Unmmer £40 Gnftlpreis d.° k-L'?- Samstag, den 12. Oktober 1918LI. Jahrgang. Die ..L ene ö anesreitnng" erscheint jeden Werktag Regelmäßige Beilagen ..Der Flauer aus Hessen", „die Spinnssube". Ke?ugspreis: Bei den Postanstaiten ocerreljährlich Mk. 2.7» hin'.u iritt noch das Bestellgeld: bei den Aaenten monatlich 1.00 Mk. einschließlich Trägeriodn. Anreigen: Grundieile 2ü Psg„ lokale 20 Big^ Anzeigen von auswäns werden durch Voitnachnadm» erhoben. Erfüllungsorl Friedberg. Hchriftleitnny und yerlag 'riedberg sHessen). ^»anauertraße 12. ^erniprecher 48. Post, check.Lonlo Nr. 483«. Amt Frankfurt a. M. rss- Uor der deutschen Antwort. Erfolgreiche AdmehrKämpfe im Westen. — Deutsche Dataillone im Kampf mit den Kerben. Im September 7i3 feindliche Flugzeuge abgeschosten. Der deutsche Generalstab ■ meldet: — W. Kaupr^narriev, dr.r 11. GüLoher Amtlich. ^ Westlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Doual setzte der Feind zum Angriff gegen den Trimquige-Abscl'Nitt südlich der Scarpe an. Kanadische Regimenter, die über Sailly hinaus vorzubrechen versuchten. wurden unter schweren Verlusten zurückgeworfen. An der Schlackt front östlich von Cambrai und St. Quentin sind starke Angriffe des Feindes gegen unsere neuen Stellungen und ibre im Vorgelande belassenen Vortruppen gescheitert. Der Feind lland am Abend etwa in Linie Raves-St. Vaast — auf den Höhen westlich von Solesmes und Le Chateau, westlich der Linie Souplet-Vaur, Aubigny-Aisonville und auf dem Westufer der Qife zwischen Qrigny rmd La Fere. Teilangriffe des Gegners bei Berry cru Vac an der Aisne. -jv x/uuuuü uuay y* % bnaucht, veplanoe % iWötah’l ledep ’dlektro -JnßallateuP fuhpt [La. In Friedberg zu haben bei: Fr. FuemleBinff, Elektrotechnisches Büro; Ylilk. y%cl. Hells Schlosserei und Installationsgeschäft; karft litidhe, Installationsgeschäft, Frr drohtet Abfall t>rr fiirkfl. ^ftn, 11. Okt. Zur Wendung in der Türkei schreibt der „Bund": „Der Verlust der reichsten und wichtigsten Provinzen in der Türkei und dos Ausscheiden Bulgariens veranlagten den neuen Sultan, der übrigens schon seit seiner Thronbesteigung vor allem mit Enver Pascha nicht auf gutem Fuß stand, eine gründliche Aenderung in der bisherigen Politik seines Reiches vorzunehmen. Die türkischen Emissäre in der Slltweiz erhielten Weisung, sich offiziell mit den Alliierten in Verbindung zu setzen, vor allem mit England, Friedens' Verhandlungen anzuknüpfen. Diese Annäherung wurde jedoch anfänglich abgewiescn. da die Alliierten der Ansicht Niaren, daß die Türkei Bulgarien folgen solle. Unter Talaat Pascha war ein solcher Schritt unmöglich Infolgedessen hat der Sultan den ehemaligen türkischen Botschafter in Lon- don. Tewstk Pascha, als ersten Kandidaten für den Posten des Großwesiers zu sich berufen. Unter ibm soll nun das Friedensministerium in Konstantinopcl zustande kommen." Ptttzlnrrd. Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit der Ukraine. Basel. 11 . Okt. Der Reuen Korrespondenz wird aus Stockholm berichtet: Aus Kiew wird offiziell gemeldet, daß die diplomatischen Beziehungen zwischen Rußland und der Ukraine am 6. Oktober abgebrochen wurden. Wegen der begonnenen Evakuierung deutscher und österreichischer Truppen bekundet sich in der Ukraine wegen der täglichen Ausdehnung der bolsche- Königreich Finnland. Der Wahlakt. Helsingfors, 10. Oktober. (WB.) Der Landtag stellte im heutigen Plenum den feierlichen Wahlakt, durch den Prinz Friedrich Karl von Hessen zum König von Finnland erwählt wurde, fest. Der Akt lautet: Finnlands Landtag zu einer außerordentlichen Tagung versammelt, gibt bekannt: Da Finnland ein selbständiges Reich geworden ist und es gemäß Paragraph 38 der Re- g'ernngsform vom 21. 10. 1772 bem Landtag obliegt, ein Königshaus für Finnland zu wäblen, hat der Landtag am 9. 10 1918 Seine Hoheit Prinz Friedrich Karl von Hessen zum König von Finnland gewählt, daß er Finnland nach dessen Verfassung und Gesetzen regiere. Ter Landtag ver- leiht zugleich den Nachkommen Seiner Majestät das Recht, den königlichen Thron nach Seiner Majestät in der Ordnung einzunehmen, wie sie das künftig zu gebende Thron- folgergefetz feststsllt. Wie Finnlands Landtag dies alles beschlossen hat, so bekräftigen wir als Sprecher des Landtages mit unserer eigenen Namensunterschrift diesen Akt. Geschehen, Helsingfors, 9. 10. 1918. Die außerordentliche Tagung des Landtags wurde heute in der herkömmlichen Form geschlossen. Kopenhagen, 11. Oktober. (WB.) Der „Berlingske Trdende" meldet aus Helsingfors: Ter Finanzminister Arajaervi erklärte, daß die Staatsausgaben für 1918 800 Millionen Mark überschreiten werden. Tie Bekämpfung der Revolution kostete 250 Millionen und die militari sck>en Ausgaben betragen im übrigen 170 Millionen. Der Minister betonte schließlich, daß die Lage nicht schwieriger geworden sei und daß Finnland imstande sein werde, seine Unabhängigkeit zu behaupten. Wh!rMlnrs!lhijkr des Berlin, 11. Okt. Der Wahlrechtsausschuß des Herrenhauses hat heute die Anträge der Neuen Fraktion mit 18 Stimmenthaltungen einstimmig angenommen, d. h. in der Hauptsache das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht mit Wegfall der Altersstimme unter Aufnahme von 16 Arbeitern vnd acht Angestellten in das Herrenhaus. Pom Ktnaislkkrttär Pr. Solf. Die .frankfurter Zeitung" streut natürlich dem Reuberuse- nen Rosen und Lorbeer. Geradezu köstlich ist ihre Behauptung, Herr Dr. Solf habe sich Vertrauen durch seine Tätigkeit in j den Kolonien erworben. Wellen Vertrauen? Run. das eben ver „Frankfurter Zeitung" von der Bismarck einst sagte, er brauche nur stets das Gegenteil von dem zu tun, was die Leute dieser Richtung wollten, und er sei sicher auf dem rechten Wege. Es bestehen ja noch Akten über die Tätigkeit des Herrn Solf in Samoa. Die nationale deutsche Prelle ist monatelang voll gewesen von Notschreien der deutschen Ansiedler, von der ausgesprochen englischen Politik, die in Samoa getrieben wurde, wo im übrige« jeder Farbioe immer Recht bekam gegen den deutschen Ansiedler. Das ist ja überhaupt das Zeichen dieser Demokratie. daß sie den deutschen Landsmann kühl lächelnd fallen läßt, während sie für den Richtdeutschen, mag er nun Samoaner, Lette oder sonst etwas sein, ungezählte Lanzen bricht. Es war die Zeit des deutschen Zerfalls unter Vethmann Hollweg. Aber selbst dieser Unglücksmann konnte Herrn Dr. Solf nicht halten, und so ging er mit dreivierteljährlichem Urlaub nach Deutschland. in der sicheren Erwartung, nicht wieder zurückzukehren. Er hatte abgewirtschaftet. Er kam zur rechten Stunde. Das Marokkoabkommen hotte es Herrn von Liudequist als Ehrenmann unmöglich gemackt, seine Unterschrift darunter zu setzen. Er ging. Bereitwillig sprang Dr. Solf in die Bresche und setzte seinen Namen unter jenes famose Abkommen, und die Regierung war dankbar und behielt ihn als Staatssekretär der Ko- s/niem Seil dieser Zeit war er in der glücklichen Lage, seine ^chegecsterung für England in die Tat umzusetzen. Es kamen bekannten Verhandlungen über ein Kolonialabkommen mit rnglarrd, das darin gipfelte, Deutschland sollte die portugiesischen Kolonien Afrikas friedlich durchdrttig-en, d. h. diese ver. rotteten Länder zu Wohlstand bringen, wobei die geriebenen Briten uns die Aussicht ließen, später einmal das Land zu erhalten. Man war aber viel zu schlau in London, sich festzulegen auf besttmmte Termine, und Dr. Solf war selig, daß die von ihm so heiß geliebten Engländer ihm so viel Entgegenkommen boten, denn es ist ja die Art eines gewisien Deutschtum«, in Ehrfurcht vor England zu ersterben, weil da drüben selbst der Dümmste englisch spricht. Das also wäre ein kurzer Abriß der Lebensgeschichte unseres neuen Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, dem die „Franliurter Zeitung", auch ein Zeichen der Zeit, schon heute Rosen stteut. Ans ttr Fr.-Iliücrbaihcr Cljrcn'X I. Anno 1758. „Am 11. Juli 1758, also fun vor der Ernte, lagen 300'<> bis 4<>0"0 Mann zmi chen Dorheim. Fauerbach und Friedberg, lodaß das jun e Somm'r eld Tb h Die Gr ..e) k zu Grunde aina. Fortwährende Einmär che von Trupp-'8 Durchzüge, FourageUeferun en, Vor,pannb'enfie u. a. m 8 beunrustigtcu die Bewohner Tag für Tag." — lln ere gesegnete Weit-rau blieb bis jetzt von den 8 Kriegsgreueln ner'chont. Das frchttare Land gab uns 6 un er räalich Brot Wollt Ihr das vsrnesien? Ber eift § den Ernst der Stunde und zeichnet aus Liebe zur Heimat | d i e 9. Kriegsanleihe. Damaskus. Damaskus, arabisch Eich-Sham, die fünfgrößte S^adt des ottomanifchen Reiches und die orientalischste Stadt neben Kairo und Samarkant. der Diamant de? Orients, in den Händen der Engländer! Wir wallen uns die SInnere des Schicksals, daß unseren türkischen Dundesgenosien und damit auch uns getroffen hat, nicht verhehlen. Damaskus, die Hauptstadt Syriens und der nördliche Endpunkt der Hedfchasbahn, im Besitz der Engländer bedeutet für die Türkei eine schwere Niederlage und für uns einen schweren Schlag. Wenn auch die Hedfchasbahn an und für sich durch von den Engländern aufgehetzte arabische Banden an mehreren Stellen zerstört war und sich auch teilweise im Besitz der in Palästina und Syrien operierenden Ententetruppen befindet, so bedeutet doch die Einnahme von Damaskus da? Ende des syrischen Kriegsschauplatzes und eine schwere Bedrohung türkisch Kleinasiens. Anatoliens. Die Engländer werden sich damit nicht zufrieden geben, sondern in Ausdehnung ihrer letzten Erfolge Damaskus als Ausfallstor gegen Norden hin benutzen und so die kl^inasiatische Türkei vor schwerwiegende Fragen stellen. Damaskus liat am östlichen Fuße des Antilibanon, in der ausgedehnten, sehr fruchtbaren Ebene El Ghuro, weiche die Orientalen als ein zweites Paradies preisen. Neun Tore führen in die von alten Mauern und breiten Groben umgebene Stadt hinein. Damaskus zahlt nicht weniger als 218 Moscheen. Die berühmteste unter ihnen ist die Moschee der Omaijaden oder die große Moschee: an der Stelle, wo sie jetzt steht, stand früher eine Kirche des Heiliaen Johannes und weit vorher ein großer heidnischer Tempel. Die Moschee der Omaijaden ist ein Wunderwerk arabischer Baukunst. In einer Seitenkapelle befindet sich ihr größtes Heiligtum, nämlich der Platz, wo angeblich das Haupt Johannes des Täufers ruhen soll, obschon es höchstwahrscheinlich in Konstantinopel liegt. Die Bazare von Damaskus stellen die eigentliche Stadt dar. Sie sind fast alle mit hohen Wellbleckrböaen überdacht, die im Sommer Kühle und im Winter Trockenheit spenden. Dieses Bazarviertel mit seinen Börsen, Bädern, Kaffeehäusern und Wasserträgern ist allein ein orientalisches Märchen Damaskus zählte vor dem Kriege ungefährt 170 00V Emwohner, darunter etwa 12 000 Christen. Die Geschichte von Damaskus ist eine der beweglichsten aller Städte des Orients. König David eroberte die Stadt nach einem blutigen Kriege, aber schon unter Salomon machte sie sich wieder unabhängig und bedrohte viele Jahre hindurch dos Reich Israel. Damaskus beherrschte damals den ganzen Osten Syriens. Es wurde gegen das Jahr 800 v Ehr. von den Asty- rern erobert und etwa 100 Jahre später von Tiglat Piloser P unterworfen. Trotz der assyrischen. neubabylonischen und persischen Herrschaft bewahrte Damaskus seinen Rang als Stapelplatz des arabischen und babylonischen Handels und als Haupt- verkebr-plotz in Syrien und Palästina Unter der Seleukiden- berrschafr ging ibm diese Stellung verloren, im Jahre 64 v. Ehr. kam es unter römische Oberhcrrlchaft. Im Jahre 100 nach Ehr. eroberte es Trajan und verleibte die Stadt der römischen Provinz Syria in. Hadrian verlieh ihr den Ehrentitel „Metropolis" und Philippus Arabs machte sie zu einer römischen Kolonie. Unter Diaklerian wurden die bedeutenden und weit berühmten Wasfenfabrikcn angelegt, woher sich bis auf die heutige Zeit bic Bezeichnung „Damaszenerklingen" erhalten hat, obschon seit langen Jahren keine Klinge mehr in Damaskus angefertigt worden ist. Im Jahre 635 eroberten die Araber unter Omar d.e Stadt, 877 wurde ste dem Kalifat wieder entrisien. Ihr Schicksal wechselte mit jedem Jahrhundert, bis sie im Winter 1516 von Selim I. dem osmanifchen Reich angegliedert wurde. Am 14. Juni 1832 geriet sie nach kurzer Belagerung in die Hände von Ibrahim Pascha, dem berühmten ägyptischen Heerführer. unb 1833 mußte sie die Hohe Pforte nebst Syrien und Palästina an Aegypten abtreten. Die dadurch geschaffene Kräfte- verschiebung veranlatzte die europäischen Großmächte. Mohamed Ali zu zwingen, die genannten Gebiete mit Damaskus der Türkei wieder abz»treten. Kurz vorher hatte eine große Judenverfolgung in Damaskus stattaefunden, die von dem französischen Konsul, dem Grafen Ratti-Menton, inszeniert und geleitet wurde, wie ja überhaupt die bedauerlichen Reibereien zwischen den verschiedenen Religionsgenostenschoften in Syrien und Palästina ausschließlich auf französische Umtriebe zurückzusühren sind. 1860 fand ehw furchtbare Christemnetzelei statt, von der sich das Christentum in jener Gegend bis heute noch nicht erboC hat. Gelegentlich seiner Palästinareise berührte Kaiser Wik Helm II. die Stadt und würbe mit unbeschreiblicher Degeist«, rung empfangen. Im Welttriege spielte Damaskus neben d« bereits gekennzeichneten Bedeutung als nördlicher Endpunkt bet Hedfchasbahn und als Stapelplatz der in Snrien und Palästina operierenden Streitkräfte eine bedeutende Rolle. Zur Milchfrage. Der Abg. Henrich hat im hessischen Landtag angefragt, cck die Grotzherzogliche Negierung bereit sei. die MUcbliefcrung au« dem Großherzogtum Hellen heraus so lange einzustellen, als di- Fettversorgnng der hessischen Dersorgungsberechtiaten nicht t» gleichem Umfange gesichert ist. als sie im Durchschnitt in dev übrigen Teilen des Reiches stattfinbet? Ist die Großherzoglich- Regierung bereit, die Lieferung von Kartoffeln an andere Bun. desstaaten so lange zu Unterlasten, als diese ihrer Verpflichtung zur Lieferung anderer Lebensmittel, insbesondere von Fett uni Fleisch, nicht Nachkommen? Wir möchten einmal die Aufmerk. samkeit der „Franks. Ztg." aus diesen, ihren Gestnnungsgenosten in Darmstadt lenken. Im Reiche sind die Freisinnigen an der Arbeit, den § 9 der Reichsverfostung. der den bundesstaatlichen Charakter des Deutschen Reiches verbürgt, auszuheben, wenn aber an den Magen geht, dann verlangen die Herrschaften, daß überall die undurchdringlichsten Schranken zwischen den Bundesstaaten errichtet werden sollen und der engherzigste Par- tikularismus getrieben werbe. Der Antrag bezieht sich in der Hauptsache auf Oberhesten. das täglich große Mengen Milch nach Frankfurt liefere. Die Oberhesten würden es aber für ein großes Unrecht holten, wenn man die Stadt Frankfurt auf einmal trocken setzen wollte. Die Frankfurter waren schon Jahr, zehnte die Abnehmer der oberhessischen Milch und werden e« auch nach dem Kriege wieder sein. Man würde es in Ober. Hessen als ein großes Unrecht ansehen. wenn man ihnen nun in der Stunde der Milchknappheit die Milch iverren Uebrigens ist bem Abgeordneten für Darmstadt sehr wohl bekannt. daß sein Antrag dem Staate Hellen gor kein Fett ein. bringen würde. Dos Reich nämlich liefert an Hellen monatlich mehrere hundert Zentner Butter, dafür bat Hellen die Ver. pflichtung der Milchversorgung von Frankfurt mitübernommen. Eine Sperre der Milch würde eine Sperre der Butter zur Folg- haben. Das muß dem Abg. Henrich, als Vorstandsmitglied der Londes-Milch- und Fettstelle bekannt sein, sein Antrag hot d"ber gar keine praktische Bedeutung, ist aber nur geeignet, einen Riß in die heute so nötige Einigkeit zu reißen. * Wegnahme der gesamten Milch. Im Reichstage hat der Abg. Ereber (Coblerrz) folgende Anfrage einaebrocht: Ländliche Kommunalverbände sind daz, übergegangen. die gesamte Milcherzeugung bei den Landwirten §u beschlagnahmen und an die nächste Molkerei abzuführen. ohne dem Erzeuger selbst für seine Familienangebörigen auch nur das geringste Quantum an Vollmilch zu belasten. Veson. ders scharf geht der Kreis Kreuznach in dieser Richtung vor. In diesem Kreise wird jeder zuwiderhandelnde Landwirt auf Grund des 8 132 des Landesverwaltungsgesetzes vom 30. Juli 1883 mit 150 Mark pro Tag bestraft. Strafen bis zu 4000 Ml. für den einzelnen Landwirt sind bereits festgesetzt. Gegen diese Strafen steht dem Landwirte bloß der Beschwerdeweg an den Regierungspräsidenten offen, ohne daß die Einziehung und Bei. treibung der Geldstrafe durch Einlegung der Beschwerde aufgehoben würde. Infolgedesten hat ein große Erregung unter den Landwirten Platz gegriffen, die eine fast gänzliche Abschaffung des Milchviehes zur Folge haben wird. Ist der Herr Reichs, kanzler bereit: 1. eine Milderung dieser bas Volksempsinden schwer verletzenden Maßnahmen herbeizuführen? 2. zu veran- lasten, daß die Strassestsetzung nicht auf dem Verwaltungswege, sondern durch die ordentlichen Gerichte erfolgt? Gelmühle und Kncheckern. Alle Oelmühlen, die vom Kriegsernährungsamt zur Verarbeitung von Oelfrüchten zugelassen sind, können Bucheckern schlagen. Dieser Herbst bringt nun erfreulicherweise eine aus« nehmend große Bucheckernernte und das durste zur Folge haben, daß mehr Mühlen zur Oelgowignung heranzuziehen sind. Die Besitzer solcher Mühlen haben nur den entsprechenden Antrag an ihren Kommunalverband zu stellen, der ihn zur Begutachtung dem zuständigen Kriegswirtschaftsamt übergibt. Bo» dort geht er an den Kriegsausschuß für Oele und Fette, de, letzter Hand darüber entscheidet. Da die Bucheckernzeit bald vorüber ist, werden die Mühlenbesitzer gut tun, den Antra- möglichst rasch einzureicheu. Bei dieser Gelegenheit sei nochmals darauf hingewiefen, daß die Bucheckern, welche zuerst zu Boden fallen, für die Oel- gewinnung meist wertlos sind, da sie entweder taub (leer), vo« Infekten beschädigt, oder noch nicht ausgereift sind. Die gefun, den Eckern bleiben etwas länger in Ihren Fruchtbechern haften, fonrmen aber später bei sonnigem Herbstwetter oder schließlich nach den ersten Nachtfrösten in großen Mengen zu Boden. bei der 81 lil ll Mit Niederlassung Giessen in f2ie0«eti, Johannesstrasse 1, Ecke Neuenweg, in der Zeit vom 23. September bis 23. Oktober. Wkltn-M-kndkn in -kr Pnpikm-nßnk. Die Ammendorfer Papierfabrik A.-G. in Radewell bei Halle a. S. schlägt für das abgelaufene Geschäftsjahr 86 Prozent Gesamtdioidende vor. Davon werden 36 Prozent in bar und 50 Prozent durch Gewährung von 500 Mark Kriegsanleihe auf jede Aktie vergütet. Zm Vorjahre zahlte die Gesellschaft 36 Prozent Dividende. — Die Eröllwitzer Aktienpapierfabrik i« Halle-Eröllwitz schlägt 25 Prozent Dividende vor, im vorigen Jahre gab sie 16 Prozent. — Wenn auch nicht alle übrigen Papierfabriken derart hohe Gewinne abwerfen, so erscheeint es trotzdem unbegreiflich, daß jetzt abermals eine Papierprers- erböhung eintreten mutz. Ans der Hermu*. Wir haben gekämpft und wir haben gesiegt, Voll Zuversicht allzeit wir waren. Sie haben uns alle nicht untergekriegt Die Volker, die England zusammen gefügt, Zu knechten die „deutschen Barbaren". Und daß auch der Feind rings, in Zukunft uns nicht Die heimische Scholle entweihe. Daß draußen di? Mauer der Helden nickt bricht Sei heute das Zeichnen Dir deutscheste Pflicht: Der Neunten Kriegsanleihe? Friedberg, 12. Oft. (T b e a t e r int Saalbau.) W-r wollen nicht Unterlasten, unsere geehrten Leser auf den am Sonntag abend durch Herrn Direktor Breiholz veranstalteten Theaterabend hinzuweisen. D e guten Leistungen der Direktion bürgen den Besuchern für heitere, genußreiche Stunden. Am Nachmi'tag kann sich die liebe Jugend an dem schonen Märchen- spiel „Tiscklein deck' dich" erfreuen. Frtcdbcrg. Kriegsbeschädigten. Auf die Mit- glrederversaMMlUMg der hiesigen Ortsgruppe wird nochmals hingewiefen. Aufnabmeanträge werden, jederzeit entgegen- genommen. Siehe Inserat. FC. Bedingen, 10 Oft. Rach hier eingetroffenen Nachrichten ist Prinz Diether zu Psenburg und Büdingen, Bataillons-Kommandeur im 1. Garde-Reserve-Regiment, in englische Gefangenschaft geraten. FC. Alsfeld, 10. Oft. Beim Buckeckernsammeln bestieg der Idjährt^e Friedrich SLrckedanz von hier eine Buche, glitt aus, fiel herab und verletzte sich so schwer, daß er kurz darauf verstarb. Höchst a. M., 10. Okt. (Ein Geschäft, das sich lohnt.) Im „Höchster Kreisblatt" lesen wir: Ein Leser teilt uns mit: Ich traf kürzlich einen mir bekannten Bauersmann, der eben mit einer Milchkanne crus einem kleinen Laden der Brüningstraße kam. „Na. habt Ihr Milch verkauft?" fragte ich ihn, worauf rr mir antwortete, daß er keine Milch, sondern eine Kanne voll Birnen in den betr. Laden gebracht habe, wie er das öfter tue. Auf meine weitere Frage, was er für das Pfund bekomme, sagte er: „60 Pfennig". Anfänglich wollte ich an die Birnen- geschichte nicht recht glauben und dachte mebr an einen Milchhandel, aber da sah ick auch schon, wie die Birnen in dem Erker crusgeleqt wurden. Mußt doch mal sehen, was sie jetzt kosten, sagte ich mir und ging hinein, um ein Pfund zu kaufen. Und was wurde mir abgefordert? Eine Mark und achtzig Pfennig. — Die „Dolksstimme" bemerkt dazu: Das nennt man ein glattes Geschält. Gewiß? Aber richtiger wäre es gewesen, wenn durch Anzeige diesem Wucherer sofort das Handwerk gelegt worden wäre. — Ganz richtig, wichtiger wäre aber, wenn die „Volksstimme" einmal zur Einsicht käme, wer eigentlich Wucher treibt. f . ^ ~~ >lj Ihr» Kriegstrauung zeigen an Cari Zinser, Postassistent z. Zt. Beamte ns tallwertreter bei der Feldpost Lici Zinser geb. Zlmmermann Pfaffen^chv/ab^rheim Im Felde Kreis Alzey , 2> Oktober ISIS. V___ J .W, Statt besonderer Anzeige. Heute wurde uns die tiefrraurige /«X. Nachricht, daß unser lieber, braver, hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Enkel, Neffe und Vetter f ßii! Ltligiim Musketier iia 2nf.-Neg. 99 in den schweren Kämpfen im Westen im blühenden Alter von 19 Jahren — „in strengster Pflichterfüllung ausharrcnd" — den Heldentod gestorben ist. Friekberg, Speyer, Ober-Olm, Köln-Kall, den 10. Oktober 1018. In tiefem Schmerz: Die trauernd Hinterbliebenen Theodor Seligmann u» Frau geb. Mayer Elisabeth Seligmann. Beileidsbesuche dankend verbeten. ^^ern dem geliebten vaterlande, in ilreue gegen und Ohron haben Gatte und 5öhne mit einer kleiiren 5char Setteuer i!>r leben dahingegeben in der festen Zuversicht, do & das deutsche Volk in der Heimat vollenden wird, was sie drausten auf verlorenem soften angrstrebl haben. ^7 Admiral Graf von Spee Er starb für sein Vaterland 8 Dezemb 1914 e (/- vy Aus siihcinhesscn. FC Oppenheim, 10. Oft. In sämtlichen Landgemeinden des Kreises sird die Herbffferien der Volksschulen bis zur Dauer von vier Wochen verlängert worden. FC Gustavsburg. 7 . Okt. In einem Büroraum der hiesigen Maschinenfabrik spielten zwei 16jährige Vürogehilfen mit einem geladenen Revolver. Plötzlich ging ein Schuß los und die Kugel durchschlug einem der jungen Leute die Hand. Ans Hrn, n-Naffliir FC. Wiesbaden. 8. Okt Ende Juli wurde ein kleiner Junge von einer Frau von der Strafe weg zu einem Schuster in ver Schacktftratze geschickt, um zu fragen, ob die Reparatur fertig fei. Die Frau erbot sich unterdessen. den Korb des Kindes, ln dem vier Brote rr-artn. zu halten. Ais das Kind rmrückkebrte. war ftraa und Korb verschwunden. Durch andere Kinder, die den Vorfall beobachtet hatten, wurde als Täterin die Fr-iu des Kupstrpupers Perer Schramm, Stringaüe 12. dahier ermittelt. Die Frau, die energisch leugnet, es gewesen zu lein, wurde heute vor dem Schöffcnger'ch! non sämtlrcken Kindern mit Bestimmt- beit als.die Täterin wiedererkannt. Dos Gericht sch'ckte ste wegen dieses frechen Tiebstahltz eine Woche in das Gefängnis. FC. Idstein, 10. Okt. Am 7. OFober waren 30 Jahre Vorgängen. daß die Erziehungsanstalt Idstein besteht. Am 7. Oktober 1888 zogen die ersten Zöglinge, von denen als einziger noch Fritz Nath in Altenheim vorhanden ist. ein. Heute zäblt die Anstalt 300 Zöglinge. — In diesem Iabre waren 100 Jahre verflosien, seit die landwirtschaftliche Schule zu Hof-Gas- senbach bei Idstein errichtet wurde, sie wurde 1831 nach Hof- Geisberg bei Wiesbaden verlegt, wo ste beute noch besteht. FC. Aus dem Ländcken, 10. Okt. Die Kartoffelernte ist nunmehr beendet. Sie ist hier reichlich über Mittel ausgefallen. In qualitativer Hinsicht ist die Ernte auch eine günstige zu nennen. FC Eaub. 8 Okt. Seit Ende voriger Woche ist hier die Traubenlese im Gonge, die bei guter Qualität einen selten reichen Ertrag ergibt. FC. Bravboch. «. Oft. Ein Großfeuer äscherte die Wohnhäuser des Heinrich Eiche.nbrenner und der Witwe Goß fast völlig ein. Die Familie Eichenbierner konnte fast nur ihr nacktes Leben retten. Den Famitten Esckcnbrenner und Goß stnd während des Brandes viele kostbare Sacken verfckwunden. Das Feuer hatte seinen Ursprung in den Schweinestallungen und man nimmt an. daß die Ursache des Brandes ein Racheakt ist. der mit einem Schwein edi-ch.fto hl zusommenhöngt. Die Diebe, die ihre Spur verdecken wollten, sollen die Sckweinestallung in Brand gesteckt haben, von wo aus sich das Feuer schnell verbreitet hat. FC. Vom Westerwald, 7. Okt. In den beiden letzten Nächten der abgelaufenen Woche sank das Thermometer so tief in der hiesigen Gegend, daß sich eine starke Reifbildung bemerkbar machte. Gurken. Bohnen und Kürblste haben darunter gelitten und stnd stellenweise sogar erfroren. FC. Mcrricnbcrg, 7. Okt. Der F-u H-inrich Schäfer Wwe. in Atzelglit wurde wegen Unzuverlässigkeit das Recht zur Selbstversorgung in Getreide entzogen. Ans fiiirfjcfffT?. FC. Schlüchtern, 10. Okt. Am 7. Oktober ist hier der Schrift, steller Dr. Wilhelm Nullmann, der ein Menschenalter hindurch Chefredakteur der „Tagespost" in Graz gewesen ist. gestorbew Der Verstorbene war am 10. Dezember 1811 in Bieber b« Gelnhausen geboren als Sohn des um die Aufhellung der valer' ländi^cken Gefchlchte. besonders um die G-sckichie des Klosters Schlüchtern, hochverdienten, am 18 . Januar 1881 in Krsstlstod« verstorbenen Pfarrers Dr. Jakob Rullmann, und entstammt« einer alten in Hest-en und Nasiau bekannten Familie, die in Kirdorf bei Homburg früher eingefesien gewesen ist. Rnllma"" besuchte das Gymnasium in Hanau und studierte in Marburs. Theologie und Philologie. Nach Db'olviernna seiner Studien nahm er eine Lehrerstelle am Gymnasium in Wydora in Fi^n fand an uno war Ende der 60er Ia^re an der ..Franks Ze-- tung tätrq. woraus er 1876—78 irr Wiesbaden eine neu gegründete Zeitung leitete, die die Interessen des Linksliberalis- mus vertrat Im Jahre 1878 übernahm er d e Redaktion de, ..Grazer Tagespost", die er 30 Jahre lang inne hatte. Im f^abre 1908 zog er sich nach Schlüchtern zurück. Mit Nvllmann ist ein hochgebildeter, feinsinniger Schriftsteller, ein genauer Kenner der besstschen Geschichte und ein warmherziger Patriot dahin- gegangen. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 20. Sonntag nach Trin.. 13. Okt. 1918. Gottesdienst in der Stadt kirche Vormittags 9% Uhr- 'Herr Pfarrer K l e h e r g e r. Abends 8^4 Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Gottesdien st in der Du r g k i r ch e. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbacch 10 Uhr Gottesdienst. 2 Uhr Krregsandacht. • Katholische Gemeinde. Sonntag, den 13. Okt. 1918. 21. Sonntag nach Pfingsten. Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr cm und Sonnfaas früb von 6 Uhr an. *47 Uhr Früb messe. 8 Uhr hl. Messe. V 2 IO Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2% Uhr Christenlehre und Rosenkranz' Andacht mit Segen. Während der Woche um V 2 7 und 7 Uhr hl. Messe. Werktags abends 6*4 Uhr: Rosenkranz Andacht. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Dorromäirs-Bücherei. 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