Unmmer S58 Cinjklprtis ^ LL Samstag den 3. Novem ber 1918 a Jahrgang. ® if *% tnt ^anesreituny" erichemt ,eden Werllai. Repe.maßige Beilagen ..Ser Sauer aus Hellen". ..Die Spinullube". Ke?ugapr-is: Be. den Postan.tatten o.er.eilährt.ch Mk 2 70 hinzu tritt noch das Bestellgeld: fei den Genien monatli* 1.00 Mk. einschließlich Tragerlohn. An?eigeu: Grundiette 2b Big., lokale 20 Zsg^ Anzeigen von auswärrs meroen durch Bornachnahm, _ _ erhoben. (Srnillunnsorf ftriesbeiq. Hchrittleitnna und U-rlag vriedberg (Hessen,. '»anauer strafe 12. ^ern vrecher 48. Boitj heck-Lomo 'Hz. 4859, Amt ^tantiurt a. M. Gewaltiges Ringen im Westen. Die neue Offensive in Flandern. Angriffe der Franrolen gescheitert. — Der österreichische jpdtgttg. Die Cnlenletrnppen in Fiume und Laibach. Der deutsche Generalstab k———meldet: W. T. £*. Trostes Harrptqnartier. derr 1. Uovemder Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Zn Flandern hat der Feind seine großen Angriffe wie- ^ der ausgenommen. Zwischen holländischer Grenze und Deinze stießen Belgier und Franzosen gegen die Lpslront. im. besonderen gegen unsere Brückenlopssüllungen auf dem Westufer des Flusses vor. Beiderseits von Zomergem nahmen wir die vor. bergehend verloren gegangenen Brückenköpfe im Gegenangriff wieder. An der übrigen Front wiesen wir den Feind vor unseren Linien ab. Die Reserve-Infanterie Regimenter Rr. 57 und 79 zeichneten sich bei dielen Kämpfen besonders aus. Den Hauptangriff führten Engländer und Franzosen zwischen Deinze und der Schelde. Südlich von Deinze, bei Zulte und Anseghem drang der Gegner in unsere Linien ein. Südlich von Deinze warfen Bataillone der zweiten Earde-Infanterie-Divisiou im Verein mit dem Füsilier Regiment Rr. 89 den übe? die Straße Delnze-Kruisboutem vorstoßenden Gegner wieder zurück. Beiderseits von Anleghem brachten rückwärtige Kampftruppen den Feind vor unserer Artillerie zum Stehen. Die nördlich bei Berlin Kortrik-Oudenaarde kämpfenden Truppen, die den Feind 7»r ihren Linien abwehrten, wurden irn Laufe des Tages zur Wahrung des Anschlußes an ihre Nachbarn auf die Höhen beiderseits Rötere zurückgenommen. Die Kämpfe fanden am Abend ihren Abschluß westlich der Straße Deinze-Kruishoutem und aus den Höhen in Linie Rötere-Krerkhede. sowie 1 bis 3 Kilometer östlich unserer alten vordersten Postenlinie. Zn der Sckelde-Riederung dauert die Zerstörung der Ort schäften durch dev Gegner an. Die Städte Tournai, Volencien- nes und Peruwelz lagen unter englischem Feuer. Beiderseits vcn Le Quesnoy und Landrecies rege Artillerie- und Erkundungstätigkeit. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf den Aisne-Höhen nordwestlich von Ehateau Porcien nahm der Artilleriekampf gewaltige Stärke an Mit frischen Kiästen setzte der Gegner seine starken Angriffe nordwestlich von Herpy fcrt. Sie sind wiederum unter schwersten Verlusten für den Feind gescheitert. Das mecklenburgische Erenadier-R«. giment Rr. 89, das hanseatische Infanterie-Regiment Rr. 75 die Regimenter 230 und 231 der 50. Reserve Division trugen die Hauptlust des Kampfes und wehrten, von ihrer Artillerie wirksam unterstützt, die feindlichen Angriffs restlos ab. Das Garde- Kürafsier-Regiment und die Husarsn-Regimenter Rr. 8 und 11 heben sich in den letzten Tagen hier wiederum besonders bewährt. Heeresgruppe GalIwitz. Auf dem Ostufer der Maas tagsüber lebhafte Aitlllerie- tätlgkeit. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die deutschen Truppen wurden auf das nördliche Donau- Ufer beiderseits von Belgrad und SeMendria zurückgenommen. Der Ilebergang über die Donau ging ohne Störung durch den Gegner von statten. Der Chef des Eeueralstabes des Feldheeres. Schelde entzogen. Südlich Valenciennes kamen englische Angriffs« an erfolgreichen Gegenangriffen zum Sieben. Gewaltiges Rinaen an der A i s n e f r o n 1 und zwischen Argonnen und Maas. Tie Angriffe der Franzosen auf den Aisnehb'hen nordwestlich Chateau Pertien und beiderseits Vouziertz sind bis auf örtliche Einbrvchsstellen gescheitert. Die Angriffe der Amerikaner wurden in Linie Champignculle- Baycnviller-Ainorville ausgefangen. [j Der österreichische Geueralstab j i J =r= F .r . — meidet: - -- - Mien. 1. Noo. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Zn Venetien wird die Räumungsbewegung fortgesetzt. Zm Südo'^en haben unsere Hauptkräfre das nördliche Donauufer erreicht. Drr Ehcs deö EcncralstabeS. Luftangriffe im September. Berlin, 31. Okt. Unsere Gegner unternahmen im September 41 Luftangriffe auf das deutsche Heimatgebiet. 21 Angriffe galten den Industriegebieten an der Saar, in Lothringen und Luxemburg, einer den Fabrikanlagen in Untertürkheim bei Stuttgart. Bei Burbach setzte eine Bombe eine Modellsckreine- m in Brand. Die Eisenbahnstrecke Saarbrücken-Forbach war durch Treffer für 7 Stunden gesperrt: sonst wurde an Bahnanlagen nur ganz geringer schnell beseitigter Schoden verursacht Zm übrigen erhielten die Angriff« dank unserer Abwehrmaß- nabmen keinerlei militärische Wirkung. Die anderen Angriffe lichteten sich ae'en Rastatr, Karlsruhe, Mannheim, Mainz. Frankfurt a. M.. Kaiserslavt-rn, Trier. Köln und zahlreiche Städte und Dörfer in der Pfalz. Militärischer Schaden wurde bei diesen Angriffen in keinem Falle bewirkt: Der Schaden an privatem Eigentum war in Stuttgart, Mainz und Frankfurt beträchtlich, in den übrigen angegriffenen Städten gering. Die Angriffe forderten unter der Zivilbevölkerung 37 Tote. 29 Schwer- und 48 Leichtverletzte: außerdem wurden"^! Soldaten getötet und elf verletzt. Der Feind bubte seine Angriffe mit ungewöhnlich schweren Verlusten. Bei den Geschwadern,igrist'en auf Mannheim wurden einmal fünf und einmal vier Flugzeuge, bei dem Geschwaderangriif auf Kaiserslautern und Frankfurt sieben feindlich« Flugzeuge ebo«schofscn Zm ganzen verlor der Gegner 31 Flugzeuge. Diese blieben sämtlich in unserem Besitz. Der Flieqerenariff ans Wiesbaden Berlin. 31. Olt. (WB.) Unsere Gegner fahren fort, friedliche Städte des Heimatlandes mit Voniben zu belegen. Zn der Nacht vom 23. zum 24 Oktober erschienen zweimal feind- Uche Flieger über Wiesbaden und warfen planlos Bomben mitten in die Stadt. Dabei weiß der Franzose ganz genau, daß der bekannte Kurort, wo tausende von Verwundeten und Kranken Genesung suchen, überhaupt keine kriegswichtigen Werke und Anlagen beherbergt. Der Angriff hat unter der Bevölkerung 17 Todesopfer gefordert. Daß solche Roheiten im Sinne der französischen Nation erfolgen, ergibt die Meldung, wonach das französische Geschwader, das am Fronleichnamstagc 1916 in Karlsruhe hunderte von unschuldigen Kindern ermor dete oder verstümmelte, zur Verherrlichung dieser Tat eine Fahne mit der Inschrift „Karlsruhe" erhielt. Reichstag unö RSMlMg sinS einig in Sem festen Willen, Sen Ukisgsanieihe-Aeichnern gezenübsr des Reiches Ehrenpflicht zu erfüllen, jede Verkürzung iheerNechte adzuweheen und U)ncn, so weit es angeht, Erieichiernngen unS Vergünstigungen zu gewähren. Darum zeichnet Sie Uriezvanleihel Abendbsricht. Berlin. 1. Nov., abends. (WTB. Amtlich.) An der Lys° front nördlich Deinze ist die Loge unverändert. Südlich Deinze haben wir uns weiteren Angriffen durch Ausweichen auf die Durchstechung der ScheLdelchleufen Amsterdam, 1. Nov. Nach einem hiesigen Blatte teilte der Sonderkorrespondent der „Times" bei der englischen Armee mit. daß dre Deutschen durch die Zerstörung der Schleusen das ganze Scheldetal von Valenciennes bis 6 Meilen nördlich von Conde unter Wasser gesetzt und in einen See von 4 Meilen Breite verwandelt haben. Von Valenciennes bis zum Kanal ist das ganze Land überschwemmt: das Wasser ist noch immer im Steigen de griffen, sodaß di« Stadt von Norden und Süden aus nur sehr schwer zu erreichen ist. DeutZch-Ocsterreich. Wien, 31. £ft. (WB.) Wiener Korrespondenz Bureau. Der >e u t sch- oste u* eichZ che Staats rat veröffentlicht folgende Mitteilungen Der Nationalrat beriet in seiner heutigen Nachmittaassitzung eingehend über die Bildung einer nationalen Armee Deutsch-Oesterreichs. Es wurde beschlossen, dem neuernannten Staatssekretär für Heerwesen einen Unterstaats'ekretär beizugeben. Dafür wurde Artillerie- lentnant Tr. Julius Deutsch bestellt. Weiter wurde beschlossen. an die Frontsoldaten folgenden Aufruf zu erlassen: ..Die Nationalversammlung, bestehend ans allen Abgeord- neten Deutsch-Oesterreichs, hat heute die Negierung über- nommen. Sie will sofort Frieden schließen. Sie will Euch und Eure Lieben schützen. Ihr sollt fortan vollberechtigte Staatsbürger sein. Helft uns die große Aufgabe erfüllen und darum haltet Ordnung und Manneszucht. Verhindert Plünderungen und Gewalttätigkeiten. Leistet Euren bis. herigen Vorgesetzten Gehorsam. Tie ordnungsmäßige Demobilisierung wird unverzüglich in Angriff genommen. Bald seid Ihr mit uns vereint in friedlicher Arbeit. Das Volk sieht auf Euch. Jetzt gilt es. Opfer für Euch selbst zu bringen." An die Soldaten der Wiener Garnison wurde ein gleich, lautender Aufruf gerichtet, dem noch folgendes hinzugefügt ist: „Im Laufe des morgigen Tages werden Abgesandte des Staatsrates zu Euch in die Kasernen kommen, denen Ihr geloben werdet, daß Ihr treu zu den von der Voltsregierung beschlossenen Gesetzen steht, und daß Ihr entschlossen seid, eine Cchutzwehr Eurer Mitbürger in kommenden schweren Zeiten zu sein. Am Sonntag, 3. November, werden in allen Kasernen Wiens im Beisein von Abgeordneten des Staats- rate in freier und geheimer Wahl aus Eurer Mitte Soldaten- räte gebildet werden. Sie werden auch als Be^chwerd.-- komnnssion dienen und in ständiger Fühlung mit der Volksvertretung bleiben. Kamergden! Die Kraft und Soldaten- zucht. die Ihr im Kriege bewiesen, ist uns auch jetzt nock- notwendig. Nur wenn Ihr treu zu den frei gewählten Vertretern des Volkes stehff konrmen wir schnell zum Frieden und bauen uns einen neuen wahren Volksstaat aut." Ententetrnppen in Laibach. Wien. 1. Nov. Eine hiesige Korrespondenz meldet ans Laibach, daß am Donnerstag eine Abteiluna Engländer und Amerikaner, aus Triest kommend, wo die amerikin'sche und englische Flotte von dem Haken Besitz genommen hat. in der Starke von mehreren hundert Mann einoetrosfen ist. Sie wurden von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt. Kkichmg krirlls tiiird) Amnklinkr. Wien. 31. Okt. (WB) Die. ,.R. Fr. Presse" schreibt: Nack» Meldungen aus Laibach erwartet man in südslawischen Kr.' sen daß die Besetzung von Triest durch die amerikanisch Flotte unmittelbar bevorsteht. Die arnerikanische Negierung in Fi iedberg zu haben bei: Fr. Fuemlelln*, Elektrotechnisches Büro; A«l. Hell, Schlosserei und Installationsgeschäit; Karl liftclke, Installationsaeschäft soll durch diese Maßnahme verhindern wollen, daß durch die etwaige Besitznahme Triests seitens der Italiener eine Tatsache geschaffen würde, die bei der künftigen Auseinandersetzung zwischen den Italienern und Südslaw-en am Konferenztische zu großen Schwierigkeiten führen könnte. Die italienische Flotte in Finme. Wien. 1. Nov. (WB.) Die Blätter melden aus Fiume : Die italienische Flotte ist am Mittwoch abend, aus Ersuchen der italienischen Einwohnerschaft, welche die Herrschaft der Cüd- slawen in F'ume nicht anerkennen will, eingelaufen. Alle im Hafen befindlichen Schiffe hatten italienifche und amerkanifche Flaggen gehißt. vM ZchlMich'ff „Driiniö zlnilig" Wien. 1. 9?co. fWB ) Die Marinesektkon teilt mft: Auf bieber nicht aufgeklärter Weise drangen heute morgen nach Ueberaabe der Flofte an den südslawischen Nationalrat mehrere italienische Seeoffiziere in den Hafen von Bola ein. leaten eine Mine an das Scklocktschl'f ..Viribus Untis" und brachten es -um Sinken. Stab und Mannschaft wurden größtenteils gerettet. Die deutschen Tauchboote in der Adria. Berlin. 1. Nov. Die in den österreichischen Mittel«,eerbZfev stationierten deutschen Unterseeboote werden durch die Auflösung der österreichisch-ungarischen Flotte nicht berührt. Um den Kaiser! Der türkische Waffen still st and. Baris. 31. Oft (2UB.) Nach einer Havas-Meldunq erklärte Morineminifter Levgues. daß der Waffenstittstandsver- traq mit der Türkei vor allem freie Durchfahrt für die alliierten Flotten zum Schwarzen Meere, die Besetzung der Darda vollensorttz und der jenigen am Bosporus bestimmt, sowie di? Rücksendung der alliierten Kriegsgefangenen in die Heimat Der Waffenstillstandsvertrag trat am Donnerstag mittag in Kraft. Bulgarien UepubM;? Be. »in. 31. Okt. Dis ..Vcss. Ztg" meldet: Wie wir Horen har die bulgarische Gesandtschaft in Kiew aus Sofia über Konstantinopel die folgende Drahtung erhalten:' Am 25. Oktober ©urt* in Gegenwart einer zahlreichen Menge in der alten Hauptstadt Tirnovo die bulgarische Volksrepublik proklamiert. König Doris verzichtete auf den Thron. An die Spitze des Staates hat sich der Regenfschaftsrat gestellt. Die Leitung der Bergung liegt tn den Händen des Führers der Bauernpartei Stambulinfki. Ern Heer von 40 060 Mann hat sich zu chm geschlagen. Die „Germania" (Eenfr.) tritt von neuem für den Kaiser ein. Das Blatt schreibt u. a.: Wir Deutschen sind ein von Hau?? aus stark monarchlsche; Volk. Warum wollen wir uns in Streit und Hader um die Kaiserfrage stürzen, die selbst für das feindliche Ausland ihren Inhalt verloren hat. nachdem der kaiserlichen Gewalt nichts mehr von allem anhastet, was man als absolutistisch glaubte empfinden zu müssen. Die „Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht einen Leitartikel unter der Überschrift: „Um den Kaiser". Es heißt da: Nicht nur in der sozialdemokratischen Presse, sondern auch tn Blattern des Fortschritts, des linkZaat'onalen Flügels und letzthin sogar de« Zentrums kommen deutliche Stimmen zum Ausdruck, deren Zkl auf die Abdankung des Kaisers geht. Wenn wir selbst den Verzicht der Krone im Innern als schweren Fehler beklagen, so ist doch gerade hier für den inneren Gegner der Monarchie mcM der geringste Grund gegeben, gegen sie aufzutreten. So weit man üb-rhoupt von'der Schuldfrage ausaeben will, muß man dock auch dort unbedingt im Auge behalten, daß wir in einer konstitutionellen Monarchie leben, und daß die verantwortlichen Berater des Kaisers verfassungsmäßig allein die Verantwortvna tragen können. Wenn wir jetzt den Kaikr! preisgeben wollten, so wäre der Monarchie an sich ein tödlicher Stoß versetzt, und der Verfall des Deutschen R-ichr-3 und Volkes wäre die unausbleibliche Fosae. In dieser Lage kann unser Vlatz nur an der Seite der Hoheuzollern sein nicht nur aus Ebraekübl. sondern vor allem aus Liebe und Pflicht gegen Reich und Volk. Englisches Urteil L' ? K iier Wilhelm. „Manchester Guardian" betont gegenüber den starken Tor derunaen Wilßöns nach militärischer Sicherung gegen ein Wie derauftlammen des Kampfe? die Verpflichtungen, die die Wil sonschcn Bedingungen eines Nechtsfriedens beiden Parteien auf erlegen. Zu den noch immer bier und da aeänßerfen Zweifeln an der Vedentuna der Demokratisierung Deutschlands b-merki der ..Manchester Guardian": Di? Sto rksverfasiung des Deut- 'ben Nc-kchc.?. läßt sich nickt in einer Woche völlig ummodeln. Das ist guck nicht unsere Sacke. Das Blatt glaubt, daß Kräfte am Werke seien, die gründliche Aenderunoen herbeiführen würden und daß diese nickt chne Eindruck auf den Kaiser bleiben melden, der in seiner Art ein gewissenhafter, patriotischer Herrscher fei. sich die Lage weiter gestalten wird, ob ein noch engeres Verhüll- nis zwischen Deutsch-Oesterreich und dem Deutschen Reiche ein- tritt. laßt sich nicht absehen. Der Hoff rung aber mochten wir Ausdruck geben, daß das deutsche Volk cker Deutsch-Oesterreicher nicht vergessen, und dgß Deutsch-Oesterreich weiter sich als eine Mark des Deutschen Reiches nach Südosten hin erweisen wird. Wie die Wiener Blätter melden, sprach sich die aus Deutschland zurückgekehrte Abordnung der deutsch-österreichischen Natio- nalversrmmlung über das weitestgehende Entgegenkommen, das sie in Ernährungsangelegenheiten und Verkehrsfragen in Berlin und Dresden gefunden har. befriedigt aus. Die „Neue Fr. Presse" berichtet, daß die deutsche R?ich?r;aierung bereits die Verpftegung Deutsch-Oesterreichs mit Mehl für 66 Tage zusicher" wollte, als im letzten Augenblick die Antwortnote der Monarcki. an Wilson bekannt wurde. Die Stimmung in Berlin sei völli umgefcklagen. trotzdem habe sich die deutsche Reichsregierung bereit erklärt, vorläufig die Mebllieierung auf neun Tage zu übernehmen und bobe ein weiteres Verhalten in der Frage der Ls- bensmittelaushilfe an Deutsch Oesterreich non der Stellungnahme der deu'sch-österrefchrschen Narionalveesommlung zur Arft, wortnote an Wilson und zur Bündnisrrage abhängig gemacht. Eine Äoftchaft Wiftons. Rach einer Meldung der „Morning Polt" aus Newyork begründet eine Botschaft Wilsons an den Senat die Notwendigkeit der Herstellung gereckter Beziehungen zwischen den Völkern durch die Annahme eines Friedens ohne Annexion und ohne Entschädigungen. Die ..Züricher Morgenztg." erfährt von besonderer Seite aus dem Haag, daß sich nack zuverlässigen Informationen wegen der Festsitzung der zu stellenden Friedensbedingungen große Schwierigkeiten eraeben haben zwischen den Alliierten und Wil-on. dessen Stellungnahme in dieser Frage mit derjenigen Lloyd Georges in starkem Gegensatz steht. ^nifldjlnirt) nutz Znlllitz-OMtt'ch. Der deutsch-österreichische Volksstaaf hat sich gebisidet und ist auch nach außen hin bereits tn Erscheinung getreten. Wie weit er von den anderen Mächten anerkannt wird, steht noch nicht fest, aber immerhin wird man sagen können, daß e? nicht gut möglich ist. einen tschechischen und südslawischen Staat an- zuerkennen und einem dentsch-österreickischen Staat diese Aner kennung zu versagen. Mir haben uns nie in innervolitische österreichisch? Dinge eingemischt, und hoben bis zuletzt immer den Gedanke» vertreten, daß der österreichische Staat in seiner alten Gestalt möglichst erbalten bleiben solle. Das ist nicht möglich gewesen, au? Gründen, die wir schon erläutert haben. Mit dem tschechischen und südslawischen Staat müssen wir. das steht fest, eines Tages zu einem modus vivendi kommen, aus der einfachen Tatsache heraus, daß diese Staaten bestehen und wohl nicht mehr verschwinden werden. Gerade aus diesem Grunde aber wird und muß die Sympathie des deutschen Volkes dem deutsch-österreichischen Staate gehören. Tausend Jahre hoben das Reick und seine Süd-Ostmark eine Einheit gebildet und der Gedanke an eine Zusammengehörigkeit Deutschland?, und Oesterreich-Ungarns ist nie ganz erloschen. Der großdeutschc Gedanke hat gerade hieran immer seine Nahrung empfangen und daß er bei der setziaen Gestaltung der Dinge in Oesterreich durchaus in den Vordergrund tritt, ist selbstverständlich Wie C: §Vkm MM t'.m IfrfauIrnnaM, &£rlm. 1. Rov. fWB. Amtlich.) Heute vormittag 2 . r i 00 Min. fuhr der Militär-Urlauberzug 4025 vor dem Bah: Briefen lMark) auf den abgerissenen und stehengeblieb? Sch laßt eil des Güterzuges 7708 auf. 19 Militärperfonen ber Schlußbremser des Güterzuges sind tot. 30 Militärperfonen schwer und 13 Militärpersonen und 2 Mann vom Zugpersonal siwd leicht verletzt. Den Verletzten leistete der im Urlauberzuge befindliche Militärarzt die erste Hilfe. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Jus der Heinrat. Das Ringen um unser Dasein ist ernster denn je. Unser Volk steht vor deiner entscheidenden Schicksalsstur,de, in der es siine Daseinsberechtigung erzbereit vertreten muß. Krieg oder Frieden — es heißt stark sein und opfern können. Der Erfolg der 9. Kriegsanleihe beweise, daß unser deutsches Volk den ern- sten Willen zum Leben hat. * Friedberg, 2. Nov. Wir machen auf das Inserat in der heutigen Nummer betreffs Wiederanfang des Unterrichts in der crchillerfchule aufmerksam. Es ist auch daran zu erinnern, daß am 6. November die Zeichnungsfr.st für die Kriegsanleihe abläuft. Die Schülerinnen werden deshalb dringend gebeten, in diesen letzten Tagen noch für die Schulzeichnung zu tun, was sig irgend können. in. Friedberg. 2 Nov. Das Konzert des Musikvereins am Scnntag beginnt p ü n k t l i ch 4 U h r. Für die Ehrenmitglieder des Vereins ist die erste Bank gegenüber der Kanz-l reser viert. Oefft^dt. 2. Nov. Hier herrscht seit einigen Tagen auch bti ©rtppe und zwar tritt sie recht bösartig auf, so daß die Krankheit schon einige Todesfälle gefordert bat. Nodherm v. d. §„ 2. Nov. In der vorigen Woche wurde bei einem hiesigen Gastwirt eingebrochen und ihm vier Schinken, etliche Schwartenmagen und Speck gestohlen. Gestern wurde bekannt, daß eine Frau, die im Rheinland lebt und hier zu Besuch weilte. Schinken gekauft habe. Die Nachforschungen er. gaben, daß der Verkäufer ein hiesiger arbeitsscheuer Schlossei von noch nicht 17 Jahren war. Der Bursche hatte den Diebstahl begangen, vMl dem gestohlenen Gut war aber nichts mehr z» finden. Gieße«. 1. Nov. Die Landesuniversität Gießen bmbsich. ftgt ihren Studenten im Felde eine W-ibnachtsgabe zu schicken. ~ ie Angehörigen der Eießener Studenten werden gebeten, das Universitäts-Sekretariat (Bismarckstraße 22) durch baldig« Mitteilung der Fe l da d ressen zu unterstützen ch. tz | nie ist unser Volk vor folgenschwerere Entschlüsse und Entscheidungen gestellt Worden als in diesen Tagen. Roch nie Hat dem Daterlande die Hilfe jedes einzelne» ami alem, was er ist und Hat, so bitter not getan. Die Macht über »„»er ;r Wohl und.Wehe »fl in Wahrheit jedem einzelnen so» uns ansertrsut. Hi vstPflichiei — Schi ifi^ Me Zeit der vaterländischen Tal! Die 9. Kriegsanleihe muß eine Volks, asne^e im wm-chen Sinne des Wortes werden. Sonntag, der 3. November, fei der BolksZsichnMgsiÄZ. ^ Alls Zeichnmrgsstelten werden nach der Kirchzeit geöffnei sein. Wer fern Vaterland und sich selbst erhalten will, der zeichne so viel er irgend kann. Mer schon gezeichnet hat, der zeichne mehr. Ans Hessen-Nassau. FC. Wiesbaden, 31. Oft. Spitzbuben statteten einer Villa fe der Frescnfnßstraße einen Besuch ab und schleppten dort alles. ■Ei* nicht niet- und nagelfest war. weg. Vor allem Leibwäsche. Tisch- und Bettwäsche, ferner Damen- und Herrenkleider in xresjer Menge, Decken, Vorhänge, Stickereien, Schmucksachen Tafelsilber, Wessen, Koffer usw. Der Gesamtwert des gestohlenen Guts beziffert sich auf etwa 20 000 Mk. — Ein weiterer großer Einbruch wurde in einer hiesigen Pension ausgesührt. Dabei wurden Brillanten und Schmucksachen sowie 600 Mart fc :ies Geld entwendet. — Sodann wurden in einer hiesigen Villa eine große Kiste mit feiner Damenwäsche gestohlen im Werte von 6000 Mk. Die Kiste stand zum Verschicken bereit, sodaß den Dieben die Arbeit leicht war. FC. Wiesbaden, 31. Oft. Aus dem Fenster gestürzt hat sich gestern vormittag in dem Hause Schiersteinerstraße 9 eine frühere Krankenschwester. Sie war sofort tot. FC. Naurod, 31 Ort. Der hiesige Bürgermeister Hachenberger ist gestern nach kurzer Krankheit im 66. Lebensjahre gestorben. Der Verstorbene war eine in weiteren Kreisen bekannte Persönlichkeit, ein echter Nassauer von echtem Schrot und Korn, das volkstümlichste Ortsoberhaupt im Landkreise Wiesbaden. Seit 1904 hat Hachenberger die Geschicke der Gemeinde mit Umsicht gleitet. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 23. Sonntag nach Trinitatis. 8. November 1918 Reformationsfest. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vorm. 9K Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Anschließend Feier des hl. Abendmahls. Nachm. 4 Uhr: Kirchenkonzert des Musikvereins. Nachm. 5'£ Uhr: Herr Pfarrer Kieberger. Kollekte für die Eustav-Adolf-Stiftung. Gottesdien st in der Burgkirche. Vormittags 8 Uhr: Mlilärgottesdienst. Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. 10 Uhr- Gottesdienst. Kollekte. 11K Uhr: Jugendgottesdienst. Evang. Stadtmission Friedberg, Ludwigfircche 24: Sonntag, den 3. November. VA Uhr nachm.: Sonntagschuke. 8*4 Uhr abends: Oeffemliche Versammlung. Dienstag, den 5. November, 8*A Uhr abends: Jugendstunde. Donnerstag, den 7. November. 814 Uhr abends: Vibelbe- sprechs- und Kriegsgebeistunde. Katholische Gemeinde. Sonntag, den 3. Nov. 1918. 24. Sonnte, g nach Pfingsten. Beichtgelegenheit am Samstag vou 6 Uhr an unk Sonntags früh von 6 Uhr an. %7 Uhr Austeilung der hl. Kommunion. 8 Uhr hl. Messe. ^10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2*4 Uhr Christenlehre und Bruderschaft, Andacht mit Segen und Umgang Während der Woche: Um 7 Uhr hl. Messe. Werktags abends 6*4 Uhr: Arme Seelen-Andacht. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Bor- romärt-Bückerei. Verantwortlich für den vo'itiichen und lokalen Teil: Otto Hi r sehet. Friedberg: für den Anzeigenteil' N Kenner. Friedberg. Trirck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A G.. Friedbera i I ßa, 1 l en ' P n 19 n Kinder-f 61 uEl i Wolle, Seile und Bieber fKinderkleidcheu in Wolle lind Bieber Kleiderstoffe in Wolle und Halbwolle Seidenstoffe reizende Qualitäten Sammto verschiedene Farben Damen- und [Kinder- ' Kostüm-Ricke Damen- und Kintfer- zu bekannt billigen Preisen Pelzbesatz cuiu Verariieilen m Sclifiiigr Tel 245 ffiJilt)} Sehiiler — Schule. Montag, den 4. November, beginnt der Unterricht wieder. I ICriegsanleilie nieht ve rgessen? Die Direktion. Dr. Strecker. *SV Staatlich beaufsichtigte gewerbliche Fachschule. Beginn des Unterrichts: Slontajr, den 4. November 1918, ------- vormittags 9 Uhr. ===== Programme und Anmeldescheine kostenlos durch die Schulleitung. Äcü an » im ach mm Der Unterricht in der hiesigen Musterschule und der Schule im Stadtteil Fauerbach wird Dionlag. dcn 4. November lf. 2s., wieder ausgenommen. Friedberg, den 1. Nov. 1618. Der Schulvorstand. 2. 93.: Damm, Vorsitzender. Für den Aufsichtsrat: gez. Haag, Gr. Balirat, Vorsitzender. Die Schulleitung: gez. Dipl.-Ing. Sch n ei dt Gr. Hauptlehrer. tiin silbernes Ahrenarmband oe loren. Abwgeden pepen pute Belohnung. Näheres in der Ge- chästsstellc der 'Neuen Tages- -enung". Wsl kversm in Fr iedherg. Konzert zur Erinnerung an das 50jährige —— Bestehen des Vereins- Sonntag, den 3 .November 1918 v nachmittags 4 Uhr, in der Stadtkirche zu Friedherg Mitwirkende: Frau Kammersängerin A. Kaempfcrt-Frankfurt a. M Herr Konzertsänger A. WiillersFrankfurt a M., Herr Konzertmeister Hock-Frankfurt a. M., Meer Prof. Dr. Schmidt, Herr 0. Graf-Frankfurt a. M., ein Kinderchor, der Chor des Musikvereins. Leiter: Herr Fritz Usinger. Eintritt und Programm frei. ^iii:iimin«iiiiMii»immiiiiiiiiiau;iiir4t«HniHitiMiiiHniiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiuiWiiiiiiimiiiHiimiiinimiiimHiHi nHi7iiii. , »iiuiHHiim r j^ \v, ir empfehlen preiswerte «aus guten wollenen Stoffen, in einfarbig, meliert und sdiwarz. 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