Unmmer 216 ,, 10 Pfennig die Nummer Samstag, den 14. September 1918 11. Jahrgang«, Oie „?!.»- Tagesieilung" -ilch-mt ,-den Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Lauer aus Hessen". „Dir Kvinnssul..« K.mgspr.i»: Bei den Pastanftalten mertel.äbrlich Mk 2^- hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Aaenten monailich 80 Psg. einschließlich Trägeriohn. Am-ig-n: Grund,eile 25 Pfg.. lokale 20 Utg., An,eigen oon auswärrs -oerden durch Po tnachna ^E _ erhoben. Erfüllungsort stlriedberg. Kchrittleitung und Verlag Friedberg lHeflenß hanauerstraste 12. Fernlprecher 18. Bostlcheck-Loaio Br. 18äg. Ami Zranisurt a M Rnhaltkare SteUuugen geräumt. — Abwehr feindlicher Angriffe zwischen Arras und £ e r 10000 Tonnen versenkt. t s -- ' " ' ' - -- a Der deutsche Generalstak •== meldet: s W. T. Gratzes KairptqrrrrrLier, derr 13. §cptcn\btr Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz RupprechL und B o e h n. Nahe der Küste und nordöstlich von BixsHoote führten wir kleinere Unternehmungen mit Erfolg durch. Zwischen Npern und Armentieres scheiterten Erkundungsvorstöße des Feindes. Südwestlich von Fleurbaix schlugen wir einen Teilangriff nordwestlich von Hulluch einen stärkeren Vorstoß der Engländer zurück. Zwischen den von Arras nud P6ronne aus Cambrai führenden Straßen fetzte der Feind gestern früh unter stärkstem Feuerschutz feine Angriffe fort. Sie sind unter schweren Verlusten für den Feind gescheitert. Gut geleitetes Artilleriefeuer hatte an der erfolgreichen Abwehr besonderen Anteil. Unsere Infanterie warf den Engländer, wo er in unsere Linien cindrang, im Gegenstoß wieder zurück. Havrincourt blieb in Feindeshand. Am Abend zwischen Moenvres und Gouzaucourt erneut vorbrschende Angriffe &e§ Gegners wurden abgewiefen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Ailette und Aisne war der Artilleriekampf nur zeitweise gesteigert, kleinere Jnfanteriegefechte. In der Champagne brachten Stoßtrupps aus feindlichen Linien bei Le Mesnil Gefangene zurück. Heeresgruppe GallWitz. Franzosen und Amerikaner griffen gestern rm Bogen von St. Mihiel, bei der Combreshöhe und südlich sowie zwischen der Cote Lorraine und der Mosel an. In Erwartung dieses Angriffs war die Räumung des der beiderseitigen Umfassung ausgesetzten Bogens seit Jahren ins Auge gefaßt und seit Tagen eingeleitet worden. Wir kämpften den Kampf daher nicht bis zur Entscheidung burcf) und führten die beabsichtigten Bewegungen aus. Der Feind konnte sie nicht hindern. Franzosen, die auf den Höhen östlich der Maas vorstießen, wurden abgewiesen. Die Combreshöhe, die vorübergehend verloren ging, wurde von Landwehr- truppen wieder genommen. Südlich davon sicherten öfter- reichis-ch-ungariscbe Regimenter in kräftiger Gegenwehr im Verein mit den zwischen Maas und Mosel kämpfenden'Truppen den Abzug der bei St. Mihiel -stehenden Divisionen. Zwischen der Cotes Lorraine und Mosel gewann der feindliche Angriff auf Tbiaucourt Boden.' Reserven fingen den Stoß des Feindes auf. Südwestlich von Thiaucourt und westlich der Mosel schlugen wir den Feind ab. Während der Nacht wurde die Räumung des Bogens vom Feinde ungestört beendet. Wir stehen in neuen vorbereiteten Linien. Der ErÜe Gcneralqnartiermeistcr: Ludendorsf. • Amerikanischer Bericht vom 12. Sept., 10 Uhr abends. Heute morgen verwirklichten unsere Truppen im Abschnitt von St. Mihiel wichtige Fortschritte. Unterstützt von französischen Einheiten brachen sie den Widerstand des Feindes und rückten an einigen Punkten bis fünf Meilen vor. Wir zählten bis jetzt 8000 Gefangene. Die Operationen werden in günstiger Weise weitergeführt. » Abendbericht. Berlin, 13. Sept., abends. (WTB. Amtlich.) An der Front ruhiger Tag. Auch zwischen Maas und Mosel hat der Feind seine Angriffe bisher nicht erneuert. Dev österreichische Generalstak . - meldet: - Wien, 13. Sept. Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Südlich von Naventa versuchten italienische Erkundungstruppen das Ostufer der -Piave zu gewinnen, . .Sie wurden zurückgetrieben. Sonst vielfach Artilleriekamps. Westlicher Kriegsschauplatz: Im Abschnitt von St. Mihiel sicherten südlich der Combre-s-Höhe österreichische ungarische Regimenter in kräftiger Gegenwehr den planmäßigen Abzug deutscher Truppen. Albanien: Lage unverändert. Der Zugführer Groslovic hat gestern über Durazzo 3 feindlicke Flugzeuge abgeschossen. Ter Ches des GcneralstabeS. _ ■ ' 1 1 " 1 1 — " ■■ " l « I Q I Der bulgarische Grncralltak ! I—--= meldet:___.-i Sofia, 10. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Eeneralstabsbericht. Mazedonische Front. Zwischen Ochrida- und Prespa-See kurzer Feuerwirbel von feindlicher Seite. Nördlich Bitolia drangen unsere Sturmtruppen in die feindlichen Stellungen ein und brachten französische Gefangene zurück. Oestlich des Dobro- polje und zwischen Tirnaya und Sokol war die Artillerietätig- keit beiderseits für gewiffe Zeit ziemlich lebhaft. Südlich Huma näherten sich feindliche Infanterieabteilungen nach Artillerievorbereitung einem unserer vorgeschobenen Gräben, wurden aber vom Feuer unserer Artillerie zerstreut, die ihnen fühlbare Verluste beibrachte. Oestlich des Wardar nahm eine feindliche Batterie eines unserer Militärspttäler unter Feuer, dessen Abzeichen gut sichtbar waren. Südlich der Belasitza machte eine unserer Erkundungstruppen englische Gefangene. Im Dorge- lände an der unteren Struma Patrouillengesechte. Zwischen Wardar und Doiransee schoß der deutsche Fliogerleutnant Tide zwei feindliche Flugzeuge ab, die vor unseren Gräben niederstürzten. Das ist der 7. und 8. Luftsieg dieses Fliegers. Das türkische Hauptquartier ——— meidet: — - -— Konstantinopel, 12. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Palästtnafront: Im Küstengebiet gesteigerte Gefechts- tättgkeit. Stellenwise lag lebhaftes feindliches Artillerie- und Minenwerierfeuer auf unseren Linien. Im Vorfeld verschiedentlich Gefchte der beiderseitigen Aufklärungsabteilungen, die für uns günstig verliefen. Oestlich der Eisenbahn Tul und Kerm-Ramleh stießen unsere Patrouillen bis in die feindliche Stellung vor. Auf den übrigen Fronten nur geringe Artillerietätigkeit. Eine feindliche Erkundungsabteilung geriet westlich des Jordans in einen vor: uns gelegten Hinterhalt und erlitt starke Verluste. Sonst nichts Neues. 10!!00 Tannen versenkt. Berlin. 12. .Sept. (WV. Amtlich.) Durch unsere U-Boote wurden 10 000 Vrt. feindlichen Schiffsraums oersentt. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. Me Siklacht im Westen. Der englische Angriff auf Cambrai. Berlin. 13. Sept. (WV.) Am 12. September erneuerten die Engländer ihre Anstrengungen, mn in Richtung Cambrai durchzubrechen. Starke Masten wurden von 6 Uhr 30 morgens an zu geschlossenen Angriffen angesetzt. Das Vernichtungsfeuer der deutschen Artillerie zersplitterte den englischen Ansturm in Einzelangriffe. Trotzdem stiirmten die Engländer weiter. Im Gewehr- und Mafchinengewehrfeuer brachen ihre Sturniwellen zusammen. Wirksam griffen dabei die vorgeschobenen deutschen Geschütze in den Kampf ein. Besonders zeichnete sich Vizewachtmeister Halbreiter vom 1. Gardefeldartillerie-Regiment aus. der die anstürmenden Engländer mit vernichtendem Schnellfeuer aus nächster Nähe empfing. Südlich der Straße Bapaume— Cambrai kam es teilweise zu erbitterten Nahkämpfen. Die Deutschen räumten das Dorf Havrincourt und setzten sich in den westlich und nördlich um das Dorf herum liegenden Graben fest. Durch Einsatz zahlreicher Nahkampfgeschütze, die in nächster Nähe vor der deutschen Linie auffuhren, suchten die Engländer hier den Durchbruch zu erzwingen. Eine Dtörserbatterie vom Fußartillerieregiment 17 unter Führung von Hauptmann Zielte schoß diele iedoch eines nach den» andern ruikammen. _ Troll Regen und Wind setzten die Engländer bis zum Abend ihre Aw griffe fort, ohne weiter Boden gewinnen zu können. Die Gewitterschwüle, die seit längerer Zeit an der loth ringischen Front herrschte, hat sich in einem starken französisch amerikanischen Angriff gegen den vorspringenden Winkel vor St. Mihiel entladen. Der Angriff war erwartet, und die Räw mung dieses stark gefährdeten Frontvorsprunges seit etmcen Ta gen im Gange. Die Deutschen stehen jetzt in seit langem vor bereiteten Stellungen auf der Sehne des Vogens. DeiiMland imö isic im im ü-rV«. Helsingfors, 12. Sept. (WV.) Der deutsche Gesandte gar. im Aufträge seiner Regierung und der Regierung Finnlands die Erklärung ab, daß die deutschen Truppen, um Finnland und Schweden vor der Gefahr kriegerischer Verwicklungen pr bewahren, nicht in Ostkarelien einrücken werden, wenn EnalaNd und die übrigen Ententemächte Karelien mit der Murmankustt räumen und die bindende Verpflichtung übernehmen, ihre Truppen von Karelien und der Murrnattküste binnen einer noch zu bestimmenden Frist zuruckzuziehen. Rußland. Ein Erfolg der Bolschcwiki. Wie das Berliner Bureau der Petersburger Telegraphen, agentur mitteilt, haben die Sowjettruppen einen neuen großen Sieg über die Gegenrevolutionäre davongetragen. Am 12. Srw tember, 2 Ikhr nachmittags, ist Simbirsk von den Bolsck^wcki- truppen wieder zurückerobert worden. In dem Bericht Heist es. Unsere Kavallerie verfolgt den in Unordnung fliehend?n Feind. Gegen Abend hatten unsere Truppen Simbirsk schon 25 Kilo« meter hinter sich. Bei Verfolgung des Feindes schonen unsres Flieger die Bevölkerung. Lenins Befinden. ^ Moskau, 12. Sept. (Wien. K. K. Tel.-Korr.-Vur.) Uebe- den Gesundheitszustand Lenins ist heute der folgende Be-ick', ausgegeben worden: Puls 90. Atmung 22. Das Befinden ist wesenckich bester. Von morgen ab ist dem Kranken das Sitze« erlaubt. Eins Erplosionskatastrophe iu der Ukraine. Kiew, 13. Sept. Nach einer Meldung der „Kiewfkoja Myst" fand in Woronesch eine Explosionskatastrophe statt, wobei sechs Eisenbahnzüge, der Bahnhof und die beiwchbarten Gebäude zerstört wurden. Der Schaden bettägt 30 Millionen Rubel. Es wurden 350 Tote gezählt. Ueber 1500 Verhaftu - wurden vorgenommen. Eine Imdkimlü'sii küütz-gmies. Die Wiener Korrespondenz „Rundschau" meldet aus Kopenhagen: Nach einer Londoner Meldung, deren Stick,' balttgkeit bier nicht geprüft werden kann, ist eine neuerliche energische Friedensakrion Lansdownes unmittelbar zu ge- wärttgen. Lansdowne will nur die Rede Lloyd Georges ab* warten und habe Cecil und Lloyd George bereits wissen lassen, daß das englische Volk ein vom Geist der Versöhnlichkeit und Aufrichtigkeit getragenes Eingehen auf die Er- körung Tr. Solfs erwarte. „Daily Mail" meldet: Lloyd George hatte mit Lans- downe vorgestern eine Besprechung über die bevorstehende Lansdownesche Veröffentlichung über die neue Besprechung der internationalen Lage. Eftenkühnnnglück in Holland. Amsterdam, 13. Sept. Den Blättern wird berichtet, daF der Schnellzug von Apeldoorn, der um 10 Uhr 10 Minuten vormittags auf der Station Hilversum bei Weesp entgleist sei. Nach den letzten Berichten sind vierzig Tote und 100 bis 15E Verwundete zu beklagen. Herwg Eduard von Anhalt ck. Desia», 13. Sept. (WB.)' Herzog Eduard von Ani halt ist heute früh um W Uhr im Ortskcankenhause in Berch* tesgaden im Alter von 57 Jahren verschieden. Herzog Eduard ist nach dein Hinscheiden seines Bruderch Leopold Friedrich II. am 21. April diesem in der RegiemnL gefolgt. Er war preußischer Oberst uM mH Prinzessin Lu^ ron Sachsen-Altenbuvg vermählt. Der Herzog war während eines Erholungsaufenthalts in Berchtesgaden plötzlich an Blinddarmentzündung erkrankt und mußte operiert werden. Re- gierender Herzog wird jetzt sein Sohn Prinz Joachim Ernst, geboren am 11. Januar 1901. D. Red. Zur Rede Payers. Die ..Deutsche Tageszeitung" findet die Rode Payers tief bedauerlich. Sie sei auf müde Resignation ge« strmmt und biete dem Volk Steine statt Brot. Wie man die Seele des Einzelnen zu packen habe, das habe der Kaiser in Essen gezeigt Der aus dem Volk Erwachsene und Erwählte verstehe es nicht. Die Rede sein ein indirektes Friedensangebot. welches, da es den Verzicht auf jede Kriegsentschädigung einschliehe, in dieser bedingungslosen Form den niederdrückendsten Eindruck mache und bei unseren Feinden die Ueberzeugung unseres bevorstehenden Avsgepnmptseins festigen müsse. Payer habe der Stimmung im deutschen Volke einen empfindlichen, kaum auszugleichenden Stoß versetzt, den Flau- und Miesmachern Wasser auf die Mühle geleitet, und über die Wirkung im Auslande werde man das Nötige näMens sehen können. “ Zum ~t. Kar! Peters. ^ih' Bley widmet in der „Deutschen Tageszeitung" dem verstorbenen Vorkämpfer des deutschen Kolonialgedankens folgende warm empfundene Worte: Der Tod des Begründers von Deutfch-Ostafrika stellt angesichts des schweren Entscheidungskampfes, welchen unsere heldenhafte Truppe unter Lettow-Vorbeck auf portugiesisch- afrikanischem Boden gegen gewaltige Uebermacht führt, uns in beschämender Weise die Kläglichkeit der heimischen Gegenwart vor Augen. So verschieden der stürmende und drängende, dem müden Geiste der achtziger Jahre schier unverständliche und als „Abenteurer" verlästerte junge Peters von dem im streng soldatischen^ Geiste geschulten Führer der todesmutig kämpfenden Truppe ist, so weit sind sie doch beide entfernt von der Verlassenheit der Verzichtsstimmung, die auf der Höhe des weltpolitischen Entscheidungskampfes über unser Volk gebracht ist. Man nimmt nun gemeinhin an, daß Peters in seiner Auf- faffung vom Wesen der Kolonialpolitik durchweg von englischem Geiste beeinflußt gewesen sei. Wer die Geschichte seiner mut- vollen Jugend kennt, wird auf jene Auffastung gern verzichten. Als achtes Kind unter elf Geschwistern einer in zwar behag- Nc^n. aber doch recht eng beschränkten Verhältnissen lebenden Pastorenfamilie erwachsen, hat schon auf der Klosterschule zu Ilfeld seine Herrennatur und sein Drang zur Selbständigkeit in jeder Hinsicht sich in einer Weise durchgerungen, die seinen damaligen Gefährten unvergeßlich geblieben ist. Und so verschieden zunächst die tastenden Versuche gewesen sind, in denen er nach Licht und Leben rang, so tritt in allem doch der unbe. zwing lrche Drang hervor, sich über die Alltäglichkeit zu erheben Offenbar hatte sein Vater diese Gabe früh durchschaut, denn er hat sicherlich nicht umsonst diesen begabtesten seiner Söhne vom Gymnasium in Lüneburg in die alte Pflanzstätte welfisch-aristokrattschen Geistes von JlfeU» gebracht. Ebenso irrig ist die Auffassung, daß Peters ein Bewunderer der Engländer oder englischen Wesens gewesen sei. Er hatte nur in den Jahren, als er nach dem Besuche der Universität und grünlichen geschichtlichen Studien, die ihm u. a. für eine Arbeit über den FricQen von Venedig in Berlin die goldene Medaille eingetragen hatte, im Hause seines Oheims, des Musikhistorikers Earl Engel, die Eroßziigigkit der britischen Kolonialpolitlk und Ueberseewirtschaft zu klar erkannt, als daß ihm nicht die entsprechende Kläglichkeit der deutschen Bureau- kratie und die Jammerseligkeit unseres Philistertums, gerade an dem britischen Maßstabe gemessen, hätte verächtlich erscheinen müssen. Wer sich aber der achtziger Jach» enkpnmk, w denen uns vergönnt war, dir junge deutsche Kolonialpolitik heraufznfüh. ren, dem wird das Bemerkenswerteste an dem Wirken und Ringen von Peters der starke Einfluß geblieben sein, den er nicht etwa nur auf die unternehmungslustige Jugend, sondern auch auf gereifte Männer in hohen und verantwortungsvollen Stellen ausübte. Freilich waren diese vornehmlich alte Solldaten. In dem Vorstände der Gesellschaft für deutsche Kolonisatton. insbesondere der Kriegsadmiral Livonius, der seinerseits sich als Vorkämpfer der deutschen Flotte fühlte, und General Re- gely, der damalige Vorsteher des topographischen Bureaus im Großen Generalstabe! Was war es, das diese auf ein erfolgreiches Leben zu rückblickend en Männer veranlaßte. sich so willig dem jungen Sttirmer und Dränger unterzuordnen? Doch eben die Freude an dem in ihm verkörperten Mutentschlusse, der allein uns vorwärts bringen konnte und hinweg über die schier unausrottbare deutsche Neigung zu theoretischen Auseinandersetzungen, wo es allein auf den Tatentschluß und praktisches Handeln ankam! Was die deutsche Kolonialpolitik dem ver- dairkt, gehört der Geschichte an und findet keine höhere Anerkennung, als in der sorgenden Liebe, mit der unser Volk jetzt an dem Geschicke der Truppe hängt, die unsere Erwerbung unter Lettow schützt. Keineswegs genügend beachtet ist aber die Wirtschaftlichkeit der Petersschen Kolonialwirtschaft, die mit verhältnismäßig geringen Mitteln so Bedeutendes erreicht hat Man braucht nur auf das Anschwellen der Etats in der Stu- dierlampenzeit unter seinen Nachfolgern hinzublicken, um für diese so schwer verkannte Wahrheit das richtige Verständnis zu gewinnen. Insbesondere ist dies auch hervorgetreten in seinem kühnen Zuge noch Uganda, den er mit so geringen Kräften hat durchfuhren müssen, nachdem ihm dank britischer Einflüsse leider auch von deutscher Seite der Weg so Übel verbaut und er- ^ war^ Der wilde Haß. mit dem die Gegner im eigenen Volke chn beehrt haben, wurzelte hauptsächlich doch in diesen Bekundungen eines starken Herrschwillens, und erschien auch der demokratischen Seite um so verständlicher, als Karl Pet"rs n feinem ganzen Denken und Wirken durchalüht war van c ^ m leidenschaftlichen Volksbewußtsein und den: Drange nach einem ! größeren Deutschland. schlächtern liefern. Auf ihren Gewinnen ruhe falt. SckgeN. Dl« Fvemdeninduftrie aber, in deren Spuren Schleichhandel und Schwarzschlachtungen blühen und durch die Hunderltausende mm Hemden in diesem Sommer gut gelebt hätten und überdies noch alles fortschleppten, was sie vermochten, könne es ertragen, wenn ihr ein Ende bereitet werde. % ifirüliifte ZmittiMmil in Bayern. Perfett! t. ber En München abgchaltenen Hauptversammlung der christlichen Bauernvereine Bayerns sprach der Direktor der Regensburger Genossenschaftszentrale, Landtags abgeordneter Professor Dr. Schlittenbauer. über den Ernst der Lage und das eoot der Stunde. Die feindlichen Staatsmänner, so sagte er redeten viel energischer zum Volk sie peitschten es auf. Graf Hertting. vielleicht der beste vou allen, die wir hatten, obwohl er erst spat ins Amt gekommen sei. solle nun schon wieder gestürzt werden. Die Scheidemann und Erzberger sollten dann aber auch die Verantwortung als Staatssekretäre übernehmen Besserwisser hatten nur eine Berechttgung wenn sie es auch besser machen könnten. Der Minister des Innern o. Brettreich mahnte, zum ersten Male übrigens in einer solchen Volksversammlung sprechend, zur Einigkeit zwischen Stadt und Land in unserem schweren Existenzkampf. Im neuen Wirtschaftsjahr werden Brot und Getteide befriedigen. Die Fleischverforyung habe durch die Schwarzschlachtungen gelitten und wäre sonst besser. Schwierig sei die Versorgung mit Fett und Milch. Die restlose Erfassung sei hier unbedingt notwendig. Die Milch- prcise müßten erhöht werden, um den Landwirten einen gerechten Ausgleich zu schaffen. Zu Kleinmut und Besorgnis bestehe kern Anlaß, wie von militärischer Seite versichert wird Wcr dürfen nicht müde werden. Wir dürfen nicht an die von unseren Feinden aus-, esprengten Gerüchte glauben, sondern mußten sie Niederkämpfen. Der Generaldirektor der Regensburger Genossenschaftszentrale, Geheimer Landesökonomierat Di. Heim, verdammte in seiner Rode über kriegswirtschaftliche Probleme die Bauern, die den Schleichhändlern und Schwarz- Der Mchiedsyrnß drs Generals. Im Vraunschweiger „Allgemeiner Anzeiger" veröffentlicht ein alter General folgende unberichtigte Abschiedsanzeige: Im Laufe dieses Monats, in dem ich mein dreißigjähriges Jubiläum als General begehe, verlasse ich trauernd das schone Blankenburg in meinem lieben Heimatland Braun, schweig, wo ich wie schon mein Vater nicht Recht noch Eereck. ttgkeit fand.> * Denjenigen Behörden und Leuten. welche diese Grund, satze mir gegenüber mißachtet haben, hinterlasse ich den Gruß Gc>tz von Verlichingeus cm den kaiserlichen Hauptmann! Allen mir wohlgesinnten Bekannten sage ich herzlich Lebewohl' Blankenburg am Harz. 1. September 1918. Ahlborn, Generalleutnant z. D. SöfNch ist ja gerade nicht, was der alt- Haudegen da ge. lagt hat, aber nachfühlen können wir's ihm. die TliBiehe, Zuhälter und Iton'orfrn. %ü5 München wird gemeldet: Das stellvertretende Generalkommando des ersten bayerischen Armeekorps hat eine empfehlenswerte Anordnung erlassen. Danach sollen im Korps, bezirk drei Arbeiterlager errichter werden, in denen zunächst Männer zwangsweise untergebracht werden sollen, die sich im Stadtbezirk München aufhalten, ohne einer geregelten Arbeit nachzugehen und die im dringenden Verdacht stehen, daß sie sich einen Teil ihres Unterhaltes auf unredliche Weife erwerben. Es handelt sich also hauptsächlich um das arbeitslose E^'Madt- gesmdel, zumeist um Heeresunwürdige, schwer vorbestrafte Personen. Zuhälter usw.. deren freier Aufenthalt in München eine ■üajReep «?«. Wö±an- H/ep bpaucht die A Millionen | l±*ampen f Jedep fctektro -JnßaUafeufr Weiß es In Friedberg: zu haben bei: Fr. Fueii«üel8tB«r Elektrotechnisches Büro; WSIVi. £st. Schlosserei, und Installafionsgeschäft; * liasrl liiiaillie, Installationsgeschäft. Rom an von Anny Wo 1he. ^ Nachdruck verboten. „ms bedeutet das? Versuchst du den Sinn?" fragte sie beklommen. „Verstehen!" brauste Holger auf. „Verstehenl Was braucht einer denn dabei noch zu verstehen. Steht es denn nicht ganz deutlich da, daß Aga mit Jen heute zuriickkehrt? Und ich suche seit Wochen vergeblich ihren Aufenthalt, und Jen ist gemütlich mit ihr zusammen und reist mit ihr zurück." ftchr er aufgeregt fort. „Ist das nic^t zum rasend werden?" „Langsam, langsam, lieber Freund, gemütlich scheint mir das Zusammensein nun gerade nicht zu sein. Mich regt vielmehr der seltsame Passus auf. „Hanfi verschwunden". Wo in aller Welt kann denn das naseweise kleine Ding nur hin sein?" Holger antwortete nicht. Ein böser, dunkler Blick nur glitt zu Mirena, dann sagte er, hastig nach seinem Hute greifend: „Ich muß fort, ich fahre sofort nach Berlin. Erwarte mich heute Abend nicht mehr zurück. Adieu, Mirena." sott, ohne Abschiedstuß, ohne einen letzten, zärtlichen Blick. Mirena sah ihn durck aen Garten stürmen. Achtlos zer- ttat sein Fuß die schimmernd >u. weißen Tuberosen da draußen Die dickten Tannen entzog-, ihn bald Mirenas Blicken. Mirena hatte die M:audatür jetzt weit geöffnet. Beide Arme hielt sie weit ausg - reitet der sinkenden Sonne entgegen. Doch kein Strahl traf mehr das kleine weiße Haus, das jetzt im tiefsten Schatten lag. In Mirenas Augen aber glomm ein Strahl auf, seltsam, drohend, unheimlich. ..Er hat mich nie geliebt," flüsterte sie, „und doch muß ich tfn halten um jeden Preis. Mutrot versank die Sonne in dem stillen See. auf dem die Wasserrosen schlafend schimmerten. Der Tag ging zur Rüste ,nd der Abendwickd spalte auf den Wellen. 21. Kapitel. Alle Läden in der kleinen Villa der Tiergartensttaße, die so lange geschlossen gewesen, waren wieder in die Höhe gezogen. Im Garten dufteten einige späte Rosen, und hier und da spannen sich schon weiße Schleier von Ast zu Ast. In Agas Atelier waren die Fenster weit offen. Der sonst so herrlich geschmückte Raum hatte jetzt etwas Totes. Kahles und Starres. Nirgends ein Blatt, eine Blume, mir die Skulp. turen und Bilder an den kahlen Wänden, und in der Mitte der Arbeitsstätte ein wildes Chaos, wie es bei großem Reinemachen oft herrscht, wenn man die Gegenstände, die einem im Wege stehen, zusammenzusetzen pflegt. „Ah. mein Iotte doch, Fräulein Aga," sagte die alte Dörte. einen Hermeskopf mit etwas Benzin bearbeitend, um ihm wieder zu seiner früheren Reinheit zu verhelfen, „det Sie ooch je- ra.de heile kommen müssen. Rischt in Ordnung nich und keene Zeile, die eenem uffilätt. Da steht man tut in det janze Schlampampe, un weeß nich. wie man wieder rausfinden soll, und Sie stehen ooch da und sagen keen Wort, so det eenen himmelangst werden kann. Un weiß sehen Se aus wie der Kalk an die Wand, un essen wollen Se ooch nich." Grollenb fuhr sie mit ihrer Bürste dem Hermes über die Locken, so daß Aga unter anderen Verhältnissen gewiß einge- schrittcn wäre, den schönen Kopf vor völliger Vernichtung zu reiten, aber Aga. die müde aus einem Polster lehnte, sah nichts von alledem, sie starrte nur in dunpfer Verzweiflung vor sich hin. So trug noch ihr Reisekostüm, einen dunkelblauen Eheviot- reck und eine weiße Batistbluse. Auch das kleine, weiße, von schwarzem Band umwundene Reisohütchen saß noch auf ihrem Haupte. Dörte hob ab und zu forschend die hellen, blauen, von bu. schlgen Brauen überwölbten Augen zu Aga auf. und in dem ganzen, alten, runzelvollen Gesicht zuckte es von mühlam nieder- gehaltener Bewegung Endlich, als Aga noch immer in ihrem beängstigenden Schweigen verharrte, gab die Alte dem Hermes einen gewaltigen Ruck und schob ihn weit von sich. Dann stemmte sie beid- Hände in ihre Hüften und sagte grob:. „Det is nu der Dank, daß man sich mit die Krabben sein janzes Leben rumjeärjert hat. Erst loofen se weg und keenen Menschen wird jesagt. wohin et jeht, un denn' kommt eene Wieder und sagt jar nichts, und wo de andere is, weeß ooch keen Ehristenmensch nich."- » ..Nein, das weiß kein Mensch," sagte Aga. wie sich bannend über die Stirn stteichend, „du hast recht. Dörte." Die alte Dötte sah ihre Herrim ganz verstört an. „Sie wissen nich. wo unser Kind, die Haust, is," fragte si« betroffen. „Sie wissen et nich?" Aga schüttelte das Haupt. „Fott. Dörte." sagte sie tonlos, „ganz fort, Und ich weiß nicht, wo ich sie wiederftnde." Dörte schlug jammernd die Hänlde über ihrem grauen Kopf zusammen. „Du lieber Iott," sagte sie stöhnend, „det Kind, die liebe, kleene Jöre, mein Herzblatt. Ach. det is ja allens Unsinn. Det kann ja jar nich sind. Kommen Sie man erst wieder zu sich." Ein Mick Agas ließ sie verstummen. „Wahr", stotterte sie endlich, „wirklich wahr?" Und dann hörte sie mit finster ge- falteten Brauen zu, wie Aga in fliegender Hast erzählte. Eine beiße, dunkle Röte schoß in mächtiger Welle über das alte, gute Gesicht. „So n Lump, so'n Schuft," sagte sie, die knorrigen, arbeits- harten Hände ballend, „sicher is et so, wie Ce denken, Fräulein Aga, aber wenn der Herr Iraf denkt, det ick een Schaf bin, denn is er uf'n Holzweg. Ick johe fofott uf die Polizei. Mein Iott, wir leben doch nich in eenem Reiberstaat, wo Kinder eenen so janz verjnregt unter die Finger wechkommen." Dann aber starrte sie in dumpfer Verzweiflung vor sich hin. und beide Hände vor das alte Gesicht schlagend, schluchzte sie auf: Fortsetzung folgte fcrnfte Erfahr für Me öffentliche SicheDheit bildet. Es wurde« ] bereits mehrere dieser Männer in das erste deutsche Arbeit»- Lager Wielnbach, Bezirksamt Weilheim, abgeschoben, wo fie p ^ Kulturarbeiten heranyezogen werden. Die Internierten werden entlohnt wie fever andere Arbeiter. _________ r) Zum Ende der Sommerzeit. Berlin. 13. Sept. (WB.) Schluß der Sommerzeit. Es wird amtlich daran erinnert, daß laut Bundesratsbeschluß vom 7. März d. I. die diesjährige Sommerzeit am 16. September — also am nächsten Montag — vormittags 3 Uhr endet. Die öffentlichen Uhren sind demgemäß am 16. September vormittags 3 Uhr auf 2 Uhr zurückzustellen. Dom Felde der Ehre. Echzell. Dem Kanonier Otto Michel. Sohn des Arbeiters Karl Michel, bei einem Feldartillerie-Regiment, wurde j zu der Hessischen Tapferkeitsmödaille noch das Eiserne Kreuz! zweiter Klasse verliehen. ___ i Aus dsr Heimat. Friedberg, 14. Sept. (Konzert.) Wie aus dem Anzeigenteil unserer heutigen Nummer ersichtlich ist. findet morgen Sonntag nachmittag im „Mainzer Rad", am Bahnhof, ein Fa- milienkonzert statt, das den Besuchern einige genußreiche Stunden verspricht. Friedberg, 14. Sept. Wir machen auch an dieser Stelle ] noch einmal auf den morgigen Sonntag stattsindenden Dortrag (Näheres siehe Inserat) aufmerksam. Die Nednerin. Fräulein S e s e m a n n, hat schon in vielen Städten gesprochen und überall große Anerkennung gefunden. Da- Thema, über das sie spricht, verdient ja auch allergrößte deutsches Interesie. Denn wie aus der letzten Rede der Reichskanzler-Stellvertreters Herrn Payer hervorgeht, ist der Friede, den Deutschland im Osten schafft, und der so viel Mühe im Einzelnen macht, ein endgültiger. Er entscheidet auch das Schicksal der baltischen Provinzen. Er wird dieses Schicksal, wenn auch noch ungewiß tn welcher Form, dem deutschen Berantwortlichkeitsbewußtsein anheimstellen. Soll aber diese hohe Kulturmission, die das deutsche Volk da, ältester Tradition gemäß, in Osten übernimmt, gelingen, so ist unerläßliche Vorbedingung, daß wir uns mit dem Geiste dieser Provinzen bekannt machen. Der morgige Vortragsabend wird^sein Teil dazu beitragen. Die Rednerin stammt aus Riga und berichtet auf Grund eigener Erfahrungen. Aus den Krtogserlebniffen, die das Valtenland durch gemacht hat, können wir zugleich noch lernen, wie dankbar wir sein dürfen, daß uns der Krieg wenigstens nicht ins Land getragen worden ist. Durch einige Darbietungen der Schillerschule wird der Abend noch bereichert werden und wir dürfen also wohl auf eine rege Beteiligung rechnen. K. A. Ein Merkblatt betreffend Kriess-Neserve-Seeofstz'.er- onwörter ist erschienen und ist dessen Inhalt für weite Schichten der Bevölkerung von großem Interesse Das Merkblatt, das die Bestimmungen enthält, unter denen junge Leute, die die Reife für Unterprima ermorden haben, im Bedarfsfall auch solche mit der Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Dienst, zur Ausbildung zugelaßen werden, kann bei Großh. Kreisamt Friedberg (Militärbureau) eingesehen werden. Unwahre Gerüchte. Im Anschluß an die Mitteilung, daß der Oberbefehlshaber in den Marken eine Verordnung erlaßen habe, wonach die Verbreitung unwahrer Gerüchte auf Grund des Gesetzes über den Belagerungszustand unter Strafe gestellt wird, lei darauf hingewiesen, daß vom Stellvertretenden Generalkommando des 18. Armeekorps eine solche Verordnung bereits am 31. August 1917 erlaßen worden ist. Zur Warnung fei sie nochmals mitgeteilt. Sie lautet dahin, daß mit Gefängnis bis zu einem Jahre, beim Vorliogen mildernder Umstände mit Haft oder Geldstrafe bis p 1500 Mark bestraft wird: 1. sehr deutschfeindliche Kundgebung durch Worte oder Schrift, insbesondere auch durch Herausgabe und Verbreitung von Flugschriften, 2. das Ausstreuen und Verbreiten falscher Gerüchte, die geeignet sind, die Bevölkerung zu beunruhigen. Echzell, 14. Sept. Sage keiner, daß nicht noch unerklärliche Dinge auf dieser buckligen und gegenwärtig etwas trübseligen Erde passieren. Hatte da vor eirrigen Tagen ein hiesiger Landwirt beim Misffahren das saumäßige Glück, im fernen Feld ein wirklich lettes Schwein von 2 Ztr. Schlachtgewicht als herrenloses Gut zu entdecken. Rach allen Regeln der Kunst wurde das kostbare Borstenvieh eingefanaen und nach Hause gebracht. Ehe noch eine amtliche Verkündung des Fundes erfolgen konnte, meldete sich auch schon der Eigentümer in der Person eines bekannten Händlers von Dorn-Aßenheim, dem das widerspenstige Vieh. es war ein edles Zuchtschwein, während es zum Eber getrieben werden sollte, entlaufen war. Daß da das Wiedersehen große Freude, auslöste, ist selbstverständlich anzunehmen. Frankfurt a. M., 12. Sept. Der in dem Frankfurter städt. Fuhrpark als Fahrbursche beschäftigte 17 Jahre alte August Rix von Enkheim, der nach einem Wortwechsel dem gleichfalls dort beschäftigten Arbeiter Heinrich Schroeder von Bergen, einen 'faustdicken Stein an den Kopf geworfen hatte, wodurch der Schädelknochen zertrümmert ^rnrde, ist von der Strafkammer tn Hanau wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt worden. Frankfurt a. M., 12. Sept. Ein gerissener Betrüger stand in der Person des 28jährigen Kaufmanns Ludwig Hering von hier vor dem Schöffengericht. Im Herbst v. Z. tauchte er hie-r in Feldwebelsuniform auf und tat so, als ob er für die Milk. HLrverwaltung Lebensmittel einkaufe. Daher habe er Quellen, sagte er den Leuten, wenn sie auch etwas brauchten . . . Zwölf gingen auf den Leim und gaben ihm Vorschüße in Höhe von 60—600 Mark. Aber Lebensmittel bekamen sie für ihr Geld nicht zu sehen. Ferner betrog Hering den Eisenbahnftskus durch Fahren auf Militärfahrbarte und die Post durch Benutzung der Feldpost. Er wurde wegen Betrugs und unberechtigten Tragens einer Uniform p einem Jahre Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt. Aus Starkenburg. FCJ. Groß-Gerau, 12. Sept. Einer der ältesten hiesigen Einwohner Adam Barth ist kurz vor seinem 87. Geburtstage gestorben. FC. Don der Bergstraße, 12. Sept. Auf der Erbacherftvaße in Heppenheim wurden gestern in aller Frühe zwei Männer aus Frankfurt a. M. angehalten, die zwei schwere Körbe llitt Aepfeln zur Bahn befördern wollten, lleber den Erwerb der Aepfel konnten sie keine Auskunft geben. Der eine wurde in Haft genommen, der andere nahm Reißaus. FC. Limburg, 12. Sept. In den letzten Wochen sind eine ganze Anzahl Zivil- und Militärpersonen wegen Obst- und sonstiger Felddiebstähle zur Anzeige gelangt und sehen ihrer gerichtlichen Bestrafung entgegen. Trotzdem werden täglich neue Felddiebstähle gemeldet. Die Polizeiverwaltung hat deshalb, beschlosien, für die Folge die Namen der wegen Garten- und Felddiebstähle bestraften Personen durch die Zeitungen bekannt zu geben. Aus Rheinheßen. Mainz, 12. Sept. In einem Hause in der Ehristophstraße dahier wurden zwei Kinder durch einen umstürzenden Topf mit heißem Wasier schwer verbrüht Dos eine Kind, das dreijährige Söhnchen der Familie Dechant, ist den Verletzungen erlegen. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberp- für den Anzeigenteil R H e v n e r Fnedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A G.. Friedbera r Kirchliche Nachrichten^ Evangelische Gemeinde. '16. Sonntag nach Trin., 15. September 1918, Gottesdien st in der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Diehh Abends £% Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarre, D i e h l. Nachmittags 2 Uhr: Katechismuslehre für die weibliche Jugend. Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vormittags 10 Uhr Gottesdienst. Nachmittags 2 Uhr Kriegsandacht e Katholische Gemeinde. Sonntag, den 15 Sept. 1918. 17. Sonntag nach Pfingsten. Beichtgelegenheit am Samstag von 6 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an. y 2 7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr hl. Messe. Gemeinsame hl. Kommunion der Jungfrauen. ^10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt. Nachmittags 2*4 Uhr Sakramentalische Bruderschafts- Andacht mit Segen: danach Versammlung des Jungfrauen- Vereins. Während der Woche: Um %7 und 7 Ubr hl. Messe. Mittwoch um 7 Uhr hl. Messe in der St. Georgskapelle. Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Bor- romäus-Bücherei. - Danksagung. Aür die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unserer lieben unvergeßlichen Mutter, Schwiegermutter und Großmutter 8», liüfl KMmiill schicker 8«. verw. Schuch, geb. Neuhardt sowie für die vielen Kranzspenden sagen wir allen nur aus diesem Wege herzlichen Tank. Klein-Karben und Okarben, den 12. September 1918. Georg Philipp Schuch und Familie Karl Fauerbach und Frau geb. Schuch Familie Beck. Zu verkaufen: EüeB'llMTnmWU sowie doppelipännigen Selbste giinger-Pflug, fast neu. Zu erfragen in der Geschäfts stelle der „Reuen Tage szeitung^ Ein gebrauchter Herd zu verkau'en. Zu erfragen Frieds berg. Haaqstraße 17. Ein schöner Schaf-Stier zur Zucht geeignet, preiswert zu verlaufen. Josef Caprelli, Bäckerei, Reichelsheim i. d. W. Was anzieSien ? Jede Frau, besonders jede Mutter wird bei der Dringlichkeit dieser Frage die Hilfe zu schätzen wissen, die das neue Favorit- Moden-Album (Preis M. 1.—) und die Favorit-Schnitte für preiswerte Beschaffung allerlei Kleidung bieten. Erhältlich bei Fr. We?lgr, Friedberg: i. H. liefert schnell iUUfU und bülia Üfif ?afpä!fitnu3 äreikfrcii». 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Dekan nimachung Die Lieferung von Brot und Brötchen für das Bürgerhosptal uno Verfoloungshaus für die Zeit von 1. Oktober 1918 bis 31. ärz 1 '19 soll an den Wenigstnehmcn- den vergeben werden. Schriftliche, mit gehöriger Aufschrift versehene Angebote sind bis längstens 17. September l.Is., vormittaos II Uhr, ver chlofien bei der Unterzeichneten Stelle einzureichen. Friedberg. 7. September 1918. Dir städiijche JrmenKominftsion. 2. V.: Damm. (jeld=Lotterie mi! sofortigem Gewinn-Entscheid! Hess. Landesverein vom Holen Kreüz und anc-Franenverein. Losizrlefe zu 1.19 Mh., 5000 Gewinne in bar mit »sso« Mk. Hervorragende Gewinnaossicftten! Jedes 10. Los gewinnt! Sof.Gßwinn- Saszahl. Los&riete zu 1.10 Mk., 11 St 11.10 Mk. «mH SfaoiDi, Prcedberg (Hessen). n Friedbcrg (am neuen Bahnhof). Morgen Sonntag, den 15. ds. Mts., nachmittags S Uhr: Grosses Kauf^Ländhaus^ Billa mit Garten, Gut oder Mühle. Schmitt & Nockemann, Frankfurt a. M., Zeit 3 I. Krellr Ktdiesru,?, fefin vor chutz . 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Montag, den 16. September, vormittags 9 Uhr. bei Deien- de^Strake^MpE!^^ Beienheim—Weckesheim, um 10 Uhr auf um 1^/ Ub^nsE'^E'^ Straße, beginnend bei Weckesheim. i b - ! Straße Dorheim—Melbach, am Dorheimer Efi 1 \ 0 n n ad)m T {}5 ?/-llhr auf der Straße Fauerbach- Agenhenn, beginnend an der Usabrücke. 2. Mittwoch, den 13. September, vormittags IO 3 /, Uhr bei itamS n nf s bCr Straße Stainmheim-NonnenstUmpse und S ammhenn-Staden. nachmittags 1 Uhr bei Staden auf den k°n^NiL?-F?°7,N°^''' btaden—Niedei-Mockftav! und S.a- §(i'iiiiipfc Soeken ^trickwes t^n Hmarbsilen nnd flnsfricfcen von Strümpfen und Socken. Sclinürliänder. Friedberg in Hessen, Kaiserstrasse 51, gegenüb. d. Engelapotheke. wozu freundlich st einladet Gustav Sempf. Ein 16 Monate alter Sil** zu verkaufen. _______ Georg Betz, Melba». Vorfrags-Abend Sonnlag, den 15 . September, abends 8‘/ 4 Uhr, im Saalbau, Friedberg. Fr!. Agnes Seesemans, Rica: MMn ErleHen väM der UriM! DirekSor Or. Strecker, Friedberg: Deutschlands Weither«!! Deklamatorische nnd musikalische Darbietungea von SchSlerinnen der Scliilierschale. Eintrittspreis I Mark. Aufs Küche und Land Haus tüchtiges für ^üche und Haus tiichtft IieiWghchu per 1. Oktober oder später gesucht, zweites Mädchen vorhanden. Lohn nach Vereinbarung. Krau Philipp Vechtel, Pappenfabrik, Ilbenstadt. Ober- heffen, Station Nieder-Wöllstadt. bei Friedberg. Pferd. Wir suchen per sofort einen guten kräftigen Einspänner, möglichst nicht unter fünf und nicht über acht Jahren. Angebote an Asia» Lchmrz <& Löhne, (5. m. b. H., Friedberg i. H. HI. Stratzenmeisterbezirk. L I i l!! f r- / s b / n n 174 September, nachmittags 3 Uhr. auf der Straße Sodel-Oppershosen. bei km 3,0. ' Donnerstag, den 11). September, vormittags 9i/ # Ubr auf i)cr Straße Ober-Mörlen-Ziegenberg. bei km 2.8. ^ ^ ' IV. Strahenmeisterbezirk. ' ' Uhr. auf der Otr tze Krrch-Dons—Lang-Gons, bet km 13,6. i9 / September, vormittags 9 Uhr. auf der Straße Butzbach-Haufen, bei km 2,6. ’ 1 4. Jfreitrtfl, den 26. September, vormi tags 10 Uhr. auf der Straße Rockenberg—Münzenberg, bei km 1,6. Die Bedingungen werden *u Beginn der Versteigerungen re- Beauftraot^ Händler Fabriken. Obstwe.Nerzenger oder deren ^??^6te sind von den Versteigerungen ausgeschlossen. Die Ab- be - n erlassenen Vorschriften der Neichsstelle für Gemüse uno Oblt sowie der Landesobststelle n r in kleinen Mengen b.^elnen Baumen an hessi che Celbstverbrar-cher des Kreises vnedberg nur für den eigenen Hausbedarf. Ueber den eigenen Enpn Öeb