Nummer 204 Kilijtlpreis d,° RmÄ- Samstag, den 31. August 1918 11. Itchrgan^. Die ..Zleue Tageszeitung" erlcheinl ,eoen Werktag. Regelmäßige Beilagen „Ser Kauer aus Hessen". ..Die Kpinnllube". Se?ugapreia: Bei den Postanitaiten vierreliätzrlrch Mk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld; de, oen ^nenten monatlich 85 Big. einschließlich Trägeriobn. Anzeigen: Grundzeile 25 Psg., totale 20 Anzeigen von auswärts verden durch Bounachna >me erhoben. Eriüllun^sor» ^riedberg. Kchriftleilurrg und Keriag vriedbs^ dessen), ^anauertratze 12. ^srn^rehsr 48. ll--t, ,eck-Loat<, Br. 43,9. Amt vraniiurt a. M. Urne kitzlistzk Iiigrißr bei Arms gf|djritrvt. Schwere Niederlage der Franroftn, 72 Panzerwagen zerlchaßen. — Italienische Stürme a gemlc Sieg der Sowfettrnppcn. — 10 500 Tonnen versenkt. Der deutsche Generalstak _— meldet: W. T. K. Gfaße» Hattptqnartiev, den 30. August Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o e h n. [ Vorfeldkämpfe beiderseits der Lys und nördlich der Scarpe. Südöstlich von Arras wurden Infanterie und Panzerwagen des Feindes im Anmarsch auf das Schlachtfeld von Artillerie und Schlachtfliegern wirksam gefaßt. Gegen Mittag nahm der Feind seine Angriffe wieder auf. Ihr Schwerpunkt lag gestern südlich der Straße Arras— Cambrai. Den aus Charisy und von Fontaine heraus und gegen Geudecourt mehrfach anstürmenden Feind schlugen wir in hartem Kampfe zurück. Weiter südlich drang der Engländer in Bullecourt und Riencourt ein. In dem Grabengewirr und Trichterfeldern früherer Schlachten spielten sich hier erbitterte Kämpfe ab. Riencourt wurde dem Feinde wieder entrissen, auch der Ostteil von Bullecourt wieder genommen. Am Nachmittag dehnte der Feind seine Angriffe bis nordöstlicb von Bapaume aus; sie brachen meist schon in unseren: Feuer zusammen. Aus St. Leger und Morry heraus griff er fünf Mal vergeblich an. Zahlreiche Panzerwagen wurden vernichtet. Nördlich der Somme haben wir in Verbindung urit den südlich des Flusses durchgeführten Bewegungen die Verteidigung in die Linie östlich von Bapaume — nordwestlich von Peronne — verlegt. Der Feind ist gestern zögernd über Bapaume—Eombles-Maurepas gefolgt. Zwischen Peronne rmd der Oise Jnfanteriegefeäste auf dem Westufer der Somme und des Kanals. Starke Angriffe, die der Feind südöstlich von Vesle und aus Noyon heraus gegen unsere neuen Linien nordöstlich der Stadt führte, wurden abgewiefen. An der Aiette faßte der Franzose westlich von Folem- tray in geringer Tiefe auf dein östlichen Ufer Fuß. Zwischen Aiette und Aisne nahm er im Verein mit Amerikanern feine Angriffe wieder auf. Zwischen Pont St. Mard und Chavigny stürmte er seit frühem Morgen gegen unsere Li- .nien an. Panzerwagen führten immer wieder von neuem Infanterie vor. Magdeburaische, Hannoversche, Thüringische und Garde-Negimenter brachten die mit doppelter Ueber- rnacht geführten schweren Angriffe des Feindes völlig zum Scheitern. 72 ^Panzer-Wagen wurden zerschossen. Unteroffizier Cropmeier, Gefreite Langsdorf und Schlottau von der 1. Maschinengewehr-Kompagnie des 1. Garde-Negts. zu Fuß haben gemeinsam fünf Panzerwagen vernichtet. Vom Infanterie-Regiment 165 wurden 20 Panzerwagen zerstört. Der Franzose hat hier gestern eine schwere Niederlage erlitten, seine Verluste sind ungewöhnlich hoch. Wir machten Gefangene von vier verschiedenen Divisionen. Der Erste Generalyuartt'ermeister: Ludendorff. Aiicudiirricht. Berlin, 30 August, abends. (WB. Amtlich.) Große englische Angriffe auf breiter Front südöstlich von Arras sind gescheit er.t. Oertliche Kämpfe nordöstlich Noyon und an der Ailette. fl Der österreichische Geireralstak »—-— meidet: — — Wien. 30. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart i Italienischer Kriegsschauplatz: Südlich von Meri überfielen Kavallerie-Sturmtrupps einen feindlichen Stützpunkt und hoben einen Teil der Besatzung aus. Auch im Concei-Tal betätigten sich unsere Sturmtrupps mit Erfolg. Auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden lebte die Ee- ,fechtstätigkeit beträchtlich auf. Bei Asiago und nördlich des Col del Rosso unternahm der Feind nach heftiger Artillerievorbereitung mehrere Vorstöße, die teils durch Feuer, teils im Eegen- znrückgefchUrMH wurden. Gestern früh griffen unsere Großflugzeuge den Bahnhof Monte Bellune an und belegten ihn mit 56 Bomben. Albanien: Keine größeren Kampfhandlungen. Der Ehes des GeneralstabeS. Sofia, 28. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Mazedonisck>e Front: Bei Bitolia, an verschiedenen Orten im Cernabogen und östlich des Dobropolje wurde das beiderseitige Artilleriefeuor von Zeit zu Zeit stärker. Vom Huma bis zum Wardar nahm die Kampftätigkeit an Heftigkeit zu. Eine griechische Sturmabteilung versuchte sich unseren Gräben südlich Huma zu nähern, wurde aber durch Feuer verjagt. Kompagnien englischer Infanterie griffen tiesgegliedert mehrmals nacheinander nach heftiger und langer Artillerievorbereitung unsere vorgeschobenen Posten bei Altschak Mahle und beim Dorfe Sehovo an, wurden aber jedesmal, bevor sie die Drahtverhaue erreichten, durch die Wachsamkeit der Verteidiger verlustreich zersprengt. Oest- lich des Wardar, bei dem Dorfe Matschukowo. heftiges Artilleriefeuer, auf das unsere Batterien lebhaft antworten. Das türkische Hauptquartier »===== meldet: _ Konstantinspel, 30. August. (WB. Nichtamtlich.) Gene, ralstabsbericht. Palästinafront: Auf unserem rechten Flügel machten wir in breiter Front mit wertvollem Ergebnis Patrouillon-Vor- stöße gegen die feindlichen Linien. Infolge dieser Unternehmung steigerte sich das feindliche Artilleriefeuer im Aüstenab- ichnitt stellenweise zu großer Heftigkeit. Auf dem Ostjordanufer lag auch gestern die Gegend von Tell Nimrin unter heftigem Feuer mit Fliegerbeobachtung. Am 25. August wurde bei Dir Hermas ein Anschlag der Rebellen gegen die Hedschasbahn vereitelt. Afrikafront: Ein Ausfall italienischer Kräfte aus Homs wurde abgeschlagen. Von den übrigen Fronten nichts Neues. Nachträglich wird bekannt, daß eins der feindlichen Flugzeuge, welche in der Nacht zum 28. August Bomben auf Konstantinopel warfen, durch unser. Abwehrfeuer zur Landung in der Nähe von Konstantinopel gezwungen wurde. Das Flugzeug ist verbrannt. Der Führer, ein englischer Hauptmann, wurde verwundet und gefangen genommen. 10 500 Tonnen versenkt. Berlin, 30. August. (WTB. Amtlich.) Auf dem nördlichen Seekricgsschauplatz wurden durch unsere U-Boote rund 16,500 Bruttoregistertonnen versenkt, darunter im Artilleriegefecht eine U-Vootfalle in Gestalt eines Seglers. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. Nie Schlacht im Welten. Die Kämpfe zwischen Ailette und Aisne. Berlin, 30. August. (WB.) Bei regnerischem Wetter und westlichen Winden kam es am 28. August zwischen der Ailette und der Aisne wieder zu erbitterten Kämpfen. Bereits am 27. August abends ließ das zu großer Heftigkeit anwachsende Artilleriefeuer weitere französische Angrifssabsichten erkennen. Die deutsche Artillerie nahm den Kampf mit voller Kraft auf und sandte vernichtende Feuerwellen in die Artillerienester und in die Bereitschaften des Feindes und zerstreute Ansammlungen seiner Infanterie, so daß der beabsichtigte Angriff nicht zur Entwicklung kam. Am 28. August gegen 8 Uhr vormittags setzte stärkstes Trommelfeuer ein. Eine halbe Stunde später ging die französische Infanterie, durch Amerikaner unterstützt, von den Höhen westlich von Invigny, Chavigny und Pasly zum Angriff vor. Den mehrfachen, mit starken Kräften ausgeführten Anstürmen gab, unter zähen Kämpfen, die deutsche Linie zunächst etwas nach, so daß der Feind das Dorf Chavigny erreichte. In einem energischen Gegenstoß wurde der Ort wieder gesäubert. Besonders starke, von zahlreichen Tanks angeführte Angriffe gegen die Hohen von Pasly wiederholten sich während des ganzen Vormittags. Sie scheiterten völlig an der unerschütterlichen oft bewährten Verteidigung dieses Frontwinkels. Mehrere Tanks, durch Maschinengewehrfeuer und geballte Ladungen zer« schossen, liegen hier vor unserer Front. Gleichzeitig versuchte der Franzose dieses Mal auch östlich Soisions die Aisne zu überschreiten und hier den nach Norden vorspringenden Medard. Bogen in seinen Besitz zu bringen Hierzu hatte er starke Ar. tillerie vereinigt. Unser zusammengefaßtes Artilleriefeuer -er» schlug seine Absicht. Die Engländer in der Somme-Wildnis. Berlin, 30. Aug. (WB.) An der Somme herrscht feit einigen Tagen dunstiges Wetter mit häufigen heftigen Regengüssen. Die Somiuewildnis, in welche die Deutschen die Engländer wieder hineinziehen, wird durch dieses Wetter noch schauerlich-er. Die Operationen wickeln sich ohne Reibung ab. Südlich der Somme blieb die in der Nacht vom 27. zum 28 August durchgeführte Absetzung der Linien den Engländern verborgen. Erst von mittag ab begannen sie gegen die bis im Vorfeld zurückgebliebenen deutschen Patrouillen stärker vorzudrücken. Nördlich der Somme dagegen mochten die Engländer wohl ein Nachlassen des deut- ichen Widerstandes annehmen, denn sie gingen in der Morgenfrühe vom Troneswald bis an die Somme in dichten Linien vor, denen geschlossene Kolonnen folgten. Die deutschen Verteidiger ließen die Engländer bis auf die nächste Nähe herankommen. Dann fetzte rasendes Maschinengewehr- feuer ein. Mit einem Schlage stockte der englische Angriff. Nur Bruchteile des Feindes erreichten die Ausgangsstellungen wieder. Die englisck)en Truppen dringen nur ungern weiter in die Sommewüste ein. Offen äußern sich Gefangen!.' darüber, daß Soldaten und Offiziere entsetzt über die Aussicht sind, womöglich wieder monatelang in diesem vollkom- men zerstörten Gelände liegen zu müssen. Heldenmütige Abwehr. Berlin, 30. Aug. (WB.) In schweren Kämpfen südlich Arras schlugen sich die deutschen Trrrppen aller Waffen und Stämme in Abwehr der immer wieder von den besten englischen Divisionen mit unerhörter Wucht und einem nie gesehenen Aufgebot von Tanks vorgetragenen Angriff mit einen: Heldenmut, der nie.vergessen werden wird. Aufs neue beweisen sie. daß noch der Geist der ersten Kriegstage in ihnen lebendig ist. Ans der Fülle dieser tapfersten Taten seien einige kurz geschildert. Bei dem am 27. von Monchy und Cherisy gegen Vis-en-Artois vorbrechenden schweren Angriff des Gegners feuerten drei Batterien eines wärt- tembergischen Felda:tillerie-Regiments, zeitweise vor unserer vordersten Jnfanterielinie auffahrend, aus nächster Nähe bis zum letzten Schuß in die eindringenden Feinde. Als dann die Engländer schon von Süden in ihrem Rücken standen, gelang es der Umsicht des schneidigen Führers. - Leutnant Schräg, der die Batterie befehligte, im letzten Augenblick diese zu bergen. Die Geschütze der 3. Batterie mußten nach tapferster Gegenwehr in gänzlich unbrauchbarem Zustande dem Feinde überlassen werden. Am gleichen Tage vernichtete das Tankgeschütz des Leutnants Schwenker zwei Panzerwagen und am Morgen des ersten Angriffstages, am 21., brachte das Flakkraftwagengeschütz des Leutnants Cuwie bei Ach-iet le Grand zwei nördlich über den Bahndamm vorbrechende und fünf von Achiet- le-Petit herankommende Tanks zur Strecke. Zwei weitere zwang er in schwer beschädigtem Zustande zur Umkehr. Der feindliche Krästceinsatz. Berlin, 30. August. (WB.) Dis große Schlacht zwischen Arras und Soisions wird von den Franzosen und Engländern ohne Unterbrechung weitergeführt, ohne daß sie den: Feind bis. her einen entscheidenden Erfolg gebracht hat. In ihr sind vom 21. August bis 28. August zrvischen Arras und Aore 28 englische Divisionen, davon etwa 10 mehr als einmal, und zwischen Aore und Aisne 40 französische Divisionen, von ihnen etwa 5 zweimal eingesetzt worden. Mit Hinzurechnung der beteiligten feindlichen Artillerieformationen und Heeresttuppen rannten rund VA Millionen Mann innerhalb einer Woche gegen die deutschen Fronten an. Alle diese Divisionen traten voll ausgefüllt und ausgeruht in den Kampf. Sie warne den besten Verbänden der Entente entnommen. Auf englischer Seite waren es besonders die erprobten kanadischen, schottischen und neuste» . ländischen Truppen, sowie die .Garde und dt- fia. Marine-Dtvia fton, bi* immer wieder Irt das deutsche Feuer vorgeschickt wur» den. Seit dem 28. August holte die feindliche Führung M ihren bisher stets vergeblichen Durchbruchsversuichen zwischen Ailette und Aisne die Amerikaner zu Hilfe. Diesmal konnte auch deren Einsatz den Franzosen keinen Erfolg bringen. Lm 29. August wiederholten sie abermals mit Unterstützung der Amerikaner ^am ganzen Tag unter de?n Einsatz dichter Massen Infanterie, Tanke und Fliegergeschwadern bis zu 50 Einheiten rhre Durchbruchsversuche. Unter ungewöhnlich hohen Verlusten brachen hier die feindlichen Massenstürme nach heißem Ringen ohne jeden Geländegewinn zusammen. So wurde der 29. August zu einer schurren gemeinsamen Niederlage der zahlenmäßig weit überlegenen Franzosen und Amerikaner. Die Zurückverlegung unserer Front in die Linie östlich Da- paume und nordwestlich Peronne wurde entsprechend einem be- rerts seÄt längerem gefaßten Entschluß planmäßig und ohne feindliche Einwirkung durchgefüchrt. Dem nur zögernd folgenden Cegiier fügten unsere schwachen Nachhuten und aufmerksamen Batterien aus vorbereiteten Stellungen empfindliche Verluste zu. Tic Amerikaner im Kampf. Bafel, 28. Aug. „Secolo" meldet, daß Reims nunmehr von den Amerikanern verteidigt werden soll, die in die Festung eingerückt sind. Heime schreibt in der „Dictoire", daß die Amerikaner noch nicht vollständig in den Kampf eingegriffen haben. Nur kleinere Abteilungen hätten sich bisher beteiligt. Jetzt würden aber die Amerikaner soweit sie verfügbar sind, herangeführt. Kättitt Ammklis ;ina Flmdsikn IlfrirM. Ääln, 30. August. (WB.) Rach der „Köln. Ztg." berichtet die „Neue Korrespondenz" aus Bern, daß in dortigen politischen Kreisen das Gerücht umgehe, die amerikanische Regierung werde nächstens eine Erklärung veröffentliHen, die einer Zustimmung zum Londoner Vertrag gleichkomme. Mit großem Nachdruck wird seit einiger Zeit in den italienischen Blättern, namentlich im „Eorriere della Sera" gefordert, daß über die Stellung Amerikas zum Londoner Vertrag Aufklärung gegeben werde. Sine fuinjinu krMriuig brr fnfrnfr ? 30. August. Aus London berichtet der „Telegraaf": „Evening Standard" meldet, daß in den nächsten Wochen die alliierten Regierungen gemeinsam eine politische Erklärung über dre in London von den Alliierter abgehaltene Konferenz abgeben werden. Untergang eines itarienitihen Mlchissrs. Rom, 30. August. Das Luftschiff 11, das am 16. August avends zu kriegerischer Verwendung in der unteren Adria abgefahren war, ist nicht an seinen Stützpunkt zurückgekehrt. Rußland. Die Intervention der Entente. Haag, 30. Aguft. Reuter berichtet aus Wladiwostok: Aus Charbin kommt die Meldung, daß Kamenew verrückt und die Station Dauria genommen hat. Bolschewistischer Sieg am Ussuri. Berlin, 30. August. (WB.) Die Petersburger „Prawda" vom 28. August schreibt: „Ein glä^ender Sieg der Sowjettruppen am Ussuri. Ganze Abteilungen Tschecho-Slowaken. Engländer, Franzosen und Japaner sind geschlagen und zum Rückzug gezwungen worden. Im Aschahadgebiet ist der Gegner ebenfalls^ geschlagen. Wir haben die Städte Tadschen und Merv besetzt. Dce dritte Armee geht erfolgreich vor. Das befestigte Gebiet der Hauptlinie Bera—Jekaterinburg ist in unserer Hand. Bei den Sylvinsk-Werken geht der Gegner, von Pa- nu etßiiüen, zurück. Rrminürr. D-karest, 30. Aug. (WB.) In der gestrigen Sitzung der rumänischen Kammer antwortete der Minister des Auswärtigen Arion auf die Interpellation des Deputierten Sefeioreanu über die Verzögerung des Autausches der Ratifikationsurkunden. Arion sagte, die Verzögerung sei unter anderem der Taffache zuzuschreiben, daß das Parlament noch über das Gesetz, das mit dem Friedensvertrag in Verbindung stehe, und zwar über das Amnestiegesetz abzustim- men habe. Gr drückte die Ueberzeugung aus, daß er aus Seiten der Mittelmachte betreffs beschleunigter Erledigung dieser Formalitäten das größte Entgegenkommen finden werde. Auf die Frage Seieioreanus über die Requisitionen antwortete Arion, ihm sei von seiten der Vertreter des Besatz- ungsheres die Versicherung gegeben worden, daß keine Requisitionen voraenonimen würden, die im Friedensvertrag nicht vorgesehen seien. Die Verhältnisse im besetzten Gebiet seien schwierig, aber es seien Verhältnisse, wie sie jede fremde militärische Besetzung mU sich bringe. Schuld daran seren nrcht Deutschland oder Oesterreich-Ungarn, son- dern jene, die diesen unglücklichen Krieg entfesselt Mitten. Der Minrster schloß mit dem Ausdruck seines vollen Vertrauens zur Loyalität der Mittelnrächte, womit Rumänien durch gemeinsame Interessen verbunden sei. „Wir werden", sagte Arion, „die übernommenen Verpflichtungen durchaus loyal erfüllen." Den Erklärungen des Ministers folgte leb- .Hafter Beifall. i Bukarest, 29. Aug. (WB.) Der bei der jüngsten Ersatz- iücS)1 in Jassy gewählte Vessarabier Pelivan ist neben den beiden bessarabischen Ministern des Kabinetts, 'die gleichzeitig Abgeordnete sind, der dritte Brsiarabier im rumä- Nischen Parlament, Unruhen in Kestarabierr. Basel, 28. August. In Bessarabien steigern sich die Un- ruhen, die einerseits darmrs zurückzuführen sind, daß die rumänischen Behörden zu viel Lebensmittel aus dem Lande ftehen, andererseits versucht wird, das Land zu romanisieren. Jnr Geheimen bilden sich Vereine, die den Wiederanschluß an Rußland fordern. Die Unsicherheit wird immer größer. In den letzten Tagen sind zahlreiche rumänische Offiziere ermordet worden. Munitionshäuser sind in die Luft gesprengt worden. Wik die ssriglWer in Afrika hankn. Halbamtlich wird gemeldet: Es liegt ein ausführlicher Bericht übu die Zustände vor, wie sie sich bis zum Ende des Jahres 1917 in Deutsch-Oftafrika unter der englischen Besetzung entwickelt haben. Dieser Bericht ist gerade zur rechten Zeit eingetrossen. um die.englische Behauptung von der durch den Krieg und die feindliche Besetzung hervorgarufenen „Befferung" der Verhältnisse in den deutschen Kolonien, insbesondere in Deutsch-Oftaftika in das rechte Licht zu setzen. In dem Bericht heißt es u. a.: Der Krieg räumt unter den den tsch-osta fr iranischen Eingeborenen erschreckend aus. Genickstarre, Schlafkrankheit, Pocken wüten überall. In Urrundr herrscht eine Seuche, deren Ärt den Aerzten noch unbekannt ist. Die Eingeborenen kommen am Morgen noch frisch zum Akattte, fangen plötzlich aa zu taumeln und sind meist abends tot. Wie ich amtlich erfahren Hab-, ist der Trägerverbrauch be. sonders der Engländer ungeheuer. 30 000 tote Träger ist der Monatssatz der beiden Verbündeten. Einen Teil trägt Brittsch- Ostafrika, Portugiesisch-Ostafrika und der Kongo. Die größere Anzahl stammt sber aus Deutfch-OftascikL. Ich habe krank zurückkehrende Träger in großen Scharen gesehen, die wohl nie wieder g^urrd werden. Deutsch-Ostafrika wird durch den Kri^g so völlig zerrüttet, daß es fraglich ist, ob es wieder hochaebrachl werden kann. Dazu kommt, daß nahezu alle den Deutschen gehörigen Pflanzungen verkommen. Auch hier muß alles von vorn angefangen werden. Die Personen- und anderen Magen der Eisenbahn starren von Schmutz, obgleich genug Angestellte vor. Händen sind, geschieht nichts. Der Bericht verrät dann noch weiter, daß von den Belgiern in Masten Schlachtvieh aus Deutsch-Oftafrika nach dem Kongo geschafft wird, und daß für Lies, den Eingeborenen weggenommene Vieh nur ganz geringe Preise gezahlt werden. Werter wird in dem Bericht auf das schon wiederholt in der deutschen Presse erwähnte völkerrechtswidrige Verfahren der Engländer aufmerksam gemacht. Eingeborene aus Deutfch-Ost- aftika, insbesondere Askaris und die Diener der deutschen Offiziere, Beamten und Zivilpersonen in -die fechtenden Truppen eidstellen. Mit Rücksicht auf das angekündigte englische Vlcm- buch über die angeblich schlechte deutsche Verwaltung in Ost- afrrka ist es nicht uninteressant, daß der Berichterstatter in seinem Bericht erwähnt, daß sowohl von englischer als auch von belgischer Seite in Deutjch-Oftaftika während des Jahres 1917 lügenhafte und den Tatsachen offensichtlich Hohn sprechende Aus- agen von Eingeborenen gesammelt wurden, insbesondere von solchen Eingeborenen, die Beziehungen zu den Fremden, d. h. zu den englischen, belgischen oder französischen Mistionen hatten. Uerlenmdnng Wilsons. Präsident Wilson konnte sich in seiner Botschaft an das amerikanische Volk gegen die Lynchjustiz nicht enthalten, die deutschen zu verleumden. Nachdem er öffentlich Zeugnis davon abgelegt hat, daß in allen Teilen Amerikas die entsetzlichsten Greuel verübt worden sind, macht er einen schwachen Verteidigungsversuch deiner „Lyncher" dadurch, daß er behauptet, die Lyncher folgen dem schmachvollen Beispiel Deutschlands. Gegen diese wider besseres Wiffen in die Welt geschleuderte Behauptung gibt es einen Kronzeugen, der sicherlich für Wilson hätte maßgebend sein müssen, eine höchst offizielle amerikanische Persönlichkeit, den Genera! Pershing. Am 11. Juli hat General Pershing einen ^ harnischten Einspruch gegen einen ddr Erzlügner aus seinen Reihen nach Amerika gekabelt. Dieser Erzlügner batte den Deutschen die schlimmsten Greuel gn gedichtet. Der ame- Manische Höchstkommandierende ’tn Frankreich tele= graphirte: bekanntlich nicht die geringste auf irgend einer Erfahrung beruhende Unterlage für solche Aussagen vor- Händen ist, empfehle ich, daß dieser Sergeant, falls seine eben wiedergegebenen Mitteilungen von ihm wirklich ge- macht worden sind, sofort zur Dienstleistung hierher zurückgeschickt werde und daß seine Aussagen widerrufen werden." Somit stehen jetzt drei Tatsachen fest, die sich nicht mehr deuteln lassen. 1. Die Berichte über die deutschen Greuel sind erfunden, das sagt der Höchstkommandierende der amerikanischen Armee in Frankreich. General Pershing. 2. Trotz dieser Erklärung des General Pershing erhebt Wilson'Wider besseres Wissen seine verleumderische Anschuldigung. Z. In Amerika werden nach dem eigenen Zugeständnis des Präsidenten der Vereinigten Staaten die furchtbarsten Greuel durch Lynchen verübt. Japans Truppen. Rotterdam, 28. August. Wie aus Tokio gemeldet wird, hat Japan seit Beginn des Krieges ein Heer von zwei Millionen Mann auf die Beine gebracht. Es teilt sich in drei Gattungen. In aktive Truppen, die sich unter den Waffen befinden, in Reserve, die jeden Tag einberufen werden kann, und solchen Leuten, die sofort zu kriegerischen Maßlrahmen zur Verfügung stehen. Die frifbrnökoiiferfn? brr ZrMliocn. 8urich, 28. August. In Jnterlaken begann heute eine Konferenz, die von zahlreichen Sozialisten des In- und Auslandes besucht ist. Es sinden Besprechungen über die Friedensfrage statt. Näheres war bisher über die Vorhand» lungen nicht zu erfahren. Hoch lebe die Knreankratie. In der „Deutschen Zeitung" lesen war: Zum Durchhalten gehört Stimmung; auch für das Heimatsheer ist sie eine Notwendigkeit, und sie strahlt zurück bis zur Front. Daß unsere Feinde alles daran setzen, durch Ausstreuung von Gerüchten, durch Flugblätter, die von Geheimagenten in Umlauf gesetzt werden, Verwirrung im deutschen Volke zu erzeugen, ist bekannt. Diese Bazillen des T ßtrauens und Zweifels vermögen aber nur dann Schaden zu stiften, wenn sie den Nährboden der geschwächten Willens- kraft ffnden. Unsere maßgebenden Stellen müßten deshalb darauf bedacht sein, diese stark und gesund zu erhalten. Leider mangelt es aber an der richtigen Erkenntnis. Vier entbehrungsreiche Kriegsjahre haben die breiten Massen — allerdings nicht nur bei uns sondern in aller Welt — arg mitgenommen, un6 körperliche Erschlaffung wirkt schließlich trotz aller Ermunterung auf die Geistes- und Gemütsverfassung ein. Enttäuschungen traten hinzu. Welche Hoffnungen flammten aus, als der Frieden mit Rumänien und der Ukraine geschlossen wurde. Es war Strohfeuer. Die Besserung des Ernährungszustandes blieb aus. und den knurrenden Magen suchte man mit der Blödheit zu beruhigen, daß die Valutaverhältnisse Mäßigimg erheischten. Als ob damit das Begehren nach Zucker und Fett gestillt werden könnte. Andere verfehlte Maßnahmen zogen uns die fleisch- losen Wochen zu. Vor allem stellt sich leider, sobald vom Ailslande Lebensmittel zu erlangen waren, fast regelmäßig die Rücksicht aus die Valuta dazwischen. Das mag fincinz» technisch unanfechtbar sein, wir können wir unser zurückbehaltenes Geld nicht essen, und diejenigen scheinen volkswirtschaftlich und innerpolitffch richtig zu 'handeln, von denen der Stand der Valuta als nebensächlich angesehen wird, da sie sich von selbst später erholen werde, während die Haupt- ftage, das Nächstliegende, die Sättigung des Magens sei. Aber sie predigen tcncken Ohren. Der großen Menge ist es sehr gleichgültig, wie viel unsere Mark in der Schweiz oder in Holland gilt, und deren Aufbefferung sieht sie als eim. Prinzipienreiterei von Fachleuten an, die vermöge ihrer Stellung selber nicht Not leiden. Das verschlechtert die Stimmung, und dazu kommt die hartnäckig durchgesührte Höchstpreispolitik. Daß diese dem Schleichhandel zur Blüte verholsen und die weitesten Volkskreise benachteiligt hat. liegt klar zu Tage. Gleichwohl werden alle Aenderungsvor- schläge kurzer Hand abgelehnt, und eine paragravhenwütige Bureaukratie beharrt aus ihren Fehlern, anstatt sie ange- sichts ihrer Folgen zu beseitigen. Wird auf die Bolksstim- mung gar kein Wert gelegt? Dan man dieses unersetzliche- Gut in Grund und Boden wirtschaften? Die jüngste Frucht biriraukratischer Mißwirtschaft ist die Vereitelung der Gänseeinfuhr aus Polen und dem besetzten Osten. Was die Gans vermöge ihres Fettgehaltes siir die Ernährung bedeutet, braucht nicht gesagt werden. Jetzt hören wir, daß statt der erwarteten 400 000—800 000 Gänse noch nicht 50 000 gelifert werden können, weil der Höchstpreis die Verkäufer abschreckt. Die Einfuhr aus der Ukraine soll ails demselben Grunde völlig gescheitert sein. Wir behalten unser Geld, das Ausland seine Gänse. Selbst wenn man an- nimntt, daß dies Geflügel nur auf die Tafel der Wohlhabenderen gelangt wäre, würden dadurch doch für den Fleischverbrauch der Minderbemittelten große Mengen frei geto: sein. Das kann sich jeder leicht ausrechnen. Die englische Hungerblockade ist in der Hauptsache gescheitert, aber man hat die Empfindung, daß sie um so erfolgreicher von unserer Bureaukratie betrieben wird, die mit unerhörten Machtmitteln ausgcstattet, nichts weiter als den Schleichhandel großzüchtet, unbekümmert um die wachsende Miß- stimmung. Die Negierung betont fortgesetzt, sie lege den größten Wert auf die Haltung der Presse, nur scheint ihr zu entgehen, daß diese Presse nahezu einmütig das herrschende System verurteilt und damit die Dolksmeinung wider- spiegelt. Es ist die höchste Zeit, daraus den richtigcn Schluß zu ziehen, Kv.-Mannrr. Das Kriegsministerinm, Kriegsamt, gibt bekannt, daß für die Zukunft die Franen-Arbeit in der Etappe und im besetzten Gebiet in größerem Umfange als bisher durchgeführt werden müsse. Es sind eine Anzahl Leiffätze ausgestellt worden, nach denen die Anwerbung durch das Kriegsamt erfolgen wird. Als erster Leiffatz ist folgende Feststellung getroffen worden: Die Notwendigkeit der Beschäftigung von weiblichen Arbeitskräften in der Etappe und im besetzten Gebiet erwächst aus der Forderung, kv.-Männer in größtem Umfang für den Dienst an der Front sreizumachen. Bisher nicht berufstätige Frauen sollen in erster Linlk angeworben werden, um kriegswichtigen Bettieben int Heimatsgebiet z. B. der Munitionsindustrie, keine Arbeite kräfte zu entziehen. Das Gebot der Stunde ist: Alle wehrfähigen Männer für den Heeresdienst freizlimachen. Die Heeresverwaltung ist in ihrem eigenen Bereich darauf bedacht, klare Verhältnisse zu schaffen, alle Druckposten zu beseitigen, Reklamationen, die nicht berechtigt sind, für die Zu. kunft unmöglich zu macken. Aber auch die kaufmännischen und industriellen Betriebe sowie die Zivilbehörden, ganz besonders die Kriegsgesellschaften, die lvie Pilze aus dev. Erde geschossen sind, haven ihre kv.-Männer unbedingt zur Verfügung zu stellen. Es wimmelt dort noch von kv. und feldverwendungsfähigem Personal aller Altersklaffen. Ein großer Teil von diesen ist noch nicht im Felde gewesen, die ^meisten haben überhaupt noch nicht gedient. Es sind dies die sogenannten Unentbehrlichen und Unersetzlichen, die der Volksmund oft richtiger mit „Drückeberger" bezeichnet. Es sind in die Hunderttausende gehende Reklamationen und Zurückstellungen von ko. und feldverwendungsfähigen Personen, die für den Heeresdienst ohne weiteres herangezogen werden können. Wenn Personen, die als unentbehrlich gelten, eingezogen werden sollen, 'dann sträubt man sich mit Händen und Füßen dagegen, ohne ffe gehts nicht, wenn sie aber längere Zeit in die Sommerferien gehen, dann nnö sie es nicht, dann stürzt der Betrieb infolge ihres Fehlens nicht zusammen. Ein Bismarck konnte s. Zt. ersetzt werden. Wenn Herrführer, Minister und andere Persönlichkeiten ft leitenden und hockwichtigen Staats-Stellungen wechseln ^konnten, ohne daß fühlbare Stockungen oder Nachteile entstanden, dann muß es bei jedem Einsichtigen nicht nur Staunen, sondern Zorn erregen, daß gerade kv.-Personen nicht erseht werden können, daß ohne ffe der Betrieb ins Wanken geraten soll. Schwatzerei ist das, Drückebergerei tollster Art. an der die die Reklanrationen Befürwortenden die Hauptschuld haben. So wie das Kriegsministerium in treuester Zeit AnsgleichÄkommiffion eingesetzt hat, welche die Aufgabe haben bei den Militärbehörden die feldver- wendungsiähigen durch Allstausch mit gv. oder av. usw. Personen für den Frontersatz freizumachen, so müßte es auch bei Men Heimatsbehörden, Betrieben und Gesellschaften geschehen bei rücksichtsloser und konsequenter Durchführung der Freimachung der „Befreiten" aus ihren Hei matsstellen. Das Geschrei wird sickUrlich groß werden, der Erfolg wird natürlich trotz aller Bemühung nicht zu beschaffen gewesen sein — aber trotzdem wird dann doch kein Betrieb stillstehen Ernst der Stunde gebietet ernste Maßnahmen und verbietet jede Weichlichkeit und falsche Rücksichtnahme. U»m Felde der Ehre. Rodheim v. d. H. Dem Gefreiten Karl Eberhard, bei einer Funkerabteilung im Westen, Sohn des Landwirts Heinrich Eberhard, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Herzlichen Glückwunsch! Ans der Heimat. Oelschlagscheine. Die Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft Friedbcrg bittet uns, der Oeffentlichkeit bekannt zu geben, daß infolge eines in böswilliger Absicht verbreiteten Gerüchtes als würden Oeffchlag. und Oelbezugsscheine nicht mehr ausgestellt, eine große Beunruhigung unter die Anbauer von Oel- früchten getragen worden fft. Es wird ersucht, diesen haltlosen und durch nichts begründeten Schwatzereien keinen Glauben zu- zumesien. Die eingereichten Schlagscheine werden wie bisher, sobald deren Richtigkeit festgestellt ist, der Reihenfolge nach durch die oben genannte Stelle abgefertigt. sr. Hanau, 28. August. Auf dem Wagen des Landwirts Stieb aus Somborn fand die Polizei in Kisten und Säcken untevgebracht das Fleisch zweier Rinder, sowie ein geschlachtetes noch ungehautetes Kalb. Das Fleisch sollte nach Offenbach gebracht werden, es stammte aus einer Eeheimschlachtung in Somborn. Aus Starkenburg. FC. Erstz-Eeran, 28. August. Die Arbeiterin Creszentia Frohnwieser war mit einem französischen Kriegsgefangenen in Rüsielsheim beschäftigt. Es entspann sich zwischen beiden ein Liebesverhältnis, das nicht ohne Folgen blieb. Sie erhielt von dem hiesigen Schöffengericht eine Gefängnisstrafe von einem oder zu Grunde gehen, wenngleich es an derartigen Be- Häuptlingen nicht fehlen wird. Einige ganz geringe Ausnahmen werden und können vielleicht Vorkommen, sie können aber dann nur die Regel bestätigen, daß alles, was cm kv. und feldverwendungsfährg auf Büros usw. noch steckt, an die Front gehört. Tie Prüfungs-Ergebnisse seitens der Kriegs- umtsftellen, Kriegswirtscknftsämtern und der Rekla- nrationsabteilungen bei dem stellvertretenden Generalkommando sind revisionsbedürftig, weil diese Stellen durch die zivilen Organe nicht hinreichend nach dieser Richtung hin unterstützt werden. Es muß eine völlige Abkehr, auch der zivilen Behörden und Betriebsleiter von der Aufsaussung, daß kv.-Personen reklamiert werden können, erfolgen. Die Unzufriedenheit, über die bisherigen diesbezüglichen Zustände ist allgemein. Sie werden besonders im Heer als schreiende Ungerechtigkeit und Driickebergerei empfunden. Durch die Einstellung dieser fronttauglichen Reklamierten und Zurückaeftellten werden noch Armeen hervorgezaubert werden kömnrn und die Schar der Flaumacher und derjenigen. die Frieden unter jeder Bedingung haben möchten, wird sich wesentlich verringern, denn gerade unter den Reklamierten sind di eie besonders viel anzutreffen, da ste immer unter der jämmerlichen Befürchtung leben, bei noch langer Dauer des Krieges doch noch eingestellt zu werden. Es muß endlich energifch durchgegrrffen werden. Der unbedingt nötige Frontersatz muß und kann bereit gestellt werden, der Monat uno 3 Tagen. FC. Dieburg, 2S. August. Wahrend eines Gewitters schlug der Blitz in das hiesige Elektrizitätswerk. Mehrere Sicherungen wurden nur beschädigt, sodaß im Betriebe keine Unterbrechung eintrat. Aus Rheiuhcffen. FC. Mainz, 29. August. Der Anhängewagen der Elektrischen erfaßte an der Ecke Augustiner- und Strickergaffe einen einspännigen Kastenwagen und schleifte ihn eine Strecke weit'mit. Als die Elektrische zum stehen kam, wurde festgestellt, daß zwischen dem Kastenwagen und dem Anhängewagen ein etwa achtjähriger Junge sich befand, der zermalmt und tot war. Wie de-r Junge zwischen die Elektrische und das Fuhrwerk geraten konnte, ist bis jetzt nicht festgestellt worden. — In einem hiesigen Zigarrenbetrieb wurden feit geraumer Zeit größere Mengen Zigarren im Werte von mehreren tausend Mark gestohlen. Drei Arbeiterinnen in dem Betriebe wurden jetzt der Diebstähle überführt. Eine Wirtin in der Schottstraße war die Abnehmerin der Zigarren. Alle vier kamen in Untersuchungshaft. FC. Oppetzheim, 29. Aug. Die Leiche des beim Baden ertrunkenen 18 jährigen Kork Wolpert von hier wurde ge-- ländet. — Infolge Betriebsstörung im hiesigen Elektrizitätswerk war vorgestern die Stadt ohne Licht und Kraftstrom, sodaß die dem Werke angesckrloffenen gewerblichen Betriebe still liegen niußten. Am nächsten Vormittag war die Störung erst beseitigt. Ans Hessen.Naffau. Homburg v. d. H., 30. August. Kaiser'Wilhelm und der König von Bulgarien trafen gestern auf dem hiesigen königlichen Schloß ein, wo sie den Tee einnahmen Nach Besichtigung der Erlöserkirche fuhren die Herrschaften nach Wilhelmshöhe resp. Nauheim zurück. FC. Wiesbaden, 29. August. Einem französischen Kriegsgefangenen hatte die Stepperin Lina Rodigast in der Mauri- tiusstraße vor einiger Zeit Stachelbeeren zugesteckt und sich noch weiter in Aergernis erregender Weise mit dem Gefangenen unterhalten. Die Schöffen erkannten gegen die Stepperin auk eine Geldstrafe von 30 Mark. FC. Vom Westerwald, 29. August. Nach kurzem, schweren Leiden starb im 5L Lebensjahre Bürgermeister Klarier in Mo- gendorf bei Selters, der nahezu 23 Jahre der Gemeinde vorge- standen. FC. Marburg, 29. August. Bei einem Gewitter fuhr ein kalter Schlag in das Haus eines Landwirts in Hermershausen' und richtete lediglich in den Schranken, in denen Kleider aufbe- wahrt waren, Schaden an. Kirchliche Pachrichten. ' f Evangelische Gemeinde. 14. Sonntag nach Trin., 1. Septenrber 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Abends 8% Uhr: Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst in der Burgkirche. Vormittags 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer D i e h l. Nachmittags 2 Uhr: Katechismuslehre für die weibliche Jugend. Herr Pfarrer Ritter. Nachm. 3 Uhr: Taubstummengottesdienst. Herr Pfarrer D i e h l. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vormittags 10, Uhr. Anschließend Katechismus lehre für die Mädchen. • Katholische Gemeinde Sonntag, den 1. September 1918. Hl. Firmung. Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an. 6 Uhr Frühmesse. 7 Uhr Bischöfliche hl. Meffe (Gemeinsame hl. Kam nrunion der Firmlinge"». 8 Uhr hl. Meffe. 4/ a 10 Uhr: Feierliches Hochamt mit Segen und Predig» des Hochwürdigsten Herrn Bischofs. Nachmittags %4 Uhr Andacht mit Predigt des Hochw. Herrn Bischofs. Während der Woche: Um %7 und 7 Uhr hl. Meffe. Mittwoch um 7 Uhr bl. Messe in der St. Georgskapelle. Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht. Nach dem Hochamt keine Alls gäbe von Büchern aus der Dorromäus-Bücherei. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: ffir den Anzeigenteil: R. H e v n e r. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A- G.. Friedbera r * Kekamrtmachmrg. Nächsten Montag, den 2. Sept., verteilen wir in der alten Post durch die hiesigen Kolonialwarenhändler Käse* Zeiteinteilung wie bei der Butterverteilung. Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeichnete Person werden 20 Gramm zu 22 Pfennig verabfolgt. Friedber,, den 30. August 1918. Der Bürgermeiste, I. V.: Damm. Kekanutmachuug. Von nächsten Montag, den 2. September ab, verkaufen wir ln den hiesigen Koloniaiwarengeschäften M ar ist els&t 1 ©* Auf jeden Abschnitt „ 12 a“ der Brotkarte wrd % Pfund z» 46 Pstnnrg abgegeben. Fnedberg, den 30. August 1918. Der Bürgermeister 1. V.: Damm. ZrKaurrtmachm'-K. G"mäß § 5 der Bekanntmachung über die Verbrauchsregelung der in die öffentliche Bewirtschaftung genommenen Nährmittel vom 23 Mär^ 1917 wird für die Stadt Friedberg folgendes bestimmt: Es sollen ausgegeben werden: L für bro getreioeverjorgungsberechtigte Kinder bis zu 12 Zähren (rote Karten) auf Nährmittelkarte 9 (rot) Marke 49 Erbsen. L für die übrige vefforgungsberechtigte Bevölkerung (blaue Karten) auf Nährmittelkarte C (blau) Marke 58 Erbsen. Wer die auf ihn entfallende Ware — die genaue Menge wird später festgesetzt — zu beziehen wün cht, hat unter Vortage seiner Karre bei einem hiesigen Kleinhändler bis zum 4. September eine Bestellung aufzugeben. Dabei ist darauf zu achten, daß der Kleinhändler nur die betreffene Bestellmarke abtreuut und auf der gleich- ziffrigen Quittungs- und Bezngsmarke die Bestellung bestätigt. Wer'die vorgesehene Frist für die Bestellung nicht einhält, vertiert den Anspruch auf die thm zustehende Ware. Die Kleinhandelsgeschäste haben die Bestellmarken auf die in Betracht kommenden Bestellbogen getrennt auszukleben und an dem dem Abtauf der Bestellfrist folgenden Werktage, also am 5. September an uns einzusenden. Nichteinhaltung dieser Frist zieht den Ausschluß des betreffenden Kleinhandersgeschäftes von der Beteiligung an dem Vertreib der Nährmittel nach sich. Frtedberg, den 30. August 1913. Der Bürgermeister 2. V.: Dam m. Keiraimtmachmrg. Nächsten Dienstag, den 3. Sept., nachmittags von 3 bis 4 Uhr, verteilen wir in der alten Post, Zimmer Nr. 2, an Kranke Land-Eier. Gegen Vorlage der kreisamtlichen Bescheinigungen, auf Eicr- karten rot, Marke 4, wird 1 Ei zu 32 Pfennig veiabfotgi. Eierkarten und kretsamtkiche Bescheinigungen sind vorzulegen. Eierkarlen ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug: einzeln abgetrennte Marten sind wertlos. Friedberg, den 30. August 1918. Der Vürgermeister. _ 2. V.: Dam in. Kebanntmachmig. Am 31. August 1918 ist eine „Nachtragsbekannt- machung Nr. W.' M. 1000/8. 18. K. N. A. zu der Bekanntmachung Nr. W. M. 1000/11. 15. K. R. A. vom 1. Februar 1916, betreffend Beschlagnahme und Vestanos- erhebung von Web-, Wirk- und Strickwaren", und eine „Nachtragsbekanntmachung Nr. W. /VI. 1300/8. 18. K. R. A. zu der Bekanntmachung Nr. W. M. 1300/12. 15. K. R. A. vom 1. Februar 1916, betreffend Beschlagnahme und Bestandserhebung von Vekleidungs- und Ausrüstungsstücken sür Heer, Marine, und Feldpost" erlassen worden. Der Wortlaut der beiden Nachtragsbekanntmachungen ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. _Steil» . CtsmlkWNm Ls 18. AmttksO. Betr.: Impfung der Schweine gegen Rotlauf. Bekanntmachung Ich bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß am Montag, den 2. September d. 2s., mit dem Impfen der Schweine gegen Rotlauf in hiesiger Stadt begonnen wird. Die Besitzer der Tiere werden ersucht, darauf zu sehen, daß sich dieselben in möglichst reinem Zustande befinden. Fnedberg. den 31. August 1918. Der Bürgermeister 2. V.: D a m m. Einkochapparate, Einkochgläser, Gummi-Ringe (lose). Einkochglasöffner zu billigen Preisen noch zu haben bei Willi. Lohrey Nieder-Florstadt. Sanaiag, den 1 September 1918, ml Mlreiiwelfifag m Ocrsasseaheim, spielt Köhlers Doppei-Karusss Uw zahlreichen Besuch bittet Der Besitzer. IPiersIe-^f tiFlst i^rasikJiaH g.?3ai») auf dem Gelände gegenüber dem Ostbahnhof (Empfangsgebäude) Mittwoch, den 4. September 1918. Ein Gespann junge, im Wagen und im Pflug gut eingejahrene Simmentaler Ochsen mit aller Garantie zu verkaufen. Hermann Ostheim II. Gettenau. Für un eieri m der , ... Stmße errichteten Betr»^ nötigen wir u. letaädcliea zum baldigen Eintritt gesucht. ciemLnkns Stern, ^riedberg, gegenüb. d. Engelapotheke. sowie I m 8 «cht» für leichte Arbeit. Zu melden Fauerbacherstr. 7.1. täglich von 12 bis 2 Uhr mittags I. Reif & Go., FrieLdcrz. Branntweinbrennerei. in braves »M für 1v>. September sucht Frau Tina Schmittner. Friedderg, Apothekergaffe. Statt Harten« Die Verlobung unserer Tochter Else mit dem Landwirt Herrn Karl Gabel beehren wir uns ergebenst anzuzeigen. Ökonomierat Hensel u. Frau geb. Garnier Dortelweil (Oberhessen), Meine Verlobung mit Fraulein Else Hensel beehre ich mich ergebenst anzuzeigen. Karl Gabel Tabak z. Zt. Im Felde. Schornsheim (Rheinhessen), im August 1918. iM.fiuHmanip\ neue Verbesserte \ pfeifen Mischung; Krknnntrnachnnli!^ . 2ch brin-e hiermit zur öffentlichen Kenntnis, dast auch für das Ernte/ühr 191 die Führung von Kar off IiüLtidmiisfarten vorge- Icbrie en ist. Die hiesigen Landwirte und sonni en Kartoffel-Erzeuger find verpflichtet, jeweils pünktlich am . onatsende die im Laufe des Monats geernte e Kartoffe - menge auf Zimmer 'J(r. 4 des Stadthauses an umelden. wofelist gleichzeitig auch die '-Nachweise über abgegebene Kartoffeln abzuliefern sind. Die Abgabe von Ka.toffeln darf nur au Aufkäufer des Komrr.unaioerbanses oder gegen v ezugfcheia oder Kartoffelkarten erfolgen. Friedberg, den 26. Aug. 1918 Der Bürgermeister. 2. V.: Dam m. Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Sannchen Wehrheim Karl Rullmann Rodheim v. d. H., den 2. September 1918. ähnlich im Aussehen. Geruch, G-^mack und Packung ist in der heutigen Zeit der Surrogate und des Ersatzes, die soviel Minderwertiges auf den Mark bringt, ist es besonders wissenswert. M. Euttmann's neue oerbefferte Pfeifenmischung kennen zu lernen. Jeder, der sie einmal probiert, wird ihr ständiger Freund. 43 jährige praktische Erfahrungen auf dem Gebieie der Nauch- tabakherstellung geben die beste Gewähr für die sachgemäße Herstellung. Besonders die längere Einwirkung einer starken konzentrierten Tabaklauge macht M. Euttmann's neue verbessette Pfeifenmischung wohlbekömmlich und mild und löst das von verwöhnten Pfeifenrauchern erwünschte Wohlbehagen aus. Der Preis konnte dank der Herstellung im größten Maßstabe äußerst niedrig bemessen weiden: für Mk. 1 05 erhält man in den einschlägigen Geschäften gegen Vorzeigung dieser An eige ein Pa et ui 100 Gramm. Wo nicht erhältlich, erfolgt Versand von 10 Paketen für Mt. 9.45. Wiederverkäuferzahlen für40Pakete Mk.33.—einschließl.allerSpeien. Versand erfolgt gegen Nachnahme. Bf. Guttmann, Berlin 0.27P.»i»iantatr.» Zum Tabakgroßhandel vom Königlichen Polizei-Präsidium in Berlin berechtigt. — Reise-Vertreter gesucht. mitTabaWauge stark durchsetzt L Die Versteigerung des der StadtFriedberg gehörigen Obstes wird an Ort und Stelle wie folgt vorgenommen: Mittwoch, den 4. Sept. 1918. von vormittags 8 U ir ab. von den Bäume,, in der Stadtge- markun'; Zusammenkunft am viereckigen Weiher. Donnerstag, den 5. Sept. 1918, von vormittags 8 Uhr ab, von den Bäumen in der elogemarkung' Zusammenkunft ander Ackerbauschule. Freitag, den 6. Sept. 1918, von vormittags 8 Uhr ab. von den Bäumen der Gemarkung des Stadtteils Fauerbach; Zusammenkunft am Frledberger Friedhof. Die Verstei erung erfolgt unter folgenden Bedingungen: L Es werden nur Selbstver- b rauch er, die in der Stadt Fiiedverg ihren dauernden Wo nsitz haben, zugelassen. 2. Die Obstmen^e, die der einzelne Verbraucher steigern da-s, beträgt f ir jedes ver- lorgungsberechO-ie Mitglied der Hausharnm z 2) Pfund. Mehr wie 4 Zentner dürfen ron dem einz lnen Verbraucher für den Verbrauch im Haushalt nicht ersteigert weroen. Ter Nachweis ist durch die Lebensmittelkarte zu führen. Auf der Lebens- mil elkane ist durch den Bram en. der dre Verweigerung vornimmt. zu bemerken, wel ' e lüien 'en der Verbraucher gesteigert hat. Alles in Zuwloerhandlung gegen diese Bestimmung gesteigertes Obst unterliegt der Einziehung und fällt an die Lanoesobjr,stelle. Tie Einziehung wird wirk um durch Zunellung des bei effenden SBe chlusses. Die Abnahme des Obstes er oigt für die Landen ooststells durch die Be; rlsge Passstellen der Land o -! stelle, bezw. durch deren Au k^u,er. 3. Es wird nur mit Mark auf- geoolen. Das Obst ist nach enol tem Zuschlag an Ort und Steile alsbald zu bezahlen, worauf gleich mit de.n Einernlen begonnen j werden kann. Friedberg, den 2. Sept. 1918 Der Bürgermeister 2. V.: D a m m. Wlhchllttßchmlllß der Gräflichen Gberfärstere! Arnsbnrq im Feldsteimer Wald bei Hungen, Dienstag, den 3. Sepie aber 1918 nach Zuiammenlunft 10 Uhr auf dem Antrieb im Hinterwald: JEiftien rm: 17 8 Kn üppel. 22 itfifrriiiiüppfl, 489 Reiser. j LAKZ-WEllT | J Grasmäsier mit Vorderwagen und Patent-Fingerbalken, J Heuwender, ErnterecSien, l Keltern, Qbsfmühlen, ■ : ganze KeliereeeinricEiintsgen, Jn allen Größen sofort ab Lager Lieh lieferbar. £ : Georg Schieferstein, Lieh \ Maschinenfabrik ■ Telefon Nr. 17. Sämaschinen „Sack Texele». ftiilsrüfta, Fkißkn. Inrtfii, fnrtif, Piiijel. nirgends besser, nirgends billiger wie bei Lm all.pojiam. 2. I r IV Telefon Nr. 45». Laaer am Nabe u 99 Zweisciiarpflüge, Wendepflüge, Universafpflüge, flekereggen, Kartoffelerntemaschinen, Düngerstreuer. Grasmäher mit Tielgc9Bnlttbalken für 1 und 2 Zugtiere. 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