Die ..rlcne Tagesreitnttg" erm Senat nicht gntae- . 'klM. ^ ^.re dsnwkratilchen Senatoren bereiten eine Ant- hon Kncxschen Protest vor. Es ist möglich, das, da- durch eine allgemeine Diskussion über die Kriegs- und Frle- denspolitik bewirkt wird. Fliegerangriff auf §mnt. Bonn, 1. Nov. Gestern erfolgte in den rheinischen Städten Fliegeralarm. Der Angriff des Feindes richtete sra) gegen bie Stadt Bonn. Leider wurde eine Anzahl Per- .vnen getötet und eine grössere Anzahl verletzt. Der Angriff auf das harmlose Bonn bildet ein würdiges Gegenstück zu^ dein Angriff aus Wiesbaden. Mangelhafte Beachtung der Vorsichtsmaßnahmen hatte Todesfälle und schwere Verletzungen zur Folge. J» völliger Ordnung. Wr-n. 2. Nov. (WB.) Das Krisgspressequartier teilt amtlich mrt: Zn der deutschen und neutralen Presse sind in den letzten Tagen vielfach Nachrichten enthalten, die österreichischungarische Front befinde sich in Auflösung. Demgegenüber muss Mgeitellt werden, dass die k. und k. Front vollkommen unversehrt rst. dass jbr Ruckzug nicht strategisch erzwungen, sondern bestimmt war. den Friedenswillen der k und k. Negierung kundzuwn und daß der Rückmarsch der Truppen in völliger Ordnung vor gegangen ist. Die AuW'-mg MttMih-zlnMns. Die Ueberrrahme der Verwaltung in Graz. (1*5,1», 2. Nov. (Ä9B.) Reichstagsabgeordneter Ein- splmwr yt i :, r eingetroffen, a m die militärische Gewalt des Landcc sar den deutsch-österreichischen Staat zu übernehmen und die }cyoi±q C Vereidigung der Truppen zu veranlassen, wozn er die Ermächtigung des Staatsrates in Wien erhalten To * Militärkommandant General der Infanterie Frhr. rr. r- ' ^t gestern m Gegenwart des Wohlfahrtsaus- -u-ustrs das Gelöbnis und den Treueid auf die Verfassung Deutsch, Österreichs in die Hände von Einspinner abgelegt, -cachnur.ags fanden die Vorbereitungen für die Bildung von Soldaten raten statt. R-lch«.v»g (Döhmen)', 2. Nov. '(WB.? Mold,mg do? k. Korrelpo„den-bureaus. Landeshmchtinannstoll- fcertrefer Jbgsorbneicr Sc!,gor übernahm gestern die Ne- grerungsgesch-äste für Deutsch-Böhmen. Der südslawische Staat. q, .Pt 1 '?' ]; 3 *° 9 lWB.) Da? Präsidium de?- südslawiskhen .o. !. rn ülgram hat auf Rop.plgg des slowenischen canonarrats l.c» rr-uc Regierung für b:n sli'r.'r Nischen Teil Abdankung des K Kiers Kart?. . Wien, 3. Nov. Der Kaiser empfing heute die Mitglieder des Staatsrates. Er teilte mit, daß die Be- dingungen für einen .Waffenstillstand an der italienischen Front eingetroffen seien, und gab die Bedingungen bekannt. Gerüchtweise verlautet, dass der Kaiser im Zusammenhang damit die Absicht ausgesprochen habe, -abzudanken, da er als ehemaliger Bundesgenosse Kaiser Wilhelm II. die Bedingungen, die vom Verbände gestellt werden, nicht an- nehmen könne. ES wird weiter bekannt, daß am Sonntag mittag Meldungen aus Wien eingetroffen sind, wonach Hie Abdankung de? Kaisers Karl inzwischen zur Tatsache geworden ist. Ars dm Dttleichijitz-rulganschkil Clm Wien, 1. Nov. Ueber die Ermordung des Grafen Tisza berichtet die „Neue Freie Presse": Ein Trupp Soldaten und Demonstranten zog lärmend vor die Villa des Grasen Tisza. Die Villa wurde stets von mehreren Detektivs der Staatspolizei bewacht. Mit Rücksicht auf die erregte Zeit wurden acht Gendarmen zur Bewachung beordert. Bekanntlich hat sich die Gendarmerie, die bis zuletzt bei der Regierung ausharrte, gestern früh dem Nationalrat angeschlossen. Als die Demonstranten vor die Villa des Grafen Tisza kamen, lösten sich aus ihnen drei Soldaten und stürmten in die Villa, indem sie die vor dem Hause postierten Gendarmen entmaff- neten. Graf Tisza eilten den eingedrungenen Soldaten mit vorgehaltcnem Revolver entgegen, indem er ihnen zurief: Was suchen Sie hier? Die Soldaten antworteten: Sie haben die Schuld daran, dass viele Millionen Menschen umgekommen sind. Sie haben den Krieg gemacht. Die Gemahlin des Grafen Tisza wollte ihren Gatten zurückhalten. aber in diesem Augenblick Die deutsche Kampfkraft. Mit immer noch gleicher Wucht versuchen die Feinde an der Westfront vor Mintersbeginn die Entscheidung zu erzwingen. -r.er Angriff der Engländer vom 23. Oktober zwischen Schelde und Oise in einer Frontbreite von dreißig Kilometer ubertraf ebenso wie derjenige der Franzosen vom 25. Oktober zwischen Oise und Aisne auf sechzig Kilometer Front an Einsatz von -ruppenzahl und Material das Maß der früheren gewaltigen Anstrengungen unserer Feinde. Weder den Engländern, noch den Franzosen gelang es, ihr Ziel — den Durchbruch — zu erreichen' ja, sie vermochten nicht einmal wie bei den vorhergehenden Großangriffen bedeutende Anfangserfolge zu erzielen die ihnen einen nennenswerten Vorteil durch Gefangene. Beute oder Geländegewinn cingebracht hätten. Selbst der Maspn- einsatz von Tankgeschwadern konnte die deutsche Front nicht mehr erschüttern. Die deutsche Widerstandskraft strahlt wieder im alten Glanze, unsere Abwehr hat es verstanden, sich dem neuen Kampfverfahren unserer Feinde anzupassen, die Verteidigung aus tiefen Zonen heraus hat die feindliche Ueberlegen- hcit wett gemacht. War durch die neue Angriffstaktik der Feinde und ihre Ileöerraschungserfolge eine gewisse Krisis an der deutschen Front eingetreten. so ist diese, wie der Verlauf der Kämpfe des Oktober beweist, jetzt überwunden. Die Front, die trotz der tiefen Einbrüche des Feindes in den vorhergehenden Monaten unzer- rissen geblieben war, ist neu gefestigt und gestärkt. Die rückwärtigen Bewegungen, die in voller Planmäßigkeit verlaufen sind, haben eine beträchtliche Verkürzung der Front zur Fowe gehabt. Dadurch ist eine ansichnliche Zahl von Reserven aus- gespart und verfügbar geworden, wodurch wiederum eine noch größere Tiefe der Verteidigung gewährleistet ist. An Truppen zur nachhaltigen Behauptung der Westfront gebricht es uns nicht. Die Front i|t so gezogen, daß sie zu einem großen Teil an Flußläufm und Sümpfen starke natürliche Hindernisse gegen d:e Wirkung von Tankangriffen findet. Der Geist der Trunye rst gut und zuversichtlich, von einer Zermürbung und Zerrüttuna des soldatischen Geistes an der Front ist nicht die Rede. Nachschubs von Waffen und Munition ist noch auf lange Zeit krachen drei Schüsse und Graf Tisza sank, ohne "einen Wehlaut { gesichert, es fehlt uns weder an den dazu erfor- zu geben, tödlich getroffen zusammen. Gräfin Tisza stürzte ohn- ' ‘ ' . * L '-- litoncn ' "och Arbeitskräften. Zwingen uns also die Feinde, durch entehrende, unannehmbare Bedingungen zu weiterem Kamps, so finden sie das deutsche Hc-r dazu imstande und bereit. In gleicher Weise, wie dieses Heer die gewaltigen Entscheidungskämpfe bisher erfolgreich bestanden hat. wird es sich des feindlichen Ansturms auch weiterhin zu erwehren wissen, bis der feindliche Vernichwngs- wille durch die Wucht der Tatsachen gebrochen ist. '3 fuhrt :sol: £& südslawischen Staats ernannt. Pogacnik. FeldmmscÄllentriant Isvanovic wu.de zum Kom- Mandanten aller slowenischen Truppen ernannt. Tic deutschen Sozialdemokraten lmlwn einen Parteitag abgebalten; es wurde eine Ent- ichtrepuna angenommen, in der betont wird, dass, wenn sich ore Nationen von Deutsch-Oesterreich vollständig trennen coer einen -ta -enbnnd mit ihm nur nnter Bedingunaen gründen wallen, die Deutsch-Oesterr-ick zur wirtschaftlichen -Lerkummerimg verurteilen würden, sodaß sich die deutsch, osterreichlichen Gebiete der slawischen Fremdherrschaft unter- werfen mußten, dann Deutsch-Oesterreich als selbständiger Bundesstaat dem Deutfck>en Reiche beitreten müßte. Schließ mächtig neben dem Leichnam nieder. Die Nichte des Grafen Tisza, Glarisse Almassy, war leicht verwundet worden. Die? letzten Worte des Grasen Tisza sollen gewesen sein: „Ich habe gewußt, daß mein Ende so sein wird." Der t-chrchs-l!umaki!che Stnnt. Prag, 31. Okt. (WB.) Das tschecho-slvwakische Preßbüro meldet. Der Obmann der Sokolverbande, Dr. Schreiner, wurde mit der obersten Leitung der militärischen Angelegenheiten betraut. Zum Kommandanten der tschecho-slowakischen Armee wurde durch das Nirodni Vybor der Feldmarschalleutnant Di- wisch ernannt. Das Präsidium des Narodni Vybor erhielt vom Chef des t k. Eeneralstabes ein Telegramm, worin ersucht wird, unverzüglich einen sachkundigen Vertreter zwecks Demobilisierung und Beförderung des Militärs in die Heimat nach Wien zu entsenden. Die entsprechenden Vorkehrungen wurden sofort getroffen. Entgegen den heute verbreitet gewesenen Gerüchten, dass der Bahn- und Postverkehr nach allen Grenzen des tschechischen Staates ei rusestellt werden soll, erführt die „Bohemia", daß d.ese Gerüchte unbegründet sind. Der Narodni Vybor beschloß den Verkehr wie bisher aufrechtzuerhalten. lingnrifdje Sperre fßr drul.lche Mark. Wien, i. Nov Die ungarische Regierung hat an sämtliche ,? > -auchäsenkommandos den Auftrag gegeben, das gesamte deutsch-österreichische und reichsdeutsche Schiffsmaterial, das gegenwärtig auf dem durch Ungarn fließenden Teil der Donau schwimmt und die darauf befindlichen Ladungen zurüchuhalten und den Weitertransport nach Deutschland und Deutsch-Oesterreich zu verhindern. Darunter befinden sich 20 000 Tonnen Le- bensmltlel, die für Deutsch-Oesterreich und Deutschland bestimmt waren, ferner wertvolle Erzladungen aus dem Kaukasus und Rohölladungen aus Rumänien. Ueberhaupt hat die ngarifche Regierung die Durchfuhr von Transportmitteln und Waren nach Deutschland vollkommen eingestellt. Durch diese Maßnahmen wird die Durchfuhr sämtlicher Transportmittel aus Rumänien unmöglich gemacht. Der Kaiser |ü den NkpHmgsWernirM Brrli«. S. Nov. (WS. Anctiich.) Der Kviser hat Bei aem Inkrafttreten der Verfassungsänderungen folgenden Erlaß an den Reichskanzler gerichtet: Eurer Grossherzoglichen Hoheit lasse ich in der Anlage den mir zur Ausfertigung vorgelegten Gesetzentwurf zur Abänderung der Reichsverfassung und der Gesetze betr. die Stellvertretung des Reichskanzlers vom 17. März 1878 zur alsbaldigen Veröffentlichung wieder zngehen. Ich habe den Wunsch, bei diesem für die weitere Geschichte des deutschen Volkes so bedeutungsvollen Schritt zum Ansdruck zu bringen, was mich bewegt. Vorbereitet durch eine Rerhe von Regierungsakten, tritt jetzt eine neue Ordnung in Kraft, toeldSe grundlegende Rechte von der Person des Kaisers auf das Volk überträgt. Damit wird eine Periode abgeschlossen, die vor den Augen künftiger Geschlechter in Ehren bestehen wird. Trotz aller Käiiipfe zwischen überkommenen Gewalten und emporstrebenden Kräften hat sie unserem Volke jene gewaltige Entwicklung ermöglicht, die sich in den wunderbaren Leistungen dieses Krieges unver-' gänglich offenbart. In den furchtbaren Stürmen der vier Kriegsgahre aber sind alte Fonnen zerbrochen, nicht um Trümmer zu hinterlaffen. sondern um neuen Lebensge- staltungen Platz zu machen. Nach deni Vollbringen dieser Zeit hat das deutsche Volk den Anspruch, daß ihm keinRecht vorenthalten wird, das eine freie und glückliche Zukunft verbürgt. Dieser Ueberzeugung verdanken die jetzt vom Reichstag angenommenen und erweiterten Vorlagen der verbündeten Regierungen ihre Entstehung. Ich aber trete diesen Beschlüssen der Volksvertretung mit meinen hohen Verbündeten bei, in dem festen Willen, was an mir liegt, an ihrer vollen Auswirkung mitzuarbeiten, überzeugt. fa fi bamtt dem Wollte oes deutschen Volkes diene. Da» Kaisernmt ist Dienst am Volke. So möge die neue Ordnung alle guten Kräfte frei- machen, deren unser Volk bedarf, um die schweren Prüfungen zu bestehen, die über das Reich verhängt sind, und aus dem Dunkel der Gegenwart mit festem Schritt eine Helle Zukunft zu gewinnen. Berlin, den 23. Oktober 1918 (gez.) Wilhelm I. R. (gez.) Max, Prinz von Baden. Aßen Stürmen trotzen! Berlin. 1. Nov. (WB. Amtlich.) In steigender Zahl gehen mir in diesen Tagen von Körperschaften, Vereinen, Versammlungen und einzelnen Personen Kundgebungen des Vertrauens und der Ergebenheit zu. Es ist mir unmöglich, sie einzeln zu beantworten. Wie ich es auch gerne täte, mutz ich mich darauf beschränken, den Einftndrrn hiermit herzlichst zu danken. Allen denen, die in Sorge um unser geliebtes deutsches Vaterland Zuspruch bei mir suchen, aber auch jedem anderen Deutschen rufe ich zu: Es geht jetzt um unsere Ehre; Freiheit und Zukunft! Unüberwindlich sind wir, wenn wir einig sind. Ein jeder sehe in dem anderen nur einen deutschen Kameraden! Ungebrochen schützt seit mehr als fünfzig Monaten unser Heer den heimatlichen Baden. Stark, opferbereit und geschlossen mutz die Heimat hinter dem Heere stehen. Ist es so, dann wird unser deutsches Vaterland allen Stürmen trotzen! Generalfeldmarschall Hindenburg. G§;viffen lo J c Sen satisirsmache. Der „General-Anzeiger" der Stadt Frankfurt a. M. har gestern vielen seinen Lesern den Sonntag recht gründlich verdorben. Unter der dicken, fast die ganze Breite des Blattes durchlaufenden Ueverschrift: „Die Bedingungen des Waffenstillstandes" brachte er eine Mitteilung des- „Journal de Eenöve", wonach dieses der Entente mit Haut und Haaren ergebene Blatt die Waffenstillstandsbedingunoen aus gut unterrichteter Quelle mitteilte. Danach sollte das linke Nheinufer von den Feinden besetzt werden, ebenso die Brückenköpfe. Die U-Boote, ein großer Teil der Flotte und Kriegsmaterial sollen ausgeliefert werden. Die Industrien Belgien? und Nordfrankreichs mutzten von uns wiederhergestellt werden, dazu müßten wir die nötigen Kehlen und Maschinen liefern. Eine Kriegsentschädigung werde auferlegt und die deutschen Häfen unter eine Kontrolle gestellt. Diese Nachricht wirkte in ihrer sensationellen Aufmachung geradezu niederschmetternd: man konnte es nicht fassen, datz das Unglück mit solcher Wucht auf nns niedersausen sollte. W:e weisen demgegenüber darauf hin, datz bis heute früh noch keine amtliche Bekanntgabe der Waffenstillstandsbedingunpen erfolgt war. Man erkennt auch auf den ersten Blick, datz es sich lediglich um eine Mache des bekannten Entente-Hetzblattes handelt. denn die mitgeteilten Bedingungen find derart, datz sie sich nicht auf einen Waffenstillstand, sondern d'rekt auf den Frieden beziehen mühten. Wir halten es geradezu für gewissenlos, wenn eine Zeitung von der Verbreitung — nicht Bedeutung! — des ..General-Anzeigers", der in Aber hunderttausend Auflage gelesen wird, lediglich aus Sensationsbedürfuis in einer Zeit, wo das deutsche Volk schon ig Aufregung genug versetzt ist, dazu bei-! trägt, die Verwirrung zu erhöhen. Am andern Morgen mutzte die Schriftleitung das Unsinnige ihres Gehabens beigekommen sein, denn sie sucht es zu entschuldigen und abzumildern, sie habe die Nachricht unter Vorbehalt gebracht. Das ist nicht wahr, wohl hieß es, das Genfer Journal bringe die Nachricht mit Vorbehalt das war aber abgeschwächt durch den Zusatz, daß das schweizer Blatt gut unterrichtet sei und vollends aufgehoben durch die positiv klingende, große Ueberschrift Wir stimmen der „Franks. Ztg." und den „Franks. Nachr." durchaus bei, wenn sie sich gegen ein solches Gebühren des ..Gc neral-Anze^er" wenden. Gewiß hat der „General-Anzeiger" das Neckst, auch eine solche Mitteilung zu bringen, er bat aber dann die Pflicht, seine Leser auf das unwahrscheinliche hinzuweisen und nicht sie durch eine sensationelle Ueberschrift zu verstärken. IleberHsüpt finden wir fast stets in dem Frankfurter Blatt die - blödesten Meldungen wie Kraut und Rüben in seinen Spalten verteilt. Was in einem Artikel als weiß bezeichnet »wird, steht darunter als schwarz, so datz es dem Leser des „Frankfurter General-Anzeigers" von alledem so dumm werden mutz, als ginge -hin rin Mühlrad im Kopf herum. Wenn die SchriftlertuuZ solche Nachrichten ihren Lesern nicht vorcnihalten will, so möge sie aber doch dann eine entsprechende Aufklärung geben, dazu ist doch die Schriftleitung da. Datz der „General-Anzeiger" Schrift lciter, die dies können, bezahlen kann, geht doch aus seinen Inseraten spalten hervor, denn fast der ganze Inhalt des Blat- 1*s besteht zur Zeit aus Anzeigen. Auf alle Fälle ist es aber M&i verwerfen, wenn der „General-Anzeiger" den Mangel an Inhalt durch Sensationsmache zu verwischen sucht. Dazu ist die Lage doch zu ernst. Sit Lcsuku rächt dm Ernst kr Slüük. Namens des BalletkvrpZ des Grstzh. Hosllwajers erhalten wir folgende Zuschrift'. Die „Neue Tageszeitung" in Friedborg und ihr folgend „Maimpitze" in Rüjfelsheim haben sich mit großer Heftigkeit -ms Entrüstung gegen die Tatsache gewandt, daß das Darm ktüdler Hoftheatec eine Balletschule eröffnet hat, in der Kinder rknd junge Mädchen unentgeltlich Unterricht erhalten. Wir leben nicht mehr im Mittelalter, wo die Tänzer und Tänzerinnen eine verfehmte Klasse waren und die Beschäftigung mjt der Tanzkunst für eine unsittliche und buhlerische Kunst gehalten wurde. Es handelt sich vielmehr um einen wichtigen Zweig der gesamten Kunst und viele der schönsten Opern können ohne Ballet überhaupt nicht aufgeführt werden. Nun läßt sich das Tanzen keineswegs in wenigen Wot)en lernen, vielmehr erfordert es ebenso wie die Kunst des SingenZ eine jahrelange grenze Zucht und Hebung. Auch dürfte wohl bekannt sein, datz das Tanzen in hygienischer Beziehung der Kräftigung des Körpers und der Muskeln sehr von Nutzen ist und dadurch auch zur Ertüchtigung des Volkes beiträgt. Es mutz uns Angehörigen dieses Verufes, der heute ebenso wie jeder andere Beruf, seine standesbewußte Organisation hat, aufs heftigste kränken und beleidigen, wenn man eine Meinung gedruckt liest, als würde durch eine systematische Ausbildung zu unserem Beruf das Deutsche Reich und Volk in seinen Beständen gefährdet oder gar beschimpft. Hat man denn gar kein Verständnis dafür, wie sozial eine selche Einrichtung wirken mutz, durch die nicht nur eine gründliche unentgeltliche Berufsausbildung gewährleistet wird, sondern auch eine feste Anstellung für alle, die sich im Unterricht tüchtig erweisen. Dann noch eins: Von jeher hat es in Darmstadt eine Balletschule gegeben und an allen großen deutschen Bühnen besteht ebenfalls eine solche, aber niemals hat man gehört, datz sich jemand darüber oufregte. Wenn die Darmstädter Ballotschule seit einer Reihe von Jahren eingegangen war und jetzt wieder eröffnet wird, so liegt das nur daran, daß es an einer geeigneten Lehrkraft fehlte. Da die Hc-ftheaterlcftung nach langem Suchen eine solche gesunden hat der.sie mit gutem Gewissen das künstlerische und sittliche Wohl der Zöglinge anvertrauen kann, war es wohl eine Selbstverständlichkeit. die Schule wieder zu eröffnen und jeder vcrständ- niZrolle Kunstfreund wird ihr dafür Dank sagen. Soweit die Zuschrift. Wir bemerken dazu, datz es uns nicht im Traume eingefallen ist, die Angehörigen des Ballcllorps zu kränken oder gar zu beschimpfen. Das konnte auch lein Mensch aus unseren Zeilen herauslesen Wir Hab- nur beanstandet und tun e? auch heute noch, daß men zu einer Zeit, wo die Not des Vaterlandes auf's Höchste gost'egon ist, zu einer Stunde, wo Tausende ihr junges Leben lasten muffen, Ballet- fchul-en eröffnet oder wieder einrichtct. Friedbcrg. Dein Bäckermeister Hch. Rsipper z. Zt. Ersah'Reservist beim Infanterie-Regiment 168 erhielt das Eiserne Kreuz zweiter >Ktaste. Die Hessische Tapferkeitsmedaille besitzt er schon Herzlichen Gläckwynsch! - ?.ii$ der Heimat. FO. Bad-Ra «heim, 1. Nov. Die Stadtverordneten beschlossen die Hundesteuer vom 1. Januar 1919 ab mit 20 Mk. und vom selben Datum 1920 ab mit 40 Mk. pro Jahr zu erheben. Rendel» 4. Nov. Die Diebstähle nehmen in unserer Gegend immer mehr zu, nichts genießbares ist vor den Dieben mehr sicher. In einer der letzten Nächte wurden einem hiesigen Landwirt. 16 Hühner gestohlen, in der gleichen Nacht einer armen Frau 4 Stück. Von den Tätern hat man noch keine Spur. FO. Sceheiru, 1. Nov. Der Ortsgerichtsmann Karl Spalt III. vollendete gestern in größter Rüstigkeit sein 80. Lebensjahr. Aus Starkenburg. Darmstadt, 31. Olt. Der Vorsitzende der Landes-Milch- und Feftstelle Prinz Leopold zu Isenburg hat sein Amt nie- dergelegt und wurde an dessen Stelle der seitherige Stellvertreter Regierungsrat Becker zum Vorsitzenden ernannt. Darmsta-t, 51. Okt. Tätlich verunglückt ist gestern die sechs Jahre .alte Tochter der Installateurs.Witwe Elise Knapp durch einen Anfall in v*:m Hause Arhciligerstratze 92. Das Kind be fand sich im O'V' als plötzlich vom Dach sich ein Backstein los- ll-fte und -hm aus den Kops fiel. Infolge der schweren Schädel- verletzung ist das Kind noch in der Nacht gestorben. FO. Croh-Ecran. 31. Okt. Weil sie sich von französischen Kriegsgefangenen haben küssen lassen und mit ihnen in Brief- Wechsel getreten sind, wurden die 17jährigen Fabrikarbeiterinnen »Lina Dickel und Elisabeth Meister aus Raunheim vom hiesigen Schosrenger'icht zu je 10 Tagen Gefängnis verurteilt. FO. Klem-Wcckdstsdt a. VL 1. Nov. In der Mordaffäre, der das 23 Jahre alte Dienstmädchen Trieb zum Opfer fiel, hat ter- StaDs an malt einen jungen, sehr übel beleumundeten Burschen von 17 Jahren, den Sohn einer hier zugezogenen Schirm- ftickersomUte,'als der Tat dringend verdächtig in Hast genommen. Die Leiche des Mädchens ist furchtbar zugerichtet. Aus Hessen-Nassau. 8I-. Langenselbold b. Hanau, 30. Okt. Ein unerlaubtes Schuhgeschäft führte die Pulverarbeiier Ludwig Sauer von Kl- Krotzenburg und Wilhelm Greve von Langenselbold vor das Schöffengericht Langenselbold. Sie verkauften im April unter der Harrd und ohne sich Bezugscheine vorlegen zu lasten, Schuhe, unter anderem auch an die Ehefrau Marg. Altvater für 70 M. Als die Frau die Schuhe zum ersten Mal anzog und damit ausging, regnete es unglücklicherweise. Die Folge davon war, datz die Schuhe tatsächlich aus dem Leim gingen. Sie brachte nun die Sache zur Anzeige und die beiden Verkäufer wurden ein jeder in eine Geldstrafe von 150 Mk., außerdem zu je 1 Woche Gefängnis genommen. Dagegen erhoben sie Einspruch und baten um eine mildere Strafe. An dem Sachverhalt konnte nicht ge- viiitett werden. Sauer behauptete, er habe die Schuhe, mehrere Paar Damenschuhe, von einem Soldaten, der aus Belgien zurückgekehrt wäre, gekauft und 55 Mk. für das Paar gezahlt. Ein als Gutachter vernommener Schuhwarenhändler aus Hanau, der die Donner Frau Allvater gekauften Schuhe wiederholt besichtigt hatte, erklärte, es wäre deutsche Arbeit und ein solcher Schund gewesen, wie er ihn noch nie zu Gesicht bekommen hätte. Die Schuhe hätten in der Hauptsache aus Ersatzleder und Papier bestanden und wären schlecht gearbeitet gewesen. Im Frieden wären sie höchstens 5 Mk. und bei den heutigen Eeldverhält- nisten 24 Mk. imt gewesen. Gute Lederstrefel, beste Rahmen- arbeit, könne auch heute noch für 45 bis 48 Mk. das Paar geliefert werden. Es wäre unerhört» wie das Publikum heute mit den Schuhwaren bewuchert würde. Nur weil Sauer leidend ist und beide noch unbestraft sind, fühlte sich der Gerichtsbof bewogen, die Strafe bei jedem auf 100 Mk. oder 14 Tage herabzu- setzen. FO. Aus Nassau, 27. Okt. In Würdigung der großen' Bedeutung des Kartoffelbaues für die gesamte Volksernährung haben die deutschen landwirtschaftlichen Vertretungen bereits in einer im Herbst 1917 statlgcfundenen Beratung beschlossen, die Errichtung von Kartosselkulturstationen in Aussicht zu nehmen. Ihnen soll die Aufgabe zufallen, das gesamte Versuchswesen auf dem Gebiete des Kartoffelbaues innerhalb eines größeren" Andaugeöietes planmäßig und nach einheitlichen Gesichtspunkten durzuführen, und zwar mit dem Zwecke, gute bewahrte Sorten standhaft zu erhallen und für die praktische Landwirtschaft empfehlenswerte Neuziichtungcn möglichst schnell für die Auswertung durch die praktische Landwirtschaft heraus zu finden. Die diesseitige Landwirtschastskammer -Krs deshalb beschlosten, brpv. ihr Vorstand, eine nastauische Kartosselkulturstation zu errichten. Sie soll sich in eine Hauptstelle und drei Zweigstellen s gliedern. Die Hanoi stelle soll dem landwirtschaftlichen Institut der Universität Gießen angegliedert werden, während von den' Zweigstellen je eine auf dem Westerwald, im Taunus und in der Rhein- und Main ebene im Anschluß all die landwirtschaftlichen Winterschulen errichtet werden sollen. Die Gesamtkosten für diese Kulturstation belaufen sich jährlich auf 12 000 Mk. Langenhain i. T., 29. Okt. Der 10jährige Friedrich Schneider geriet beim Korndreschen in das Räderwerk der Maschine und wurde zu Tode gequetscht. — Im vollen Sonntagsstaat' wurde Sonntag früh die 39jahrige unverheiratete Pauline Sachs in ihrer Wohnung erhängt aufgefunden. FO. Wiesbaden, 29. Okt Spitzbuben hatten während des Fliegerangriffs am letzten Mittwoch die Gelegenheit ergriffen, ein Schuhgeschäft in der Bleichstratze dahier zu berauben. Zunächst räumten sie aus dem Schaufenster, dessen Scheiben bei der Explosion gesprungen war, mehrere Sorten Schuhwaren heraus und stahlen außerdem aus dem Laden 11 Paar Lederschuhe. FO. Wiesbaden, 28. Oft. (Ein verwöhnter Gaul.) „Mein Gaul is e Mrlitärgau!, der frißt noch lang nett alles, aach ka Dickworz, wie die aunern Güul, und zur Musterung mutz zt aach gut aussthe, da kann es passiert sein, daß in meiner Abwesenheit beim Militär mei Angehörige ebbes von de beschlagnahmte Frucht mit versitiert hawe", mit dieser Entschuldigung ! begründete heute der Landwirt Heinrich Ludwig Heutz aus ! Bterstadt seinen Einspruch gegen einen Strafbefehl über 180 Mark, den er erhalten hat, weil bei der bei ihm vorgenommenen Revision' Getreide fehlte. Die Schöffen setzten dem Landwirt die Strafe auf 5V Mark herab. FO. Bierstadt. 31. Ort. Eine Volksküche wurde vorgestern hier eröffnet. 150 Kinder wurden bei der Eröffnung verköstigt. F0 % Nastätten, 81. Okt. In Ruppertshofen, Endlichhofen und Vogel war eine Einbrecher- und Diebesbande in letzter Zeit tätig, die vor allem Lebensmittel stibizten. FO. Erbenheir», 28. Okt. Ein hiesiger Kohlenhändler fuhr vor einigen Tagen mit seinem Sohn Kohlen in ein Dorf im „Landchen". Auf dem Hinweg wurde fein Fuhrwerk polizeilich revidiert, wobei das Fleisch einer schwarzaeschlachteien Kuh zum Vorschein kam. Wo es herstammte, das konnte nicht festgestellt werden. — Bei dem letzten Fliegerangriff durchschlug ein Blindgänger das zweistöckige Wohnhaus des Landwirts Philipp Pinkel und blieb im Boden der Küche stecken, ohne jemand zu verletzen. /* Aus Rheinhcsier?. FO Worms, 31. Okt. Es vergeht kein Tag, daß hier nicht eingebrochen und gestohlen wird. So wurde in einer der letzten Nächte dem Kaufmann Martin Becker ein größeres Quantum Zucker, etwa zehn Zentner, gestohlen. Der Zucker wurde in der Nähe des Hafenamt? im Kanal versteckt aufgefunden. Eine ganze Reihe Stallhafendiebstähle wurden weiter verübt, sodann drangen Einbrecher in eine Wirtschaft der Hafenstraße ein unk stöhlen eine Reihe Gegenstände im Werte von 500 Mk. sowie 350 Mk. russisches Geld. Aus Kurhesscn. FO. Au?, dem Kreise Kirchhain, 25 Okt. Bei einer Haussuchung in Neustadt wurde bei einem Einwohner eine Eeheira- schlachfung von Kälbern festgestellt. Das Fleisch von einem Kalb tonnte noch beschlagnahmt werden, weitere Kalbsfelle wurden noch vorgefunden, was darauf schließen läßt, daß die Geheimschlachtungen schon eine geraume Zeit betrieben worden sind. — Dem Landwirt Huber ebendaselbst wurden über 150 St. Weißkraut vom Acker gestohlen. — Dem Landwirt Karl Schultheis wurden vom Wagen sechs Sack Kartoffeln entwendet. Langenselbold, 29. Okt. Von der Gendarmerie wurde eit dem Eisenbahn-Regiment in Hanau gehöriger Wagen festgehal. ten, der enthielt' ein förmlich geschlachtetes Rind, das ein Ge» wicht von 220 Pfund hatte und für dos Offizierskasino des oben genannten Regiments bestimmt war. Aus der Pfalz. FO. Aas der Pfalz, 31. Okt. Am mittleren Haardtgebirge ist die Weinlese ihrem Ende nahe. In quantitativer Hinsicht befriedigt sie, während sie in qualitativer an den 1917er nicht hcranreicht. Doch wird der Heurige ein guter Mitlelwein werden. Bewegte sich beim Portugiesermost der Preis der Loge!. 40 Liter, zwischen 200—300 Atk., so sank er bei Weißmost auf 100 Mk. für die gleiche Ware. FO. Bus der Pfalz, 31. Okt. Im Bahnhof Mundenheim stieg ein Feldgrauer auf der falschen Seite aus dem Zug und wurde von dem gerade entgegenkommenden Schnellzug erfaßt und sofort getötet. — In einem Schuhwarengeschäft in Kaiserslautern erschien um die Mittagszeit ein Feldgrauer und ließ sich braune Ledergamaschen vorlegen. Als er diese anprobiere» wollte, zog er einen Revolver heraus, feuerte auf das ihn bedienende Fräulein und verduftete. Das Fräulein wurde i» Gesicht leicht verletzt. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*, A« QL Nriedbera i K. Herzenskiimpfe. 9?oitutn von Helene Echütky, geb. von Eersdorff. (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.) 29) Nachdruck verboten. „Wa . was sagen Sie da?" der Eeheimrat war ausgefallen, seine Angen öffneten sich weit, sein gelblich blasses Ge- fi&t sarbje sich braunrot, seine aus der Lehne des Sessels liegenden knochigen Hände gitterten. „Sie . . . scherzen nicht! . Nein . . nein . . es kann nicht sein! - nein . . . nein!" Seine Worte überhasteten sich, er konnte sie in seinem Zorn nicht richtig herausbringen. Der Marquis sah mit Befriedigung, daß sein Mittel zu wirken begann. Doch ^,t er so, als wolle er ihn beruhigen. „Herr Eeheimrat, ich bedauere, Eie vielleicht ganz unnötig aufgeregt zu haben", begann er beschwichtigend. Doch der Eeheimrat unterbrach ihn fast schreiend: $ 1 „Wie . . . wie heißt der Mensch?" * / „Leutnant Neinhold von GermKhosf, Herr Eeheimrat." /.Wie siebt cr aus? Was tut er? Spielt er? trinkt er? 5a; er Schulden? treibt er sich mit Weibern herum?" sprudelte der Geheimrat zornig hervor. Der Marquis zuckte die Achseln und machte ein vielsagendes Gesicht, gab aber keine bestimmte Antwort. „Natürlich tut er das!" beantwortete der alte Herr selbst seine Fragen. „Kenne ich doch diese Taugenichts nur zu gut. Sie. wenn alle Quellen erschöpft sind, sich in eine reiche Familie drangen, um durch eine Heirat ihr edles Dasein weiterführen zu können. Und dazu wM Hilde ihre Hand bieten? Dazu soll ich mein Vermögen hergebcn?! Nie und nimmer!" schrie er zornrot und schlug mit der geballte« Faust so heftig auf den Tisch, daß Tassen, Teller und Gläser klirrten. Dem Marquis lachte vor Vergnügen das Herz ln der Brust. Eine so großartige Wirkung mit diesen wenigen Worten hätte er kaum zu erzielen gehofft' er hatte gemeint, viel mehr stacheln zu müssen. Da fand sein Nebenbuhler eine schöne Bescherung t>or, wenn er mit seinem Antrag vorruckte, das gönnte er ihm? Doch nun galt es. weiter die Sache so zu deichseln, daß er selbst den Nutzen davon hatte. „Herr Geheimrat, ich bitte Sie. nehmen Sie sich die Sache nicht so zu Herzen, regen Sie sich nicht so sehr auf. das könnte Ihrer Gesundheit schaden!" sagte er in liebevoll bewegtem Tone. „Die Affäre ist ja vielleicht noch gar nicht so weit gediehen, um Ihre Besorgnisse zu rechtfertigen." „Ach. ja, ja. Sie haben Recht!" erwiderte der Eeheimrat in den Sessel zurücksinkend. „Aufregungen sind Eist für mich. Ach. welche Schmerzen!" stöhnte er, die Hand auf die eine Seite der Brust pressend. „Aber, was soll ich tun, um die verdammte Geschichte zu verhindern?" „Das ist doch die einfachste Sache von der Welt, Herr Eeheimrat" sagte der Marquis lächelnd: „Sorgen Sie, daß Fräulein Hilde sofort der Gefahr entzogen wird, befehlen Sie ihr teleoraph:sch. daß sie sogleich nach Hause kommen soll. Damit wird wahrscheinlich alles erledigt sein." „Wahrhaftig, Sie haben abermals Recht, lieber Marquis. Das wollen wir auf der Stelle machen?" sagte der Eeheimrat erleichtert. „Das Mädel wird wohl wieder zu Verstand kornmen, sobald sie aus der Nähe des gefährlichen Menschen entfernt ist. S'e ist ja im ganzen genommen für ein Frauenzimmer eigentlich nicht dumm. Und daim einen Willen hat fft überhaupt nicht, wenigstens mir gegenüber nicht. Wenn si, merkt, daß ich es nicht zugebe, wird sie sich die Mücken au§ dem Kopf schlagen." „Doch gestatten Sie mir eine Bitte, Herr Eeheimrat", sagt« der Marquis, als fiele ihm das plötzlich ein. „Sagen Sie dem gnädigen Fraulein nicht, daß Sie diese Angelegenheit durch mich erfuhren. Am liebsten wäre es mir. wenn Sie meinen Besuch hier gar nicht erwähnten, denn - denn -" setzte er zögernd hrrizu. „es wäre mir sehr schmerzlich, wenn sie mir zürnte." ^ Der Eeheimrat wurde aufmerksam. . »Das wäre Ihnen schmerzlich? warum denn? fragte er. "Z. Der Marquis schwieg und blickte verwirrt zu Boden. „Ah, nun geht mir ein Licht auf!" meinte der Eeheimrat nach Minuten langem Schweigen. „Cie haben sich wohl selbst in Hilde verliebt? Nun, ein Wunder wär's ja gerade nicht Denn hübsch ist das Mädel, das ist richtig, das muß ich felbll als Vater zu geben. Und dann das viele Musizieren zusammen Daß mir der Gedanke niemals früher gekommen ist! Aber feil gestanden, ich hätte Sie eigentlich für zu alt gehalten. Sie sind doch über 20 Jahre älter als Hilde. Aber wenn's sich so verhält, — weshalb haben Sie denn nicht früher den Mund ausgemacht? Dann wäre die dumme Geschichte gar nicht pas siert!" „Herr Eeheimrat. meine Bescheidenheit, — Fräulein Hil des große Jugend und Schönheit. — ihr bedeutender Reich tum —" stotterte der Marquis, „man hätte meine Gefühle miß deuten können — ich wagte nicht. . . .“ _ Fortsetzung folgt. Bekanntmachung. v'' h WM I M !| i verwandten. Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß unser braver hoffnungsvoller Sohn, unser lieber unvergeßlicher Bruder, Schwager, Onkel und Enkel Hermann Naumann Gefreiter in der 10. Komp. Landw.-Jnf.-Reg. 118, Inhaber d. Hess. Tapferkeitsniedaille u. des Eis. Kreuzes 2. Kl.. am 2. Oktober nach 4jähriger treuer Pflichterfüllung Leben für das Vaterland lassen mugte. sein Gettenau, den 2. November 1918. 2n tiefem Schmerz: Die Hinterbliebenen. 2. d. N.: Karl Naumann u. Frau seb. Meitzel. Die Zwischenscheine für die 4Ve % Schatzamts rifungen der Vlll. Kriegsanleihe und für d,e4Vr % Schatzanweifunaen UÖlt 1918 Folge VIII können vom 4. November d. Is. ab in die endgültigen Stucke mit Zinsscheinen umgetauscht werden. . Der Umtausch findet bei der „Umtauschstelle für die Kriegsanleihen", Berlin W. 8, Behrenstraße 22, statt. Außerdem übernehmen sämtliche Reichsbankanstalten mit Kaffeneinrichtung bis zum IS. Zuli 1919 die kostenfreie Vermittlung des Umtausches. Rach diesem Zeitpunkt können die Zwischenscheine nur noch unmittelbar bei der „Umtauschstelle für die Kriegsanleihen" in Berlin umgetauscht werden. Die Zwischenscheine sind mit Verzeichnissen, in die sie nach den Beträgen und innerhalb dieser nach der Nummernfolge geordnet einzutragen sind, während der Vormittagsdienststunden bei den genannten Stellen einzureichen; Formulare zu den Verzeichnissen sind bei allen Reichsbankanstalten erhältlich. Firmen und Kaffen haben die von ihnen eingereichten Zwischenscheine rechts oberhalb der Stücknummer mit ihrem Firmenstempel zu versehen. zugelaufen. Gegen Erstattung der entstandenen Kostin uno des Futiergeldes ab^uholen bei Frau Karl Diefenbach, Bingenheim. Graue deutsche Schäferhündin entlaufen. AKederbringer Belohnung. Gusta, Hores Vauernheim 20 Liter Inhalt, gebraucht, preiswert zu verkaufen, und ciche Wagen TM. Peter Veitli, Älbenstadt. El! 8 » MUM steht zu verkaufen bei Ludwig Cuntz, Bruchenbrück en (Qberhessen). Krlrauutmachmig. Am 2. November 1918 sind zwei Bekanntmachungen: 2 ) „Nr. 1/11. 18. 5. 2, betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Eocablättern und Cocain"; d) „Nr. 2/11. 18. 8. 2. betreffend Beschlagnahme" und Bestandserhebung von Pfefferminzkraut, -Lee. -blättern" erlaffen worden. Der Wortlaut der beiden Bekanntmachungen ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. Slksso. Gem MmMs 18. ArmckiP. Mit dem Umtausch der Zwischenscheine für die S^/» Schuldverschreibungen vci YIIL Kriegsanl.'ihe in die endgültigen Stücke mit Zinsscheinen kann erst später begonnen werden; eine besondere Bekanntmachung hierüber folgt alsdann £Sn &i'amEni»j)ltou mit Einwurf zu verkaufen. Zu enragen in der Ee-chäftsstelle der „Neuen Tageszeitung". 5a. Schmieröl für landwirtschaftliche - und Dreschma chinen. Ia. Cyl mderöl la. Wagenfett la. Lederfett eonsist. Fett empfiehlt Jos. Derfelt, Elmir. Berteilungöstelle von Schmiermitteln für den Kreis Krledverg, Kaiierstroße m LlMsWs-VllßtWkilU. Am Freitag, den 8. November 1918, vormittags 11 Uhr. sollen tm hiesigen Rathaus die nachstehend verzeichneten, im Erundbuche der Gemarkung Friedberg den verstorbenen Michael Höck Eheleuten -ugeschriebenen Grundstücke, nämlich Flur II Nr. 454 — 48 qm, Hoftaite in der Stadt, und " • 1 13 = U ' i2 < ! m ' Grabgarten an der Fauerbacherstr. rum zweiten Male zur öffentlichen freiwilligen Versteigerung gebracht werden. ü a ö Die Versteigerungsbed'nqungen können auf dem Eeschästs- znnmer des Gr. Ortsgerichis während der Gejchäftsftunden einae- sehen werden. ö Friedberg, den 1. November 1918. Der Ortsgerichtsvorsteher. 3. V: Falck, Ecrich smann. Von den Zwischenscheinen der früheren Kriegsanleihen ist eine größere Anzahl noch immer nicht jn die endgültigen Stücke umgetauscht worden. Die Inhaber werden aufgesordert, diese Zwischenscheine in ihrem eigenen Interesse- möglichst bald bei der „Umtauschstelle für die Kriegsanleihen", Berlin W 8, Vehrenstraße 22c -um Umtausch einzureichen. Berlin, im Oktober 1918. Reichsbank-Direktorium. m&m Habe von Sonntag, den 3. November ab prima hochtragende und frischmelkende Oldenburger Kühe zum Verkaufe in meinen Stallungen stehen. IloSniann, Fricdlierg. _ Havenstein. v. Grimm . Kelranntmachung 1 W ©isslcraut gelaugt Dienstag, den 5. November, vormittags von 8—12 Uhr, in der alten Post zum Verkauf. Der Preis beträgt 10 Mk. per Zentner. Ein weiterer Verkauf, wie seither in größeren Mengen, findet von nun ab nicht mehr statt. Friedberg, den 4. November 1918. Der Bürgermeister j.: Dam m. 2. V. Zwei braune Russen, /Sfe Ein 4jühr. Fuchswallach, m 6 m Ein Apfelschimmel, 7im& k ) Eine braune Stute, 8 J«h.-«« sollen öffentlich versteigert werden am Mittwoch, den 6. R-vemtze». vormittags 10 Uhr. Die Versteigerung findet statt bei Philipp Sleinhäusser, Friedberg, am allen Bahnhol G Ziehang 19. cnd 20. November 5. Ueberlinger - Münster ehllotterje 186000 Lose. 8269 fieldgew. -- Hk. 155000 «00000 Z20000 lOOOO Bar chna Abzug. ■SS; (tlf-lDS! II3 Hl. Porto Bad List« extra 45 Pfg. Id alles Lotterie-Qescüiilten o. durch Müller «t»- Berlin W Werd ersehe* DCr,m VV • Markt 10. Lose hier bei loltirie-Eiinehmer Stamm. iTTTll’llllllll—BBMa—I