Uummer ISS Einzelpreis L LL Sams tag, den 17. August 1918 _11. Jahrgang« Die ltnt Tanes,eitung" erichemt jcöen Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Dauer ans Hessen", „Die Spirrnssrrbe". Derugspreis: Bei den Poslanstalten vlerrelsährlich Mk. 2.40 hinzu tritt noch bas Bestellgeld; bei den Äaenten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. An?eigen: Grund',eile 25 Psg., totale 20 Big.. Anzeigen von auswärts iverden durch Poi'tnachnadmi erhoben. EnüUungsori ^riedberq. Schriftleilung »rnd Derlag criedberc^sHessenl. ^anauerllrage 12. ^ernwrecher 48. Boitj tzeck-Lsnto Nr. 1853. Hut vrankmrt a. M. Schwere Verluste der Feinde. — Sechs vergebliche Angriffe mif Fasstguy. Vergebliche italienische Anstürme. — Kesiermrg der Sage der rufst?chen Räteregiernng. Der deutsche Generalstab ? = meldet: W. T. K. Mrsßes Amrplqnartiev, den 16. Angrrst Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Vorfeldkämpfe am Komme! und bei Vieux-Berqum, stärkere , Vorstöße des Feindes südlich der Lys. bei Ayette und nördlich i der Ancre wurden abgewiesen. 2 ? 000 Tonnen versenlrt. Berlin, 16. August. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmeer versenkten unsere U-Boote aus stark gesicherten Geleitzügen sechs volle Dampfer von zusammen rund 22,000 Bruttoregistertonnen, darunter einen vollbesetzten Truppentransporter von mindestens 6000 Brt. Ter Chef deS Admiralskaber der Marine. * Zwei englische Torpedoboote ver'enlrt. Heeresgruppe Generaloberst v. Boehn. Westlich von Roye und südwestlich Noyon heftiger Feuer« kcrmpf dem beiderseits dsr Avre gegen Lassigny und auf den Höhen westlich der Oise feindliche Angriffe folgten, südlich von Thiescourl blieb das Gehöft Atteche in Händen des Feindes, im übrigen schlugen mir seine Angriffe vor unseren Kampfstellungen teilweise im Gegenstoß zurück. Schwere Verluste erlitt der Feind im Kampf um Lassigny, hier stürmte er bis zu sechsmalen vergeblich an und wurde nach 10-stündigen erbittertem ^ampf in seine Ausgangsstellungen - zurückgeworfen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Vesle nahm die Feuertätigkcit am Abend zu und blieb auch die Nacht hindurch lebhaft. Wir schossen gestern 24 feindliche Flugzeuge ab. Leutnant Ndet errang seinen 54. und 55., Oberleutnants Könnecke und Lorser errangen ihren 30., Leutnant Nickel seinen 22. und 23., Leutnant Röth seinen 21. Lustsieg. Der Erste Generalguarliermeiftcr: Ludendorff. Aliendberkibt. Berlin, 10. August, abends. (WB. Amtlich.) Beiderseits der Avre sind starke feindliche Angriffe unter schweren Verlusten für den Feind gescheitert. * ' r ” T "". . . —. m m Der österreichische Generalstab —. - meldet: - Wien, 16. August (WV.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz' Neue italienische Angriffe gegen die Montozzostellung scheiterten an der tapferen Gegenwehr von Abteilungen des ersten Kaiser-Schützen-Negimentes. Sonst verlief im Tonaleabfchnitt der gestrige Tag ohne besondere Kampfhandlungen. Auf dem Monte Cimone wurden feindliche Sturmtruppen abgewiesen. Albanien: Unverändert. Ter Chef des GeneralstabeS. ^ ---- - .— -« Der bulgarische Generalstab meldet: ========1 Sofia, 14. August. (WB. Nichtamtlich.) Eeneralstabsbe- richt. Mazedonische Front: Westlich vom Ochrida-See machten unsere Erkundüngs-Abteilungen französische Gefangene. Im Cerna-Bogen und westlich von Tobropolje war das Artillerie- feuer auf beiden Seiten zeita'eillg heftiger. Oestlich des War- dar und in der Ebene vor den Stellungen westlich von Serres zerstreuten wir durch Feuer stündliche Erkundungstruppen, die sich unseren Hindernissen zu nähern versuchten. f»"" " — --- ■ „ _ ^ ^ Das türkische Hauptquartier l! - — meldet: - - Konstantinopel, 15. August. (WB. Nichtamtlich.) General, stabs bericht. Palästinafront: In der vergangenen Nacht wurden Vorstöße stärkerer feindlicher Abteilungen westlich der Straße Jerusalem-Nablus voir uns abgewiesen. Heftiges feindliches Artilleriefeuer an verschiedenen Stellen der Front wurde von uns kräftig erwidert. Bei Anwe Zwang unsere Artillerie ein eng- llisches Flugzeug zur Landung in unserem Bereich. Auf de» übrigen Fronten »ichts von Bedeutung. i Haag, 16. August. Aus Hoek van Holland wird gemeldet: Zwei britische Torpedoboote, die den gestern in Holland eingetroffenen britischen Geleitzug beschützt hatten, wurden nach der Nebergabe des Geleitzuges auf der Höhe von Scheveningen torpediert. Bier Mann sind umgekommen. ck Minen vor Kidney. Sydney, 16. Aug. (WB.) Meldung des Reuterschen Bureaus. Bor der Küste sind wieder Minen angetroffen worden. Die Scklacht im Westea. Tie Ziele der feindlichen Offensive. Berlin, 16. August. (WB.) In neuem stärkstem Ansturm versuchte die Entente zwischen Ancre und Oise eine Entscheidung zu erzwingen. Vergeblich haben zunächst die Engländer unter Schonung ihrer eigenen Verbände mit australischen und kanadischen Truppen, die am Südflügel von Franzosen unterstützt wurden, in Kämpfen seit dem 8. August zwischen Ancre und Oise einen Durchbruch erstrebt. Welche Bedeutung der gewaltigen Schlacht von seiten der Alliierten beigemessen wird, geht aus einem Befehl des Führers der australischen Truppen hervor, der ihnen bekannt gibt, daß die bevorstehenden Kämpfe die wichtigsten sein würden, an denen sie bisher teilgenommen hätten. Der Angriff, dem sehr weit gesteckte Ziele zugrunde lägen, fei mit einem unübertroffenen Aufwand an Artillerie, Tanks und Fliegern vorbereitet. Nach einem Anfangserfolg kam trotzdem der Angriff schnell ins Stocken. In unmittelbarem Zusammenhang mit dielen Kämpfen versuchten nun die Franzosen ihrerseits durch einen Großangriff zwichen Avre und Oise eine Entscheidung herbeizuführen. Geschickt hatten sie die Ansammlung zahlreichen Divisionen, darunter Teile ihrer besten Angriffstruppen, im Verein mit Artillerie, Fliegern und Tankgeschwadern zu verbergen verstanden. Trotzdem blieben ihre Absichten unserer Führung nicht verborgen. Ohne starres Festhalten am Gelände wurden nach dem Grundsatz, den Kampf unter möglichst günstigen Bedingungen anfznnehmen und den Feind die größe-, ren Verlustzahlen buchen zu lassen, unsere Truppen in der Nacht vom 9. zum 10. August aus ihren bisherigen Stellungen, in denen nur schwächere Nachhutabteilungen verblieben, zurückgenommen. In den frühen Morgenstunden des 10. August setzte stärkstes feindliches Arttlleriefeuer an der Front Vellay—Antheuil ein. In einzelnen Abschnitten griff die feindliche Infanterie, von Tanks und Flammenwerfern unterstützt, bald danach an. An anderen Stellen ging dem Angriff gründliche Feuervorbereitung gegen die geräumten Stellungen voraus. Den stark und tief gegliedert anrücken- den Feind empfing das Infanterie- und Artilleriefeuer unserer Nachhuten, in dem er blutige Verluste erlitt. Weiteren starken Angriffen entzogen sich unsere Abteilungen befehlsgemäß. Der Gegner rückte nach, doch sah er sich bald vor neuem Widerstand, den zu brechen er stellenweise eine abermalige Feuervorbereitung legen ließ. Wo er ohne eine solche angriff, zog er sich in unserem vereinigten Feuer aufs neue zurück. Das Anrennen am Widerstand, wo er ihn nach dem vermeintlichen Erfolg nicht mehr erwartete, machte den Feind stutzig, fodaß er schließlich nur noch zögernd und niit Vorsicht zu folgen wagte. Am Abend des ersten Schlachttages war er nirgends an unsere neuen Linien herangekommen. Kämpfend hatten unsere Truppen, die de- reits seit Wochen an dieser Front standen, dem Feinde empfindliche Verluste zugefügt, ohne daß er irgend eine entscheidende Stelle hätte treffen können. Ausaebaute Stellungen gibt es hier nicht. Der starre Grabenkampf ist dura die elastische Verteidigung ersetzt. Die angreifende franzl> fische Infanterie bezahlte hierbei immer aufs neue den Blut- f oIb im Dienste Englands und Amerikas. Die rücksichts- lose Energie, mit der sie von ihren Führern nach fünf ab- geschlagenen Angriffen znm sechsten Male vergebens vorgetrieben wurde, beweist, daß der Gegner Entscheidendes von der Schlacht erhoffte, lieber die Felder, die 1914 bis an- fangs 1917 schon der Scknndplatz erbitterter Kämpfe waren, tobt zum zweiten Male in diesem Fahr die Schlacht. Weite fruchtbare Gefilde werden zerstampft und aufgewühlt. Die letzten Reste von Dörfern und Städten werden in un- kenntliche Trümmerhaufen verwandelt. Unser deutsckcs Volk dabeim aber sollte dankbar fein und mit Zuversicht auf die Leistungen 'deren blicken, die mit Leib und Lebe» solche Schrecken ihnen fernhalten. Berlin, 14. August. (WB.) Die anfangs vorsichtige Bewertung der Fochschen Offensive bei der Entente ist teilweise größerem Optimismus gewichen, der allerdings mit dem Durchsickern der Nachricht von den schweren VerlusteN aus den vergeblichen Angriffen der letzten Tage bereit- wieder mnzuschlagen droht. Immerhin sprechen zahlreichs Ententeblätter die Hoffnung aus, daß die Fochschen Erfolgs die Deutschen zu einem Zurückgehen auf die Hindenburglini« veranlassen werden. Von Foch wird anläßlich des Empfang- der Bürgermeister von Reims und Soissons die Erklärung berichtet, daß der Kampf für ihn noch nicht beendet sei und airch Noyon wieder französische Besatzung haben müsse. Bescheidener ist der Funffprilch ans Norsea vom 16., der sich darauf beschränkt, zu berichten, daß die Franzosen ihre Anstrengungen fortsetzen, Lassigny zu erobern. Einstweilen sind jedoch Engländer wie auch Franzosen seit Tagen nicht über die Linie hinausgekommen, auf die zurückzugeben die deutsch^ Führung sich nach dam gelungenen Ueberraschungsstoß des Feindes enffchloß. Um der langsam aufkommenden Ent» länschung in den eigenen Ländern vorznbeugen, veröffentlichen die Entente-Funksprüche andauernd Gefangene- und Benteziffern, die sich jedoch selbst bei der kräftigen Abrundung? nach oben für einen großen Erfolg in zwei Offensiven sehr niedrig stellen und keinen Vergleich aushalten mit der Beute von über 206 000 Gefangenen-und mehr als 2260 Geschützen, die Deutschland lediglich in den drei ersten Offensiven bi- znm 1. Juni machte. Berlin, 16. Aug. (WB.)' In dem als entscheidenden Durchbruch geplanten, unter Einsatz der Masse der schweren Artillerie, der Tankgeschwader und der Flieger dnrchge- führten Fochschen Großangriff zwischen Ancre und Oise ist eine Erschöpfungspause eingetreten. Nach dem die englische Angriffskraft schon früher gebrochen war, setzten die Franzosen zum letzten Male zu einem großen Angriff an. Seitdem gab es an der ganzen Front von der Ancre bis zur Oise nur mehr Teilangriffe die zum größten Teil im deutschen Artilleriefeuer nicht einmal zur Durchführung kamen. Ain 14. flaute die Kampftätigkeit noch mehr ab. Es kam lediglich zu Vorfeldgefechten. Allerdings hatten die Engländer und Franzosen mehrere größere Teilangriffe geplant, und zwar nördlich Lihons, südöstlich Rouvroy und vor dem Bois de Loges. Diese wurden jedoch, bevor die Bereitstellung vollständig durchgefiihrt war, von der deutschen Artillerie erkannt und durch vernichtendes Feuer vereitelt. Um 8 Uhr abends versuchten die Franzosen nochmals, beiderseits der Straße Roye-Montdidier Trrcppen bereit zu stellen, die jedoch wiedermn rechtzeitig von der deutschen Artillerie gefaßt und vernichtet wurden, ehe sie zum Sturm antreten konnten. An den übrigen Fronten war die Artillerie- und Patrouillentätigkeit gesteigert, vor allem in Flandern, wo einemt vorübergehenden Abflauen des Feuers eine schwere Beschießung, vor allem des Kemmelgebiets, in der Nacht von» 14. zum 15. August folgte. Die außerordentlich rege englisch- Patrouillenttäigkeit von Upern bis an die Ancre konnte nicht verhindern, daß die Ränmimg der vorspringenden deutschen Stellungen zwischen Puisieux und BeaMnont—Hamel in dci» letzten Nächten ungehemmt und ungestört vom Feinde vor sich gehen konnte. Erst im Laufe des Nachmittags des 14. rü^ ten die Engländer vorsichtig nach. Die Aushebung der französischen Bahnhossbesatznng vott Breuil gelang durch raschen, kühn durchgeführten Vorstoß über die Vesle fast ohne Verluste. Französische Patrouillen^ Unternehmungen zwischen BazocheS und FismeZ wurde«! rechtzeitia erkannt und abaewielen. Die Aussprache im Lianpiquartier. Großes Hauptquartier, 16. August. Die erneute !gu? sammenkunft der erlauchten Souveräne hat das innige Einvernehmen und die völlige Uebereinstimmung in Bezug auf die politischen und militärischen Aufgaben wieder zutage treten lassen, auch die gleiche und treueste Auslegung des Bündnisses festgestellt. Das Zusammensein der Monarchen war von der Herzlichkeit getragen, die ihren persönlichen Beziehungen, wie den Interessen ihrer Völker entspricht. Die leitenden Staatsmänner und die militärischen Spitzen haben eine gründliche und fruchtbare Aussprache gepflogen. Der k. u. k. Minister des k. u. k. Hauses und des Ministeriums des Aeußern Graf Burian und der Generaloberst Frhr. v. Arz sind von Seiner Majestät dem Deutschen Kaiser in besondere Audienz empfangen worden. Desgleichen hat Seine Sajestät der Kaiser und König Karl den Reichskanzler Grafen Hertling und Generalfeldmarschall v. Hindenburg empfangen. Ein jMiiiidigkS Kömmch Dolen. Berlin, 16. August. Aus der amtlichen Mitteilung über die Beratungen im Großen Hauptquartier ist zu entnehmen, daß sowohl bei der Beurteilung der militärischen Aufgaben, wie and) inbezug auf die politischen Aufgaben völlige Uebereinstim- munig zwischen den Verbündeten sich gezeigt hat. Es ist bekannt, daß das polnische Problem rm Mittelpunkt der Besprechungen im Großen Hauptquartier gestanden hat. Man kann also wohl annehmen, daß in der polnischen Frage eine Einig- ung erzielt worden ist, und, soviel bis jetzt bekannt geworden ist, besonders in der Richtung, daß ein selbständiges Königreich Polen geschaffen werden soll unter enger Anlehnung Polens an die Mittelmächte, besonders an Deutschland. Zur Wahrung der deutschen Interessen soll mit dem selbständigen Königreich eine Reihe von Konventionen abgeschloffen werden, wie sie auch bezüglich anderer Nnn'ostaaten erwogen und zum Teil schon durch- geführt worden find. Dem besonderen österreichischen Interesse scheint man dadurch Rechnung tragen zu wollen, daß ein österreichischer Erzherzog, also wohl der Erzherzog Karl Stephan in erster Linie, zum König von Polen ausersehen ist. ffrfolöf Mn die Wechs-MMen. Moskau, 16 August. (WB.) Die hiesige Preffe meldet'. ^ a s a n ist von Rötetruppen eingeschloffrn und wird bombardiert. Eine Reihe englischer und französischer Untertanen wurde verhaftet. Zn Marow, Arsamas und Sutjarbaskok sind Konzentrationslager für gegen revolutionäre Offiziere eingerichtet warten. Die Reste der russischen Truppen in Frankreich wur- den durch Aufruf des Rats der Volkskommiffare arffgefordert, sich gegen die Einstellung in die Armee der Entent-e auf jede Weise zu wehreu. Wer sich einstellen läßt, gilt als Feind. Rach den letzten Nachrichten wurde Simbirfk von den revolutionären Truppen besetzt. Die ganze Strecke nach Iekaterin- burg wurde von den Sowjet-Regimentern besetzt. Die Truppen nähern sich immer mehr der Stadt und die Einnahme von Je- . katerinburg durch die Sowjet-Truppen steht dicht bevor. Don der westlichen tschecho-slowakischen Front wird berichtet, daß die Flotte der Sowjet-Truppen erfolgreiche Kämpfe bestanden hat. Die Eisenbahnlinie Ufa-Simbirsk befindet sich teilweise in den Händen der Sowjet-Truppen. Auf der östlichen tschecho-slowMschen Front wurden ebenfalls Fortschritte gemacht. Im Abschnitt von Woronje drangen die gegenreoc lutton aren Truppen bis zur Station Poljana vor. Die Sowjet-Truppen aus Poworino begannen den Kampf mit ihnen. Ans Orenburg wird berichtet: 6000 Kosaken sind mit der Waffe in der Hand zu den Sowjet-Truppen ubergegangen. In allen Städten und Ortschaften, die von Tschecho-Slowaken besetzt sind, verbreitet sich die revolutionäre Bewegung. Die Ka- sor.schen Blätter teilen mit, bafe alle Nachrichten von der Besetzung der Stadt Tetjutschi erfunden sind. Moskau, 16. August (WB.) Nach Meldungen hiesiger Blätter wurde in Wologda die bürgerliche Bevölkerung zroffchen 18 und 10 Jahren zum Ausheben der Schützengräben mobilisiert. Das Verlassen der Stadr wurde verboten. Die Rateiruppen rücken gegen Onsga vor und besetzten das Dorf Kiril- lowka. In der Gegend von Archangelsk wurden französische Soldaten festgostellt. Ein Teil von Kasan soll sich bereits in den Händen der Rätetruppen befinden. In der Umgegend der Stadt dauern die Kämpfe fort. Auf der Siidfront in der Richtung Tfchirsk und um den Besitz der Eisenbahnbrücke über den Don wird heftig gekämpft. Gerüchtweise verlautet» daß die Engländer in Baku 900 Mann gelandet hatten. Kiew, 11 . August. (WB.) Der Stab der Donkosaken teilt mit. daß die Kosaken sowohl vom Westen als Nordwesten sieg- reich gegen Zarizyn vorrücken, das linke Douufer säuberten und nur noch einen Tagesmarsch von Zarizyn stchen. — Noch Zei- tungsmeldungen drangen die Kosaken aus dem Norddongebiet ins Moronescher Gouvernement ein. Die Lage an der MurmankLste. Moskau, 15. August. (WB.) Pressemeldungen zufolge zogen sich die Rätetruppen aus Archangelsk infolge der Besetzung d-er Bahn südlich Archangelsk die Düna aufwärts bis Eholmo- gory zurück. „Prmvda" berichtet, daß sich die Bevölkerung bewaffnet und gegen die Ententetruppen erhebt. Die Engländer am KnlpWen Meer. London» 15. August. (WB.) Reuter erfährt: Eine britische Truppen-Abteilung ist von Bagdad an das Kaspische Meer vorgerückt und von dort in Dampfern nach Baku geschafft worden, wo sie bei der Verteidigung der Stadt Hilfe leistet. England. Mahnung zur Nüchternheit. Haag, 13. August. Die „Westminster Gazette" äußert sich über die englischen und ftanzösischen Erfolge an der Westfront. Sie meirrt, daß man zwar mit Mut und Hoffnung der Zukunft entgegensetzen dürfe, warnt aber davor, den Feind 511 neuem Widerstand uob zu neuem Haß aufzureizen. Man dürfe unter den jetzigen Umständen Ruhe und Vorsicht nicht verlieren. Die „Westminster Gazette" greift deshalb eines der Jingo-Blätter heftig an, da dieses Blatt gegen Llord George Stellung genommen hatte, weil er in Neath gesagt habe, man dürfe nicht danach trachten, seine Revanchegelüste zu befriedigen. Die „Westminster Gazette" schreibt: „Wenn die Blätter es so darstellen, als ob wir Rache üben wollten, dann diirfte die Aufgabe unseres Heeres nur schwieriger werden. Den deutschen Kriegsher- ren wäre damit Gelegenheit gegeben, ihre Soldaten zu längerem Widerstände anzufeuern. Die beste Aussicht auf ein rascheres Ende des Krieges liegt darin, daß wir an unserer Versicherung festhalten, wir wollten nur kämpfen, um den preußischen Militarismus aus der Welt zu schaffen, und daß wir jeder Verlockung widerstehen, preußische Gewohnheiten und Gebräuche, die wir selbst verdammen, zu übernehmen." Drohende Lage in Südafrika. Haag. 13. August Rach einer Meldung der „Daily Mail^ äußerte sich General Botha in eurer Rede über die drohende Loge in Süd-Afiika. Er erklärte, daß die Aufwiegler das Volk zur Bildung einer Republik auffordcrten. General Herzog habe im Parlament zugegeben, daß eine bestimmte gccheime Organisation bestehe, um Kommandos von Freiwilligen auszubil- den. Die Lage ist so drohend, daß Botha, wie er erklärte, bei seiner Ankunft in Pretoria am 28. Juni 500 Reiter nach Ger- miston (bei Johannesburg) senden mußte, weil dort ein Aufstand drohte. Warm jetzt Amerika den Krieg fort? Stoäholm, 6 . August. (WB.) Unter der Ueberschrift' „Amerikas Verantwortung" schreibt „Rya Dagligt" Allehanda": „Warum setzen die Vereinigten Staaten den Krieg fort? Ihr Ziel ist ja nicht Deutschlands Vernichtung, sondern geht dahin, die Mittelmächte, besonders Deuffchlaad zu zwingen, gewisse Rechtsgrundsätze anzuerkennen und diese anznwenden; dies aber könnte erreicht werden, ohne das entsetzlich- Blutvergießen weitergehen zu lassen, wenn Amerika bloß die entsprechenden Forderungen auch an die ursprüngliche Aus meiner Dorfkirche. Ein Schritt vorwärts; Ev. Luk. 18, 3—4. Pharisäer und Zöllner. Liebe Gemeinde * Wir wollen uns einmal darüber gar keiner Täuschung hingeben, daß unser Volk in das fünfte Jahr des Weltkrieges ein- getveten ist in einer tiefen Niedergeschlagenheit. ,.Es geht nicht mehr", das ist das Wort, das eben klingt. So spricht der Soldat aus seiner Schlachtennot rnÄ» die Heimat in ihrem Leid. Sc. spricht der Städter, wenn er Hunger leidet, und der Bauer, wenn er unter der Arbeit zusammenbricht. Es war nicht immer so! Wir erinnern uns noch ganz gut de" Zeit, da wir uns stolz hinstellten und sprachen' Wir! wir «rachens Es ist eine besondere Seite an diesem Krieg, eine Seite, die gerade den besten deutschen Männern viel Sorge bereitet hat' oaß wir so viel Selbstlob getrieben haben bei aller Rot. Wie haben wir uns gelobt: den Bauernstand, der alles Währt, den Arbciterstand, der die Waffen schmiedet, den Gelchr- fevstand, der immer neue Mittel fand, den Beamtenstand mit Miner Gewissenhaftigkeit,' jeder Stand war eifersüchtig daraus, -aß er auch genug gelobt würde! Und was haben wir geredet eon unserer „Organisation"! Sind wir nicht gewesen, wie der Pharisäer in unserem Gleichnis, der sich auch vor Gott stellt und spricht' Sieh, Herr, so tüchttg bin ich! So standen wir vor dem Richterstuhl Gottes in diesem Krieg, und meinten: sieh einmal, wie tüchtig unser Volk ist, in allen seinen Gliedern, dem mußt Du doch helfen! Es ist für den, der die menschliche Seele kennt. gar nichts Besonderes, sondern die ganz natürliche Auswirkung dieses hochmütigen Selbstlobes, daß nun eine solch tiefe Niedergeschlagenheit bei uns Platz gegriffen hat. Eines so falsch wie das andere. Heute heißt es nicht mehr: Seht, wir! Heute heitzts: Es geht nicht mehr! Unser Sevbstlob hat uns unsere Kraft geraubt! Was taten wir denn so lobenswertes? Es wußte ja doch jeder von uns: Wenn wir uns nicht wehrten, waren wir verloren. Es ist doch nichts besonderes daran-zu loben, daß einer nicht stillhält, wenn man ihm die Kehle abschneiden will! Wir aber brachten es durch unser Loben dahin, daß wir uns einbildeten, wir hätten etwas Besonderes getan? So meinten wir, wir müßten für unser besonderes Tun auch besonders gelohnt werden, und wie uns das nicht nach unserem Sinn kam, wurden wir unzufrieden und mißmutig. Ja wir bildeten uns ein, wir seien so tüchtig, daß uns alles glücken müsse, ohne daß wir uns noch viel Mühe zu geben brauchten, und wie wir merkten, daß es nicht so ging, da wollten wir gleich verzagen! Und so kamen wir aus unserem Selbstlos zu unserer liefen Niedergeschlagenheit. Aber eben darum möchten wir nun doch sagen: das ist ein Fortschritt, diese Niedergeschlagenheit, denn sie hat uns wenigstens aus unserer lächerlichen Selbstbeweihräucherung herausgeführt. Nur, daß rvir nun auf diesem Weg auch richtig weitergehen! Daß wir mm ja nicht meinen, wir könnten die Niedergefchlageirheit unserer Seele damit heilen, daß mir wieder anfangen uns selber zu loben! Den rechten Weg, den wir jetzt gehen muffen, zeigt uns unser Heiland an der Gestalt des Zöllners. Der hat auch Zeiten hinter sich, wo er meinte: so einem gescheiten Mann Entente, besonders an England stellen ivollte. Warum setzt also Amerika in Wirklichkeit den Krieg fort? Die Antwort kann nur lauten: Um Eirglands Intereffen zu fördern. England hat während des ganzen Kriegs fern Gebiet trojznvti in Persien, Mesopotamien, Palästina, Griechenland und zuletzt auch an der russischen Eismeerküste. Unterdessen ließ es Europa für sich verbluten und ein Land nach dem andern verwüsten. Belgien. Serbien, Montenegro, Rumänien, Griechenland und Rußland. Auch Frankreich und Italien läßt es denselben Weg wandern. Ist dies Grund genug für Amerika zum Krieg? Es wäre eine Aufgabe für die Söhne der größten Macht der neuen Welt, die in neutralen Ländern weilen und die verhältnismäßig unabhängig urteilen können, die leitenden Männer Amerikas für eine ernste Prüfung dieser Frage zu gewinnen: „Warum setzt Amerika den Krieg fort?" Fliegerangriff auf Paris. Paris, 16. August. Reuter Meldung. Amtlich. Feindliche Flugzeuge warfen mehrere Bonrben in der Umgebung von Paris ab. Einige Opfer und Sachschaden wurden gr- nieldet. Fliegerangriff auf Darmstadt. Heute Morgen gegen %9. Uhr wurde die offene Stadt Darmstadt von einer Anzahl feindlicher Flieger angegriffen. Die Flieger waren gemeldet und die Alarmierung der Stadt erfolgte rechtzeitig. Einige Bomben richteten Materialschaden an Häusern an. Mehrere Bomben fielen auf offene Plätze und Straßen ohne Schaden anzurichten. Reben einigen Verletzten sind vier Tote zu beklagen. Der Feind verlor bei diesem Angriff vier Flugzeuge. Fliegerangriff auf Mannheim. Karlsruhe, 16. Aug. Heute Nacht wurde Mannheim- Ludwigshafen von feindlichen Fliegern angegriffen. Es wurde einiger Sachschaden angerichtet durch Bonibenabwurf. Personen wurden nicht verletzt. Auch heute vormittag versuchte eine größere Anzahl feindlicher Flieger Mannheim- Ludwigshafen anzugreifen. Sie wurden durch unsere Abwehrmittel am Bombenabwurf gehindert. Dabei wurden drei feindliche Flugzeuge abgefchossen. Starkes Meltkeken. Jagenheim (Bergstraße), 16. Aug. Gestern nachmittag von 2 Uhr 32 bis 5^ Uhr wurde ein starkes Weltleben von der hiesigen Erdbebenwarte übereinstimmend darauf vom Seismograph der Technischen Hochschule in Darmstadt ausgezeichnet. Vermutlich handelt es sich um das Jnselreich des westlichen großen Ozeans in einer Entfernung von 13 060 Kilometern, SiegeswiUe. Eins hat uns der Krie-g mit überwältigender Eindringlich- trit gelehrt' daß die brutaLo Gewalt nichts, der Geist alles ist. Wäre es anders, wie hätten wir bis jetzt dem Ansturm der feindlichen Maffenheere widerstehen können? Es erwächst aber daraus auch die Verpflichtung, den Geist, der uns den Sieg verheißt, hochzuhallen und zu stärken. Man soll auch vom Feinde lernen! Schlechthin bewunderungswürdig ist die Kunst, die er übt, in seinen Völkern den Siegeswillen wachzuhalten. Was leidet Frankreich nun scdon im fünften Jahr! Und trotzdem ist seine moralische Kraft noch ungebrochen! Ob wir in ähnlicher Lage auch so stark gewesen wären? Man denkt (tu all die Jämmerlichkeiten und Schwachmütigkeiten von Regierung und Volksvertretern, an das nilofe Friedens gewinfele und Gebettete und wird starke Zweifel hegen. Woher dieser Unterschied? Der Grund liegt klar am Tage. Die Entente hat Staatsmänner, die diesen Namen verdienen. Das muffen wir anerkennen. Männer, die ihr Volk kennen und ihre Aufgabe verstehen; die unermüdlich im Kampf liegen mit den bösen Geistern des Kleinglaubens und der Verzagtheit: wie mir kann es nirgends fehlen? Bis er auf einmal merkte, daß das ein Irrtum sei. und all sein Selbstvertrauen zusammenbrach. Da ist er einen schweren Weg gegangen: den Weg zu dem Gott, zu dem seine Mutter ihn beten gelehrt hat. Jahrelang hatte er sich nicht mehr um ihn gekümmert und als er nun vor ihm stand, wußte er weiter nichts zu sagen, als: Gott sei inir Sünder gnädig. Aber als er dann heimging, war in seinem Herzen neue Kraft. Nicht mehr die falsche Kraft des Selbstlobes, sondern Kraft aus Gott! Und das ist der Weg, den auch wir gehen'müssen! Man hat viel davon geredet, daß dieser Krieg die Menschheit nicht bester, sondern schlechter gemacht hätte, und also hätten die Unrecht, di» da meinen, Gott könne durch den Krieg sein Himmelreich bauen. Aber wir meinen, eines steht doch fest: das Reden davon, daß es auf der Erde so schön sei, daß man gar kein Himmelreich brauche, und daß es von Jahr zu Jahr jchöner werden muffe, das ist doch sehr stumm geworden. Das Vertrauen auf unsere menschliche Macht und Klugheit und das üble Gerede^ daß der Mensch von sich aus gut sei, man müffe ihm nur frtte Bahn lassen, das ist jämmerlich in die Brüche gegangen, die Bibel hat Recht behalten mit ihrer Auffassung von der Ohnmacht und Sündhaftigkeit des Menschen. Wenn wir das einmal einsehen gelernt haben, dann ist uns der Wog frei zu GM. der uns unser Selbstlob versperrt hat. Und das ist sicher» wenn wir erst einmal gespürt haben, welche Kraft in unserem Herzen wachse, wenn Gott unsere Zuflucht ist, dann werden wir noch die Stunde segnen, in der unser Selbstlob vor unserer tiefen Niedergeschlagenheit stumm wurde — und dann werden wir siegen. Amen. die ihren Völkern grosse und leuchtende Ziele zeigen, an denen sich der Wille trotz aller Niederlagen und Rückschläge wieder aufrichtet. Und wir??? Wir haben eine Regierung, die stumm ist; die keine 'Ziele weist, weil sie-keine hat; die sich treiben läßt, anstatt zu führen,^ die den Geist dämpft, statt zu hellodernder Flamme An schüren; die vor lauter Rücksichten und Kurzsichtigkeiten kein entschiedenes Wert zu sagen wagt; die für deutsche Siege um Entschuldigung bittet und sich gegen die schändlichsten Verleumdungen mtt lahmen Redensarten verteidigt, wo sie als Anklägerin mit vernichtenden Beweisen die anderen vor die Schranken fordern könnte. Wir haben eine Volksvertretung, die durch Verzichterklärungan und Verständigungsbcteuerungen verschleudert, was auf den Schlachtfeldern unter taufend bluttgeu Op,e.n beiß errungen und erstritten wurde, die es schon für einen Erfolg hält, wenn der Feind den Bestand unseres Reiches unangetastet lasten will, wenn man uns läßt, was man uns nicht nehmen kann und die dafür noch einen Preis zu zahlen bereit ist Vsnd da wundert man sich wohl noch, daß der Geist vom 1911 nicht mehr lebendig ist? Man hat ihn ja selbst begraben unter tausend Bequemlichkeiten, man hat ihn mit Knüppeln totgeschlagen, wett er in seiner fortreihenden Gewalt hätte gefährlich werden können. Selbst soweit sind wir schon gekommen, daß man nicht eünmal den Finger mehr auf diese schwärende Wunde legen darf, ohne dah die demokratisch-pozisisttsche Me-ute über einen hcrsällt. Eine Berliner Zeitung hat es trotzdem nicht lasten können, aus Anlah des Rückschlags an unserer Westfront ouf „einen gewissen Zusammenhang" hinzuweffen, der zwischen diesen Ereignissen und der Weisheit zu bestehen scheint, „die im deutschen Reichstag über dem Einfluß milttärischer Erfolge auf den Ausgang des Weltkrieges von den Plätzen des Bundesrates aus vor einiger Zeit verzapft werden konnte." Da hättet ihr sehen sollen, wie das Frankfurter „Weltblatt" in die Luft ging! Roch selten hat man es so ercegt sich gebärden sehen! „Schamrot" hat es werden wollen, daß „ein deutsches Blatt stch er. dreistet, dem ehrlichen Friedenswillen der übergroßen Mehrheit unseres Volkes und dem Staatsmann, der bemüht war, uns zum Frieden zu führen, die Schuld am Mißerfolg zuzuschieben." Was das für ein Frieden geworden wäre, den uns der „geborene Staatsmann" Kühlmann beschert hätte, verschweigt die „Frankfurter Zeitung" wohlweislich; Bukarest, schon jetzt wieder ein Herd der ungescherttesten Ententchetzer, rÄdet doch eine zu deutliche Sprache. Glaubt das Demokratenblatt im Ernst, die berichtigte Kühlmannrede habe den Siegeswillen gestärkt? Wenn doch alle militärischen Anstrengungen, selbst Erfolge, die Entscheidung nicht bringen, woher soll dann unseren Truppen Mut und Ausdauer zuströmen? Es heißt nicht nach schlechter französischer Gewohnheit SündeNbocke in die Wüste stoßen und „Verrat" schreien, wenn man diese Frage stellt, sondern einfach die Tatsachen reden lasten. Groß und viel sind die Berfaum niste unserer pottttfchrir Leitung.' die Folgen liegen am Tage. Wir waren stark und zinüberwiadlich durch unsere einmütige Entschlossenheit; wir sind es noch heute, wenn der Geist, der im Volke l6bt, sich frei entfalten kann. Wird die Regierung endlich erkennen, was zu unserem Frieden dient, und wird die Erkenntnis noch zur rechten Zeit kommen, ihe es heißen muß: Zu spät??? S. D. Erlaß von Strafen wegen Kartoffelabgabe. Der Abgeordnete Lang hat im Landtag folgenden dringlichen Antrag eingebracht: In einer Reihe von Ortschaften im Odenwald ist eine große Anzahl von Landwirten mit Strafmandaten bedacht worden, weil sie Kartoffeln an arme hungernde Leute auf deren wiederholten Bitten und Drängen zu mäßigen Preisen aus ihren er. sparten Beständen abgegeben haben, die andernfalls verfault und der darbenden Bevölkerung entzogen worden wären Die fraglichen Landwirte hatten ihrer Ablieferungspflicht dem Kom- rnunalverband gegenüber genügt, sie konnten daher nicht annehmen. daß in ihrer Gutmütigkeit. den Leuten zu helfen, eine strafbare Handlung zu erblicken fei. Es herrscht m A. n. eine berechttgte Erregung weiter Volks- freSfc über ein derartiges behördliches Vorgehen. Ich beantrage: Die Kammer wolle Eroßherzogliche Regierung erst schon. darauf hinzuwitteu, daß die Strafverfolgung der in Frage sichenden Landwirte inhibiert und, soweit Strafen erfolgt sind, dieselben niedergeschlagen oder erlösten werden Rach einer neuen Verfügung des Kttegsernährungsamts rmd des Eroßh. Ministeriums des Innern ist eine Anmelde- p f l i ch t f ü r a l l e in der kommenden Hausschlachtungs- periode, die am 15. September 1918 beginnt, vorgesehenen Hausschlachtungsschweine zur Selbstversorgung angeordnet worden. Jeder, der sich ein Schwein zur Hcrusschlachtung eingelegt Hat oder einlegeu will, hat dies als. bald, spätestens aber bis pn 1. September durch Vermittelung der zuständigen Bürgermeisterei bei dem Kreisamt anzumelden. Für die später angoschafften Schweine hat die Anmeldung gleichfalls sofort nach Erwerb zu erfolgen, spätestens aber 3 Monate vor der Schlachtung des Schwsin-es den Zeitpunkt des Erwerbs und Befihübergangs einerseits und der beabsichtigten Schlachtung andererseits muß also ein Zeitraum von mindestens 3 Monaten liegen!. Dies entspricht tm wesentlichen den vorjährigen Bestimmungen. Die Interessenten werden auf diesen Amneidezwang aufmerksam gemacht. Die Genehmigung zur Hausschlachtung wird bei Versäumnis dieser Frist und dieser Anmeldung grundsätzlich versagt werden mästen. Es liegt daher im Intereste jeden Schweinehalters, der schlachten will, daß er sein Einlegeschwein unverzüglich bei der Bürgermeisterei seines Wohnorts anmeldet. Dag Weil int JÜro^f? der Frankfurter Mittig gegen H. Ä. ChMntain. Frankfurt a. M., 16. Aug. In dem von der „Frankfurter Zeitung" gegen den Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain angestrengten Prozeß wurde der Angeklagte wegen Beleidigung im Sinne des 8 186 des R.-Str.-G. zu der höchstzulässigen Geldstrafe, zu 1600 Mark, eventuell für 10 Mark je einen Tag Gefängnis verurteilt. Auf Antrag der Privattläger ist innerhalb eines Monats nach Rechtskraft der Tenor in 21 Zeitungen zu veröffentlichen. Uom Felds der Girre. Rieder-Wöllstadt. Der Uhrmacher Karl Th. Müller, fett Kriegsbeginn im Felde, bei dem Friedberger Landst.-Batl., 1. Komp., erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klaff«. Gettenau. Der Landsturmmann Hugo S1 e f f a n von hier, im Landw.-Inf.-Regt. 87. Inhaber der Hesi. Tapferkeitsmedaille, erhielt wegen tapferen Verhaltens bei einer Pattouillen-Untsr- nohmung das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe. Södel. Der Reservist Karl Walz, Sohn des Landwirts Karl Walz II, wurde wegen feines Ausharvens vor dem Feind mit dem Eisernen Kreuz zwetter Klaffe ausgezeichnet. Wtt gratulieren! Wohnbach. Dem Musketier Otto Wolf, Sohn des Gastwirts Eduard Wolf, wurde des Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Herzlichen Glückwunsch! Vereinigte Landwirte non Frankfurt a. 1. tt. Utng. Am Mittwoch, den 21. August, nachmittags 3 Uhr findet zu Friedberg im „Mainzer Rad" (Sempf), eine V er Sammlung statt. Tagesordnung: 1. Sind die Maßnahmen der Kontrolleure der Landes- Milch- uns Fettstelle und die Zettel mit Strafandrohungen geeignet, die Milcherzeugung zu vermehren? 2. Milchpreiserhöhung. Alle milchproduzierende Landwirte sind fteundlichst eingeladen. Ans der Heimat. Friedberg, 16. August. (Silber-Hochzeit.^ Am 10. August feiert Rangiermeister Friedrich Eeyer und Frau Maria (geb. Koch) das Fest der Silbernen Hochzeit. Glückauf zur Goldenem? er. Die Drufchpramie für Hafer. In der letzten Sitzung des Landwirtschaftlichrn Kreisvereins Hanau gab Herr Kornhaus- dttektor T h y l m a n n einige recht beachtenswerte Ausführungen. Die Druschprämien für Hafer sind jetzt auch bekanntgegeben worden. Der für Hafer festgesetzte Höchstpreis von 30 Mark per 100 Klg. erhöht sich, wenn die Lieferung erfolgt: vor dem 1. September 1918 um eine Drufchp'.ä'N.e von 10 Matt, vor dem 16. September 1918 um eine Drmfchprämre von 8 Mk., vor dem 16. Oktober 1918 um eine Drufchpcämie von 6 Matt, vor dem 1. Dezember 1818 um eine Trufchprämie von 1 Mark für 100 Kg. Ferner find bekanntgegeben dis Mengen Hartfut- ler (Gerste, Hast'r und Gen-.enge aus beiden), die im tommelß dem Wirli^ni^inhr zur Dern-rtcr-rug Tiere vcrwendel werden dürfen. Tn die Ernte in j:;;:ö 2 voraussichtlich bester aussiM als im Vorjahre, so i-i es möglich gewesen, einzelnen Tierpatt,engen eine größere Ration zumessrn zu können als int letzten Wirtschaftsjahre. Während den schwer arbeitenden Pferden in der Landwirtschaft im Vorjahre nur für dis Zett der Ernte und der Herbstbestellung Zulagen gegeben wur- den» so sind diese Zulagen auch auf die Zeit der Frühjahrsbe- stellu-ng und der Ernte des nächsten Sommers ausgedehnt worden. Die Eriundration in Hafer bettägt für die laudwirtschrft- lichen Pferde 3 Pfund für den Tag und die Zulagen für die fchwerarbeitenden Zugpferde mit Genehmigung des Kommunalverbandes für die Zett vom 16. August bis 15. November 1018, vom 1. März bis 31. Mai 1919 und vom 16. Juli bis 15 Aug. 1919 4 Pfund für den Tag. Die zur Feldarbeit verwendetem Zugochsen erhalten 1% Pfand, die Zugkühe (in Ermangelung anderer Spanntiere) 1 Pfund fiir den Tag und zwar für die Zett vom 16 August bis 15. November 1918 und vom 1 Marz bis 31. Mai 1919 Für zum Sprunge verwendete Zuchtbullem sind % Pfund für den Tag vorgesehen, für Eber V* Pfund für den Tag und an gedeckte Zuchtsauen darf 1 Ztt. für den Wurf verfüttert werden. Soweit in der Verordnung Tagesmengen festgesetzt sind, ist die Festsetzung durchschnittlich fiir den Tag erfolgt. Hat der Landwitt an einzelnen Tagen weniger als die durchschnittliche Tagesratton verfüttert, so darf er an einem anderen Tage entsprechend mehr geben, keinesfalls darf er aber insgesamt mehr verfüttern, als die auf die ganze Verfütterungs- zeit entfallende Menge. Den Landwirten ist es leicht möglich, die Gesamtmengen zu berechnen, die sie verfüttern dürfen und sie können jetzt schon feststellen, wieviel Futtergettetde für Fut- terzwecke sie zurückbehalten dürfen. Die in kriegswirtschaftlich wichtigen Betrieben tättgen Pferde erhalten die seitherige Ration von 3 Pfund für den Tag. jedoch aber erst vom 15. Sept. ab. Bis dahin soll Beifutter als Ersatz gegeben werden und zwar 5 Pfund für den Tag. Dadurch, daß die Futtermittelstelle des Stadt- und Landkreises in den letzten Monaten etwas Futt ter erspart hat, ist es mögttch, die Ration auf 10 Pfund erhöhen zu können und zwar wtrd voraussichtlich 5 Pfund Spitzkleie und 5 Psimd Trocksnfchnitzel pro Pferd und Tag verabfolgt. Vom 15. September ab erhalten die Pferde wieder Hafer und zwar 3 Pfund für den Tag, außerdem erhalten sie die übliche Bei- futterratton, und wo diese in der Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1918 nicht ein g ehalten werden kann, statt besten eine Haferzulage von 2 Pstlnd für den Tag. also insgesamt 5 Pfund für den Tag, bis zum 31. Dezember 1918. Alle übrigen Pferds besonders Luxuspferde, erhalten kein Körnerftttter. Frankfurt a. M. Die Schöffengerichtsverbcmdlung gegen! die E. Steinbrecher, die sich widerrechtlich 60 Buttettarten za verschaffen wußte und darauf Butter bezogen hat, wurde von uns irrtümlich nach Mainz verlegt, sie hat in Frankfurt a. M. stattgefunden. Kirchliche NachrichU«. Evangelische Gemeinde. 12. Sonntag nach Trin., 18. August 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberge^ Anschließend Beichte und hl. Abendmahl. Abends 8*4 Uhr Professor Lampas. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vormittags 10 Uhr. Anschließend Katechismuslehre für die Mädchen. » Katholische Gemeinde. Sonntag, den 18. Aug. 1918. 13, Sonntag nach Pfingsten. . Beichtgelegenheit am Samstag von 6 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an. P/ 2 7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr hl. Messe. f%10 Uhr Hochamt mit Segen und Predigt. Nachmittags 2*4 Uhr Firmungsunterricht rmd Sakcw mentalische Bruderschafts-Artdacht mit Segen, danach Vec* sammlnng des Jungfrauen-Vererns. Um 4 Uhr: Versammlung des Jimglingsvereins.- Während der Woche: Um %7 und 7 Uhr hl. Messe. Mittwoch um 7 Uhr hl. Meffe in der St. Georgskapells. Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht. Sonntag, den 18 August: Kleine Wallfahtt nach Sternbach. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Bor- romäus-Bücherei. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A- G.. Friedberg t H 1 1.) Mk Mchmg l demj.n gen. der mir Angaben machen rann über den Verbleib meines vor einiger Zett verfchw. Hundes; ozi elbe ijt sch art, helle Pfoten ui>ö Brust, weisieSchwanz- spitze, tauge Ohren, hört auf den Namen „Lord . Johanna Sprengel, Bad-Nauheim) Kurstratze 11. Suche auf 1. September 1918 einen tüchtigen Milchkutscher. Bchudt, Hofgut Ossenheim. Simon Kaufmann, WckMg., Nieder-Weisel, Fernsprecher Amt Butzbach Nr. 2L Bekanntmachung. Nächsten Montag, den 19. August, verteilen wir in der alten Post durch die hiesigen Kolonialwarenhändler MÄ8V. Zeiteinteilung wie bei der Vutterverteilung. Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeichnete Person werden 50 Gramm zu 22 Pfennig verabfolgt. Friedberg, den 16. August 1918. Der Bürgermeister I. V.: Damm. liefert schnell und billigst Pftie Sruckerei und Derlaa. A.-T. Bekanntmachung Am Montag, den 19. ds. Mts., gelangen die neuen Bkstgsslhkitik für Mmilih von 8—1 Uhr vormittags und von 3—6 Uhrnachmittags auf Zimmer 9 des Stadthauses zur Ausgabe. Die Vollmilchausweiskarte ist oor- zulegen. Friedberg, den 14. August 1918* Der Bürgermeister I. SB.: Damm. iBijitenfariftt Nk»rS«zks?rit«g sinr-kerei ».PkttA-Gi r Matt Harten. Helene Schmitt Johannes Kuhn Seminarlehrer Verlobte l Mainz, Stephansplatz I. Friedberg f. H., z. Zt Lieh. Holzversteigerung. Es kommen lur Versteigerung Montag. den 19. August 1918, . '!? aiualwald Burgwald, Abteilung 1; : 0 rw. EichenschäLknÜppel, darunter 13 rm. zu Gar- retipfoficn geeignet, (170 Stück). 13327 Eichenschälwellen. Dienstag, den 20. August 1918, im Ober-Nosbacher Domanial- wa!d aus den Fotslorten Mainzer Hecke und Kellerberg: 108 rin. Eichenschälknüppel, 11387 Eichenschälwellen. Zusammenkunft vormittags 9 Uhr an der dicken Eiche. Die blau oder rot unterstrichenen Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Ober Nosbach, den 14. August 1918. Grotzherzogl. Oberförsterei Ober-Nosbach. Ohl. Markenfreie MmtcheigtrilW. ^ Durch den Unterzeichneten Notar werden Montag, den 19. August 1. Is.. vormittags ^8Uhr, in dem Nathcussaale in Assenheim die in in der Gemarkung Asienheim gelegenen nurdftücke des verstorbenen Kammerdirektors Dr. Ernst Wilhelm Georg Geyger ,y■ zweiten- und voraussichtlich letztenmal versteigert. Die Vsr- it'.igerungsbedingungen tonnen bei mir eingesehen oder abschriftlich von mir bezogen werden. Zftiedberg, den 12. August 1916. Der Grotzh. Notar: Jockel. Psrlkssiil-Taiielßsss-Waschiiiiliier l-m^t 8(b Eigels Waschpulver. hmm ^ Schmitz Sonn Wasch- und Bleichhölse P°r°t 30^ Adi Bleichmittel.P-,-. 38^ | Bums Sr. Röhns Waschmittel . . P°r°. 3v^ Äkislt, ,UM Putzen und Reinigen .... Paket 2(h> Pntzsaiid.Pak-t 15^ Schrubber und Bürsten in verschiedenen Preislagen. 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Dieselben weiden mit einer Hackmaschine oder mit dem Hackmesser so sein wie möglich zerkleinert und dann eine große, sauber ge- waschene, ungeschälte, rohe Kartoffel ä Person, ebenfalls fein gerieben, zugesetzt und alsdann mit Salz und Wasser zu Feuer gebracht in einem zugedeckten Gefäß. Wenn die Suppe gar und seimig ist, wird ä Person ca. 20—25 Gramm „Ohsena" zugeietzt und hat die Suppe dann einen kräftigen Fleischgeschmack. Soll sie nicht als Vorspeise, sondern als Mittagessen dienen, wird die Suppe etwas dicker eingekocht durch mehr Zu atz von Kartoffeln, fein gehacktem grünen Gemüse und mehr „Ohsena-Extrakt" und mehr Salz nach Geschmack. Auf diese Weise empfindet man beim Mittagessen in'den fleischlosen Wochen nicht das Fehlen von Flei'ch, sondern alle Suppen erhalten durch „Ohsena" einen kräftigen Fleischgeschmack. „Ohsena" ist in den meisten Geschäften der Lebensmittelbranche täuflich zu folgenden Preisen: Vi Pfd. netto Mk. 5.26 1 / 2 Psd. netto Mk. 2.90 V 4 Pfd. netto Mk. 1.60. 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