Ulimriier 349 ikitiftlpreis LL Mittwoch den 23 . Oktober 1918 11 . Jahrgang. DtP .,3 f U f ssan-sreilung" «idjemt ieöen Werltai. Repelmaßige Beilagen ..L'er #anet aus Hessen". ..Die Spinnssube". Ke?ugspreia: Bei den Postanstatten otenelsährlich Mt. 2.7» hinzu tritt noch da- Bestellgeld: nei den Agenten mona'Iictz 1.00 Ml. einschließlich Tragerlotm. An?eigen: Grundcerle 25 Blg- totale 20 Anzeigen von auswarrs werden durch Vocknachnahmp erhoben. EnüUunosori ^riedbera. Schr'iftieitnnn und Uerlan rcedvera i^eneni. -^anauerlraße 12. ^ec^'^recher 48. Bo ti Keck-Eonto 'fit. 4859 , Amt Frankfurt a. M. CrKlärnngc» der Parteien. — Starke Angriffe dem Feind enteisten. in Flandern und an der Aisne. — Die Höhen bei Dandy — Anch Spanien me.dct sich. Der dentlche Generaistab .. . - meidet: - All. Y'. S. Grosses HauptquarLiev» den 22. Oktober Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. An der Lns und Sckelde Infanteriegefechie. Mehrfach fuchse der Feind mit kleineren und stärkeren Abteilungen die Flüste zu überschreiten. Nordöstlich von Konrik drang er mit Panzerwagen. südöstlich von Kortrik mit starken Kräften gegen unsere Linien vor. Er wurde überall verlustreich obgewiesen. Vizewachtmeister Müller der 9. Batterie Feldartillerie-N-'gi- ment Nr. 221 vernichtete hierbei sechs Panzerwagen des Kenners. Engländer besetzten die von uns geschonten Kirchtürme von St. Amand mit Maschinengewehren. Beiderseits von So- lesmes und Le Cateau hot der Feind seine Angriffe nicht erneuert. In nächtlichen Teilangriffen fielen die Gehöfte vom Auerval in seine Hand. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Französische Angriffe die am Morgen nördlich der Serre. am Nachmittage auf breiterer Front zwischen Oise und Serre gegen unsere Linien vorbrachen, wurden abgewiesen. Nordwestlich von Desbröcourt führten schlesische Truppen einen erfolgreichen Gegenangriff durch Auf den Aisnehöben östlich von VouzierZ dauern h stige Kämpfe an. Württembergische Regimenter haben im Verein mit preußischen und bayerischen Bataillonen dem Feinde in erfolgreichen Geaenanariffen die Höben östlich von Dandy, zwischen Ballay und Ehestres und nördlich von Folaise wiedr entrissen und gegen starke Gegenangriffe des Gegners behauptet. Oestlich von Olizy scheiterte ein Teilangriff des Feindes. Heeresgruppe Gallwitz Nach heftiaer Artillerievorbereitung griff der Amerikaner nördlich von SommerancZ und in breiterer Front beiderseits von Bantheville an. Im Feuer und im Gegenstöße sind die Angriffe des Geaners gescheitert. Dornebmlich im Feuer unserer Maschinengewebre und Infanteriegeschütze erlitt der Amerikaner wiederum hohe Verluste. » Aus einem Geschwader von etwa acht feindlichen Flugzeu- ;en, das Ortschaften im Lahntal angriff, worden vier Flng- -euge abgeschossen. Leutnant Veldens errang seinen 35. Lustsieg. Südöstlicher Kriegsschauplatz. Nordöstlich von Krusevac und am Bukovck scheitcrim feindliche Angriffe. Erfolgreiche eigene Unternehmungen bei Tru- krvevo an der südlichen Morawa. Ter Erste.ttieneralguartiermrister: Ludendorff. Ztaatssekretär Fi schbeck über die Kriegsanleihe: Deutschland wird niemals eine Ne- t?ieruna haben, dis nicht einmütig hinter der Kriegsanleihe steht. Ahendbrrlcht. Berlin, 22. CH., ibends. (WB. Amtlich/! Starke^ An- griffe in Flandern südwestlich von Deinze und ii.: r ict) von Kortrik brachten dewl Feind nur örtlich begrenzten Bodengewinn. Auf dem östlichen Aisneuser, beiderseits Vouzrers und östlich von Airy sind heftige Angriffe der Franzosen gescheitert. Der österreichische Gensralftad [j > =-:. meldet: Wien, 22. Oft. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Jtalienisck>er Kriegsschauplatz: Gestern in den .frühesten Morgenstunden gelang es dem Feinde, im Gebiet« des Monte Sifemol vorübergehend in unsere Gräben einMMngen. Er wurde durch Gegenstoß geworfen. Weitere Angriffe scheiterten in schwerem Feuer. Im Alcanobecken vereitelten wir italienische Erkundungsversücbe. Balkan-Kriegsschauplatz: An der Morawa wurden feindliche Angriffs abgewiesen. Eine Unternehmung deutscher Truppen führte in eine feindliche Stellung. Bei Zajcevar vermochte der Feind B^den zu gewinnen. In Albanien kam es am Mati- fluß zu Nahkämpfen. Ter Ehrf des Generalstabe-. Zkijkil'sii üon finrnt lUalsn^iui'iini bfMiofrn. Aus Wien wird amtlich gemeldet: In einer der Batterien. die den Kanal von Cebenico (Dalmatien) schützen, hat ein geistesgestörter Matrose, nachdem er durch Gewehrschüsie seine nächste Umgebung bedroht und verjagt hatte, ein Schnellieuer- geschütz in Tätigkeit gesetzt und damit eine größere Anzahl von Schöllen auf die Umgebung und die Stadt Sebenico abgefeuert. Der entstandene Sachschaden ist gering, dagegen ist der Tod eines Matrosen pnd die Verletzung eines Infanteristen und einer svrau zu beklagen Der rasende Matrose wurde sestge- nommen, bevor es ihm gelang, weiteren Schaden zu stiften. ^entlck-Oesterrnch. Die deutsch-österreichische Nationalversammlung ist am Montag nacbmittaa im alten Ständesaal des niederösterreichischen Landtags in Wien znsammenaetreten und hat sich als vorläufige Konstituante des deutschen Oesterreichs eingerichtet. Die Konstituante steht ersichtlich unter dem Eiirdruck der Antwort Wilsons auf die österreichische Note, die in letzter Stunde auch noch zu gewissen Abänderungen der von allen Parteien abaefossten Vroklamation an das deutsche Volk gerührt hat. In dieser Proklamation beißt es. Das d-e"tsäre Volk ln Oesterreich ist entschlossen seine zukünftige staatliche Ordnung selbst zu bestimmen, einen selbständi'en deutsch-österreichischen Staat zu bilden und seine Beziehunaen zu den anderen Staaten durch freie Vereinbarungen m't ibnen zu regeln. Der deutsch-österreichische Staat beansprucht die Gebietsgewalt über das ganze deutsche Siedlungsgebiet. insbesondere auch in den Sudetenländern. Jeder Annerion von Gebieten, die von deutschen Bauern. Arbeitern und Bürgern bewobut sind, durch andere Nationen wird sich der österreichische Staat widersetzen. Den Zugang des deutschen Volkes zum Adriatischen Meer werden wir uns durch Vereinbarungen mit den ander-m Nationen sicher zu stellen su-ben. Dag deutsche Volk in Oesterreich wird eine konstituierende Nationalversammlung wäblen D'ese, auf Grund des allgemeinen und gleichen W^blreäts gewählt, wird die Derfallung des deutsch- österreichischen Staate? festsetz^n Bis zum Zusammentritt der konstituierenden Nationalve''tammlung obliegt den Neichstags- abgeordneten der deutschen Wablbeiirke die Pflicht, das deutsche Volk in Oesterreich »u vertreten. Die Gesamtheit der deutschen Abgeordneten des österreichischen Nationalrots bildet daher die prarisorisä'e Nationalversammlung für Deutsch-Oesterreich. Die v'ovi oriiche Na7ionolnerf,rmmkuna beansprucht da? Necht. bis zum Zusammentritt der konstituierenden Nationalversammlung das deutsche Bol' in Oesterreich bei den Friodensverbandlungen zu vertreten V-'rbaudlunaen mit den anderen Nationen über die lleber^raaung der Verwaltung an die neuen Nationalstaaten und über die Neugestaltung der Beziehungen zu den anderen Nationen zu führen und eine Eeletzgebungs- und Vollzugs- gewalt einnirichten. Die provisorische Nationalversammlung wird die Wahlordnung festfetzen. auf Grund deren die konstituierende Nationalversammlung gewählt werden soll, und sie wie di-- Organisierung der inneren Verwaltung des deutsch-österreichischen Staates vorbereiten. Die provisorische Nationalversammlung wird ihre besondere Aufmerksamkeit der schweren wirtschaftlichen Not des deutschen Volkes in Oesterreich zuwen- den. Sie wird sich vor allem bemühen, die Gefabren zu bc- kämnfen. die infolge der Stockung der Lebensmittelzufuhren droben und wird zu diesem Zweck die erforderlichen Verhand- lnnaen führen. In dem Aufruf wird sodann eine Reihe von Ausschüsien eingesetzt, die die Einzelsragen beraten sollen. Diesem gemeinsamen Aufruf aller deutschen Parteien, der Deutsch- nationalen. der Sozialdemokraten, der Christlichfozialen und der Wiener Freisinnigenaruppe folgten besondere Erklärungen der einzelnen Parteien Die bedeutendste unter ihnen war die Erklärung der sozialistischen Partei, die zunächst darauf hinwies, baß schon 1^99 der Brunner Parteitag der sozialistischen 'Arbeiterpartei in Oesterreich die Konstituierung der österreichischen Nationen in nationale Kammern gefordert hat. Es heißt dann werter' „Auch die Vertreter des deutschen Bürgertums habe« anerkannt, daß das deutsche Volk das Selbstbeftimmungsrechi de« anderen Völker anerkennt und das gleiche Recht für sich selbst fordern muß. Wir entbieten in dieser Stunde unseren brüderlichen Gruß unsoren slowakischen und romanischen Bundesaenos. sen und beglückwünsären sie dazu, daß ihren Völkern die Verwirklichung des Selbstbestimmungsrechts endlich nahesteht. Wir erkennen dieses Celbslbestimmnngsrecht ohne Vorbehalt unv ohne Einschränkung an und wir fordern es ebenso ohne Vorbehalt und ohne Einschränkung für unser deutsches Volk. Das deutsche Volk in Oesterreich soll ein demokratischer Staat, ein deutscher Volksstaat werden, lwr vollkommen frei entscheiden soll wie er seine Beziehungen zu den Nachbarländern und mit den Nachbarvölkern zu einem Völkerbund vereinigen will, wenn die Völker es wollen. Lehnen aber die anderen Völker eine solche Gemeinschaft ab oder wollen sie ihr nur unter Bedingungen zu- stnnmen. die den wirtschaftlichen und nationalen Vedürfnillen des deutschen Belkes nicht entsprechen, dann wird der deutsch- österreichische Staat, der. auf sich selbst gestellt, kein wirtschaftlich eirtwicklungsfähiges Gebilde wäre, gezwungen fein, sich als ein Sonderbundesstaat dem deutschen Volk anzugliedern. Wir ver- lanaen von dem deutsch-österreichischen Staat die volle Freiheit, zwischen diesen beiden möglichen Verbindungen zu wählen. Wir wünschen, daß die gegenwärtige Versammlung, ohne sich durch die Schranken der bisher nunmehr völlig zufammen^ebroch^nen Verfassung hindern zu lasten, ein deutsch österreichisches Reich bildet Diese Regierung soll im Namen des deutschen Volkes in Oesterreich vollkommen selbständig Friedensverhawdlnngei! führen. Noch vor Bildung dieser Negierung muß der Vollzugsausschuß in unmittelbare Beziehung zu den ausländischen Negierungen und zu den slawischen Nationen treten und insbesondere in unmittelbare Verhandlungen mit dem Präsidenten Wilson über den Waffenstillstand und den Frieden eintreten." Amnestie für Delgien. Wolfs meldet aus Vrüstel: Generalgouverneur Freiherr v. Falkenhausen erließ unterm 18. Oktober allen Belgiern und Angehörigen der neutralen Staaten, die von deutschen Militärgerichten oder Militärbefehlshabern im Gebiete des Militärgouvernements zu Freiheitsstrafen verurteilt wurden und ihr« Strafe zurzeit in Belgien verbüßen, den Rest ihrer Strafe im Gnadenwege. Ausgefchlosten sind dieieniaen, welche wegen gemeiner Verbrechen verurteilt sind. Der Eeneralgouverneur bestimmte weiter, daß diejenigen Belgier und Angehörigen neutraler Staaten, gegen die im militärpolizeilichen Verfahren Freiheitsentziehung verfügt wvrde, und die sich zurzeit in Belgien oder Deutschland in Lagern befinden, freigelasten werden. Mit der Entlastung wird am 21. Oktober begonnen werden. Nur eine beschränkte Anzahl Persönlichkeiten, deren freie Bewegung in Belgien nach der Natur der Dinge unmöglich ist. solange daselbst noch gekämpft wird, wird erst bei der Räumung Belgiens in Freiheit gesetzt werden. Für diejenigen Belgier^ die ihre Strafe in Deutschland verbüßen, ist ein gleicher Gnaden» akt in Vorbereitung. -— Admiral Mrrr im hanzülpiartirr. Berlin, 22. Okt. (WB.) Der Thef des Admiralstabes der Marine Admiral S ch e e r ist nach dem Großen Hauptquartier abgereist. DchlaMhnie AilMlr Lchift in 5'pameu. Die spanische Regierung hat eine amtliche Note veröfferrt» licht, wonach sie den Zeitpunkt für gekommen erachtet, die öffentliche Meinung davon zu unterrichten, daß man für den Ersatz versenkter Schiffe sorgen müste. Verhandlungen mit Berlin hätten sich zu lange hinausgezogen, aber die Frage sei immer dringlicher geworden. Deshalb habe man einen sofortigen Vesitzwechsel und eine Verwertung von deutschem Schiffsraum aus den in spanische Häfen geflüchteten deutschen Schiffe vorgenommen. „Zu diesem Behuf", so heißt es. „sind durch freundschaftlich« Benachrichtigung sieben deutsche Dampfer von zusammen 21 60» Tonnen Laderaum bezeichnet worden, nämlich „Eriphia", ,.E«» phemia" ..Petschili", „Klio", „Mathilde", „Irmfried" und ..Rudolf". Sie sind der spanischen Regierung Übergeben worden im der Weise, daß besagte Uebergabe im Einvernehmen zwische« dem Verpflegungsministerium und einem höheren Beamten kaiserlichen Botschaft stattfinden wird," Dia? abgesetzt. Genf, 22. Dft Die schweizerische Presse bringt eine Meldung. die besagt, daß General Diaz nicht mehr Oberbefehlshaber des italienischen Hoeres sei. Me schon früher gemeldet wurlde, bestanden seit längerer Zeit Meinungsverschiedenheiten zwischen Diaz urrd Foch, der vergeblich einen Angriff an der italienischen Front verlangt hatte. Die Verbündeten scheinen daraufhin die Entlassung von Diaz und seine Ersetzung durch den Herzog von Aosta verlangt zu haben. Nikolai NilrolafeWltzch lebt. Moskau. 18. Okt. (WB.) Der totgesagte frühere Oberbefehlshaber Nikolai Nikolajewitsch befindet sich wohlbehalten in Kiew. iHe finnische Konigskrone. HelsingforZ, 22. Okt. „Susmen Socialdemokraoti" will aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, daß bei der finnländischen Regierung ein Telegramm aus Deutschland eingetroffen sei. dem zufolge Prinz Friedrich Karl erklärte, daß er vor Ablauf von »wer Monaten keine endgültige Antwort betr. Ucbernahme der finnischen Krone geben könne, da er kein Friedenshindernis sein wolle. Dentscker Delchsta?. Tagesordnung' Erste Beratung der Gesetzentwürfe zur Abänderung der Reichsverfassung. Mit der Beratung über beide Entwürfe wird die allgemeine Erörterung der politischen Lage verbunden. Reichskanzler Prinz Mar von Kaden: Meine Herren? Seitdem ich zum ersten Male zu Ihnen sprach, sind in Verfolgung d-r FriedenHaktion, die die Regierung mit ihrem Amtsantritt eingeleitet hat. weitere Schritte von beiden Seiten getan worden. Das ganze deutsche Volk wartet darauf, zu hören, welche Aussichten die Negierung für das Gelingen des Friedenswerkes zu sehen glaubt. Sie werden verstehen, daß ich mich hierüber nur mit der größten Zurückhal- tung äußern kann. Das deutsche Volk ist vom Präsidenten Wilsen angeredet worden. Diese Tatsache gibt den Aeußerungen der Vertreter aller Parteien erhöhtes Gewicht. Die erste Anwort des Presidenten auf den Friedensschritt der deutschen Regierung hat in allen Ländern den Kampf der Meinungen über die Frage: ..REsfriede oder Gewaltfcieden" auf den Höhepunkt geführt. Es handelt sich um den Gesinnungsstreit. der in jedem einzelnen Land öffentlich ausgefochten wird. Auf der einen Seite erbeben diejenigen lauter denn je ihre Stimme, die sich einbilden, der Augenblick sei nahe, in dem sie alle die angesammelten Leidenschaften des Hasses und der Rachsucht auf dem Boden unserer deutschen Heimat befriedigen können. Ans der anderen sind sich die aufrichtigen Anhänger des Völkerbundes vollständig klar darüber, daß der Grundgedanke des nenen Glaubens heute seine entscheidende Probe besteht. Wer sich -ehrlich auf den Boden des Rechtsfriedens gestellt hat, der hat zugleich die Pflicht übernommen. sich nicht kampflos einem Gewaltfrieden zu beugen (Bravo?) ^ Aber, meine Herren, auch die zweite Möglichkeit müssen wir heute schon ins Auge fassen. Das deutsche Volk darf nicht blind' an den Verhandlungstisch geführt werden. Es ist ein Entschluß von gewaltiger Tragweite: Für unsere Machtstellung soll nicht mehr gelten, was wir selbst für recht halten, sondern' was m freier Aussprache mit unseren Gegnern als Recht erkannt wird. Eine schwere Überwindung für ein stolzes und siegae- wohntes Volk! denn die Rechtsfrage macht nicht Halt vor un- seren Landesgrenzeu, die wir der Gewalt niemals freiwillig os,nen wurden. Die Sätze, die wir als für uns maßgebend angenommen baben, berühren auch Probleme innerhalb des Reichs- Kcinpulttt bes ganzen Manschen Programm- J* 1 ® """bo n b - Er kann nt« Man-!-« kommen, wenn Nl« sämtliche Völker sich zur nrttionnlen SelbsM-rwinvunq h U l“w e £ < ®' e SjMlir,cnm fl ^ RechtKgemeinschaft »erlangt das Aufheben eines Teils der unbedingten Selbständigkeit, bie ^«r »«* 3eMj«t der Etaatsoberhoheit ronr, von uns wie von anderen s«dr richtig., Für unsere ganze Zukunft wird es von entscherdeuder Dedentung sein, in welchem Geist wir dieser notwendigen Entwicklung folgen, Verhnn.deln wir innerlich auf der Basis des nationalen Egoismus, dann, meine Herren ist es für uns kelne Wiederaufrichtung und Erneuerung. (Sehr rich- tlg!> Aber wenn wir eingeschen haben, daß der Sinn dieses furchtbaren Krieges vor allem der Sieg der Nechtsidee ist und wenn wir diese Idee nicht widerstreben, uns dieser Idee unter- wersen Nicht Mit innerlichem Borbchalt, sondern mit aller Frei- .! t ^! 1 ' ° . mb ' n KU iKtli " ein Heilmittel für die Wunden (Seh^chttg!) die Kräfte der Zukunft. Der Reichskanzler wandte sich sodorm den inneren Fragen zu und verkündete ein« entschiedene Abkehr vom alten System Die Ewftibrnng des allgemeinen geheimen un-d direkten Wahl- r^ts ,n Preuhen sei gesichert. Dem Reichstag lägen zwei Ee- riZrTiZ* V °l' r »"!!' *** Cim Wt ""rh-ndenen Schranken ^ b ^> Reichstagsahgeordneien für dir Zukunft di- Moglichke.ten geben würde, flch an der Leitung der Reichs- f°h« zugleich ein R-flort zu übernehmen. NE System ° m ° n t ° r i f ch ° Weg begangen. Daz R . G ° ? um °"d-r- Regierungsweise in 77 cimrt l a " l" m Zum Statthalter sei r L »nannt und in die Landesregierung sollten fiih- rende Männer aus der zweiten Kammer eintreten. Der zweite als di« berufen« Volk^er- ^ bi? L-bensftagen 1 TT«, v ’ 1" f° aen EOn Krieg n-d Frieden ein ,-i.as Mitbestimm,'mrsrecht habe. lDrevak, Tjmin läge ein- Gewähr für die friedliche Weltentwicklung des Reiches und feiner Beziehungen zu den anderen Staaten. Die Bürgschaft könnte verstärkt werden, wenn auch die Bündnisverträge der neuen Bestimmung unterworfen würden. Auch zu einer solchen Erweiterung der Volksrechte werde die Reichsregierung gern die Hand bieten, wenn der Völkerbund praktischeGestalt gewönne. Der Reichskanzler verbreitete sich dann über die staatsbürgerliche Freiheit unid hob hervor, daß der Neuordnung alle verfassungsmäßigen Instanzen zugeftimmt hätten, die „Volksregie- rung fei feit in den Neichsgesetzen vernnkert". Das Ziel sei die politische Mündigkeit des deutschen Volkes. Das deutsche Volk säße seit langem im Sattel, nun solle es reiten! Er schloß mit den Worten: Aber um uiffere Eigenart ruhig zu entwickeln, müssen wir unser Hausrecht wahren können. An unteren Toren steht der Feind. Unser erster und letzter Gedanke gehört den Tapferen, die sich gegen die Uebermacht verteidigen und die wir gegen ungerechte Anklagen verteidigen müssen. (Beifall!) Meine Herren! Man soll nickst glauben, daß man unser Heer beleidigen kann, ohne unser Volk an der Ehre zu tteffeu. (Bravo!) Schlimme Einzeltaten und Maßnahmen hat es in jeder Armee gegeben. Aber der Grundwille des Volksheeres lebnt sie ab. Als die Worte gesprochen wurden, daß der Geist des Roten Kreuzes gerade so gut zu einem rechten Heere gehöre, wie der Offensivgeist, kam eine überwältigende Zustimmung gerade aus Kreisen der Armee, und es kam die Bestätigung von christlichen Soldaten aus Feindesland, die gegen Deutsche gekämpft haben. Meine Herren! Unsere Soldaten hoben es heute furchtbar schwer. Sie kämpfen mit Sorge» um die Heimat, sie kämp'en mit dem Gedanken an den Frieden und halten stand. Wir danken ihnen, wir verttauen ihnen, wir rufen ihnen zu: Die Heimat läßt Euch nicht im Stich? (Bravo.) Was Ihr braucht, und was sie hergeben kann an Menschen, an Mitteln und an Mut, das soll Euch werden. (Lebhafter Beifall!) Es folgten die Erklärungen der Parteien. Als erster erklärte der Abg. Herold namens des Zentrums die Zustim- mung zu dem gehörten Programm. Wolle man uns vergewal- , tigen. dann würde das ganze Volk zur Verteidigung aufstehen. ; Ein Volk mit diesen Leistungen lasse sich nicht vernichten. Zur j r nationalen Verteidigung werde der letzte Mann aufgerufen wcr- j den, und wir zweifeln nickst daran, daß jeder Mitwirken werde zur Rettung des Vaterlandes. Der Erfolg werde nicht (tu§* bleiben. (Lebhafter Beifall!) E b e r t (Soz.) bemerkte, daß es keineherrlichen Zeiten seien, denen man entgegengsft'hrt wo,de. Er entwickelte das sozialdemokratische Programm Der 5. Oktober sei der Geburtstag der deutschen Demokratie, aber noch bleibe vieles zu tun. man hätte auf den U-Vootkrieg ganz Verzicht leisten sollen. Er pries die Segnungen des Völkerbundes und bekannte sich auch heute zur Politik der Landesverteidigung. Wolle man uns knechten, so rufen wir den Feinden zu: Nehmt euch in acht! Darauf sprach der Abg Naumann (Freist). Der felgende Redner Abg. Stresemann (natl.) feierte die Taten des deutschen Heeres, wir hätten an den deutschen Sieg geglaubt, aber unsere Kriegsziele seien unerreichbar. Das Her- vortteten der Krone habe dazu Leigetragen, daß man im Ausland eine falsche Auffassung über unsere Verfassungsver- hälttnsse bekommen habe. Er bekannte sich zum parlamentarischen System und begrüßte, daß die Sozialdemokraten in die Regierung einyetreten seien. Graf Westarp erklärte für die Konservativen. daß sie in der innerpolitischen Entwicklung keinen Fortschritt erblicken könnten. Die aller-schwersten Bedenken hege er, wenn an den Grundlagen des Heeres gerüttelt werde. Die Konservativen lehnten jede Deranttvortung ab und seien jetzt Oppositionspartei. Graf Westarp schloß' Die Antworten des Präsidenten Wilson lassen doch Zweifel offen, ob wir uns auf dem richtigen Wege befunden haben. Auch wir wünschen den Frieden. Das Deutsche Reich ist nicht bezwungen und nicht gezwungen zur völligen Kapitulation. Es ist nicht gezwungen. Bedingungen anzunehmen, die mit den Grundsätzen des Eerechtigkeitsfriedens unvereinbar sind. Wir halten fest an der Unverfehrbarkeit des Reichsgebietes auch im Osten und mit g.a,rz besonderer Entschiedenheit lehnen wir die unerhörten Ansprüche ab. die von polnischer Seite erhoben werden. Kein Schritt deutschen Bodens auch im Osten soll abgetreten werden. Mittwoch: Weiter-„Veratuug". Es wird sodann cmseirvanidergesetzr: „Die Regierung liegt in der Hand eines Reichskanzlers, dessen Stellung innerlich noch mehr als äußerlich schon nach wenigen Tagen aufs schwerste erschüttert ist: sie liegt bei Männern, deren politische Vergangenheit es ganz unverkennbar macht, daß sie der schweren Aufgabe, vor die sie gestellt sind, in keiner %k\\e gewachsen und den feindlichen Staatsmännern nicht im i. ;;t* deften ebenbürtig sind. Diese Regierung hat nach dem Antritt ihres Amtes sofott gezeigt, daß ihre Handlungen von III "o- nen, von Trugbildern und Hirngespinsten eingegeben sind ...'d daß sie dem Land, statt es tmrch die Kraft der Wahrheit an': -- rütteln, durch betörende Redensarten und gaukelnde Versprühungen vollends den letzten Halt nimmt. Diese Regierung hat damit begonnen, die militärische Lage, statt sie zu festigen, durch ihre Angebote an den Feind noch mehr zu erschweren und den Geist der Truppen durch die Lockungen eines naben Waffenstillstandes und Friedens noch mehr zu erweichen und zu erschlas'rn. Sie hat dem ganzen Volke eine Stimmung eingaflößt, die j.d'n Widerstand bricht: den Ee-dankenlosen eine volle Friede-nsnoff- nung, den politisch Mißleiteten den Zorn über die angeblich leichtfertig ausgeschlagcneu Friedensmöglichkeiten vom Jahre 1916/17, den klar Sehenden nmb Entschlossenen die Verzweiflung völliger Machtlosigkeit. Sie hat unser Ansehen, unsere Würde, unsere Ehre vor den Feinden wie vor den Neutralen in heilloser Weise bloßgestellt, so daß Verachtung uns auferlegen wird, was der Haß uns vielleicht noch erspart hätte." Soweit sind wir vollständig einverstanden. Wir brauchen nicht erst zu versichern, daß wir unmöglich zu einer Neuerung Vertrauen haben können, die des Vaterlandes Not benutzt hat. um sich in die Höhe zu schwingen und die zu diesem Zwecke gleichwie ein Erpresser gehandelt hat. Trotzdem können wir ni-bt weiter gehen und wir können nicht ohne weiteres zustimmen, ■ wenn dann gewissermaßen aufgefordert wird, sich in den entschiedensten Gegensatz zu der jetzigen Negierung zu stellen, denn: „Sich binter diese Negierung stellen heißt das Vaterland in dem Wahn, es mif diese Weise ret'en zu können, ver. kmrfen und verraten. Kommt nicht aus dem Volke heraus eine Erhebung, die diese Regierung we- schwemmt, so sind wir so wie so verloren, verloren, wie noch nie ein Volk gleich kläglich unter* geg-anaen ist." Wir halten diesen Rat für büdenMch. Als Hektar, der Füh. r«cr der Troer, mieten in der Feld-schl-acht. im Kampfe um fein Vaterland, von seinem Schwager auf den unheilverkündenden Flug der Vögel aufmerksam gemacht wurde, da rief er unmutig aus: Laßt sie rechts hinfliegsn oder link?, ein Wahrzeichen nur gilt das Vaterland zu erretten!" Mr sind heute in derselben Lage. Führen kann uns eine solche Regierung, zu der wir das unbegrenzteste Mißtrauen haben, sicherlich nicht! Aber wir sollen ihr auch keine Schwierigkeiten machen. Die Parteien der Mehrheit mögen jetzt einmal zeigen, was sie können und ob sie die Verfprechungen in die Tat umzusetzen vermögen, mit denen sie nicht sparfam um sich geworfen haben. Dazu brauchen w i r nicht mitzuhelfen, wir brauchen uns aber auch nicht dagegen zu stenmen. Die Rechnungen, die zu Hmffe ausgelaufen sind, wollen wir nach dem Kriege, nicht jetzt begleichen, denn wir hoben dringenderes zu tun. ErstdesVaterlandesRettung. dann danach ftagen. wer es in Rot gebracht hat. Heute aitt nur noch eins, ist nur eines not: Die innere Front auftechtzu- erhalten, keine Zersplitterung zu dulden keinen Bruderkrieg und nicht in wenigen Tagen feig das sinnlos zu vergeuden, was vier Jahre voll unerhörter, wertvollster Opfer mühsam geschafft haben. Prinat die DeWkraiie den tzneden? Weitere Eruemnruge«z. Berlin, 20. Okt. Die Berufung von Abgeordneten in die Reichsregierung ist immer noch nicht abgeschlossen. Schon für nächsten Tage werden die Ernennungen weiterer ReichstagZab- geordneter für wichtige Reichsämter fortgeführt werden. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, soll die Nachricht. daß sämtliche der Mehrheit angehörige Reichstagsabgeordnete Staatssekoetäre werden oder zum mindesten ein sicheres Neichsamt erhalten sollen, vorerst unzutreffend sein. Uruer KriegsKredit. Berlin, 22. Okt. Dem Reichstag wird Mitte November eine neue Kriegskreditvorlage in Höhe von wieder 17, Milliarden Mark zugchen. Wir ftfürn uns hinttt die ilrjifniti«! Professor H. Saug in Stuttgart veröffentlicht einen Aussatz, in dem er folgendes ausführt: „Von allen Seiten bekommt man jetzt zu hören, daß „Geschlossenheit" nunmehr bitter notwendig und das allein mögliche fei, daß Tadel doch „an den harten Tatsachen nicht das Geringste ändern könne, daß man der Regierung „die ungeheure Last der Verantwortung trage» Helsen" müsse, kurz, daß sich jetzt alles Jjhrta: die Reaieruna zu stellen" habe." Die Demokratie ist der Friede. Diesen lapidaren Satz schreibt in Nr. 439 vom 14. Oktober der „Berner Bund", in gewisser Anlehnung an seine Aussätze vom August, die die Frage erörtern „Wie soll es enden?" Schon damals meinte er. die Rettung aus dem Kriege sei die Demokratisierung der Völker. Wir haben damals dem „Bund" seine Harmlosigkeit nachgewic- sen. Heute singt er dasselbe Lied, wobei er ergänzend bemerkt, die Völker müßten künftighin das Recht der Entscheidung über Krieg und Frieden in Anspruch nehmen und ein einzelner dürfe nicht mehr sagen können: „mein Heer" und „meine Kriegsziele". Also, nun haben wir ia die Demokratie, die vielge. rühmte, fliedenbringende. Wird sie uns den Frieden geben? Der erste Schritt der deutschen Demokratie war das Unterwerfungsangebot vom 5. Oktober. Unter Verleugnung aller früheren Meinungsäußerungen spendete die demokratische Presse Deutschlands Wilson Weihrauch und verherrlichte ihn als den großen Träger großer Gedanken. Die Anbetung des amerika- nisck>en Diktators dauerte über eine Woche. Es kam die dreiste Antwort Wilsons, in der er die Räumung der besetzten Gebiete verlangte, sowie eine Erklärung, ob die Demokratisierung bei uns auch durchgeführt sei. Rach wie vor erstarb unsere Demokratie in Ehrfurcht vor dem „internationalen Kaiser", wie Naumann Herrn Wilson mit Vorliebe nennt. Noch immer schwelgte die Demokratie in Hochstimmung. Auf unsere winselnde Ant, wortnote kam prompt die Rückantwort, strotzend von unerhörter Beleidigung der deutschen Armee mit der Forderung, die Hohen- zollern gefälligst absetzen zu wollen. Herr Gothein hat diesa Forderung in liebenswürdigster Form kürzlich unterstriche«! Aber die anderen Forderungen Wilsons ubersttegen doch das gewöhnliche Maß und machten weite Kreise auch der demokra- tischen Leser stutzig. Denn die gewünschte Deinokratisierung war doch auf Anhieb durchgesührt, Wilson aber blieb harthörig. Wir ftagen nun den „Berner Bund": „Bringt also die Demokratie dem Volke den Frieden? Oder bringt sie dem deutschen Volke nicht vielmehr die Selbstverstümmelung, die Selbftvernichtung?" Im Übrigen hat die Demokratie noch nie den Frieden gebracht. Wäre der Artikelschreiber des Schweizer Blattes geschichtlich besser unterrichtet, so wüßte er. daß nichts krieaslüsterner ist als gerade die Demokratie. Der Marquis of Salisbury hat ein mal das wahre Mort geprägt: „Ein Durst nach Herrschaft unL eine .... Willigkeit zu Angriffskriegen hat stets die Demo, lratie Mkennzeickmet." Saltsburp konnte sich auf die aeschicht liefen Talsachen berufen. Er konnte Hinweisen auf die unaS- lässigen Angriffskriege der französischen Revolution. auf die fa- natische Sucht des demokratischen Frankreichs. Eroberungen zu machen, auf die merkwürdige Erscheinung des demokratischen Kaisertums des 3 Napoleon, das sich nur solange Hallen konnte, als cs durch siegreiche Kriege in der Lage war, die Eitelkeit der Franzosen zu befriedigen. Salisbury hätte weiter gehen müsien, er hätte feststellen müssen, daß das angeblich demokratisch regierte England im letzten Jahrhundert einige Dutzend Kriege geführt hat. während dag angeblich nicht demokratisch regierte Preußen Deutschland von 1815 bis 1864 den Frieden gewahrt hat, und wir müsien ergänzen, daß das kaiserliche Deutschland nach 1871 bis zum Jahre 1914 den Frieden gewahrt hat und weiter noch gewahrt hätte, wenn nicht der freche Ueberfall der Entente uns gezwungen hätte, das Schwert zu ziehen. Es ist eine alte historische Wahrheit, daß. wie Palmerston einmal gesagt hat. groue Republiken ibrem Wesen und ihrer Natur nach aggressiv zu seiu scheinen. Solange ein starkes Herrscherhaus, das im Bewußtsein seines Volkes. Stand wurzelt, die Zügel in der Hond hat. wird es getragen durch höchstes Verantwort- lichkeitsgesuhl. sich sche-uen. dos Schwert zu ziehen, es sei denn, daß das Lebensinteresie des Staates in Frage aestellt ist. Auch das deutsche Volk wird zu seinem Schaden ersehen müsien. daß ihm die Demokratie einen Versöhnungsfrieden nicht bringen wird. Vcr Jahre firin und Aid ? Wenn England den Krieg gewinnt, so verdankt es das nicht seinem Heere und auch nicht den Soldatenmillionen, die Frankreich. Rußland. Italien, dte Vereinigten Staaten usw. gegen uns herangeführt haben. Deutschland hat den Feind im Osten, der allgemein als der gefährlichste galt, glorreich niedergeworfen: Deutschland, das man bereits ermüdet und ausgepumpt nannte, wußte, trotz schwerer Angriffe im Westen, mit Rumänien fertig zu werden und die Italiener in der letzten Isonzo- schlacht aus dem österreichischen Gebirge hinauszuwerfen. Es wird, daran zweifelt keiner von uns. daran zweifeln auch die Widersacher selbst nicht, seine Westgrenze aegen noch so übermächtige Angriffe zu halten verstehen. Zeitweilige militärische Mißerfolge und der anbefohlene Rückzug ändern nichts daran. Unerschüttert steht Hindenburgs Macht. Dem alten Fritzen haben nicht einmal die zermalmenden Niederlagen von Kolin. Kunersdorf. Hochkirch die Siegeszuversicht rauben können, im Frieden von Hubertusburg erzwang er sich, aller Schlappen ungeachtet. die Bestätigung seiner Ansprüche. Wo ist, neben den hundert strahlenden Siegen, die dieser Krieg uns gebracht hat. das deutsche Kunersdorf oder Kolin des Weltringens? Rein, feiner Kampfmacht verdankt England den Sieg, den unsere Verzagtheit ibm zuschanzen will ganz gewiß nicht. Zum Erfolge oerhilft ihm einzig und allein der Aushungerungskrieg den es feit vier Jahren mit unbarmherziger Tatkraft gegen uns führt Wir wollen es nicht verschweigen und nicht leugnen, daß Rot und Teuerung im deutschen Lande groß sind. Aller rechtzeitigen Mahnungen ungeachtet, hat sich unsere Regierung wirtschaftlich nicht aus das furchtbare Ringen vorbereitet. und der Glaube, allein mit einer Rationierung der Nahrungsmittel durchzukommen, statt die ganze Kraft an ihre Vermehrung zu setzen, hat die unvermeidlich eintretende Knappheit noch verschärft. Doch euch der Feind muß sich den Leibriemen enger schnallen. Jetzt gilt es. wer am entschlosiensten aus- hält, wer in den letzten fünf Minuten tapfer aufrecht bleibt Die Würfel fallen über unsere und unseres Volkes Zukunft. Wir entscheiden jetzt über das Leben unserer Kinder. Erweisen wir uns im entscheidenden Augenblick als schwach, so vernichten wir damit ihre Hoffnungen, und sie werden unser Andenken verfluchen. solange sie atmen. Niemand stellt es in Abrede, daß viel vaterländisches Empfinden. berzNck)e Liebe zur Heimat und fester Glauben an feine Zukunft dazu gehört., um all den großen und kleinen Mangel, unter dem wir leiden, geduldig zu ertragen. Niemand halt mit seiner Verurteilung des Raffer- und Wucherergezüchtes zuruck, das das notleidende Volk schamlos ausbeutet und dem man kaum jemals mit der gehörigen eisernen Tatkraft ent- gegenaetreten rst. Daß Tausende ungeheure Reichtümer an der ' . Ct *!l rer ^ rübct . verdienen, ohne Arbeit, ohne Risiko, während die Väter und Söhne der Ausgevlünderten im Felde liegen und ihre bescheidene bürgerliche Existenz zugrunde gehen sehen, das empört mit Fug den einfachen Mann. Aber die Abrechnung wird kommen. Und wir dürfen nicht in raschem Zorn das Vaterland für die Sünden mißarteter Geldmacher büßen losten wollen, dürfen nickt um tausend übler Gesellen willen über Millionen und Abermillionen die englische Knechtschaft verhangen lasten. Unsere Feinde halten ja jetzt weniger wie vormals zurück wit ihren Rachegelüsten. Wir geben im folgenden nur eine ■KJSffSS*“ B>Ut0etäsmcn .. ” 3Benn Mlson die deutsche Note annimmt, und die Verbündeten damit übereinstimmen, dann hat nur einer nows etwas zu sagen, wenn alle schweigen, und dieser Mann heißt F o ch. ' „Lanterne": „Die militärische La.-e beh.rrscht die Frie- stische^Stellungnahme des ausa-suchen soziali- , schen Blattes, das sich eine Zeitlang jo-mr , -rchistischer Ten- iwnjei» rühmte, ist besonders bemerkensiveri. T. Schriftltg.) „Observer": „Der Sieg der Verbündeten must vollkommen lein. Es wäre der fatalste Irrtum, den die Verbündeten begehen konnten, wenn fie etwas anders- annähmen, als eine vollkommene Kapitulation mit allen möglichen militärischen Ea- rantien. „Weekly Dispatch": „Die Deuischen schlagen Wilson vor. eine gemischte Kommission zusammenzusetzen. die die Räumungs- frage besprechen könne. Die einzige Antwort auf diese Frage tann nur lauten: „Macht, daß Ihr heraus kommt!" Die Deut- kL » " delaien und andere Länder besetzt, ohne eine ge- m schte Kommission vorher zu befragen^wozu brauchen sie denn -eure euw gemischte Kommission, um aus Belgier) und aus anderen Landern zu verschwinden? — 'Hercm« mir Euch, oder nieder mit Euch! Heran» müßt Ihr, und bezahlen müßt Ihr anchl Das ist die einzige Antwort, die wir allen Boches, ganz gleich welcher Corte, ins Gesicht schleudern." Man sieht, Milde haben wir von unseren Feinden nicht zu erwarten. Dort wird an das Schwert appelliert, das auch für uns Deutsche die letzte Zuflucht sein wird: Und wenn uns nichts mehr übrig blieb, So blieb uns doch ein Schwert, Das zorngemut mit sck-arfem Hieb Dem Trutz des Fremdlings wehrt; So blieb die Schlacht als letzt Gericht Auf Leben und auf Tod: Und wenn die Not nicht Eisen bricht, Das Eisen bricht die Not. Kit fcrnsmt Mt den Ernst drr Annde! Die „Volksstimme" druckt unsere Bemerkung über die Valletschule beim Großherzoglichen Hoflheater in Darmstadt ab und bemerkt dazu: „Herr Hirsche! scheint ja auf einmal sehr revo» lutionär geworden zu sein. Der Geibelsche Vers sollte aber nicht nur in Darmstadt, sondern auch von den Agrariern und anderen Leuten in Oberhesien beachtet werden." Die Frankfurter „Volksstimme" sagt die Unwahrheit, wenn sie durch die Blume zu verstehen geben will, als würden wir etwa den Mantel nach dem Wind« hängen. Sie sagt dies wider besseres Wissen, denn sie hat selbst schon öfters Auslastungen von uns abgedruckt, die sich gegen offenbare Mißstände gerichtet haben, bei denen bei uns niemals die Höhe «der Persönlichkeit irgend eine Rolle gespielt hat. Im Uebrigen wäre es ja durchaus am Platze, wenn wir revolutionär würden, denn wenn die! .Herren Scherdemann, David und Bauer „Exzellenzen" werden, dann müsien wir wohl revolutionär werden. Daß die „Volksstimme" auch bei dieser Gelegenheit sich an den oberhessischen Agrariern reibt, nehmen wir ihr nicht übel, denn sie ist in dieser Beziehung unheilbar. Jedenfalls ist die Bemerkung kindisch. denn in ganz Oberhesien möge sie uns ein Großfrankfurt, Wemklause oder dergleichen nennen. m ffo TOeddigen lebte, siegte ond siel ob leuchtend« Oorbild eÖcr U Booisfafcrer. pflichttreue and restlos« Opferfrendigkeit gesponnen ihn» die ß«- «pnndenmg and die herzen oller, dte ihn kannten. Nach seinem Beispiel streiten tvxi nreiter and find gewib. »b» Rücken gedeckt durch andere standhaft anshorrende ead ans mit allen Mitteln «nterftützend« Bevölkerung in der heimnt. die sicher« Grundlage jn erkämpfen für ventsch- landt € at midtluag ond SakanfL Hna'&'deuhwit Weddigen für sein Voterl ond gefallen »915 Dom Felde der Ehre. Ober-Florstadt. Dem Landsturmmamr Hermann M ü h l e r beim Landsturmbataillon Friedberg wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Wir gratulieren! Ans bei* Heimat. Friedberg, 23. Oft. (Alldeutscher Verband.) Donnerstag, den 24. Oktober findet eine außerordentliche Mitgliederversammlung bei Ellermeier statt, auf die alle unsere Mitglieder mit der Bitte um möglichst vollzähliges Erscheinen hiermit nochmals besonders aufmerksam gemacht seien. Friedberg, 23. Okt. (Stadt. Schwimmbad). Die Badeanstalt ist von jetzt ab nur Freitags, Samstags und Sonntag vormit- tags zu den bekannten Stunden geöffnet. Bad-Nauheim, 20. Okt. Das Hotel Adler sandte an die „Dolkssttmme" eine Berichtigung, worin es bostritt, an der Ge- heirnfchlächterei beteiligt gewesen zu sein, auch sei ihm von einer Schließung nichts bekannt. Damit steht folgende amtliche Bekanntmachung des Kreisamts in Widerspruch: Dem Hotel „Adler" in Bad-Nauheim (Inhaber Emil Adler) wurde durch kreis- amtliche Anordnung der Fleischbezug für seinen Gewerbebetrieb bis auf weiteres gesperrt. Adler war bei den Geheimschlachtungen in der Hofteite von Gycvr beteiligt und hat von dort regelmäßig größere Mengen Fleisch unter Ueberschreitung der Höchstpreise und ohne Fleischkarten bezogen. — Da es in Bad- Nauheim nur ein Hotel „Lldler" gibt und desien Besitzer Emil Adler heißt, ist die Berichtigung des Herrn unverständlich. Bus Starkcnburg. FC. Groß-Gerau, 20. Okt. Das R.'cht der Selbstversorgung wurde den Landwirten Ioh. Philipp Reinheimer, Peter Josef Schmitt, Adam Schilling, Engelberth Henkel, Iohs. Daum 10„ Wilhelm Jung 3. und Georg Reinheimer 6. zu Baufchhoim entzogen. FC. Beneheim, 20. Okt. Mit Rücksicht auf die große Nachfrage nach verkäuflichen Grundstücken beschlosien die Stadtverordneten, demnächst zirka 25 Grundstücke öffentlich meistbietend versteigern. Bus Rheinhcssen. L FC. Mainz-Kestheim, 20. Ott. In eine am Boden stehende Schüsiel mit heißem Wasier fiel das anderthalb Jahre alte Kind des Tünchers Jakob Rundel und verbrannte sich derart, daß es bald darauf den schweren Brandwunden erlegen ist. FC. AlM 20. Okt. Aig Antwort auf die uns von Wiffojh angesonnene Demütigung wurden hier innerhalb weniger Stunden bei einer Zeichnungsstelle 130 000 Mk. gezeichnet. — Der Telegraphengehilfin Elisabeth Fuchs dahier wurde gestattet, den Familiennamen ihres 1914 gefallenen Bräutigams Heinrich Kohl zu führen, sowie sich die Bezeichnung „Frau" beizulegen. FC. Worms, 20. Ott. In unheimlicher Weise wird hier weiter eingebrochen und gestohlen. In einer der letzten Nächte wurde in der Filiale der Verteilungsstelle des Konsumvereins Worms-Lampertheim eingebrochen und Waren im Werte von 2400 Mark gestohlen. In einem anderen Geschäft fielen den Einbrechern 14 Zentner Zucker in die Hände. Von den Tätern fohlt jede Spur. FC. Aus Nheinhesien. 20. Ott. Da in letzter Zeit die Trau- bendiebstähle in den hiesigen Weinbergen in besorgniserregen» der Weise Angenommen haben, sind die Polizeibehörden und ilju Organe, die Feldschiitzen und Ehrenfeldschützen beauftragt wori den, alle Meinttauben, über deren Herkunft sich d e Besitzer oder Händler nicht Ausweisen können, zu beschlagnahmen. Aus Hcsirn-Nasiau. FC. Datz-Homburg, 20. Okt. Polizeilich untersagt wu d*n hier bis auf weiteres infolge Auftretens der Grippe die Kurkonzerte und sonsttge Veranstaltungen. Auch die Kinos müsien ihre Vorstellungen einstellen. v FC. Wiesbaden. 15. Okt. Zwei Gepäckträger der Eisenbahn hatten einen Nohrplnttenkoffer für einen Hauptmann abzuliefern. Als der eine der Träger die Hausnummer suchte, wurde er von einem unbekannten jungen Manne angesprochen, der erklärte, daß der Koffer im Hause 31 in den Keller zu bringen sei. Er ging auch gleich mit in den Keller und händigte dort die verlangte Zustellgebühr von 1.20 Mk. dem Gepäckträger aus, der sich nunmehr entfernte. Nachträglich stellte sich heraus, daß der Gepäckträger einem Gaunerstreich zum Opfer gefallen war. Der Koffer mit dem Gauner ist spurlos verschwunden. FC Biebrich, 20. Okt. Ueber 80 Kilogramm Seife und Fette wunden bei einem hiesigen Seifensieder beschlagnahmt. Seit einiger Zeit wurde in mehreren Geschäften Toilettenseife zum Verkauf angeboten. Da die Herstellung und der Verkauf von Fettseifen verboten ist, verfiel die Seife der Beschlagnahme. Eltville. 20. Okt. Beim Steinheimer Hof ist ein etwa '00 Zentner enthaltender ungedroschener Haserhausen verbrannt. D'- Feuerwehr hatte eine Schlauchlinie von etwa 050 Meter ang^ legt und rettete einen nahe dabei sitzenden ebensogroßen Haufen Weizen. Die Ursache des Feuers scheint in Brandstiftung zu liegen. FC. Ans dem Untertaunus, 18. Ott Der Untertaunuskreis zeichnete für die neunte Kriegsanleihe 100 000 Mk. FC. Weilburg. 18. Ott. Im 58. Lebensjahr verstarb nach langem schweren Leiden in der Klinik zu Gießen der Kreisland- wirtschaftsinspektor Wobig dahier. Der Verstorbene hat sich um di« Hebung der Viehzucht im Oberlahnkreis besondere Verdienst« erworben. FC. Limburg, 20. Okt. Die aus dem 14. Jahrhundert stammende St. Nepomuk-Statue auf der Lahnbrücke wurde von ruch- losen Händen beschädigt. Der entstandene kunstgeschichtliche Schaden ist ganz bedeutend. Der Magisttat setzt zur Ergreifung des Täters eine Belohnung von 200 Mk. aus. FC. St. Goarshausen. 20. Okt. Da die Viehoblieferung in letzter Zeit viel zu wünschen übrig läßt, sieht der Kreisausschuß sich veranlaßt, Eegenmaßregeln zu ergreifen, die darin bestehen sollen, daß denjenigen Viehbesitzern, welche in der Viehabliefe* vnng zurückbleiben. Genehmigungen zur Hausscklachtungen nicht erteilt werden. Es ist bei jedem Schlachtantrag anzugeben, oo der Antragsteller seine Lieferungspflicht erfüllt hat. FC. Oberlahnstein. 18. Ott. Die Stadtverordneten be- schlossen in geheimer Sitzung das Gehalt des Bürgermeisters ron 7000 auf 8500 Mk. zu erhöhen, sodaß der Bürgermeister nunmehr einschließlich des Wohnungsgeldes 10 000 Mk. erhält. Den städttschen Arbeitern wurde eine einmalige Teuerungszulage bewilligt, grundsätzlich wurden 80 Mk. angenommen. Hierzu kommt für jedes Kind und für jedes Dienstjahr ein Zuschuß von je 10 Mk. FC. Oberlahnstein. 20. Ott. Zur Versorgung der Industrie fft für den Kreis St. Goarshausen eine Industtiestelle mit dem Sitz in Oberlahnstein errichtet worden. FC. Niederlahnstein, 18. Okt. Die Rheinschiffer suchen die Ernährungsfrage prakttsch zu losen. Auf den Schiffen, besonders auf Güterschraubenbooten und Schleppkähnen haben sie Btälle eingerichtet, in denen sie rationelle Schweine- und Hühnerzucht betreiben. FC. Vom Ryriu, 17. Okt. Der Preis für die Trauben geht weiter wesentlich zurück. In Lorch wurden 25 Pfg., in Eaub 30 Pfg. für das Pfund geboten. Aus Kurhcsien. 8i*. Gelnhausen, 20. Ott. Die landwirtschaftlichen Winterschulen in Gelnhausen, Fulda, Fritzlar, Hofgeismar, Nodenberg und Ziegenhain werden im Winter 1918/19 nicht eröffnet werden, dagegen ist beabsichtigt, den Unterrichtsbetrieb in den landwirtschaftlichen Winterfchulen in Eschwege, Hersfeld, Marburg und Melsungen weiterzuführen. FC. Vad-Orb. 20. Ott. Aus dem Erlös des diesjährigen Holzverkaufs beschlosien die Stadtverordneten die Summe von 100 000 Mk. zu entnehmen und diese auf die neunte Kriegsanleihe zu zeichnen FC. Marburg, 20. Ott. Wegen unerlaubten Verkehrs mit Kriegsgefangenen wurden zwei junge Mädchen, Emma Schmidt aus Endbach und Kath. Dörr aus Rodheim zu je drei Wochen Gefängnis verurteilt. FC. Kirchhain. 20. Okt. Die städtische Sparkasse wird sich an der neunten Kriegsanleihe mit 300 000 Mk. beteiligen. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Aevner^ Fttedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung".. ^ A G., Lriedbera i. L- Hevzenslrttmpfe. Roman von Helene Sckütky, geb. von Gersdorff. (Copyright 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.) Nachdruck verboten ..Fräulein Hilde", rief er erschrocken, „was ist mit Ihnen? was fehlt Ihnen?" „Nichts, nichts" antwortete sie durch Tranen lächelnd. „O Hilde", rief er, in seiner Erregung alles Zeremonielle veraellend, ..sind wir deshalb Freunde, damit Eie mir Ihren Kummer verschweigen?. Das ist keine wahre Freundschaft!" „Ach. denken Sie. es fei eine Laune, wir Frauen sollen ja doch so launenhaft sein", suchte sie ihn zu beruhigen. „Sie launenhaft? Nein, das glaube ich nicht. Das stimmt star nicht zu Ihrem librigen Wesen, das immer so gleichmäßig milde und voll Anteil an allem, was Sie umgibt, ist", erwiderte er kopfscküttelnd. „Aber Sie haben doch schon Afters bemerkt, daß mich plotz- l'ch mitten in der besten Stimmung diese Trübseligkeit überfallt. nicht wahr? Sind das keine Launen?" beharrte sie. „Nein. ,Frä'ulein Hilde, das flnd keine Launen", entgegne er fest ..Das ist irgend ein Kummer, der Cie bedrückt. Sie haben mich wohl bis setzt nicht würdig befunden, den- j idfrcn zu teilen. Schon ötters ist er mit plötzlicher Gewalt über Cie gekommen, das habe ich wohl gemerkt, dann habe ich versucht, die trüben Gedanken zu verscheuchen, was mir auch meistens gelungen ist. Heute aber, heute will es nicht gelingen Meinen Cie nicht es würde Ihnen vielleicht doch Erleichterung bringen, wenn Sie mir sagen, was Sie quält? Vielleicht weiß ich doch einen Ausweg oder tut Ihnen schon die Mitteilung wühl!" Hilde mußte lächeln, so schwer ihr auch ums Herz mar. Ja. er konnte helfen, er allein, aber entweder kam er nicht auf das einzige Mittel, das ihr helfen konnte, oder wollte er es nicht an wen den. Es war doch nicht möglich, daß sie ihm die Wahr- sagte, noch viel weniger, daß sie ihn belog. Eine Lüne kam l'b"b aupt niemals über ihre Lippen und wäre seiner und ihrer selbst unwürdig gewesen. Was sollte sie sagen? O, warum hatte sie nicht mehr Selbstbeherrschung besesien? Als sie noch immer schweigend mit gesenktem Kopfe neben thm herging, wurde er immer dringender. „Hilde", bat er, „find wir nicht Freunde? Denken Sie. ich sei Ihr Bruders Meine Schwestern verschweigen mir nichts. Wenn ich nach Hause komme, schütten fie mir alle ihr Herz aus. Meine Mutter sowohl, wie Lotre und Lilly. Alle ihre großen und kleinen Kümmernisse muß ich erfahren, und wenn ich auch nicht immer zu helfen vermag, trösten, zureden. Mut machen kann ich doch immer, und das ist auch etwas?" Während er so herzNch und eindringlich zu ihr svroch hatte sie einen Entschluß gefaßt. Ia. fie wollte thm die Wahrheit sagen, aber nur einen Teil, er würde dann versieben, warum fie so traurig war. ohne die Hauptursache, ihr tiefstes Geheimnis. ihre Liebe zu ihm, zu ahnen. „Nun denn", sagte fie endlich, „Sie sollen hören. was mich so unbeschreiblich bekümmert, aber andern können auch Sie nichts daran. Doch ich sehe ein. Offenheit ist das Recht und die Pflicht jeder wahren Freundschaft und vielleicht — nuv vielleicht geht? mir auch wie Ihren Schwestern, daß mir leichter ums Herz wird, wenn ich Ihnen sage, was mich bedrückt." Cie waren immer weiter gegangen, obne aus Wea oder Umgebung zu achten. Jetzt erblickte Reinbold zusöllig seitwärts eine lauschig gelegene Bank, welche ermüdete Wanderer zum Ausruben einlud. „Kommen Cie. Fräulein Hilde, hier wollen wir ein wenig rasten", sagte er. ihre Hand fastend. Willenlos ließ fie sich führen. Als sie sich gesetzt hatten, sagte er lächelnd: „Nun kann die Operation vor sich gehen! Hoffentlich läßt sich der Zahn ohne Schmerzen ziehen?" Er scherzte zwar, aber ihm war nicht scherzhaft zu Mitte. Was würde er hören müsten? Das Geständnis ihrer Liebe für einen andern? oder weni"stens ihres Gcbundenseins? Vielseicht an den Marquis? Wie sollte er d"ß ertragen? O. nur dos nicht! Daß ste den Franzosen nicht liebte, glaubte er fast sicher zu sein. Aber es konnten Abmachunaen bestehen, die ste nicht lösen konnte oder wollte Tausend schlimme Möglichkeiten schössen ihm durch den Kopf. Er gab sich endlich innerlich einen Ruck, wie er immer tat, wenn etwas Schweres an ihn herantrat, und schnell wie ein Blitz wandte sich seine Seele mit der Bitte um Kraft und Hilfe an Gottes Vaterherz. Hilde fing endlich mit leiser Stimme an: „Wahrscheinlich werden Cie mich auslachen, denn etgent- lich ist es gar nichts Positives, was mich so trostlos macht." Er atmete erleichtert auf. eine Zentnerlast fiel von seinem Herzen. Also kein heimliches Verlöbnis! Gottlob, mit andern Schwierigkeiten konnte man lchon eher fertig werden. „Es ist nichts weiter", fuhr Hilde fort, „als die große Bangigkeit, die mich immer überfällt, gerade wenn es am schönsten ist. die Bangigkeit, daß olles das. was mich so sehr beglückt, bald aufhören und ich zurück muß in das trostlos öde Leben, welches ich bei meinem Vater fübre. Und ich fürchte sein Befehl zur Rückkehr wird sehr bald erfolgen. Es kann stck nur noch um Tage, vielleicht nur Stunden handeln, ja. viesteicht ist mein . . . beinahe hätte i» gesagt mein ..Todesurteil" schon eingetrosfen. vielleicht finde ich es schon vor. wenn ich beimkomme. denn die mir vergönnte Frist ist eigentlich »chon vorüber." ..Aber, Fraulein Hilde, nie hätte ich Sie für so Neinmütia gehalten?" erwiderte Reinhold ermutigend. ..Wenn es stch wirklich so verhält, daß Sie fort wüsten, dann fasten Sie Mut und denken Sie wie ein tapferer Soldat, daß es Ihre Pst-chr rst. auf einem Posten, der Ihnen nicht behaat. auäzubarren " „Wie kühl er mich ziehen läßt' Er spricht nur von Pflicht, während mir beinahe dos Herz bricht vor Oual bei dem Gedanken an die Trennung!" dachte Hilde in großem Schmerz. Doch suchte sie tapfer das Schluchzen, dag hervorquellen wollte, zu unterdrücken und sagte möglichst ruhig: „Wissen Cie. was etz heißt, sein Leben lang immer ln einem dunkeln, dumpfen Kerker obne Licht, obne frische Lutt, obne Gefährten, ohne Freude gewesen zu sein, dann auf k'rrze Zeit in Freiheit. Lickt. Liebe und Frieden atmen zu dürfen. um dann auf immer aus diesem vorübergehenden Glück ver. bannt und wieder in den dunkeln Kerker eingesperrt zu werden? Herr von Germshoff, können Cie nickt begreifen, wie todesbang und ttostlos mir dabei zu Mute ist?" Fortsetzung folat. Statt besonderer Anzeige. .^oute verschied sanft nach längerem Leiden meine liebe Mutter und Schwiegermutter SoSittiüeffc Seifer fm 82 . Lebensjahre. geb. Füller Die lemenik» giiWrinn: Emil Becker Anna Moerschel geb. Becker Ernst Moerschel. mi'towfif rta « : - l 35onn ' rsta3 ' kcn 24.Dtlo&er, nach. mi ,n ö s J "hr, vom Sterbehauje Kohiergasse 19. Offeriere prima brettbucklige Oldenburger Ferkel mit Schlappohren zur Zucht und Schnellmast geeignet, qejund und feuchenirei. gute Fresser ö H Wochen 0—90 Mk. 8-K) „ 90-120 „ JO—12 .. 120 150 _ 1 ,<>-200 .. p St. sämtliche Tiere sind kreistterärst- Uch un et ud)t. Beriand unter Nachnahme. Für geiuride. lebende Anlunft wird garantiert. Peter Stuiver, Düsseldorf, Cölnerstr. 332 . Tel. L949. i ~ .n-'«iriX'ÄÖ. Vertrauens ach, a I ij I ^'nden tle sich an V Willi. Loltrey, iOirmn^er U|ie5)fr=f torflabt, fca erhalt. Sie noch eine fein adge og., genau regulierte ckaschk„„s,r. Lliih M aa l) zveckkr. zvand- uni, LtEuhrn, dort /a tzidra. ;; Bei den schweren Kämpfen im Westen fiel für sein Vaterland unser Buchhalter Wilhelm Kost aus Nieder-Wölljtadt. Sein stets liebenswürdiges, fteundliches Wesen, sein regstes Geschäftsinteresse und seine tüchtige Arbeitskraft sichern ihm bei uns ein ehrenvolles ewiges Denkmal. David Eroedel Söhne, Friedberg. Was anzfeheo? Jede Frau, besonders jede Mutier wird bei der Dringlichkeit dieser Frage die Hilfe zu schätzen wissen, die das neue Favont- Moden-Album (Preis M. 1.—) und die Favorit-Schnitte lürpreiswerte Beschallung allerlei Kleidung bieten. Erhältlich sei fr. Wß&SF, Friedber£ i. H. möchte sich in der Haushaltung und im kochen arisbildcn, wo Dienstmädchen vorhanden. Familienanschluß erwünscht. Offerten unter Nr. 1964 an die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung". Drucksachen liefert schnell und billig H?ue Taaeszeitung, Druckerei li. Verlag A-8. Kehanntmochnn". 5Iuf Grund der §§ 11 und 12 der Verordnung über Gewisse O^st und Südfrüchte vom 3. Apttl 1917, Reichsgefetzbtatt S. 397 ' wird bestimmt: ' § 1. Folgende Bekanntmachungen werden aufgehoben: Die Bekanntmachungen über Frühobst für die Bundesstaaten Württemberg. Baden, Hessen. Elsaß-Lothringen und Sachsen vom 10. Mai 1918. 8 2 . Kraf^'^ SeramitTna ^ im 9 tritt 3 Tage nach ihrer Verkündung in Berlin, den 11. Oktober 1918 . Reichsstekke für Gemüse und Obst. __ Der Vorsitzende: non T i lly. Aeiranntmachnirg. Weißkraut gelangt morgen. Donnerstag, den 24. Oktober, von vormittags 8 Uhr ab zur Ausgabe. Das Kraut ist unter Vorlage der Bestellscheine in un erem Geschättsnmmer zu 10 Mk. per Zentner zu bezahlen und wird am Eiigutfchuppen für die Bemgscheinnummer 876—1025 von vormittags 8 bis 12 Uhr verabfolgt. Um unnötigen Andrang zu vermeiden, bitten wir, stch genau an die Zeiieinteilnng zu hallen. Friedberg, den 23. Oktober 1918. Der Bürgermeister. 2. V.: Damm. Belm Einkauf von Kragen und Muffen^verglelchen Sie meine Qualitäten und Preise« Erstklassige Verarbeitung:, bestes Material In Alaskafuchs, Zobelfuchs, Feh, Opposum, Murmel und K.nio. Elegante moderne Formen in unerreichter Auswahl. Fr. Web er, Friedberg. »MW me I. rraiifi u. 11. W« i. 9 . Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstratze 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Aömer 420V. «iirostunden. Montag, Dienstag, Donnerstaa, Freuag, nachmittags von 2—4 Uhr. — löefchäftsanzeigen in diesem Raum nur für unsere Mitglieder; diefelben sind kostenlos, jedoch muß bei Ausgabe der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiesen werden. Eine 'ssartie schöne Ferkel zu verkaufen Ortsgruppe Friedberg. Donnerstag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr: Zusammenkunft bei Ellermeier. Bericht über die Ausschuhsitzung in Berlin. Prachtvolle Seide für Blusen, Kleider und Mäntel in grosser geschmackvoller Auswahl. Heinrich i d. Emde, Friedberg:, Kaisers!. 125. Zum Sehlacliteii Alls Sorten Därme sowie Rinds-, Kalbs- und Achlvkillkblafkll iu nur geruchfreier Ware, empfiehlt Gr. W. Zoll, Friedberg in Hessen. 4 Fachmännische Bedienung. Jean Schuldt, Staden. Einen schwer« Scharfer ..*.■» Hofhund < zu kaufen gesucht. Eg. See, Massenheim. gegen leichten Einspänner- Wagen einzulauschen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung". w Achtung! Bttllshch. Großes Quantum Vuchen-Scheitholz, Eichen- und Nadelrundholz. letzte Wintersällung, hat waggonweise abzugeben Holzhandlung W. Alt, Eichelsdorf. Ober-Hessen. m p ww J werden durch meine Vagina*- und Bün^istäbeJ schnell, btUig, bequem und sicher geheittLfl Bezug durchTierirzle. Prospekte^.^isdurch *