Würmer 184 Eilizelpreis Lm?r Donnerstag, den 8. August 1918 11. Jahrgang. Die ^Ilrne Tageszeitung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Dauer ans Hessen", „Die SpirrnftuKr". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vierleljährlich Mk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei oen Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägeriobn. Anzeigen: Grundzeile 2b Pfg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Kchriftleitung und Verlag Friedberg (Hessens, 'oanaueräraßs 12. Ferniprecher 18. Zo'Lichsck-Lonlo Rr. 1859. .4,nt Frankfurt a. M. Kapitäulenlnant Strassers Heldentod. — Teilkampfe an der Westfront. Foch. Marschall von Frankreich. 18 000 Tonnen versenkt. || Der deutsche Generalstak g===r=r-== meldet: W, T. K. Großes 7 . August Amtlich. Hauzt-q^artirr', Westlicher Kriegsschauplatz. de;r Heeresgruppe Kronprinz Nuppre'chk. Tie Gefangenenzahl aus den gestrigen Kämpfen nördlich der So m me hat sich auf 280 erhöht. Griti englischer Gegenangriff südlich der Straße Braye—Corbic brach vor unseren neuen Linien zusammen. Tie Erkundungstätigkeit war beiderseits der Lys und an der Avre besonders rege. Nordwestlich von Montdidier kam ein feindlicher Teilangriff in unserem Feuer nicht gitr Entwicklung. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In den Morgenstunden Teilkämpse an der Beste. Oest- lich von Fismes machten wir beim Vorstoß über die Beste Gefangene. Am Abend heftiger Feuerkampf, dem beiderseits von Vraisne und Barsches starke feindliche Angriffe folgten. Sie wurden teilweise im Feuer, an einzelnen Stellen int Gegenstoß abgewielen. Der Erste Generalguarliermcister: Ludendorff. Aderrdbericht. Berlin, 7. August, abends. (WTB. Amtlich.) Von den Fronten nichts Neues. Der österreichische Generalstak - meldet: ===== Wien, 7. August. (WTB. Nickstamtlich) Amtlich wird verlautbart: In Italien Artilleriekampf und Patrouillentätigkeit. In Albanien wurden westlich Berat italienische Vorstöße abgeschlagen. Im aberen Devoli-Tal erzielten wir weitere Fortschritte. Der Chef des Generalstabe-. Der Knlgarilche Geueralstak || ===== meldet: ===0 Sofia, 5. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- bericht. Mazedonische Front: Die Feneriätigkeit war beiderseits auf den rechten und linken Ufern des oberen Skumbi zeitweilig lebhafter. ' Westlich des Ochridasees zerstreuten wir durch Feuer starke feindliche Erkundungsabteilungen. Zwischen dem Ochrida- undVrespasee, beiderseits der östlichen Ezerna und südlich von Huma zeitweilig lebhaftes gegenseitiges Artilleriefeuer. Oestlich des Wardar kurze Feuerüberfälle seitens des Feindes. Auf dent Vorgelände östlich von Serres zerstreuten wir durch Feuer niehrere griechische Erkundungsabteilungen. Ein feindliches Flugzeug wurde von unserem Feuer getroffen und vor unseren Stellungen südlich des Doiransees zur Landung gezwungen. Sofia. 6. August. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- bericht. Mazedonische Front: Oestlich des oberen Skumbi zerstreuten wir durch unser Feuer drei französische Sturmabteilungen. Westlich vonl Dobropolje und in der Gegend von Moglcna war die Feuertätigkeit beiderseits zeitweilig ziemlich heftig. Oestlich d«s Wardar verjagten unsere Posten eine englische Er^nndungsabteilung. In der Nähe der unteren Struma verjagten unsere Gruppen mehrere griechische Züge. 18000 Tonnen versenkt. Berlin, 7. August. (WTB. Amtlich.) Weitere 18 000 Brt. wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote in dem rwrbwesttichezr Seekriestsgebiet Vernichtet. Der Chef de- Ndmiralstabe- der Marine. firftfdjifaiiptf Mt Ez-chüs i Berlin, 7. August. (WTB. Amtlich.) In der Nacht Vom 6. zum 6. August hat der so oft erfolgreiche Führer unserer Luftschiffangriffe Fregattenkapitän Straffer, mit einem unserer Luftschiffgeschwader erneut die Ostküste Mittelenglands durch gut wirkende Bombenangriffe besonders ^ aüf Boston, Norwich nnb die Befestigungen an der Humber- Mündung schwer geschädigt. Wahrscheinlich fand er dabei mit der tapferen Besatzung seines Führerschiffes den Heldentod. Alle übrigen an dem Angriff beteiligten Luftschiffe find trotz starker Gegenwirkung ohne Verluste und Beschädigungen zurückgekehrt. Nächst ihrem bewährten gefallenen Führer sind an dem Erfolge besonders beteiligt die Luftschiffkommandanten Korvettenkapitän der Reserve Prseltz, , Kapitänleutnant Laeschmar, Walther, v. Freudenreich und Dose mit ihren braven Besatzungen. Der Chef des Admiralstabes der Marine. * Haag, 7. Ang. Reuter meldet aus London: Fünf feindliche Luftschiffe versuchten in der Nacht vom 6. August über die Ostküste Englands zu fliegen. Sie wurden noch ans der See von unseren Lnftstreitkräften angegriffen. Ein Luftschiff wurde in einem Abstand von 40 Meilen von der Küste abgeschossen rmd stürzte in Flammen gehüllt in das Meer. Ein anderes Luftschiff wurde beschädigt- Minencrploftan irr Uamsgate. . Basel, 6. August. „Daily Chronicle" meldet aus Rams- gate: Eine noch unaufgeklärte Explosion hat unter der hiesigen Bevölkerung große Aufregung hervorgerufen. Von der Küste beobachtete man einen ungeheuren Schein, dem eine erschütternde Explosion folgte. Man glaubt, daß die Explosion durch die Sprengung einer mächtigen Mine hervorgerufen wurde. pinnt Gtt kr WiltOiltkit KM. Haag, 7. August. Hollandsch Nieuwsbureau meldet: Im Monat Juli sind an der holländischen Küste 149z-Seeminen angesthwemmt worden. Davon sind 138 britischer, 14 deutscher Herkunft. Insgesamt sind seit Ausbruch des Krieges 5047 Seeminen au der holländischen Küste gefunden worden. Davon sind 4190 britischer, 80 französischer, 351 deutscher und 471 unbekannter Herkunft. Die IrijitHTfi! Unlüste der AMlilin. Haag, 5. Atrgnst. Wie außerordentlich schwer die Kriegsanforderungen auf Australien lasten, geht aus einem Aufruf hervor, heu General Monask, der Oberkommandierende der australischen Streitkräfte, an die Heimat richtet und worin er mitteilt, daß mehrere ruhmreiche australische Bataillone aufgehört hätten, als Gefechtseinheiten zu existieren, und daß eine Menge von Bataillonen von dem gleichen Los bedroht sei, falls kein Nachschub aus Australien komme. Acht Prozent der australischen Bevölkerung besinden sich bereits unter den Waffen. Davon sind 40 000 Mann tot und 133 000 verwundet. Der Nachschub soll in der Weise geregelt werden, daß alle Vierteljahre Freiwillige untersucht werden sollen, die durch das Los bestimmt werden. Die Deschickrnng van Daris. Genf, 6. August. Die Pariser Meldungen über die starken Wirkungen des Bombardements aus den Ferngeschützen werden durch eine Havas-Note bestätigt. Der Luxemburg-Palast, in dem der Staatsgerichtshof tagt, zählt zu jenen Pariser Gebäuden, ,für deren Bedachung besondere Schutzmaßnahnten angeordnet wurden. Don der mazedonischen Front. Sofia, 7. August (WB.) Bericht über die militärischen Unter nehnMngen nährend des Monats Juli 1918 auf der mazedonischen Front. Während' des vergangenen Monats war dir Kampftätigkeit auf beiden Seiten im allgemeinen mäßig. Zeit, werfe war das Artillerie- und Minenfeuer an gewissen Punktet« der Front heftiger, wähnend die Insanterie-Unternehmuiw' sich auf berdrn Seiten auf örtliche Angriffe beschränkten tr hauptsächlich zum Zwecke der Erkundung auf verschiedene schnitten aus geführt wurden. Die Unternehmungen ent ten sich im allgemeinen in folgender Weife: Westlich des rida-Sees unternahm der Gegner in Verbindung mit U nchmungen in Albanien mehrere nutzlose Angriffe gegen urft Stellungen südwestlich der Skumbiquellen. Unsere Infanterie- Ei tchsiten hielten nicht nur ihre Stellungen, sondern machten auch mehrere Male erfolgreiche Angriffe gegen feindliche Gräben, woraus sie verschiedenes Kriegsmaterial einbrachten. In der Gegend von Bitolia verstärkte sich auf beiden Seiten das Artilleriefeuer von Zeit zu Zeit. Mehrere seindlikhe Stuim» angriffe wurden zurückgeschlagen. Unsere Stoßtrupps modelt französische Gefangene. Im Eernabogen und in der Gegend von Moglena machte der Feind mehrere heftige Feuerangriffe.. Auf beiden Seilen der östlichen Eerna mißlangen wiederholte Versuche der Italiener. Franzosen, Griechen und Serben mit verstärkten Jnfanterieabteilungen in unsere Gräben einzu« dringen durch unsere Abwehr. Dagegen drangen unsere Infan terietruppen an mehreren Stellen in feindliche Stellungen r und brachten italienische und serbische Gefangene zurück. A beiden Seiten des Wardar war die Tätigkeit der Infanterie und Artillerie ziemlich lebhaft. Unsere Batterien schossen zahl reiche feindliche Munitionsdepots in Brand. Feindliche Stoßtrupps versuchten mehrere Male sich unserer Sicherungslinie südlich Huma und östlich des Waroar zu nähern, wurden aber durch Feuer zur Lckgetr leben. Unsere An grifft truppen drangen an mehreren Stellen in feindliche Gräben ein und machten nach einem Kampf Mann gegen Mann, welcher den Feind bedeutende Verluste kostete, griechische und französische Gefangene. Vom Dojransee bis zur Strumamündung war die Kampftätigkeil mäßig, sie war besonders durch Erkundungsvorstöße auf das Vorgelände gekennzeichnet, in deren Verlauf wir Gefangene machten, welche Neuangekommenen königlich griechischen Divisionen angehörten. Die Lufttätigkeit war auf beiden Seiten ziemlich lebhaft. Die feindlichen Flugzeuge warfen ohne Ergebnis Brandbomben auf bestellte Felder, welche ganz nahe hinter unseren Linien gelegen sind. Sie griffen mehrere Male unverteidigte Oertlich- keiten hinter unserer Front an, u. maffen 23 Bomben auf unser sichtbar gekennzeichnetes Militärlazarett bei Petritfch. Im Laufe dieser Unternehmungen verlor der Gegner sechs Flug» zeuge und einen Fesselballon. Fach, Warschau vsn Frankreich. Genf, 7. August. Rach einer Pariser Havas-Meldung begab sich Präsident Poincarö am Dienstag früh in das amerika* Nische Hauptquartier und überbrachte dem General Pershing im Namen der Republik das Großkreuz der Ehrenlegion. Der Präsident kehrte sodann nach Paris zurück und führte den Vorsitz im Ministerrat, der auf Vorschlag des Kriegsministers Clemen- ceau beschloß, den General Foch. zum Marschall von Frankreich zu ernennen und dem General Pötain die Militätmeoaille zu verleihen. In der von Elemenceau verfaßten Begründung des Ernennungsdekrets des Marschalls Foch w'.rd bemerkt, daß Foch durch seine Gegenoffensive die voin Feinde gesuchte Entscheidung verhindert, Paris befreit, Soisions und Ehateau-Thierry wie- dercrobert habe. Das Urteil gegen Ulalvy. 5 Jahre Verbannung. Genf, 7. August. Wie Havas aus Paris meldet, hat da- Staatsgcricht gestern mit 101 gegen 8l Stimmen den ehemaligen Minister M a l v y des Mißbrauchs der Amtsgewalt schuldig ge« spvochen und ihn unter Anwendung mildernder Umstätrde zrt der Mindeststrafe von 5 Jahren Verbannung verurteilt Das Gericht hat auf die Mcrkennung der bürgerlichen Ehrenrechte verzichtet. StlMmd -cs Grnmilg Wchrnks. Karlsruhe, 7. August. Das ukrainische Bureau in Zürich meldet: Der russische General Nitsä)enko hat in De- ntir-Tschura unmittelbar nach einer Haussuchung in seiner Wohnung durch die Rote Garde Selbstnwrd verübt. Der General fiihrte im russisch-lapa nischen Krim ein. Kosaken». korps mb hat sich auch in diesem Krieg rühmlich hervorgetan. Rußland. Haag, 7. Aug. Reuter meldet aus ArHangeizr vom 4. August: In der vergangenen Nacht besetzten die Bolschewisten Uabonagora, die am nächsten bei Archangelsk ge. legerre Station. Am Mittag wurden sie jedoch von Weißen Garden wieder vertrieben. Patrouillierende Bauern aus den benachbarten Dörfern lieferten eine große Anzahl Roter Gardisten ein. die sich in der Umgebung versteckt hielten. Aus Mecin und Pinega melden Telegramme, daß in einzelnen Distrikten wie z. B. in Schenkersk, dem Mittelpunkt des Widerstandes gegen die Bolschewisten, sich Behörden gebildet hätten. Wie verlautet, strandeten drei Dampfschiffe. Die bolschewistischen Mannschaften entkamen längs der Küste. Petersburg, 7. Aug. (WB.) Die Preffe meldet: Auf Befehl Trotzkis werden die Straßenpattouillen und Wachen von Petersburg verstärkt. An die tschecho-slowakische Front gingen von hier Verstärkungen ab. Die Zeitung „Bewaffnetes Volk" bringt einen Auffuf zur Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes infolge der Beschießung von Archangelsk. Die Rote Armee veröffentlicht einen Aufruf an die ehe* maligen gedienten Unteroffiziere der Jahrgänge 1893 bis 1895 in den Gouvernements Petersburg, Moskau und Wladimir. Petersburg, 7. Aug. (WB.) Die Preffe meldet: Ueber Archangelsk, Wologda, Grjasowez, Buj, Staüon Suchona (bei Wologda) und Kotlaß (a. d. Dwina) wurde der Belagerungszustand verhänat. In diesen Orten wurden alle Kommunisten unter die L' "en gerufen. Alle Ausländer haben die Orte innerhalb 24 Stunden zu verlassen. Haag, 7. A - Reuter meldet aus Chardin: Semenew begibt sich nach adiwostok. Wie verlautet sind seine Truppen zwischen Mandschrrria an der Eisenbahn von Trans- baikalieu nach der Mandschurei und Chailar (In der Mandschurei an der gleichen Eisenbahn), wo sie die Tschecho- Slowaken erwarten. An der Mandschureifront bei Nikolsk kommen österreichisch-deutsche Verstärkungen an. Die Engländer an der Murmanknfte. Helsingfors, 6. Aug. (DB.) Laut „Helsingin Samemat" bringen die Engländer in Karelien und Murman Rubelscheine im Betrage von 100 Millionen in Umlauf, die nur dort Geltung haben. Sie zwingen dadurch die Bevölkerung, ausschließlich bei ihnen zu kaufen. Die Engländer kaufen Renntierfleisch und Lackes auf und versprechen dafür Zucker, Tee, Leder und Kleider zu liefern. Maßen Verhaftungen von Gardisten. Nishrn-Nowgorod, 5. Aug. (WB.) Baut Meldung der Petersburger Tel.-Agentur wurden 400 Gardisten und wettere 400 Mann die sich bei der französischen Mission eingeschrieben hatten, um nach Frankreich an die Westfront expediert zu werden, verhaftet, weil man sie im Verdacht hatte, unter dem Vorwände dieser Einschreibnug gegenrevolutionäre weißgardisttsche Banden zu organisieren. G«Ni!chr Truppeslasdrmg r« Haag, 7. Aug. Reuter meldet aus Wladiwostok voist 3. August: „Bei Anbruch des Tages landeten hikT britische Truppen. Sie wurden undlich auf genommen/' * Ein Aufruf au die Bevölkerung der Entevtestaaten. Moskau, 7. Aug. (WB.) Die Sowjetregierung wandte sich mit einem besoiLeren Aufnff an die Bevölkerung der Ententesiaaten, in dem sie die imperialiftffche, gegenrevolutionäre Bedeutung des Vorrückens der Entente im nördlichen europäischen Rußland klarlegt und die Arbeiterklassen auffordert, ihren Regierungen in dieser Beziehung Widerstand entgegenzu setzerr. » Kopenhagen, 7. Aug. (WB.s „PolrtEen" meldet aus Helsingfors: Anläßlich der Mordattentate in Rußland und in der Ukraine wird in Rußland die verschärfte Grenzüberwachung und eine strengere Polizeiarffsicht im Innern des Landes ein geführt. Kelfferich «ach Kerl!« gerufen. Berlin, 7. Aug. (WB.) Der diplomatische Vertreter der kaiserlichen Regierung in Moskau, Staatssekretär H e l f f e r i ch, wurde zur mündlichen Berichterstattung über die Lage in Rußland nach Berlin gerufen und ist gestern von Moskau nach hier abgereist. Sowjets geht zugrunde an ihrer völlige» Unfähigkeit, auch um* einigermaßen Ordnung in die von ihnen unmittelbar verschul- deten chaottschen Zustande zu bringen. Polttisch hatte sich das zum Sterben müde Rußland mit ihrer Herrschaft abgesunden; in der russischen Oeffentlichkeit gibt er keine politischen Gedanken mehr: und die Republikaner sind ihr ebenso gleichgiilttg wie die Monarchisten. Sie wird jede Regierung und jede Regierungsform ertragen, die ihr Ruhe, einigermaßen gesicherte Zustande, die Möglichkett wirtschaftlichen Atemholens und vor allem und in erster Linie — Brot schafft. Die Sowjets konnten nichts von all dem. Seit Lenins Maschinengewehre die Bildung der Konstituante verhindert hatten, seit die Bolschewiki eine Gewaltdiktatur ausgerichtet hatten, gegen die der Zaris- mus eine ideale Demokratie gewesen war. herrschte der Kampf der Parteien in höchster Unerbittlichkeit. Die Masienfüsillade erwies sich nicht als geeignetes Ueberrsdungsmittel gegenüber den Gegnern, weil die eigene Herrschaft auf allzu schwachen Füßen stand, und man war umso weniger geneigt, dieser 'Regierung etwas zu verzeihen oder eine Konzession zu machen, je mehr inan auf ihre Kurzlebigkeit glaubte zählen zu können. Aus jedem Schwanken, aus jedem kleinen Mißerfolg zogen Sozialrevolutionäre, Kadetten. Monarchisten neue Kraft und Zuversicht, und je länger das Chaos des wirtschaftlichen Bolschewismus, die Berkehrsmffere, der Hunger in den Städten dauerte, umso mehr schwang auch die Gleichgültigkeit der parteimäßig farblosen großen Oeffentlichkeit zur Feindseligkeit um. Hätte Lenin es vermocht, den Hunger zu besiegen, die Zufuhren zu sichern, das Wirtschaftsleben in Gang zu bringen, in irgend einer Weife aufbanend zu wirken nach dem Dernichtungssturm der Revolution, man hätte sich den Teufel um das Aussehen des Gebäudes gekümmert, das errichtet wurde. und an dem man auch Beschäftigung. Verdienst, Brot fand. Aber die Verewigung der Revolution, die Revolütton um ihrer selbst willen, das war keme Standarte, um die sich auf die Dauer Menschen scharen ließen, die doch von anderem satt norden müsien als von verstiegenen Theorien, revolutionären Phrasen und schwülstigen Funksprüchen „an Alle''. So bröckelte die Macht der Sowjets ab, und die Vielheit der anderen Gruppen tat ihnen entscheidenden Abbruch. Heber kirrz oder lang werden sie überrannt werden, wie sie einst über- rannten, und die neue rirnwälzung ist dann ein Stück Reattion. Muß es sein, da ein Hinausgehenwollen über die Tendenzen des Bolschewrki nicht möglich ist. Das Eigenartige bei dieser mit Sicherheit zu erwartenden Entwicklung wird sein, daß die Macht ^ der Nachfolger der Sowjet- vorerst ebenso imaginär sein wird wie die ihre. Keine der Parttten, welche immer die Erbschaft anttitt, hat nennenswerten Boden rm Volke, selbst nicht die Kadetten, die sich immerhin auf den größten Teil der Intellektuellen stützen können. Und keiner wird es sonderlich leicht werden, noch den Stürmen.seit dem Sturze des zaristischen Regimes sich Zutrauen zu erwerben, in der Oeffentlichkeit sich zu verankern. Keine auch verfügt über militärische Machtmittel. In der Beziehung ist die Zerftörungsarbeit der Dolfche- wtti gründlich genesen: an diesem Teil ihrer Tätigkeit werden sie ja auch nicht zuletzt infolge der Schwierigketten, die ihnen Tschecho-Slowaksn und Ententetruppen schaffen, zugrunde gehen, die lettischen Schützen, die den. an sich schon bescheidenen, Kern der Sowjetsttuppen darstellten, sind müde und wollen nach Houfe. Kadetten und Sozialrevolutionäre verffigen über keine militärisch organisierten Verbände, der Regierung in Omsk stehen zwar vorerst die Tschecho-Slowaken in Stärke von einigen -10 000 Mann zur Verfügung, aber auch das ist keine Macht, die unter den gegebenen Verhältnissen irgendwie imponierend ins Gewicht fiele Man wird also sägen Knnen, daß auch nach der Durchführung der im Osten bevorstehenden Umwälzung die Verhältnisse nur sehr allmählich in einen Zustand der Erstarrung und Festigung ubergehen können, daß alles dafür spricht, man werde noch geraume Zeit hindurch mit innerer Zerfleischung des ehrmaligen Rußland zu rechnen haben. Was in dreiviertel Jahren Volschewikiherrschaft an ausbcmendcu Fähigketten, an Autorität. an allen guten Kräften zerstört wurde, das braucht Jahre zur Wied>rrher stellung und Ncuerzeugung. Selbst wenn in Zu- lvM das ungilückliche Land weniger zum Tummelplatz enten- ttsttscher Ränke gemacht wird, als es ar^genblicklich der Fall ist. ßrstilum in de« MaMstM Mich. Bukarest, 6 Äug. (WB.) Aus Jassy wird amtlich gemeldet: Dle rumänische Kammer eröffnet gestern die Debatte über den Bericht der parlamentarischen Unter- suchungskommission, laut dem der ehemalige Minister- Präsident Brattanu und vier Minister seines Kabinetts in den Anklagezustand versetzt werden sollen. Für die Anklage sprachen die Mgeordnet-en Mitescu, Antonescu, Bolu und Persena. Trotz vorgerückter Stunde schritt die Kammer zur -Abstimmung, die gesetzaemäß ffir jeden an geklagten Minister gesondert erfolgen muß. Die Versetzung Brattanus in den Anklagezustand wurde einstimmig mtt 109 Stimmen ange- nommen. Die Abstimmung über die vier anderen Minister soll heute vorgenommen werden. Uor neuen Ereignissen in Russland. Don unterrichteter Sette wird uns geschrieben: Tauscht nicht alles, so stcht die Herrlichkeit der russischen stderattven Sozialistischen Sowjetrepublik der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte vor dem Zusammenbruch. Das ist, r-ach dreiviettel Jahren, der Erfolg einer auf Theorie einerseits und brutaler Gewalt andererseits gegründeten Herrschaft, eines rm größtem Sttle angelegten kommunistisch-sozialistischen Experimentes, das die Utopie vulgär-sozialistischer Ideen am lebenden Versuchsobjekt russischen Staates und russischer Wirtschaft zur Evidenz erwies. Die Verwässernng dieser Ideen bei ihrer praktischen Durchführung, die den Lenin und Genossen durch die Gewalt der Tatsachen aufgezwungen wurde, die dem „Kapitalismus' heimlich gewährte Duldung, mit dem man so« zusagen einen Geheimftieden schloß, haben die zwangsläufige Entwicklung nicht aufzuhalten vermocht. Die Herrschaft der Me KraliMhlttMrideri in ilamÄnifn. Berlin, 4. August. MV.) Die Direktion der Dlskonto- Cosellschaft, Berlin, das Haus Bleich!öder,Berlin, und die von diesen beiden Firmen gegründete Banca Eenerala Romana in Bukarest haben gemeinsam eine Reihe von Br-aunkohlengruben und Feldern in Rumänien erworben. Die in Förderung be. ftNidlichen Gruben umfaßen etwa 80 Prozent der gesamten gegenwärtigen Draunkohlenproduktttn in Rumänien. Es ist in Aussicht genommen worden, durch einen intensiveren Abbau die Förderung beträchtlich zu steigern und, soweit möglich, in absehbarer Zeit Rumänien von der Einfuhr deutscher Steinkohle unabhängig zu machen. Dadurch wird nicht nur der rnmänt- scheu Volkswirtschaft ein großer Dienst geleistet, sondern es würde dadurch auch erreicht werden, daß die deutschen Eisenbahnen, welche bisher das besetzte rumänische Gebiet mit deutscher Kohle versorgt haben, eine erhebliche Entlastung ersabr»». Wo die Japaner kingrästa joürn. Im „Pays" (Paris) vom 18. Juli veröffentlicht Th. Roys, sen folgende phantasievolle Betrachtungen: Ein militärisches Eingreifen des Verbandes in Rußland erscheint voller Gefahren und Ungewißheiten: jene, die denken. daß man mtt 50 000 Mann Verbandstruppen das russische Volk wieder in Bewegung bringen könnte, vergehen zu leicht, daß Deutschland diesen mühelos 100 000 Mann, denen es dann noch einir^ maxima, listische Regimenter angliedern würln, entgegenstellen könnte. Auch bei einem japanischen Eingreifen von Sibirien au- würden ungeheure materielle Schwierigkeiten zu überwinden sein Schon zur Zeit des Zarismus hatte die Sorglosigkeit de* russischn-Verwaltung die Leistungssä bigke it der sibirischen Bahn aufs äußerste herabgesetzt. Die in schlechtem Zustande befindlichen Vahngeleise sowie das abgenutzte Material hatte den Transport der in Japan respektive in den Vereinigten Staaten gekauften Munitton und Kanonen zu einem ganz unzuverlässigen gemacht. Heute besitzt das ganze russische Eisenbahnnetz nicht jene Leistungsfähigkeit, die der Transport eines großen Heere» voran sfetzt. Ab--r ist denn der Landweg der einzige, der zwischen den Derbandshrrren und denen Japans endlich jene mehr gefeierte als verwirklichte „Einheit 1er Front" zu bewirken vermag? Eines schönen Tages kam eine russische Division durch den Suezkanal nach Marseille. Können die iapanischen Armeekorps nicht denselben Weg einschlaaen? Er ist jedenfalls weniger gefährlich und kostspieliger als die Durchanerung Asiens und eines Teiles Europas mtt der Eisenbahn. Ein sehr einfaches Mittel, den Weg abzukürzen, wäre üb- rigens, unseren Verbündeten im Orient die Ostfront anzu. weisen, von der man dann die europäischen Truppen an die fran. zösische Front schaffen könnte. Vielleicht könnte man dann dort endlich kraftvoll vergehen und den Vierbund an seinen schwachen Stelleir, nämlich der Türkei und Oesterreich, treffen. Möglicher, weise läßt sich Serbien leichter befreien, als Belgien, die Lebens, über, dre ron Hamburg nach Mosiul geht, könnte durchschnitten die Türkei von Berlin getrennt und Rumänien die Hand ge. reicht werden. So würde der im Balkan geborene Krieg zu seinem Arsprmrg zurücKchrem, und darin liegt vielleicht für uns die Rettung. Die Klnttpnr der Entente. Millionen von Menschen bluten und sterben sett vier Jahren durch Englands Schuld. England hat den Krieg gewollt, Englcurd war bei seinem Zi'standekommen der Kulissenschieber, tirib England hat immer mehr Völker in ihn hineingehetzt. Eine Blutschuld lastet auf dem Britenvolk, wie sie größer und schwerer nicht einmal einem Napoleon I. hatte zugeschrieben werden können. Die sündhafteste Blutschuld aber, die England, und mit ihm seine ihm verbündeten und von ihm abhängigen und gog an gelten Vasallen, ans sich geladen haben, das si.w nicht die Opfer, die der Krieg an den Fronten und der Luftkrieg über den Städten des Hinterlandes und der Krieg auf und unter de-M Meere forderte, das sinid vielmehr die Toten, die auf Anstiften der Entente von gemeiner Mörder- Hand fielen. Mit dem Morde in Serasewo fing es an. Hinter die feigen sorbischen Movdgesellen stellte sich das russische Zarenreich und das Reich König Georgs von England, sie nahmen damit die Verantwortung für das Verbrechen - auf sich und beluden sich selbst mit der Schuld für den Mord, aus dem der blutige Wel. tcnbrand entstand. In Frankreich lebre ein Mann, der kraft seines Einflusies und großen Anhanges vielleicht geeignet giewefen röche-, das BE und die Regierung zur Vernunft zu bringen: ein Mana, der den Krieg mit dem Deutschen Reiche als das erkannt hatte, was er war und ist, als ein Verbrechen an feinem Vatettande und an der Mensil)heit: Iamrös. Er mußte fallen, um den Kriegshetzern freie Bahn zu schaffen. Roch heute harren seine Mörder der Aburteilung,' denn die französische Regierung wagt nicht, dev Prozeß zu beginnen, weil in ihm notwendigerweise ihre Mitschuld an den Tag kommen muß Der Ire Roger Easement sollte unschädlich gemacht werden, weil er einer der bkdeutcndstcn Vorkämpfer der irischen Freiheit war. Der englisck)e Gesandte in Christiania, Findlay, vor. suchte Easements Diener durch eine Summe von 5000 Kronen zum Morde zu bestechen: aber der Diener war nicht käuflich. Lasement floh nach Deutschland, nm von da aus heimlich nach Irland zu reisen. Seine Reise wurde durch den amerikanischen Botschafter in Berlin an England verraten: Lofement wurde verhaftet, des Hochverrats und des Einverständmsies mit Deutschland angeklagt und hingerick.tet. ohne daß er der ihm vorgeworsenen Schuld lsiitte überkührt werden können. Der Zar Nikolaus II. staicü Jahre hindurch unter dem Einfluß seines Beichtigers Rasputtn. Dieser war den empordrängenden Parteien, die nur im Kriege die einzige uird beste Hilfe für ihre innerpolitischen Plane sahen, ein Dorn im Auge. Rosputin hat zwar nicht immer gegen den Krieg gesprochen, aber da sein Einflliß auf den Zaren unbeschrärckt war und er hänftg den Kriegshetzern entgegengetreten war. so lag es für diese im Bereich der Möglichkeiten, daß durch ihn eines Tages der Friedensschluß in die Nähe gerückt werden lönnte. Das durfte nicht sein: und darum mußte er fallen und fiel durch Mörderhand. Aber Nikolaus II. hat ihn nicht lange überlebt. Nach der Revolution in die Verbannung geschickt, war er den Gegnern noch imme-r nicht ungefährlich genug. Solsnge er lebte, schien die Gefahr nicht von der Hand za weisen, daß er, wie ftanzö- sische Blätter in lügnerischer Tendenz ausgesprochen haben, einmal bereit Tein könnte, sich mtt Hilfe eines Vündniffes mit Deutschland wieder auf den Thron zu setzen. Uird darin liegt der Beweis, wie wertvoll sein Tod deshalb für die Entente sota mußte. Und wenn wirklich die Mörder nicht unmittelbar von senen gedungen gewesen sind, so trägt dir Verantwortung ailch für diesen Mord die Entente und an ihrer Spitze England, dem alle Mittel recht sind, wenn es sich darum La-ndeltz Deutschland! in neue Verwicklungen zu stürzem Dafür liefert den schlageindsten Beweis die Ennordung des deutschen Gesandten Grafen Mirbach in Moskau. Englands Furcht, die Sowjet-Regierung könne mit dem De-llffchen Reich allzu erni.) werden und die verzweifelte Höffnung. durch den Gesaugt?nmord n-e-ue Feindschaft zwischen den beiden Reichen zu zaben die Veranlassung. die russischen Sozialvevo. lufi > mußten die Ausführung übernehmen. Und jetzt wird .: >aß die Akörder auf einem cnglifche-n Schiff nach England i-k'mmen seren. Dc/"> lben Motiven entsprang der letzte Mord', dar Attentat . w. dem der Eeneralseldmarschall von Eichhorn und -ein " mit. Hauptmann von Dreßler, erlagen. Dieselben d bttTclbe Ausführung. Die Verzweiflung, die Englau- . 'n läßt. daß es den Endsieg über Deutschland nicht rrr 'ff, :n i"irb, treibt es immer weiter auf der einmal bcir*: n Dahn des Verbreckens mit allen Mitteln, koste es was ?s wolle, das Deutsche Reich zu isolieren, die mit ihm j»nm >v:eiberi gekommenen Ostländer und es selbst erneut auf-- einer «et 311 hetzcu! So ist der Weg der Entente mit dem Blut von Millionen von Kämpfern und mit dem Blut wehrlos Gemordeter besudelt. Zu den Mafien Englands, die in hervorragendem Matze in 5'" --e und Verleumdung bestehen, gesellt sich noch immer der in Eilands Geschichte ja nicht mehr unbekannte politische Mord. Der rnl' sche Klnftnis. In der „Sjeweinaja Kommuna" vom 5. Juli 1918 über-- häuft der Petersburger Pressekommissar N. Kusmin „die teuren Verbündeten Rutzlands" mit höhnisch bitteren Vorwürfen. „Teure", schreibt er: „za, das ist das reckte Wort, denn recht teuer kommen diese Verbündeten das russische Volk zu stehen." Der verdammte Zarismus habe bei den Engländern und Franzosen ungeheure Geldmengen ausgenommen, um die Arbeiter und Bauern abzuwürgen. Außer Geldzins habe Nutzland dann schwere Blulopfer bringen 1 äffen. 4A Millionen tote j Arbeit 1 und Bauern. G Mill onen verwundete und verkrüpp.lte, \ 2 Millionen in der deutschen Gefangenschaft: das sei der Preis - Rutzlands an die Verbündeten gewesen Aber auck er sei den Engländern und Franzosen noch zu billig. . . . Auf ein ganzes Expeditionskorps, hatten sie es abgesehen: leibend kämen eben die „Zinsen" aus Frankreich nickst hinaus. Nicht genug, dag man dis ruffischen Soldaten aus dem Lande nicht hinauslasse, man schicke sie zur Front. . . . ^„Als die erste Brigade des russischen Ergebttionslorps sich weigerte, auf der Westfront zu verbleiben. wurde sie im Konzentrationslager La Eourtine bei Limoges eingesperrt. Da eine fiinftügige Vorenthaltung jeden Lffens die beabsichtigte Wirkung auf die Soldaten verfehlte, wurde das Lager umzingelt und mit Maschinengewehren und Artillerie beschossen. Trotzdem haben die meisten standhast an ihrem einmal eingenommenen Standpunkte festgehalten, und diese sind nach Afrika gebracht worden, wo sie teils in Gesang, niffe eingesp'rrt, teils zu Fuß nach dem Innern Algiers zur Zwangsarbeit verschickt wurden. So herzlich und fest ist die Liebe des „teuren" L^rbundeten zu Rußland! Die ruffischen Sozialrevolutionäre aber könnten es garnicht abwarten, dag die Verbündeten sich in die inneren Angelegenheiten Rußlands «nmrjchen möchten." Die lnrembnrgilchen Ztichmahlen. Luxemburg, 5. August. (WB.) Bei den Stichwahlen zur Derfaffungskammer sind gewählt worden: 3 Rechtsparteiler, 5 Liberale, 4 Sozialisten, 2 Volksparteiler und 2 Unabhängige. Die Derfaffungskammer setzt sich nunnxhr aus 23 Rechtspartei- lern, 12 Sozialisten, 8 Liberalen, 5 Vollsparteilern und fünf Unabhängigen zusammen. Von diesen bekennen sich zwei zu dem Programm der Rechtspartei und 3 neigen zur liberalen Fraktion. Diese verlor im Industrien ahldezirk rhre sämtlichen neun Sitze an die Sozialisten und Vclksparteiler und im Kanton Luxemburg zwei Sitze an die Rechtspartei. (Hü öfjifüiifniö des Admirals Schm. Ein Telegramm, das vielleicht als eine Art Glaubensbe- keuntnis aufgcfaßt norden kann, erhielt die „Saale-Zeitung" von dem setzt zum Ehe? des Admiralstabes ernannten Admiral Scheev. Der Worllaut des Telegramms ist der folgende: Schreiten wir unbeirrt und zuversichtlich weiter auf dem Wege der Kraft. dann wird unsere Zukunst vor britischer Habgier und Rachsucht sicher sein. Der Deutsche ist zu gut, um Englands Knecht zu werden. Admiral Scheer. Dir Löhniui^rrhshruig für UnlkroHirrr und |1‘ Das preußffche Armeeverordnungsblatt bringt folgende an den Kriegsmin-ister gerichtete allerhöchste Kabinettsorder zm Kenntnis der Armee: Auf Ihren Vortrag bestimme ich. daß mit Wirkung vom heutigen Tage an die Unteroffiziere und Mannschaften eine Zu- lage gezahlt wird und zwar monatlich in Höhe von 3 Mark an die mobilen und von 6 Mark an die immobilen Truppen. In Ausführung dkefer Kabinettsorder hat der Kriegsmi- nister von Stein verfugt: 1 Alle Unteroffiziere und Mannschaften erhalten, sofern lle mobil sind oder mobile Besoldung beziehen, die Zulage von 9 Mark, alle übrigen die Zulage von 6 Mark; 2 . die Zahlung hat für Gehaltsempfänger monatlich, für Löhnungsempfänger dekatcnwcife zu erfolgen. Die Zahlung wird nach gleichen Grundsätzen wie das Kriegsgchalt bezw. die ^Kriegslöhn ung gezahlt; 3. die Zahlung für die rückli egende Zeit hat sofort und von der Dienststelle zu erfolgen, bei der der Berechtigte sich zur Zeit d« Bekannttverdens der allerhöchsten Kabinettsorder befand Kayer» gegtk^M^UtvorWMg m Kerlm. München, £ August. Die Korrespondenz Hoffmann meldet amtlich: Die Presse hat die Nachricht gebracht, daß der Stadt Berlin da» Recht zugestanden werden soll, auch im kommenden Versorgungszeitraum jedem Verforgungsberechttgten eine Wo- chensteischmsnge von 250 Gramm zu verabreichen, obwohl nach einer Weisung der Reichsfleischstelle die Wocherchöchstmenge an Fleisch für das Reich auf 200 Gramm festgesetzt wurde. Die Presse hat sich eirrmütig gegen diese Bevorzugung Berlins gewendet. Da Anhaltspunkte dafür bestehen, daß die Nachricht zutreffend ist. hat wie wir erfahren, das Staatsministeri um des Innern gegen diese Herausnahme der Stadt Berlin aus dem allgemeinen Versorgungsplan entschieden Einspruch erhoben und sich Vorbehalten, im Bedarfsfalls auch den größeren bayerischen Städten in gleicher Weise entgegenzukommen. Im Interesse der Schonung unserer Viehbest Lude wäre es sicher geboten, ausnahmslos eine Herabsetzung der Wochenkopfmenge an Fleisch eiutret-en zu lassen. Uom Felde der Ehre. Södel. Karl Schneider, Sohn des Metzgermeisters Philipp Schneider II, bei einem Artillerie-Regiment, feit Kriegsbeginn im Felde, wurde für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse aus- gezeichnet. Schneider ist aktiv im Jnst.-Regt. 118 ins Feld ausgerückt und war auf sämtlichen Kriegsschauplätzen. Herzlichen Glückwunsch! Ans der Heimat. Nummern bei Ferngesprächen angeben! Zur Aufrechterhal- tung eines geordneten Dienstbetriebes ist es unbedingt notwendig, daß die Teilnehmer bei der Anmeldung die im Teilnehmer-Verzeichnis abgedrucktsn Bestimmungen beachten und stets die Nummer des gewünschten Teilnehmers angeben. Für den einzelnen Teilnehmer ist es eine kleine Mühe, wenn er vor der Anmeldung eines Ortsgespräches die Nummer des Anzurufenden auffucht und damit zur glatten Abwicklung des Dienstes beiträgt. Von Veackitinnen, die nicht längere Zeit beschäftigt sind, kann nicht erwartet werden, daß sie die An- fchlutznummern im Kopfe haben; sie müssen die Nummer von dem Anruseudsn dann selbst n-achsehen, was die Herstellung der Verbindungen verzögert. Bad-Nauheim. Sechstes Philharmonisches Konzert der Kurkapelle, Donnerstag, den 8 . August. Solist: Kammersängerin Dora Moran-Berlin. Leitung: Hcfrat Professor Hans Winderste'ln. Die mitwirkende Sängerin ist die Tochter der einstmals so berühmten Fanny Moran-Olden, welche als Stern erster Größe am Kunsthimmel leuchtete und in München, Leipzig, Hamburg und anderen Opern-Duhnen Erfolge hatte, wie sie nur den ganz Großen befchieden sind. Ihr Talent hat sich auf die einzige Tochter vererbt, welche feit einer Reihe von Jahren als Sängerin auf dem Konzectpodium tätig ist uitd vom Troßherzog von Oldenburg zur Kammersängerin ernannt wurde. Die Künstlerin wird die große „Wahnsinnsscene" aus der Oper „Lucia" von Lämmermoor fingen; die obligate Flo- tenpariie (eine besonders schwierige Ausgabe für dieses In- strument) übernimmt der Soloflötist Herr Tiburski. Ferner singt Fräulein Moran Lieder von Schubert, Schumann, Liszt, Brahms und v. Eycken am Klavier. Herr Konzertmeister Drumm wird (zum ersten Male) die „Schottische Fantasie" für Violine und Orchester von Max Bruch vortragen. Zwischen den beiden Liedergruppen wird in diesem Jahre erstmalig die „Lyrische Suite" von Erieg für Orchester gespielt. So bietet die Dortragsordnung des Philharmonifcken Konzerts wiederum viel des Interessanten, und dürfte eine starke Anziehungskraft ausüben. Bad-Nauheim, 7. August. Der König, von Bulgarien ist gestern abend mit Gefolge zu längerem Aufenthalt hier eingetroffen. Der König weilt als Graf von Murany in strengstem Inkognito hier, da der Gesundheitszustand des Patienten znr Zeit ein derartiger ist, daß völligste Ruhe und Abgeschlossenheit dringend nötig erscheinen. FO. Bad-Nauheim. 6 . August. Aus dem VillardzimMr des Kurhauses wurden drei Elfenbeinbälle gestohlen und aus dem Lesezimmer 25 Federhalter mitgenommen, sowie aus den Waschräumen auf Rollen laufende Handtücher abgeschnitten. Die Aufsicht ist deshalb verschärft worden und angeovdnet, daß Federhalter, Handtücher usw.. im Kurhaus nur gegen Hinterlegung eines Pfandes abgegeben werden. Frankfurt a M. Arbeitspferdemarkt. Der Auftrieb am Ostbahnhof erreichte zwar n'cht den des Vormonats, immerhin stand meist gutes und reichhaltiges Material zum Verkauf. Bei sehr regem Aürrkt wurden Preise erzielt, welche die früheren noch übertrafen. Die überwiegende Zahl der Marktbesucher bestand aus Landwirten. Von der Marktleitung sind Bestrebungen im Gang, die bezwecken, den wilden Handel einzuschränken und neben den privaten Verkäufern konzessionierte Händler auf dem Markt zuzulassen. Um die Mittagsstunde war der Markt geräumt. Aus Starkenburg. Darmstadt, 6 . August. Der Finanzausschuß der Zweiten Kammer tagte heute unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Osann in Anwesenheit des Finanzministers Dr. Becker und anderen Negierungsvertretern u behandelte zunächst die Vorstellung des Ernst-Ludwigsvereins zur Herstellung billiger Wohnungen betreffend die Ilebernahme zweiter Hypotheken durch den Staat und die Vorstellung des Abg. Wiegand hierzu in gleicher Angelegenheit. Die Regierung erklärt, daß innerhalb des Ministeriums die Frage behandelt worden, aber noch nicht zum Abschluß gekommen sei, da man die Stellung des Reiches hierzu abwarten wolle. Der Reichstag habe bekanntlich vor kurzem beschlossen- daß die Neichsregierung den Betrag von einer halben Milliarde m diesem Zwecke zur Verfügung stellen solle unter der Voraussetzung, daß auch die Bundesstaaten, fowii- bfc Gemeinden je den gleichen Beitrag leisten, fodaß ein und ei« halbe Milliarden Mark zur Verfügung ständen. Die Reichs, regterung hat zu diesem Beschluß noch nicht Stellung genvm. men. Man wolle diesen Beschluß abwarten, um dann ebentall, darüber schlüssig zu werden. Dann wird der Antrag Wie. g a n d betr. Beitritt der Erotzh. Regierung zu der Daugesell. schaff „Heimatdank" mit einem größeren Betrage besprochen Von Seiten der Regierung wird beklagt, daß der Ernst-Lud. wigsverein, sowie der Verein für Kriegerheimstätten, welche beiide die gleichen hochschätzenswerten Ziele verfolgen, sich bts. her nicht geeinigt haben, um mit so besserem Erfolge ihre hohen Aufgabe zu erfüllen. Nach weiterer Aussprache wird der An. trag, die Regierung zu ersuchen, einen größeren Beitrag unte, der Voraussetzung zur Verfügung zu stellen, sobald die beiden Vereine zufammengefchlossen sind. Die Vorstellung des Verbandes Deutscher Aerzte in Leipzig üctr. die Besteuerung freie, Verufsstände wird nach kurzer Aussprache der Regierung aU Material bei Aenderung der Vesteuerungsgrundsätze über, wiesen. Darmstadt. 6 . August. Was geht auf dem städtischen Schlachthofe vor? ist das Stichwort einer Anfrage, die ein hi", siges Blatt über Gerüchte verbreitet, die in der Stadt bezüglick des Sohnes des hiesigen Schlachlhofdivektors herrschen, nack welchen der als stellvertretender Hallenmeistcr von seinem Vate- seit dem vorigen Zohre mit etwa 165 Mk. und anderweitel Vergünstigungen von seinem Vater angenommene junge Mann seine Haustiere, zu welchen Hunde, Ziegen, Gänse. Enten, Hasen und ein Kutschpferd gehören, auf Kosten der städt. Fut. termittel ernähre, daß er zwei Schweine aus der städtischen Schweinemast, die ihm unterstehe, auf eigene Rechnung heimlich verkauft, einem landwirtschaftlichen Betriebe der Umgebung städtische Kleie verkauft °umeist°r Rachf., K. Brand. A. Bechstein, SR, E-churd, Lind F Jbold, W, Akadre. I. L. Paulo, 2. Kriegs (s. Stamm, A. ScfjmiDL Konfumuerem, 2. Arnstein üßroe., Schade & FliUgrubs S» b^inrnetz & Sang Fauerbach, §. Fink. Fauerbach! Fr. Haas. Fauerbach und H. Thomas, Fauerbach tomnü x>o& Frertag. den 9. ds. Monats ab ) * Kunsthonig Verkauf. Auf feden Abschnitt „li‘ und Brotkarte wich verabfolgt ^ ^ unb 3Mm 37 P'enmg Frtedberg. den 7. August 1918. Der Bür germeifler-, . ____ 2. V.: Sam m, Güttröttsitigenulil. ^ ^"tar versteigert Sainstag. den tO.Anquft, mittags 12 Uhr, rn dem Rathaussaale in Assenheim die in Genrarkung Affenherm gelegenen Grundstücke des verstorbenen KammerdirsNors Dr. Ernst Wilhelm Georg veyger. ablchMllch bei mir eingesehe» ode. Friedberg. den 1. August 1918. Der Erohherzogl. Notar: Föckel. V^eZsen IvÄssksIl bleibt mein Oe3cbätt nächsten den g.ds.Mts. ^escfilosseii. Friedberg (Hess.), 8. Aug-. 1918. Ff. Wefier, Modewaren. *um Dinniachcn von Bohnen und Gurken rc. empfehle sleiiiorne Töpfe, ,hoch und niedrig, 8ttzinerii6 8tün(i6r, von IO Liter bis 40 Liter (bestes Höhrer Fabrikat), sowie echten Wein-Essig, ä Liter 1.40, feinster Einmach-Essig 1.20, Tafel- u Speise-Essig, Lorbeer» blatter, Paprika oder spanischen Pfeffer (Ersatz für den teuren schwarzen Pfeffer). Sensmehl sowie noch andere Gewürze. fr. Hilbreclit, Fnedtiarg. Feldscheunen! 10,00m br., 24,00 bis 36,00 m lang 12.00. , „ 24,00 „ 36,00,, „ 15,00 „ „ 30,00 42 00 * 18.00. , „ 30,00 42,00 * n 20 00 30,00 ;; 60,00 ;v;; sofort lieferbar. Georg Erumbach, Frankfart a. M. a. Vffrabach a. M., Scheidswaldftr. 99, Telefon Hansa 1179. (bester Ersatz für Fleischextrakt) wieder frisch eingetroffen. Friedrich Michel Friedberg. Den Freunden dieses Blatt, empfehle ich mein Lager in Optik, Brillen u. Kneifer nach jed. Rezept. Lieferung f. Kaffen. Kelleingkricht. Kepar.-Merk- jlätte m. Wasch.-rtetr.f.Optik. Ulirer.Eoldw.v. Ftillmechanik Willi. 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