Uitmmer 303 ßinselpreis LL . Freitag. deirNO. A ug-E 1918__11. Jahrgang Die „Peue Tageszeitnng" erschemt ieden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kaver aus Hessen", „Die Spinnstrrbe". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vierteliährlich ML 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld,' bei den Agenten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägeriohn. Anzeigen: Grundzeile 25 Psg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Poänachna n, e erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitung und Uerlag Friedberg (Hessen), yanaueräraße 12. Ferniprecher 48. Postjcheck.Eonto Rr. 4859. Amt Frankfurt a. M. Kchejchle jchiikre KWpie im Mm CttKlijche Angriffe südwestlich Arras und besonders starke franchstlch-amerikanischs Angriffe zwischen Ailette und Aisne. — Keine Erfolge, aber blutige Kerlnste der Feinde. 17V0V Tonnen versenkt. — Kindenbnrg kerngesund! .---— -- =: . — a Der deutsche Generalstab ———— meldet: =======« W. T. o. Kratzrs Kauplqnactier. Le» SS. Augnst Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rupprecht und B o e h n. Auf dem Cchlachifelde südöstlich von Arras brach am frühest borgen dicht südlich der Scarpe ein englischer Angriff im Feuer zusammen. Um Mittag nahm der Feind seine Durchbruchsversuche mit neuer Wucht wieder auf. Zwischen Scarpe und Sensee. Bach fetzte er fünfmal zum Angriff an. Pommersche und west- preußische Regimenter brachen auch gestern wieder den Ansturm des Feindes. Durch flankierendes Feuer ihrer Artillerie wirksam unterstützt, warfen sie jedesmal den Feind zurück. Boiry- Rotre Dame war Brennpunkt erbitterten Kampfes. Dreimal wurden die Trümmer des Ortes im Gegenstoß dem Feinde wieder enttiffen. Bei erneutem feindlichen Angriff am Abend blieb der Ort in Femdeshand. Der Hauptstoß des englischen Angriffs traf württembergifche Regimenter beiderseits der Straße Arras- Cambrai. Siebenmal stürntte der Feind vergeblich an. Panzerwagen fuhren auf und neben der Straße immer wieder von neuem heran; in tiefer Gliederung folgte die Infanterie. Cie blieb im Feuer unserer Maschinengewehre und in vorderster Linie auffahrender Geschütze liegen. Wo der Feind in unsere Stellung eindrang, warf ihn unser Gegenstoß wieder völlig zurück. Südlich von Croisittes und südöstlich von Mory wurden englische Angriffe abgewiesen. Cüdwefttich von Bapaume keine In- fanterietättgkeit. Auf der Stadt selbst lag schweres englisches Feuer. Bei den Kämpfen am 27. 8. um Thilloy tat sich das In. fanterie-Regiment Rr. 206 besonders hervor. Seine 9. Kompagnie hielt den Westrand des Ortes, obwohl sie durch feindlichen Einbruch nördlich von ihr im Rücken bedroht war. bis zur letzten Patrone und dann mit den: Bajonett. Aus selbständigem Entschluß kam ihr die 3. Kompagnie desselben Regiments zur Hilfe und warf den Feind aus dem Orte wieder heraus. Nördlich der Somme erneuerte der Feind am frühen Morgen feinen Angriff zwischen Flers und Turlu Bei Hardecourt drang er in nufere Linien ein. Im Gegenangriff warf ihn das Kaifer- Frang.-Garde-Grenadier-Regiment Nr. 2 unter Führung seines Kommandeurs, Major Otto, im Verein mit hessischen Kompagnien wieder zurück. Zwischen Somme und Oise blieben Vortruppen vor unseren neuen Stellungen in Gefcckttsfüblung mit dem Feinde, der am 27. 8. nur zögernd, gestern schärfer über Dompierre-Velloy-Nesle- Baulieu-^azov folate. Sie zwangen ihn mehrfach zu vertust, reichem Angriff und wick>en dam: aus. Südwestlich von Nonon griff der Feind nach stärkster Feuervorbereitung unsere alten Linien an: sie waren von uns nicht mehr besetzt. Noyon lag unter lckvmerl>em Feuer der Franzosen. Die Stadt liegt vor unserer Kampffront. Nördlich der Aisne nabin der Franzose unter Heranziehung von Amerikanern seinen Angriff wieder auf. Unter schweren Verluden wurden sie abgewiesen. Am Pasln-Kopf schlugen Kavallerie ^^'"'^'»nre^'^enttr ll'nkmaliaen Ansturm des Feindes zurück. Mehrere Panzerwagen wurden zerschossen. Der Erste Generalguartierweister: Lndendorff. Abendlier: !-l. Berlin» 29. August, abens. (WTB. Amtlich.) Südöstlich Arras haben sich am Nachmittage neue Kämpfe entwickelt. Vorfeldgefechte vor msteren neuen Linien: Oestlich Bapaume- Peronne, östlich Noyon. Infanteriekämpfe an der Ailette. Zwischen Ailette und Ancre sind besonders starke Angriffe von Franzosen und Amerikanern unter schwersten Verlusten für den Feind völlig gescheitert. Bisher sind mehr als 00 zerfchosiene Panzerwagen gemeldet worden. Der österreichische Generalstak ? ~ ■■■ meldet: —n=L Wien, 29. August. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird ^verlautbart: Italienischer 'Kriegsschauplatz: In den Iudicarten bei Vez- zecca und auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden Erkun. Lungsgefechte. Sonst nichts von Belang. Albanien: Zwischen Ianica und Vojusa sowie im Südteil des Tomor-Gebirges nahm der Feind erneut Stellung. Drr Chef dcs GencralstabeS. Der bulgarische Generaistak meldet: :=^=== Sofia, 26. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Von Huma bis zum Wardar hält das heftige feindliche Feuer an. Unsere Artillerie erwiderte lebhaft. Englische Abteilungen griffen nach Artillerievorbereitung unsere vorgeschobenen Posten bei Altschakmahle. südlich von Schovo, an. Sie wurden durch Feuer zersprengt, bevor sie unsere Drahthin- dernisie erreichen konnten. Oestlich des Wardar dauern die beiderseitigen Feuerüberfälle an. Südlich von Doiran vertrieben unsere Posten eine englische Infanterieabteilung, die an unsere Gräben heranzukommen suchte. Sofia» 27. August. (WB. Nichtamtlich.) Eeneralstabs- bericht. Westlich Bitolia versuchte:: feindliche Sturmtruppen nach Artillerievorbereitung sich einem unserer vorgeschobenen Posten zu nähern, wurden aber durch Feuer zersprengt. Südlich Huma und Cewgheli hielt das heftige Artilleriefeuer des Feindes mit wachsender Stärke an. Unsere Artillerie beschoß die feindlichen Bereitstellungen und fetzte ein Munitionslager beim Dorfe Mayadag in Brand. Im Vorgelände nördlich des Ta- hinos-Sees fanden Patrouillen-Zufammenstöße statt, in deren Verlauf unsere Erkundungstruppen griechische Gefangene machten. Oestlich Valandoro warf ein feindliches Geschwader Bomben auf unsere Militärlazarette, obwohl diese ganz sichtbar waren und die üblichen Abzeichen trugen. Das türkische Hauptquartier meldet: .■... ; die dkntjlhen Zlhiffe. Kostbare H-Kootbertte. Haag. 28. August. Hollandsch Nieuwsbureau meldet aus Montreal: Der Tankdampfer „Lake Manitoda" (967 Tonnen) ist verbrannt. Seine Ladung, die aus Pettoleum bestand, hatte einen Wctt von 800 000 Pfund Sterling. Eine neue errgttjche Ilotzeit. . Molff berichtet: Am 9. August, mittags 12 Uhr. find fünf ' ffeine belgische Fischerboote aus Heyst, die dicht unter der Küste ihre Netze ausgelegt hatten, von zwei englischen Flugzeugen ' aus 100 Meter Höhe mit Bomben und Maschinengewehren angegriffen worden. Die Fischer gaben vor der Ortsbehörde ihrer Entrüstung über dies Verfahren wehrlosen Zivilpersonen gegen- über Ausdruck. Die Fisckerbevölkerung, die durch Beschleunig und Bombenabwurf bereits oft Verluste in ihren Familien er- litten hat. wird durch diese rohen Angriffe gehindert, ihrem Er- ! werb nachzugehen und ihre Laicksleute mit Nahrungsmitteln zu versehen. j Tev Kaiser in Kanhrim. . Berlin, 29. Aug. (WB. Amtlich.) Der Kaiser traf heute in Nauheim zum Besuch beim König Ferdinand von Dufe QtHien ein, Kindenbnrg kerngesund. $etltn, 28. Aug. (WB. Amtlich.) Aus ein Telegramm, das die Vaterlandspartei in Reichenberg i. Vogtl. an den Generalfeldmarschall v. Hindenburg richtete mit der Bitte um ein Lebenszeichen, um Gerüchten über den Gesundheitszustand des Feldmarschalls entgegentreten zu können, antwortete Hindenburg: „Bm Gott sei Dank kerngesund und feh« der Zukunft getrost entgegen." Spaniens Ueuir litat. Dis französische Presse veröffentlicht die widerspruchsvollsten Nachrichten aus Spanien. Gegenüber der Mitteilung der spanische.! Zeitung „El Sol", daß Dato die Antwort der deutschen Nogierung erhalten habe, erklärte Dato selbst, daß die Antwort der deutschen Negierung auf die spanische Note noch nicht eingegangen sei. Die Unterredung des deutschen Botschafters, Prinz von Natibor, der von San Sebasttan aus im Automobil nach Santander gereist war, mit dem König, hat hingegen wirklich stattgefunden. Der deutsche Botschafter hatte bei seiner Ankunft um eine soforttge Audienz nachgesucht. Der König hat eine Iag>d abgesagt, um den Botschafter zu empfangen. Aus Barcelona wird eine große Kundgebung für die unbedingte Aufrechterhaltung der spanischen Ne- olität gemeldet. Kundgeber durchzogen die Strafen. An der Spitze des Zuges wurde ein großes Plakat mit der Inschrift: Es'lebe die spanische Neutralität!" getragen. Die Beziehungen zu Deutschland. Bern. 28. August. (WB.) Dem „Mattn" zufolge erklärte Dato, daß der nächste Ministerrat nach dem 1. September statt- fniden werde. „Journal" zitiert „Jmparcial", in welchem Ro- manones erklärte, es handle sich nicht um ein Eingreifen Cpa. niens in den Krieg, noch um den Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland, sondern lediglich darum, von Deutschland Garantien sn erhalten, daß die spanische Flagge und die von der Negierung regnirierten Schiffe geachtet würden, also lediglich um Anerkennung der spanischen Rechte auf JSSSHÜ beS Seeverkehrs durch Deutschland. „Journal des £>cbats betont ausdrücklich. Frankreich verlange kein Eingreifen Spaniens in den Krieg, sondern lediglich die Aufrechterhaltung der Ordnung in Spanien. „Homme Libre" ftagt sich, was Spanien bei Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Deutschland zu verlieren hätte. Man könne nicht einschen, inwiefern Spanien darunter zu leiden hätte. Generalstreik in Sevilla. Karlsruhe, 29. August. Aus Madrid melden englische Zeitungen, daß in Spanien die Streiks immer größeren Umfang an. nehmen und als schr ernst bezeichnet werden. In Sevilla wurde wegen des Generalstreiks Militär aufgeboten. Es kam zu schweren Zusammenstößen. Die Straßenbahn fährt nicht mehr. Das industrielle Leben stockt, ebenso in Barcelona. Die Lebensmit- telschwtenske.ren steigern sich in allen Städten. V Peinliche» Erstaunen hat in Deutschland dte Erklärung des Ministerpräsidenten Maura hervorgerufen, daß Spanien mit dem Gedanken umgeht, sich für die durch den U-Doottrieg versenkten spanischen Schiffe an dem in spanischen Häfen liegenden deutschen Schiffsraum schadlos ju halten. Spanien hat wäh. rend des Krieges, das muß zugegeben werden, eine im ganzen einwandfreie neutrale Haltung betätigt und den Treibereien des Dielverbandes mehrfach einen Riegel vorgeschoben. Das spanische Spionagegesetz richtete sich in erster Linie gegen die heimliche Wühlarbeit der Agenten des Dielverbandes, die da ansetzten, wo die friedlichen Werbungsversuche des Präsidenten Poincarv im Jahre 1913 aufhörten. Norchcliffe selber hielt es der Miihe für wert, Spanien mit seinem Besuch zu beehren und er fand in Madrid und Barcelona anrüchige Ehrenmänner genug, wie Alvarez, Zglesias und Lerrux, bei denen er mit seinen „Pfunden" wuchern konnte. Die Folgen zeigten sich denn auch in den etwas gewaltsamen Bewegungen, mit denen König Alfons gezwungen werden sollte, den vielverbandsfteundlichen Ro- manones wieder zum Ministerpräsidenten zu machen. Das ge. lang ebenso wenig, wie die Mehrheit der spanischen Bevölkerung davon zu überzeugen, daß Englands Sieg über Deutschland ein Gewinn für Spanien wäre. Dazu sitzt den Spaniern der englische Pfahl Gibraltar zu schmerzhaft im Fleische. Und so schr der Vielverband, neuerdings auch mtt amerikanischem Eelde, das spanische Brachland pflügte, ob Dato oder Maura Ministerpräsident war, immer bemüht sich Spanien, eine einwandfreie politische Haltung einzunehmen. Auch jetzt noch erklärt Ministerpräsident Maura. daß das sein Bestreben sei, aber die Absicht, die deutschen Schiffe in spanischen Dienst zu stellen, läßt sich mit diesem Bestreben nicht vereinigen. Gewiß mag es für Spanien schmerzlich sein, 20 v. H. feiner Handelsflotte als Verlust infolge des deutschen U-Vootkrieges buchen zu müssen, allein^ das ist nicht Deutschlands Schuld. Bei dem Stande der Kriegführung, den England veranlaßt hat, kann Deutschland auf die Unterwasterwaffe nicht verzichten und muß, innerhalb des Sperrgebietes, von ihr ohne besondere Warnung Gebrauch machen. Werden aber außerhalb des Sperrgebietes Schiffe betroffen, die Bannwaren führen, so ist Schiff und Ladung gleichfalls verfallen. Und England hat es dazu gebracht, daß die Neutralen fast kein Schiff mehr befrachten können, ohne daß die Fracht unter den Begriff der Bannware käme. Ob also spanische Schiffe von Kriegsfahrzeugen der Mittel, machte versenkt oder seitens des Vielverbandes aufgebracht werden, kommt letzten Endes auf das Gleiche hinaus. Aber gerade weil es so ist, drängt fick) die peinliche Anschauung auf, als ob Spanien unter dem Eindruck der anscheinend gerade in diesen Wochen schwankenden Wage des Landkrieges im Westen versuchen wolle, inwieweit die Mittelmächte noch an sich selber glauben. Die Aufnahme, die die spanische Erklärung in Berlin gefunden hat, hat jedenfalls Herrn Maura belehrt, daß die Mittelmächte noch in keiner Weife die Anwartschaft auf den Endsieg aufgegeben haben und daß Deuffchland. bei allem Der- ständnis der Lage Spaniens und allem Mttgefühl. aller Teil- ncchme der spanischen Belange in bezug auf' Schiffsraum und Leben feiner Bürger, nicht zulasten kann, daß es Handlungen vornimmt. die Deutschland in demselben Maße zu schädigen geeignet sind, wie sie dem Vielverbande nützen müsten. Daß dcnnit Spanien zugleich den ersten Schritt in der Nachfolge Griechenlands täte, ist jedenfalls auch dem Ministerpräsidenten Maura klar und so ist im Hinblick auf die bisherige Haltung Spaniens zu hoffen, daß Herrn Maura die unmißverständliche Antwort Deutschlands nicht gerade unangenehm war. Spanien mag daraus ersehen, daß Deutschland nicht auszuschalten ist, und dies Gefühl wird schließlich auch in Spanien eine gewiste Beruhigung auslvsen können. Erfteulicherweise wisten ja denn auch schon Meldungen, die aus Madrid und Genf kommen, zu besagen, daß Maura neue Erklärungen abgegeben habe, die eine Vechändigung ermöglichen. Daß das in Paris Mißmut auslost, ist verständlich, um so mehr, als die überwiegende Mehr, hert des spanischen Volkes gewillt ist. mit Deuffchland in Freundest zu leben und noch immer die Anschauung vertritt, die ausdrMie^ *** in ber Schrift „Der Sieg Deutschlands" „Der Sieg der Entente ist für. Spanien schädlich, weil er der Sieg seiner natürlichen Feinde wäre. Frankreichs Sieg wäre der Sieg der geistigen Fäulnis, der Korruption, der für Schwindler gedachten Politik. Englands Sieg wäre der Sieg des wildesten Egoismus. Deutschlands Sieg wäre der Sieg der großen Prinzipien, die die Menschheit verebrungswürdig machen: Gott, Vaterland, König. Arbeit, Ehre, Familie." Solche Ansichten habep feit 1914 ganz erheblich an Anhänger rchaft gewonnen, denn Frankreichs Marokkopolitik ist auch wahrend des Stiiegts nicht d-ravs zuMchnitten wort>m, die not,^ Rücksicht auf Spanien walten zu lassen. Und in bezug aus Klbrnltar hat ja auch Herr Maura mit Erfolg an den nationalen Willen des spanischen Bottes appelliert. Deutschlands ^iitereffcn laulen den spanischen nicht zuwider, und selbst da wo Deutschland Erund hätte, Protest zu erheben, wie in der Versorgung des Bielverbandes mit spanischen Erzen, unterblieb er mit Rücksicht aus Spaniens Bedrängnis. Nach alledem -ft anzunehmem doh der Lärm um Spanien weniger von dem Lande König Alfons selbst ausgeht, als dast er von den Ag-n- -n des Di-lv-rbandes stammt, die das gute Einvernehmen zwischen Spanien und Deutschland zerreiben möchten, die e- nur fäme'" 1 * 1 " Sle9 * Deutschlands zu verwirklichen in die Lage Tripoliranien erobert, sodaß den Italienern nur mehr N? befestigten Hafenplätze Tripolis, Homs, Misrata, Bengha': und Derna verblieben. Prinz Osman Fuad leitet die Operationen gegen die Italiener und setzt die wirtschaftlich.: und politische Organisation, die Enver Pascha begonnen hv fort. So haben die modernen Osmanen sich als mürdi Nachfolger ihrer bewunderswerten Altvordern erwiesen ... gleiche Tüchtigkeit sowohl im Gebrauch des Schwertes c. LlUch in der Einrichtung der Verlvaltung gezeigt. Die ommhflnifffjf!! GeidbeAen. Kristiania, 26. August. Bemerkenswerte Enthüllungen üb? die amerikanischen Jndustriebarone bringt „Socialdemokrater." vom 9. August: Don dem Profit, den die großen amerikanisch Gesellschaften und reichen Leute schlucken, erhält man eine Vo: stellung. wenn man den Bericht der Hanidelskommission liest, wc cher möglichste Erweiterung und Verschärfung der Besteuern,-., der Kriegsgewinne Ordert. Dort werden eine Anzahl äußer', lehrreicher Veifpiefe "angeführt, wie die Reichen sich ungehinder auf Kosten der großen Mehrheit des Volkes mästen dürfen In der Fleischindustrie zum Beispiel sind unerhörte (Sk winne zutage gekommen. Fünf der großen Schläckter nämlich Armour, Swift, Morris, Wilson und Cudahy und die Firmer., die mst ihnen in Verbindung stehen, haben eine monopolistisch. Kontrolle über die Fleischindustrie und arbeiten daran, eim gleiche Kontrolle über andere Produkte zu gewinnen. Auf dfe Gesetze wird überhaupt keine Rücksicht genommen. Vier diese: Firmen konnten 1916, 1916 und 1917 140 Millionen Dollar afe reinen Verdienst in die Tasche stecken. Cie haben die Verbraucher schonungslos ausgesogen. Was im übrigen die Gewinne der großen Schlächter anlangt. so dürfte die Mitteilung genügen, bemerkt die Kommission, daß die Dividende um 400 v. H. gestiegen ist oder zweieinhalbmal so schnell wie der Umsatz in der gleichen Zeit, während die Unkosten während des Krieges mrs um 15 v. H. gestiegen sind. Wetter wird mttgeteilt, daß die Nettoeinnahme des Stahl- trusts 1912 77 Millionen Dollar bettug, während sie im Jahre 1917 auf nicht weniger als 478 Millionen stieg. Ebenfalls die Mühleninduftrie hat natürlich glänzende Zetten. Während der Mehlpreis tabellifiert ist durch Festsetzung eines Preises für Weizen und eines Höchstnerdienstes an Mehl, geht aus dem Bericht hervor, daß der Verdienst von durchschntttlich 12 v. H. des investierten Kapitals für die vier Jahre, die mit dem 30. Juni 1916 endeten, auf fast 38 v. H. in dem Jahre stieg. das am 30. Juni 1917 endete. Dieser Verdienst wttd als unerhört bezeichnet. In fast allen Industrien, mit denen sich der Bericht beschäftigt, wird der Verdienst der letzten Jahre als ungewöhnlich groß bezeichnet. (Der Idealismus, um destentwillen die Amerikaner m den Krieg gezogen fein wollen, scheint sich alsa recht gut bezahlt zu machen. D. Red.) KmßSßkwinnc nowfgüchkr Mn. Noch immer kann man van den Norwegern sagen, daß ihnen während des Krieges alle Dinge zum besten dienen. Zwar for. dcrt der U-Boottrieg seine Opfer von der norwegischen Han. delsflotte, aber die Nachteile u?id Gefahren liegen wohl dabei völlig einseitig auf Seiten der bedauernswerten Seeleute, wäh. rend die Reeder beiden von ihnen gebrachten „Opfern" recht gut stehen. Die Tonnage ist der Wertgegenstand geworden, der sich bester als alle anderen zum Jobbern eignet. Die Schiffs, raumbesitz^r und ihre Eeldmänner. auch die kleinen Spekulanten in Schi'wbrtsaktien, können daher von Triumph zu Triumph schreiten. Außer den indiskreten Kurszetteln weiß auch das statistische .Jahrbuch und die Liste der mit Kriegsgewinnsteuer Belegten einiges zu erzählen. Der Verdienst an den Frachten, der 1914 nur 211 Millionen betrug, stieg bis 1916 auf 1,062 Millio. nen Kronen, also um rund 400 v. H.! Das ist selbst für norwegische Verhaltniste ganz respektabel. Daraus läßt sich auch die giftgeschwollene Stimmung ge- wister Norweger gegen Deutschland erklären. Der U-Voot-Krieg schmälert ihren Verdienst und dadurch werden diese Herrschaften rn ihren heiligsten Gefühlen bedroht. ftriplitamen unter Milchn Hmlihaft. Wien, 28 Aug. (WB.)' Meldung des k. u. k. Korrespondenz-Bureaus. Die Blätter berichten aus Konstantinopel Einer der wenigen Kriegsschauplätze, von denen man nach außen wemg odei uichts gehört hat, ist Nordafrika und doch lohnt es der Mühe, das, was die Türken dort aus mili- turrschem Gebiet geleistet haben, einer besonderen Darstellung zu würdigen. Denn sie haben während des Weltkrieges ganz Prophetrnmorte eines Kramofen. Die „Neuen Zürcher Nachrichten" bringen folgende Worte des französischen Ala>'mikers Friedrich Maston. ' die er im ^ahre 1906 in seiner Einleitung zu Vmrd VII von „Napoleon und seine Familie" u. a. S. 13 geschrieben hat, in Erimrerung: „So steht er (Vonaparte) auf der Seite Frankreichs allein; an der Spitze der Engländer jedoch, die alle von der nämlichen Leidenschaft hingeristen, alle demselben Ziele zustreben, gettagen von der vereinten, geschlossenen Kraft ihrer Traditionen, In. teressen, Widerwilligkeiten, ehrgeizigen Beweggründen uird Haß- gefllhlen, sehen wie eine unvevantwortttche Oligarchie, die, unter der Etikette eines geisteskranken Königs und eines verachtenden Regenten herrschend, nur einen Plan denkt, will und durch, führt, einen Plan, den die ganze Nation — soweit sie in Betracht kommt, soweit sie das legale Land ist — hegt und die sich weder durch die feindlichen Vorschläge der Franzosen, die Leiden der englischen Bevölkerung, erlittene Mißerfolge, noch ungeheure Opfer zurückhalten läßt, sondern um ihn zu erreichen, alle Hilfsquellen, den gesamteii Kredit und die ganze Zukunft der Königreichs einseht. Alle Bedenken des Eewistens sind ihr fremd, sie besoldet gleichermaßen Salnt-Rejeant und Cadondal wie Oesterreich und Preußen, erdrostelt in Petersburg, bom. bordiert Kopenhagen, legt Feuer in Voulogne, bietet die spa^ Nischen Banditen, die bourbonischen Prinzen, preußische Majore» Höllenmaschinen, Kanonen und Mester auf. errichtet einen Ge. wistensmarkt und bezahlt am offenen Schalter den Verrat, kehrt alle Intriganten: Dumouriez wie Pozzo, Rivolre wie Kolli, Pichogru und Sarrazin zusammen und kauft, nur teurer als die Einzel ne »r, Kabinette und Höfe, wo sie ihre Brandstifter hält, predigt den Widerstand, organisiert dn Angriff und wirft ein Volk nach dem andern diesem elenden Bonaparte entgegen" . J beite 22 und 24/28' „Früh oder spät wird aus irgend' eurem Grunde an einem Punkt der Welt ein Konflikt ansbrechen. In diesem Konflikt wird England Japan zum Verbündeten haben, dessen Interessen dermalen den seinigen nicht widersprechen, und dem es als Einflußsphäre den Stillen Ozean abtreten kann, sich den Indischen vorbehaltend ... In diesem harten Kampf hat Frankreich ersichtlich Alles zu befürchten und Nichts zu gewinnen . . . greift es abermals für England zum Schwert, so setzt es seine nationale Unabhängigkeit aufs Spiel. Wenn in 20 bis 30 Jahren die Zerftützelung des britischen Reichs nicht vollzogen ist, so kann sie nicht mehr von Europäern herbeigefiihrt werden. Indem England das japanische Bündnis sogar winziaei- ^-^ereffen wegen gesucht hat, hat es bewiesen, daß es mar einer europäischen Nation, die ihm zu Willen wäre, ohne Zögern die gelbe Raffe seinen Krieg besorgen laffen würde. Ehe 20 Jahre um find, wird China von Japan militarisiert fein. Angenommen, es setze sich von den Ufern des Stillen Ozeans aus eine Menschenwoge in Bewegung, stürze auf das durch eine, wohl minder spontan als man denkt entstandene, Anarchie zur Ohnmacht verurteilte Rußland; angenommen, sie wälze sich über dieses Hindernis weg, oder reiße es als Sturmbock mit sich, wie bei' Ueberschwemmungen die Waffer Balken von den zerstörten Dämmen, und treffe dann auf Deutschland, wer kann den Ausgang einer solchen Schlacht Vorhersagen? Wenn Attila auf den katalaunischen Feldern unterlag, infolge, welcher Zufälligkeiten und welcher Einigkeit ist es geschehen! Heute fände er die Engländer dort, bereit ihm mit Spionen und Waffen beizuspringen." Wie nun? Appellieren wir vom kriegsbefangenen Maffon von heute cm den objektiven der Friedenszeit, oder von diesem an jenen? Eine Stimme am btm Volke. In der „Bayr. Landesztg* macht ein Konsument seinem Leguälten Herzen folgendermaßen Luft' Die Bezeichnung „Krregswucheramt" ist an und für sich zweifelhaft; es ist aus dem Titel nicht zu ersehen, ob dieses In- I stitut den Krieaswucher bekämpfen oder fördern soll. Jedenfalls will man das elftere und erreicht das letztere. Nachdem, wie unbestritten feststeht, die Bewohner der Städte mit den ihnen durch die Karte zugewiesenen Lebensmitteln ihr Leben nicht fristen können, so werden die Leute dadurch, daß man ihnen das Wenige abnimmt, was sie von ihren Angehörigen erhallen sollen und was sich diese oft selbst vom Mund abgespart haben, den Kriegswucherern crus geliefert. Ich muß z. B. hier (Mülheim), wenn ich und meine Familie nicht elend darben wollen, Butter das Pfund für 30 Mk. kaufen; mein Vater muß es für 1,90 Mark rrbgeben. So wie es mir geht, geht es allen anderen. Durch die scharfen Besch lagn ahmebest im mungen der Bayr. Behörden, insbesondere der Anordnung betr. Oeffnen der Postpakete wird das Volk in seinem Rechtsempffnden und Pietätsgefühlen empfindlich verletzt, die Verbitterung ins grenzenlose gesteigert und der Radikalismus gefördert. Was wird mit dieser rücksichtslosen Beschlagnahme praktisch erreicht? Den Leuten wird es unmöglich gemacht, sich ein Postpaketchen schicken zu laffen, die Rot zwingt sie, Schleichwege einzuschlag-en, die Sache ist mit Schwierigkeiten und oft mit großen Kosten verbunden und das Ende vom Lied ist: Die in Betracht kommenden Personen führen auf verbotenen Wegen mehr Lebensmittel aus, als sie für ihren eigenen Bedarf nötig haben, um sich an dem Ueberfchuß, den sie hier zu Wucherpreisen verkaufen, für die entsprechenden Mühen und Kosten schadlos zu halten. Wenn so ein Hamsterer auch einmal geschnappt wird, das schreckt nicht ab. Der nächste Zug. der umso größer und vorsichtiger organisiert wird, muß den Schaden wieder decken. Das sind unbestreitbare Tatsachen! Darum kann man es nicht verstehen, warum man der landwirtschaftlichen Bevölkerung nicht gestattet, daß sie ihren unter dem Mangel an Lebensmitteln off schwer leidenden Angehörigen in der Stadt nicht kleine Paketchen schicken kann, besonders, wenn die Leute ihren Verpflichtungen gegen den Kommunalverband Nachkommen. Wenn die Bayr. Regierung will, daß ihr Aufruf, in dem sie das Volk zur regen Teilnahme an den Kämpfen gegen „den inneren Feind", die Hamsterer und Schleichhändler auffordert, ernst genommen wird, dann nnrß sie erst dafür sorgen, daß sich nicht, wie dies heute der Fall ist, jeder Bayr. Staatsbürger erst selbst zur Anzeige bringen müßte. Dann müßte unser Ernährungssystem einer eingehenden Reform unterzogen werden, denn mann man sagt, der Schleichhandel muß heute aufhören, dann muß man dabei sagen, von was diejenigen weiten Dolkskreise morgen leben sollen, die auf den Schleichhandel unbedingt angewiesen sind. Zwei Oberbürgermeister rheinischer Großstädte haben vor einigen Wochon erst im preußischen Herrenhaus erklärt, daß wir ohne den Schleichhandel heute nicht mehr auskommen können, bezw. daß nur durch den Schleichhandel Englands Vorhaben, uns durch Hunger zu bezwingen, vereitelt wird. Hier ist also der Schleich. Handel Englands Feiitd, dort wird er als Englands Freund bezeichnet. Niedriger hängen! Dem durch seine gehässige Art, die Landwirtschaft zu verunglimpfen, von jeher bekannten „Ulk" (Wochenbeilage 3 um „Berliner Tageblatt") ist es jetzt Gelungen, im Punkte frer Verhetzung von Stadt und Land den Vogel abzuschießen. Man betrachte das Titelbild der Nummer 32 (vom 9. Aug. d.Js.) dieses, den übrigen Druckerzeugnissen der Mosseschen Presse ebenbürtigen, sogenannten Witzblattes. Hier hat sich der Sttft des Zeichners in den Dienst einer an Geschmacklosigkeit nicht mehr zu überbietenden Demagogie gestellt, und wenn es sich um ein Preisausschreiben gehandelt hätte, zu dem .Zweck, Haß und Unfrieden in unserem Volke Lu säen, so gebüHrte diesem „ehrenwerten Künstler" unbedingt Palme. Kaulbachs berühmtes Bild: Werther und Lotte hat ihm zu einer widerwärttgen Verzerrung herhalten müssen: ein dralles Landmädchen, dessen überüppige Formen offenbar den nach Meinung der Jerusalemer Straße im Bauernhause trotz der Kriegsnot noch immer herrschenden Ueberfluß versinnbildlichen sollen, füttert eine Schar Ferkel mit einer Pfanne voll Spregeleier(l); ein weiteres Ferkel sitzt in einem Kinderstühlchen, behaglich aus einer Milchflasche saugend: durch die geöffnete Tür starrt ein Wanderer mit hungernder Miene auf die Szene. Darunter in kleiner Schrift der Satz: l„Oeffentlich wurde mitgeteilt. daß auf dem Lande Eier und Butter au die Ferkel verfüttert werden.") Die Quelle dieses faustdicken Schwindels wird klüglich verschwiegen. „Jugendpflege" ist das ganze betitelt, unt/ da. die „Ulk- Schriftleitung der Meinung gewesen zu sein scheint, in ihrem Leserkreise mit ungewöhnlich starker Begriffsstußig- keit rechnen zu müssen, hat sich noch den witzig sein sollenden Tert hinzugefügt: „Der hu, cige Wanderer: O welch ein Schwein, ein Schwein zu sein!" Die deutsche Landwirtschaft kann natürlich durch ein Machwerk so niedriger Art und zumal von dieser Seite niemals beleidigt werden, darüber ist sie, der das Vaterland sein sieggewisses Ausharren im vierjährigen Völkerringen mit zu danken hat, hoch erhaben. Offen aber bleibt in Ansehung der Wirkung auf die Qeffeutlichkeit die Frage, wie es sich mit der Veranttvortlichkeit der amtlichen Stellen verträgt, daß sie zu solch unerhörter Hetze gegen einen hochachtbaren B^rufsstand Stillschweigen beobachten konnten. MH mfiii U) jfDr „MbttMihung" 0uifit lasse»? Vor 14 Tagen war die Ehefrau des Amts- und Gemeindevorstehers Holle in Mariendorf auf der Straße von seinem sog. Konttolleur der Fettstelle Groß-Berlin angehalten worden, als sie in einem Topf eine geringe Menge Milch bei sich hatte. Die Frau war in der Annahme gewesen, daß die Milch von einem Selbstversorger markenfrei an sie habe abgegeben werden dürfe; der Kontrolleur war anderer Ansicht, und mit ihm jener Teil der Berliner Preffe. der in demokratischer Bescheidenheit die polizeiliche Konttolle der — andern von der Wiege bis zum Grabe für das erste Erfordernis aller demokratischer Staats- wirtschaff hält. Der Bürgermeister von Mariendorf hatte seine Frau gegen den Kontrolleur in Schutz genommen und diesen entsprechend belehrt, gegen die Preßhetze aber das Disziplinarverfahren gegen sich beim Landrat beantragt. Darauf hat, wie wir Horen, der Landrat des Kreises Teltow durch Bescheid vom 24. August es abgelehnt, das von dem Bürgermeister Holle beantragte Disziplinarverfahren gegen ihn zu eröffnen, da es an jsder gesetzlichen Voraussetzung für ein solches Verfahren fehlt. In den: Bescheid an Bürgermeister Holle heißt es ferner: „Das in meinem Aufttage geführte Ermittelungsverfahren hat, soweit dies durch uneidliche Zeugenaussagen möglich ist, ergeben, daß die von der Fettftelle Groß-Berlin in den Zeitungen veröffentlichten Feststellungen soweit sie Ihre Person betreffen, unrichtig sind. Es ist danach unzutreffend, daß der Gastwirt Mittig gemeinde- oder Ihrerseits' ausdrücklich ermächtigt worden ist, die Milch der der Gemeinde gehörigen überwiesenen SchlachtKihe zu behalten und auch zur Fütterung von Schweinen zu verwerten. Ihre Auffaffung, daß die markenfreie Abgabe von Milch für Selbstversorger zulässig sei, mag zwar in der Oeffentlich- keit vielfach verbreitet sein, läßt sich aber mit dem Wortlaut der Verordnung der Fettstelle vom 30. Oktober 1916 nicht vereinbaren. Immerhin liegt für mich kein Anlaß vor, falls Ihre Gattin markenfreie Milch bezogen hat, hieraus einen Grund zu einem disziplinarischen Einschreiten gegen Sie zu entnehmen. Endlich läßt sich auch Ihr Verhalten gegenüber dem Kontrolleur der Fettsielle nicht beanstanden. Auch ich bin der Ansicht, daß der Kontrolleur nicht berechtigt ist, Personen auf der Straße anzuhalten und zu untersuchen. Ich werde Der- anlaffung nehmen, darüber, ob Ihre und meine Auffassung in dieser Beziehung zutrifft, eine Entscheidung an höherer Stelle herbeizuführen." MMiilsMkrlkWN v. Vsllmr's. Wie die „Münchner Post" meldet, hat der Reichstagsabgeordnete Georg v. Vollmar den Bureaus des Reichstags u,rd des Bayerischen Landtags n»gezeigt, daß er feine Mandate niederlege. Der betagte Sozialistenfiihrer ist seit längerer Zeit schwer leidend. Uon der Leipziger Weste. Leipzig, 26. August, Unterstützt durch günstiges Wetter, imhm der Geschäftsverkehr auf der Leipziger Herbst-Mustermeffe weiter einen außerordentlich regen Verlauf. Die Musterkollek. tionen siird vielfach reicher zusammengestellt als auf der diesjährigen Frühjahrsmeffe. Dementsprechend tritt das Angebot an Waren aus einer Reihe von Gebieten dringlicher in Erscheinung, was für die Einkäufer den Vorzug einer erleichterten E n- deckung hat. Gleichwohl können keineswegs alle Wünsche der Einkäufer Befriedigung finden, wobei freilich zu berücksichtigen ist, daß Aufträge infolge der erschwerten Herstellung und Lieferung von Waren häusig weit über den Bedarf hinaus erteilt werden. Der Besuch der Meßpaläste ist sehr lebhaft, doch kön- die Verhandlungen über Geschäftsubschlüffe zwischen Ausstellern und Einkäufern besser als früher geführt werden, weil das Meß- amt angemeldete Aussteller und Einkäufer, nicht aber Schaulustige die Kaufhäuser betreten können. Die Feststellung, daß zur diesjährigen Herbstmesse etwa 190 00V wirkliche Interessen, len gekommen sind, hat eine feste Grundlage in den Bescheinig- ungen, die für die FahrprelsennäßiMma auf den Eisenbahnen aufgestellt worden sind. An solchen Bescheinigungen, die den Geschäftsleuten gewährt werden dürfen, sind bis heute vormittag 92 100 herausgegeben worden, dazu kommt eine erhebliche Anzahl von Ausstellern, bezw. Einkäufern aus der näheren und weiteren Umgebung Leipzigs, die die Vergünstigung für die Fahrpreisermäßigung nicht in Anspruch nehmen. Einen gleich regen Besuch hat, besonders wenn man die Art der zahlenmäßigen Erfaffung der Interessenten berücksichtigt, nie zuvor eine in- oder ausländische Meffe gehabt. Vom Felde der Ehre. Wohnbach. Dem Pionier Hugo K n ö ß, Sohn des Landwirts Karl Knöß wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Herzlichen Glückwunsch! Ans der Heimat. Nette Zustände bei der Eisenbahn. Wir lesen in der Frankfurter „Volksstimme": Von einem Sanitätsfeldwebel wird uns geschrieben: Man ist heutzutage, wenn man in die Notwendigkeit versetzt wird, die Eisenbahn zu benutzen, schon aller- band gewohnt, aber manches geht einem doch über die Hutschnur. Ich versuchte am vergangenen Samstag am Südbahnhof in den Zug Nr. 805 Frankfurt-Bebra-Berlin einzustetgen. Der Zug war dermaßen überfüllt, daß ich ttotz eiffigem Bemühen und nach langem Hin und Her nicht mal einen Stehplatz mehr bekommen konnte. Von einem vollständig leeren Abteil wurde ich durch eine junge Schaffnerin, Frl. Ruppert, mtt dem barschen Bemerken: „Dienstabteil" mehrmals abgewiesen. Erst im letzten Augenblick gelang esmir, noch unter Lebensgefahr einen Platz in einem Abteil zu erlangen, das neben diesem für die Schaffnerin reservierte Abteil lag. Auf der weiteren Fahrt beobachtete man, wie noch eine Anzahl Reisende an dem Betreten des „Dienstabteils" gehindert wurde, in dem die genannte junge Schaffnerin mit einem ebenfalls noch jungen Schaffner in ungestörtem tete-ä-tete lustig durch die Lande fuhr. Es ist doch wirklich eii; starkes Stück, daß bei der außerordentlichen Einschränkung des Reiseverkehrs in einem übervollen Zuge ein Abteil vollständig freigehalten wird, in dem gut noch ein Dutzend Personen Platz gefunden hätte. Ueber das Verhalten der Schaffnerin, deren Impertinenz, wie mir von Leuten, die die Strecke täglich fahren, versichert wurde, schon hinreichend bekannt ist, waren sämtliche Mitreisende welche die Vorgänge zu beobachten Gelegenheit hatten, natürlich sehr erbost. Es wäre drigeNd nötig, daß sich die Eifenbahnbehörde um solche Vorkommniffe bekümmerte und baldigst Abhilfe schaffte. — Wir bringen diese Bettachtung deshalb, weil uns neulich fast ganz genau dasselbe begegnet ist. Es wäre überhaupt zu wünschen, daß sich die Vorgesetzten Behörden mehr und eingehender um das Benchmen mancher Schaffnerinnen — selbstverständlich bezieht sich der Vorwurf nichk ans alle Schaffnerinnen — kümmern und nach dem Rechten sehen würden. Dortelweil. (Vereitelte Einbrecher.) In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch gegen K3 Uhr hörte die Tochter des Landwirts PH. Brückmann ein verdächtiges Geräusch, sie öffnete das Fenster und konnte im Dunkeln einen Mann bemerken, während die Schweine aus dom Stalle waren. Als auf Anruf keine Antwort eeffolgte, weckte sie ihren Vater, der sich in den Hof begab. Dort machte er die Wahrnehmung, daß die zum Hof führende Tür des Gartens, ebenso die in's Feld führende Tür offen standen, eine Leiter war so an die Stalltüre angebracht, daß der Zugang zum Hof versperrt war. offenbar sollten die Schweine, die schon aus dem Stalle gelaffen waren, durch den Garten abgetrieben werden, aber der ooer die Diebe, von denen nichts mehr zu merken war, find rechtzeitig in ihrem Vorhaben gestört worden. Es wurde später festgestellt, daß zuvor der Versuch gemacht worden war, bei dem Landwirt L a n z Vieh zu stehlen, sämtliche Türen waren dort aufge- broc^n, durch einen schaffen Hund ist der Diebstahl vereitelt worden. Von da aus begaben sich die Spitzbuben zu dem Lairdwirt Ph. Mohr, wo ein Wolfshund ihrem Beginnen im Wege war. Aus dem Mohr'fchen Anwesen gelangten sie dann in den Vrückmannschen Garten. Die Vorgänge sind ein Zeichen, wie unsicher heute die Derhältniffe geworden sind. FC. Nordensladt, 27. Aug. Der Heizer einer Dreschmaschine Ferdinand Abraham ölte hier, entgegen den polizeilichen Vorschriften, die Maschine, während sie sich im Gange befand. Seine Kleider gerieten in das Schwungrad und Abraham wurde wiederholt herum geschleudert und dadurch seine Glieder mehrcremale gebrochen, sodaß er nur als Leiche aus seiner schrecklichen Lage befreit werden konnte. FC.Maiuz, 28 Aug. In die Wurstausgaöestelle am Kaiser-Karl-Ring dahier brachen mehrere Soldaten nachts ein und stahlen mehrere Zentner Wurst. Die Polizei bekam rechtzeitig Wind und die Einbrecher wurden auf der Straßenbrücke angehalten und ihnen ein Teil der Wurst abgenommen Die Soldaten entwichen aber und nahmen den Weg nach Wiesbaden hin, einen erheblichen Teil der gestohlenen Wurst mit sich führend. Als sie vor den Toren Wiesbadens waren, wurden sie festgenommen. Die Wurst war verschwunden. Kurz darauf erschien ein Gemüsewagen von Mombach. Der Kutscher war im Besitz eines Durchfuhffcheines, trotzdem wurde der Wagen einer Besichtigung unterzogen und siehe da, die verschwundene Wurst wurde hier aus Weißkraut und Rüben herausgescbnlt. — Als bei einem Wirt in der Schott- siraße dahier zwei Stück scbwarzgeschlachtetes Großvich abge^ laden werden sollten, erschien plötzlich die Polizei und nahmt Las Fleisch in Empfang. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner^' Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen TogeSzeituns^ A <&, Lriedherg t Ö * ' Verfemt. Nomanvon Anny Wothe. F3) Nachdruck verboten Und sie wand die weißen Wasierrosen zu duftigen Kränzen und Holger drückte ihr einen in das lockige Haar. Und wie sie blühten auf ihrer Stirn, da zog es plötzlich vor ihr herauf mit beklemmender Angst, wie eine Vision. Sie sah den Müggelsee ganz übersät von weißen Wasserrosen und ein Boot. Und tn dem Boot saß sie und ein Mann, der ihr Gatte war. Der Mond zog herauf und wie aus weiter, weiter Ferne klang das leise Weinen einer Kinderstimme. „Wir wollen nach Hause/' sagte sie rauh. Jen legte erfreut die Ruder ein, und langsam glitt das Boot der kleinen, weißen Villa zu. Der Mond goß sein bleiches Licht still darüber hin. Der Zauber der Nacht aber war gebrochen. Mirena fröstelte, und als ihr Holger die Hand zum Aussteigen an der Villa bot, war sie kalt wie Eis. „Auf Wiedersehen," wiederholte sie tonlos die Abschieds- worte der Freunde, und als sie dicht an ihrem rosigen Ohr Holgcrs Stimme hörte, der ihr zuflüsterte: „Morgen," da wiederholte sie ganz mechanisch, „morgen." Sie verschwand im Hause, v die Freunde schritten schweigend den Seeweg entlang, um heinrzugehen. Zm Garten Mirenas aber dufteten die Lilien wie nie zuvor, und drohend und finster starrten dazwischen die dunklen Blüten der ernsten Iris in die Sommernacht. 14. Kapitel. Mirena war sehr unzufrieden. In stumpfsinnigem Erii- veln su>8 ihr die Zeit. Die blauen Mellen des Erunewald- stes waren tiefgrau gefärbt, und bleigrau war der Himmel ^ag um Tag. Mirena hatte wieder in Berlin Besuche gemacht und merkwürdig. wohin jie auch kam, überall dieselbe kühle Reserve oder verschlossene Türen. Auch in der Nachbarschaft hatte sie ihre Karten abgegeben, aber bis jetzt hatte ihr niemand den Besuch erwidert. Nur eine reiche, dicke Bankiersfrau, die eines der elegantesten Landhäuser im Grunewald besaß, und die sie nicht hatte absichtlich über, geben wollen, war zu ihr gekommen, um thr in taktloser Weise srhr wektschn>eifig zu erzählen, daß sie sehr vorurteilsfrei sei und sich nicht daran kehrte, was die Spatzen von den Dächern pf'fsen. Mirena war müde, todmüde, und doch sollte der Kampf, der Lebenskampf erst beginnen. Was scherte sie die Mißachtung der Gefell ffbaft? Mirena war überzeugt, daß bald die Zeit kommen würde, wo die Gesellschaft, die sie heule verließ ihr zujauchzen würde, wenn sie die Höhe erklommen, nach der sie strebte. Ruhm wollte sie einheimfen. Ruhm sollte sie um- strahlen. Holger zwar formte sie nicht verstehen. Er verlangte nicht oen Beifall der Menge. Er hatte nicht das richtige Be- wußtsem daß er der gefeiertste Schriftsteller der Residenz war aber Mirena wußte es. An seiner Hand, um dessen Stirn sich der Eartenfchein des Ruhmes webte, würde es ihr ein Leichtes fein, die Sprossen der Leiter zu erklimmen, die für sie hoch in den Himmel führte. Sie jauchzte in diesem Gedanken und doch tauchte dazwischen eine tiefe Bangigkeit auf. Alle Versuche eine Scheidung ihrer Ehe durchzusetzen ” * "irf"■ —ir^i tttt- ii - 1 iJ v, v ___ 1 w ~--'>^‘Z6ESEaa&zmm Detr.: Lerdunkelungsmcrßnahmen gegen Fliegerangriffe. Bekanntmachung Hierdurch bringe ich die unter S 1 "** i der Bekanntmachung Erotzh. Kreisamts Frieoberg vom 27. August 1917 angeoroneten Verdunkelungsmaßnahmen geaen Fliegerangriffe, denen auch trotz wiederholter Aufforderung durch die Schutzmann chaft noch nicht überall entsprochen worden tit "nt dem Anfügen wiederholt nochmals wörtlich zur öffentlichen Kenninls. daß nunmehr fernere Verfehlungen hiergegen zur Bestrafung ange-eigt werden. 1 Die Straßenbeleuchtung hat soweit irgend möglich, fortzufallen. 2. Die Siraßenlaternen sind abrnblenden. 3. Licht,eklame ist verboten. L. Die Fenster sind nach Eintritt der Dunkelheit durch Rollläden, dunkle Vorhänge usw. zu verdunkeln. 5. Hochkerffge Bogenlainpen stnd außer Betrieb zu setzen oder durch andere von rerin Lerer Leuchtkraft zu ersetzen. ^ Die Einwohner mache ich im r^alle eines Fliegerangriffes au^ die Stadt Friedberg noch gan, besonders, darauf au nierksam, daß die Straßen sofort zu räumen sind. Schleunigste Unterkünfte sino in Hausfluren, Kcllern und sonst geeigneten Räumen der Nächstliegenden Hauser aufzusuchen. Die Eigentümer von Gebäuden m denen nur eine vorübergehende Unterkunft nachgeiucht w,rd. bitte ich solchen Wünschen, bereitwilligst zck entsprechen. Knevberg, den 29. August 1918. Der Bürgermeister. 2. V.: Damm. waren bisher an der Hartnäckigkeit, mit der ihr Marrn alle Derhandluirgen ablehnte, gescheitert. Ihre ersten schriftstellerischen Bersche waren kläglich mißglückt, trotzdem Holger ihre Einsendungen an verschiedene Journale befürwortet hatte. gesucht, lautete das Urteil an der einen Stelle, „zu unklar, unreif und schwülstig," an der anderen. Holger selbst hatte Mirena seit der Kahnfahrt rm Mondenschein noch nicht wieder gesehen. Er war wie er selbst schrieb. an Berlin für ein paar Tage gebannt. Aber Tag reihte sich an Tay. und Holger kam nicht. Auch Jen Nielsen hatte sich nicht wieder blicken lassen. Er war wohl mit Holger in der Residenz. Mirena fröstelte, wenn sie an Zen Nielsen dachte. Cie hatte die Empfindung, als sei ihr in Holgers Freund ein Feind entstanden. Der graue Wolkenhimmel stimmte sie trübe. Sie brauchte Sonnenschein, sie brauchte Liebe un>d doch — Warum hatte sie neulich in der Mondennacht, wo es nur ihrerseits eines Blickes bedurft hätte, Holger in ihre Arme zu fuhren, zurückgebebt. wie vor einem großen, dunklen Berhäng- ms? Liebte sie ihn nicht, den großen, blonden Necken mit der Feuerseele? Hatte sie sich nicht darnach gesehnt, Tag und Nacht, eine Leidenschaft in Holaar zu wecken, und nun, da es ihr gelungen. zauderte sie, wühernd doch ihr ganzes Sein fieberhaft ihm entgegcndrängte? War es. daß sie selbst nicht an Holgers Liebe für sie glaubte? Rein, denn ihr war Liebe und Leidenschaft nicht das Zugeständnis für ewige Dauer. Sie brauchte nichts verbrieft und versiegelt. Sie wollte genießen und glücklich sein. Den glühenden Trank an die lechzenden Lippen setzen und den Elücksbecher leeren in einem einzigen, köstlichen Zuge. Warum kam Holger nicht, wenn er sie liebte? Mußten die weißen, duft'gen Lilien am Wege erst verblühen? Drängte ihn nicht jeder Herzschlag zu ihr? Wo er nur wahr? Vielleicht saß er gemächlich daheim und wartete auf einen Ruf von ihr. Doch nein, sein alter Gärtner, den sie schon häufig auf ihren Spaziergängen getroffen, hätte es rhr gewiß mitgeteilt, wenn Holger zurückgekehrt. Sie hatte es dem Alten doch auf die Seele gebunden. Ob der Alte wohl wieder im Garten arbeitete? Da könnte sie ihn leicht treffen. Mirena band eiligst ein weißes Spitzentuch lose um das rotschimmernde Haar und ttat ins Freie. Langsam schritt sie aus dem Garten hinaus, zwischen den Zris° und den Lllienblüten dahin ttat sie in den Wald. Eine dumpfe Schwüle lagerte über der ganzen Natur. Der von Tannen und Kiefern umschattete Seeweg zog sich unendlich lang um das heute so tttibe Wasser, und Mirena war es, als sie den wohlbekannten Weg entlang schritt, als winde er sich einer großen Schlange gleich dahin. Endlich hatte sie Holgers Villa erreicht. Kein Mensch war ihr begegnet. Totenstill und einsam war alles ringsumher. Nachlässig stand sie vor dem Gartenzaune. Merkwürdig, wo der Alte heute war? Er hinkte doch sonst immer um diese Zeit hier herum. Mirena tat ein paar Schritte auf die Pforte zu. blieb aber sofort unschlüssig wieder stehen. Nein, es geht nicht' „Aber warum nicht?" Mirena lächelte und knüpfte das graziöse Spitzentuch enger um das rosige Kinn. Mit diesem Lächeln auf den Lippen ttat sie in den Garten. Wie märchensttll es hier war. Kein Laut Srß sich vernehmen. Nur Rosenduft schlug ihr wie eine Dirftwolke ent* gegen. Mirena schritt tiefer in den Garten hinein. Dort bei den Rosen stand ja wirklich der Alte und schnitt die Blüten in einen Korb. Er nickte schon von Weitem freundlich herablassend Mirena entgegen, und sagte, ohne in seiner Beschäftigung Ku halten, mit den Augen nach dem Hause herüberblinzelnd- „Jetzt is er da!" „Wer? Zhr Herr!" „Natürlich, er janz alleene. Der andere is noch in den jroßftädtischen Sumpf länger kleben jeblieben. Woll'n Se ihn besuchen, denn will ick et chm sagen." „Nein, danke," sagte Mirena mit stockendem Atem. „Nee? Na denn nich. Zs ooch nich nötig. Er sitzt in de Stube hinter der Veranda, un Se finden ihn ooch janz alleene. Mir dun so de Beene schon weh von det ville Stehen. Zck muß zwar doch hin un die Rosen rin dragen," fügte er dann nachdenklich wie sich besinnend hinzu. „Zch will die Blumen mitnehmen, Herr Pusemeyer" sagte Mirena freundlich und streckte die Hand nach dem Korbe aus. „Wirklich? Det is jut, da kann ick meine Spazierhölzer paren, sagte Pusemeer mit einem Kratzfuß, indem er ordent- llch vor Ehrfurcht nach hinten ausschlug. Mirena nickte liebenswürdig, dann wandelte sie langsam den Rosenkorb im Arm, dem Hause zu. Pusemeyer sah ihr lange nach. Dann schnaubte er sehr umständlich uno sehr geräuschvoll seine große Nase und brummte vor fick hin: „Wenn ick doch man bloß wüßte, wat die eejentkich will. Alle Dage, die der liebe Herrjott werden läßt, fragt se, ob er da is. und nu er da is, will se nich rin. Aber vornehm is se. sehr vornehm sojar, ick möchte sojar noblig sagen, zehn Em Drinkjeld und wer weeß. wat da noch im Hinderhalt schlum- mert. , Pusemeyer, et jchen joldene Dage vor dir uff. joldene „Sie phantasieren wohl, Pusemeyer," tönte plötzlich Stines ausdrucksvolle Stimme in des alten Gärtners Reflationen hinein, „kommen Sie doch mal schnell und helfen Sie mir die Leine festbinden. sonst fällt die ganze Wäsche in den Sand" Pusemeyer schlürfte kopfschüttelnd von dannen. , bir 3U ^ i c freit, Pusemeyer." seufzte er melancholisch. „Der Mensch is eben een olles Arbeetspferd" Ein heftiger Windstoß fuhr durch die Zweige und zauste unbarmherzig die leichten Gewänder Mirenas. die soeben auf die Veranda ttat. Wie ihr Herz klopfe Wie einem Schulmädchen. das auf verbotenen Wegen war. Za. war sie denn nicht auf verbotenen Wegen? Nein, sie stand nur vor einer großen Entscheidung. Mißglückte der Versuch, so hatte sie ausgespielt. Wie Sturmwolken flog es etzt dunkel über den See. Angst, voll blickte Mirena durch die Tür der Veranda ins Zimmer, da faß Holger am Schreibtisch, ihr den Rücken zugewendet. Er hatte den Kopf kn beide Hände gestützt. Wle tiefe Niedergeschlagenheit lag es in seiner ganzen Erscheinung. Mirenas Herz klopfte zum Zerspringen. Ein paar hastige leichte Schritte und sie stand hinter seinem Stuhl. Eine Wolke von Rofenduft umfing ihn und über seinem Kopfe hinweg fiel wie ein Regen eine Fülle von Nosenblüten Wbei ihn hin. JfSaaBBIBBBBBBBBBSBHQIBBBUBSH-aQaasaBa Sämaschinen „Sack Zseiscfiarpflüge, WentfeplSügs, UniversafpfSüge, Bekereggen, KartoffeSernternasciiinen, Oiliigersfreuer. Cwrstsfiiistfiei* mit TieffscEinitttittOken für 1 und 2 Zugtiere. 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September 1918 nach Zujammenlunft 10 Uhr auf dem Antrieb im Hinterwald- Cilijen Hfl ; 178 ftnupprl , 22 llcifcrtiiifippcl. 439 fteifer. Ueber alle den _ _w.w ^l rC Ä C i" 3 ra $ e n erteilt die Unterzeichnete Stelle bereitwilligst und kostenlos mündlich und schriftlich jede gewünschte Auskunft. Hessische Landesstelle für die Förderung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Geschäftsstelle; Landes-Hypothekenbank Darmstadl, Telefon Rr. 398. ' empfiehl! sich zur Anfertigung von Drucksachen aller Prf Vereins-, Geschäfts- und Familien- Druckarbeifen, Mehrfarbendrucke, Katalog- und Werkdruck in jeder Ausführung. Uebernahme von Massenauflagen. bargeldlosen Zahlungsverkehr Der behördlich genehmigte Mshr'jche Flkilchttttlikl-Srlal! „Gh,ci»i" VÄ netto m 5.25. V. jPfunb Mk. 2.90, y. PfW MI 180 W^mittk>br°nch-'?äufltth ‘ n bCn meifte " de. Extra große Thüringer Reiserbesen alle Sorten Bürsten, Besen, Striegel, Toilette-Artikel, prima Rasier- u. 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