Nummer 310 Einzelpreis LL Samstag, den 7. September 1918 ____ 11. Jahrga ng. Die ., : 4 jcuf Tagesreitmrg" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Zauer aus Hessen", „Die Spinnssube". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Att. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Agenten monatlich 90 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anrrigen: Grundzeile 2L» Pfg., lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Kchriftleitung und Verlag Friedberg (Hessen). Hanauerstratze 12. Fernsprecher 48. Postscheck-Conto Nr. 4453, Amt Frankfurt a. M. Girr ruhiger Tug im Westen. Kleinere Gefechte. —13000 Tannen versenkt. — Die Ratifikation der deutjch-rnssrschen Znfahverträge Der deutsche Generalstad || meldet: den W. T. K. Grotze» Hauptquartier» 6. September Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronpr inz Riipprechl und B o e h n. Erkundungsabteilungen des Feindes, die zwischen Ppern Änd La BassZe vorstietzen und nördlich von Lens unter starkem jFeuerschlag vorbrachen, wurden abgewiesen. Am Abend wiesen hessische Truppen zwischen Ploegsteert und Armentieres mehrfache Angriffe des Gegners zurück. Wir machten hierbei mehr als 100 Gefangene. Erfolgreicher Vorstoß in die englischen Gräben bei Hulluch. c Im Vorgelände unserer neuen Stellungen kam es zu hefigen Infanteriegefechten cm der Straße Bapaume-Cambrai, am Walde von Hcwrincourl und auf den Höhen östlich des Tortille-Abschnittes. Stärkere Angriffe, die der Feind auf der «Linie Reuville-Mcrnancourt-Moislains führte, wurden abge- vüesen. Aus Peronne und über die Somme ist der Feind erst gestern zögernd unseren Nachhuten gefolgt. Zwischen Somme und Oise drängte er stärker nach und stand am Abend westlich der Linie Hlrm-Ehauny. Auch zwischen Oise und Aisne hat sich die Auslösung vom Gegner plangemäß vollzogen. * Unsere Posten stehen mit ihm in Gefechtsfühlung in der Linie Ainigny-Barisis- Lafaux-Eogds. ^ Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. ' Oestlich von Soissons ist der Feind über die Vesle gefolgt. Unsere Jnfanterieabteilungen und Artillerie haben ihn lange Äufgehalten und ihm Verluste zugefügt. Auf den Höhen nord. östlich von Fismes wurden stärkere Angriffe der Amerikaner ab- leewteseu. Der Erste Generalquarliermeister: Ludend'orfs. Abendbericht. Berlin, 6. Sept., abends. (WTB. Amtlich.) An den Mampffronten ruhiger Tag. Kleinere Gefechte im Vorgelände unserer Stellungen. H Der österreichische Generalstab [ !—. —sa meldet: --- Wien, 6. Sept. Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Südlich des Zonale* Passes wurden italienische Patrouillen abgewiesen. Bei Asiago schlugen wir einen Angriff zurück. Sonst lebhaftes Geschützfeuer. Albanien. Nichts Neues. . Der Chef des GeneralstabcS. Das türkische Hauptquartier — meldet: - r Der bulgarische Generalstab meldet: Konstantinopel, 4. Sept. (WB. Nichtamtlich) Tagesbericht. Palästinafront: Geringe beiderseitige Artillerietätig' keit. Vorstöße feindlicher Aufklärungsabteilungen im Küsten- abschnitt und westlich der Straße Jerusalem—Nabulus wurden abgewiesen. Unsere Artillerie brachte in der Nähe der Jordanmündung ein feindlickMs Flugzeug zum Absturz. Auf den Höhen westlich von Nuan Patrouillengesechte. Von den Übrigen Fronten nichts Neues. r y u * 4 , , h .. -k Konstantinopel, 5. Sept. (WB. Nichtamtlich), Tagesbericht. PalästinafroE Westlich der Straße Jerusalem— ßstablus wurden erneut Vorstöße starker feindlicher Aufklärungsabteilungen abgewiesen. Die beiderseitige Artillerietätigkeit hielt sich an der ganzen Front in engen Grenzen. Im Jordangebiet herrschte Ruhe. Sonst nichts Neuest * - j Sofia, 4. Sept. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Im oberen Skumbital und nördlich von Bitolia zerstreuten unsere Vorposten durch Feuer feindliche Sturmtrupps. Südlich Koume, beim Dorfe Moina und beiderseits des Wardar heftiges gegenseitiges Artilleriefeuer. An mehreren Stellen beiderseits des Wardar versuchten englische Jnfanterieabteilungen sich unseren Posten zu nähern, wurden aber durch unser Feuer, teilweise im Handgemenge zerstreut. Oestlich der Cerna und im Strumatal hatten die Luftkämpfe einen für uns günstigen Ausgang. Der deutsche Vizefeldwebel Fizler errang seinen 14. Luftsieg und holte im Luftkampf ein feindliches Flugzeug herunter, welches brennend nördlich bes Dorfes Boudimirtzi ab- stürzte. Die Schlacht im Weste». Zur Kriegslage- Genf, 5. Sept. Eine Havasnote erklärt, daß die englischen Truppen nur mit größter Vorsicht vorzurücken wagen. Zn der Note wird ferner erklärt, daß die französischen Truppen auf dem Vormarsch bei Guiscard auf die stark befestigte Verteidigungslinie des Kanals stießen, wo sie durch Drahtzäune und Widerstandsnester aufgehalten worden seien. Die Note erkennt den Heroismus der deutschen Truppen an. Der Lyoner „Progres" meldet von der französischen Front, daß die französischen Truppen jenseits von Roye und Chaulnes vor natürlichen Hindernisien stehen, die von den deutschen Truppen sehr geschickt ausgenutzt worden feien. Die Somme und der Kanal im Osten von Nesle seien eine doppelte, sehr schwer zu nehmende sumpfige Verteidigungslinie. Alle Straßen und Brückenköpfe dieser Gegend seien vom Feind mit Batterien und Maschinengewehren ausgestattet worden. Auch an dem kleinen Flusse Linger seien dieselben Vorbereitungen getroffen worden. Weiter südlich habe das deutsche Kommando die mit Wasser angefüllten und unvollendeten Teile des Kanals sehr geschickt auszunützen verstanden. Im übrigen sprechen die Zeitungen viel von großen deutschen Verstärkungen, die an der Front ein- getroffen seien und von der Hindenburglinie. Wien, 5. Sept. Die „Neue Freie Presse* meldet: General v. Cramon machte den Journalisten Mitteilung über die militärische Lage an der Westfront. Er hatte sich vor einigen Tagen an Ludendorff mit der Frage gewandt und die Antwort erhalten, daß die ganzen Bewegungen an der Westfront sich vollkommen programmäßig vollziehen und keinerlei Anlaß vorhanden sei, die Situation irgendwie ungünstig zu beurteilen. Cramon fuhr fort: Man dürfe nicht übersehen, daß die Berichterstattung der Franzosen und Engländer ganz übertrieben und falsch sei, nur dazu bestimmt, die kriegsmüde Stimmung aufzü- peitschen und die ungeheuren Verluste der Franzosen und ihrer Verbündeten leichter ertragen zu helfen. Wer von der Westfront komme, wisse ganz genau, daß die Stimmung dort überall zuversichtlich ist. Daran ändere auch die Propaganda nichts, welche die Entente mit verwerflichen Mitteln führe. Ich kann nur wiederholen, schloß Eramon, daß nicht der geringste Anlaß zur Beunruhigung vorhanden ist: man kann nicht immer vorwärts gehen, es muß auch einmal ein Rückschlag kommen, und er wird in Ruhe ertragen werden können, zumal wir alle die feste Ueberzeugung haben, daß ein Durchbruch der Entente vollkommen ausgeschlossen ist. An den Hindenburg-Stel- lungen muß jeder Widerstand zerschellen. - f,, Die Hindenburglinie als Hindernis, .fe * ?■ Rotterdam, 6. Sept. General Maurice mahnt im „Daily Chronicle" die englische Bevölkerung, sich vor tiefen Enttäuschungen zu bewahren und sagt: Wir haben noch nicht den nördlichen und südlichen Teil der Hindenburglinie umfaßt und das wird uns nicht gelingen, solange wir nicht über den Sensee- Kanal gekommen sind. Erst dann können wir andere wichtige Ereignisse erwarten. Genf, 6. Sept. Der Militärkritiker des „Matin" schreibt: Die großen Schlachten gehen mit wechselndem Ergebnis weiter. Vorläufig ist der Feind unserem Hauptschlag ausgewichen. Inwieweit das von entscheidendem Einfluß auf unsere weiteren Operationen ist, läßt sich erst in einigen Tagen, vielleicht erst in einigen Wochen beurteilen Große Erfolge unserer Bombengeschwader. Berlin, 6. Sept. (WB.) Zn den drei Nächten vom 1. zum 2., vom 2. zum 3. und vom 3. zum 4 . September belegten die deutschen Bombengeschwader militärische Ziele hinter der französischen und englischen Front in zahlreichen Flügen mit der Riesensumme von 201,257 Kilogramm Bomben. Eine Flug, zeugbesatzung warf in vier Flügen allein 3200 Kilogramm Bomben. Bei den Angriffen galt es vor allem, die für den Nachschub des Großkampfgebieles wichtigen Bahnhöfe und Haupt- stapelplätze zu treffen. So wurden die Bahnhöfe von Pope- ringhe, Döllens, St. Pol, Abbeville, Lihons und Rozieres ausgiebig mit Bomben beworfen und überall gute Treffer erzielt. Zahlreiche Brände und Explosionen bezeichneten noch stundenlang nach dem Angriff die Wirkung der deutschen Bomben. Fer. ner galt es, die stark belegten Ortschaften hinter der feindlichen Front anzugre-ifen und die Truppen zu beunruhigen. Zahlreiche Brände und Explosionen von Munitionslagern in Peronne, Croisilles, Combles und Montdrdier leuchteten den deutschen Fliegern noch lange auf ihrem Heimfluge. Wo zahlreiche Lichter in Waldlagern starke Belegung verrieten, wurden sie ausgiebig mit Bomben und Maschinengervehrfeuer angegriffen. Den Straßenverkehr bekämpften die deutschen Geschwader wiederholt erfolgreich mit kleinen Bomben und Maschinengewehren. Mar--" schierende Kolonnen zerstoben in schleuniger Flucht und suchten in Gräben und hinter Hecken Deckung vor dem mörderischen Maschinengewehrfeuer. Ein Flugzeug erzielte aus niedrigster Höhe mehrere Volltreffer in einer langen Munitionskolonne zwischen Braye und Peronne; zwei Wagen flogen mit starker Explosion in die Luft. Auf mehreren feindlichen Flugplätzen vernichteten Brandbomben Zelthallen und verursachten Explosionen von Benzintanks. Bei allen Flügen war die feindliche Gegenwehr durch Abwehrkanonen, Maschinengewehre, Scheinwerfer und Jagdflugzeuge auffallend stark. Umso höher sind die Leistungen der deutschen Geschwader zu bewerten. Sie reihen sich würdig den Taten der deutschen Jagdflieger an. die vom 1. bis etu- fchließlich 4. September 131 feindliche Flugzeuge und 28 Bak lons zum Absturz brachten. 13000 Tonnen versenkt. Berlin, 6. Sept. (WTB. Amtlich.) Unsere Mittelmeer ff- Boote versenkten 13,000 Brultvregistertonnen Schiffsraum. Dcr Chef dcS Admiralstabes der Marine. t' V * Stetiger Rückgang. London, 6. Sept. (WB.)' Reuter. Die Admiralität' teilt mit, daß im Vereinigten Königreiche im August 124 675 Tonnen Schiffsraum gegen 141948 Tonnen im Juli fertig gestellt wurden. In zwölf Monaten bis zum 31. August wurden 1512 640 Tonnen Schiffsraum hergeftellt. Der oberste Leiter der Handelsscküffahr^ schreibt die verminderte Erzeugung im August der in den Schiffswerften herrschenden. Grippe und dem Umstande zu, daß die Ereignisse an der Westfront die Vermehrung der geschulten Arbeiter auf den Werften verhindert hätten, er glaubt aber, daß sehr bald die Möglichkeit besteht, die Bautätigkeit für die Kriegsflotte e:n- zuschiränken, und daß dann mehr geschulte Arbeiter für den Bau von Handelsschiffen verfügbar sein werden, so daß die Erzeugung gegen Ende des Jahres erheblich zunehmen werde. ' JWtV -_ Dcr dellW-niIMe Zusatzvertrag. Berlin, 6. Sept. WTB. Amtlich.) Im Auswärtigen Amt sind heifte die Ratifikationsurkunden zu den am 27. August Unterzeichneten deutsch-russischen Verträgen, näm- lich dem Ergänzungsvertrag zum Friedensvertrag, sowie dem Finanzabkommen und dem Privotrechtsabkommen zur Gr* gänzung des deutsch-russischen Zusatzvertrages, ausgetauscht worden. Die Verträge werden demnächst veröffentli^t werden. - Kctiiiail ZkoroplMi in Kutin. Berlin. 5. Sept. Die Anwesenheit bes Helmans der Ukraine Skoropadski. in Berlin und sein Besuch beim Kaiser in WM helmshöhe, wohin er heute Abend abreist, gelten nicht deM Zwecke politischer Verhandlungen. Solche Verhandlungen habey ja erst vor kurzem mit dem Ministerpräsidenten der Ukraine Herrn Lysogub, hier staltgefunden. Der Hctman kommt als d« Oberhaupt eines von uns «»erkannten Staatswesens zu eine«. Besuch beim Kaiser und beim Kanzler, und er wird in heil Presse und in allen politischen Kreisen mit 8er FrennblWeit begrüßt, die dem Oberhaupt eines Ctaatswefens zukommt, das sich wesentlich unter der Mitwirkung Deutschlands gebildet hat, zugleich mit dem Vertrauen, das sich aus der sympathischen Per- finlichkeit und der bisherigen Tätigkeit des Hetmans ergibt. Kr bleibt wahrscheinlich, wenn er vom Kaiser aus WUHelms- höhe zurückkehrt, noch einige Zeit in Berlin. Er ist in Deutschland kein Fremder, er hat schon vor dem Krieg in Deutschland gelebt. Berlin, 5. Sept. (WV.) Der Hetman der Ukraine machte am Vormittag, begleitet u. a. vom ukrainischen Gesandten, Baron Steinheil, dem Reichskanzler einen Vcsuch, ebenso dem Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt, Herrn von dem Dussche. Der ukrainische Gesandte gab dem Heimo n zu Ehren ein Frühstück. Um 8 Uhr wird der Helinan einer Einladung des Reichs, kanzlers zum Abendessen folgen, woran sich ein größerer Empfang schließen wird. Uerhafirmg Attniwws. Haag, 6. Sept. Aus London wird gemeldet: Im Zusammenhang mit dem Attentat auf die britische Botschaft in Petersburg am Samstag hat die britische Regierung Litvinow vorläufig verhaften lassen. Er und sein Stab werden als Geisel gehalten, bis alle britischen Vertreter in Rußland in Freiheit gesetzt find und nach der finnischen Grenze abreisen dürfen. Lit- vinow und fein Sekretär sind bereits im Gefängnis« Die Geploftsu in Gdeila. Bukarest, 6. Sept. (WB.) Der Chef des rumänischen Kriegsmaterialdepots in Odessa telegraphierte dem Kriegs- minifter über die dortige Explosion: Auch unsere Munitions: und Sanitätsdepots von Zatalxr sind gänzlich vernichtet, da^ gegen sind diejenigen von Baltaperxsip, Halanow, Bach- metsow und im Hafen vollkommen unberührt. Außer einigen Posten wurde das Personal gerettet. Der Chef der rumänischen Depots ersuchte die österreichische Kommandantur und die ukrainische Kommission um Einsetzung einer gemischten Untersuchungskommission. Were Aussichten sind pt nn) Mn. S>er Staatssekretär Kintze hielt in Wien vor dem österreichischen Presseverband eine Ansprache, in der er unter anderem sagte: Die Presse habe die Aufgabe, die Bevölkerung aufzuklären, um uns zu einem sichernden Frieden yrnüberzuleiten.. Diese Aufgabe rst nicht immer leicht, wenn die Nachrichten einmal keine Triumphe und Lorbeeren melden Wenn wir auch manchmal auf diese verzichten müssen und aus strategischen Gründen die taktische Rückverlegung unserer Truppen vornehmen müssen, so wissen Sie aus den Erfahrungen dieses Krieges, wie wenig solche Wechselfälle von Dauer gewesen sind. Solche Fälle sind, wie wir im Osten^ an Galizien und Ostpreußen gesehen haben, unvermeidlich. Daran sehen wir aber auch am besten, daß wir keinen Grund haben, die Hoffnung finken zu lassen, sondern berechtigt sind, die Zuversicht hochzuhalten. Ebenso wie im Osten der Friede gekommen ist, so wird er auch im Westen kommen, wenn es auch vielleicht noch einige Zeit dauern wird. Nicht immer können Rosen blühen. Der Krieg ist kein Rosengarten, in dem man spazieren geht; wenn man Rosen pflücken will, muß man auch einen Dornenstich gewärtigen. Ebenso braucht uns der Siegestaumel unserer Feinde nicht zu entmutigen. Sie wissen besser als ich, daß die Presse unserer Feinde weit mehr in dem Sinne entwickelt ist, ihre Tätigkeit dem Staate und der Politik unterzuordnen. Unsere Aussichten sind positiv und süßer. Bei der Erörterung unserer gemeinsamen Erfordernisse, fand ich willigstes Entgegenkommen und weitestgehende Ueöereinstimmung MS ich besol^ers dankbar anerkenne. Das uns noch trennt »nd worüber noch Zweifel herrschen, werden wir in freund- Mastlichen Verhandlungen klaren und aus gleichen. Sieg der MklisfreunMen Richtung bei den HosiMen Italiens. Lugano, 5. Sept. Der italienische Sozialistenkongreß, der wegen des Verbots in privater Form in Rom abyehatten wurde, ist heute zu Ende gegangen und hat zu einem vollen Sieg der kriegsfeindlichen Richtung geführt. Die Tagesordnung dieser Richtung erhielt 1-1 000 Stimmen, während der mittlere und kriegsfreundliche rechte Flügel, der ungefähr die Haltung der Parlamentsfraktion einnimmt, nur je 2500 Stimmen erreichten. Die Zensur hat die Berichte über den Parteitag fast ganz unterdrückt, und auch die angenommene Tagesordnung darf in der Presse nicht erscheinen. Jedoch weiß man, daß die siegreichen Extremisten zunächst die Auflösung der Kammerfraktion hatten fordern wollen, weil sie nicht entschieden genug den Krieg bekämpfe. Den Charakter der angenommenen Tagesordnung kann man weiter erkennen, wenn man hört, wie kräftig schon der Ton der unterlegenen mittleren Richtung gewesen ist. In deren Tagesordnung, in der zunächst die Kriegsopfer aller Länder aufgeführt werden, wird alsdann die brennende und unauslöschliche Sehnsucht nach dem Frieden betont, weiter wird das Zimmerwalder Programm als massgebend bezeig net und mit einer deutlichen Spitze gegen Turati eine jede, wenn auch nur scheinbar unmittelbare oder mittelbare Unterstützung der Kriegs- Politik verurteilt. Endlich verlangt diese Tagesordnung das Einschreiten der Parteiorgane gegen alle nicht genügend kriegs- ferndlichen Tendenzen. Slrßfwtfrrör r? ? r«? die /neden-cheun^e. 5. Sept. Der Anschlag, der gegen die von Ramsay Macdonald einberufene Versammlung am vergangenen Samstag in London geführt wurde, ist ein erneuter Beweis für die Bemühungen der Kriegsfanatrker in England, mit allen Mitteln des Straßenterrors gegen die Veranstaltungen der Frie- densfteunde vorzugehen. Ramsay Macdonald beabsichtigte, in Plumstead Common in London eine öffentliche Rede zugunsten der Redefreiheit zu halten. Der Ortsverein des Bundes entlassener Matrosen und Soldaten organisierte eine Gegenversomm- lung. Infolge des Polizistenstreiks waren keine Polkzeibeam- tcn zugegen. Die entlassenen Soldaten kamen an der Versammlungsstelle als erste an. Als Macdonald feine Versammlung beginnen wollte, eröffnete die Menge der Gegendemonstranten ein Sperrfeuer mit Steinen und leeren Flaschen und schickte sich an, die Tribüne Macdonalds zu erstürmen. Trotz eines Appells von Seiten des Majors Graham Pole, des Arbeiterkandidaten für East Grinshead, dauerte der Kampf fort und als Macdonald die Tribüne bestieg, wurde er mit einem Steinhagel begrnßt. In d-er sich nun entwickelnden Schlägerei wurden Frauen und Kinder zu Boden getreten. Die Freunde MaMonalds wurden von einer Menge von mindestens 600 Leuten angegriffen, schließlich niedergekämpft und ohne Gnade so lange geschlagen^ bis Macdonald selbst, wie die ..Daily News" berichtet, das Bewußtsein verloren hatte. Dieser Vorgang dauerte mehrere Stunden an. Tschechen und- Iren. letzter Zeit wurde den Engländern verschiedentlich in der Presse vorgehalten, sie brauchten sich der Tschechen gar nicht so anzunehmen, so lange sie ihr „eigenes Irland" hätten. Nun ist aber nichts ungerechter als ein Vergleich Irlands mit Böhmen, wobei die beiden gegeneinander sozusagen moralisch ausgespielt werden sollen. Schon die Erwerbsgeschichte beider Länder ist grundverschieden. Böhmen wurde ganz ohne Waffengewalt an die österreichischen Stammlande angegliedert, ganz in Übereinstimmung 1 nrtt fernen damaligen maßgebenden Kreisen. Und eben diese freiwillige Angliederung löste bei dem großen Ungarkönig Matthias Coroinus den vielleicht von etwas Neid diktierten Ausspruch aus: 3eiia gerant allst tu felix Austria nube.“ (Kriege möge« andere führen, du, glückliches Oesterreich, heirate!) Auf ganz andere Weife kam Irland an England. Die Unterwerfung Ir- lands war die Einleitung zur Grossmachtstellung Englands. Ir. land war der Schlüssel zum Weltmeere und Napoleon I. bedankte auf St. Helena lebhaft seinerzeit anstatt nach Aegypten nicht nach Irland gezogen zu sein, denn nur diesem Fehler sei es zuzw schreiben, daß er die Macht Englands nicht brechen konnte. In dieser Erkenntnis aber setzte schon die „Iungftäuliche Königin Elisabeth" alles daran, um Irland, selbst den damaligen Begriffen nach, ganz gründlich zu erobern, das heißt seine Urbevölkerung so viel als möglich anszurotten und den Rest vollkom. men zu versklaven. Zur Charakteristik dieses Crobsrungsfeldzuges seien einige ! „englische" Ouellen angeführt. Gegen Ende des sechzehnten ! Jahrhunderts schrieb Edmund Spenser, der Sekretär des Statt- Halters von Irland, über den Krieg in der Provinz Münster: ! „Aus dem Winkel der Wälder und Schluchten kamen die Iren ^ auf ihren Landen hervor gekrochen, da ihre Beine sie nickt m-ckr ! zu tragen vermochten, sie sahen aus wie Skeltte, sie sprachen wie Geister, die aus ihrem Grabe rufen. Sie nährten sich von Aase des gefallenen Viehes und waren glücklich, wenn sie solche fanden: ja bald auch verzehrten sie einander, indem sie die Leicknahme aus dem Grabe hervorscharrten. Oder wenn sie gar einen Büschtt ! Wasserkresse oder Klee fanden, so war das ein Fest für sie. Aber ! da es allmählig auch an allem diesem zu fehlen anfrng, so starben ! sie endlich selber hin, daß bald niemand mehr übrig und ein völkerreicher gesegneter Landstrich bald leer war von Menschen und Tieren." Der englische Historiker Fronde (The Englisch in Ireland) bringt einen Bericht des Kommandanten der englischen Streit- , macht in Munster, worin es heißt: „Ausser denen, die wir zu Tode verbrannten, erschlugen wir Mann, Weib, Kind, Roß odei Vieh, sowie alles was wir trat ouszuspüren wussten." Cromwell vollendete 1619—50 di« Eroberung Irlands. De' englische Historiker Lecky zitiert in seiner Geschichte Eng! im achtzehnten Jahrhundert (Band 27) das Diensiverzeichuis des englischen Befehlshabers, Sir William Coole: „Zu Tode gshungert 7000 Menschen gewöhnlichen Sch-lages, deren Habe das Regiment an sich nahm." Und es wurde ferner berichtet, daß den Tieren so viel Menschenfleisch geopfert wurde im ganzen Lande, daß die Wölfe bis an die Tore von Dublin kamen. Und um ganz Tabula rasa zu machen, g-enehmigte das Parlament 1653 den Verkauf von 20,000 mittellosen irischen Männern. Frau-en und Kindern an die Plantagenöesitzer m Virginia uni Carolina. Nun, das sind alte Geschichten, die man mit den barbarischen Sitten des Zeitalters entschuldigen kann. Aber auch die neuere Geschichte Irlands weist ähnliche Methoden auf. i841 betrug seine Vevölkerungszahl 8,196,597, 1911 betrug sie1.381.S5i Menschen. 1816—1848 starben in Irland über eine Million Menschen am Hunger, während in derselben Zeitspanne für eine Milliarde Mark Lebensmittel nach England zur Tilgung von Steuern und Pachtzinken ausgeführt wurden. 1849—1851 star. ben in Irland wieder 300 000 Menschen an Hunger und noch 1905, als in Westtrland wieder Hungersnot herrschte, zahlte Irland allein 108.000.000 Mark an Gehältern für englische Regierungsbeamte in Irland. Und heute noch wohnen in Irland nach amtlichen englischen Ausweisen 79.000 Menschen in elenden fensterlosen Lehmhütten, deren einziger Raum auch noch als Viehstall dient. Und die nach der englischen Presse so gräßlich unterdrückten Tschechen? Sie haben ihre tschechischen Volks- und Mittelschulen, ihre tschechische Universität und tschechische Hochschule, ihr tsche^ chijches Nationaltheater, in den österreichischen Ministerien und Staatsämtern wimmelt es von tschechischen Beamten, in jedem Ministerium sitzen tschechische Minister, ein Großteil des " r ' : r<ächisch-uangarischen Offizierskorps besteht aus Tscheche:-. Ar. Aus meiner Dorfkirche. Dankbarkeit. Luk. 17, V. 11—19. Von den zehn Aussätzigen. Liebe Gemeinde! Es ist ein eigen Ding um die Dankbarkett. Wem es nicht tm Herzen wächst, bei dem helfen alle Worte nichts. Stand einer in der Sommeschlacht und Feindeskugel ging ihm durch Rock und Mantel, er selbst aber blieb unversehrt. Der eine sagt: es ist Zufall, der andere faltet die Hände und dankt Gott für die gnädige Rettung. Es ist ein müßig Ding, sich zu streiten, wer von den Beiden recht hat? Gerade so müßig, wie wenn ein Blinder und ein Sehender sich stteiten um das Licht: Was hilft es dem Blinden, wenn der Sehende ihm sagt: ich sehe es, denn er siehts nicht! Es ist ein traurig Ding, blind sein, aber wenn einer von jeher blind gewesen, und nie etwas davon gehört hat, daß es anders sein kann, dann wird er gar nichts davon wissen, wie traurig sein Los ist. Seht, so wissen die neun tn unserer Geschichte nichts d-von. wie traurig ihr Leben ist. durch ihre Undankbarkeit, wissen nicht, wieviel Licht und Glück und Freude sie entbehren müssen, weil in ihrem Herzen keine Dankbarkeit wächst. Ja sie würden es gar nicht glauben und nicht verstehen, wenn ihnen einer sagte: Der Samariter, der da hingeht mit Singen und Jubeln und preist Gott mit lauter Stimme, der ist viel glücklicher als ihr. Sie würden es so wenig verstehen, wie ein Blinder es versteht, wenn ein Sehender ihm erzählt von der Pracht des leuchtenden Sonnenscheins. Ts ist ein eigen Ding um die Dankbarkeit! Nirgends wird einem das so klar, wie in Tagen des Leides. Da tritt es erst gütlich hervor/ Ein dankbar Herz, das ist ein sehend Herz! ms wurde es wohl einem Sehenden ausmachen, wenn ein vlinder in der Nacht anfinge zu spotten, mtb sagte: Wo ist mm dem Ll^ geblieben? Nun zeigte fichs, daß es nur ein Irr. tum matt Er wusste doch, daß « da» Tageslicht gesehen hat. . und daß auf die Nacht der Morgen folgt. So steht der, der ein dankbar Herz hat, in der Nacht des Leides. Wenn alles ringsum klagt und seufzt,.und verzagen will, wenn vielleicht gar der Spott einsetzt. Wo ist nun, wofür du danken kannst, willst du j auch für das Leid danken? Dann bleibt er füll und getrost. Er ' hat in guten Tagen das Licht der Güte unld Barmherzigkeit Gottes jo reichlich gesehen, denn sein dankbar Herz war ein I sehend Herz. Und nun kann ihn nichts irre machen, dies Licht I kann wohl einmal verfinstert werden, aber untergehen kann es > nicht, es muß wieder hervorbrechen, wie die leuchtende Morgen- sonne. Und so'wartet er in geduldiger Hoffnung und im gläubigen Vertrauen auf das Wiederkommen des Lichtes, das er gesehen hat, auf den schöneren neuen Morgen. Wenn wir doch in dieser schweren Zeit solchen Gedanken m unser Herz Einlaß geben wollten. Ach, unser deuffches Volk i hat in der Vergangenheit so viel, viel Grund zur Dankbarkeit. Und das ist gewiß: Wir würden viel weniger mit Unzufriedenheit und Verzagtheit zu kämpfen haben, wenn wtt mehr Dankbarkeit hätten! Wir denken an so manchen Sonntagmorgen aus schöner Friedenszeit. Der goldene Sonnenschein lag über Berg und Tal, im Sonntagskleidchen sprangen unsere Kinder, Bur-' scheu und Mädchen zogen fröhlich singend durchs Dorf — und wir nahmen all das hin, als sei es selbstverständlich und hätten doch mit gefalteten Händen auf die Kniee sinken müssen, um Gott zu danken für seine Güte! Oder wir denken an so manchen Weihnachtsabend voll Kinderjubel, der den Männern so alltäglich vorkam, daß sie ins Wirtshaus gingen, weil es ihnen daheim zu langweilig war! So sehr fehlte uns die rechte Dankbarkeit. Und auch im Kriege! Wie oft gilt von unserem Volk tn den letzten vier Jahren das Wort: In wieviel Not hat nicht der gnädige Gott über dir Flügel gebreitet! Und was vom Volk gilt, das gilt auch vom Einzelnen! Lieber Mitchrtst, du magst viel Schweres schon ertragen haben, und doch: Wieviel Grund zum danken kannst du finden in deinem Leben, wenn nur dein Herz ein sehend Herz ist. und kein blindes! Und aus alledem geht nun deutlich hervor, wie innig die Verbindung i.: zwischen der Dankbarst und dem Glauben Ohne Glauben keine Dankbarkeit und wo keine Dankbarkeit ist. da lernt der Mensch nicht glauben an die Güte des Allmächtigen. Wem alles nur ein Zufall ist, der kann nicht danken, denn für einen Zufall kann man sich nicht bedanken. Je mehr aber einer in den Dingen, die in seinem Leben geschehen, Gottes waltende Hand erkennt, umsomehr wird er lernen. Gott zu danken für alles das, was er an ihm getan hat. Darum redet der Herr Jesus in dieser Geschichte gar nicht von des Samariters Dankbarkett. sondern von seinem Glauben. Gehe hin, dein Glaub» hat dir geholfen. Es hat sich vielleicht schon mancher gefragt: Was soll hier dieses Wort? Den anderen, die nicht wiederge« kommen sind, ist ja auch geholfen worden. Aber das ist es eben, daß Jesus weiß, daß den neun anderen die gewordene Hilfe nichts nützt, weil ihr Herz nicht glauben gelernt hat an Gottes Güte und Liebe und darum bei jeder neuen Not von Neuem verzagen wird. Aber dem Samariter hat fein Glaube geholfen, er ist nicht nur gesund, er wird auch glücklich und zufrieden sein. Ein Herz voll Dankbarkeit und ein Herz voll Glauben, es ist eine herrliche Gottesgabe, wer das sein eigen nennt. Und wieder gilt: es ist damit ein eigen Ding! Für jeden einzelnen seiner Menschenkinder hat Gott diese Wunderblume wachse« lassen. Aber wieviel laufen daran vorbei, Haltens für Kinder, spiolzeug und lachen darüber. Und wissen nicht, daß ste da» größte Glück von sich weisen, das ihnen das Leben bieten kann. Vielleicht hat uns Gott darum in diese schwöre Zeit geführt, daß wir lernen sollen, wieviel wertvoller diese seine Gabe sttz als alles Scheinglück der Welt. So sei nun Seele leine Und traue dem alleine. Der dich geschaffen hat. Es gebe wie es gebe Der Vater in der Höhe Der weiß ru allen Sachen Skat. Am,err. fand dagegen ist von der Verwaltung des britischen Weltreiches so gut wie ausgeschaltet. Eine Ausspielung Böhmens, das heute vielleicht das reichste Kronland Oesterreich-Ungarns ist, gegen das gänzlich verarmte Irland ist also in gar keiner Beziehung gerechtfertigt. Unter Feind im eigenen Fände. Durch Zufall bekamen wir heute die Nr. 205 vom 3. September der „Zwickauer Neuest. Nachrichten" in die Hände, die folgenden Aufsatz enthielt, den wir deshalb zum Abdruck bringen, weil er ganz unsere Ansicht wiedergibt'. Im „Berliner Lokal-Anzeiger" lesen wir: Bei nüchterner Betrachtung der gesamten Kriegslage mit allen ihren Nebenerscheinungen ist es, an der Haltung der freundlichen Völker gemessen, höchst eigenartig, bei uns nicht überall Zuversicht und Selbstbewußtsein zu finden. Es wird sofort klar, weshalb dieser Zustand eigenartig ist, wenn man der Vorstellung nachgeht, mehrere Millionen Engländer und Franzosen stünden zirka 100 Kilometer vor Berlin, also etwa bei Magdeburg. In welchem Etimmungsraufche sich unsere Feinde dann befänden, ist nicht schwer, auszudenken, wenn man ihre Zuversicht in den Sieg, ihre Zähigkeit und ihren Opfermut sieht, während die militärische Lage seit Jahr und Tag umgekehrt ist. Bei uns mutz also irgend etwas nicht stimmen, ein Etwas, desien Zusammenhang mit der uns günstigeren Kriegslage nicht unmittelbar sein kann. Und so ist es auch. Während unsere glänzenden Truppen seit nun über vier Jahren uns den äußeren Feind von den Grenzen halten, vermehrt sich unser Feind im eigenen Lande aus uns selbst heraus mit unheimlicher Fruchtbarkeit. Es ist der Vureaukratismus im schlechtesten Sinne des Wortes, mit i feiner Schablonisierung der Seele und des Gehirns, mit seinem j widerwärtigen Dünkel, der immer da am größten ist, wo die Leistung am fehlerhaftesten, am geringsten ist. Was wir davon seit vier Jahren in steigendem Matze erleben, wird später unter dem Namen Kriegsbureaukratismus auf den schwarzen Blättern unserer Geschichte stehen. Vor einigen Wochen war von einem fleißigen Manne — er mutz Sinn für Satire haben oder auch ein Bureaukrät sein — festgestellt worden, daß wir seit Kriegsbeginn mit über 38 000 Bestimmungen, Verfügungen und ähnlichem bedacht worden sind. — (Wir glauben, daß die Zahl 38 000 zu gering gegriffen ist. Schriftlettung der „Neuen Tagesztg.") — Das spricht tatsächlich Bände! Einem großen Verlage ist angeboten worden, diese 38 000 Bestimmungen gesammelt herauszugeben. Er hat das freundliche Anerbieten schon allein fn Anbetracht der Obst, ernte abgelehnt. ^Es stellte sich auch erfreulicherweise heraus, daß sich der Mann mit der famosen Verlagsidee in einer Irrenanstalt befand. Wir werden also diesem Kriegswerke nur später einmal im Museum für Völkerfeindschaft begegnen und schaudernd davor flüchten. Aber aus diesem unfaßbaren Zustande spricht doch eine sehr ernste Mahnung an unsere Behörden. an die Väter dieses unbrauchbaren Wustes, der, mit wenigen notwendigen Ausnahmen, die Wurzel unseres inneren Uebels ist. Die Wellfremdheit solcher Art des Regierens geht daraus hervor, daß auch der beste Eedächtniskünstler dieser Erde gar nicht die Gegenstände dieser Bestimmungen behalten, sie also auch gar nicht ausführen könnte. Was bleibt also dem gewöhnlichen Sterblichen übrig, er kümmert sich durch; und das noch aus dem zweiten Grunde, weil nämlich trotz der Vermehrung der Lebensregeln um 38 000 Stück der Tag nur seine 24 Stunden behalten hat. Es ist gar nicht die Zeit vorhanden, ihnen nachzugehen. Soweit wäre die Sache in Ordnung. Die Kehrseite bilden aber die Organe, deren Zahl natürlich die Märchenziffer von 38 000 weit überschreitet, die berufen worden sind, oder sich berufen fühlen, die Bestimmungen zur Ausführung, zu bringen. Viele tun es. um ihre Existenzberechtigung nachzuweisen. Hier setzen der Vureaukratismus. die Schikane, der Dünkel ein. und zwar auch bei der Ausführung der wenigen tatsächlich notwendigen Kriegsbestimmungen wie bei der Rationierung der Lebensmittel. bei einem Teil des Bezugscheinwesens und anderem Die Kriegsbestimmungen haben es mit sich gebracht, daß eine Unzahl gar nicht dazu geeigneter Menschen sich als Vorgesetzte ihrer Mitbürger betrachten und aufspielen. In der Regel treten die Männer und Frauen am hochmütigsten und schikanösesten auf. denen man auf Schritt und Tritt Nachweisen könnte, daß sie trotz jahrelanger Praxis ihre Aufgabe noch gar nicht begriffen haben. Zu diesem Nachweis kommt es indesien gar nicht, denn gerade die Untüchtigen und schon verstandesgemäß ihrer Aufgabe nicht Gewachsenen treten als Vorgesetzte auf und verbieten dem unter ihrer Unfähigkeit leidenden Teil den Mund, obwohl gerade sie dazu berufen sind, den anderen zu helfen. Das ist ein trauriges Kapitel, dessen Einzelheiten wir heute, im Nahmen eines Artikels, nicht behandeln können, auf die wir aber zurückkommen werden. Unsere Staatsbehörden sollten sich dessen klar darüber sein, daß diese Schikanen, die zur Vergiftung der allgemeinen Stimmung führen, unterbunden werden müssen. Das sind Dinge, die in die Mappe „Eilt" gehören Es ist zunächst zweierlei nötig. Einmal die Prüfung, wieviele der 38 000 Kriegsbestim- mu'.Len fortfallen können. Sagen wir einmal rund 37 900. Von dem so freimerdenden Personal könnte die zweite Forderung erfüllt werden, nämlich die ausführenden kleinen Beamten und Beamtinnen bei ihrem Verkehr mit dem Publikum unter schärfste Aufsicht zu stellen und jede Schikane rücksichtslos zu unterdrücken. Dabei käme für die Armee ganz automatisch ein schöner bonus heraus: von dem dann noch freibleibenden Dersmal könnte eine stattliche Armee aufgestellt werden. Sie könnte ihr Mütchen am Feinde kühlen, die Heimat würde von - Plagegeistern befreit, die Stimmung im Lande um 100 Prozent gehoben werden. Das wäre immerhin schon ein Erfolg. Die 9. Kriegsanleihe. I. Berlin, 7. Sept. (WB4 Während unser unvergleichliches ö«er in zähem Ringen dem wilden Ansturm der Gegner tapfer standhält und alle Durchdruchsversuche unter den schwersten feindlichen Verlusten zunichte macht, wird demnächst von neuem der Ruf der Reichsleitung zur Kriegsanleihe-Zeichnung ergehen, um weiter die Mittel aufzubringen, die das deutsche Volksheer in dem Verteidigungskampf um Heimat und Herd in feiner bisherigen Schlagfertigkeit erhalten sollen. Kein Deutscher darf zögern, zur Erreichung dieses Zieles brizutragen. In der Kraft unseres Wirtschaftslebens, in der außerordentlichen Flüssigkeit des deutschen Geldmarktes sind die Vorbedingungen für einen guten Erfolg der Kriegsanleihe gegeben. Wenn jeder gegenüber dem Vaterlands feine Pflicht tut, wenn jeder sich vor Augen hält, daß die Kriegsanleihe-Zeichnung einen wesentlichen Bestandteil des Willens zum Durchhalten darstellt, der das deutsche Volk beseelt, dann wird auch die 9. Kriegsanleihe zu einer neuen, gewaltigen Großtat werden. Sie wird den Feinden gegenüber Zeugnis ablegen von dem ungebrochenen Glauben an den Erfolg unserer guten Sache und damit zu einem weiteren Baustein des künftigen Friedenswerkes werden. An den bewährten Zeichnungsbedingungen ist auch diesmal nichts geändert worden. Es werden fünfprozentige Schuldverschreibungen zum Preise von 98 Mark für 100 Mark Nennwert ausgegeben. Bei Eintragung der Kriegsanleihe in das Schuldbuch — mit Sperre bis 15. Oktober 1919 — tritt eine Ermäßigung des Zeichnungspreises auf 97.80 Mark ein. Die Auslosung der Schatzanweisungen geschieht nach dem gleichen Plane und gleichzeitig mit den Schatzanmeisungen der letzten 3 Kriegsanleihen; auch die Verlosungsbedingungen sind die gleichend Die Zeichnungsfrist läuft vom 23. September bis 23. Oktober. Die Zeichner können die gezeichneten Beträge vom 30. September an voll bezahlen Die Kriegsanleihe braucht indes zu diesem Termin nicht etwa voll bezahlt zu werden. Es steht den Zeichnern vielmhr frei, die Einzahlungen in 4 Raten zu leisten (30 Prozent am 6 November d. I., 20 Prozent am 3. Dezember d. I., 25 Prozent am 9 Januar n I., 25 Prozent am 6. Februar n. I.f. Der erste Zinsschein ist bei den Schuldverschreibungen am 1. Oktober 1919. bei den Schatzanweisungen am 1. Juli 1919 fällig. Auch diesmal können «lieber die älteren fünfprozentigen Schuldverschreibungen und die Schatzap^veisungen der ersten, zweiten, vierten und fünften Kriegsanleihe in Schatzanweisungen der 9. Kriegsanleihe unter den bekannten Bedingungen umgetauscht werden Uorir Felde der Ehre. Die Diebe hatten das Geld in der Scheune unter Heu versteckt, wo es noch vollzählig vorgefunden wurde. FCJ. Gernsheim. 4. Sep. Die Mühle von Gebrüder Dofflcin dahier wurde wegen Unverläßlichkeit geschlossen. Dem Landwirt Ph. Wunderle III. aus dem gleichen Grunde die Selbst. Versorgung entzogen. Kirchliche Uachrichterr. Evangelische Gemeinde. 15. Sonntag nach Trin., 8. September 1918. Gottesdien st in der (stadtkirche. Vormittags 9^4 Uhr: Herr Direktor Schoell. Mit« Wirkung dar Chorschule. Abends 8% Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Gottesdien st in der Burgkirche. Vormittags 8 Uhr: Militärgottesdienst. Herr Pfarrer Ritter. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer Ritter. Gottesdien st im Stadtteil Fauerbach. Vormittags 10 Uhr. Anschließend Katechismuslehre für die Jünglinge. » Katholische Gemeinde. Sonntag, den 8. Sept. 1918. 16. Sonntag nach Pfingsten. Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an. y 2 7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr Militäraottesdienst (Singmesse mit Predigt). Gemeinsame hl. Komnnrnion der Frauen. y 2 10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2% Uhr Christenlehre und Herz-Maria- Bruderschafts-Andacht mit Segen. Um 4 Uhr: Versammlung des Jünglingsvereins. Während der Woche; Um %7 und 7 Uhr hl. Messe. Freitag, abends 8 Uhr: Kri^gsandacht, Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Bor- romäus-Vücherei. Verantwortlich für den politischen und lokalen letl: Ctto Hirsche!. Friedberg; für den Anzeigenteil: N. Heyner. I riedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", AG.. Friedberg i H Dorheim. Der Pionier T h u r r von hier wurde wegen tapferem Verhalten vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet. Die Hessische Tapferkeitsmedaille besitzt er schon längere Zeit. Wir gratulieren! Ans dev Ijcfmui. Friedberg, 7. Sept. (Theater im Saalbau.) Wir wollen nicht verfehlen, unsere geehrten Leser beute nochmals auf den morgen, Sonntag, im „Saalbau" stattfindenden Lustspielabend hinzuweisen. Das gewählte Lustspiel versetzt mit seinem, so recht aus dem Leben gegriffenen heiteren Szenen die Zuschauer allerorts in die rosigste Laune und Fröhlichkeit herrscht von Anfang bis zu Ende. Auch das schöne Märchenspiel „Klein Däumling und der Menschenfresser" wird am Nachmittag gewiß unserer Jugend viel Freude bereiten. Friedberg, 7. Sept. Bei der in dieser Woche abgchaltenen städtischen Apfelernteversteigerung wurden Preise erzielt, wie noch niemals. Die Steigerer, die in großer Anzahl erschienen waren, rissen sich förmlich um die Bäume, die bis auf 200 Mk. kamen. Der Zentner Aepfel stellt sich dergestalt auf 40—50 Mk. auf dem Baum. Friedberg oder Bad-Nauheim. Eine eigentümliche Gepflogenheit können wir auf dem Giebener Bahnhof bemerken. Wenn die Züge in der Richtung nach Friedberg abgerufen werden, geschieht dies, in der Form: Einsteigen in den Perfonen- (oder Schnell-) Zug in der Richtung Bad-Nauheim— Frankfurt a. M. Soviel wir wissen, ist doch Gießen eine hessische Stadt und es müßte dort bekannt fern, daß Friedberg eine Kreisstadt ist. außerdem noch einmal so groß wie Bad-Nauheim. und außerdein ein wichtiger Bahnkno;enpunkt ist. Es wäre also angebracht, auch Friedberg in dem Ausruf zu erwähnen. Weil aber in Vad-Rauh-im die bekannten Kurgäste, Fresser und Hamster verkehren, so sckzeint man in Gießen auf dem Bahnhof Bad-Nauheim für wichtiger als Friedberg zu halten. Utphe. 7. Sept. Gestern Nachmittag ging ein heftiges Gewitter mit starken Niederschlägen, denen ein kurzer Hagelschauer voranging, über unsere Gegend. Im benachbarten Trais-Horloff schlug der Blitz in eine Pappel, die von oben bis unken zersplittert wurde. Utphe, 7. Sept. Um Mitte Juli brannte auf dem hiesigen Hofgut eine Feldscheuer nieder. Dabei fielen neben reichlichen Strobvorräten auch eine elektrische Drescheinrichtung benebst dem Motor dem Feuer zum Opfer. Aber rüstig ging der Pächter Hugo Iacobi an's Werk und binnen sechs Wochen erstand die Feldstheuer, die eine Fläche von einem halben Morgen bedeckt, aus der Asche, eine neue Dreschmaschine wurde angeschafft und seit einigen Tagen wird schon flott Weizen gedroschen. Für unsere Miesmacher sollte dieser Vorgang ein Beispiel sein, weil sie daraus die Stärke unserer deutschen Wirtschaftskraft ermes. sen können. Wenn es gelingt, eine derartige Anlage binnen weniger Wochen fertig zu stellen, so können wir volles Vertrauen, zu unserer wirtschaftlichen Kraft h-rben. Ilbeshausen. Die am 10. Sonntag nach Trinitatis dahier erhobene Kirchenkollekte für das Rote Kreuz betrug 60 Mark. Eine Hausfammlung für die Kolonialfpende betrug 83 Mk. 90 Pfennig. FC. Aus der Pfalz, 4. Sept. Vor einiger Zeit wurden bei dem Rangiermeister Hery in Böhl 2850 Mark gestohlen. Als Diebe wurden zwei in einer Ludwigshafener Fabrik arbeitende russische. Kriegsgefangene ermittelt. Der eine hatte bei dem Bestohlenen längere Zeit landwirtschaftliche Arbeiten verrichtet. Zum Schütze 'Herbstsaat gegen eSfroP^Oranibefeil 3 ist unübertroffen Unzählige Empfehlungen Versuchsanstalten u Gutsvenvaftunge/ii Saatgutersparnis! Hofiere Erträge! Die Keimfähigkeit wird nicht beeinträchtigt. Zu 6 ex/aA*a UurtAi H. Flascherdräger, Germania-Drogerie, Friedberg; Ernst Mörschel, Kolonialwaren, Friedberg ; Car! Baser, Kolonialwaren, Assenheim; Ludwig Schmidt, Drogerie, Butzbach; Eugssi Becher, Kolonialwaren, NiedersWöllstadt; Georg EcscÜJOM, Kolonialwaren, Vilbel. i m itlslidie lilüiiülaspapiere wieder eiti^elroafeis. 'S’apMcß. und liinolcuntSisuu Jean K'.ügflei», Frledfcersr, Kaiserstrasse 27, Nähe des Rathauses. lausen Sie Tisxckn. Mlmch, friliri!, Itttisnt, fndif, Pichl. nirgends besser, nirgends billiger wie bei Adolf Jim alijoflam'. fYSedlierp; I. II. KchatSr. Telefon Kr. IS». 8E Größtes Kager am Platze! WMiiMWNIMUkS!«. il Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstrahe 41» (Kronprinzenbau.) — Fernruf Körner 4208. Bürostunden. Momag, Dienstag, Donnerstag, Freitag, nachmittag» aon 2 — 4 Uhr. — Eefchäftsanzeigen ln diesem Raum wir fir mrsers Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch «uh bet Ans. gäbe der Anzeige aus die Mitgliedscyast hingewleien werden. Möbel-Vttßeigenlllg. Morttaa, den 16. September, «achmittags 3 Uhr, läßt der Unterzeichnete gerichtlich bestellte Verwalter über den Nachlaß des verstorbenen Dentisten Martin Semne von Butzbach an Ort und Stelle, Taunusstraße 24, dahier, öffentlich meistbietend gegen gleich bare Zahlung versteigern : Eine bessere CMiiZüüer-Eiiil'ilhilülg, bestehend aus: Büfett, Kre- denz, Ausziehtisch und <» Stühlen mit Ledcrsitz; einem Divan mit Umbau, einer groß. Zimmer-Standuhr; einem Zimmer-Plüsch- trppich; eine WchMim - Eiiirichiinilf. eichen, bestehend aus: Bettstelle mit Matratze ufw., Kleider - Spiegel - Schrank, Wcißzerrgschrank, Waschtoilette mit Marmor und Spiegel, Nachtfchrank mit Marmor re.; «inen Divan, einen Bücherschrank, einen Schreibtisch, einen Klubsessel und verschiedene sonstige Gegenstände. Die Gegenstände tonnen kurz vor dein Versteigerungstermin besichtigt werden. Krlrannttnachtmg. In den Geschäften von H. Eckel, Lind L 2bold> Gg. Möbs, A. Schmidt, M. Rose'nfeld, Z. L. Pauly, H. Webermeisr, Fauerbach gelangen von Montag, den S. ds. Mts, vormittags 10 Uhr ad Käse zum Verkauf. Auf jeden Abschnitt „n" der Brotkarte wird 1 Käse zum Preise von 22 Pfennig verabfolgt. Friedberg. den 6. September 1918. Der Bürgermeister I. V.: Damm. Butzbach, den 4. Sept. 1918. Der Nachlaff-Verwalterr Wilhelm Poppelsdorf, I Rechtskonsulent (Fernruf 230). Bekanntmachung. Nächsten Mittwoch, den 11. ds. Mts., verteilen wir in der alten Post Land Eier. Zeiieiitteilung wie bei der Butterverteilung. Es werden abgegeben: auf Eierkarle blau. Marke 3. 1 Ei zu 32 Pfennig, gegen Vortage der krelsamtlichen Bescheinigungen auf Eierkarte rot, Marke 5, l E, zn 32 Pfennig. — Die Eierkarten sind vorzulegen. Eierkarten obne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug; einzeln aogetrennte Marken sind wertlos. Friedberg. den 6. September 1918. Der Bürgermeister I. V.: Damm. Holzversteigerung. Donnerstag, den 12. September 1918, vormittags 10 Uhr, kommen in dem Freih. von Nitter'schen Wald, Hof Hasselheck, zur Versteigerung: Guterhaltenes Piano von solider KonstruLtron gegen Kasse zu kaufen gesucht. Offerten unter f. C. J. 327 an Rudolf Mass e . Fran kfurt a. M. Pferd7 Wir suchen per sofort einen guten kräftigen Einspänner, möglichst nicht unter fünf und nicht über acht Jahren. Angebote an C»ßas Warz & Löhne, E. m. b. 9}., Friedberg t. H. Mittelgroßer bis großer Hofhund möglichst glatthaarig, zu kaufen gesucht. Offerten mit Angabe der Größe und Preis erbeten an SU. F. Itousselet, Friedrichsdorf sTaunus). 9 J»tGchWMt» Zusammenkunft auf der Weinstraße. Friedberg, den 7. September 1918. Für die Freih. von Nitter'sche Güierverrvattung F o u r i e r. Sonntag, den 8. September» spielt Köhlers Doppel-Kariilfell nochmal- in Domassenheim Zu zahlreichem Besuch ladet ein Der Besitzer. AHch-MchmW. Montag, den 7. September 1918, vormittags 9 Uhr beginnend, lasten wir in den Freiherr!, von Frankenstein'fchen Waldungen in Ockstadt nachstehende Nutzhölzer öffentlich versteigern: 60 V Stück Sichkn-Slünimk uns» -Stange!,, hauptsächlich für Wagnerzwecke geeignet, 463 Stück Fichten- und Meißtanuen-Stömme, mit t0 . looftsmttrr, 1474 Stück Fichten- und Meißtanneu-Stangeu aller Stürlien (für Gerüst- und Weißbinderstangen sowie Herstellung von Einfriedigungen). Zusammenkunft 9 Uhr vormittags am Waldeingang bei den Schreßständen. Gustav Schwarz & Söhne G. in. b. S., Friedberg in Hessen. >#■ Hpudileidende + bedürfen kein sie schmerzendes Bruchband mehr, wenn sie mein in Größe verschwindend Heines, nach Maß und ohne Feder, Tag und Nacht tragbares, auf seinen Druck, wie auch jeder Lage und Größe des Bruchleidens selbst verstellbares Universal - Eruchband Acht. Arbeiter und Meitmmii gesucht. Gderhksßsche Lraftsnttemerlle G. m. b. H., Friedberg, Tüchtiger Schäfer sucht Stellung zum 1. oder 15. November. 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