Uummrr 179 Freilag, den 2. August 1918 11. Jahrgang. Vic- . rue <- anrs?ettung" erscheint reden Werltag. Regelmäßige Beitagen „Der Kauer ans Oesten". „Die Kpinnstubs". Serugspreis: Bei den Postanstalten merieluüjrltrf) vJi£. 2.49 hinzu tritt noch das Bestellgeld; !'ei den Äaenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trageriohn. Anreigen: Grund-,eile 25 Psg., lokale 20 irg., Anzeigen von auswärts oecden durch IZounachnabm« erhoben. Ei-ilillungson Friedbsrq. tzchriftleitnng und Vertag ^riedberg (rjefjen), 'lanauerltraßs 12. Ferniprecher 48. Poit, Heck.Coats 9tr. 1849. .1 w vranrurt a. 71. Cin englisches Flugreug-Ge^chmader vernichtet. — Feindlicher Nnänng in Albanien. — 13060 >. verdenkt. — Die Dichenbente aus vier Jahren. Der deutsche Generalstab •=== meldet: =s W. T. K. Großes Harrplgrrartler', den 1. Angust Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz RupprechL. Zwischen Apern und Ba illeul am frühen Morgen vorübergehend lebhafter Feuerkampf. Die tagsüber mäßige Artillerietüligkeit lebte am Abend an vielen Stellen der Front in Verbindung mit Erkundungsgefechten auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Oestlich von Fere^en-Tardenois setzte der Franzose am Nachmittag wiederholt zu heftigen Teilangriffen an. Wir warfen den Feind im Gegenstoß in seine Ausgangslinien zuriick. An der übrigen Kampffront Artilleriefeuer wechselnder Stärke. Kleinere Vocfeldgefechte.. Nordöstlich von Perthes versuchte der Feind nach starker Feuervorbereitung den ihm am 30. Juli entrissenen Stützpunkt wieder zu nehmen. Er wurde unter Verlusten abgewiesen. Erfolgreicher eigener Vorstoß in den Argon- nen. HeeresgruppeHerzog Albrecht. Jnfanteriegefechte an der Mosel und am Parroywalde. Wir machten hierbei Gefangene. Der Gegner verlor gestern an der Front, tm Luftkampf und durch Abschuß von der Erde aus 26 Flugzeuge. Weiterhin wurde ein im Angriffsfluge gegen Saarbrücken befindliches englisches Geschwader von 6 Groß- kampfflugzeugen, bevor es feine Bcunben abwerfen konnte, vernichtet. Aus einem zweiten ihm folgenden Geschwader schossen wir ein weiteres englisches Großkampfflugzeug ab. Der Erste Generalguarticrmeister: Ludendorff. Abendlrericht. Berlin, 1. August. (WB. Amtlich.)' Nordwestlich Fere- en-Tardenois heftige Kämpfe. An der übrigen Front nichts Wesentliches. 1'ee österreichische Generalstab $1 . meldet: -, Wien, 1. August. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Geschützkampf und Erkun- dungstätiakeit waren gestern an der ganzen Südwestfront sehr reae. Vorgestern hat ein starkes italienisches Bombengeschwader unsere venetianischen Flugfelder angegriffen. Unsere Flieger warfen sich dem Feinde entgegen und verhinderten ihn, irgend welchen «pchadn anzurichten. 'Albanien: Die von unseren albanischen Kräften vor Wochenfirst aufgenommenen Angriffe Zwangen nach vergeblichen Gegenangriffen den Italiener, nordwestlich und nordöstlich von Berat seine ersten Linien und beträchtliches Gelände dahinter auf 30 Km. Frontbreite preiszugeben. Unsere braven Truppen, deren Kampfleistungen umso höher c 11 bewerten sind, als ihnen Hitze und klimatische Verhältnisse große Mühsale auferlegen, folgen dein weichenden Gegner. Der Chef des Gencrnlstabes. Der bulgarische Generaiftav l ~ meldet: - W. T. B. Großes Hanplquartier, den 28. Inli. Amtlich. Sofia, 29. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Gcneralstabsbericht. Mazedonische Front: Südwestlich der Skumbiquellen drangen unsere Jnfanterlegruppen in feindliche Stellungen ein und brachten daraus verschiedenes Kriegsmaterial zurück. Nördlich von Bitolia kurze Feuerüberfälle aui Leiden Seiten. In der Nähe der östlichen Eerna war das Artillenefeuer auf beiden Seiten lebhaiirr. OelUich Lee Wardar versuchten englische Cr- * kundungs-Abteilungen sich unseren Posten südlich des Stojacoco * und bei Doldjeli zu nähern, wurden aber durch unser Feuer vertrieben. 13 009 Tonnen verlenüt. Berlin, 31. Juli. (WV. Amtlich.) Aus dem nördlichen Kriegsschauplätze versenkten unsere Unterseeboote 13 OOO Vrt. Der Chcs des Admiralstabe- der Aiarine. Die Schlacht im Westen. Die Kämpfe am 31. Juli. Berlin, 1. August. Nach dem Mißliirgen seiner großen Anstrengungen am 29. und 30. Juli setzte der Gegner am 31. Juli aus der Front von Fere-en-Tardenois bis zum Mennierewalde zu stärkeren Teilangriffen ein. Seine Angriffe brachen an dem erprobten Widerstand unserer dort feit Wochen kämpfenden Truppen zusammen, die nicht nur den Gegner restlos zurückschlugen. sondern im Gegenstoß ihrerseits Gelände gewannen. Ein 7.3O Uh: nachmittags hier vom Feinde wiederholter Angriff wurde in unserem Feuer zerschlagen, ebenso verlief für den Feind ein von ihm in den Mittagsstunden östlich des Menniere- Waldes unterncmmener feindlicher Vorstoß. Um 5 Uhr nach, mittags hoffte der Feind von einem starken Teilangriff auf breiter Front besieren Erfclg. Auch dieser scheiterte blutigst ln unserem Abwehrfeuer und Gegenstoß. Dasselbe Schicksal hatte ein dritter schwächerer nächtlicher Versuch. Die Kämpfe in der Champagne. Berlin, 1. August. In der Champagne machten wir südlich des Fichtelberges zwei Offiziere und 10 Mann zu Gefangenem Gegen den gestern cm der Straße nördlich Perthes genommenen Stützpunkt erfolgte nach heftiger Feuervorbereitung ein feind* licher Gegenangriff, bei dem der Gegner unter Verlusten in seine Ausgangsstellung zmückgeworfen wurde. Später dort erkannte feindliche Ansammlungen lagen unter unserem' Vernichtungsfeuer. Amerikanische Verluste. Berlin, 31. Juli. (WB.) Die Aussagen eines- am 29. Juli gefangenen Amerikaners der 38. amerikanischen Division vom Infanterie-Regiment 110 ergaben, daß das 1. Bataillon dieses Regiments nach dem deutschen Angriff östlich Chateau-Thierry vorn 17. Juli nur noch Kompagnie- stärken von 30 Mann hatte. Ersatz ist bisher noch nicht eingetroffen. Bei den gestrigen Versuchen, westlich des Me- niere-Waldes vorzudringen, verlor eine Kompagnie des zweiten Bataillons desselben Regiments 100 Mann an Toten und Verwundeten. Der Kriegsgedanke im fünften Kriegsjahr. Berlin, 1. August. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt unter der Ueberschrift „Der Kriegsgedanke im 6. Kriegs- lahr": Der Eroberungsgedäuke ist kein nachhaltig wirksamer Kriegsgrund. Für den Verband bedurfte es eines stärkeren Anreiznnttels, z. B. einer systematischen Verleumdung des Gegners. Deutschland soll der Friedensstörer sein, der die Weltherrschaft erstrebt. Indem man die Deutschen als die Hunnen und Barbaren verschrie, mälzte man allen Verdacht von sich selbst ab und erregte zugleich in den Massen die Instinkte der Furcht und des Hasses, die sie die Waffen mit der gewünschten Erbitterung und Zähigkeit führen ließen. Mit Verkehrung von Ursachen und Wirkung ward uns, der wir, von mehreren Stellen bedroht, zur Kriegserklärung gezwungen tvaren, die Urheberschaft ain Kriege zugeschoben. Die Vorstellung von dem großen deutschen Unrecht, das die anfänglichen Verbandsführer durch die unwahrsten Beschuldigungen und unflätigsten Beschimpfungen erzeugt hatten, hat dann der amerikanische Präsident noch zu verstärken gewußt, indem er unserem monarchistisch-militaristischen Staatssystem seine Welt von dem demokratisck^-friedensfrenndlichen Zukunftsstaate ent- gegenhielt. Als echter. Amerikaner, ein Geniisch von Idealismus und Utilitarismus, suchte er seinem Lande einen möglichst großen Gewinn aus dem Kriege und sich selbst den Ruhm eines Menschheitserlösers zu sichern. So ist. wie zur Zeit der französischen Revolntionskriege nur die Verwirklichung des Menschheitsgedankens zu Grunde lag, wieder ein Gedanke, der den wahren Kriegszweck verdecken sollte, ein dem unerhörtesten Weltbetrug entstammender Wahn, der die irregeleiteten Völker zu einem Kreuzzug gegen die vermeintlichen Feinde des Friedens, der F-reibeit und der Gerechtigkeit entflammte, zum leitenden Knegsge" danken geworden. Gewiß ein starker Kriegsgrund, der mit. allen Vernunftsgründen nicht zu entkräften, sondern mu mit Waffengewalt aus der Welt zu schaffen ist. Wir kämpfen jetzt für den Sieg der Wahrheit. Das verleiht unserer Kriegführung einen neuen Angriffsgeist. Das soll unsere Losung im fünften Kriegsjahre sein. Die deutsche Deute. Berlin, 1. Aug. (WB.) Die Zahl der in den Lagern der Mittelmächte befindlichen Gefangenen beträgt am Ende des vierten Jahres über 3 800 000 Mann. Davon sind allein in Deutschland rund 2300 000 untergebracht. Das letzte Kriegsjahr vermehrte die Zahl der Gefangenen um fast 840 000 Mann. Das erbeutete Kriegsmaterial des vergangenen Jahres erhöhte die bisherige Beute auf die folgenden ungeheuren Zahlen: An Stelle der bis zum 2. August 1917 erbeuteten 12 157 Geschütze sind es nunmehr fast 23 000, anstatt der 8362 Maschinengewehre fast 38 000, das heißt das Viereinhalbfache, während sich die Zahl der Fahrzeuge von 10 640 mit einer Erhöhung um 66 000 versiebenfachte. An Panzerwagen fielen, ungerechnet die vernichteten, 366 in deutsche Hände, davon allein im letzten Jahr 300. Dazu kommen seit dem 1. August 1917 rund eine Million Gewehre, über 6 Millionen Schuß Artillerie- und 200 Millionen Schuß Jnfanteriemunition, rund 500 Lokomotiven und 28 000 Eisenbahnwagen. Zahlenmäßig nicht festzulegen sind die durch die deutschen Offensiven im Westen und Osten seit einer Reihe von Jahren dem Feinde zuae- fügten ungeheuren Verluste an eingebautem Material aller Art, an Eisen, Beton, Draht, Baracken, Feldlagern, Lazaretten, Pionierparks, Bekleidungs- und Ausrüstungsmagazinen, Feldgerät und Brennstoffen. Aus all diesem ergibt sich, wie weit die deutsche Heeresleitung ihr Ziel, die Schwächung der Kampfkraft des Verbandes, erreicht hat. Zugleich ist das Volksverniögeu des Verbandes um viele Milliarden Werte verringert worden. Fernbeschießriilg Vnnkirchens. Bern. 1. August. (WV.) Der . Matin" meldet aus Dünkirchen: In der Nacht zum 28. Juli überflogen deutsche Flugzeuge Dünkirchen und belegten die Stadt mit sechzig Lufttorpedos schwersten Kalibers, die einen bedeutenden Schaden verursachten. Am 26. Juli hat die Beschießung durch ein Ferngeschütz begonnen. Fliegerangriff ans Stuttgart. Karlsruhe, 31. Juli. Vergangene Nacht wurde Stritt', gart von feindlichen Fliegern zweimal angegriffen, jedoch nur Gebäudeschaden verursacht. Personen sind nicht verletzt worden. Der Feind überflog während der Dunkelheit an verschiedenen Stellen die Rheinebene und den Schwarzwald, und warf auch einige Bomben im Gebirge ab. Von verschiedenen Seiten wurden Maschinengewehrschüsie beobachtet. Im allgemeinen werden solche Flüge in großer Höhe ausgeführt. Die Flieger benützen dabei Maschinengewehrschüsie. um sich gegenseitig Zeichen zu geben. Die Geschosie der Maschinengewehre, die in solcher Höhe abgefeuert werden, haben für die Bevölkerung keine Gefahr. Das verhältnismäßig leichte Geschoß wird nämlich durch den Luftwiderstand in seiner Geschwindigkeit nach und nach so sehr gehemmt, daß es heim Ausfallen auf die Erde nicht mehr imstande ist, selbst im Freien befindliche Personen erheb, lich zu verletzen. Personen, die sich in Gebäuden befinden, sind vor Verletzungen durch solche Maschinengewehrschüsie sicher, de die Geschosse nicht einmal Dachziegel zu durchschlagen vermögen. lieber die ilorijiimjf im (OHeii bringt die „Frankfurter Zeitung" von „unterrichteter Seite' eine Darstellung, die die Lage nickst rosig ansieht und die darum besonders bemerkenswert, weil die „Frankfurter Zeitung" den deutschen Regierungskreisen nahestcht. Der Aufsatz lautet: Die Tschecho-Slowaken werden von der Entente nach- drücklich unterstützt, ihre Kämpfe haben bereits auf daS europäische Rußland übergegriffen. Mit dem Anwachsen der Macht der Tsch^cho-Slotvakeu steht der Verfall der Herr, fchaft der Bolschewiki im cnaen Lrümmnenbana. Durck I die Einnahme von Samara durch die Tschecho-Slowaken waren die gegenrevolntionären Hoffnungen stark, gestiegen, und die Hauptstadt Moskau selbst erschien bedroht. Das Gelingen der Flucht des Großfürsten Michael aus Omsk bedeutete ebenfalls eine Stärkung der gegenrevolutionären Strömungen. Dazu kommen noch die Hungersnöte in den Städten und der wachsende Widerstand der Bauern gegen die Requisitionen, so daß die Sozialrevolutionäre ihre Zeit für gekommen glaubten. Di? Ermordung des Grafen Mirbach sollte das Signal zum Löss.. lagen sein, und im Zusammenhang damit wurden nicht nur in Moskau, sondern auch in Petersburg und zahlreichen anderen Städten heftige Kämpfe entfesselt. Die Bolschewisten haben diese Aufstände zwar niedergeschlagen und sind wieder Herr der Lage, aber die gegenrevolutionäre Strömung hält nach wie vor an. In Verfolg dieser Ereignisse hat sich die Sowjetregierung vor die Notwendigkeit gestellt gesehen, an Stelle der Noten Garde wieder ein stehendes Heer durch eine allgemeine Mobilmachung ins Leben Zu rufen. In den bedrohten Gebieten von Südostrußland und Sibirien wurden die Bauern und Arbeiter der Jahrgänge 1893 bis 1897 zunächst für sechs Monate unter die Waffen gerufen. In Moskau wurden die Arbeiter der Jahrgänge 1896 und 1897 mobilisiert, in Petersburg die Arbeiter der Jahrgänge 1896 und 1897 und das Gleiche geschah in den nördlichen Tcuen im Murmangebiet zum Schutze gegen die dort gelandeten Ententetruppen, wo die Jahrgänge 1893 bis 1897 unter die Waffen gerufen wurden. Die Regierung besitzt aber keine Macht, ihren Befehlen Nachdruck zu verleihen. Der Erfolg der Mobilisierung ist daher auch gering. Die Rekruten benutzen die erste Gelegenheit, um ihre Truppenverbände wieder zu verlassen, oder sie verweigern den Gehorsam. Die bürgerlichen Klassen werden nur zum Dienst hinter der Front verwendet und bilden eine besonders organisierte Etappenreichswehr. Die Disziplin unter der alten Roten Garde läßt nach, sogar unter den Letten, die bisher die zuverlässigsten Truppen der Bolschewisten bildeten. Die Sowjetregierung bemüht sich auch, die früheren Offiziere wieder zum Dienst heranzuziehen. Es ist eine Registrierung aller früheren Offiziere verfügt worden, aber diese Maß- nahmen stoßen auf den stärksten Widerstand. Die Landung von Ententetruppen in Archangelsk und en der Murmankiiste wird fortgesetzt. Bis jetzt sind etwa 16 00 bis 20000 gelandet und zwar hauptsächlich Engländer, aber auch französische und amerikanische Matrosen. Der nördlichste Teil der Murmanbahn von Kola bis Kem ist bereits von den Ententetruppen besetzt sind diese sind auch schon in südlicher Richtung über Kem hinaus vorgedrungen. Die bolschewistischen Kräfte haben sich auf die Enge zwischen dem Omega- und Ladoga-See zurückgezogen, aber stärkeren Ententetruppen können sie keinen ernsthaften Widerstand leisten. Unter dem Schutze dieser gelandeten Engländer ist eine Murmanrepublik entstanden, die die ' -östliche Ausnutzung dieses Gebietes durch die Entern ermöglicht. In der Ukraine ist Skoropadski bestrebt, die Ordunng wieder herzustellen. Aber auch er stößt mit seinen Befehlen dauernd auf Widerstand und, von den Bolschewisten geführt, halten im Goiwernement Kiew die Unruhen an. Sn der Krim ist von Tataren. Russen, Griechen und Deutschen ein Koalitionskabinett gebildet worden und zwar unter Anschluß an die deutschen militärischen Behörden. Ueber lie Zukunft der Krim soll erst entschieden werden, wenn eine Klärung der Verhältnisie in -Rußland eingetreten ist. Die Don-Kosaken stehen in enger Verbindung mit deutschen Truppen, aber bei einem Teil machen sich Entente- Migungen geltend. Durch die Erfolge der Tscheche- ^Slowaken sind diese Bestrebungen gestärkt worden, ebenso auch durch die Erfolge der Freiwilligen-Armee im Kubangebiet. Die tschechischen Truppen, die beiderseits des Ural operieren, sind angesichts ihrer straffen militärischen Zucht und ihrer guten Bewaffnung für die Bolschewiki ein nicht zu unterschätzender Feind. Man schätzt ihre Zahl auf etwa 40000 bis 60 900, wozu noch rund 15 000 Dutowsche Kosaken Fommert, die sich ihnen angeschlossen haben. Das Endziel der Operationen an der Murmaulüste und am Ural ist die Herstellung einer Verbindung zwischen, den gelandeten Ententetruppen und den Tscheche-Slowaken, ein Ziel, das mit Rücksicht auf die Ohnmacht der Moskauer-Regierung und die Energie ihrer Gegner durchaus nicht von der Hand gewiesen werden kann. # Die Lage in Sibirien ist nach wie vor ungeklärt. Sicher scheint zu sein, daß die Bolsct>ewlki sich nur noch in Irkutsk halten. Aber auch in Irkutsk haben bereits Gefechte zwischen den Bolschewiki und den Tschechen stattgefunden.. Aus dem Osten droht der Vormarsch starker japanischer Truppen- ruassen, die sich in der Manschurei versammeln. - Das westliche Sibirien ist dem Einfluß der Bolschewiki überhaupt ent- Die Kämpfe im Innern. „ Moskau, 30. Juli. (WB.) Die Presse meldet: Im Abschnitt des Westural ist der Feind im Vormarsch von den Stationen Kusima und Grobewo auf die Station Viliuba. Jnr Abschnitt Jekaterinburg—Tscheljabinsk wurden An- griffsversuche des Feindes auf die linke Flanke der Position von Kosobradski abgewehrt. Im Abschnitt Schadrinsk zogen . sich die Rätetruppen kämpfend von der Flußlinie Sinara— Bararjak auf die Flußlinie Jset zurück. Der Feind greift südöstlich auf die Stafion Sinarskaja und östlich auf die Siedelung Trawonskoje (50 Werft westlich Dolmatcw im Gouvernement Perm) an. Im Abschnitt von Baku verloren bie Rätetruppen das Dorf Marasa (Bedmota). — Für den Kampf gegen die imperialistische Entente-Invasion wird die Bildung von Frankfirenrabteilungen vorgefchlagen, die im Rücken des Feindes aufklären und Zerstörngerr vornehmen sollen. In bU Abteilungen sollen grundsätzlich nur Freiwillige ausgenommen werden. — Die Einnahme von Tschisto- rol durch die Tschechen wird dementiert. — Der Befehl der vorläufigen sibirischen Regierung über die Auflösung aller Arbeiter-, Bauern- und Kosakenräte ist von folgenden Ministern unterzeichnet: Ministerpräsident und Minister des Aeußern Nologodski, Minister des Innern Krutowski, Fi- nanzminister Mickallon, Justizminister Patuschinski, Geschäftsführer des Ministerrats Gins, zogen. Die provisorische sibirische Regierung in Omsk wird von Japan. China und Amerika weitgehend unterstützt, jedoch sind die Verhandlungen über eine militärische Unterstützung noch nicht zum Abschluß gekommen. Die mohammedanischen TurSestaner, die antibolscheb wistisch gesinnt sind, haben einen Hilferuf nach England gelangen lassen. England scheint diese günstige Gelegenheit benutzen zu wollen, um sich in die politischen Verhältnisse Turkestans einzumischen. Es zieht an der persisch' turkestanisck-en Grenze bereits indische Kavallerie zusammen und hat die Häfen an der Südküste des Kaspischen Meeres besetzt. Dur Ermordung Eichhorns. Beileidskrrndgebunzen. — Die Trauelfeier. Kiers, 31. Juli. (MB.) Der deutsche Botschafter Frhr. v. Mumm empfing eine Abordnung des Zentralausschusses §er sozialföderalistischen Partei, die ihren Abscheu und ihre Entrüstung über das gegen den Feldmaischall v. Eichhorn verübte Attentat aussproch. Den gleichen Gefühlen gab eine Abordnung der Ehleborcwe. des Vereins der Grurrdbesitzer, dem Botschafter gegenüber Ausdruck. Auch Rakowsti. der Vorsitzende der russischen Friedensdelegatiorr, sprach' im Namen der Bolschewisten setn Beileid aus. Zahlreiche Mitglieder aller Parteien, auch der linksstehenden, gaben als Zeichen ihrer Anteilnahme ihre Karten bei der deutschen Ukrainedelegation ab. Der Hetman weist durch eine Botschaft an das ukrainische Volk auf den großen Verlust hin, den die Ukr-aine erlitten hat, da der Ermordete, im Vertrauen auf das ukrainische Volk, mit allen Kräften für die Idee des ukrainischen Staates eingetreten sei. Die von tiefer Neberzeugung getragene Arbeit des Verstorbenen für die Ukraine werde tiefe Spuren ln den Herzen und rn der Geschichte der Ukraine hinterlaffen. Der Trauerfeier anläßlich des Ablebens des Feld- marfchalls v. Eichhorn in der Privatkapclle des Hetmanpalais wohnten außer dem Hetman, seiner Familie, seinem Stabe und allen ukrainischen Ministern Prinz Koirrad von Bayern, der deutsche Botsch,rster Frhr. v. Mumm mit seinem Stabe, der österreichisch-ungarische und der bulgarische Vertreter, eine Abordnung des deutschen Oberkommandos, der deutsche kommandierende General und der deutsche Ortskommandant bei. Der Priester bat den Hetman, dem Deutschen Kaiser und dem deutschen Volke die Entrüstung und den Schmerz der ukrainischen Geistlichkeit über das fluchwürdige Attentat auf den Feld marsch all zu übermitteln. Der Hetman richtete in seinem Namen und im Namen der ukrainischen Regierung und des ukrainischen Volkes ein in den wärmsten Ausdrücken gehaltenes Beileidstelegramm an den Deutschen Kaiser, auf das der Kaiser herzlich dankend antwortete. Prinz Leopold zu Eichhorns Tode. Kowno, 31. Juli. (WB.) Der Oberbefehlshaber Ost Prinz Leopold von Bayern hat anläßlich des des Generalfeldmarschalls v. Eichhorn folgende Kundgebung an die Heeresgruppe Eichhorn erlassen: „Erschüttert und mit großem Abscheu erfüllt über die ruchlose Tat, welcher der Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Eichhorn, Erzellenz Generalfeldmarschall v. Eichhorn, und sein Adjutant Hauplmann v. Dreßler zum Opfer gefallen sind, fühle ich das dringende Bedürfnis, der genannten Heeresgruppe mein aufrichtiges Bedauern auszusprechen zu dem großen Verlust, der V durch den plötzlichen Tod ihres so hochbewährten und überall geschätzten Führers bettoffen hat. Leopold, Prinz von Bayern, Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber Ost." ^ An Frau v. Eichhorn sandte der Oberbefehlshaber Ost die folgende Drahtung: „Ew. Exzellenz spreche ich zu dem so plötzlichen Hinscheiden Ihres Gemahls meine aufrichtigste und wärmste Teilnahme aus. Mit dem ganzen Oftheere er- füllt mich tteffte Abscheu über die ruchlose Tat, der Ew. Exzellenz Gemahl zum Opfer gefallen ist. Mt alle« Ruhmestaten der Ostfront wird der Name des in Krieg und Frieden an verantwortungsreichster Stellung erprobten und stets bewährten Führers fiir alle Zeiten verbunden bleiben. Gott der Herr schütze und stärke Ew. Exzellenz in diesem Liefen Leid. Leopold, Prinz von Bayern, Generalfeldmarschall und Oberbefehlshaber Ost." » Berlin, 31. Juli. (WB.)' Einen schlagenden Beweis dafür, daß der Verband von dem Mordanschlag gegen den Generalfeldmarschall v. Eichhorn vorher gewußt hat, gibt der „Matin" vom 29. Juli, der bereits am Vorabend des Anschlages gemeldete: „Auf die Köpfe von Mumm und Eichhorn sind von dem Geheimbund der ukrainisä-en Vaterlands- freunde Preise ausgesetzt worden.- In dieser frühen Vn> öffentlichung liegt gleichzeitig der Versuch, die Mordtat auf die Ukraine abzuschieben. obwohl sichtbare Nachrichten bestätigt haben, daß die Urheberschaft in Großrußland unter dem Einfluß des Verbandes zu suchen ist. Die bnlgllnjche Nation nud -er Weltkrieg. Der vielgestaltige Verlauf des großen Krieges hat es nnt sich gebracht, daß unsere Interessen sich mehr denn je dem Südosten, vor allem dem Balkan, zu gewertet haben». Die weltbewegenden Geschehnisse ebneten nach der miltt» rischen und politischen Verbündung der wirtschaftlichen Gemeinschaft die Wege, überbrückten Rassenunterschiede und ließen uns tief hineinblicken in das Wesen und die Entwicklung uns bisher fremder oder doch ferner stehender Völker. Wohl waren deutsche Handelspioniere fett langem bestrebt, wirtschaftliche Verbindungen mit unseren heuttgen Balkanbundesgenossen herzustellen. Durch ihre Studien und Er- erstrebenswerten Ziel gipfeln. Zur richtigen Beurteilung dieser nicht allein für Bulgarien, sondern über den Balkan hinaus für die gesamte zukünftige Gestaltung und den Ausbau der Beziehungen zwischen den heute in Waffentreue verbündeten Mittelmächten höchst bedeutsamen Fragen bieten die in dem genannten Bande vorliegenden, durch eine ebenso gründliche wie klare Verarbeitung des weitschichtigen Stoffes ausgezeichneten Arbeiten reichhaltiges Material, so daß ihre Verbreitung in jeder Beziehung Wohl zu wünschen wäre. fahrungen über Land und Volk der Bulgaren haben engere Kreise unseres Vaterlandes zwar schon früher manche belangreiche Aufklärung erhalten, aber erst der gemeinsame Kampf Schulter an Schulter auf dem uns Deutschen bisher kaum bekannten Boden hat die Kenntnis über Charakter und Lebensgewohnheiten dieses fleißigen und intelligenten Volkes rascher verbreitet, als jahrzehntelange Friedens- arbeit. Hiernach ist es nur natürlich und im Interesse einer weiteren wünschenswerten Vertiefung auch der geistigen Beziehungen zwischen den verbündeten Ländern höchst erfreu- lich, daß sich auch weitere Kreise unseres VolkeL mit erhöhter Aufmerksamkeit der Lekttire von Werken und Schriften widmen, die ihre Kenntnisse in dieser Hinsicht zu bereichern und ihr Verständnis für die Wesensart und die Eigenschaften der neuen Freunde zu fördern wohl berufen sind. Diesen Zweck vermögen in besonders hervorragendem Matze die unlängst im Aufträge der rührigen „Deutsch-bulgarischen Gesellschaft" in Berlin unter dem Titel „die bulgarische Na- tion und der Weltkrieg" (Verlag A. Hoffmann u. Co. Berlin) gesammelten Aufsätze des ausgezeichneten bulgari- scheu Gelehrten und derzeitigen Prorektors der Universitä! Sofia, Prof. Dr. Jv. Gheorgow, zu erfüllen. Der an deutschen Hochschulen gebildete Verfasser, der unsere Sprach« vortrefflich beherrscht, gibt hier in einer Anzahl von Einzel- auffätzen beachtenswerte Auffchlüsse über den politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Aufstieg des Bulgarenvolkes, sowie — was gerade zur Zeit als besonders belang- reich und willkcnnmen bezeichnet werden muß — über di- Gedankengänge, die die Bulgaren in richtiger Einschätzung ihrer Lage zum Eintritt in den Weltkrieg an die Seite der siegreichen Mttelmächte geführt haben, und die in der nationalen Einigung des bulgarischen Volks als höchstem Me Erjchjchlng Molans !!. Die amtliche Darstellung der Sowjet-Regierung über den Vorgang lautet folgendermaßen: „Am 18. Juli fand die erste Sitzung des Präsidiums des neugewählten Zentral-Exekutiv-Ausschusies unter dem Vorsitz des Genossen Swerdlow statt. Der Vorsitzende verliest eine soeben auf direktem Draht eingetrofsene Mitteilung des Provin» zial-Sowjets des Roten Ural über die Erschießung des ehemaligen Zaren Nikolaus Romanow. In den letzten Tagen drohte der Hauptstadt des roten Ural. Iekaterinburg. ernstlich Gefahr der Annäherung Ischecho-slowakischer Banden. Zu gleicher Zeit wurde eine neue Verschwörung von Gegenrcvoluttonären auf- gedeckt. die den Zweck hatte, den gekrönten Henker den Händen der Sowjet-Behörden zu entteißen. Angesichts aller dieser Umstände beschloß das Präsidium des Prooinzial-Sowjets des Ural, Nikolaus Romanow zu erschießen, was am 19. Juli ansgeführt wurde. Di« Gattin und der Sohn Nikolaus Roinanow wurden an eine sichere Stelle gebracht. Die Dokumente über die entdeckte Verschwörung wurden durch Sonderkurier nach Moskau gesandt. Nach Mitteilung dieser Nachricht erinnerte Genosse Swerdlow an die Geschichte der Überführung Nikolaus Romanows aus Tobolsk nach Iekaterinburg, als eine ebensolche Organisation Weißer Gardisten zum Zwecke der Veranstaltung einer Flucht Nikolaus Romanows aufgedeckt wurde. In der letzten Zeit beabsichtigte man, den ehemaligen Zaren wegen aller feiirer Verbrechen gegen das Volk vor Gericht zu stellen, und nur die gegenwärtigen Ereignisie haben die Verwirklichung dieses Gerichts verhindert. Das Präsidium des Z. E. A. nahm in Erwägung aller dieser Umstände, die den Provinzial-Sowjet des Ural zu seinem Ent« schlusie drängten, folgende Resolution an: Der allrussische Z. E. A. ansrkenirt durch sein Präsidium den Beschluß des Provinzial-Sowjets des Ural als gerechtfertigt. Der Vorsitzende teilte dann mit, daß der Z. E. A. im Besitz autzerordenUich wichtigen dokumentarischen Materials ist: diq eigenhändigen Tagebücher Nikolaus Romanows, die er von seiner Jugend bis in die allerletzte Zett führte, die Tagebücher seiner Gattin und seiner Kinder, sein Briefwechsel usw. Darunter befinden sich Briefe Rasputins an Romanow und an seine Fa» milie. Alle diese Materialien werden gesammelt und in aller« nächster Zeit veröffentlicht werden." „Diebstahl Mttfc Seeranberei." In einer schwedischen Zeitung finden wir nachstehendes Tn liogranlm aus London: Die Negierung hat beordert, daß folgende Waren zu konfiszieren find: Bücher, Zigarren, Papiee für Noten und Harz, abgesandt mit dem Dampfer „Hevelry" an verschiedene Empfänger in Holländisch Ostindien. Ferner sind die folgenden mit dem Dampfer „Kilkeney" ebenfalls nach Hots ländisch Ostindien verwandten Waren zu konfiszieren. Bücher. Chemikalien und Samen. Ferner Textilwaren usw. mit de« Dampfer „Morvoda" nach Holland. Postkarten mit Dampfer „Mercuvius" nach Newyork, Musikalien mtt Dampfer ..Negu» vald Jarl" nach China. Seide mit Dampfer ..Mrtagama" muh Norwegen. spryen mtf Dampfer „Mariiebone" noch TolumLia. -Leider und Zink mit Dampfer „Adriatic" nach Amsterdam und Schweden. Seife mit Dampfer „Melita" noch Deutschland. Dörr, gemüse mit Dampfer „Normanrtta" nach Holland. Gold, und Silberdraht nach Island, und Roten, Bücher und PhotograMea an verschiedene Plätze in Norwegen. Das schwedische Blatt knüpft daran die folgende bittere Kritik: Was ist das mm anders als gewöhnlicher Diebstahl, — Seeräuberei — trotzdem es unter dem schönen Namen von „Konfiskation" geht? — Stellen Sie sich mal vor, daß wir jetzt so tief gesunken sind, daß ei« so frecher Fall in unseren Zeitungen ohne geharnischte Kommentare abgedruckt wird. — Und stellen Sie sich mal vor, daß es noch Leute gibt, die nicht sehen, was England ist — nämlich ein Seeräuber vom schlimmsten Kaliber? — Es ist nur jammerschade, daß das schwedische Urteil so vereinzelt dasteht. Im allgemeinen wagt die schwedische Presto nicht gegen die englischen Drangsalierungen - ein Wörtchen zu lagen. Das Laiikrahaag iü lMflfrfi! Rechtsanwalt Ernst Nötiger-Berlin schreibt in der „D. 'Tageszeitung": Die Anfrage des Abgeordneten Dr. Noesicke im Reichstag über die Haussuchungen und Durchsuchungen der Wohnungen cruf dem Lande ist sowohl von den Konservativen wie den Nationalliberalen und der Zentrumsfraktion unterstützt worden, ein Beweis, daß das Vorgehen der von den Kriegsorganifatio- nen beauftragten Kontrollbeamten von den einflußreichsten poli. t'scheu Parteien und nicht allein von agrarischer Seite mißbilligt wird. Dr. Noesicke verlangte weiter nichts als den jedem Verbrecher durch die Strafprozeßordnung zugebilligten Schutz auch für die landwirtschaftliche Bevölkerung eine gesetzliche Grundlage für die Durchsuchungen nach Maßgabe der §8 192 ff. der Strafprozeßordnung. wie er auch in der „Deutschen Tageszeitung" wiederholt als notwendig bezeichnet worden ist. Fast als eine Antwort auf diese von dem Herrn Reichskanzler noch nicht erledigte Anfrage, deren Dringlichkeit, weil sie die jedem Staatsbürger gewährleistete persönliche Freiheit — das Berfastungsrecht — berührt, außer iedem Zweifel steht, muß man die Verschärfung der Durchsuchungsvorschriften in der m Nr. 173 des „Staatsanzeiaers" veröffentlichten Bundesralsverordnung für 191S'l9 ausfasten. ^ Während § 15 der BBO. über Kartoffelversorgung vom 28. Juni 1917 den Polizeibeamten, den Beauftragten der Reichs- karto fielst elle, der Berinittelungsstellen, der Kommunakverbände oder der Polizeibehörde das Betreten und die Besichtigung der Räume gestaltete, „in denen Kartoffeln gelagert, feilgehalten oder verarbeitet werden, sowie die Räume, in denen Vieh gehalten oder gefüttert wird", erstreckt die Kartoffelverordnung für 1918/19, welche am 1. August in Kraft tritt, die Durchsuch- imgsbefugnis dieser Beanrten auch auf „Räume, in denen Kar- löffeln zu vermuten sind". Man fordert ferner im Gegensatz zu 1917 Hilfeleistung bei der Feststellung der Vorräte.- bei Der- Weigerung der Hilfeleistung können die erforderlichen Arbeiten auf Kosten des Verpflichteten durch Dritte vorgenommen werden. Man wird mir vielleicht entgsgenhalten, daß die neue Kartoffelverordnung sich nur dem Wortlaut des § 3 der BVO. über die Auskunftspflicht vom 12. Juli 1917 angepaßt habe, da diese Gesetzesbestimmung die Untersuchung von solchen Räumen be- veits gestattete, „in denen „angabspflichtige" Gegenstände z» vermuten find." Tatsächlich hat man aber in parlamentarischen Kreisen wie Ln der Preste — abgesehen von der Sozialdemokratie und dem Freisinn, die erst rebellisch werden würden, wenn die gesiebten Arbeiter und Städter mit einer gleichen Kontrolle bedacht würden —, diese Besttmmung der BVO. über Auskunftspflicht so schorf verurteilt, daß auch den Herren Bearbeitern der neuen Kartoffelverordnung eigentlich die Ohren geklungen haben müßten, wenn — ja nenn — sie nicht bereits allzuttef sich in den Fangseilen des Sozialismus verstrickt hatten. Es wäre endlich an der Zeit, daß einmal der Reichstag in seiner nationalen Mehrheit eine solche Bundesratsverordnung außer Kraft setzte, die weder vor der Schlafstube des Bauern, noch vor feinem Bett Halt macht, sogar das Erbrechen der Wohn- unb Schlafräume (bei Verweigerung der Hilfeleistung, die auch dann vorliegt, wenn der Bauer sich zur Zeit der unangemeldeten Kontrolle auf dem Felde oder zum Bestich vielleicht seines verwundeten Sohnes auswärts befindet) gesetzlich sanktioniert. Das Erbrechen der Räume gestattete die BVO. über Aus- kunftspflicht noch nicht einmal. wohl aber nun die Kartoffel- verordnung für das neue Wirtschaftsjahr. Was hat der Bauer der Regierung getan, daß man ihn so zu behandeln sich erlaubt? Dem Felde Mrai der Girre. Ober-Wöllstodt. Musketier Jakob Feuerbach, Sohn des Polizeidieuers Heinrich Feusrbach, erhielt wegen tapferen Verhaltens vor dem Feinde das Eiserne Kreuz. Wir gratulieren! Weckesheim. Wehrmann Johann Burbones Leim Landwehr-Jnfanieric-Regiment Nr. 87, welcher seit Kriegsbeginn im Felds steht, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klaste perliehen. Wir gratulieren! Ans der Heimat. FriedSerg. Auf den Artikel „Das Aehrenlefen im Kreise ßriedberg" von K. Oechler in Ilbeshausen in Nr. 173 unserer Zeitung wurde uns behördlicherseits mitgeteUt. daß die Beschlagnahme des aus dem Aehrenlefen gewonnenen Getteides für den Kommunalverband nicht von dem letzteren, sondern von dem Bundesrat durch § 1 der Reichsgetteideord- nung vom 29. Mai 1918 angeordnet wurde und nicht nur für den Kreis Friedberg, sondern für das ganze Reich, also fiir den Kreis Lauterbach, gilt. In der Bekanntmachung ^ des Kommunalverbandes Mevverg asm 17. Jvll l. Js. ist lediglich hierauf htagewtefe» worden. «r. Herstellung vo« Dilngemittel«. Ja der letzten Sitzung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins Hanau teilte Kornhaus- direktor Thylmami mit, daß die Grnteerttäge der Landwirtschaft jetzt nur durch reichliche Zuführung von künstlichen Düngemitteln wesentlich gesteigert werden können. Das Kriegsamt hat sich jetzt der Herstellung von Düngemitteln besonders angenommen durch die Gründung einer Düngerzentrale. Die Aufgabe der Zentrale ist es, eine allgemeine Richtlinie zur Förderung der Dün-gerherftellu-ng zu geben, die praktische Durchfüh. rung derselben zu überwachen. Die Hauptaufgabe des Kriegsamts ist vorläufig die Arbeiterbefchaffung, die Mittelbeschaf- fung sowie die Beschaffung von Maschinen und Zubehörteilen und Wagenbestellung. Die Zentrafflell« stützt sich auf die Kriegsamtsstelle, die den Unterbau der Organisation bilden. Das Interesse der Landwirtschaft bei der Organifatton wird durch enge Verbindungen mit den Kriegswirtschaftsämtern gewährt. Die Kriegsamtsstelle hat alles Nötige zur Förderung der Dllngorherstellung zu veranlassen und durchzuführen. Zei dom Kriegswirtschaftsamt Frankfurt haben bereits zwei Sitzungen stattgefunden, in denen Direktor Thylmann wiederholt zum Ausdruck gebracht hat, daß neben der Förderung der Düngerherstellung keinesfalls mich die richttge Verteilung der Düngemittel vergessen werden dürfe. Die Anregung wird wohl zur Folge haben, daß, boffe-ntti chnicht in allzu langer Zeit, sich das Kriegswirlschaftsayit mit der zweiten Aufgabe, die gerechte Verteilung der hergestellten Düngemiltelmengen, beschäfttgt, damit einmal der Schleichhandel aufhört und auch andernteils jeder kleine und kleinste Landwirt seine Anteilmenge erhält Vorläufig ist die Ueberwachungsstelle für Dünger in Berlin damit beauftragt, die Verteilung der Düngemittelmengen (inson- de-rheit Ammoniak-Dünger, Thomasmehl und sonstige Phosphor, säurehaltige Düngemittel) zu überwachen. Seit 1. Juli d. I. ist von dieser Stelle der Llbsatz von Thomasmehl derweife geregelt. daß vom Erzeuger und Weiterverkäufer die Lieferungen im Jahre 1913 anteilmäßig gleichmäßig zugrunde gelegt werden muß und bezüglich des Absatzes von Ammoniak-Dünger ist angeovdnet, daß Erzeuger (Kokereien und Gasanstalten) nach dem Bezüge in der Zeit vom 1 Juli 1914 bis 30. Juni 1915 die Weiter Verkäufer (Düngerfabriken, Händler, Genossenschaften) nach den Bezügen in der Zeit vom 1. Juli 1913 bis 30. Juni 1915 anteilmäßig gleichmäßig zu liefern verpflichtet sind. Für Kalkstickstoff besteht eine Absatzregelung nicht. Vilbel. Sonntag, den 21 Juli fand in der Gastwirtschaft des Herrn Ruckdäschel bei Groß-Karben eine vom Bezirksvorsitzenden Lehrer Will einberufene Versammlung für die Kriegervereine von Groß-Karben und Umgegend statt und am Sonntag. den 28. Juli eine solche zu Obererleuöach für die umliegem den Vereine betreffs Organisation der Kolonial-Kriegerfpends Hierauf hielt der Vorsitzende einen Vortrag über: „UuferB Kttegervereine und die Vereinigungen der Kriegsbeschädigten". An die Ausführungen schloß sich eine roge Aussprache. Frnakfurt o. M. Dem Milchhändler Friedrich Münz ifl vom Polizeipräsidenten der Handel mit Gegenständen des tag. ttchen Bedarfs wegen Unzuverlässigkeit untersagt worden. Münz hat als Verttauensmann der städtischen Milchverteilungsstelle die von ihm an die Händler zu verteilende Vollmilch teilweise entrahmt und diese Milch als Vollmilch rn den Verkehr gebracht. Münz war Vorsitzender des Frankfurter Milchhandler-Dereins. AuS Starkknburg. Darmstadt, 1. August. Wegen Vergehen gegen die Kriegs« gesetze standen gestern der Kaufmann und jetzt zum Heere einberufene C. Budesheim sowie der Ph. Olff aus Griesheim vor der Straftammer dahier. Beide haben auf Anregung einer Ordonnanz des Offizierkastnos des Train-Batl. Nr. 18 dahier für dieses ohne Genehmigung des Diebhandeilsverbandes eill Rind beschafft, das aber noch kurz vor der Ablieferung an das Kasino beschlagnahmt wurde, sodaß das Schleichhandelsaeschäit nicht zur Ausführung kam. Das Schöffengericht hat deshalb die Ordonnanz sowie Budesheim zu je drei Monaten. Olff z« 10 Wochen Gefängnis verurteilt. D. und O. haben Berufung verfolgt, die heute bezüglich des B. verworfen wurde, für O. aber günstig ausfiel, da seine Strafe auf zwei Wochen herabgesetzt wurde. FC. Neu-Isenburg, 30. Juli. An einem Neubau an de» Wiesenstraße brach das Gerüst, sodaß vier Arbeiter in die Tief« stürzten und so schwere Verletzungen erlitten» daß sie dev» Krankenhause zugeführt werden mußten. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg; für den Anzeigenteil: 9t Heyner. Fliedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung" A- G.. Friedbera i H Aid-i!W>rk!m!tlMLL7rL7.L'A'.».,: Offene Stellen: 1 Kutscher. 6 Tagelöhner. 4 Knechte, 2 Verwalter. 1 Schäfer» familie, 1 Müller, 1 Schwemefutterer. 1 russischen Dolmetscher, I Molkereigehiife, 1 männliche Schreibhilfe und 3 Schuhmacher für Ersatz-Bataillon, 1 Bäcker, 5 Dienstmägde, 6 Hausmädchen, Fabrikarbeiter und -Arbeiterinnen. Stellensuchende? Mehrere Melkerfan,ilien und ledige Melker, 2 Melkerfamilie» (Frau m. Tochter), 2 Haushälterinnen, 2 Vürofräulein, 10rdonnanz. » Uerferrrt. RomanvonAnnyWoFhe. Nachdruck verboten. 1. Kapitel. ^ ' Ein» Fruhlingsnacht! Der Sturm rast und tobt um das alte Schloß Berghaufen in der „Märkischen Heide" und rüttelt und schiittelt die Zweige der uralten Kastanien, die ihre lichtgrünen Blätter mit den ersten rose und weißen Blütenkcrzen geschmückt haben. Graustm ft'-.rt der Sturmwind die ersten Sprossen des neuen Blüten. ! ens von den Aesten und führt die lichten Flocken weit hinweg über den dunklen Müggelsee, dessen sturmgepeitschte Wogen sich doch aufbäuu en und grollend gegen die Ufer rollen. In solchen Fri'hlingsnächten fordert der Müggelsee, auf dem sonst so friedlich weiße Wasserrosen schimmern, unnachsicht- lich fein Opfer. — Die schlairke Frauengestalt, die sinnend an einem Fenster des Schlosses lehnt und in die dunkle Leirznacht hinaus weithin über den See starrt, weiß das. Sie denkt oft daran, wenn der Sturm tobt und die Wogen des Sees hetzt, aber heute — heute möchte sie selbst das Opfer fein. Schloß Berghaufen liegt tief in Dunkel gehüllt. Vor einer Stunde noch hatte das Schloß in einem Meer von Licht und Glanz geschimmert. Strahlende, lachende, glückliche, plaudernde Menschen hatten die weiten Eesellschafts-räunre durchwogt, und die einsame Frau, die dort am Fenster ihres Gemaches jetzt so seltsam gebrochen lehnt, war die Schönste und Strahlendste in der Menge gewesen „Alle Lichter aus, der Sang verklungen, die Freude verblüht — nichts als die graue Sturmnacht draußen und die drrnlle Nacht in meinem'Herzen," murmelt die Einsame. Horch, was war das? Klang es nicht wie das leise Weinen einer Kinderstimme'' „Törin, die ich bin." flüstert sie leise, „die alte Wetterfahne auf dem Turme dreht sich im Winde." Ein fast mitleidiges Lächeln gleitet über die Züge der Frau, die jetzt vom Fenster zurück in den Lichtkreis der rotver- deckten Lampe tritt, welche das weite Zimmer nur matt erleuchtet. „Gräfin Mirena Berghaufen," sagt sie zu sich selber, „morsen, ach, morgen.wirst du nichts fein, als frei!" Sie tritt vor den großen, dunkelgerahmten Spiegel und lächelt hinein, süß und glücklich, wie K'nder lächeln. Alls Schwermut ist abgestreist. Der Spiegel wirst ihr Bild strahlend zurück. Das Antlitz der hohen schlanken Gestalt in dem durchsichtigen gelben Kreppgewande, das malerisch die biegsamen Glieder umgibt, ist nicht schön im gewöhnlichen Sinne des Wortes, aber es liegt doch über dem Gesicht und der ganzen Erfchei. nung ein eigener Zauber, etwas Srnnbetörendes, wie einRaufch von Schöicheit und Liebe. Es hat etwas Bestrickendes, wie sie jetzt die weißen nackten Arme hebt und langsam die brennend roten Mohnblüten löst, die das rostbraune Haar schmücken. Dieses Haar kann Funken sprühen, wenn Sonnenstrahlen darauf fallen, und das blaffe Gefichtchen umwallen wie ein Heiligenschein. Mirena Berghaufen weiß das. Cie kennt sich und die -Macht ihrer eigenartigen Persönlichkeit und sie weiß diese Macht zu gebrauchen — sie will es wenigstens auch jetzt versuchen. — Wie die grün-schillernden Augen aufblitzen und wie sich die weißen Glieder, von denen Mirena soeben die mohngeschmückte Krepphülle streift, vor dem Spiegel dehnen. Alle Bewegungen haben etwas weiches, fchlangenhastcs. „Wie dieses Kleid, fo streife ich mein ganzes bisheriges Leben ab," murmelt sie, „und wie der neue Tag wieder den lichten Schein des Lebens bringt, so gehe auch ich jetzt aufjauchzend der Sonne entgegen'" In den Augen Mirenas zucken lichte gelbe Flammen, die Nasenflügel beben und die vollen roten Lippen des kleinen, halbgeöffneten Mundes schimmern wie rote Kirschen. „Ach. nur ein einziges Mal glücklich fein," murmelt, sie, die weißen Hände über den braunlockigen Kopf verschränkend, „nur einmal den Becher des Glücks leeren und dann — dann untergehen „Nein, das ist töriRst! Leben, leben will ich, so wie es das Recht meiner Persönlichkeit bedingt. Frei will *ch sein, frei von den Ketten, die mir die Seele binden, frei von Recht und Gesetz der Gesellschaft, die nichts kennt als das hehle Phrafentnm, das ihre eigene Nichtigkeit ihr vorschreibt. Gräfin Mirena Berghausen schrak zusammen. Klang es nicht wieder, als ob ein Kind weinte, ein kleines Kind? „Kinder weinen immer des nachts." spricht sie leise, wie sich selbst tröstend, dann aber stiegt ein Schauer über ihren Leib, ein fröstelnder Schauer. Eine Weile steht die Frau wie erstarrt Todes-Anzeige. Ällen Verwandten und Freunden teilen wir in tiefem Schmerze mit, daß heute mein lieber Mann, unser herzensguter Vater, Schwiegervater und Großvater Jakob Nosenschon «ach kurzem Kranksein im Alter von 80 Jahren sanft entschlafen ist. Friedberg i. §., den 1. August 1918. 2m Namen der trauernden Hinterbliebenen' Wilhelmme Nosenschon. Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. August, nachmittags 4 Uhr statt. ,7^ ,1 I $ AM ©oft der Allmächtige hat meinen lieben, herzensguten Mann, unseren treusorgenden Vater, lieben Schwiegervater u. Großvater Matthäus Meuser nach langem, schwerem, mit großer Geduld getragenem Leiden, wiederholt gestärkt durch die heiligen Sterbesakramente, heute früh 7 Uhr in die Ewigkeit abgerufen. Ockstadt, Bad-Nauheim, Ober-Wöllstadt, 1. August 1918. lbester Ersatz für Fleischextrakl) wieder frisch eingetrofseu. Friedrich Michel Friedberg. 1 Pferd, belgische Fuchsstute. 4 Jahre alt, 1 Hunsrücker Pserd, hellbraune Stute, 5 Jahre alt. mit guter Garantie, sowie ein älteres Ici(!)lc§ fcä stehen zum Verlauf bei W. Watzenborn, Sövel. Telephon 1, Amt Wölfersheim. Einen schweren Zivelssillllller-Wllllell zu verkaufen. Heinr. Wilhelm Scherer. Nieder-Florjtadt. liHülüüüM zu zwei Leuten nach Frankfurt gesucht. Näheres Frau Viehbahn, Friedberg, Mainzertorweg ü lauschend Ml, dann sinkt das braunlockige Haupt tief auf M4 weiße Brust. Stein, ich kann es nicht," entringt es sich wie ein Stöhnen ihrem Munde. „Nie, niemals kann ich zurück." Hastig wirft sie ein dunkles Gewand über die weichen Glieder. Sie mag ihr Bild i>m Spiegel nicht mehr schauen, wie Entsetzen packt es sie, wenn sie hineinblickt und dort ihr Auge seinem Ebenbilde begegnet. Näherten sich nicht Schritte ihrer Tür? Angstvoll bebend steht sie einen Augenblick still. Nein, es war nichts. Die Turmuhr vom Schlosse schlug mahnend Mitternacht. Ueber den feuerroten Teppich des Zimmers zuckt es wie blutrote Flammen — das sind die Mohnblüten aus dem Haar der schönen Frau, die noch vor einer Stunde so glücklich gelacht und'die nun hinauswandern will in die Fremde, heimlich fort von Mann und Kind, einem ungewissen Schicksal entgegen. Mirena hatte ihrem Gatten heute wie sonst „Gute Nacht" gesagt, sie hatte ihm genau so flüchtig und genau so gleichgültig, wie jeden Abend die Stirn zum Kusse gereicht, und er hat^ genau so gleichmütig wie sonst geantwortete „Schlaf woh- lösche das Licht gut aus — sonst gibt es doch noch Feuerwerk bei dem ewigen Gelcse bis tief in bit Rächt hinein." Dann hatte er sie, ehe sie es hindern konnte, heiß auf dei Mund geküßt, und sie hatte mit der Hand diesen Kuß, der iß? wie ein Brandmal schien, fcrtzuwischen gesucht. Dann war sie an das Bettchen ihres Kindes getreten, ab sie hatte es nicht geküßt — nicht einmal zum Abschied diesen Lippen nicht, die der Vater dieses Kindes entweiht ' Gatte, dem sie mehr als einmal gesagt, daß sie ihn nicht i und der doch nicht aufhören wollte, Rechte zu fordern, di" r die Liebe gibt. Mirena schauderte wie im Fieber. Nur fort, fori drä - jeder Gedanke in ihrer Brust. Aber wenn sie nicht vorsi' - war, wenn Jürgen ihre Flucht vor der Zeit entdeckte, war u? verloren. Sein Zorn, seine Wut würde keirre Grenzen h beu und einmal seiner Gewalt zuriickgegeben, würde er jedes Mit tel versuchen, sie zu halten. Nicht aus Liebe zu ihr — einer Liebe, vor der sie schauderte, sondern weil er, Graf Berghaufen, nicht dulden würde, daß ein Mitglied seines Hauses der Gesellschaft Stoff zur Ua terhaltung lieferte. Fortsetzung folgt. Bekanntmachung. 2n den Geschäften von A. Beckstein, M. Ro'enfeld, Georg Möbs, E. Stamm, Lind L 2bold, H. Eckel, H. Fink, Fauerbach gelangen von Samstag, den 3. August ab Käse zum Verkauf. Auf jeden Abschitt „i“ der Brotkarte werden SO Gramm zu 22 Pfennig verabfolgt. Friedberg, den 31. Juli 1918. Der Bürgermeister 2. V.: D a m m. Bekanntmachung. Am 1. August 1918 ist eine Bekanntmachung Nr. O. II. 700/7. 18. K. R. A., betreffend „Beschlagnahme Bestandserhebunq und Höchstpreise von Leichtöl, Noh benzol, Toluol, Benzin und sonstigen benzol- und benzin- artigen Körpern" erlassen worden. Der Wortlaut der Bekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. Stkllv. ßNiMliomii&o 18 . AniikckiW. Die Eeie Taps: Druckerei und Mag Uktien-GesellschaU Frledäerg (Hessen) Hanauersfnsse 12 Fernsprecher 48 & empfiehlt sich zur Anfertigung van Drucksachen aller Art Vereins-, Geschäfts- und Famiiien- Druckarbeiten, Mehrfarbendrucke, Katalog- und Werkdruck in jeder Ausführung. Uebernahme von Massenauflagen.