Mittwoch, den 31. Juli 1918 Uummsr 177 11. Jahrgang Di- Tas-sz-itung" -Hch-int ,-den Werktag. R-g-Imatzig- Beilagen „Der K-n-r aus »Die KpiunSuI,-". K.mgspe.is- Bei den P-stanstall-n oierl-liäl.rli-l, Mk 2 i 0 ^ näU lntt noch das Bestellgeld: de. den Aaentea monatlich 85 P,g. einschliesjlich Trügerlolm. Anreizen: Grund-.eile 25 Pfg.. lokale 20B.g» Anreigen oon auswärts werden durch Postnachnabm« erhoben. EnuNungsor, .rriedberg. Scheiftleitnng nnd Verlag .^risüberg lS-iseu,. lanausritrahe 12. Femiprecher 48. Pesticheck-Lonto Nr «3öl Amt Feankjurt a M Schwere, bis m fünfmal wiederholte frau^ftiche Angriffe blutig rusnmmengebrochen. Fortdauer der Kämpfe in Albanien. — 15000 Tonnen verdenkt. || Der deutsche Generalstob |j k> ~" - " ttt b* § & 1*4 ♦ meldet: an IP’,,®* ß*«.]®**^** Ä»»ptqtt»rtier, 30. Inli. Amtlich. den Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz RupprechL Rege nächtliche Erkundnngstätigkeit. Leilaligriffe der Engländer in Gegeiw Merrrs (nördlich der Lus) und beiderseits von Aylette (südlich von Ar ras) wurden abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. „ An der Kampffront gntt der Feind unsere neuen Linien nördlich des Ourcg und unsere Stellungen auf den Waldhöhen südwestlich von Reims mit starken Kräften an. Franzosen, Engländer und Ainerikaner wurden unter- schwersten Verlusten für den Feind auf ihrer ganzen An- griffsfront zurückgeworfen. Der Schwerpunkt des feindlichen Angriffs lvar gegen me Front Hartennes—Fere-en-Tardenois gerichtet. Hier stürmten dichte Angriffswellen des Gegners am Vor- und Nachmittage^ immer wieder von neuem an. Vor und an unseren Linien, teilweise in unseren Gegenstößen brach der Ansturm zusammen. Am Nachmittage dehnte der Feind seine Angriffe über Fere-en-Tardenois nach Osten bis zum Walde von Menniere ans. Sie hatten ebenso wenig Erfolg wie Teilangriffe, die er am Morgen am Walde von Menniere, in den Abendstnnden in breiter Front westlich von Ville-en-Tardenois führte. Südwestlich von Reims wiederholte der Feind zwischen Chambreey und Brigny an einzelnen Stellen bis zu fünf Malen seine Angriffe und setzte sie bis zum späten Abend in heftigen Teilangriffen fort. Er wurde überall blutig abgewiesen. Fn der Champagne vertrieben wir südlich vom Fichtel- berge den Feind aus Gräben, die er seit seinem Vorstoß am 27. 7. noch besetzt hielt und nahmen einen feindlichen Stützpunkt nordöstlich von Perthes. Leutnant Loewenhardt errang seinen 46. Luft- sieg. Der Erste Gencralquarticrmcister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 30. Juli, abends. (WB. Amtlich) Nach seiner Niederlage am gestrigen Tage verhielt sich der Feind heute ruhig. . Der österreichische Generaistab |] — weidet: - Sbicit, 30. Juli. (WB.) Amtlich wird verlantbart: Auf dem italienischen Kriegsschauplätze wirkungslose feindliche Feuerüberfälle und Störungsfeuer gegen rückwärtige Räume. Oberleutnant L i n ke -C ra wso rd erzielte seinen 27. Luftsieg. An der baltischen Front erneuerte der Feind seine starken Angriffe gegen unsere Stellungen auf dem südlichen Semeniufer und ani dem Höhenrücken Mali Silowes. Von unseren Truppen, die teils durch zähen Widerstand, teils durch tapferen Gegenangriff alle Anstrengngen der Angreifer zw nickste machten, verdienen das Budapester Landsturm- Bataillon 329 und das Oberungarische (Kassaer) Grenz- iügerbataillon Nr. 3 besonders hervorgehoben zu werden. Der Ches des Gencralstabes. Der bulgarische Gcneralftab — - meldet: =_ Sofia, 28. Juli. (WB. Nichtamtlich) Gencralstabs- bericht. Mazedonische Front: Zwischen Ochrida- und Prespa- See zerstreuten unsere Posten durch Feuer eine verstmckte französische Abteilung. Die feindliche Artillerie beschoß imfcre Stellungen iin Süden von Hnma heftig. Bei Siran war die beiderseitige Feuertätigkeit zeitweise lebhafter. In der Gegend vor den Stellungen nördlich des Tahino-Sees vernichtete eine unserer Jnfanteriegruppen eine griechische Erknndungsabteilung. In der Gegerrd von Bitolia wurde nach Luftkampf ein feindliches Flugzeug brennend hinter unseren Linien abgeschossen. s Das türkische Hauptquartier j] « — meldet: — —- Konstantinopel. 29. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Tages- bericht. Palästinafront.' Der gestrige Tag stand unter dem Zeichen gesteigerter Gefechtstätigkeit an der ganzen Front. Im Küstenab schnitt griff der Engländer nachts nach hefttger Artillerievorbereitung unsere Vorpostenstellungen an. Er wurde überall blutig abgewiefen. Vorlibergehend eingedrungene Teile des Gegners wurden im Nahkampfe erledigt. Unsere Stellungen sind unverändert in unserer Hand Beiderseits der Straße Jerusalem-Nabulus entwickelten sich Artilleriekämpfe in wechselnder Stärke. Oestlich der Straße bis zum Jordan stießen unsere Pattouillen in die feindlichen Stellungen und holten Gefangene heraus. Auf dem Ostjordanufer beschossen wir wucksam schanzende Trupps des Gegners und vertrieben feindliche Aufklärungsabteilungen. 15000 Tonnen versenkt. Berlin, 29. Juli. (WTB. Amtlich.) Im Sperrgebiet Um England wurden 15,000 Brt. versenkt. Der Chcs des Admiralstabes der Marine. $8i!ifMftfiitflt aiif- GrimchkldimIiIB». Eichham. Kiew, 30. Juli. (WTB. Amtlich.) Gegen General- fcldmarschall v. Eichhorn nnd seinen persönlichen Adjutanten Hanptmann v. Drcßlcr wurde 2 Uhr nachmittags auf dem Wege vom Kasino nach seiner Wohnung in deren unmittelbarer Nähe durch einen in einer Drosthke an sic heranfahcenden Mann ein Bombenattcntat verübt. Beide w u r d e n sehr schwer verletzt. Attentäter und Kutscher sind verhaftet. Die bisherigen Feststellungen deuten auf die Urheberschaft der soizalrevolntionären Partei in Moskau, hinter der erfahrungsgemäß die Entente steht. B c r l i n, 30. Juli. (WTB. Amtlich.) Seine Majestät der Kaiser landie an Generalfeldmarschall v. Eichhorn folgende Depesche: Mein lieber GencralscldmarschalN Mit Entrüstung nnd tiefem Bedauern erhalte Ich die Meldung von dem verabschenungswürdigen Verbrechen, das gegen Sie und Ihren Adjutanten begangen wurde. Seien Sie Meiner aufrichtigen, herzlichen Teilnahme versichert. Ich hoffe nnd wünsche mit Gott, daß Ihne« baldige Wiederherstellung he. schieden sein möge. Er erhalte Sie uns und dem Vaterlande. Mit herzlichem Gruß Ihr wohlgeneigter König Wilhelm. * Der Feldmarschall f* Kiew, 31. Juli. (3BÜÖ.) Feldmarscholl o. Eichhorn ist sei. ncn Verletzungen gestern Abend erlegen, ebenso kurze Zeit vor^ her sein Adjutant. Die Schlacht im Westen. Berlin, 29. Juli. (WB.) Die in der Nacht vom 26. zum 27. Juli nach sorgfältiger Vorbereitung durchgeführte, vom Feinde znnäckfft unbemerkte Verlegung unseres Kampf- gelündes in die Gegend bei Fere-en-Tardenois mrd Ville- en-Tardenois erfolgte efft nach gründlicher Zerstörung aller dem Feinde nutzbringender Anlagen. Die Meldung, daß cst- nnd westpreußische Regimenter, die bereits seit Wscher» auf den Höhen nordwestlich von Chateau-Thierry eingesetzt waren, am 20. Juli hervorragenden Anteil bei der siegreichen Abwehr starker feindlicher Teilangriffe bei und südöstlich Fere-en-Tardenois hatten, zeigt am deutlichsten dis Lügenhaftigkeit der französischen Meldungen über die am geblich ungeheuren deutschen Verluste. Diese französischen Erfindungen verfolgen lediglich den Zweck, die eigene Oeft fentlichckeit über die infolge des rücksichtslosen Mafstnein^ satzes selbst relittenen außergewöhnlich hohen Opfer hin- wegzutäuschen und die eigene, über das Ausbleiben eines entscheidenden Erfolges beunruhigte Volksstiinmung zu beschwichtigen. Berlin, 30. Juli. (WB.) Mit starken Kräften ist am 29. Juli der Feind aufs neue gegen die jetzige deutsche Front angerannt und hat sich wiederum eine schwere blutigs Schlappe geholt. Wie seinerzeit Marschall Haig in Flandern und General Nivelle an der Aisne, setzte auch an der Kam.pffront zwischen Soissons und Reims Foch die alte starre Kampfmethode der Entente fort, die lediglich dazu führt, seine an und für sich ungeheuren Blutopfer ins Ungemessenr zu steigern. — Nach einer 5 Uhr vormittags begonnenen starken Artillerievorbereitung griff der Feind in dichten Wellen und mit starken Kräften unsere Front südlich Hartennes an. Sein Angriff brach hier völlig und unter schweren Verlusten zusammen. Am Nachmittag wiederholte er mit frischen Kräften seinen Vorstoß, der ebenso erfolglos blieb. Gleichzeitige englische Angriffe nordöstlich Oulchy-le- Chateau wurden glatt abgewiesen. Gegen 10 Uhr abends nochmals vorgehende feindliche Infanterie mußte bereits vor unserem Maschinengewehrsener zurückgehen. Bei dem vergeblichen Anrennen beiderseits F6re-en-Tardenois, das sich bis in die Abendstunden hinein wiederholte, brachten wir im Gegenstoß zwei Offiziere und 70 Mann an Gefangenen ein. Berlin, 30. Juli. (WB.) Der am Ostrande des Neuniere-Waldes nach einstündiger Artillerievorbereitung am 29. Juli 7 Uhr vormittags unternommene feindliche Angriff endete mit einem vollen Erfolg für unsere dort kämpfenden Truppen. Weiter östlich bis in die Gegend von Ville-en-Tardenois gingen die Franzosen nnd Engländer gegen 7 Uhr abends zum Angriff vor. Auch dieser Angriff brach unter schweren Verlusten für den Feind teils schon in unserem Vernichtungsfeuer, teils im Gegenstoß , ' sammen. Berlin, 30. Juli. (WB.) Erneute feindliche Bombenabwürfe auf Douai fügten wiederum der französischen Be völkerung schwere Verluste zu. Die Verkürzung unserer Front. Durch die Zurückverlegung unserer Front im Westen haben wir unsere Kampfbedingungen wesentlich verbessert und mit der Verkürzung der Front erreicht, daß wir mit möglichst geringem Einsatz einen größtmöglichen Erfolg erzielen können. Tatsächlich hat der Gegner von der Zurückverlegung der Front zwei Tage lang nichts gemerkt und ist unseren Truppen erst dann ge» folgt. Er ist mit erbitterten Massenangriffen gegen die neue Front vorgestürmt. Diese Anstürme find restlos geschei- tett und haben dem Feind schwere blutige Verluste zrrgefügt. Die Zahl der an diesem Frontabschnitt eingesetzten feindlichen Divisionen ist auf 56 gesttegen, ein Beweis für die halttofe Behauptung des Feindes, er habe keine Entscheidung erzwingen wollen. Unser Kräfteeinsatz war wesentlich geringer und daher auch unser Kraft everbrauch. Die Führung der Schlacht liegt nach wie vor in den Händen der deutschen Heeresleitung, di< sich die operative Freiheit voll gewahrt hat. --—-- Die Iahresbente. lieber 830 000 Gefangene. — 7000 Geschütze. Berlin, 30. Juli. (WB.) Die Leisttmgen des deutschen See» res während des vierten Kriegsjahres kommen in folgenden Zahlen zum Ausdruck: Den Feinden wurden entrissen und von den deutschen Truppen besetzt: im Osten 198 256 Quadratkilometer. in JtaLienl 14 425 Quadratkilometer, an der Westfront 5823 QuadraMls» mcter (geräumtes Gebiet an der Marire ist abgerechnet), im ganzen 218 022 Quadratkilometer. Ferner halfen unsere Truppen vom Feinde bezw. von räuberischen Banden zu säubern: in Finnland 373 602 Quadratkilometer, in der Ukraine 152 03« Quadratkilometer, tn der Krim 25 727 Quadratkilometer. An Beute wurden eingebracht 7000 Geschütze, 24 000 Maschinenge- wehre, 751912 Gewehre, 2 876 500 Schuh Arti lleriemuntttvr^ 102 250 900 Schuh Infanteriemunition, 2000 Flugzeuge, 20- F-essttballons. 1705 Feldküchen. 300 Tanks. 3000 Lokomotive«. 2 ? ^ Eisenbahnwagen, 65 000 Fahrzeuge. Die Zahl der im r. 77 Kriogsjahre gemachten Gefangenen beläuft sich auf Somit hat die Gefangenenzachl eilte Höhe von nahezu . 1 tonen erreicht. FÜegrrangrfffe in Kaderr. Karlsruhe, 30. Juli. Amtlich wird gemeldet: Mehrere feind ml-e Flieger, dis heute nacht über Mittel-Baden kreisten, warfen eine Anzahl Bomben in ein Gefangenenlager. Weiteren Schaden verursachten sie nickt. — Durch Fliegerangriff auf Lahr und Offenbnrg wurde heute, Dienstag, vormittag einiger Sach und Gebäudeichadcn verursacht. In * Lahr wurde ein Flieger abgeschossen. Flicgcrlcntnnnt Wenlchoff. Köln, 30. Juli. lWB.) Die „Köln. Ztg." meldet aus Dielefeld: Der Fliegerleutnant M e n k h o f f aus Herford ist seit Donnerstag von einem Fuge nicht zurückgekehrt. Das Flugzeug landete hinter den feindlichen Linien. Das Schick- sal Menkhoffs ist ungewiß. Die Vorgänge irr Graften. lieber die Frage des Vorgehens in Sibirien wird der .Voss. Ztg." aus Rotterdam berichtet: Der Anteil Japans soll auf Wunsch Englands darin bestehen, eine größere japanische Truppenmacht mit eng- lischen. französischen und amerikanischen Truppen gemeinschaftlich an den Operationen teilnehmen zu lassen. Amerika hat eingewilligt, Japan lehnte es aber ab, mit den Vcr° bandstruppen in Sibirien augenblicklich einen größeren Angriff zu beginnen. Nach langwierigen Verhandlungen ist es nunmehr dazu gekommen, daß Japan eine „friedliche Invasion" unternimmt, wobei es den gemeinschaftlichen Aufmarsch führen soll. In Japan hat der Ausgang der Verhandlungen eine starke politische Erregung hervorge- rufen, und ein Teil der Presse flirrt eine scharfe Sprache gegen die Regierung, die sich v den Verbündeten verleiten lasse, das Land in Abenteuer zn jrürzen. Nun ist eine wei- tere Meldung ans Tokio nach England gelangt, wonach ja- panische Truppen für eine Landung auf Sachalin bereitständen. wozu mehrere Divisionen Marinesoldaten geschickt werden sollen. Aus Sack)alin will Japan die Verwattung der Insel übernehmen. Von einem derartigen Unternehmen war aber bei den bisherigen Verhandlungen niemals die Rede. Einstweilen ist in London die Veröffentlichung dieser Meldung verboten worden. Vermutlich sollen weitere Meldungen über diese neue Ueberraschung im fernen Osten abgewartet werden. Japans Eingreifen. Haag, 2st. Juli. Tie bische Presse zweifelt nicht mehr an dem japaniich-ameruanischen Eingreifen in Sibi rien gegen die Bolschewiki. Die großen kolonialen Jnteres sen Hollands im fernen Osten mögen das große Interesse, mit dem hier die Entwicklung in Sibirien verfolgt wird, mit begründen. „Nieuwe Couraitt" schreibt: Nunmehr hat Japan den amerikanischen Vorschlag zur Unterstützung der Tschecho-Slowaken in Sibirien angenommen. Welchen Preis Japan dafür fordert, ist noch eine Ueberraschung. Es hat schon häufig betont, daß es nur seine eigenen Interessen verfolgt. Mit seinem nun gefaßten Entschluß begint ein neuer Abschnitt des Krieges. Die Folge dieser Tatsache sind unübersehbar. Mögen die, die Japan soweit gebracht haben, es nie bereuen. Ebenso ernst schreibt „Tijd": Es wird bald ein ganz neues Kapital dieses Weltkrieges beginnen, das uns ebenso überraschende wie entscheidende Wendungn für die Weltpcnitik der Zukunft bringen wird. Der Zrrfrrll irr Sowjetrepublik. Osten zeichnet sich immer deutlicher die Unterstützung ab, die die Entente den Tschecho-Slowaken zuteil werden läßt. Auf diese Unterstützung ist es mit zrvrüchmfichren, wenn die Kämpfe der Tschecho-Slowaken mich auf das europäische Rußland übergegriffen haben. Im gleichen Verhältnis mit den Fortschritten der Tschecho-Slowaken setzt sich der Zerfall der Sowjetmacht fort. Durch die Einnahme von Samcnm sind die gegen- revolutionären Hoffnungen gestiegen, und die Hauptstadt Moskau kann als bedroht gelten. Die Landungen von Verbandstruppen in Archangelsk und an der Murmanküste werden fortgesetzt Man schätzt die Zahl der bisher gelandeten Truppen au' 15—20 000 Mann. In der Hauptsache bestehen sie aus französischen Matrvsenabteikungen Der nördlich« Teil der Murmanbahn von Kokabis Kem ist besetzt und die Vcrbandstruppen marschieren in südlicher Richtung auf Kem vor. Die Truppen des Sowjets haben den Befehl erhalten, sich zurückzuziehen, könnten wohl auch keinen stärkeren Widerstand leisten. Die Tschechen sind angesichts ihrer straffen militärischen Zucht und ihrer guten Bewaffnung für die Bolsche- misten ein nicht zu unterschätzender Feind. Man schätzt ihre Zahl auf etwa vierzig bis sechzig Tausend, wozu noch rund ttirffzehn* Tausend Tudowsche-Kosaten kommen die sich ihnen angeschlosi'en habe«. Das Endziel der Operationen an der Murmantüste und am Ural ist die Herstellung einer Verbindung zwischen den ge- landeten Verbandstruppen urck den Tschecho-Slowaken. ein Ziel, dao mit Rücksicht auf die Ohnmacht der^ Moskauer Regierung vno die Tattraft ihrer Gegner durchaus nicht so ohne weiteres gewiesen werden kann. Die Lage in Sibirien ist nach wie vor ungeklärt. Sicher scheint zu sein, daß die Volsche- mtpen sich nur noch in Irkutsk halten. Aber auch in Irkutsk haben bereits Gefechte zwischen den Bolschewisten und den Tscheche« sta^igefunden. Aus dem Osten droht der Vormarsch japanischer Truppenmassen, die sich in der Mandschurei versammeln. Das westliche Sibirien ist dem Einflüsse der Bolschewfften überhaupt entzogen. Die vorläufige sibirische Regierung in Omsk wird von Japan. China und Amerika weitgehend unterstützt, jedoch sind die Verhandlungen über eine militärische Unterstützung noch nicht zu» Abschluß gekommen. Die mohammedanischen Türke- stoner, die antibolschewistisch gesinnt sind, haben einen Hilferuf nach England gelangen lassen. EnglatTd scheint diese günstige Gelegenheit benutzen zu wollen, um sich in die politischen Verhältnisse Turkestans einzumischen. Es zieht an der perfisch-tur- kestanischen Grenze bereits indische Kavallerie zusanrmen und hat die Häsen an der Südkuste des Kaspischen Meeres besetzt. Der Profllj die ftiihere Kiewer Dada. Kiew. 20 Juli. Laut „Kiewskaja Mysl" wurde im Dobry- Prozeß am 25. Juli das Urteil gefällt. Es wurden verurteilt: Holubowitfch und Shukcwski zu zwei Jahren, die übrigen Angeklagten, nämlich Krassowski, Ossipow und Eajewski zu 1 Jahr Gefängnis Dobry diente bekanntlich den deutsch-ukrainischen Witt- schaftsbeziehungen und wurde deshalb von der früheren Rada seiner Freiheit beraubt. Die damalige Rada bettieb, das hat der Prozeß unzweideutig bewiesen, nichts anderes, als die Be- reitstelluna von Truppen zu einer Bekäinpsung des deutschen Heeres. Wichtiger als die Tatsache der Freiheitsberaubung Do- brys sind diese Verschwörungen, über welche die von dem Kriegs- aerichtsrat Dr. Dreude geleiteten Verhandlungen Auskunft geben. Wir heben daraus den Teil der ukrainisch-polnischen Verträge hervor. Das Zeugenverhör batte die Tatsache der Entführung Do- brys festgestellt' auch Ossipow hatte sie zugegeben mit der Bemerkung, daß er Dobry vor den Nachstellungen des Ministers des Innern in Charkow hätte in Sicherheit bringen wollen. Dann begann die Vorlesung dieser hochwichtigen Dokumente unter steigender Spannung der ukrainischen Intelligenz, die den VerhmMungssaal füllte. Das erste Dokument ist ein Vertrag über einen ukrainisch-polnischen Gemeinschaftsrat vom 3. April, unterzeichnet von dem auf der Anklagebank sitzenden Kriegs- mimfter Schukowfki und den polnischen Truppen-Oberkomman- dos des 1., 2. und 3. polnischen Korps, die später die Abgabe der Waffen verweigerten, am 10 Mai eine förmliche Schlacht bei Fastow, unweit Kiew, lieferten und durch ihre günstigen, früher bezogenen Stellungen mit starker polnischer Artillerie be- trächtliche deutsche Verluste verursachten. Nach diesen Verträgen Latten die Ergänzungen der polnischen Korps in der Ukraine selbst zu erfolgen: Munition und Furage waren aus den ukrainischen Depots zu liefern, ja. selbst die Löhnung sollte ans ukrai- nismeu Mitteln geschehen. Für die Abrechnung waren besondere Abmachungen, die in diesen Verttägen nicht enthalten und uir- befaimt geblieben sind, vorgesehen Aus den Vorhalt des Gerichts. daß die polnischen Truppen vom ukrainischen Kriegsmi. nistorium ohne sichtbare Erürrde von den Landesgrenzen in der Nähe Kiews konzentriert wurden, antwortete Schukowstt. daß dies ohne fett. Zutun geschehen sei: er habe die Entwaffnung der Polenkorps ehrlich gewünscht General Dobor-Musnicki, der Führer des 3. polnischen Korps, spricht in einem einige Taoe spater geschriebenen Brief an Schukowfki seinen Dank für die Versorgung mit Munitton und seine Erwartung aus, daß zw? schon den beiden jungen Staaten ein Bündnis geschloffen werde. Oegen wen dieses Bündnis seine Spitze richten sollte, ist aus dem Entwurf eines Aufrufes des Ministers des Innern ersichtlich der bel^ einer'Hanssuchung in dessen Wohnung gefunden wurde. Dieser Aufruf beginnt mit dem Hinweis auf die Unabhängigkeit der Ukraine, die in schwerer Stunde nach neuen Freunden Umschau gehalten habe. Diese neuen Fremrde hätten . * *** Abmachungen nicht gehalten, sorä>ern eine Einmischung m die Verhältnisse der Ukraine versucht. Er appelliere deshalb an das Volk, diese Eindringlinge zu vertteiben. Jeder, der mit ihnen sek. oder sich nur mit einem Anliegen an sie wende, werde verfolgt werdet;. Dabei gibt es bekanntlich selbst heute noch kern ordentliches Gericht im Lande, und das deutsche Kommando wird rn allen möglichen Angelegenheiten, deren Erledigung nur Scherereren verursacht, Überlaufs. Das zuletzt verlesene Dokument war ein Bericht des Generalftabschefs vom 10. April an den Krregsminister. Darin wird die Ankunft der auch sechs Offizieren bestehenden französischen Militärmiffion gemeldet. ^re,e hat m-t Wissen und Willen der ukrainischen Regierung re engste Fühlung mit den polnischen Korps, und ihre Mitglieder trugen sogar polnische Uniform. Die Polen hatten den Franzosen ihre baldige Hinüberschasfung in die Heimat versprochen doch verlängerte die Mission ihren Aufenthalt absichtlich bis zum ! , 2“ dulem Termin planten die damals deutsch-freundlichen Bolschewisten einen Aufstand tn Kiew. Aus dem Prozeß- materral und aus dem Verhör des früheren Ministerpräsidenten Holubowitich geht hervor, daß dessen Regierung ihr Mandat MEderzulegen beabsichtigte, um eine E>rtscheidung der Rada zu erzwingen und dem Demag^en-Trio Holubowitfch-Tkatschenko- ^chukowstr Diktatur-Vollmachten zy erteilen. Das noch nicht zur Ruhe gekommene Volk sollte auf diese Wer,e reEert werden und nur die deutsche Tattraft und die ^arie^ r0f,en ^ eit ^ Ctm0ns bie Dinge anders kommen Ei« ößmMchtt Werjog für die Ukraine? Eine in Odessa ersäteinende ukrainische Zeitung bcackte vor einiger Zeit die Mitteilung, daß in der Ukraine eine stark osterreichischfreundliche Strömung herrsche. Im Zusammenhang damit wurde auf den Erzherzog Wilhelm hin- gewlesen, der seit einiger Zeit eine Abteilung galiziMr Landwehr in der Ukraine befehligt. Heute ist, der „Moc- genpo't" zufolge, wieder ein Gerücht verbreitet, daß der Hctman Skoropadski auf seine Stellung zu gunsten des genannten Erzherzogs verzichten wolle. Eine Bestätigung dieses Gerüchts ist noch nicht zu erhalten. Hustarek im Herrenhaus. Wien, 29. Juli. sW.B.) Im Herrenhaus gab Minister» Präsident Dr. Frhr. v. Hussarek bei Vorstellung des neuen Kadi, netts eine Erklärung ab, in der er die Gesichtspunkte kennzeich» necke, von denen sich die Regierung bei ihrer Tätigkeick leite« lassen wolle. Der Ministerpräsident betonte zunächst: Daß der Krieg für unsere Mächtegruppe von allem Anfang an ein Der. Leidig ung skr leg war. darüber besteht für niemanden, der sein« Vorgeschichte kennt, ein Zweifel. Er hat aber diesen Charokter für die Mittelmachte auch stets behalten: sie sind jederzeit be» reit, daraus die Konsequenzen zu ziehen und einen ehrenvolle« Frieden zu schließen, sobald die Genger ihre feindlichen, auf unsere Vernichttmg oder Zurückdrängung gerichteten Absichten auf. geben. Die berufenen Staatsmänner unserer Mächtegruppe ha. ben es des öfteren unzweideutig festgesetzt. daß sie einen Fric- den im Sinne der Gerechtigkeit und auf Grund von Formeln anstteben, die nach beiden Seiten in gleicher Weise anwendbar und annehmbar sind. Solange aber die Gegner auf dem Stand» funkt einseitigen Diktats stehen, bleibt uns nichts übrig, als den Krieg mit aller Entschlossenbeit und Intensität fortzusetzen. (Lebhafter Beifall.) Neben unserer Friedensbereitschaft liegt für uns das einzige Mittel, den Krieg abzukürzen, in der Nach, drücklichkeit der Kriegführung. (Lebhafter. Beifall.) Die Regie- rung wird mit Begeisterung ihre ganze Kraft einsetzen. um in ihrem Wirkungskreis die Aufgaben der Kriegführung zu för. dern. (Lebhafter Beffall.) Die Monarchie darf auf die Leist- ungen unserer in zahllosen Helden kämpfen erprobten Wehrmacht und aui ihre Bündnisse voll verttauen. (Lebhafter Beifall.) Wir werden einen guten, ehrenvollen Frieden erreichen. (Beifall.) So wie im Kriege, werden wir auch im Frieden nicht allein stehen. Das Bündnis mit dem Deutschen Reiche, von der Einsicht erlauchter Herrscher und Staatsmänner geschaffen, eine wahre Herzenssache für beide Teile und im Weltkriege bewährt, wird eine Vertiefung im Sinne einer dauernden Fri^ensge- memfchaft erfahren (Lebhafter Beifall.) Aber auch die innigen Beziehungen zu den übrigen ruhmvollen Waffengefährten wollen wir in schönere Zeiten hinübernehmen und liebevoll weiter pflegen. (Beifall.) Darin liegt nicht Bedrohung für an» dere Staaten. Der kriegerische Inhalt unserer Bündnisse wird ihnen nur von dem Gegner aufgezwungen und hört auf, sobald sie die Hand zum Frieden bieten. Unsere Bündnisse sind ihrem Wesen nach geeignet und bestimmt, sich in eine Friedensorgani- sation aller Kulturvölker der versöhnten Welt einzufügen. ° Ter Ministerpräsident besprach sodann Probleme der inne- ren Arbeit, zu denen die Mttwirkung des Reichsvates erforderlich sei, betonte die Bedeutung des Er^ahrungsproblems, des Wieideraufbaus der zerstörten Gebiete, der Förderung der indu. striellen Produktion sowie der Landwirtschaft und bemerkte, di« Landwirte b-dürften der liebevollsten Förderung durch de« -vtaat. Er schloß mit den Worten: Oesterreich wird seine Mission nur erreichen, wenn es allen Stännnen seiner Völkerfamilie dos wahrhaft gemeinsame Vaterland ist. Aber zu diesem Ziele wird es nur gelangen, wenn es sich stets bewußt bleibt, daß im deutschen Volkswert die Urquell seiner Kulturmacht liegt. (Leb. Hafter Beifall.) Der Ministerpräsident bat schließlich das Herrenhaus um vertrauensvolle Unterstützung im Name« der gemeinsamen Liebe zu dem hart geprüften, aber aus schweren Kämpfen einer glorreichen Zukunft. entge.zenschreitenden Vaterland. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen.) Das Haus be- garm hierauf die Beratung des Budgetprovisorimns. Die ftliWßlcke Arbeijerikhast gegen ClfKlfllffÖH. Paris, 27. Juli. Die von der Pariser Arbeiterschaft gegen Elemenceau eingeleitete Aktion findet in ganz Frankreich einen über Erwatten starken Widerhall. In der Provinz folgen dis Gewerkschaften und Parteiorganisattonen dem Beispiel der Verbände des Seincdepartements, und aus allen Teilen des Landes treffen Meldungen über Massenversammlungen ein, in denen die Arbeiterschaft der Regierung in aller Form die Gefolgschaft aufsagt. Der Parteiverba-nd der Ciroude hat eine Tagesord. nung angenommen, in der es heißt, daß die Privilegierten der französischen Nation am arbeiten-den Volk und an der RepubliL Verrat übten. Der Prozeß Malvy kennzeichne die regierende« Klassen Frankreichs als patriotische Heuchler. Eine Vertteter^. sitzung der Arbeiterverbände der Departements Seine-mferieure snd Eure nahm mit 26 gegen 12 Sttmmen eine Resolutton an, die die sozalistische Kammerftaktion auffordert, der Regierung gegenüber zur Aktton überzugehen und die Kredite zu verweigern. Ciemenceau müsse gezwuirgen werden, die Kriegsziele de. kannt zu geben und die Pässe für einen internattanalen foziali- .tffchen Kongreß gewähren. Der Vevband spricht dem des Verrats angeklagten Minister Malvy in aller Form das Ber- trauen aus. Diese Art von Prozessen fei nur ein politisches Manöver der Kriegspartei. Auch die Vertrett?ng der Aroeiterorga- nisattonLn des Departements Gard hat mit überwältigender Majorität einen ähnlichen Beschluß gefaßt. Uerschiedenes. Schweres Eisciibahuunglück. Berlin, 30. Juli. (WB. Amtlich.) Heute morgen 9 Uh 14. Minuten brach zwiscken Gurko in der Nahe von Lands- berg die Kolbenstange an der Lokomotive des v-Zuges 22, 'stemmte sich gegen die Schiene des Gleises Schneidemühl— Berlin und brachte dadurch die I^Zug^Lokomottve zur Ent* gleisung Dis Lokomotive entgleiste nach der Innenweite unU hob die letzten vier Wagen des auf dem Nachbargleis fahren, den Güterzuges 6611 aus dem Gleise. Vom O-Zug sind verbrannt vier Wagen, vom Güterzug drei Wagen. Bisher sind festgestellt: 16 Tote, 27 Schwerverletzte, 2 Leichtver^ lohte, ^pkoinotivführer und Heizer des I>-Zuges sind unverletzt. Beide Gleise wurden gesperrt. Es wird vore.nssicht* üch ein Gleis heute nacht um 3 Uhr wieder fahrbar sei». Der Zugverkehr wird durch Umtteiaen aufrecht erhalten. bchiy.onoseki, 29. Juli. (WB.) Reuter. Auf dem Bahnhof explodierte in dem Augenblick, wo der Erpreßzug aus .Kyoto ankam. eine große Meng? Munition. Man schätzt die Zahl der Verunglückten auf 50 bis 150, darunter viele Lote. Die Deal- und Fleft Ölversorgung. Berlin, 30. Juli. Vom 19. August ab wird die Mehl- ra-iion, die seit Monaten, gekürzt werden mußte, wieder in voller Höhe von 200 Gramm auf den Kopf geliefert werden. Die Streckungsmittel können aber noch nickst wieder in voller Höhe gewährt werden, sodaß das Brot aus reinem Mehl besteht, aber in seinem Gewicht etwas knapper sein wird als vor der Kürzung. Am 19. August beginnt auch die erste fleischlose Woche. Als Ersatz für die ausgefallene Fleisch • soll ein über 7 Pfund hinaus erhöhtes Quantum Kartoffeln der Ve- Volke' -mf gegeben werden. Wie Kwm«vck fforb. (Zu stimm 20 Todestage, 30. Juli.) Am 30. Juli sind 20 Jahre Hingegangen seit dem Tage, an -oem der große Heros der deuischen Einheit sein lrdisch>.s Dasein geendet. S^in geistiges Wesen lebt unsterblich sort in dem, was er geschaffen, und gerade jetzt, wo sein Volk das von ihm hinber- lasiene Erbe in gewaltigem Ringen noch einmal erwerben muß, um es ganz zu besitzen, steht er uns als Vorbild, Führer und Rater besonders nahe. Wir wissen aus mannigfachen Zeug, nisten, daß Bismarck in den letzten Jahren seines Lebens den großen Weltbrand vorousahnte, der nun entfacht ist, und in den schlaflosen Nächten auf seinem Krankenbett schon mit all den Sorgen rang, die uns heute erfüllen. Zur Gräfin von Eichstedt sagte er ahnungsvoll in seinem letzten Lebensjahr: „Montaigne ließ auf seinen Grabstein schreiben: „Pent6tre!" Ich möchte mir auf meinen schreiben lasten: „Mous verrons!“ Was er voraussah. quälte ihn Seine Tochter hörte ihn kurz vor seinem Tode des Nachts immer wieder laut beten: „Gott schütze das Deutsche Reich." Und mit seinen Todesahnungen, die ihn damals immer stärker bestürmten, vereinigte sich der dunkle Aus. blick in die Zukunft. „Meine Trompete ist dnrchschosten, sie gibt keinen Ton mehr," sagte er einmal in diesen letzten Wochen zu Schweninger und fügte prophetisch hinzu: „Wir gehen schweren »nd schwierigen Zeiten entgegen." Freilich an der Dauer und der Größe seiner Schöpfung, an der unbesiegbaren Kraft de-^ deutschen Volkes hat er nie gezweifen. Nur kamen die sich da. mals anbahnenden politischen Konflikte, die heute ihre gewaltsame Losung finden, zu der schweren Krankheit, die seinen Nie- senkörper langsam unterwühlte, um eine tiefe Müdigkeit, eine abgeklärte höchste Reife in ihm zu erzeugen. Er findet für seinen Zustand das schöne Wort: „Es geht mir wie einem Wanderer im Schnee, er fängt ollmöhlig an zu erstarren, er sinkt nieder, und die Schneeflocken bedecken ihn. Es ist ein angenehmes Lustgefühl" Der Tod der geliebten Lebensgefährtin hatte ihn tief erschüttert. «Ich habe nur noch den Wunsch, daß ich nicht länger lebe wie sie. Als Witwer, was soll ich jetzt noch ans der Welt?" sagte er damals. Und am Abend ihres Todestages: „Dies ist noch ein größerer Abschluß wie damals 1890 und greift noch tiefer in die Gestaltung meines Lebens ein. Seit dem Tode meines alten Herrn habe ich an keinem Sterbebette gestanden. Wäre ich jetzt noch im Dienst, so wurde ich stramm arbeiten. Das wäre die beste Hilfe. Der Trost ist mir versagt." Sein Leiden verschlimmerte sich von nun an mehr und mehr, das letzte Lebensjahr war er fast immer in den Rollstuhl gebannt Der Geist blieb frisch und alles überschauend klar, aber die Glieder versagten oft den Dienst. Dann scherzte er wohl selbst über den „Jammermann" und sagte lächelnd: „Auf dem Dache sitzt ein Greis, der sich nicht zv helfen weiß." Aber zu Leubach tat er das traurige Geständnis: ,Hür mich gibt es nur noch den einen glücklichen Tag — an dem ich nicht wieder erwache." Im. «er deutlicher zeigten sich die Zeichen des Verfalls, und die Al- lernächsten, die um sein Schmerzenslager versammelt waren, hofften und fürchteten, die nächste Stunde werde die Erlösung bringen Dann plötzlich, am 28. Juli, raffte er sich wie durch ein Wunder noch einmal auf. Ein Augenzeuge schildert uns in dem von Marcks und von Müller gesammelten „Erinnerungen an Bismarck" den Tod des Fürsten: „Wie ein alter Löwe ist « gestorben Den 28. hat er noch heiter in der Familie verbracht und sich geistig so frisch wie immer gezeigt. Am 29 rarer dann, matt und schwach, im Bett geblieben, aber ohne Schme zen, ohne Dcschu erden. Am 30., um die Mittagszeit, sank er i eine Ohnmacht, aus der er sich noch einmal zum Bewußtsein e holte aber bis zum Abend müde hingestreckt liegen blieb. Na lfecl, Tegly und Kiassim Emin) der Hof-Zigarettenfabrik Zuban (Hauptinhaber von Michel, Tegly und Kiassim Emin) ihre billig eingekauften Tabake zu Wucherpreisen berechnete." Seither ist Baron v. Michel-Raulino von seineni Posten enthoben. Das Neichswirtschaftsamt hat ihn im Anfang März telegraphisch „ersucht", abzudanken. Aber sollen die Vorkoinmnisse Amtsgeheimnisse bleiben oder nicht vielmehr zur Warnung aller jener dienen, die sich in die Kriegs- organisationen eingeschlicben haben, um dort ihre persönlichen Geschäfte zu betreiben? (fin FaMirllchallsliaiis in Knymi. München. 27. Juli. Eine Anzahl Landwirte hat sich zu einer G. m. b H. zufammengefchlosien, die die Grundstücke des bis. herigon Hotels Terminus um etwa drei Millionen Mark zur Errichtung eines Hauses der Landwirte erwerben will. Es soll eine landwirtschaftliche Zentralstelle zwecks Zusammenschlusses des ganzen bayerischen landwirtschaftlichen Verkehrs in München gefchafwi werden Es ist die Errichtung einer landwirtschaftlichen Bibliothek, einer ständigen Ausstellung landwirtschaftlicher Maschinen und eines Saalbaues in Aussicht genommen. In dem Hause sollen etwa 30 landwirtschaftliche Organisationen und landwirtschaftliche Berufsberater ihre Geschäftsräume erhalten. Vom Felde der Ehre. Ockstadt. Gefreiter Bernhard Krebs in einem Grenadier- Regiment erhielt das Eiserne Kreuz zweiter Klaffe. Die Heff. Tapferkeitsmedaille besitzt er schon. Mir gratulieren!. Ans der Heimat. Bad Ranheim, 31. Juli. Fünftes Sinfoniekonzert der Kur- tapelle Donnerstag, den 1. August im Konzerthans. Leitung: Hofrat Professor Hans Winderstein. Nur drei Namen, allerdings solche von hohem Klange, weist die Bortragsordnung dieses Sinfonieabcnds auf. Beethoven — Wagner — Liszt! Beethoven's gewaltige „Heldensinfonie" (Erotca). „Zur Erinnerung an den 1. August 1911" stellt das Hauptwerk der monumentalen Vortragsordnung dar; Richard Wagner's LohengriwVorsptel und Liszt's wirksamste Tondichtung „Präludien" ergänzen und gestalten sie zu einer Huldigung an unsere tapferen Krieger. Insbesondere ehrt der Trauermarsch in der Sinfonie die gefallenen Helden. Damit die Stimmung des Gesamt Werkes nicht gestört wird, bittet die Konzertleitung von Beifallsbezeugungen nach den einzelnen Sätzen der Sinfonie absehen zu wollen. FC. KleiwKarben, 28. Juli. Nach 52jähriger Lehrtätig- keit ist Lehrer Kost dahier in den Ruhestand getreten. Ans Starkcnburg. Darmstadt. 29. Juli. Verhaftet wurde während der Verhandlung vor der Straftammer dahier der vielfach vorbestrafte etwa 50 Jahre alte Joh. Lehnhardt aus Kelsterbach, der einer Nachbarin im Februar d. I. die ganze Kartoffelmiete ausleerte und dab. etwa vier Zentner dieser gesuchten Knollen erbeutete. Während er bei dem Gendarm, der ihn s. Zt. vernahm, den Diebstahl angesichts der bei ihm gefundenen Kartoffeln zugab. sucht er jetzt die Schuld auf einen Dritten, jetzt im Heere befind- lichen, abzuschieben. Zwecks weiterer Feststellung wird dah« die Verhandlung gegen L. vertagt, er selbst aber sofort in Hast genommen, um Schwierigkeiten wie Flucht usw. zu vermeiden. Eberstadt b. Darmstadt. 29. Juli. Aus den Ueberfchüffen des Getreide-Kommunalvcrbandes wurden der Gemeinde Eberstadt der Betrag von über 5700 Mark überwiesen Durch Holzverkäufe aus den reichen Waldbeständen bat die Gemeinde Eberstadt aus dem laufenden Rechnungsjahr einen Ueberschutz von 109 000 Mark zu Gunsten der Gemeindekaffe erzielt. Davo» werdne 50 000 Mark an der Kriegsanleihe abgetragen, weiter« 10 000 Mark werden zur Auszahlung des Schwimmba'des sowt, einiger erworbcnor Häuser verwendet. Aus Nhcinhcffen. FC.Mainz, 29. Juli. Der 31jährige Fuhrmann Jakob Vootz gebürtig aus Stadecken, wohnhaft dahier, wurde durch den Huf. tritt ei,res Pferdes am Kopfe schwer verletzt. Ins Kraickenhau, verbracht ist Vootz an den Verletzungen gestorben. » Aus Hessen-Naffan. FO. Hochheim a. 29. Juli. Vor einigen Tagen stahl der 17jährige Karl Georg von hier seinen Ettern 600 M,rk und ver- duftete. In Mainz wurde mm der Dieb in einer Wirtschaft fest, genommen. Das gestohlene Geld hatte er zum größten Teil vor« blitzt. FO. Wiesbaden, 29. Juli. Ein „Evangel. Kirchenbote" wird für die Kirchengemcinden Dotzheim, Erbenheim, Kloppenheim, Naurod. Namtech und Sonnenberg neuerdings herausgegeknn Verantwortlich für den allgemeinen Teil zeichnet Pfarrer Dr. Schlaffer Wiesbaden, für den lokalen Teil Dekan Valzcr.Doh. heim. Die neue Zeitschrift soll christlich-kirchlichen Zwecken die- neu. sowie das Hcimatgcfühl pflegen und fördern FO. Wiesbaden, 29. Juli. Eine gut gekleidete Frau wurde heute früh in der Nähe der Fasanerie tot aufgefunden. Si, hatte ihrem Leben durch Erschießen ein Ende gemacht. Ihr, Personalien konnten noch nicht festgestellt iverden. FO. Wiesbaden. 28. Juli. Tuch- und Futterstoffe iin Wert« von 10 0090 Mark wurden nächtlicherrveile aus einem hiesigen Tuchgefchäft in der Bärenstraße gestohleii. Die Besitzerin setzt eine Belohnung von 10 Prozent für die Wioderbeschasfung der Waren aus. — Aus einer außerhalb der Stadt gelegenen Seiler- wcrkstätte wurden Hanf. Hanfbindfaden usw. für mehrere hun- dert Dlark mittels Einbruch entwendet. FC. Sprendlingen, 29. Juli. Der Taglöhner Konrad Bra- tengoier van hier wurde vom Frankfurter Schöffengericht zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt, weil er auf dem Bekle-idungs- amt, wo er angestellt ist, Verschiedenes stibitzt hat. FC. Vom Main, 28. Juli. Beim Aepfclbraten singen die Kleider der achtjährigen Tochter Eäcilie der Frau Monika Demling in Vilkach Feuer. Das brennend auf die Straße laufende Kinde erlitt sehr schwere Brandwunden. FC. Rinteln, 28. Juli. Fünf Fohlen im Werte von 10 00* Mark wurden hier von einer Fohlenweide gestohlen. FC. Aus dem Untertaunuskreis 28. Juli. Jede Ausfuhr sowie auch der der Versuch der Ausfuhr von Ziegenmilch aus dem Untertaunuskreis ist verboten. FC. Vom Westerwald. 29. Juli. Da« am Freitag im Westerwald niedergegangene Unwetter mit schwerem Hagelschlag hat vor allem in Teilen des Kreises Manenberg erheblichen Schaben angerichlet. Vor allem ist die Gemarkung Borod schwer heimgesucht worLeu. Sechs Dächer von Wohnhäusern würben abgedeckt, Baume entwurzelt. In einem Hause fiel ein« Wand auf ela kleines Kind, das wie durch ein Wunder vhn« Schaden blirü. Der Hagclschlag richtete auf dem Felde großen Schaden an. Auch die Kroppacher Gegend und die Umgebung von Altenktrchen wurden durch das Unwetter schwer ur Mit- leide,Schaft gezogen. FC. St. Goarshausen. 29. Ju-li. Ueber das Vermögen de» landwirtschaftlichen Konsumvereins e. G. m. u. H. ln LeguU dation zu Dachfenhausen wurde das Konkursverfcchren eröffnech. * Aus Kurhksien. sr Eelnhaase«. 27. Juli. Die Vorüber sehr zahlreiche. Kraut- und Zwiebeldiebstähle in der sogenannten „Au" sind ermittelt. Ebenso ist der Hehler in der Person eines Gemüsehändlers festgestellt worden. Die ermittelten Diebe. s'?chs an der Zahl, fühlten sich so sicher, daß sie jeden Abend die Zigarette i- Mund und den Sack auf dein Arme unbefangen durch die „Au^ gingen. Dadurch, daß der eine von ihnen seine Brieftasche mit allerhand Auszeichnungen verlor, war es möglich geworden, di» Täter festzustcllen. FC. Kinlchai«, 28. Jrili. Nach längerem Leiden verstarb im 72. Lebensjahre der Stadtverordnetenvorsteher Apotheker Karl Jung dahier Vor 45 Jahren kam er nach hier und übernahm von seiiv.'m Schwiegervater die von ihm weitergeführte Apotheke. FC. .Käffcl, 28. Juli. Das fünf Jahre alte Töcksierchen eines im vietten Stock eines Hallses wohnenden Arbeiters der im Felde weilt, zog sich einen Stuhl ans Fenster, stieg darauf, hcfam das llebergewicht m:d stürzte in die Tiefe auf. einen spitzen Eisenstab, der ihnr den HalS durchbohrte. Der Tod trat auf der Stelle ein. FC. Kassel, 29. Juli. Durch heidelbeersuchende Leute an« Harleshausen wurden in den Waldungen bei WUhelmshöhe ein Geheimschlächlerei aufgefunden. Die Untersuchung hat ergeben, daß von verschiedenen Personen aus Kassel die Geheimschlach tungon a-usgefiihrt wurden. Verschiedene dringend verdächtig, Personen wurden verhaftet. FC. Eschwoge, 28. Juli. Ein Einwohner aus dein nahen Dorfe Ermschwexd wurde während der Nachtzeit auf dem Felde beim Hamstern von dem dort aufgestellten Wachtposten eNvischt. Er versuche sein Heil in der Flu*mwi«fc Lt3idA 3---- aamaiA u ajic > Erst nach zehn Uhr fuhr Herr von Dirkenheim mit Christa wieder nach Hause. Ce war besprochen worden, daß sie morgen vormittag alle zusammen nach der Stadt sahren und Graf Joachim begrüßen wollten. Dann sollten um die Mittagsstunde Hans Ullrich und Christa in der kleinen Dorfkirche den Bund fürs Leben schließen. Der Pfarrer sollte sie in einer Kriegs- trauung zusammen geben. Und so geschah es auch. Graf Joachim hatte einen Aufenthalt von einer Stunde. Dieser verging leider sehr schnell und dos junge Brautpaar mußte dann wieder Abschied nehmen. Es war sehr schmerzlich. Aber Graf Joachim sonniges Naturell behielt auch in dieser schweren Zeit die Oberhand. Er ließ kein Trennungsweh auf- kommen. Ursula mußte ihm versprechen, eine tapfere, kleine Sol- datenbrant zu sein Die Damen halten ihm Blumen gebracht. Damit geschmückt bestieg er den Zug, der ihn weiterbefördern sollte. Dieser war bis zum letzten Platz mit Soldaten gefüllt. Mit lachenden, zuversichtlichen Gesichtern sahen diese aus den Fenstern heraus, Kopf an Kopf gedrängt. Graf Joachim reichte zum Fenster heraus allen noch einmal die Hand. Zuletzt hielt er die Ursulas, bis sich der Zug in Bewegung setzte. Auge in Auge blieben Ursula und Graf Joachim, so lange sie konnten. „Tapfer, Nrselcken — tapfer!" So rief Graf Joachim seiner Braut zu. Ihre schlanke Gestalt straffte sich. Er sollte sie nicht weinen sehen. Sie schluckte die Tränen tapfer hinunter und winkte mit ihrem Tüchlein. „Behüt« dich Gott," sagte sie vor sich hin. sches Lieb. Die Soldaten fangen <4- während der Zug die Bah.^ hofshalle verließ. Die ftohe Lied erschütterte die Herzen und erfüllte sie doch zugleich mit froher Zuversicht. — Eine Stunde später fand Äe Kriegstrauung von Hans Ullrich und Christa statt. Am übernächsten Tag mußte Hsns Ullrich die Heimat verlassen. Der Abschied des jungen Paares war schmerzlich. Aber sie sahen einander mit leuchtenden Blicken an. „Wir sehen uns wieder — Gott geleite dich auf allen Wegen, mein geliebter Mann! Du kehrst mir wieder, ich weiß es gewiß," sagte Christa mutig und zuversichtlich. Und die frohe Zuversicht sollte sich auch erfüllen. — Christa blieb vorläufig in Birkenheim bei ihrem Onkel. Länger als ein Jahr blieb Hans Ullrich im Feld. Er hatte zahlreiche Kämpfe in Belgien und Frankreich mitgemacht und war heil und gesund geblieben trotz aller Strapazen. Ende September, im zweiten Kriegsjahr, erhielt er aber eine schwere Verwundung. Ein Granatsplitter brachte ihm eine tiefe Pfunde am Oberschenkel bei, und er wurde nach einem deutschen Lazarett gebracht. Dort holten ihn seine Mutter und seine junge Frau ab, sobald er transportfähig war. und pflegten ihn in Frankenau vollends gesund. Die Leiden Eisernen Kreuze schmückten seine Brust, aber seiner Heldenlausbahn war nun ein Ziel gesetzt. Sein linkes Dein blieb gelähmt und wenn auch die Aerzte versicherten, daß es im Lauf der Zeit durch Masiage und Elektrizität die alte Bewegungsfreiheit zurückerlangen würde, so war doch nicht daran zu denken, daß Hans Ullrich wieder ins Feld konnte. Wer hätte es Christa verdeicken können, daß sie aufjubelte bei der Aussicht, ihren Gatten behalten zu dürfen. Und da erscholl au hunderten von Männerkehlen ein deut- (Schluß folgt.) Wir warteten mit frohem Herzen, Auf deinen Urlaub, ach von Tag zu Tag. Nun mußten wir erfahr'n mit Schmerzen, Auch dich riß die Kugel ins frühe Grab. Du siehst nicht deiner Liebsten Tränen And deiner Eltern bittren Schmerz,' Es ist vorbei mit unsrem Sehnen, Hast ausgelitten, treues Herz. Gar schnell folgst du deinem lieben Bruder, Um den du oft so sehr geweint' So ruhe sanft, du Lieber, Euter, Bis uns der Himmel einst vereint. Es ist bestimmt in Gottes Rat, Daß man vom Liebsten was man bat. Muß scheiden. 2üeserschüitert erhielten wir heute die traurige Nachricht, daß nun auch unser zweiter und letzer braver guter Sohn, lieber treuer Bruder und Bräutigam, der Unteroffizier Friedrich Kitz Ritter des Eisernen Kreuzes und Inhaber der Hess. Tapferkeitsmedaille am 13. Juli nach Ijähriger treuer Pflichterfüllung im hoffnungsvollen Alter von 25 Jahren für fein Vaterland gestorben ist. Nieder-Nosbach, den 30. Juli 1919. In unsagbarem Leid: Die trauernden Hinterbliebenen: Frd. Ludwig Kitz und Frau Susanne, Philippine Kitz, Anna Jacobi (Braut). Heute erhielten wir die tieftraurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann, der treubesorgte Vater seines Kindes, unser lieber Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager, Neffe uno Onkel Fritz Röschen Schütze in einem Zäger-Batl. am 18. d. Mts. in den Kämpfen an der Marne nach fast vierjähriger treuer Pflichterfüllung, als dritter seiner Brüder gefallen ist. Friedberg-Fauerbach, den 30. Juli 1918. 2n tiefer Trauer: Anna Röschen geb. Vooz und Kind Familie Friede. Röschen Familie Heinr. Booz. Nach langem, schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden verschied Dienstag früh 1 Uhr meine herzensgute liebe Frau, unsere innigstgeliebte un- vergeßliche Mutter, Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante Bekanntmachung Die Gemeinde Ockstadt sucht einen IleslhiiMiiienWtztt, der für die diesjährige Druschperiode gewillt ist, hier in der Gemeinde zu dreschen. Die Drusch- penode beträgt zirka 4—5 Monate. Reflektanten wollen sich aus der hiesigen Bürgermeisterel melden. Oclj.adt. den 29. Juli 1918. Croßh. Bürgermeisterei Ockstadt. M ö r l e r. Schwarzer kurzhaariger H»iii> tiiieifn. Vor Ankauf wird gewarnt. Wiederoringer erhält Belohnung. Heinrich Schmidt, Eine gebrauchte noch guter- hattcne »«ln °kd» «Wk zu kaufen gesucht. Angebote unter Nr. 61 an die Eeschaf'sstelle der „Neuen Tageszeitung". Ave 3 ioWmilie!ßvte, 9 jährig, schwerer belg. Schlag, steht unter aller Garantie zu verkaufen bei Kaspar Drullmann Erben. _Melbach (Oberhessen). Zu verkaufen: prima Kefaucheur- jomie Stockfiinte »vd einige andere Gewehre. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der »Neuen Tageszeitung". MMM-VerßeUtW. Freitag, den 2. August, vormittags 9 Uhr anfangend, kommen Hosratte des Herrn Akt-Bürgermeisters Weith, Nieder- Wöllstadt, Frankfurterstt. 24, folgende Gegenstände zur Versteigerung : 1 Büfett, 1 Auszugtisch mit Einlagen, 1 Plüsch- foftt und 6 Sessel, 1 Trnmeau, mehrere Spiegel, 8 Stück feine Stühle mit Lederbezug, 1 Pfeilerschränkchen, 3 Kleiderschränke, zwei- und eintürig, 2 voll.tändige Betten mit Roßhaarmatratzen, 1 Waschtisch und 2 Nachtschränkchen mit Marmor- platten, 1 Nähmaschine, Küchenschrank, große Lüster, Ofenschirm, Spiegel, Bilder, Sessel, Stühle, Porzellan sowie Haus- und Küchengeräte. 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