Die „iieue Tagesreitung" erscheint ieden Werttag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Kpinnstirbe". Kezugspreis: Bei den Postanstalten vserlelsährlich Mk. 2.4g hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Agenten monatlich 90 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 2b Pfg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schrrftleilnna und Derlaq friedberg (Hessen), yanaueri'traße 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Conto Nr. 4859, Amt Frankfurt a. M. ie Mjf|r Aiiisari uf kr ftu'kiitwfc. Amerikas schroffe Ablehnung. — Heftige Kämpfe vor St. Gneutln. — 12000 Tonnen versenkt. - — 1 »' 11 ■ .. o Der deutsche Generalstab •== meldet: — J W. T. S. Gratzesi Hauptqnartier, de;r 20. Seplemdee Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprecht. Infanteriekämpfe nordöstlich von Bixschoote und südlich von Ppern verliefen für uns erfolgreich. Ein Vorstoß der Engländer nordwestlich von Hulluch wurde abgewiesen. Bei örtlichen Unternehmungen bei Moeuvres und am Walde von Havrincourt machten wir Gefangene. In Moeuvres sprengten wir zahlreiche Unterstände des Feindes. Heeresgruppe Boehn. Auf dem Schlachtfelds am frühen Morgen heftiger Feilerkampf. Starke Teilangriffe, die der Feind gegen Gouzeaucourt und beiderseits von Epehy mehrfach wiederholte, wurden abgewiesen. Bayerische Regimenter und preußische Jäger zeichneten sich hierbei besonders aus. Einheitliche Angriffe richtete der Feind nach stärkstem Feuer am frühen Morgen und ln den Mittagsstunden gegen unsere Linien zwischen Omignon-Bach und der Somme. Sie sind auch hier gestern überall vor unseren Linien gescheitert. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich der Aisne machten wir bei eigenen Unternehmungen am Gehöft Daurains und westlich von Iony 130 Gefangene. Infolge unseres Artilleriefeuers, das das Unternehmen westlich von Iony vorbereitete, kam ein beabsichtigter Angriff des Feindes nicht zur Entwicklung und wurde abgewiesen. Heeresgruppe Gallwitz. Kleinere Dorfeldkämvfe. Ueber dem SchlachtfeDe zwischen Maas und Mosel schoß das Jagdgeschwader 2 unter Führung des Oberleutnants Freiherr von Bönigk in der Zeit vom 12. bis 18. 9. 81 feindliche Flugzeuge ab. Es verlor selbst im Kampfe nur zwei Flugzeuge. Leutnant Büchner errang seinen 30. Luftsieg. Der Erste Generalciuartiermcistcr: Ludendorff. Abendberickt. Derll«, 20. Sept, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues. Der österreichische Generalstab ==* meldet: == Wien, 20. Sept. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Die Kämpfe an der vene- tian licken Gebirgsfront lebten gestern aufs Neue auf. Nördlich des Col Ifabella und des Col del Noffo gelang es den Italienern, vorübergehend in unsere Gräben einzudringen, ungesäumt einsetzende Gegenstöße warfen sie sogleich wieder hinaus. Westlich des Asolone und im Gebiete des Col del Orso schlugen unsere braven Regimenter italienische Anstürme in erbitterten Nahkämpfen zurück. Der Feind erlitt schwere Verluste. Vei Sandona scheiterte abermals ein feindlicher Ue-ber- gangsverfuch. Westlicher Kriegsschauplatz: Bei den k. und k. Truppen keine besonderen Kampfhandlungen. Albanien: Geringe Gefechtstätigkeit. Die feindlichen Fluganlagen von Valona wurden von unseren Fliegern mit Erfolg angegriffen. Der Chef deö GkiikralstabeS. _ ■ TT—— g 1 Dev bulgarische Generalstab ’=== meldet: I» Sofia, 19. Sept. (WB.) Amtlicher Bericht über die Operationen am 18. September. * Mazedonische Front: Im oberen Skumbital Patrouillen- Aekechte. Bei Bracindol..östlich der Höbe.1050 wurde ein starker feindlicher Stoßtrupp durch Feuer zerstreut. Oestlich der Tscherna besetzten unsere Einheiten, vom Feinde ungestört, die neuen ihnen angewiesenen Stellungen. Ein feindliches Bataillon wurde südlich von Huma durch Feuer zerstreut. Unsere Artillerie schoß feindliche Munitionsniederlagen am Wardar in Brand. Das Artilleriefeuer war beiderseits zeitweise heftiger auf beiden Seiten des Dojransees. Im Laufe des Tages entwickelten sich südlich und westlich von Dojran erbitterte Kämpfe. Nach überaus kräftiger Artillerievorbereitung,bei der der Feind über 250 000 Granaten verschiedener Kaliber verschoß, griffen drei englische und zwei griechische Divisionen in dichten Massen an. Es gelang ihnen, an mehreren Stellen in unsere vorgeschobenen Stellungen einzudringen, sie wurden aber durch unverzüglichen Gegenangriff unserer tapferen Infanterie, die in ausgezeichnetem Zusammenwirken mit der Artillerie arbeitete, an allen Punkten zurückgeworfen. Sie ließen eine große Zahl Getöteter und Verwundeter zurück. Ueber 600 unverwundete gefangene Engländer und Griechen, sowie eine große Menge Waffen und anderes Kriegsmaterial blieben in unseren Händen. Gleichzeitig niit diesen Operationen rückte eine griechische Division im Nordosten des Sees gegen unsere Stellung vor. Nachdem sie sich genügend genähert hatte wurde sie unter unser Artilleriefeuer genommen und mit großen Verlusten zerstreut, wobei sie Gefangene in unserer Hand ließ. Oestlich der Tscherna errang der deutsche Vizefeldwebel Fischer seinen 17. Luftsieg. Das türkische Hauptquartier I =.. : meldet: Konstantinopel, 18. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Gene- ralstabsbericht. Palästinafront: Im Küstenabschnitt mäßiges Artilleriefeuer. Beiderseits Aufklärungstätigkeit. Das feindliche Ar- tilleriefeuer auf unsere Stellungen beiderseits der Straße Jerusalem-Nabulns wurde fortgesetzt. Vorfühlende starke Aufklärungsabtei'.ungen des Gegners wurden hier vertrieben Am Jordan bekämpften wir wirksam die feindliche schwere Artillerie nordwestlich Medesse. Erkundungsvorstöße australischer Truppen wurden von unseren Patrouillen abgewiesen. Ein englisck>es Flugzeug wurde hinter unseren Linien zum Absturz gebracht; die Insassen, zwei englische Offiziere, wurden gefangen genommen. Der gestern zwischen unseren Linien abgeschossene feindliche Doppeldecker ist von uns eingebracht. Einer der Insassen wurde tot aufgefunden. Aus einem feindlichen Flugzeuggeschwader, welches Doraa angriff schossen wir ein Flugzeug ab. Auf den übrigen Fronten ist die Lage unverändert. 12 000 Tonnen versenkt. Berlin. 20. Sept. (WTB. Amtlich.) Im westlichen Teile des Mittelmeers versenkten unsere U-Boote 12,000 Bruttoregistertonnen Schiffsraum. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Berlin, 19. Sept. Welche Störung der Unterseebootkrieg für die englische Schiffahrt bedeutet, zeigt ein Bericht der Londoner Hafenverwaltung. Hiernach ist der Verkehr in dem am 31. Mai endenden Jahr um 5,3 Millionen Tonnen auf 13.08 Millionen, d. h. um 28,8 Prozent zurückgegangen. Von dem Rückgang entfallt auch wieder der größte Teil — 4,18 Millionen Tonnen — auf den Außenhandel. Man bedenke dabei, daß der Schiffsverkehr im Londoner Hafen vor dom Kriege fast 40 Millionen Nettoregistertonnen betrug. Handelt es sich, was wahrscheinlich ist, bei obigen Zahlen auch um Nettoregistertonnen, so hat das am 31. Mai 1918 endende Jahr gegen das letzte Friedensjahr einen Rückgang von fast 70 Prozent gebracht; handelt es sich um Vruttorogistertonnen, dann sogar einen Rückgang von beinahe 80 Prozent, Ei» englischer Ueberwachnngsdampfer versenkt. London, 19. Sept. (WTB. Nichtamtlich.)' Reuter. Die Admiralität teilt mit: Am 12. September torpedierte und versenkte ein deutsches U-Boot einen britischen bewaffneten Ueber- wachungsdampfer. Acht Offiziere und b0 Mann einschließlich ..25 Mann voll der. Handelsmarine werden vermißt. Die Kämpfe vor der AeOied-ZieLiüig. Berlin, 19. Sept. (WB.) An der Tambrai—St. Quentlm» Front wurde am 18. September den ganzen Tag über stellenweise vom frühen Morgen bis tief in die Nacht hinein erbittergerungen. Nachdem die Engländer und Franzosen seit dem 8. vergeblich versucht hatten, in starken Teilvorstößen sich eine geeignete Basis für den von Foch erstrebten Durchbruch durch die Siegfriedstellung zu schaffen, ging Foch am 18. vom Havrin- court-Walde bis an die Somme zum geschloffenen Großangriff über. Um 5.15 Uhr setzte auf der ganzen Front stärkstes Feuer ein, das bis tief in das Hintergelände reichte. Etwa nach einer Stunde gingen die Engländer auf der ganzen Front zum Angriff über. Zahlreiche Tanks raffelten der englischen und französischen Infanterie voran, während starke Geschwader voi? Schlachtfliegern tief herabstießen, um durch Maschinengewehr-, seuer und Bombenabwürfe die deutsche Verteidigung zu erschüttern. Der geplante Durchbruch mißglückte. An den Flügeln der Angriffsfront hielten sich Gouzeaucourt und Holnon. Gegen Gouzeaucourt stürmten die Engländer dreimal an. Trefeault hielt sich gegen einen viermal wiederholten feindlichen Angriff. Im Zentrum gelang es den Engländern, die deutschen Linien zurückzudrücken; nach erbitterten hin- und herwogenden Kämpfen blieben Epehy und Rousoy in der Hand der Engländer. Um 6.30 Uhr nachmittags stürmten die Engländer nach abermaliger Artillerievorbereitung von neuem an. Alle Versuche, über Ronsoy hinaus vorzudr'mgen, scheiterten an dem Maschinengewehrfeuer, das ihren Sturmwellen aus den Dorftrümmern des zähe verteidigten Lempire entgegen schlug. Südlicher davon zersplitterte ihr Ansturm im deutschen Gegenstoß. Um 9 Uhr brach ein neuer feindlicher Angriff auf Villers—EuiZlain blutig zusammen. Im Abschnitt St. Quentin blieben alle Anstrengungen der Franzosen, Boden zu gewinnen, erfolglos. Ihre Versuche, den Angriffsraum südlich der Somme zu erweitern, unterband das zusammengefaßte deutsche Feuer. Die gesamten Kämpfe spielten sich in dem Gelände vor der deutschen Siegfriedlinie ab, trotz größter Anstrengungen und rücksichtslosem Menschen- sowie Materialeinsatz des Gegners. Zwischen Ailette und Aisne. Berlin, 19. Sept. (WB.) Die Eroßkämpfe zwischen Ailetto und Aisne fetzten sich auch am 17. und 18. mit unverminderter Heftigkeit fort. Der Feind führte frische Kräfte in den Kampf. Besonders verlustreich gestalteten sich für den Feind die östlich Vauxaillon vorgetragenen Angriffe der 66. französischen Jäger- Division. Diese Elitetruppe verlor nach Eefangenenaussaqe« mindestens 60 Prozent ihres Bestandes. Sie wurde als abgekämpft herausgezogen. Beiderseits der Straße Laffaux—Pino» stürmten immer neue feindliche Kräfte nach vorhergegangener stärkster Artillerie- und Minenwcrfervorbereitung, um de« Durchbruch in der Richtung Pinon zu erzwingen. Vergeblich. In prleäberx zu haben bei: Fr. Fuendelin*, Elektrotechnisches Büro; Willi. Ad. Ilefl, Schlosserei und Installationsgeschätt; Hart • liüdbe, Instftllationsgesehölt Südlich Pinori wurde der Stoß ausgefangen. In blutigen Nah^ kämpfen und kräftigen Gegenstößen zeigte sich erneut die ungebrochene Kampftraft unserer Truppen. Das wirkungsvolle Feuer unserer Batterien und der Tankabwehrgeschütze trug wesentlich dazu bei, die wieder mit Tankunterstützung angesetzten Angriffe abzmoeisen. Besonders muß hervorgehoben werden die Kaltblütigkeit der Führer und Mannschaften der Tankabwehrgeschütze, die oft auZ nächster Nähe die Tanks zusammrn- schoffen. Zur Kiirianuote. Deutschlands ÄereilwUIrgkeit. Berlin, 20. Sept. (WB. Amtlich.) Die heute durch den Kaiserlichen Botschafter in Wien überreichte deutsche Antwort auf die Friedensnote der k. und k österreichisch-ungarischen Re- gierung hat folgenden Wortlaut: Unterzeichneter Kaiserlicher Botschafter beehrt sich, auf die sehr geschätzte Note des k. und k. Ministeriums des Kaiserlichen und Königlichen Hauses und des Aeußern vom 14. d. M. folgendes zu erwidern: Die Aufforderung der k. und k. Regierung an alle krieg- führenden Staaten zu einer vertraulichen und unverbindlichen Aussprache in einem neutralen Lande über die Grundprinzipien des Friedensschlusies entspricht dem Geiste der Friedensbereit- schast und Versöhnlichkeit, den die verantwortlichen Staatsmänner des Vierbundes und die berufenen Vertreter der verbündeten Völker immer wieder bekundet haben. Die Aufnahme, die frühere ähnliche Schritte bei unseren Gegnern fanden, ist nicht ermutigend. Die Kaiserliche Negierung begleitet aber den neuen Versuch, die Welt dem von ihr ersehnten, gesickerten und dauernden Frieden näherzubringen, mit dem aufrichtigen und ernsten Wunsche, daß die von einem tiefen Verantwortungsgefühl und edler Menschlichkeit eingegebenen Darlegungen der k. und k. Regierung den diesmal erhofften Widerhall finden mögen. Im Namen der Kaiserlichen Negierung hat der Unterzeichnete die Ehre zu erklären, daß Deutschland bereit ist, an dem vorgeschlagenen Gedankenaustausch teilzunehmen. Amerikas ablehnende Haltung. Wien, 19. Sept. (WB.) Der schwedische Gesandte in Wien brachte heute im Aufträge seiner Negierung dem österreichisch-ungarischen Ministerium des Aeußern den Text der Antwort der Regierung der Vereinigten Staaten auf die Note der österreichisch-ungarischen Regierung vom 14. Sep- tember zur Kenntnis, welche der schwedische Gesandte in Washington dem Ministerium des Aeußern in Stockholm übermittelt hatte.^ Der Text dieser Antwort lautet: ?ych habe die Ehre, den Empfang Ihrer Zuschrift vom 15. September zu bestätigen, mit welcher die Note der oster reichtsch-ungarischen Negierung mitgeteift wurde, die den Vorschlag an die Regierungen aller kriegführenden Staaten enthielt, dahingehend, diese mögen Delegierte zu einer vertraulichen und unverbindlichen Aussprache über die Grundprinzipien des Friedensschlusses entsenden. Hierbei wurde vorgeschlagen, die Delegierten zu beauftragen einander die Auffassung ihrer Regierungen über jene Prinzipien zur Kenntnis zu bringen und analoge Mitteilungen entgegenzunehmen, sowie offene und fteimütige Aufklärungen über alle jene Punkte zu erbitten und zu erteilen, die der Präzisierung bedürfen. In Erwiderung hierauf beehre ich mich mitzuteilen, daß der Inhalt Ihrer Mitteilung dem Präsidenten vorgelegt worden ist. inelcher mich beauftragt, Ihnen bekannt zu geben, daß die Regierung der Vereinigten Staaten auf die Anregung der österreichisch-ungarischen Regierung nur eine Antwort erteilen zu können glaubt. Sie hat wiederholt und mit vollstem Freimut die Bedingungen fcstgestellt, unter welchen die Vereinigten Staaten den Friedensschluß in Er- lnägung ziehen würden. Sie kann und will sich mit keinem Konferenzvorschlage über eine Angelegenheit befassen, hin- sichtlich welcher sie ihren Standpunkt und ihre Absichten so klar dargelegt hat. (gez.) Lanjing. Uvm Felde der Ehre. Echzell. Gestern traf die telegraphische Nachricht ein, daß Unteroffizier Fritz Chriskau an den Folgen seiner schweren Verwundung in einem Feldlazarett gestorben ist. Der Tod des lebensfrohen, jungen Mannes wird allgemein aufrichtig betrauert und ist um so tragischer zu ncm-cn, da es ihm vor kurzem gelang, der englischen Gefangenschaft^ in der er sich einige Stunden befand, zu entweichen. ARS der 'Heimat. Friedbcrg. (S p o r t f e st.) Morgen Sonntag findet auf der Seewiese ein von dem hiesigen Ersatz-Bataillon veranstaltetes Sportfest statt. Zum Austrag kommen leichtathletische Wettkämpfe. Beginn der Vorkämpfe vormittags 8 Uhr. Beginn der Eudkämpfe nachmittags 4 Uhr. Von 5—7 Uhr nachmittags findet ein Fußballwettspiel zwischen dem Verein für Bewegungsspiele und der Fußballmannschaft des Ersatzbataillons statt. Hoffentlich ist das Wetter der Veranstaltung günstig. Der Besuch wird bei den niedrigen Eintrittspreisen voraussichtlich ein sehr starker werden. Bad-Nauheim, 21. Sept. Schon lange war es bekannt, daß bker eifrig und mit Erfolg schwarz geschlachtet wurde, endlich BFJESWEi*;' •'T’’ 7 mia-w , tl|(| . ■ Bekanntmachung. Bestellung von Nährmitteln. Gemäß§ 5 der Bekanntmachung über die Verbrauchsregelung der in die öffentliche Bewirtichafrung genommenen Nährmittel vorn 23 Mär, 1917 wird für die Stadt Friedberg folgendes bestimmt: Es sollen ausgegeben werden: !. für broigetreideoersorgungsberechtigte Kinder bis zu 12 Jahren (rote Karlen) „ auf Marke 50 der Nährmittellarte B (rot) Erbsen n. Suppen. II. für die übrige versorgungsberechtigte Bevölkerung (blaue Karten) aufMarke 56der Nährmittelkarte C(blau) Erbsen.n.Suppen. Wer die auf ihn entfallende Ware — die genaue Menge wird später festgesetzt — ?u beziehen wünscht, hat unter Vorlage seiner Karte bei einem hiesigen Kleinhändler bis zum 26. September eine Bestellung aufzugeben. Dabei ist darauf zu achten, daß der Kleinhändler nur die betreffende Bestellmarke abtrennt und auf der gleich- Mrigeir Quittungs- und Vezugsmarke die Bestellung bestätigt. Wer die vorgesehene Frist für die Bestellung nicht einhalt, verwert den Anspruch auf die ihm anstehende Ware. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die Bestellmarken auf die in Betracht kommenden Bestellbogen getrennt aufzukleben und an dem dem Ablauf der Bestellfrist folgenden Werktage, also am 27. September an uns einzufenden. Nichteinhaltung die er Frist zieht den Ausschluß des betreffenden Kleinhandelsgeschäftes von der Beteiligung an dem Vertrieb der Nährmittel nach sich. Friedberg, den 20. September 1918. Der Bürgermeister I. V.: Dam m. Säeiasiiien „Saxonia WendepflOss, Zwaifeferpfäiige, Grasmäher mit lielschnittbalken für ein und zwei Zugtiere. Vorderwagen, Trieur», Strshlchneiiler, tahepmpau, Dezümalwagen, Häsklegmafciräesi, üüiieisfclisioliler, , lawie af'g rntieren Malctean Mir täie LasshröMiaSt vorrätig und Isfort ah Lager lieferte. Eigeaie WerütMäile. ErsatzteiS-l^siger. Seniler I Fiseber Bekanntmachung. In den Geschäfte von: Fr. Damm Nachf., Heinrich Eckel. Fr. Hilbrecht Wwe., Fr. Michel. I. E. Michel, Gg. Mobs, E. Mörschel, M. Ro'?nfelt>, Fr. Wagner I. A. Windecker, Ehr. Krämer Wwe., Fauerbach, Heinrich Webermeyer. Fauerbach, bringen wir von Montag, den 23. ds. Alts, vormittags 10 Uhr ad Kunsthonig zum Verkauf. Auf jeden Abschnitt ,,«z" der Brotkarte wird V« Pfund zum Preise von 37 Pfennig abgegeben. Friedberg, den 20. September 1918. Der Bürgermeister. I. B.: Damm. Bekanntmachung Nächsten Dienstag, den 24. September, nachmittags von 3 brs 4 Uhr, verteilen wir in der alten Post, Zimmer Nr. 2 für Kranke Landeier. Gegen Vorlage der kreisamtlichen Bescheinigungen, auf Eier- karten rot, Marke 7, wird 1 El zu 32 Psg. abgegeben. Eierkarren und kreisamtliche Bescheinigungen sind vorzulegen. Eierkarten ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug,' einzeln abgetrennte Marken find wertlos. Friedberg, den 20. September 1918. Der Bürgermeister. _ I. V.: Damm. Iraife LiMrtTOrilri i A ii. isiiäjl Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstraße 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 420H. aabe der Anzeige auf die Mitgliedschaft Angewiesen werden. N idda Fernsprecher 55. kaufen Sie ftpirii, Dknch. ffijlfii, Mt«, fßdif, Pinsel, nirgends bester, nirgends billiger wie bei Aui ali.Mnm'. Friedber«; 5. II. S !jui:lr. 15 Telefon Xr. 45SJ. I LAMZ-WERI ° GrdSlüähCf mit Vorderwagen und Patent-Fingerbalken’ Heuwender, Erntereciien, Keltern, Obstmühien, s easize HelSerelemricbtimgoii, ra in allen Größen sofort ab Lager Lieh lieferbar. \ Georg Schieferstein, Lieh Maschinenfabrik ■ Telefon Nr. 17. ist man dem Unwesen auf die Spur gekommen und die Täter abzufaffen. Es sind insgesamt 11 Personen verhaftet worden, meist hiesige Geschäftsleute, deren Beruf eigentlich gar nichts mit dem Metzgerhandwerk zu tun hat. Bei einem dieser Go heimschlächter wurde das Geschäft so offenkundig betrieben, daß bei einer Fleischabgabe die Leute auf der Straße warten mußten und einer dem anderen die Türklinke in die Hand gegeben hat. Selbstverständlich gehörten auch die hiesigen Hotels und Pensionen zu den Abnehmern. Die Mengen von Fleisch, die bei den Echeimschlächtern beschlagnahmt wurden, sollen für viele hundert Leute ausreichend gewesen sein. Ober-Erlenbach, 21. Sept. Heute nacht wurde auf dem Hof. gut des Herrn Oekonomierat Brennemann das schwerste Schwein aus dem Stalle gestohlen, trotzdem der Stall verschloffen und noch mit einem Vorhängschloß besonders gesichert war. Dar Schwein wurde gleich im Stalle abgeschlachtet, den Kopf und das Ceraube zurückgelaffen, das übrige fortgeschleppt. Nach den Tätern wird eifrig gefahndet. Bleichenbach. Die Diebe, die in der Nacht vom 16. zum 17. September dem Landwirt Kaiser dahier 16 Hühner stahlen und von einem Zugführer festgehalten wurden, als sie von Lindheim ab die Eisenbahn benutzten, befinden sich noch in polizeilichem Gewahrsam. Die Einbrecher verweigerten jegliche Auskunft über ihre Personalien. Doch gelang es nunmehr, ihre Namen festzustellen. Es handelt sich um den Metzger Mar Dost, Gärtner Heinrich Reuker und Schlosser Karl Bauspiest, sämtlich aus Frankfurt. Allem Anschein nach herben die drei Leute schon seit langem Oberhessen und die nähere Umgebung Frankfurts durch Einbrüche rmstcher ge- macht. FC, Büdingen, 19. Sept. Die diesjährige Synode des Dekanats Biidingen wurde heute in der Kirche zu Glauberg abgehalten. Köppern i. T., 21. Sept. (Diebstähle und kein Ende!) Am Mittwoch wurden dem Schmied Haff zwei Schweine aus dem Stolle gestohlen. Die Täter wurden bis jetzt noch nicht entdeckt.' Frankfurt c. 20. Sept. Die Kinobesitzer haben dem Magistrat mitgeteilt, daß sie von heute mittag 12 Uhr ab kein versteuertes Billet mehr ausgeben. Sie nennen die Billetsteuer eine Erdroffelungssteuer namentlich für die kleinen Kinos mft billigen Plätzen. Höchst a. M., 18. Sept. (Das hätte nicht kommen dürfen.) Am Sonntag früh 7 Uhr wurde auf dem Bahnhof Eddersheim einem Beamten vom König! Landratsamt Wiesbaden von dem hier stationierten Feldgendarm der Koffer geöffnet. Er enthielt Fleisch, Eier, Milch und Aepfel. Der Beamte war ein Kontrolleur, der jeden Samstag bei der Fleischausgabe die Kontrolle ausübt. 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Die Beerdigung findet Sonntag nachm. 4% Uhr vom Bürger-Hospital aus statt. Niederlage bei: Adolf ScIlBMidf, Drogenhandlung, Friedberg: I. H., Kaiserstraße 7, Fernsprecher 361. Zeichnung auf 5% Deutselie Reichsanleihe unkündbar bis 1924. 4Va% Deutselie Reidisseliatsaraweisimgen auslosbar mit 110% bis 120% erstmals im Jahre 1919 Urnntr Kritgsiilkihk KeKanntmachnng 2n nächster Zeit gelangt wieder eine gewisse Menge Ceflügelfutter zur Ve teilung und zwar Ee- Mgelgebäck und Eeflügelweich- sulter. Von elfterem kostet der Doppelzentner 56,50 Mk. und von letzterem 42 Mk. Die hiesigen Geflügelhalter, die davon ab;unehmen gedenien, wollen dies bei dem zuständigen Vertrauensmann für die Eier- sammlunq: Hermann Hannein für Friedberg und Joh. Wilh. Sang für den Stadtteil Fauerbach. bis zum 24. ds. Mts. anmelden. Friedberg. den 20. Sept. 1918. Der Bürgermeister 2. V.: D a m m. KeKanntmachung Bon Montag, den 23. Sept. ab, beträgt der Verkaufspreis ** Kartoffeln bis zu 50 Pfund 9 Pfg. Über 50 Pfund 8 Pjg. Friedberg, den 20. Sept. 1918. Der Bürgermeister 3. 23.: Damm. Holzversttigmug. Freitag, den 27. ds. Mts., kommen im Nieder-Erlenbacher Cememdewald zur Versteigerung: 7550 Vuchenwellen 900 Eickenwellen 300 Vlrkenwellen 50 Kiefernwellen Zusammenkunft vormittags 10 Uhr oberhalb Villingen am Eingang des Waldes. Rieder.Erlenbach, 18. Sept. 1918. 8r. KiirgermeiKrrri Nikder-Erlevdach. Ullmann. Suche zum sofortigen Eintritt zu meiner Stütze tüchtigen, prakl. Verwalter der sich nicht scheut, mit Hand an-megen. Sffoiioüiifriit BniMMMl, Eber-Erlenbach. Suche per baldigst tüchtige Hiilishlilttti« möglichst vom Lande. Bei etwas Vermögen Heirat nicht ansgeschloffen. Zu erfragen in der Ge'chäfts- stelle der „Neuen Tageszeitung". Gut erhaltener Ärmup zu verkaufeir. Zu erfragen in der Gefchäfts- AeUe der „Neuen Tageszeitung". 6 Centrifugen f. Hand- u. Kraftbetrieb, Viiss- Nl! Wasdimasöiinen sind trotz der schwierigen Verhältnisse immer noch billig zu haben bei , Willi. Loäirey, Khrmacher i. Nider-Zlorllalit. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Vaters, Schwiegervaters, Schwagers und Onkels, sowie für die reichen Vlumenspen- den sagen herzlichen Dank. Friedberg, den 20. September 1918. Rudolf Müller Anna Müller geb. Peppler. .... Bin bis zum 3. Oktober verreist. Friedberg Dr. Fleckenstein. v ... .. J Daneeis-, Ktoderstrfcnple, Herren-Socken in grosser Auswahll Strich-Wolle grau, schwarz und lederfarbig. f?. Fl:, ' Dieselbe findet in der Zeit von Montag, den 23. September 1918 bis Mittwoch, den 23. Oktober 1918, mittags 1 Uhr, statt. Der Zeichnnngspreis beträgt: I. für die 5% Deutsche Reichs anlekhe.98.—% und bei Eintragung in das Neichsfchuldbuch .... 97.80% II. für die 4%% Deutschen Reichsschahanweisnngen . 98.—% Die Einzahlung kann vom 30. September an voll, aber auch in 4 Raten erfolgen Bei der Zeichnung von 4%% Neichsschatzanweisungen steht dem Zeichner außerdem das Recht zu, bis zur doppelten Summe des gezeichneten Betrages Schuldverschreibungen und Schatzanweifungen der früheren Kriegsanleihen in die 47 2 % neuen Reichsschahan- weifungen um-Mäuschen. ^ Anmeldungen nehme ich von heute an ga»? spesenfrei entgegen und bitte ich um recht belangreiche Zeichnungen. -- Sollten die zur Zeichnung erforderlichen Mittel nicht verfügbar sein, so bin ich gerne bereit, zu günstigen Bedingungen in Vorlage zu treten. Auf Wunsch übernehme ich die kostenlose Aufbewahrung der Stücke. Mit Vorschlägen zum Verkauf von in- und ausländischen Wertpapieren stehe ich jederzeit gerne zu Diensten, wie ich auch zu jeder weiteren Auskunft bereit bin. M. Bacharach, «-m. Telephon 113 «. 118. Römerstratze 9 . gegenüber gotel Adler. Sonntag, den 22. September 1913, findet auf dem Sportplatz S c e w i e f e das Sportfest des Erf.-Vatl. Nes.-2nf.-Neg. Nr. 116, Friedberg i. H., unt. Mitwirkung d. Kapelle d. I. Ers.-Btl. J.-R.116, Gießen, statt. Es tsommrn leichkthlkiischt Wettkämpfe zum Auslraz. Von 5 bis 7 Uhr nachmittags findet ein Fußball-Wettspiel des Vereins für Bewegungsspiele gegen dienst- ballmannschaft des Ers.-Batl. R.-J.-R. 116 statt. Beginn der Vorkämpfe vormittags 8 Uhr. Beginn der Endkämpfe nachmittags 4 Uhr. Eintritt 30 Pfennig. Eintritt 30 Pfennig. Kaiserstrasse 62. wieder emselrolffeii. Tapeten- und Iiinoleusnliaiis JTean Kögjles?» fr’riedlie^ar. Kaiserstrasse 27, Nähe des Rathauses. SämaseSiinen „Sack“ Zweischarpfiüge, V^sntlepliüge, Ueiiversafpflüge, Bckereggen, Karloffelerntemaseliinen, Oilngerstreyer. CJrasiiaüSter = oia11 TiefscSinHlbaBEien für 1 und 2 Zugtiere. Vnrdarwagen, Heuwender, Pferderechen, OhsikeStern, Qbsimiihlen, PnizmiiSilen, Trieure, Slrahscfineider, Jaiashepumpei?, Qezlmaiwagen sowie alle anderen üascliinegi für ie Landwirtschaft vorrätig und sofort alt ILager lieferbar. Eigene Werkstäife. 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Oie Inhaber können über die Schuldverschreibungen und Schatzanweisungen wie über jedes andere Wertpapier jederzeit (durch Verkauf/ Verpfandung usw.) verfügen. Oie Bestimmungen über die Schuldverschreibungen finden auf die Schuldbuchforderungen entsprechende Anwendung. BEDINGUNGEN: 1. Annahmestellen. Zelchnungsstelle ist die Reichsbank. Zeichnungen werden von Montag, den 23. September, bis Mittwoch, den 23. Oktober 1918, mittags 1 llhr bei dem Kontor der Reichshauptbank für Wertpapiere tn Berlin (Postscheckkonto Berlin Nr. 99) und bei allen Zwelg- onstalten der Reichsbank mit Kasseneinrichtung entgegen- genommen. Oie Zeichnungen können auch durch Vermittlung der preußischen Staatsbank (König!. Seehandlung), der preußischen Eentral-Genossenschaftskasse ln Berlin, der Königlichen Hauptbank in Nürnberg und ihrer Zweiganstalten sowie sämtlicher Banken, Bankiers und ihrer Filialen, sämtlicher öffentlichen Sparkassen und ihrer Verbände, jeder -Lebensverslcherungsgesellschaft, jeder Kreditgenossenschaft und jeder postanstall erfolgen. Wegen der Postzeichnungen siehe Ziffer 7. Zeichnungsscheine sind bei allen vorgenannten Stellen zu haben. Oie Zeichnungen können aber auch ohneVerwenbungvonZeichnungs- scheinen brieflich erfolgen. 2. Einteilung. Zinsenlauf. Oie Schuldverschreibungen sind ln Stücken zu 20000, 10000, 5000, 2000, 1000. 500, 200 und 100 Mark mit Zinsscheinen, zahlbar am 1. April und 1. Oktober jedes Jahres, aus- gesertigt. Oer Zinsenlauf beginnt am 1. April 1919, der erste Zinsscheln ist am 1. Oktober 1919 fällig. Oie Schahanweisungen sind in Gruppen elngetellt und ln Stücken zu 20000, 10000, 5000, 2000, 1000 und 500 Mark mit Zinsschemen zahlbar am 2. Januar und 1. Juli jedes Jahres ausgefertigt. Oer Zinsenlauf beginnt am 1. Januar 1919, der erste Zinsscheln ist am 1. Juli 1919 fällig. Welcher Gruppe die einzelne Schahanweisung angehört, ist aus ihrem Text ersichtlich. 3. Einlösung der Schatzanweisungen. Oie Schahanweisungen werden zur Einlösung in Gruppen im Januar und Juli jedes Jahres, erstmals lm Juli 1919, ausgelost und an dem auf die Auslosung folgenden 2. Januar oder 1. Juli mit 110 Mark für je 100 Mark Nennwert zurückgezahlt. Oie Auslosung geschieht nach dem gleichen plan und gleichzeitig mit den Schahanweisungen der sechsten Kriegsanleihe. Oie nach diesem Plan auf die Auslosungen im Januar und Juli 1918 und Januar 1919 entfallende Zahl von Gruppen der neuen Schah- Anweisungen wird jedoch erst im Juli 1919 mit auSgelost. Oie nicht ausgelosten Schahanweisungen sind seitens des Reichs bis zum 1. Juli 1927 unkündbar. Frühestens auf diesen Zeitpunkt ist daS Reich berechtigt, sie zur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen die Inhaber alsdann statt der Larrückzahlung 4°l 0 \qt, bei der ferneren Auslosung mit 115 Mark für je 100 Mark Nennwert rückzahlbare, lm übrigen den gleichen Tilgungsbedingungen unterliegende Schahanweisungen fordern. Frühestens 10 Jahre nach der ersten Kündigung ist das Reich wieder berechtigt, die dann noch unverlosien Schahanweisungen zur Rückzahlung zum Nennwert zu kündigen, jedoch dürfen alsdann die Inhaber statt der Barzahlung 3 , /« l 0 / 0 ^ge mit 120 Mark für ; ie 100 Mark Nennwert rückzahlbare, im übrigen den gleichen Tilgungsbedingungen unterliegendeSchahanweisungenfordern. Eine vettere Kündigung ist nicht zulässig. Oie Kündigungen müffeu spätestens sechs Monate vor der Rückzahlung und dürfen nur auf einen Zinstermln erfolgen. Für die Verzinsung der Schatzanweisungen und ihre Tilgung durch Auslosung werden - von der verstärkten Auslosung lm ersten Auolosungstermin (vgl. Abs. 1) abgesehen — jährlich 5°/ 0 vom Nennwert ihres ursprünglichen Betrages aufgewendet. Oie ersparten Zinsen von den ausgelosten Schahanweisungen werden zur Einlösung mitverwendet. Oie auf Grund der Kündigungen vom Reiche zum Nennwert zurückgezahlten Schahanweisungen nehmen für Rechnung des Reichs weiterhin an derDerzinsung undAuslosung teil. Am 1. Juli 1967 werden die bis dahin etwa nicht ausgelosten Schatzanweisungen mit dem alsdann für die Rückzahlung der ausgelosten Schahanweisungen maßgebenden Betrage (110 °/o, 115 °/ 0 oder 120°/o) zurückgezahlt. 4. Zeichnungspreis. Oer Zeichnungsprels beträgt: für die 5 0/gR e t ch s a n I e l h e,wenn Stücke verlangt werden 98, — M, w m 5% , wenn Eintragung ln das Reichsschuldbuch mit Sperre bis zum 15. Oktober 1919 beantragt wird . . . 97,80 Mark, • » 4 '/g 0 /o Reichsschahanweisungen . . . .98,- Mark für je 100 Mark Nennwert unter Verrechnung der üblichen Stückzlnsen. 5. Zuteilung. Stückelung. Oie Zuteilung findet tunlichst bald nach dem Zelchnungsschluß statt. Oie bis zur Zuteilung schon bezahlten Beträge gelten als voll zugeteilt. Im übrigen entscheidet die Zeichnungsstelle über die Höhe der Zuteilung. Besondere Wünsche wegen der Stückelung sind in dem dafür vorgesehenen Raum auf der Vorderseite des Zeichnungsschelnes anzugeben. Werden derartige Wünsche nicht zum Ausdruck gebracht, so wird die Stückelung von den Vermittlungsstellen nach ihrem Ermessen vorgenommen. Späteren Anträgen auf Abänderung der Stückelung kann nicht stattgegeben werden/ Zu allen Schaüanwellungen lowohl wie zu den Stücken der Aelchöanleihe von 1000 D^orr und mehr werden auf Antrag vom Kelchsbant-Dlrektorium ausgestellte Zwilchen Ich eine ausgegeben, über deren Umtausch in endgültige Stücke das Erforderliche später öffentlich bekannlgemacht wird. Oie Stücke der KeichSanieihe unter toco Mart, zu denen Zwlschenschetne nicht vorgeiehen sind, werden mit möglichster Oeschleuniaung fertiggestellt und voraussichtlich Im April n. Z. ausgegeben werden. Wünschen Zeichner von Stücken drr S°/o Reichsanleihe unter 1000 Mart ihre bereits bezahlien. ab,r noch nicht gelieferten kleinen Stücke bet einer OariehnSkaffe des Reichs zu beleihen, so können sie die Ausfertigung besonderer Zwischenscheine zwecks Verpfändung bei der Oarichnstasse beantragen; die Anträge sind an die Steste zu richrn bei der die Zeichnung erfolgt ist. Diese Zwischenscheine werden nichl an d>e Zeichner uns Äeimittiungsstellen auSgehändlgt, sondern von der Reichs« bank unmittelbar der Oarlehnstoffe übergeben. 6. Einzahlungen. OieZelchner können die gezeichneten Beträgevom 30 September d. I. on voll bezahlen. Oie Verzinsung etwa schon vor diesem Tage bezahlter Beträge erfolgt gleichfalls erst vom 30. September ab. Oie Zeichner sind verpstichiet: 300.0 des zugeteilien Betrages spätestens am 6. November b. I., 20°'q 9 9 9 # #3. Oezember , 25">0 9 9 » 9 9 9. Januar n. „ 250.0 0 9 9 99 6. Februar , , zu bezahlen. Frühere Teilzahlungen sind zulässig, jedoch nur tn runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts. Auch auf die kleinen Zeichnungen sind Teilzahlungen jederzeit, indes nur in runden durch 100 teilbaren Beträgen des Nennwerts gestattet, doch braucht die Zahlung erst geleistet zu werden, wenn die Summe der fällig gewordenen Teilbeträge wenigstens 100 Mark ergibt. Ole Zahlung hat bel derselben Stelle zu erfolgen, bel der die Zeichnung angemeldet worden ist. Oie zur Rückzahlung am 1. Oktober d. I. gezogenen Mar? 200 000 000 50/0 Relchsschahanweisunqen von 1914 (I. Kriegsanleihe) Serie VI werden bel der Begleichung zugeteilter Kriegsanleihen zum Nennwert in Zahlung genommen. Oen Zeichnern werden auf die mit diesen Schahanweisungen zu begleichenden neuen Anleihen, je nachdem sie Reichsanleihe oder Reichsschahanweisungen gezeichnet haben, 5% Stückzlnsen für 180 Tage ober 4'/ 2 °/ 0 Otücf- zinsen für 90 Tage vergütet. Ole 5% Reichschahanweisungen sind mit Zlnsschelnen, die am 1. April 1919 fällig sind, einzureichen. Oie im Orufe befindlichen unverzinslichen Schahscheine des Reichs werben — unter Abzug von 5 ö / 0 Diskont vom Zahlungslage, frühestens vom 30. September ab, bis zum Tage ihrer Fälligkeit — in Zahlung genommen. 7. poflzeichnungen. Ole Postanstalten nehmen nur Zeichnungen auf die 5°l+ Reichsanleihe entgegen. Auf diese Zeichnungen kann bl« DoNzahlung am 30. September, sie muß aber spätestens am 6. November geleistet werden. Auf bis zum 30. September geleistet« DoNzahlungen werden Zinsen für 180 Tage, auf alle anderen Voll- zahlungen bls zum 6. November, auch wenn sie vor diesem Lage geleistet werden, Zinsen für 144 Tage vergütet. s. Umtausch. Oen Zeichnern neuer 4 1 / 2 °/o Schahanweisungen ist es gestattet, daneben Schuldverschreibungen der früheren Kriegsanleihen und Schahanweisungen der I., II., IV. und V. Kriegsanleihe ln neue 4V/o Schahanweisungen umzulauschen, jedoch kann jeder Zeichner höchstens doppelt so viel alte Anleihen (nach dem Nennwert) zum Umtausch anmelden, wie er neue Schatzanweisungen gezeichnet hat. Oie Umlauschanträge sind innerhalb der Zelchnungsfrist bei derjenigen Zelchnungs- oder Vermittlungsstelle, bei der die Schahanweisungen gezeichnet worden sind, zu stellen. Ole alten Stücks sind bis zum 21. Dezember 1918 bei der genannten Stelle einzureichen. Oie Einreicher der Umtauschstücke erhalten auf Antrag zunächst Zwischenscheine zu den neuen Schahanweisungen. Oie 50/0 Schuldverschreibungen aller vorangcganaenen Kriegsanleihen werden ohne Aufgeld gegen die neuen Schahanweisunaen umgelauscht. Oie Einlieferer von 5°/ 0 Schatzanweisungen erhalten eine Vergütung von Mark 2,25 für je 100 Mark Nennwert. Dir Einlieferer von 4 1 /a°/o Schahanweisungen der vierten und fünften Kriegsanleihe habenMark2,50 fürje 100 MarkNennwert zuzuzahlen. Oie mit Ianuar/Iull-Zinsen ausgestalteten Stücke sind mit Zlnsschelnen, die am 1. Juli 1919 fällig sind, die mit April/Okiober- Zinsen ausgestblteten Stücke mit Zinsscheinen, die am 1. April 1919 fällig sind, einzureichen. Oer Umtausch erfolgt mit Wirkung vom 1. Januar 1919, so daß die Einlieferer von Aprll/Oktober-Stücken auf ihre alten Anleihen Stückzinsen für x / 4 Jahr vergütet erholten. Sollen Schuldbuchforderungen zum Umtausch verwendet werden, so lst zuvor eln Antrag auf Ausreichung von Schuldverschreibungen an die Relchsschuldenverwaltung (Berlin SW 68, Oranienstr. 92-94) zu richten. Oer Antrag muß einen auf den Umtausch hinweisenden Vermerk enthalten und spätestens bls zum 13. November d.I. bet der Reichsschuldenverwaltung eingehen. Daraufhin werden Schuldverschreibungen, die nur für den Umtausch in Reichsschatzanweisungen geeignet sind, ohne Zinsscheinbogen ausgereicht. Für die Ausreichung werden Gebühren nicht erhoben. Eine Zetchnungssperre steht dem Umtausch nicht entgegen. Oie Schuldverschreibungen sind bls zum 21. Oezember 1918 bel den in Absatz 1 genannten Zelchnungs- oder Vermittlungsstellen einzureichen. *Dle zugetellten Stücke sämtlicher Kriegsanleihen werden auf Antrag der Zeichner von dem Kontor der Reichshauplbank für Wertpapiere in Berlin nach Maßgabe seiner für dle Niederlegung geltenden Bedingungen bis zum 1. Oktober 1920 vollständig kostenfrei aufbewahrt und verwaltet. Eine Sperre wird durch diese Niederlegung nicht bedingt, der Zeichner kann sein Depot jederzeit - auch vor Ablauf dieser Frist - zurücknehmen. Oie von dem Kontor für Wertpapiere auögefertigten Depotscheine werden von den Oarlehnskassen wie dle Wertpapiere selbst beliehen. Reichsbank - Direktorium. Berlin, Im September 1918. Havensteln. v. Grimm. mmvrwmm Beilage zne „Ueaen Tageszeitaag Unmmev 222^ Samstag, den 21. September 1918 44 11. Zachrginry. Ans meiner Dorfkirche. Kriegssorgen und christliche Sorglosigkeit. Eo. Matth. Kap. 6, V. 24/34. Niemand kann zweien Herren dienen. Entweder er wird den einen hassen, und den andern lieben; oder wird dem einen snhängen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet: auch nicht für euren Leib, was ihr enziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn die Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen: und euer himmlischer Vater nähret si ^ doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung Schauet die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, das; auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist, als derselbigen eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das noch heute stehet und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht vielmehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, daß ihr das alles bedürft. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und noch seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorget nicht fiir den andern Morgen: denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, daß ein jeglicher Tag feine eigne Plage habe. Liebe Gemeindet Wir wollen an den Dingen, von denen Jesus hier redet, nicht so einfach vorübergehen, als sei das lauter Kinderspiel. Wir wollen uns klar machen, daß das. was Jesus hier sagt, auf der einen Seite, und unser Leben und Tun auf der andern sich so scharf gegenüberstehen. daß es nicht schärfer sein kann. Und wenn einer unser Ehristentum heute ansehen wollte nach dem Wort: sorget nicht für euer Leben, was ihr esien und trinken werdet und fiir euren Leib, was ihr anziehen werdet, dann müßte er sagen: Diese Leute mögen allerhand sein, aber Ehri- sten sind sie nicht? Ja, das ist eine große Not heute, daß wir diesem Dibelwort mit unserem Tun gerade ins Gesicht schlagen. Leute, die früher nur still ihre Arbeit taten, und sich um ihr Mittagesien nicht mehr kümmerten, als daß sie es gerade aßen, wenn es auf dem Tisch staird, die reden eben den ganzen Tag vom Esien und Trinken, wie man es zufammenbringen und wo es Herkommen soll. Und wie wir darum laufen, und was wir alles dafür tun. um ein Paar brauchbare Stiefel zu bekommen, das wißt ihr alle selber. Es ist eine große Not. daß es so ist, daß das Esten und Trinken und Anziehen, und die Sorge darum Herr geworden ist über unser Leben, daß wir kaum etwas anderes mehr denken können, es ist kein Wollen, es ist ein Müsten. und wenn wir heute einer Hausfrau sagen wollten: Du sollst nicht sorgen für diese Dinge, dann müßte sie uns antworten: Ja, wollt ihr denn verhungern, wenn ich das Sorgen sein laste? Nicht so ist es heute, daß wir Esten und Trinken und Anziehen für nebensächliche Dinge halten, sondern, daß wir es jetzt erst richtig erkannt haben, was für große und wichtige Gottesgaben es sind, wenn man in diesen Dingen satt haben kann. Jerfemt. Roman von Allny Wothe. 35) Nachdruck verboten. „Hansi!" Ein einziger, angstbebender Schrei aus Agas Munde. Schon stand sie mit Zen auf der Schwelle. „Hansi. wlr sind da, dich zu schützen, Hansi! höre mich!" Aber es war bereits zu spät. Schneller als ein Gedanke, hatte sich die leichte, weißgekleidete Gestalt auf das Fensterbrett geschwungen. Es war noch wie ein leises, grüßendes Winken, und dann ein dumpfes Aufklatfchrn dort unten im Master. Jen. obwohl halb erstarrt vor Schrecken, flog den Weg. den er gekommen war. zurück, an dem Weinspalier hinab. Ohne Besinnen sprang er, am Ufer angelangt, in die leise aufschäumenden Wellen dem unglücklichen Kinde nach, dessen blondes Haar wie Eokdfchimmer auf den Mastern lag. Aga aber stand mitten im Zimmer und starrte wie entgeistert auf das leere, offene Fenster, durch welches ihr Liebstes soeben verschwanden war. Dann aber lachte sie bitter und gellend auf, so daß es schaurig von den Wänden widechallte, und ihre Augen dem Grafen zu- wendend, der bleich, mit schlotternden Knien an der gegemiber- Iltegenden Tür lehnte, sagte sie, blitzschnell einen Revolver hervor- gichend und ihn gegen die Brust des Grafen abdrückend: „Auge «m Auge, Zahn um Zahn! Du sollst kein Menschenherz mehr brechen." Ein Blitz, ein Knall. Der Graf wankte. Lautlos fiel er zu Boden. Und wieder lachte Aga höhnisch auf, dann schritt sie zur Tür, tzie Treppe hinab. Alle Türen, in welchen Schlüssel steckten, schloß fie auf. Unten im Flur kam ihr Jean, Graf Verghausens Diener Mit verstörtem Gesicht entgegen. „Dort oben liegt Graf Nordkirch," sagte Aga zu Jean ge- yvandt. „Ich habe ihn soeben mit eigener Hand erschossen, nachdem er meine Schwester verführt und in den Tod gehetzt." Jean sah ihr nach, als hätte er eine Irrsinnige vor sich, sie abev schritt hinaus, um das Haus herum an den See. Dort war ja, was sie suchte. Jen legte soeben eine regungslose weiße Ge- Aber daneben steht mm auch gerade das Gegenteil auf. Gestern erst ist wieder in unserer Pfarrei eine jener erschütternden Nachrichten aus dem Feld gekommen, bei denen es uns jedesmal von neuem vor Augen tritt, wie wettlos alles Erdengut ist. Gerade in dieser schweren Zeit lernen wir es erfahren, daß wir unser armes Leben gar nicht durchführen können, wenn wir nicht den Trost haben, daß wir in den schwersten und finstersten Stunden fasten dürfen, nach der Hand des Vaters im Himmel. Esten, Trinken und Anziehen auf der einen Seite, und Gott auf der andern Seite — wir können ohne die beiden nicht leben. Eins brauchen wir. und das andere können wir nicht lasten. Und da kommt unser Herr Jesus und stellt die beiden in einen scharfen Gegensatz: ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon. Mir reden nun freilich nicht von denen, die Gott garnicht dienen wollen. Nicht von denen, die ihren Sinn so ausgefüllt haben mit der Jagd nach Geld und Reichtum, daß sie keine Kirche und keinen Gott mehr nötig haben. Die gehen uns hier nichts an. Wir reden auch nicht von denen, die sich einbilden, man könne Jesus seinen Herrn nennen, brauche ober seine Gebote nicht zu halten, die da meinen, fromm sein, das heißt: fromme Lieder singen und fiomme Worte reden, die nicht wisten, daß Jesus gesagt hat: es werden nicht alle die zu mir sagen „Herr, Herr", in das Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Nein, von all denen reden wir nicht, sondern wir reden von denen, die es wirklich ernst nehmen, denen es das Gewissen drückt, daß Jesus uns seinen Jüngern anbesohlen hat: Ihr sollt nicht sorgen um Esten und Trinken, und daß wir dies fein Gebot nicht halten können. Mer heute ein Christ fein will, für den ist es eine schwere Not, daß er heute, Tag fiir Tag das Gebot seines Heilands übertreten muß! — Mer hilft uns aus dieser Not? Ein echter Chirst geht in aller Not zu seinem Heiland Jesus Christus? Ja, liebe Gemeinde, zu Jesus Christus, zu demselben, der uns dieses schwere Gebot gegeben hat. Aber das war eben der Fehler, daß wir bisher nur auf das Gebot gesehen haben, und nicht auf den der es sprach. Solange wir das Gebot allein ansehen, da war es uns eine drückende Last, und wurde immer unerträglicher, je mehr wir daran herumfuchien. Aber nun heben wir die Augen einmal von dem Gebot weg und sehen dem Sprecher ins Antlitz, und da erkennen wir auf einmal: da steht ja vor uns ein lieber treuer Freund, und blickt uns an, als wolle er sagen: o, ihr Kleingläubigen, ich will euch doch keine neue Last auflegen, ich will euch ja helfen! Nicht so soll's fein, daß ich euch das Sorgen verbiete, und euch doch die Sorgen um alle Not im Herzen laste. Nein, umgekehrt ists gemeint, die großen Sorgen selber, die will ich euch aus dem Herzen nehmen, dann wird auch euer törichtes Sorgen von selber vergehen? Und nun sehn wir neu in unser Jesuswort hinein, und sishe, es sieht auf einmal ganz anders aus! Ja, hat er nicht recht, der Herr Jesus? So ist's: Wer ist unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? So ist'e? Wie viel haben wir mit all unseren Sorgen dazu beigetragen. daß unsere Feinds geschlagen wurden? Wieviel hat unsere Sorge geleistet, daß unsere Ernte bester wurde? Um wieviel ist all unsere große und kleine Not kleiner geworden, dadurch, daß wir nachts wach lagen und uns den Kopf zersorgten urck) uns das Herz zermarterten? Ach. das war alles umsonst! Aber sehet die Vögel unter dem Himmel an... euer himmlischer Vater erniihret sie doch! Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Ja so ist's! Ist uns nicht immer wieder schließlich durchge- hclfen worden, so schwer es auch aussah? Es ging manchmal anders als wir wollten — aber es ging! Wer das einmal erstalt am Ufer nieder. Das junge, bleiche Haupt der niedersinkenden Sonne zugekehrt. Aga weinte und schluchzte nicht, als sie neben Hansi am Boden kniete, und das weiße, stille Gesicht der Schwester an ihre Brust zog. Jen aber barg sein Haupt in den Händen und wehrte den Tränen nicht, die über sein braunes Gesicht rannen. Ein breiter, roter Streifen zog sich über Hansis Stirn, aber sie lebte, sie atmete. Aga fühlte es mit tausend Wonnen. Enger und enger zog sie das geliebte Antlitz an sich, und ihre Lippen auf die gefchlostenen Augen drückend, rief sie wieder und immer wieder: „Hansi, ich bin bei dir, Aga ist da!"- Da lächelte das junge Mädchen mit wehem Munde und schlug die großen, lichtbraunen Augen voll zu der geliebten Schwester auf. „Das Sterben ist doch süß," sagte sie langsam, und an Aga vorbei fort in die weite Ferne blickend, flüsterte sie leise: „Vaters Haus da drüben, mit dem Hängezweig, es grüßt zum Abschied herüber. Und du geleitest mich, Aga. auf den dunklen Weg daß er licht und hell wird." Und Jen gewahrend, der leise ihre schlaff herabhängende Hand ergriffen hatte und mit seinen Tränen netzte, sagte sie langsam, wie in der Erinnerung suchend: „Um» die Rosen, und der Minnegatten auf der alten Burg. Denkst du daran? Die Liebe hat gar Bitteres und Süßes, Jen Nielsen, ich habe nur den bitteren Trank geschlürft. „Mein Geliebtes, mein Einziges, fei fttll," flüsterte Aga zärtlich. „Beruhige dich wir bleiben ja bei dir. Doktor Nielsen und ich, wir bringen dich heim ins Vaterhaus. Da sollst und wirst du genesen und alles Leid vergehen." Hansi neigte das blonde Köpfchen tief zur Seite. „Zur Heimat, ins Vaterhaus," flüsterte sie, „zum Frieden?" Wie ein leuchtender Schein flog es über das junge Gesicht. Ein Dehnen und Strecken der zarten Glieder, dann sank das blonde Haupt tief herab in der Schwester Schoß. Vom Dorfe herüber klangen die Abendglocken, und die roten Ertkablüten zu Füßen Hansis zitterten blutigrot im verglühenden Sonnengolde. Aga sprach kein Wort — sie weinte auch nicht, als sie ihre Hand der geliebten Schwester auf die brechenden Augen legte. kannt hak, der wird auch bald lernen die Hände fallen und mir fröhlich — kindlichem Gebet alle Sorgen in die Flucht schlagen. Und wer dairn erst einmal richtig gespürt hat. daß man in Gottes Hand durch alle Not durchkommt und weiß oft selbst nicht wie. der lernt einsehen, daß es auf dieser Erde überhaupt nur ein Ding gibt, das das Sorgen wert ist: aber das heißt nicht Gelt u»ü> Gut, das heißt nicht esien und trinken, heißt nicht anziohen und nicht Gesundheit — sondern das heißt: Reich Gottes, und er lernt auf alle Sorgen, die ihm kommen wollen fröhlich zu antworten: Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und naä seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Ach sucht doch den, laßt alles stehn. Die ihr das Heil begehret. Er ist der Herr und keiner mehr Der euch das Heil gewähret. Sucht ihn all Stund, vom Herzensgrund Sucht ihn allein, dann wohl wird fein, Dem der ihn herzlich ehret. Amen. Aus dem Weste \\\x Mlimtnttlilchtn Reg! ernn st.? Die Mehrheitsparteien batten die gegenwärtige milita rische und politiscke Lage für besonders geeignet, um ihn Herrschaftsbedürfnisse zu befriedigen, und zwar in der Rich tt'ng, daß nunmehr die letzten Schritte zur parlamentarischer Negierung getan werden. Der Mf nach der sofortigen Ein berufung des Reichstages, der jetzt tagtäglich in der Prellt der Mehrheitsparteien zu vernehmen ist, bedeutet die B? kundung des Machtwillens, der die Zügel der Regier'.'.^ in die Hände nehmen, allein führen, selber regieren möchte Der „Vorwärts" deutet das heute an. wenn er den National liberalen in dem Augenblick, wo deren Reicbstagsfraktion zu'. Beratung Zusammentritt, emvüeblt. den Anschluß nicht z? verpassen: denn der Schwerpunkt der Entscheidung rücke vor der gegenwärtigen Regierung ab und iminer mehr zur Reichs tagsmchrheit hinüber. Die linksnationalliberale „Berliner Borsenzeitung" be kennt dasselbe, wie die Scheidemänner und die diesen gleich gearteten Fortschriitslente: nämlich das Verlangen nach bei parlamentarischen Negierung, wenn sie auf die Frage, wa- not tut, antwortet: Not tue das Eingreifen der Mebrbeits Parteien zum Zwecke der Umbildung der Regierung nach dem Willen der Neichstagsmehrheit und in dem Sinne der Vem ' zichtserklärung vom 19. Juli vorigen Jabres. Zu dieser Entschließung aber sollen in Widerspruch stehen die Zusay- verträge zum Frieden von Brest-Litowsk. Die Zusatzverträge sollen eine „Inkonsequenz" dnrstellen, weil sie (Gebiets Veränderungen zugunsten Deutschlands enthalten und der Russen bare Geldzahlungen an das Deutsche Reich zugemutet haben. Der Abgeordnete v. Richthofen, als dessen Organ das angeführte Blatt gilt und der dieser Tage treffend als der nationalliberale Erzberger gekennzeichnet wurde, hat soeben in einer Unterredung mit dem Berliner Vertreter eines unga- rischen Blattes in voller Deutlichkeit die Forderung nach einer rein parlamentarischen Regierung ausgesprochen: einer parlamentarischen Regierung, deren Programm der volle, lückenlose Verständigungs- und Derzichtsfrieden bildet, in dessen Rahmen insbesondere auch die Ostfrogen anders, als um sie zum letzten Schlummer zu schließen. Sie sah nur Jen cm. und er verstand sie. Still stand er auf und schritt den See entlang dem Pfarrhaufe zu. Er wollte für seinen holden Märchentraum, der ihm nie voll gelacht, den letzten Weg bereiten . Er wollte sie dann auf seinen Armen über die Schwelle des Hauses mit den grünen Birken tragen zur letzten Rast, sein einziges und fein letztes Glück, das kaum gehofft, kaum geahnt, ihm wie ein Duft, hauch am Wege verweht war. 25. Kapitel. Ein grauer, trüber Novemberhimel lag über dem Grunewald-. see. Durch die dunklen Tannen und Fichten ging es wie leiser Stöhnen, und im Garten der kleinen weißen Villa hingen die letzten, blasien Astern tief ihre Köpfe herab. Falbe Blätter auf Wegen und Stegen. Wie ein großes, unendliches Sterben und Vergehen lag es über der ganzen Landschaft. Alles fttll, grau in grau, nur das leise Klagen des Windes und das Aechzen der Baumriesen, von denen ein buntes Blatt nach dem andern her- niedersank zur dunklen Erde. In dem Kamin des Gartensaales der Villa flackerte ein Helles Felder. Mirena faß davor und starrte mit seltsam verträumtem Blicke in die Flamme. Sie hatte eine weiße Pelzdecke fröstelnd über die Füße gebreitet, und die schlanken, weißen Hände spielten nachlässig mit ein paar blaßroten Astern, die ihr Holger soeben gereicht. Holger stand hochaufgettchtet vor ihr. In seiner ganzen Haltung und in seinen dunklen Augen lag ein eiserner Wille. Mirena kannte und fürchtete diesen Blick. Sie wagte darum auch nicht, Holger gerade ins Gesicht zu sehen. Sie starrte in die Flammen, und dann wieder auf die rosa Astern in ihrer Hand. „Was denkst du, Mirena?" Wie hart und rauh Holgers Sttmme klang. Sie sah erstaunt wie ein Kind zu ihm auf. „Was ich denke," fragte sie, und ein Lächeln irrte um ihrei^ Mund, der heute in dem auffallend blasien Antlitz dunkelpur pur» aufblühte, „ich denke daran, daß du mir heute Toienblumen ge? bracht hast." .t • __ Fortsetzung folgt. geschehen ist, zu regeln sind, d. h. tm Sinne des vollkommenen, den Feinden willkommenen Verzichtfriedens. Die Mehrheitsparteien nennen das, was sie efftreben, „Volksregierung", während es in Wirklichkeit nichts anderes ist. als Mehrheitsregierung. Zur Mehrheitsregierung soll die Regierung umgebildet werden. Das ist die Tagesförderung derer um Scheidemann. Erzberger und Richthofen. In solcher parlamentarischen Regierung soll natürlich kein Platz mehr für Minister und Staatssekretäre von der Art des Herrn von Hintze sein. Der ..Berliner Borscn-Kurier" spricht das bereits aus. Unter dem Sticlwort „Deutschlands Stunde" beginnt er seinen heutigen Leitartikel mit dem Satz: „Das deutsche Volk hat mit Herrn v. Hintze zu reden", und schließt' „In der Stunde, die jeder Entschließung Schickwls- gewicht gibt, ist das Deutsche Reich ohne Führung. Wir haben einen Kanzler, dem für die unerbittlich herandrängenden Aufgaben die körperliche Widerstandskraft, einen Staatssekretär des Auswärtigen, dem jede Eigenschaft des Staatsmannes dafür gebricht. Die Männer, die fähig sind, an ihrer Stelle das Notwendige zu leisten, müssen gefunden werden: bald. Tenn sie zu finden, tut dem Reiche so not, wie das Halten der Front." Die Männer, die hiernach in die neu zu bildende Mehrheitsregierung eintreten sollen, brauchen nicht erst noch gefunden werden; sie sind doch da: sie heißen Scheidemann, Erzberger, Richthofen. Gewiß, Deutschlands Stunde schlägt: entweder geht es weiter auf der schiefen Ebene zum parlamentarischen Regiment, die mit der Berufung Payers zum Vizekanzler beschritten worden war, oder es wird noch reclst- zeitig Halt gemacht, in der Erkenntnis, daß das Weiter- gleiten auf dieser Ebene ins Verderben führen muß. .Halt machen heißt aber die entschlossene, rückhaltlose Abkehr von den Mehrhcitsparteien und ihrer verhängnisvollen Politik. ,3 kMklahmilu fflfil? nn'frfö HWrilchkn Mens." In seiner Stuttgarter Rede hat der Vizekanzler des Deutschen Reiches für seinen demokratischen „Idealismus" der Völkerbünde, Schiedsgerichte und Abrüstungen nicht besser geglaubt reden zu können, als indem er mit der selbstbewußten Geste des unfehlbaren Tribunen die Parole ausgab: „Man muß sich loslösen von den ausgefahrenen Gleisen unseres historischen Wissens." Was soll auch historisches Wissen auf dein Wege nach Wölkenkuckucksheim. Es wäre da wirklich nur unnötiger Ballast. Ihn raten die neuen Propheten der Völkerbeglückung, kurz entschlossen über Bord zu werfen. Dieser eigenartigen Auf- fasiung, die sich insbesondere im Munde eines deutschen Vizekanzlers bemerkenswert ausnimmt, geht der Abgeordnete T r a n b in einem Idealismus" Lberschriebenen Aufsatz in der „Täglichen Rundschau" zu Leibe und schreibt u. a.: „Unseres Erachtens mußte ein Führer des deutschen Volkes seine Volksgenoffen nicht aus der Geschichte heraus, sondern in die Geschichte hineinführen. Fest verwurzelt in der Bolksge- schichte, kann man allein einem Wettersturin die Stirn bieten, der das eigene Volk entwurzeln will. Wir kämpfen um herrliche Ideale. Der nationale Idealismus erscheint uns gerade deshalb, weil wir in der Geschichte eine Führung Gottes sehen, natürlicherer und höherer Ordnung als der internationale Idealismus. Genauer gesagt: Wer nicht die Nation in erste Linie setzt, dessen Idealismus wird für sein Volk zur steten Versuchung. Wir möchten genau die entgegengesetzte Losung ausgeben wie sie in jenem Grundsatz des Herrn v. Payer ausgesprochen worden ist: Deutsches Volk, vertiefe dich lieber in die Erinnerungen von Bismarck und Moltke, ehe du über die diplomatische Fähigkeit und Tüchtigkeit deiner Lenker und Führer urteilst! Nicht die Einzelheiten liegen uns heute am Herzen. Wir kämpfen um die Geschichtsauffassung und die Weltanschauung. Es ist ein Jammer, daß unsere politischen Kreise im großen und ganzen zur Heranbildung einer klaren deutschen Geschichtsauffassung vor und während des Krieges so wenig getan haben. Noch schlimmer aber ist es, daß man auch in solchen Kreisen, in denen man nicht mit dem Pazifismus geht, doch geneigt ist. ihm einen höheren Idealismus zuzuschreiben und den Idealismus der Tat und des Opfers, der auf dem dornigen Weg der Geschichte liegt, in Mißkredit zu bringen. Mir erscheint der Idealismus eines Bismarck größer als der Idealismus des Frankfurter Parlaments; denn jener wünschte und dieser schuf. Die größten Weltanschauungen bleiben die, in welchen man das Döse und das Gewicht der Schuld nicht vergißt. Echter Idealismus schafft gerade aus den wirklichen Verhältnissen heraus die Sicherung für das Tüchtige und das Echte. Solche Sicherung liegt in der Völkerwelt in der Fähigkeit zur letzten Probe, daß einem Volk Brot und Nahrung weniger wert ist als feine Ehre und es für diese Ehre vor dem höchsten Opfer nicht zurückscheut. Der Idealismus der Tapferkeit ist nicht nur antik, er ist grund- christlich. Er nährt sich von der Geschichte. Darum sind wir grundsätzliche Gegner der Auffassung, als ob man das Volk, das nicht einmal feine eigene Geschichte kennt, geschweige denn über die Geschichte der Welt, zu Gericht sitzen kann, „von den ausgefahrenen Gleisen unseres historischen Wissens" in so bequemer Meise lossprechen durfte. Unser Volk wird glücklich sein, wenn es jetzt starke Geschichte macht, ohne sich in Uebergeschichte zu verlieren. Dann werden uns die kommenden Geschlechter ebenso um unseres Idealismus willen preisen, wie wir es tun gegenüber den Völkern von 1813 und 1870 , die sich auch nicht durch Irrlichter von den sicheren Forderungen für ihre nationale Zukunft abbringen ließen." Ein vernünftiges Urteil. Die unleserliche Handschrift der Behörde. Eine recht salomonische Entscheidung hat die Strafkammer in München- Gladbach gefällt. Sie erklärte nämlich eine polizeiliche Strafverfügung ohne Bedenken für ungültig. weil die Unterschrift des verantwortlichen Beamten unleserlich war. Die KslyMltm ' Ser Großbanken. T Die jüngst in der Presse berichtete Tatsache des llebergangs mehrerer mitteldeutscher Genossenschaftsbanken an eine Berliner Großbank hat in weiten Kreisen des kaufmännischen und gewerblichen Mittelstandes, der ja mit seinen Kreditbedurf- niffen wesentlich auf die genossenschaftlich organisierten kleinen Finanzinstitute angewiesen ist, starke Beunruhigung hervorge- rufen. In der begründeten Besorgnis, daß dieser, volkswirtschaftlich sehr unwillkommene Aufsaugungsprozeß noch weiter fortschreitet, hat der Allgemeine Verband der auf Selbsthilfe beruhenden deutschen Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschafien e. V. in Eharlottenburg vor kurzem eine Eingabe an den Präsidenten des Reichsbanttürettoriurns Dr. H-avenstein gerichtet, um dessen Mitwirkung an der Abwehr des auf das Betätigungsfeld des Genossenschaftswesens abzielenden Aui'dehnungsgelüsts der Berliner Großbanken zu erbitten. Einen praktischen Erfolg hat diese Eingabe nicht gebracht, konnte sie auch nicht haben, da ja unsere Gesetze — man muß sagen: leider! — keine Handhabe bieten, die „Freizügigkeit" des Eraßbankkapitals irgendwie zu beschränken; immerhin hat jene. Eingabe den. Herrn Rcichsbantp-räsidenten zu der Erklärung veranlaßt, daß auch er eine Aufsaugung der Genossenschaften durch die Großbanken nicht als im öffentlichen Interesse liegend erachte, und j daß er es vor allem vom Standpunkt des Kleinhandels und • des Kleingewerbes auf das lebhafteste beklagen würde, wenn : diese lebendige Krcditqnelle versiegen sollte. Damit ist wenig- - ftens ein moralischer Erfolg erreicht, der freilich nicht überschätzt I werden darf. Denn daß den Großbanken der Appetit beim Esten noch immer zu wachsen pflegt, hat man in den letzten zwei Jahrzehnten genügsam erfahren: eine mittlere Provinzbank nach der andern, ein privates Bankgeschäft nach dem andern ist von den Polypenarmen der den deutschen Geldmarkt beherrschenden Berliner Finanzmächte erfaßt und einem der ins Riesengroße gewachsenen Bankkonzerne einverleibt worden. Diese Entwicklung hat noch keineswegs i^en Abschluß gefunden, vielmehr wird sie durch das bei der herrschenden Geldflüssi^eit überaus starke Anlagebsdürfnis der Großbanken, deren Depositen heutzutage nach ebenso vielen Milliarden zählen, wie früher nach Hunderten von Millionen, noch aufs lebhafteste gefördert, und es ist kaum anzunehmen, daß die Leiter dieser Mammutbanken sich das Vedairern des Herrn Dr. Havenstein sehr zu Herzen nehmen und hinsichtlich der Kreditgenossenschaften fortan Schonung walten lasten werden. Das Darniederlegen des unter den harten Zeitläuften am schwersten leitenden gewerblichen Mittelstandes hat zudem noch, wie in einem Aufsatz in der „Rhein. Wests. Ztg." zutreffend ausgesührt wird, vielen Genostenfchaftsbanken die Arbeits- und Gewinnmöglichkett sehr eingeengt und so ihre Bilanzen ungünstig beeinflußt. „Tritt unter diesen Umständen ein verhältnismäßig günstiges Angebot von Berliner Großbanken an sie heran, fo können sie umso weniger widerstehen, als zurzeit gar nicht M übersehen ist, wie sich unsere inneren wirtschaftlichen Verhältnisse entwickeln, und ob sich für diese Banken so bald wieder Gelegenheit bieten wird, ihrer eigentlichen Aufgabe in der früheren Weise nachzugehen." In Ansehung der Erhaltung des persönlichen Kredits für den so hart um sein Dasein ringenden Kleinkaufmann und Kleingewerbetreibenden, die nach dem Kriege vielfach wieder ganz von vorn werden anfangen wüsten, ist aber das Fortbestehen leistungsfähiger, auf gemeinschaftlicher Selbsthilfe aufgebauter Kreditgenostenschaften eine Mittelstandsfrage von höchster Bedeutung. Halten wir uns weiter vor Augen, daß der Machtwille der Großbanken, sich nach Möglichkeit auszubreiten, schließlich auch vor den landwirtschaftlichen Kreditorganisationen schnnrlich Halt machen wird, so ist auch von dieser'Seite her größte Wachsamkeit geboten, um die stolze Errungenschaft des Unabhängig- feins der deutschen Landwirtschaft vom mobilen Großkapital nicht wieder gefährden zu lasten. Gemeingefährliche Forderungen. Der Vorstand der sozialdemokratischen Partei und die Generalkommission ihrer Gewerkschaften haben an den Reichskanzler eine Denkschrift gerichtet, in der kategorisch und unter den bei den roten Genossen üblichen Drohungen eine sofortige Verbesserung der städtischen Ernährungsverbält- nisse gefordert wird. Zur Unterstützung dieses Vorgehens werden direkt unwahre (erhöhte Sterblichkeit der Kinder und Asten) oder stark übertriebene Schilderungen von den obwaltenden Verhältnissen gegeben, die bei unfern ausländischen Feinden Helle Freude und gesteigerte Siegeshoffnungen auslösen müssen. Wir sind nicht gewillt und !n der Lage auf alle Einzelheiten dieser nach draußen und drinnen (durch falsche Darstellung der Sachlage) gemeingefährlich wirkenden Denkschrift näher einzugehen, sondern wollen uns auf die Beleuchtung einer Kardinalforderung, „allgemeine Erhöhung der Kartoffelration von 7 aus mehr als 10—12 Pfund" beschränken, weil diese Forderung auch *chon von der bürgerlichen Linkenpresse z. T. unterstützt wird und weil ihre Erfüllung besonders verhängnisvoll fiir Sickerung unserer Volksernährung bis zum nächsten Erntejahre werden könnte. Die sozialdemokratische Denkschrift behauptet, die Erfahrung im verflossenen Jahre habe gezeigt, daß die Bevölkerung mit einer Ratton von 7 Pfund Kartoffeln nicht auskommen könne. Uns hat die im Vorjahr gesammelte Erfahrung ganz etwas anderes gezeigt. Es ist unter der Herrschaft der im Grunde sozialdemokrattschen Zwangswirffchaft und bei den obwaltenden Verkehrsverhältnissen ganz unmöglich, in der kurzen Zeit zwischen Kartoffelernte und Eintritt des den Kartoffelverkehr hemmenden Wiüterftostes noch größere Kartoffelmassen, als sie schon für eine 7-Pfund-Grundrattoll nöttg sind, von den größeren östlichen Anbaugebieten nach den Massenverbrauchszentren im Westen zu überführen. Es ist aber weiter im Vorjahr bei der Zwangswirffchaft nicht möglich gewesen, die Kartoffeln hier so unterzubringen, daß keine übergroßen Verluste bei der Aufbewahrung entstanden, obwohl die Frucht im Vorjahre an sich eine sehr gute Haltbarkeit aufwies. Im allgemeinen hat die Erfahrung gezeigt, daß die städtische Bevölkerung mit einer Grundration von 7 Pfund gesunder (!) Kartoffeln verhältnismäßig gut auskommen kann (besonderer Mehrbedarf von Schwerstarbeiten usw. wird und kann ja berücksichtigt werden). Größere Schwierig keiten setzten erst im Frühjahr ein, als die Gemüsevormt? erschöpft und als vielfach durch mangelhafte Aufbewahrung schadhaft gewordene Kartoffeln geliefert werden nrußten, jo als schließlich statt der 7 Pfund nur 3 oder noch weniger zni Verteilung kamen. Diese im Vorjahr trotz einer sehr guten Kartoffelernte gesammelten traurigen Erfahrungen sollten doch gebieterisch zu äußerster Vorsicht und Sparsamkeit bei der diesjährigen Rationierung Anlaß geben, besonders jetzt in einer Jahreszeit, wo neben den Kartoffeln noch eine reiche Gemüseernte zur Verfügung steht oder stehen könnte und wo andererseits über Ertrag und Haltbarkeit der Kartoffelernte kein auch nur einigermaßen zuverlässiges Urteil möglich ist. Die Winterkartoffeln stecken heute noch nicht vollständig ausgewawfen in dem nassen Erdreich, es hängt alles davon ab, ob es möglich sein wird, sie gut ausreifen zu lassen un> sie dann einigermaßen trocken rechtzeittg aus der Erd? - bringen. Dazu müssen alle Kräfte aufgeboten werden, K? sollten auch die so anspruchsvollen Genossen helfen, fc? mehr Kartoffeln für sie „erfaßt" werden sollen. Weiter wird es darauf ankommen, zunächst die fiii 7^Pfund°Ratton schon notwendigen Kartoffelmassen . e. Störung der Ernte- und der Herbstbestellungsarbeiten den Aeckern zur Bahn und auf dieser an die Verbrauch zu befördern, bevor Frost die Transporte „erfassen" y\ wieder empfindliche Verluste verursachen kann. Sind diese als Grundlagen für die Sicherheit »nie« Kartoffelverwrgung unerläßlichen Aufgaben gelöst, zeig dann das Ernteergebnis und die Witterungsverhältnisse d? Möglichkeit einer höheren Rationierung der Verbrauck>er. dann erst könnte diese in Erwägung gezogen werden. Dabei müßte aber immer noch gebührende Rücksicht aus eine einwandfreie, ungebührliche Verluste ausfchlietzendc Unterbringung an den Verbrauchsorten und auf die an sich