Dummer 164 Dienstag, den 16. Juli 1918 II. Zayrgang. 9*? , nie (• rtnc»?eiim*c“ erjcheint ieLen Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Zauer aus Hessen", „Die Spirrustnbr". Oe?«gspreio: Bei den Pojtanstaltsn vlerleliährlich Att. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld; dei den Aoenlen mona'lich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anrergen: Grundzeile 25 Psg., lokale 20 '1%, 'Anzeigen von auswärts werden durch Pctztnachnatzme schoben. E ullungsori Fttedberg. ZchrifLlsrtrnrg und Verlag ?riedbern r -öencrt) -nauentrsBe 12. ^ernwrechsr 48. Zoiti beck-Lonts '.4c. 4359. '!-nt vrankfurt a. M. Der neue «Hfl* ^ Südwestlich und östlich uon Keims in Teilen der sranßöstdchen Stellung eingedrnugen» 16560 Tonnen versenkt. — • Graf Sirrrmr über die Srirgsziele und das Dündnis mit Keutjchland. ! Der deutsche Genernlstab jj meldet: == ==^= b W T. Trotzes Hauntguartter. den 15. JrrLi. Amtttch. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Südwestlich von Apern griff der Feind gestern früh nach starker Feuervorbereitung an und drang in geringer Breite in unser Kampfgelände ein. Beiderseits der Lys tagsüber Artillerietätigkeit; sie lebte am Abend auch an der übrigen Front auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Zwischen Aisne und Marne blieb die Gefechtstätiqkeit lebhaft. Oertliche Infanteriegefechte südlich von St. Pierre- vigle und im Savieres-Grunde. » Leutnant Loewenhardt errang seinen 35. Ln'?"eg. Der Erste Gencralquartiernieistcr: L u d e n d o r s f. Al-eirdberrcht. BerUn, 15. Juli, abends. (WB. Amtlich.) Südwestlich und östlich von Reims drangen wir in Teile der französischen Stellungen ein. * Französischer Bericht vom 15. Juli. 2 Uhr nachmittags. Nach einer kurzen Artillerievorbereitung griffen die Deutschen heute Morgen von- Chateau-Thierry bis Main de Massiges an. Unsere Truppen halten de.n Anstoß des Feindes auf einer Front von zirka 80 Kilometer tapfer aus. Die Schlacht nimmt ihren Fortgang. sHrHlerreichilche Osneralstab |j i .-.- meldet: ="J Wien» 15. Juli. (WB) Amtlich wird verlautbart: An den Gebirgsfronten ist beiderseits die Artillerieiätigkeit lebhaft. Der Chef des Genernlstabcs. Die Kämpfe im Westen. Vrlin, 15. Juli. (WB.) Nordwestlich des Zillebekersees rmd westlich des Dorfes Kemmel wurden gestern unter Einbe- halt von Eefang-enen feindliche Patrouillenvorstöße abgewiesen. Bon Ppern bis zum Kanal von La Vassee lebte die Ärtillerie- tätigkeit auf und hielt auch in den Nachtstunden an. Erhöhte Gesechtstätigkeit im Abschnitt Voormezele-Kemmel. Eigenes Artilleriefeuer erzielte Brandwirknng auf die Stahlwerke von Verquin. Eine größere feindliche Patrouille, die südwestlich Vucquoy vorging, wurde abgewiesen. Südlich der Aisne gesteigerte Artillerietätigkeit. Fm Abschnitt südlich von Pierre-Aigle und Saviere lebte die Gesechtstätigkeit wieder auf. Wir machten Gefangene. Compiegne lag auch gestern wieder unter unserem Feuer. 16560 Tonnen versenkt. Berlin, 14. Juli. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet irm England wurden durch die Tätigkeit unserer U-Boote , 16 500 Brutto-Register-Tonnen feindlichen Handelsschiffs- rauurs vernichtet. Der Chef des AdmiralstabeS der Marine. Rußland. Die Vorgänge an der Mnrman-Küste. Ueber Nord-Norwegen wird der „Bossischen Zeitung" berichtet: Nach in Alexandrowsk eingelaufenen Nachrichten soll General Kikel zum Befehlshaber über die von Murman aus cperierenden alliierten Strettkräfte ausersehen sein? Anfang dieser Woche find in Alexandrowsk drei weitere deutsche Transporte eingelaufen. In Kandalatsch und Kem find ordentliche Wcrbebnreaus errichtet, die der örtlichen Bevölkerung bei Eintritt in die alliiert«» Truoven 150 Rubel oro Mann und Mo. nat versprechen. Bisher soll die Anwerbung von etwa 2000 Mann bereits gelungen sein. Wie ferner gemeldet wird, Hai sich Admiral Kemp nach Archangelsk begeben, um dort den auf direktem Seeweg aus England ankomnrenden Sir Föhn Bucka- nan zu erwarten. Vuchanan wird begleitet u. a. von dem Legationsrat Bruce und dem früheren britischen Militärattaches in Petersburg Oberst Knox. Der in Archangelsk trotz und neben der britischen Gewaltherrschaft noch immer fungierende örtliche Sowjet hat aufgrund des neuen Erlasses der Moskauer Negierung, wonach der Personenverkehr nach und aus Archangelsk verboten wird, die Arbeiterorganisation der Eisenbahn Archangelsk-Wologda angewiesen, Vuchanan die Weiterreise zu verweigern. Archangelsk in den Händen der Bolschewik!? Basel, 15. Juli. Die „Morning Post" meldet, daß die eng. lische Truppenabteilung an der Murmanküste um 1500 Mann verstärkt wurde, die am letzten Donnerstag dort ansgeschifst worden sind. Archangelsk ist wieder von Bolschewikitruppen besetzt. Erfolge der Nätetruxpen. Moskau, 14. Juli. (WB.) Pressemeldungen zufolge sind Sysram und Bugu-ly von den Nätetruppen genommen worden, die auch auf Stawropol oorrücken Der Abschnitt Nikola-jewsk befindet sich gleichfalls in der Hand der Rezierungstruppen. An der Front Tscheljabinsk und Fekaterinburg wird von einer Unzufriedenheit der tschechischen Truppen mit ihren Führern berichtet. Aus Sibirien wird berichtet, daß sich die Verhandlungen zwischen der sibirischen Negierung und Japan wegen der zu schweren Bedingungen, die Japan für seine Hilfe stellt, hin- ziehen. Die Sitzung des allrussischen Sowjetkongresses am 9. Juli wurde von Trotzki mit einem Veriäst über die Unter, drückung des Aufstandes der linken Sozialrevolutionäre eröffnet. Der Kampf gegen die Sozialrevolutionäre. Moskau, 12. Juli. (WB.) Die Presse bringt Kund- OeBimgen verschiedener Arbeiterorganisationen und einzelner Parteimitglieder der linken Sozialrevolutionäre, die die Handlungsweise der Partei verurteilen. Ebenso wird berichtet, daß ein Teil der linken Sozialrevolutionäre zu den Bolschewik:, ein Teil zu den rechten Sozialrevolutionären übergegangen sei. „Prawda" veröffenticht folgende Entschließung des allrussischen Nätekongresses: „Die Organisatoren und Teil- nehmer am Gesandtemord und an den Aufständen haben ihre Stellung als Nätepartei und die amtliche Stellung ihrer Mitglieder mißbraucht. Der Kongreß verlangt eine strenge Bestrafung der. Verbrecher. Die Sowjetteile der linken Sozialrevolutionäre sind solidarisch mit den Verbrechern. Für solche Organisatoren ist kein Platz in den Deputierten- räten. Die Hauptaufgabe der Rätegewalt ist die Erhaltung des Friedens. Nur im Falle eines fremden Vormarsches ist es Pflicht aller Arbeiter, Bauern und ehrlicher Bürger, das Land gegen die Imperialisten zu verteidigen." Die Sitzung des allrussischen Sowjetkongresses am 9. Juli wurde von Trotzki mit einen: Bericht über die Unterdrückung des Aufstandes der linken Sozialrevolutionäre eröffnet. Er führte aus, daß kein denkender Bauer, Arbeiter und Sldat den Krieg mit-Deutschland neu zu beginnen wünscht. Des Attentat gegen den Zaren. Der schwedische Leutnant Barkinan, der soeben aus Rutz- land nach Stockholm zurückgokehrt ist, wo er im Aufträge des schwedischen Roten Kreuzes die Gefangenenlager besichtigt hatte, bestätigt, daß der Zar nicht ermordet worden fei. Leutnant Varkman traf, laut „Voss. Ztg.", in Perun eine völlig vertrauenswürdige Persönlichkeit, die in Fekaterinburg während des dort gegen den Zaren gerichteten Attentats anwesend war. Nach deren Aussagen spielte sich das Attentat folgendermaßen ab: Ein gutgekleideter Mann warf beim Vorübergehen vor dem von der Zarenfamilie bewohnten Haufe eine Bombe in das Vorzimmer, die auch explodierte, ohne jedoch den Zaren zu treffen, der sich in den inneren Gemächern befand. Fm entstandenen Tumult gelang es dem Attentäter, zu entfliehen. Der Thronfolger aber, der ohnehin in der letzten Zeit sehr leidend gewesen war. erlttt vor Schreck einen Nervenschock und soll angeblich bald darauf gestorben sein. (Die Nachricht ist. wie so viele andere, mit Vorbehalt aufzunehmen.) Graf Mirbachs Kestetzmur. Harfi, 15. Juli. (WB.) Heute morgen gegen 10^ Nhr fand in der Ahnengruft des alten ehrwürdigen Ge- übleckts von Mirbach die Beisetzung der Leiche des in Moskau ermordeten kaiserlichen Gesandten Grafen Wilhebm v. Mirbach in einfacher aber würdiger Weise statt. Die im Schlosse aufgebahrte Leiche war mit einem Tuche in den deutschen Farben bedeckt. Zahlreiche Kränze waren am Sarge niedergelegt, darunter von Seiner Majestät dem Kaiser und Ihrer Majestät der Kaiserin, vom Reichskanzler Grafen Hertling, vom Auswärtigen Amt, von der russischen Sowjettegierung, von der bulgarischen und türkischen Gesandtschaft in Moskau, von den deutschen Offizieren in Rußland sowie von den deutschen Kriegsgefangenen in Rußland. Als Vertreter des Kaisers war Oberpräsident Freiherr v. Groote-Coblenz anwesend, als Vertreter des Answärttgen Amtes Unterstaatssekretär Freiherr v. Stumm und Geheimer Legationsrat v. Bassowitz; ferner war eine Abordnung der Sowjettegierung, an der Spitze Generalleutnant Sergei Odinhow erschienen, eine Vertretung des rheinischen Adels, eine Abordnung der Münster- scheu Kürassiere, denen der Verstorbene als Reserveoffizier angehörte, und Regierungspräsident v. Dalwigk-Aachew Nach der Einsegnung im Schlosse setzte sich der Leichenzug zur Kapelle in Bewegung. Der Pfarrer von Harff hielt die Beisetzungsansprache, in der er des erschütternden Ereignisses der Moskauer Mordtat gedachte und die Verdienst« des Verstorbenen würdigte. Moskau, 14. Just. (WB.) Der mit der Vertretung der russischen Regierung bei der Beisetzung des verstorbenen Grafen Mirbach beauftragte General Sergei Jwanowitsch Odinzow ist der frühere Chef der 111. kaukasischen Division und derzeitiges Mtglied der russischen Friedensdelegation in Kiew. öiuian öder Y\t KneMkle und das Mndnis mit DkiiüchliNid. Wien, 15. Juli. WB.) Die den beiden Minister^ Präsidenten vom Minister des Ueußeren zugegangene Mitteilung über seine Auffassung der auswärttgen Lage besagt n. a.: In den gegnerischen Kriegszielen erkennen wir dre, Gruppen von Bestrebungen, mit denen versucht wird, da.- Fortsetzen des bluttgen Ringens zu rechtfertigen: 1. Freiheit aller Völker, die einen Weltbund bilden und ihre Streitig- keiten künftig schiedsgerichtlich austtagen; 2. Jede gegen» seitige Beherrschung muß ausgeschlossen sein; 3. Gebietsvep änderungen auf Kosten der Mittelmächte. Außerdem, ins- besondere bezüglich Oesterreich-Ungarns, innere Zerstückelungen zum Zwecke der Bildung neuer Staatswesen. — Sachlich stehen zwischn den kriegführenden Parteien eigentlich nur die Ziele territorialer Natur. Für Gerechtigkeit. Freiheit, Ehre, Völkerfrieden und Gleichberechtigung als Gebote einer zeitgemäßen politischen Auffassrrng wollen wir uns selbst einsetzen. Auch besteht in diesen allgemeinen Grundsätzen kaum ein Unterschied. Auch den neuen vier Punkten Wilsons werden wir warm zustimnren können. Wir sind immer bereit, mit allen Feinden in Friedensver- handlungen einzutreten. Sühne für getanes Unrecht können wir ihnen gegenüber mit viel mehr Recht verlangen; denn wir sind die Angegriffenen. Ueber das Bündnis mit Deutschland sagte Bunan: Die ins Gemeinbewußtsein gedrungenen Erfahrungen aus langer Bündniszett veranlassen uns zu einem Ausbau des Bündnisses stteng nn Geiste des alten Vertrages im Einklang mit den Wünschen der überwiegenden Massen der Völker in befriedigender Lösung aller aus dem Kriege erstandenen Fragen. Der nerre Bündnisvertrag soll die viel» fachen wirtschaftlichen, militärischen und sonstigen Beziehungen den geänderten Verhältnissen anpassen sowie die nnt der Wiedergeburt Polens zusammenhängenden Fragen unter Rücksichtnahme ans die Wiinsche der Bevölkerung losen und über den Verhandlungen schnobt als oberster Grmidsatz. die Souveränität, die volle Parität und Unabhängigkeit der vertragschließenden Mächke. Das Bündnis soll auch künftig- * hin gegen niemand eine Bedrohung oder Unfreundlichkeit bedeuten. Kansdomne ansgepfiffe«. Basel, 15. Juli. „Daitt, Matt* meldet: Lord SansdowM wurde am Freitag, als er zu de« Wählern seiaer Grafschaft Über einen Verstänidtgungsfrieden rede« wollte, ansgepflsferr. Gegen Kerenskifs Propaganda. Daß der russische Eharlatan auch in Frankreich nicht ernst genommen wird, zeigt folgende Erklärung des Ausschusses der Gewerkschaften der optischen Arbeiten in Paris: „Der Ausschuß «hebt Widerspruch gegen die planmäßige, von allen reaktionären Kräften geführte Derlevmdungskampagne und lehnt es ab. irgend einem russischen Sendboten Vertrauen zu schenke«, solange den Bolschewisten der Eintritt in Frankreich versagt dleibt. Er spricht Kevenskij jede Berechtigung ab, im Namen des russischen Volkes von der Möglichkeit einer Wiederaufnahme der Feindseligkeiten zu stechen, während seir« Diktatur nur eine neue Niederlage davontrug, und ist der Meinung, daß Länder, die behaupten, für die Freiheit der Völker zu kämpfen, die erste Pflicht haben, sich nicht in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten einzumischen" Die Pariser'Brillenglasschleiser die Zum größten Teil Rusien sind, sind offenbar scharfsichtiger als die ftanzösifche Zensur. Die WüIIontn für fiitrn MkraWaal. Brüssel, 14. Juli. (WB.) Der im März 1918 zusam- ncengetretene besondere Ausschuß für die Verteidigung Wcck- loniens nimmt in einer Erklärung die jüngste Kundgebung des „Rates von Flandern" zum Anlaß, um auch vom wal- ionischen Standpunkt aus erneut die Notwendigkeit zu betonen, zwischen Flandern und Wallonien eine weitgehende kulturelle und politische Scheidung durchzuführen. Unter Hinweis auf die gegenseitige Abhängigkeit, besonders wirtschaftlicher Art. müsse aber das Ergebnis der Trennung nicht die Schaffung zweier völlig voneinander losgelöster Staaten, sondern die Bildung eines Föderativstaates sein. In internationaler Beziehung hätten Wallonien und Flandern das gleiche Interesse daran, den Gedanken an einen Wirtschaftskrieg nach dem Kriege zurückzuweisen. Rückkehr verschleppter CljDer. Konstanz, 15. Juli. (WB.) Heute vormittag y,12 Uhr trafen mit Sonderzug von Singen kommend 806 Elsässer hier ei«, die bei Kriegsausbruch nach Frankreich verschleppt worden waren. Immer noch Kampfpause. Noch hält sie an: noch weiß niemand, wann und wo das neue Ereignis losbrechen wird. Aber eS kommt, darauf können wir uns verlassen: und mit der Länge der Kampfpause wächst auch die Gewalt des Neuen, dessen Vorbereitung nach allen erdenklich« Seiten hin geschehen sein wird. Schon vor einiger Zeit erwähnten wir, daß feindliche Stimmen eine Gegenoffensive Fochs ankündigten, jetzt behaupten wiederum einige Stimmen, diese Gegenoffensive sei bereits im Gange. Also die Teilangriffe der Entente, wie sie vor kurzem bei Bailleul und westlich der Avre stattfanden, werden als „Offensive" bezeichnet. Man ist bescheiden geworden. Tatsächlich können diese täglichen Teil- Angriffe und Tastversuche u«s wohl belästigen, verursachen uns an den betroffenen Frontabschnitten Mehrarbeit, aber sie können niemals den Gang der Dinge selbst aufhalten. Unser« Vorbereitungen werden in aller Ruh« und Gründlichkeit getroffen. Die Lage im Osten ist noch nichtgeklärt. Unser Reichskanzler hat mit bemerkenswerter Deuttichkeit diese Lage skizziert. Die russische Regierung hat den guten Willen, mit uns freundschaftlich und loyal zu arbeiten; ob sie es wegen der Unsicherheit der eigenen Stellung durchführen kann, ist die Frage. Also: Mund zu, aber Augen und Ohren auf. Daß wir in unserer militärischen Stärke vor irgendwelchen .Zwischenfällen-äm Osten keine Sorge haben brauchen, ist klar. Wenn wir Finnland mit ansehnlichem Truppenaufgebot Helsen konnten, wenn wir unsere Ostgrenze jetzt mit doch immerhin beträchtlichen Kräften sichern, wenn wir mit starken Teilen der Ukraine zu Hilfe eilen konnten, so sind wahrhaftig genug Kräfte vorhanden, um bei einem Umschwung der Lage im Osten eingreifen zu können, ohne daß eine Gewichtsverschiebung im Westen eintritt. Da letzteres dre einzige Hoffnung der Entente ist, muß ihr dies recht deutlich gesagt werden. Vorläufig aber wollen wir hoffen, daß es nicht nötig wird und daß die russische Regierung sich wird durchsetzen können. — An sonstigen Kriegsereignissen ist die Frontzurücknahme der k. u. ?. Truppen in Albanien bemerkenswert, nicht etwa, weil dort Italiener und Franzosen einen großen Erfolg errungen hätten — die kleinen Gefangenenzahlen beweisen das Gegenteil —, sondern weil die Entente auf Grund ihrer schlechten Lage aus dem Hauptkriegsschaicplatz eine solch-' Diversion für nötig gehalten hat. Die Ententefront in Al- banien ist nun etwa in Höhe der mazedonischen Front auf- gerückt, ob mehr zu erwarten steht, läßt sich noch nicht sagen. Es scheint fast, als ob die Bewegung bereits ins Stocken geraten sei. Der Geländegewinn an sich ist allerdings ziemlich beträchtlich, aber das regenarme, zerklüftete Gebirgs- lond hot keinerlei Wert. Die Aufgabe selbst weiter Gebietsteile spielt oort nicht die Nolle wie auf dem westlichen Kriegsscl-auplatz. — Bemerkenswert ist schließlich noch das amerikanische Glanz- und Heldenstück des Bonrbenfluges nach Koblenz. 6 Flugzeuge waren aufgestiegen, erst sielen 6, dann auch noch das letzte in unsere Hand. Wie, ist noch nicht ganz geklärt, jedenfalls sind die Besatzungen gefangen. Es V doch Mit so ebchütz, Krieg z» Mkeu. nüe sich die Luw" tificmer gedacht Hab«». Und der ReNameflug »ach Koblenz, der vielleicht zu einem Ereignis erster Ordnung hätte aufgebauscht werden sollen, ist zu einer üblen Blamage geworden. Zwischen Heden und Taten ist eben ein großer Unterschied, da» wird auch das Ende der Kampfpause erneut darlegen. Poftverlrehr mit der Ukraine. Berlin, 14. Juli. (WB.) Nach der Ukraine können fortan gewöhnliche offene Briefe, Postkarten und Warenprobe« befördert werde«. Zugelassen sind vorläufig die deutsche und die russische Sprache. Die Sendungen sind nach den Sätzen des Weltpostverkehrs freizumachen. UKrüliilihtt Mn und ZWBeilen-InWnk. Berlin, 14. Juli. (WB.) Aus der Einfuhr von ukrainischem Zucker wird nach Enffchließung des Kriegsernährungsamtes die Süßigkeiten-Jndustrie beliefert, die künftig ihren .Hauptrohstoff, den Zucker im Rahmen der Einschränkung auf 26 Prozent der früheren Verbrauchsmengen zum Preise des ukrainischen Zuckers von 6.26 Mark das Kilogramm bezahle« mutz. Auch die Preise der weitere« Rohstoffe Kandis-Sirup und Stärke-Sirup werden diesem bohen Zuckerpreise angeglichen. Infolge der bedeutenden Rohstoffpreisstelgerung mußten auch die behördlich festgesetzte« Richtpreise für Süßigkeit«« stark erhöht werde«, nämlich beim Kleinverkauf von Karamellbonbons auf 5.72 bis 6.20 Mark je nach Qualltätsgruppe«, Konservekonfekt auf 5.50 bis 6.92 Mark, Fondants und Dessertbonbons auf 5.92 bis 7.10 Mark das Pfund. Di« Süßigkeiten-Jndustrie, di« schon bisher durch Sonderzuschläge auf den Industrie, zncker zur Verbilligung des Haushaltszckers beitragen mußte, hat durch die neue« Aufschläge der Rohstoffpreise künftighin sehr bedeutende Lasten zu Gunsten der allgemeinen Znckerbewirtschaftung zu tragen. Auch die Aufbringung der erforderlichen sehr bedeutenden Betriebsmittel wird bei den außerordentlich hohen Rohstoffpreisen künftig eine besonders ßbwierige Aufgabe der Industrie bilden. — Die letzte Rohstoffbelieferung der Süßigkeiten-Jndustrie mit deutschem Zucker erfolgte Anfang Mai, seitdem war die Zuckerzuteilung von der Verteilungsstell« in Würzburg nach Verfügung des Kriegsernährungsamtes gesperrt, so- daß die Fabriken meist schon seit Monatsfrist stille standen. Hieraus erklärt sich der Mangel an inländischen Süßwaren im Handel. Auch die neu« Freigabe ukrainischen Zuckers ermöglicht angesichts des Fehlens fast sämtlicher übrigen Rohstoffe nur noch eine Herstellung von etwa 1ö Prozent der Friedenßproduktion an Süßwaren. Prm schüren Schwedens SyMlhien? Zu den neuerlichen Liebeserklärungen des Verbunds- freundlichen schwedischen Sozialistenhäuptlings B r a n t i n g an England bemerkt das Gothenburger Blatt „Vidi" vom 3. Juli: „Mr." Branting hatte kaum seinen Fuß auf den geliebten englischen Boden gesetzt, als er schon erklärte, daß „in ganz Schweden ein wachsendes Gefühl von Sympathie für den Verband bestehe". Und wenn „Mr." Branting forl- fährt und mit Enthusiasmus von den angenehmen (?) Handelsverbindungen zwischen Schweden und England zu sprechen beginnt, so war das jedenfalls bedeutend mehr, als John Bull nach dem kleinen Drama in zwei Akten: „Die schwedische Handelsflotte oder das Leben!" zu erwarten gewagt hatte, wo er selbst kürzlich die Rolle des Räubers und das schwedische Volk die des armen Bercnrbten gespielt hatten. Hier in Schweden sind wir indessen nicht ebenso entzückt von „Mr." Brantings Erklärungen, wie matt es im Lande John Bulls ist. Wir sind hier der Ansicht, daß „Mr." Branting gelogen hat. Es gibt gewiß keine wachsende Sympathie in Schweden für das glatte England, im Gegen- teil! Wir verabscheuen täglich mehr die Se«räubermacht Englands. Wir hohnlächeln über seine Heuchelei, wenn es unter den durchsichtigsten Vorwänden sowohl in Amerika, England, Island wie an anderen Stellen unsere Waren beschlagnahmt! Wir hassen die englische Lüge, die ein rücksichtsloses, berechnendes Krämerpack zu Gottes milden Engel« machen will, die zur Erde niedergesandt wurden, um die Schwachen und Kleinen zu schützen! Und nicht zum wenigsten hassen wir die englische Feigheit, die halbe Welt für den englischen Imperialismus bluten zu lassen, während England selbst sich dort in der bestmöglichsten Weise abseits hält, wo die Kugeln am dichtesten fallen! Und im Gegensatz zu allem diesem bewundern wir täglich mehr das deutsche Volk wegen seiner Männlichkeit, seines Mutes und seiner Ausdauer. Kein Schwede, der die Ueber- lieferungen des Vaterlandes aus vergangenen Zeiten der Größe und des Heldentums festhält, kann diesem Volke seine Achtung und Huldigung verweigern, das einer gegen zehn dasteht und sich doch so wunderbar wehrt. Niemand mit Ehre in det Brust kann irmhin, mit den Deutschen zu sympathisieren, wenn er liest, was die gezüchtigten Engländer in ihrer blinden und törichten Hoffnung auf einen endlichen Sieg, dank innerer Revoluttonen in Oesterreich und Deutschland für Schurkenstreiche gegen den deutschen und auch neuttalen Handel nach d«m Kriege planen. Ja, wahrlich, „Mr." Branting lügt, wenn er von wachsenden Sympathie« für das englische Volk spricht! Für das deutsche Volk nehmen die Sympathien beständig zu! Nach einem erfolgreichen Kriege mag Deuffchland noch so stark und hart werden: treulos lumpig und heuchlerisch wie England wird es niemals sein! -- c Ausschluß KchilWskys aus dm Herreuhaus, BerU», ö. JuL. Die Geheimsitzung des Herren Hausei dauerte gestern von 10 Uhr bis gegen 3 U hr . Die Aussprache war außerordentlich lebhaft und ausgedehnt. Dem Vernehme» nach standen zwei Anträge zur Beschlußfassung, von denen der eine den dauernden Ausschluß des Fürsten Lichnowsky ans dem Herrenhaus» der andere den zeitlich begrenzten Ausschluß verlangte. Es verlautet, daß schließlich der erste dieser beider Anttäge angenommen worden svm soll. Die amtliche Bekannt» gäbe eines solchen Beschlusses dürfte indessen erst später erfol gen, da der Beschluß, um rechtskräfttg zu sein, noch der lönig lichen Genehmigung bedarf. Prozeß Erzverger-Schönknrg. Dresden, 13 Juli. Die Klage des Abgeordneten Erz. b e r g e r *gegen den sächsischen Grafen Schönburg ist nicht zurückgezogen. Wohl hat Schmerzbcrger das Bedürfnis gefühlt die Sache auf gütlichem Wege beizulegen, Graf Schönburg ab« hat dazu keine Lust. Wie das sächsische Zentrumsorgan, di« „Sächsische Volkszeitung", mitteilt, sind alle Vergleichsvorsucho und mich ein Parte sich iedsgericht abgelehnt worden. Den Gra- fen Schönburg vertritt ein süddeutscher Parteifreund, der gegen- wärtig Beweismaterial gegen Erzberger sammelt. Der Prozeß dürfte vor September nicht zur Verhandlung kommen. Die „Warieülaije" int Kurorten in Kiidtil-Dawi. Am Montag, den 1. Juli 1918, hatten die Kurgäste tti der Perle des Badnerlandes diesen hohen Genuß! Sie hörten, lauschten und beklatschten die Darbietung und ahnten anscheinend nicht, daß wir im vierten Jahre des Weltkrieges leben, an dessen Ursache und Dauer ja Frankreich nicht unschuldig sein soll. Draußen steht noch immer unser Vglk im blusigen Ringen; rückkehrende Gefangene verkünden uns von dem Furchtbaren ihres Erlebens in Frankreich und — in Baden-Baden, im städsis^n Kurhaus, wird die französische Nationalhymne gespielt urrd beklatscht! Die Kurgäste in Baden-Baden mögen zurzeit ja einen besonderen „internasionalen" Anstrich haben, aber Kurh-us- direksion, Stadtverwaltung möchten wir doch daran erinnern daß Baden-Baden in Deuffchland liegt, Dom DllttrmvaügMs der KriegsgriMchasien. Eine Nachrichtenstelle teilt mit- Der Kriegsausschutz für pflanzliche und sierische Oele und Fette hatte kürzlich den Fleischern vorgeschrieben, genau anzugeben, ob die abzuliefernden geruhten Fütze von Bullen, Ochsen, Ssieren, Kühen, Rindern usw. herrühren. Die Schlächter waren darüber sehr erstaunt und konnten sich nicA erklären, zu welchem Zweck eine solche Anordnung, die gar nicht durchzuführen ist, erlassen worden war. Gebrühte Füße von Bullen, Ochsen, Ssieren usw sind nämlich nicht zu unterscheiden. Auch hat es gar keinen Wert, Angaben zu machen, die niemals nachgeprüft werden können. Auf die vielen Anfragen hat nun der Kriegsausschuß die Antwort erteilt: Die Angaben sind der Kontrolle, wie der für die Statistik der Organisasion nötigen Unterlagen wegen zu machen, um eventuell ermitteln zu können, ob nicht auch Kälberfüße unberechtigterweise mitabgeliefert worden sind. — Uns scheint als ob es einfachere Mittel der Kontrolle geben müßte, atS den Fleischern Schreibarbeit aufzubürden. Verschiedenes» 88SV Schweine krepiert. Wie der Abgeordnete Wels im Rsichstagsausschutz mitteilte, sind in den Schlachträumen der Heeresverwaltung auf dem Zentralviehhos in Berlin nicht weniger als 8000 Schweine krepiert. Das kennzeichnet die Sorgfalt, mit der mit den wertvollsten Nahrungsmitteln umgegangen wird. Ein Ausfall von 8000 Schweinen aus dem knappen Er« nährungsmaterial ist doch unerhört. Kaum glaublich! In Trostbsrg in Oberbauern ist der fran- zöfifche Zivilgefangene Renee Dupont untergebracht. Unter welchen Verhältnissen er sein kummervolles Gefangenenleben verbringt, gehl aus einer Erklärung hervor, die er an das Trostberger Wochenblatt gerichtet hat und die das Blatt auch wirklich veröffentlichte. Monsieur Dupont wendet sich gegen „einige sehr bekannte Frauen von Trostberg", die angeblich behaupteten, er, Monsieur Dupont, habe mit seiner früheren Hausfrau die Flucht ergriffen. Dann wird Herr Dupont grob und deutlich und erklärt: „Ich warne diese Weiber, ihre Lästere Zungen besser im Zaume zu halten, da ich sonst gezwungen wäre, gegen sie Sachen ans Tageslicht zu bringen, welche nur rein« Wahrheit enthalten und über welche die Einwohner von Trost- bevg sehr überrascht sein werden." Soviel Phantasie, um sich vorzustellen, ein deutscher Zivilgefangener in Frankreich tonnte eine ähnliche Erklärung vom Stapel lassen, wird in Deutschland wohl kein Mensch besitzen. Die deutsche Gemütlichkeit in allem voran, aber diese Geschichte streift doch bedenklich nahe an die bekannte Hutschnur. Moderne Dienstmädchen. Von einer Entwicklung der Dienst- mädchenfrage nach einer zwar zeitgemäßen aber nicht gerade erfreulichen Richtung gibt ein Eingesandt in den „Oppelner Nachrichten" Kunde, das folgende bezeichnende Einzelheiten wiedergabt: Die Zustünde auf dem Dienstbotenmartt haben sich auch hier so zugespitzt, daß eine öffentliche Besprechung derselben angebracht erscheint, um eine Abstellur^ herbeizuführen. Die Schuld an den jetzt eingerissenen Verhältnissen trägt wohl zu einem großen Teil auch der Krieg. Das Angebot an Mädchen ist nicht gerade gering, aber die Bedingungen, die dt« Mädchen stellen, sind trotzdem ungeheuerlich. Für gewöhnlich gehen sie nur gegen ein«« gewissen Tageloha, der jetzt 2£0 ML • j.00 Mark beträgt, in Dienst. Außerdem verlangen ste ab« Mch vollständig Beköstigung. Da» Wohnen bet dev D ienst h er rschaft wird abgelehnt. Die Mädchen find hier m der Stadt schon in möblierten Zimmern eingemtetet. Hier sind ste t» der freien Zeit ungebundener, ihr Tun und Lasten wird von der Herrschaft nicht überwacht, ste können ihre nächtlichen Spaziev. gange länger ansdehnen. Wenn mm die Mädchen in die Arbeit kommen, baben ste keine Arbeitskleider, sondern ste kommen in ihrem Ettaßenftaat. Für die Abendarbeit ist das Mädchen überhaupt nicht zu haben. Da hat es feine Verabredung und kommt einfach nicht. Von verschiedenen Seilen wird darauf hingewiesen, daß, von der sittlichen Seite aus betrachtet, das Wohnen der Mädchen in möblierten Zimmern zu unhaltbaren Zuständen geführt hat und unbedingt einer fittenpoli-eiltchen Ueberwachung bedarf, soll sich nicht auch hier in Oppeln ei« Dirnentum breit machen, das Großstädten nicht nachsteht. Wenn die Einzelheiten dieser Schilderung zutreffen, so gibts da ja nette Aussichten, zumal wenn man berülffichtigt. daß diese Mitteilungen aus einer soliden Provinzmtttelstadt stammen. Filmgagen. Die Richard-Oswald-Film°Genofsenschaft in Berlin hat gegenwärtig einen Rechtsstreit mit dem be- kannten Kinosftrn Bernd Aldor. Bei dieser Gelegenheit erfahren die Einkommensverhältnisse der für das Lichtbild arbeitenden Schauspieler eine scharfe Beleuchtung. Bernd Aldor erhielt vor zwei Jahren noch das „geringfügige" Spielhonorar von täglich 100 Mark. Jetzt verlangt er für sieben Films — 140000 Mark. Nach den Angaben des Künstlers ist ihm von anderer Seift anstandslos die Summe von 20 000 Mark für einen Film geboten worden. Da der Kinokünstler gut fünf Filme im Jahre spieftn kann, würde er sonach ein Einkonnnen von jährlich 100 000 Mark haben. Der Reichskanzler erhält einschließlich seiner Repräsen- tationsgelder jährlich auch nicht mehr als 100 000 Mark... Das verehrliche Publikum ist ja selbst daran Schuld, wenn derartigen Komödianten solche vernickle Einkommen zngebilligt werden. Es gehört ja heute zum guten Geschmack, irgend ein überspanntes Stück, in dem die Seelenklühungen irgend eines überspannten Filmkünstlers zum Ausdruck kommen, gesehen zu haben. Die sieischloftn Wochen. Die fleischlosen Wochen in den nächsten Monaten stnd jetzt fHgesttzt worden. Wie die „B. Z. am Mittag" hört, werden sie folgende Zeiten umsaffen: 19. bis 25. August, 9. bis 16 September. 29. September bis 6. Oktober und 20. bis 27. Oktober. Die augenblickliche Ration von 250 Gramm Fleisch soll nur noch bis zur zweiten Hälfte des August geliefert werden. Dann tritt die angekündigte Herabsetzung auf 200 Gramm, und zwar für Städte mtt über 100 000 Einwohnern in Kraft, die kleineren Städte sollen noch weniger Fleisch erhalten- Tagung des TimfanMnssks -er Drillichen Kach-riicker. Berlin, 14. Juli. (WB.) Der Tarifausschuß der Deutschen Buchdrucker hat in vergangener Woche in Berlin getagt, um Liber tarifliche Angelegenheiten zu beraten und zu beschließen. Insbesondere handelte es sich um das dringende, mit den gesteigerten Kosten der Lebensunterhaltung begründeft Verlangen der Gehilfenschaft auf erhebliche Erhöhung der bisher bezogenen Teuerungszulage. Nach mehrtägigen Verhandlungen wurde den Gehilfen eine weitere Teuerungszulage von 13 bis 15 Mark pro Woche gewährt, zahlbar in zwei Raten am 1. August und 1. Dezember. Beschlossen wurde ferner eine weitere Erhöhung der Druckpreise um 26 v. H., ab 1. August, um weitere 15 v. H. ab 1. Dezember. Hierzu nahm der Tarifansschuß nachstehende Erklärung einstimmig an: „Auf die von der Prinzipalität geäußerten Bedenken, die Druckpreise entsprechend den heutigen Bewilligungen bei der Kundschaft erhöhen zu können, erklärt 'der Tarifansschuß, daß dft Tariforgane gehalten sein sollen, die Prinzipalität hierin auf das nachdrücklichste zu unterstützen und alle tariflichen und gesetzli-cben Mittel dazu zu benutzen. Beide Tarifparteien sogen diese Unterstützung ebenfalls ausdrücklich zu." Ferner wurde beschlossen, Vorbereitungen für eine bessere Ausbildung der Lehrlinge an allen Druckorten zu treffen, und eine Vermittelung zwischen Prinzipalen und Hilfsarbeitern über den Fortbestand bisher bestehender, inzwischen aber gekündigter Tarifverträge einznleiten. Die Ausführung dieser Beschlüsse werden dem Tarifamt überlassn. Im hnkHSlWißijchkn GeMviUlsAsil!. Daß wir diese lleberschrist wählen, wird jeder verstehen, der über den Inhalt des hierunter in wortgetreuer Wiedergabe abgod ruckten Briefes ruhig nachdenkt. Der Brief lautet: „Aus Ostpreußen geht mir folgende Mitteilung zu, welche ich zur Kenntnis bringe, da der Vorgang ein Schulbeispiel ist für die unerhörte Rigorosität, welche dem Landwirt gegenüber platzgreift, noch dazu in einer Gegend, die direkt unter russischen Herden leiden mutzte und welche sich, ttotz aller wirtschaftlichen Schwierigkeiten und ungünstiger Witterungsverhaltnisse, wieder zu heben sucht. Frau St. (Witwe) besitzt ein Gut von etwa 300 Moroen im Kreist Insterburg. Ihr ältester Sohn, der bis zum Beginn des Krieges das Gut bewirtschaftete, ist gleich in den ersten Verteidigung,, kämpfen in Ostpreußen gefallen. Ihr zweiter Schn ist im Westen gefallen. Shr dritter Sohn ist fett Oktober 1014 m tfeto* ' iü u Ihr vierter» noch numü ckvr g er So-« «. war die eta-ige männliche Stütze, dt» der schwerdedräntzte» Fra» ttkft. Auch dieser wurde 1917 oinyezogen. Anfang 1918 wurde er beurlaubt -m» Getr-eidÄnmsch, wobei mtt peinlichster Gewissenhaftigkeit alles Verfügbare «ach Vorschrift abgeliefert wurde. Nachdem dies erledigt war. kegle Ä. 1 Zentner Roggen tat Spwugelaß für sich zurück und bat seine Schwester L. ihm htev- von Brot zu backen und nach und nach in die Garnison zu stn- den. Der Verbrauch dieses Zentners kam jedoch nicht zur Ausführung, obwohl A. bereits wieder zur Truppe zurückgekehrt war. Immerhin lag dieses Getreide noch in dom Spreuraum, als Ende Februar eine Getreiderevision fbattfand. Di-e aus drei Herren bestehende Kommission stteß auf diesen Zentner und ordnete an, daß derselbe abzuliefern sei. Die Abliefrung ist sofort am nächsten Tage erfolgt. Die Sache war also hiermit völlig erledigt. Nach einiger Zeit erhielt jedoch Frau St. eine Verfügung des Landrats, daß dieser eine Zentner, welcher bereits abge- licfett war, abzuliefern fei, und außerdem wurde dem Gute die Selbstversorgung entzogen und die Insassen wurden auf Brot, katten gestellt. Auch hiermit beschied sich Frau St. und glaubte, daß nunmehr wenigstens die leidige Angelegenheit erledigt fei. Jetzt im Juni — und das setzt der Sache die Krone auf — gehen folgende Strafzahlungsbefehle bei Frau St. «in:' 1 Sohn A. . . 200 Mk. 2. Tochter L. . . 200 Mk. 3. Frau St. . . 300 Mk. (welcher ihrerseits nichts von dem Zurücklegen des einen Zentners bekannt war.) Diese Tatsachen bedürfen keines Zusatzes. So wird mit einer W-twe verfahren, die zwei Söhne bereits dem Vaterland geopfott hat: die zwei wettere Söhne stellt, um unsere Feinde abzuwehren: die die russisclren Horden auf ihrem schwerbedrängten Gute persönlich erlebte und die jetzt — mit allen Fasern ihres Herzens an der alten Scholle hängend — ihre letzte Kraft daran setzt, um diese sich und ihrer Familie zu erhalten. Wen so weiter fortgefcchren wird, gerade an den festesten Stutzen des Vaterlandes zu rütteln, so gehen wir unhaltbaren Verhältnisse! entgegen. gez. v.- L i e r e s - Wilkau. der Ehre. Nikdcr-Florftadt. Dem Gefreiten Karl Klein, Sohn des Wilhelm Bernhard Klein, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Unseren herzlichen Glückwunsch! Echzell. Wegen bewiesener Kaltblüttgkeit und Unerschrocken, heit in schwieriger Gefechtslage erhielt unter gleichzeitiger Be- förderung zum Gefreiten Musketter Fritz Ostheim. Sohn des Schreinermeisters Philipp Ostheim, zu seinen anderen Auszeichnungen als zweiter in unserer Gemeinde das Eiserne Kreaz erstcr Klasse. Weiter wurde mtt dem Eisernen Kreuz zweiter Klasse ausgezeichnet Kanonier Hermann Präfried, Sohn des Landwirts Philipp Präfried II. Die Hessische Tapferkeits- msdaille erhielt Musketter Adolf Holler, Sohn des Wilhel« Holler I. Wir gratulieren herzlich? Rom Felde Achtung! Die für morgen, Mittwoch nachmittag, auf der Gehspihe Lei Grotz-Karben einbernsene Versammlung, Dru'chpreise betreffend, mutz Umstände halber vertagt werden. Sie findet al'o morgen nicht statt. Ans der Heimat. Frftdbcrg. Die Herren Stadtverordneten werden hiermit zu einer Sitzung auf Donnerstag, den 18. Juli 1918, nachmittags 4 Uhr oingeladen. Tagesordnung: 1. Vertrag mit dem Militär-Fiskus: 2. Verhandlung mit der Eisenbahndirektion: 3. Gesuch der Arbeiter am Gaswerk um Erhöhung ihi-er Löhne; 4. Belieferung der Stadt mit Kohlen; 5. Schreiben des Franz Fourier, bett. Holzbelieferung der Stadt durch die Firma Schwarz & Söhne; 6. Gesuch der Gewerbeschule um einen städtischen Zuschuß; 7. Vertilgung dn Sperlinge; 8. Ankauf eines Bullen; 9. Antrag auf Zwangserziehung des L. Herbert; 10. Erhöhung der Vergütung für den Schuldiener Kling; 11. Schreibe,! der Beamten-Vereinigung betr. Hinzuziehung eines Veamftnvertreters zum städt. Lebensmittel-Ausschuß; 12. Schreiben des hessischen Städtebeamten-Verbandes; 13. Prüfung der Rechnung für 1918; 14. Gesuch der L. Schinidt Erben um Nachlaß von Sttaßenreinigungskosten; 15. Mitteilungen; 16. Das Feuerlöschwesen in der Stadt Friedberg. Hierauf geheime Sitzung. Friedberg. Obsternte. Nach den Zusammenstellungen des „Prakttfchen Ratgebers für Obst- und Gartenbau" hat H es- s e n dieses Jahr leider die schlechte ste Apfolernte M erwarten im ganzen deutschen Reich. Hoffentlich nimmt davon die Landesobststelle Notiz und verweist darauf bei den maßgebenden Stellen in Berlin bei der Ablieferung der Aepfel im Herbst für Marmeladebereitung, daß Hoffen im Jahre 1917 bei einer guten Obsternte seine volle Pflicht getan hat und daß dieses Jahr Norddeutschland eine gute Apfelernte zu er. warten hat und ebenso seine Pflicht tun möge. Friedbrrg. 14. Juli. Jmkerversammlung. Am Sonntag Nachmittag fanden sich trotz der schlechten Bahnver- hältniffe zahlreiche Imker hier ein, um über Jmkerftagen zu beraten. Ein trefflicher Vorttag von Lehrer N u n k in Okarben über ..Spätsommerarbeiten ans dem Bienenstand" fand reich« Beifall und regte lebhafte Aussprache an. Leider fällt» ~~ man fast von allen Imkern horte, die diesjährige Horngecnta sehr gering ans. Auch wurde bedauert, daß für die Bienenzucht tmm« noch zu wenig Zucker zur Verfügung gestellt wird. So gibt es leider Seinen Zucker für Schwärme. Da aber an vielen Orte« reichlich Schwärme fielen, wäre es ganz fo Ordnung. n*im man bett Jmtern auch für Schwärme Zucker zur Winter- auffütteruny Anteilen würde. Die Förderung der Vienenguch« bedeutet ja wegen der Befruchtung der Blüten Förderung de» Oelfaatbaues und des Obstbaues. Echzell. Welch üble Erfahrung die Wirte mtt unbekannte« Logiergästen unter den heutigen Verhältnissen machen können, zeigt nachstehender Vorfall: In der Nacht von Samstag auf Sonntag beherbergte ein hiesiges Gasthaus eine Frau, welch» dasselbe vor Wochen tn Gemeinschaft mit ihrem Gatten schon einmal benutzte. Ihre Sonntag früh erfolgte Abreise fördert« heute eine unangenehme tteöerrasckmng zu Tage. Sollen doch mit dem betteffenden Logiergast eine Anzahl wertvoller Klei, dungsstücke verschwunden sein. Ob die Einttagung der Namen ins Fremdenbuch richtig erfolgt ist, wird die im Gange befindliche Untersuchung lehren. Lang-Göns, 12. Juli. Heute wurde der Weichensteller ; Konrad B r ü ck e l, welcher am hiesigen Stattonsbureau j beschäftigt war, überfahren. Er wurde sofort in die Klinik J nach Gießen gebracht, wo er an seinen Verletzungen starb. Griedel. Das Gemeinderatsmitglied V i s s el wurde - als stellvertretender Bürgermeister eidlich verpflichtet. Frankfurt a. M., 12. Juli. (Beschlagnahme der Frühkartoffeln.) Das Lebensmittelamt weist darauf hin, . daß durch Verordnung des Magistrats vom 4. Juli die im Stadtgebiet Frankfurt gebauten und ge. ernteten Frühkartoffeln beschlagnahmt worden sind. Ausgenommen ist die Ernte derjenigen Erzeuger, deren gesamte Kartoffel-Anbaufläche nicht mehr als 1 Ar — 100 Quadratmeter beträgt. — Eingemeindungen. Wie in der Nieder Gemeindevertteterversamnrlung mitgeteilt wurde, stehen die Eingemeindungsverhandlungen der Stadt Frankfurt mit Griesheim vor dem Abschluß. Die Verhandlungen mit Nied dürften vorerst nicht zu Ende geführt werden. Dft Besprechungen mit Schwanheim scheinen zu ruhen. FC. Vom Mein, 11 . Juli. Wie aus der Untermaingeoend berichtet wird, gilt die heurige Honigernte zu zweidrittel bis dreiviertel als verloren. Alles was der Mai den Bienen brachte und den Völkern nicht schleunigst entnommen wurde, nahm der naßkalte Juni. Vielfach mußten außer den Schwärmen auch alte Völker gefüttert werden. Noch steht die Ernte von dem zweiten Mcnatsklee aus, falls dieser nicht honigt, oder er alsbald gemäht wirb, darf der Imker ein weiteres Mißjahr Luchen. L C. Dom Main, 14. Juli. Die Genehmigung wurde erteilt der von Philipp Rudolf Graf Ingelheim, Echter zu Mes- pelbrunn. Dr. jur., Kämmerer und Reichsrat der Krone Bayern, Erbkämmerer von Nasiau in Geisenheim, inhaltlich Urkunde vom 12. Februar 1918 zur Erinnerung an den 300jahrigen To. destag seines Ahnen, des Gründers der Universität Würzburg. Fürstbischofs Julius, Echter zu Mespelbrunn, Herzogs in Fran-' ken, errichteten, mit einem Kapitale von 4000 Mark ausgsstatte- ten „Julius Echter-Gedächtnisstiftung". Aus Starlcnburg. Ofsenbach, 11. Juli. In der Schmirgelscheibenfabrik von Mayer L Schmidt brach heute abend gegen 8 Uhr ein Brand aus. der schnell um sich griff und die Hauptgebäude innerhalb zweier Stunden zum großen Teil zerstörte. DreOffenbacher Feuerwehr, deren Mannschaft durch Ein- berufung stark vermindert ist, war außerstande, dem rasenden Element Einhalt zu tun, sodaß man sich enffchließen mußte, die Frankfurter Wehr zur Hilfe zu rufen. Als diese erschien, war nicht viel mehr zu retten. Der Schaden ist groß aber durch Versicherung gedeckt. Darmstadt. Die Summe von nahezu Hunderttausend Mark, hat die Sammlung für die Ludendorffspende in den hiesigen Stadtbezirken ergeben, ein mit Rücksicht auf die von allen Seiten gebrachten Opfer ein sehr anerkennens- inerter Betrag, den wir der eifrigen Sammeltättgkeit unserer Frauen und Mädchen zu verdanken haben. — Der Kommunalverband Darmstadt verteilte soeben einen Teil des durch seine verschiedenartige Tättgkeit erzielten Ueberschusses die Summe von vorerst 100 000 Mark an die einzelnen Gemeinden des Kreises. Der Bettag macht ungefähr eine Mark für den Kopf der Bevölkerung aus, und soll in der Hauptsache zu Kriegswohlfahrtszwecken verwendet werden. Groß-Gerau, 11. Juli. Einen Einbruch beinl Kom- munalvcrband hat es nunmehr auch in hiesiger Kreisstadt gegeben. Diebe statteten dem Specklager des Kommunal- Verbandes einen Besuch ab und hießen von der vielbegehr- ten Ware mitgehen. Der Vorfall gab Veranlassung, die Wache vor dem Lager zu verdoppeln und eventl. mit scharfen Patronen zu versehen. FC. Groß-Gerau, 14. Juli. Der Postaushelfer Faschoff von hier wurde wegen Entwendung von Feldpostpaketchen vom Schöffengericht in eine Gefängnisstrafe von vier Wochen genommen. FC. Bensheim. 11. Juli. In der Scheune des Peter Zehn- Lauer spielten Kinder mtt Feuerzeug, wodurch ein Brand entstand, der jedoch durch das rasche Eingreifen der Nachbarn noch rechtzeitig gelöscht wurde. Kirchliche Uachrlchien. Gottesdienst in der Stadtkirche. Mittwoch, 17. Juli, abends 8*4 Uhr: Kriegsandcxhl. Herr Direktor Sch o e l l. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, 17. Juli, abends 9 Uhr: Kriegsandacht. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung*, A- Friedberg L fl. prüf M durch liebt Leid gelchah. k Roman von Courths-Mahler. ^W.^. 56) Nachdruck verböte« Da stand es sogleich bei mir fest, daß ich mit ihm gehe« wollte. Zn der Ueberreizung meiner Sinne schien mir ta* der beste Ausweg. Zn Deiner Nähe konnte und wollte ich nicht bleiben. Obwohl ich zu jedem Opfer für Dein Glück bereit war, aber Dich an Helenens Seite als glücklichen Gatten zu sehen, das wäre über meine Kräfte gegangen. So sagte ich zu Fritz von Platon: „Herr von Platen, Sie haben mir vor wenigen Wochen gesagt, daß Sie mich lieben, und daß Sie sich glücklich schätzen w ürden, wenn ich Ihre Frau, auch ohne Gegenliebe sein wollte. Ist das noch heute Ihre Ansicht?" Er sah mich mit seinen guten Augen traurig an. „Es ist noch heute meine Ansicht. Aber wozu wecken Sie das noch einmal auf? Sie sind glückliche Braut, und ich mutz mich damit abfinden." „Sie irren, Herr von Platen," erwiderte ich „ich bin keine glückliche Braut, und ich bin festen Willens, meine Verlobung „och heute zu losen." Er sah mich erschrocken an. „Was ist geschehen» mein gnädiges Fräulein?" Ich lachte bitter. „O, nicht viel. Ich habe nur die Ueberzeugung gewonnen, daß eine Verbindung zwischen meinem Vetter und mir unmöglich ist. Wir werden uns trennen. Und ich wollte Ihnen sagen, daß ich Ihnen die Erlaubnis gebe, morgen noch einmal um mich anzuhalten. Ich erwarte Sie im Stift zu St. Anna und werde Ihnen dann sicher mein Jawort geben, falls Sie noch Wert darauf logen." Er atmete tief auf. „Mein gnädiges Fräulein — Ich will nicht zuerst an mich denken, sonst würde ich Ihnen für diese Erlaubnis die Hände küssen. Mas kann ich für Sie tun? Sie scheinen mir so erregt?" jTfrfrt« TTteünf fflr Pb »ich o&r sich «Ilt «4t m twW« «t m f* M0> *» «HM «gf Ähre $t damals wurde wohl her Grund zu meinem späteren Herzleiden* gelegt. Den Brief ließ ich zurück und reiste heimlich ab. Helen« hatte alles geordnet. Sie brachte mich dis zum Wagen, und ich fuhr davon — den Tod im Herzen. Unterwegs sah ich Dich von ferne auf Deinem Gaul bei Deinen Arbeitern auf dem Feld halten. Meine Augen brannten — aber ich konnte nicht weinen. Mein Blick hing an Dir, bis ich Dich nicht mehr sehen konnte. Da verlöschte für mich die Conue — für alle Zeit. Im Stift erhielt ich von Dir auf meinen Abschiedsbrief nur eine kurze, kühle Antwort, wenige Zeilen nur. Du gabst mich frei — und wünschtest mir Glück. Das war alles. Ich brach über diesen kühlen Brief ohnmächtig zusammne. Aber ich wurde Fritz von Platens Braut. Er wußte, daß ich mein Herz in Birkenheim zurückgelass-en hatte. Ich sagte ihm, daß ich Dich liebe, daß aber Dein Herz Helene gehöre und ich Euch den Weg freigemacht habe. Fritz trug mich auf Händen. Er ist mir ein liebevoller Freund, ein rücksichtsvoller Gatte gewesen. Alles Schwere half er mir tragen. Als mir nach Jahresfrist ein Töchterchen geboren wurde, hatte ich einen Lebensinhalt gefunden. Aber meine Seele hatte ich in Brrkenheim gelassen. Die flatterte sehnsüchtig, wie ein heimatloser Vogel, um den runden Turm des Birkenhoimer Herrenhauses. Aengstlich vermied ich, Kunde von Brrkenheim zu bekomm men. Ich wollte es nicht hören, daß Helene Deine Frau geworden war. Und mein Mann tat mich alles, mich vor jeder Nachricht zu behüten. Aber einige Jahre später fügte es ein Zufall, daß ich erfuhr, Helene hätte sich mit einem Baron Haßbach vermählt Tannte Anna fei gestorben und Helenes Mutter sei an ihre Stelle getreten. Aus derselben Quelle hörte ich dann, Helene sei Witwe geworden und habe, als ihre Mutter starb, deren Stelle bei Dir eingenommen. Du aber seiest unvermählt geblieben. Fortsetzung folgt. Wiedersehen war seine Hoffnung. Tieferschüttert erhielten wir die traurige Nachricht, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, meinen guten Mann, den besorgten Vater seines Kindes, unseren lieben Sohn, Schwiegersohn, Bruder, Schwager und Onkel Weiten Georg Ewald Reseroe-Feld-Artillerie-Reqiment 23, X. Batterie, Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Kl. und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, nach fast 4 jähriger tteuer Pflichterfüllung im Alter von 26 Jahren in ein besseres Jenseits abzurufen. Ober-Wölljtadt und Ockstadt. Die tiestrallttnden AilieMkbkittli. 2. d. N.: Anna Ewald geb. E-ad-l, und Kind. MilM-VkrsteigeriW. Donnerstag, den 18. Juli, nachmittags 2 Uhr. versteigere ich im Hau e der verstorbenen Eheleute Nikolaus Gärtner, dahier. Vorstadt zum Gatten, neben Herrn Carl Lebeau: 1 eint. Kleiderschrank, 1 Vrand- kiste, 2 Küchenschränke, 2 Tische, 10 Stühle, 1 vollständ. Bett, 2 Bettst. m. Strohsäcke. 1 Truhe, Bilder, 1 gr. Schüssel, 1 Backtrog, versch. emaill., steinerne u. ird. Töpfe, Mahne», Körbe, 1 Dunggab., 1 Spaten. 1 Rechen u. sonstiges Haus- u. Küchengerät freiwillig geg. gleich bare Zahlung. Kuppel, beeidigt.Auktionator ».Taxator. Ferkel sowie Rapsschalen zu Futterzwecken hat abzugeben B. Wittiner, Dottenfelderhof bei Bildet. - kin Pferd mittleren Alters, zu verkaufen bei j»,il. Zoh. Srunrr, Rendel. 9 Wochen alt, zu verkaufen. Peter Stecher Wwe. Ober-Mörlen. Kelranntmachttttg. über den Bezug bestellter Nährmittel. Die auf unsere Bekanntmachung vom 3. Juli ds. Is. bei den Kleinhandelsgeschästen bestellten Mengen Kindergcrstenmeht, Sago, Suppen, Erieg, Graupen, und Teigwaren können von den Bestellern vom 18. ds. Mts. ab bezogen werden. Der Bezug kann nur bei dem Geschäft erfolgen, bei dem die Bestellung aufgegeben wurde. Dabei ist die Nährmittelkarte mit vorzulegen. Nährmittelkarten ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug; einzeln abgetrennte Quittungs- und Bezugsmarken sind wertlos. Es entfallen auf: Nährmittelkatte 6 (rot) Marke 45. V 4 Pfund Kindergerftenmehl zu 19 Pfg. Nährmittelkarte B (rot) Marke 46, 1 U Pfund Sago zu 30 Pfg. Nährmittelkatte B (rot) Marke 47, 1 Suppenwürfel zu 10 Pfg. Nährmittelkatte C (blau) Marke 54, V, Pfund Grieß zu 8 Pfg. Nährmittelkarte C (blau) Marke 55, V« Pfund Graupen zu 9 Pfg. Nährmittelkarte C (blau) Marke 56, 1 / i Pfund Teigwaren zu 15 Pfg. Mit dem 22. Juli verlieren die Marken ihre Gültigkeit. Wer die von ihm bestellten Waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht bezogen hat, verliett den Anspruch darauf. Die Kleinhandelsgeschäfte haben die betreffenden Quittungsund Bezugsmarlen abzutrennen und getrennt nach Nummern und Farben, auf Beftellbogen aufgeklebt, bis spätestens LS. d. Mts. bei uns abzuliefern. Bis zu dem vorstehenden Zeitpunkt, also dem 22. Juli, von den Bestellern nicht abgenommene Warenmengen sind bis zum 23. ds. Mts. anzuzeigen. Nichtbeachtung dieser Vorfchrtst hat den Ausschluß von dem Vettrieb der Nährmittel zur Folge. Bekanntmachung. Nächsten Mittwoch, den 17. Juli, verteilen wir in der «tten Post durch die hiesigen Kolonialwarenhändler Küse. Zeiteinteilung wie bei der Butteroerteilung. Für jede auf der Lebensmittelkatte verzeichnte Perfon werden 78 Gramm zu 33 Pfennig verabfolgt. Die Lebensmittelkarten sind als Ausweis vorzulegen. Friedberg, de» 15. Juli 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (Stadt. Lebensmittel-Ausschuß) 2. A.: Langsdorf. Mn. fiirbfn, fntftt, Pinsel, nirgends besser, nirgends billiger wie bei Adolf Bechstein, Am ilt.PMmi. Friedberg i. H. Schalste. 15 . Telefon Hr. 4&». Größtes Kager am Matze! Wir suchen einige Zentner Deutschen Rotklee letzter Ernte möglichst vom Erzeuger zu erwerben »nd bitten um Angebot. Kornhaus Hanau a. M. Sejchäflssteke der KommunalverbSnde Hanau Stadt and ftnfc, Telefon 245, 246, 247. Tapeten- nnd Llnoleombaos Jean Kögler, Ä Nähe des Rathauses. Hille taMü t. MM all Weil, el Geschäftsstelle Franksurt a. Nt., Kronprinzenstratze 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Römer 4208. Biirostunden: Montag. Dienstag, Donnerstag, Freitag, nachmittags Gefchättsanzeigen in diesem Raum nur für «nfeer MM-lieder; dieselben sind kostenlos, jedoch muß bei Auf- -on 2—4 Uhr. — gäbe der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiesen werden. Der Kauf von Uhren ist Bertrauenssache! Wenden Sie sich an Willi. Lohrey, Uhrmacher i.Nieder-Zlorjiadt, da erhalt. 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