Montag, den 22. Juli 1918 Uummer 169 11. Jahrgang. Di- *,!««» -rlch-mt »eiten Werltag. Regelmäßige Beilagen ..Der Kauer au- 8-ireu«. „Die Spiunkube". K.Mgsprei-: Bei den Pottanstalten oterteljahrlich M 2 40 f)m 3 u tritt nach Las Bestellgeld,- det °en »laenten monatlich 8S Psg. einschließlich Trägerlolin. Anteigen: Grund,eile 2b Psg.. totale Lll Psg^ La,eigen oon auswärts weroen durch PottaachnahmL erhoben. Eriuliungsori Friedberg. Zchr»ftle»tung und Verlag Friedbsrg (Hessen), yanauerstraße 12. Ferntpcecher 48. Posts hLck-Loato Rr. 43»S. a.nt Fraukiurt a. M. Dir große Schlacht an der Warme« Sieg bei der feindlichen Abwehr. — Neue Kämpfe rnn scheu Aisne und Onrrq. Das südliche WarneGfer geräumt. — Erfolge zur See. W. T. L?. Großes Attttp^ttariLer, der» 20. Intt. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nuppre'cht. Die Tätigkeit der Engländer nahm in einzelnen Abschnitten zu. Gegen Meieren, nördlich von Merris und südlich von Vieux Berquin griff der Feind am Vormittag an.. In Meieren faßte er Fuß. g m übrigen wurde er abgewiesen und ließ Gefangene in unserer Hand. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Aisne und Marne nimmt die Schlacht ihren Fortgang. Von neuem setzte der Feind zum -Durchbruch auf der ganzen Kampffront an. Panzerwagen drangen am frühen Morgen in Teile unserer vorderen Linien ein. Nach erbittertem Kampf war gegen Mittag der erste Stoß des Feindes auf den Höhen südwestlich von Soissons — westlich von Hirtennes — östlich von Neuilly — nordwestlich von Ehateau-Thierry zum Scheitern gebracht. Die von Fliegern in Anmarsch auf das Schlachtfeld gemeldeten und von ihnen wirksam bekänipften feindlichen Kolonnen kündeten Fortführung der Angriffe an. Sie erfolgten gegen Abend nach stärkster Feuersteigerung. Zwischen Aisne und Ourcq brachen sie an unseren Gegenstößen, südlich des Ourcq meist schon im Feuer zusammen. Nördlich von Har- tennes warfen wir den Feind über seine Ausgangslinien hinaus zurück. Die Truppe meldet schwerste blutige Verluste des Feindes. Eine große Anzahl Panzerwagen liegt zerschossen vor unserer Front. Südlich der Marne tagsüber mäßige Feuertätigkeit. Südöstlich von Marenil wurden erneute Teilangriffe des Feindes abgewiesen. Während der Nacht nahmen wir unsere südlich der Marne stehenden Truppen vom Feinde unbemerkt auf das nördliche Flußufer zurück. Oertlicbe Kämpfe südlvestlich und östlich von Reims. Nordwestlich von Gut Souain wurden französische Vorstöße blutig abgewiesen. Gestern wurden wiederum 30 feindliche Flugzeuge und 7 Fesselballone abgeschossen. Leutnant Loewenhardt errang seinen 40. und 41., Leutnant Menkhoff feinen 39., Haupt- mann Bertbold seinen 38., Oberleutnant Loerzer seinen 27., Leutnant Jacob seinen 24. und Leutnant Köneke seinen 22. Luffllea. Der Erste Generalquarliermcistrr: Ludendorff. Akendkerrcht. B-rlm 20. Juli, abends. (WTB. Amtlich.) Auf d-m Lcküack! dbc ' r ?n Aisne und Marne sind nach erfolg- rercher Ad- - s..?wösisch?r Angriffe neue Kämpfe im Gange. " • • südwestlich von Reims sind Angriffe des Feindes gei-. ottert. W. r. ^ro^es Harrytquartter, den £i. Irrtt. Amtlich. Westlkcher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht Heftigem Artilleriekampf an der Ancre folgten zwischen Beaumont und Hamcl englische Jnfanterieangriffe, die unter großen Verlusten für den Feind abgewiesen wurden. Ebenso scheiterten am Abend Angriffe der Engländer östlich und südlich von Hebuterne. Die tagsüber meist nrä- ßige Gefechtstätigkeit lebte am Abend wieder auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Nördlich der Aisne führte der Feind örtliche Angriffe zwischen Nouvron und Fontenoy aus, die wir im Gegenstoß abwehrten. Zwischen Aisne und Marne suchte der Feind gestern unter Einsatz neuer Divisionen die Entscheidung der Schlacht zu erzwingen. Der Feind wurde zurückgeschlagen. Er hat große Einbuße erlitten. Hilfsvölker der Franzosen, Algerier, Tunesier, Marokkaner und Senegalneger, trugen vn den Brennpunkten die Hauptlast des Kampfes, Senegal- bataillone, als Stnrmbock auf französische Divisionen verteilt, stürmten hinter den Panzerwagen den weißen Franzosen voran. Amerikaner, auch schwarze Amerikaner, Engländer und Italiener kämpften zwischen den Franzosen. Nach zwei schweren Kampftagen kam gestern die Nn- griffskraft unserer Truppen in Gegenstößen wieder voll zur Geltung. Sie hat sich dem unter Verzicht auf Artillerievorbereitung auf den Masseneinsatz von Panzerwagen gegründeten Angriffsverfahren des Gegners, das am An- sang überraschte, angepaßt. Der gestrige Schlachttag reiht sich in seinen Leistungen von Führung und Truppen und in seinem siegreichen Ausgang ebenbürtig den in diesem 'Kanipsgelände früher errungenen großen Schlachtersokgen an. An den Höhen südwestlich von Soissons brachen die gegen die Stadt nach stärkstem Trommelfeuer gerichteten Angriffe des Feindes zusammen. Unter Führung von Panzerwagen stieß feindliche Infanterie bis zu sieben Mal gegen die Straße Soissons—Ehateau-Thierry nördlich des Ourcq zum Angriff vor. Nordwestlich von Hartennes brach der feindliche Ansturm meist schon vor unseren Linien völlig zusammen. Südwestlich von Hartennes warfen wir im Gegenangriff den anstürmenden Feind zurück. Seine hier in dichte Haufen zurückflutende Infanterie wurde dein Vernichtungsfeuer unserer Artillerie, Infanterie und Maschinengewehre wirksam gefaßt und zusammengeschossen. Auch südlich des Ourcq brach unser Gegenangriff den feindlichen Ansturm. Nordwestlich von Ebateau-Thierry haben sich die in den letzten Wochen immer wieder vergeblich angegriffenen Regimenter auch gestern gegen mehrfache starke Angriffe der Amreikaner siegreich behauptet. Der Anierikaner erlitt hier besonders hohe Verluste. In der Nacht legten wir von: Feinde ungestört die Verteidigung in das Gelände nördlich von Ehateau-Thierry zurück. Auf dem Süüufer der Marne führte der Feind gegen die von uns in vergangener Nacht geräumten Stellungen gestern vormittag nach vierstündiger Artillerievorbereitung unter dichten: Feuerschutz und mit zahlreichen Panzerwagen einheitliche Angriffe, die an leeren Stellungen verpufften. Unser vom Nordufer teilweise flankierend geleitetes Artilleriefeuer fiigte dem Feinde Verluste zu. Auch südwestlich von Reims setzte der Feind starke Kräfte zum Angriff gegen die von uns eroberten Stellungen zwischen Marne und nördlich der Ardre an. Engländer waren hier den Franzosen und Italienern zu Hilfe gekommen. In unserem Feuer und an unseren Gegenstößen sind sie unter schweren Verlusten für den Feind gescheitert. Schlachtflieger griffen wiederholt mit Maschinengewehren und Voniben in den Kamps gegen angreifende Infanterie und Versammlungen von Panzerwagen und Kolonnen erfolgreich ein. Wir schossen gestern 24 feindliche Flugzeuge und 3 Fesselballone ab. Hauptmann B e r t h o 1 1 errang seinen 39., Oberleutnant Sorge r seinen 28. und Leutnant B i l l i k seinen 21. Luftsieg. In der Champagne entwickelten sich zeitweilig örtliche Jnfanteriegefechte. Der Erste Gcneralquartiermeister: Ludendorff. Abendberkcht. Berlin, 21. IM, abends. (WB. Amtlich.) An der Schlackttront zwischen Aisne und Marne sind französische Angriffe gescheitert. Am Abend haben sich zwischen Aisne und Ourcq neue Kämpfe entwickelt. Der österreichische Geueralstalr ----- meldet: — Wie«, 20. Juli. Amtlich wird verlautbart: An der Tiroler Westfront lebte gestern die Kampftätigkeit erheblich auf. Im Adamelle-Gebiet wurden mehrere italienische Vorstöße abgewresen. Auf dem Monte Pavento mußte dem Feind ein vorgeschobener Stützpunkt überlassen werden. In Albanien kam es heute früh nördlich von Berat zu neuen Kämpfen, die noch fortdauern. Der Chef des Gkneralstabe-, « Wien, 21. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Auf dem Zugna-Rücken wurden feindliche Sturmtruppen drirch Feuer, teilweise int Handgranateukampfe, -urückge. trieben Bei Asiago scheiterten englische Vorstöße. Die Kämpfe in Albanien dehnen sich allmählich auf dem ganzen Abschnitt zwischen dem oberen Devoli-Tale und dem Meere aus. Der Ches des Gencralstabes. Der bulgarische Generalftab ? "== meldet: = - Sofia, 19, Juli. (WB.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front. An mehreren Stellen beiderseitige Artille- rietütigkeit, die zeitweilig lebhafter war. Zwischen Wardar und Dojransee Patrouillenzusammenstöße. Im Strumatal zerstreuten wir mehrere griechische Kompagnien, die versuchten, sich unseren Posten zu nähern. Das türkische Hauptquartier —- meldet: = Konstantinopel, 19. Juli. (WB.) Generalstabsbericht. Palästinafront: Die Gefechtstätigkeit hielt sich in mäßigen Grenzen. Im Raume von Jericho—Jordan—Audsche herrschte lebhafte Bewegung beim Gegner. — Von der übrigen Front nichts Neues. A Konstantinopel, 20. Juli. (WB.) Amtlicher Heeresbericht. Palästinafront: Bei reger Fliegertätigkeit zeitweise beiderseitiges Artilleriefeuer aus Stellungen und Hintergelände. Auf dem Ostjordan-Ufer vertrieben wir eine feindliche Kavallerie-Aufklärungsabteilung. Bei Katrane wurden die Rebellen von uns angegriffen und unter sckstoeren Verlusten in voller Auflösung geworfen. Hierbei sielen Waffen, Munition, Tiere und Lebensmittel in unsere Hand. Auf den übrigen Fronten nichts Neues. Da Irontiiifdilfl««da Mam, Berlin, 20. Juli. (WB. Amtlich.) Die glänzende Ausführung des abermaligen Ufcrwechsels über den breiten Strom, der unbemerkt vom Feinde vor sich ging, stellt eine neue hervor, ragende Leistung der de-uischen Führung und Truppen dar. Mit denr Vorstoß auf das südliche Marneufer waren ver schicdene Absichten der deutschen obersten Führung verbunden die in vollem Umfange erreich: wurden. Zunächst galt es, durch den Userwechsel, der trotz zähester feindlicher Gegenwehr in glän, zender Weise gelang, eine Verbreiterung der Angrisisbasis für den deutschen Vorstoß beiderseits Reims zu schaffen und starke feindliche Kräfte anzuziehen und zu fcsteln. Die feindliche Füh. rung setzte dann auch sofort an dieser Stelle starke Reserven ein und unternahm bereits am ersten Tage äußerst blutige, jedoch völlig ergebnislose Gegenangriffe. Während stch hier an der neuen Marnefront der Feind verblutete, muß^e er den Deutschen den großen taktischen Erfolg östlich Reims lasten, wo die beherrschenden, ln den Champagneschlachten der Jahre 161.8 w'd 1917 von den Franzosen wild umstrittenen Höhen südlich der Linie Rauroy—Moronvillers -von uns genommen wurden. Der Vorstoß auf das südliche Marnrufer in seiner ganzen Bedrohlichkeit für den Feind löste, ferner endlich die langenvartete französische Gegenoffensive aus, die Foch zwischen der Aisne und nordwestlich Ehateau-Thierry ansetzte. Sie endete trotz zweier Kampftage voll rücksichtslosester Kraftanstrengung und Blut- Vergeudung mit einem Mißerfolg für den Entente-Eenerallsst- mus, der den erstrebten Durchbruch vereitelt sah. Damit war die Aufgabe der auf dem Südmarne User kämpfenden deutsche» Truppen voll gelöst, ein weiteres Festhalten der dort gewonnenen Linien unnötig. Die deutsche Führung konnte nunmehr die übergegangenen Truppen wieder auf das Nordufer zu neue» wichtigeren Aufgaben zurücknehmen. Der gescheiterte Durchbruchsversuch. Berlin, 20. Juli. (WB.) Der IS. Juli, der zweite TaA der verlustreichen Fochschen Gegenoffensive, brachte den deut» schen Truppen wiederum einen großen Abwehrerfolg. Unter Aufbietung aller Kräfte suchte der Feind erneut, den am Vortage nach schweren Blutopfern mißlungenen Durchbruch zu er» zwingen. Bereits um 5 Uhr vormittags kündete heftiges Trommelfeuer die Wiederholung der feindlichen Durchbruchsverfuche am. Ttef ^ßsftwcl mit frischem Kräften und zahlreichen Tank- peschwadern rannt« der Gegner gegen unsere Linien zwischen Aisne unid nordwestlich von Chateau-Thierry von neuem an. Mit einer Verschwendung von Menschenmaterial, wie seinerzeit Nckolai Nikolajewrtsch und Brujsilow, tcieb Foch immer wieder seine Sturmruppen in das mörderische deutsche Feuer hinein. Galt es doch für den EntentegeneralWmus aus innerpolitischen und persönlichen Prestige-Gründen hier unter allen Umständen einen Erfolg großen Stils zu erringen. Unser zufammengesaß- tes Artilleriefeuer schlug verheerend in die Reihen -des anstürmenden Feindes, wie oft mit ausgezeichneter Flankenwirtung treffend. Auf allen rückwärtigen Straßen jührle Fach stö'idtg neue Reserven heran. Auch diese faßte vernichtend unjcr gut liegendes Feuer Unter den feindlichen Truppenansammlungen, Bereitstellungen und Kolonnen räumten unsere Schlachtflieger durch fortgesetzte Bombenabwürfe entschlich auf. Hierbei wur« den zahlreiche in Geschwadern versammelte Tanks außer Gefecht gesetzt. Feindliche Marschkolonnen stoben fluchtartig auseinander. Der Morgenanstnrm des Feindes war um die Mittagszeit teils im Feuer vor unseren Linien, teils nach heftigem Ringen im Gegenstoß zum Scheuern gebracht. Vor der ganzen Front liegen zahlreiche zusammengefchoffene Tanks umher. Fm Verlaufe der ersten Nackmittagsstunden folgte ein von frischen Kräften geführter Angriff, der vor unseren Linien vollständig zusammenbrach. Um 6 Uhr 30 Min. abends lag wiederum Trommelfeuer auf unseren südlich oer Aisne gehaltenen Linien. Der von uns rechtzeitig erkannte Angriff brach gleichfalls unter schwersten feindlichen Verlusten zusammen. Auch auf der Front weiter südlich bis nordwestlich Ehateau-Th-erry fetzten sich am Nachmittag die Anstrengungen unseres Feindes, die Linien zu durchbrechen, fort. Hier-richtete sich nachhaltigster feindlicher Druck vor allem gegen unsere Linien südlich Villenmoire. Durch kraftvollen Gegenangriff wurde der Feind über seine Ausgangsstellungen zurückgejagt. Auch südlich des Ourcq. wie ebenfalls südlich des Clignonbaches waren alle Angriffsbewegungen Des Feindes umsonst. Das Ergebnis des gest- rigen Kampftages, an dem der Feind andauernde, von stets frisch herangezogcnen Kräften genährte Angriffe auf der etwa 40 Kilometer langen Kampffront zu immer neuen Durchbruchs- verfuckien anfetzte, waren für ihn schwerste Verluste an Menschen und Material, ohne daß es ihm im enfferntesten gelungen wäre, seinem beabsichtigten Durchbruchsziel nahe zu kommen. Die Größe des Zieles, das sich Fach gesteckt hatte, geht aus der Be- rertftellung starker berittener Kavalleriekräfte hervor. Der 19. Juli, als einer der blutigsten Tage, dieses für die Entente so verlustreichen Jahres, brachte den Feind um alle feine Hoffnungen und versagte dem Entenregeneralissimus den fchnltchst erwarteten Erfolg. Sieg in der Abwehrschlacht. Berlin, 2t. Juli. (WB.) Auf dem Schlachtfeld zwischen der Arsne und Marne haben die Deutschen am 20. Juli gegen emen Feind. der unter rücksichtslosestem Einsatz seiner franzö-" fischen, englischen, italienischen und amerikanischen Truppen im Verein mit seinen schwarzen Hilfsvölkern hier die Entscheidung suchte, einen neuen Sieg in der Abwehrschlacht ge. Wonnen. Zu den ungeheuren Opfern, die die Engländer und Franzosen seit dem 21. März durch die wiederholten siegreichen deuttck/sn Turchbruchsscblachten erlitten, treten neue schwer-e Verluste hinzu, ohne daß es dem Entente Generalis- simus Fach auch nur im entferntesten gelang seine weit ge» steckten Ziele zu erreichen. Gegen 11 Uhr vormittags wurden starke Bereitstellungen des Gegners südlich der Straße Villers-Gotterets —Soissons erkannt. Desgleichen wurden feindliche Tank- geschwader im Anmarsch gesichtet. Mit voller Wirkung faß. ten unsere Batterien ihr Feuer gegen diese lohnende Ziele zusammen. Gegen 3 Uhr nachmittags steigerte sich das Feuer zu außerordentlicher Heftigkeit. Kurz darauf setzte der erwartete Angriff ein. In harteni Kampf wurde der niit tietgegliederten Kräften anrennende Feind unter hoben Verlusten, teilweise in erfolgreichen Gegenstößen, zuri'ck- gewresen. Erst gegen 9.30 Uhr abends konnte er sich nach erneutem Trommelfeuer zu nochmaligem Angriff aufraffen, fand aber nur noch Kraft zu Teilangriffen, die blutig in unserem Feuer zerschellten. Weiter südlich begann der Gegner mit seinen Massen- angriffen bereits in den frühen Morgenstunden. Bei Berzy brach dev erste Ansturm des Feindes in unserem Feuer, das flankierend mit außerordentlicher Wirkung in die feindlichen Sturmkolonnen schlug, zusammen. In Gegend nördlich Bille Monteire hatten die starken Durchbruchsversuche dasselbe Schicksal. Hier wiederholte der Feind bereits um M Uhr und um 11.30 Uhr vormittags mit frischen Kräften keinen Angriff. Seine zusammenschmelzenden Divisionen • füllte er dauernd durch neue Reserven auf und lief den ganzen Nachmittag über zum Sturm gegen unsere Stellungen an. Besonders blutig brach ein Mafsensturm des Feindes rnn 4 Uhr nachmittags in unserem verheerenden Feuer zusammen In den späten Abendstunden hoffte der Gegner immer noch aus Erfolg. Nach überaus starkem Trommelfeuer rannte er abermals an, wieder vergebens. Teilweise gewannen wir sogar im Gegenstoß Boden. Bis in die späte Nacht hinein setzte der Feind an einzelnen Stellen feine An- stürme fort. Trotz aller Rücksichtslosigkeit und trotz Einsatzes stärkster Kampfkräfte und Kampfmittel blieb dem Feinde der erstrebte Erfolg versagt. Die Größe der nutzlos gebrachten Opfer des Angreifers ist gewaltig. Sie läßt sich mit den Verlusten keiner Schlacht dieses Krieges vergleichen. Tie Franzosen haben wieder die Hauj t> lust- eichen Angriffe getragen. « Zürich, 20. Juli. Französisches Commmnque un 19. Juli, Uhr abends (in der Uebermittelung verspätet): Die gestern -wischen der Aisne u-nd der Marne begonnene Schlacht dauerte mit äußerster Heftigkeit den ganzen Tag über fort. Der Feind operierte auf der gangen Linie mit beträchtlichen Reserven und suchte unser Dorrücken auszuhaltrn. Trotz seiner Anstrengungen setzten wir unsren Vormarsch aus dem größten TeU der Front fort. Auf unserer Linken haben wir uns auf den Plateaus im Südcsten von Soissons und in der Gegend von Ehaduu bel^rup- tel. Im Zentrum haben wir die Linie Vaux an gewisien Punk« ten um drei Kilometer überschritten. Auf unserer Rechten haben unsere Truppen im Sturme das Plateau im Nordosten von Bonnes, die Höhen im Norden von Courchamps genommen und find über Torcy hinaus vorgerückt. Die Zahl der gegenwärtig gezählten Gefangenen überschreitet 17 000, darunter zwei Ober, sten mit ihrem Stabe. Wir haben mehr als 300 Kanonen erbeutet, darunter eine Batterie von 21-Zentimeter-Defchützen. 30300 Tonnen versenkt. Berlin, 19. Juli. (WB. Amtlich.) Auf dem nördlichen Kriegsschauplätze sind durch unsere Unterseeboote 16,500 Bruttoregistertomren vernichtet worden. Berlin. 20. Juli (WB Amtlich.) Im Mittelmeer haben unsere U-Boote drei Dampfer von rund 14,000 Bruttoregisterts^vc^ versenkt. Der Chef des Admiralstabkö der Marine. Haag. 20. Juli. Reuter meldet aus Washington: Das Marineamt teilt mit, daß das Verproviantierungsschiff „Westover" (5000 Tonnen) am 11. Juli in den europäischen Eewüssern torpediert wurde und saick. 82 Mann wurden gerettet. 10 Mann, , darunter 2 Offiziere, werden vermißt. Die ..Carpathia" de: Eunardlinie (13.603 Tonnen) wurde auf der Ausfahrt am 17. Juli im Atlantischen Ozean torp^iert. Die Geretteten wurden ans Land gebracht. Die „Carpathia" hatte weder Posia- giere noch Fracht an Bord. 5 Mann bit Besatzung wurden durch eine Explosion im Maschinen raum getötet, die übrigen. 50 an der Zahl, retteten sich in Booten und wurden später auf- gefffcht. Feiner meldet Reuter: Das englische Transportschiff „Bartgan", mit invaliden Austtaliern noch Australien unterwegs, wurde am 16 Juli torpediert und sank Am 16. Jutt wurde eine britische Schaluppe-torpediert und versenkt, nur 13 Mann wurden gerettet. Basel, 21. Juli. Dem „Mattn" wird aus Newyork gemel. det, oaß ern amerikanischer Transportdampfer. der mit einem Waffenttansport nach Frankreich unterwegs war, in der Kriegszone torpediert wurde. Zchn Offiziere und Soldaten find verschwunden. ikiri nntfriliiiiiildirr ßmpr ^unfern. Washington, 20. Just. Reuter. Das Drarinedeparftment meldet: Ein bewaffneter Kreuzer der Vereinigten Staaten ist heute morgen gesunken. Dampfer sind mit der Bergung der Ueberlebenden beschäftigt. Anscheinen- sind keine Menschenleben zu beklagen. Amsterdam, 21. Juli. (WB.) Aus New York wird gemeldet: Die Ursache des Sinkens des Panzerkreuzers ist unbekannt. 335 Mann der Besatzung wurden gelandet. Das Marineministerinm berichtet von einer großen Anzahl weiterer Mannschaften an Bord von zwei Dampfern, welche mit unbekanntem Bestimmungsort weiterfuhren. Orfäpeßnng Mko'.ons' II. Berlin, 20. Juli. Die Boffchewikiregierung in Moskau hat zugegeben, daß der ehemalige Zar Nikolaus am 16. Juli erschossen worden ist. nnd zwar auf Befehl der Sowjetregierung in Jekaterinbnrg, die ihn nicht in die Hände der Tschecho-Slowaken fallen lassen wollte. Danach ist an dem gewaltsamen Tode des ehemaligen Herrschers des russischen Reiches nicht mehr zu zweifeln. (Die hiesige russische Botschaft hat auf Anfrage jetzt von neuem erklärt, das Gerücht dürfte jeder Grundlage entbehren.) Die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meint: „Die grausame Tat. welcher der ehemalige Zar zum Opfer gefallen ist wird in der gesamten Kultnrwelt die Verurteilung finden, die sie als politischer Mord finden muß. Kein Zweck ist so groß, daß er das Mittel des Mordes heiligt. Die Nachricht von der Tat wird in Deutschland mit Abscheu ausgenommen werden. Ueber die menschliche Schuld des Zaren muß die Geschichte richten. Jedenfalls waren die Täter von Jekaterrnburg nicht berufen, diesem Urteil vorzugreifer. geschweige denn es zu vollziehen. Die Wolke, die "ber der Zukunft Rußlands lastet, wird durch die Tat noch dunkler, die Aufgabe der deuffchen Politik, das große Rüffel des Ostens scharf zu überwachen, noch schwerer und dringender." Moskau, 20. Juli. (WB.) Der Exzar ist am 16. Juli laut Urteil des Uralsowjets in Jekaterinburg erschossen worden. „Bjedneta" meldet die Ermordung in folgender Form: Durch den Willen des revolutionären VlkeS ist der blutige Zar aufs glücklichst in Jekaterrnburg verschieden! Es lebe der Rote Terror! Ein Dekret vom 19. Juli erklärt das gesamte Eigentum des Erzaren sowie der Exzarinnen Alexandra und Maria und sämtlicher Mitglieder des ehemaligen Kaiserhauses al?- Besitz der russischen Republick. Einbegriffen in die Konfiskation sind sämtliche Einlagen der Zarenfamilie in russischen und ausländischen Banken. * Vormarsch ber Bolschewik im Nord Don-Gebiet. ftieru, 20. Juli. Laut einer Meldung des Stabes der Don-Kosaken dauert der Vornrarsch der Bolschewiki im Nord- Don-Gebiet an. Gegenangriffe ber Urjupinsk blieben erfolglos. Dre Rote Garde besetzte im Bezirk Chober Swmtza und Ledininskaja und im Bezirk Ustmedweditskoje Ctanitzan. Lasunowskaja, Skurmi anskaja, Ardinskaja und Njepenskaja Kittanen und Finnland. Dafel, 18. Juli. Wie das litauische Jnformationsburea« in Lausanne mitteilt. hat der litauische Landtag beschlossen, di« Krone des Königreichs Litauen dem Herzog von Urach anzubieten. der ein Abkömmling der ehemaligen königlich-litauischen Dynastie der Mindowe sei. Eine Delegation des litauischen Landtags habe dem Herzog von Urach Mitteilung von diesem Entschluß gemacht. Der Herzog habe das Anerbieten angenommen. Er werde den Namen Mindowe II. annehmen, um die Fottsetzung der ehemaligen Dynastie zu versinnbildlichen. Monarchie oder Republik? Stockholm, 19. Juli. (WB.) Die finnische Regierung hat einer Abordnung des Landtags mitgeteilt, daß sie gehen werde, wenn die monarchistische Regierungsform nickt durchgeführt werden könne. Die Regierung sei der Ansicht, daß allein durch die Einführung der Monarchie die Selbständigkeit des Lande»' verbürgt werden könne. Sie muffe daher bei abschlägiger En^ scheidung des Landtags die Verantwortung ablehnen. Stockholm, 20. Juli. (WB.) Wie Rua Daglicft Alehavda" aus zuverlässiger Quelle erfährt, überbrachte der finnische G» sandte in Berlin, Staatsrat Hielt, bei seinem letzten Besuch irr der Heinrat dem dortigen Senat den Bescheid, daß Kaiser Wilhelm keinen seiner Söhne als Kandidaten für den finnischen Thron aufgestellt wisien wolle. §aiinn für den Anschluß an die Türkei. Konstantinopel, 18. Juli. Laut „Somon" sind bei der aut Grund des Friedensvertrages mit Vrest-Litowsk in den Bezirken Bcttum, Kars und Ürdahan vorgenommenen Volksabstimmung 83,000 Stimmen für und nur 2000 gegen die Angliederung an die Türkei abgegeben worden. Die Hinrichtung Dnvals. Wie dem „Berliner Tageblatt" aus Genf berichtet wird, melden die Pariser Blätter über die Hinrichtung des früheren Direktors des „Bonnet Rouge", Duval, daß der Verurteilte von dem Tage, an dem feine Begnadigung verworfen wurde bis zu seinem Tode vollkommen« Ruhe und Kaltblütigkeit bewahrte. Dt« Erschießung wurde in Vincennes von einem Kommando von 12 Freiwilligen vollzogen. Duval ließ sich die Hand« binden, lehnt« aber eine Augenbinde ab. Die Frage, ob er noch etwas zu sagen habe, verneint« er. Sofort nach der ersten Salve stürzt er tot tn dt« Knie, da er von sämtlichen Kugeln getroffen war. Take Ionesru. Die Affäre des rumänischen Kriegshetzers Take Jones« wird immer sonderbarer. Deutschland hat den Buffchen au« Rumänien mit deutschem Geleit zur Schweiz reisen lassen, und dort übt der Schuft, dem wegen Unterschlagung, Veruntreuung und anderer schimpflicher Gesetzesverletzungen daheim Zuchthaus gebührt hätte, das ehrsame Handwerk des Hetzens gegen Deutschland aus, gegen dasselbe Deutschland, das ihm die Mög. lichkeit nicht vorenthalten hat, dem rumänischen Staatsanwalt zu entfliehen. Er treibt es sogar so toll, daß in der Schwei- lebhafter Unwille über sein Treiben herrscht. Das „Berner Togblatt" wendet sich in scharfen Worten dagegen daß der frühere rumänische Minister Take Jonescu unter deutschem Schutz nach der Schweiz reiste und mit ihm eine ganze Anzahl jener verhängnisvollen Männer, die Rumänien in den Krieg und das Unglück gestürzt haben. „Es berührt sonderbar," so schreibt das Blatt, „daß die deutsche Regierung diese Leute unter ihren Schutz nimmt und ungehindert durch ihr Land passieren läßt. Für die Schweiz ist es kein besonderes Vergnügen, diese Leute beherbergen zu dürfen. In unseren Augen sind es schwere Schuldige, die ihr Volk durch eine gewisienlose Politik rn's Unglück gestürzt haben. Da wir es hier mit g e f 8 h r « l i ch e n Agitatoren zu tun haben, die vielleicht den Boden unseres Vaterlandes dazu benutzen, um gegen die Feinde zu agitieren, sind wir umso weniger über ihren Besuch erfreut. Solche Leute gehören nicht in die Schweiz, son. dein nach Amerika, wo sie mit offenen Armen ausgenommen werde n!" Es ist in der Tat unbegreif, lich, warum man diesen Burschen ein freies Geleit gegeben hat. Die Deutschen in Ostafrika. Haag, 19. Juli. Im Rathaus von Kapstadt erklärte General Northey, daß General v. Lettows Streitkräfle aus etwa 100 Europäern und 700—800 Askaris bestehe, die eine vierjährige Kriegserfahrung haben, wogegen die Engländer nur eingeborene Truppen zur Verfügung haben, die erst während des Krieges zu Soldaten gemacht wurden. Die Tatsache, daß der Kampk noch nicht beendet ist. müsie erklärt werden durch die große Aus- dehnung des Landes und die dichte Bewaldung, fodaß der Feind fast noch entweichen kann, wenn er auf 50 Meilen Gntfernunfl umzingelt ist. Der erste Anstauschtranspvrt. Konstanz, 20. Juli. Heute vormittag 9 Uhr 50 Minuten, traf der erste Transport des großen Austausches, 750 Mannschaften und Unteroffiziere, hier ein. Zum Empfang hatten sich auf dem festlich geschmückten Bahnhofe eingefundeU Prinz Oskar von Preußen, der Großherzog von Baden, Prinz Mar von Baden, der Stellv. Kommandierende General von Jsbert usw. In festlichem Zuge marschierten die Angekommenen, von der Bevölkerung begrüßt, durch dis Stadt auf den Kasernenhof, wo die offizielle Begrüßung erfolgte Namens des Kaisers begrüßte Prinz Oskar die Angekonrmenen. Auch der Großherzog von Baden hielt eine Ansprache und brachte das Hurra auf den Kaiser auS. Einer der Zurückgekommenen dankte mit einer kurzen Ansprache. Hierauf sandten die Angekommene« ein HuldigungStele- gramm an den Kaiser ab. Sridlers Rücktritt. Wien. 20. Juli. Die „Wiener allg. Zeitung" meldet: Wie tn gut inform intern parlamentarischen Kreisen verlautet, hat der Ministerrat beschlossen, dem Kaiser seine Gesamtdemis- sion zu unterbreiten. Fliegerlod Kirfchsteins. Posen, 20. Juli. Leutnant Hans Kirschstein, Inhaber des Ordens Pour le m^rite. der älteste Sohn des hiesigen Regierungspräsidenten, ist den Heldentod gestorben. Er hat bekanntlich eine größere Anzahl feindlicher Flugzeuge ab geschossen. Schweizer Stimmungen. Von befreundeter Seite wird uns aus einem Schweizer Brief von Mitte Juni mitgeteilt: „-Trotz allem denke ich, 1914 entscheidet sich, was uns auf Erden das Wichtigste ist: Des deutschen Volkes Geschick! .... Bei uns sieht es bedenklich. Hier gabs in einer Woche drei arge Kravalle: Die Vosschewiki- partei ist den sogenannten „Führern" über den Kopf gewachsen. Rasende Weiber belagern das Rathaus und spucken den Kan- tonsräten ins Gesicht, wenn sie vor die Türe treten. Die Behörden geben echt demokratisch immer nach. Und doch kann man von Rot eigentlich nicht reden Die Löhne sind stark ge. stiegen. Aber es ist menschlich- Die Beschränkungen und Einschränkungen erträgt der Neutrale schwerer, weil er den Ernst der Lage nicht fühlt, wie der Kriegführende. Ueberhaupt die Menschen! Was sind es doch für Menschen . . Seit einiger Zett war wieder viel von einem baldigen Frieden die Rede. Niemand wünscht ihn mehr als ich, aber-so oft er in Artssicht steht, kommen Angst und Unbehagen über mich: denn in Deutschland warten ja gewisse, sehr mächtige Leute nur auf die Gelegenheit zu sagen: Die lieben Freunde sind jetzt sehr nett geworden, laßt* uns ihnen nur ja nicht weh tun, und dann . . . Michel. Michel! Nichts ist leichter, als einen höheren deutschen Beamten übers Obr zu hauen! Und auf deine Haut kommt es! ... Seit Amerika den Krieg „idealisiert", ist es hübsch hier geworden. Allen größeren Zeitungen wurde riesiges Geld Angeboten. „Was kostet ihre Zeitung? — Diese in Amerika gang natürliche Frage hat bei uns verschnupft, denn so ist man es doch in der Schweiz nicht gewohnt. -Run warten wir auf den werten Vorstoß in Frankreich. Auch er wird sicher gelingen. Ich lebe nur auf die nächste Zeitung hin »nd habe wenig für alles andere übrig. Esten. Schlafen, Be» rufsarbeit. als gelte es nur. die Zeit bis zum nächsten General- stabsbericht auszufiillen.f Denn in diesen Berichten wird jetzt die Geschichte geschrieben, für Deutschland und seine Zukunft, für uns und für — so wohl, für die Welt! -- Cfin MilMjünrhms bei kr öder die krimiirnnychagen ha Reichstage. ©et den Abstimmungen des Reichstages hinsichtlich der Ernuhrungsftage in den letzten Tagen ist ein Mißverständ- vrs unterlaufen, auf das Graf Westarp alsbald aufmerksam machte, und dessen Richtigstellung durch Wiederholung der Absttmmung erforderte, was aber am Widerspruch von unabhängiger Seite scheiterte. Infolgedessen haben folgende Parteiführer aller Fraktionen, mit Ausnahme der Unabhängigen Sozialdemokratie, nämlich die Herren Dr. Arendt, Wert, Gröber, Haegy, Müller-Meiningen.Seyda, Dr. Strese- niann und Graf Westarp dem Staatssekretär v. Waldow nachstehende Erklärung übersandt: „Die Unterzeichneten Fraktionsführer bestätigen, daß dre Ablehnung von Nr. 4 der Drucksache Nr. 1685 durch dte Majorität des Reichstages am Freitag, 12. Juli d. I., nur auf ein Mißverständnis zurückzuführen ist, während nach der Stellungnahme der von den Unterzeichern geführten Frakttonen auf eine Annahme dieser Nr 4 m rechnen war." SXr Antrag ging dahin, den Herrn Reichskanzler zu erfüllen, dahin zu wirken, daß im Wege einer Bundesratsverordnung bestimmt wird, daß das abzullefernte Getreide nur in gereinigtem Zustande abzuliefern ist und daß den Erzeugern hierbei' das Hinterkorn als Abgang aus dem Getreide zur Verwendung in der eigenen Wirtschaft zu entnehmen gestattet ist, bei einer Gesamternte bis einschließ- lich 10 Zentner 20 v. H. dieser Gesamternte, einschließlich 100 Zentner 10 v. H. dieser Gesamternte, einschließlich 1000 Zentner 5 v. H. dieser Gesantternte, bei einer Menge dort mehr als 1000 Zentrier 3 v. H. der Grsamternte, wobei bis fretzug-bende Menge des Hinterkorns der höheren Staffel zu entsprechen hat. Bei richtiger Abstimmung würde also der Reichstag die von der konservativen Fraktion ausgegangene Anregung Len Landwirten bezüglich des sogenannten Hinterkorns, größere Freiheit zu lassen, mit großer Stimmenmehrheit an- S^nomrnen habe». Ans der Heimat. FC. Friedberg. 21. Juli, «rauereibesitzer Ernst Win- ^ecker dahier vermachte dem Hilfsoerein für die Geistes- «kranken in Hessen 30000 Mart. Kolomal-Kriegerspende. Zu Gunsten der schwer geschädigten Deutschen in unseren Kolonien werden im Laufe des SommerS Opfertage über ganz Deutschland stattfinden. Für Hessen werden diese Tage voraussichtlich im August ab- gestalten werden. Der Ertrag dieser Sammlung, der der amttich verwalteten Kolnialkrieger-Spende Kufließen soll, kommt den Kolonialkriegern, ihren Angehörigen und Hinter» tliebenen. aber darüber hinaus auch allen anderen Kolonialdeutschen zugute, die in den Schutzgebieten bei Ausbruch des Krieges ihr Hab und Gut verloren haben. Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle der Kolonialkrieger-Spende. Berlin Ferkelpreise. Aus dem hessischen und bayerischen Maintal und aus Rheinhcssen wird fast übereinstimmend Über rapides Fallen der Ferkelpreise berichtet. In Rheinhessen sind die Preise um fast die Hälfte innerhalb drei Wochen zurückgegangen. Heute kann man Ferkel Überall schon zu 80—100 Mk. erhalten. FC. Obererlcnbach, 19 Juli. Am 21. Juli begehen hier die Eheleute Th. Franz Schmitt und Frau Katharina geb. Bender das Fest der goldenen Hochzeit Budesheim. Das Präsidium der Kriogerkameradfchaft „Hassia" hat, dem Ersuchen des Großh. Ministerium des Innern entsprechend, es übernommen, die für das ganze deutsche Reich vom Herrn Staatssekretär für die Kolonien ins Leben gerufene Kolonialttiegerfpene im Großherzogtum Hessen durchzuführen. Er hat zu diesem Zwecke eine besondere Kommission gebildet. Es gilt auf dem Gebiete der Wohltätigkeit. die Mittel zu be- schaffen, um den Tapieren, die ihre zweite Heimat da draußen vrloren haben, die für die Verteidigung ihrer Bodens Heldentaten vollbracht, welche erst die spätere Geschichte zu würdigen weiß, nach dem Kriege zu helfen und aufsubaueir, was feindliche Unmenschlichkeit verwüstet und zunichte gemacht hat, wofür die staatliche Hilfe nicht allein ausreicht. Am 17. und 18. August sollen im ganzen Lande von Haus zu Haus Sammlungen vcrgenommen werden. Die Bezirksvorstände sollen diese Sammlungen durch ihre Vereine ausfiihren lassen. Wer weiß, was unsere Tapferen draußen, fern von der Heimat, für die Ehre des deutschen Namens getan haben, der öffnet gewiß gern Herz und Hand auch bei dieser Spende. FC. Hanau, 19. Juli. In der Gemarkung Wilhelmsbad setzte ein lljähriger Junge das Gras eines Grabens in Brand. Die Flamme griff auf den nahen Kornacker Über und vernich-, tete einen Teil der Frucht. Einem hin^ikommenden Soldaten gelang es, durch Auswerfen eines Grabens das weitere Umsich- gr-eifen des Feuers zu hindern. Als der Junge sah. was er angerichtet hatte, nahm er Reißaus, wurde aber von einem Feldhüter fesbgerwmmen. Wie sich bei seiner Vernehmung herausstellte, hatte er tags zuvor einen Kornacker angezüudot und junge Hühner in den Wald getrieben. abgefchlachtet und dort verscharrt. FC. Frankfurt a. M„ 19. Juli. Auf dem Hofe der Hauptpost wurden einer hiesigen Firma mehrere Pakete Sammet- und Seiden bändern, Schleierstoffe und andere Waren aestohlen. Der Wert der Waren betragt 20 000 Mark. Für die Wiederherbei- schafstlng der Waren ist eine Belohnung von 1000 Mark ausgesetzt. . Aus Starkrvburg. FC. von der Bergstraße. 19. Juli. Ganz bedeutend bleibt der Ertrag der Frühkartcffelernte in diesem Jahre gegen das Vorjahr zurück. Der Ertrag ist nicht einmal die Hälfte, die Knollen, sind klein und wenige nur hangen an den Stocken. Durch die Trockenheit haben sie zu früh abgestruwen und läßt dieserhalb auch die Güte zu wünschen übrig. Aus Rheinhesiev. FC. Mainz. 19. Juli. In einem Zigarrenladen in der Heidelbergerstraße dahier kauften zwei junge 17jährige Burschen Zigaretten. Als die gekauften Waren ihnen eingepackt wurden, überfielen die Burschen die Frau, stopften ihr ein Tuch in den Mund und plünderten die Ladenkasse, der sie 120 Mcrrk entnahmen. Von den Dieben fehlt bis jetzt jede Spur. — Ein Arbeiter, der in einem hiesigen Betrieb mit der elekttifchen Sttomleitung in Berührung kam, wurde getötet. Ans Hessen.Nassau. FC. Wiesbaden. 18. Juli. Im 46. Lebensjahre verstarb hier in seiner Vaterstadt nach langem schweren Leiden Dekan und Kreisschulinspektor Fasse!, Pfarrer von Epstein. Wetzlar, 16. Juli. Zwischen Schwalbach und Vonbaden wurden in den letzten Tagen auf Frauen räuberische Ueberfällo verübt. Einer Frau nahm ein Mann einen größeren Geldbetrag ab. Im anderen Falle wurde ein ISjähriges Mädchen, das auf einer Wiese bei Schwalbach Gras mühte, von zwei Burschen durch einen Schlag auf den Kopf betäubt. Dann band man ihm ein Tuch über den Kopf, schleppte es tn den Wald und mißhandelte es hier schwer. Das Mädchen wurde später von vorübergehenden Leuten ausgefunden. In beiden Fällen konnte man der Täter bisher nicht habhaft werden. FC. Schierstein, 19. Juli. Wegen einer größeren Menge beschlagnahmten Metalls, das aus dem Lager einer hiesigen Fabrik entwendet wurde, wurde bei einer» früheren Arbeiter der Fabrik eine Haussuchung vorgenommen und nicht nu^ das Genannte gefunden, sondern ein ganze» Lager gestohlener Mi- litäreffekten. FC. Limburg, 15. Juli. Aus Anlaß seines bevorstehenden goldenen Priesterjubiläums wurde Domdekan Prälat Dr. Hil- pifch vom Papst zum Apostolischen Protonotar ernannt. Die hohe Würde eines Protonotars wurde fett Bestehen des Bistums (1827) nur drei Priestern verliehen. — Am vergangenen Samstag revidierte d-ie hiesige Polizei die Gepäckstücke sämtlicher einlreffender und abstehender Züge. Hierbei wurden beschlagnahmt: 366 Eier, 50 Pfd. Fleisch ans Gebeimfchlach unaen, 6 Pfd. Wurst, 26 Pfd. Butter, 27 Brote. 22 Pfd. Käse. 150 P d. Mehl, Oel usw. Ferner eme große Anzahl von Schuhen und , Kleidungsstücken aus militärischen Beständen beschlagnahmt. l ( . Draubach, 16. Juli. Beim Bahnübergang am Hotel Kaiserhos wurde die Witwe Hohl von hier von einem Zllge der Kleinbahn erfaßt und überfahren. Der Tod trat auf der Stelle ein. FC. Branbach. 17. Juli. Seit zwei Jahren ist der Fischfang im Rhein nicht mehr lohnend, doch muß der diesjährig« Fang als äußerst schlecht bezeichnet werden. Der starke Rück- gang des Fischreichtums im Rhein ist ungetlätt. Aus Kurhessen. FC. Herefeld, 18 Juli. Rächtlickrerweile wurde aus der Trautwetterfchen Schlosserei drei wertvolle Troibriem-n gestoh- len. Aus der tn der Nähe befindlichen Schreinerei des fett Krivgsbeginn im Felde stehenden Schreinermeisters H. Baum- gardt wurde ebenfalls ein wertvoller breiter großer Treib» rimen entwendet. Beide Diebstähle scheinen von einer Hand ausgeführt worden zu sein. FC. Hersfeld. 17. Juli. In Widdershausen wurden einem Landwirt nächtlicherweile sein« sämtliche Kühe von Spitzbube« avsgemolken. FC. Marburg, 17. Juli. Die älteste Einwohnerin der Stadt, Freiin Emilie von Schützbar-Milchling, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Marburg, 16. Juli. Heute früh gelang es im Walde nördlich unserer Stadt bei dem Dorfe Werda einen in den 30er Jahren stehenden kräftigen Mann festzunehmen, der vermutlich zu der Diebesbande gehört, die in der letzten Zeit in der Frankenberger und Battenberger Gegend \o oi e! von sich reden macht« und die anscheinend in den Kreis Marburg gewechselt hat; ! denn auch aus dem Amt Wetter und von hier werden jetzt Dieb* j stähle gemeldet. Bei dem Verhafteten fand man nämlich außer ! vielen Lebensmrtteln und Kleidungsstücken, die sich als gestohlen herausstellten, etwa 400 Mk. Geld und zwei scharf geladene Revolver. Da vermutet wird, daß sich die übrigen Mitglieder der Bande ebenfalls tn der Rahe befinde»!, ist man eiftig bemüht, auch diese hinter Schloß und Riegel zu bringen. FC. Aus dem Kresse Marburg, 11. Juli. Seit dem 2. Juli i sind an verschiedenen Tagen eine Anzahl Frankfurter Kinder j zum Ferienaufenthalt in Wehrda. Marbach, Cölbe, Reddes Hausen, Betziesdorf, Schönstadt und Ginseldorf angetommen. Die Zahl gegen das Vorjahr ist bei wettein geringer. FC. Krrchhain, 10. Juli. Im Abort des hiesigen Bahnhofs wurde eine Kinderleiche gefunden. Der Tat dringend r«rdächttg ist eine Kriegerwitwe aus Rieder-Ofleiden. FC. Kirchhaiu. 12. Juli. Zwei junge Burschen hatten m der Ohm zwei Enten erschlagen und sie mitgenommen. Das Schöffengericht schickte jeden eine Woche ins Gefängnis. FC. Kirchhain, 19 Juli. Mit Genehmigung der Bezirks« fleifchstelle in Kassel können die hier angesetzten Schweinemärkt, in Zukunft wieder abgeholten werden. Der nächste Schweine- martt findet am 30. d M statt. FC. Bo» der Schwalm. 11. Juli. Ein Sinken der Ferkel« preise macht sich in hiesiger Gsgend bemerkbar. Sechs Woche» alte Ferkel werden für 40 Mark abgegeben. FC. Treysa, 18. Juli. Ein Korb mit 50 Pfund frischem Fleisch wurde einem Hamsterer aus dem hiesigen Bahnhof ab- genommen. FC. Fulda, 19. Juli. Das Derdienstkreuz für Krregshilf» wurde dem Rentner Vinzenz Müglich im benachbarten Kerzell wegen pünktlicher »ad gewissenhafter MUchablieferung ver« liehen. FC. Cassel, 17. Juli. Ein viertel Rind wurde dieser Tag» von einem Dieb mit größter Frechheit aus dem hiesigen Schlacht- Hof entwendet. FC. Kassel, 16. Juli. Auf dem Bahnhof Oberstadt fiel eine« Schutzmann eine „Dame" auf. die einen Handschuh verlöre» halte. Wegen der auffallend ttäftigen und tätowierten Hand nahm der Schutzmann die „Dame" fest die sich als ein aus dem Thüringischen entsprungener Engländer entpuppte. FC. Cassel, 18. Juli. In hiesigen Zeitungen ist folgendes Inserat zu lesen: Meine Verlobung mit Fräulein Agnes Prüs- sing, Tochter des Postsekretärs Prüssing in Cassel. Kantsttaße 5, wurde von den Eltern der Braut, zehn Tage vor der Hochzeit, aufgehoben, da ich denselben inbezug auf Kleidung tn Cassel nicht nobel genug aufttat. Jul. Börnig, Lehrer, Lippold»« berg. FC Eschwege, 18. Juli. Den nunmehr zurückgeherrde» Marktverkehr versucht der Magistrat durch weitgehendes Ent- gegenkommen neu zu beleben. Die Standplätze sollen kosten!« vergeben, bei besonders guter Anlieferung von Lebensmittel, waren im Werte von 50 Mark und mehr Prämien gewähtt und den Lieferanten die Kosten der Elfen bahn fahrt bezw. ftinj Pfennig für jeden Kilometer Landweg erstattet werden. FC. Spangeubcrg. 18. Juki. Mit einer allzn Sille |af hier gebrochen werden. Der Magistrat verbietet das Schcrhen» werfen bei Verlobungen und Einschreibungen. Meter Rosegger -j-. Vergwald, — du hast deinen Sänger verloren, -> Bergvolk, — dein Türmer entschlief!- Verrauscht find die Brunnen, di« Leben geboren; das Schweigen ist tief!- Vergland. — zur Sonnenwende hat ein Firnglüh'n ausgeblutet, fiel zu Asche. - was gegttitet, — kam Gottsucher« Ende!- Herauf, — was eine Seele zeigch — - Dergfeuer. — flammt und steigt. — wir wollen ihn zu Grabe tragen: ein deutsches Herz hat ausgeschlagen, — Borqivald, — dein Sänge, schweigt!-- Hellbraun. Altert Brenn ecke. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ott» Hi rschel. Friedberg: fiir den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen rageSzeitung^ A- G., Friedberg t. H. Mm nie durch Liebe Leid geschah. Roman von CourthS -Mahler. Nachdruck verboten "Wenn ich dich nun bitte — herzlich bitte — es noch nicht zu tun." „Aber warum denn nicht?" Ich habe meine Gründe, Onkel Heinz. Es muß doch nicht gleich heute sein, llidd ich bitte dich herzlich, es mir selbst zu Überlassen, Herrn vcn Frankenau zu sagen, wer ich bin." Es lag eine seltsame Dvinglichkett in Christas Worten und ln dem Blick ihrer Augen. Der alte Herr sah sie forschend an. „Meine liebe Christa, wenn du es so dringend wünschest, nx'ide ich es natürlich dir überlassen Auf einige Tage kommt es schließlich nicht an." sagte er. Christa lehnte sich nun befriedigt in die Kissen zurück und sah Hans Ullrich mit leuchtenden Augen entgegen. Als er nahe herbc'gekommen war, ließ Herr von Virken- heim den Wagen halten. Sans Ullrich parierte sein Pferd. Mit einem heißen, brennenden Blick sah er in Christas Gesicht. Er hatte voll Sehnsucht ihrer gedacht, und da er sie vor sich sah. stürmte ihm das Blut durch die Adern. Ihr aufleuchtender Blick traf ihn bis ins Herz, und einen Moment sahen sich die beiden jungen Menschen, alles um sich her vergessend, an, als tauschten sie ihre Seelen aus in schrankenloser Innigkeit. Und diesen Blick fing Herr von Birkenheinr auf. Er saß ganz still und rührte sich nicht, als fürchte er, die beide»-zu stören. Ein Helles Licht fiel in feine Seele. Christa und Hans Ullrich - ja - das war ein Gedanke, der ihm eine große, herzliche Befriedigung gewährte. Wenn Christa und Hans Ullrich von Frankenau ein Bündnis schließen würden fürs Leben — das war eine Aussicht, die chn freuen Erde. Christa wieder von sich zu lasten, erschien ihm unerträglich. Wenn |tc sich aber eines Tages verheiratete, verließ sie ihn doch. Aber wenn sie Herrin von Frankenau »vürde, dann blieb sie für innrer in seiner Nähe, dann konnte er sie täglich sehen und sprechen und sie wenigstens auf Stunden um sich haben. Endlich riß Hans Ullrich seinen Blick von Christa los und er begrüßte nun Herrn vcn Birkenheim. Dieser faßte fest und warm seine Hand. . Tag, mein lieber Hans Ullrich, Sie kommen aus dem Dor 7 . Dahin wollen wir auch, Fräulein Hellmut und ich." H^rr von Virkenheim. Ich war auf der Post und habe Zeitungen geholt." M — Eie fliS bestterig zu erfahren, wie sich die politische Lage entwickelt?" f «So ist es, Herr von Virkenheim. Ich konnte mich nicht errthalten, einen Blick hineinzutun. Aber leider konnte ich nichts Gutes erfahren. In unsrer ländlichen Stille sind wir ja um einen Posttag hinter den neuesten Ereignissen zurück. Aber dies, mal sind doch auch wir schnell unterrichtet." „Was gibt es? Wie steht es mit Oesterreich?" „Da find die Würfel bereits gefallen," sagte Hans Ullrich. „Oesterreich hat Serbien den Krieg erklärt." Der alte Herr fuhr auf. „Nicht möglich?" Hans Ullrich entfaltete eine Zeitung und reichte sie dem alten Herrn. „Da steht es schwarz auf weiß." Während der alte Herr las, versanken Hans llrichs und Christas Blicke wieder ineinander. Auch Christa schien dte Tragweite dieser Nachricht zu erfasien. In ihren Augen lag ein banges Forschen. Der alte Herr legte die Zeitung wieder zusammen. „Das ist allerdings eine schlimme Nachricht, lieber Hans Ullrich Für Deutschland können sich da unliebsame Komplikationen ergeben. Wir können da sehr in Mitleidenschaft gezogen werden." Hans Ullrich steckte die Zeitung zu sich. „Das ist sogar ziemlich sicher." Die beiden Herren sahen sich ernst in die Augen. „Mir wollen auf unseren friedliebenden Kaiser hoffen, Hans Ullrich," sagte der alte Herr. Hans Ullrich zuckte die Achseln. „Wenn man ihm eine Wahl läßt, wird er den Frieden wählen. Aber ich glaube, man tut gut daran, sich in Bereitschaft zu hallen. Ich will Sie nicht länger aufhalten — und meine Zeit ist auch knapp bemesien. Die Ernte drängt — und wer weiß, ob wir sie noch glücklich hercinbringen. Auf Wiedersehen. Herr von Virkenheim." „Auf Wiedersehen. Hans Ullrich." Dieser verneine sich vor Christa. Und dabei sah er sie mit einem so sehnsüchtig schmerzlichen Blick an. Latz sie zusammen- schauerte. Versonnen sah sie ihm nach, als er nun schnell davon ritt. Nach einer Weile fragte sie den alten Herrn. , du wirklich daran, Onkel Heinz, daß Deutschland in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, wenn Oesterreich Krieg führt?"' ' „Ja Christa - daran ist kaum zu zwifeln. Ich denke mir, Grat Steinau ist nach Wien gesandt worden, um in dieser Frage zu verhandeln. Als sich sein Neffe mit Ursula Frankenau StaU besonderer Ai$zeege* Die glückliche Ankunft eines gesunden Mädels zeigen hocherfreut an Dr. med. Köhler lind Frau geb. BrückmÄnn. Rodheim vor der Höhe, M, ZU Bad-Ems. verlobte, sagte er zu mir: Gott mag geben, daß Joachim nicht jetzt, da er diesen Lebensbund geschloffen hat, in den Krieg ziehen muß." Christa atmete tief auf. „Cs müßten dann wohl sogleich olle Offiziere ins Feld ziehen?" „Sie müßten alle bereit sein, nicht nur die aktiven, sondern auch die inaktiven" Christa erblaßte leicht. „Herr von Frankenau ist auch Offizier gewesen, ' nicht wahr?" "Za — er müßte sofort zu feinem Regiment zurück, wenn mobil gemacht würde." Still lehnte sich Christa in den Wagen zurück Der Glanz ihrer Augen war erloschen. Sie schien quälenden Gedanken nachzuhängen. Vorhin, ehe sie Hans Ullrich begegnet waren, hatte das Leben im leuchtenden Scnnenglanz vor ihr gelegen, ^»etzt war ein drohender Schalten darauf gefallen, der ihr das Herz bedrückte. Herr von Birkenheim störte sie nicht. Er sah nur ernst und still von der Seite in ihr blasses Gesicht. Und er fühlte, daß ihre Seele voll Angst und Sorge war. Auf der Post angekommen, gab Herr von Virkenheim die Depesche auf und forderte seine Zeitungen. Dann fuhren sie wieder nach Virkenheim zurück. * Der Notar war in Birkenheim gewesen, und Herr von Dir- kenheim hatte ihm seinen letzten Millen diktiert. Dieser sollte nun sofort rechtskräftig festgelegt werden. Als der Notar sich verabschiedete, sagte Herr von Virkenheim zu ihm: „Sie haben die Güte, mir sofort eine Abschrift des Testaments zugehen zu laffen und alles Weitere sofort zu voran« lassen." Das versprach der Notar. Und schon am nächsten Tag hielt Herr von Virkenheim die Abschrift in den Händen. Auf seinen speziellen Wunsch hatte sie der Notar versiegelt und schickte sie mit einem besonderen Voten nach Virkenheim. Die Baronin nahm dem Boten dies Schreiben selbst ab und wog es prüfend in der Hand. Gar zu gern hätte sie einen Blick hineln getan, aber die Siegel standen Zwischen ihr und ihren Wünschen. Christa war nicht gegenwärtig gewesen, als Herr von Birke nhe Im mit seinem Notar verhandelte Co konnte sie der Baronin nichts darüber Mitteilen, selbst wenn sie es hätte tun wollen. Fortsetzung folgt. Aufruf ? Danksagung. Für die vielen, aufrichtigen Beweise herrlicher Teil- und Brude ts™ ^ Wmn SBeUu i te unseres braven Sohnes Karl Lang Telegraphist in einer Fernsprechabteilung sagen wir hiermit Herrn Pfr. Kleberqer. Herrn Pfr. Jh ler welcher ihn s. Zt. konfirmierte, Herrn Prof. Lam- pas Herrn Kaufmann Hilbrecht, sowie allen, die uns Trost zujprachen, unseren innigsten Dank. Friedberg, den 22. Juli 1918. Haagstr. 28 Familie Georg Fang Kina §idf, Am 17. und 18. August d. I. wird durch die hessischen Kriegervereine- in den einzelnen Gemeinden eine SammlNKg zu Gunsten der Ke^ninl-Kriegsbeschädigten Ml. uei)o Inner, Gießen, Seilersweg 79. VrüanttLmachnttg. sucht o^"isarbeit-nachweis und HUfsdienstmeldestelle Frievberg Hiifödienstflichtige, ""L* °uch Frauen, als Dolmetscher mit iranzösischen und »takten,icheu Sprachkennlmffen. ferner Hilfskräfte aller Art für her uni für das besetzte Gebiet. üt’ÜfilSI'-falÄ. | Ulmer-Pflöge Mittwoch, den 24. und Donnerstag, den 25. Juli, von 9 bis IO Uhr abends, findet an der Rampe der Eilgulabfertigung oes hrest ,en Personenbahnhofs für die verehr e männliche Bürger cha>t weiche wahrend der Ferienzeit der Schüler sich nun Antransport' der ankonimenden verwundeten und kranken Soloaten bereit erklären eme Ausbildung im Tragen statt. Starke Beteiligung ist erwünscht.' Rareres siehe im lokalen Teil. Freiwillige TmlUlMiiM noin „Men Kreuz" ___ Der Kolonne nführer. Neues Heu u. Kleeheu taufen, auch selbst abgeholt, sowie in Waggonladung h. & C. Ferment, Frankfurt a. M., Schäfergaffe 33 Keltern, Jaucliepmnpen, PutzniiiSfilen Reparaturen. — ^mntMeUc. A. J. 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