Nummer 328 10 Pfennig die Nummer Samstag, veu 28. September 1918 11. Jahrgang. Die .,Ueue Tages?eitung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Dauer aus Hessen", „Die Kpinnssube". Kerrrgspreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Ml. 2.4o hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei ven Agenten monatlich 90 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anreigen: Grundzeile 25 Pfg., lokale 20 Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahmg erhoben. Ersüllüngsort Friedberg. Kchriftleitnng und Verlag Friedberg (Hessen). Hanauerstraße 12. Ferniprecher 48. Postscheck-Lonto Nr. 4859. Amt Frankfurt a. M. Gin neuer Großangriff. Angriffe der Engländer und Amerikaner unter gewaltigem Einsatz von Truppen und Material; in der Richtnttg ans Camkrai Kaden gewannen. — Grnente schwere Angriffe der Engländer und Amerikaner in der Champagne, fawie Mischen Argannen nnd Maas gescheitert. Ernst der Kage in Kulgarien. — 28OOO Tannen versenkt. ■ ■ . 1 - i> Der deutsche Generalstak — meldet: £ Der knlgarische Generalstad j meldet: - Pß. T. Grohe« Aattptqnartier» de» 2V. September Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz 3n der Champagne zwischen den Höhen westlich der Suippes vnd der Aisne sowie nordwestlich non Verdun zwischen den Argonnen und der Maas haben Froni.ojen und Amerikaner gestern mit starken Angriffen begonnen Der Artilleriekampf dehnte sich über die Höhen westlich der Suippes nach Westen bis Reims über die Maas, nach Osten bis zur Mosel aus. Dort folgten nur Teilangriffe. Sie wurden nach heftigen Kämpfen algewitsen. Bei ihrer Abwehr östlich der Maas zeichneten sich auch österreichisch-ungarische Truppen aus. An den Hauptangriffssronten leitete gewaltiges Artilleriefeuer die Infanterieichlacht ein. Westlich der AiZne brach der Franzose, östlich von den Arconnen der Amerikaner unter Einsatz zahlreicher Panzerwagen gegen unsere Stellungen vor. Befehlsgemäß wichen unsere Vorposten kämpfend auf die ihnen zugewiesenen Verteidigungslinien aus Bei Tahure und Nipont gelang es dem Gegner in seinen bis zum Abend fortgesetzten Angriffen über unsere vordere Kampflinie hinaus bis auf die Höhen nordwestlich von Tahure und bis Fontaine-en-Dormois vorzudringen. Hier riegelten Reserven den örtlichen Einbruch des Feindes ab. Mil besonderer Stärke führte er seine Angriffe gegen unsere Stellungen zwischen Auberive und südöstlich von Somme-Py. Sie brachen vor unseren Kampslinien unter schwersten Verlusten für den Feind zusammen. Auch nördlich von Eernay scheiterten die bis zum Abend mehrfach wiederholten feindlichen Angriffe. In den Argonnen schlugen wir Teil- angriffe des Gegners ab. Zwischen den Argonnen und der Maas stieß der Feind über unsere vorderen Kampflinien hinaus bis Montblainville—Mont- faucon und bis an den Maasbogen nordöstlich von Montfaucon vor. Hier brachten ihn unsere Reserven zum Stehen. Der Feind konnte somit an einzelnen Stellen unsere Infanterie- und vorderen Artillerie-Linien erreichen. Der mit weitgesteckten Zielen unternommene große französisch-amerikanische Durchbruchsversuch ist am ersten Schlachttage an der Zähigkeit unserer Truppen gescheitert. Neue Kämpfe stehen bevor. Der Erste Gerirralquartiermelster: Ludendorff. Sofia, 27. Sept. (WB.) Generalstabsbencht vom 26. September: Mazedonische Front: Westlich des Wardar sind unsere Einheiten im Marsch nach Norden auf ihre neue Stellung. Der Feind verstärkte seinen Druck gegen Jstip. Auf der übrigen Front örtliche Kämpfe ohne besondere Bedeutung. Das türkische Hauptquartier l £== meldet: Konstantinopel, 26. Sept. (WB.) Tagesbericht. Palästinafront: Gegen unsere neuen Stellungen ist der Engländer über Nablus und im Jordantal im Anmarsch. An den übrigen Fronten Ruhe Konftantinopel, 26. Sept. (WB.) Tagesbericht. Palästinafront: Gegen unsere neuen Stellungen sind die Engländer über Nablus und im Jordantale im Anmarsche An den übrigen Fronten Nutze. Neue Angriffe der Engländer gegen unsere Stellungen sind bisher nicht eingetreten. Auf unserem rechten Migel w-urden vorfiihlende Reiterei und Panzerkraftwagen abgewiesen. Unsere Seeflugzeuge griffen in der Nacht zum 24. und zum 26. September die englischen Flugplatzanlagen auf den Inseln Lemnos und Thamos erfolgreich mit schweren Boniben an. Drei Flugzeughallen wurden auf Leinnos vernichtet. Von den übrigen Fronten nichts Neues. 28000 Tounen versenkt. Berlin. 26. Sept. (WB. Amtlich.) Im Atlantik versenkten unsere U-Boote 23 006 Brt., darunter drei Tankdampfer von zusammen etwa 19 000 Brt., von denen einer als Amerikaner festgestellt wurde. Der (5hrs des Admiralstabes der Marine. kas bnSüflrHrfif MliffkiMAnds- bf|ta. frT*fiiflfln'iftiot. Abendberrchl. Berlin, 27. Sept., abends (WB. Amtlich.) Zwischen den von Arras und Peronne auf Eambrai führenden Straßen und gegen die Siegfriedfront westlich Le Ehatelet haben Angriffe tun: Engländer und Amerikaner unter gewaltigem Einsatz an Truppen und Material begonnen. Der Angriff in Richtung auf Eambrai gewann Gelände. In der Champagne sowie zwischen Argonnen und Maas sind erneute schwere Angriffe der Franzosen und Amerikaner gescheitert J | | icht sorgen und quälen, P Hiebt die Feinde zählen - Tu entschlossen still, U)as die Stunde will! Zeichne die Neunte! r—~~ -= f I Der österreichische Generalftab /======== meldet: Wien, 27. Sept. (WB ) Amtlich wird verlautbart: An der Tiroler und venetianischen Eebirgsfront Artilleriekämpfe rmd Patrouillengefechte. Auf dem westlichen Kriegsschauplatz nahmen österreichisch- rrngarische Truppen an den Kämpfen östlich der Maas rühmenswerte« Anteil, Ciei bei Gerierglstabe». Sofia, 26. Sept. (WB.) Meldung der Bulgarischen Telegraphenagentur. Die Parteien des Regierungsblocks veröffentlichen folgende Note: In Uebereinstimmung mit den Parteien des Blocks hat die Regierung gestern, am 25 September, nachmittags 5 Uhr, dem Gegner ein amtliches Waffenstillstandsangebot gemacht. Die Parteien des Blocks richten an Heer und Bevölkerung die Mahnung, die militärische und die öffentliche Disziplin zu wahren, die so nötig ist für die glückliche Durchführung unserer Absichten in diesen Zelten, die für das soeben eingeleitete Friedenswerk entscheidend sind. Die Nationalversammlung ist auf den 30. September einberufen. Sofia, 26. Spt. (WB.) Meldung der Bulgarischen Telegraphenagentur. In Erwägung des Zusammentreffens der jüngst eingetretenen Umstände und nachdem die Lage gemeinsam mit allen zuständigen Stellen erörtert worden ist, hat die bulgarische Regierung in dem Wunsche, dem Blutvergießen ein Ende zu setzen, den Generalissimus des Feldheeres ermächtigt, dem Oberbefehlshaber der Ententeheere in Salonik die Einstellung der Feindseligkeiten vorzuschlagen, um Verhandlungen mit dem Ziele des Abschlusses eines Waffenstillstandes und des Friedens einzuleiten. Die Mitglieder der bulgarischen Abordnung sind gestern abend abgereist, um sich mit den Bevollmächtigten der kriegführenden Ententestaaten in Verbindung zu setzen. (Notiz des MTB.: Die Nachricht von der Abreise der Delegation für den Waffenstillstand erweist sich nach neueren Nachrichten als unrichtig.) Hintze über die Lage in Bulgarien. Berlin, 27. Sept. (WB.) Im Hauptausschuß des Reichstags führte Staatssekretär v. Hintze über die Lage ln Bulgarien folgendes aus: LuL den militärischen Nachrichten de?, letzten Lage ist Ihness bekannt, daß die Bulgaren zwischen Wardar und Cerna in ernste Schwierigkeiten geraten sind. Im weiteren Verlauf der Ereig- nisie sind auch die bulgarischen Nachbararmeen in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Meldungen von der Front sind von der bulgarischen Regierung und dem Ministerpräsidenten Ma- linvw offenbar zu ungünstig ausgelegt worden. Gestern vormittag ist in Sofia eine Pressenotiz erschienen, wonach Bulgarien dem Oberkommandierenden der Ententekräste in Salonik die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten und die Aufnahme von Friedensverhandlungen vorschlägt. Eine bulgarische Delegation, bestehend aus dem Finanzminister Liaptschew, dem Generalmajor Lukow und dem Gesandten Radew, sollte angeblich bereits Mittwoch abend nach Salonik abgereist fein. Aus den bisher vorliegenden unvollständigen Nachrichten läßt sich noch nicht mit Sicherheit erkennen, ob die bulgarische Regierung tatsächlich, wie sie zu behaupten scheint, im Einverständnis mit der bulgarischen Heeresleitung, dem bulgarischen Parlament und dem Könige gehandelt hat oder ob sie mehr oder weniger auf eigene Faust vorgegangen ist. Die Sobranje soll erst am 30. September zusammentreten. Verschiedene Anzeichen lassen die Möglichkeit offen, daß Malinow von der weiteren Entwicklung der Dinge desavouiert werden könnte. Im ganzen Lande macbt sich eine starke Strömung gegen den Schritt Malinoros bemerkbar. Wichtige Parteien des Parlaments und einflußreiche Kreise des Volkes wollen von einem Sonderwaffenstillsland und von einer Friedensbitte nichts wissen. Als Symptom ist es bezeichnend, daß die bulgarische Friedensdelegation, die nach der erwähnten Pressenotiz angeblich Mittwoch Abend abgereist sein sollte, bis gestern, Donnerstag, mittag Sofia noch nicht verlassen hatte. Eine Gegenaktion der bundestreuen Elements scheint bevorzustehen. Auf die ersten beunruhigenden Nachrichten von der mazedonischen Front hat die deutsche Oberste Heeresleitung sofort aus den verfügbaren Reserven starke Kräfte zur Unterstützung der Bundesgenossen nach Bulgarien geworden Zum Teil sind diese Verstärkungen bereits eingetroffen, zum Teil werden sie in den nächsten Tagen zur Stelle sein. Auch die österreichisch-ungarische Heeresleitung hat sehr nambatt« Kräfte in Marsch gesetzt. Die deutschen und die österreichisch' ungarischen Verbände würden nach dem Urteil von militärischer Sachverständigen durchaus genügen, um die militärische Lag« wiederherzustellen. Trotz mancher hoffnungsvoller Momente if die Lage aber heute noch zweifellos als ernst zu bezeichnen Schon in wenigen Tagen wird man indessen klarer sehen. Eir Anlaß, das Spiel Bulgariens heute schon verloren zu geben liegt weder für Bulgarien noch für uns vor. Die politische Lei tung wird selbstverständlich den Hauptausschuß des Reichstag« über die Weiterentwicklung sorgfältig unterrichtet hallen. odep Jede? -Jnßallateup ßk In Friedberi: zu haben bei: Fr. Fuendelinjr, Elektrotechnisches Büro; Willi. Ad. Heil, Schlosserei und Installationsgeschäft; Hart Jbüdkc^ lnstallation^aeschäft. In einer anderen Wolf-Meldung heißt es' Die Bulgare« sind ihrer Natur nach kühle Realpolitiker, aber nach Nachrichten, die neuerdings aus Sofia vorliegen, scheint in der Armee doch ein Verständnis für Vundestreue vorhanden zu sein, denn es wird berichtet, daß aus Armeekreisen heraus sich Widerstand gegen die Malinowsche Politik geltend mache. Viel wird na. türlich davon abhangen, ob die zum Teil angekommenen, zum Teil noch unterwegs befindlichen deutschen und österreichisch« ungarischen Divisionen im Stande sein werden, die Feinde zum Stehen zu bringen und die militärische Lage wieder Herzusiel, len. So schwer es in solch gespannten Zeiten wird, man muß doch einige Tatsachen abwarten, bis man die Folgen dieses WaffenstiNstand.es und Friedensangebotes ermesien kann. Da. rüber, daß seine Folgen sehr ernst sein und sich etwa nicht nur auf das Ausscheiden Bulgariens aus der Kriegführung be. schränken werden, besieht natürlich kein Zweifel. Eine nicht nur militärische, sondern auch politische Rückwirkung in erster Linie auf die an Bulgarien grenzenden Länder wäre unausbleiblich. Köln. 27. Sept. (MV.) Ein Berliner Telegramm der „Kölnischen Zeitung" meldet: Die Festsetzung der militärischen und politischen Lage Bulgariens macht Fortschritte. Der bulgarische Oberbefehlshaber General Todoro-w handelt in Ueber« einstimmung mit der Obersten Heeresleitung der Verbündeten, von der er Weisungen erbeten hat. ^er Aanplansschuß steht nicht, ebensowenig teilen wir die Bedenken gegen die Par. kam gestern nur zu einer kurzen Sitzung zusammen, die un'er dem Eindruck des bulgarischen Friedensschrittes stand. Nachdem der Staatssekretär v. Hintze eine Erklärung darüber abgegeben hatte, die wir vorstehend veröffentlicht haben, wurde die Sitzung vertagt. In einer vertraulichen Besprechung kamen verschiedene militärische Dinge zur Sprache. Die Gesamtheit des Reichstages wird jedenfalls in allernächster Zeit einberufen werden. (FnlfMfrs Arbeit im knWihen pt. Rotterdam, 24. (sept. Reuter verbreitet auszugsweise den gestrigen Leitartikel der „Weftminster Gazette", der sich mit dem Entwurf Erzbergers über die Errichtung eines Völkerbundes befaßt. Nach der Darstellung Reuters heißr es in dem Kommentar der Asguith nahestehenden Zeitung, daß die Vorschläge theoretisch annehmbar seien, daß aber erfahrungsgemäß zwischen Theorie und Praxis immer ein J großer Unterschied bestehe. Für die Entente sei es besonders wichtig, darüber unterrichtet zu werden, ob es sich um eine private Arbeit Erzbergers handele oder ob maßgebende Fak- toren dahinter ständen. Jedenfalls müsse man zugeben, daß die Annahme des Entwurfs durch das deutsche Volk das Ende des preußischen Militarismus bedeuten würde. Die ganze Sachlage sei so, daß die Entente unbedingt Sicherheiten haben müsse, selbst wenn sich das Parlament den Erz- bergerschen Gedankengang zu eigen mache. Es gebe aber nur eine einzige wirkliche Sicherheit und diese bestehe in der völligen Abrüstung. Es ist selbstverständlich, daß es sich nur um die private Arbeit eines vielgeschäftigen Menschen handelt; nichtsdestoweniger aber wäre es angebracht, dies auch von maßgebender Stelle z« betonen — schon um Erzbergers willen. sedoch ntcK so>, daß' sie Anschluß cm Me Entente im eigentlichen Sinne befürworten. Sie sind der Ansicht, daß augenblicklich für Rußland die Imperialisten der Entente weniger gefährlich sind. Gegen den Plan des Abg. Erzberger, die Zentrrnns- partei mit Gewalt auf bas demokratisch'parlamentarische Programm festzulegen, wendet sich der „Bayer. Kurier" (Organ des Mg. Dr. Heim) sehr lebhaft: „Kopfschüttelnd steht man vor diesen neuen Methoden, die in unser Fraktions- leben eingeführt werden sollen.^, Vorstöße gegen den Vorsitzenden (Gröber) -werden angekündigt, wie das Auftreten eines berühmten Preisboxers beim Austragen irgendeiner Weltmeisterschaft, interne Fraktionsentscheidungen zu Handlungen herabgedrückt von der Art französischer Duelle, zu denen mit geschäftiger Vertraulickcheit unter dem Siegel der Verschwiegenheit Presse, Venvandte, Bekannte und Zaungäste als Zuschauer geladen werden, damit das Helden- tum des kühnen Necken, der ein Jahrhundert und mehr in die Schranken fordert, auch die gebührende Beleuchtung erfährt. Uns wollen diese neuen Regierungskünste nicht ge- fallen und wir fürchten, daß vielleicht recht viele Zentrumsanhänger mit Scham beiseite stehen und die Augen Niederlagen vor dem Schauspiel, das uns geboten wird." Mo bleibt die Mchpreistthöhulig? Eine Mahnung au die, so es angeht! Am 31. August wurde in einer Vorstandssitzung der Landes- Milch- und Fetlstelle nach lebhaften Erörterungen mit 9 gegen 7 Stimmen eine Erhöhung des Milchpreises beschlossen. Bon den Gegnern wurden die alten, schon zur Genüge bekannten Gründe wiederholt, die sich stets in dem alten Geleise^bewegen. Es sei an dieser Stelle wiederholt, daß eine Preisfestsetzung der Milch, die mit den Erzeugungskosten einigermaßen Schritt hält, durchaus zugunsten der städtischen Verbraucher wirkt. Den Landwirten wird dadurch durchaus kein Gefallen getan. Die von ihren eigenen Vertretern so hoch gepriesene Kriegsorganisation hat es fertig gebracht, daß bei uns nicht mehr die Erzeugung, sondern die Erfassung als das wichtigste betrachtet wird. Die Produktion beliebt man sozusagen mit dem Knüppel totzuschlagen, um einseitig den Verbrauchszwecken zu dienen. Auch bei der Milcherzeugung hat dieser Standpunkt seine üblen Folgen gezeitigt und die meisten Landwirte haben das Interesie an der Milcherzeugung verloren. Werden deshalb auskömmliche Preise nicht bewilligt, dann geben diese Landwirte die Milchviehhaltung auf und lasten Andere Milchwirtschaft treiben. Solche Landwirte sind es. die uns immer als Paradepferde vorgeritten werden und von denen gesagt wird, sie begehrten gar keinen höheren Milchpreis Die haben das leicht sagen, denn sie haben längst die Milcherzeugung mit einem lohnenderen Zweige der Landwirtschaft vertauscht. Die Landwirte aber, die heute noch die Städte mit Milch versorgen Helsen, verdienen den Dank des Vaterlandes und es ist kurzsichtig, wenn man bei dem MiichpreiZ um Pfennige mäkeln will. Wir sagen frei und offen heraus, daß auch die vorgesehene Preiserhöhung keine Steigerung der Milcherzeugung ber- vorbringen wird. Man hat gewohntermaßen die berufenen landwirtschaftlichen Berufsorganisationen garnicht über die Frage gehört und die landwirtschaftlichen Vorstandsmitglieder der Landes-Milch- und Fettstelle wurden einfach vor bestimmte Vorschläge gestellt. Außerdem ist durch die neue Preisfestsetzung der Milch schon der Keim für zukünftige Zwietracht gelegt, indem z. B im Regierungsbezirk Wiesbaden der Stallpreis für einen Liter Milch auf 50 Pfg.. im Eroßherzogtum Hessen aber nur auf 40 Pfg. festgesetzt ist. Dann sei aber auch endlich die Frage gestattet, wann tritt denn eigentlich die Erhöhung ein? Vier Wochen sind seit dem Beschlusie der Landes-Milch- und Fettstelle vergangen, der 1. Oktober steht vor der Türe, aber noch immer wisien wir nicht, wann die Preiserhöhung kommt und noch immer ist keine diesbezügliche Verfügung bekannt geworden. Und wieder müsien die hessischen Landwirte zu ihrem Leidwesen die Erfahrung macken, daß sie gegen ihre Berufsge- nosien in den Nachbarstaaten stiefmütterlicher behandelt werden. Im Regierungsbezirk Kasiel ist die. Erhöhung bereits seit 15. August, im Regierungsbezirk Wiesbaden feit 15. September in Kraft. WaZ sind die Ursachen, daß die Landwirte in Hessen immer noch zu dem billigeren Preise kiefern müsien?. Im Gebiet der Oberhesiischen Milchzenftale kostet diese Verspätung den Landwirten jeden Tag rund 2500 Mark. In ganz Hessen vielleicht 20 090 Mark. Der Rückgang in der Milcherzeugung bat schon in diesem Monat stellenweise einen recht bedenklichen Unrsang angenommen. Wir handeln im Sinne unserer Milchversorgung. wenn wir uns die dringendste Bitte erlauben, nunmehr endlich den Beschluß zur Tat werden zu lasien und keinen Tag mehr damit zu zögern. Was Du tust, das tue bald! Niederlassung Giessen ln &ieetKcn, Johannesstrasse 1, Ecke Neuenweg, in slsrZ&t vom 23. Ssptemiier iiis 23. Oktober. Eins Ansprache Lenins. Stockholm, 24. Sept. Lenin, der sich an der am 16. ds. Mts. abgehaltenen Sitzung des Zentral-Exekutivkomitees beteiligte, ergriff wich kurz das Wort und dankte den Anwesenden für die ibm bezeugte Treue und Anhänglicheit. Er berührte bei dieser Gelegenheit auch das Verhältnis der Dolschwiki zu deren Verteidigung des Landes und hob hervor Laß sie jetzt, nachdem keine Großmachtpnvilegien mehr damit geschützt werden sollen, sondern die Existenz der sozialistischen Republik, auch die Bolschewrki Freunde der Einigung und Ruhe geworden seien. Die bolschewistisch^ Linke mit Bucharin, Pokrowski, Üomow und Oboletvski an der Spitze haben ein neues Programm ausgestellt, aus dem zu ersehen ist, daß sie sich dem neuen bolschewistischen Kurse widersetzen und aus die Schwächung der Arbeiterkontrolle, sowie aus irgendwelche Zugeständnisse an die bürgerlichen Elemente überhaupt nicht -ringehen wollen. Sie warnen vor der Verwendung der bürgerlichen Generale und wollen das Wahlrechtsprinzip fsn Heere beibehalten. Als wichtige Tagesaufgabe betrachten sie die vollständige Vernichtung der russischen Bourgeoisie. Außerdem sind sie in gewisser Hinsicht Ententesreunde, fhitigi dag Weh auf die firrbOmriDf. V°n der diesjährigen knappen Futterernte sollte jeg- liches Wachstum benutzt und dem Vieh teilhaftig gemacht werden. Dazu gehört auch daß das Vieh im Herbst auf die abgemähten Wiesen zur Weide gelassen wird. Bis in den November hinein findet das Vieh dort gutes und reich liches Futter und die anderen Futtervorräte können, gespart werden. In einigen Gemeinden, so in Okarben, lverden bereits die Ziegen arrs die Weide getrieben; aber auch das Großvieh muß auf die Weide. Am besten nimmt der Gemeinderat die Sache in die Hand, damit die nötigen Vorbereitungen getroffen werden, ein Hirte bestellt wird usw. Man säume aber damit nicht, denn jetzt ist die beste Zeit! Ans der Heimat. Friedberg. 28. Sept. (Theater im Saalba u.) Mir weifen nochmals auf die heute Samstag und morgen Sonntag abends punkt 8 Uhr stattfindenden Aufführungen des neuesten Operettenschlagers „Das Drei-Büberl-Haus" hm und dürfte es sich empfehlen. Karten beizeiten sich im Vorverkauf zu holen. Für nachmittags sind Karten auch schon an beiden Tagen von | 1t—1 Uhr an der Theaterkasse im voraus zu haben. AlleA Nähere ist noch aus der heutigen Anzeige zu ersehen. Das Sammeln der Bucheckern. Wenn die Bucheckern reif j sind, lockern sie sich in ihrer Schale, die stachligen Fruchtbecher ! springen auf und die Kerne fallen zu Boden. Das geschieht nicht gleichmäßig, weil der Standort. Sonnenseite oder Schat. tenseite für den Zeitpunkt des Ausstoßens der Kerne maß. gebend ist. Regelmäßig zuerst fallen aber die tauben Kerne und die von Insekten beschädigten, die beide für die Oelberei. tung wertlos sind. Ein Nachtfrost lockert auch die noch sestsihen. den Kerne in ihren Dechern und aus diesem 'Grund wird die Sammlung nach einem Nachtfrost ergiebiger. Das Aufsammeln der Eckern im alten Bodenlaub ist mühsam. Um die Arbeit lohnend zu gestalten, fegt man das alte Bodenlaub bevor die Frucht abfällt, sorgfältig unter dem Baum fort, das hat dann die Möa« lichkeit auf den, kahlen Boden die Eckern schnell zu finden. Hat man Plane oder Leintücher zur Verfügung, so breitet man sie wohl auch über das alte Bodenlaub und fängt damit die ab« fallenden Früchte aus. Nun nimmt man eine lange Hakenstange und schüttelt damit die Aeste bis alle Eckern am Boden sind. I Auf diese Weise läßt sich die Stundenleistung ganz erheblich ! steigern und da für das Kilogramm gesunder, gereinigter, wald. i frischer, trockener Eckern Mk. 1.65 bezahlt wird, wozu noch daß Recht auf den Bezug von 60 Gramm Oel kommt, ist es von er. j heblichem Wert, möglichst große Mengen zu sammeln. Vad-Nauheim. 28. Sept. Unter den Beziehern des ..schwarz« geschlachteten" Fleisches in Bad-Nauheim befindet sich ein weit« bekannter Arzt. Eine zum Versand an ihn bereite Kiste ist bei einem der Geheimschlächter beschlagnahmt worden. Nun will es der Zufall, daß höchste Herrschaften, deren Besuch in Bad. Nauheim jüngst gemeldet war. bei diesem Arzt Wohnung ge- i nommen hatten. Es ist daher anzunehmen, daß auch diese Herrschaften — natürlich ohne ihr Vorwisien — Teilnehmer an dem Genuß des schwarzgefchlachteten Fleisches waren. FC. Wiesbaden, 25. Sept. Der seit 13 Seplember als ver. mißt gemeldete 16jährige Bnnklehrling Otto Oblemach-r von ; hier ist mit der am 17. September aus dem Nbein gelandeten Leiche bei Winkel identisch Es liegen bis jetzt nickt die gering, sten Anhaltspunkte daftir vor. weshalb der Junge sich ein Leid angetan hat. Es ist nicht ausgefchlosien. daß er das Opfer eines Ueberfallß geworden ist. da die Leicke am Halse eine klaft sende Wunde aufwies, die von einem Schlag herruhren muß. ferner wird die Brieftasche des Toten vermißt. Ob Verbrechen oder Selbstmord vorliegt, wird erst die Untersuchung ergebe« müsien. Mainz. 26. Sept Seit einigen Tagen wurde ein hiesiger Offizier vermißt. Die Uniform wurde am Rheinufer bei Lan. benheim gefunden Die Leiche wurde vorgestern in Caub g* landet. Der Verlebte soll beim Baden ertrunken sein. Letzte Weldnnycn. Hoch 15 000 Tonnen. S'trlin, 27. Sept. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet des Mittelmeeres vernichteten unsere U-Boote, drei Dampfer und mehrere Segler von zusammen etwa 15 000 Bruttoregistertonne« darunter einen Passagierdanrpfer von etwa 7000 Brt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Verantwortlich kür den politischen und lokalen Zeit: Otto H i r s ch e l . Friedberg; für den Anzeiaenteft: R £ et) ne 7 Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A G.. Friedberg i Sinsilnti „Sasonia" Wendepfiiige, Zvveücharpliiige, Grasmäher mit Tsefsclisiifthalkeäi für ein und zwei Zugtiere. Vorifes’wapn, Trieur 0 , StroMoJineidgr. Jmhepunuien, Oszlmalwagen, •Hgckfeimafchineß, Riibenlciiiieider, lowis alte anderen Matehiasn üir die Lartdwirltehafi . vortätig und Icfori ab Lager lieferbar. Eigene WerUstätte. Ersatzteil-Lager. 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Vormittags 10 Uhr Goftesdienst. Nachmittags 2 Uo; Kriegsandacht. ^ Katholische Gemeinde. Sonntag, den 29. Sept. 1918, 19. Sonntag nach Pfingsten. Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an. i/ 2 7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr hl. Messe. y 2 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nacknnittags 2% Uhr Andacht; darnach V - v ' ' 1 - - des Mutter-Vereins. Während der Woche: Um 7 Uhr hl. Messe. Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus* der Boc- romäus-Bücherei.