Nummer 174 Samstag, den 27. Inli 1918 IS* Jahrgang. Die ..Z erre 6ageo?ettu,rg" srichemt ;eden Wertta). Regelmäßige Beilagen „Der Dänen aus Hessen". „Die Spinnknde". Kerugspn-rs: Bei den Postanstalten oienelsährtich m. 2.49 hinzu tritt noch das Bestellgeld,' "ei den Agenten monatlich 85 Pjg. einschließlich Trägerlohn. An?eigen: Grundzeile 25 Psg., lokale 20 Pig.. Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahms erhoben. Erfüllungsort Friedberq. Hchniflleituny und Devlag Friedberq (Hessen), yanauerstraße 12. Fern!yrecher 43. Postj heck-Lonto Rr. 485I, Amt Franlfurt a. M. im Tcüaugriffe der Feiudo avgewie^eu. — Gru italieuilcher Dorstos? in den Sieden Gemeinden gescheitert. 13 00V Tonnen Versenkt. — Die Thronfrage in Finnland. W» T. S. Großes Oarrpt^rrarLiev, 26. Iu!i. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. deu Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Südlich von Albert schlugen wir einen englischen Teil- cmgriff zurück und machten im Nachstotz Gefangene. Erfolgreiche Vorstöße unserer Erkundungsabteilungen an vielen Stellen der Front. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf dem Schlachtfelde zwischen Aisne und Marne wurden heftige Teilangriffe des Feindes teils vor. teils in unserem Kampfgelände abgewiesen. Beiderseits dr Onrcq dauerten die Kämpfe bis zum Abend an. Hier warfen wir nördlich von Oulcky-le-Chateau den Feind aus feinen vorderen Linien. Oestlich des Ortes und südlich des Onrcq schlugen wir im Gegenstoß die feindlichen Angriffe ab. Atich westlich von Vincelles (an der Marne) wurde der Feind im Walde von Ris nach heftigen Kmnpfen vor unseren Linien abgewiesen. Südwestlich von Reims säuberten wir das Waldgelände westlich von Vrigny und schlugen heftige Gegenangriffe weißer und sckm>arzer Franzosetr zurück. In der Champagne griff der Feind zwischen dem Suippes-Tale und Souain am frühen Morgen au. Er wurde im Gegenstoß abgewiesen. In Lnstkämpfen verlor der Feind gestern 28 Flugzeuge und einen Fesselbollon. Leutnant Freiherr v. Richthofen errang feinen 30.. das Jagdgeschwader Rickthofen damit seinen 600. Luftsieg. Leutnant Loewenhardt schoß seinen 44., Leutnant Billik seinen 27. Leutnant Bolle feine 26. und Vizefeldwebel Thom seinen 23. Gegner ab. . Der Erste Gcneralquarticrmeister: Ludendorsf. Abendliericht. Vcrlin, 26. Juli, abends. (WB. Amtlich.) An der Schlachtfront ein ruhiger Tag. [ Der österreichische Generalstav L=== meldet: Soissons die deutschen Truppen an der Marne abzuschneiden, endgültig gescheitert sind. Das Nachlassen der feindlichen Angriffe in den letzten Tagen beweist vielleicht neben der Schwächung, die der Feind erlitten hat, daß diese Erkenntnis auch bei der französischen Heeresleitung durchgedrungen ist. Seitdem im Westen der Stellungskrieg vorn Bewegungskriege abgelöst worden ist, geht es nicht mehr um Gelärche, das nur Bedeutung hat, wenn ausgebaute Stellungen darin enthalten sind, sondern um die Vernichtung der feindlichen Kampfkraft, gleichgültig, welche taktische Maßnahmen zu diesem Endzwle führen. Die feindliche Heeresleitilng hat das auch erkannt und suchte in heftigen Kämpfen die Entscheidung. Der hohe Einsatz an Truppen weist darauf hin, denn nach unseren Feststellungen haben ind den Großkampftagen 38 französische, 2 italienische, 4 englische, 6 amerikanische rmd 2 belgische Kavallerie- divisionen zu Fuß mitgewirkt, die alle jetzt natürlich stark abgekämpft sind. Damit stellt sich der Verlauf des Kampfes zwischen Reims und Soissons als ein weiterer Schritt aus unserem Wege zur Schwächung der feindlichen Kampfmittel dar. Der Feind wird dies jetzt zweifellos verhüllen wollen und die Wahrheit durch seinen Geländegewinn wegZutäuschen versuchen. Dem Feinde ist bei seinem Einsätze von 64 Divisionen ein Sechstel bis ein Fünftel des in unserem Aisne- angrisf ihm abgenommenen Geländes wieder überlassen worden, woraus es natürlich im Bewegungskriege, der durch rein strategische Ziele entschieden wird, gar nickt ankommt. Wir werden also, wenn entsprechende Besprechungen der feindlichen Militärkritiker über die Tatsache, daß der feindliche Geländegewinn einen für uns sehr bedeutsamen feindlichen Krästeverlust verursacht hat, hinwegzutäuschen' versuchen, ihnen das billige Mittel schlechten Trostes ruhig lassen können. Berlin, 26. Juli. (WB.) Oestlich' Suippes setzte am 26. Juli 4 Ilhr 16 morgens starkes feindliches Feuer ein, woraus der Gegner in etwa 6 Kilometer Breite angriff. Er wurde auch hier verlustreich abgewiesen. 3 Offiziere und 62 Mann blieben in unserer Hand. Nach Gesangenenans- sagen hatte der Angriff die Wiedernahme der alten französischen Stellung zuin Ziel. Berlin, 26. Juli. (WB.) Tie ungeheueren Verluste, die der Verband seit dem 21. März im Westen erlitten hat, haben dazu geführt, daß in den letzten Monaten mehrere englische und französische Divisionen infolge Mannschafts- Mangel aufgelöst wurden. » Wien, 26. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Italienischer Kriegsschauplatz: Bei Canova in den Sieben-Gemeinden scheiterte ein feindlicher Vorstoß. Sonst keine besonderen Ereignisse. Albanien: Zwischen Kuckt und dem Meere sind wir an mehreren Stellen bis an den Semeni gelangt. Unser Vorgehen löst heftige Gegenstöße des Feindes aus. Der Chef des Gcncralsiabes. Der lmigarische Grneralstav j| == meldet: ==y Sofia, 24. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: An mehreren Punkten der Front war die Artillerietätigkeit auf beiden Seiten zeitweise lebhafter. Westlich des Ochrida-Sees und int Cernabogen südlich Huma wiesen wir durch Feuer stärkere feindliche Patrouillen ab. welche sich unserer Sicherheitslinie näherten. Int Cernabogen zwangen wir ein feindliches Flugzeug, hinter den feindlichen Linien niederzugehen, wo es durch unsere Geschütze zerstört wurde. Die Schlacht im Weste». Die feindlichen Pläne gescheitert. Berlin, 26. Juli. (WB.) Betrachtet man die Lage der deutschen Stellungen, so kann man deutlich erkennen, daß die feindlichen Pläne, durch Znkneisen der Zange Reims- Foch unbeschränktes Verfügungsrecht. Rotterdam, 26. Juli. Die „Times" erfahren atts maß- gebenden Kreisen, daß dem Oberbefehlshaber Fock) unbeschränktes Verfügungsrecht über alle in den Kämpfen in Frankreich einzusetzenden Reserven zugeteilt wurde. Wie die holländische Presse aus London erfährt, wird in der englischen Militärkritik angedeutet, daß dem Oberbefehlshaber Foch für seine Stöße gegen die Detktschen 600 000 Manu englische Truppen nebst einem gewaltigen Bestände an britischem Kriegsgerät zngesichert worden seien. Die amerikanische Oberleitung schloß sich den Plänen Fachs rückhaltlos an und übernahm vor dem Washingtoner Kriegsamte die Verantwortlichkeit für den sicheren Erfolg des Schlages. y ,, Die deutschen Gegenangriffe. * Der Reuterkorrespondent beim französischen Heer meldete gestern nachmittag: Die Deutschen haben ihre Linien verstärkt und machen starke Gegenangriffe vom Onrcq bis Virgny. Ihr Angriffe gehen in östlicher, westlicher und südlicher Richtung. Südlich des Onrcq unternahmen die Deutschen einen Angriff in südöstlicher Richtung gegen Tournollewald und ans der Linie Beuverdes-Charnel. Angriff und Gegenangriff folgten dicht aufeinander und der Kampf ist sehr heftig. Oestlich von diesem Kampfgebiet hat der Feind mit starken Kräften die neue englische Linie angegriffen und zwar bei dem Wald westlich von Virgnn. Die zweite Marneschlacht. Bern, 26. Juli. Die „Information" schreibt:' Vergessen wir nicht die Macht des deutschen Heeres und die Erfahrung seiner Führer. Dies furchtbare Instrument ist noch nicht zerbrochen'. Die „Humanste" erklärt, man nenne die jetzigen Kämpfe die zweite Marneschlacht. Hin- sichtlich des Geländes und der Form des Manövers inag diese Gleichstellung vielleicht hingehen, aber im übrigen sind die jetzigen Kämpfe wahrscheinlich das erste Stadium einer Reihe von anderen. Rotterdam, 26. Juli. Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet ans London: Die „Times" erwarten nicht die Räumung des nach der Marne gerichteten feindlichen Vorsprungs. Wir sind jetzt beschäftigt mit der weite- , ren Vereitelung der detltschen Pläne durch einen Angriff aus Montdidier. Artch Engländer eingesetzt. Haag, 26. Juli. Der Widerstand der Deutschen, sa wird vom Dienstag abend ans dem französischen Haupv quartier gemeldet, ist sehr scharf. Zwei britische Divisionen stehen seit vier Tagen im Ardre-Abschnitt. Auch die Engländer klagen über äußerst scharfen Widerstand der Deutschen. Sie haben seit dem 17. Juli an den Kämpfen teil- ' genommen und behaupten, bei ihnen ginge es am heftigsten zu. In ihrer jetzigen Stellungen beiderseits der Ardre sind sie in der Nacht vom 19. zum 20. Just gelangt. 13000 Tonnen verrenke Berlin, 26. Juli. (WB. Amtlich.) Im Mittelmeer haben tinsere N-Boote vier Dampfer von rund 13 000 Bit. versenkt. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. ll-SM-Kmm „KüPtänieiüimnt Mdigen". Berlin, 26. Juli. Wie wir hören, ist beabsichtigt, den U-Boot- kreuzern die Namen von besonders verdient-en U-Bootkomman- d outen zu verleihen. So erhielt einer der U-Bootkreuzer bereits den Namen „Kapitänleutnant Weddigen." Fliegerangriff auf Offenburg. Karlsruhe, 26. Juli. Amtlich wird gemeldet: Vergangen« Nacht wurde O f f e n b u r g und Umgebung wieder von Fliegern mit Bomben beworfen. Dem Angriff fiel eine Person zuns Opfer, vier Personen wurden schwer, zwei leicht verletzt. Eirv Gebäude in der Umgebung geriet in Brand, außerdem wurdch noch einiger Sach- und Eebäudeschadeu angerichtet. Deutsche Flieger über Calais. Wien. 26. Juli. (WB.) Der „Petit Parisien" meldet au» Calais: Zn der Nacht vom Sonntag zum Montag überflogen deutsche Flugzeuge zweimal die Stadt. Sie warfen Bomben ab und richteten Sachschaden an. Mehrere Personen wurden verwundete Das Blatt meldet weiter, daß General Bouttieaux. der Leiter des Geniewesens einer Armee, durch einen Kraftwagenunfall gerötet wurde. Fett am in Wo-; in igne. Berlin, 26. Juli. General v. Lettow-Borbeck hat noch femd- lichen Meldungen Mitte Juni die Umgegend von Billa-Esps. ranza in der Provinz Quelimane besetzt. Diese Provinz grenzt südlich an die Provinz Mozambique. Die deutschen vorgeschobenen Abteilungen bedrohen die von dom Hafenplatz Quelimane ausgehende Bahnlinie, so daß englisch-portugiesische Truppen zum Schutzs dorthin gesandt werden mnßten. Sie sollen die deutschen Abteilungen angeblich zum Rückzug auf die Hauptmacht gezwungen haben. Nach den neuesten Meldungen stehen die deutschen Schutztruppen jetzt mehr als 500 Kilometer tief im portugiesischen Gebiete und bedrohen die fruchtbarsten Gebiete Portu- giesisch-Ostafcikas. Wie pöliniö II. um erdet uiiirde. , Dem „Berl. Tagebl." wird aus Stockholm gemeldet: Angesichts der Mitteilungen über die Ermordung des Zaren verdient eine Meldung der „Prawda" Interesse, die die Ermordung des Zaren in Jekaterinenburg in folgender Weise schildert: Auf eine Mitteilung des örtlichen Komitees von Jekaterinenburg, in der »in die Erlaubnis gebeten winde, den Zaren au toten, antwortete Trotzki ab* weisend, und der Zar wurde darauf auf ein Gut in der N5he von Jekaterinenburg gebracht. Da zwei Wochen später ein Mordversuch auf ihn unternommen wurde, so wurde ex wieder nach Jekaterinenburg zurückgeführt. Bald da- raf kam man in der Stadt einer Verschwörung auf die Spur, die beabsichtigte, den Zaren wieder auf den Thron zu setzen worauf das örtliche Sowjetkomitee bei der Mos« kauer Regierung seine Bitte erneuerte, den Zaren töten zu dürfen. Die Moskauer Regierung gab keine Antwort. Die HinrickEung erfolgte dann am 19. Juli. Der Zar wurde am Morgen von zwei bewaffneten Rotgardisten aus dem Gefängnis in einem Automobil außerhalb der Stadt geführt, wo etwa zehn bewaffnete Rotgardisten ihn erwarteten. Der Präsident des Komitees las darauf das vom Ko- mitee gefällte Urteil vor. Der Zar sprach den Wunsch aus, vor seiner Hinrichtung seine Gemahlin sehen und einige Tbsckiedszeilen an seine Angehörigen schreiben zu dürfen. Diese Wünsche wurden jedoch abgewiesen. Mit voller Geistesgegenwart stellte sich der Zar vor die Rotgardisten, und dos Todesurteil wurde auf Kommando vollzogen. Im Automobil wurde die Leiche des Zaren fortgeführt. Das Komitee meldete unmittelbar darauf die Hinrichtung an die Moskauer Sowjetregierung, die den Vollzug des Komiteebeschlusses bestätigte. Die „Prawda" fügt dieser Schis- derung hinzu, daß der Verlauf der Hinrichtung nicht offiziell bestätigt werden könne, aber es sei jedenfalls anzuneh- men, daß der Zar wirklich hingerichtet worden sei. ^ie siimftche Krone. ^ Die ..Voss. Ztg." berichtet nach der Petersburger „No- waja Gaseta". daß die Sitzung des finnischen Landtages vom 18. Juli unter besonders feierlichen Umständen vor sich ging, da in dieser Sitzung über den Antrag, die Monarchie in Finnland einzuführen, abgestimmt wurde. Der Antrag wurde schließlich nrit 16 Stimmen Mehrheit äuge- nommen, was zu großen Freudenkundgebungen in der Stadt Anlaß gab. In der Sitzung des Landtages wurde eine Deputation gewählt, die dem Her-zog Adolf Friedrich von Mecklenburg-Schwerin die Krone anbieten soll. Der neue König soll mit der Deputation zugleich auf einem der neuen finnischen Kriegsschiffe zurückkehren. Auch der Senat hat das Projekt des Landtages gebilligt. Berlin, 27. Mai. (WB.) Die Morgennummer der „Voss. Ztg." vom 26. Juli bringt unter der Überschrift „Die Königs- krone Finnlands" einen angeblich aus der russischen Zeitung „Nowaja Easjeta" stammenden Artikel über die Sitzung des ftn- ! nischen Landtages vom 18. Juli. Die finnische Gesandtschaft erklärt hiermit, daß die Schilderung der russischen Zeitung von Anfang bis Ende eine vollkommen phantastische Erfindung ist und nicht ein einziges der Wahrheit entsprechendes Wort enthalt. Annahme des Mgkfprmjommg in Mmeich. Wien, 26. Juli. (WB.) Das Abgeordnetenhaus hat nach längerer Debatte in namentlicher Abstimmung mit 215 gegen 196 Stimmen ein sechsmonatiges Dudgetprooisorium sowie in einfacher Abstimmung den Sechsmilliardenkredit angenommen. Die Mehrheit, die für die Vorlage gestimmt hat, setzte sich zusammen aus den Christlich-Sozialen, den deutschnationalen Parteien, den Deutsch-Radikalen, den Rumänen, dem Polenklub und einem Teil der Italiener. Das Haus hat sodann die Sommerferien angetreten. Die 8. ungarische Kriegsanleihe. Budapest, 28. Juli. (WB.) Die achte ungarische Kriegsanleihe, deren Subskription gestern geschlossen wurde, ergab bei den Budapester Geldinstituten das Ergebnis von 3018 Millionen und zwar wurden bei der Ungarischen Cre- ditbank und der Pester Eommerzialbank je 500 Millionen, bei der Vaterländischen Sparkasse 315 Millionen, bei der Ungarischen Bank 300 Millionen gezeichnet. Das Ergebnis der Zeichnungsstellen in der Provinz ist noch nicht bekannt. Japan nnd die Wielho-AliiMeii. London. 26. Juli. (WB.) Das Reutersche Bureau hat die amtliche Mitteilung erhalten, daß Japan den Vorschlag der Vereinigten Staaten, der tschecho-slowakischen Armee in Sibirien beizustehen, angenommen hat. Endliche Sol&öffn ermorden dentjche Kriegsgefangene. Die Roheit und erbarmungslose Grausamkeit der Engländer kennt keine Achtung, keine Schonung des besiegten und wehrlosen Gegners. Diese bittere Erfahrung, die so viele unserer braven Soldaten in Belgien und Nordfrank- reich gemacht haben, ist auch dem Leutnant L. nicht erspart geblieben, der nur durch einen Zufall dem hinterhältigen und gewalttätigen Tode durch englische Mörder entging. Ueber seine Gefangennahm« bei Becelaere im Oktober 1917, wo die Engländer jeden Gefangnen rücksichislos nieder- schossen, berichtet er: „Ein Mann winkte mit dein Taicken- trrck,; er wurde niedergeschossen. Ein Mann hob die Hände hoch: er wurde gleichfalls niedergeschossen. Jetzt kamen etwa zehn Engländer mit aufgepflanztem Seitengewehr auf mich zu, beschimpften mich und wollten mich erstechen. Ehe sie fick näher zu mir heranwagten, brüllten sie: „Hände hoch, Hände hoch?" Ich tat dies nicht, da ich wußte, was mein Los war. Die Engländer nahmen nur hierauf mein Koppel und mein Fernglas ab und gaben mir durch Winken mit der Hand die Richtung an, nach der ich hingehen sollte. Im selben Augenblick wurde ich von hinten niedergeschossen. Ich stürzte zu mm men und fiel hierbei in ein Granatloch, nrit dem Gesicht in den Schlamm. Der Engländer wollte sich von meinem Tode überzeugen und kam zu mir, schüt- telte mich an der Schulter und rief hierbei: „Kamerad, Kamerad?" Da ich aber nickt antwortete, glaubte er, ich sei tot :md ging wieder fort." Bei derselben Gelegenheit geriet der Leutnant Lz. mit etwa 20 Soldaten in die Hände der Engländer. Diese trieben die Gefangenen mit Gewalt in einen Sumpf und schossen die Wehrlosen mit Maschinengewehren nieder. Lz. wurde außerdem beraubt. Er stellte sich tot und entging so dem Morde. Kann man nach diesen eimvandsreien Zeugnissen noch daran zweifeln, daß die Engländer ganz planmäßig auf höheren Befehl deutsche Kriegsgefangene ermordet haben! Die Tage der Ziandmirtichaft. Zu dem Thema der Verständigung zwischen Stadt und Land gibt die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" die Zuschrift eines Eisenbahnbeamten wieder, die der Stadtbevölkerung die Schwierigkeiten, unter denen die ländliche Bevölkerung zu arbeiten hat, in folgender zutreffender Wcife schildert: Man muß dem Städter verständlich machen, daß auch der Landbewohner längst nicht mehr auf Rosen gebettet ist, daß Aus meiner Dsrfkirche. Heuernte. *) Pf. 90, V. ö/6. Sie sind gleichwie das Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird, und verdorret. Liebe Gemeinde! Wie oft ?m Lauf der hinter uns liegenden Tage und Wochen haben wir doch dies Bild selber vor Augen gesehen, das uns das Bibelbuch hier schildert. Das Gras, das da frühe blühet und des Abends abgehauen wird und verdorret Ob wohl Jeder, der auf dem Sitz der Mähmaschine durch das wogende Gras fuhr, oder der am frühen Morgen oder spaten Abend mit der scharfen Sense Schwaden neben Schwaden legte, dabei euch gedacht hat, an dies ernsthafte Bibelwort, von alles Erdenlebc-ns Vergänglichkeit^ Und so du es nicht getan hast, lieber Mitchrist, in diesem Jahr, so ist es mir ein dringliches Anliegen, daß- du nun dies Wort umia lebendiger dir emprägst, damit es in Zukunft allemal dir vor der Seele stehe, wenn du das grüne Gras unter scharfen Messer hin sticken siehst zum Sterben. Die ^ib-l gibt uns da selbst das beste Vorbild. Sie, die den Bauernstand vor anderen liebt, und aus ihm so gern ihre Gleichnisse nimmt, kommt auch immer nieder auf dieses Bild vom Gras zurück, das da irühe blühet, und des- Abends abgehauen wird und verdorret. Da hören wir den Sänger des 103. Psalms mahnen: Der Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blühet wie eine Blume, wenn der Wind darüber gehet, ist sie nicht mehr da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr! Ist es uns doch bei diesen Worten, als sahen wir aus dem fertig geladenen Wagen ein verdorrtes Vlümlein in weißen Farben hervorblicken, als wollte es fragen- weißt du vielleicht, wo ich gestern morgen noch gestanden? Oder wir hören den Dulder Hiob klagen über des Menschenlebens Leid und Sinnlosigkeit: Der Mensch gehet auf wie eine Blume, und fällt ab, flieht wie ein Schalten und bleibt nicht. Oder wir sehen uns hineinversetzt in die Zeit des Propheten Jefaia, in eine Zeit wie sie ganz ähnlich der ist, die wir vor dem 1. August 1914 durchgemccht haben. Eine Zeit, in der die große Masse *) Ist im Vogelsberg die schwerste Ernte des Jahres und eist in der ooriaer« Worbe %um Abschluß aelommen» bes Volkes und an der Spitze seine berrrsenen Führer lebten in Saus und Braus, in der selbst übevhebenden Sicherheit: uns kann nichts geschehen, und die ernsten Mahnungen scharfblickender Volksfreunde leichtherzig in den Wind schlugen. Und dann sehen wir vor uns die Gestalt des gottgesandten Propheten, und mit Donnerstimme klingt sein Ruf in das leichtlebige Volk hinein: Es sprach eine Stimme: Predige? Und er sprach- Was soll ich predigen? Alles Fleisch ist Gras und alle seine Herrlichkeit wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret und die Blume abgefalleu, denn des Herrn Geist bläset darein, ^a, das Volk ist das Gras! Ich glaube, es gibt manchen deutschen Mann, in dessen Herzen steigt da ein Sehnen auf, daß Gott I auch unserem Volk solchen Propheten erwecken möge, der es aus der Irre auf den rechten Weg zurückrufe. Und dann wandern wir durch die Jahrhunderte hin. bis in die Zeit, wo das Volk Israel nicht mehr ist. Seine Nachkommen, die Juden, schmach» ten unter feindlichem Regiment, aber trotz glühender Sehnsucht bleiben alle Versuche, ein einheitlich festgefügtes Volks, und Staatsganzes zu bilden, vergeblich, weil ihnen das verloren ge- ? gangen ist, woraus eines Volkes tiefste Kraft ruht: der Zusam- meichang der einzelnen Kreise. Die führenden Kreise sind stolz auf ihre lebensfremde Vuchweis-Heit. und haben kein Verständnis, und wollen es nicht haben, für die Rot des schwergeplagten einfachen Volkes Da tritt der auf, den Gott diesem Volk und der ganzen Menschheit geschenkt hat: Jesus Christus. Mit unerbittlicher Schärfe hält er den verknöcherten pharisäerischen Bürokraten ihre Heuchelei vor Augen, aber das ,chwer geprüfte Volk tröstet er mit linder Verheißung: Sehet die Lilien auf dem Felde an. sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht, ich sage euch, daß Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen :st. wie derselbigen eins. So min Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute stehet. und morgen in den Ofen geworfen wird, wie sollte er das nicht vielmehr auch tun, o ihr Kleingläubigen. Es gcht ein gleicher Klang durch olle diese Worte hindurch, das Lied von alles Erdenlebens UrwergängOchkeit. Ob es nun das Gras auf dem Felde ist, das heute blühet und morgen ab- ge hauen wird und verdorret, oder ob es der Mensch ist. von dem das Mort grlt: Sein Leben währet siebzig Jahre und wenn's hoch ko: :mt. sind es achtzig Jahre, oder ob es eines jener Ge» schöpse ist. di« in ihrem Leben die Jahrhundert« überdauer» — auch aus ihm heute viele und schwere Sorgen lasten, und daß d-ie Arbeit, die er zu leisten hat, mit der des städtischen Ar- boiters verglichen, eine weit schwerere und ausgedehntere ist. Wie liogen denn die Verhältnisse auf dem Lande? Der Bau«r kann kein Gesinde mehr erhalten und der ländliche Handwerker keinen Lehrling oder Gehilfen, weil die Arbeit im Sommer von Tagesanbruch bis nach Sonnenuntergang dauert, die Mägde nicht mehr in den schmutzigen Stall gehen die Kühe melken und die Schweine füttern mögen. Die Kräfte der oft alten Bauernfrauen und der Töchter allein reichen nicht mehr für eine große Viehhaltung aus. Die männlichen Bediensteten aus der Landwirtschaft finden gleichfalls in der vermehrten Industrie lohnendere Beschäftigung. Wenn uns jetzt Leinen- und Hanfwaren und Oel fehlen, so liegt es viel, fach nur daran, daß der Anbau der Faserstoff- und Oelpflan. zen wegen ländlichen Arbeitermangels nicht mehr wirtschaftlich ist. Die Vauernftau mit Töchtern müssen schon lange vor Tagesanbruch in Tätigkeit sein. In den meisten ländlichem Haushaltungen wurde schon vor dem Kriege alltäglich keine Butter gegessen. weil sie zu Eelde gemacht werden mußte, son- dern Bienen-, Pflaumen- und Apfelmus oder auch Lein, und Rüböl und Sirup, und jetzt ist das schon noch vielmehr der Fall, weil nach dem Viehstande die Milch- und Butterabgabe- Möglichkeit berechnet und vorgeschrieben wird. Die Abgabe- Mengen sind nach normaler Ernährung der Milchkühe berechnet. Wie ist aber jetzt, besonders bei trockenem Wetter, und abgestorbenen Weiden, der Zustand des Viehes? Das sollten wir an dein uns gegebenen Rindfleisch erkennen. Nun ist der größere Landwirt, der früher 3 bis 6 kräftige Söhne odee Knechte auf dem Hofe hatte, heute auf Jungen, Invaliden und Gefangene und im Frühjahr, bei der Heu-, Getreide- Kar. toffeln- und Rübenernte, auf fremde Taglöhner angewiesen. Diese sind jetzt beim besten Willen nur zu hoben bei hohen Löhnen und wenn gute Beköstigung in Aussicht gestellt wird. Die Bewältigung der einzelnen Arbeiten hangt aber stets vom Wetter ab. Und wenn für einen solchen wochenlangen Vrbeits- abschi rtt nur Nahrungsmittel für die Zeit guten Wetters berechnet und angesammelt sind und Negenwetter erfordert tunt die dreifache Zeit, dann gerät der Landwirt oft in Schwierig, weiten. Nun auch noch zu den Gestehungskosten für Milch und Butter! Kleine Besitzer und Pächter, die nur eine oder zwei Kühe halten können, sind heute bei den überaus hohen Vieh- und Futterpreisen kaum noch in der Lage, das Pfund Vuttee fiir 2,ck0 oder 2,50 M. herzustellen. Für sie und ihre Familien sind heute aber Milch und Butter die einzigen fetthaltigen Nahrungsmittel. Im Frieden wurden die gut gemästeten Schweine geschlachtet, jetzt ist das bei den unerschwinglichen Einkaufspreisen für Jungvieh und mangels Kraftfuttermittel nicht möglich, und der Verbrauch an Milch und Butter auch so beschränkt, daß die Ernährung absolut nicht so ist. wie sie bei der anerkannt schweren Landarbeit nötig wäre. Diese Zuschrift beleuchtet nun freilich erst eine Seite der Sache. In welchem Grade die mancherlei Erschwernisse, die die allgemeine Lage bedingt, durch die Zwangswirtschaft mit ihren Deglelterscheinungen bis .zur Unerträglichkeit gesteigert werden, fft nicht einmal angedeutet. Und doch ist gerade das noch schlimmer in der Wirkung, denn mit den von der Zuschrift erwähnten Schwierigkeiten findet der Bauer sich als mit etwas llnver. merdlichem ab, die Widerwärtigkeiten aber rm Gefolge der Zwangswirtschaft empfindet er als unnötig, als die Folgen er. ner von Grund aus falschen Systems. In welcher Werse dieses System die an sich schon bestehenden Schwerniffe steigert, erhellt allein schon an der Arbeiterfrage. Die starke Veschneidmrg der Ernahrungsmöglichkeiten für die ländliche Bevölkerung und damit für die ländliche Arbeiterschaft führt zu steigender Ab- um Ende steht bei ihnen allen das Wort: Vergehen! Und wie eindringlich predigt das gewaltige Geschehen unserer Zeit von der irdischen Vergänglichleit! . Wie unverständig und unsinnig muß denr, der oafür Augen hat. die Jagd nach Besitz und Reichtum Vorkommen, die eben wie eine Krankheit die Menschen beherrscht. Aber nicht nur von des Menschen Vergänglichkeit wollen uns diese Vibelworte reden, sondern auch — wie der 103. Psalm sagt: die Gnade aber des Herrn währet von Ewigkeit zu Ewigkeit über die, so ihn fürchten. Jesus hat seinen Jüngern einmal gesagt: Ihr seid mehr wert denn diese Sperlinge! Aehn- liches klingt auch aus seinem Wort von den Lilien heraus: Mehr wert, denn ihr seid berufen über die Vergänglichkeit dieses Lebens hinauszuwachsen in die Ewigkeit. Laßt mich noch ein Bild ran der Heuernte nehmen: Wenn der Wagen heimgefcchren ist, und du gehst noch einmal über die Wieso, dann findest du wohl eine Stelle, wo ein nachlässiger Nachrecher ein ganz klein wenig liegen ließ. Das liegt dann über dem frischen Grün, wie ein giftiger grauer Rost So ist's mit all unserer Erdenarbeit: der Rost der Vergänglichkeit liegt darüber. Und all unser Arbeiten sei es nun für uns selber, sei es für Volk und Vaterland, kann diesen Rost nicht wegschaffen, solange es nur nach EckenglilcS strebt. Das ist dann wie die Arbeit eines Gesindes, das weiß, daß des Herrn Auge sich nicht darum kümmert. Wir muffen uns an den Gedanken gewöhnen, daß auch über all unserer Arbeit eines Herrn Auge wacht, das Auge des Herrn der Ewigkeit. Erst dann wird es uns gelingen, den Rost der Vergänglichkeit abzustreifen und dem ewiggrünenden Leben auch bei uns de» Weg zu bahnen. Und mit dem frommen Dichter Karl Ernst Knodt blicke« wir auf zum Herrn der Ewigkeit und sprechen: Hörst du nicht den Sturm der Zeit? Spürst du nicht, wie wild er wütet? Manchen Stern hat er gelöscht Den wir ängstlich lang gehütet! Einer doch steht ruhig klar, Sonder Anfang, sonder End«, Gott ist ewig, Gott ist wahr Heb zu ihm getrost tzte Händel. ElwermLg Ät die Kriegsindusttie, di« an sich schon durch dts höher? Verdienstmöglichkeit reizt. Seit auch hinsichtlich der Er- uährungsmöglickikett in der Landwirtschaft kein Vorfprung mehr zu behaupten ist, vielmehr diese infolge der Werkversorgung in der Industrie zum Teil besser ist, sind die Leutenöte auf dem Lande ins ungemessene gesteigert. Wenn trotzdem die deutsche Landwirtschaft unermüdet und pflichtbewußt weiter ihre Kraft zusammen rafft, um eine Höchstleistung für die Gesamtvolkser- nährung zuwege zu bringen, so ist das ein Grad des Durchhal« «tens, der mit dem des leicht und schwer verdienenden Munitionsarbeiters nicht in Vergleich zu stellen ist und ein« andere Anerkennung verdiente, als sie ihm in Gestalt der Schikane der Zwangswirtschaft zuteil wird. Splitter und Kalken. Wir hatten jüngst eine Betrachtung der „Frankfurter Zeitung" aus Wien, wonach gewissen Deutschen das mannhafte Be^ kenntnis des gewesenen Ministerpräsidenten Dr. S e i d l e r zum Deutschtum nicht gefallen habe, einer gebührenden Besprechung unterzogen. Diese Deutsche sollten so verschüchtert geworden sein, daß sie nicht mehr „den Mutzueinerent- schiedenen deutschen Politik finden. Dazu wird uns von befreundeter Seite noch geschrieben' Bekannt ist das Gleichnis von dem Mann«, der den Balken im eigenen Auge nicht sieht, aber den Splitter im Auge des Bruders wahrnimmt. Der Sinn jener Worte ist der, daß wir gegen unsere eigenen Fehler blind sind, die Fehler anderer ab"r sehr genau beobachten. Für unbeteiligte Zuschauer ist es oft recht erheiternd und unterhaltsam, diese menschliche Schwäche zu betrachten, besonders dann, wenn der, der fremde Untugenden tadelt, oder über die Sünden anderer Leute sich entrüstet, an denselben Schwächen krankt. Man kann di.es« Erscheinung aber nicht nur im gewöhnlichen, sozusagen bürgerlichen Leben beobachten. Auch von politischen Fehlern und Kurzsichtgkeiten gilt die alte Wahrheit, daß man sie an anderen tadelt, sich selbst aber davon freiglaubt. Wicderfährt ein solches Mißgeschick öffentlich vor allem Volke solchen, di« sich für unsere Musterbilder politischer Weisheit halten und sich unablässig in immer befferen Belehrungen über die Grundsätze wahrer Staats. Weisheit ergehen, so genießt man ein Schauspiel, über das man selbst in so ernsten Zeiten, wie den unserigen, ungeteilte Freud« empfinden kann. Auch wenn man. wie wir. zu den entschiedenen Gegnern der „Frankfurter Zeitung" zählt und ihre politische Haltung für ein« schwere Schädigung unserer deutschen Sache hält, wirk» man ihr um der Gerechtigkeit willen das eine lassen muffen, daß st« uns schon wiederholt dieses ergötzliche Schauspiel unfreiwilliger Sclbstverspottung geboten hat. Hätten wir ernsthafte politische Zustande, so hätte der Fluch der Lächerlichkeit, den sie damit ans sich geladen, ihrem Einfluß Abbruch tun müssen. trotzdem ist es nicht nutzlos, hin und wieder einmal festzustellen, wie dieses große Demokraten bla tt in diesen Augenblicken ganz vernünftige Anschauungen entwickelt und politische Fehler ohne Amschweife tadelt, die — ander« begehen, ohne allerdings soviel Selbsterkenntnis aufbringen zu können, und zu merken, daß es dieselben Fehler fortwährend, hartnäckig und unbelehrbar selbst begeht. Die von Ihnen bereits gekennzeichneten Auslassungen der ..Frankfurter Zeitung" find schon an und für sich sehr interessant, besonders um deswillen, weil man ihnen ausgerechnet in der „Frankfurter Zeitung" begegnet. Sie bedeuten ganz unzweifelhaft eine Verarbeitung jener deutschfreiheitlichen Parteien in Oesterreich, die den Mut zu einer entschiedenen deutschen Politik nicht aufbringen und in übertriebenem Gerechtigkeitssinn Gegner zu verstehen suchen, die sich im Kampf ums Dasein rüchichts- los auf die feindliche Seite geschlagen haben. Noch interessanter wird die Cache aber, wenn man sich einmal fragt, ob es nicht auch bei uns solche sonderbaren Laute gibt und ob nicht am End« gar die..Frankfurter Zeitung" selbst dazu gehört? Haben wir nicht auch bei uns einen „Kurs" erlebt, der die Deutschen so sehr verschüchtert«, daß sie „den Mut zu einer entschiedenen deutschen Politik garnicht mehr aufbringen" und steht nicht die „Frankfurter Zeitung" unter diesen „Verschüchterten" in erster Reihe. die bei jeder Forderung einer „entschiedene,: deutschen Politik" ängstlich zusammenzucken und rufen: All. deutsche Machtpclitik! Was soll das Ausland dazu sagen?" Ankleiden wir nicht auch an jenem „deutschen Gerechtigkeitssinn . der jeden Gegner zu verstehen sucht, ohne gegenseitig« Anspruch« zu erheben? Wir dächten, die „Frankfurter Zeitung" hatte allen Grund, sich die Ausführungen ihres Wiener Vertreters zu Herzen zu nehmen und einmal darüber nachzudenken ob mcht das, was bei den Deuttchösterreichern „seltsam" anmütet für uns rn unserer Lage geradezu verhängnisvoll werden muß? S. D.. zr»m Felde [M*|] der Gl, re. FricdLern.Faiierbach. Der Unteroffizier Karl Bo pp, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse und der H°s. suchen Tapferkeitsmedaille wurde zum Sergeanten befördert Ans der Heimat. Friedberg. Am 1 . August verläßt Herr Obertelegraphen- Cekretär August Fink die hiesige Stadt, um an die Stelle seines neuen Wirkungskreises, nach Bad Homburg, überzusiedeln Aeber 10 Jahre hat Herr Fink das hiesig« Fernsprechamt geleitet und er hat während dieser Zeit nicht nur in der Beamtenschaft, sondern weit darüber hinaus sich allgemein« Beliebtheit erworben. Zu Friedenszeiten trat er besonders hervor als Vorsitzender des Vereins ehemaliger 1l6er. der V-rein wird ihm für seine Tätigkeit allezeit Dank wissen Im Dienste musterhaft und entgegenkommend, als Mensch friedlich und liebenswürdig, ein echt deutscher Man-, durch und durch, besitzt er hier viele Freund«, die sein Scheiden »on Friedberg schmerzlich empfinden. Ihrer Aller beste Wünsch« für sein ferneres Schaffen und Wohl, ergehen begleiten Herrn Obertelegraphen-Sekretar Fink in sei- mm neuen Wirkungskreis. Friedbecg. Am 26. Juli sind aus dem hiesigen Gefangenenlager die beiden russischen Leutnants Jluchin und Senljanow entwichen. Leutnant Jluchin trägt Brille, beide tragen russisch? Uniformen. Um Festnahme und Nachricht ersucht die Komman- dantur Frredberg. Feledberg. Der Geflügelhändler Jakob Wagner aus Södel hat in unerlaubter Weise ohne Genehmigung des Kreisamts fleischkartenpflichtiges Geflügel aus dem Kreis Friedberg nach Frankfurt ausgeführt. Das Geflügel wurde.beschlagnahmt. Dem Wagner wurde die Ausweiskarte als Eeilügelhändler entzogen und ihm der Eeflügelaufkauf wegen Unzuverlässigkeit verboten. Wer Geflügel ausführen will, bedarf einer Ausfuhrgenehmigung des zuständigen Kreiscints. Kolonialkrieger-Spende. Wie bereits mitgeteilt, finden am 17. und 18. August zum Besten der unter amtlicher Verwaltung stehenden Kolonialkrieger-Spende zwei Opfertage statt. Hoffentlich wird auch unsere Stadt, wie schon so oft bei ähnlichen Gelegenheiten, ihre Me Opferfreudigkeit wieder beweisen und nicht hinter anderen deutschen Orten zurück- stehen. Gilt diese Sammlung doch einer Heldenschar, welche bisher allzuwenig genannt wurde, obwohl sie nahezu Ueber- menschliches geleistet hat. In unfern Kolonien haben deutsche Männer die deutsche Ehre bis zuletzt verteidigt, auf verlorenen Posten haben sie ausgeharrt, bis die gewaltige Ueberzahl der Feinde jeden weiteren Widerstand unmöglich machte. Noch aber sind von Lettow-Vorbeck nno seine Truppen unbesiegt. Im fernen Afrika kämpfen sie unter Schwierigkeiten, die wir «ns kaum vorstellen können. Fast ganz auf sich selbst angewiesen, haben sie ein tropisches Land von der doppelten Größe Deutschlands verteidigt; weder die Entbehrungen der Wildnis, noch die Krankheiten des Klimas haben sie mutlos gemacht. Zusammen mit ihren treuen Eingeborenen haben sie nicht nur glänzende Siege gewonnen, sondern auch in hartnäckigem Buschkrieg um jeden Zoll Boden gerungen, und heute noch kämpfen sie als Sieger auf portugiesischer Erde. Selbst die Feinde senken ihr Schwert achtungsvoll vor so viel Heldentum, und der Name des deutschen Führers gehört zu den gefeiertsten des ganzen Krieges. Sollten wir solchen Männer unsere Dankbarkeit weigern, die wir den Helden im Flugzeug, im Luft- schiff und im Unterseeboot so gern und reichlich gespendet haben? Fürwahr, es ist an der Zeit, die Fürsorge auch unfern Kämpfern in den Kolonien zuzuwenden, Armut und Not unter ihren Angehörigen oder Hinterbliebenen zu lindern, und so zu einem kleinen Teil den Dank abzutragen, den wir ihnen alle schulden. Aus der Metterau. Ein ergiebiger, langersehnter Regen hat endlich eingesetzt, um die lechzerrden Aecker gehörig zu erquicke u. Sonst sieht der Landmann um diese Zeit nicht gern einen Regen, dieses Mal wird er begrüßt in der Hoffnung, daß er den Rüben und Spätkartcffeln noch zum Wachstum verhelfen werde. Den einen Wunsch hegen wir, daß er rerschwinden möge, sobald er seine Schuldigkeit getan hat, denn zur Erntezeit brauchen wir trockenes Wetter. Aus der südlichen Wetteran. Die Frankfurter Hamsterer kommen seit einigen Tagen wieder in Scharen und machen die Dörfer und Felder unsicher. Bekommen sie das Gewünschte nicht, so holen sie es sich rücksichtslos von den Feldern. Die Spuren der Verwüstung und des Raubes kann man an den Getreide- und Kartoffelfeldern sehen; die Feldpolizei ist machtlos, da alle Feldwege von Fremden bis in die Nacht hinein belebt sind. Es gibt hiergegen nur ein Mittel, Unbefugten muß das Be.tr«ten der Feldwege, sofern sie keine Verbindungswege sind, bei Sttafe verboten werden. FC. Büdingen, 25. Juli. Dis Bürgermeisterei gibt bekannt, daß das Aehrenlesen nur auf abgeernteten, gerechten Aeckern und zwar in der Zeit von Vormittags 8—12 und Nachmittags 2—6 Uhr stattfinden darf. Sonytags ist das Aehrenlesen ganz verboten. sr. Hanau,25. Juli. Das Kornhaus Hanau hat als Kreissammelstelle für Stadt- und Landkreis Hanau bis jetzt über 1200 Zentner luftgetrocknetes Lauheu von den Schulen des Stadt- und Landkreises Hanau eingesammelt und für die Heeresverwaltung zur Ablieferung gebracht. Vom Stellv. Generalkommando ist dem Kornhause mitgeteilt worden, daß die Erfolge der Laubheusammlung in den Kreisen Hanau Stadt und Land weit an erster Stelle im Regierungsbezirk Kassel stehen. sr. Großauheim, 25. Juli. Das IZtz Jahre alte Söhn- chen der Familie Paul Hommel dahier war an ein, eine giftige Flüssigkeit enthaltendes Fläschchen geraten, mit der sich kurz vorher eine Anverwandte ihre Hände gesäubert hatte Das Kind hatte von der Flüssigkeit getrunken, und ist durch Vergiftung gestorben. Aus Starkenburg. FC. Arheilgen, 25. Juli. In der letzten Gemeinderats- sitzung teilte der Vorsitzende mit, daß laut Verfügung des Großh. Kreisamts der Gemeinde von dem Kommunalver- bande aus dessen Ueberschüssen die Summe von 5269,20 Mk. zugefallen ist. FC. Ober-Modau, 25. Juli. In letzter Zeit wird das Treiben von Wilddieben in hiesiger Gemarkung beobachtet. Den Knappern fiel eine alte Häsin mit vier vollständig aitS- gewachsenen Jungen zum Opfer. Gescl-ossen wurde mit gehacktem Metall. Auf die Ermittelung der Täter wurde von den Jagdpäcktern eine Belohnung ausgesetzt. FC. Zotzenbach, 25. Juli. Kinder entdeckten im Walde bei Weiher die Leiche eines Soldaten vom Artillerie-Reglement Nr. 61 mit einer Schußwunde und der daneben liegenden Schußwaffe. Es wurde festgestellt, daß es sich um den Fabrikarbeiter Adam Schäfer von hier handelt, der offev bar Selbstmord verübte. V Aus Nheinhessen. FC. WormS, 25. Juli. Der 27jährige Taglöhner, jetzt Landsturmmann Heinrich Schmidt dahier, Fischmarkt 13. stellte sich heute ffüh der Polizei und gab an, daß er seine gleichalterige Frau umgebracht habe, indem er ihr die Halsader durchschnitten. Grund zur Tat sei der schlechte unsittliche Lebenswandel gewesen, den seine Frau seit längerer Zeit.führe. Schmidt, der kriegsgetraut, ist Vater von drei Kindern im Alter von 1, 3 und 4 Jahren. Der Täter, der eine auffallende Ruhe an den Tag legt, wurde den! Militärkommando übergeben. FC. Wiesbaden 23. Juli. Vom Tierzuchiverein in Dirz hatte der Landwirt Peter Herz aus Bierstadt einen feisten jungen Stier zur Zucht erworben. Das Prachttier stand bei ihm kaum im Stalle, als der Händler und Metzger Adolf Landau von Wiesbaden zu ihm kam. eine Ziege verkaufte und d?.r Stier sah. Nach einigem Handeln erstand Landau das Tier für 40U Mark und zog stolz mit ihm gen Wiesbaden. Hier brachte er das Tier einem Gärtner und bot es demselben für 800 Mk. an. da Landtnr wußte, daß der Gärtner ein Rind zum schlachten kaufen wollte. Man wurde jedoch nicht einig. Landau bat den Gärtner aber, das Tier bis zum Morgengrauen in der Stallung zu belassen. Der Wunsch wurde gewährt, aber um die Eeister- sturrde erschien die Polizei, die Wind von dem Schacher bekommen hatte und beschlagnahmte den im Wurstkessel verschwinden sollenden Stier. Landau behauptete heute vor den Schöffen, daß es nur ein Zufall fei, daß er bei der Ablieferung des Tieres eine große Metzgersäge bei sich gehabt habe. Er wurde wegen Ankauf von Vieh ohne Mitglied des Diehhandelsverbandes zu fein, wegen Vichausfuhr aus dem Landkreis Wiesbaden und Hochftpreisüberfchrertung in eine Eeldsttafe von 500 Mark gr. nommen. ferner wurde aus die Einziehung des Erlöses des dem Viehhandelsverband zum Verkauf überwiesenen Tieres erkannt. Landwirt Herz, der sich nicht vergewissert hatte, daß der Stter zur Zucht verwendet werden sollte, kam mit 50 Mark Geldstrafe davon. Aus Hessen-Rnssan. FC. Usingen, 25. Juli. Wegen Wilderns wurde der Kraftwagenführer Karl R. zu Wehrheim mit sechs Wochen Gefängnis bestraft. FC. Idstein, 25. Julr. Die Ludendorffspende für Kriegsbeschädigte ergab im Untertaunuskreis 22 032,04 Mk., hieran ist Idstein mit 8 464,50 Mark beteiligt. Ebernhahn (Taunus), 21. Juli. Größere Teile der hiesigen Gemarkung werden seit Wochen , fast allnächtlich von Wildschweinen heimgesucht, die in den Kartoffelfeldern riesigen Schaden anrichten. Jagden auf die Tiere hatten bisher keinen Erfolg. FC. Braubach, 25. Juli. Rektor Miiller wurde vom Schulvorstand als Leiter der gewerblichen Fortbildungsschule gewählt. FC. Westerfeld, 23 . Juki. Nächtlicherweile wurde dem Landwirt Ehristian Wagner dahier ein Rind und «in Kalb gestohlen. Das Rind konnten die Diebe nicht wcgbrirrgen un- ließen es vor der Hofratte sichen, während sie das Kalb im Walde abschlachteten und das Fleisch Mitnahmen. Eurer der Spitzbuben, ein 15jähriger Bursche, der Schlächterhandwerkzeuz und eine Flinte bei sich verborgen trug, wurde von einem Gendarm festgenommen uni» gestand schließlich ein, an dem Diebstahl des Kalbes beteiligt zu fein. Seine Mithelfer waren sein Vater. dessen Kollege mit seinem 18jährigen Sohn, sämtlich von Kirdorf. Aus Knrhessen. FC. Wächteröbach, 25. Juli. Auf dem Wegs zu ihrer Schwester in Aufenau wurde die hier wohnende Frau Hammer am Sonntag Nachmittag an der Straßenkuwe unwert der Brücke zwischen Wächtersbach und Aufenau von einem nrännlichen Jndividium mit gezogenem Revolver an- gehalten, und genöttgt, Stiefel und Handtaschen abzulegen, was die geängstigte Frau tat, woraus der Strolch mit seinem Raub in den nahen Wald verschwand. Kirchliche Nachrichte». Evangelische Gemeinde. 9. Sonntag nach Trin., 28. Juli 1918. Gottesdien st in der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Direktor Schoell. Abends 8^4 Uhr: Herr Pfarrer K l e b e r g e r. Gottesdienst in der Bnrgkirche. Vormittags 8 Uhr: Militärgottesdienst. Herr Pfarrer Kleberger. Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehre für die männliche Jugend. Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Vormittags 10 Uhr. Anschließend Katechismuslehre für die Jünglinge. * Katholische Gemeinde. Sonntag, den 28. Juli 1918. 10. Sonntag nach Pfingsten. Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr an. fVfe.7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr hl. Messe. »410 ltftr Hochamt mit Predigt. Nachmittags 2*4 Uhr Armenseelen-Andacht, danach Versammlung des Jungfrauen-Vereins. , Während der Woche: Um 7 Uhr hl. Messe. Freitag, abends 8 Uhr: Kriegsandacht. ^ Nach dem Hochamt keine Ausgabe von Büchern aus der' BorromäuZ-Vücherei. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg; für den AnzeigenteU: R. H e y n e r« Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*. A- G., Friedberg l H. Bad-Nauheim <4Hett Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser lieber guter unvergeßlicher hoffnungsvoller Sohn, Bruder, Schwager, Onkel undToustn 8. Lokal-Ausstellung am 27., 28. und 29. Zuli ds. Zs. im Restaurant „Zur Waldlust", Bad-Nauheim, Hauptstraße 69. 100/200, 135/200. „Zur Waldlust", Bad-Nauheim, Hauptstraße 69. Die zur Schau gestellten Tiere sind sehr zahlreich und ist der Besuch der Ausstellung jedermann zu empfehlen. Eintrittspreis ä Person 50 Pfennig, Kinder und Militärpersonen die Hälfte. _Die Ausktellunasleitung. Ludwig Kimpel Lize-Wachtmer^er im Feld-Art.-Rcg. Nr. 6t, Inhaber des Eis. Kreuzes I. a.H. Kl. sowie der Hess. Tapferkeiismedaille' nach fast ^jähriger treuer Pflichterfüllung im Alter von 25 Jahren infolge einer schweKn Verwundung am 14. Juli ds. Js. den Heldentod, gestorben ist. Assenheim, den 24. Juli '918. In tiefem Schmerz: Die trauernden Hinterbliebenen Familie Jakob Kimpcl. 3U8 neuem Material. äem I^athause gegenüber, krieäbcr^. lange und runde. Dekan ul m achmrg 2ch bringe hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß auch für das Ernterahr 1918 die Führung von Karloffelwirtschaftskarten vorge- fchrieben ist. Dis hiesigen Landwirte und sonstigen Kartoffel-Erzeuger sind verpflichtet, jeweils pünktlich Bekanntmachung. . Nächsten Montag, den 29. Zuli, verkaufen wir in der alten Post durch die hiesigen Kolonialmarenhändler Mäs®. Zeiteinteilung wie bei der Vutteroertsilung. Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeichnet Person werden 50 Gramm zu 22 Pfennig verabfolgt. Die Lebensmittelkarte ist als Ausweis vorzulegen. Friedberg, den 26. Juli 1918. Der Bürgermeister __ * 2. B.: D a m m. ►ai*HäüH» - ■oaL^aämm\ ■ »»«„»mi»,» >, h—bmp— mg Keltern, Jauelie|mmpen, Putzniühlen Rcparatnren. — Ersatzteile. A. .3. Tröster, Butzbach. empfiehlt 2nh.: Balthasar Schneider, Frisdbera i. H., _Kaiserstraße 93. am Monatsende die im Laufe des Monats geerntete Kartoffelmenge auf Zimmer Nr. 4 des Stadthauses amumelden. woselbst gleichzeitig auch die Nachweise über abgegebene Kartoffeln abzuliefern sind. Die Abgabe von Kartoffeln darf nur an Aufkäufer des Kommunalverbanbes oder gegen Bezugschein oder Kariojfel- karten erfolgen. Friedberg. den 22. Juli 1918. Der Bürgermeister 2. V.: Dam m. Frisch eingetroffen: 12 MnemMillW in Kiefern-Holz, 8 Cljeisezimmtt, -iq-,,. 14 ZlsjichstUzlltr bei E. M. Rrutz, schwarz, lack. u. weiss emaill. 1 jüngerer Friedberg. BiudegarR für Srlbslblnder. prima Mare, aus achtbarer Familie, gegen Lohn und Kostver- güiung gesucht. Fr. Weber, Friedberg, Kaiserstraße 62. empfiehlt beste zur Zeit lieferbare Qualität, abzugeben. Preise auf Anfrage. Beb. Schultheis i. Steinfurth, k>. 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