Dummer 238 Einzelpreis 10 Pfennig ' die Nummer Hounerslagl. den 10 . Oktober 1018 11. Jahrgang. Die ..Llrne Layesr-itung" erlcheml zelren WerUai. Reoetmaßtge Beilagen ..Der Kauer aus Hellen", „die Spinnktubs". HeMgopr-eis: Bei den Postanstalten oierkeljährlich Mk. 2.7o hinzu 'tritt noch das Bestellgeld: "e. den Renten monatlich 1.V0 Mk. einschließlich Trägeriobn. ^ureigen: Ärundzeite 2b Psg., lokale 20 Psg.. Anzeigen von auswärts -oerden durch Bostnachnahm» erhoben. E.-.ullünosoN Fttevberg. Schri5Uejrr,.ng und Verlag .^riedbera (Hessen), ^cinauertraße 12. Fern'vrecher 48. B oiljbeck-Lonto Nr. 485g. Amt Frankfurt a. M. Forderung der KSuumug der velehteu Gebiete. — Schwere Kampfe zwilchen Cambrai und Zt. Ouentln. CamdraL geräumt. — Insanieriekämpfe in Italien. Der deutsche Geueratstab meldet: M. K. Trotzes HaupIqnarLiev. den 9. (Öhtohev Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Zwischen Eambrai und St. Quentin ist die Schlacht von neuem entbrannt. Unter Einsatz gewaltiger Artillerie- 's Massen und unter Zusammenfassung von Panzerwagen und Fliegergeschwadern griff der Engländer im Verein mit Franzosen und Amerikanern unsere Front von Eambrai bis St. Quentin an. Auf dem nördlichen Angrifsssl.ügel war der Ansturm des Feindes nach hartem Kampfe gegen Mittag westlich der von Eambrai auf Bohain führenden Straße gebrochen. In den Abendstunden sind hier erneute Angriffe des Feindes gescheitert. Zu beiden Seiten der in der Richtung Le Chateau führenden Römerstratze gelang dem Gegner ein tieferer Einbruch in unsere Linien. Wir singen seinen Stoß in der Linie Walincourt—Elincourt und westlich von Bohain aus. Auf dein Cüdflügel des Angriffs konnte der Gegner nur weniges Gelände gewinnen: die südlich von Montbrehain kämpfenden Truppen schlugen alle Angriffe des Feindes in ihrer vorderen In- fanteriestcllung ab. Durch den Einbruch in der Mitte der Schlachtfront in ihrer Flanke bedroht, mußten ste am Abend ihren Flügel an den Westrand von Fresnoy-Le-Grand zurücknehmen. In der Champagne nahmen Franzosen und Amerikaner zwischen der Suippes und westlich der Aisne unter großer Kraftentfaltung ihre Angriffe wieder auf. Auch sie erstrebten nach aufgefundenen Befehlen erneut den Durchbruch durch unsere Front. Rur beiderseits von St. Etienne brach der Feind in unsere Linien ein. Ein in den Nachmittagsstunden angesetzter Gegenangriff warf den Feind hier wieder zurück. An der übrigen Front sind die Angriffe des Feindes völlig gescheitert. Qortliche Einbruchstcllen wurden im Gegenstoß wieder gesäubert. Teilangriffe an der Aisne und sehr heftige Angriffe der Amerikaner am Ostrande des Argonnerwaldes und im Airetale wurden abgewiesen. Auf dem Oftufer der Maas griff der Feind zwischen Brabant und Qrnes nach starker Artilleriewirkung an. Der im Wald von Consenvoye andrängende Gegner wurde sofort zum Stehen gebracht. An der übrigen Front schlugen wir ihn vor unseren Kampflinien ab. Ter Erste Gkneralquarliermeisler: Ludendorff. rnn dieses ist der Ordert dm’ge Pflicht: Dcrs Reich zu schirmen^ das sie selbst beschirmt. Schiller. Erfüllet diese Pflicht! Zeichner die Neunte! Abend^erkcht. Berlin. 9. Okt., abends. (WTB. Amtlich.) An der Schlacht- front zwischen Eambrai und St. Quentin haben wir rückwärtige Stellungen bezogen und damit auch Eambrai geräumt. Teilkämpfe in der Champagne. Auf beiden Maasufern haben sich erneute Angriffe des Feindes entwickelt. ♦ London. 9. Oft. (WB.) Reuter. In London ist die Nachricht eingctroffen, daß die Engländer bei ihrem Angriff bereits wenigstens 3 bis 1 Meilen vorgedrungen sind, mehrere Dörfer genommen und zahlreiche Gefangene gemacht haben. Der Vormarsch dauert fort. - —> ■ . Der österreichische Generalstab »=r——= meldet: - . Wien, 9. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlaut- Oart: Italienischer Kriegsschauplatz: Das italienische Artillerie- !e-uer erfuhr an der ganzen Gebirgssront eine beträchtliche Stel- - silienS mit den Alliierten und feine Verpflichtungen gegen liiele. ^DiL lakoniüÜL Meldrura erinedt lall bcu 2InSdjeitu_öäL Tratte ©raftITen nicht unfern tn einem andern Sinne als die Vereinigten Staaten geantwortet. Eine Ministcrsihung. Berlin, 9. Okt. Heute nachmittag um 6 Uhr traten unter dem Vorsitz des Reichskanzlers die Staatssekretäre zu einer Ministersitzung zusammen, um auf Grund der Reutermeldung — denn eine offizielle Antwort auf diplomatischem Wege liegt noch nicht vor — über die Fragen Wilsons zu beraten. Es ist selbstverständlich, daß bei dieser Beratung die berufenen militärischen Sachverständigen beteiligt sind, Ludendorsf in Berlin. Berlin, 9. Oft. (WTB.) Der Erste Generalquarttermeister General Ludendorff ist aus dem Großen Hauptquartier in Berlin eingetrosfen. Kulgnttens Kapitulation. Zürich, 9. Ot. Nach Mitteilungen der Agence d'Mh6nes ergaben sich außer den Tausenden von Gefangenen, die im Verlaufe der jüngsten siegreichen Offensive in Bulgarien gemacht wurden, dem militärischen Uebereinkommen vom 29. Sptember entsprechend, 65,000 Bulgaren den Alliierten. Rußland. Samara vo» den Bolschewik! eingenommen. Moskau, 8. Oft. (WB.) (Petersburger Telegraphen-Agen- kur.) Am 7. Oktober 8 Uhr abends wurde Samara von unseren tapferen Truppen eingenommen. Sie wurden mit Jubel von der Bevölkerung begrüßt. Noch vor Einnahme der Stadt hatten sich die Arbeiter gegen die Tschecho-Slowccken erhoben. Die Siegesbeute, die unseren Truppen in die Hände fiel, ist ungeheuer und läßt sich im Augenblick noch nicht annähernd überblicken. Damit ist auch der letzte Stützpunkt der Gegenrevolution urtter den wuchtigen Schlägen der roten Armee gefallen. Jetzt ist das ganze Walgagebist in unseren Händen und jetzt werden wir für das junge Sowjet-Rußland das so nötige Brot erlangen. Dieser Sieg gibt uns neuen Mut im Kampf für die Ideale des Kommunismus. piidtfriit kg üirlHikn Minkilg. Konstantinopel. 8. Oft. (WB.) Wie das Blatt „Bakit" erfährt, hat Eroßwesir Talaat Pascha dem Sultan die Demission des Kabinetts überreicht, welche angenommen wurde. Die Leitung der Geschäfte bis zur Bildung des neuen Kabinetts sei dem früheren Botschafter in London. Tewfik Pascha, übertragen worden. Hiiditritt kg ipiriifirn füfnnrtfg. 9. Oft. Aus San Sebastian wird gemeldet, daß das spanische Kabinett zurückgetreten ist. Ungarische Wünlche. Budapest. 8. Oft. Die Sttmmung in den pokittschen Kreisen Ungarns drängt immer mehr zur Erklärung der politischen Unabhängigkett Ungarns von Oesterreich. Die Erklärungen, die kürzlich die österreichischen Parteien abgegeben haben und die sich scharf gegen Ungarn richten, haben das ihrige dazu getan. um die Stimmung zu verbittern. Die ungarischen Parteien trachaen fast ausnahmslos nach der reinen Personal-Union zwischen Oesterreich und Ungarn, die zwar dem Kaiser von Oesterreich die ungarische Krone als König von Ungarn beläßt, sonst aber eine völlige Trennung der beiden Reichshälften erstrebt.. Sowohl Graf Julius Andrasiy wie Graf Tifza haben sich in diesen Tagen erst in dem Sinne ausgesprochen. daß Ungarns Stellung unbedingt gestärkt aus dem Kriege hervorgehen müsse. Jede territoriale Verkleinerung werde energisch von ollen Parteien abgelehnt. Die dahin gehenden Wünsche der Südslnwen finden die schönste Gegnerschaft in Ungarn. Beim Zusammentritt des Parlaments wird diese Stimmung in den ungarischen Kreisen ihren schärfsten Ausdruck finden. Ein liidllarvikcher Staat. Berlin. 9. Okt. Das „B. T." meldet aus Wien: Wie ich authentisch erfahre, wird übermorgen ein Manifest des Kaisers erscheinen, worin der Monarch den Entschluß kundgibt. daß Kroatien, Slawonien, Bosnien und die Herzegowina wie auch Dalmatien zu einem Staatsganzen vereinigt werden. Aber es ist wohl möglich, daß diese Erklärung hinter der Entwicklung der Ereignrffe zurückbleibt. Diese wird natürlich sehr wesentlich von der Antwort Wilsons beeinflußt werden. Graf Burian teilte der österreichischen D-elegation mit. er glaube, daß bis Ende nächster Woche die Antwort des Präsidenten Wilson auf die Friedensnote eingetreffen sein werde. Er gedenke, Erklärungen zunächst in der ungarischen und dann in der österreichischen Delegation abzugeben. Graf Burian hat ferner den Vertretern des Herrenhauses gegenüber erklärt, daß die gemeinsame Regierung bereit sei. auf die Idee des tschechischen Staates einzugehen. ^cr neue Lrriesisminister. Verkin, 9. Okt. (WTB. Amtlich) Seine Majestät der Kaiser hat folgende Allerhöchste Kabinettsordre erlaßen: Ich bestimme: General der Artillerie v. Stein, welchen Ich durch Meine anderweitige Order von heute vom Amte als Staats- und Kriegsminister enthoben habe, wird zum Chef des 1 . Lothringischen Feldartillerie-Regiments Rr. 53 ernannt. Derselbe bezieht die Gebührnisie eines Kommandiernden Generals aus dem Etatskapitel für Offiziere tn besonderen Stellungen. Gleichzeitig habe Ich durch anderweitige Order von heute Ge. neralleutnant Scheuch, bisher Generalmajor und Chef des Kriegsamts im Kriegsminifterium, zum Staats- und Kriegs, minister ernannt. Vir sienordminq in DchFoihmgen. Der Statthalter von Elsaß-Lothringen, von Dallwitz, hat d!e nachgesuchte Entlastung von diesem Posten erhalten. Der Nachfolger ist bis zur Stunde nicht bekannt. Man spricht in politischen Kreisen davon, daß entweder llnterstatssekretär Frenken oder der frühere Staatssekretar des Reichsrvirt- schaftsamtes und gegenwärtige Oberbürgermeister von Straßburg, Dr. Schwander, ihn ersetzen wird. Der Rücktritt des Herrn v. Dallwitz hängt mit der Ankündigung zusammen, daß den Reichslanden die volle Autonomie gewährt werden soll. Herr v. Dallwitz ist als Gegner dieser Maßregel bekannt, sodatz fern Ausscheiden als sichtbares Zeichen des Umschwungs gelten kann. In den Reichslanden wird ebenfalls eine Parlamentarisierung geplant und als Staatssekretär in erster Linie der Reichstagsabgeordnete H a u ß genannt, der der Vorsitzende der Fraktion der Elsüster im Reichstag ist. Pilkrunti kg ßllakrnnggjnßaukgklttzeg. Die „Frankfurter Zeitung" schreibt: Berlin. 9. Oft. Der vom Reichskanzler in seiner Programmrede angekündigte Befehl des Kaisers an die stellvertretenden Kommandierenden Generale zur Milderung der Härten des Belagerungszustandes ist auf Grund der eingehenden Besprechungen, die am Sonntag in dem neuen Ministerrat statt- gefnnden haben und auf Grund des Vortrages, den daraufhin der Reichskanzler am Montag dem Kaiser in Potsdam gehalten hat. nunmehr ergangen. Darnach haben sich die stellvertte- tenden Kommandierenden Generale in allen nicht rein militärischen Angelegenheiten, also besonders auf dem Gebiet der Zensur, des Vereins- und Versammlungswesens mit dem zuständigen Oberpräsidenten in Verbindung zu setzen und mit diesem das Einvernehmen herzustellen. Wenn ein Einvernehmen nicht zu erzielen ist. so muß die Angelegenheit dem Obermilitärbefehlshaber in der Heimat, der bekanntlich der Kriegs- minister ist. vorgelegt werden, und der Kriegsminister entscheidet. wie die „B Z. am Mittag" seststellt. auf Grund der Weisung des Reichskanzlers selbst. Damit ist in allen Zensurangelegenheiten und für das Vereins- und Versammlungsrecht die volle Verantwortlichkeit des Reichkanzler vor dem Parlament gegeben. Pom Reichstag. Berlin, 9. Okt. (WB.) Entgegen den Zeitungsmel- düngen sind bisher über den Zeitpunkt des Wiederzusammentritts des Reichstages noch keinerlei Bestimmungen getroffen worden. Per dcntjche Widerstand. Der Kriegsberichterstatter Scheuermann schreibt ans dem Felde: Großes Hauptquartier. 5. Oktober. Der gestrige Tag bat an verschiedenen Teilen der Kampffront die ermattete Fortsetzung der Dnrchbruchsversuche, aber nirgends dem Feinde den erhofften Erfolg gebracht. In Flandern haben sich außer den Belgiern, die mit \ ihrer Behauptung, in das 3 Kilometer hinter unserer Front j belegen'* Städtchen Roeselaere eingedrungen zu sein, die Unwahrheit behaupten, in zunehmendem Maße Franzosen an den Angriffen beteiligt, ein Beweis, daß die Engländer dort schon wieder neue Hilfe gebrauchen. Die in größerem geschlostenen Verbände auftretenden französischen Kräfte sind durch die zunehmende Verbreiterung der amerikanischen Front nach der Champagne hin frei geworden. Seit vorgestern haben diese frisch eingesetzten französischen Divisionen mehrfach nach starker Artillerievorbereitung und unter Tankeinfatz südlich von Dix- muiden den Durchbruch zu erzwingen versucht, sind aber vor der Abwehr und den Gegenstößen bayerischer und rheinischer Bataillone restlos gescheitert. Bei der Tankabwehr, die vorgestern aus schmaler Angriffsbreite den Feind zwölf abgefchostene Sturmwagen kostete, haben sich Geschütze eines rheinischen Feldartille- rie-Regiments ausgezeichnet. In der Geaend Geluwe haben sächsische Truppen nicht nur alle Vorstöße der Engländer vereitelt, sondern dielen im Gegenangriffe einen Stützpunkt entristen. An der St. Ouentinfront hatten vorgestern die Gegenstöße gegen die feindlichen Einbruchsstellen überall vollen Erfolg. Mit Ausnahme der Lor- mister Ferme kam all-?s, was dem Feinde die schweren und verlustreichen Angriffe der Vortage cingebracht hatten, wieder in unseren Besitz. Erneute Tankangrisfe gegen Le Catelet scheiterten. Bei einem Gegenangriff, der den Feind über Montbre- bain bis östlich Ramicourt zurückwarf, ritt englische Kavallerie zur Attacke auf. Sie wurde im Artillerie- und Maschinenge- wehrfeuer furchtbar zufommengeschosien Zusammengefaßte deutsche Schlachtgeschwader griffen am Nachmittage auf der Römerstraße und von Magny-la-Foste vorgebende feindliche Reserven mit Bombenwürfen und Maschinengewehrfeuer an. Seit gestern morgen sind nördlich der Oise neue starke Angriffe im Gange. Auf dem Damenwege richteten Franzosen und Italiener während des ganzen Tages starke Angriffe zwischen dem Stabecken und der Aisne gegen unsere Kanalstel- lung, die weit über den Rahmen der bisherigen Vorpostenkämpfe in dieser Gegend hinausqingen. Keiner dieser Angriffe führte bis in unsere Hanptwiderstandslinie. Wo der Feind nicht schon durch unser Artillerie- und Maschtnengewehrfeuer nieder- gehalten wurde, schlugen ihn Schleswig-Holsteiner und Würt- tcmberger im Rahtampf zurück. Das Ziel des Angrifies war nach Angaben der Gefangenen Trucy gewesen. Für den Fall des Gelingens hatte man den Italienern Ablösung versprochen. Der Feind hatte schwere Verluste und verhielt sich nachts ruhia. In der Champagne hat er die Angriffe fortgesetzt und gleichzeitig in und östlich der Argonnen angegriffen. Sein* Sturmmasten wurden meist durch unser Abwehrfeuer zerschlagen. An der vorgestern von uns zuttickgenommenen Schlesiechöhe kam er bis gegen unsere Hauptwiderstandslinie vor. wurde aber durch Gegenstoß zum Stehen gebracht. Die Angriffe waren feh, schwer. Rücksichtslos warf der Amerikaner östlich der Argon neu feine Masten ins Feuer. Im Waldgebirge selbst schlug sich die württembergische Landwehr mit bewährtem Heldenmut. In de, Champagne dauerte der Ansturm bis zur Nacht an. Hier ver. folgte ein llppischcs Bataillon den Feind 500 Meter weit im Gegenstoße über unsere Widerstandslinie hinaus und nahm ihm 8 Maschinengewehre ab. Westlich der Maas setzt der Amerikaner seine schweren Angriffe fort. Hier sind die Kämpfe noch »r vollem Gange. Bis weit in das Hinterland liegen die Maas, talortfchaften unter den schweren amerikanischen Granaten i* Asche. Erfolge unserer FnftstreitkrMe. Berlin, 9. Okt. (WB.) Die eüste Woche der feindlichen Großangriffe in Flandern brachte unseren Luftstreitkräflen unvergleichliche Erfolge. Seit dem 28. September, dem Beginn des Großkampfes, bis 5. Oktober haben unsere Flieger allein in Flandern 96 feindliche Flugzeuge abgeschossen, selbst sechs Flugzeuge verloren. Eine Jagdstaffel errang 17. eine andere 15 Luftsiege. Leutnant Jacobs brachte 9, Leutncrnt Degelow 7 Flugzeuge zum Absturz. Das Friedensangebot. Die Verzichtmehrheit des Reichstages hat die erste Stund» ihrer Macht benutzt, ihren am 19. Juli 1917 kundgetanen Wil. len zu betätigen. Schon ehe sie in öffentlicher Sitzung zusammentrat. hat Prinz Max von Baden als Kanzler des Deutsche» Reiches feinen Namen für ewige Zeiten mit einer Tat verknüpft. die der national und deutschbewußt empfindende Teil des Volkes als des Nachruhms würdig nicht anzuerkennen vermag. Während die deutschen Heere, siegreich seit vier Jahren, nett in Feindesland, im Augenblick zwar Gelände preisgebend, die größten Schlachten ungebrochenen Mutes und Stärke mannhaft bestehen, bittet die demokratische Parlamentsmehrheit um Waffenstillstand und Frieden? Und der Mehrheit des Volkes steigt nicht die Röte der Scham in die Stirn, ihr brennen nicht die Augen angesichts des Umstandes, daß das Reich, der erfüllte Traum der Väter, durch die Demokratie auf Abbruch verschleudert wird? Wieder sind, wie schon so oft in der deutschen Geschichte. wie in den Tagen von Olmiitz und da Hannibal Fächer den Hammer über die schwarzrotgoldene Flotte schwang, die nationalen Gewissen gelähmt. „Die Guten faul, die Vesten ganz verzagt. Und keine Hand bot sich zum heil'gen Bunde. O. großer Gott, wie ferne ist die Stunde, In der des neuen Lebens Sonne tagt." Von der Höhe, auf die ein „preußischer Junker" das Reich geführt hatte, führt ein badischer Prinz es hinab und die demo. kratischen Führer des Volkes feiern unter dem Beifall der Feinde diese Stunde als den Anbruch einer neuen Zeit! Macht sie der Beifall aus dem Munde jener nicht stutzig, die mehr denn einmal Deutschlands Vernichtung verkündet haben, ahnen sie nicht, daß sie in Wahrheit die Rückkehr zur alten Zeit kleindeut, fchen Elends bejubeln? Soweit ist unter dem Einfluß der Tä- tigkeit der nunmehrigen Minister Scheidemann und Erzüerger und all ihrem Anhänge mit und ohne Amt die Stimmung des deutschen Volkes heruntergewirtschaftet worden, daß kaum noch gemerkt wird, daß Deutschland den gleichen Weg geht, auf den ein Malinow Bulgarien geführt hat. Ohne geschlagen zu sein, ohne den Feind im Lande zu haben, noch wehr- und waffenfähig, zu Erfolg und Sieg noch nicht gelähmt. Littet Deutschland Herrn Wilson um Frieden? Und wenn Wilson, getreu seiner und sei- ner Verbündeten gezeigten Haltung ablehnt, was dann? Starke Worte hat für diesen Fall der Kanzler gebraucht. Aber mttnl die von ihm vertretene Regierung ernstlich, daß sie aus dem Niederdruck des 5. Oktober die Gemüter des Volkes in den Hoch- i fchwung vom 4. August versetzen könnte? Das hat. als des Kaisers Friedensbereitschaftserklörung die feindliche Ablehnung erfuhr, schon die Agitation der Scheidemann und Erzberger zu hintertreiben gewußt. An deren Stelle aber sind jetzt die Haase und Dittmann getreten, die Seyda und Korfanty sekundieren, und zu der uneinigkeitstislenden Wühlarbeit der Entente wird sich der neuerwachte Trotz der Bolschewisten und der hoffende Hatz der österreichischen Tschechen gesellen. Ihnen allen 'hat die Rede des Prinzen Max von Baden das Rückgrat gestärkt, und d^e Her- ren der jetzigen Negierung sind wahrlich nicht darnach angetan, mit ihren Anschauungen einer Agitation von jener Seite mit Erfolg entgegenzutteten. Mußten Scheidemann und Bauer schon in der letzten Streikbewegung zugeben, daß ihnen die Macht über die Massen entglitten war so werden sie sich nicht stärker erweisen, wenn die Unabhängigen der Sozialdemokratie ureigenstes Werk fortsetzen. Sje werden „unter dem Zwange ihrer Ueberzeugung handeln und den Weg bis zu Ende gehen". Und da noch immer das sozialdemokratische Endziel nicht erreicht ist, muß Exzellenz Scheidemann, wenn anders er nicht beiseite stehen will, seines Blattes Appell Folge leisten: „Die Zeit fordert ganze Männer und ganze Entschlüsie. Jede Zimperlichkeit, jede Dedenkenträgerei, jedes Hängen an veralteten Vorurteilen müßte aber gründlich ausgeräumt werden! Wir brauchen nicht Sozialdemokraten als Minister, sondern sozialdemokratische Minister, Männer, die in ihrem Amte das bleibn, was sie sind und dort mit leidenschaftlicher Energie für das wirken, was sie als Sozialdemokraten für das Nichtige und Notwendige halten. Männer, die nicht fragen, was darnach kommt, wenn sie den Krempel hinschmeißen, sondern die unter dem Zwange ihrer Ueberzeugung ihren Weg bis zu Ende gehen!" Schon schallt ja aus dem feindlichen Blätterwalde die Aufforderung an die Sozialdemokratie zu beweisen, daß sie nicht di* alte Firma Bismarcks Nachfolger Scheidemann seien, und a« Ende der zwangsikkuslgen Vorstellung jrci)X noch immer die mit bolschewistischen Mitteln zu erringende Republik. Wird aber Herr Wilson und seine Freunde gnädigst gewillt sein, der Mehrheit Friedensbitte zu willfahren, ohne der „Times"-Ford«rung nachzugeben, Deutschland genau so demütigende Bedingungen zu unterwerfen wie Bulgarien, allein aus Grund seiner 14 Punkte, so bedeuten auch sie schon den Beginn des deutschen Absterbens. Schon wirft ja daZ Mitteilungsblatt der ..Unabhängigen" im Bestreben die bolschewistische Richtung gegenüber der mit der bürgerlichen Demokratie zusammen regiere,rden Sozialdemokratie zu stärken, die Frage auf, ob die neue Regierung in der Lage sein werde, „die Schultern der Arbeiterklasse vor den unwägbaren Lasten eines Notfriedens zu bewahren". Die Frage ist gewiß berechtigt, denn allein das Zugeständnis der Mehrheit in bezug auf Wwderaufrrchtung und Entschädigung verneint sie. Rein, dreimal nein aber ruft die stillschweigende Voraussetzung des Derzichtwillens crrrf das Tragen der eigenen Last. Und hundertfach nein wird das Ergebnis der unter dem Zeichen des Verzichts begonnenen Frredensverhändlung rufen, denn darin vermag wohl niemand außerhalb der Mehrheit dem ..Berliner Lokalanzeiger" recht zu geben, daß die Zugeständnisse ,n der Kanzlerrede das Maximum bedeuten. Es wird weit überschritten werden. Wo und in welä>en Punkten ist nicht "zrulfelhaft. Freiheit der Meere, ja. die wird man Deutschland ja zusichern, denn wenn mit der Lostrennung Elsaß-Lothringens sein Kalimonopol gebrochen, über seinen Kolonien der Union 7va6 weht, dann wird sich England nicht mehr sperren. Aber tn Deutschland wird die Rot. das Wirtschaftselend sich grenzenlos aufrecken. Wenn dann nach Wilsons Programm die doch wohl auch als Seewehr abzurnstende deutsche Kriegsflotte auf das Maß beschränkt ist. das zur A'tt^echterhaltung der inneren Ordnung notwendig ui, sie in der Ostsee der polnischen Meeresküste Polizetdienste leistet, dann mag sich Hamburg immerhin glücklich schätzen, Seehafen des neuen Tschechenreiches zu werden. An gemeldet ist dieser Anspruch ja bereits und Deutschland kann darauf verzichten. Der Völkerbund und der Angelsachsen Güte werden ihm Rohstoffe liefern, so viel, und zu solchen Preisen, wie sie es für gut befinden. O. Schmack» der Stunde, die solche Bilder nicht als Ausgeburten eines kranken Hirns bezeichnen kann. Ueber die Männer. die ne ermöglichten, wird die Geschichte ihr Urteil sprechen' der preußisch-deutsche Genius verhüllt trauernd sein Haupt und gedenkt eines Mannes auf dem Königsthrone, der den Mut aufbrachte. als alles verloren schien, zu dem Worte: „Ich Hobe den Rubikon überschritten und will meine Machtstellung behaupten oder untergehen und alles, selbst den Namen Preußen, mit ins Grab nehmen." Erstünde ein solcher Monn uns heute, er würde das Volk mit sich reißen, daß es die ..Mehrheit" auskehrte, den Geist der Nredergeschlagenheit wandelte und zum Siege oder zu ehrenvollem Untergänge schritte. Aber der Sieg wird nicht dem Volke. das sich selbst ausgibt, das mit dem Verzicht auf den Glauben an den Sieg sich und seines Volkes Geschichte schändet. Wkrn l\t Ammlui'ikr in ßrtlin fhintnrldfnm Für die kindliche Art der amerikanischen Kriegspropaganda ist folgende Notiz der „Ehicag-o Daily Tribüne" bezeichnend: Wenn die Soldaten der Vereinigten Staaten in Berlin einmarschieren werden, wird ein Einwohner von Sali Lake City, Ecrvrudnh W. Eannon. ganz besonders dazu ausersehen sein. Wilhelm von Hohenzollern unsere Meinung zu sagen. Er hat nämlich deutschen Sprachunterricht genommen, ober seinem Lehrer gesagt, er möge ibm nur die kräftigsten deutschen Flüche und Schimpfworte beibrinoen. damit er dem Kaiser und seiner Sippschaft in Berlin die Meinung des amerikanischen Volkes sagen könne. Die ZlrlliMimhM der duMen VaierlandS' Dgrtki ?ar pslitillhe» iw. Die Deutsche Vaterlands-Partei erblickt in der Derhand- kungsgrundlage, die die Regierung anzunshmen sich bereit erklärt hat. das notwendige Ergebnis einer schwachen und ziellosen politischen Leitung seit Beginn des Krieges Die Deutsche Vaterlandspartei hat seit ihrem Bestehen diese Politik auf das lebhafteste bekämpft, leider ohne Erfolgt Jetzt sehen wir uns einem Schritte gegenüber, den wir als Tatsache hinnehmen müssen und nicht mehr ändern können. Wir halten es aber für unsere Pflicht, schon fetzt auf die furch bare Gefahr binzuweisen. in die wir uns begeben würden, wenn wir durck einen Wcnfenstrllstond England und unseren übrigen Feinden die ersehnte Möglichkeit geben, sich neu zn versorgen, und uns so webrlos macken würden, bevor wenigstens eine Grundlage der Verhandlungen festgeleat ist. die Ehre, Bestand und Zukunft des deutschen Volkes wahtt. Uns aber und »cklen Gesinnungsgenossen erwachst die heilige Pflickt. mit äußerster Kraft alles zu tun. um das deutsche Volk zur Erkenntnis der ibm drobenden Gefahren zu bringen und. wenn nötig, zur höchsten Widerstandskraft genen unsere Feinde av-usparnen. Rur dann, nur, wenn unsere Feinde eine solche Gesinnung im deutschen Volke erkennen, kann es noch gelingen, statt einer schmacknollen, unsere Zukunft zertrümmernden Unterwerfung einen ehrenvollen Frieden zu erreichen. 3itt* ^itvabftefernng. Daß unsere Rechtsprechung die hoben Strafen, die auf säumige Eierablieferer gesetzt werden, nicht für berechtigt anerkennt, geigt folgender Vorfall: Die vielfach erör erte Frage der ungenügenden Eierabftefe- rung brockte dieser Tage den Landwirt L. aus Lampertheim vor die Schranken des Gerichts. Er war im Januar durch Strafbefebl mit einer Geldstrafe von 390 Mark bel"gt worden, roeil er von der, ihm auferlectten Eierzahl von 790 Stück nur 400 Laer abgeliefert hatte. Diese barte Strafe dünkte ihn zu hoch und verfolgte er Berufung. Das Schöffengericht setzte die Strafe auf 25 Mark herab, indem es seinen Angaben Glauben schenkte, daß er wegen des ungünsttg wirkenden Verbotes der Fruchtfütterung nicht die ganze Anzahl Eier abliefern konnte, daß er weiter seine alte schwerkranke Mutter mit Eiern unterstützen müsse und daß weiter er bei seinem großen Stand an Grundbesitz (etwa 90 Morgen) er auch eine größere Anzahl von Arbeitskräften nötig habe, die er nicht erhalten könne, wenn er ihnen nicht ab und zu. wie auf dem Lande üblich, auch ein Ei vorfetze. Gegen die Herabsetzung der Strafe hatte der Staatsanwalt Berufung eingelegt und stand dieser Tage vor der Strafkammer in Darmstadt zur Verhandlung. Der Angeklagte machte hier die gleichen Gründe geltend. Sommers Ablchicd. In dem Garten sind die Rosen Still und einsam abgeblüht. Stöcke stehn, die blütenlosen, Und es tönt kein Käserlied. Und der letzten Rose hauchte Jüngst der Tau den Absckiedskuß, Hinter Wolken silbern tauchte Still hervor des Mondes Gruß. Und die letzten Blüten sanken . . . Schöne Rose, lebe wohl! Sinnend steh' ich in Gedanken —> Letzte Ross lebe wohl? — Im Felde Albert Wolf, Vzfw. d. Res. densgewinn nach dem Kriegssteuergesetz vom 21. fl. lff vevt steuert worden ist. habrn die neue Abectt r von einem Mehrge- winn des 4- Kriegkgeschäftsjcrbres zu erttichten. Friedensgr- winn ist der nach den Grundsätzen des Krlegssteuergsetzes von 1916 berechnete durchschnittliche frühere Eeschäftsgewinn. Als 4. Kriegsgeschäftsjahr gilt das Geschäftsjahr, das auf den durch das Kriegsstenergefctz von 1916 erfaßten Zeitraum folgt. Die Sonderrückschkäge und d»e Kriegssteuer dürfen kraft ausdruck. lrcher gesetzlicher Vorschrift von dem Geschäftsgewinn einez Kriegsgeschäftsjahres nicht abgesetzt werden. Die Vorstands der Gesellschaften haben auf jü>cn Fall eine Steuererklärung über den Gewinn des 4. KriegsgcschäftS! res einzureichen. Die hiernach erforderlichen Steuercrttärungen sind in der Zeit zwischen dem 16. und 81. Oktober d. Js. bei den Eroßh. Finanzämtern abzugeben. Zuwiderhandlungen werden nach de« §§ 33—35 des Kriegssteuergefetzes vom 31. 6. 16 (Geldstrafe. Freiheitsfttafe, auch verbunden mit Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte) geahndet. Als vollendete Abgabegefährdunz gilt es auch, wenn ein Abgadepflichttger feine unrichtig« Besitz, steuererklärung zu Beginn des Jahres 1917 oder seine unrichtig« Einkommnsanzeige fiir das Steuerjahr 1918 nicht berichtigt unL dadurch stillschweigend sich jetzt zu einer zu niedrigen Kriegs«-^ gäbe veranlagen läßt. Rom Felde der Ehre. Klem-Karben. Philipp Fauerbach. Sohn des Rangiermeisters Jakob Fauerbach, erhielt für tapferes Verhalten vor dem Feinde in den Kämpfen bei Mondidier das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Die Dfranlnwifl ?>ir neuen nod) dein Rk'chsyr'etz vg'n 26. Juli 1918. Demnächst wird in den öffentlichen Blattern die Aufforderung der Eroßh. Finanzämter zur Abgabe der Steuererklärungen für die neue Kriegssteuerveraulagung nach dem Reichsgesetz vom 26 Juli 1918 erscheinen: die Veranlagung wird im November d. I von den Finanzämtern vorgenommen werden. Eine Erläuterung über die wichtigsten Bestimmungen des Gesetzes ist daher für weiteste Kreise von Jnteresie. Das neue Kriegsabqabegesttz trifft Einzelpersonen und Gesellschaften (Aktiengesellschaften/ Gesellschaften m. b. H. ufw). Der dem früheren Kriegssteuergesetz von 1916 zu Grunde liegende Gedanke, die Besteuerung an d-en Vermögenszuwachs aus dem Zeitraum 1914—1916 anzuschließen, kehrt in dem neuen Gesetz nicht nieder: jetzt ist Steuerbemesiungsgrundlage bei Einzelpersonen das Mehreinkamnren und das Vermögen selbst. Das M>breirkcmmen ergibt sich durch Vergleichung der für 1915 (Kripse inkommen) veranlagten mit den für 1914 (Frie- dens^'inkommen) veranlagten gemmten Einkommensbezügen. Der 1lntersch'.edil<1rag. auf volle Tausend nach unten abgerundet und gekürzt um 3000 Mark, unterliegt der Abgabe vom Mehreintom,ne n Als Friedenseinkommen wird mindestens ein Betrag vor. 10 000 Mark angenommen. War z. B. jemand für 1914 mtt 18720 Mark zur Einkommnsteuer herangezogen und ist er für 191b nunmehr mtt 30580 Mark steuerpflichtigem Einkommen veranlagt, so berechnet sich das abgabepflichtige Mehreinkommen zu (80 580 —16 720 Mk. — 11 860 Mk., abgerundet 11 000 Mk.) 8000 Mark. Anstelle des für 1914 veranlagten Einkommens bat der Pflichtige das Recht, die Zugrundelegung des Durchschnitts aus dem für 1914, 1913 und 1912 veranlagten Einkommens zu beantragen (z. B.. wenn aus vorübergehender Ursache das Einkommen für 1914 rn Nichtübereinstimmung mit den normalen Verhältnissen in geringfügigerem Betrag festgesetzt werden mußte) Uingekehtt ater kann auch das Finanzamt die Festsetzung des Fr'cd.'nseinkommens nach dem dreijährigen Durchschnitt von sich aus vernehmen, wenn das Einkommen für 1914 ein außergewöhnlich hohes ist und der Abgabepflichtige noch Lage der Verhältnisse dieses Einkommen für die Dauer rn hl erwarten konnte. Im übrigen wird die Abgabe vom Mebrernkommen— abgesehen von den Offizieren, bei denen für 1918 anstelle der Friedens-, die Kriegsbezuge in Steueransatz zu bringen sind — ohne Mitwirkung der Abgabepflichtigen veranlagt. Maßgebend für die Festsetzung des Mehreinkommens ist ausschließlich das jeweilige Landessteuerrecht. Der Abgabe vom Vermögen unterliegen nur die Vermögen von mindestens 101 000 Mark. Zugrunde zu legen ist hierbei das nach den Vorschriften des Vesihsteuergcsetzes (nicht des Krregs- steuergesetzes!) auf den 31. Dezember 1916 festgestellte Vermögen. Eine Neuftststellung des Vermögens, dann aber nach dem Stand vom 31 Dezeurber 1917, ist nur erforderlich L wenn das Vermögen auf den 31. Dezember 1916 nicht festgcstsllt worden ist (z. V. weil es erst nachher erworben worden ist), oder 2. wenn sich das Vermögen nach dem 31. Dezember 1916 durch Erbanfall ooer Schenkung um mehr als 5000 Mk. vermehrt bat. Auf Amrag des Pflichtigen ist außerdem das Vermögen vom 31. Dezember 1917 neu festzustellen. wenn er nachweist, daß sich fein Bermögen g-egeoüber dem Stand vom 31. 12. 16 um mehr als den 5. Terl verrnir.dert hat. Die Abgabe vom Mehreinkommen bettägt für die ersten 10 000 Mark des abgabepflichtigen Mehreinkowmens 5 v. H. für die nächstangefangenen 10 000 — 10 v. H.. 30 000 — 20 v. H.. 50 000 — 30 v H.. lOOO'.O — 40 v H. und für die wetteren Beträge 50 v. H.' sie erreccht also ihren Höchstsatz bei einem Mehreinkommen tu n mth als 200 0CO Mark und beträgt z. B. bei einem Mehrern kommen von 30 000 Mark — 3500 Mark, bei 60 000 Mark — 10 500 Mark, b-i 100 000 — 22 500 Mark, bei 300 000 — 112 500 Mark usw. — Die Vermögensabgabe beträgt für die crsten 200 000 Mnrk 1 v. T. und steigt bis 5 v. T.. z. B. bei 150 000 Mar* Vermögen — 150 Mark, bei 400 000 — 600 Mark, bei 1 Mttlrcn — 2300 Mart usw. Die abgatepflichtigen Gesellschaften, bei denen der Mehrgewinn der drei ersten Kriegsgeschäftsjahre gegenüber dem FrieAns der Heimat. Friedberg, 10. Okt. Die zum Kriegswitwen- oder Kriegs- waifengeld der Hinterbliebenen von Militärpersonen der Unter, klaffen zahlbaren Zuschläge können jetzt gegen Vorzeigung der erforderlichen Bescheinigung des Gemeindevorstehers usw. über den Bezug von Familienunterstützung bei der zuständigen Postanstalt abgehoben werden. * Frachtstückgüter werden am 10., 11., und 12. Oktober 1918 von Stationen des Direktionsbezirks Frankfurt (Main) zur Beförderung nickt angenommen. Die außerhalb dieser Sperrtage gültige Freiliste für den Stückgutversand ist einge- schränt worden. Nähere Auskunft erteilen die Auskunjts- stelle für Güterverkehr, Franfurt(Main), Hohenzollerplatz 35. sowie die Güterabferttgungen. FC. Butzbach, 8 Okt. Der Gcmeinderat beschloß Gelände für die Errichtung von zehn Krieoerheimstätten bereit zu stellen. IC. Frankfurt a. 7. Okt. Der 27jährige Fuhrmann Alfred Schäfer dahier hatte sich längere Zeit urttei einem anderen Namen auf drei Polizeirevieren zugleich angemeldet. und sich dre dreifachen Lebensmittelkarten zu beschaffen gewußt. Er wies daber gefälschte Papiere vor. Die Strafkammer verurteilte ihn zu einem Jahr Gefängnis. FC. Franksurt-Rödclhcnn, 8. Ott. In der hiesigen katho. Irschen Kirche wurde vor einigen Togen vormittags an den Seitentüren fecks Wachskerzen gestohlen. FC. Lover, 8. Ott. Im Walde zwischen hier und Wieseck wurde ein aus dem Gefängnis in Marburg entwichener Gefangener, der nur mit einem Hemde bekleidet war. festgenommen. Es handelt sich um einen ganz gefährlichen Zuchthäusler, der sich bereits »m Waide ein wohnnchcs Lager eingerichtet Hatto- Aus Starkcnburg. FC. Von der Bergstraße, 7. Okt. Die allgemeine Weinlese in den Gemarkungen Zwingenberg und Auerbach beginnt am 8 Oktober. In gutgepjlegten Weinbergen wird mit einem vollen Herbst gerechnet. FC. Zwingcnberg, 4. Okt. Der hiesigen Gendarmerie gelang es in Hochstädten eine Gebeimscklächterei aufzudecken und beschlagnahmte in einem Hotel eines benachbarten Kurortes einen Zentner Fleisch der von der Schwarzschlächterei in Hockstädten berrührte. Der fleischlosen Woche sollte, wie die Schwarzfchlächter sagten, etwas unter die Arme gegriffen werden. Ans Hessen-Naffou. FC. Wiesbaden, 8. Olt. Wegen unerlaubten intimen Verkehrs mit Kriegsgefangenen wurde die 23 Jahre alte Minna Roffel aus Schierstein zu einem Monat und die Kriegerehefrau Sophie Schäfer eben daher zu zwei Monaten Gefängnis ver- urtettt. — Als sie bei ihrer Freundin zu Besuch war. sah die 19wbrige Mana Smolka in Biebrich ein Sparkaffenbuch in einem Schrank liegen. Als eines Tages außer einem kleinen Kinde niemand in der Wohnung war. erbot sich die Smolka die Betten zu macken und die Zimmer zu reinigen. Hierbei nahm sie das Buch weg. erhob 95 Mark und verbrannte dann das Buch. Dre junge Schwindlerin erhielt von den Schöffen eine Gefängnisstrafe von einer Woche. Aus der Pfalz. FC. Aus der Pfalz, 2. Okt. Bei ein^ Zugkontrolle an dem Bahnhof Albisheim saß eine Dame von Pfeddersheim im Wartesaal bis kurz vor Ankunft des Zuges. Sie sprang alsdann auf und in diesem Moinent lief eine bratfertige Ente unter rbrem Rock heraus. — Die Feldgendarmerie in Webenheim hielt einen von einem Feldgrauen gelenkten Munitionswage» an. indem sich etwa 20 Zentner Fruf dem Schleichwege erworbenes Getreide befanden Sie wurden beschlagnahmt. FC. Hcrburn. 7. Okt. Bei der Wichtigkeit und Dringlichkeit der Beschaffung von Kleinwohnungen beschloß die Stadtverordnetenversammlung die Erhöhung der Geschäftsanteile der Stadt auf 20 000 Mark. Bermitworlltck für den poütiidH'n und lokalen ieil: Otto Hirfckel. Fiiedberg: für den Anzeigenteil: N. O et) n er. Fnedberg. Truck und Bering der „Neuen TägeszeitungE A G., Friedberg r. Herxerrskämpfe. Vornan von Helene Schütky, geb. von Gers^orfl« l (Copyright 1015 by C. Ackermann-Stuttgart.) —’ 22) - Nachdruck verbalen. Der Marquis bemerkte das wohl. Sein eifersüchtiger Argwohn war wieder erwacht. „Sollte sie sich doch für ihn interessieren?" dachte er wütend. „Sacre bleu! das wäre verwünscht! Aber ich leide es nicht! -Ich werde schon einen Riegel vorschieben! Es kann ja auch noch nicht t ? ef sitzen. Vielleicht nur eine Laune! Aber es gilt scharf aufpasien. sonst entwischt mir der goldene Vogel noch im letzten Augenblick." Daß er ihm schon längst entwischt war, ahnte der kluge Marquis allerdings nicht. „Eermshofs. haben Sie bemerkt, wie außerordentlich gnädig Majestät uns begrüßt hat?" flüsterte unterdessen Tante Ella Neinhold strahlend vor Freude zu. Sie konnte ihre Wonnegefühle befriedigten Stolzes nicht länger für sich behalten, war aber weltkluq genug, nicht vor Fremden damit zu prahlen. Nun mußte Neinhold die bisher eingedämmte Flut über sich ergehen lasten. „Ja. und wie sie Hilde ausgezeichnet hat! das glückliche Kind? Gleich beim ersten Schritt hier! Ich fürchte aber, sie weiß das kaum zu würdigen." „Ja. Majestät ist tatsächlich sehr entzückt von Fräulein Antelmann. wie mir Gräfin Plesten soeben mitteilte." erwiderte Reinhold. „Sie wünschte, d. h. sie befahl, daß Ihr Fräulein Nichte mit mir zusammen als erstes Paar die Polonaise an- fübren solle, um dadurch die außergewöhnliche Schönheit des gnädigen Fräuleins ins rechte Licht zu setzen." „Ach. also deshalb kamen Cie so eilig hergcschosten, sie zu engagieren?" sagte die Kommerzienrätin verdutzt. „Es ist üb- /rlgens ganz gut. vag fle das nicht weih, sie wäre gar im Stande V Geschichten zu machen, sie hat so unberechenbare Ideen. Ich hatte aber schon gedacht, ihr wirklich heute außergewöhnlich vorteilhaftes Aeußere hätte fie in Ihren Augen dieser besonderen Ehre würdig gemacht." „Tantchen, fie ist in meinen Augen immer und zu jeder Zeit der höchsten Ehre würdig, im einfachen Hauskleide ebenso wie im pompösen Dallanzug", erwiderte Reinhold warm. Die Tante sah ihn erstaunt an. Sollte er doch Feuer gefangen haben? Aber weshalb verbarg er es denn so ängstlich? Lauter Rätsel, wahrhaftig! ^ „Ja. es ist wahr", antwortete fie. „Hilde ist wahrhaft gut. nicht nur schön, und verdient das beste Glück, das einer Frau zuteil werden kenn. Cb sie es wohl finden wird? Nachdem mein Sohn nächstens in den Hafen einer hoffentlich glücklichen Ehe cingelaufen sein wird, wäre es mein größter Wunsch, Hilde, die ich wahrhaftig kaum weniger lieb habe, auch an der Seite eines wirklich guten Mannes zu sehen." Sie glaubte mit diesen allgemeinen Sätzen sehr diploma- tisch gehandelt und Reinhold einen ihm eventuell nützlichen Wink gegeben zu haben; er aber schien das rüdesten keineswegs so aufzufasten. _ „Ach. Tantchen, damit hat es doch gar keine Eile! Das gnädige Fräulein tut wohl daran, ihre Jugend zu genießen ohne andere Nebengedanken und Pläne. Es mutz ja auch gar nicht geheiratet fein. Das Leben bietet auch ohnedies viel Schönes. zumal in den glanzenden pekuniären Verhältnisten Fräulein Antelmanns. Wieviel Gelegenheit bietet sich da. sowohl alles Schöne und Große zu genießen, wie Gutes und Edles zu tun und zu wirken? Wahrhaftig, es wäre beinahe schade, wenn sie sich durch eine Heirat die Hände binden ließe und alle ihr zu Gebote stehenden Schätze, die positiven pekuniären sowohl. KekrunnmachuttJ. Samstar. de» 12. Oktober ds. Is. BrstkarLelMAsqaSe. Bezirk ?. - Äktrs Po tgebäude I. Stock. wie die noch viel wertvolleren ihres reichen Gemüts uns Geiste- einem Einzigen zur Verfügung stellte." „Ach, hören Sie, Eermshofs, das ist Alles recht aut un* schön als Notbehelf", meinte die praktische und in diesem Punkt, etwas altmodische Tante Ella. „Aber das wahre Glück findei der Mensch, einerlei ob Mann oder Frau, doch nur in einer rechten guten Ehe. das laste ich mir nicht ausreden. Und dann, warum sollen denn nicht zwei zusammen Schönes genießen uni Gutes tun können? Dann ist es ja erst das Wahre, das muffe. Sie doch zugeben!" „Ja, Tantchen, das gebe ich von Herzen zu. Das ist aller- dings das Beste, das Schönste, was es iiberhauvt gibt. Aber, aber. — wenn es nur keine Wenn und Aber gäbe! Wie selten kommen die beiden Richtigen zusammen! Und lieber, als mit Jemand lebenslang zusammengeschmiedet sein, der einen nicht versteht, — nein. Tantchen, zehnmal lieber allein seine Lebens- straße ziehen. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen, mich nicht m diese Gefahr zu begeben", setzte er lachend hinzu, nachdem er bis jetzt mit tiefem Ernst gesprochen hatte. Seine Gedanke,, waren in das fast freudlose Heim seiner Eltern gesogen, wo eine edle, reichbegabte Frau unter dem lebenslangen Joch eines selbst- und genußsüchtigen Gatten ihre Tage und Nächte in stummer Qual verbrachte. — welch fürchterliches Los! Sein Herz zog sich immer schmerzhaft zusammen, wenn er ihrer und seiner beiden Schwestern gedachte. Hisoe, welche neben Frau Antelmann auf der Bank faß. hörte nur mit halbem Ohr, was die Schar ihrer neuen Verehrer ihr vorplauderte. Ihre eigentliche Aufmerksamkeit gehörte der Unterhaltung ihrer Tante und Reinholds. Nur die ersten geflüsterten Worte, die direkt auf sie Bezug hatten, wa, ren nicht von ihr verstanden worden. Fortsetzung folgt. (Zimmer 8) Vte 1—150 von 8—9 Uhr. * 151-noo .. 9-10 „ 3 J1—430 10—11 '' „ 451—ijOO „ 11—12 „ » 601 u. höher „ 1^—1 m Dez rk Ul. Schule in Fauerbach. 5Tt. 1—150 von 8—9 Uhr. 151 u. höher.. 9—10 , Bezirk fiff. I Museumsgebäude Haagstr. 16. Nr. 1—150 von 8—9 Uhr. „ 151-300 „ 9-10 ' „ 301—450 „ 10—11 „ 451—645 „11 — 12 Bezirk Ha. Altes Po tgelräude I. Stock. (Zimmer 7) Rr. 646—800 von 8—9 Uhr .. 801-950 „ 9-10 J .. 951—1100 „ 10—11 ” » 110 k—1250 „ 11-12 * i2ol u. höher „ 12—1 .. ist genau zu "beachten. Di- Friedderg. den 9. Oktober 1913. Der Bürgermeister, 2. B.: Dam m. EütsrVersteige-Nmg. Samsfa*, !2. Oktsüer l. I.. aSsnds 9 Uhr. Im sn die Erben der Friedrich Schwalb Ehrl.«'« in der Wirt- jU'ast von e^rrch Billasch in Frievbrrg-^auerbach naäiiolcende Grundstücke öffentlich meistbietend versteigern: ü A. Gemarkung Fauerbach. J* ^ UT vuf 82=, °23 qm, Acker hin er Fauerbach 2. „ XV „ 83=1022 „ Acker daselbst a " vvm " ?H =4 . 42 " G.abgarlen am Bügel. 4. „ AXili „ 21:6=641 „ Erabgar endieIohailNisheck ß. Cemarlung Ossenheim. 5. Flur I Wr. 77=232 qm Grasgarten auf dem Vornwasen \ !56=441 „ Acker auf der Scheer q’ " mJ " ^^=1527 „ Wiese „Die Nachlweide" ' " - 4 =805 „ Acker auf der Katzenstun. Fnedber^-FaurrSach. den 10 . Oktober 1918. m Der Bevollmächtigte und Pfl-gcr: Friedrich Wilhelm Phil ivoi." £< a D nl‘e 0 t' Crt '-*'*■ Morgen SnL r l? S ni“m*“" 5 C i rt u“f S ‘ Wrttmer, Tot tcnfeiderl,!,? bei Vilbel. JrUge«älIerAri M lajclifilimg, Sriitai n. üctlaR 8 .- 8 . Das für Sep'ember und Olt- tober jür Friedberg beftinlmte Petroleum ist nunmehr cingetroffen. Wie schon früher ez.ua. n», tonnen bei oer geringen Zuteilung nur die Familien beliefert werden, die ohne jezlkchc sosrfti-7e Belench- ittttg sind und solche, die nur über eine F^kornme, sei es in der Küche oder Stube, verfügen. An erftere gelangt 1 Liter, an letztere 1/2 Liter Perstcum zur Ausgabe. Die zum Ankauf erforderlichen Marien tonnen am Freitag, derr 11. do. Mts., auf Zirnnrer Rr. l) res Sradthauseo in den üblichen Amlsstunden bei Vorlage der Lebensmittelkarte entgegen- genommen werden. Es sei hierbei noch.da rauf hin- gewteien, daß die nächste Petro-1 teumolieilung voraussichtiich vor ebnoe November nicht i.u erwarten ist. weshalb größte Sparsamke,! beim Verbrauche nur dringend empfohlen werden mutz. Friedbcrg, den 9. Oktober 1918. Der Bürgermeister. I. V.: Damm. Auf dem Wege Städterweg— Gättnerweg—Leewiese ,ur Post eine schwarze Handtasche mit Inhalt. . Hegen Belohnung abzuaeben tn der Geichäftsftelle der -Neuen Tageszeitung". Evangel. 11. kathol. gesucht. Lckslihilk Regerle, Fricdbcrg. Betr.: Fleischversorgung. Kelraunlmachttng Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verkauf von Rind- und Kalbflei ch. sowie Wurst für diese Woche am Freitag. den 11. Oktober 1918, von nochinittags 1 bis 6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Metzgerläden statt sind et. Die Verkaufszeit ist genau einzuhalten. Friedberg, den 9. Okt. 1918. Der Bürgermeister ^ 3. 934 Da mm. Eine angekörte CllMoiege zu verkaufen. Wo? sagt die Geschäftsstelle der „Neuen. Tages-,eitung". Eine schwere, srischmelkeiide Xuli (Simmentaler Raffe) mit Mutter- talb zu verkaufen bei Wilhel m Filz, Kalchen. Eine gebrauchte, noch gu?- erhaltene HolZLütte 75X125 cm, zu verkaufen. Zu er ragen Friedber^.Gismarckftr8. in geschmackooll. Einbänden Buchhandlung Frredr. Streckfuh, Friedberg. fOr Hüsten unü empfehle Eoveiter k. Baiiui-VaiicUr Miitcral-Pasiillcii sowie feinsten Kräuter-Tirup. Friedrich Michel, Lriülm,. Den Freunden dieses Biatt. emnfehle ich mein Lager in Opt'k. 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