Unurnier 180 Kamstag, den 3. August 1918 11. Iahryon§. Uerre Tagesseitun SMe CMC - * I iöer Werttag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer au« Kessen". „Die Spinnssude". Sesl.zspr.is: Bei den Paftanstalten „etteliätzklich Mk »«» hinzu lritt noch das Beitel!-el> aenten monatlich 85 Pig. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grund,eile 25 Psg.. lolale 20Psg„ Anzeigen von auswärts werden durch Postuachuahm» erhoben. G .. - o- riedberg. KchrMleitnng und Derlag iriedberg tHejsen), 'danausritraße 12. ^ernlprechsr 48. Posticheck-Lonto Nr. 4859. Am! lreantsurt a. M. " ' Ich höbt die pidjt, hinchiiltenjch lii dem Mell mcker Triiffkir nnpgeljeii“ Vene Angriffs im Westen abgeschlagen. — Weiteres Vordringen in Albarüen. 16 000 Tonnen verdenkt. — jUümtvitt Kolhendorff's. fiinöfii&iirß und fitknlusrf p A-e. Verschiedene Kriegsberichterstatter melden von einem Empfang der Kriegsberichterstatter, bei denen die beiden Heerführer ihre Ansicht über die Lage kuabgegeben haben. Ludendorff meinte im weseirtlichen: Diesmal ist unser strategischer Angriffsplan nicht geglückt. Das muß offen ausgesprochen werden. Er blieb auf einen tak- . tischen Erfolg beschränkt. Der Feind wich, besorrders in der Champagne dem Schlage aus. So mussten wir die Fortführung unseres Angri-fs aufgeben. Er hätte uns zu große Opfer gekostet. Bereits am 16. Juli abends wurde die allgemeine An. griffsoperation eingestellt. Auf diese Wechselfälle muß man im Kriege gefaßt sein, um bei allen nur von den Gesehen eines weit vorausschauenden Handels diktierten Maßnahmen muß uns das verständnisvolle Vertrauen der Heinrat zur Seite stehen. Dem Entschluß und den Maßnahmen des französischen Ober- 'fce;d; , .A kann man die.Anerkennung nickt versagen. Wir hatten sie als richtig vorausgesetzt und erwartet. Dieselben Truppen, die am ersten Schlachtmorgen, durch den ungeheuren Tankeinsatz überrascht, z-.rückgewiesen waren, kämpften schon am selbeir Abend wie die Löwen. Am zweiten Tage waren wir wieder vollständig Herren der Lage. Besonderes Lob verdient die Führung der 7. und 9 Armee. Sie schlugen den Fochfchen Angriffs- plan, den bis zur Marne ausgreifenden Vogen abzufchnüren, entzwei. Der mit dem Einsatz eines großen Teiles seiner Kampfkraft gesuchte entscheidende Erfolg blieb dem Feinde verdat. Nutzlos hat er feine Divisionen und rücksichtslos feine dllfsvolker geopfert. H i ndenburg fügte hinzu: „Ich habe die Pflicht, haushälterisch mit dem Leben der Truppen umzugehen," sagte der Feldmarschall. Hauptsache ist, daß die Führung die Lage klar überblickt, was sich nicht von Schlaaworten beeinflusien läßt. „Gelandeaewinn" oder „Marne" sind solche Schlagworte, sie sind geeignet, augenblicklich Stimmungen zu erzeugen, haben aber für den Ausgang des Krieges kernerlei entscheidende Bedeutung. Wenn wir dem Feinde Gelände überlasten, so tun wir es planmäßig. Wir können Ms das leisten, denn wir stehen in Feindesla-rd. Stünden wir in Deutschland, so wäre es etwas anderes" ^ „Operieren heißt bewegen", erklärte Ludendorff. „Die Verstärkung des Feindes durch amerikanische Truppen und afrikanische Hilfsvölker unterschätzen wir nicht, um so wichtiger ist die Einbuße, die der Gegner jetzt durch seine erfolglosen Opfer erleidet." Hindenburg kam auch auf die» Gerüchte, die über ihn im Umlauf seien, zu sprechen und fügte hinzu, daß er sich körperlich .rüstig und gesuitd fühle wie noch nie. Er schloß: Wir haben vier Kriegsjahre hinter uns. das ist keine Kleinigkeit. Nachdem Frieden sehnen wir uns alle, aber es muß ein Friede in Ebren sein, und das wird er auch, bis dabin müssen wir durchhalten mit altpreußischer, mit deutscher Kraft. Die Leistungen der Truppen und die Heimat geben uns ein Recht auf diese Zuversicht.- P** deutsche (§e»nmÜTiiF !j = meldet: — ° „ >* ff Großes Hauptquartier, dsu Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz N up p r e ch t Die Arlkgerretätigkeit lebte am Abend vielfach auf. Nc^ge Erkundnngstätigkeit während der Nacht. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Z'r! ich^n S o i s s o n s und Fere-en-Tardenois setzte der Feind gestern seine vergeblichen Angriffe fort. Nach lOrcr Abwehr und nach Aufräumen des gestrigen 'Sch:achtjeides haben wir während der Nacht in der großen Nachhutschlacht unsere Bewegungen Planmäßig fortgesetzt- Starker Artilleriekampf ging den feindlichen Angriffen voraus, die sich am Vormittage gegen unsere Front beider- seits von Villemontoire richteten und sich am Nachmittage bis südlich von Hartennes ausdehnten. Sie wurden vor unseren Linien teilweise im Nahkampf abgewiesen. Ohne jeden Geländegewinn hat der Feind hier wiederum einen vollen Mißerfolg erlitten. Unter Einsatz stärkster Kräfte griffen englische und franLösjsche Divisionen am frühen Moraen aus der Linie nördlich von Grand Pozoy—Fere-en-Tardenois a^. Beiderseits von Bengneux konnten ihre Panzerwagen über unsere vordere Linie hinaus die Höhen nördlich des Ortes gewinnen. Hier schoß unsere Artillerie sie zuDmmen. Nach erbittertem Kampfe wurden auch die Jnfanterieangriffe des Feindes an den Nordhängen der Höhen zum Scheitern gebracht. Auch am Nachmittage erneuerte feindliche Angriffe wurden hier blutig abgewiefen. Zwischen Cramaille und Fere-en-Tardeois brachen die ebenfalls sehr starken Infanterie- und Panzerwagenangriffe des Feindes bereits vor unseren Linien zusammen. Starkem feindlichen Feuer . zwischen Fere-en-Tardenois und dem Menniere-Welde.folg- ten Jnfanterieangriffe nur nördlich von Gierges. * Sie wurden abgewiesen. An der übrigen Kampffront herrschte Ruhe. In der Champagne, erfolgreiche Vorfeldkämpfe südlich vom Fichtelberge und östlich des. Suippes. Nordwestlich von Perthes drängten wir im örtlichen Vorstoß den Feind aus seinen vorderen Linien zurück und wiesen nördlich von Le Mesnil Teilangriffe des Feindes ab. Heeresgruppe Herzog Alb recht. ErfolgreicheInsanteriegefechte westlich der Mosel und an der Selle. » Wir schossen gestern 14 feindliche Flugzeuge und vier Fesselballone ab. Hcmptmann B e r t h o l d errang seinen 40. Luftsieg. Unsere Bombenflieger waren während der Nacht sehr tätig und vernichteten u. a. ein großes französisches Mnnittonslager nördlich von Chalons. Der Erste Gencralquartiermcistcr: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 2. August, abends. (WTB. AmtliW An der Kampffront lockere Gefechtssühlung mit dem Feinde. Der österreichische Generalstab meldet: —— Wien, 2. August. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Geschütztätigkeit an vielen Stellen andauernd rege. In den Jndikarien bei Bezacca, südwestlich von Asiago und südlich von Ouero wurden italienische Erkundungen vereitelt. ^Albanien: Beiderseits des Seremi-Kmes ringende Truppen des Generalobersten Frhrn. v. Pflantzer-Ballin ge. langten in der Verfolgung bis glatt an die Linie Fieri-Vrei. Weiter östlich am oberen Devoli-Tal und auf dieses begleitenden Höhen stießen unsere tapferen Bataillone auf heftigen Widerstand. Mehrere Stützpunkte wurden im Sturm genommen. Der Feind weicht auch hier zurück. In den Kämpfen der letzten Tage hat sich das Bos- nisch-Herzegowi irische Feldjäger-Bataillon 4 besonders ausgezeichnet. Unter den anderen braven Truppen heben die bisherigen Meldungen das Bosnisch-Herzegowinische Jäger- bataillon 2 und Abteilungen der Regimenter Bosnisch 7, Oesterreichischer Landsturm 32, ungarischer Landsturm 4. Wwie Batterien des Gebirgsartillerie-Regiments 5 und 13 hervor. Der Chef de§ GeneralstabeS. Der bulgarische Generalstab meldet: — Sofia, 1. August. (WB. Nichtamtlich.) Amtlicher Bericht vom 31. Juli. Mazedonische Front: Südwestlich der Quellen des Skumbi vertrieben unsere Jnfanteriegrnppen tnehrere feindliche Posten. ZwischM Ochrida- und Prespa- See zerstreuten wir durch unser Feuer französische Sturmabteilungen. Im Cernabogen bei Dobropolje war die Feuer- tätigkeit beiderseits zeitweilig lebhafter. Südlich vou Gewg- heli drangen unsere Sturmgruppen in die feindlichen Gräben. Oestlich des Wardar wurden feindliche Sturmabteilungen, die sich nach Arttllerievorbereitlmg unseren Gräben zu nähern versuchten, Vertrieben. Bei Dojran kurze Feuer- angriffe des Feindes vor unseren Stellungen. Westlich von Serres zerstreute unsere Artillerie mehrere griechische Erkundunasableilunaerr Das türkische Hauptquartier meldet: Konstantinopel, 31. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Palästinafront: Geringe EefechLstätigkeit. Patrouillenvorstöße brachten uns einige Gefangene ein. Dardanellen'. Am 20. Juli fiel ein englisches Wasserflugzeug in unsere Land. Die Besamung — zwei englische Offizterc — wurde gefangen genommen. Von den übrigen Fronten keine bedeutenden Ereignisse. 16 000 Tonnen versenkt. Berlin. 1. August. (WV. Amtlich.) Im Kanal nnd an der Westküste Frankreichs wurden fünf Dampfer aus teilweis«, starken Geleitzügen herausgeschosten. zusammen 16 000 Brt. Der Ehes des AdmiralstabcS der Marine. Die Derliiße der skiMchlli Flotte. Berlin. 1. August. (WV.) Im Verlaufe dieser vier Kriege fahre haben die feindlichen Flotten verloren: 25 Linienschiffe, 26 Panzerkreuzer. 45 geschützte Kreuzer. 187 Zerstörer und Torpedoboote. 87 U-Boote, 23 Kanonenboote und Monitore und 75 Hilfskre-uzer. Das sind weit mehr Schiffseinheiten, als unsere Hochseeflotte bei Kriegsausbruch besessen hat. Sie bestand am 1. August 1914 aus: 33 Linienschiffen, 12 Panzerkreuzern, 33 geschützten Kreuzern, 19 Kanonenbooten. 166 Torpedobooten und 2 U-Booten. Gegenüber den großen Verlusten der 'Gegenseite braucht nur darauf hingewiesen zu werden, daß Deutschland seit Kriegsbeginn nur ein Linienschiff verloren bat, die i« der Ska- gerakschlacht gefunkene „Pommern". Des weiteren ist die große Zahl verlorener feindlicher Hilfskreuzer, Zerstörer und U-Voote bemerkenswert. Von ihnen wurden allein im vierten Kriegs« jahr von den Flotten der Mittelmächte oder durch andere Ursachen versenkt' 63 Zerstörer. 35 U-Boote und 24 Hilfskreuzer. Der Unterseebootkrieg macht sich also besonders in diesen Einheiten der uns gegenüberstehenden Flotten bemerkbar. Mechlkl im deiitlchkii Admmlßül!. Berlin, 2. August. (WB.) Wie wir hören, hat der Leiter des Admiralstabes Admiral von Holtzendorsf sich aus Gesundheitsrücksichten genötigt gesehen, den Kaiser um seinen Abschied zu bitten. Als Nachfolger ist der Be- fehlshaber der Hochseestritkräfte Admiral S che er ausersehen. w Der Sieger von Skagerrak hat der Flotte in der gleichen Stellung wie der Sieger von Tannenberg beim Heere; das bedeutet eine kaiserliche Wahl, die der freudigsten Za stimmung int deutschen Volke gewiß sein darf. * Der Dank des Kaisers. Berlin. 2. August. (WV.) Der Kaiser hat folgend« Ordre an Großadmiral v. Holtzendorsf gerichtet: Durch Ihren Gesundheitszustand gezwungen, um Ihre Ent» Hebung von der Stellung als Chef des Admiralstabs zu bitten, hielten Sie mir heute zusammen mi*1 dem von Ihnen selbst in Vorschlag gebrachten Nachfolger den letzten Vottrag. Ich be» nutze diese Gelegenheit, Sie zum Großadmiral zu befördern, um Ihnen auf diese Weise, für weite Kreise sichtbar, zum Ausdruck zu bringen, wie hoch ich Ihre Dienste in den ersten Stellen der Marine, im Frieden als Flottenck-ef und jetzt während fast dreier Krisgsjahre als Chef des Admiralstabs bewerte Sie waren mir als Admiralitätschef ein kluger und treuer Berater, der, auf die gründlichen Vorarbeiten seiner immer bester auf den Krieg eingestellten Behörde fußend, den offensiven Grund« gedanken für die Verwendung der Kriegsmtttol stets hochgehal- ten und dabcr doch irüchtorn die eutgegensteHonrden Kräfte, auch die politischen, abwog. Der Erfolg blieb nicht ans. Der Unterseebootkrieg, die Tätigkeit der Hilfskreuzer rwd dte gemeinsamen Unternehmungen von Armee und Mari« ftnd auch sllv Sie und den Admiralstab Ruhmesblätter. Mög, «* Zhaen vor« gönnt fein, auch noch im Ruhestände Freud« -» ctUtau an be* Taten der Marine, der Ihre ganze LebeusardHI «ywSunet gs« wesen ist. Großes Hauptquartier, 81. Juli 101S. ^ Ihr dankbarer und wohlgenetLkek ÄRlttvrf* t IlJ Me Schlacht im Westen. Die Amerikaner im Westen. Veen, i. August. (WB.) In einem aus einem atlantischen (Hasen datierten Bericht aus der „Jtalia" heißt es u. tu, daß die aickommenden amerikanischen Tmppen zwar tadellos ausgerüstet Seien und ihre Organisation Erstaunliches leiste, man müsse aver offen sagen, daß, wenn die Deutschen diesen neuen Gegner auch ernstlich in Rechnung sehen müßten, die Amerikaner doch nur improvisierte Soldaten seien, die militärisch erst geschult und Mit Offizieren versehen neiden müßten. Trotz des unzweifelhaft guten Willens der Amerikaner sei ihrer Mitwirkrmg dadurch eine Grenze gesteckt. Die Offensive Fachs. Bern, 1. August. (WB.) Zur Borgeschichte der Offensive Jochs berichtet der an die französische Front entsandte Mitarbeiter des „Tariere della Sera" interessante Einzelheiten, die beweisen. Laß die deutsche Heeresleitung durch ihren Vorstoß südlich der Marne dem Fochschen Kriegsplan aufs wirksamste begegnet ist. Varzini sagt: Die Anfang Juli vom obersten Kriegsrat in Aussicht genommene Offensive zwischen Soisions und Chateau Thierry wurde von Foch und Pctain am 22. Juli beschlossen und angeordnet. Sofort begannen Truppen, Tanks und Geschütze für die geplcmie große Aktion zuzuströmen. Aber durch den bedrohlichen Angriff der Deutschen am 15. Jubi mutzte das französische Oberkommando zur Sicherung große Verschiebungen vornehmen und jene Truppenmassen, die bereits für die Offensive zusammengezcgen waren, wieder mit unbekannten Zielen abschieben. Die neue Sachlage konnte eine Aenderung des französischen Planes notwendig machen, trotzdem hielt man den Gedanken einer Gegenoffensive in die deutsche Flanke bei und gab aus der ganzen Schlachtfront Befehl, um joden Preis bis Mir völligen Erschöpfung' anzugreifen. Gleichzeitig wurden neuerdings große Trupnenmaffen und Geschütze zu der geplanten Offensive zwischen Aisne und Marne Zusammengezogen. Am >17. Juli abends Zählte der Wald von Villers-Cotterets mehr Menschen als eine große Stadt. Am kommenden Morgen wurde dann ohne militärische Vorbereitung, aber mit Hunderten von Tanks auf der ganzen Linie gleichzeitig angegriffen. Die letzten Vorbereitungen konnten infolge des strömenden Gewitterregens Mchts über sicher erfolgen. Erfolge unserer Fuftstreitkrasle. Berlin. 2. August. (WB.) Unsere Luftstreitkräfte waren vom 28. bis Ende Juli weiter erfolgreich tätig. Trotz ungün. iiger Witterung griffen die Schlachtflieger wiederum in den krdkampf ein und hielten an -der Front zwischen Reims und Soisions den vorfuhlenden Gegner auf Am 28. Juli bekämpften sie in fünfstündigem Einsatz auf Fere-en-Tardencis anmarschierende Kolonnen mit sichtbarem Erfolg. Fern- und Naher!unDun fl sowie Insanterieflüge wurden bei Rogen und Sturm in oft niedrigsten Höhen ausgeführt. Unsere Jagdflieger vereitelten erneute Versuche des Feindes, mit Bomben urrd Erkundungsgeschwadern in unser Hintergelände vorzudringe-n, in heftigen für den Feind äußerst verlustreichen Luftschlachten. Die Vombengescchvader griffen Bahnanlagen, Unterkünfte und Flugplätze trotz schlechtestem Wetter an. In Epernay brach nach der ersten Explosion ein großes Feuer aus, das die ganze Nacht anhielt. Wir verloren vom 26. bis 31. Juli 21 Flugzeuge und vier Fesselballone. Die Verluste unserer Gegner betrugen 74 Flugzeuge im Luftkampf, 5"Flugzeuge durcb Abwehrkanonen und 2 Fcsielballone. An diesen Erfolgen sind Leutnant Löwenhardt mit seinem 45. bis 48., Leutnant Bolle mit seinem 27. und Fttegerschütze Dizeseldwebel Lehmann mit feinem 12. und 13. Luftsieg beteiligt. Trinierskikr für ffibniarldjall Eichhorn. Berlin, 1. Aug. (WB.) Heute vormittag fand in Kiew die Trauerfeier für den Generalfeldmarsckxrll v. Eichhorn und den Adjutanten Hauptnrann v. Dreßler in Kiew statt. Beider Särge wurden im Saale der Wohnung des Feldmarschalls aufgebahrt. Deutsche und ukrainische Offiziere hielten die Ehrenwacht. Zahlreiche Kränze waren von deutschen, österreich-ungarischen und ukrainischen Behörden, von dein bulgariscken und türkischen Vertreter und aus den Kreisen der Bevölkerung der Stadt Kiew gewidmet. Am Fußende des Sarges des Feldmarschalls unter dem Kissen mit den Abzeichen des hohen Ordens vom Schwarzen Adler und hohen Megsauszeicknungen lehnte der silberne. Kranz des Hetman als Ausdruck seiner treuen und dankbaren Verehrung für den Verstorbenen. Der Hetnian mit Gemahlin :md den Offizieren seiner Umgebung waren erschienen, ebenso an der Spitze der Minister der Ministerpräsident Lysogub. Das unkrainische Kriegsministerium und der ukrainisch Geeneralstab waren durch zahlreiche Offiziere vertreten. Boffchafter v. Mumm mit den Herren der deutschen Delegation und des k. u. k. Armeekommandos sowie Vertreter der bulgarischen und türkischen Verbündeten, ferner Vertreter der Krim- und Donkosaken nahmen ebenfalls an der Feier teil. Die gesamten deutschen und österreichisch- ungarischen militärischen Behörden der Stadt Kiew sowie Abordnungen der Truppenteile hatten sich eingefunden. Die Trauerfeier wurde mit dem Choral „Jesus meine Zuversicht!" und einem Gebet eingeleitet. Geh. Konsistorial- rat Dr. Strauß gab in einer tiefempfundenen Trauerrede ein lebendiges Bild des großen Soldaten und gütigen Menschen und erinnerte daran, daß am Sonntag vorher der Feldmarschall nach denr Gottesdienst in der Kirche im Anschluß an einen der Predigt zugrunde liegenden Text über seine Lebensauffassung sich ausgesprochen habe, die in dem Bibelwort gegipfelt habe: „Klare Erkenntnis, ein fester Wille und ein starker Glaube." Dies Wort sei der Leiffpruch Ans meiner Dorfkirche. * Vier Jahre Weltkrieg Evang. d. Lukas Kap. 19, V. 41—44. Und als er nahe hinzu kam, sah er die Stadt an, weinte über sie und sprach: Wenn doch auch d-u erkenntest zu dieser deiner Zeit, was zu deinem Frieden dient, aber nun ist es vor deinen Augen verborgen. Denn es wird die Zeit über dich kommen, daß deine Feinde werden um dich und deine Kinder mit dir eine Wagenburg schlagen und dich belagern und an allen Orten ängsten, um keinen Stein auf dem anderen lassen, darum, daß du nicht erkannt hast die Zeit, darin du heimgesucht bist. Liebe Gemeinde! Vier Jahre Weltkrieg! Ach. was für Erinnerungen steigen Aich vor unserer Seele bei diesem Wort. Stunden stolzer Erhebung, da das ganze Volk sich fühlte als ein einig Volk von Brüdern. Stunden, da wir in freudiger Erregung uns erzählten von großen ungeahnten Siegen, die unsere Tapferen drau. ßen errungen hatten — und Stmrden tiefsten Leides, da wir standen an den Gräbern unserer Lieben, oder da unser Herz in Sehnsucht die Erde durchwandern wollte, um nach einem zu suchen, der uns zu dem Linsten auf Erden zählte, und von dem kein Mensch uns sagen konnte, wo er geblieben war. Vier Jahre Weltkrieg — wieviel freudiges Hoffen, wieviel sehnsuchtsvolles Verlangen, wieviel Leid und tiefe Niedergeschlagenheit liegt in diesen drei kurzen Morten. Wir können jetzt in kurzer Stunde nicht alle die Bilder arrfzählen, die in vier langen Kriegsjahren an unserer Seele vorübergezogen sind, und das kann und soll ja auch hier im Gotteshaus nicht unsere Aufgabe sein. Wichtiger als alles andere ist für uns gerade am heutigen Tage die Frage nach Gott. Nach dem alten treuen Gott im Himmel, der unserer Väter und Vorfahren Gott gewesen ist, wollen wir Ausschau halten, nach den Spuren seines Fußes wollen wir suchen, auf seine Stimme wollen wir hören. Es trifft sich eigenartig, daß gerade für den heuttgen Sonm- tag die Evangelienfolge der alten Kirche dieses Evangelium bietet, von dem Heiland, der weint über der Hauptstadt seines Volkes. - Es gibt wohl keine Stelle in den Evangelien, die es so deutlich zeigt wie diese, daß der große Heiland der Welt zugleich doch mit glühender Liebe an seinem eigenen Volk und Vaterland hing. Und zugleich zeigt uns diese Stelle, daß dieser Jesus, der nur für das Himmelreich lebte, doch auch einen ganz ungewöhnlich scharfen Blick bat für die Königreiche dieser Erde. Er sah damals schon, was kein Mensch im ganzen Judenvolt ^hen wollte: Sah, daß dies Volk untergeben mußte. Es waren tzeine besonderen steatsmärmischen Berechnungen, die ihm das -sfsinbarten, sondern es war das scharfe Eewisien des Eottge- fandten, das ihn erkennen ließ, daß dies Volk gerade das verloren hatte, wodurch es wert war zu leben: seinen inneren Wert. Diese Menschen redeten große Worte von Gott und Vaterland, und äußerlich betrachtet, taten sie dafür auch große feiten: sie gäbe«, wie der Pharisäer im Gleichnis, dem Zehnlen von allem, was sie hatten ja sie gaben Blut und Leben in ihren Aufständen gegen die römischen Zwingherren. Aber in Wirklichkeit suchten sie nicht Gott, sondern ihre eigenen Wünsche. Und als Gott selber gewaltig in seinem Sohn in ihre Mitte trat, wandten sie sich von ihm ab, wollten ihn nicht sehen und hören, denn er paßte nicht in ihre selbstsüchtigen irdischen Wünsche 1 Wehe dem Volk, das die Zeit nicht erkennt, darin es heimgesucht ist. es muß unweigerlich sterben! Und heute 9 Und wir? Und unser deutsches Volk? Es gibt in der Geschichte dieses Krieges ein Ereignis, das blitzartig den Abgrund beleuchtet, an dem wir stehen! Wir alle wißen noch, wie furchtbar unsere Entrüstung war, als das heimtückische Rumänien auf die Seite unserer Feinde trat, um uns, wie es glaubte, den letzten Fußtritt zu geben und uns dann in Sicherheit auszuplündcrn Furchtbar hat Gott durch unsere tapferen Heere dieses übermütige Volk gedemütigt, er hat es in unsere Hand gegeben, damit wir an ihm und seinem verkommenen Königshaus die Strafe vollziehen sollten, die es verdient hat! Was taten aber unsere Staatsmänner? Sie schloffen einen Frieden, der das rumänische Königshaus in all seinen Rechten ließ, der unseren Feinden in jenem Volk wieder obenauf half und unsere Freunde ihren Widersachern auslieferte, und der diesem ganzen untreuen Volk mehr Vorteil als Schaden brachte. Man hat versucht, das als christliche Milde und Friedferttgkett hinzustellen. Wir wollen als deutscher Mann offen mrd gerade sagen, was aus diesem „Frieden" spricht. Feigheit und Men- schenfurcht spricht daraus, die unseren Staatsmnänern den Mut nahm, zu tun, wor Gott und ihrem Volk ihre Schuldigkeit gewesen wäre. Unsittlichkeit spricht daraus, denn es zeigt einen erschreckenden Mangel an sittlichem Empfinden, daß man diese heimtückischen Verräter als anständige Menschen behandelt hat, und Untreue spricht daraus? Untteue gegen unsere Freunde in jenem Volk, die wir im Sttch gelaffen haben. Untreue, schändliche Untreue gegen unsere Landsleute und Soldaten, die dort für uns geblutet und ihr Leben gelaffen haben. Wir hätten die Pflicht gehabt, ihre Not und ihr Sterben zu sühnen, aber wir sind daran bei diesen Feinden vorübergegangen, als ginge es uns nichts an! Feigheit, Unsittlichkeit und Untreue, nein, das sind keine christlichen Eigenschaften^ und es sei hier offen ausgesprochen, daß dieser Friede nicht in Gottesfurcht, sondern in Gottvergeffenbeit geschloffen ist: unsere Reichsleitung hat es in diesem Frieden gezeigt, daß sie die Stunde nicht erkannt hatte, darin unser Volk heimgesucht war! Aber aus diesem rumänischen Frieden spricht noch mehr. Es fft eine geradezu enffctzliche Sache, daß die große Mehrheit unseres Volkes diesen Frieden hinaenommen hat, als sei er etwas Selbstverständliches, daß es nicht einmütig seine Sttmme erhoben hat, um seinen Staatsmännern zu sagen, daß es an dieser Sünde nicht teilhaben will. Es zeigt sich auch hier: daß jedes Volk, auch das deutsche, die Obrigkeit hat. die es verdient. Das deutsche Volk hat darum nichts gegen den rumänischen Frieden gesagt, weil es Frieden haben will um jeden Preis. Ja die haben recht, die da sagen, wir seien ein friedfertiger seines Lebens gewesen. Mit herzlichen Worten gedachte de, Redner alsdann seines persönlichen Adjutanten, der übe, zwei ruhmvolle Kriegsjahre hindurch sein täglicher Begleiter und nun auch im Sterben sein treuer Gefährte er wesen sei. Nach einem Vaterunser und der Einsegnung schlof in ergreifender Weise die ernste Feier mit dem alter. Soldateuli^>: „Ich hat einen Kameraden, einen besserer ffndst du nit". In tiefer Ergriffenheit nahm die Trauer Versammlung Abschied von den sterblichen Uebcrresten: di- am Abend in die Heimat übergeführt wurden. Um 9 Ub» abends setzte sich der Trauerzug von der Wohnung des Feld- marschalls aus in Bewegung. An der Spitze marschierte die ukrainische Ehreneskadron mit dem Musikkorps. Es folgte ein deutsches' Jnfanteriebataillon sowie eine deuffche Feldbatterie. Der Leichenwagen und die Särge ttugen reicknr Blumenschmuck. Hinter den Särgen schritten zahlreiche deutsche, österreichisch-ungarische und imkrainische Offiziere Der Zug bewegte sich mit Fakelbegleitung unter dumpfen Trommelwirbeln, Chorälen und Trauermärschen durch btt Hauptstraßen der Stadt zum Bahnhof. Eine dichte Menschen menge säumte die Straßen und ließ den Zug in andachtsvollem Schweigen, mit entblößten Häuptern vorüberziehen Armeebefehl. Berlin, 2. Aug. (WB.) Am gestrigen Lage schied Gene- ralfeldmarschall v. Eichhorn ü 1a suite des Leib- Grenadier-Regiments König Friedrich III. (1. Branden burgisches) Nr. 8, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Eich Horn, durch ruchlose Mörderhand aus einem,arbeitsreichen Leben. Mit ihm ging ein General dahin, der in laugen Jahren und bedeutungsvollen Stellungen jederzeit seiner Königen und dem Vaterlande vortreffliche Dienste geleistet hat. An der Spitze der 10. Armee war es ihm vergönnt, in siegreichen Schlachten auf dem östlichen Kriegsschauplatz ar der Verteidigung des Vaterlandes ruhmvollsten Anteil jr. nehmen. Tiefbewegt beklagen Ich und Meine Armee der Verlust des tapferen Generalfeldmarschalls, des in Kriegs- und Friedenszeiten bewährten Generals! Um das Andenken an den Heimgegangenen zu ehren bestimme Ich: 1. Sämtliche Offiziere des Besatzungsheeres der preußischen Armee legen 3 Tage Trauer an. Bei der Truppen im Bereiche des Stellvertretenden Generalkom.- mandos XVIII. Armeekorps, beim Ersatzbataillon des Leib- Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm III (1. Brandenburgisches) Nr. 8 und bei den preußischen Trup- Pen in der Ukraine währt die Trauer 6 Tage. 2. An der Trauerfestliegkeiten in der Heimat nehmen teil: a) der Stellvertretende Kommandierende General XVIII. Armeekorps, d) der Kommandeur, ein Hauptmann und ein Leut nant des Ersatz-Bataillons des Leib-Grenadier-Regiments König Friedrich Wilhelm III. (1. Brandenburgisches) Nr. 8. Großes Hauptguartter, 31. Juli. Wilhelm. Volk. Wir wollen Frieden. Aber wir wollen den Frieden nicht aus Gottesfurcht, sondern aus Furcht vor dem Sterben, dem doch niemand entgehen kattn, wir wollen den Frieden nicht, um Gottes Werke zu tun, sondern um behaglich leben zu kennen. Es ist eben mit dem deutschen Volk, wie es mit dem Volk Jsr«k war, als Gott sie durch die Wüste in das gelobte Land führen wollte. Da jammerten sie, wir wollen nicht in die Wüste, rvtt wollen wieder zu den Fleischtöpfen Aegyptens. So will Gott heute unffr Volk auf harten Wea^ zur Höhe führen, aber das deutsche Volk will die hatten WeA nicht gehen, sondern- lieber im Sumpf sitzen bleiben. Seinem Volk Israel sagte damals Gott: Ihr sollt 40 Jahre in der Wüste bleiben, bis ein neues Geschlecht herangewachsen ist, und wir^ Gäben wir uns vor der Hoffnung auf ein baldiges Ende dieter Not, solange unser Voll noch nicht hören will auf Gottes Stimme. Und mit dieser Abkehr von Gott stimmte zusammen der Dienst vor dem goldenen Kalb, vor dem Gott Mammon! Wir sind heute nicht mehr ein Volk von Brüdern, sondern ein Voll von Wucherern. Ich meine damit nicht, daß alle Preise in die Höhe gegangen sind — das liegt an der Entwertung des Geldes, sondern ich meine, daß das oute alte Wott: Ehre verloren, alles verloren, verkehrt worden ist in das SRort: Gott gewon. nen, alles gewonnen. Es meint heute jeder, er käme zu kurz bei der Jagd nach Geld und Vergnügen, die unser Laud ttotz aller Kriegsnot beherrscht. Darum nenne ich uns sin Volk von Wucherern! Und es muß einmal gesagt werden; daß es die Nachkommen derer sind, die nach den Fleischtöpfen Aegyptens schreien, die Nachkommen derer, die den Heiland, der sein Volk vor dem Verderben warnen wollte, an's Kreuz schlugen, die auch heute wieder mit allen Mitteln zu verhindern suchen, datz unserem Volk die Augen geöffnet werden über den verderbliche« Weg, den es geht. Hat ihr Hauptblatt, die „Frankfurter Zeitung", sogar vor dem deutschen Kaiser nicht Halt gemacht, al- cr neulich sagte, daß es sich darum handle, ob englische Geldgier oder deutsche Eewiffenhaftigkeit aus Erden herrschen sollen. Wehe aber unserem Volk, wenn es die Stunde nicht erkennt, darin es heimgesucht ist. Ein Trost ist uns gebliebne. Auch in unserem Ohr klingt das Wott, womit Gott den verzweifelten Eliu einst gettöstet hat: Ich will lassen überbleiben 7000 in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal und allen Mund, der ihn nicht geküffet hat. Auch in unserem Volk leben noch verborgene Menschen, die „Gott fürchten, und scnst nichts ans dieser Welt!* Sie rufen wir heute auf zum Kampf gegen die Machte, die unser Volk zerstören wollen. Wer heute sagt: ich will mir meine Ruhe nicht stören kaffen, der macht sich mitschuldig. Vergeffen wir nicht, daß Jesus' gesagt hat: ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert. Heute mutz jeder von uns ein Prediger Gottes werden. Seine Gerechtigkeit und Wahrheit sollen wir predigen. Sie ist hart, aber sie macht selig. I« unserem Haus und in unserer Gemeinde, auf der Straße und in der Eisenbahn, überall muß es aus unseren Worten und Taten heraWch" o Land. Land, Land, höre des Herrn Worß, Amen. Die Entente die Mordanstifler. Berlin» 31. Juli. Ein schlagender Beweis dafür, daß die Entente von dem Mordanschlcvg gegen den Generalfeldmarschall 'von Eichhorn vorher gewußt hat. ist der „Malin" vom 29. Juki '1918, der bereits am Vorabend des Attentats meldet: „Auf die Köpfe von Mumm und Eichhorn sind von dem Ceheimbund der ukrainischen Patrioten Preise ausge« fetzt." In dieser früheren Veröffentlichung liegt gleichzeitig der Versuch, die Mordtat auf die Ukraine abzuschieben, obwohl 'sichere Nachrichten bestätigt haben, daß die Urheberschaft in Groß-Rußland unter dem Einfluß der Entente §u suchen ist. Rußland. Die Kämpfe im Innern. Moskau. 31. Juli. (WB.) Die Preffeabteilung hat das Erscheinen aller nichtbolschewistischen Zeitungen für so lange Verboten, als dis Sowjet-Regierung nicht absolut gefestigt ist. Die Reise nach Jaroslawl ist verboten. In Perm werden die Biicgerlichen zu Befestigung ^arbeiten an der Tfchecho°Slo- waken-Front mobilisiert. Ataman Dutow ist mit Stab in Samara eingetroffrn. Er spricht sich für die Wiederherstellmrg der Monarchie aus. In Richtung Jnsa 1130 Kilometer südwestlich von Sim- birsk setzen die Tschechen den Vorm/rsch fort. Sie zerstörten einen Teil der Bahn Simbirsk—Jnsa. B-'i der Militärbehörde sind Nachrichten eingegangen über ein Abkommen zwischen Anglofranzosen und Japanern über Einmischung Japans an der Tschecho-Slowakifchen Front. In Samara und anderen gegenrevolutionären Orten sollen einzelne Japaner gesammelt und aus ihnen dann allmählich Abteilungen formiert werden. Das Risderwerfen der Tschechen ist eine Lebensfrage für Rußland. 330 Teilnehmer am Aufstand in Jaroslawl wurden erschossen. es waren meistens Offiziere und Weißgardisten, sie hatten Fühlung mit den Tschechen. Im Kubangebiet überfielen und zerstörten Kosaken die Station Erematschaja (170 Kilometer südwestlich von Zarizyn). Moskau, 31. Juli. (WB.) Die in Moskau erscheinende französische Zeitung „Journal de Russie" ist wegen ihrer Propaganda gegen die Rätegewalt und wegen der Rechtfertigung der Landung an der Murmankriste geschlosse-n worden. Die Beziehungen zur Entente. Moskau, 1. August. (WV.) Die Ententekonsuln teilen mit, baß die politische Lage durch die Abreise der Gesandten aus Wologda nicht beeinflußt zu werden braucht. Solange noch 'Verbindung mit ihren Regierungen besteht und von dort keine anderen Weisungen eintreffen, wurden auch die Vertreter in Moskau bleiben. Das Kreisgericht in Trantenau. Wien. 1. August. (WB.) Die „Wiener Zeitung" veröffentlicht eine Verordnung des Iustizministers über die Errichtung eines Kreisgerichts in Trautenau in Böhmen. Damit ist eine wichtige Forderung der Deutschen in Oesterreich erfüllt. Keine Mlaffnns des Jahrgangs 1870. Berlin, 8. August. (WB.) Amtlich wird mityeteilt, daß die schon mehrfach besprochene Entlassung des Jahrgangs 1870 noch nicht möglich ist. Auch einer teilweisen Entlastung dieses Jahrgangs kann zur Zeit noch nicht näher getreten werden. Anordnungen, die von einigen Dienststellen in dieser Richturrg getroffen worden waren, sind wieder rückgängig gemacht worden. Ans der Heimat. Bruchenbrücken. Der Krieg forderte aus hiesigem Orte das 17. und 18. Opfer. Karl Michel, Sohn des Schlostermeisters Philipp Heinrich Michel, und Assistenzarzt Heinrich Kn ab, Sohn unseres Herrn Pfarrers, starben den Heldentod für das Vaterland. Ober-Erleubach, 2. August. Die Hamsterei nimmt eben bedenkliche Formen an. Am vergangenen Sonntag wurde ein Arbeiter der Adlernerke von dem H'rlfsschütz Ries dabei betroffen, wie er auf dem Acker eines Arbeiters Spätkartoffeln raus- raufte. Mit Hilfe zweier hinyugekommener Arbeiter gelang es dem Feldschütz die Personalien festzustellen. Ein Einzelner ist den Leuten gegenüber machtlos. Ein anderer reklamierter Arbeiter schimpfte wütend, als er feine Kartoffeln bekommen konnte und sagte u. a.: „Ihr ausgeftessene Bauern mit samt dene Menscher, die bei Euch schaffe, müßt^ncch rationiert wer'n", worauf ihm der Bauer erwiderte: „Dann bvaache mer auch blos noch ocht orrec zehe Stunn zu schaffe, unn kenne wenigstens aach e wing spazieren gieh, do wern sich unsere Weiwer cwer freust." Eine andere Gesellschaft wünschte, daß ein Flieger eine Bombe mitten in d-n Kartoffelacker würfe, damit der Bauer mitsamt seine Menscher und Kartoffeln verrecken müßt. Die Aepsel an den Straßen werden nicht nur aufgelesen, sondern auch rücksichtslos heruntergerissen, einerlei, ob auf dem Acker Frucht steht, ob sie zusaininengetrampelt wird oder nicht. Vorgestern wurden zwei Frauen angetroffen, welche einen Sack mit Aepsel abgerupft hatte::. Als sie zu Rede gestellt wurden, antworteten sie mit dem bekannten Spruch des Eötz von Verlichingen. Die Regel ist, nur wenige ausgenommen, daß, wenn der Bauer kerne Kartoffeln hat, er gesagt bekommt, er soll sie selber freste und verrecke dran. Gewiß ist die Rot in den Städten groß, aber daran ist doch nur die kommunistische Bewirtschaftung schuld, warum wird hier nicht bester vorgeforgt? Der Prügeljunge bleibt immer der Bauer, auf der einen Seite soll er nur an den Kommunalverband abliefern, gibt er den Leuten, die ihn dauern, dann ist er ein Schleichhändler und Schwerverbrecher, gegen den man nicht genug Gesetze und Strafen ansetzen kann, gibt er nichts, dann wird er verflucht und verwünscht. Die Behörde aber sieht diese Zustände stillschweigend zu. FC. Wehrheim. 1. August. Die Metzgerei des Wilhelm Sommer dahier wurde wegen Unzuverläßlichkeit des Inhabers bis zum 1. Oktober d. I. gefchlosten. FC. Bom Main, l. August Von der Polizei wurde auf dem Bahnhof Asthaffenburg ein Feldgrauer festgenommen, der sich als Kontrollkeamter des Kriegswucheramtes ausgab und rn den Schnellzügen auf der Strecke Aschaffenburg—Würzburg und auf der Station Aschaffenburg Kontrollen von Handgepäck vornahm. Irgend einen Ausweis hatte der Feldgraue nicht. Er wurde der Militärbehörde übergeben. ^ FC. Idstein, 1. August. Weil er über 40 Zentner Roggen. Weizen, Hafer und Mehl, welche beschlagnahmt waren, beiseite zu schaffen suchte, 96 Pfund Hafer. 4 Zentner Roggen und Weizen an einen Bewohner in Niederreifenberg abgegeben, sowie fortgesetzt Hühner mit Weizen gefüttert und eine Menge Raps nicht angemeldet hatte, wurde der Landwirt und frühere Bllr- germsister in Bernbach vom hiesigen Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 1600 Mark verurteilt Der Amtsanwalt hatte einen Monat Gefängnis und 1100 Mark Geldstrafe beantragt. FC. Usingen. 1. August. Der Kreisausfchuß erhöhte den Preis für das Pfund Butter für den Erzeuger auf drei Mark. Der Landrat ersucht die Bürgermeister des Kreises, keine Nr- sprungssheine für Ochsen zum Auftrieb auf den Markt mehr auszustellen, da auf den Viehmärkten sich ein Handel mit Ochsen entwickelt hat, der zu einer schweren Schädigung unserer Land- Wirtschaft und unserer' Fleischversorgung zu werden droht. Eberstedt, 1. August. Bei einem hiesigen Einwohner fand dieser Tags wegen Verdacht des Feldfrevels eine Haussuchung statt, doch fand die Gendarmerie anstatt der erwarteten Feld* fruchte, Kartoffeln, eine ganze Anzahl neuer Schuhe, Loderriemen, Werkzeuge usw., die anscheinend, ebenso wie eine Eisenbahnwage nschutzdecke, einen Wert von 1600 Mk darstellend, aus dem Artilleriedepot dahier gestohlen sind. Der Verdächtige wurde in Untersuchungshaft abgeführt. FC. Wiesbaden, 1. August. Die Teilnahme an den hiesigen Ferie".spaziergängen hat seit Beginn dieser Woche nachge lasten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 10. Sonntag nach Trin., 4. August 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer D i e h l. Abends &A Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Kolleki, für das Note Kreuz. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vormittags 10 Uhr. Anschließend Katechismuslehv. für die Mädchen. * Katholische Gemeinde. Sonntag, den 4. August 1918, 11 Sonntag nach Pfingsten« Beichtgelegenheit am Samstag von 6 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an y<£l Uhr Frühmesse. 8 Uhr Militärgottesdienst (Singmesse mit Predigt^. ,%10 Uhr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2Z4 Uhr: Rosenkran^Bruderschasts-An-« dacht nrit Segen und Umgang. Um 4 Uhr: Versammlung des Fünglingsvereins. Während der Woche: Um 7 Uhr hl. Messe Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht. Nach dem Hochamt keine Ausgabe von Mchern aus der Borromäus-Bücherei. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A- G.. Friedberg i H v Mötzlich und unerwartet traf uns heute die schmerzliche Nach, richt, daß unser lieber, braver Sohn, Bruder, Neffe. Enkel, mein unvergeßlicher Bräutigam HSernhai'dt ileycr Sergeant in einem Jnf.-Rgt., Inhaber des Eisernen Kreuzes 2. Klaffe im Alter von 24 Jahren im siebenten Dienstsahre nach gewiffenhaster Pflichter- erliUen hat.'^ Abwehr eines feindlichen Sturmangriffs den Heldentod Die tieftrauernden Hinterbliebenen: Friedbsry-Fauerbach, den 2. August 1918. Bernhardt Meyer Lina Meyer geb. Alles Karl Meyer, Zahlmeister-Stello., z. Zt. im Felde Berta Meyer Wilhelmtne Alles Hrrlanda Schiwy, Braut. Für tüchtigen iCandwfrt bietet sich vorz. Gelegenh. cbbizh- Sieiraten. Landwirtstochter, eoangl., große schöne Erscheinung, repräs. Dame, gebildet, musika!., die den Hof, 860 Mg. des verstorb. Onkels, bewirtschaftet, (Vater hat zweiten großen Hof in Pacht) in bester Gegend. Gut ist vollständig im Betrieb und hat die Dame vorläufig 100000 Mark Mitgift. Es genügt vorl. Offerte unter Rr. wie unten, auf welche ich antworten werde. Diskretion erbeten und zugesichert. Off. unt. Nr. 1171 an die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung". msmam Eine gebrauchte noch guter- haltene Wkelter nebst Mühle zu kaufen gesucht. Angebote unter Nr. 64 an die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung". Wiedersehen war seine * und unsere Hoffnung. Wir erhielten die traurige Nachricht, daß unser lieber unvergeßlicher Sohn, Bruder und Neffe Karl Michel Musketier im Jnf.-Neg. Nr. 221, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl. der Hessischen Tapferkeitsnredaille und des Kriegsehrenzeichens, nach seiner Verwundung im September einer Sanitätskompagnie zugeteilt, nach fast vierjähriger treuer Pflichterfüllung am 21. Juli ein Opfer dieses schrecklichen Krieges geworden ist. Bruchenbrücken, den 3. August 1918. Die jitstranern-e Familie. ' I. d. R.: Philipp Heinrich Michel. Statt besonderer Anzeige, Rach Gottes unerforschlichem Ratschluffe entschlief heute Nacht nach kurzer schwerer Krankheit unser lieber, guter Gälte, Vater, Großvater, Schwa- Ser und Onkel Karl Wirth Veteran von 1870/71 im 71. Lebensjahre. Um stilles Beileid bitten Sie tiestranmibkil Hinterbliebenen. Leidhecken, den 3. August 1913. Die Beerdigung findet statt: Montag, den 5. August nachmittags 2 1 /» Uhr. Einkochapparate, (i Einkochgläser, Gummi-Ringe (lose), Einkochglasöffner zu billigen Preisen noch zu haben der Willi. Lolirey, Nieder-Florstadt. 1 Pferd, belgische Fuchsstute, 4 Jahre alt, 1 §miMu Pferd, hellbraune Stute, 5 Jahre alt, mit guter Garantie, sowie ein älteres leichtes Pferd stehen zum Verkauf bei M. Mntzenboeu, Södel. Telephon 1, Amt Wölfersheim. Biilbemii für Selbstbinder, prima Ware, kein Ersatz, abzugeben. Preis auf Anfrage. Hch. Schnltljeis, i» Attiufurtlj b. Bad-Rauheim Fernfpr.Bad-Rauheün 320. Eine schwere, hochträchtige Simm entaler Fahrkuh steht zu verkaufen bei Heinrich Suita, Schmied, Bönstadt. Einen einspännigen leichten Wagen und eine gebrauchte Schrotmühle für Handbetrieb zu verkaufen. Zu erftagen in der Geschäftsstelle der „Reuen Tageszeitung". Hausbursche für sofort gesucht .Hotel Trapp, Friedberg. ) Eine Anzahl Akdeitklilm sofort gesucht. Gderhtslljchc Kraftfultttivcrk« E. m. b. 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Sackweg 6781 qrn • 111 111 111 111 IV IV V V VI VI VI VI VI VII VII VII VII VIII VIII IX IX IX IX IX IX X X X X X X X X XI XI XI XI XI Xi XI XI XI XI XI XI XI XI XI 18 Erasgarten in den Lilzelgärten 46 47 53 61 78 96 92 125 127 135 141 151 163 164 165 174 201 281 447 694 342 430 1141 244 326 303 388 286 364 540 564 235 427 383 935 Erabgarien in dem Lohgarten 17 Acker im Aufeld zwischen dem Au-und Lohweg 7687 18 Acker, daselbst 6648 103 in der Markbach 10002 104 „ „ „ „ 3803 25 Miese in der Silz d. mittleren südl. Eew. 4179 4* " » .. „ „ >. ,, 2039 5 „ auf der Silz, stößt auf die Nidda 4282 109 „ in der Silz, die mittlere nördl. Gewann 6461 162 Acker rm Silzgrund 1558 82 82b/,» 83 123 64 65 22 23 57 53 so 91 12 13 115 160 161 175 211 212 25 155 106 169 200 206 , 207 217 224 230 240 242 267 268 312 auf der Reck die obere Gewann » w tf n w n Z ” ” stoßt auf die"Wick- städter Grenze auf der Schwedenfchanze ” dem Teufelsgraben am Mannackee " auf der Platte am Gras weg in dem Heinstauden auf der Melbacher Hohl im kleinen Feld auf der Münzenberger Hohl " . " — '» »» dem Gollberg am Haffelrain 6059 4187 8631 15738 18185 9357 6774 7278 8394 2199 12796 8649 2780 15653 4807 6430 ,2413 3296 2003 4585 3469 744 656 298 4022 im Schnellfort zwischen dem heiligen Stockweg und dem Schnellfortweg 1215 daselbst 2288 „ 299 .. 747 „ 455 in dem Wingerte» 447 * * 464 „ » 739 .. ^ 661 tm Schnellforl 2381 Die Versteigerungsbedingungen können bei mir eingesehen oder abschttstlich von mir bezogen werden. Frtedberg, den t August 1918. Der Erotzherzogl. Notar: Jockel. 14 10 10 10 11 11 11 11 13 13 13 13 13 13 i; 68 63 64 65 65 65b/,. 66 6<7i0 89 397,0 397,0 3' ,7 /io Der Unterzeichnete Notar versteigert am Montag, den 5. August- nachmittags 5 Uhr, im Gasthaus Gaudes, dahier, die nachstehenoen in der Gemarkung Bad-Nauheim gelegenen Grundstücke: Flur Nr. qm Kulturart und Gewann' 14 67 2543 Acker hinter den B rlen 2158 Acker daselbst 1662 Acker am Stadtweg 1817 Acker daselbst 2330 Acker daselbst 2500 Acker in der An 2500 Acker daselbst 2500 Acker daselbst (6 Birnbäume) 1887 Acker daselbst (Apfelbaum) 2500 Acker am Siadtweg 2500 Acker daselbst 2500 Acker daselbst 2500 Acker daselbst 2500 Acker daselbst 2500 Acker daselbst 2500 Acker daselbst 1857 Acker daselbst 2500 Acker daielbst 2500 Acker daselbst 2000 Acker daselbst 4318 Acker daselbst 1852 Wiese daselbst 2568 Wiese am Stracksarm (Ecke Waldleiche und Deuter Graben (Baumstück 31-1-27 Apfelbäume 9 40 1082 Wiese im Sichler, Baumstück (16 Bäume) 9 407,o 1083 Wiese im Sichler, Vaumstück (Straße nach Ockstadt, 16 Bäu,ne) 1 937 Wiese in der Rauth (16 junge Obst- bäume) 2 2726 Wiese in der Rauth (Baumstück, 33 Apfelbäume) 49 2371 Wiese am Söderweg 3 1259 Wiese auf dem Buffert (Baumstück, 28 Bäume) 7 81 3349 Wiese am Sieinweg (Baumstück, 40 Bäume). BodNauheim, den 20. Juli 1918. 'W Stahl. ^Großh. Notar. ^ 2 jo. Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 '11 12 13 14 15 16 17 18 19 2J 21 22 23 397io 40 13 ' 407 10 13 47 13 473/,o 13 477,o 13 477 10 14 124 14 1247 10 24 25 26 27 28 29 30 16 16 11 12 Guts-Verpachtung. Das 112 Hektar (OO 1 /* Hektar gutes Ackerland und 217s Hektar Wiesen) große Hofgut Dotzelrod soll — ohne Inventar — vom 11. Januar 1920 ab neu verpachtet werden. Das Gut ist wohlabgerundet und liegt 47s Kilometer von der Kreisstadt Alsfeld (Sitz einer Oberrealschule) entfernt. Nähere Auskunft erteilt Freiherr von Itotsmann, Oberstleutnant a. D. Pf er tle-Markt Frankfurt (Hain) auf dem Gelände-gegenüber dem Ostbahnhof (Empfangsgebäude) Mittwoch, den 7. August 1918. Kartoff elgrraber Säemaschinen, Jauchepumpcn, Futzmühlen, Keltern. Reparaturen. ||i) Ersatzteile. A. J. Tröster. Butzbach. Tapkttii. fiifnifU, Fristen, iotbrn, iarttr, Pichl. nirgends besser, nirgends billiger wie bei Adolf Beckstein* Am nli.Pistam'. Frieilberjs I. H. 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