Uiimmer 2 54 GnfchreisLL Dienstag den 29. Oktober 1918 11. Jahrgang. Die „Neue L^aoeszeitung" erichemt zeden Werttai. Regelmäßige Beilagen „Ser Knurr aus Hessen", „Die HpinnLube". Bezugspreis: Bei den Boitanstaiten oteneljährlich Mk. l?o hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Aoenten monatlich 1.00 Mk. etnschlietzlich Trägerlolm. Anzeigen: Grundzeile 2b Psg^ totale 20 Big.. Anzeigen von auswarrs werden durch Bolnachnahm« erhoben. Erfüllunasor, Frisvbera. SchriMeilnna und Derlag ^riedderg lHesient. oanauer'traße 12. ^ern'precher 18. Poiti Heck-Tonro Nr. 18»9. ?lrnt ^cantfurt a. M. Das Ringen im Westen. grlcherterks Teilangriffe. — Eine neue Schlacht Ln Italien. Gröner als Nachfolger Kndendoeff's. Der deutsche Generalstab 1 — meldet: -— u W. T. r ljatrrilqnartjer, Leu 26. GKlober Ämt rch. Westlicher Krikg-schanpfatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Keine größeren Kampfhandlungen. Südwestlich von Dein:' östlich von Aoelgen und bei Artres (südlich der Scheidet w ef:u wir feindliche Angriffe ab. Bei Säuberung einzelner Englän- dernesier bei Famars und Engls Fontaine machten wir Gefangene. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Uebergangtzversuche des Feindes über den Oisekanal bei Tcpigny wurden vereitelt. Zwischen Oise und Serre nahmen wir in der vorletzten Nacht in dem vorspringenden Bogen zwischen Origny und La Ferto stehende Truppen in die Linie westlich von Euise — östlich von Grecy an der Serre zurück. Der Feind griff gestern unsere neuen Linien südlich von Guise an: unter Einbuße zahlreicher Panzerwagen wurde er abgewiefen. Am Souche Abschnitt scheiterten am frühen Morgen erneute Angriffe der Franzosen zwischen Froidmont und Pierrepont Westlich der W°?ne fanden gestern nur örtliche Kämpfe statt. Feindliche Angriffe gegen unsere auf dem Südufer der Aisne südöstlich vcn Nethel und bei Rilly stehenden Truppen wurden abgewiefen. Auf den Aisne-Höhen östlich von Bouziers nahm der Artilleriekampf am Abend in Verbindung mit erfolglosen Angrisfen des Gegners östlich von ChestreZ vorübergehend große Stärke an. Heeresgruppe Gallwitz. Auf den Höben östlich der Maas wiesen wir Angriffe der Amerikaner am Walde von Confenvoye und am Ormontwaldc ab. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Die eingeleiteten Bewegungen wurden planmäßig weiter- gesührt. Südlich von Nudnik und Topola erfolgreiche Nackbut- kämpfe. Beiderstits der Morava besteht nur geringe Eefechts- fiihlung mit dem Feinde. Der Chef des Ceneralstabes des Feldheeres. "r will. 'aß es zum Fneden kommt, der ze^Dne '^r kecr s an ler he. Und wer will, daß der Frieden moI Zuc wird, der zeici>ne er |3 recht Rriegsanleihe. Darum zeichne! Abettdkrricht. «erlin Okt, abends. /WTB. AmilichI K-ine arößc. een Kämpfe. Südlich der Schelde, am Oise ^ nal und am Eouche-Abschnitt heftige Teilangriffe des Gegners. jj Der österreichische Generalstad ! !fc== meldet: ==■! Wien. 28. Okt. (WB. Nichtamtlich.) Amtlich wird vcr- loutbart: Italienischer Kriegsschauplatz: In den Sieben Gemeinden blieb die Kampftätigkeit des Gegners auch gestern auf einzelne Vorstöße beschränkt, die abgewiesen wurden. Nördlich der Brenta tobt auf 60 Kilometer Frontbreite eine große Schlacht. Im Gebiet zwischen Ser Brenta und der Piave scheiterten wieder alle Anstürme des Feindes, mochten sie mit noch so starken Kräften geführt worden sein. Die südlich der Fontana Secca an die Italiener verlorene Sternkuppe wurde im Gegenangriff wieder zurückrrobert. wobei ein großer Teil der Besatzung in der Hand unserer Vrwyen blieb Unter unseren tapferen Truppen haben sich in diesen Kämpfen besonders ausgezeichnet die Inf.Megt. 7 (Klagenfurt). 39 (Dobroczin). 47 (Marburg), 49 (St. Pölten). 73 (Eger). 120 (Westgalizier). 139 (neues ungarisches Regiment), das ungarische Sturmbataillon 17. das kroatische 42. das Wiener Schützenregiment 1 und das kroatische Landwehr.Regiment 28 Neuerliche Anerkennung verdienen wieder die Artillerie- und Infanterie-Scklachtflieger. An der Piave haben nach heftiger Artillerievorbereitung in der Nacht vom 27. die Entente-Angriffe eingesetzt. Bei Vel- dobbiadeno vermochten schwächere feindliche Abteilungen das linke Ufer zu gewinnen. Sie wurden zum größten Teil zurückgedrückt. Bei Violino und Vidor wurden Uebergangsverfuche durck.unser Abwehrfeuer'zum Scheitern gebracht. Abwärts von Bidor gelang es den Feinden mit starken Kräften den Ueberqana zu erzwingen. Unsere Truppen warfen sich ihm im Gegenangriff entgegen. Abends wurde bei den Dörfern Moriago und Sernaglia gekämpft. Gegenüber dein Nordostfuß des Montello blieben die Ueber- gangKversuche der Italiener ohne Erfolg. Don Papadopoli aus stießen die Engländer bis Fezze und San Polo di Piave vor Die drei Kilometer breite Ansturm- welle wurde durch unsere um jeden Fuß breit Boden tapfer fechtenden Truppen in den Flanken abgeriegelt. Neue Kämpfe stnd seit heute früh an der Piave im Gange. Balkan-Krieasschauplatz: Bei Alessio an der albanischen Küste Nach-butkämpfe An der mir-tleren Drina kam es zu Zusammenstößen zwischen unseren Sickerungstruxpen und starken Banden. Das Zurücknebmen unserer Truvpen in Serbien erfolgt ebne Störung durch den Gegner. Die Gefechtsfühlung bestand gestern nur nördlich von Kragusevac. Der Chef des Eknkralstabes. Neutrale Urteile. Kristiania, 27. Okt. (WB.) „Aftenpostens" militärischer Mitarbeiter, der sonst die militärische Lage in dem für Deutschland ungünstigsten Lichte zu betrachten pflegte, schreibt heute, der deutsche Rückzug sei vorzüglich geleitet. Das deutsche Heer hätte eine sehr bedeutende Kampfkraft ge,zeigt, während die Fortschritte der Alliierten bei weitem nicht so rasch gewesen seien, wie man erwartet hatte. Alles in allem sei die Lage d "- denschen Heers bedeutend besser als noch vor zwei bis drei Wacken. Stockholm, 27. Okt. (WB.) Der norwegische Militär- krttiker Hauntmann Rörreaaard sckreibt in ..Dagens Nvheter": Die militärische Lage muß als ziemlich gut für die Deutschen betrachtet werden. Der Rückzug wurde musteraultig durchgf- iübrt besonders im Hinblick auf die stch in den Weg stellenden großen Sckwieriokeiten. Der Vormarsch der Alliierten geht langsam von statten. Jeden Tag kommt der Winter mit neuen Schwierigkeiten näher. Die Deutschen haben noch verschiedene starke Verteidigungslinien hinter sich, ehe sie in der letzten Hauvtstellung stehen, wo die Entscheidung fallen soll. Noch einen langen und schweren Weg haben die Alliierten vor sich. Die Deutschen können vielleicht noch ein Jahr, vielleicht noch länger au-ckalten. In dieser Z*jt kann noch viel geschehen, was man jetzt nicht ahnt. Damit rechnen die Deutschen. Pie Uh ein greil re. 27. Okt. (WB.) In der „Morning Post" vom 22. Oktober führt Oberst Ropington die unerläßliche militärische Notwendigkeit aus. Frankreich durch die Rhein grenze strategisch zu sichern. Durch den Verfall Oesterreichs, den schon die nächste Generation Italiens bedauern und bereuen werde, würde Deutschland für die Zukunft ebenso sehr gestärkt wie durch den Verfall Rußlands. Wie auch immer sonstige Friedcnsbe- dinannaen lauten mögen, diese zwei Ereignisse blieben für Deutschland ein absoluter Gewinn. Deshalb müßten die Westmächte dem Beispiel der Römer folgen und den Rhein als Schutzgrenze gegen einen künftigen deutschen Angriff festlegen. Die Forderungen Fochs für einen Waffenstillstand sehen u. a» denn der bulgarische Schlachtrnuf,.7ly Nash!" (d. h. „Auts Ter!“) vor dem Sturm erschien dem Gegner allein schon über« wiiltigend. Später hörte man von deutscher Seite durch Mitkämpfer ouf dem mazedonischen Kriegsschauplatz wesentlich andere Ansichten über den Kampswert der Vulgaren. Die zunehmende Abminderung der Kriegstugenden bei den Bulgaren erklärte sich, wie von genauen Beobachtern bestätigt wird, im wesentlichen LUS Zwei Ursachen- Es fehlte dem bulgarischen Volke und infolgedessen dem bulgarischen Heere an jenem festen inneren Halt, an der unerschütterlichen moralischen Widerstandskraft, die es. wie das deutsche Volk und Heer, zur Höchstleistung unter der Einwirkung der schwersten Prüfungen befähigt haben. Der slawische Erundton im bulgarischen Volkscharatter gewann bei den langen Kriegsnöten schließlich doch das Uebergewicht und zeigte die gleichen Erscheinungen, die im Laufe des Krieges bei den stammverwandten Nüssen hervcrgelreten sind, nämlich Ermattung, Abstumpfung und Kriezsmüdigkeit. die um des Friedens willen die teuer erkauften Errungenschaften des Krieges beiseite warfen. Es ist oft festgestellt worden, daß die bulgarischen Soldaten bis in Fuhrerkreiss hinauf ganz offen sagten: „Seit 1912 führen wir Krieg. Wir sind erschöpft, wir können nicht mehr. Machen wir also Schluß, es ist genug." Warum aber konnten sie nicht mehr? Die Antwort lautet sehr einfach: Weil sie nicht mehr wollten. Die Ausrede ist nicht stichhaltig. daß die bulgarische Spannkraft nachließ, als nach und nach die deutschen HilfZtruppen in Mazedonien vermindert wurden und nur noch eine schwache deutsche Truppenmacht dort zurückblieb. Bulgarien hat im ersten Balkankriege 1912 nahezu 400 000 Mann .Aufgeboten und seit 1915 wohl die gleiche Zahl zur Verfügung gehabt. Die deutsche Hilfskraft hinzugenommen, wäre das bulgarische Heer zahlenmäßig imstande gewesen, dem Druck bes^ Orientheeres ebnso wie früher standzuhallen, denn dieses dürfte selbst nach HinzutriN tet Griechen kaum stärker gewesen sein. Allein der zweite Punkt des bulgarischen Zusammenbruche gab ts» Ausschlag. Der Geist des russischen Bolfchewikismus war nach Bulgarien hiniibergedrungen und hatte die Erund- pfeiler des Heeres, die Manneszucht, den Gehorsam, den moralischen Halt gelockert. Diese Zustände wurden seit langer Zeit durch die Negierung geradezu begünstigt, da sie bereits 1916/17. wie aus den bekannten Enthüllungen der russischen Staatszei- kung ,'^stwestija klar hervoraing. im geheimen mit der Entente über einen Ausgleich verhandelte. So war der Boden vorbe- reftet und unterwiihlt, das .Heer vom Gift der Zersetzung zerfressen und somit der Fähigkeit zum erfolgreichen Weiterkämpfen beraubt. Das wußte man natürlich bei der Entente sehr gut und brauchte nkrr noch den großen Angriff Mitte September zwischen Wardar und Eerna anzusetzen, um das Bulga- renheer nach kurzem Widerstand zur Flucht und zur Auflöfna zu bringen. ö 0 I „Times" (Northckiffe-Organ). 12. 10. '18: Die Kanadier haben noch niemals so heftigen Widerstand gefunden wie in der Schlacht bei Cambrai. Gegenangriff der Deutschen folgte auf Gegenangriff, der Feind kämpfte mit größter Zähigkeit. Die französischen Blätter stimmen sind natürlich dem französischen Nationalcharakter entsprechend zu beurteilen: die angeführten Zeitungen haben alle ausgesprochen deutschfeindlichen Charakter. „Victoire", 13. 10. 18: Trotz der Zähigkeit der deutschen Offiziere und Unteroffiziere. sowie der unbestreitbaren Tapferkeit der Maschinengewehrmannschaften wird der Feind auch auf seiner letzten Verteidigungslinie an der französischen Grenze keinen dauernden Widerstand leisten können. „Temps", 14 10 18' Der Widerstand der Deutschen beruht auf der unglaublichen Energie des Offizierkorps und dem wohlüberlegten Gebrauch der Maschinengewehre. Ihre Mannschaften halten bis auf das anderste aus, beispielsweise fanden wir neulich 12 Mann der Bedienung, die tot um ihre Geschütze lagen. „Echo de Paris" 16. 10. 18: j Der deutsche Widerstand am 14. 10.. war zu Beginn sehr stark. Ich betone das für die welche glauben, die Deu'schen räumten kampflos drs Feld. Gegen ein Korps der 3. englischen Armee machten sie einen Gegenangriff, der abgescklaaen wurde, nur iu Bellevue gingen wir an den Westrand von St. Pithon Zurück „Depeche de Toulouse". 11. 10. 18. Trotz der drohenden schweren Riederloae bleibt der Widerstand der deutschen Truppen hartnäckig und verzweifelt. Die Knrc?i ufrtoiwn Zellijk- bMWWWlM. Die ZchVch wüi ln WesheM' kr törpjrr. Wir lesen in den „Züricher Nachrichten": Mitten hincin- gebettet in den unermeßlichen Kriegsfriedhof, der Europa heißt, ist es als ob der vergiftende Verwesungshauch, der heule au» den Millionengräbern im Westen, im Osten, im Süden und Norden strömt, seine Wellen ob unserem kleinen Eiland d«-» Friedens in Gestalt der Grippe türme. Kein Grensschuy and kerne Abwehr kommt auf gegen ihn. Er überflutet die Srödr« und Dörfer der Ebenen und ist die Heimsuchung der Hochiäler bis hinauf zum entlegensten Bergdorf, das sonst ob seinen stör- kenden, reinen Lüsten eine Wallfahrtsstätte für Gesundung war. Ach — so viele blühende Menschenleben, junge Männer und Tochter und Frauen, hat der unheimliche Würgengel in den fetj. teil Wochen und Monaten erbarmungslos dahingerafft: ungezählte Gräber halten jlch in allen Gegenden unseres Landes zu offnen, um Gestalten zu bergen, von denen ihre Mitwelt «•'“ jo Vieles auf lange ^ahre erhoffte und erwartete In acht Tagen 'st Aller,eelen. Ein tränenreicher Aller» feelentag wie kaum je. Und doch auch wieder ein tröstender Atterseelentag ..lleber den Gräbern weht der Friede." Der Friede ist bei Gott. ffie Grippe. Eine Kennp'iljnunl, kr tMMchkii a? 4 .!* * UA- 4 ^ m. Aus dem Gegensatz zwischen dem blutrünstigen Gebaren der groi-en französischen Voulcvardpresse, die sich in der Ausmalung der Rache an einem besiegten Deutschland nicht genug tun kann, und der wirklichen mftiiarisck.cn Lage, glaubt die Pariser Zeitung „Populaire" vom 8. Oktcl>er. folgenden Schluß zu ziehen: »Ich hoffe, „daß der gute Präsident", wie ihn eines Tage?. Brizon nnaute. sich nicht von unserer großen Presse beeinflussen lassen wird, sonst wird der Krieg bis zum völligen Verschwinden der menschlichen Nasse fortbauern." Zum Beweis seiner Behauptung führt „Vopulaire" dann eine Anzahl Stimmen aus „Komme Libre" „Petit Republique* „Democratie Nouvelle". „Petit Parisien", „Pays", „Figaro" „Acjwn francatte", „Lanterne". „Journal du Peüple" an, die Deutschland nicht nur vernichten, sondern auch entehren zer- .chlagen und abschlachten wollen. Die frarizösisck)en Zeitung^- - Helden vergessen, . daß der Weg bis zur deutsch-französischen Grenze noch lang ist und sehr, sehr blutig fein wird. Der .Populaire dürfte demnach Recht behalten, wenn er behauptet, daß die Befriedigung der französischen Rachegelüste mit der Ausrottung der menschlichen Rasse gleichbedeutend sein würde. Das deutsche Heer, das von den jetzigen Regierungsmännern als geschlagen und xermurbt bezeichnet wird, findet in der feindlichen Presse Anerkennung. Die englischen Zeitungen sind dabei objektiver' sie betonen, wie weit es noch ist bis zum Sieg der Entente, - wir st..- überzeugt, der Sieg der Feinde ist unmöglich, wenn wir uns mcht selber aufgeben die französischen Zeitungen dagegen juchen die Sprache des Siegers zu führen und darzustel- leu. vaß aller deutscher Widerstand vergeblich sei. Derartige Darlegungen sind natürlich auf die Soldaten und vor allem auf die innere deutsche Front berechnet, die ja. das ist kein Geheimnis im Auslande, stets die nervenschwächste gewesen ist. Aus den uns vorliegenden englischen und französischen Bläfterstim- nren heben wir folgendes hervor: „Star" (liberal, stark deutschfeindlich), 3 1.'' ig- Die deutschen Truppen zwischen Maas und Argonuen kämpf- m mit großer Tapferkeit bis zum letzten Mann. „Patt Mall Gazette" (Lloyd George nahestehend), 2. 10. 18: . Es steckt noch viel Kampfesmut in den Deutschen. 'An der SK ffEront kämpft der Feind mit der größten Tapferkeit If Entschlossenheit, und es wäre Wahnsinn zu glauben, der '-"leg sei schon erachten. ^Dailv Telegraph" (gemäßigt imperialistisch). 10. 10. 18: ^e Deutschen haben seit Montag mit wütender Kraft au's- Mya.ten und Gegenangriffe ausgeführt, nicht nur zwischen St. -Luent n und cambrai, sondern auch in der Champagne. „Morning Post" (schroff deutschfeindlich), 12. 10. 18: / ‘ Widerstand wird stärker und ist besser organi-' Xm f° be§ ^ü^uges verlangsamt sich, und östlich Vfn Eateau fanden harte Kämpfe statt. ) H^aq, 26. Okr. „Nievwe Eourant" veroftentlickt fallendes Manifest der republikanischen Buren von Südafrika, das in einer Versammlung von -Angehörigen des Freistaat-es beschlossen wurde: 1 Angesichts der weltbekannten Kriegsziele und d'er Erklärungen im Namen der Alliierten und der Vereinigten Sfaa- tco von Amerika, die von dem Premierminister von England Lloid George und vom Präsidenten der Vereinigten Staaten Woodrow Wilson abgegeben wurden, daß alle verletzten Rechte und Freiheiten wiederhergestellt werden, daß alle Nationalitäten das Recht haben werden, über ihr eigenes Schicksal zu entscheiden, und d-oß kein Volk jemals gezwungen werden wird, unter einer Herrschaft zu stehen, unter der es nicht leben will sowie überzeugt davon, daß diese Ziele und Erklärungen mit den ewigen Grundsätzen von Recht und Gerechtigkeit überein- stimmen, spricht diese Versammlung von Angehörigen des Freistaates ihr volles und begeistertes Einverständnis damit aus und zwar sowohl mit Rücksicht auf unsere Geschichte als auch auf unser angeborenes Recht. Diese Versammlung von Freistaatlern verlangt ferner als selbständiges und mündiges Volk daß diese selbstverständlichen Grundsätze auf Südafrika angewendet werden sollen. 2. Diese Versammlung dankt dem Minister dafür, daß er herubergekvmmen ist. ist aber gleichzeitig der Ansicht, daß sie mcht versäumen darf, ihr Gefühl bitterer Entrüstung über die Art auszusprechen, wie die holländisch sprechende Bevölkerung der Union durch die Regierung Votha stets gering geschätzt und durch einzelne Mitglieder der Regierung geschädigt und verhöhnt wurde. Diese Dersaminlung wünscht ferner, daß dem General Botha und seinen Ministerkollegen zum Bewußtsein gebracht werde, wie sehr das Volk die andauernde Vergewaltigung von Recht und Gesetz mit und ohne Mitwirkung der Regierung mißbilligt. . Angesichts des Gefühls dieser Erbitterung, das seit dem Kriege bei dem englisch sprechenden Teile der Bevölkerung in Südafrika gegenüber dem holländisch sprechenden Teile entstanden ist. eine Erbitterung, die sich täglich in Gewalttaten oder auf andere Weise offenbart, und wofür niemand so sehr verantwortlich gemacht werden kann, wie General Botha und seine Regierung, angesichts ferner der anderen Folgen der schwachen imperialistischen Politik der Regierung, wodurch dieses Land, dem dieser Krieg den Verlust jeder freien Meinungsäußerung mit sich brachte, bereits so viel ertragen mußte, und wodurch es bedroht wird, aller politischen und wirtschaftlichen Freiheiten beraubt W werden, wenn der Krieg vorbei ist, erklärt die Versammlung mit Nachdruck, daß sie die Regie'rung Voiha als ungeeignet und unzuverlässig betrachtet, und daß weder General Botha noch seine Regierung das Vertrauen des Aftikanervolkes verdient. „Nieuwe Courant" bemerkt zu diesem Manifest: Es spricht in mutigen. klaren Worten — was sich von selbst versteht — aus, daß der Brite auch innerhalb seiner eigenen Reich^greme das Recht, wofür er zu kämpfen behauptet, nämlich das "Recht rer kleinen Nationen, in Anwendung bringen muß. Wir, die das Unrecht des Friedens kennen, und die einjahen. wie' am Anfang unseres Jahrhunderts in Südafrika nicht nur um die Freiheit und Unabhängigkeit eines arbeitsamen, kräftigen und frommen Volkes, sondern auch um die Zukunft unseren"eigenen niederländischen Zivilisation gekämpft wurde, sehen wieder in der Welt etwas von diesem alten holländischen Wagemut, u,rd wir sind dankbar, daß dort drüben Männer sind, die wie wir einem kernigen Geschlechte entstammen, und die auf ehrliche be- schordene, männliche Art für das Jahrhunderte alte Recht j'edes Volkes und jedes Menschen eintreten, näinlich sich selbst ange- horen zu dürfen. Karlsruhe. 28. Okt. Das Baseler ..Bolk--'Älatt" meldet: Durch einen eben aus Poris erngetroffenen Neutralen wird mftgeteilt. daß die Grippe in ganz Frankreich in iibrcnrs schwerer Form avftritt. Die Regierung tut. was sie kann, um die Dinge möglichst harmlos hinzustellcn. In P-'ris wird' nur alle drei Tage wegen Personenmangels die Post ausae^raaen. In den fudfranzostschen Städten liegen 30.000 kranke an'e-ik.i- nffche Soldaten. Unheimlich wütet die Epidemie in der französischen Armee, wo es schon Tausende von Toten gab. In Paris ereignen sich täglich durchschnittlich 400 Todessälle an der Grippe. In Budapest nimmt die Grivpe einen ~ ti':i Ebarakter an. Das gesamte öffentliche L ben ist unterGcndeu. Vom 1 bis zum 25. Oktober ereigneten sich in Budapest 4976 Todesfälle an Grippe. ^In der gesamten Schweiz haben die Grippe-Erkrankungen auch in der verflossenen Woche nocki zuaenommen. In Zürich vmrden 22.000 neue ErtrmUrrnaen und 110 Todesiätte an^reigt. Am Mittwoch starben allein 41, am Donnerstag 30 Personen. Hemegte Jett. Ein brluhtnisimttt Usrjchlilg. Die ungarischen Christ!ichsozialen in Budapest verlangen, daß das Vermögen der Armeelieferanten bis zu 85 Prozent beschlagnahmt werde. — In Uitgarn ist's atex auch besonders schlimm hergegcmge Die Ereignisse übersteigen sich allerorts, aber fast ausschließlich sind es wenig erfreuliche Meldungen, die zu uns gelangen. Wachsende Festigkeit unserer Front und zunehmende Schlaffheit im Innern, das ist das Zeichen dieser Tage. So weit die Tagesberichte meldeten, haben sich die feindlichen Heere zu einer Kraftanstrengung emporgerafft, die selbst in diesem, an Schrecken so reichem Kriege, noch nicht dagewesen ist. Aber unsere Tapferen haben Stand gehalten und selbst aus den feindlichen Heeresberichten gebt hervor, daß die erzielten Gewinne gering und örtlich begrenzt find. Der Kampf wälzt sich jetzt durch das blühende flandrische Land und durch reiche Gebiete Rordfrankreichs. die seither von dem Kriege verschont geblieben sind. Die Belgier und Franzosen könnten ihr Land unversehrt mit den Einwohnern wieder haben, aber nein, ne müssen verheert und verwüstet werden, also will es die völkerbefreiende Demokratie der Ententestaaten. In dieses Gefühl der Zuversicht, daß der Mall unseres Heeres nicht gebrochen ist, mischt sich die Bitternis, die wir bei dem Rücktritt.Ludendorffs empfinden müssen. Er ist dem rnu- scher.dsn See der schwarz-rot-goldenen Internationale, die ihre Herrschaft in Deutschland unbeschränkt einrichtet. zum Opfer gefallen. Der getreue Paladine Hindenburgs. in dessen Kopfe so oft die Pläne zu siegreichen Taten gereift siird. ist zurückgejre- ten. Mit General Ludendopff ist ein Soldat seinen parlamentarischen Gegnern erlegen, der seit dem Tage, wo er die Veste Lüttich stürmte und unseren Heeren den Weg in's feindliche Land gebahnt hat, eine lange Reihe heldenhafter Feldherrentaten für das Deutsche Reich vollbracht hat. Genialer' Geist verband er mit Umsicht und Willensstärken Entschlußkraft. Das Schicksal will es, daß er, der gegenwärtig zu den Bestgehaßten bei unseren Radikalen zählt, ursprünglich, im Gegensatz zu dem konservativ gerichteten Hindenburg, liberalen Anschauungen zugeneigt war. Aber Kundigen ist es ja kein Geheimnis, daß Ueberzcugung und eine gefestigte Weltanschauung bei den Herren Demokraten keine Rolle spielen, sondern, daß die Hauptsache die sklavische Unterjochung unter den Willen einiger poli. tischer Emporkömmlinge und Streber ist. Und so darf es denn auch nicht Wunder nehmen, wenn das Hauptorgan der „Mehr- heit", die „Frankfurter Zeitung" die feine Taten in früherer Zeit gar oft gepriesen hat. dem General Ludendorff den Esels- fußt ritt versetzt. Wie behauptet wird, soll auch Hindenburg um seinen Abschied ersucht haben, der ihm jedoch nicht genehmigt worden sein soll. Was nicht ist, wird noch werden. Inzwischen streiten sie im sog. Deutschen Reichstag weiter mit Worten. Die demokratische Macht wird weiter ausgebaut: und die gemischte, in ihren Zielen so grundverschiedene Gesellschaft, die sich die „Mehrheit" nennt, ist „unentwegt" an der Arbeit, ihren Machthunger zu stillen und die Stellen, die es an- geht, leisten keinen Widerstand, sondern lassen alles willen-• und tatenlos über sich ergehen. Der, dessen Rücktritt von^ seinen guten Freunden immer offener als Hauptftiedenserforder-> nis gefordert wird, soll, Nachrichten zufolge, mit dazu raten und taten. Von seinen ehedem so stolzen Reden ist nichts geblieben als Schall und Rauch! Die deutsche Antwort an Wilson ist wieder abgegangen./ Sie ist kurz und kommt dem Herren der Welt entgegen und verläßt sich auf den von ihm verheißenen Frieden der Gerecht ligkeit. Man ist beflissen, dem amerikanischen Präsidenten zu Zeigen, daß man seinem Befehl über die Beseitigung der „Anto- kratre" gewissenhaft nachkommt und keine Zeit versäumt. Ein Beginn, das umso leichter fällt, weil es den neuen Macktbabern in Deutschland in den Kram patzt- Im Übrigen wird ja Herr Wilson wissen. wie weit er zu gehen hat. er behandelt sie so. als ob Deutschland geschlagen wäre, als Leute, denen man nach jedem gehorsam hingenommenen Fußtritt einen neuen, noch unsanfteren, versetzt. In Oesterreich ^Ungarn schreitet die Auflösung mit Riesenschritten voran. In Ungarn hat der polnische Abenteurer und Eutentefrennd einen Staatsstreich versucht, ein Arbeiter- und Soldatenrat tft irr der ungarischen Hauptstadt, nach maxima- liftischem Vorbild, im Werden begriffen. Die österreichischen Völker flüchten in eigene Staatsverban.de. Dag trotz alledem und alledem die Heere des alten Oesterreichs dem österreichischen Erbfeind standhalten ist ein Wunder, aber es erweckt die Hoffnung, daß unser Verbündeter, wenigstens was seine deutsche Länder sind, neugestärkt aus dem Weltbrand hsrvcrgehen möge. Inzwischen haben die Herren Rumänen, denen man ja den Frieden so bequem gemacht hat. die Folgerungen aus der veränderten Kriegslage gezogen und sind in der Dobrudjcha, wo sich noch deutsche Truppen befinden, eingezogen. . Rach einer halbamtlichen Meldung herrscht dort zur Zeit der wildeste Nationalismus. Auch Montenegro ist vom alten Geiste beseelt- Dort herrscht ein völliger Zusstcmd und die Männer der schwarzen Berge beginnen sich wieder in den Besitz ihres Landes zu setzen. So hat denn unsere Vakkanpclrtik einen schmählichen Sckifsbruch erlitten und wir sind in vier Wochen um die Früchte eines dreijährigen, an Opfern und Mühen reichen Ringens gekommen. Auch da will es das Schicksal, datz die alte Bis- mSrck'sche Politik, der bekanntlich der Balkan nicht die Knochen eines psmmerscken Grenadiers wert gewesen ist. recht behalten hat. während die neue Politik in dem demokratischen Naumann mit seinen Schlaawörtern: ..Mitteleuropa" und ..Hamburg- Bagdad" elend zufammenHsbrochen ist. Wir fürckign. das deutsche Voll wird in seiner Demokratie noch manche schmerzliche Erfahrung an seinem Leibe machen müssen. KiiiidgklnM hrg KrikMWlchltsses La wMrhtN lg'-rw rliMt. Das Schicksal ruft mit eiseruer Stimme. Die Feinde wollen das Deutsche Reich zertrümmern. Es geht um alles — um Sein und Nichtsein! Die deutsche Einheit, das Sehnen und Streben unseres Volkes seit Jahrhunderten, das Erbe Wilhelms I und Bismarcks, ist in höchster Gefahr. Die bedingungslose Unterwerfung unter den Willen eines Wilfon wird nutz auch wirtschaftlich auf Menschenatter zugrunde richten — nicht nur die Landwirtschaft, sondern ebenso Industrie und feg- lickes Gewerbe. Millionen von Arbeitern würden brotlos werden. Daher fori mit dem. Hader und Zank der Parteien, fort mit aller Zwietracht, die an unserem Marke vernichtend zehrt. Das Liebste und Letzte, was wir haben, gehört jetzt nn- serem ganzen Volke und seiner Existenz. Landwirt«, Männer und Frauen, vergeht Eure häuslichen Sorgen. Nur ein Gebot kennt die Not der Stunde: Hallet Treu zu Kaiser und Reich. Schart Euch einmütig zusammen zu der einen gemeinsamen Front zum Schutze unserer Scholle, zum Schutze unseres Vaterlandes- Kriegsausschutz der deutschen Landwirtschaft. Deutscher Landwirtschaftsrat. Bund der Landwirte. Deutsche Landwirtschaftsaefellschaft. Reichsverband der deutstben landwirtschaftlichen Genossenschaften. Generalverband der deutschen Raiffeisengenossenschaften. 3fr3U335ereimäun0 der deutschen Landwirte. §ie Jtklamfisligskchiütnisse bei den Kri 5 Wt!MMn sind Gegenstand einer Anfrage, die die Abgeordneten von Graefe und Schreie im Reichstage eingebracht haben, und die folgenden Wortlaut hat: „Nach einer amtlichen Veröffentlichung des Kriegsarbeits- amis waren im März 1918 tu den damals bestehenden 170 Kriegsgesellschaften 3883 männliche Personen vom Heeresdienst zurückgestellt. Darunter waren nicht weniger als 450 Personen kriegsvecwendungsfähig. Ist der Zerr Reichskanzler bereit. Auskunft zu geben, wieviel wehrpflichtig« Personen im gegenwärtigen Zeitpunkt noch in den Kriegsgcfellschasten vom Heeresdienst zurückgestellt sind, sowie d. rauf hinzuwirken, datz insbesondere die Zurückstellung von kriegsverwendungsfährgrn Wehrpflichtigen bei den Kriegs- gefellfchaften auf das Mindestmaß beschränkt, und daß eine wiederholte RÄchuntersnchung der garnisondienstfähig Geschriebenen durch zuverl'tzpge Kommysionen stattfindet.* Der Wun imferrc ZmikMiMO. per Inhaber der bekannten Weinwirtschaft Hille? in Berlin stand wegen tleberschreitung der Höchstpreise in zahlreichen Fallen vor Gericht- Als Verteidiger hatte er sich den Präsidenten des Reichstags. Herr Fehrerrbach, der im Zivilleben Advokat ist, zugelegt, ^n feiner Verteidigungsrede sprach Herr Fehren- bach für eine wesentliche Herabsetzung der Strafe, indem er davon ausging. Latz nicht 28 Einzeläll« anzunehmen feien, sondern eirre fortgesetzte Handlung vorlieze. Eine ehrenrührige Handlung könne in dem Vorgehen des Angeklagten unmöglich erblickt werden. Frage man sich doch, wieviele Menschen ,m Deutschen Reiche es wohl noch gibt, dre nicht in irgendeiner Form «egen die Gesetz« sich vergangen haben und wie viele Familien Mit den ihnen zugewiesenen rationierten Nahrungsmittelkarten Auskommen Launen! Das seien wohl noch nicht'ein Prozent. Man solle sich doch kein T für ein U vormachen: Mit den rationierten Quanten kann auf die Dauer niemand auskommen, der »icht schließlich Hungers sterben will! Der Angeklagte habe veracht. mit den ihm zugewiesenen Mengen auszukommen. und Da er erkannt habe, daß dies nicht möglich war, habe er das getan. was seine Kollegen tun: er habe, um sein Geschäft überhaupt fortsetzen zu könnest, danach gestrebt, sich die nötigen Waren von gelegentlichen Händlern zu beschaffen. Wer es nicht so macht, der kommt unter die Räder! In dem Lokal des Angeklagten verkehren viele Ausländer, und es lag im allgemeinen Intereffe, diesen Ausländern zu zeigen, datz es mit der Aushungerung doch nicht fo schlimm siehe. Es ist bezeichnend, datz die Herren, die selbst die Gesetze machen, solche Ansichten über ihr eigenes Machwerk haben! lieber die Meinprette gibt man sich vielfach falschen Hoffnungen hin. Weil die Trauben und Moste in diesem Jahr im Preise gefallen sind, so glaubt man, es wäre die Zeit gekommen, wo man wi^er einmal ein billiges Glas Wein trrnken könne. Dem ist jedoch nicht so, wie folgender Bericht aus der Pfalz zeigt. Wir lesen: Die Weinlese in der Pfalz ist im allgemeinen zu Ende. Die Gewichte betrugen 55 Grad im Oberland bis 110 Grad am mittleren Gebirg, von Ausnahmen abgesehen. Schon mit Rücksicht auf die Qualität hält sich der Handel von größeren Ankäufen zurück, so datz viel eingelagert wurde. Nach alten Weinen ist Nachfrage. In Betracht kommen in der Hauptsache noch 17er. ältere Jahrgänge sind wenig mehr vorhanden. Die Preise sind etwa von 8000 Mk. an und dürften kaum einen Rückschlag. aber eine Erhöhung erfahren, da sie als Verbrauchs- und Verschnittweine mit den 18ern gesucht werden dürften. Die Portugieser sind meist in festen Händen, die Preise sind von 6000 Mk. an. Akte Portuqiaser, von denen nur noch wenig vorhanden sind, kosten etwa 9200 die 1000 Liter. Ueber die Frage der Festsetzung von Höchstpreisen für Weine, insbesonders des Mostes hat jetzt im Grosch. Ministerium unter Zuziehung *von Fachleuten des Weinbaues und des Wernhandels eine Besprechung ftattaefunden, in der mit großer Mehrheit die Einführung von Höchstpreisen für Most abgelehnt wurde. Auch das angeregte Verbot der Weinversteige- rungen fand keine Gegenliebe. Man will Abwägungen darüber ausstellen, ob es angängig ist. nur sokcbe Versteigerungen- zuzu- lasien, die auch vor dem Kriege stattsanden. Es bleibt zu wünschen. datz den verdammenswerten Preistreibereien durch die Friedensaussichten bald ein Ende bereitet wird. Du fällst nicht reisen! Folgende eindringliche Mahnung erläßt die Eisenbahnver- waltung: „Wie aus Mitteilungen in der Presse zu ersehen ist, finden trotz Not der Zeit auch jetzt noch die verschiedenartigsten Tagungen. Verbandsversammlungen. Kongresse nsw. statt, deren Teilnehmer vielfach aus allen Teilen Deutschlands zusammenströmen. Nun hat erst in diesen Tagen sich die Eisenbahnverwaltung besonders eindrtnglich an die Oeffentlichkeit mit der Bitte gewandt, alle nicht unbedingt notwendigen Reisen zu unterlassen und so mit dazu beizutragen, daß Lokomotiven. Bedienstete und Wagen für die Bedürfnisse der Front und für die Versorgung der Heimat mit Lebensmitteln und Kohlen frei werden. Es muß jetzt jeder davon durchdrungen sein, datz viel wenn nicht alles davon abhängt, datz die Eisenbahn ihre wichtigen und gewaltigen Aufgaben erfüllen kann. Es ergeht daher auch an die Veranstalter von Versammlungen und Kongressen die dringende Bitte, während des Kriegs von allen für die Kriegs- und Volkswirtschaft nickt unumgänglich nötigen Zusammenkünften, die zu einer weiteren Belastung der Eisenbahn Veranlassung geben könnten. Abstand zu n^men." Wir fragen: Wieviel Revisoren und Angestellte von Kriegsorganisationen treiben sich auf der Bahn herum? Wieviel Fahrten müssen gemacht werden, um sich Bezugsscheine und zentral bewirtschaftete Sachen zu beschaffen? Wieviel amtliche Stellen laden zu.Besprechungen und Terminen ein? usw. Die Mahnung der Eisenbahnvcnwaltuna braucht« überhaupt nicht zu er= scheinen, wenn einmal 'die Zwangswirtschaft abgebaut würde. Die Personenfahrten. die dann heute noch übrig blieben, würden mit der alten Postkutsche erledigt werden können. Aus der Heimat. Die beste Methode des Bucheckernsammelns. Die Gcwichts- menge Bucheckern, die der Einzelne bei fleißiger Arbeit in der Stunde sammeln kann, ist je nach dem Fruchtstand der Bäume und der Arbeitsmethode ungemein verschieden. In seinem Interesse liegt es, in möglichst kurzer Zeit viel Bucheckern aufzunehmen und daher mutz er sich über die Art, wie er das am besten bewerkstelligt/ klar sein. Im allgemeinen bringt das Auflesen mit der Hand nur auf guten Plätze stündlich etwa 1 Pfund Je nach dem Fruchtstand schwankt die zu erreichende Menge von 0.3 bis nahezu 2 Pfund auf die Person und Stunde. Eine ausgiebigere Methode ist das Sammeln mit Tüchern, dao aber hauptsächlich nur bei einzelstehenden Bäumen zweckmäßig erscheint. Man breitet große Tücher aus, klopft die Aefte gut ab und nimmt dann die gefallenen Bucheckern aus den Tüchern auf. Als die praktisch brauchbarste Art des Sammelns hat sich in deir meisten Fällen die mit Sieben gezeigt. Man kehrt die Bucheln mit dem liegenden Laub auf große Haufen zusammen und siebt dann das Ganze durch ein Grobsieb von 2 Ztm. und ein Feinsieb von 6 Millimeter Maschenweite. Das grobe Sieb hält das Laub zurück und läßt die Bucheckern durchfallen, während das ferne Sieb die Unreinigkeiten durchfallen laßt und die Bucheckern zurückhält. Soweit man Siebe nicht verfügbar hat. oder selbst aus Draht Herstellen kann, werden die Siebteile aus Putzmühlen (Windfegen usw.) aushelsen. Hat man nur ein feineres oder gar kein Sieb zur Hand, so führt man die grobe Reinigung mit der Wurfschaufel durch. Man wirft mit der vollen Schaufel im kräftigen Schwung und es tritt nach dem fpez. Gewicht eine genügend scharfe Trennung ein. Die wertvollen Teile, also die Bucheckern, kehrt man zusammen und verliest sie dann mit einem feineren Sieb ct*T mit der £anb. Die Siebmethode schafft im Mittel bis zu 10 Pfund in der Stunde. Aber die Stundenleistung schwankt natürlich je nach dem Fruchtstand auch hier von 7 bis 15 Pfund. Immerhin ergibt diese Methode ein Vielfaches gegenüber de, Handlese und außerdem ist sie längst nicht so mühsam. Ockstadt, 29. Okt. Vor einigen Wochen lasen wir eine Roli- aus Kleinkarben, wonach dort das Geld für den abg.-lie, selten Speck noch nicht ausgezahlt worden sei. Die Mo uni hat nichts gefruchtet, denn es ist jetzt wieder ein Monat vru strichen und wir sind immer noch, gerade wie in Kleinkarben, ohne Geld. Man will mit allen möglichen Maßnahmen dag Hamstern bekämpfen, dabei sorgt die Behörde selbst, daß den Hamstern die Ware gegeben wird. Man bedenke nur. wie der Landwirt durch solche Bummelei geradezu gezwungen wird, den Hamstern gefällig fein, von diesen bekommt er für ein Pfund Speck 12—15 Mk.. er kriegt das Geld bar auf den Tisch gelegt: kommt er aber seiner vaterländischen Pflicht nach, so kriegt er 2.40 Mk. für das Pfund und muß ein Jahr lang auf sein Geld warten. Man schaffe in dieser Hinsicht Wandlung und das Hamstern wird auch vermindert werden. FC. Vom Main. 27. Okt. Da in Wiesenfeld die Hundetoll- wvt erneut ausgrbrochen ist. lvurde über die Gemeinden Hals- bach und Sreinfelo die Hundesperre bis 20. Januar 1919 *+r hängt. Ans Starkenburg. FC. Benshenn, 27. Okt. Das Hamstern von Kartoffeln und der Schleichhandel mit diesen hat im Kreise derart zugenommen, daß. wenn es fo weiter geht, die Versorgung der Bevölkerung ernstlich gefährdet rst. Die Behörde hat deshalb die.schärfsten Maßnahmen hiergegen getroffen. Ans Hessen-Nassau FC. Erbenheim» 23. Okt. Der Charakter als Königlicher Oberamtmann wurde dem Domänenpächter Heinrich Weber arck Hof Mechtildshausen verliehen. FC. Aus dem Rheins««. 24. Okt. Außerhalb der Tuges- ordnung wurde in der letzten Kreistagssitzung einstimmig eine Drahtung an den Kaiser gutgeheißen. die den Kaiser bittet, nur einem ehrenvollen und gerechten Frieden die Zustimmung zu erteilen. ..Lieber in Ehren sterben, als in Ehren verderben!" ruft der Kreistag dem Kaiser zu. FC. Dotzheim, 27. Okt. Die Weinlese fand Ende der ab, gelaufenen Wocke statt. Der Ausfall wird zwischen einem halben und dreiviertel Herbst geschätzt. Einzelne Weinberge lieferten höhere Erträgnisse Die Winzer werden durchaus selbst keltern. Der Pfundpreis beträgt 60-70 Pfg.. die Hälfte des Preises der vorjährigen Ernte FC. Obcrvrsel, 27. Okt. Die Stadtverordneten beschlossen die Errichtung eines Mirteinigunasamtes. — Vom 7.-23. Okt. sind hier an der Grippe 38 Personen gestorben, eine große Zahl da in Fri-denszeiten das ganze Jahr hindurch nur etwa 50 Todesfälle vorkamen. Aus Nheinhessen. Gimbsheim, 24. Okt. Einen tödlichen Nnglücksfall erlitt der in den 70er Jahren stehende Landwirt PH Heid. Er kam im Hofe zu Fall, erlitt eine schwere Gehirnerschütterung und starb nach kurzer Zeit. FC. Alzey, 27. Okt. Eine Mtbtzhändlerin von Hangen« Welsheim wurde wegen Milchfälschung vom hiesigen Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 200 Mk. verurteilt. FC. A.'orms, 27. Okt. Rektor Rieß konnte gestern auf eine 50jährige Wirksamkeit an der hiesigen Volksschule zurückblicken. Festgenomwen wurde cm hiesiger Wirt wegen gewerbsmäßiger Hehlerei. Er hat eine große Anzahl Büchsen Fleisch, konserven und einige Partien Leder, die gestohlen waren, erworben Als Diebe kommen mehrere hiesige Arbeiter in Be- tracht, die noch nicht festgenommen werden konnten. — In de. L.menalles wurde in der abgelaufenen Woche aus einem Haufe, d-ffen Bewohner verreist sind, sämtliches Weißzeug. Kleidungsstücke ufw. im Werte von 30 000 Mk. gestohlen. Aus der Pfalz. FC. Aus der Pfalz. 24. Okt. Mit einem Sack Frucht auf seinem Schubkarren wollte ein Landwirt frohen Mutes in die Mühle fahren. Doch kurz vor der Mühle empfing ihn der Hilfsgendarm mit den Worten: „Die Frucht wird Ihnen beschlagnahmt s" Der Landwirt warf sich auf den Sack und sagte: ^Ich kann und darf doch meine Frucht spazieren fahren!" und nach kurzer Auseinandersetzung fuhr der Landwirt mit seiner Frucht auf einem anderen Weg wieder nach Hause. FC. Aus der Pfalz, 24. Okt. Vor einigen Tagen mietete sich in einem Hotel in Neustadt a. H. ein angebliches Ehepaar ein unter dem Namen Franz Schuster, Monteur aus Memmingen. lieber Nacht sind die Beiden unbemerkt verschwunden unter Mitnahme von Bettwäsche, Bettwerk. Tisch- nnd Sofa- decken usw. Nach den Dieben wird gefahndet. — Militärtuch im Werte von 3000 SKL wurde mittels Einbruch aus der Tuchfabrik Waltzinger in Lambrecht entwendet. Die Täter konnten beim Verkauf des Tuches bereits abgefaßt werden. — Einem mit herßer Milch kam das zweijährige Töchterchen des Feldwebels Enders nnachtfamerweise zu nahe, dessen Inhalt ergoß sich über das Kind. Seinen schweren Brandwunden ist bald darauf das arme Kind erlegen. Kirchliche Dachrichtsw. Mittwoch. 30. Okt., abends $*/* ITfjr: Kriegsandacht. Herr Pfarrer Kleb erg er. des Lreisarlr-jtssachwerHs u. >. SilfsdierrftmeldesteUe Friedbrrg. Offene Stellen 8 Knechte, 3 Tagelöhner, 1 Fabrik-Schlosser, 1 Schäfer- nnd 1 Hofmeister amilie. 2«» Dienstmägde. 10 Hausmädchen. 1 Melkerin, 1 Gutsköchin. 1 Wirtschafterin. Für besetztes Grdict. Hilfskräfte aller Art, auch für Straßenbau und dergleichen. Stellen suchende: Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker. 2 Bürofränlems. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e t. Friedberg; für den Anzeigenteil: N. Heyne r„ Fnedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*^ A. G., Friedberg r. L. Herzenskampfe. Rom.in von Helene Scbütly, geb. von Gersdorff. CCopvri^ht 1915 by C- Alkermann.Stuttgart.) 551 Nachdruck verboten. Eilig sprangen sie vor dem Portal des kommerzienrätlichen Hauses von den Pferden, die dann von Johann in den Stall geführt wurden. Als sie die Treppe hinauf um Eßzimmer gingen, wo sie Hildes Verwandte Leim Gabelfrühstück vermuteten, kam ihnen Babette, die Kammerzofe der Kommerzienrätin entgegen. „Gottlob, daß Sie kommen, gnädiges Fräulein!" rief sie schon von weitem, „die Herrschaften sind sehr besorgt und aufgeregt, aus Angst, es könnte dem gnädigen Fräulein etwas Schlimmes passiert sein." „Dann laufen Sie nur schnell wieder Zurück, Babette, und melden Sie, es sei mir gar nichts Schlimmes, sondern etwas sthr Gutes passiert", befahl Hildo lachend. Babette kehrte tatsächlich eiligst uni und verschwand im Eßzimmer. „Aber. Lieb, auf diese Art wird unser Geheimnis nicht lange Geheimnis bleiben", meinte Neinhold lächelnd. „Nun, was tut 3 denn? Um diese Tageszeit find ja doch meistens nur Familienmitglieder anwesend", erwiderte Hilde, und die Werdens ja ohnedies sogleich erfahren." Aber sie fanden doch noch jemand anwesend, als sie ein- tro.ten, und zwar den Marquis, welcher einen Besuch gemacht hatte, um zu fragen, wann Hilde mit ihm zu musizieren wünsche und da letztere unerwartet lange ausblieb, von der gastfreien Kommerzienrätin zum Lunch eingeladen worden. Gr war bei Babettes Botschaft, die sie pünktlich ausgerichtet hatte, zufammengefahren. Was sollte das heißen? War etwas von Bedeutung geschehen, oder handelte es sich nur um einen Scherz Hildes? Gleich darauf traten die beiden jungen Leute herein, zwar etwas bestäubt und erhitzt, aber mit strahlend glücklichen Gesichtern. Als sie ihn am Tische sahen, stutzten sie, sahen einander verständnisvoll an und beantworteten mit allerlei Scherzen und Ausflüchten den Sturm von Fragen und Vorwürfen, die ihnen entgegenschallten, denn auch Vetter Hans und seine Braut waren anwesen. ^ Der Marquis warf Ihnen einen finsteren Blick zu. Er wußte, die Zeit zum Handeln war mm gekommen, er durfte nicht läN'-er zögern, wollte er sich das Spie! noch retten. Und das wollte er mehr als je. Dann Beteiligte er sich scheinbar unbefangen und heiter an der allgemeinen Konversation. Niemand durfte seine Mißstimmung bemerken. Bald empfahl er sich, trotz der liebenswürdigen Aufforderungen dckr Hauswirte M noch Klügerem Bleiben, unter den, Vorwand dringender Geschäfte. Kaum war er aus dem Zimmer, als die Kommerzienrätin, -rennend vor Neugier, ausrief: „Nun, sagt doch, ums Himmelswlllsn. was ist geschehen? Erst bleibt ihr eine Ewigkeit fort, dann stürzt Babette mit einer unverständlichen Botschaft herein und nun lacht und redet ihr allerlei, aus dem kein vernünftiger Mensch klug werden kann. Was gibts denn nun eigentlich?" Reinhold war aufgesprungen und hatte Hildes Hand ergriffen. „Was es gibt, Tantchen? Eine Verlobung! Ihr Adoptiv- neffe Reinhold und Ihre echte Nichte Hilde bitten um Ihren und Onkels Segen!" „Kinder, Kinder, ists wahr? ists wirklich wahr? Gottlob, daß es so gekommen ist!" rief Tante Ella in großer Rührung und drückte bald Hilde, bald Neinhold an ihr Herz. Auch der Kommerzienrat, sowie Hans und feine Braut drückten laut und herzlich ihre Freude aus. Es gab ein allgemeines Glückwünschen und Umarmen, und der Kommerzienrat ließ sogleich einige Flaschen Sekt aus dem Keller holen, um das frohe Ereignis würdig zu feiern. „Siehst du. Mutier," so nannte der Kommerzienrat gern seine Gattin, wenn er in sehr gemütlicher Stimmung und sie ganz en samille waren, „wie unnötig deine Sorgen waren. Nun hat Gott Amor alles aufs Schönste deinen Wünschen entsprechend gefügt? Hoffentlich wird auch Bruder Karl einverstanden sein un5 eurem Glück kein Hindernis in den Weg legen!" „Ja, das wird die Hauptsache sein, ihn dafür günstig zu stimmen!" meinte Tante Ella. Weißt du. was ich glaube? Es wird am besten sein, wenn Neinhold allein nach G. fährt und deinen Vater mit der Werbung überrascht" „Dasselbe, genau dasselbe habe ich mir schon gedacht," bestätigte Hilde. Wenn er Reinhold sieht und kennen lernt, wird er schon halb gewonnen sein, das glaube ich sicher," setzte sie zuversichtlich hinzu. „Und was er sonst an Vorurteilen gegen den militärischen Stand hegt", meinte der Kommerzienrat, „das wird vergehen, wenn er sich nach Eermshoff Leumund erkundigt, denn da wird er wohl nirgends etwas Ungünstiges hören." „Nein, das hoffe ich wirklich, Onkel Bernhard," lachte Neinhold froh, „denn ohne zu prahlen kann ich sagen, daß ich mich bis jetzt dienstlich und menschlich immer anständig betragen habe. Aber das ist schade, daß der Eeheimrat meinen Stand, der doch der herrlichste in der Welt ist, nicht liebt. Das wird ihm dann immer, auch wenn er mich als Schwiegersohn annimmt, eine unangenehme Beigabe sein." KekauuiMachnttg Die hiesigen Landwitte und sonsttaen Kkrtoffeler^euger we den darauf aufmerk am gemacht, daß die Abaabe von Kar- tiffe.n nur an Aufkäufer des ommunaloerbandes oder gegen 5szug cheine oder Kartoffelkar en erfolgen darr. Jeweils am Monatsende sind die abgegebenen D-encen au, Zimmer "iit. 4 des Stadthauses imUr Vorlage der Bezugicheine a;w. zu meiden. Znedberq, den 28. Oktober 1918. Der Bürgermeister 2. V»' Damm. '„Ach. daran wird er stcy gewöhnen, wenn er einmal Ja gesagt hat", ermutigte Tante Ella, und wer weiß, vielleicht gelingt es Ihnen gar noch, ihn von der Grundlosigkeit seines Vorurteils zu überzeugen. Sie find ja nun doch einmal ein folck'er Tausendsassa, Eermshoff!" „Ja, wenn mich jedermann mit so gütigen Augen ansähe, wie Sie, Tantchen, dann hätte ich es leicht?" sagte Reinhold Tante Ellas Hand dankbar an dis Lippen führend. „Aber es. ist merkwürdig! Was ich als- die größte Schwierigkeit anger sehen hätte, meine Armut, das wird hier gar nicht als ein etwai, ges Hindernis erwähnt. Wird denn der Herr Gehermrat daran keinen Anstoß nehmen?" „Nein, das glaube ich kaum", erwiderte der Kommerzienrat „das fallt wenig in die Wagschale, wenn Sie im übrigen Gnade vor seinen Augen finden." „Dann wird es wohl am besten sein, ich nehme gleich mor- ' gen Urlaub und fahre hin", meinte Neinhold fragend. „Bis unser Glück von der maßgebenden Stelle bestätigt wird, habe wir ja doch keine richtige Freude daran, nicht wahr, Lieb?" wandte er sich an Hilde. „Ach. muß es denn schon, morgen sein?" «ntgegnete Hilde zagend. „Wer weiß, wie es kommt? U,rd einen einzigen-Tag möchte ich dich doch so gern noch ganz für mich allein haben." * "Nun, auf einen Tag kommt es schließlich nicht an", gab Reinhold nach, „obgleich meinem Empfinden noch, wo etwas geschehen muß, es lieber gleich ohne Aufschub getan werden sollte. Ich bin immer für klare Situationen." ..Ich eigentlich auch. Neinhold", antwortete Hilde, „aber wenn es sich um meinen Vater handelt, überfällt mich immer bange Furcht. Ich habe noch so wenig Etttes von ihm erfahren. Er ist so unberechenbar und dann", setzte sie zögernd, mit leiser schmerzlicher Stimme hinzu, „liebt er mich eben nicht." Neinhold streichelte ihr mitleidig und tröstend die Hand. „Meine arme Hilde! Aber ist es denn denkbar, wandte er sich an die anderen, „daß sie Recht hat? Kann e§ möglich fein, daß ein Vater fein einziges'Kind, und noch dazu ein solches Kind nicht liebt?" ..Ja, es scheint ein psychologisches Rätsel", .erwiderte die Kommerzienrätin seufzend, „nur gibt uns Schwager Karl noch mehr solche auf. so daß man aushört, sich darüber zu wundern. Cs ist ein sehr kurioser Mensch, den wohl niemand jemals ga"- ergründen wird." „Also werde ich übermorgen mein Heil versuchen", sagte Neinhold zum Schluß, „gebe Gott, daß es gelingt! Heute abend aber geht noch ein langer Brief an Mama und Lotte und Lilly ab! O. werden sich die drei Lieben über mein Glück freuen! Willst du selbst nicht auch einen Gruß an den Rand schreiben. Liebling? Das wäre hübsch und würde sie doppelt freuen." ,_ Fortsetzung folgt. Sfeizjtf!t? 2 ri WM Zu verkau en pd ZilWtt Deutsches Edetschwein Besitzer Hch.Sch mpf, Ostheim. WA telüsteisr sucht aur einem Gute bei Familienanschluß Steilung als Stütze. Offenen unter Nr. 2017 an die Ge chüftsstelle der „Neuen Tageszeitung" erbeten. Suche für sofort oder später tüchtiges rvelches Hausarbeit versteht Frau Apotheker Schmidt, Echzell. Achtung! Zmnchch. E roß es Quantum Buchen-Lcheitholz. Eichen- und Nadel- rundhol.z, * letzte Winlerfällung, hat waggon- vei.e abzugeben öolzhaiidluug Rudolf Alt, Eichelsdorf, Ober-Hessen. Kekmntttmachung. k ^ Die ^nachstehende Bekanntmachung des Kommunalverbandeß Bewirtschaftung der Kartoffeln im Erntejahr 1918, bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kenntnis. Friedberg, den 28. Oktober 1918. Der Bürgermeister. 2.93.: Damm. Anzutraalichkeiten, die sich ber der Versorgung der Verbraucher mit Kartoffeln auf Bezugsscheine ergeben Habens insbesondere die vielfach vouommenden Fälle, daß mehr Karioffeln geliefert werden, als nach dem Bezugschein zustehen und daß bei dem Verkauf auf solche Scheine die Höchstpreise überichritten werden, veranlassen uns, den Bürgermeistereien des Kommunalserbandes die Ausstellung von Bezugscheinen vom 1. November If. Js. ad zu untersagen. 2n besonders Lerucksichtigenswerten Ausnahme,allen tönnen Bezugscheine nur noch von un erer Kartoffelvetteilungsstelle in Offenvach ausgeftellr werden. Aus den gleichen Gründen erklären wir bereits ausgestellte Bezugscheine, die noch nicht beliefert sind, für ungültig und verfallen, wenn sie nicht noch bis zum 15. 'November tf. Js. be- tiefeir sind. Sie dürfen al !0 bei Meldung von Sirafen wegen unberechtigter Kartoffelab,abe nach dem 15. Novemrer n cht mehr beliefert werden. Die etwa trotzdem belieferten Scheine werden auch den Erzeugern bei Bemeffung ihrer Abl.efelungspstichl nicht in Anrechnung gebracht. Wir weisen die Kartoffelerzeuger nochmals nachdrücklichst daran' hin, daß nach der Verbrauchsregelung ihre ge,amte Ern e für den Kommunalverband sichergestellt ist und daß sie verpflichtet sind, diese nach Abzug ihres eigenen Bedarfs und der auf Bezugscheine abgegebenen sengen restlos an die Aufkäu er des Kommunaioerbandes abzutiefern. Wer bei ihm sichergestellte Karioffeln verbraucht oder bei eite schafft, wird nach der Bundesratsverordnung über Kartoffeln mit Gefängnis bestraft. Wir haben eine scharfe Kontrolle der Gr zeuger emgeführt und werden Zuwiderhandlungen unnachsichllich zur Anzeige bringen. Außerdem haben sie zu gewärtigen, daß ihnen die zum Eigenbedarf überlaffenen Kartoffeln gekürzt werden. Verbraucher, die sich über ihren zugelaffenen Bedarf eingedeckt haben, machen sich gleichfalls strafbar. Außerdem werden ihnen die überschießenden Mengen eingezogen werden. Offenbach, den 23. Oktober 1918. Zn KonMMlmbiiiliiWübch für MchlmferWg. 6pamer. S rachtstückqüter werden am 30. und 31. Oktober sowie am 1. November zur Beförderung nicht angenommen. Frankfurt (Main), den 28. Oktober 1918. Königliche Eisenbahndirektion. Holzverstsigenmg. '-November !f. Js., kommt auf einem Grundstück der Gemeinde Ober-Rosbach folgendes Holz zur Versteigerung: 22 Rm. Hlesern-Scheiler, 70 Rm. Kiefern Knüppel, 5000 Kiefern Wellen. 28 Rm. Stöcke Die Zusammenkunft und Anfang der Versteigerung ist vormittags 97a llhr bei der Grube Nosbach. Ober-Nosbach, den 28. Okiober 1918. Gr. Bürgermeisterei Over Nosbach. _ Dieffenbach. Der Kauf von Uhren ist Vertrauens ache! Wenden Sie sich an Wilh. ^©hrey, Alrrurnchcr i.si:e1kr-51orl!M. da erhalt. Eie noch eine fein abge og., genau regulierte (TafifjtnHjr. Äutz £ flnU na -i JUrditr, Mgnd- unö f Staudrihrrn dort fn haben. • üäss*^- ; H GroD«?* Lager alle* v tkamttmachrmg. Weißkraut. Diejenigen Besteller, welche ihr Kraut noch nicht bei uns abgeholt haben, werden hierdurch ersucht, solches spätestens Mittwoch Vormittag von 8 bis 10 Uhr in der alten Post in Empfang zu nehmen, andernfalls sie nicht mehr beliefert weiden. Friedberg, den 29. Oktober 1918. Der Bürgermeister 2. V.: Damm. sl® cudj jefccr sonstige lästige Haarwuchs brr- Uwindet sofort sprrr- und schmerzlos durch LlüiSten der Wurzeln für immer mittels -reines verbesserten orientalischen VerfahrenS .^elwaka".« Sofort. Erfolg garont., sonst ^eld zurück. Preis MS.- gegen-/fachn. Frau K». Meyer, CSln^n, Hulch^erEir.Lo. zum E> ^neiden per Zentner iä ist wieder eingetroffen und lommt -woch und Donnerstag ab zum Verkauf. GenmfehlmÄümg GroßhausMsttst. 32 Gemüsehandlung Holler, fmifafi. ho. . Schulbücher Schreib- u. Zeichenwaren für Gewerbeschule! enlpfiehlt Buchhandlung Friedr. 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