pmnmgv 176 __ Dienstag, -en 30. Jutt 1918 _ H Jahrgang ,'ßic ,Reue TascsMung" erscheint jeden Werktag. Regelmätzige Beilagen „Ser Sauer au» «essen". „Die Sviirnssube». KrMg-prei-: Bei Len Postanstalten nierkeljührlich 'W 2 4U hinzu tritt noch Las BesteNgeld: de, den «aenten monailich 85 Psg. einlchliehlich Trägerlol,n. An,eigen: iSrnnd,eil° 2b Pjg^ lokale 20 Pjg, Ani-ig-n van auswärts «erde» durch voänachnamn - erhoben. Erfüllungsort griedberg. Schriftlcituna und Aerlag ,yrisdberg (Hessen,, r>anansrstratze 12. Herniprschsr 48. Postjcheck.Lonto Sir. 485», Amt ^rantjnrt a. M. Schwere feindliche Angriffe bei Fere-en-Tardenois blutig gescheitert. — Die Kämpfe in Albanien. 21000 Tonnen versenkt. Der deutsche Generalffab !! ®=^= meldet: =====11 M. T. H. <^^otzes Kkrrrpt.iuarrLer', r-err 29. Inli. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz RupprechL. Teilangrifse, die der Engländer nördlich der'Lys, nördlich der Scarpe und in breiterer Front cmf dem Nordufer Her Somme führte, wurden abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In den Kampfabschnitten südlich der Aisne ruhiger 'Vormittag. Am Nachmittage wurden nördlich von Villc- montoire Teilangriffe des Feindes, denen heftiger Artille- riekampf vorausging, im Gegenstoß abgewiesen. In der Nacht vom 26. zum 27. 7. haben wir etwa zwi- fcfym Ourcq und Ardre unser vorderes Kampfgelände plangemäß geräumt und die Verteidigung in die Gegend Fere- en-Tardenois—Ville-en-Tardenois verlegt. Den: Gegner blieb unsere Beweaung verborgen. Am 27. lag noch bas Feuer seiner Artillerie auf unseren alten Linien. Nachhuten verhinderten feine erst am Nachmittag zögernd vor- Ählenden Truppen an kampfloser Besitznahme des von uns abgegebenen Geländes. Gestern versuchte die feindliche In- j fanterie, sich unter starkem Feuerschutz an unsere neuen Linien heranzuarbeiten. Schwache. im Vorgelände belassene Abteilungen empfingen den Feind auf nahe Entfernung mit Gewehr- und Maschinengewehrfeuer und fügten ihm empfindliche Verluste zu. Auch die seit dem Tage vorher eingerichtete Artillerie und Schlachtflieger fanden in ansmarschierenden Kolonnen und Panzerwagen des Feindes lohnende Ziele. Vor starken Angriffen des Gegners bei und südöstlich von Fere-en-Tardenois wich unsere Vorfeldbesatzung nach Erledigung ihrer Aufgabe befehlsgemäß auf ihre Linien zurück. Die mehrfach wiederholten Angriffe des Feindes führten zu heffigen Kämpfen, die mit Zurückwerfen des Gegners endeten. Hierbei haben sich unter Fiihrung bes Generals Pachelin oft- und westpreußische Regimenter, die schon ans den Höhen nordwestlich von Chateau-Thierry und seit Beginn der Schlacht fast täglich mehrfachen Ansturm französischer und amerikanischer Divisionen zum Scheitern brachten, auch gestern wieder besonders hervorgetan. m Leutnant Loewenhardk errang seinen 45. Luft- lieg. Der Erste Generalquartiermcister: Ludendorff. Aberrdberrcht. Berlin, 29. Juli, abends. (WB. Amtlich.) An unse- -mt neuen L i n i e n westlich von Fere-en-Tard'enois sind schwere Angriffe des Feindes blutig gescheitert. Wien, 29. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front Geschützkgmpf und Geplänkel. In Albanien wurde der durch unsere Vorstöße ausge- löfte Gegendruck des Feindes stärker. Unsere Stellungen im Seinenikuie waren fiinfmal das Ziel heftiger Angriffe, die dank der tapferen Haltung der von der Artillerie kräftig unterstützten Verteidiger durchweg blutig zusammenbrachen. Auch im Gebirge Mali Siloves griff der Feind viermal vergebens an, wurde aber teils durch Feuer, teils durch Gegenstoß znrückgetrieben. Der Chef des Generalstabes. Das türkische Hauptquartier «— - meidet: - J _ Konstnntiiioprl, 28. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Tages- bericht. Palästinafront.' Beiderseitige Artilleriekämpfe vor: geringerer Stärke und rege Fliegertäfigkeit. Eine starke feindliche Aufklärungsabteilung wurde gestern nacht östlich der Straße Jerusalem-Nabulus Vertrieben. Nene Kämpfe um Maan und die Bahnlinie nördlich davon führten am 26. 7. wiederum zu stolzen Erfolgen unserer Waffen. Mehrere tausend Mann zahlende, von den Engländern mit vielen Geschützen und Maschinengewehren ausgerüstete Rebellen- verbärrde verbluteten sich unter persönlicher Führung ihrer Stamnwberhäupter in vergeblichen, von: frühen Morgen bis zum späten Abend anhaltenden Angriffen. Unsere tapferen Besatzungen schlugen alle Angriffe ab. Bei Oschar- dnnf faßten unsere Verstärkungen den Angreifer von Norden und Süden und schlugen ihn in regellose Flucht. Viele tote Rebellen bedecken das Schlachtfeld. Unsere Flieger griffen westlich von Maan ein großes feindliches Truppenlager mit zahlreichen Bomben und Maschinengewehren an. Auf den übrigen Fronten ereignete sich nichts Besonderes. 21000 Tonnen versenkt. Berlin, 28. Juli. (WTB. Amtlich.) Im Kanal Kurden 21,000 Vrt. versenkt. Ter Chef des AdmiralstabcS der Marine. London. 28. Juli. (MV.) Meldung des Neuterfchen Bur. Ein englischer und ein belgischer Fischdawpser sind von einem Uirterseeboot versenkt worden. Ein Teil der Mannschaftei: wurde gerettet. Die Sch rocht im Westen. Genf, 29. Juli. Der „Temps" meldet von der Front, unser Vorpostengelände bei Reims ist wieder unter deutschem Feuer. Alle Anzeichen lassen erwarten, daß wir nicht mehr weit vom Gegenangriff des Feindes entfernt sind. Aus den Auslassungen der englischen Militärkritiker geht hervor, daß sie mit einem weiteren Vorwärtskommen der Verbündeten nicht mehr rechnen, da sich die englischen Truppen angeblich bereits auf den Stellungskrieg einzurichten beginnen. Die Amerikaner im Kampf. Im „Vorwärts" schreibt der Kriegsberichterstatter Dr. A. Köster: In der Scklacht zwischen Aisne und Marne führte der Verband znm erstenmal amerikanische Massen ins Feuer. Die Amerikaner kämpften teils in geschlossenen Divisionen, teils als Lernkommandos, unter den Franzosen aufgestellt. Von den jetzt eingesetzten Regimentern waren die nieisten schon seit über einem Jahr in Frankreich. Andere sind in Amerika und auf dem Festland nur notdürftig allsgebildet, in die Schlacht geworfen worben. d Die Ausrüstung war bei allen sehr gut. Die neue amerikanische Arnlee hat, wie die französische, eine ganze Anzahl Negerdivisionen, doch sind diese bisher nicht eingesetzt worden. Unter den gefangenen Amerikanern fällt der verhältnismäßig große Prozentsatz deutscher Namen aiff. Nach ihren Angaben müssen auch unter den Führern der amerikanischen Armee deutsche Mkömmlinge eine große Rolle spielen. Der Kampfwert der amerikanischen Soldaten ist nach den: allgemeinen Urteil der Fronttruppen nicht zu unterschätzen.. Auf ihre numerische Starke pcchmd und gehoben durch die täglichen Lobhudeleien der französischen Oeffentlichkeit, gehen sie mit halber Tollkühnheit ins Feuer. Da sie aber noch nicht gelernt haben, in lichten Reihe,: zu kämpfen, um den: Artilleriefeuer geschickt auszuweichen, über- treffen ihre Verluste die aller anderen um ein Gewaltiges. Amerikanische Leichenfelder, wie z. V. vor der Höhe Mon- thiers, können nur mit den russischen Leichenfeldern bei der Gegenoffensive Brussilows verglichen werden. Ebenso draufgängerisch wie im Angriff, sind die Amerikaner mige- schlckt in der Verteidigllng. Alle Gegenstöße selbst kleinster deutscher Stoßtrupps haben den Amerikanern gegenüber bisher zum Erfolg geführt. Vom 21. Juli aü, wo die euer- glsche deutsche Gegenwirkung einsetzte, haben die Amerikaner durch die meisterhaften deutschen Gegenstöße Verluste erlitten, d:e von verschiedenen an der Ablvehr beteiligten Offizieren auf 50—75 Prozent angegeben werden. Aus die» sein Grund mußten mehrere amerikanische Divisionen schon nach fünftägigen Kämpfen abgelöst werden. 45 000 Mann Verluste. Bern, 28. Juli. Das „Berner Jntellrgenzblatt" meldet ans Newyork' Gemäß den veröffentlichten Angaben belaufen sich die amerikanischen Verluste b'S Mitte Juli auf 12 718 Mann. Nach einer Meldung der „Mcwning Post" betrugen sie in der Zeit von Mitte Juli bis 25. Juli, wo erstinals größere amerikanische Einheiten an den Operationen teilnahmen, 33 700 Mann, insgesamt 15176. Der amerikanische Bericht betont, di, Verluste seien verhältnismäßig gering (!), sollten sie jedoch denselben Umfang erreichen, wie diejenigen Englands und Frank« veichs, so würden dadurch die Vereinigten Staaten in ihrem Entschluß nur gestärkt, den Krieg bis zum endgültigen Siegs fortzusetzen. Derrat im deutschen Heere. Köln, 24. Juli. Die „Kölner Zeitung" bringt aus de« Felde eine auf zuverlässige Angaben gestützte Vorstellung dev letzten Offensive, worin gesagt wird, daß der Mißerfolg des letzten Angriffe dein Verrate von Ueberläufern zuzuschreiben sei. Es heißt dort: „Unsere militärische Leitung ist vorsichtig genug, um in jedem Falle von tatsächlichen Verhältnisien ausgehend, ihre Entscheidungen zu treffen. Nun haben wir, nachdem wir es bestimmt wißen, keinen Grund, zu verschweigen, daß in den Reihen der deutschen Truppen sich Ueberlüufer befanden, die ihre Kenntnisse über die geplanten Kampfhandlungen zu schnödem Verrat an ihrem Vaterland und ihren Kampfgenossen ausgenützt haben. Cie hoben den Feind über die deutschen Pläne unterrichtet und dadurch hatten die Franzosen selbstverständlich einen gewissen Vorteil. Ein Blick auf die Landkarte in die man die Frontveränderungen der letzten Tage eingezeich- net hat, zeigt deutlich, wie der Feind östlich von Reims seine Front zurücknahm und umstellte. Dadurch schuf er dort eine neue Lage." ll-Booi-Kneg mil» TriMiikllngMk. Weshalb gelingt es unseren U-Booten nicht öfter» Truppentransportdampfer zu versenken und dadurch dia amerikanischen Zufuhren vom Kriegsschauplätze fernzu- halten? Diese Frage wird zweifellos von vielen gerade an« läßlich des großen Erfolges der Versenkung des 32 00$ Tonnen großen englischen Transportdampfers „Justitia* an der irischen Küste gestellt werden. Es erscheint de« Laien so einfach, daß ein U-Boot gerade den Trrrppentränst portdanipfern an den Anlaufhäfen aufzulauern hätte, um unter ihnen reiche Ernte zu halten. In Wirklichkeit ist e- aber gerade so schwierig, eine bestimmte Art von Schiff« durch den U-Boot-Krieg zu treffen, wie in einem Teich aus einer großen Anzahl von Fischen gerade einige bestimmte herauszufangen, ja vielmehr noch schwieriger, da gerade dir Fisck)e, die man haben möchte, nämlich die Trichpentrans« Portdampfer, durch ihre Schnelligkeit, Bewaffnung, Sickerung und sonstige Umstände ganz besonders geeignet sind, sich dem Zugriff des fischenden U-Bootes zu entziehen Wegen des großen Wertes ihrer Ladung durchfahren sie das gefährliche Gebiet besonders rasch und möglichst zur Nacht« zeit, was den gewöhnlichen Frachtdampfern schon wegen chrer geringeren Geschwindigkeit nicht möglich ist. Trotz - der großen Zahl unserer im Sperrgebiet tätigen U-Boot^ rst aber eine völlige Absperrung des Meeres durch die U-Boot- Waffe nicht möglich. Hat doch nicht einmal die Entente mit dem seebeherrschenden England an der Spitze die verhältnismäßig . enge Ausfahrt cmä der Nordsee sicher sperren können, wie die viermalige Durchfahrt der „Möve", ferner der Durchbruch des „Wolf" und eine Reihe anderer Hilfskreuzer zeigt, obwohl die Ueberwasserschiffe für einen derartigen Patrouillendienst sehr viel geeigneter sind, als di« Unterseeboote, schon wegen ihrer viel größeren Sichtweite. Man niuß sich darüber klar sein, daß der deutsche U-Boot- Krieg eben nur, wie etwa ein Netz, einen bestimmten Prozentsatz des Verkehrs erfassen kann mrd daß dieser Prozentsatz tom Glück und einer Reihe sonsfiger Umstände, besonders von der Witterung abhängt. Auch die von der Gegenseit« geübte Methode der Verlegung der Fahrstraßen und dek Ansuhrhäfen, besonders für wertvolle Labungen« spielt ein« große Rolle. Wäre es möglich, den gesamten Schiffsvrekehr durch den U-Boot-Krieg zu erfassen, so würde er seine Auf. gäbe in wenigen Wochen erfüllt haben. Daß das unmöglich ist, und daß nur ein bestimmter Teil des Seeverkehrs gefaßt wird, haben die deutschen führenden Marinekreise von Anfang an erkannt und daher keine phantastische Rechnung auf. gestellt, die sich nie erfüllen kann, sondern von Anfang an nur mit einem bestimmten Monatsergebnis gerechnet, das für den Anfang, wo die größte Ernte zu erwarten war, auf 600 000 Tonnen geschätzt wurde. Daß man sich verschätzt hatte und daß das wirkliche Ergebnis die Erwartungen weit iiöertroffen hat, stellt der Vorsicht der leitenden Kreise und der Züchtigkeit unserer U-Boot-Konnnandanten wie der U-Boot-Mannscbaften das beste Zeugnis aus. Daß aber das tasächlich gesteckte Ziel erreicht und der Feind durch die allmähliche Vernichtung der für ihn tätigen Schiffsräume zum Frieden gezwungen werden wird, dafür bürgt das bis- herrge Ergebnis des U-Boot-Krieges, das bereits achtzehn Millionen Tonnen mit einem GesanrtwerL von rund 50 Milliarden Mark iiberschritten bat, mW ferner die Ergebnisse des feindlichen Schiffsbanes, die hinter den amtlichen unserer Feinde noch weit mehr zurück- gebliehen sind, als die deutschen U-Boot-Ergebnisse die deutschen amtlichen Voraussagen übertroffen haben.' die wie die Vestwortschafte« auf vulkanischer Lava entstehen. Ueberall brausen Schlachten, SchiffbrÜche lösen einander ob, Katastrophen, Massenopfer. Der gute Bürger aber seufzt, indem er ein Gähnen unterdrückt: „üDfrht Gott, wie eintönig ist das alles!- Amerikanische Grenelhetze. Rußland. Die Kämpfe im Innern. . /Moskau, 26. Juli. (WB.) „Jswestija" meldet einen durch . Ratetruppen abgeschlagenen Angriff in Richtung Poworrno. ^ad) einem Armeebefehl Trotzkis ist der Aufstand in ^zaroslaw unterdrückt. Dabei sind Hunderte von Ge- fangenen gemacht worden. Die Eisenbahnverbindung zwischen Wologda und Moskau über Jaroslaw ist wieder hergestellt. ' Die Bildung einer starken Wolgaflotte ist im Gange, um den Fluß von Gegenrevolutionären zu säubern. Ein Auf. ruf fordert alle Matrosen auf, einzutreten. . In Sibirien soll eine amerikanische Eisenbahnkonr- mlsston erngetroffen sein, welche die Leitung der sibirischen Bahnen überninrmt. M (torbiüifli dkg Crchn pirliai Moskau, 25. Juli. (WB.) Die Beweise u.ehren sich Sah zwischen Ler Ermordung des Grafen Mirbach und den gleichzeitig in Moskau wie in anderen rusnschen Städten veranstalteten Umsturzverkuchen, die sämtlich die Wiederaus- nähme des Krieges mit Deutschland zum Ziele hatten, ein enger Zusammenhang besteht. Das Attentat gegen deu Grafen Mirbach fand am 6. Juli nachmittags statt. Anr gleichen Tage,. fast zur gleichen Nachnüttagsstunde begann der Aufstand in Jaroslaw. nachdem dort am vorhergehend den Tage ein serbischer Major und zwei andere Entente- offiziere, sowie gegen Mittag des 6. Juli 106 Mann, sogenannte Freiwillige des Nordens, aus Wologda eingetroffen waren. Von. den Agenten der Entente wurde den aufständischen weißen Garden in Jaroslaw nntgeteilt, daß sie sofort losschlagen könnten; starke Truppentransporte seien von Norden her bereits im Anrollen. Während der Kämpfe der folgenden Tage erklärte sich in Jaroslaw der Stab dec weißen Garde in einer offiziellen Bekanntmachung als mit Deutschland im Kriege befindlich und setzte die deutsch Jürsorgekommission mit ihren etwa 2000 Schutzbefohlenen (Kriegs- und Zivilgefangenen) im dortigen Theater ge- fangen. Als die weiße Garde ihre Sache verloren sah, lieferte sie an den befehlshabenden deutschen Offizier, Leutnant Balk, die Waffen ab, gab sich also in Gefangenschaft der deutschen Kriegsgefangenen und wurde später von diesen an die Räte-Truppen ausgeliefert. Der bekannte Zwischenfall Murawjew, der den Rückzug der Rätetruppen zur Folge hatte, ereignete sich am 8. Julü Murawjew war Befehlshaber der gegen die Tschecho- Slowaken openerenden Rätetruppen. Er war Abenteurer nnd für Bestechung notorisch zugänglich. Es war der Entente gelungen, ihn für ihre Zwecke zu gewinnen. Murawjew proklamierte nicht nur seine Vereinigung mit den Tschecho-Slowaken, sondern gleichzeitig auch den Krieg an Deutschland, was ja auch die Mörder Mirbachs als Zweck ihres Attentates — die Herbeiführung des Krieges mit Deutschland an gaben. Der Zweck der gesamten Macki- Nationen war der Sturz der Bolschewik! und die Aufhetzung der Leidenschaften gegen Deutschland bis zum Wiederbeginn des Krieges mit Deutschland. Die räumlich getrennten aber zeitlich Zusammenfallenden Aktionen weisen deutlich aus eine einheitliche Leitung. * Berlin, 27. Juli. Das hiesige Büro der P. T. A. meldet: ^lie von den örtlichen Behörden gemeldet wird, sind Blum- n und andere Teilnehmer an dem Morde des Grafen Mir- ich nach der Ukrainer Grenze geflüchtet; ihre Spur ist in n Ukraine verloren gegangen. „Nichts Kejouderes". Im Pariser „Journal" veröffentlicht Clement Bautet eine Plauderei, aus der auch mancher Nichtfranzose etwas lernen kann. Er schreibt u. a.: Gestern hörte ich folgendes Gespräch zwischen zwei Parisern, von denen einer soeben eine umfangreiche Abendzeitung studiert hatte: „Nun, was steht in Ihrer Zeitung?" „Nichts Blonderes." Dieses „nichts Besonderes" sind hundert Riejenereigniffe, von denen vor 1914 ein einziges genügr hätte, um die öffentliche Meinung acht Tage lang aufzuregen. Wir find wirklich sehr anspruchsvoll geworden. Alle» Völker des Erdballs bekämpfen einander, große Reiche werden Wn Revolution«» erschüttert, ein« neue Welt wird geschaffen. Achtung vor dem Kolk. } 3n Frankreich hat Clemenceau sein Leben dadurch aus einer sehr peinlichen Lage gerettet, das; er der Kammer, die ihn über die Kriegslage ausftagen wollte, rundweg jede Auskunft verweigerte. Und di« Kammer hat ihm das mit dem Ausdruck ihres Vertrauens gelohnt. Bon besonderer Hoch, achtung vor der Volksvertretung zeugt die Weigerung Cleinen. Mit dem Eintritt der amerikanischen Eoldbestten in den Bund unserer Feinde, brauchen wir nicht mehr hn Zweitel zu fein, wo unsere gemeinsten und niederträchtigsten Feinde sind. Demgemäß ist auch die Art. wie in Amerika durch die gemeinsten Mittel der Verhetzung das Volk zum Kriegswillen aufgepeitscht werden soll Neulich brachte die Newyork-„Times" ein Bild, das einen Amerikaner vorstellte, der von deutschen Soldaten gekreuzt gt wurde, diese umstanden den Gemarterten und weideten sich an dessen Oualen. Dieses Machwerk sollte aneifern zur Zeichnung der ..Freiheits-Anleihe" Heute lesen wir in der „Frankfurter Zeitung" folgende weitere Glanzleistung desselben Blattes: Herbert L. Pratt. Vizepräsident der Newyorker Standard Oil Company, der nach mehrwöchigem Aufenthalt in Frankreich zurückgekohrt ist. erzählte gestern, ihm sei in der Front- gcgeud um Toul wieder und wieder gesagt worden, die Amerikaner hätten bei einem Angriff auf deutsche Schützengräben zwei oai Bäume gekreuzigte Amerikaner gesundem Ferner sei ihm gesagt worden, daß viele amerikanische Soldaten mit abgeschnittenen Köpfe-n gefunden wurden. Mr. Pratt verbrachte an jenem Frontabschnitt mehrere Wochen im Verkehr mit amerikanischen Soldaten und er sagte gestern, daß er diese Geschichten von so vielen verschiedenen Seiten hörte daß er nicht an ihrer Wahrheit zweifle. Immerhin bemerkte er, daß er keinen Bericht von Augenzeugen erhielt. Diese Geschichten hätten, sagte er. die Wirkung, die amerikanischen Soldaten mit kochender Wut zu erfüllen, sodaß der Krieg in jener Gegend tatsächlich ohne Pardon geführt würde. Er sagte, daß die Amerikaner es vorzichen. die Deutschen niederzuschießen, anstatt ste zu Gefangenen zu machen, außer wenn sie in größeren Mengen die Hände er. heben und um Gnade flehen. Die Newvorker „World" (6. Mai) berichtet wie einem amerikanischen Arzt, der von den Deutschen gefangen genommen und dem die Zunge ausgeschnitten worden wäre. Nicht uninteressant bemerkt die „Frankfurter Zeitung" dazu- ... ist der Zweck einer solchen wahnsinmgen und ge- willenlosen Hetze, deren Lügenhaftigkeit doch mindestens der Redaktion der „Times", aber eigentlich auch einem großen Truistirasidenten sichtbar fein muß? Offensichtlich die Auf- pekffchung eines Volkes, um dessen „Freiheit es so bestellt ist. o l ^ m bmn des Krieges, in den es hineingezogen wurde, f öu Gemüts geführt werden muß. Dieses „freie Volk, das auf die Entscheidung über Krieg und Frieden ke. neu Einfluß gehabt hat. muß doch auch wissen, wofür es kämpft, denn sonst wäre es ja kein „freies" Volk und in mchts von den Senegalnegern unterschieden, die einfach auf Befehl ihrer Herren marschieren." D-- „Frankfurter Zeitung" hätte aber hinzufügen muffen, daß dieses „freie Amerika" ein demokratisch regiertes Land ist. Warum denn immer Rußland. - ** *“ "Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" wurde •!« n ir^ 1 ^ Zeugnis zur Vorgeschichte des Krieges" ver- E'^^llcht das von dem Balten Freiherrn H. von Rosen, der der Neichsduma und dem russisckien Reichsrat angebörte. verlöt rst. In den Erinnerungen, die Herr von Rosen ver- »d*, stellt sich Rußland als der eigentliche Kriegs- Mildrge dar, und es säzeint in der Tat, daß die Aus- ftrhrungen Herrn von Rosens durchaus überzeugend seien. Daß man m Rußland den Krieg mit Deutschland vorbereitet hat, und wie weit die Partei der russischen Großfürsten für den Ausbruch des Krieges verantwortlich ist, haben wir sehr eingehend bereits früher dargelegt, und das ist auch in der deutschen Öffentlichkeit zur Genüge bekannt. Heute haben wrr es nicht mehr mit dem zaristischen Rußland zu tun und es ist eigentlich nickt recht ersichtlich, weshalb die „Norddeutsche Allgeineine" nicht dieses Dokument der Erinnerungen des Barons von Rosen benutzt, um darauf Hinzuwelsen, daß erst durch die Dazwischenkunft Englands und das Zusamnieugehen englischer und russischer Pläne es zu deui Weltkrieg gekomnren ist. Gewiß hat Rußland sehr viel Pulver zusammengetragen, aber England war es, — das inuß immer gesagt werden —, das die Lunte an das Pulver- faß legte. Ohne einen solchen Zusatz muten die Aus- Führungen der „Norddeutschen Allgemeinen" an wie eine Entlastung^ fl ensive für England, sind sie heraus geboren aus dem Geiste jener verhängnisvollen Kühlmann-Rede itnt> oer sogenannten Jrrtümer der Bethmann-Hollwegschen Politik. Jrrtümer. die man besser mit England-Furcht bezeichnet. Wir dockten, gerade in der Zeit des gegenwärtigen Ringes wäre es angebracht, dem deutschen Volke immer wieder den Gegensatz zwischen anglikanischen! und deutschem Wesen vor Augen zu stellen, in dem Sinne, wie das vor kurzem der Kaiser getan hat. Damit, daß man einen Toren nach toter macht, kann inan keine politischen Erfolge er- ringen, weder nach außen, noch im Innern. Eine solche Methode ist allerdings billig, sieht nach etwas aus, lenkt aber von der Hauptsache ab und scheut sich vor den zu überwindenden Schwierigkeiten. ceaus gewiß nicht. Wenn die Kammer in einer so kritisch«'« Lage, wo es für sein Land und Volk um das Höchste Letzte geht, ein sach ausgeschaltet wird und man ste nur für gut genuz halt, der Regierung ihr klares Vertrauen auszudrucken, dann scheint umgekehrt das Vertrauen der Regierung zu den auserkorenen Vertretern des Volkes doch recht minderwertig. Mai behandelt sie wie eine Herde unreifer Kinder, von denen man in der Stund« der Gefahr verlangt, daß sie sich im gläubigem Vertrauen unter den Rockschößen des Herrn Papa verkriechen und sich mit dem Gedanken beruhigen, daß dessen vielerprobte Weisheit schon einen Ausweg finden werde. Die Kammer hat sich dies Verfahren nicht nur gefallen las- sen: sie hat es sogar, wie man von ihr verlangte, mit dem Aus- druck ihres Vertrauens erwidert. Die Abgeordneten haben also von sich selbst offenbar dieselbe geringe Meinung, die Clemenceau und seine Mitschuldigen von ihnen hegen. Und dabei gilt Frankreich neben Amerika bei unseren Demokraten für das Mufterlanid des Parlamentarismus, nach dessen glorreichem Vor. bilv auch unsere Verhältnisse umzugesialten, unserem Volk nur Heil und Segen bringen soll. In Wahrheit ist der Präsident Wilson in seiner Selbstherrlichkeit ein größerer Verächter des Volkes als es jeder autokratischste „Selbstherrscher aller Reußen" gewesen ist. Und den französischen Parlamentarismus llir vorbildlich holten. ist auch nur bei uns in Deutschland möglich. Tatsächlich hat dort von jeher weder Volk noch Regieruna auch nur eine Spur von Achtung vor dem Parlament gehabt Hätte sonst ein ftanzösischer Minister es wagen dürfen, die Abgeordneten mit den Worten zu begrüßen, die ihnen Thiers einmal zurief: „Meine Herren' Das Land befindet sich allemal dann am wohl st en. wenn Sie nicht beisammen sin d." Man denke sich, das Wort von einem deutschen Reichskanzler gesprochen und kann sich die Entrüstung vorstellen. die in unserer demokratischen Presse losbrechen würde. In Frankreich nimmt man so was mit Gleichmut hin und läßt'- an sich ab laufen. Bei uns ist man weit empfindlicher. Dis „Deutsche Zeitunghat dieser Tage an das genannte Wort von Thiers erinnert und gemeint, es finde sich kein Minister, der dem deutschen Reichstag etwas derartiges zu sagen wage. Schon diese bloße Erinnerung bringt den „Vorwärts" gewaltig in Harnisch. Wenn er aber meint, man könne daraus schließen, „wieviel Achtung die Alldeutschen vor dem deutschen Volk selber haben", so verrät das eine sehr schwache Logik. Gerade weil die „Alldeutschen" - die in diesem Falle Gesinnungsgenossen bis weit in die Kreise der liberalen Parteien hinein hoben — vor dem deutschen Volk und seiner beispiellosen Tüchtigkeit die allergrößte Hoch, a ch t u n g haben, sind sie der Meinung, daß der heutige Reichstag nicht die geeignete Vertretung dieses Volkes ist und daß er sich gerade bei den Kundgebungen, die uns fortgesetzt als „staats- männische Taten ersten Ranges" augcpriefen werden, in den allerschärfsten Gegensatz zu der wahren Meinung des Vslles gestellt hat. Natürlich kennt der „Vorwärts" diese Zusammenhänge sehr gut; aber um den „Alldeutschen" eins anzuhängen. darf man keine Gelegenheit vorübergehen lassen. Daß er die sozialdemokratischen Wahlsiege als Beweis anführt, wie sehr das Volk hinter der heutigen Volksvertretung stehe, ist mehr als kindlich. Was beweisen die paar Wahlkreise für das ganze Volk? Wenn die Gesamtheit des Volkes beftagt würde und auch alle die mitreden könnten, die an den Fronten wach, halten, die Siegesgewißheit des „Vorwärts" würde bald zer. flattern! S. D. Mn Appell an den Reichstag. Berlin. 25. Juli. Wie der Re-ichstagsabgeordnete Wilhelm Bruhn in der von ihm herausgegebenea „Wahrheit" mitteilt, ist den Mitgliedern des Reichstages am letzten Dienstag eine „Denkschrift" übersandt werden, die als „Eine notwendige Rich. tigstellung des deutschen Weißbuches" bezeichnet wird. Diese „Richtigstellung" trägt die Unterschrift des in der Lichnowsky* Affäre vielgenannten Hauplmanns im Großen Eeneralstabe von Beerfelde. Inhalt und Tendenz des umfangreichen Schriftstücks find eine vergröberte Fortsetzung der Lichnomsky'schen D.nkschrift, die zetzt den Gegenstand einer gerichtlichen Untersuchung bildet. In diese ist bekanntlich auch der Hauptmann v. Beerfelde verwickelt, da ihm zur Last gelegt wird, die Schrift des Fürsten Lichnowsky, in der dieser Deutschlands Schuld am Ausbruch des Krieges nachzuweifen sucht, in die breitere Oef- fentlichkeit gebracht zu haben, nachdem sie ihm vom Eeheimrat Mitting, dem Bruder Maximilian Hardens und Aussichtsrats- Vorsitzenden der Nationalbank, angeblich nur zur eigenen Kenntnisnahme übergeben worden war. Der Appell Veefeldens an den Reichstag verlangt rücksichtsloses Einschreiten gegen die leitenden Männer, die im August 1914 das Staatsruder in Händen hatten. „Verbrecherische Fälschungen, größtes Verbr»?chen, grauenvollster Betrugs knechtische Geistesverfassung, Verräter und Verbrecher" und andere ähnliche Kraftausdrücke lassen den Leser ahnen, in welchem Tone der BenftMsche Appell an den Reichstag gehalten ist. der in vier Forderungen gipfelt, darunter die uingehsnde Verhaftung des ehemaligen Reichskanzlers von Veth- mann-Hollweg verlangt. Erfülle der Reichstag diese Forderungen nicht, dann müsse er sich sagen lassen, daß ihn bei seiner feigen Pslichtoergessenheil der Fluch dieses und aller kommerÄer Geschlechter treffen werde. Dann werde er — von Beerfeld« — für sich und seine Angehörigen aber umgehend um Passe nach der Schweiz bitten, weil es im deutschen Vaterlande nicht mehr auszuhalteu fei und „weil wir seine Schmach und Ehrlosigkeit nicht zu der Unftigen machen wollen." Aus dem Druckvermerk dieser neuesten Skandalschrift geht hervor, daß ste am 1. Juli d. Js. abgeschlossen wurde, und aus dem Text ist ersichtlich, daß der Verfasser von dem Reichstag die Erledigung seiner „Forderung" noch vor seinem Auseinander- gehen erwartet. Da der Reichstag sich am 13. Juli vertagt hat und die „Denkschrift" erst am 23. Juli versandt wurde, ist die Vesprechnng nicht mehr gut möglich gewesen. Trotzdem, so beschließt der Abgeordnete Bruhn seine Mitteilungen, werde hoffentlich recht bald mitgeteilt werden, daß der Verfasser dingfest gemacht und hinter Schloß und Riegel gebracht worden ist. Ohne Ktsmnrck! Vor zwanzig Jahren! Ueber dem schlichten Herren- Hause von Friedcichsruh lagerte beklemmende Schwüle. Der große Kanzler hatte in der Nacht vom 30. zum 31. der Natur Len unweigerlichen Zoll dargebracht und lag nun mit dem Ausdrucke vollkomnienen Friedens auf den ernsten Zügen auf der Bahre, an der seine Förster die TotenwachL hielten an diesem Tage des Herrn. Schlicht und prunklos wie des Toten ganzes Wesen ist die Einsegnung gewesen und ist die Gruft, in der er seine letzte Ruhestätte gesunden hat. Und gerade deshalb ist diese zu einem Heiligtume des deutschen Volkes geworden, dessen Wesen nicht würdiger hatte zum Ausdrucke kommen können als in der Grabschrift: „Ein treuer deutscher Diener Kaiser Wilhelms I." Denn bewußt und in geschichtlicher Notwendigkeit tritt uns in diesen wenigen Worten der Gegensatz zu dem Zeitalter entgegen, das von dem schlichten und ständigen Wesen der großen wilhelminischen Zeit so frech und widerwärtig seitdem sich unterschied. Das Verständnis für diesen Unterschied hat sich tief in die Seele des deutschen Volkes eingegraben und gerade hierin beruhen die Keime unserer Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Der große Kanzler ist uns nicht gestorben. Er lebt und wirkt lebendiger als je zuvor in diesen Tagen. Der gewal« tige Weltbund, den selbst er nicht mehr hatte verhüten können, konnte uns wohl schwere Wunden schlagen, aber wie sind vor der Kraft des deutschen Schwertes, das gerade Bismarck allezeit geschliffen und in seinem Glanz vor der Welt hatte blitzen lassen, alle die großmächtig erscheinenden Feinde zusammengebrochen, die uns niedertrampeln und nieder- walzen wollten. Der Schwächling auf dem Throne Alexanders, der nicht den Mut aufbringen kennte, auf der Durchführung seines Widerrufs zu bestehen und statt dessen unserm Kaiser sein Wort brach, der gleichwohl noch immer mit dünkelhafter Verblendung auf Deutschland und die Hohenzollern herabblickte: in wie verächtlicher Feigheit hat er am Schandpfahle der Bolschewiken geendet! Zu schlaff, um zu herrschen, fand er in der Stunde des Todes nicht einmal die Würde, fürstlich zu sterben. Und wo sind alle die andern Könige geblieben, die auf Deutschlands Untergang ihre freche Hoffnung gebaut hatten? Hindenburgs Schwert hat ihnen allen heimgeleuchtet und der ganzen Welt Deutschlands Unüberwindlichkeit erwiesen. Wie heimliches Klirren muß es von dieser Heldenkrast hinabdringen in die stille Gruft des großen Schläfers zu Friedrichsruh. Aber ganz anders freilich tönt das sorgenvolle Raunen von der Verdüsterung unserer Geschicke durch die unsühnbare Schuld unserer Politik. Preisgegeben sind nicht nur alle gesunden Grundsätze der bismarckischen Ueber- lieferung, sondern auch alle Selbstverständlichkeiten des gesunden Menschenverstandes. Nicht mehr sollte die Kraft der Waffen und die Macht des politischen Ansehens unsere Feinde zum Frieden nötigen, sondern mit unzähligen Frie- densangeboten hoffte inan die auf Deutschlands Vernichtung ausgegangene Verschwörung einer ganzen Welt einlullen oder lispelnd betören zu können. Das schmachvolle Ergebnis liegt vor uns in den Fällen Bethmann, Lichnowsky, Lux- bürg, Kühlmann, in der Narrenposse von Brest, wie in dem schimpflichen Friedensschlüsse von Bukarest! In der Ablehnung jeder Kriegsenffchädigung und in dem furchtbaren Bleigewichte der Steuerlast, die stattdessen unser Volk durch die Geschichte wird Hinschleppen müssen! Aus der Tiefe dieser Schmach heraus meint die Sorge um das bedrohte Vaterland immer noch die Worte zu vernehmen, mit denen Bismarck einst trübe in die nun zur Wirklichkeit gewordene Zukunft sah: „Ich bin traurig, wie am Bette geliebter, aber hoffnungsloser Kranker, denen ich nicht helfen kann, auch wenn ich der geschickteste Arzt wäre." Und jenes schmerzliche letzte Gebet in der Nacht seines Todes, das seinem geliebten Deutschen Reiche galt: „Ich wäre gern o^ne düsteren Blick in die Zukunft meines Landes und unserer Kinder aus diesem Leben geschieden." Es hat nicht sollen sein. Die schwere Sorge hat nicht umsonst ihm die Scheidestunde verdüstert. Wenn er heute unter uns weilte und sähe, mit welcher Frechheit der revolutionäre Geist sich erhoben hat und im Bunde steht mit unseren Feinden, wenn er erkennen müßte, wie dieselben Leute, die Rußland in kein tiefes Elend gestoßen haben, nun in Ungarn und Oesterreich die Revolution vorbereiten und wie ,n Deutschland die Gleichgesinnten erwartungsvoll zuschauen so wurde er darin nur die verhängnisvolle Erfüllung des Unheils erblicken, das er zeitlebens im Dienste des Vaterlandes und der Krone bekämpft hat. Wie er demgegenüber handeln würde, steht außer Zweifel. Daß er uns einen Brotfrieden erstreiten würde, der dem Volke die wirschast- liche Beruhigung zurückbrächte, die in bewußter Absicht von den Zerstörern unsres staatlichen Glückes uns geraubt ist, liegt ebenso außer Zweifel, wie daß er dem Landesverräte trotzig entgegentreten würde, wo immer er ihn träfe. Unzweifelhaft würde er den: Volk zum Bewußtsein bringen, daß die Absichten unsrer Feinde für uns den Maßstab der eigenen Handlungen und Entschlüsse bieten müßten, und den gleichen Grundsatz würde er zu Ehren bringen gegenüber allen auf die innere Zersetzung des Reichsgedankens ausgehenden Bestrebungen. insbesondere spricht die klare, durch sein ganzes Leben gelegte Linie dafür, daß er das deutsche Volk rückhaltlos über die Zusammenhänge aufklaren würde, die zwischen der militärischen Erfolglosigkeit unsrer Feinde und ihren politischen Siegen bestehen. Und wenn es eine Hoffnung gibt, die in dieser Hinsicht über die Schmach und Not der Gegenwart u»is im Gedenken an Bismarcks Größe hinausführen kann, so ist es nicht nur die feste Zuversicht auf Hindenburgs Schwert, sondern ganz insbesondere die dankbare Erinnerung an das Work, das der Kaiser am Tage seiner dreißigjährigen RegieI rungsfeier ausgesprochen hat: „entweder soll die preußisch- deutsch-germanische Weltanschauung Recht, Freiheit, Ehre und Sitte in Ehren bleiben, oder die angelsächsische: das bedeutet dem Götzendienste des Geldes verfallen." Dieser Götzendienst ist es. der Schweden in die Knechffchaft und Schande geführt hat, der Norwegen unter der Vorspiegelung eines vermeitlichen Glückes der „reinen" Flagge zu Englands Vasallen gemacht, der Rußland der willenlosen Ausbeutung von Aankees, Engländern und Japanern überliefert und über Oesterreich-Ungarn das Verschwörernetz geworfen hat. Als das letzte Bollwerk von Eigenkraft ragt aus diesem Sumpfe noch immer Deuffchland auf. Sei Gott mit ihm und die unvergängliche Mahnung, die aus Bismarcks letzter beklemmender Sorge uns umwebt! Fritz B l e y. Die Deutlchkn als AlisgcholMe der WeulWil. Die Frankfurter „Volksstimme" halt es am Platze, wieder einmal ihren Lesern von der großen Völkerverständigung zu erzählen und sie auf den Geist der kommenden Inter - nationale vorzubereiten. Es ist merkwürdig, wie sich in diesen Kopien die Welt malt. Rings um uns nur Hatz und der Wille zur Vernichtung und diese Geister reden von Verständig- ung! Und das geschieht zur selben Stunde, wo sich die Kriegshetzer in London wieder einmal ein Stelldichein gegeben haben. Was für Worte da gefallen sind, dafür mag das Folgernde ein Beispiel geben. Da sagte einer: „Die Deutschen sind eine verfluchte Rasse. Sperrt sie ein, oder noch besier, scharrt sie ein!" (Stürmischer Beifall.) Er sei entschieden dagegen, daß man die Deutschen Hu. nen nenne, er habe die Sache geprüft und gefunden, daß die Hunnen zwar eine verdammte Bande gewesen seien, aber im Vergleich zu den Deutschen seien sie Gentleman gewesen. (Beifall.) Die Deutschen sollen, fuhr er fort, in die Nachwelt übergehen als Deutsche. Deutsche. Deutsche? mit einem Namen, der alles darstellt. was viehisch, teuflisch, verächtlich ist. (Stürmischer Beifall.)" Man könnte eimvenden, das sind Reden von Leute, die keine Verantwortung nagen. Demgegenüber stellen wir fest, daß der ehemalige australische Premierminister jüngst sich noch gehässiger ausgesprochen bat: Hughes ging danach den liblichen Katalog der deutschen Scheußlichkeiten durch und fuhr fort, nach dem Friedensschluß werden Millionen Männer und Frauen arbeitslos dastehen. Trotzdem dächten gewisse Leute mehr an die Wiederaufnahme der Handelsbeziehungen mit Deutschland als an die Wohlfahrt der Nation. Andererseits schienen gewisie Arbeiterführer zu glauben, daß die Arbeiter vom Eesihwätz iiber den Internationalismus leben könnten. Werde aber die Arbeiterschaft, die sich das Recht auf reguläre Arbeit zu guten Löhnen unter anstän- digen Bedingungen erkämpft habe, diese Dinge weiter haben, wenn sie nach dem Kriege den sogenannten deuischen Brüdern kameradschaftlich die Hand reiche und die Güter, die von mit dem Blut unschuldiger Männer. Frauen und Kinder besudelten Händen gefertigt seien, nach England hereinlasse, während die Briten, die für ihr Land gefachten und geblutet Hütten, hungernd, frierend und arbeitslos auf der Straße liegen? Eins sei klar, die Zukunft der Arbeiterschaft und des Kapitals beruhe in gleicher Weise auf einem reichlichen Zufluß an Rohmaterialien, die kür die britischen Industrien und die Volksernährung notwendig seien. Rohmaterialien seien der Brennpunkt des Wirtschaftskampfes und auch der Schlüssel zu der britischen nationalen Zitadelle Nach dem Kriege werde ein scharfer Kampf um die Rohmaterialien einsetzen. Deutschland verstehe die Lage, es habe daher Rußland mit dem Bajonett gezwungen, chm zu liefern, was es brauche und doirtsche Ware abzunehmen. Das nenne Deutschland „offene Tür". Deutschland verstehe darunter, daß es seine Waren anderen Ländern auszwinge, den Heimmartt aber für deutsche Waren reserviere! Henderscn wolle, daß England an dieser Politik fest- halbe, „aber ich," ries Hughes aus, „bin des Humbugs von Internationalismus überdrüssig. Vis Deutschland sich von seiner Missetat gereinigt, bis seine Macht zertreten ist. wolle,r wir es nicht als Mitglied der Völkerfamilie behandeln, sondern als Paria." „Paria" bedeutet Ausgestoßene. Wie würden, so fragen wir, sich die deutschen Arbeiter als Ausgestoßene der Menschheit stihlen? Möge man endlich auch bei uns der „Humbug des Internationalismus" überdrüssig werden und sich auf den Boden der Tatsachen stellen. Dom Felde der Ehre. Frredberg. Dem Jntend.-Assistent-Stellv. K. Iaath' bei der slellv. Intendantur Franffurt a. M., früher Sanitätsfeld- webel beim 3. Batl. Inf.-Regt Nr. 168 in Friedberg, ist das »fwfö'c Militär-Sanitälskreuz am Kriegsbande" verliehen worden. Das Eiserne Kreuz erhielt er bereits früher. Ans der Heimat. Friedberg. (Orgelkonzert.) Am kommenden Freitag den 2. August, wird der frühere langjährige Organist an der hiesigen Stadtkirche und Gesanglehrer an der Großh. Augustinerschule, Herr Hoforganist M ü l l e r aus Darmstadt ern Orgelkonzert veranstalten, zu dem seine zahlreichen Freunde und früheren Schüler, sowie alle Verehrer kirchlicher Tonkunst eingeladen werden. Herr Müller wird ans unsrer Mnen Steinmeyer-Orgel eine Anzahl größerer Orgel- kon,Positronen berühinter Tonsetzer vorführen. Zwischen die Orgelstücke werden Gesänge eingeschoben sein, welche die in Frredberg aufs beste bekannte Konzertsängerin Fran Hedwig Müller-Bangert ans Gießen zum Vortrag bringen wird. Orgelvorträge und Gesänge sind auf den ernsten Ton unserer Zeit gestimmt, so daß die Aufführung eine musikalische Andachtsstunde beim Eintritt in das 6. Kriegs- jahr darstellen wird. Dauer der Feier 1 Stunde. Anfang 8*4 Uhr. Eintritt frei. II. Entwertung und Ablieferung von Bezugsscheinen sitt Web-, Wirk-, Strick- und Schuhmaren. Bei der Entwertung, dir nach Erhalt des Bezugsscheins s o f o r t zu geschehen hat, — nich erst bei der allmonatlichen Ablieferung — genügt nicht ein blo her Firmen-Aufdruck, sondern es muß noch der Zusatz ..beliefert' oder „entwertet" hinzugefügt werden. Am besten geschieh! to< Entwertung in Form von Durchstreichen cdor Durchlochen de Vorderseite. Diese entwerteten Bezugsscheine müssen allmonat lich bei der Dezuasscheinbehörde des Verkäufers abgeliefert wer den. Der Abliefernde kann sich eine Quittung über die Anzah der abgelieft-rten Scheine ausstellen lassen. In Friedberg Bad-Nauheim, Butzbach und Vilbel müssen die Bezugsscheine b.- den bett. städtischen Bekleidungsstellen abgel'efert werd Die Gewerbetreibenden in den ländlichen Gemeinden des Kr- fes müssen die empfangenen Bezugsscheine von jetzt ab ohn Ausnahme allmonatlich an dos Kreisamt abliefern. sr. Der Zug von der Stadt zum Land. Wie der Vorsitzen der Landwirtschaftskommer für den Reg.-Bezirk Kassel m teilt, gehen bei der Landwirtsäroftskammer in der letzten Z. mehrfach Gesuche um Vermittelung von landwirtschaftliche Lehrstellen ein. Es handelt sich vielfach um junge Leute au städttschen Kreisen, die in der Landwirtschaft als Iun-gmann tätig waren und während dieser Tätigkeit den landwirtscha-' lichen Beruf so lieb gewonenn haben, daß sie sich ihn als Lebe - beruf erwählen wollen. Sie bringen durchweg einen guten Wi len und eine ehrliche Begeisterung für den von ihnen auserwäh! ten Beruf mit und haben sich vielfach auch recht gut bewährt Es liegt daher nicht nur im allgemeinen, sondern auch im land wirtschaftlichen Interesse, daß dieser Zug von der Stadt zum Land möglichst gefördert wird. Da die Unterbringung der jun gen Leute mangels eines geeigneten Vermittelungsinstituts viel fach Schwierigkeiten begegnet, hat der Vorstand der Landwirt schaftskammer für den Regierungsbezirk Kassel in feiner letzter Sitzung beschlossen, eine Vermittelung von Lehrlingsstellen ein. zurichten. ITC. Bad-Nanhcim, 28- Juli. In eine Gefängnisstrafe vor sechs Wochen wurden die Arbeiterin Kleinhenz aus Premig uni die Gärtnerstochter Elise Schreyer aus Steinfurth wegen Ver. kehrs mit Kriegsgefangenen genommen. FC. Hanau, 28. Juli. Für den Stadt- und Landkreis Ha. nau sind bis jetzt 1260 Zentner luftgetrocknetes Laubhou singe- sammelt und zur Ablieferung gebracht worden. Vom Stelloer. tretenden Generalkommando wurde nunmehr mitgeteilt, daß di« Erfolge der Laubheusammlung in den Kreisen Hanau-Stadl und -Land wett an erster Stelle im Rezierungsbetzirk Kassel stehen FC. Aus Hessen, 28. Juli. Auch in diesem Jahre hat die hessische oberste Schulbehörde die Kreisschulkommission ermächtigt, die gesetzlich auf 42 Tage b^chränkten Ernte- und Herbstferien der ländlichen Volksschulen auf Antrag der Ortsschulverbande um zusammen zwei Wochen zu verlängern, wenn das Bedürfnis nachgeivieseir wird. Aus Etarkcnburg. FC. Groß-Gerau, 28. Juli. Den tuberkulös gefährdeten Schülern der Hauptorte des Kreises Groß-Gerau wird auf Kosten des Kreises und aus Mitteln privater Wohltättgkeit täg- lich ein Schulfrühstück gewährt, bestehend aus einem Viertellit« Vollmilch und 1 b Gramm Butter. FC. Von der Bergstraße, 28. Juli. In der Dunggrube de« Georg Nassauer in Laudenbach wurden durch die Polizei einige Kuhhäute entdeckt, die von Eeheimschlachtungen herrühre« müssen. AuS Mhemheffen. FC. Mainz, 28. Juli. Acht Ledertreibriemen sind in jüngster Zeit im städttschen Getreidespeicher gestohlen wor- den. Eine Belohnung von 500 Mark ist fiir die Ermittlnng des Täters ausgesetzt. FC. Alzey, 28. Juli. Ein wohlausgestattetes Diebeslager entdeckte man im Walde „Nollkraut". Kartoffeln. Mehl, Rahin. Felle und Knochen geschlachteter Tiere, sowie eine Bratspieß- einrichtung, Handtuch und Bartbinde fehlen nicht. FC. Erbach i. Rh„ 28. Juli. Die Fischer Johann und Sebastian Schmidt von hier machten einen besonders reichen Fisch- fang. Die Fische wurden an die hiesige Bevölkerung zu mäßigen Preisen abgegeben ttotz der bedeutend höheren Preisangebot« aus der Stadt. FC. Aus Rheinhessen. 28. Juli. Die Reben ftshsn günstig und die Trauben entwickeln sich sehr gut. Die Aussichten sind besser als man noch vor kurzen^ angenommen hatte, zumal die Pilzkrankheiten keine Ausbreitung genommen haben. Kirchliche Nachrichten. Gottesdienst in der Stadtkirche. Mittwoch, 31. Juli, abends S 1 /^ Uhr: Kriegsandacht. Herr Pfarrer Kleberger. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: ffir den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A- G., Friedberg i. H. Jrtrits inathlnBirigrr Offene Stellen? 4 Knechte, 10 Tagelöhner. 1 Knechte- und 1 Arbeiterfamilie, 1 Melkerin, 10 Dienstmägde für Laiidwittschaft, 1 Schmied, 1 Schlosser, 1 Dreher, 1 Gießer, 1 Wärter, 3 Straßenwätter, 1 Molkereigehilfe, 1 Bäcker, 1 Müller, 1 Verwalter, 19 Hausmädchen. 2 Monaismädchen, 1 Flickerin, 1 Lehrmädchen, mehrere Fabrikarbeiter und -Arbeiterinnen, für besetztes Gebiet mehrere Frauen, Hilfsdienstpflichtige, auch jugendliche im wehrpflichtigen Atter von 17 Jahren, 1 männliche Person für Militärbüro. Stellensuchender N Mehrere Melkerfamilien und ledige Melken Melkerfamilie (8Au und Tochter zu zirka 30 Sttick Vieh). L Haushälterinnen- 1 Büroftäulein. 1 Ktnderfräulem. < Nach 42monatiger, tapferer Pflichterfüllung erlitt den Helden- lod unser langjahnger treuer Mitarbeiter und'lieber Freund d» . Schmerzbewegt teilen wir Freunden und Bekannten mit, daß {jag unser heißgeliebter jüngster Sohn LuM-ilitnWn Simon Knssel Inhaber des E. K. II. und der Tapferkeitsmedaille. Heinrich Knab m verlieren in ihm einen strebsamen, gewissenhaften und selbstlosen r« HUten.^^Er war ein selten edler Mensch. Wir werden sein Andenken in Ehren bewahren. Friedberg, den 29. Juli 1918. Assistenzarzt in einem Bayer. Neserve-Jnfanterie-Negiment Inhaber des Eis.Kreuzes und des Bayer. Militär-Verdienft-Ordens nach nahezu vierjährigen Kriegsdiensten in den Kämpfen an der Marne am 20. d. Mts. gefallen ist. Bruchenbrücken, den 29. Juli 1918. 2 m Namen der im Felde stehenden - Inhaber der Firma Ballin-Oppenheimer: Frieda Ballin-Oppenheimer. Knab, Pfarrer, und Frau Anna Ein gebrauchte Ws Break geb. Steinmetz. zu verkaufen bei Adolf Berenz, Bönstadt. Dekauntwachnnb. Am 13.Iuli 1918 ist eine „Bekanntmachung Nr. W.IV. 1200/7.18. K. R. A., betreffend Beschlagnahme und Höchstpreise von Papierrundgarnabfällen" und eine „Nachtragsbekanntmachung Nr. W. M. 100/7. 18. K. R. A„ betreffend Vestandserhebung von Papierrundgarnabfällen, zu der Bekanntmachung vom 20. November 1916 Nr. W. M. 312/10. 16. K. R. A„ betreffend Bestandserhebung von Natron- (Sulfat-) Zellstoff ufw." erlassen worden. Der Wortlaut der beiden Bekanntmachungen ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. Stellv. kemMmaiibo 18 . Milm'-BechkUt flif .4» Freitag, den 2. Angust, vormittags 9 Uhr anfangend, kommen m der Hoiraite des Herrn Alt-Bürgermeisters Weith, Nieder- Wöllstadt, Frankfurterstr. 24, folgende Gegenstände zur Versteigerung: 1 Büfett, 1 Auszugtifch mit Einlagen, 1 Plüsch- sofa und 6 Sessel, 1 Trumeau, mehrere Spiegel, 8 Stück seine Stühle mit Lederbezug, 1 Pseiler- schränkcheu, 3 Kleiderschränke, zwei- und eintürig, 2 voll tändiqe Betten mit Roßhaarmatratzen, 1 Waschtisch und 2 Nachtschränkchen mit Marmor- platten, 1 Nähmaschine, Küchenschrank, große Lüster, Ofenschirm, Spiegel, Bilder, Sessel, Stühle, Porzellan sowie Haus- und Küchengeräte. Habe 6 paar schwere Wagenarme, 1 Eichen-Stamm von V 2 fm und 6 bis 8 Buchen-Bohlen von 6 und 8 cm Stärke zu verlaufen. Frau Andreas Scfcolmefer, Ilbenstadt. Hochträchtiges Willgs-Millterfchmill unter zwei die Wahl, zu verkaufen Theodor Keller, Gettenau. Taptfen Tapeten- und Linofeumhaßs Jean ffögier, Friedi!tn# ’ Kaiserstr.27- Nähe des Rathauses. Zu verkaufen r prima Kefauchenr- jomie Stocksiinte und einige andere Gewehre. Zu Worte der Anerkennung erfragen in der Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung' . Schwarzer kurzhaariger Hviid enllitnfcii. dcr. ( Vor Ankauf wird gewarnt. Wiederbringer erhält Belohnung. Htiurich Schmidt, Sarg-Trafeurode Va^naK undlBuIlenstäber] schnell, billig, beque m'und sicher** BezugdurchTierarzle'ProspeklegraHsdilrcn werden uns oft über die Inserationserfolge ausgesprochen, die selbst mit kleinen Anzeigen in der „N e u e n Tageszeitung" erzielt werden. Wenn Sie irgend etwas anzubieten, zu verkaufen oder zu kaufen haben, so bedienen Sie sich vorteilhaft unseres Blattes. ßiilMill-Imker Donnerstag, den f. 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Durch Zuhilfenahme der Einmach-Tabletten ist aber die Verwertung der Früchte durchaus möglich, und es kann eine nachträgliche Versüßung der damit eingekochten Früchte durch Zucker oder auch künstliche Süßmittel (Süß-Stoff) noch nach Monaten erfolgen. „Ohne Zucker" kocht daher dieses Jahr die praktische Hausfrau die Früchte ein und sorgt jür einen wertvollen Vrytausstrich für spätere Zeiten mit Hilfe der Nell - Gedrolm - EiinM - Tabletten (Natrium benzoicum und Natrium cinnamylicum „Merck") : ..------- Fabrikat der Firma Mf mit 10 25 töfa ausreichend für L0 Pfund Frucht. E. Merck in Darmstadt NvUr »Ui I» MUIEHHI 4MB* Dieselben schützen mit Sicherheit Kauf von Uhren ist Vertrauensiarhe! Wenden Sie sich an Willi. Lohrey, Uhrmacher iHieder-klorstadi, da erhalt. Sie noch eine fein abge'og., genau regulierte ssascheaohr. Inch Fruchtmus, Marmelade, Fruchtsaft u. a. m. vor dem Verderben und sind vollständig unschädlich und beeinträchtigen weder Geschmack noch Nährwert der Früchte. 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