Nummer 348 ffiiychreis & Dienstag, den 22. Oktaler 1918 _ u. Jahrgang. Mm/Irit?!* Ü!.‘*^n°l tl K ld,Cmt T™ R--->m°b's° B-Uapen „s-r Kau» »a» s-a.n". „di. Spin»»«».-'. g„ at}a ^,i a : «e, den «eliantalten D.eneHähciid, Mt >70 m ,lit ' n0tf) Da9 Bc[tC “ 8C f : *■*' MV J Z nter r"“'"* 1 - 00 m - -""-»«-blich Xtägerlohn. A»,.ig°n- lötunöieile A. P,g„ totale 20 liig., a„,eigen oon »uswar.s l0etD e„ »urch Bo.tnachnaym- Cnulhmogort /yrteöbetq. Hchriftleituny und Perta-z ^riedberg (He,,eni. ^anauer'traße 12. Fern'precher 48. Voiti Heck-Loato 9ic. 48>9. Umt Frantjurt a M ' erhoben. Zcfiige Kümpfe «m den Fys-Äbschnitt. — Gin deutscher Gegenangriff an der Aisne in gutem Fortschreiten. Der deutsche Generaistav — meidet: = =====— ?, M. D. (Trotzes Hauptquartier, den 2t. Oktober Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht In Flandern wurde vor und um den Lys-Abschnitt zwischen Urfd und Kortriff heftig gekämpft. Zn Lomergen vorübergehend eingedrungeren Feind warfen wir im Gegenstoß wieder zurück. Beiderseits von Veynze setzte sich der Gegner auf dem Westtifer der Lys fest. Teile, die südlich der Stadt über den Fluß vordrangen, wurden zum großen Teil gefangen genommen: ein Franzosennest blieb auf dem östlichen Ufer zurück. Oestlich von Kortrik stieß der Feind über Deerlijk und Zwevegem vor. Auf den Höhen westlich und südwestlich von Vichte brachten wir seine Angriffe zum Stehen. Nördlich der Schelde wiesen wir den Feind vor unseren Linien ab. Nördlich von Tournai hat der Gegner die Schelde erreicht, südlich von Tournai standen wir mit ihm ln der Linie St. Amand. östlich von Denain und auf den Höhen östlich und nordöstlich von Hcvspres in Gefechtsführung. Beiderseits von Solesmes und Le Eateau griff der Engländer gestern in Ausdehnung seiner am 17. und 18. 10. -wischen Le Eateau und Oise geführten Angriffe mit starken Kräften an. Zwischen Sommaing Und Vertain blieben seine Angriffe auf den Höhen westlich der Lacpies-Ricderung in unserer Abwehrwirkung liegen. Beiderseits von SolesmeZ brachten wir den über unsere rorderen Linien vordringenden Feind auf den Höhen östlich und südöstlich der Stadt zum Stehen. Romertes und Amerval gingen verloren und wurden im Gegenstoß wieder genommen. Beiderseits von Le Eateau haben wir unsere Stellungen nach hartem wechselvollem Kamvfe im allgenieinen behauptet Die brandenburgische 44. Neservedivisicn unter Führung des Generalmajors Haas hat sich hier besonders bewährt. Der mlt großen Mitteln unternommene Angriff des Feindes ist somit auf der ganzen 20 Kilometer breiten Front bis auf örtlich beschrankten Bodengewinn des Gegners an der Fähigkeit unserer durch Artillerie wirksam unterstützten Infanterie gescheitert. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich der Serre wurden erneute Angriffe des Feindes aögewiefen Beiderseits der Strafe Laon-Marle säuberten wir im Gegenangriff Teile unserer noch in Feindeshand verbliebenen Linien und wiesen starke Gegenangriffe ab. Westlich der Aisne nahmen ostpreußksche Bataillone und das in den letzten Kämpfen besonders bewährte Infanterieregiment Nr. 281 im Gegenangriff ibre Stellung wieder und schlugen feindliche Angriffe ab. Oestlich von Voüziers suchte der Feind seine am 19. Oktober errungenen örtlichen Erfolge durch Fortsetzung seiner Angriffe zu erweitern. Vornehmlich sind sie im Gegenangriff des Infantesie-Re-ffments Nr. 411 und an der zähen Abwehr der 7. Kompagnie bayerischen Infanterie-Rogiments Nr. 24 gescheitert. Abendberichl. Berlin. 21. Okt., abends. (WTB. Amtlich.) Der Feind beschränkte sich an den Kampffronten auf Teilangrifse. die von UNS abgewiesen wurden. Unser Gegenangriff ge^en die vom Feinde besetzten Höhen auf dem östlichen AiZne-Ufer beiderseits Vouziers ist in gutem Fortschreiten. Der österreichische Generalstab j == === meidet: - Wien, 21. Okt. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Auf dem italienischen Kriegsschauplatz keine größeren Kampfhandlungen. Beiderseits der südlichen Morawa wurden serbische Tcilangriffe abgewiesen. Im Gebirge westlich Zajecar macht sich serbischer Druck starker fühlbar. Der Ehes deS Grneralstabe». Die „Defreier" melden «ich. Berlin, 21. Okt. Am Comrtag abend wurde Gent von sieben Flugzeugen angegriffen. 61 Personen wurden gelötet und viele verwundet. Die Erregung ist ungeheuer. Man nimmt an, daß die bürgerliche Veoölkerng die Stadt verkästen wird. (fta rulfüßrr Erlglß geu» die KriMn^r. Moskau. 19. Okt. Der Kommissar der Novdfront sandte rrach einem Telegramm der Russistben Telegraphen-Agentur eine Depesche an den Vorsitzenden des Petersburger Sowjets, Sinow- jew, in der e§ heißt: Am 14. Oktober, nach dreitägigem harten Kampfe, haben unsere Truppen mrtcr der geschickten Führung des Brigadiers Uborowiffch durch eine großzügig angelegte Umfastungsbewegung das stark befestigte Dorf Solzy auf dem linken Ufer der Norddüna genommen. Dank der Einnahme von Selzy fiel eine äußerst stark befestigte, von den Engländern für uneinnehmbar gehaltene Stellung auf dem rechten Dünaufcr in unsere Hand, die von den englisch-amerikanischen Truppen panikartig geräumt wurde. Wir erbeuteten sieben Geschütze, acht Maschinengewehre, ein großes Bekleidungslager. viele Lebensmittel und Munition. Besonders ausgezeichnet haben sich dabei die kommunistische Kompagnie. die Matrosen der Ostseeftotle und die mohammedanische Freischar Ehadschi Murats. Nußiand. Ein Sieg der Tfchecho-Stowaken. 21. Okt. Aus Schanghai wird gemeldet: 8000 Bolschewik! aus dem Ural, die nach Iekatcrrnburg oufrückten. wurden von den Tschecho-Slowaken und britischen Truppen angegriffen. schlagen und zurückgeworsen. Es sind 1000 Bolschewik; gefallen. 30 Panzerzüge. 11 Lokomotiven, 6 Maschinengewehre erbeutet. Heeresgruppe Gallwitz. Oestlich von Vantbeville wurden Teilangriffe der Amerikaner abgewiesen. Im übrigen blieb die Eefechtstätigkeit beiderseits der Maas in mäßigen Grenzen. Südöstlicher Kriegsschauplag. An der Movava schlugen wir erneute Tcilangriffe der Serien ab. Der erste Eeneralquartiermeister: Ludendorff. dkg klkmmlchkn Kabinkitt. Kiew, 20. Okt. (WB.) Das ukrainische Gefamtministerium ist zurückgetreten. Der Hetman hat den bisherigen Minister- präsiden-ten Lysogub mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt. Italien und Griechenland. Staaissekretär Scheidemann über die Kriegsanleihe: Seid pflichtbewußt! Helst unserem Lande! Eedenket der Soldaten und ihrer Familien! Wer Geld hat, der zeichne! Es ist kein Opfer, sein Geld uründel-- sicher zu fünf Prozent anzulegen. Basel. 21. Okt. Nach einer Baseler Meldung der Athener Agentur ist die Spannung -wischen Italien und Griechenland im Wachsen begriffen. Das griechische Regierungsblatt „Hestia" erhebt gegen die Begehrlichkeit Italiens, das fordert, daß ihm das Wilajet Smyrna zerfallen müste. scharfen Einspruch, da dies von den Verbandsmächten doch schon längst Griechenland zuqe- sprochen worden sei. Eine Abtretung von Smyrna an Italien könne mir auf Grund geheimer Abmachungen statffinden, die nach den Wilsonschen Grundsätzen nicht mehr stichhaltig sind und auf dem Friedensräte erchgültig geklärt werden müßten. Ltndünge der rnlfifififit Revolulion nai) DciiWiuid? Petersburg. 17. Okt. „Praivda" schreibt in einem Leitartikel Lberschrteben „Rußland und Europa": Die russische Kommunistenpartei der Bolschewisten verstand es. indem sie sich als Teil des internationalen Proletariats fühlte und sich den Intereste« der internationalen Revolution unrerordnete, beim Brester Frieden nationalen Erwägungen zu entsagen, um als Fackel der Arbeiter- utib Weltrevolution zu dienen und als unausbleibliche, Ergebnis des Weltkrieges den Krach des Kapitalismus herbei, zu führen. Jetzt von Worten zu Taten ubergehend, will die Sowjetregierung ungeachtet der härtesten Verpflichtungskrisis dem deutschen Proletariat mit Brot und Waffen und ihren Revolutionserfahrungen zil Hilfe kommen. Zu diesem Zwecke wird das sozialistische Rußland seine besten Mitarbeiter nach den Ländern des Westens schicken, wo sie einen fruchtbaren Boden vor- ffnden werden. Die hniWk Die mi Wim. Die deutsche Antwort auf die amerikanische Note vom 14. d. M lautet wie folgt: Berlin. 21. Okt. 1918 (MTB Amtlich.) Die deutsche Negierung ist bei der Annahme des Vorschlages zur Räumung der besetzten Gebiete davon ausgegangen, daß das Verfahren bei dieser Räumung und die Bedingungen des Waffenstillstandes der Beurteilung militärischer Ratgeber zu überlasten seien und daß das gegenwärtige Kräfteverhältnis an den Fronten den Abmachungeen zugrunde zu legen ist, die etz stchern und verbürgen. Dre deutsche Regierung gibt dem Präsidenten anheim, zur Regelung der Einzelheiten eine Gelegenheit zu schaffen. Sie vertraut darauf, daß der Präsident der Vereinigten Staaten ke'ne Forderung gutheifen wird, die mit der Ehre des deutschen Volkes und mit der Anbahnung eines Friedens der Gerechtigkeit unvereinbar fein würde. Die deutsche Regierung legt Verwahrung ein gegen den Vorwurf ungofetzlicker und unmenschlicher Handlungen, der gegen die deutschen Land- und Seestreitkräste und damit gegen das deutsche Volk erhoben wird. Zerstörungen werden zur Deckung eines Rückzuges immer notwendig sein und sind insoweit völkerrechtlich gestattet. Die deutschen Trupven buben die strengste Weisung, das Privateigentum zu schonen und für die Bevölkerung nach Kräften zu sorgen. Wo trotzdem Ausschreitungen Vorkommen, werden die Schuldigen bestraft. Die deutsche Regierung bestreitet auch, daß die deutsche Marine bei Versenkung von Schiffen Rettungsboote nebst ihren Anfällen absichtlich vernicklet bat. Die deutsche Refferung schlägt vor. in allen diesen Punkten den Sachverbalt durch neutrale Kommissionen aufklären zu lasten. ilm alles zu verhüten, was da? Friedenswerk erschweren könnte, sind auf Veranlassung der deutschen Regierung an sämtliche U-Bootko-rrmandanten Befehle ergangen, die eine Torpedierung von Pastagiersckiffen ausschließen, wobei jedoch aus technischen Gründen eine Gewähr dafür nicht übernommen werden kann, daß dieser Befehl jedes in See befindliche U-Boot vor seiner Rückkehr erreicht. Als grundlegende Bedingung für der, Frieden bezeichnet der Präsident die Beseiffgung jeder auf Willkür berubenden Macht, die für sich, unkontrolliert und aus eigenem Belieben dm Frieden der Welt stören kann. Darauf antwortet di» deutsche Negierung: Im Deutschen Reiche stand der Volksvertretung ein Einfluß auf die Bildung der Regierung bisher nicht zu. Die Verfastung sah bei der Entscheidung Über Krieg un>d Frieden tfrt« Mitwirkung der Volksvertretung nicht vor. In diesen Verhältnissen ist ein grundlegen, der Wandel eingetreten. Die neue Regierung ist in völliger Hebere! nstimmung mit den Wünschen der aus dem gleichen, allgemeinen, geheimen und direkten Wahlrecht hervorgegangenen Volksvertretung gebildet. Die Fübrer der großen Parteien des Reichstags gehören zu ihren Mitgliedern. Auch künftig kann keine Regierung für ibr Amt antreten oder weiterführen, ohne das Vertrauen der Mehrheit des Reichstags zu besitzen. Die Verantwortung des Reichskanzlers gegenüber de* Volksvertretung wird gesetzlich ausgebaut und sichergestellt. Die erste Tat der neuen Negierung ist gewesen, dem Reichstage ein Gesetz vorMlegen, durch das die Verfastung des Reichs dahin geändert wird, daß zur Entscheidung Über Krieg und Friedeil die Zustimmung der Volksvertre- t u n g erforderlich ist. Die Geavähr für die Dauer des neuen Cysterns ruht aber nicht nur in den gesetzlichen Bürgschaften, sondern auch in dem unerschütterlichen Willen des deutschen Volkes, das in seiner großen Mehrheit hinter diesen Reformen steht und deren euer-, gische Fortführung fordert. XHe Frage des Präsidenten, tittt wem et unv Die ge^en Deutsch l and verbündeten Negierungen es zu tun halben, wird somit klar und unzweideutig beantwortet, daß das Friedens, und Waffenstillstan-dsangebot ausgeht von einer Negierung, die, frei von jedem willkürlichen und unverantwortlichen Einfluß, getragen wird von der Z u st i m m u n g der überwältigenden Mehrheit des deutschen Volkes. Solf, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes. Der Inhalt der Antwort ist gewißlich geeignet, im Deut, schon Nei.be die schmerzlichsten Empfindungen wachznrufen. Daß wir den Mann, der aus seiner Vorliebe für die Entente nie ein Hcbl gemacht, und dessen Eingreifen in den Wellkrieg den wrnbel z-u unseren Ungunstan verursacht Hai. gewisierme^-n um gut Wetter bitten müssen, daß wir ihm untertänigst versichern, die deutsche Regier« ngsform sei nach seinen Wünschen eingerichtet. ist im hoben Grade beschämend. Aber wir befürchten, wir können nunmehr, wie die Dinge liegen, gar nicht mehr anders. §>ä'te man dem allmächtigen Herrscher der cnnerikanischen Republik so antworten wollen, wie es" ibm gebührt, so wäre der Wag zu rneitercn Verhandlungen einfach gesperrt gewesen. Wir wissen, daß ganz erhebliche Schwierigkeiten bei der B.-antmor- tung zu überwinden nmren und wir müssen uns trösten, daß di- Antwort im ganzen würdevoll gehalten ist und die Ehre des deutschen Vrlkes in vorderste Linie stellt. Der Eindruck, den die Antwort auf die Oeffentlich? -t gemacht hat. ist verschieden Die alldeutsch gerichtete Presse sin- 1 he* in der Antwort eine völlige Unterwerfung unter dom Willen > Wilsons Es wird eine scharfe Verwahrung gegen den amerikanischen Vorwurf, daß die doutsäurn Soldaten Barbaren seien. ' t>crmmt. Insbesondere bält man das Versprechen betreffend der Einschränkung des ll-Bootkrieges für geradezu Verhängnis- j roff. da s bedeute, daß man mitten im Daseinskampf sich einer scharren Waffe zu entäußern bereit sei Der Mebrheittzpresse bängt natürlich der Himmel voller Basteei gen und sie sieht die Pforten des Friedens schon weit geöffnet. Wenn Wilson seinen Werten die Tat folgen laste, so wäre das die größte Tat. solange die Geschichte der Menschheit bestehe. Ja, wenn . . . .? Wir befürchten, daß Herr Willen denjenigen unter uns. die auf feine und seiner ^Amerikan-r Uneigennützinkeit. G-reckstiakeit und Friedensliebe vertrauen. ^ noch manche herbe Enttäuschung bereiten wird Diese Meldung wäre sonderbar. Den» wenn avch di« Juden in den holbasiatischen Staaten Oesterreichs sehr stark vertreten sind, so gibt es doch kein Land, in dem ste eine ausgesprochene Mehrheit bilden würden. Die Angst vor der Stimmung. Es ereignen sich merkwürdig« Dinge, seil wir die neue demokratische Freiheit haben. Dieser Tage fand in Görlitz eine Volkskundgebung gegen die Abtretung preußischen Boden» an Polen statt: die Menge zog auch vor die Bürgermeisterei mit Hochrufen auf das Vaterland. Diese Bekundung vaterländischen Denkens ohne vorherige behördliche Genehmigung erschien derart di« Grundlagen des Staates bedrohend, daß man die „Rädelsführer" verhaftete. Es hat offenbar feine Schattenseite, heutzutage Patriot zu sein und d-'s gelegentlich offen zur Schau zu tragen. Ob Demonstrieren für polnischen Hochverrat eben, falls mit Derhastng geahndet wird, wißen wir nicht. Demonstrieren dageaen wirds. Das zu wißen genügt. Ein weiterer Beitrag, lehrreich und nützlich, zur Lösung der Preisfrage- Wie e^droßie ich die Volksstimmung?: In Niederschönhausen sollte eine von den verschiedensten, politischen, kirchlichen und wirtschaftlichen Vereinen als da sind Haus- und Grundbesitzer-, Beamten-, Frauen-, Evangel scher Männer-. Gustav-Adolf Verein. Alldeutscher Verbind. Vaterlandspartei, veranstaltete nationale Versammluna stettfinden. Auf der Tagesordnung stand das staatsgefährlicbe Thema: Die Not der stunde — das Gebot der Stunde. Sollte stattsinden. Indeßen da war die Obrigkeit, der Amtsvorstebcr, und versagte die Genehmigung. Will er die Sicherheit von Niederlchönhausen bedroht glaubte/' Schwerlich. Man wird wohl höhere Weisungen voraussetzen dürfen. Wir fragen im Ernst- was soll diese Schildbürgerei *> Wer ist für sie verantwortlich^ Was denkt man sich denn eigentlich an den entscheidenden Stellen? Bildet man sich ein. aus der- Situation das b>üte zu machen, indem man Jena-Erinnerungen beschwört und die tiefgründige Weisheit „Nube ist die erste Bürgerpflicht" wieder zu Ehren bringt? Anderswo hat man längst Propagandaministerien. Auch bei uns trägt man sich mit ähn- lrchen Plänen, die da? nächste Z el Erzbergerschen Ehrgeizes fein sollen. Nach der bisherigen Art regierungsseitigen Mißvergnügens über jode spr.ntane Regung guter Stimmung im Volke zu urteilen, wird man dann ja erstaunliche Dinge erleben. Und das nennt sich Organisierung der nationalen Verteidigung, gen: dennoch schloß rau in Karthago die Augen vor dem entsetzlichen Abgrunde, dem man entgegenging: man wollte nicht glauben, daß di« letzte Stunde der Vaterstadt herannahe. Ohne Widerstrebeen lieferte man die verlangten Unterpfänder in di« Hände der Römer und ließ die Flotte ungeh Ordert landen. Mit banger Erwartung verfügten sich hierauf die karthagischen Ab. geordneten in das Hauptquartier zu Untica. um aus dem R . nde der Befehlshaber die Geschicke des Vaterlandes zu vernc en. Die Konsuln empfingen sie auf erhabenen Sitzen, umgeben" io« if)ren Tribunen und Legaten und im Angesicht des ganzen im Waffenschmuck glänzenden Kriegsheeres. Ihr erstes Verlange» war die Ablieferung der Waffen, der Kriegsvorräte und de- gefamten Schiffsapparates. . . . Zn kurzem erschienen die karthagischen Natsherren an der Spitze eines langen Wagenzug r. auf welchem die Waffen, die Kriegswerkzeuge und 200 000 le Rüstungen nach dem römischen Feldlager geführt wurden. Aber wenn sie hofften, mit diesen Opfern das grollende Rom versöhnt zu haben, jo sollten sie bald aus ihrem Traum aufgeschreckt wer. den. Nachdem der Konsul die Gaben in Empfang genommen und den bisher bewiesenen Gehorsam gelobt bat e, sprach er mit strenger Miene das letzte verhängnisvolle Wort: Die Seestadt Karthago müsse zerstört werden . . Vor 20 Jahren bereits hat der englische „Spectator" die Parole ausgegeben: Germaniam eße delendem,' das Deutsch« Reich muß zerstört werden . . . Grippe tu gon; Frankreich. Bern. 1^. Oft. Den französischen Zeitungen zufolge nimmt die Grippe in ganz Frankreich außerordentlich zu. In Paris werden für die letzte Woche 760 Todesfälle an Grippe statt 400 in der Vorwoche gemeldet. In den Krankenhäusern wurden neue Säle für Grippekranke bereitqestellt. Die Schließung der Schulen und öffentlichen Lokale wird ins Auge gefaßt. In Lvo» wurden sämtliche Theater. Kmos und Konzertsäle geschloffen, die Bestattungsfrist für an der Grippe Verstorbene wurde herabgesetzt. Leichenbegängnisse wurden untersagt. In Uler- mont-Ferrand wurden alle öffentlichen Versammlnngen sowie Anjammlungen auf der Straße verboten, sämtliche Dermnügungs* lokale geschloffen. Auch in anderen französischen S'äd^en sind ähnliche Maßnahmen teils ergriffen, teils geplant. Für Schulen. Post und andere öffentliche Gebäude wurden umfassende Desinfektionsmaßnahmen ungeordnet. Geftcrreichftche Nöte. Wien. 19 . Dkl (WB.) Täalich finden jetzt in den von Deutschen bewohnten Teilen Oesterre.chs Kundgebungen der deutschen Volksräte wirtschaftlicher deutsch-österreichischer Kör. perschasten und Vereine statt, worin erundlatzlich die Forderung nach einem uneingeschränkten Sclbstbestiminungsrecht de» deut- schen Volkes in Oesterreich u,rd der festen Zuversicht auf einen dauernden innigen Zusammenhang mit dem Deutschen Reiche Ausdruck gegeben wird. Aus Drix in Böhmen melden die Blätter. daß nach dem Bericht des Abgeordneten Knirsch in der Der. sammlung der dei'tschen Arbeiterpartei die Tschechen nicht» un. versucht laßen wollten, ihren Staat auch auf die deutschen Ge. biete der Sudetenländcr auszudehnen. Als besonderes Druck, mittel wollten die Tschechen die Verhinderung der Lebensmittel, zufuhr an die Deutschen benutzen. Da die Abwehrorqanisotion vor allem Sache der Deuftchböhrnen sei. rverde neben der großen deutsch-österreichischen Nationalversammlung auch die National, Versammlung der Deutschen in Böhmen zusammentreten und die erforderlichen Schritte, geoen eine plötzliche Unterbindung der Lebensmitrelversorgung einleiten. Das deutsche Volk in Böhmen könne aus der Einmütigkeit aller seiner Abgeordneten die Zuverffcht schöpfen, daß keine Macht es von dem großen deutschen Valkskörper loszurerßen vermöge. Auch in Troppau hat für Schlesien ein deutscher Volkstvg stattgeh! nid en, in der sich alle Redner entschieden zum Deutschtum bekenut. namentlich war die Entschiedenheit, mit der dies ein katholischer Geistlicher betonte, bemerkenswert. Wien. 19. Okt. Unter dem Vorsitz des Prinzen Alois Liechtenstein fand eine Beratung der christlich-sozialen Vertrauensmänner aus Döbnren. Mähren und Schlesien unter Zuziehung von Vertretern der christlick--sozialen Parteileitung, der christlich-sozialen Vereinigung und deutscher Abgeordneter statt. Die Versammlung stellte sich mnmütig auf den Standpunkt des Selbstbestimmunasrechts des deutschen Volkes Oesterreichs und verlangte die Bildung eines deutsch-österreichischen Gemein- wesens. das alle deutschen Gebiete Oesterreichs zu umfaßen hat. Wien. 19 Okt. Der Stadtrat von Eger hat. der „Tagl. Rundschau" infolge, eine Kundgebung beschlossen, in der er das Recht des Egerlandes auf eine Sonderstellung betont und die Selbständigkeit des Egerland-s fordert. Der Ctadtrat erklärt, d-ie Deutschböhmen, die Egerländer wurden sich niemals einem böhmisch-tschechischen Staate unterwerfen. Tie Lebeosmittelnot in Wie». Dm Sonntag fand eine Besprechung bei dam österreichischen Ernäbrungsminister statt, an der auch der Bürgermeister von Wien teilnahm. Hi-rbei ergab sich, daß für die kommenden Monate die Ernahrunqslage der österreichischen Hauptstadt recht bedrohlich ist. Infolge des völligen Versagens der Zuschüße aus dem polnischen Gebiet, der Loslöfung Ungarns und der Absperrung Böhmens und Mährens können sich die Verhältnisse recht bald sehr ictzvieriq gestalten. Die Obmänner der Rat- hausvarteien sind sofort zusammongetreten und haben sich als- vorläufiger. Ernöhrungsrat der Stadt Wien eingerichtet. Sie richteten an die deutschen Parteien in Oesterreich, die am Montag in Wien zusammengetreten sind, die Bitte, sich auch mit der Ernährung s-frage zu beschäftigen. Ei» jüdischer Staat? Kölv. 10 Okt. Der „Reichspost" zufolge ist es. wie dis ^sköln. Ztg." meldet, nicht unwahrscheinlich, daß auch für die Auden Oesterreichs ein besonderer Staat Jrrichtet wird. __ C!rm -reoir Trinmphatar. Haag. 19. Okt. Gestern wurde die französische Kammer wieder eröffnet Alle Mitglieder der Regierung waren anwesend. auch die Ab^ordneten waren sehr zahlreich erschienen. Auf allen Plätzen herrschte eine tiefe Stille. Sobald Präsident Des- cbanel erschien, erhoben sich d e Abgeordneten. Bei seinen ersten Worten über die Befreiung van Lille und Ostende, Zeebrügge und Brügge kam es zu großen Ovationen. „Bald werden b ; e letzten deutschen Soldaten", so fuhr Des- chanel fort. „Frankreich verlaßen haben. Bald werden sie auch Belgien verlaßen und bald auch Elsaß-Lothringen! (Lebhafter Beifall). Ruhm unseren Soldaten, Ruhm allen auch, für die der Dank ein ewiger sein wird. Ruhm König Albert, dem Sieger der Schlackn in Flandern, und Ruhm mich der Bevölke, rung. die das viele Jahre aufgezwungene Martyrium ausgchal- ten hat. Eure Schwestern und Frauen, die in die Sklaverei geführt wurden, nimnit Frankreich mit Begeisterung wieder auf. Eure Taten ernten ewigen Ruhm. Die Morgenröte bricht an, die Gerechtigkeit naht!" Nach Deschanel ergrtff der Ministerpräsident Elemenceau das Wort. Er führte aus: „Zugleich mit dem Siege entfaltet eine größere Hoffnung ihre Schwingen. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, daß diese Hoffnung, für die das beste französische Blut vergaßen wurde, durch unsere Negierung. unsere Kammern und durch das gesamte französische Volk zur Wirklichkeit wird. Wir haben für unser Recht gekämpft und verlangen unser Recht in vollem Umfange mit den notwendigen Bürgschaften gegen einen neuen Angriff der Barbarei. Dieses Recht werden wir unsererseits nicht ausnuhen. um uns für die Unterdrückungen der Vergangenheit zu rächen. Dos ist alles Tyrannei. Was wir. auf Grund dieses Rechtes tun werden — ein Wort genügt, um es auszudrücken — das ist die Wiederherstellung des gesamten Lebens Frankreichs auf allen Gebieten. Vor allem aber ist es notwendig, daß die Befreiung Frankreichs eine solche der Menschheit sei." Die Kammer, die beide Ansprachen stehend entgegennahm, verlangte den öffentlichen Anschlag der beiden Roden, was auch einstimmig beschlossen wurde. Pom und Karthago. Eine Erinnerung. (Aus Georg Webers Weltgeschichte, Band 3. S. 566—67.) Umsonst suchten Die Punier den drohenden Sturm zu beschwören, indem sie die Führer der Patriotenpartei als die Urheber des Krieges (gegen Mastniffa) zum Tode verurteilten und durch eine Gesandtschaft die Schuld von der Republik abzuwälzen suchten: die Entschuldigung, ohnedies nur halb wahr, genügte den Römern wicht. Mit einer unbestimmten Antwort, welche zwar das Aergste ahnen ließ, aber nicht aussprach, kehrten die Botschafter zurück: und ehe die neue Gesandtschaft in Nom erschien, um das drohende Verderben von der Heimat ab- zuwenden, war bereits eine römische Flotte nach Sizilien gesegelt, um die Fahrt nach Afrika zu unternehmen. Den Gesandten, welch? die Unterwerfung ihrer Vaterstadt anboten, wurde der Bescheid gegeben, der römische Staat sei erbötig, der karthagischen Stadtgemeinde ihre Freiheit, chr Gebiet, ihre Gesetze und ihr Vermögen zu gewährleisten, wenn sie dreihundert Kinder der angesehensten Familien als Geiseln nach Sizilien schickten und in allen Dingen den Befehlen der Konisuln Folge leiste- te-n. Worin diese .Befehle beständen, wurde absichtlich verschrot' IhtiUtdisfnUe. Köln, 18. Okt. Auf dem Bahnhof Uerdingen fuhr heute gegen 10 Uhr vormittags ein einfohrender Leichikrankenzug i»i- folge falscher Lage der Weiche aus einen ausfahrenden Eüterzug. Sieben Soldaten und ein Zugbodiensteter wurden getötet, außerdem sieben Soldaten schwer, 21 leicht verletzt. Der Ma^erial. schaden ist erbeblich. Die Schuld trifft nach den bisherigen Fest, stellunk?en in erster Linie den Weichensteller, weil er nicht au! Die falsch« Lage der Weiche achtete. Washinaton, 17. Okt. Infolge eines Erdbebens am 11. Okt. in Portorico wurden 100 Personen getötet, tausend« sind obdachlos. Der angerichtete Schaden wird auf 4 Millionen Dollar ge. schätzt. An den amerikanischen Kongreß und an das amerikanische Rot« Kreuz wurden Bitten um Hilfe gerichtet. Basel, 18. Okt. Ein Zyklon hat den nördlichen Teil der griechischen Insel Zante verwüstet. Er hat zahlreiche. Opfer a» Menschen und Tieren gefordert und erheblichen Schaden ange- richtet. Bern, 17. Okt. In Denißleux bei Lyon fand eine Erploston statt, die, den Lyoner Zeitungen zufolge, außerordentlich schw"r war. In den Venissieux Nächstliegenden Stadtvierteln ist die Mehrzahl der Fabriken schwer beschädigt, vor allem die Automobilfabrik Berliet, die augenblicklich Tanks fabri^crt, und di« Granatenfabrik Electrode. Die umliegenden Ortschaften von Ve» nissteux wurden geräumt Vcnissteur selbst ist vollkommen zev stört. Die Zahl der Verwundeten soll außerordentlich groß sein während Todesopfer nicht zu beklagen sind. Griininnig dcr ^rclißÜKcn furijinnizs- Ltlkglldaü für la^ViiildaN. Ein seltenes Zeichen unbeugsamer Kraft in den schiverfte» Zeiten preußischer und deutscher Geschichte gaben am 17. Oktober dieses Jahres führende Männer der Landwirtschaft und der Laftswißenschaft Preußens durch ihren Zusammenschluß zur Gründung einer preußischen Forschungsgesellschaft für Landwirtschaft. Dir zahlreich besucht« Versammlung fand unter dem Vorsitz des Staatsministers Frhrn. v. Schorlemer-Liefer statt. An der Satzung nahmen der Landwirlschaftsminister, Vertreter des Kub tusministers, sowie namhafte Vertreter der landwirtschaftliche» Praxis, der landwirtschaftlichen Hochschulen und Instituten und der der Landwirtschaft nahestehenden Industriellen teij. Noch den in der Versammlung beschloßenen Satzungen hat die Forsch- ungsgesellschast den Zweck, das landwirtschaftliche Gewerbe durch Pflege der Lcnrdwirtschaftswißenschaft, .insbesondere durch Ausbau bestehender sowie durch Errichtung urrd Unterhaltung neuer Versuchs- und Forfchuirgsanstalten an geeigideten Orten zu fördern. Eine größere AlMhl von Mitgliedern trat sogleich der neuen Forschungsgesellschaft bei. für die bereits ein Kapital voM nrehveren Millionen Mark gesichert ist. Möge die Gründung der Gesellsachst in dieser schwere« Stunde Zeugnis dafür ablegen, daß die deutsche Landwirtschaft ihren Glauben an Deutschlands weltgeschichtliche Aufgabe untz ihr Vertrauen auf die Zukunft trotz allem hochhält. Der praL» tische Stutzen der Gesellschaft, der vor allem in der SteigerunU der Erzeugungsfähigkeit unserer heimisck>en Landwirtschaft zu« - Ausdruck kommen soll, wird der gesamten Landwirtschaft und der verbrauchenden Bevölkerung in gleicher Weise zugute kom-, meu. T? Sie kehren sich nicht daran! Wir lesen in der „Volksstimme": Am 16., abends flatterte durch das ganze Reich die folgende Depesche: Nachdruck und Vesvrechung des Artikels ..Wilson und die Hohenzollern" in Nr. 242 der Frankfurter „Volksstimme" vom 16. 10. 18 find verboten. Von Seiten des Generalkommandos 18. A -K. Lachend legten wir die Verfügung zu dem übrigen und pfiffen ein Stücklein daraus. Wer wird denn Heu e noch so etwas tragisch nehmen! Heute, da die warme Sonne der Demokratie dem dräuenden Schneemann den Stock aus der Hand gejchmol- -en hat. Man sieht, fie kehren sich nicht einmal an die neue Regie- r»n§. Ans der Heimat. An die Redseligen. Wir haben die Gutmütigkeit, die Vir jedem Ausländer bis in di? letzte Zeit bewiesen haben, teuer bezahlen müssen. Ein großer Teil der Erfolge unserer tapferen Truppen ist durch die Redereien urteilsloser Schwätzer zunichte geworden. Die Feinde haben mit Hilfe ihres ausgedehnten Spionagenctzes alles erfahren, was ihnen dienlich fein konnte. Jetzt horchen ihre Agenten erst reckt auf jedes Wort, das sic uns als Schwäche anslegen könnten. Darum heißt es mehr denn je. jede unbedachte Aeußerung zu unterlassen. Der Feind soll erfahren, daß Deutschland keine SNavenseele nährt und unsere Soldaten mutz das Bewußtsein erfüllen, daß von ihrem Willen der Friede abhiingt, den wir wünschen. v. Fricdberg, 21. Oft Der Oberhcssische Verein für Basler Mission hält am 24. Oktober, nachmittags 2% Uhr, in Friedberg tn der Burgkirche feine Jahresversammlung ab. Inmitten der Verhandlungen steht ein Vortrag von Missionsinfpektor Oettli- Bafel über ..Zukunftsfragen der Basler Mission". Auch wird Missionar Vellon von der Eoldküste über seine Kriogserlebniffe während seiner Gefangenschaft berichten. Abends 8Yi Uhr findet eine Gemeindeseier statt mit Ansprachen der Vorgenannten unter Mitwirkung des Klicks ngesangverains Friedberg. Alle MiMonsfreunde werden zu dielen Veranstaltungen herzlich ein» geladen, vergleiche auch den Anzeigenteil. Der Wunsch nach wasserdichtem Schuhwerk drängt sich besonders lebhaft in dieser Zeit auf: denn der Sommer verlätzt uns und der Herbst mit seiner Feuchtigkeit rückt heran. Mancher Vorsichtige hat daran gedacht, sich ein Paar derbe Stiefel oder ein kerniges Stück Leder zurückzulegen: aber nur die wenüffte-n haben „Beziehungen" und selbst die Vorausberechnungen der eifrigsten Hamster wirft die Dauer des Krieges über den Haufen. Leder gehört in erster Linie den kämpfenden Truppen: für die Zivilbevölkerung ist jetzt schon eine empfindliche Lederknapp- hett eingetreten. Diese wird sich ständig verschärfen und wird nach Friedensschluß noch Jahre hindurch anhalten. Deshalb hat die Reichsregierung schon seit vielen Monaten eine dem Reichs- wirffchaftKamt unmittelbar unterstellte Kriegsorganisation eingerichtet, die nichts anderes zu tun hat, als Ersatzstoffe für Sohlen auszuproben, bevor sie in den Verkehr gebracht werden. Das Wort „Ersatz" hört niemand gern: in diesem Falle darf man aber doch Vertrauen dazu haben. Die emsige Arbeit der deutschen Technik hat einen Ausweg auch aus der Sohlennot gefunden. Es sind jetzt bereits Ersntzsohlen im Verkehr, die zwar nicht ave bequemen Eigenschaften des Leders besitzen, aber in dem Wichtigsten, Wärme und Wasserdichtigkeit, den Ledersohlen nichts nachgben. Sperrholzsohlen (leichtes -Holz und Lederab- sälle) und Holzhalbsohlen haben sich bereits in Stadt und Land ?ut bewährt, das heißt, wenn sie sachgemäß verarbeitet worden /ind. Dieser Punkt ist so wichtig, daß die erwähnte Kriegsbe- tzord« in Berlin sogar eine eigene Lehrwerkstätte kür die Der- arbeitungsweise der Ersatzsohlcn errichten mutzte, in der Schuh- wacher aus allen Gegenden Deutschlands sich mit der Holzsohlenverarbeitung vertraut gemacht haben. Sie haben in der Heimat die neuerworbenen Kenntnisse auch an ihre Fachgenossen me.ter- gegeben. Nur Vertrauen gefaßt zu den Kriegssohlen! Wer sie trägt, ist vor nassen und kalten Füßen sicher. Uiphe bei Hungen. So liegt denn die irdische Hülle unseres unersetzlichen Hugo Iacobi zur letzten Nutze aus dem kleinen Friedhof zu Utphe gebettet. Inmitten seines Wirkungskreises ist er begraben, seine Ruhestätte liegt mitten in seinen Feldern, die noch der Ernte harrten oder die sein Fleiß schon für das kommende Jahr bereitet hatte. Der stattliche Trauerzug gab Kunde, daß einem außergewöhnlichen Manne das letzte Ge. leite gegeben wurde. Die Landesuniversttät Gietzen lieh mtt herzlichen Worten einen Kranz niederlegcn für den hervor- ragenden Landwirt, der für die Wissenschaft so viel ge« leistet habe Es waren ferner anwesend Herr Landtagsabgeord« neter Dorsch, vertreten war der Vorstand der Landwirtschafts' kammer, der Vorstand und die Sckriftleitung der ..Neuen Ta« geszcitung", der Eardevcrein zu Gietzen, der ebenfalls einen Kranz niederlegte. viele Mitglieder des Bundes der Landwirte und unzählige Verwandte und Freunde aus bet Wetterau. Der Geistlickx des Kirchspiels. Herr Pfarrer Weber von Trais-Hor« loff hielt die Grabesrede über den Text: Wachst, stehet fest im Glauben, seid männlich und seid stark! Er hob die Ta!kraft des Verstorbenen hervor, der für die Heimat ein unentbehrlicher Krieger gewesen sei. stark und männlich habe er allezeit dagestanden und habe seinen Hof znr Musterwirtschaft für die weite Gegend emporgefchwungen. Nastlos und unermüdlich war er im Loben, nun ist er eingegangen zum ewigen Frieden .... Dumpf ertönten die Schollen auf das Grab, die irdische Laufbahn Hugo Iacobis war beendet! Frankfurt m M.. 22. Okt. Gestern nachmittag 3 Uhr 15 Min. wnrde die Stadt Frankfurt a. M. wegen Fliegergefahr alar- miert. Die Abwehrgeschütze traten in Tätigkeit. Um 4 Uhr 35 Minuten war der Alarm beendet. Schaden ist, soweit bis fetzt fest gestellt werden konnte, in Frankfurt a. M. nicht entstanden. — Nach dem lebhaften Abwehrfeuer zu urteilen, das man hier in Friedberg horte, hat abends ge^en 10 Uhr ein erneuter Fliegerangriff auf Frankfurt stattgefundem Frankfurt a. 20. Okt. In der ersten Sitzung des Schwur« gerichts war die 23jährige Frau Marg. Spielmanns wegen Körperverletzung mtt tätlichem Erfolg angeklggt. In der Nacht zum 17. Juli war plötzlich ihr vierjähriges Kind gestorben. Die Sektion der Leiche ergab, daß das Kind, ein Knabe, nicht krank gewesen war. Wohl aber wies der Körper zahllose Striemen und blaue Flecke auf. Alle Verletzungen, die festgeftellt wurden, waren auf Mißhandlungen durch die Mutter zurückzuführen. Trotzdem verneinten die Geschworenen die erste Hauptfrage, ob die Angeklagte schuldig sei, im Juli ihr Kind vorsätzlich körperlich mischandelt zu haben. Damit waren alle übrigen Fragen gegenstandslos geworden und die Angeklagte wurde fretge- svrochen. AuS Nhcinheffen. FC. Worms, 18. Ott. Die Stadtverordnekenverfammlu^ hat befchlosien, zur Beseitigung der Geldknappheit Notgeld tu Höhe von 1 500 000 Mk. alsbald herauszugeben und zwar 10 000 Scheine zu fünf Mark. 50 000 Scheine zu zehn Mark und 25 000 Schein« zu zwanzig Mark. FC. Aus Rhcinhesien, 17. Ott. Sett einigen Tagen wird hier wieder der dumpfe Kanonendonner von der Westfront gehört. — Die Ernte der Spättartoffeln fällt durchweg gut aus. Bingen, 20. Okt. Wegen der überhandneb-m enden Einbrüche in der Stadt muffen die Wirtschaften um 11 Uhr abends schließen. Wer nach 11 Uhr noch auf der Sttatze von den Sicherheits- patrouillen getroffen wird, mutz sich über feine Persönlichkeit cmsweisen können, sonst wird er verhaftet. Gav-Odernheim, 20. Okt. Vom eigenen Fuhrwerk totgefah- ren wurde der 13 Jahre alt» Sohn des Küfermeisters Jako- Ochs von hier. Der Knaoe wollte eine Fuhre Most vom Feld« nach Haufe fahren. Unterwegs fiel der auf dem Feh siyende- Trichter unter starkem Gepolter herunter, sodaß das Pferd scheute und durchging. Der Junge kam dabei zu Fall und wurde überfahren, fodaß er auf der Stelle tot lieget! blieb. Aus Hessen-Raffau. FC. Usingen, 17. Okt. Die Stadtverordneten beschlossen, dl« Vornahme der Stadtverordnetenwahlen um ein Jahr zu ver-. schieben. FC. Wiesbaden, 18. Okt. Einen Bezugschein über zwei Paar Strümpfe batte sich Frau Bertha Ochs in Niederjosbach vom dortigen Bürgermeister ausstellen lasten. In Hofheim wollte sie Strümpfe kaufen; sie dachke, es geht in einem hin und machte schnell aus der zwei e.ne drei. Wegen Urkunden, fäffchung wurde Frau Ochs von der Strafkammer in eine Gefängnisstrafe von einem Tag genommen. FC. Wiesbaden, 18. Olt. Im Veracht des Brotkarten- fchleichhandels stand der Pole Iagoda, der auf d:r Fabrik Elektron in Griesheim a. M. in Arbeit stand. Bei einer Revision wurden 75 Franlfurter- und 40 Reise-Brotkarten bei ihm gefunden. Er gab zu, die Karten von einem Unbekannten für eine Mark das Stück erstanden zu haben. Der Staats«luvalt batte gegen den Angeklagten heute wegen gewerbsmäßiger Hehlerei eine Zuchthausstra'e von einem Jahr beantragt. Die Strafkammer sah in dem Fall nur einfache Hehlerei und verurteilte den Polen zu zwei Monaten Gefängnis. FC. Wiesbaden, 18. Okt. Der französische Kriegsgefangen- Ferdinand Moreaux dahier war zwei französischen Kriegsge. fangenen zum Entweichen dadurch behilflich, dag er denselben einen Atlas und Rheinansichten von Mainz bis Eoblenz übergab. Er wurde wegen dieses VerfehlZ vom Schöffengericht zn 10 Mk. Geldstrafe verurteilt. FC. Bierftedt, 18. Ott. Die Flrisckvert.ilung geschieht hier! 1e>ilu>eise in recht willkürlicher Wo se. So verausgabte der euH - mit dem Fleisch,verkauf betraute Viehhändler Mayer letstbu» « Kopssleisch. an dem noch ein Teil des Knhmaules hing. Wen, i Vier'tadt schon im Gegensatz zu Wiesbaden mir 175 Gramm j Fleisch verteilt und von diesem nur die Hoffte eßlmr ist. so er. j regt dos in der jetzigen ernsten Zeit nur Erbitterung. Mayer war außerdem einer von denen, bei welck>em bei der Reniffo, I de? Gendarmeriewachtmeis^, wie die „Bierstädter Zeitung* i meldet, etwa 20 Pfund jjY Fleisch im Keller gefunden wur ! den. > FC. Aus dem Rer^.nngsv^.7 17. Okt. Mangel an Arbeitskräften und früher Winterbeginn meitefl» fldjenl. Mitwirkung der Schuljugend bei der Kcr^i^^rnt, Die Königliche Negierung hat deshalb bestimmt, daß de^ ev forderliche Urlaub, fei es für ganze Klaffen und Schulen ode^ für einzelne Schulkinder im ausreichendem Umfange zu gewai» ren ist. Auch solche jüngere Schulkinder sind vom Unterricht zu befreien, die ihre noch nicht schulpflichtigen Geschwister im Hause beaufsichtigen muffen, wahrend die Mutter ihrer Arbeit auf dem Felde nachgchen muß. Ans dem Vortaunus wird der „Volksftimme" geschrieben: Die Sucht, schnell reich zu werden, bat in den erdbeer- bauenden Taunusorten zu einer ins Maßlose gesteigerten Anlage von neuen Erdbeerpflanznngen geführt. In einzelnen Gemarkungen, wie in Hofhelm und Kriftel, wurden die besten Aecker, die bisher reicke Kornernten lieferten, z« Erdbeerfeldern umgewandelt. Auf diese Weise sind schon mehrere hundert Morgen dem Anbau wichtiger Feldfrüchte entzogen. Die Folgen dieser Luxuswirtschaft machen sich bereits insosern bemerkbar, als in diesen Orten ein empfindlicher Kartoffelmangel herrscht. In diesen Zeiten, wo wir jeden Ouadvatmeter Acker zur Volksernährung brauchen,' sollten die Behörden diese Lurus-Landwirtschaft verbieten. Wir können uns dieser Ansicht nur anschließen. Aus Kurbcffkn. FC. Auß der Rhön, 17. Okt. Der Landwirt Kirchner-Spa, niol, 63 Jahre alt, in Reuswarts bei Tann wurde von einem tollwutbefallenen Hunde leicht an der Hand verletzt. Er beachtete die Wunde nicht und begab sich erst drei Wochen darnach in das Pasteursche Institut nach Berlin. Hier erlag er der Verletzung. FC. Ziegenhain, 17. Okt. Während die Eltern auf dem. Felde beschäftigt waren, mochte sich das vierjährig« Kind de« Landwirts Kümmel von Nasis mit einigen Spielkameraden im Holzschuppen ein Feuerchen an. Dies griff derart um sich. daß ihm Wohnhaus, Scheuer und Stallung zum Opfer fielen. Kümmel erleidet, da er sein Anwesen sehr gering versichert hal^ einen sehr großen Schaden. Aus der Pfalz. 1 FC. Aas der Pfalz, 17. Ott. Bei einem Wortwechsel i^ einer Wirtschaft in Pirmasens wurde ein« Frau durch Revolver» schüffe tätlich und ein an dem Stteit beteiligter Sergeant seh« schwer verletzt. . —.—— ■ ———d Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst in der StadtkiriHe. Mittwoch, 23. Okt., abends 8 K Uhr fällt wegen des sionsfestes am Donnerstag aus- Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otts Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R H e v n e r. Iriedberg. Truck und' Verlag der „Reuen Tageszeitung^ A- G.. Friedberg i H. AMjSAürkiöWZcr des Ärei»»rb«itsn«chmett'es n. Kilfs-ieustmrl-estrUr gr i&btvfr Offene (Stellen: 8 Knechte, 1 Schäfer« und eine Hosmeister'amilie, 6 Ta,e-' löhner. 1 Fobril'chlosser. 16 Dienstmägde, 1 Melkerin, 15 Hausmädchen, 1 Kellnerin, 1 Eutslöchin, 1 Wirtschajtelin. Stellenfucbende: Mehrere Melkersamilien und ledige Melker, 2 Büroftnule'm Herzenskiimpfe. Roman von Helene Scbvlky. geb. von Gersdorff. (Oop^riLbt 1915 by C. Ackermann-Stuttgart.) 21) Nachdruck verboten „Aber nun vor allen Dingen tiefes Schweigen, gnädiges Fräulein!" warnte er zum Schluß. „Niemand, kein lebendes Wesen. auch Ihre Fräulein Schwester nicht, darf eine Ahnung von unserem harmlosen Zusammensein haben." „Natürlich, das weiß ich wohl!" sagte sie eifrig. „Die verstehen jo alle keinen Spaß! Wenn's jemand erführe, wäre alles verdorben. Ja, eigentlich", setzte sie nachdenklich hinzu, „wär's gar kein so großer Spaß, wenn es nicht so heimlich sein müßte." Das war nicht besonders schmeichelhaft-für den Herrn Marquis, der cs natürlich vorgezogen halte, wenn nicht die Heimlichtuerei, sondern er selbst die Anziehungskraft gewesen wäre. „Aber jetzt muß ich schnell nach Hause, wo man mich sicher schon längst erwartet", sagte sie, ihm eilig d-e Hand zum Abschied gebend. „O, ich freue mich rissig aui morgen! Welch ein Jux! So sagten wir nämlich immer in der Schule, wenn wir einen lustigen Streich machten. Also, adieu, auf Wiedersehen morgen!" Sie nickte ihm noch flüchtig z-u und cilfc schnellfüßig davon. Er folgte ihr diesmal nicht, sondern blickte der leichten, graziösen Gestalt nur mit einem triumphierenden Lächeln nach, so lange sie zu sehen war. 11. Kapitel. Hilde war in diesen Wochen im tiefsten Herzen glücklich, .wunschlos glücklich. O, wenn es doch immer fa bleiben kannte! Täglich mit dem geliebten Manne zusammen sein, mit ihm 'ihre Gedanken über alles, was sie interessierte, austauschen. ihm von ihrem vergangenen Leben berichten, von dem seinen ihn erzählen hören, — wie schön war das! Sie kannte und liebte schon seine edle, unglückliche Mutter, seine beiden guten, hübschen und talentvollen Schwestern, von denen er nicht müde wurde, kleine und größere schöne Eharak'erzüge zu beschreiben. Auch von seinem Vater sprach er, aber nicht viel und immer noch schonend. Damit sie dke Situation m seinem Elter,ihausr verstehen konnte, die soviel Einfluß auf sein eigenes Leben hatte, mußte er bis zu einem geurisien Grade die „Eigentümlichkeiten" seines Vaters berühren. Er verholte ihr auch nicht die gänzliche Vermögenslosigkeit seiner Familie. Er selbst, sein Denken und Fühlen, seine Verhältnisie, alles lag wie ein offenes Buch vor ihr. Da war nichts Unklares, nichts Verstecktes; trystallhell, wahr und ehrlich der ganze Mensch. Und so froh und so gut! Wenn sie etwas trüber oder gedrückter Stimmung war, und er trat hinzu mit seinem sonnigen warmen Lächeln, so waren die trüben Wolken bald verscheucht. Und das ging ihr nicht allein so. Auch die andern. Onkel, Tante, Vetter Hans, Freund Naumdorff, kurz alle, die näher mit ihm verkehrten, wurden von seinem sonnigen Wesen mit durchsonnt. Tief in Hildes Herzen saß wohl die bange Furcht vor dem Ende dieser einzig schönen, wundervollen Tage. Denn einmal mußte es aufhören. So konnten nicht immer so weiterleben. Und was dann? Wie würde sie die Tage, die Wochen, die Jahre ihres übriger, Lebens ohne ihn zubringen? Jetzt erwachte sie morgens mit dem frohen Gefühl von etwas Wunderschönem, das ihr bevorstand: wenn sie sich dann besann, so stand der Name „Neinhold" vor ihrer Seele. Ach. wir herrlich war's. aufzuwachen und zu wissen, sie würde heute mit ihm zusammen sein? Dann kamen die schönen Stunden, wo sie beieinander waren, und wenn sie sich neck-ts zur Ruhe legte, so war es mit innigem Denken an ihn, sowie mit warmem Dank an Gott, daß er ihr all dies Glück vergönnte. Jeden Tag fühlte sie sich reicher werden, innerlich, durch ihn an guten Gedanken und an Lebensfreude. Sie war auch noch nie so schön gewesen. Auf ihren Wangen lag eine fe ne gesunde Röte, in ibrcu Augen ein sanfter, freudiger Glanz, um ihren Mund ein weiches Lächeln, was sie geradezu hinreißend schön machte. Sie sah wohl, daß sie ihm auch viel war. nn«d das beglückte sie sehr und manchmal regte sich die leise Hoffnung, daß sie ihm noch mehr, daß sie ihm alles werden könnte. Aber da er nie- ! mals eine gemeinschaftliche Zukunft erwähnte, noch viel weniger jemals ein Wort von Liebe sprach, so muß e sie sich wohl davon überzeugen, daß er an nichts, als an eine wahre FreunKe lschaft dachte. Ach. wieder zurück müssen in das alte, öde, lieb^ löse, freudelose Leben bei ihrem Vater, — es war ein fürchterlicher Gedanke. Ob er, Reinhold, der nun alles wußte, wi« unglücklich, wie unbefriedigt sie daheim war, ob er nie darag dachte, wie leicht er sie aus diesem Elend erlösen könnte? Ob der Gedanke, immer mit ihr vereinigt zu sein, für ihn gar nichts AngenehMeZ hatte, da sie einander doch so gut kannten und verstanden? Manchmal, wenn diese schweren Gedanken sie überfielen, wurde sie auch an seiner Seite plötzlich ernst und schweigsam, .der frohe Glanz ihrer Augen erlosch und er sah. daß sie litt. Das schnitt ihm in's Herz. Er versuchte dann gewöhnlich, sie durch leichtes Geplauder oder auch einen in'eressanten Gesprächsstoff zu zerstreuen und zu erheitern, was ihm auch meistens gelang. Eines morgens, — Reinhold war dienstfrei. — ritten sie. gefolgt von einem Reitknecht, in froher, glücklicher Stimmung durch teti Wald. Am Fuße eines steilen Berges, dessen ruinen- gekrönte Spitze Hilde gern sehen wollte, saßen sie von ihren Pferden ab. die sie dem Diener zur Bewachung überließen, und gingen zu Fuß den engen Waldpfod hinauf Wieder war es über Hilde gekommen, dies bange Abfckcksdsgefühl. besten sie stch zuweilen, trotz aller Aufbietung von Energie, nicht erwehren konnte. Eie erwartete eigentlich täglich den Rückberufunasbe- fehl ihres Vaters, dem sie dann unweigerlich sofort folgen mußte. War er dann zu Ende, ihr schöner Lebenstraum? Gab es dann nichts mehr, als eine ungeheure Leere? Sie war doch noch sehr jung, erst 22 Jahre alt. Wie sollte sie die vielen Jahre zubringen, die voraussichtlich noch vor ihr lagen? Denn daß sie niemals einem anderen angehören konnte als Reinhold, dieser Entschluß befestigte sich täglich mehr in ihr. Als Neinhold ihre plötzlich wieider verdüsterte Stimmung bemerkte, bemühte er sich, sie derselben zu entreißen, indem er verschiedene Gesprächsthemen anregte, auf die sie sonst stets lebhaft einzugehen pflegte. DisZural vergebens. Sie wurde immer einsilbiger und als er sie genauer ansah, bemerkte er, daß Tränen in ihren Augen schimmerten. ftcitlefcuna folnt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim Hinscheiden meines innnigstgeliebten Mannes, unseres Ireubesorgten Vaters sagen wir unseren ■ . herzlichsten Dank. Hofgttt Utphe, den 22. Oktober 1918. Die trauernden Hinterbliebenen SDiatvjüöe Iacobi und Kinder. Belr.: Zuweisung von Vren» stoffen. Seünnnlmachnnk Bezugnehmend auf meine Be- kannimachnng vom 3<>. Eepkemder ds. Is. sind berechtigt Brennstoffe oegen Vorzeigung der Kohlenausweiskarle vi bene en: Bezirk Bll Nr. 161 bis 230 \< 3 Zenlner Eßnuß ohlen, bei Firma Fried riib Wirth, Kohlerbandlung. Fav'rbach. Ich mache hieimik nochmals darauf auinensam. daß die Brennstackmengen innerha b 3 Tage» bet den Hä> dlecn abgeholt ot>e* obgp u'en sein müssen. Nach die« em Termin nicht abgeholle Brennstoffmengen ver allen zu Gunsten anderer Haushaltungen. Fnedberg.den 19.Oklober 1918. Der Bürgermeister. __ I. D.: Dam m. .helslillie üjiiiMwtg zur Jahresversammlung de- Oberliessifcher» Vereins für Basler Mission. Donnerstag, den 24. Oktober, nachmittags 2 1 U Ufjr, in der Burgk, rche. Jahresbericht und Rechnungsablage. „Zukunftsfragen der Basler Mi sion": Miss.-Iickpellor Oelili- Va el. ..Kriegserlebnisse au» meiner Gefangenschaft": Missionar Bellon-Goldküste. Aus prache. — Abends b l / 4 Uhr: Eemeindefeier. Mitwirkung des kirchenge ang- vereins. Ansprachen von Miss.» In peitor Oettli und Missionar Betton. __ Der Vorstand. SsSilfüfflrlni “Mif" Lear Lazksleltuug Jrn-dkrei n. Nerl.l-S. Plöt sich und unerwartet erhielten wir die schmerzliche Nachsicht. daß un»er inni^stgeliebier Sohn, Bruder, Schwager und Kusin GtsttÜtt Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und der Hess. Tapferkeitsmedaille nach L^iährioer treuer Pflichterfüllung am 24. September durch einen EranatipUlter sein junges Leben lassen mußte. Gettenau, Friedberg, den 15. Oktober 1918. Die traikrn^kn ginirrbürbcncn: Familie Emil Weiland Familie Hans Niederhauser. c>rachtituckqütkr werden" am 23., 24. und 25. Oktober O von Stationen des Direktioiwbezirks Frankfurt (M.) iur Beförderung nicht angenommen. Frankfurt (M.), den 2 t. Oktober 1918. _ Königliche Eifenbahndirektion. Aeknnnmml«jni,g. Mehlausgnbe für die vierte flei'chlose Woche am M.ltwoch, den 23., Donnerstag, den 24.. Freitan. den 25. Oktober bei Adam Rausch und L. Stcrn. Auf jeden iesschkaitenabschnitt mit dem Aufdruck „21.--27. Oktober fl ei chlos" weroen 125 Gramm Weizenbroimehl verabfolgt. Der Preis des Melckes stellt sich wie folgt: 125 Gramm losten 8 Pfennig 2 0 n » 15 375 „ ; 23 ; lck/' „ „ 30 „ usw. Die Reichsfleischkarte ist bei der Ausgabe vorzuzeigen. Cie darf nur von den obengenannten Mehloerlaufsstellea abgrtrennt werden. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung werden nach § 80 Ziffer 12 der Reichsgetrelveordnung bestraft. Friedverg, den 21. Oktober 1918. Der Bürgermeister. I. V.: Damm. Stempel und Petschafte liefert Friede. Streckfuh, Friedberg u Telefon 304. »irriipillige IWchttW. Donnerstag, den 24„ und Freitag, den 25. ds. Mts. nachmittags von 1 Uhr ab. versteigere ich zu Vad-Nan heim, Ernst-Ludwig-Ring 21, für Rechnung den es en geht gegen Barzahlung: Zirka 200 Stühle, viele Tische, Sessel, Spiegel Chaiselongues, Handtuchhalter, Waschkommode« mit Spiegel, mehrere Vertikows, Nollichutzwänv^ Trumeaus, Polsterftühle, Markisen, eine große Partie Gartenmöbel, Porzellan, sowie Haus- uni Küchengeräte, u. v. a. Versteigerung bestimmt. Bad-Nauheim, den 19. Oktober 1918. _3. V.: St«?ul, Erosth. Gerichtsvollzieher. rasseechten Rattenpinscher gegen größeren, jehr jcharsen, wach.amen Hofhund. H. Schultheis, Steinfurth bei Bad-Nauheim. Drucksachen liefert schnell und billig Heoe Tageszeitung, Dru&torei b. Verlag JM). Rechnungen in aUen Formaten liefert schnell uno billig Neue..Tasksjkilung" A S. ZiM toöroiriätßilKer mochte sich in der Haushaltung und im kochen ausbilden, wo Dienstmädchen vorhanden. Familienanschluß erwünscht. 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