Unmmer 232 . « Donnerstag. den 3. Oktaler 1918 _ 11. Jahrga ng« Die .,L'ene Taoesieiiung" eiidjemt ,eden Werltai. Regelmäßige Beilagen „Der Sauer ans Hessen", „Die Spinnssube". Ke?ngspreis: Bei den Poftanstaiten vierkelsährlub Ält .4 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei Den 'ilnmter, monaili* 90 Big. einschließlich Xrägerlolm. Anzeigen: Grundzeite 25 Pfg., lokale 20 Big., Anzeigen von auswärts werden durch Bo rnachn i ^ erhoben. EcfüNunasori ^riedbera. Schriftleituna und Derlaq ^riedberq sHeffen). panauerüraße 12. Ferniprecher 48. Postscheck-Lonto Rr. 4869. Amt Frankfurt a. M. Das Ringen im Westen. — Kt. Gueniin vom Feinde besetzt. — Dir bulgarische Thronrede. » .. 1 -"— Der deutsche Generalstab s —- _ = meldet: = W. T. K. Trotzes Kauptqn»r1ier. de» 2. Oktober Amtlich. Westlicher Kriegsschauvla-. In Flandern, beiderseits von Cambrai und in der Champagne wehrten wir heftige Angriffe des Feindes ab. An ruhigen Frontabschnitten: bei St. Quentin, nordwestlich von Reims und westlich der Argonnen nahmen wir Teile vorspringender Linien in rückwärtige Stellungen zurück. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Nördlich von Staden machten wir bei Abwehr feindlicher Angriffe etwa 100 Gefangene. Zu beiden Seiten der von Ppern auf Noeselare und Menin führenden Straßen griff der Feind mehrfach vergeblich an. In Ledagen faßte er Fuß. Im Gegenstoß nahmen wir den Ostteil des Ortes wieder. Nördlich von Menin zeichnete sich das sächsische Reserne-Erenadier-Negirnent 100 unter Führung des Oberstleutnants v. Sigedi ganz besonders aus. Auch das Infanterie-Regiment 132 unter Führung des Majors Panse hat hier bei den letzten Kämpfen Besonderes geleistet. Feindliche Teilangriffe südlich von La BaffLe wurden abgewiesen. Der fünfte Tag der Schlacht um Cambrai endete wiederum mit einem vollen Mißerfolge für den Gegner. Nördlich von Sancourt schlugen schlesische und kurhessische Regimenter achtmaligen Ansturm des Feindes ab. Weiter südlich drang der Feind vorübergehend über Abancourt. Bantigny und südlich von Blecourt auf Cuvillers vor. Unser Gegenangriff, bei dem sich das Reserve-Infanterie-Regiment 55 wiederum besonders aus- zeichnete. warf den Feind über Abancourt und Bantigny hinaus zurück und befreite die tapferen württembergischen Verteidiger von Blecourt aus der Umklammerung durch den Gegner. Bei und südlich von Cambrai brachten Regimenter der bewährten 8 . Marine-Infanterie-Division sowie schleswig-holsteinische, brandenburgische und bayeriscbe Regimenter den feindlichen Ansturm zum Scheitern. Numilly blieb in Feindes Hand. Heeresgruppe Boehn. Zwischen Le Catelet und der Oise verlief unsere Front seit vorletzter Nacht östlich von St Quentin vorbei nach Bertbeni- court an der Oise. Gegen die Abschnitte von Eströes—Iou- court—Lesdin entwickelten sich im Laufe des Tages heftige feindliche Angriffe. Beiderseits Seqnehart drang der Feind ein. Gegenangriff ostpreußischer und posenscher Bataillone unter persönlicher Führung des Divisionskommandeurs Generals v. d. Chevallerie warf ihn wieder zurück St. Quentin, in dem gestern nur noch Erkundungsabteilungen standen, wurde vom Feinde besetzt. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nordwestlich von Reims nahmen wir unsere Truppen von der Vesle in rückwärtige Stellungen zurück. Der Feind folgte mH schwachen Abteilungen und stand am Abend in Linie Ban- telan—Visiers Franqueux. der Champagne nahm der Franzose seine einheitlichen Angriffe wieder aus. Sie richteten sich am Vormittag gegen die Front St. Marie L Py bis Montbois und im Laufe des Tages ke"-en unsere Linien zwischen Somwe-Py und Aure. Seine Angriffe sind gescheitert. Oertliche Einbruchssiesien wurden meist durch Gegenstöße wieder gesäubert. Neben den schon seit Beginn der Schlacht in Front stehenden preußischen und bayerischen Divisionen zeichnete sich gestern das Infanterie-Regiment Nr. 406 besonders aus. Die in vorletzter Rocht beiderseits der Aitzne neubewgene Stesiung verläuH von Montbois über Chasierange. den Wald von Autry nördlich an Binarville vorbei und querdurch den Argon nerwald nach Apremont. Heeresgruppe Gollwitz. In örtlichen Angriffsunternehmungen warfen wir den Amerikaner aus dem Ogne-Wald und den anschließenden Linien zurück. * Wir schossen gestern 27 feindliche Flugzeuge und 3 Feffel- basione ab. Hauptmann v. Schleich errang seinen 35 ., Vizefeldwebel Mai seinen 30. Luftsieg. Dcr Erste Kencralquarlicrmeisicr: Ludendorff. Abendberlchl. Berlin, 2. Okt., abends. (WB. Amtlich,^ Heftige Teil- rümpfe in Flandern und in der Champagne. Vor Cambrai ruhiger Tag. „Umstehe fürpstichiersüslung bis zum Aeusiersien!" Das hat einst ein deutscher Offizier dem Kaiser aus dem fernen Kiautfchou gedrahtet, als schon der Tod an die Tore seiner Festung pochte. Skuch vor der Festung Deutschland steht der Tod. Acht Mal schon ist der Ausfall geglückt, der grinsende Gchnitter zurück, gelrieben. Jetzt wird zum neunten Male Sturm geblasen. Bis in die letzten Ecken und Winkel des Reichs dringt der Ruf zur neuen Offensive des Geldes, zum neuen Wettkampf der silbernen Kugeln, wie eitler Feindesdünke! sich einst ausgedrückt hat. Spannung hält die Welt gefangen. Wird die Geschichte einst den Enkeln wieder erzählen: . und alle, alle kamen V' Sie dürfen nichts anderes hören und werden nichts anderes hören, unsere Enkel, wenn jeder für uns einsteht für Pflichterfüllung bis 3 um Neuß ersten. Darum zeichne! Der österreichische Generalstab j — .— - meldet: ========j Wien, 2. Okt. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front mäßige Artillerie- und Streifwachen? kampfe. Das türkische Hauptquartier II »==== meldet: -- Konstantinopel, 30. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Geno- ralstabsbericht. Palästinafront: Die Engländer sind im Küstengebiet nicht über die Line Tyrus—Hule-See gefolgt. Nordöstlich Kunetra (an der Straße Tiberias-See—Damaskus) wurde der Angriff feindlicher Kavallerie und Panzerautos blutig abgewiesen. Von Terna her sind neue Angriffe des Gegners nicht erfolgt. Bei Rayak wurde ein feindliches Flugzeug ab- gefchoffen und die Insassen gefangen genommen. An den übrigen Fronten nichts Neues. Die Schlacht im Westen. Fest trotz der Uebermacht. B^rfel, 2. Okt. Die „Daily Mail" meldet von der Front in Frankreich: Die Maffenangriffe der Alliierten, die mit zwei- dis dreifacher lleberlegenheit ansgeführt werden, haben die deutsche Front bis jetzt nicht zerschmettert. Das Ueberrafchungs- moment ist damit foctgefallen. Die Alliierten werden aber den Kampf fortsetzen, der den jetzigen und den nächsten Monat andauern kann. Das Artillericfeuer Genf, 1 . Okt. Der „Matin" schreibt, daß die Front bis zur Schweizer Grenze unter Artilleriefeuer liegt Die Verbündeten hätten das Doppelte der Artillerie aufgeboten, die ihnen im Sommer zur Verfügung stand. Fern eschretzung von Dünkirchen. Bern. 1 . Okt. Dem „Temps" zufolge wird feit Samstag mittag Dünkirchen mit weittragenden Geschützen beschoffen. Die Geschosse fallen regelmäßig alle fünf Minuten, ohne jedoch das Leben in der Stadt zu beeinträchtigen. GrK nach Vernichtung Deutschlands. Rotterdam. 2 . Okt. Nach einer Pariser Meldung des Londoner „Daily Expreß" erklärte General Foch auf eine an ihn gerichtete Anfrage über die Friedensmöglichkeiten. daß an den Frieden mit Deutschland selbst dann noch nicht gedacht werden könne, wenn die alliierten Heere am Rhein ständen. Foch sagte sodann, der Friede, den Frankreich brauche, könne erst nach völliger Vernichtung und Zertrümmerung Deutschlands geschloffen werden. Die Tätigkeit linjerer JagdjWln. Berlin, 1 . Okt. (WB.) Starker Sturm und heftige Regenschauer machten am 29. 9. während der Abwehrschlacht von Flau, dern bis Verdun den Aufenthalt in der Luft so ungemütlich wie möglich. Trotzdem waren unsere Jagdstaffeln ununterbrochen über dem Schlachtfelde tätig und erfüllten alle ihre Am gaben. Westlich Cambrai warfen sie eigener Infanterie, di- sich verschossen hatte, neue Munition zn. Im Neufwalde, nörd lich Marcoing, erkannten Schlachtstaffeln an den Uniformen uni Winken der Erabenbesatzung die vom Feinde umringte eigen« Infanterie, übermittelten ihr den Befehl zum Durchschlagen und retteten sie vor der Gefangennahme. In der Champagne wurde eine Schlachtstaffelgruppe gegen erkannte Ansammlungen von amerikanischer Infanterie mit Tanks im Raume Apremont. Daulny angesetzt. Der Angriff der Schlachtgruppe traf di« Amerikaner in dem Augenblick, als sie zum Angriff vorbrachen. Beim Herannahen der Schlachtflieger fluteten dis Infanterie und Tanks in wilder Flucht zurück und suchten in Waldstücken Schutz, die von dem Geschwader ausgiebig mit Wurfminen belegt und unter Maschinengewehrfeuer genommen wurden. Le- diglich dem Eingreifen der Schlachtgruppe war es zu verdanken daß der bereits durch starkes Artilleriefeuer vorbereitete Angriff nicht zur Durchführung kam. Der moralische Eindruck der 6 * schloffenen Angriffe unserer Jagdstaffeln auf die kämpfende, Truppen und ihre Führung war hervorragend. Sie können sich rühmen, zu dem Erfolg der großen Abwehrschlacht sehr wesent. lich beigetragen zu haben. Die Tapferkeit der deiMen Verteidiger. Berlin, 1. Okt. (WB.) Die Kämpfe im Abschnitt Sl. Marie-a-Py—Somme-Py werden auf beiden Seiten mit einer Hartnäckigkeit ohne gleichen geführt. Die mit überlegenen Kräften vorgetragenen Stöße des Feindes richteten sich hauptsächlich auf den Pygrund und die sogenannte Helenenhöhe. Nach einer starken Feuervorbereitun'g. die in der Nacht auf dern 20. September begann und um 6.30 vor- mittags zu einem Trommelfeuer von größter Heftigkeit anschwoll, versuchten die Franzosen, die Py zu überschreiten. Wiederum deckten zahlreiche Sturrnwagen die in mehrere» Wellen anstürmenden Infanteriewaffen. An der Tapfer- keit der deutschen Verteidiger zerschellten die mehrfach vorgetragenen Angriffe des Feindes und kofteteu ihm schwere Verluste. Wie eisern die an diesem Abschnitt kämpfenden deutschen Truppen trotz der durch die Feinde auf sie losgelassenen Hölle von Vernichtungswillen ihre Nerven zusammenrissen, beweist nicht allein die heldenk)afte Abwehr. An einer Stelle gelang es, in frischem Nachstöße die eigene Linie um 300 Meter vorzuschieben. Hierbei nabm ein Dutzend Pioniere in schneidigem Zupacken zwei Maschinen- gewehre und machte 23 Mann zu Gefangenen. Eine von de» Feinden ausgesetzte Sturmwagenbesatzung von 12 Mann mußte sich drei vorstürmenden Jagern ergeben. Trotz der Mißerfolge am Vormittag wiederholte der Feind am Nachmittag seine Angriffe mit wilder Hartnäckigkeit. Einen Erfolg konnte er arch diesmal nicht buchen. Die mustergültige Zusammenarbeit aller Waffen, unterstützt von der aufopfernden Hingabe jedes Einzelnen, ließ den geplanten Durchbruch im blutig zertrichterten Vorgelände zerrinnen. Kleinere Abteilungen, von feindlichen Sturm- truppen zeitweise fast völlig umfaßt, opferten sich bis zum letzten Mann oder schlugen sich durch. Bcwunderswert' war die Artillerie. Obwohl sie 12 Stunden ununterbrochen im Massenfeuer der feindlichen Geschütze gelegen hatte, schüttete sie di.bte Feuergarben auf die hinter den Sturnrwagen an- stürmenden Franzosen und erleichterte der Infanterie ihre harte Arbeit. Der MassenIMaiid Dülmieiig. Die Einkeilung der (Operationen. Sofia, 30. Sept. (WB.) Amtlicher bulgarischer Heeresbericht. Mazedonische Front: Entsprechend dem Abschluß des Waffenstillstandes, der von heute ab gilt, siiid die militärischen Operationen eingestellt. A Sofia, 30. Sept. (WB.) Bulgarische Telegraphen-Agentur. Der Ministerpräsident Malinow eröffnete heute die auße» ordentliche Session der Sobranje mit folgender namens des KL nigs verlesener Thronrede: Meine Herren! v Die allgemeine Lage des Landes und die besondere Sorge, deren es bedarf, um die zahlreichen Bedürfniffe der Armee z» befriedigen, die heldenhaft ihre Pflicht erfüllt hat. haben i« Mai 1918 die Bildung der gegenwärtigen Regierung notwendi» .gemacht. Meine Herren Deputierten! Meine von Der öffentlichen Meinung designierte und von meinem Vertrauen getragene Negierung hat mährend des kurzen Zeitraums, in der sie die Geschäfte des Landes geführt hat, alles getan, was die Umstände ihr gestatteten, um die zahlreichen schweren Probleme zu lösen, die die durch eine Nerhe von Kriegsjahren geschaffene Lage ihr gestellt hat. Meine Herren Deputierten! Don der größten Loyalität gegen unsere Verbündeten erfüllt, hatte ich und meine Regierung nichts anderes im Auge, als unsere Pflicht gegen das Vaterland zu erfüllen, um ihm sowie unfern Truppen die Möglichkeit zu geben, zu einem ehrenvollen Frieden zu gelangen. entsprechend den schmerzlichen Opfern, die das Volk zur Erringung seiner Einheit auf sich genommen hat. Zn diesem Sinne wurde getan, was möglich war. Schließlich hat meine Regierung nach reiflicher Erwägung der Lage beschlosien, unfern zahlreichen Gegnern den Vorschlag zu machen, in Verhandlungen wegen Abschlusies eines Waffenstillstandes eventl. eines Friedens einzutreten. Meine Herren Deputierten? Die Negierung, die die geschaffene Lage und eine Fülle von Fragen vor Augen hat, welche diese aufgeworfen oder noch aufwerfen kann, hat beschlosien, die Nationalversammlung zu einer außerordentlichen Tagung einzuberufen. Es versteht sich von selbst, daß dies nicht ausschließt, daß die Nationalversammlung in ihrer außerordentlichen Tagung sich mit andern Angelegenheiten wird beschäftigen können, die sich durch die Notwendigkeiten der regelmäßigen Verwaltung ausdrängen würden. Meine Herren? In der Ueberzeugung, daß Sie in Ihren Arbeiten und Entschließungen jene Geschicklichkeit. Weisheit und patriotische Gesinnung an den Tag legen werden, die der gegenwärtige Augenblick erfordert, flehe ich den Segen des Allmächtigen auf Ihre Arbeiten herab und erkläre die vierte außerordentliche Session der 17. ordentlichen Nationalversammlung für eröffnet. Es lebe Bulgarien? (Langanhaltender Beifall). Nach Verlesung der Thronrede folgte die übliche gottesdienstliche Handlung, worauf der Ministerpräsident Malinow vorschlug, daß die Sobranje sich bis zum Freitag vertagen möge, damit er dem Volk und desien Vertretern eine erschöpfende Darstellung über die allgemeine Lage, namentlich über die behüt? Abschlusies eines Waffenstillstandes und Friedens eingekeilten Verhandlungen geben könne. Die Versammlung nahm diesen Vorschlag an. worauf die Sitzung geschloffen wurde. Die Lage hat sich durch die Thronrede insofern geklärt, als Hk sich *e(gt, daß der Zar den Ereignissen nicht so fern steht, wie man angenommen hat. 9 Kein Grund zu erschrecken- Budapest, 30. Sept. (WV.) Der Vorsitzende des Börsen- rates Elemer v. Horvath hatte eine Unterredung mit dem Erstminster Dr. Wekerle. der sagte: Ich habe die Herren hierher gebeten, um sie der Wirklichkeit entsprechend über die Lage zu unterrichten. Was diese Lage betrifft, so haben wir in der Tat vom Kriegsschauplätze infolge der bulgarischen Ereignisse keine günstigen Nachrichten erhalten, zur Be. ruhigung' kann ich aber sagen, daß diesen gegenüber die notwendigen Maßnahmen geschehen derart sind, daß unsere Verteidigungslinie in jeder Beziehung als vollkommen gesichert betrachtet werden kann. Was den Frieden betrifft, so ist allgemein bekannt, daß unsere Friedensöereiffchaft stets bestanden bat, hat dock erst in der jüngsten Vergangenheit der Minister des Aeußeren diesbezügliche Schritte unternommen. Uyjere frühere Friedensgeneigtheit besteht auch jetzt noch, und in dieser Beziehung haben wir die notwendigen Schritte getan, und zwar in vollem Einvernehmen mit Deutschland. Dies, meine Herren, ist die Lage. Wir leben in ernsten Zeiten, aber es besteht gar kein Grund, daß wir erschrecken. Ich bitte Sie sehr und binde Ihnen ans Herz, die in solchen Zeiten umlaufenden ungünstigen Nachrichten mit größter Behutsamkeit aufzunehmen, denn verlorene Schlachten kann man wieder gewinnen, aber die durch amerikanische Ausstreuungen verursachten wirffchastlichen Schäden sind verhängnisvoll, die auf solche Weise vernichteten Werte erhalten wir niemals zurück. Weitersechiende Bulgaren. Köln, 1. Okt. Die „Köln. Ztg." meldet aus dem 'österreichisch-ungarischen Kriegspresseguartier: Die Ausstrahlung lex Ereignisse an der mazedonischen Front nach Albanien hat dazu geführt daß bulgarische Truppen nach den Nachhut- kämpsen in den eigenen Linien den Anschluß an die albanischen Linien unserer Front suchen und finden. Sie fechten mit auf unterem linken Flügel, der dem Befehle des Generalobersten von Pflanzer-Baltin unterstellt ist. Es ist zu erwarten, daß sich noch weitere Verbände hi Zuschlägen. Dir deutsche Hilfe. Schweizer Grenze- 2. Okt. Das „Berner Tagbl." schreibt: Die neuen Verstärkungen für die bulgarische Armee sind bereits in größerer Zahl unterwegs- Es verlautet, daß mehrere der noch in Rumänien verbliebenen deutschen Divisionen sich im Anmarsch befinden, ebenso eine Heeresabteilung des Generals Pflanzer-Baltin aus Albanien. Die Lage König Ferdinands gefährdet? Schweizer Gteuze, 2. Okt. Nach schweizerischen Blättern Meldet der Pariser „Temps": Ein wichtiger politischer Schritt scheint in dynastischer Beziehung in Sofa zu drohen. Die Lage )es Königs erscheint sehr gefährdet, obwohl er sich augenblicklich Mit einer politischen Schwenkung zum liberalen Lager befaßt »nd ein dementsprechendes Programm ausarbei.et. Verewigung des Krieges. Berlin, 1. Okt. Die „Nordd. Allgem. Ztg." schreibt über Bulgarien: Der einzige Erfolg, den Bulgarien, wenn es tatsächlich von den Mittelmäcksten abfällt, hätte, wäre eine Verewigtmg des Kriegszustandes, denn neue Kriege müßten entbrennen und Bulgarien verwüsten, da die Batkanvölker jetzt von allen ©eitej über Bulgarien her lallen werben, um Dem zusammengevrochenen Staate zu entreißen, was zu faffen ist. Die Forderungen des Verbandes bedeuten nichts anderes als daß Bulgarien nunmehr der Kriegsschauplatz für weitere Kampfhandlungen werden soll, wenn seine bisherigen treuen Verbündeten gezwungen sind, in seinem Lande den Feind niederzufchlagen, der es zur Ohnmacht verurteilen will. Eine Wulm drr Cnlkiile gegen Wland? Wie dem „Berliner Lokal-Anzeiger" aus Stockholm gemeldet wird, erwartet man nach Meldungen der heute hier eingetroffenen russischen Zeitungen eine neue konzentrische Offensive gegen die großrussische Sowjetrepublik. Der Seekrieg. Bern, 2. Okt. (WV.) Man verzeichnet hier den spät eingestandenen Verlust eines Dampfers. Als Opfer eines Unterseebootes zählt der erst jetzt eingetroffene „Chikago Daily Tribuns" vom 20. Juli if. a. den englischen Dampfer .Elysia" (6397 B.-R.-T.) auf, der am 23. Mai im Mittelmeer ohne Menschenverluste versenkt wurde. Besprechungen in Berlin. Der Kaiser und Hindeuburg iu Berlin. Berlin, 2. Okt. (WB.) Der Kaiser und Generalfeld- marsclall v. Hindenburg sind heute nachmittag zu kurzem Aufenthalt in Berlin eingetrossen. Berlin, 2. Okt. e Interessen zu bewachen, daß es für das Land eine gebietende Notwendigkeit wurde, aktiv einzu- greifen, um das Leben und das Eigentum der Schuldner zu schützen und bei der Teilung der Erbschaft nicht leer aus- zuqeben. Das Gerede von der „Befreiung der Welt" ist Bluffs Es ist erfreulich, daß endlich auch im neutralen Ausland die wirklichen Krregsgründe Amerikas erkannt und gewürdigt werden. DkMdigMy dn polMrn WonLn. Wien. 29. Sept. Durch kaiserlichen Gnadenerlaß wurde der Marmaroszigoter Prozeß eingestellt. Der Erlaß hat folgenden Wortlaut: Der Kaiser geruhte in Würdigung der Verdienste, die sich die mit Oesterreichs Geschichte eng verknüpfte polnische Natron im Kriege erworben hat. und im festen Vertrauen auf ihre unerschütterliche Treue zu Kaiser und Reich, anzuordnen, daß das gegen einzelne Angehörige der ehemaligen polnischen Legion beim Feldgerichte in Marmaroßziget anhängige Strafverfahren einzustellen ist. Aus dem Verlaus des Prozesies ist bisher klar hervorge» gangen, daß die Anstifter genau der Tragweite ihrer Handlungsweise sich bewußt gewesen sind. Ihre Tat war weiter nichts als eine militärische Revolte großen Stils mit allerdings nationalpolitischem Hintergründe. Die Zeit, da sie unternommen wurde, macht die Tat um so strafbarer. Wenn trotzdem Kaiser Karl die Begnadigung ausgesprochen hat, so kann man nur hoffen, daß den Polen und ihren Führern die Notwendigkeiten des österreichischen Staates und des verbündeten Deutschen Reiches in Zukunft höher stehen, als bei der Tat, die zu. dem Prozeß Anlaß gab. Mit finfin i)fmohrati!dif« DnWM krin Frik-e. Die klerikale „Eroix" vom 19. September schreibt: Dis Deutsäxm wissen so gut wie sonst jemand, daß Wilson heute der Fnedensriclstcr ist. Deshalb wollen sie ihn durch Deutschlands Demokratisierung zusriedenstellen. Bedenken wir, daß die Preußen sck>on off ihren Wirklichkeitssinn gezeigt haben? Im Verlauf ihrer Geschichte haben sie es verstanden, Konzessionen zu macken und Reformen durchzuführen wenn dies das einzige Mittel war, um sie sich nicht gewaltsam ausdrängen zu lassen. Das Manöver wäre geschickt. Denn zu beiden Seiten des Ozeans finden sich viele Leute bereit, einem anscheinend auf dem Wege zur Demokratie befindlichen Deutschland Vertrauen zu schenken. Gefährliches Trugbild! Als ob es nur einer Aenderuug der Rcgierungs. etikette bedürfte, um den Geist umznwandeln, den mehrere siegreiche Kriege und ein unglnubliäzer wirtschaftlicher Aufstieg dem deutschen Volke eingeflötzt haben! Was wir erreichen müssen, ist nicht nur die Gebietsrückgabe und die Wiedergutmachung, die uns Deutschland schuldig ist. sondern ein hinreichend geschwächtes oder, wenn j dies möglich ist ein durch internationale Organisation so ge- zügellos Deutschland, daß es nicht mehr imstande ist zu i schaden Valßrmttt Wiliiarbkfte>ungg-ZlliNN-tl. Wien. 30. Sept. Einern weitverzweigten und raffinierten Militärbcfreiungsschwindel sind die Zivil' und Militärbehörden von Linz auf die Spur gekommen, bei dem die Aerzte mit unterschobenem Urin von Nierenkranken düpiert worden sind Die Hauptrollen in dieser Skandalasfäre spielten der Sanitäts- seldwebel Powolny. im bürgerlichen Leben Küche nbeamter des allgemeinen Krankenhauses, der Infanterist weinrich Pfoser, der Besitzer eines Nachtkaffees Oberndorfer und eine Pflegeschwestt-r des Neservehofpitals im Versorgungshause. Diese Leute haben das Geschäft mit unerhörter Frechheit und durch lange Zeit betrieben. Unter den Drückebergern, die auf diese Weise vom Militärdienst loszukommen vermochten, befinden sich gegen 40 zahlungsfähige Geschäftsleute und Kriegsgewinnler von Linz und Umgegend, deren Verhaftung bereits erfolgt oder doch wenigstens angeordnet ist. Zu den Verhafteten gehört auch der Besitzer des bekannten Hotels „Erzherzog Karl" Weinzinger. Die erwähnte Pilegefchwester lieferte an das Earnisonspital für die zur Eeneralmusterung in Frage kommenden Personen den Urin nierenkranker Patienten. — Die Behörde wurde auf diesen Schwindel durch eine eifersüchtige Frau aufmerksam gemacht, durch die Gattin des Sanitätsfeldwebels Powolny. Dieser hatte gegen seine Frau die Scheidungsklage eingereickt, worauf die Frau die Anzeige erstattete. In die Angelegenheit sind auch wohlhabende Bauern aus der Umgegend verwickelt. Bisher sollen schon gegen 300 Anzeigen erstattet worden sein. Me fionlfruöliuen für das gleicht Wahlrecht. Berlin, 2. Oft. Die konservative Partei hat den Beschluß gefaßt, für das allgemeine, gleiche direkte Wahlrecht in Preußen in der Form der Regierungsvorlage zu stimmen und wird heute eine entsprechende Kundgebung erlassen kive itrtiiona!liüfrfl!e Mahnung. Der nationalliberale Stadtdireklor Tramm veröffentlichet im „Hannoverschen Kurier" folgendes Mahnwort zur inneren Lage: „Mit Angst und Besorgnis sieht jedesmal der Patriot dem Zufammentreten des Hauptausfchusfes des deutschen Reichstages entgegen. Tenn noch niemals sind von ihm Töne erklungen, die wie Fanfaren in die deutschen Lande erschallen, das Einheitsbewußtfein und den Siegeswillen der Nation zu stärken. Nein! Niederdrückende die Uneinigkeit stärkende und fördernde Verhandlungen haben wir erleben müssen, gerichtet vielfach in solä)en schweren Zeiten lediglich auf Stärkung parlamentarischer Machtbefugnisse und auf Befriedigung des Ehrgeizes einzelner Parteiführer. Auch jetzt wieder in dieser furchtbar ernsten Zeit hat der Hauptausschuß in seiner überwiegenden Majorität kein Wort gefunden, das Volk zu erheben und zu unerschütterlichem Siegeswillen fort- zureißen. Da muß endlich aus der Nation heraus energisch gegen ein derartiges Auftreten Stellung genommen werden und von diesem Gesichtspunkte muß auch die gestern bekanntgegebene nationalliberale Entschließung der Reichstagsfrak- tion in all den Punkten, welche sich mit einer weiteren Par- lamentarisierung der Reichsversafsung beschäftigen, durchaus abgelehnt werden. Wir wollen in solchen Zeiten nichts hören von einer Aufhebung der 88 9 und 21 Absatz 2 der Reichs- Verfassung, die nur darauf hinauslaufen würde, die Geschäfte des Reiches einem parlamentarisä)en Ausschuß zu unterstellen Ein Grausen faßt einen, wenn man sich die zukünftige Zusammensetzung dieses Ausschusses ausmalt, welcher sich in die militärischen Angelegenheiten mischen und sich befugt erachten würde, der Obersten Heeresleitung Verhaltungsmaßregeln zu geben und damit den Ruin Deutschlands herbeizuführen. Was hat denn der Deutsche ReickMag in den ganzen Kriegsjahren an Großem geleistet, um diese Forderungen rechtfertigen zu können? Durch die unheilvolle Resolution vom Juli vorigen Jahres hat er die Einigkeit des starken deutschen Siegeswillens gebrochen, Schwäck)e in der Nation verbreitet und eine ungeheure Stärkung der Machtgelüste unterer Feinde hervorgerufen. Wir wollen daher keine Ausdehnung feiner jetzigen Machtbefugnisse. Nicht an parlamentarischen Männern fehlt es uns. Wir wollen nur eins in der inneren und äußeren Verwaltung, daß die Regierung dem gegenüber einen machtvollen Führerwillen bekunde, daß sie ein starker Mann sei! Ein Mann! Ein Mann!" Militarismus. In der „Deutschen Tageszeitung" finden wir eine treffliche Behandlung dieses von unseren Gegnern so oft gebrauchten Schlagwortes. Ein schwedischer Leser schreibt u. a.: Lasten wir uns von den Schwindelphrasen der Pfund-Sterling- und Dollar-Politiker die nur aus die Leichtgläubigkeit und Kritiklosigkeit der großen Masten berechnet stnd, nicht irreführen, sondern prüfen wir selbständig die Entstehungsgeschichte des genannten Militarismus. Gedankenlose und kritiklose Schwätzer und bezahlte Agenten der Entente verbreiten so gern das Märchen von den beiden Deutschlands, dem echten wirklichen, liebenswerten, dem Deutschland der Schiller und Goethe, der Leibniz und Kant, und dem verfälschen preußischen mit seinen Junkern und seiner Mikitär- kaste. Nun. das einseitige Deutschland der Schiller und Goethe ist eben in Schimpf und Schande zusammengebrochen, weil es ohne die ergänzende organisierte Kraft, eben den Militarismus, nicht bestehen konnte. Die schöne, kasecnenlose Idylle von Weimar fand ein Ende mit Schrecken: Durch die Räuberhorden der französischen Revolution von 1792 und der Mordbrenner Napoleons. die ganz Deutschland verwüsteten und zugrunde richteten. wurde den Söhnen Kants und Schillers von neuem die Notwendigkeit des Militarismus eingebämmert. Und beute sind es charakteristischerrveise, ebenso wie 1870—71, wieder jene verprügelten Ruhestörer, die mit ihrem hysterischen Geschrei über „te militarisme prussie" die ganze Welt erfüllen. Und doch wisten sie es gut genug, daß sie selbst in erster Linie drese organisierte Verteidigung notwendig gemacht haben. Erst die ganze Welt herausfordern, und dann nach Art von bestraften Gastenjungen der ganzen Welt sein Leid klagen und den anderen beschuldigen. das ist feit jeher so recht französisch-ritterliche Art— Vergessen wir weiter nicht, daß Frankreich das Ursprungsland der allgemeinen Wehrpflicht ist. Die levee on masse der französischen Revolution war der erste'Versuch zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht, und Preußen folgte erst in den Befreiungskriegen, um den Staat zu retten. Ja, selbst unmittelbar vor dem Krieg war die allgemeine Wehrpflicht in Deutschland noch nicht einmal allgemein durchoesiihrt. da weniger als 1 Prozent der Bevölkerung in das stehende Heer eingereiht war. gegenüber 1 % Prozent in Frankreich. Gegenüber den ungenierten Entstellungen der Ententepropaganda ist es besonders wertvoll. zu wistn, daß auch der Begriff „Le Militarisme" eigentlich bei dcn Franzosen entstanden ist, zuerst während des Abenteuers des Generals Boulanger, dann während des DreysuZ-Prozestes und seiner Nachwirkungen. Wenden wir uns nun zu England, desten Minister und Skribenten zuerst die reizende Phrase erfunden haben, nachdem ihr neuester Geschäststrick: „dusincss mit dem Maschinengewehr" an der deutschen Militärorganisation gescheitert war. Es ist bekannt, daß der allbritische Militarismus bisher auf rein koloniale Raubziele zugeschnitten war und deshalb nicht so umfangreich zu fein brauchte wie der kontinentale, seinem Wesen nach war er aber in französischen Augen noch verwerflicher als der preußische, da er ausschließlich den Zwecken des Länderraubs diente. Dagegen erklärte Lloyd George selbst am Neujahrstage 1914. also ein halbes Jahr vor Ausbruch des Krieges: „Das deutsche Heer ist eine Lebensnotwendigkeit nicht nur für das Reick, sondern für die Existenz und Unabhängigkeit der Nation, da Deutschland von zwei Staaten flankiert ist, deren jeder eine fast ebenso starke Armee unterhält." Und heute, nach kaum vier Jahren, ist sich derselbe Lloyd George darüber einig, daß „der preußische Militarismus" zerstört werden müsse. Natürlich hat dieser nur soweit Berechtigung, als er der englischen Weltherrschaft nicht im Wege steht? Der Militarismus eines jeden Volkes ist das Spiegelbild seiner selbst. Dementsprechend verspricht auch der neugebackene englisch-amerikanische Busineß-Militarismus unendlich brutaler, grausamer und blutiger zu werden als der deutsche. Die bestialischen Lynchmorde und Ueberfälle auf kriegsfeindlicheAmerikaner Jeben uns einen kleinen Vorgeschmack. Seit vielen hundert Jahren stnd bekanntlich alle flüchtigen Verbrecher, durchgebrannten Betrüger, ungeratenen Sohne, männliche und weibliche Abenteurer nach England und Amerika ausgewandert. Der Kern der australischen Bevölkerung, die einen wichtigen Bestandteil der englischen Armee liefert, besteht bekanntlich aus deportierten Galgenvögeln. England und Amerika stnd. wie alle Welt weiß, die Ursprungsländer Sberlock Holmes und der ganzen Detektivliteratur. Nirgendwo sonst konnte eine solche Literatur so gedeihen, weil es nirgendwo sonst so viel verwegene, erfinderische Verbrecher gibt. Die Nachahmungen von Sherlock Holmes und anderer Detektivromane in Deutschland und anderen Ländern haben wegen Mangels an nationalen Vorbildern die Originale nie erreicht. Natürlich gibt es auch jenseits des Kanals und des Atlantischen Ozeans Millionen edler, geistig hochstehender Menschen, aber der verbrecherische antigermanische Krieg im Bunde mit europäischen Wilden, afrikanischen Kan- nrbalen und gelben Europafeinden beweist ja gerade, daß die besteren Elemente vollständig von den brutalen und kriminell veranlagten Volksschichten terrorisiert worden sind. Besonders gilt dies für den durch nichts motivierten, überflüssigen, frivolen Privatkrieg Wilsons und der Wallstreet-Magnaten. Und doch erdreistet sich der Präsident oller durchgebrannten Kassierer, dem alten Europa moralische Lektionen zu geben. Wesen und Umfang des Militarismus hängen von dem Charakter des betreffenden Volkes und nicht von der zufälligen NegierungZform ab. Es ist eine der abscheulichsten Lügen der Entente-Propaganda, daß milttaristische Einrichtungen und Krieg sich aus det monarchischen Regierungsform ergeben. Verpesten wir nicht, daß es die serbische Demokratie war. die durch ihre Angriffe gegen Oesterreich-Ungarn den Antrieb zum großen Weltkriege gegeben hat. nicht etwa eine kleine Hofklique. In Rußland war es. wie die Enthüllungen klar bewiesen haben, die panslawistische Demokratie und Militärpartei, nicht der Zar^ die den Krieg beschlosien. In Frankreich war es wiederum die Demokratie, die die Einladung der deutschen Regierung, sich neuttal zu erklären, schroff abwtes und damit zwei Millionen Franzosen zum Tode verurteilte. In Belgien führte der fanatische Deutschenhaß des Bürgertums, das englische und französische Truppen ruhig hatte durchmarschseren lasten, nachdem es mit ihnen schon durch neutralitätswidrige Geheimverträge verbunden war. zu zwecklosen Kämpfen und Zerstörungen. In Italien widersetzte sich der Hof am längsten dem perfiden Vertragsbruch. der das Land an den Rand des Abgrunds und in eine hoffnungslose Lage gebracht bat. Der Druck einer von räuberischen Instinkten erfüllten Phrasen-Demokratie zwang Monarchie und Regierung zu dem Verrat, der für ewige Zeiten ein Schandfleck in Italiens Geschichte bleiben wird. Und welcher monarchische Despot hat wohl die Vereinigten Staaten gezwungen, in einen Krieg einzutreten, der sie nichts anging und zu dem sie nicht den geringsten Grund hatten? Auch hier war es der Druck einer skrupellosen Phrasen- und Geschäfts-Demokratie, die teils aus Sportlust und Blutgier, teils aus Gewinnsucht zu den Massen griff. Ueberall sehen wir die moderne Talmi-Demokratie. die uns als das Ideal gepriesen wird, d. h. di« Vereinigung der urteilslosen Maste mit skrupellosen Demagogen und Geschästspolitikern. als Träger und Säule aller Kriegeshetze. während die miteinander verbundenen und verwandten Dynastien zu bremsen und zu versöhnen suchen! Der Engländer weiß, daß kein Volk, auch nicht das preu-- ßische, die schweren Lasten und drückenden Pflichten des Militarismus auf sich nehmen würde, nur um sich selbst zu peinigen. Der Brite würde auch an und für sich diesen Militarismus gerne sehen, weil er ja so viele Hunderttausende Leute im besten Alter von Handel und Industrie abhält.' Aber dieser „preußische Militarismus" hat den einen großen Vorteil, daß er zugleich deutschen Handel und Industrie schützt, und nur deshalb wird er von den vereinigten Phrasendreschern englischer Zunge, wenn auch nur in contumaciam, zum Tode verurteilt! Dem deutschen Volke soll nach den Versicherungen der Entente nichts geschehen, nur die Haut, eben jener Militarismus, soll ihm vom lebendigen Leibe gezogen werden! Aus Lee Heimat. Keine Drucksachen oder -Schriften ins Ausland. Durch Verfügung des stellvertt. Generalkommandos des 18. Armeekorps und das Gouvernements der Festung Mainz vom 18. 6. 18 ist ez verboten, daß Reisende Schriften oder Drucksachen mit über die Reichsgrenze nehmen Ausnahmen in besonderen Fällen sind nur gestattet, wenn die Schriften vor dem Antritt der Reise amtlich geprüft und eingesiegelt sind, wofür im Korpsbezirk und für den Befehlsbereich der Festung Mainz die miliärische Postüberwachungsstelle Frankfurt a. M., Weserstraße Nr. 33. zuständig ist. Es wird darauf hingwiefen. daß in solchem Falle die mitzunehmenden Schriften und Drucksachen mindestens fünf Tage vor der Abreise bei der Poftüberwachungsstelle eingegangen fein müsten. Diebstähle und kein Ende. In den hiesigen und benachbarten Zeitungen lesen wir allein gestern folgende Diebstahls? Meldungen: Bad-Nauheim. 30. Sept. In der letzten Nacht haben Einbrecher die im Hochwald liegende städtische Wirtschaft „Zum Waldhaus" fast gänzlich ausgeraubt. Die Diebe machten reiche Beute cm Geschirr, Kleidungsstücken und an den für den Wirt- fchaftsbetrief eingelagerten Lebensmittel. Der Pächter der Wirtschaft, Wilhelm Friedrich, der gleichzeitige Besitzer des in der Stadt gelegenen Wirtshauses „Zum Ritter" ist. schätzt feinen Verlust nach Friedenswert berechnet auf über 3000 Mark. Hungen. 30. Sept. In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde hier bei zwei benachbarten Einwohnern ein Einbruch verübt, bei dem den Dieben Kleidungsstücke. Kartoffeln. Brot. Aepfel usw. in die Hände fielen. Vis jstzt fehlt jede Spur von den nächtlichen Besuchern. Heuchelheim b. Gießen, 30. Sept. In einer Nacht verganqe. ner Woche wurde der hiesigen Zigarrenfabrik von Rinn 5c Cloog ein Besuch abgestaltet und von den Dieben etwa 2000 Stück Zigarren entwendet. Bon den Einbrechern, die sich durch Zerschneiden einer Fensterscheibe Eingang verschafften, fehlt bis jetzt noch jede Spur. Ans Hessen.Rasiau. FC. Aus dem Regierungsbezirk Wiesbaden, 30. Sept. Auch tn dem abgelaurenen Jahre hat der Frschereiverein für den Re- gierungsbezirt Wiesbaden auf der von dem Verein gepachteten Fischerei in der Lahn von Steeden bis Biskirchen und in der Elb von Hadamar bis zur Mündung in die Lahn allwöchentlich Fischzüge mit dem Netz vornehmen lasten, um der mindelbemib telten Bevölkerung zu einem mäßigen Preise Fischfleisch zuzw führen. Es sind hierbei 274 Pfund Hechte. 22 Pfund Zander. 71 Pfund Schleien. 1602 Pfund Weißfische und Barben, sowie 41 Pfund Aale, gefangen und abgegeben worden. Das Fischen und die Abgabe der Fische wurde von dem Vorstandsmitglied Friedr. Burger in Weilburg ausgeführt, und hat sich derselbe durch sein unermüdliches und uneigennütziges Wirken im Dienste der allgemeinen Volksernährung große Verdunste erworben. — Zum Schutze der Fischereien hat der Verein an Belohnungen für erst lgreiche Anzeigen von Fischdiebstählen und Fischerei-Polizei- Uebertretungen in 29 Fällen im abgelauseuen Jahre 500 Mb verteilt. Nieclerlassunx lüessen in Giessen, Johannesstrasse 1, Ecke Neuenweg:, in derzeit vom 23. September bis 23. Oktober. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H e y n e r Fiiedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". 81- G., Friedberg i, H. Herzenskarnpse. Roman von Helene CLütky. geb. von Eersdorff. ^ (Copyright 1915 by C- Ackermann-Stuttgart.) 7) Nachdruck verboten Mit seinen Pferden hatte er ein wahres Freundschaftsverhältnis. sie kannten seinen Schritt, seine Stimme und wieherten freudig, wenn er kam und folgten ihm mit ihren rührend stummen Blicken, als feien sie traurig, wenn er fort- ging. Und wie prachtvoll er als Reiter aussah! Es war eine Lust, die kräftige, geschmeidige Figur auf dem Rücken eines Vollblutrenners zu sehen, dazu die vor Freude und Gesundheit strahlenden Augen in dem schönen jungen Männerantlih. Einmal auf einem Spaziergang, den sie mit ihren Verwandten in Begleitung Reinholds unternahm, war ihnen eine arme alte Frau begegnet, die auf der Straße stand und sich vergebens bemühte, ein großes Bündel Holz, das ihr zu Boden gefallen war. mit ihren müden, zitterigen Armen wieder auf den Kopf zu heben. Als Hilde von Mitleid bewegt, sich nach ihr umblickte, sah sie. wie Reinhold bei ihr stand, freundlich mit ihr plauderte und ihr behilflich war. ihre schwere vast wieder an die gewünschte Stelle zu bringen. Dann ging er sogar noch eine kleine Strecke Weges mit der Alten in entgegengesetzter Richtung weiter, drückte ihr dann etwas in die Hand, jedenfalls ein Geldstück, und holte dann mit langen Schritten und frohen Augen seine eigene Gesellschaft wieder ein, die ihn seines Samariterdienstes wegen gutmütig verspottete. „Ach. wie kann man denn ein armes Weiblein sich so plagen sehen, ohne zu helfen, das geht doch gar nicht!" hatte er sich lachend entschuldigt. Wie hübsch das war! Ein glanzender junger Offizier aus der intimsten Umgebung der königlichen Majestäten, der sich nicht nur nicht genierte, sondern es geradezu selbstverständlich fand, einer armen Frau beizuspringen! Von diesem Augenblick an wußte Hilde, daß sie ihn liebte. Sie mußte ihn lieben, vb sie wollte oder nicht, ob er sich um sie kümmerte oder nicht, für immer, ihr ganzes Leben lang, das fühlte sie deutlich. Nie hatte sie gedacht, daß -sie einen Mann lieben könne, dem sie vollständig gleichgültig war. Sie hätte ßegTaubt, dadurch ihre^ Mädchen- «nd^FraAenwürbe herabz«. ziehen. And nun geschah eZ. daß sie sich sogar sagte, diese Liebe sei ihr Höchstes und würde, auch unerwidert, immer ihr Höchstes bleiben. Es war ihr Schicksal, immer einsam zu sein, trotz ihres warmen, nach Liebe sich sehnenden Herzens. Ihre Mutter war gestorben, sie das einzige Kind, konnte sich ihrer kaum erinnern. Sie mußte eine schöne, kluge, anmutige Frau gewesen sein. Ob sie glücklich war? Wohl kaum. Denn ihr Vater hatte einen harten, tyrannischen, unberechenbaren Charakter, mit dem schwer umzugehen war. Don der Wärme und Zartheit, deren ein Frauenherz bedarf, um sich wohl zu fühlen, hatte er keinen Begriff. Vielleicht hatte er seine Gattin auf seine Art geliebt, aber gezeigt hatte er es nicht; sie mußte unter seiner mürrischen, wortkargen, despotischen Art, die keinen Widerspruch duldete, unendlich gelitten, mußte gefühlt haben, daß ihre besten und schönsten Eigenschaften gar nicht zur Geltung kamen, — sie verkümmerte wie eine Blume, die stets im Schatten steht. Auch Hilde stand ihrem Vater fremd gegenüber. Don Anfang an mochte ihm ihr Erscheinen, als das eines Mädchens, unwillkommen gewesen sein, er hätte einen Sohn als Erben seines Namens und seiner Reichtümer haben mögen. Mit ihr wußte er nichts anzufangen. Er sorgte wohl in allen äußerlichen Dingen für sie und dank seiner großen Mittel fehlte es ihr an nichts. Sie hatte Wärterinnen. Bonnen. Gouvernanten, schöne, reiche Kleider, luxuriöse Zimmer und Spielsachen in Menge, aber Niemand, der sie liebte, den sie wieder lieben konnte. Unter ihren Erzieherinnen wäre vielleicht hie und da eine gewesen, der sie hätte näher treten können, aber sie wechselten immer rasch, teils weil sie sich das strenge, herrische, dazu oft ungerechte Benehmen ihres Brotherrn nicht gefallen ließen, teils weil er sie häufig wegen kleiner Versehen kurzerhand fortschickte. Ebenso geschah es mit den Dienstboten. Das große, fast fürstliche Haus wimmelte immer von Dienstboten, aber darunter war kein liebes treues Gesicht, das sich als zur Herrschaft gehörig fühlte und betrug. Immerfort Wechsel, lauter Fremde um sie her. Nur eine Persönlichkeit hielt länger Stand. Es war Fräulein Franziska Lehmann, eine vermögenslose Iugendbekannte ihrer Mutter, die als Hausdame die oberste Aufsicht führte. Sie Lbte durch Schmeichelei und Unterwürfigkeit einen gewissen fluß auf Geheimrat Antelmann aus, den sie aber keineswegs zum Guten verwandte. Sie glaubte, daß es in ihrem Interesie läge, wenn der Geheimrat völlig isoliert und nur auf sie angewiesen sei. Daher suchte sie auch Vater und Kinder einander möglichst fern zu halten, und aus dem gleichen Grunde förderte sie den steten Wechsel der Hausbewohner. So war Hildes Kindheit in äußerem Reichtum, aber innerer Leere und Herzensöde vergangen. Vielleicht wäre sie selbst innerlich verödet, trotz ihrer guten Anlagen, wäre ihr nicht im wichtigsten Abschnitt ihres Iugendlebens ein zufälliger Umstand zu Hilfe gekommen. Sie sollte konfirmiert werden und da traf es sich, daß der Pfarrer, der sie dazu vorbereitete, ein wirklicher Seelsorger war, der die traurige Lage des armen reichen Kindes erkannte und sie mit besonderer Liebe an sein Herz nahm. Er erschloß ihr den ganzen Reichtum, den sicheren Lebenshalt, den die milde, weise Lehre des Evangeliums in sich birgt; er machte sie bekannt mit der ganzen Schönheit und Befriedigung, welche echte, innerliche Religiosität gewähren muü. Und dann führte er sie in feine Familie ein. wo sie zweierlei kennen lernte, was einen unauslöschlichen Eindruck auf ihr empfängliches Gemüt machte: wahre Frömmigkeit, verbunden mit frendrger. gesunder Lebensbejahung und ein liebevolles, heiteres, glückliches Familienleben. Wie wohl fühlte sie sich bei diesen guten Menschen, die sie wie eine der Ihrigen, aufnahmen! Ihr Vater duldete achselzuckond ihren Verkehr im Pfarrhause. den sie auch nach der Konfirmation eifrig fortsetzte. Er begriff nicht, was sie dort so Anziehendes fand: ihm waren die Leute, die eine wohlgeachtete, aber doch im Grunde bescheidene Stellung einnahmen, höchst uninteressant. Nachdem sie noch ein Jahr in einer vornehmen Pension der französischen Schweiz zugebracht hatte, machte ihr Vater lange Reisen mit ihr, wo sie dank seiner reichen Mittel ihr großes Bildungsbedürfnis befriedigen und ihr hervorragendes musikalisches Talent bei ersten Meistern verschiedener Nationen weiter bilden konnte. Sie waren mehrere Winter in Berlin gewesen, hatten andere Jahre in Rom verlebt: doch blieb Paris der Lieblinasaufenthalt des Eeheimrats, weshalb sie auch dort stets am längsten verweilten. Im Sommer kehrten sie meistens in ihre reizende Villa am Rhein zurück. Fortsetzung folgt. Velr.: Feifchversorgnng. Bekam,imachnng Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenn nis, daß die mir vom Kommunalverband Friedberg zur Derieilung an die Schwerste und Schwerarbeiter der' Stadt Friedberg überwiesene Wurst für die Woche vom 3-./9. bis 6./10. 1918 am Freilag. den 4. Oktober 1918, nachmittags von f bis 6 Uhr, in dem Geschäftsladen des Metzqer- meisters Adolf Engel, Kaiserstraße Rr. 98, zum Verkauf kommt. Die Abgabe der Wurst erfolgt nur unter Dorla e der für die Schwer- und Schwerstarbeiter ausgegebenen Fleisch-Zusatzkarten. Der Verkauf des Fleisches für Kranke für die Woche vom 80 . Sept. bis 6. Oi ober findet am F eitag, den 4. Ouoler, nachmittags von 2 bis 3 Uhr in den Metzgerläden der Rindsmetz er, wie seither statt. Die Verkaufszeiten sind genau einzuhalten. Nach Ablauf dieser geht das Anrecht auf die zustehenden Mengen Fleisch oder Wurst verloren. Friedber^ den 3. Ott. 1918. Der Bürgermeister 2. V.: Damm. Bekanntmachung Nach der Bekanntmachung Er. Kreisamts Friedberg vom30. Sept. d. I. hak das Direttorium der Neichsgetreideitelle für die Zeit vom 3>. Lepiember bis 6. Oktober 191^ als Er atz für die entfallende Fleisch menge, dre Ausgabe einer Mehlmlage verfügt. Diese Zulage beir gt in der genannten Zeit für die Stadt Friedberg 125 Gramm Weizcnörormehl aus den Kops der fleischverso gungs- berechliaien BeoötUruiig. Die Berabfo.gunq geschieht auf den Ab chniil der neuen Fleischkar.e, der die Aus chr>ft tiägr: „30.September bis 6. Ollobec fleischlos". Der Beikauf erfolgt nur in den Mehthandmngen Adam fißttfiij n. f. Simt am Freitag, den 4. und Samstg, den 5. Oktober, alle sonstigen Mehloerkäuser sowie die Bäck - reien sind zu die,er Mellabgabe nicht besagt. Die Neichsfleißh- tarie ist bei der Ausgabe vorzuzeigen. Sie darf nur von deii vorerwähnten Verkaufsstellen ab- getrenni werden. Der Preis des Mehles bersch- net sich wie folgt: 125 Gramm losten 8 Pfg. 250 „ „ 15 „ 375 „ „ 23 : 500 „ „ 29 „ usw. Zuwiderhandlungen gegendlese Anordnung werden nach § 89. Ziffer 12, der Reichsgetceideord- nung bestraft. Friedberg, den 2. Oktober 1918. Der Bürgermeister , I. V.: Damm. Bekanntmachung über den Bezug bestellter Nährmittel. Die auf unsere Bekanntmachung vom 20. September bei den Kleinhandelsgeschäften bestellten Mengen Erbsen. Suppen und Graupen können von den Bestellern vonl 5. d. M. ab bezogen werden. Der Bezug kann nur bei dem Geichäft erfolgen, bei dem die Bestellung aufgegeben wurde. Dabei ist die Näyrmittelkarte mit vorzulegen. Nährmittelkarten ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug; einzeln abgetrennte Quittungs-und Bezugsmarkeu sind wertlos. Es entfallen auf: Nährmittelkarte 6 (rot) Marke 50 100 Gramm Erbsen zu 10 Pfennig. 100 Gramm Suppen zu 10 Pfennig. 125 Gramm Graupen zu 10 Pfennig. Nährmittelkarte C (blau) Marke 59 100 Gramm Erbsen zu 10 Pfennig. 1 Suppenwür el zu 10 Pfennig. 1£5 Gramm Graupen zu 10 Pfennig. Mit dem 9. Oktober verlieren die Marken ihre Gültigkeit- Wer die von ihm bestellten Waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht bezogen hat, verliert den Anspruch darauf. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die betreffenden Quittun'-'S- und Bezugsmarken adttttrennen, und getrennt nach Nummern und Farbe auf Bestellbogen aufgcklebt, bis spätestens 10. d. Mts. bei uns abzuiiefern. Bis zu dem vorstehenden Zeitpunkt, allo dem 9. d. Mts., von den Bestellern nicht abgenommene Warenmengen sind bis zum 10. ds. Mis anzuzeigen. Nichtbeachtung dieser Bor chrift hat den Ausschluß von dem Vertrieb der Nährmittel zur Folge. Friedberg, den 2. Oktober 1918. Der Bürgermeister 2. V.: D am m. Bekanntmachung X>i© Volksküche wird am Montag, den 7. Oktober wieder eröffnet. Die Abgabe von Mittagessen erfolgt nur ge^en am Werktag vorher gelöste Karten. Wochenkarten wer en nur SamStags ausgegeben. Verkaufs eit 117 2 bl» 127 2 Ahr mittags. Der Preis stellt sich für Tageskarten auf 40 Pfennig. Wochenkarten für die 6 Werktage 2.10 Mk. Vei Lö'ung von Wochenkarten müssen die Nährmittelkarten abgegeben werden. Friedberg, den 2. Oktober 1918. Der Bürgermeister 2 . V.: Damm. Mahnung der tadniiejeiicnt Unter Bezugnahme a ,f die Mitteilung auf Seite 2 des Steuer- zettels wird hiermit bekannt gemacht, daß die bis Ende Sept. fälligen Steuern. 1/3. Ziel einschließlich der Nachträge, bis zum 11. Oktober ds. Js. zu entrichten sind; Nach Ablauf dieser Frist beginnt bic Zwangsbeitreibung. Es wird hierbei dringend empfohlen, sich der Uebcrweifung aus Bank- oder Scheckguthaben zu bedienen. 2n dieiem Falle ist außer dem Namen auch die Heberegister- nummer des Steuerzettels anzugeben. Knedberg, den 2. Oktober 1918. Die Stadtkasse. äSiiiisSii. Irillniaschine, Schubrad, l s / 4 m, 9/13 Reihen, Hintersteuer. Irillmslliine „Tick" Kl. 4a, Schubrad 2 m, 11/15 Reihen, Hintersteuer. Miimfiljiite „Mw" 2 m, 10 Reihen, Hintersteuer, in gutem Zustande preiswert abzugeben. M. Rosenthal, Gießen, Fernsprecher 77. Pelzwaren. Beim Einkauf von Kragen und Muffen vergleichen Sie meine Qualitäten und Preise. Erstklassige Verarbeitung, bestes Material, in Alaskafuchs, Zobelfuchs, Eeh, Opposum, Murmel, Kanin. Elegante moderne Formen in unerreichter Auswahl. Pr. Weber, Friedliei-g. Ulmer-Pilüge. Siiemaschincn, Kartoffel graber, Putz- iDiiahlen, Keltern, Häckselmaschinen, l&ilbensclmesder, Streustroh Schneider. Ersatzteile. — Reparaturen. A. JT. Tröster, Butzbach. Telefon Kr. 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