U, immer 256 Eiiijtlpreis ^ ML Donnerstag den 31. Oktober 1918 11. Jahrgang. Die ..Neue Tagesreitung" ?r>chemt iede» Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Sprnnssube". Zerugoprsis: Bei den Postanitaltsn vierleliährUch Äk.k. 2.70 hinzu tritt noch das Bestellgeld: "ei den Aoenten monatlich 1.00 Mk. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grund-,eclck 25 Big.» loiale 20 Big.. Anzeigen von auswärts werden durch Bo,rnachnahme erhoben. Erfüllungsort öenedberg. Schriftleitung und Derlag vriedberg kffessenl. nanauerstraße 12. Fern'precher 48. Psstj heck-Tonto Nr. 48,9. U.nt Frankfurt a. M. Riimüiiz IialifA Unl> die ®rlm'fid|cr. Erfolgreiche Abwehr. — Heftige Angriffe der Franzosen an der Oise gescheitert. Die Deutschen Köhmcns. Der dentsche Generalstab == meldet: W. T. S. Giotzss HarrptquarLicr. de» 30. Oktober Amtlich. Westlicher KritgSschanplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. In der Lys-Riederung, zwischen der Lns und Schelde, bei Fpmars und Engle Fontaine wurden heftige ^eilangri^e des Gegners abgewiesen. Das englische Feuer gegen die Vorstädte von Tournai und die Ortschaften der Scheldeniederung forderten wiederum erhebliche Opfer unter der Zivilbevölkerung. » Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Am Oise-Kanal schc'tecten am frühen Morgen heftige feindliche Angriffe. Nach starkem Arlilleriekampf nahm der Franzose zwischen Nizy-le-Comie und der Aisne unter Einsatz zahlreicher Panzerwagen seine Angriffe wieder auf. Die in den schweren Kämpfen der letzten Tage bewährten Truppen der Armeen der Generale v Eberhardt und v. Below haben auch gestern wieder einen vollen Erfolg in der Abwehr errungen. Sie schlugen den Feind auf der 18 Kilometer breiten Angriffs- siont völlig zurück. In den Kämpfen am Nordronde von Klein-Ouentin zeichnete sich das brandenburgifche Leib-Grena- dier-Regiment Nr 8. östlich von Benogne das westfälische Infanterie-Regiment Nr. 53 und auf den Aisne-Höhen das mecklenburgische Füsilier-Regiment Nr. 90 besonders aus. Teile der Stellung nordwestlich von Herpy, die vorübergehend verloren gingen, wurden im Gegenangriff wieder genommen. In den Abendstunden stieß der Feind wiederholt zu heftigen Teilan- griffen vor, die überall vor unseren Linien scheiterten. Der Franzose hat gestern schwere Verluste erlitten; zahlreiche Panzerwagen wurden zerstört. Beiderseits von Vouziers und östlich der AiZne zeitweilig Arlilleriekampf. * Wir schossen gestern 27 feindliche Flugzeuge und 8 Fesselballone ab. Leutnant Doerr errang in den letz'en Tagen seinen 81— 3'.., Leutnant Frommberg seinen 30. LuftsiegI Der Chef des Ceneralstabes des Feldheeres. ie b i d) r um g der Kriegsanleihe ist und bleibt die erste Ehrenpflicht des Reiches. D a v ii in z eichneI Aiienddericht. Berlin, 30. Okt., abends. (WB. Amtlich.f An der Oise sind heftige Angriffe der Franzosen gescheitert. An der übrigen Westjront keine größeren Kämpfe. [j Der österreichische Gcneralsiab ! 1 ^ .,- a —— meldet: ==° Wien, 30. Olt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: An der Tiroler Front nur geringe Eefechlstätigkeit. Zwischen Brenta und Piave haben frische feindliche Truppen den Asolone und Monte Pertica mit Uebermacht angegriffen. Änsere dort mit beispiellosem Heldenmut und Soldatentreue öämpfenden Truppen habe alle Anstrengungen des Gegners zunichte gemacht. In der venetianischen Ebene stießen Engländer und Italiener weiter vor. Es gelang ihnen, unter Einsatz aller Kamps- tfiiltcl ihre Einbruchsstetten nördlich und südlich des Montello Wesentlich zu erweitern. , Unserem mehrfach zum Ausdruck gebrachten Entschluß zur Herbeiführuna eines da» Völkerringen abschließenden Waffenstillstandes und dem Frieden Rechnung tragend, worden unsere auf itailenischen Boden kämpfenden Truppen das besetzte Gebiet räumen. Südöstlicher Kriegsschauplatz: Der Ostflügel unserer in Serbien operierenden Streitkroste haben bere.ts den Upbergang auf das nördliche Drina-Urer vollzogen. Der Rückmarsch an die Save und Drina geht weiter planmäßig vor sich. Ter Feind dringt indes nach. Die Nachhuten unserer albanischen Streitkräfte hatten nur vereinzelte Banden abzuwehren. Drr Ehcs dcS GrukralstabkS. Kei Folesmes ur.d Fe Gatran. Berlin, 29 Okt. sWB.) Die Atemvause des Geaners an der Schlachtfront östlich von Solesmes—Le Ofeou scheint weniger durch die notwendige Ordnung seiner Verbände und das Verziehen seiner Artillerie erzwungen zu sein, als durch die blutigen Verluste, die ihn die beiden Kampftage gekostet haben. Aus allen Aussagen der Gefangenen geht hervor, dost die Ziele feiner starken Angriffe nirgends erreicht wurden, und daß die Verluste aller angreifenden Truppen schwer waren. Besonders hoben die Gefangenen wieder die furchtbare Wirkung der deutschen Maschinengewehre hervor. Don der Art der Kämpfe und der Stimmung der feindlichen Truppen gibt auch der Brief eines gefallenen Offiziers der 5. englischen Division an seine Frau einen Begriff. Dabei schlug sich dre 6. Division an einer Stelle, an der die Kämpfe verhältnismäßig- le'ckster waren als an der übrigen Front. Der Offizier schreibt: Der heutige Tag war furckrbar. Die Hölle war losaelassen. Männer heulten wie Kinder. Obwohl meine Kompagnie in zweiter Linie bleiben sollte, mußte sie schon gleich zu Beginn des Angriffs bis an die Front vorstoßen. Da der nächstälteste Offizier verwundet war, batte ick damit zu tun. die Leute aufzumuntern und vorantreiben. Wir litten schwer beim Vorgehen. Ich und wir alle glaubten, wir würden völlig ousgerieben werden Mit einer Handvoll Leuten erreichten wir schließlich die angegebene Linie. Nur vier Gefangene konnten gemacht werden Es war sebr aufregend. Ich flehe zu Gott, daß das alles bald ein Ende hat. - Vie „Äcfreler" Delgiens. Berlin, 29 Okt. (WB.) Am 27. Okwber versuchten feindliche Geschwader zahlreiche Vombenanarilfe auf französische und belgiich-e Städte weit hinter der Kampffront. Durch die deutschen Jagdflieger meist schon weit vor ihren Zielen aus- einonoer gesprengt, kehrte» sic unverrichteter Dinge wieder um und warfen ibre Bomben wahllos ins Gelände. Einige feindliche Flugzeuge, dre wahrscheinlich auf Mons angesetzt waren entledigten, sich ihrer Bomben über dem militärisch völlig bedeutungslosen Städtchen Quaregnon westlich Mons. Die Wirkung wat furchtbar. Von der belgischen Bevölkerung wurden über 40 getötet und viele verwundet, meistens Kinder. Die Zerstörungen, welche die Bombenabwürfe in den f r ' :r;v - und belgischen Sjädten bewirken, stehen in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den das deutsche Heer durch sie erleidet. Die Zivilbewohner sind sich dessen sehr wohl bewußt: denn bei dem Herannahen feindlicher Geschwader haben sie nur eine Sorge: daß die deutschen Jagdstaffeln rechtzeitig zur Stelle sind, um sie vor ihren „Befreiern" zu schützen. Sie itlaffcnfü!!l!rt!ii5ö{jfi>iiu,ingrii noch Mt bfhntint. Berlin, .30. Okt. (WTB. Amtlich.) Die Nachrichten über das Eintreffen der Waffenstillstands-Bedingungen sind falsch. Die Formulierung der Waffenstillstands-Bedingungen wie sie in Deutschland verbreitet wird, beruht auf Gerüchten, denen jede tatsächliche Grundlage fehlt. * Die Zustimmung der Alliierten Die „Morning Post" meldet, daß die Alliierten in ihrer Gesamtheit der Ausnahme von Waffenstillstandsverhandlungen Zugestimmt haben. Auch die Bedingungen zum Waffenstillstand seien bereits fertiggestcllt. Schließlich sind nach einer Meldung der „Daily News" die Verbündeten entschlossen, Friedensverhandlungen aufzunehmen. Wenigstens soll sich Llord George gegenüber dem Leiter des englischen Arbeitcrvcrbandes in dieser Weise geäußert haben. Nach einem Telegramm des Londoner Korrespondenten des ..Manchester Guardian" ist es nicht wahrscheinlich, daß die Dedingunaen der Alliierten für den Waffenstillstand vor Ende dieser Woche bekanntgegeben werden Die ßiirlsni «er dem AMlnß? ,Konstantiriopel, 29. Okt. (MB.) Die Agentur Milli teilt die offizielle Aufnahme der Sonderverhandlungen der Türkei mit der Entente mit. Außer den schon Gemeldeten gehört zu den Unterhändlern noch der Generalstatschef dcr 3 Armee, Sadullah. „Tasvir-i Efkior" bringt eine Unterredung mit dem Großwesier. wonach ein sofortiger Abschluß bevorsteht. »Wenn die weiteren Bedingung-en keine Berichterstattung der Delegierten notwendig machn, werden die Bedingungen leichter sein als für Bulgarien: keine Besetzung von Konstantinopel oder sonstiger türkischer Gebiete Izzet Pascha begründet den Sonderschritt folgendermaßen. Noch dem Zusammenbruch Bulgariens unternahm die Türkei gmneinsam mist den Berbiindeten den Friedensschritt. Dann war es zu Sonderverhandlunaen gezwungen, da Bulgarien vom Feinde besetzt war. Die türkische Grenze war ervoniert und Deutschland nicht imstande, die versprochene Verstärkung zu senden. Der Sonderschritt wurde dem deutschen und dem österreichischen Botschafter mitget.'ilt und von ihnen anerkannt. Die Zttßimm »es iiirkildjfit Re'ches. Die feindlichen Vorbereitungen gegen die Linie Adriano- pel-Dedcagotsch gehen weiter und es ist stündlich mit dem Beginn der Offensive zu rechnen, deren Ziel Konstantinopel ist Die vorhandenen aber in der Minderzahl sich befindenden türkischen Truvpen treffen alle nur möglichen Gegenmaßnahme^. In Syrien haben die Engländer Aleppo besetzt, daoeaen den nördlich von Aleppo liegenden wichtigen Eisenbahnknotenpunkt noch nicht erreicht. Gelinat es dem Feind, ihn zu besetzen so wäre damit die einzige Bahnverbindung noch Mesopotamien ab- geschnitten. In Alexan^rette ist mit feindlichen Landungsversuchen zu rechnen. In Mesopotamien Hai die seit langem erwartete feindliche Offensive beiderseits des Tiaris eingesetzt. Die Engländer gehen mit Kavallerie und Panzerwagen vor und baben die Türken gezwungen. die Fell Abstellung zu räumen O.'stlich des Tiaris befinden sich auch Amerikaner und zwar Brasilianer. Das Ziel dieser Osscnsive rst Mosul. Ae fionftiin rnuia istuM-Mmns. Wien, 29. Okt. (WB) Korrespondenzbureau. Die deutsch- böhmiichen Abgeordneten vermin mellen sich heute im niederöfter- reichischen Landhause zur Konstituierung Deutsch-Böhmens Der Vorsitzende Pacher -stellte in feiner Eröffnungsansprache fest, daß Deutsch-Böhmen zum Staate Deutsch-Oesterreich gehöre und n«e- mand das Recht habe, das Gelöbnis auf den tschechischen Staat zu verlangen. Die Versammlung nahm einstimmig eine Entschließung an, worin gegen die Annerionsabsichten durch die Tschechen Protest erhoben wird. Es wurde beschlossen, bis zur Regelung der Verfassung und Verwaltung Deutsch-Oesterreichs eine vorläufige Verfassung auf temokratncher Grundlage für ^Deutsch-Böhmen gelten zu lassen. Der Provinz Deutsch-Böhmen sollen im Verhältnis zum Staate Deursch-Oesterreich alle Rechte und Pflichten zutommen. welche für das Königreich Böhmen im Verhältnis zu den übrigen im Reichsrat vertretenen Königreichen und Ländern in der böhmischen Landesordnung und int österreichischen Verfassungsgesetz niedergelegt sind. Die Ver- sanimlung aller jetzigen deutschen Richsratsabgeordneten Böhmens bildet den vorläufigen Landtag der Provinz Deutsch Böh men. Vorläufiger Sitz der Landesvertretung ist die Sradt Reichenberg. Der vorläufige Landtag bestellt aus seiner Mitte den Landesausschuß und die Landesregierung mit einem Landeshauptmann an der Spitze. Die Verfassung sieht die Errichtung einer Volkswehr für Deutsch-Böhmen vor. Zum Landeshauptmann wird Pacher gewählt. Der Landeshauptmann wirb beauftragt, sich unverzüglich mit dem deutsch-österreichischen Vollzugsausschuß ins Einvernehmen zu setzen, um die Verwaltungs- geschäfte der bisherigen Behörden für das Gebiet Deutsch-Böhmens zu übernehmen. Wegen der gemischt-nationalen Gemeinden des Landes möge sich der Landeshauptmann über die Errichtung einer besonderen Verwaltung daselbst bis zur endgültigen Ordnung der Verhältnisse mit den Vertretern des tschechischen Volkes ins Einvernehmen setzen. Der Landeshauptmann wird ermächtigt, bis zu 100 Millionen Kronen aukunehmen. Die Wlchkn tthtbeil Anlpruch aut Wien. Wien, 27. Oft Die Blatter bringen eine bemerkenswerte Am,Gerung aus der tschechischen Presse über die tschechischen Ansprüche auf von Deutschen bewohnte Gebiete. Co wenden sich .Narodni Listy" scharf gegen eine Angliederung Deutsch-Böhmens an das Deutsche Reich. Das Blatt sagt: Wir gestatten mcht, daß auch nur eine Spanne Bodens von dem tschechisch- slowakischen Staat losgelöst werde. Die Tschechen werden den deutschen Bürgern alle Gerechtigkeit widerfahren lassen. Hochverräter kann der tschechische Staat aber nicht dulden. Wer nickn loyaler Bürger sein kann, soll Grund und Boden verkaufen «nd hingehem wohin er will. Das agrarische Abendblatt „Be- m" fordert sogar die Einbeziehung Niederösterreichs bis zur T-ouau einschließlich Wiens in den tschechischen Staat mit der Begründung, daß die Tschechen in Niederösterreich keine Insel bilden können weil das jetzige Niederösterreich früher böhmisches Gebiet gewesen sei und die Mehrzahl der Bewohner Wiens direkt oder durch ihre Eltern aus Böhmen und Möhren ftam- . nren. Desgleichen ^ordert das Blatt den Anschluß Preußisch- Schlesiens o'Z untrennbaren Teil des nationalen Programms Einige tschechische Blätter iniidcn sich auch gegen die Heber- nahme eines Anteils der csterreick ijchen Staatsschuld'durch die Tschechen. „Beutow" fragt, wie das tschechische Volk dazu komme, die Schuld für Dinge zu bezahlen, welche ohne oder gegen cs beschlossen wurden. ..Pravo Lidn" schreibt: Der kürn- tige tschecho.slowakische Staat wird entschieden die Uebernahmc eines Teils der österreichischen Staatsschuld ablehnen. Höher gehts wttklich kaum. Allerdings kann man nach diesen Leistungen noch nicht wissen, ob nicht die Tschechen ganz Deutsch-Oesterreich für ihren Staat beanspruchen werden. sscr Zugverkehr Kerlin-Men. Berti«. 30 Ott. (WB.) Die Gerüchte, daß der Zugverkehr von Berlin nach Wien über Bodenbach und Tctschen eingestellt lei, entbehren jeder'Begründung. Zittau, 30. Ott. (WB) Der Personenverkehr nach Böhmen. der gestern Abend eingestellt war. ist heute auf den Linien Zittau - Reichenberg und Zittau-Warnsdorf wieder ausgenommen worden. Nie DkiiU-Gklirrrklrhrr iin Pillen. 5Bifa, 20 Ott. (WB) Der Vollzugsausschuß der deujsch- Ssterreichlsck^en Nationalversammlung beschloß, die an Wilson zu richtende Note der morgigen Vollversammlung zur Ves^lurfas- sung vorzulegen. D:e Note macht zunächst von der Konstituierung der deutsch-österreichischen Staates Mitteilung, der die Gebietshoheit über das Gebiet des bisherigen Oesterreichs beansprucht. in dem die deutsche Bevölkerung die Mehrheit bildet. Der deutsch-österreichische Staat verlangt, daß seine Vertreter als Vertreter eines selbständigen Staates zu den Friedensver- handlunaen zugelassen werden und mit den Vertretern der anderen Na 1 ioen über die Bedingungen des Friedens verhandeln. Er bittet den Präsidcntt.i, ihm Gelegenheit zu bieten, unver- züglrch in gerechte Verhandlungen mit den Vertretern oller kriegführenden Mächte zu treten. Der Vollzugsausschuß verpflichtet sich zur Annahme folgender Grundsätze: Vorbehaltlose Annahme der in den Botschaften Wilsons nie- bergele.tten Grundsätze Anerkennung der tschecho-slowalifchen und südslawischen Nationen als vollkommen unabhängige Staaten: Regelung der deui'ch-österreichischen Beziehungen mit diesen durch freie.Vereinbarung. Eventuelle Streitfragen sind der Entscheidung eines Schiedsgerichts zu unterwerfen. Die Note erörtert die Frage der deutschen Gebiete der Sudetenländer und erkl ärt, es sti selbstverständl ich, daß der neue deutsch-österreichische ff e rr err s kr ii m Roman von Helene Scbütkn. geb von Gersdorff. (Copyright 1915 by C. Alkecmann-Stuttaart ) 271 ' Nachdruck verboien- "^öer. Hilde, geliebtes Herz, warum so verzweifelt?" suchte er sie zu trösten, indem er ihr sanft beruhigend über die Haare strich und sie behutsam zu einem Diwan führte, wo sie sich von seinem Arm umschlungen, niederließ. ..Du hast ja schon immer in den letzten Tagen diese Rückberufungtz-Ordre erwartet. Nun ist sie eben gekommen, und wenn es auch schmerzlich für uns ist. g.ei-b den Tag. nachdem wir uns gefunden, auseinanderqerissen zu werden, so müpen wir uns doch verständig und tapfer in das Unvermeidliche fügen. Auch können wir uns ja später für diese kurze Trennung schadlos halten, denn wir haben ja hoffentlich noch ein langes gemeinschaftliches Leben vor uns." * eia * oi *' ^° s ists ja eben! Haben wir das wirklich iq uii S-,ML “Wj}a»i im> Luiq-M »Wl nebel Aeüt gilt cs. Augen und Ohren offen zu halten, und aus dem "felsigen Hang rein Geräusch zu verursachen. Jeder dicke Bauin, jeder Busch wird untersucht, der als Versteck für den Feind dienen tönntc. Im Tal angelangt» stiegen die letzten Nebel nach vergeblichem Versuch, an dem in vielen Windungen eiligst westwärts fließenden Vach sich' anzuklammern, zum Himmel empor. Bis zum Waldrand ging die tapfere Schar ohne Zögern vor. Hier wurden die Rücken- und Seitensicherungen ausgestellt und jeder Mann durch Zeichen nochmals verwarnt scharf aufzupLssen. Rach einer Lurzen Atempause ging Lammersdorf mit Gefreiter Arnold, Gefreiter Sattler. Landsturmmann Piontkonskl und Knörr zum nahen feindlichen Drahtverhau vor. durchschritt dieses durch die vor einigen Tagen geschnittene Gasse und gelangte. vorsichtig kriechend, bis auf fünf Meter an den feindlichen Graben heran. Kaum hatten die Tapferen daselbst LauersteÜung eingenommen, als der Führer, dank seines ausgezeichneten Gehörs, ein Flüstern im Grsben vernahm, auf das -die Begleiter durch Zeichen aufmerksam gemacht wurden. Nochmals tief Atem holend gibt der Führer das Zeichen zum Angriff. Im Augenblick war der Erabenrand besetzt, als auch schon Gewehrschüsse und Eewehrgranaten um sie einschlugen. Cie waren entdeckt- — Piontkonski rief laut: „Hier sind sie" und sck-otz einen feindlichen Schützen nieder. Mit mächtige: Stimme gibt Lammersdorf den Befehl, „nach rechts und links den Graben mit Handgranaten abriegeln", „Mitte unter Feuer nehmen!" Inzwischen eilten die als Rücken, und Seitendeckung ausgestellten. Leute herbei und griffen in das Feucrgcfecht ein. Im Graben wurde cs lebhaiter. das Stöhnen immer lauter und kurz entschlossen sprang das Häuflein in den Graben. als von den amerikanischen Feinden ein Kommando, ähnlich wie das deutsche „Kehrt" gegeben wurde. Ungeachtet dessen wird der erbitterte Nahkampf zu Ende geführt bis der Nest des Feindes in die Flucht geschlagen ist. Vier tote Amerikaner sperrten allein an einer Stelle den Graben. Ein weiterer Amerikaner ließ sich vor den Augen des kleinen Gefreiten Sattler auf das Gesicht hinfallen? Sattler erwischte den Riosenkerl am Kragen, um sich von der geleisteten Arbeit zu überzeugen, als dreser Bengel umschlup und seine Sckwßwoffe ergriff, die er. durch Sattlers kurzem Handeln zugleich wieder senkte, um sie niemals wieder zu erheben. — An der linken Aöriegelungs-v stelle war das Vilo ein ähnliches Insgesamt waren acht Mann, lauter baumstarke Menschen, für immer nicdcrgekämpft der Rest entfloh. Aber auch unsere Leute sollten nicht ohne Verluste zurück- kekren. Die tödliche Kugel traf unseren lieben Kameraden Roch. 2. Kompagnie, einen prächtigen, blutjungen Burschen am Grabcnrand. Sein Leichnam wurde sofort von 4 Mann geborgen und im Lager der 2. Kompagnie aufgebahrt. Gleichzeitig ist ein toter Amerikaner mit vieler Mühe aus dem zwei Meier hohen Graben geschafft und eingebracht werden. Feind und Freund wurden nebeneinander aufgebahrt und durch einen Ehrenposten bewacht. Lammersdorf befahl den Rückzug, der vom Feinde kaum mehr belästigt wurde. Es wurden noch er beutet' 1 Gewehr mit Schießbecher. 1 Gasmaske, 1 Umschnallgurt mit Seitengewehr und sonstige Dinge. Von größter Wich tigkeit war die unzweifelhaite Feststellung des gegenüberliegenden feindlichen Truppenteils, der aus Briefschaften und Kragennummer leicht festzuftellen war. Erwähnt sei noch, daß der Amerikaner, aus Virginia stammend, sehr reichlich mit Geld verseben war. Nahezu 600 Mk. trug er in Papier, in Francs uuit Dollars bei sich. In einer kleinen Ansprache drückte der Herr Bataillons- fvmwandeur Führer und Mannschaften seinen herzlichsten Dank j für die dem Vaterlande gegenüber bewiesene höchste Pflichter- j füllung au? und gedachte hierbei in warmen, zu Herzen gehen- j den Worten, des gefallenen Kameraden. Am nächsten Tag wurde der Amerikaner in Stellung in ] einfacher, feierlicher Wesse beerdigt. Ein Kreuz mit den Per- l sonslien - schmückt fein Grab. Tags darauf bewegte sich ein stattlicher Lerchenzug aus dem « 2 u*d Stunden hinter der Front gelegenen französischen Ort V. j - nach dem Ehreniriedhof. die BafaillonskapeNe voran, den Cho- pin'schen Trauermarsch spielend. Hinter dem mit frischem Grün! und Kränzen geschmückten Leichenwagen schritten der Herr Vri- l gadekcmmandeur. der Herr Vataillonskommandcur, zahlreiche Offiziere und Mannschaften des Bataillons, insbesondere der Stoßtrupp geschlossen unter Lammersdorfs Führung. Das Kommando „Achtung, präsentiert das Gewehr!" erschallt, der Sarg senkt sich langsam in die Trust. Nach der Ge dächtnisrede des Feldgeistlichen legten der Herr Vrigadeko.n- rnandcur. der Herr Bataillonskommandeur, der Herr Kompag- mefitfiter und zahlreiche Kameraden unter kurzen Ansprachen Kranze nieder, Unter unvergeßlicher Roth ruhe in Frieden! Zwei Tage später trägt der während des Krieges bei mehr Lis 2V6 Patrouillen gegen den Feind bewährte Vizefeldwebel Lammersdorf die schönste Kriegsauszeichnung — da? Eiserne Kreuz 1. Klasse — an der Brust, die Mannschaften schmückt das schwarz-weiße Bändchen als Lehn für ihr tapferes Verhalten. Bausch, Leutnant und Adjutant. Zur nennten Kriegsanleihe. Inder Versammlung des Verbandes hessischer Sparkassen hat Geheimer Finarrzrat V a st i a n daraus hingewiesen, daß wir jetzt nahezu das Dreizehnfache an Geldzeichen in Umlauf hätten, verglich:» mit dem Zustand vor dem Kriege, nämlich mehr als 37, Milliarden Mark. Jetzt sei Vorsorge getroffen, daß alsbald der Mangel an Geldzeichen behoben werde. Nur um einen zeitweiligen Mangel an ge- 'druckten Geldzeichen habe es sich gehandelt, den die Reichs: draäeret nicht sofort beheben konnte, im übrigen hätten wir unsere Mitglieder zu warnen, sich nicht von Maßnahmen überraschen zu lassen, die die ganz unbegründete Geldhamsterei mit schwerem Nachteil ahnden würden und die natürlich nicht lange vorher angekündigt werden könnten. Die Steuerbehörden erführen nichts von den Einzahlungen. Auch beweise doch eine solche Einlage noch keine Vermögensmehrung. Vernünftige Sparer hätten die Sparkasseneinlagen allein im September um H Milliarde Mark gesteigert. Die Sparkassen ihrerseits legen die Einlagen so an. daß sie sich jederzeit wieder Geldmittel beschaffen können. Sie lassen aber die eingehenden Gelder nicht bar im Hause liegen. Die Versammlung unter Leitung des Herrn Eeheimrat Mickel hat das einstimmig gebilligt. Ein Gegenstand gewisserhaften Prüfung sei die Frage, ob sich unter heutigen Verhältnissen etwas geändert habe an der Stellungnahme gegenüber der Kriegsanleihe. Wir aber feien gewiß alle der Ueberzeugung, daß Deutschland nicht zerschlagen werden könne und fähig bleibe, die Zinsen der Ehrenschuld „Kriegsanleihe" zu zahlen, an der auch dre kleinsten Geldbesitzer 'in weitem Umfange, oft sogar mit ihrem ganzen Vermögen, beteiligt seien. Dank einer Bevölkerung, die in diesen Tagen erneut gelobe, durch Harfe Arbeit die wirtschaftlichen tiefen Wunden zur Heilung zu bringen. Die Kassen würden arlch in der Ueber- gangszeit erhebliche Einnahmen haben, ohne Kriegsanleihe verkaufen zu müssen, weil auch nach dem Kriege Geld verdient und Geld gespart wird und weil viel Geld, das jetzt noch zu Hause ruht, sich auf den Weg zu .den Kassen besinnen werde. Auch sei der Geldbedarf für die Abhebungen nach dem Kriege sicherlich nur ein verhältnismäßig geringer, weil das. was man für die häusliche Wirtschaft zu kaufen sich vorgenommen habe erst in geraumer Zeit und dann auch nur nach und nach zur Verfügung stehe. Gleichwohl seien die in Aussicht genommenen Einrichtungen der Reichsfinanzverwaltnng derart ausgestaltet daß sie für jede, auch die allergrößte. Bewegung von Kriegsanleihen gerüstet feien. Man werde also nicht nur immer Geld haben können, sondern sich auch darauf verlassen dürren, daß der Kurs vorsorgliche Pflege findet. Beschlossen wurde auf Anregung des Vortragenden, den Beamten die Beteiligung an der Kriegsanleihe dadurch zu erleichtern, daß die Sparkassen je nach Wunsch die Mittel kür die Zeichnung einstweilen verlegen. Die Eroßh. Hauptstaatskasse behält bei der monatlichen Gehaltszahlung immer 1 Prozent des Zeichnnngsdetrags zu Gunsten der zeichnenden Sparkasse ein. In 7 Jahren würde der gezeichnete Betrag zur Verfügung der Beamten stehen. Müsse er vorzeitig den Vertrag aufhebcn, so wird unter Umständen das mittlerweile angesammelte Kapital mit Zinsen in Kriegsanleihe mit dem überfchießenden Betrag in bar ausgehändigt. Dom Felde der Ehre. Lkidhccken. Der Fahrer Otto Scheid in einem Feldart.- Negiment wurde bei den schweren Kämpsn im Westen mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Ins der Hemmt. Friebbrrtz, 30. Okt. Der hiesigen Polizei gelang es in det vergangenen Nacht zwei Soldaten vom hiesigen Ersatz-Ball. Res-Inf.-Regt. 116 festzunehmen, die vorher in das Ockstädter- ftraße Nr. 13 gelegene Magazin des Apothekers Fiedler dahier mit Gewalt eingebrochen waren und daraus fünf Gänse und drei Enten, die sie an Ort und Stelle abschlachteten, entwendet hatten. Die Beute war zum Verkauf nach Frankfurt bestimmt. — Weiter wurden' vergangene Nacht dahier zwei Zivilisten, die gleichfalls dem Heere noch angehören, festgenommen, in deren Besitz sich noch frisches Fleisch vorfand, das aus einer Ge- heimschlackstung, wie diese selbst zuaeben, stammt- Friedbsrg, II Okt. (M u s i! 0 e r e i n.) Am 3. November besteht der hiesige „Musikoerein" fünfzig Jahre. An diesem Tage wird er in der Stadtkirche ein Konzert veranstalten, zu dem jedermann freien Eintritt hat. Sogar das Programm wird infolge der Freigiebigkeit eines Freundes des Vereins kostenlos abgegeben. Als Solistin ist eine der gefeiertesten Sängerinnen der Eegnmart gewonnen worden: Frau Anna Kaempfert-Franksurt, Ehrenmitglied des MusikvereinZ. Als Sänger werden wir Herrn Adolf Müller hören, der nun gerade seit 25 Jahren Ehrenmitglied des Vereins ist. Als Instrumentalist schließt sich ihnen an: Herr Konzertmeister Hock-Frank- furt, seit kurzem ebenfalls Ehrenmitglied des Muftkvereins. Zur Aufführung gelangen zwei Kantaten von I. S. Bach und eine Chorv.lkantate von Max Reger. Zwischen diesen Chorwerken liegen die Vorträge der Solisten. — Den Vereinsmitaliedern hat der Verein eine /Festgabe" zugehcn lassen, die wohl manchem willkommen gewesen ist. Der erste Teil dieses Buches ist unter dem Titel „Beiträge zur Kenntnis des musikalischen Lebens in der ehemaligen Reichsstadt Fricdberg i. d. W." für sich bei Vreitkopf und Härtel in Leipzig erschienen und kann durch den Buchhandel ohne weiteres bezogen werden. Die „Festgabe" als solche, d. h. genannte Abhandlung und die Geschichte des Musik- vereins kann nur von. dem Rechner des Vereins. Herrn Bank. Vorstand Alex. Weber bezogen werden. Zinsschdue els Zahlungsmittel. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Zinsscheine der im Januar fälligen Zinsen für die Kriegsanleihen jetzt schon von allen amtlichen Stellen als Zahlungsmittel angenommen werden. Es ist erwünscht, wenn davon Gebrauch gemacht wird. weil dadurch der Bargeldmange! gelindert wird. Gegen den Schleichhandel mit Vieh und Fleisch haben bisher alle Verordnungen nichts geholfen und hat nunmehr die Hessische Negierung ähnlich, wie andere Staaten, eine neue Anordnung getroffen, die es den Viehbesitzern unmöglich machen soll, Tiere auf ungesetzlichem Wege zu veräußern. Sie geht da- hln. daß die Viehhandelsverbände übr alle Bestände an Rindvieh und Kälbern, Schweinen und Schafen Listen aufzunehmen und fcrtznführen haben, nicht über Schlachtvieh, sondern auch über Nutz- und Zuchtvieh. Ferner darf kein Stück Vieh erworben oder veräußert werden, ohne ausdrückliche Erlaubnis de? Viehhandelsverbandes, der dann die Kontrolle über den Wechsel in den einzelnen Viehbeständen anszuüben hat. Bei jeder Acnderung des Standortes eines Stückes Schlacht-, Nutz- oder Zuchtvieh, auch Schafen und Ziegen ieden Alters, mutz der Begleiter einen Beförderungsfchein besitzen, aus dem zu ersehen ist. woher da? Tier stammt und wohin es verbracht werden soll. Ter Beförderungsschein ist bei dem Viehhandelsverband zu erwirken. Bei der Ausfuhr von einer Provinz in dis andere hat auch das zuständige Kreisamt mitzuwirken. Schwere Strafen und Enteignungen. Beschlagnahmen usw. sind bei Uebertre- tung der Anordnung, über welche die Viehkandelsverbände noch Ausführungsbestimmungen erlassen, zu gewärtigen. Ob's was nützt? Jedenfalls sind neue Belästigungen und Erschwer' w- n aller Art wieder unausbleiblich. Wölfersheim. 31. Okt. Hier feiert am 1. November H-.rr Johannes Müller IV. in voller geistiger.und körperlicher Frische seinen 90. Geburtstag. In lveitcn Kreisen ist das ..Geburtstagskind" bekannt unter dem Namen „Dragonerhannes" eine Bezeichnung, die von feinem Vater, dem „Dragoner-Fritz" auf ihn übergegangen ist. Letzterer kämpfte 1812^13 als hessischer (rheiubündlerischcr) Dragoner an der Katzbach gegen Blüchers Heer, geriet in ^preußische Gefangenschaft und wurde dann preußischer Soldat. Nach den Kämpfen in Frankreich erhielt er seinen Abschied, mußte aber, in die Heimat zurückgekehrt. in Dnrmstadt nachdienen, weil er zu den Preußen gegangen war. Im Jahre 1848 mackste der alte Dragoner nochmals von sich reden, als er sich gegen die „Krawaller" stellte. —er. sr. Hanau, 29. Okt. Nach mehr als neunjähriger Tätigkeit an der Spitze der Verwaltung unseres Landkreises wird Geh. Regierungsrat Landrat Frhr. Laur von Münck-Hofen am 1. Nov. d I. diesen Posten verlassen. Er ist an die Kal. Regierung in Hildesheim versetzt worden, und zwar, wie man vernimmt, aus seinen Antrag, da er es pflichtgemäß für notwendig gehalten bat. vor Beginn der durch die Lebensmitielfck iebunacn im Landkreise Hanau veranlaßten Gerichtsverhandlung feine amtliche Tätigkeit in Hanau aufzuoeben. FC. Vom Main, 29. Okt. In der Pfarrgasse in Aschaffen- bürg gerieten die Kleider der achtjährigen Rosa Kauvp infolge bantiercns mit Feuerzeug durch einen sechsiähriocn Knaben in Brand. Da? arme Kind erlitt furchtbare Brandwunden, denen es erlegen ist. Pnß Starkenburg. FC. Von der Bergstraße, 29. Okt. In den Wirtschaften wird der neue Wein zu 1 40 bis 1.30 Mk. das Vie stelliier verkauft. FC. Ersß-Gcran, 29. Okt. Im hiesigen Kreise wurden im Laute des Sommers 7,99 Zentner Trockenlaub und 229 Zentner Frifchlaub durch die Schulen gesammelt. FC. Wolfskehleu, 29. Okt. Am hiesigen Bahnhof wurden zwei Zivilisten und zwei Feldgraue verhaftet die in Goddelau ein Schwein gestohlen und auf freiem Felde abgeschlachtet hatten. FC. Bom Odenwald. 29. Okt. In dein Geschäft von Mayer Strauß in Mickelbach wurde ein Einbruch verübt und Waren im Werte von 3000 Mark gestohlen. — Die Grippe hat in Eöer- bach 40 Opfer gefordert. Ans Hessen-Nassau. FC. Wiesbaden, 28. Okt. Es war Heuer um die Kirschen» zeit. Besonders die Jugend von Dotzheim ging viel in ..die Kirschen". Hierbei wurden die Kirschbäume arg mitgenommen, ganze Aeste heruntergerissen. So erging es am 26. Juni d. I. der Kufchenpkantage auf dem Exerzierplatz wo sich drei Iungsn an den Kirschen gütlich taten, als sie von dem Hilfsfeldschiitzen dem Kricgsinvaliden Heinrich Bernbardst aus Schierstein dabei erwischt wurden. Dem 14jährigen Wilh. Klein. Sohn eines in Dohherm wohnenden Ziaeunerpaares. auf den der Hilfs'eld- fchütze pulverte, als er Reißaus nahm, wurde durch ein Schrotkorn das linke Auge so verletzt, daß es herausgenommen werden mußte. Heute hatte sich der unvorsichtige Schütze vor den Schöffen wegen fahrlässiger gefährlicher Körperverletzung zu verantworten Der Amtsanwalt hatte einen Monat Gefängnis beantragt. das Gericht erkannte aber auf 100 Mk. Eeldstrafr unter Zubilligung mildernder- Umstände. FC. Bretzenheim. 29. Okt. Der in weiten Kreisen bekannte Landwirt und Ortsgerichtsbeisitzer Loreuz Müller ist im 77. Lebensjahre plötzlich gestorben. Früher gehörte der Verstorbene eine lange Reihe von Jahren dem Gemeinderat an. Aus der Pfalz. FC. Aus der Pfalz, 29. Okt. Der Moschinenfabrikant Ha-.' nauer in Winnweiler wollte vor einigen Tagen auf die Jagd geben. Er hängte sich das Gewehr um. blieb aber bei dem Hiuansgchen aus dem Büro mit demselben hängen, plötzlich krachte ein Schuß und Hanauer siel tot zu Boden. Kirchliche Nachrichten. Katholische Gemeinde. Freitag, den 1 . November: Allerheiligen. Beichtgelegenheit am Vorabend von 4 Uhr an und Feier- tags früh von 6 Uhr an. Yt7 Uhr' Frühmesse. 8 Uhr: Militärgottesdienst (Singmesse mit Predigt) X*lü Uhr: Hochamt mit Segen und Predigt. Nachm. 2'A Uhr: Feierliche Vesper. Veichtgelegenheit bis 4 Uhr und wieder von 6 Uhr an Abends 8 Uhr: Armenseelen-Andacht mit Predigt. Verantwortlich für den politischen nnd lokalen Teil: Otto Hirsche!. Iriedberg; für den Anzeigenteil: R. Serner, Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A- G.. Friedbera i Schulbücher Schreib- u. Zeichenwaren für Eewerbefchüler empfiehlt Buchhandlung Friedr. Strecksuß, Friedberg. OrhrtiiutmnrsMittrt Nach l'örcrer 5Jcrfü]itm ist es den ;>ommunolverbänden un^ Släd'en nunm-hr gestartet, die bisher oorge chnebene. wcnia erfreulich gewe ene Brolstreckuni mit Fri'chlur'offeln n'egzulassen. 2n der -ladt Fnedberg kommt die rot'lre un^ mit dem 1. November in Wegfall. Von diesem Tage ab w«e"t der Lilb Brot 1800 Gramm und kostet V6 Pfennig. Frled.'eri. den ZN. Ott. 1918. Der Bürgermeister. 3. V: L"a in m. Kelrannlttmchuug über den Beznq bestellter Nährmittel. den Belr.: Fteuchver orguin. Krtrniinlmnchnnft 7>ch br.nge hierdurch zur öffent- lichen »lennmis, das; der Vertaui von Nind- und Kalb« oder Hammelfleisch. lowie Wurst für diese Woche am , re tag. ten l. 9!ov. 1918. von nochmlttags 1 b.s 6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Metzzer- läden siaUfindet. Die Beuaufszeit ist genau ein- zuhdlten. Friedberg. den 31. Okt. 1918. Der Bürgermeister I. V.: V a m m. Aulrichitigl Verm. oeb. Frau nut 1 Ixrnd. für das f.e orgt ist, mochte ge?. Herrn k imen leinen. Einheirat in Ho --ul erwi n cht. JDf?ett n mit Bild u. Nr. 2034 an die G chäftsstelle der ..Neuen Tazeszeiiung" erbeten. strengste Verichwregenheir zu- fesichert und verlangt. Bild lo- fon zur irt. Si tiüi-w i Sioploame S. nBiii|»äe l^ockni Die auf unsere Bekanntmachung ro.-n 16. Oktober bei KlelnhandL sge chäf l a ,i) Marke CO 125 Gramm Gries zn 12 Pfennig. Mit dem 4. November ver'ieren die Marken ihre Gültigkeit Wer die von ihm bestellten Waren bis zu dielein Zeitpunkt nicht bezogen hat, verliert den Anspruch daraus. Die K einhandelsgeichäfle haben die be reffenden Quit'un's- unb Bezugsmarken ab u-reunen. und geireunt nach 8tuntmern und arbe auf Bc.eUoo gen anfgektebt, vis spätcs1c»«S 5. November bei uns abzuliejcrn. Bis zu dem vorstehenden Zeitpunkt al o dem 4 November von den Bestellern nicht abgeno nmene W.nenmennen sind bi; zum 5. November an.z» zeigen. Nichtbeachtung die er Borchnst hat den Ausschluß von dem Beriried der Nährmittel zur Folge. Fnedberg. den 30. Oltober 1018. Ter Bürgermeister 7'. B.: Damm. li inder-K Icldclion KindiT-Vchiirzou K imier-UückcLieii Kinder-Wäsche Cezugscheinireie Herfen-Hemden aus haitbaremFjsei Stoff bereits cekocht. Korsetts oL . Um- üid Miimu in herrlicher Auswahl. Friedbere in Kessen, KaiseMrasse 51, gegenüb. d. 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Um eine Ueberlastung der noch verbleibenden Züge zu vermeiden, wird wiederholt und auf das dringendste ersucht, alle nicht unbedingt nötigen Reisen zu unterlassen, da andernfalls noch einschneidendere Maßnahmen zu^ Einschränkung des Personenveikebrsnicht zu vermeiden sind. Je mehr sich das Publikum in seinen Reisen beschränkt und dadurch milhilft, das durch die Einschränkung erstrebte Ziel zu erreichen, je ehe^ wird es möglich sein, die Be» schränkungen zu mildern oder ganz auszuheben. Ebenso hängt es von der Selbstbeschrankung des Publikums ab, ob die Zahl der zu den einzelnen Zügen zu verausgebenden Fahrkarten von vornherein ein für a lemal festgesetzt wird. Jedenfalls wird aber schon fetzt der Veikauf sofort ein- ' gestellt und die Bahnsteigsperre geschlossen, sobald eine betriebsgesahrliche Uebersetzung zu befürchten ist. Gleichzeitig wird in Ausführung der Atlg. Ausführungsbeäim- mungen 5 ,2) zu 8 16 der Eisenbahnoerkehrsordnung an- qeordnet, dafz die Fahrt am ersten Tage der Geltungsdauer der Fahrkarten angetreten werden musz. Hinsichtlich der bereits vor Veröffentlichung dieser Bekanntmachung gelösten Fahrkarten gelten noch die bisherigen Bestimmungen. .Aiiißlillie Eiseiibchlliiktk^iliil Vlnkfilrt Uli'iij. isfillftllllf. Am Freitao. den 1. November 1918. vormittags II tthr. sollen im hiesigen Nat aus die nachstehend ver-eichneten. im Grundbuche der Gemarkung Friedberg den verstorbenen Michael Hock Eheleuten zugeschriebenen Grundstücke, nämlich Flur II Nr. 454 — 48 cm. Hofraite in der Stabt, und .. II „ 15 — 1462 qm, Erobgartcn an. der Faueibacherstt. zur öffentlichen freiwilligen Versteigerung gebracht werden. Die Versteigerungsbedingnn''en lönnen aur dem Ge'chäfts- ümmer des Gr. Ortsgelichts während der Gcschäf situnden einae- lehen werden. Friedberg. den 25. Oktober 1918. 3. V.: Falck. Eerich smanM Erleichterte Kriegsanleihs-ZeichnzmZen für Staatsbeamte. Die he'stschen Spaikaffen hoben sich dankenswerterweise bereit erklärt, Staatsbeamten die Zeichnung dadurch zu erleichtern, dafz sie den Betrag der Zeichnung einstweilen vorlegen, die Stücke beziehen und verwahren Die Bezahlung er olgt durch monatliche Eehallsabziige. die die Grotzh. Hauptstaatskasse in Höhe von 1 % der gezeichneten Summe zugunsten der zeichnenden Spaikasse vornimmt. Die Tilgung ist damit in etwa 7 Jahren erreicht. In begiündeten Ausnahmefällen kann Auflösung des Vertraas schon vor Ablauf der Tilgungsdauer stattfinden. Es werden dann die bis dahin abgc'ahlten Knegsanleiheftücke mit dem Ueberfchutz einschließlich Einlage-Zinsen in bar ausgehändigt. S.Iili! Frankfurt s. M., Hit sler Marfttbaile S, I. Neu eingegang-en in schöner Auswahl: Für Kostüme und KonfirmandGR-KleMer passend als Weihnachts-Geschenke. bwoüeue Blusen- mü Kleiderstoffe in verschiedenen Bedingungen, wie: Grenadine, Serge, Cheviots, Mohair, Kammgarn, Panama, fllpacca usw. I» dclmnrz, creme sind farbig. Herren-, KnaMosen- und Anzug-Sioffe 140 bis 150 cm breit, nur s»»1e Qualitäten. Rohnessel für Hemden. Lüster in glatt und geslreift für Unterröcke. W Bezugscheine mitbringen. "IW