Itnwroe«: SS 6 ' «iiglptti« ff iSÜ?, Donnerst«,, de« s«. Kcptondcr 1918 11. Jahrgang. Nb» iC « 1 / ageszeitttn —-—---- “ . ~ rtWÄ fitfCtn** Sie Soinnllube". Seruqsvreis: Be, den Postanstalten o,eclet,ährl,Ä ÄL 2.4-> Die \&tut Tay--?-i1«ng" erichemt reden Wertig Trägers Anr-ig-n: GmndzeUe 2d Psg., lokale 20 Zeigen von auswäns Eden durch PoNnachnadm- > lnp E fSefje^i. ngnauetitigge tt. ^ «■ *• «« ° * Kcklgrcichr Abwehr lifi St Sinti», »«Ucnilib« SeUan,ri#e i» de« ficht« fficmcinhc«. - 420000 Sonne« «1« A,,,«stl.c«tc. Die Rederei im Aanplausßchuß. Ker deutsche Generaistub | ;===== meldet: ==s W. T. Grstzes gan^tquartier, de» Z 5 . September Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecbt Rege Erkundungstätigkeit ln Flandern. Zwischen! -Rt uvres und dem Walde von Havcincourt lebte der ArtiNerie- »aniof auf Bei Moeuvres scheiterten erneute Angriffe des xrindes. Heeresgruppe Boehn. Oestlich von Epehy nahmen wir im örtlichen Gegenangriff >ie vor den Kämpfen am 22. September gehaltenen Linien sied er. Zwischen dem Omignon-Bach und der Somme nahmen Eng- mnder und Franzosen ihre Angriffe gegen St. Quentin wieder - ,f. Sie waren von starker Artillerie und Panzerwagen begleitet. In Pontruet, Gricourt und Francilly-Selency faßte pzx Gegner am frühen Morgen Fuß. Versuche des Feindes. heftigen, sich gegen Mittag forlfetzenden Angriffen die Ein- n .ch? stelle zu erweitern, scheiterten. Durch Artillerie und Flie- *r wirksam unterstützte Gegenstöße Ilnserer Infanterie und tzi»niere brachten gegen Mittag Pontruet und Gricourt wieder * unseren Besitz Die zwischen beiden Orten gelegene Höhe nrrde nacb weck^selvollem Kampfe wiedergenommen. Francilly- ^elencn blieb in Feindes Hand. An der übrigen Front brachen oknt Angriffe meist schon vor unseren Linien zusammen. Wo ; sie erreichte, wurde er im Gegenstoß wieder zurückgeworfen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Desle und Aisne brachen Sturmabteilungen in ie feindlichen Linien von Glenne ein und brachten 85 Geangene zurück. Ein starker Gegenangriff, den der Feind nach Abschluß dieser Kämpfe gegen unsere Ausgangsstellungen rich- :c\\ wurde abgewlesen. Bet kleineren Unternehmungen über ie ^Besle uird in der Champagne machten wir Gefangene. Wir fchosien gestern im Lustkampf 28 feindliche Flugzeuge md 6 Fesselballone ab. Leutnant Rumey errang seinen 42.. Leutnant Jacobs seinen 80. Luststeg. Der erste Cencralquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 25. Sept., abends. (WTB. Amtlich.) Zwischen )mignon-Bach und Somme wurden erneute Angriffe des Kindes abgewiesen. er Taler spricht: Iin ich ein wicht, Des Mühens und Scharrens Und Wahrens nicht werr^ Wer schmiedet aus mir Das deutsche Schwerts Da hat ihn die „Neunte" Schweigend genommen: Er ist in die rechte Schmiede gekommen. s Der österreichische Generalstab meldet: ---= Wien. 25. Sept. (WB.) Amtlich wird oerlautbart: An der Tiroler Sudfront und zwischen der Brenta und der Piave scheiterten italienische Erkundungsvorstöße. In den Sieben Gemeinden setzte der Feind gestern bei Ganove seine Teil- «rngrisse fort. Die Angreifer. Italiener und Tschecho-Slowaken, wurden Überall geworfen, an einer Stelle durch einen Gegen- jjtofc von Pardubitzer Dragonern. f JDrr Chef des Generalstabes. 420600 Tannen im Ananll. Berlin, 24. Sept. (WIB. Amtlich,) 3m Monat August haben die Mittelmächte rund 420,000 Bruttoregistertonnen ^es für unsere Feinde nutzbaren Handelsschisfsraumes vernuy- tet. Der dem Feinde zur Verfügung stehende Handelsschiffraum wird somit allein durch kriegerische Maßnahmen der Mittelmächte seit .Kriegsbeginn um rund 19-220.000 Bruttoregistertonnen verringert. Hiervon sind etwa 11.920.000 Bruttoregistertonnen Verluste der englischen Handelsflotte. Nach inzwischen gemachten Feststellungen sind, soweit bisher bekannt, im Monat I u t i außer den seiner Zeit schon bekanntgegebenen Verlusten der feindlichen oder im Dienste unserer Gegner fahrenden Handelsschiffe noch weitere Scbiffe von zusammen etwa 40,000 Vruttorcflillertonnen durch kriegerische Maßnahmen schwer beschädigt in fe ndlichen Häfen eingetrosten Der Chef dcS AdmiralstabcS drr Marine. Der Seekrieg. Skagcn, 24. Sept. (WB.) Das Ritzaubureciu berichtet: Das schwedische Kanonenboot „Gundel" ist sechs Meilen von Skagen auf eine Mine gestoßen. Von der Bemannung von 29 Mann find dar Führer und 19 Mann ertrunken. Zwei Torpedoboote kamen mit den übrigen 10 Mann, von denen einer tot, einer schwer, drei leick-e verwundet und fünf unverletzt sind, im Hafen am Man glaubt, daß die Mine zu einem ganz neuen Minenfeld gehörte. Rotterdam, 25. Sept. (WB.) Der „Maasbode" meldet: Der spanische Dampfer „Rainon Mumbru", ein Schiff von 1311 Br.-Neg.- To., ist nach einem Zusammenstoß mit einem englischen Dampfer gesunken. Die Schlacht im Wellen. Die Kämpfe vom 24. September. Berlin, 25. Sept. (WTB.) Seit Anfang September verschob sich der Druck der Engländer gegen die Siegfried- stellung immer mehr von Norden nach Süden. Dabei rannte Foch mit zusammengeballten Kräften und mit außerordentlicher Zähigkeit bald in geschlossenem Großangriff, bald in starken Teilvorstößen immer wieder vergeblich gegen die deutsche Front im Raume, Cambrai-St. Quentin an. Am 24. September setzte er starke englisch-französische Kräfte gegen den Raum nordwestlich und westlich von St. Quentin an. Der Angriff galt in erster Linie der sogenannten vermochte der Engländer jedoch nicht standzuhalten. Pontruet und Gricourt. In gewohnter Weife stürmten die Engländer vor. Hinter sckKverstem Artilleriefeuer gingen starke Jnfanteriemassen vor. die von zahlreichen Tanks und Schlachtfliegern begleitet wurden. Im ersten Ansturin gingen die beiden Dörfer verloren. Den planmäßig unter starkem Artilleriefchutz einfetzenden deutschen Gegenangriffen vermochte der Engländer jedoch nickst standzuhalte. Pontruet und Gricourt Wurden wieder erobert. In erbittertem Ringen gelangte schließlich auch die Tommy-Höhe, die mehrmals den Besitzer wechselte, wieder in deutsche Hand. Weiter südlich, wo es den Franzosen gelungen war, sich Francilly-Selency zu bemächtigen, griff der Gegner um Mitternacht nach kurzer Feuervorbereitung nochmals an. Es gelang ihm jedoch nickst, über das Dorf hinaus Boden zu gewinnen. 5 Offiziere und 50 Mann blieben in deutscher Hand. Zwischen der Ailette und Aisne stießen am 23. und 24. September mehrfach starke französische Patrouillen vor. Dem am Morgen des 24. einsetzenden schweren Feuer folgte nur ein Teilangriff südöstlich Vauxaillon, der im Handgranatenkampf abgewiesen wurde. Auf den übrigen Fronten war die Arttllerietätigkeit rege. Bei eigenen Unternehmungen wurden utehrfach Gefangene eingebracht. Bei einem derartigen deutschen Vorstoß nordöstlich Apern gelang es, 44 feindliche Unterstände zu sprengen und 82 Gefangene zurückzubringen. ' "Q Beunruhigung. ' Rotterdam, 25. Sept. Die „Times^nreHen M Et- .tauschen Lage- Der Stillstand, des, feindlichen Rückzugs auf die ganze Front ubergegriffen. Die Fortdauer der feindlichen Gegenangriffe ruft Beunruhigung hervor. Tie Lage bei Reims wird vom Gegner durch den Besitz der westlichen Höhen immer noch beherrscht. Die Kämpfe in Makedonien. Sofia, 24. Sept. Generalstabschef Burmew gab den Pressevertretern eine längere Erklärung über den Gang der in Mazedonien begonnen Operationen. Dem Feinde, sagte er. ist es um den Preis außerordentlich sck)werer Verluste gelungen. die bulgarische Front zu verschieben und in gewisser Ausdehnung Boden zu gewinnen. Die Räumung dieser Zone ist vom Oberkommando angeordnet worden, um die Armee der Nation in ungesck-wäckster Schlagkraft zu erbalten und sie im entscheidenden Augenblick zur Verfügtrng zu haben Unsere Nackchuten haben den feindlichen Truppen sehr empfindliche Verluste zugesügt. Den anderen Stotz richtete der Gegner gegen unsere Stellungen zwischen Wardar und Doiran°See, wo er beabsichtigte, unsere Linien zu durchstoßen und in unsere hinteren Verbindungen einen Einbruch zu machen.um so für unsere westlich des Wardar stehenden Trup- pen eine schwierige Lage zu schaffen. Aber trotz des großen Aufwands an Munition und der Teilnahme bedeutender Streitkräfte brach der Stoß an dem Widerstande der 9. Division. Der Gegner hat Verluste erlitten, die auf mindestens 8 bis 9000 Tote und Verwundete geschätzt r^rven können. Unsere ausgezeichnete Lage in diesem Abschnitt würde uns gestattet haben, wohl diesen glänzenden Erfolg auszunutzen, aber immerhin haben wir aus den gleichen Gründen von den Operationen abgesehen, die uns zwar einen großen Elckolg hätten bringen können, aber mit Verhältnis- mäßig erheblichen Opfern hätten erkauft werden nassen. In diesen Tagen der großen .Kämpfe an der Südfront. so schloß General Burniew, muß das bulgarische Volk seine seelische Stärke und seinen Glauben an den glücklichen Ausgang der begonnenen Operationen beweisen. Nur der Arm. der das Schwert in fcstgeschossener Faust hält, wird seine Ansprüche und die Ideale unseres Volkes durchsetzen. Dieser Umstand erfordert eine ttefgehende Geschlossenheit zwischen allen Bürgern »nd wird die Soldaten, die in der gemeinsamen Kraft die Begeisterung der ersten Kampftage wieder finden werden, befähigen das heilige und gerechte Werk Bulgariens zu einem guten Ende zu führen. Rußland. Die Kampslage. ^ Moskau, 22. Sept. (WB.) Nach einem in der „Js^ wostija" veröffentlichten Kriegsbericht rücken die Engländer in der Richtung auf Kotlas vor. Auch in der Gegend von Perm finden anscheinend hesttgere Kämpfe statt, in denen die Truppe der Bolsck-ewisten zurückgedrängt werden. Eine nvrtte Note Durians? Berlin, 25. Sept. Nach einer Wiener Meldung find bisher erst drei Antworten aus dem feindlichen Lager auf die Note Burians eingetroffen. Man glaubt, daß noch 14 Tage vergehen werden, bis alle Antworten vorliegen. In Wiener politischen Kreisen erhält sich hartnäckig das Gerücht, daß Graf Bunan unter allen Unsttänden der ersten Note eitte zweite folgen lassen will. 1>ie Kklprk^li-kn im Kanplaisllßvß. Berlin. 25. Sept. (WB.) In der heuttgcn Sitzung des Hauptausfchusies des Reichstags kamen die Redner der Parteien zum Wort. Zunächst führte der Zentrumsabgeordneto Gröber aus. daß Wechselfälle des Weltkrieges eintteten können, ohne daß man daraus Schlußfolgerungen aus die Gesamt- tage ziehen darf. Das Vertrauen zum Heere sei onerschilttert. Die Ausführungen des Generals v. Wrisberg seien aber nicht ausreichend. Nötigenfalls müßten verttauliche Ergänzungen gegeben werden. Die Rede des Vizekanzlers v. Payer iw Stuttgart stellte ein Programm der Regierung dar, das i» Uebereinstimmung mit der Obersten Heeresleitung ausgestellt wurde. Diese Uebereinstimmung erzielt zu haben, ist ein Ve« dienst des Grafen Hertling. Das Zenttum ist bereit, auf den Loden dieses Programms zu treten, wenn, «s E nicht E Sennt, daß viele Neichstagswünsche unerfüllt geblieben find. Das Haupthindernis war der Zwiespalt zwischen der Zivilregierung «nd gewissen militärischen Stellen. Dadurch wurde der Ein. druck einer gewissen Unehrlichkett im Auslande hervorgerufen. Der Wille der Regierung mutz sich gegen alle Widerstände durch. Hetzen. Im Osten müsien die Randvoller ihr Selbstbestimmungs- recht wirklich ausüben dürfen und eine Selbstverwaltung de- komme«. Mit der Militärverwaltung mutz Schluß gemacht werden, denn sie wird als Unterdrückung empfunden. Mit der Lösung der polnischen Frage geht es nicht vorwärts. Wie steht es mit der Behandlung der Polen in Deutschland? Die Frie- densentschließung des Reichstages vom 19. Juli ist von der Reichsregierung guigeheißen worden. Der Reichstag kann es daher nicht leicht nehmen, wenn der Kriegminister gegen dieses Friedensprogramm vorgehl. Der Reichstag wird den Reichskanzler unterstützen in dem Bestreben, alle Quertreibereien Beseitigen. Slbg. Scheidemann (Soz.): Die Gegnerschaft gegen den Grafen Hertling ist gewachsen, ist aber rein sachlich. Der Drester Vertrag ist ein schweres Hindernis für den Weltfrieden Das Königsspiel in Finnland ist ein politischer Fehler. Wer erlaubt dem Prnzen von Hessen als Offizier seine Nationalität s^nlegen? Man laste die Finger davon. Kühlmanns Nachfolger wurde von den Alldeutschen stürmisch begrüßt, aber die Tatsachen waren stärker. Wir dürfen die Dinge nicht so weiter treiben lasten. General v. Wrisberg: Der Erlaß des Krieasministers richtet stch nickt gegen die Friedensentschließung des Reichstags Dem Kriegsminister war vielmehr bekannt geworden, daß die Versammlungen der Zentralstelle für Völkerrecht über den Rah. -nen jener Enffchlie^ing hinausgehen, und deshalb hat er den Generalkommandos die Anweisung erteilt. Abg. Fi sch Leck (Volkspartei): Die Lage ist ernst, aber »ir baben keinen Grund, kleinmütig zu sein. Die politische Leitung muß alles tun. um die Kräfte im Innern zu starken. Obenan muß der Satz stehen, daß wir einen reinen Dertei- digunaskriea fuhren. Aba. Strefeman (nat.-lib.): Das Zentrum erklärte, daß es stck auf den Boden des Regierungsprogramms. das der Bnekanzler von Paver in Stuttgart entwickelt bat. stellen will. Dasselbe kann ick »amens meiner Fraktion erklären. Es leiten uns dabei dieselben Gesichtspunkte wie im Herbst 1917 Auch den russischen Zusatzverträgen stimmen wir zu. die in Arer Gesamtbeit Deutschlands Interesten wahren. Die Der- ßültniste in Rumänien erfordern unsere größte Aufmerksamkeit. Ken Wühlereien der Entente in Iasty muß mit größter Energie Wrtgegenqetreten werden. In Bezug auf Belgien widerspreche ÖS der Auffassung, daß Belgiens Schuldlosigke« erwies«, sei. Die Regierung sollte uns Gelegenheit geben, ihr Material ken- nen zu lernen, um de« falschen Auslastungen der Entente ent. gegentreten zu könne«. Die Differenzen zwischen der Militärverwaltung und der politische« Leitung auf dem Gebiete der Handhabung des Belagerungszustandes find bedauerlich. W,r erhoffen in Bezug auf die Wahlrechtsvorlage eine Verständigung auf dem Boden der Vorlage -wische« Negierung und Herrenhaus. Hierorts wurde die Aussprache auf Donnerstag vertagt. Am Nachmittag wird eine Geheimsitzung zur Entgegennahme einer ausführlichen Unterrichtung über die militärische Lage statt- finden. 4 .- Fliegerangriff auf Frankfurt. Frankfurt a. 9PL, 25. Sept. (WB.) Heute vormittag wurde Frankfurt a. M alarmiert, da die Anwesenheit feindlicher Flie- ger ln den Nachbarbrzirken gemeldet war. Um die Mittagszeit erfolgte ein feindlicher Angriff auf die Stadt. Rach den bisherigen Feststellungen wurden etwa sechzehn Bomben abgewor- fen, die zum Teil in die Stadt, zum Teil in freies Gelände fte» len. Eine davon traf ein weithin erkennbares Krankenhaus Es wurde Sachschaden, jedoch kein Militärischer, anperichtei. Lei- der wurden eine Person getötet und fünf Personen, in der Mehrzahl leicht, verletzt. Bisher find zwei feindliche Flieger als ab- geschosten gemeldet. Der letzthin erfolgte Abwurf auf eine Mainzer Kirche und der heutige auf ein hiesiges Krankenbans kennzeichnen wiederum hinreichend den Vorwurf der „Barbarei" ans feindlichem Munde Bestrafung des Kronprimen Caro! Iasty, 24. Sept. (SKR.) Amtliche Meldung. Kronprinz Earol ist vom König als dem Oberbefehlshaber der Armee wegen Vergehens flogen die militärischen Vorschriften mit 75 Tagen strengem Arrest bestraft worden. Der Strafvollzug hat bereits gestern begonnen. Die mit diesem Vergehen in Verbin. düng stehenden Handlungen werden zunächst auf ihre Gültigkeit geprüft, um die Folgen beurteilen zu können. Berlin. 24. Sept. Die ..Dost. Ztg." meldet aus Bukarest: In einem Telegramm an König Ferdinand teilte der Kronprinz feine Vermählung mit und bat um eine Entscheidung. Dann begab er sich mit seiner jungen Frau nach Bender. In Iastp herrschte große Bestürzung und der König selbst soll sehr erregt sein, Die Antwort des Kronprinzen soll dahin gelautet haben, daß die angesichts der Unsicherheit der Dynastie fragliche Aussicht, jemals auf den Thron zu gelangen, kym rerneu «cptff rar eine« Verzicht für diese Ehe bieten könne. Englische Kolonialgrenel. Berlin, 14. Sept. (WB.) Die vom Funkspruch Tarnavon verbreiteten angeblichen deutschen Grausamkeiten in den deutschen Kolonien sind durchweg unwahre Verleumdungen. England verfolgt damit nur den Zweck, seine eigenen Annexionsabsichten auf die deutschen Kolonien zu verdecken und Deutschlands Kolonialverwaltung in Mißkredit zu bringen. England selbst behandelt in Australien und in Südafrika bis in die neueste Zeit die Eingeborenen wie Sklaven. Di« neuere Geschichte Australiens und Neuseelands ist eine einzige planmäßige Vernichtung der dortigen Etngeborenenrasten. In Tasmanien wurden die Eingeborenen unter der Verwaltung des englischen Gouverneurs Arthur in der Weife ausgerottet, daß die englischen Soldaten und Ansiedler eine Treiberkette über die ganze Insel bildeten und die Eingeborenen wie Känguruhs jagten und niederfckosten. Rach zweimonatigem Marsche war diese grausame Menschenjagd im wesentlichen beendigt. Die wenigen Uebgrlebenden wurden auf die Flinders-Insel gebracht, wo sie infolge des ungesunden Klimas schnell ausstarben. Im Jahre 1876 schon war die gesamte Raste der Tasmanier ausgerottet. Aus Queensland berichtet der Protektor der Eingeborenen von Nord-Queensland in seinem Jahresbericht für das Jahr 1902. daß auch die dortigen Eingeborenen mit Wisten der englischen Regierung langsam ausgerottet werden. Diejenigen, die bei Weißen im Dienst sind, erhalten in der Regel keinen Lohn oder Schnaps als Lohn; ste werden als Vermittler für den Verkauf von Schnaps an andere Reger gebraucht. Ihr« Frauen werden der Prostitution ausgeliefert Mit Kindern, die den Eltern einfach weggcnommen werden, wird ein schwunghafter Handel getrieben. Wie di« Engländer mit den Eingeborenen Inner-Australien» umgehen, bezeugte der englische Kapitän H. V. Berclay, der seit 30 Jahren Inner-Australien bereist und einer der ersten Pioniere dieses Landes war. in der „Review of Reviews of Austtalisia" 1905. Wenn nicht schleunige Maßregeln zur Verdüsterung der Lage der Ureinwohner Inner-Australiens getrof. fen werden, die wie durch ein Wunder noch übrig geblieben sind, sogt er. so ist zu befürchten, daß die Weißen ste bis auf den letz* ten Mann ausrotten. Versetzt man sich um 25 Jahre zurück, se waren dort, wo heute nur noch vereinzelte oft kinderlose Fa-, milien wohnen, ---roße Volksstämme. Es ist traurig, solche Dinge feststellen zu müssen. Ebenso trostlose Zustände herrschen in Westaustralien. Die blühende Eing^borenen-Bevölkerung von Neuseeland und Poly. Hoffentlich haben beide Befehle erwünschte Wirkung. Ob das Waster durch die Bodenventile so schnell alle Laderäume überflutet, daß dos von oben herunterbrennende Feuer das kostbare Kriegsmaterial in den Laderäumen nicht mehr erreichen kann? Werden wir in den nächsten Augenblicken so schwere Treffer erhalten, mit Explosion der eigenen Ladung, daß eia Versenken des Schiffes überhaupt unnötig ist? Diese und ähnliche Gedanke« erfüllen mich die nächsten langen, langen Minuten . . . Die sich Überstürzenden Ereigniste in den folgenden Augenblicken sind schwer wiederzugeben. Das Schiff erhält in kurzer Zeit eine größere Anzahl Treffer, die glücklicherweise noch keim Explosionen Hervorrufen. Es brennt an mehreren Stellen, hauptsächlich durch die angezündete Decksladung. Das Feuer entwickelt noch Wunsch einen ungeheuren Qualm. Die geöffneten Bodenventile lasten möcktig Waster ein. so daß im Ma- schinenraum bald alles unter Waster steht. Dis zum letzten Mo. ment bleibt da» Personal dort auf Stationen, die Wastermenge« müsten möglichst gleichmäßig nach allen Schiffsräumen geleitet werden. Außerdem lasten geöffnete oder zerfchostene Dampf, rohre mit lautem Zischen Dampf ausströmen, dazu die im Schiff und in der Nähe krepierenden 15 Ztm.-Granaten. Es ist ein wahres Höllengetösei ^ Ruhig und besonnen tut jeder Mann der Besatzung seim Pflicht auf dem angewiesenen Posten. Dem Ausguckposten im Most wird von dem Luftdruck einer Granate die Kleidung vom Leibe geristen, an Deck werden mehrere Mann verwundet Der leitende Maschinist bringt mir die Meldung, daß dos Fluten der Laderäume schneller wie man erwarten konnte, vor sich geht. Ein Glück! Die Rettung der Ladung hängt davon ab. Ein weiteres Verweilen an Bord ist zwecklos, außerdem unmöglich, es hieße unnötig Menschenleben opfern. Auf meinen Befehl: „Alle Mann aus dem Schiff!" werden zwei Sckiffsboote zu Waster gelosten. Während die Mannschaft die Boote besteigt, eile ich noch meinen unter der Kom- mandobrücke gelegenen Wohnräumen, um daselbst noch einige wichtige Dokumente und meine Handwaffen zu holen. ^Es ge- lingt mir, ober eben habe ich die Kabine verlosten, als eine Granate von oben durchs Deck hart bei mir einschlägt. Alles brennt. Eisensplitter, brennende Holzstücke und Gott weiß was. fliegt um mich herum. An Deck zurückgekehrl. finde ich meinen treuen Hund, der mich anscheinend ängstlich erwartet. Das erste Boot hat bereits abgelegt und nähert sich dem Strande. Unter Mitnahme des treuen Hundes besteige ich das letzte Boot und bringe es sofort aus der Feuerrichlung heraus. Unser Dampfer hatte bis dahin über 20 Volltreffer erhalten. Während das Schiff unter schwerem Feuer liegt, hoben wir uns mit dem Boot inzwischen einige hundert Meter entfernt. Plötzlich wird die Beschießung eingestellt. In der Annahme, daß dieses vielleicht den Abbruch der feindlichen Aktion bedeutet, gebe ich sofort Befehl, an Bord zurückzukehren, um, wen» irgend möglich, das Feuer zulöschen. Wir sind bereits auf dem Wege, als von dem ersten Boot, da« stch näher an Land befand. Signal gegeben wird: „Feindlicher Kreuzer erscheint in der Vuchteinfahrt!" Die Begrüßung sollte auch nicht lange auf sich warten lassen, Mit allen Kräften eilen wir jetzt dem Lande zu, um dag an der Innenseite der Bucht gelegene, etwa 600 Meter entfernte Ufergelände zu erreichen. ?«f Cad und Felren. Bon Kapitänkeutnant Earl E h r i st i a n s e n. *)* ^ Im Kampf mit dem englischen Kreuzer „Hyazinth". Schräg nach Land zu ist di« Einfahrt zur Mansabucht. einige Kilometer nördlich von Tanga. Indem wir fast das Lotsen Boot erreicht haben, hat sich der feindliche Kreuzer mit seiner «eitüberlegenen Geschwindigkeit erheblich genähert. Die deutsche Flagge ist soeben auf unserem Schiff gesetzt, da blitzt beim Kren- -er draußen der erste Schuß auf. Der Tanz beginnt. Dumpf Ballt der Donner durch den sonst so fri^>lick>en Tropenmorgen. Mehrere hundert Meter hinter uns der Auffchlag. Es sollte «om Engländer wohl das Zeichen sein, beizudrehen oder unsere Fahrt zu verringern, wir denken aber gar nicht daran Eine Salve folgt dem ersten Schuß, alle Auffchläge liegen zu kurz. Ein schneller Entschluß muß nun gefaßt werden. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder mit der Fahrt herunter gehen, den Lotsen an Bord nehmen, um den nur noch sechs Seemeilen entfernten Hafen von Tanga zu erreichen, oder mit scharfer Wendung ohne Fahrtverminderung Zuflucht in der nahen Man. sockucht suchen. Die Aussicht besteht dann. daß der feindliche Kreuzer nicht ohne weiteres folgen kann und unser Schiff durch versenken auf flachem Waster vor gänzlicher Zerstörung be- wahrt wird. Da im erfteren Fall beim Stoppen, um den Lotsen an Bord zv nehmen, der Feind in günstig« Feuer ent fernung kommt, wird der letztere Ausweg gewählt. Ganz dicht braust unser Schiff «m Lotsenboot vorbei. In demselben befinden stch Kapitän Schade von der Deutsch-Ostafrikalinie und Herr Memel, Vertreter der genannten Sckiffsreederei in Tanga. Ohne bisher einen Treffer erhalten zu haben, passieren wir nach einigen Minuten die Einfahrt zur Mansabucht. Eine Land- zur>ge entzieht uns den Blicken des feindlichen Kreuzers. Er stellt vorläufig das Feuern ein. Unsere Ausguckposten in beid"n Masten melden laufend die Bewegungen des Verfolgers. Wir fahren jetzt mit Nordkurs und unverminderter Geschwindigkeit tu der langgestreckten Mansrbuckt im Sckutze der Landzunge ' baljtn. Auf diese Art vastieren wir auf Eegenkurs den inzwischen als „Hyazinth" erkannten englischen Kreuzer. Was wird der Feind unternehmen? Wird er uns bis in die Bucht verfolgen? Man muß es eigentlich annehmen. Ueber die Landzunge hinweg kann er höchstens unsere beiden Mast- spitzen sehen. Ob dieses schwache Ziel ein genaues Feuern von seiner Seite ermöglicht? Hoffentlich nicht! Mit größter Spanung werden die nächsten Minuten erwartet. Die Entscheidung »»tz gleich fallen, ob wir ungestört einen günstigen Ankerplatz ^erreiche« werden. Jetzt muß „Hyazinth" dicht vor der Buchteinfahrt sein. „Feindlicher Kreuzer dreht auf Gegenkurs!" meldet der Ausguckposten im Malt. Gleich darauf: „Kreuzer fährt mit langsamer Fahrt nach Norden." Die Spannung der letzten Minuten weicht der großen Freude, für den Augenblick außer Gefahr zu sein.. Durch das «»verständliche Manöver des feindlichen Kreuzers haben wir *) Wir sind in der Lage, aus dem in Kürze im Verlag für Volkskunst fRich. Keutel), Stuttgart, erscheinenden Buche „Durch' — Mit Kriegsmaterial zu Lettow-Vorbeck" obigen Ab- schon heute zu veröffentlichen. Die Probe läßt mit Be- stlmmtheit ein Buch von großer Kraft erwarte». berechtigte Hoffnung, soviel. Zett zu gewinnen, um einen Anker, platz aus flachem Waster in der nördlichsten Ecke der Mansabucht erreichen zu können. Dom inneren Strande der Ducht löst stch ein Eingeborenen- Kanoe und nähert sich unserer Fahrtrichtung. Außer einigen Schwarzen erkenne ich in dem Boot einen Schutztruppenoffizier in Kakiuniform. Er winkt mit den Armen, wohl zum Zeichen, daß wir halten sollen um ihn an Bord zu nehmen. Unser« noch immer unverminderte Fahrt ist ihm anscheinend unverständlich, denn er ahnt ja nicht, daß ein feindlicher Kreuzer uns'dicht auf den Fersen sitzt. Wir brausen an ihm vorbei. Aus seinen ver. schiedenen Zurufen entnehme ich nur. daß auf der uns von der See trennenden Landzunge eine Moschinengewehrkompagnie in Stellung ist Alles andere gebt unter in dem Geräusch der schwer arbeitenden Maschinen und im Rauschen des aufgewühlten Masters. Rach laufenden Meldungen der Ansgucksposten fährt der Kreuzer „Hyazinth" außerhalb der Landzunge mit parallelem Kurs auf fast gleicher Höhe mit uns in langsamer Fahrt nordwärts. Watz mag er Vorhaben? Ich kann es mir nicht verstellen, daß er davonfahren wird, ohne irgend etwas zu unserer Zerstörung zu unternehmen. Sollte ihm vielleicht ein vor wenigen Manrten in der Schlacht bei Tanga erhaltener Denkzettel di« Absicht verleitet haben, uns in die Bucht zu folgen? Oder ist die Verfolgung abgebrochen aus Angst vor einer Minensperre? Hoffen wir das Beste! ... Inzwischen nähern wir uns dem End« der Ducht, die Fahrt wird verlangsamt In der nördlichsten Ecke der Mansabucht hinter eine kleinen Erhöhung aus der Landzunge scheint der ge. eignete Ankerplatz zu sein, der den besten Schutz nach außen bietet. In ganz geringer Wastertiefe. das Schiff bot kaum einen Meter Waster unter dem Boden, rastelt der Anker in die Ties«. Trotzdem keiner von uns weiß, was die nächsten Minuten bringen, ist es ein schönes Gefühl, nach der langen Fahrt trotz aller Hinderniste glücklich bis hierher gekommen zu fein, und doß unser Schiff mit seiner wertvollen Ladung in einer deutschen Ducht vor Anker liegt. Ich habe eben nach beendigtem Ankermanöver die Kommandobrücke verlosten, um einen Funkspruch an die „Königsberg" zu chifftieren. als dumpfes Kracken und Heulen in der Luft mir den Anfang der feindlichen Beschießung mit jäher Deutlichkeit anzeigt. Sofort an Deck geeilt, komme ich noch gerade zei- tig genug, den Auffchlag der ersten Salve etwa 70 Meter weit vom Schiff festzustellen. Es wird recht bald Treffer geben! — ist mein erster Gedanke, und wie diese in unserem mit Munition vollbeladenen Schiff wirken müsten. brauchte ich mir nicht wei- 1er auszumalen. An einer Stelle auf dem Hinterdeck stehen allein 100 Tonnen Sprengstoff. Es ist ein niederträchtiger Gedanke, daß wir hier, unmittelbar am Ziel unserer schwierigen, fast 13 000 Seemeilen langen glückhaften Fahrt, noch gezwungen werden können, unser Schfff zu versenken oder mit ihm in die Lust zu fliegen. Zeit znm langen Ueberlegen ist nicht vorhanden. Die zweite Salve bringt uns mehrere Treffer, einen im Vorschiff, den zweiten außenbords im Kohlenbunker, so daß die Sprengstücke von innen heraus durchs Oberdeck fliegen. Sofort muh gehandelt werven, um zu retten, was noch zu retten ist. „Bodenventile öffnen, alle Räume fluten!" schallt der De. fehl durchs Schiff und kurz darauf: »Oberfchiff anzünden »ach PlarU* nefam hat England durch zielbewusste Grausamreit im Laufe der letzten 50 Jahre dezimiert. Nach der englischen Statistik Lab es-im Jahre 1840 noch 120 000 NavriZ. im Jahre 1901 nur noch 43 000^ Die Bevölkerung der Tanga-Inseln hat sich mäh- rend der beiden letzten Jahrzehnte de» 19. Jahrhundert« von 30 000 auf 17 300 vermindert. So verwaltet England seine Mtstralischen Kolonien. Noch viel schlimmer ist Englands SchuMonto in Südafrika. Die enorme Sterblichkeit der Eingeborenen in den Eolvbeigwer- ken Transvaals, die unmenschliche Behandlung der aus China nach Transvaal in die schlimmste Sklaverei verkauften chinesischen Arbeiter und die unmenschlichen Grausamkeiten der Engländer in dem Kriege gegen die Natabeles und Naschones 1896 sind geschichtlich feststehende, von ihnen selbst zugestandene Tatsachen. Der englische Oberst Aldersen beschreibt in seinem Buche über den Feldzug vom Jahre 1896 u. a. auf 263 Seiten das Niederbrennen von bewohnten Dörfern, das Verwüsten des Landes. Die Engländer zündeten sogar in den Verghöhlen Schwefel an, um die Eingeborenen, die sich hineingeflüchtet hatten, zu ersticken, und sprengten mit Dynamit große Felshöhlen, in welche sich die Eingeborenen geflüchtet hatten. Aber nicht allein gegen farbige Rasten, sondern auch gegen weihe Mitmenschen hat England namenlose Grausamkeiten begangen. wenn immer es dem betreffenden Volte sein Land wegnehmen wollte. Die Art der Unterwerfung der Buren ist einer der größten Schandflecke in der englischen Geschichte. Der ewigen Erinnerung daran wurde am 16. Dezember 1913 in Bloemfon- tein (Oranje-Freistaat) von den Buren das National-Frauen- denkmol enthüllt, das das Andenken wachhalt an die in den britischen Konzentrationslagern unter unsäglichen Martern und Entbehrungen gestorbenen 26 000 Frauen und Kinder. Das sind nur ein paar kurze Auszüge aus dem Schuldbuch der englischen Kolonialgeschichte, das Seite für Seite mit Mord und Blut angefüllt ist. Frautteichs riiißiche Wm-kli ncdorfn. Frankreichs Anlagen in Russenwerten dürften durch die deutsch-russische Verständigung endgültig verloren sein. Seit Kriegsausbruch streckte Frankreich sich selbst die Zinsen auf seine Nussenwerte vor. Durch die Zinsenübernahme und durch die Kriegsvorschüsse an das zaristische Rußland haben Frankreichs östliche Anlagen eine verhängnisvolle Erhöhung erfahren. Sie betragen eine erheblick-en Bruchteil des franzö- fischen Nationalvermögens. Der Wahrheit am nächsten dürste eine Statistik aus d«n Archiven der Syndikatskammer der Pariser Maklerkammer kommen, die für den 31. Dezember 1913 ausgestellt ist. Nach dieser Statistik, die den neuerdings in einer Reihe französischer Blätter verösfent. lichten ausführlichen Angaben über die Auslandsanlagen Frankreichs anscheinend zugrunde liegt, waren am 31. Tezem- der 1913 allein 13,6 Milliarden Franks russische Staatswerte in französischem Besitz. In dieser Schätzung sind also noch nicht enthalten: Die Eisenbahnanleihe vom 5. Februar 1914 von 655 Mill. Franks, die Anleihen an russische industrielle Unternehmungen. Städte usw. von 5 Milliarden Franks, endlrch die Kriegsvorschüsse von 10,2 Milliarden Frank? das gibt ingesamt nahezu dreißig Milliarden Franks, d. h. ein Zehntel des von Thiery für 1912 geMtzten französischen Nationalvermögens oder zwei Drittel des gesamten im Ausland angelegten französischen Spargeldes. Wenn man eine für russische Verhältnisse sicher zu niedrig gegriffene Verzinsung von nur vier Prozent annimmt, vermindert sich das französische Nationaleinkommen um jährlich 1,2 Milliarden Franks durch den Ausfall dieser Zinsen. Der größte perl der russischen Wertpapiere befindet sich nn Besitz der kleinen Rentner und Sparer. Denn die Regierung hat mit besonderer Energie ihre Unterbringung in diesen Kreisen betrieben. Die Bank von Frankreich nimmt z. B. russische Staatspapiere seit Jahren ohne Berechnung von Gebühren in Verwahrung. Neuerdings hat der Finanzminister Klotz öffentlich zugegeben, daß die Regierung in dieser Hinsicht eine große Verantwortung auf sich geladen hat, wie „La Veritä" vom 26. .Juni 1918 berichtet. Diese Verantwortung hat die französische Regierung aus sich genommen, um den Krieg gegen Deutschland zu finanzieren. Heute, wo sie die ganze Wahrheit dem französischen Volke sich zu sagen scheut, steht sie vor dem finanziellen Zusammenbruch ihrer kriegs- treiberischen Politik. Nur auf friedlichem Wege könnte die französische Bevölkerung hoffen, wenigstens einen Teil ihrer Ersparnisse aus den Händen der Petersburger Machthaber zurückzuerhalten. Unnuntt vir- UnSnn, WMa! P'aie! . In der „Bayerischen Landeszeitung" finden wir folgenden Schmerzensschrei aus Würzburg: In normalen Zeiten ist es sicher ein ehrendes Zeugnis für eine Stadt, wenn sie öfters als Tagungsort ausgewählt wird. Der Fremdenverkehr bringt Geld unter die Leute und fördert das ganze gesellschaftliche Niveau. Daher ist es in normalen Zeiten vernünftig, den Fremdenverkehr möglichst zu fördern, denn das bringt ideellen und materiellen Nutzen. Aber Ver- »unft wird Unsinn und Wohltat Plage, wenn der Fremdenverkehr in einer Zeit unterstützt wird, in welcher jedes Gemeinwesen selbst alles aufzubieten hat. um sich das tägliche Brot zu sichern. Wenn in einer solchen Zeit in einer Stadt, die in dem » >Rufe guter Derpslegungsmöglichkeiten steht — ob mit Recht oder Unrecht, bleibt ganz gleichgültig — die Kongreste plötzlich wie die Pilze emporschießen, dann ist das in der Tat nichts anderes als eine Plage! Man merkt die Absicht und wird vernimmt. In kurzer Zeit fanden in Würzburg fast ein halbes Dutzend Tagungen statt und noch andere sind in Aussicht genommen. Meistens sind solche Kriegstagungen noch dazu ganz IvertlqA sowohl für dio Verbände selbst und noch mehr für die Allgemeinheit. Dagegen aber steht fest, daß durch den fortwäh. terttex Zustrom an Fremden unsere Ernährung leidet. Die Herren Delegierten aber gehen dann nach Hause, bringen Ar- tikel. in denen sie die gute Verpflegung in der „gastlichen" Stadt Würzburg loben und darüber schimpfen, daß es bei ihnen viel schlechter sei. Die Folge davon ist. daß die „gastliche" Stadt Würzburg bald in den zweifelhaften Ruf kommt, eine Schlaros. fenstadt in der Krtegszeit zu sein. Und dabei haben es die Herren schließlich gar nicht böse gemeint und haben auch gar nicht bedacht, daß die Einheimischen in Würzburg die geübte Gastfreundschaft durch den Entzug der notwendigsten Nahrungs- mittel schwer büßen müsten. Angesichts solcher Verhaltniste müssen die Tagungen doch als eine Plage bezeichnet werden, und es taucht dabei die Frage auf. ob man sich solcher Besuche nicht endlich erwehren sollte. Es wäre überhaupt zu erwägen, ob der Fremdenverkehr nicht vollständig bis nach Kriegsende eingeschränkt werden soll, denn es ist gar nicht nötig, daß stch gewisse Herrschaften wochenlang in Städten und Bädern herum- treiben. Fäulnis überall. Unter dieser Ueberschrift schreibt der ..Berl. Lok-Anz.": Die Gerüchte über eigenartige Vorgänge im Betriebe des Kriegswucheramts. die schon seit längerer Zeit im Umlauf sind, scheinen jetzt dadurch ihre Bestätigung zu stnden. daß das Amt einer inneren Neuorganisation unterzogen wird und zum Oktober von Schöneberg aus nach der Magazinitr^ße in Varlin verlegt wird, also in engere Verbindung zum Berliner Polizeipräsidium komntt. Was die Vorgänge selbst anbetrifft, so wird berichtet, daß das spurlose Verschwinden mehrerer seitens des Kriegswucheramts beschlagnahmter Waggons den Anstoß zu einer Untersuchung gageben bat Mehrere betetliale obere Beamte, die zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit in ein Sanatorium über, gesiedelt waren, wurden zur Aufklärung zurückberusen. Es wird angenommen, daß unzuverläM"e Beamte des Wucberarnts und ihre Helfer beschlagnahmte Waren vprfchoben haben. Es ist auch die Rede von hoben Best eckm ngs gelb er n. die von Lebens- mittelcrnfkäuferu, um die der Beschlagnahme verfallenen Wa- ren zu befreien, an unzuverlässige mit dem Krieaswucheramt in Verbindung stehende Elemente gezahlt worden feien Die ein. geleitete Ilnterfuchuna hat bisher ergeben, d^ß bei dgm Mangel an Beamten Hist-kräfte Anstellung gefunden haben die in kei. ner Weise zur Beamtenstellung geeignet waren. Durch die engere Angliederung des Amtes an das Brliner PoNzeiprast- dium soll eine schärfere Ueberwachung des Geschäftsbetriebes ge- Raüt-öald-llrrdot in Der Landtagsabgevrdnete Dorsch bat durch eine Anfrage bei der Negierung eine Lanze für die kleinen selbständigen Bäckermeister gebrochen. Der Bundesrat hat ein Gesetz in Vorschlag gebracht, noch besten erstem Paragraphen jede Nachtarbeit in Bäckereien verboten sein soll. Durch ein solches Verbot werden Tausende von Bäckermeistern in Landstädten und auf dem Lande schwer in ibrer wirtschaftlichen Lage aeschädiat. Sie fangen um 2 oder 3 Ubr nachts zu backen an Das letzte Brot wird um 10 oder 11 Uhr morgens ausgeschosten und den Rest des Tages widmet der Bäcker seiner Landwirtschaft. Er arbeitet meistens ohne fremde Leute, allein oder mit Familien- angehörigen Warum verbietet man ihm die Arbeit? Ein ersichtlicher Grund ist nicht vorhanden, die Regierung will sich nur der Sozialdemokratie gefällig zeigen. Wer gibt dem Staat ein Recht, einen solchen unnatürlichen Zwang und solchen An. griff aus die persönliche Freiheit des einzelnen Menschen aus- zuüben? Es blutet einem das Herz, wenn man zusehen muh. wie der Staat seine besten Bürger, den Kleingewerbetreibenden und Landwirt, mit Gewalt auf alle nur möglick>e Weise zu ver. Nichten, selbständige Persönlichkeiten mit Stumpf und Stiel aus- zurotten sucht. Ans der Heimrt. Räuberische Uebersälle auf Eüterzüge. In letzter Zeit stnd räuberische Ueberfälle aus Güierzüge verübt worden, bei denen die Täter die Zuge auf fteier Strecke gestellt und deren Begleit, personale durch Schüsse eingeschüchtert und bedroht haben. Abgesehen von weiteren Anordnungen zur Ermittelung der Täter — Aussetzung hoher Belohnungen. Verwendung - von Spürhun. den — ist beabsichtigt zum Schutze des Bahngebietes und der Züge das männliche Zugbegleitpersonal mit Schußwaffen aus- zurüsten und militärische Stteckenpalrouillen einzurichten. Im öffentlichen Interesse empfiehlt es sich, in der Tagespresse hier« auf aufmerksam zu machen und vor unbefugtem Betreten des Bahnkörpers zu warnen. Friedberg. 26 Sept. Die Kriminalabteilung des Polizei, amts Offenbach a. M. teilte heute vormittag mit. daß am Sams- log abend zwischen 9 und 10 Uhr dortselbst von der Straße ein Wagen, grün angestrichen, sogenannter Milchwagen, mit Pferd, (schwarzer Stute), dem dortigen Versorgungshaus gehörig, gestohlen wurde. Als Diebe kvmmen jedenfalls ein Soldat in feldgrauer Uniform und eine Frauensperson, di« beide nicht näher beschrieben werden können, in Betracht. Friedberg, 26. Sept. (Theater im Saalbau.) Direktor N. Henß, welcher durch seine guten Darbietungen auch hier bestens bekannt ist und diesen Sommer in Mainz das Som, mertheater sowie in Schlangenbad das Kgl. Kurtheater mtt bestem Erfolge leitete, gibt diesen Samstag und Sonntag auch hier wieder Vorstellungen und bringt die rührige Direktion den Operettenschlager „Das Drei-Duberl-Ha„s* zur Aufführung, welcher bereits in Berlin über 100 Aufführungen erlebte und von der Henß'fck>en Gesellschaft in Mainz 14 Tage lang mit großem Erfolge gegeben wurde, ebenso in Dingen a. Rh., wo- selbst vielfachen Wünschen zufolge diesen Freitag zum 3. Male gegeben wird. Hat schon das „Drei-Mäderl-Haus" den größte« Erfolg zu verzeichnen gehabt, so wird der neu« Operetten- schlager der Direktion wohl auch hier zweS volle HÄiser bringet und wird sicher das allgemeine Tagesgespräch werden. An bei- den Tagen finden nachmittags 4 Uhr Kindervorstellungen statt und wird „Max und Moritz, die bösen Buben", eine lustig« Bubengeschicht« in 7 Akten, gegeben. Näheres ist aus der heutigen Anzeige zu ersehen. * Aus Rheinhrsteu. FC. Oppenheim. 24. Sept. Die in einer Reihe von Zei- Lungen verbreitete Nachricht, daß der Wiesenwärter Schmidt an den Folgen der Lei dem Raubüberfall auf dem Ptatterhof erhaltenen Verletzungen gestorben sei, ist unrichtig. Schmidt ist wohl bettlägerig, befindet sich aber auf dem Wege der Besse- rung und dürfte in einigen Tagen völlig wieder hergestellt sein. FC. Alzey. 24. Sept. Unter den Verwundeten, die vor- gestern Abend in ein hiesiges Lazarett aus dem Westen über- führt wurden, befand sich auch ein hiesiger' Feldgrauer, fast zu derselben Stunde erlitt dessen Mutter einen Schlaganjall, der deren Tod zur Folge hatte. AnS Hessen. Nassau. Höchst a. M., 23. Sept. Einbrecher besuchten in einer der letzten Nächte das Bahnhofsgebäude Unterliederbach der Königsteiner Bahn. Eine große Anzahl Fahrkarten, Stempel und etwas Kleingeld wurden erbeutet. FC. Wiesbaden. 24. Sept. Das hiesige Schöffengericht ver- handelte heute gegen eine jugendliche Schirmslickerin. die mit ihrem Vater und dessen Geliebten im Lande herumzog. in den Orten des LändchenZ sowohl, wie in Wiesbaden und Biebrich und durch Hausieren eine größere Anzahl Schirme zur Repara- tur erhielt, diese aber nicht mehr ablieserte. Das Mädchen kam mit einem gerichtlichen Verweis davon, das Gericht aber be. merkte, es sei sehr angebracht, wenn die Presse auf das Ge- fchäftsgebahren ihres Vaters, in dessen Auftrag die jugendliche Person handelte, des Schirmflickers Michael Salm und dessen Geliebt«, des Sybille Triller, beide in Kreuznach wohnhaft, «ufmerksam macht. Vor diesen Schirm-Schwindlern sei deshalb Nachdruck!ichst gewarnt. FC. Brebrich. 24. Sept. Dom 1. Oktober ab ist der Aufent- hall auf der Straße für Jugendliche beiderlei Geschlechts ohne Begleitung Erwachsener von 8 Uhr abends verboten. FC. Aus dem Kreis St. Goarshausen, 24. Sept. Der diesjährige. immerhin noch gut zu nennende Zwetfchenfegen in den Ortschaften des Hinterlandes ist „restlos erfaßt" und sicher unter, gebracht, aber nicht zu 20 Mark ais Höchstpreis für den Zentner. sondern für 50. 60 und 80 Mark mit Zugabe schöner Ge- schenlartikel. Für die Allgemeinheit, das nichthamsternde Pub. likum. ist nicht ein einziges Pfund von den vielen Zentnern übrig geblieben, auch dem amtlichen Aufkäufer. Herrn Blum, ist nichts abgeliefert worden. Das sind Zustände zum Durchhalten. Der eine hat zwei Zentner dieser Früchte und der andere hat kein Lol davon. Als sicher wird erzählt, daß zwei Frauen aus Oberlahnstein in Gemmerich Zweischen per Zentner für 40 Mk. kauften, während des Handels öffnete sich die Tür, es kam ein Mann aus Oberlahnstein und es entwickelte sich folgendes Gespräch mit dem Landwirt: Hat er Zwetschen? — N — ja — Wat kostense — ich gewe 70 Mark! — In einem anderen Fall hat eine Frau aus Oberlahnstein für den Zentner 80 Mark bezahlt und versprochen, einen Hut Zucker bei der Abnahme mitzubringen. „den Zucker habe sie übrig". Nun ist die Zwetschen- ernte hier vorbei, der eine hat viel Geld, der andere hot Zwei, schen und die vielen anderen haben das Zusehen. So geht es aber, wie das „Lahnsteiner Tageblatt" schreibt, nicht allein mit den Zwetschen, sondern mit allem Obst. FC. Aus dem Unterrvcsterwald. 24. Sept. Ein Herr und vier Damen, angeblich aus Köln, logierten Ende der vergange- nen Woche einige Tage in der Gafrwirtscbafl Heibel in Holler. Heber Nacht waren sie durchs Fenster verduftet und ließen zahl, reiche Bett- und Leibwäsche. Strümpfe, zwei Damenpelze uni derg! milgehen. FC. Geüsenhausen. 24. Sept. Das sechsjährige Söhncher der Witwe Kling stürzte in der Scheune vom Gerüst aus beträchtliche« Höhe ab und erlitt so schwere Verletzungen, daß ei kurz darauf verstarb. FC. Montabaur, 23. Sept. Alle Brkanntmachimgen d«r hiesigen Stadtverwaltung kommen von nun an in zwölf neu angebrachten Aushängekasten zum Aushang. Durch die Lv'isscheüe werden nur noch Bekanntmachungen bei ganz wichtigen Anlässen erfolgen. FC, Nack, 22. Sept. Die Tochter der Johannes Weber Witwe dahier, die mit einer Fuhre einige Zentner Kohlen ge- holt hatte, wollte während des Fahrens vom Wagen steigen. Sie blieb mit ihren Kleidern hängen und kam unter dt« Räd« und erlitt schwere Verletzungen. FC. Ans dem Nhcingau, 22. Sept. D*n Winzern Jakob Berg und Andreas Berg dahier, die 50 bezw. 60 Jabre im Hofgute der Freiherrlich Langwerth von Sinnnern'schen Gutsverwaltung in Hattenheim tätig sind, wurde das allge- mein« Ehrenzeichen verliehen. FC. (5auh, 22. Sept. Einer der angesehensten hiesigen Burger, der in weiten Krisen bekannte Zimmermeister Vubinger dahier, vollendete am 24. ds. Mts. in seltener körperlicher und geistiger Rüstigkeit und Frische sein 90. Lebensjahr. FC. Ans Hessen-Nassau, 22. »Sept. Die Generalver* sammlnng des Industrie-, Handel»- und Verkehrsvereins in Rinteln sprach sich für eine Abtrennung de» .Kreises Grafschaft Schaumburg von der Provinz Hessen-Nassau und An' schluß an die Provinz Hannover aus. FC. Bickenbach, 22. Sept. Im Beruf Mich verunglückt ist der Sohn des hiesigen Gemeinderats Heiuremann, der seit längeren Jahren Eisenbahnbeamter ist. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hi rschel. Friedberg: fiir den Anzeigenteil: R. Hey ner. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A- G., Friedberg i. H. Herzenskampfe. Noinan von Helene SchÜtky, geb. von Gersdorff. Nachdruck verboten 1. Kapitel. In dem luxuriös, mit wirklichem Geschmack eingerichteten Salon der Kommerzienrätin Antelmann war eine kleine vornehme Gesellschaft vereinigt, welche nach dem soeben genossene« reichen Diner sich mit leichter Unterhaltung bei aromatischem Kaffee und feinsten Zigaretten vergnügte. Die Dame des Hauses war eine hübsche Vierzigerin, deren lebhaftes Temperament, verbunden mit einer liebenswürdigen Gutmütigkeit, sehr anziehend wirkte. Sie war offenbar ein durch äußere Elücksumstände verwöhntes Menschenkind, dessen natürliche Heiterkeit und Lebensfreude noch durch keine ernsten Kampfe und Entsagungen auf die Probe gestellt worden war. Ihr Hauptstreben bestand in dem Bemühen, nicht nur in die Finanzwelt, zu der sie gehörte, sondern auch in den aristokratischen Hof- und Militärkreisen eine Rolle zu spielen. Durch den großen Reichtum ihres Gatten, den Inhaber einer alten bedeutenden Vankfirma, war sie in der Lage gewesen, bei Wohl- tätigkeitsveranstaltungen sich der Landesmutter sehr angenehm bemerkbar zu machen, die an der munteren gebildeten Frau Gefallen fand und sie seitdem durch persönliche Huld und Freund, schaft auszeichnete. Es war sogar schon mehrmals vorgekommen. daß Ihre Majestät sich mit ihrer Palastdame, Gräfin Pleffen. bei Frau Kommerzienrat Antelmann zu einem intimen Tee ansagen ließ. Kürzlich war ihr ehrgeiziges Bestreben noch durch ein ftohcs Ereignis gekrönt worden, das ihre Stellung für immer zu befestigen geeignet war: ihr einziger 25jahriger Sohn hatte sich mit einem zwar armen, aber hochgeborenen Mädchen verlobt, das von väterlicher und mütterlicher Seite auf eine vollkommen reine adelige Abstammung zurückblicken konnte und sogar Patenkind des Königs war. Der Kommerzienrat, ein Mann von Geist und Gemüt. liebte seine anmutige Frau zu sehr, um sie in ihren sie beglückenden Bemühungen zu hindern, wenn er auch ihr Tun mit leisem, etwas mitleidigem Lächeln verfolgte, ^m Innern seines Herzens empfand er doch eine gewisse Befriedigung über die gesellschaftlichen Erfolge seiner Lebensgefährtin. Denn Eitelkeit in allen Schattierungen ist ja gar oft ntcht bloß eine ausgesprochene weibliche Eigenschaft! Unter den heute anwesenden Gästen ftel als besonders sympathische Persönlichkeit ein junger schöner Artillerieleutnant auf sehr in Gnaden zu sein schien. Seine ^^/raftige elegante Gestalt, sein regelmäßig geschnittenes Gesicht imt ten treuherzigen dunkelblauen Augen, sein sonniges frohes Lachen und seine volle wohltönende Cttmme wa- ln -i’ eT * at Wohlgefallen zu erregen, obgleich vielleicht nicht allein biese best e h enden Eig enschaften ihm die Betr.: Die FieFHo-e^orguns für die B:vötterunZ der Stadt Fnedöer^ Krlrantttmachrmg Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß der Verkauf von Rind- und Kalbfleisch, sowie Wurst für diese Woche am Frei, tag. den 27. September 1918. von nachmittags 1 bi» 6 Uhr in den sämtlichen hiesigen Metzgerläden stattfindet. Die Verkaufszeit ist genau einzuhalten. Friedberg, den 26. Sept. 1918. Gunst der Kommerzienrätin errungen hatten, sondern die Tatsache, daß er der erklärte Liebling Ihrer Majestät war, wohl auch das ihrige dazu beitrug. Leutnant Reinhold von Germshoff war mit Leib und Seels Soldat und als schneidiger Offizier bei seinen Vorgesetzten ebenso beliebt wie als liebenswürdiger Mensch bei seinen Kameraden. als humaner Vorgesetzter bei seinen Untergebenen. Etne glanzend« Karriere konnte ihm, der auch mit Intelligenz und Strebsamkeit ausgerüstet war, nicht fehlen. Ueberhaupt hatte ihm eine güttge Fee soviel Vorzüge in die Wiege gelegt, daß er beinahe den Neid anderer Cchicksalsmächte zu fürchten Ursache gehabt hätte, wenn nicht durch schwere Lebensumstände dafür gesorgt worden wäre, daß auch bei diesem bevorzugten Liebling der Götter die Bäume nicht in den Himmel wachsen sollten. Er stammte aus einer vornehmen, aber ganz verarmten Familie und kannte daher das, was man ..glänzendes Elend" nennt, sehr genau. Wahrend er als bevorzugtes Mitglied der höchsten Kreise fast täglich in blitzender Uniform in licht- und juwelensunkelnden Sälen tanzte und scherzte, ging er oft beinahe hungrig zu Bett, da seine kleine Gage jede nicht ganz unabwendbare Ausgabe, so z. B. auch das Rauchen, zu vermeiden gebot. Glücklicherweise hatte er aber einen so sonnigen Humor und eine so kernfeste Gesundheit, daß solche Entbehrungen weder dem einen, noch dem andern etwas anhaben konnten. Ja. er war immer so heiter und wohlgemut, daß seine nächsten Freunde nicht einmal ahnten, wie schlimm seine pekuniäre Lage war. wenu sie auch natürlich wußten, daß ihm keine Reichtümer zu Gebote standen: als durchaus wahrhaftiger Mensch hatte er in der Hinsicht niemals falsche Vorstellungen hervorzurufen versucht. Uebrigens hätte seine Geldnot keineswegs so schlimm zu sein brauchen, wenn sein Vater, ein höherer Zivilbamter. nicht ein krasser Egoist gewesen wäre, der sogar eine illoyale Handlungsweise nicht scheute, um seinen selbstsüchtigen Zwecken zu frönen. Er hatte sich seinerzeit verpflichten müsien. seinem Sohn einen bestimmten Zuschuß monatlich zu zahlen, fand es aber schon nach kurzer Zeit gänzlich unnötig, dieser Verpflichtung nachzukommen, obgleich er es bei einiger Einschränkung seiner eigenen Liebhabereien sehr gut hätte tun können, da er. wenn auch vermögenslos. doch eine auskömmliche feste Staatsstellung einnahm. Reinhold, dem sonst alle Herzen zuflogen, hatte niemals vermocht, seines Vaters Liebe zu erringen. Cie waren zu verschieden in ihrem innersten Sein und Wesen. Der Vater, ein strupelloser Lebemann, der sich mir wohl ftihlte in gesellschaftlich und moralisch nicht hoch stehender Umgebung, wo seine stark ausgeprägte Eitelkeit al§ der Vornehmste und Witzigste ohne Mühe Triumphe feierte, der ohne raffiniertes und kostspieliges Esten und Trinken nicht zu leben vermochte, der einem jähzornigen Temperament oft die Zügel so wett schießen ließ, daß es zu wahrer Roheit ausartete, der mit Vorliebe prahlte und der Wahrheit nicht immer die Ehre gab. wie hätte dieser Mann seinen Sohn lieben können, der in seiner wahren, echten Der Bürgermeister I. V.: Dam m. Waler in UMerg. (Taalbau.) ««»spiel i. frankfnri. typrrrttrv'tzraterg Direktion. Matthäus H-ntz (14 Personen) Samstag, den 28. »nd Soantaa. de» 29. Sept.. abends 8 Uhr r" Der neueste Operettenschlagerk 17 Eejangsnummem! In Berlin bereits über 100 Rial mit großem Erfolg aufgeführt! Das Drei-Büberl-Haus. Operette in drei «kten. Karten dazu im Borverkauj in der Buch, Handlung T. Bindernaget und Im Zig - Geschäft I. Eiern zu haben: Sk„m. Platz Ml, 1. Platz 2.- Wt. 2. Platz und (ßaDerie 1.— 9J?t Abendkasse: .1,30, 2'II U° Mt. Programm 10 Pfennig. Bitte vütt oblegen. Naucken polizeilich oerb. Einlaß 7 Uhr. Ende nach 10 Uhr. A» Seiden Tagen nachmittags 4 Uhr Kindervorstellung. Ksi Ä KUß, k öm Bilm. mn« lustige vubengeschicht, in steden Akten. Bitte nicht mit drsberigen Aufführungen zu verwechseln! Alte -tollen einzeln de. setzt. 14 Personen I Karren dazu «nr an der Kasse px haben: Äum. Platz 120 Ml . 1. Platz 8-1 Psa 2. Pla' -- -- H1 Einla Geschäftsdrucksachen sowie alle Drucksachen für behördlichen und familiären Gebrauch fertigt schnell, sauber und geschmackvoll an die Neue Tageszeitung Fernsprecher Nr. 48 Friedberg i. H. Hanauer Straße 12 ' -V . Den Freunden dieses Blatt, einpfehle ich mein Lager in Opni, «rillen u. Kneifer nach jed. Rezept. Lieferung f.Kasten. seüeiu^richt. Lrpar.-Wrrlr- J litte m.Masch.-:,k!r.f.Mptltl, hrkii.GoUw.i.^eiitLe4ailik W i 1h. Lohrey, rlhrmaiheri. Nieder-rjfil-t. filmst Ulmer-Pllüge. S ifmaschfnen, KartoffcTgraber, Put*- iRsäoIen, Keltern, Häckselmaschinen, Kuheiisclmeider, Strcnstrohschneider. Ersatzteile. — Reparaturen. A. «I. Tröster, Butzbach. Telefon Ar. 7. Achtu njr! Sur bevorstehenden Buch, eckernernte oste ne e ich: Kckcrn-Slelie, Laub-INiehe sowie Süll, laiütoirtstfiältiitfisii M\ Fruchtreinigungs-, Samen-, Staub-, Futter-, Mehl- und Ourchschlag-Slebe aller Art. Sämtliche Siebe werden selbst an esertigt und können zu jeder Zeit geltefett werden von Heinrich Baumbach Siebmacher, in Michelnau, Slatton Nidda. inneren Vornehmheit das gerade Gegenteil repräsentierte mtti sozusagen ein stillschweigender Vorwurf war? ReinhoL artete in Allem feiner edlen, liebenswürdigen Mutter nach der ^^flichster Liebe ergeben war. Daß sie und seine til* S 1 ' begabten Schwestern durch die beschränklen Der. ha niste. mehr aber noch durch den eigentümlichen Charakter des D-ter- unendlich nie, zu leiden Hutten, war ihm ein b» ständiger, drückender Kummer, der nur non seinem natürliche» Frohmut und seiner gesunden Iugendüberzeugung. daß Alles einmal anders und bester kommen müste, überwunden werde» konnte. ..Run, Herr von Germshoff, über welches tiefsinnige Pro. blem denken Sre so angestrengt nach?" rief die Hausfrau dem in einem entfernten Sestel schweigend dasitzenden jungen Offi, zier zu. " W*®* 1 gnädigste Frau?" entgegnete Reinhold, tab sachlich aus schwerem Sinnen auffahrend. „Ach. köstlich!" lachte die Kommerzienrätin. „ich wette Si< haben in Gedanken alle Ihre Verehrerinnen Revue passiere, ^sten. _unt zu entscheiden, welche von ihnen Sie mit Ihre Gegenliebe, mit Herz und Hand beglücken sollen. Das ist aller drngs ein schwieriger Fall, und es ist begreiflich, daß ein junge Leutnant darüber tieffinnig und worttarg wird." „Verzeihung, aber diesmal haben gnädige Frau falsch g«. raten Meine Gedanken nahmen eine ganz andere Richtung Auch ist mir von den vielen Verehrerinnen nichts bekannt." „O hört, höttk Welche reizende Bescheidenheit! Er weis nichts davon!" neckt« Frau Antelmann. „Und doch, wollte « Me für ihn schwärmenden jungen Damen an den Fingern her zählen, so würden die zehn an seinen Händen bei weitem nich genügen." Ein allgemeines Lachen und zustimmender Beifall der üb- rigen Gesellschaft begleitete diese ebenso harmlosen, wie schwel chelhaften Neckereien. Nur einer beteiligte sich nicht daran, d. h. er fand nur mtt ^^k^nige Worte, die als Zustimmung gelten sollten! De, Attache Marquis Louis von Reymond. ein der französischer Botschast angehöriger Diplomat, im Alter von ungefähr il Dohren, dunkelhaarig und dunkeläugig. desten elegante Erschei. nung. desten prononzierte Züge und lebhaftes Mienenspiel den echten Typ der temperamentvollen südftanzäsischen Raste darstellte. Er galt für sehr reich, und stammte aus altem, vorneh. men Hause. Ihm, dem verwöhnten Liebling der Frauenwelt, war augenscheinlich der Kultus, der hier mit einem andern ge. trieben wurde, der seiner Meinung nach neben ihm ganz nn. bedeutend war. keineswegs angenehm. Vielleicht war ibm der glanzende junge blonde Offizier gewistermallen auch als Vertreter seiner, der deutschen Nation unsympathisch. Mochte dem fein, wie chm wollte, jedenfalls fiel ihm die Verherrlichung d-e- fes Jüngling«, der diese nicht einmal zu würdaen sch en stark auf die Nerven. lFortietzimg folgt.? mm immer mehr steigenden Löhne und Prei ' oller Hilfsmittel zwingen die unter eichneten Ge ch rteaen, das B e i u g s g e l d für ihre Zeitungen wieder um eine Kleinigkeit z u e r h ö h e n. Vom 1. Oktober dieses Jahres ab kosten der „Oberhesfische Anzeiger" und die „Neue Taneszeitung" f>ir Friedberg und bet den auswärtigen Vertretern Mk. 3.— für das Blerteljahr e > n rf, i i« (ich Trägerlohn. Tyür die Postbezieher stellt sich der Be ugs-reis auf Mt. 2.70 für das Vierteljahr, wozu noch ras Bestellgeld kommt. Ek/chägsMe d» „mntjtmn Allichkr" „llfnc ssagrsginiig." Extra große Thüringer Neiserbesen alle Sotten Bürsten, Besen, Striegel, Toilette-Artikel, prima Rasier- u. Toilette- seije, prima Linoleum- und Parkettwachs alles in großer Auswahl. Theobald Stemel Biirstensabrik.i Lriedberg, Kaiserttrafie 117. Pachtgesuch. Cofott oder zum nächs .» Frühjahr wird ein Gat von 300 bis 500 Morgen zu pachten gesucht. Totes und lebendes In- ventar muß vorhanden fein. Angebote unter F. 1703 an die Geschäftsstelle der ^Reuen Tageszeitung". «ijitcnlacten ‘„Mlf Sm 8»,eiri1,s, PnAtrtig.9nLP§. für Husten m «Ml, empfehle Ccklltt o. BaStn-Badciltt Milicral-Paßülklk sowie feinsten Kränler-Strnp. Friedrich Michel, Fri-dd»,. zu kaufen. Johannes Kirstein. Overdorlelden, Kreis Hanau. LAR 1 Z.WE 11 7 j 5 Grasmäher mit Vorderwagen und Patent-FingerbalkcÄ» ^ ; Heuwender, Erbrechen, Keltern, Obstmühlen, ganze Keltereieinrichtangen, in allen Größen sofort ab Lager Lieh lieferbar. Jg [ Georg Schieferstein, Lieh l \ Maschinenfabrik ■ Telefon Nr. 17. Was anzäehen? Jede Frau, besonders jede Mutter wird bei der Dringlichkeit dieser Frage die Hilfe zu schätzen wissen, die das neue Favorit- Moden-Album (Preis M. 1.—) und die Favorit-Schnitte für preiswerte Beschaffung allerlei Kleidung bieten. Erhältlich bei Fr. Weber, Friedberg: i. H. Durch Ankauf von Prioatwäb dern liefert fortwährend «nd billig E. See. Mastencheim, Telefon 23A Amt VilbeL