noo. (WV) Reter. Unterhaus. Lloyd George kündigte an. daß die Alliierten den Präsidenten Wilson ersucht hätten, die deutsche Regierung zu benachrichtigen, wenn sie die Wafsenstillstandsbedingungen zu erfahren wünschten, denen die Alliierten zustimmlen. so sollten sie lick in der üblichen Weise an Fach wenden. (Lauter Beifall.)^ Die deutsche Abordnnnst imterrveg«. Berlin, 6. Nov. (WB. Amtlich.) Die deutsche $6o?k nung zum Abschlüsse eines Waffenstillstandes und zur Auf nähme von Friedensoerhandlungen ist heute nachmittag vos Berlin nach dem Westen abgereist. Die iJnrniiw in Kie! und fwn&titfl. Berlin, 6. Nov. (WB) Heber die Lage in Kiel erführen wir von zuständiger Stelle folgendes: Der militärische Scstutz der Ostsee durch die Marine ist lückenlos hergestellt Alle auslaufenden Kriegsschiffe fübren die Kriegäsln^gt' Die Bewegung unter den Matrosen und Arbeitern ist in rußigere Bahnen zurückgekebrt. Die Mannschaften der Marine bemühen sich Ordnungswidriakeiten ent- oegenzntreten. Es folgt allmählich.allgemeine Abgabe der Waffen. Privatbäuser und (Geschäfte blieben ebenso wie Lazarette und Krankenhäuser unbehelligt. Die Banken sind käst alle in Betrieb. Tie Verpflegung in den Kasernen imd auf den Schicen wird in der bisher gewohnten Weile d,,;>st- geführt. Die Lebensmitss'st'erlargung d^r Fwilbsnö'f",-u-."z ist bisher nicht gestört. Dw Betriebe sind noch im Ausstand. Die Bevölkerung ist rußig. Berlin, 6. Nov. (WB.) In Hamburg lind die Betriebe ausständig. Es ist zu Disziplinlosigkeiten und aawaltlanwn llehergrilfen gekommen. Gleiches wird aus o,',^eck gen7"ldet. Abaeieben von Ausschreitungen in einigen Werken ist Pnvat- ligentun' nickt he»'chidiat rder angetastet worden. Die Bevölkerung ist nicht gefährdet (Pin in WMgp. Düsseldorf, 6 Nov. Die Düsseldorfer Polizei bat gestern in der Graf Adolfstraße 12 ein Bolschewistenn^st ousge. hoben. Dort hatte ein gewisser R IAvanow seit einiger ^eir nenn Räume angeblich fitr eine Niaderlassnna dw russischen Telegravbengg-ntur eingerichtet. In Wirklichkeit bat sich heraiwg^stellt doß dieses Bureau feine andere Aufgabe statte, als Werbearbeit für den gewaltsamen Umsturz zu betreiben, und die Düsseldorfer Arbeiter zur Einrichtung dieser .^"rr- stbcist gus^uwieaeln. Die zahlreichen basschewistiscsten Flugblätter die in den letztm T igen und Wochen in den Fabriken in Düsseldorf und der weiteren Umgebung verbreitet werden sind, batten ihren '.Irspruna in dem aufgelösten Bureau. Die Polizei bat drei Veesonen lestaenommen. neben Iwanow eine Frau Ross Wolsstein und außerdem nach» eine Persöw lichkeit, die sich weigert, ihren Namen anzugeben. Ans der Nklrk'ß-nn-'nrnchkn ßMürs'nn'st. Ein Wiener Protest. Wien, 5. Nov. (WV.) Amtlich wird verlautbart: Im Punkte 1 der zwisHen dem Armeeoberkommando und der stalie-, urschen Heeresleitung abgeschlossenen Waffenstillstandebe-ing.- ungen wurde die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten zu Laude, zu Wasser und in der Lust vorgesehen. Am 3. 11. 3 Uhr früh wurde an die Armee der Befehl zur Einstellung der Feindseligkeiten gegeben. Acht Stunden später erfuhr das Oberkommando, daß die italienische Heeresleitung ausdrücklich festgesetzt habe die Feindseligkeiten erst 21 Stunden nach Unter» Zeichnung einzustellen. Das Armeeoberkommando legte gegen diese plötzliche Acnderung der bereits Unterzeichneten Bedingun« gen Verwahrung ein und weist auf die technische Unmöglichkeit hin, den dem eigenen Heere bereits erteilten Waffenstillstands- befehl zurückzunehmen und verlangte die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten. Die italienische Heeresleitung zeigte sich aber nicht geneigt, den durchaus berechtigten Wünschen des'Ar- meeoberkominandos zu willfahren. Die italienischen Truppen nützten vielmehr die Unklarheit der Lage aus, um noch „militärische" Erfolge zu erringen. Sv fuhren im engen Zillertal unfern dicht aufgeschlossenen Kolonnen plötzlich italienische Pan- zerautos mit Maschinengewehren und Geschützen vor, machte« schließlich Halt und erklärten die überholten Gruppen — mehrere Divisionen — als gefangen. Auf Widerstand waren sie nicht gestoßen, da unsere Leute die Feindseligkeiten bereits eingestellt hatten Das Armeeoberkommando protestierte gegen dieses Vorgehen nochmals und forderte die Freilassung aller auf so gewaltsame Weise gefangen, genommenen Leute. Eine Antwort noch nickt elnaetrosse» Italiener in Bozen. §. Ns». Aus Bozen melden die Blätter: Die ersten italienischen Ofsizierspatrouillen sind hier in Kraftwagen von Trient eingetrosfen. In Bozen. Trieft und Meran herrscht eine ruhige, aber gedrückte Stimmung. Kromarsch in Prag. Üüifti. C. Nov. (MB.) Die „Nrue Freie Preffe" meldet aus Prag: Kramarsch ist gestern abend mit den übrigen tschechischen ? elegierten aus der Schweiz hier eingetroFen. In den Straßen der Stadt wurde er von einer riesigen Menschenmenge stürmisch begrüßt. Vom Balkon des Bahnhofsgebäudes hielt Kramarsch eine Anirrache, in der er sagte, in der Schweiz seien alle Forderungen erfüllt Heute könne er nur sagen, daß keine Macht der Well mehr imstande sei. dem tschechischen Volke das au? der Hand zu nehmen, was es besitzt. Die Rede klang in den Ruf au?: ..Ts lebe die tschechc-siowakische Republik!" Nach einer Fahrt durch dir festlich geschmückte Sradt hielten Kramarsch uns andere Delegierte ans dem W^nzelplatz neuerlich Ansprachen. Spät abends l«.'chk'.ten ste im Nationalausfchuß «über die Ergebnisse der Schweizer Resie schätzt. Es wurde dis Entsendung von Polizeimannschaften nach ! den gefährdeten Ortschaften verfügt. Der ungarische Rationalrat hot ln letzter Zeit verschiedene Ausrufe erlaßen, in dem er vor Bolschewismus und Plünderungen warnt. Die vorstehende Meldung gibt den Grund für diese Warnungen. Zielm iißcmithjilhe llikger bfi Mntkn grlnnbft München, 5. Nov. (WB.) Sieben österreichische Flieger die sich verflogen hatten, sind in der Nähe Münchens notgelandet. da infolge des dunstigen Wettns die Hoheitsabzeichen nicht einwandfrei festgestellt werden konnten und eigene Flieger auf diesem Flngwege nicht gemeldet waren, mußte alarmiert werden Sßiufre Regimuigglmst in Bern. 2 Nov. Zur parlamentarischen Lage in Spanien meldet der „Times"-Dienst des ..Torriere della Sera". Spanien stehe vor einer tief umwälzenden politischen Krise. Der Cturr der Regierung sei eine Frage von Tagen. Als einziger Ausweg —-— j 'ür die Monarchie erscheine die Bildung eines Ultrademokra- Unaarn tlidlt im fir'mt mif IVllffrflfrtlrtt“ r U]d} ™ ^^inetis. wahrscheinlich unter Romanones. das gleich «llljz JIU Jallijr Ulli J'filliSjlUlb . j fei Regierungsantritt wichtige Verfassungsänderungen beantragen werde. Es sieht so aus. als ob England diese Regierungskrise wünscht und vorbereiten bil't. Englische Zeitungsmeldungen kündigen oft. kommende Entwicklungen an. bei denen die Ränkeschmiede an der Themse ihre Hände im Spie! haben 5. Deshalb erhebt er schärfsten Einspruch dagegen, daß der' Ruf nach Abschaffung der Monarchie erhoben wird, weil der Verzicht auf die Monarchie Zersetzung und Auflösung unseres Staatslebens befürchten läßt Gin Mahnwort. 1) Budapest, 3. Nov. Der Vudapester deutsche Generalkonsul Graf Fürstenberg-Stamrnheim ist heute vormittag beim Nationalrat erschienen, um den Schutz des Rats für die Reichsdeutschen \n Budapest zu erbitten. Graf Fürstenberg-Stammheim betonte er wolle alle erforderlichen Maßregeln zur Aufrechterhaltuna ?er Verbindung zwischen Deutschland und Ungarn ergreifen, damit auch der Handelsverkehr ungestört vonstatten gehen und Ungarn all jene Artikel, die auch bis jetzt aus Deutschland ein- geführt wurden. erhalten könne. Der Rationalrat zog sich zu einer kurzen Beratung zurück und betraute sodann Herrn Dr. ^ulius fvoJbot damit, den Mitgliedern der reichsdeutschen Kolonie mitzuleilen. daß der Rationalrat, treu der traditionellen 'Gastfreundschaft der ungarischen Nation, dre Deutschen, die ja rlle seit längerer Zeit in unserem Kreise lebten, gerade so chützen wolle, nne die Untertanen der anderen fremden Staaten. Der Nationalrat betrachte sich nicht als in feindseligem Zustande mit dem Deutschen Reiche befindlich und hoffe, daß J« Volker und Nationen nunmehr gegenseitig den Weg zu ihrem Herzen finden werden. Was hier in Ungarn jetzt geschehe, sei nichts anderes als der Krieg gegen dem Krieg. Die deutsche Kolonie versammelte sich heute nachmittag im 2okal des Vereins der Reichsdeutschen und nahm die von Dr. Kaldor überdrachte Botschaft des Nationalrates mit großer Freude entgegen. Der Vorsitzende des Vereins. Lehrer Schmidt, bat Dr. Kaldor, dem Nattonalrat den Dank der Vudapefte, Reichsdeutschen überbringen zu wollen. Dre Reichsdeutschen vertrauten auch weiterhin der Nation. P t t AllckWr für NoiksMiMuns. Strasburg, 3. Nov. Eine aus allen Teilen des Landes stark besuchte Versammlung von Altelsäffern verschiedenster Parteirichtung und Berufsständen im Sänger-Haus in Straßburg gab folgende Erklärung ab: 1. Sie spricht ihr Bedauern aus. daß die Fraktion der Zweiten Kammer des Landtages in dem jetzigen Augenblick, welcher über die Geschicke unserer Heimat entscheidet, durch ihr passives Verhalten sich dem Gebot der Stunde entzieht. 2. Sie erhebt unter Beziehung auf die Grundsätze, die kn den Botschaften des Präsidenten Wilson, insbesondere in der Botschaft vom 8. Januar d. I. niedergelegt find. Anspruch auf das Recht der Selbstbestimmung für das elsaß-lothringische Volk und fordert demgemäß, daß das Schicksal von Elsaß-Lothringen nur durch eine Volksabstimmung der Elsaß-Lothringer entschieden werde Ein in dem Sinne des 2. Punktes gehaltenes Telegramm wurde an Präsident Wilson gesandt. Plünderungen in Ungarn. Dudapep, 2. Nov. „Pester Lloyd" meldet aus KecZkement: Hier kam cs gestern nach friedlichen Kundgebungen zu größeren Ausschreitungen des Pöbels, der zu rauben und zu plündern begann. Abends erschien eine größere Menge vor dem Gefängnis und forderte den Staatsanwalt auf, die Sträflinge freizu- geben. Dasich in dem Gefängnis nur gewöhnliche Verbrecher befinden, lehnte der Staatsanwalt ab. Darauf^wurden mehrere Revclvcnchüfse abgefeuert. Der Staatsanwalt brach tot zusammen IM Laufe der Nacht gelang es, einigermaßen Ruhe zu schaffen. Hierauf wurde festgcstellt. daß die Menge Häuser geplündert und angezündet hatte. Auch in zwei benachbarten Gemeinden kamen Plünderungen und Raubanfälle vor. Der Ober- gcspan des Pester Komitats erhielt die Meldung, daß in Aler- tiirsa, Nagekata und Veresgyhaza der Pöbel raubt und brand- HerZeuskampfe. ^ Roman von Hel ene Schütky. geb. von Gersdorff. (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.) ^ Nachdruck verboten. u "Doch, Papa, es schloffen sich manchmal nähere Bekannte an", antwortete sie daher. „Ein junger Offizier, den Onkel und Tante sehr gern haben und der überhaupt überall sehr beliebt ist, war fast immer dabei." „Und wie heißt dieser edle Jüngling?", spöttelte der Alte. „Leutnant Reinhold von Germshoff. Papa." Eine dunkle Zornesglut schoß dem Eeheimrat in den Kopf. Also wirklich? Das war derselbe Name, den der Marquis genannt hatte. Aber noch bezwang er sich. „Der Name klingt mir bekannt", brachte er mit mühsamer Selbstbeherrschung hervor. „Das kann schon sein" antwortete Hilde, „er stammt aus einer alten, vornehmen, aber verarmten Familie, seit Jahrhunderten sind viele seines Namens in hohen Stellungen in der Armee oder im Zivildienst, auch leben sie auf ihren Gütern, nur dieser Zweig der Familie ist vermögenslos" „Und nun möchte der junge Herr diesem Mangel wohl durch eine reiche Heirat wieder abhelfen?" forschte der Geheimrat werter „Ach. bewahre", sagte Hilde, erschrocken über die Wendung die das Ec>?7äch gencmmen hatte, „daran d-ntt er nicht im ent-’ ferntesten." , "bo> so. das ist sehr gut, wenn er nicht daran denkt, denn ’p.che Absichten haben manchmal ihr? Schwierigkeiten", sprach Her Geheimrat sarkastisch. „Bei mir y B. käme er schlecht an. \* S einfallen, auf dein? Hand zu spekulieren. Dazu lc 9. rtuf 't da, um einem windigen Leutnant seine Firiänzen mit memem Vermögen wieder ?n Ordnung zu bringen. Es ist also sehr günstig für ihn. daß er nicht im entferntesten daran denkt, wie du eben versichert hast." Hilde war trdenblaß geworden. Nun war doch geschehen was gerade vermieden -Eden sollte. Ehe ihr Vater Reinhold noch gesehen und angehort hatte, war er schon gegen ihn einge- Wk Klllldßkhgng ins AnglistiMSSkMüS. Der Vorstand des Augustinusvereins für die katholische Presse Deutschlands veröffentlicht folgende Richtlinien: 1. Er begrüßt die Umbrldung unseres Verfaffungslebens auf demokratischer Grundlage unter weitgehender verantwortlicher Heranziehung der Volksvertreter zur Negierung. 2. Er verlangt im vaterländischen Interesse die Erhaltung des Deutschen Reiches als Bundesstaat auf verfaffungsmäßiger Grundlage. 3. Tr wünscht die Erhaltung der Monarchie und die Umbildung des deutschen Kaisertums zu einem wahren sozialen Volkskaisertum, das allen Volksschichten Gerechtigkeit widerfahren und wahre Parität walten laßt. 4. Er wünscht aber bei allem Entgegenkommen an berechtigte demokratische Forderungen. daß die Grenzlinien nicht verwischt werden, die uns von einer wider christlichen anarchistischen Demokratie trennen. nommen. Man bätte säst meinen können, er habe etwas davon gewußt und habe das Gespräch absichtlich so gelenkr, um ihr von vornherein alle Hoffnung zu nehmen. Aber das war doch fast undenkbar. Wie hatte das zugeh-n sollen? Mas aber sollte sie darauf erwidern? Jedes Wort der Verteidigung könnte seinen Groll steigern,' schmieg sie aber, so mußte er denken, sie gäbe ihm Recht. „Lieber Vater", sagte sie endlich so sanft und ruhig sie es vermochte, „hältst du cs für ganz ausgeschlossen, daß mich jemand um meiner selbst willen lieb haben könnte?" Der Geheimrat lachte grell und höhnisch auf. „Also steht es wirklich so, du einfältiges Ding! Der schlaue Mousje Leutnant hot dir weisgemacht, dich wahnstnnia au lieben und du bist richtig darauf reingefallen! Für so Dumm hätte ich dich doch nicht gehalten?" Eine heiße Empörung wallte in Hilde auf. So durfte man von ihm, dem edelsten, uneigennützigsten Menschen auf der Welt reden? Ihn so beschimpfen, ohne ihn zu kennen? Aber sie hatte nochmals die Besinnung, sich zu beherrschen, um nicht.alles zu verderben. Auch wußte sie ja, wie schlecht ihr Vater von allen Menschen dachte, — warum sollte er mit Neinhold eine Ausnahme machen? „Papa", sagte sie, mit Anstrengung die hervorquellenden Tränen unterdvrickend, „glaube mir, du tust Herrn von Germs- hoff Unrecht. Er ist absolut kein berechnender Charakter, sondern ein guter, rechtlicher Mensch. Er hat mich wochenlang gar nicht angewhen, erst nach und rrach sind wir bekannter geworden. „Und", fetzte sie mit dem Versuch, zu scherzen und ihm etwas Angenehmes zu sagen, hinzu, „so ganz einfältig kann ich doch nicht sein, bin ich doch deine Tochter und habe doch wohl als solche ein ganz klein wenig von deinem Scharfsinn geerbt" „Ach, was habt ihr Frauenzimmer denn überhaupt für Verstand?" erwiderte der Vater wegwerfend. „In dem kleinen Spatzengehirn ist ja gar kein Platz für wirkliches Denken. Und erst gar in Liebesangelegenheiten! Da trocknet der spärliche Vorrat vollends ein und es bleibt nur noch der Helle Blödsinn Übrig. Ein verliebtes Frauenzimmer! Pah! Etwas Alberneres gibt e§ Mr nicht!" Erzbischof Faulhaber von München hat zum Allerheiligen- tag von der Kanzel das gute Wort verlesen lasten: „Es ist jetzt nicht Zeit, ... sich gegenseitig in blinden Zorn hineinzureden .... Sonst ist das Blut der vielen Toten umsonst geflossen. So bitte ich euch im Namen unserer lieben Toten: Haltet das Erbe oer Toten heilig! Versucht nicht umzustürzen, was sie mit ihrem Herzblut retten und erhalten wollten! Seid Geist von ihrem Geist! Habt Vertrauen und ertragt die schwere Zeit er- geben in Gottes Willen, gerüstet mit Lottes Kraft, getröstet nnt dem Ausblicke auf Gottes Namen. Gott hat in der Welt- Leschlchte oftmals einen zugedachten Fluch in Segen verwandt" Graf Schwerin-Lowich. Die „Deutsche Tageszeitung" widmet dem verstorbenen Präsidenten des preußischen Landtags k., 107 Fahrgasse 107 Ecke Tocgesgasse. Eine liichligk LDchcr such t sofort oder später Stellung als — t. Offerten an Schwester Käts Medert, Wiefeck b. Gieken. Wiedersehen war seine und unsere Hoffnung. Pflichtgetreu bis in den Tods Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß licher Sohn, Bruder und Enkel heißgeliebter herzensguter unvergek Leib-Earde-Jnfanterie-Negiment 115. LeiL-Kompa^nie. I. Bataillon, Inhaber des Eisernen Kreuzes 3. Klasse nach über zweijähriger treuer Pflichterfüllung am 23. Oktober 1918 im blühenden Alter Westen sllr's Vaterland gefallen ist. von 21 Jahren im Heuchelheim i. d. Welterau, den 7. November 1918 2n tiefem Schmerz: Otto Weih und Frau Lina ges. Sioll Robert Weih Wilhelm StoLL und Frau. Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, dah mein lieder guter Gatte, urher herzensguter hoffnungsvoller Sohn und Bruder Schwiegersohn und Schwager Reservist Albert Roth bei einem Feid-Arlillcrie-RegimenL nach 51 monatlicher treuer Pflichterfüllung, nachdem er 14 Tage auf Urlaub war, nach 7 tägigem Krankenlager in einem Feldlazarett im blühenden Aller vor» 29 Fahlen gestorben ist. WeckeSheim, Melbach, den 6 . November 1918 . In tiefem Schmerz: Liner Roth geb. Mörschel Karl Roth und Frau Elise Roth Heinrich Roth, z. Zt. im Felde fyamüic Heinrich Mörschel nebst Schwager u. Schwägerin. I I Ockonomiesrut in Kiederba^.m, ->ft Minuten von Station 359 pr. Morgen groß, prima Ackerland, teste Wie en, schlagbarer Wald, Wohnhaus Simmern, Küche rc.. tadello,es Oekonomiegebäude eyr reich!, leb und ist. Inventar, ausnahmsweise einae- ,re ener Verhalimsse halber billia zu verkaufen. Selbst- aufer erhalten unter Nr. 4872 Aufs^lufi durch * »■äitprn«In)3iuls(r«l6on Lorenz Thoma & Cs.. (5. m . b. s.. München, Herzog Wilheimstratze 28. Betr. L-ruvel uug stoffen. Äekanntmachmm Weitzkraut um Ein^chneiden, per Zdnlner II WU lommt vcn Freitag ab zum Vertäust ist wieder eingetroffen und Gemüsehandlung Großhaus, Koiskrjfr. 32 Gemüsehandlung Holler, gaifrrpr. no. Bezugnehmend auf meine Ve- kannimachun-r vom 3>>. Sepiember ds. Js find bercch.i 't Brenn »offe gegen Vor'eigun.g der Kohteiiaus- weislarte -u beziehen: Bezirk II. vir. 3 l bis 410. je 3 Zentner Kohlen bei Kohlen. Handlung David Krämer, Ha- nauerstratze. Bezirk n. Nr. 411 bis 480 je 3 Zentner Kohlen lei Kohlen- Handlung Gustav Schwär; & Böhne G. in. b. H./ Fauer- barlierstraste. Ich mache hiermit nochmals dar.iui au me klam.dastdiei'steyn- 'toqmenaen innerhalb 3 Tu cn bei den Händlern abaeholt o^er aboerufen sein müssen. Nach diesem Termin nicht nbncrolte Brenniloffmengen verfallen u Gunsten anderer Haushaltungen. Frredberg, 6. November l918. Der Büraermeäster. 2. V.: Da mm. Ziehüftg 13 . und 20 . Hoeemher r 8. UeoHinger - Munster 1 Held-Lotterie 165 CGO Löss 62 S 9 fieidgew. — Kk. 15504 »© 6000 « 20000 : I4|©0® Bar ohne Abzug. '""""«4M-, SU Hüc3U! bau Poilo und Liste extra 45 Pfg. i allen Lotierie-Gescnoften u. durch Dm Frsitao, den 8. November 1918, vormittags 11 Uhr. Zollen tm yiestgen Rathaus die nachstehend verzeichneten, im Grundbucbe Schulbücher Schreib- u. Zeichenwaren für Gewerbeschlller empfiehlt Buchhandlung Friedr. Streckfuß, der Gemarkung Friedberg den veistorbenenÄüch'ael HöckUleut zugeschrieMenon Grundstücke, nämlich Berlin W Wcrderschcr Markt 10. Lose hiep bei Lotlem-Eiaaetiraef Staom. Flur H Nr. 454 = 48 qm. Hofiaite in der Stadt, und . Y = qm Grabganen an der Fauerbacherstr. zum zweiten Male zur öffentlichen freiwilligen Versteigerung gebracht werden. ö ö Die Versteigerungsüedingungen können auf dem Geschäftszimmer des Gr. Ortsgerichls während der Eejchäfrsstunden ringe, jehen werden. " Friedbrrg, den 1. November 1918 . Der Ortsgerichtsvorsteher. I. V: Fa Ick, Gerich smann. Üruck8ucüen liefert schnell und billig leie Taueszeitung, ßruetepei u. Iferiaq Ä-fl. Eine Zugkuh mit Kalb zu verkaufen bei Will,. Eff IV., Dornaffenheim Eine sieben ^ahre alte gute beiMe ZiiKsLille steht zu verkaufen Lei Chiftoph Kühl. Hoch-Weisel. Einen sprungfähtgen Zuchtbullen (15 Äkonale alt), Gelbscheck, zu verkaufen. Philipp Bol; Wwe., Södel. Ein vie jähriger brauner belg Wallaelt lieht zu verkaufen. Zu erfragen Friedberg. Wer seinen Winterbedarj in Schuhfett jetzt beschafft, kauft billiger als während der Saison. Dr. Eentner's Betr.: Fleuchoer'orgung. Bekamitmachung Schuhfett Tranolin erhält das Leder weich, macht es wasserdicht und dauerhaft, und kann jetzt noch prompt geliefert werden. Hübsche Plakate und Postkarten. ‘«‘n ä“ ueuuuren. ZU erfragen . . . —*7 ' ^ ' in öct Geichäftsstelle der „Neuen Hersteller auch des beliebten Tageszeitung lOelwachs-Lcderp.ches Nigrin: Carl ISentner. Göppingen. ^ch br.nge hierdurch zur öffenl- Uchen Kennlnis. dag der Verlauf vonNind-und Kalb- oder 5:ammel- fleiick. iowie Wurst für diesEoche am Freitag. Sen 8. Noo. ^91K r von nachmittags 1 bis 6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Mctzger- lüden stattfindel. Die Verkaufszeit ist genau einzuhalten. Friedberg, den 7. Noo. 1^18. Der Bürzermcister 2. V.: Dam m. Die Gemeinde Vilbel such o.ort einen zur Zucht geeigneten Zuchtbullen Simmentaler Raffe, ca 16 —I 8 M 0 - nate alt. zu iaujen und erbittet Angebote an unlerreichnete Stelle. Vilbel, den 4. Noo. 1918. Bürgermeisterei Vilbel. _2. V.: Lamp. Eberversteigerung. Montag, den 11. November» nachmittags 2 Uhr wird ein zur Zucht zu schwer gewordener Eher öffentlich versteigert. Reichelsheim i. W., 6. Noo. 1918. Gr. Kürgermriß. Reichelsheim i. |t). 3. 93.: Horack. Beigeordn. rrsn Brcnn-