Uummer 163 en Montag, deu IS» Juli 1918 11. Jahrgang. Oie ene Tageszeitnng" erjchemt ;eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Spirmssrrbe". Ke?ugspreis: Bei den PostanstalLen viertel iährkich Att. 2.49 hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei oen 'Anenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anreigen: GrundzeUe 2b Pfg., lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Potuabnadme ">^en. Eriüllunnsort Friedberg. Schriftleitung und- Verlag iriedbei-g (Hessen), Die Kämpfe tm Weste«. Berlin, 14. Juli. (WB.) Kr Flandern lebte die Ge- fechtstütigkeit zeitweilig cMf. Feindliche Erkundungsvor- tzöße wurden nördlich Nieuvort. nördlich und westlich von Dpern und westlich Voormezeele abgewiesen. Ein erwarteter feindlicher Vorstoß südlich des Passchendaele-Kanals wurde bereits im Vorfelde aufgefangen und der Gegner im heftigen Nahkamps zurückgewiesen. An der Küste und im Kemmelgebiet hielt auch nachts die verstärkte Artillerie, tätigtest an. Der Gegner, der in der Nacht auf den 13. Jul: zwischen Veaumont und Hamel nach heftigen: Artilleriefeuer eingedrüngen war, wurde sofort wieder geworfen. In den gestern gemeldeten Kämpfen bei Castel wurden Gefangene eingebracht. Im dortigen Abschnitt war das Artilleriefeuer gesteigert. Eine in der Nacht auf den 13. Juli bei St. Maur angreifende starke feindliche Abteilung wurde im Gegenstoß zurückgeworfen. Ebenso wurden feind» liche Vorstöße westlich Montdidier und nordöstlich Cour- celles abgewiesen. Nach mehrstündiger Artillerie- und Minenwerfervorbereitung wurde gestern abend ein westlich der Suippes unternommener Erkundnngsvorstoß teils vor unseren Hindernissen, teils im Gegenstoß unter Einbehatt von Gefangenen abgewiesen. — Englische Flieger warfen wiederum Bomben auf Brügge ab, die Opfer unter der Zivilbevölkerung forderten und erheblichen Gebäudeschaden anrichteten. Die aumikünildirn flkacr über Kgbleiij. In der Nacht von: 10. zum 11. Jul: versuchte ein ame» rikanisches Geschwader von 6 Flugzeugen die Stadt Koblenz mit Bomben anzugreifen. Der Angriff scheiterte voll- kommen. Keines der Flugzeuge ist dazu gekommen, Bomben abzuwerfen. 5 Flugzeugen dieses Geschwaders wurde die Rückkehr über die eigenen Linien verwehrt; sie fielen sämtlich in unsere Hand. Die Besatzungen wurden bis auf wenige lebend gefangen. Seit über einem Jahre haben sich die Amerikaner wieder und wieder gerühmt, mit Tausenden von Flugzeugen die Städte Westdeutschlands in Schutt und Asche zu legen, und dem deutschen Volke durch ihre Luftwaffe eine entscheidende Niederlage zu bereiten, die alle Macht- mittel Englands und Frankreichs ihm nicht hatten bei- bringen können. Der gestnge Luftangriff war der erste größere selbständige Versuch der Amerikaner. Er ist kläglich gescheitert. Schmerzliche Erfahrungen am eigenen Leibe lehrten die an:erikanischen Flieger den Unterschied zwischen Prahlerei und Wirklichkeit. Die (kmgrdMg des Grafen Mirbach. Drr Hergang des Attentats wird in der Franff. Ztg." wte folgt geschildert: Heber die Vorgänge bei der Ermordung der Grafen Mirbach sind neue Einzelheiten aus Moskau eingetrof: sin: Die beiden Mörder hatten sich, wie bereits bekannt, durch gefälschte Schriftstücke und Ausweispapiere einen Empfang bei dem Gesandten erwirkt. Die Unt-ervedung fand in Gegenwart des Geheimrats Riezler und des Leutnants Müller statt. Die drei deutschen Herren hatten mit den beiden Mördern an einem Marmortisch in der Mitte des Zimmers Platz genommen. Auf der einen Seite des Tisches saßen die Mitglieder der Gesandt« schüft, auf der anderen die Rüsten. Die Herren saßen alle in niedrigen tiefen Lehnstühlen, was für die Ueberfallenen einen Nachteil, für die Mörder hingegen einen Vorteil bedeutete. Diese konnten auf diese Weise unauffällig unter der Platte des Marmortisches ihre Waffen bereit machen, während ihre Opfer in ihrer zurückgelehnten Lage ein bequemes Ziel boten und auch an schnellem Widerstand gehindert waren. Während der Unterredung begannen die Täter in ihren Aktenbündeln zu blättern, als ob sie irgend ein Papier suchte^ und durch die auf diese Weise entstandene Pause im Gespräch wrrde die Aufmerksamkeit der deutschen Herren abgelenkt. Während der Gesandte und seine Mitarbeiter glaubten, daß die Russen in ihr Material vertieft seien, hatten diese unter dem Tisch ihre Mafien hervorgezogen, und dann spielte sich die Mordtat in wenigen Sekmv den ab. Die Rüsten sprangen mit Revolvern auf und begänne« zu feuern. Der eine Mörder hatte den Gesandten aufs Kor« genommen, der andere hatte abwechselnd auf den Legationsrat Riezler und den Leutnant Müller gezielt. Eine Abwehr war für die Herren, die unbewaffnet waren, in den ersten Sekunde« nicht möglich. Der Gesandte war gleich bei den ersten Schüsse» schwer am Hintcrkops getroffen worden. Auf die Schüsse hi« eilten Leute aus dem Nebenzimmer herbei» und das war für die Mörder das Zeichen zur Flucht. Bevor sie zmn Fenster hinaussprangen, warf jeder von ihnen eine Handgranate. Rur eine von diesen explodierte. Die SvvurMückc trafen den Gra» fen Mirbach und wirkten sofort tödlich. Inzwischen hatten sich di Mörder zrmr Fenster himrusgeschwungen und waren entkommen. Die Tat, die zweifellos seit langem und bis auf alle Einzelheiten genau vorbereitet war, spielte sich in wenigen Angen. Klicken ab. Der AMlag aus -ik Jarrnfamilfr. Haag, 13. Juli. Der „Daily Expreß" erfährt aus Stockholm: Die Petersburger „Nowoja Wjedornosti" veröffentlicht einen Brief des Zaren an einen Freund in Petersburg. Daraus ergibt sich, daß zwar ein Versuch unternommen wurde, die Romanows zu ermorden, daß aber die ganze Familie der Gefahr entronnen ist. Der Zar schreibt: „Es mangelt uns an allerhand Artikeln, sogar Bücher bekommen wir nur unter allerstrengster Zensur und lediglich russische Bücher. Als wir aus Jekaterinburg abreisten, versuchte eine Gruppe Banditen uns zu belästigen. Dem Zarewitsch wurde dadurch ein starker Schrecken eingejagt, von dem er sich noch nicht vollkommen wieder erholt hat, .sodaß er noch immer das Bett hüten muß. Es ist nur der Anwesenheit des Volkskommissars Jakowief und Gottes Hand zu verdanken, daß wir am Leben geblieben sind." Der Ort, aus dem der Brief abgesandt worden ist, wird nicht genannt. Nachrichten aus andeerr Quelle besagen, daß die Zarin in ein Kloster gehen will. Der Dank Livlands. Berlin, 14. Juli. (WB.) Der Landtag der livländischen Etter- und Landschaft hat an den Kaiser folgendes Telegramm gerichtet: An des Kaisers und Königs Majestät, Großes Hauptquartier. Allerdurchlauchtigster, allergnädigster Herrscher! Nachdem durch Euer Majestät Machtspruch die nach Sibirien verbannten Glieder der livländischen Ritter- und Landschaft in die Heimat zurückgekehrt sind, versammelt Ritter- und Landschaft sich zum ersten Male noch der Befreiung des Landes vollzählig zum ordenttichen Landtage. Das Gefühl überströmenden Dankes gegen Gott den Herrn, der unser Land aus allen Stürmen heraus geführt hat, der den unvergleichlichen deutschen Waffen den Sieg verliehen hat, und der damit auch für Livland die Be- freiungsstunde schlagen ließ, verbindet sich mit dem Empfinden, daß wir unsere Rettung, nächst dem Schutze des Allerhöchsten, der huldvollen Gnade Euer Majestät zu danken haben, indem wir, auf Euer Majestät Geheiß unter dem mächtigen Schutze des deutschen Schwertes gesollt, nunmehr wieder Ordnung und Ruhe in unser Land ernziehen sehen. Aber darüber hinaus eröffnet sich uns ein Ausblick in eine lichte Zickimst. Nachdem Eure Majestät die Bitte unseres Landes um eine enge An- gliederung an das große deuffche Vaterland gnädigst ent- gegenzunehmen geruht haben, hoffen wir vertraue,rsvoll, an der welthistorischen Aufgabe des deuffchen Volkes Mitarbeiten und ihm in dem Kampfe für Recht, Ehre, Treue und Sittlichkeit zur Seite treten zu dürfen, und geloben feierlichst, Gut und Blut für Deuffchlands Größe und Ruhm freudigsl hinten zu wollen. Gott schütze Eure Majestät und laste Deuffchland gedeihen in alle Ewigkeit. Residierender Landrat Baron Stackelberg, Land- Mar schall Baron Pilar. Der Kaiser ließ darauf dem Landtag folgendes Ant- ^vorttelegramm zugehen: Großes HEptqmrrtter, 11. Juli 1918. An den Landtag der livländischen Ritter- und Landschaft. Der Huldigungsgruß und das Trenegelöbnis der zmn Landtage vereinten livländischen Ritter- und Landschaft sind mir eine herzliche Freude gewesen. Ich vereinige mich mtt dem Landtage im Dank gegen Gott, daß es mir und den siegreichen deutschen Waffen vergönnt gewesen ist, deutsches Blut aus der Verbannung und Todesgefahr zu erretten und die alte deutsche Kultur vor dem drohenden Untergang. Zu starkem Schutz und Schirm des Mutterlandes wird, wie ich zuversichtlich vertraue, die gemeinsame zähe und zielbewußte Arbeit durch die harte Zeit zu heller, glückverheißender Zukunft führen. Wilhelm I. R. Der Kronprinz von Rnmiinikn nis Kriegshktztt. Das „Bukarester Tageblatt" veröffentlicht die folgende. Darstellung über das Verhalten des Kronprinzen von Rumänien vor dem Beginne der Friedensverhandlungen Während eines Kronrates, der seinerzeit noch unter der kurzen Regierungszeit des Kabinetts Averescu in Jassy über die Friedenserörterungen verhandelte, trat Prinz Karo! von Rumänien in den Saal und wandte sich in äußerst erregtem Ton an den König und den Kronrat mit folgenden Worten: „Ich komme, um von Ihnen im Namen der Kämpfer, im Namen der Verwundeten, im Namen Ihrer Majestät meiner Mutter und meinem eigenen Namen zu verlangen, daß Sie die Friedensbedingungen nicht an- nehmen, sondern daß wir lieber den Kampf aus Leben und Tod fortsetzem" Die Ueberraschung der Anwesenden war außerordentlich und der König war sichtlich verlegen. Der Kronprinz begriff und zog sich zurück. Der dcmials gefaßte Beschluß ist bekannt. Die Tatsache aber machte damals aroßes Aufsehen. Die 10 Anklligks gegen Kralitlnvs Regierung. Bukarest. 12 Juli. Wie bereits gemeldet, verlas in der Otstrigen Sitzung der rumänischen Kammer der Deputierte Gg. Stroici «mter stürocksthem Beifall ans der Iaittatwe des Parlament» hervorgegcrngeneu Antrag auf ErhÄmng einer Anklage gegen die Regierung. dir Rumänien in den unheilvolle« Krieg verwickelte- Der Antrag ist von 20 Deputierten unterzeichnet. Er wurde gemäß dem Gesetz über dir Ministerverant. worttichkett und den Bestimmungen der Geschäftsordnung de» Kamme rabterlmigen überwiesen. De« Gesetzentwurf entsprechend wird die Anklage nach fünf Tagen, d. h. am 17. Juli, auf die Tagesordnung der Kammer gefetzt. Die Anklage stützt sich auf Verletzung des Artikels 122 der Verfassung und auf Artikel 1—4 des Gesetzes über die Mimsterverantwortlichkeit. Sie wurde erhoben gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Ion Braticmu, dec vcr Ausbruch des Krieges gleichzeitig Kriegsminister, später Außenminister war, sowie gegen die Minister Vinttla Bratianu. Emil Eostin-escu, Alexandra Sonstantinescu. B. G. Mortzun, Viktor Antonescu, Dr. E. Anghelescu und den ehemaligen Vizepräsidenten des Ministerrats Take Jonescu. Die Anklagepunkte sind folgende: 1. Verfassungswidrig wurde der Einmarsch russischer Truppen in rumänisches Staatsgebiet ohne Zustimmung der Volksvertretung gestattet. 2. Die Regierung hat schuldhafterwei.se die Vorbereitung der Armee vernachlässigt, trotzdem ihr reichlich Zeit und Geld zur Verfügung standem 3. Tie Armee war desorganisiert, weil die vorbereitender Arbeiten nur wenigen unfähigen Händen anvertraut waren und der Genervlstab und die anderen gesetzlichen Dienststellen ordnungswidrig ausceschaltet waren. 4. Die öffentlichen Interessen wurden dadurch geschädigt, daß gewissen Personen Ausfuhren mächtrgungen für Getreide. Benzin usw. zur Erzielung unberechtigter Gewinne zum Schaden dos Staates bewilligt winden. 5 llngesetzlicherweise wurden der Staatsschatz und die Depots von Privaten, sowie die Urkunden der Archive ins Ausland geschafft, 6. Di« Eisenbahnzüge und Transpcrttnittel wurden mißbräuchlich zur Rettung der persönlichen Habe der Minister und Günstlinge, anstatt zum Transport von Verwundeten, Truppen und Munition verwandt. Aus diesem Grunds ging ein großer Teil des Kriegsbedarfs und der Geräte im besetzten Gebiet verloren. 7. Bei der Räumung des später besetzten Gebietes wurden mißbräuchlich Knaben von 1b bis 18 Jahren mitaefch^ppt, wovon die größere Zahl infolge von Fahrlässigkeit und vollständigem Mangel an Fürsorge starb. 8. Ein großer Teil des öffentlichen privaten Vermögens wurde auf Befehl der Regierung durch Brandstfftung und anderer Mittel zerstört, ohne daß dies zur nationalen Verteidigung erforderlich gewesen wäre. 9. Die Mitglieder des Parlaments wurden durch Bestechung veranlaßt, ihr Recht nicht auszuüben. Die Volksvertretung wurde über die wirkliche Lage der Staatsangelegenheile» getäuscht. Einzelne für die Führung der Staatsgeschäfte unerläßliche Anstalten wurden unzuverlässigerweise ins Ausland verlegt, öffentliche Beamte durch »«gesetzliche Drohungen Zur Durchführung dieser Befehle gezwungen. 10. Die Regierung hat, ohne die Zustimmung der Volksvertretung einzuholen, gesetzwidrigerweise die rumänische Flotte dem russischen Staate abgetreten, der sie unter seiner Flaxrge verwandte. Maßregelung Cadornas. Rom, 13. Juli. Dem Militäramtsblatt zufolge werden Ea- dorna Porto und Eapello ihres Ranges enthoben. Auch worden ihnen ihre B^üge aberkannt. (Diese Bestrafung sind eine Folge der Untersuchung, die über die erste PiaoeschlacA an geordnet worden war.) Griechenland. Deportation der politischen Gegner. Achen, 14. Juli. (WB.) Havas-Meldustg. Um Jnsub. ordinattonsverfitchen unter den Truppen vorzubeugen und reaktionäre Elemente zu unterdrücken, haben die Minister beschlossen, eine gründliche Reinigung der Zivilbevölkerung durchizutfiihren und alle verdächtigen und unerwünschtes Elemente nach den Inseln deportieren zu lassen. Die Vorfälle in Täbrrv. Washington, 12. Juli. (WB.) Das Staatsdepartement wurde von dem schwedischen Auswärtigen Amt benachrichtigt daß die türkische Regierung die Vorfälle in Tabris einer Untersuchung unterziehen werde. Der deuW-kiiglWe Gesangentliilnsllttilch. Haag, 13. Jufi. „Handelsblad" erfährt, daß die jetzt im Gange befindlichen Unterhandlungen zwischen Deuffchland und England betreffend Austausch von Kriegsgefangenen innerhalb weniger Tage beendet werden. Die erzielten Erfolge werden von beiden Parteien als sehr befriedigend angesehen. ^ > Vkrßasilichnng dn Wiener ßebeiiMttelMraltn Wien, 13. Juli. Unter Führung von Mitgliedern der deutschen gewerkschaftlichen Vereinigung des Abgeordnetenhauses sprachen gestern Vertreter der deutschen Arbeiterver- bände und der deutsch-nationalen Arbeitergewerkschaften beim Ministerpräsidenten Dr. Ritter v. Seidler vor. An der Besprechung nahmen noch teil Eisenbahnnnnister Freiherr von B a n h a n s, Handelsminifter v. W i e s e r, Minister Paul und Sekttonsches v. G a l e ck i in Vertretung des Finanzministers. Im Verlaufe der Beratung, die den Ernährungssragen galt, sagte Minister Paul, das er die Verstaatlichung aller Lebensmittelzentralen und deren Umwandlung in Unterstellen hes Amtes für Volksernährrmg in kürzester Frist zur Durchführung bringen werde. Deutscher Reichstag. Sitzung vom 13. Juli 1918. Das Brmnrtweinmonopolgesetz wird gegen die Stimmen bei Polen und der beiden sozialdemokratischen Fraktionen im Garn zen anyenomme«. Staatssekretär Gras Roedern: Mtt diesen Beschlüsse^ stehen wir am Ende einer weittragenden Gesetzgebung. Sobald werden wir den Wog dieser Steuern nicht noch einmal zu gehe» haben. Es ist ganze Arbett geleistet worden, und dabei ist ei» Neubau der Steuergesetzgebung errichtet worden, von dem wir Tragfähigkeit und Festigkeit erwarten. Mtt diesen Gesetzen ist unseren Anleihen eine Sicherheit verliehen worden. Der Reichskanzler hätte gern persönlich diesen Dank ausgesprochen. Er hat aber im Großen Hauptquartier wichttge Besprechungen. Aufrichtigen Dank aber mich den Ausschußvorsitzenden und Berichterstatern. Alle Mitglieder waren Schwerarbeiter. (Heitere Zurufe.) Präsident Fehrenbach spricht dem Staatssekretär für seine Worte den Dank des Hauses aus. Im Ganzen wird dann der Nest des Etats in dritter Lesung erledigt. Staatssekretär Gras Roedern teilt mit, daß im Herbst den Beamten Teuerungszulagen gewährt werden sollen. (Beif.) Abg. E b e r t (Soz.): Wir bedauern aufs tiefste, daß das furchtbare Blutvergießen fortdauert. Das deutsche Volk ist erfüllt vom ehrlichen Friedenswillen. Die Regierung hat wieder ihre Friedensbereitschaft erklärt. Die feindlichen Negierungen, Parlamente, und leider auch die Arbeitervertret unsen haben es an ehrlicher Friedensbereitschaft fehlen lassen. (Sehr richtig!) Sie verkünden immer von neuem den Kampf bis zum Ende. Sie täuschen über die Widerstandskraft Deutschlands ihr Volt hinweg. Da die Gegner den Frieden verweigern, werden wir auch diesmal die Mittel zur Erreichung des Friedens bewilligen. (Beifall, Zischen bei den Unabhängigen Sozialdemokrat.) Abg. Meyer (U. Soz.): Der Krieg ist einmal ein Der- teidigungekrieg gewesen. (Pfuirufe und Länn.) Die Reichsleitung stützt die Annexionisten. Die Militärpartei herrscht, das beweist auch der Wechsel im Auswärtigen Amt. Rußland und Rumänien ist der Gewattfriede aufgezwungen worden. (Lachen.) Tie Militärautokratte will auch für den Westen den Gewaltfrieden. Die Not wächst: Hunger und Elend verwüsten, was der Krieg übrig gelassen hat. (Widerspruch, Zuruf: Sie verlängern mtt einer solchen Rede den Krieg!) Wir wollen die Mehrheit vor dem Untergange retten, deshalb sttmmen wir gegen die Kredite. Proletarier aller Länder vereinigt Euch! (Lachen auf allen Seiten des Hauses.) (Beifall bei den Unabhängigen Sozialdemokraten.) Die Kriegskredtte werden in zweiter mtt» dritter Sefung gegen die Stimmen der Unabhängigen Sozialdemokraten angenommen. (Lebhafter Beifall.) Die Ergänzung zum Besoldungsgesetz und das Gesetz betr. Bürgschaft des Reiches bei der Förderung des Kleinwohnuugs- baues für Reichs- und Militärbedienstete (unter Einbeziehung der Kriegerwitwen) werden einstimmig angenommen. Damit ist di« Tageordnung erledigt. Präsident F e h r e nb a ch : Es liegt eine Zeit außerordentlicher ansttengcnder Arbett hinter uns. Die Friedensverträge rmt dem Osten werden vom Volke mit Dankbarkeit ausgenommen. Ex oriente pax, das ist ein großes Wort für unser Volk. Dem Staatssekretär, dessen Namen unter diesen Verträgen steht, und der jetzt aus dem Ami geschieden ist, gebührt rmser Dank, Ucber die Notwendigkeit der neuen Steuern, die für jeden bedeutungsvoll sind, werden wir das Volk aufklaren müssen. Es wird bereitwillig die Opfer zu tragen wissen. Den erwünschten Frieden können wir unserem Volke nicht bringen, aber unsere Schuld ist es nicht. (Sehr wahr.) Wir werden auch im kommenden Winter vor Not geschützt sein. Die Ernte reift Hera» und aus dem Osten wird auch etwas mehr hinzukommen. Unsere Feinde wellen den Friedn nicht. Sie leben in dem Wahn« des Vernichtungswillens gegen unser Volk. Diese« Vernichtung sw ille muß zu schänden gemacht wem den. Wir vertrauen aus Gottes Schutz und unser unverglei^ liches Heer, das uns die Grundlagen für den Frieden fchaffeA wird. (Beifall.) Der Präsident schlägt vor, die nächste Sitzung am 5. November abzuhalten, er erhält aber di« Ermächtigung, gegebenenfalls den Reichstag früher zusammenzuberufen. Schluß 12K Uhr. Jn den Erklärungen des Reichskanzlers. Es tagen gegenwärtig ein« ganze Reihe von Parlamentes, zu deutsch: Schwätzbuden, daß es uns ganz unmöglich ist, all' dr» gehaltenen Reden auch nur andeutungsweise wiederzu geben, zumal heute die Welt von ganz anderen Dingen bewegt sind» als durch überflüssiger Geschwätze. Auch an die Erklärung des Reichskanzlers haben sich längere Reden geknüpft, von denen wir nur folgende bringen, da sie den Nagel auf den Kopf ge- troffen haben. Abg. Graf Westarp (Kons.) stellt zu den Pressenachrich. len, nach denen der Vizekanzler mit den Mehrheitsparteien Vorbesprechungen über di« heutige Verhandlung gehabt habe, fest, daß mit der konservativen Partei nicht verhandelt worden ist. Die heule mit-geterlten Gründe für den Rückttitt Kühlmanns hält der Redner für durchschlagend. Die Ursache für die unglückliche Wirkung der Rede des Staatssekretärs vom 2^ 3um sagt mehr noch, als in dem Inhalt der Rede in dem Maß, als der Staatssekretär zu sagen unterlassen hat. Auf die Wür- dtgung der Tüchtigkeit des Staatssekretär» durch die Vorredner will Redner nicht eingehen und fährt fort: Bekannt ist. daß meine Freunde mtt Kühlmanns Politik vielfach nicht einver* standen waren. Dem inne-rpolitischen Programm, auf das der Herr Reichskanzler sich erneut festgvleigt hat, kann ich nach nrt« vor nicht zustimmen. Ich muß besonder» bedauern, daß da» preußische Wahlrecht und die Auflösung des Abgeordnetenhauses * als Gegenstand der Vereinbarungen mtt dem Reichs ta ge Sfe hudelt wird. Dü" Antwort auf die Papstnots ist mir stets muß öle em diplomatischer Att, nicht aber als geeignet erschiene», als SrsgierungsProgramm zu dienen. Sie enthalt — abgesehen von dem schnüren Fehler der Bezugnahme auf die Friedensentschließung — nur allgemeine Grundsätze, auf deren Ausführung im einzelnen alles ankommt. Daß der Reichskanzler auch bereit ist, auf jede wirkliche ernste Anregung in Friodensverhand- lungen einzugehen. wenn unsere Feinde entgegen ihrer bisherigen Haltung sich dazu entschließen sollten, findet als selbst, verständlich die Zustimmung auch meiner Freunde. Zweifelhaft kann nur sein, ob es nicht zweckmäßig ist, sich in den wiederhol-- ten Aussprüchen in der Bereitwilligkeit, die unseren Feinden genau bekannt ist. große Zurückhaltung aufzuerlegen. Redner bestreitet, daß die Persönlichkeit des Herrn v. Hintze von den „Alldeutschen" gefordert worden sei. Von mir und meinen Freunden ist das sicher nicht geschehen. Was der Kanzler über dessen Ernennung und Stellung gesagt hat, war verfassungsmäßig korrekt und zu billigen. Meine Freunde stehen dem neuen Staatssekretär ohne jedes Vorurteil schlechter oder guter Art gegenüber und werden seine Politik abwarten. Als Wunsch spreche ich aus. daß Herr v. Hintze das beste Einvernehmen und ein rückhaltloses Vertrauensverhältnis mit der Obersten Heeresleitung. auf das auch der Kanzler an mehreren Stellen seiner Rede erfreulicherweise so entscheidendes Gewicht gelegt hat, aufrecht erhält, daß seine Politik von einem lebendigen Bewußtst« der Kraft getragen ist, die unser Volk in so unvergleichlichen Taten gezeigt hat, und daß er mit festem Entschluß die Erfolge unserer Siege nutzbar macht, um Deutschlands Machtstellung zu sichern und zu verstärken Abg. Warmuth (D. Frakt.) führte aus: StaatsfcLretär v. Kühlmann ist über feine Rede gefallen. Aus dieser verhängnisvollen Rede klang eine solche Verzagtheit und ein solcher Kleinmut heraus, das Bekenntnis, mit unserer Waffenmacht sei nichts getan und zwar im Gegensatz zu den Siegen, die ge. rade in jenen Tagen uns alle bewegten, ward der Friede in eine so nebelhafte Ferne gerückt, daß das Verbleiben des Staatssekretärs an seiner Stelle eine Ueberoinstimmung der führenden politischen wie militärischen Kreise mit dieser pessimistischen Auffasiung der Sachlage bedeutet hätte. Wir danken es dem Reichskanzler, daß er durch die Wahl der Form, in der sich die- fer Wechsel rollzogen har, bewiesen hat, daß er dem alten Ver- , fassungsgrundsatze, daß dem Kaiser das freie, vom parlamentarischen Druck unbehinderte Entlassungs- wie Ernennungsrecht zustehe, wieder zu fernem alten Recht verhelfen hat. Auch die Aeußerungen des Kanzlers über die Politik in Ost und West findet unsere Billigung. Der Reichskanzler stellte in den Gegensatz zum Dernich- tungswillen unserer Feinde unsere friedensbereite Gesinnung und Bereitwilligkeit, ernstgemeinten Friedensvorschlägen entgegenzukommen. Ich sehe darin, das betone ich mit besonderer Genugtuung, das Bekenntnis eingeschloffen, da die Auffassung vorherrschend in unserer Staatsleitung ist, erneute Friedens- angebote von unserer Seite würden von unsere« Feinden als ein Freibrief zu einer ungemeffenen weitere« Kriegführung ausgenommen und als Schwächebekenntnis unserer militärischen wie wirtschaftlichen Lage bewertet werden, also entgegen der üblichen Absicht kriegverlängernd statt kriegverLürzend wirken. Hessischer Kandtag. Zweite Kammer. Darmstadt, 12. Juli. Im Namen des Ausschuss berichtet der Abg. Neh (freist), wonach Unklarheiten in d Fassung des Art. 84 der Verfassungsurkunde beseitigt m et^ent. reichsgesetzliche Bestimmungen geändert, damit k Unantastbarkeit der hess.Abgeordneten gegenüber den @ des Reiches und der anderen Bundesstaaten ( sichert wird. Wenn beispielsweise ein Hess. Abgordneter a nrcht hessischem Gebiete strafbare Handlungen begeht, rarm er nicht nur dort, sondern auch noch nach seiner Rückke nach der Heimat in Haft genommen werden. Staatsminister Dr. v. Ewald erklärt, daß die Reg' rrmg mit dem ersten Teil einverstanden, sich aber mit de zweiten Teil nicht befreunden könne, er teile die schon i Ausschuß erhobenen Bedenken. In Hessen habe ein solch Fall nicht Vorgelegen, es gehe nicht an, die Möglichkeit oer Verfolgung bei landesverräterischen Verfehlungen erschweren. Dr. Fulda (Soz.^ begrüßt die einstimmige A «ahme des Antrages. Dr. Stephan (Natl.) macht darauf aufmerksam, d, eS stch um eine staatsrechtliche Sache dreht. ^lusschußantrag wurde einstimmig angenomme Für den Abg. Stopler wird in den Vierten Aussckn Abg. Bach gewählt. w Zur Geschäftsordnung bemerkt hierauf Abg. Ca man (Natl.), daß er seinen Antrag, Zuständigkeiten d Landeselerstelle und Strafverfolgung wegen ungenügend Abüeferung im Jahre 1917 nicht mehr als dringlich k trachtet, nachdem er von der Stellungnahme der Reg, rung Kenntnis hat. Mit Rücksicht auf den Stand der Sac wird der Antrag für erledigt erklärt. Einen breiten Raum in den Beratungen nehmen d Anträge des Abg. Nebel und Gen. Rechenschaftsabla dr mrt der Lebens- und Futtermittewersorgung betraut. Stellen und Nachweisung und Kontrolle über Geschästsu J™* P er .^ en§ * und Futtermittelversorgung betraut, Stellen sowie Brotpreis, ein. Der Minister des Jnnei v. o m b e r g k zu Vach erklärt u. et., daß von Seit, oer Negierung bereits Anweisung zur Berichterstattung e gangen sei. Von den meisten Stellen sind Berichte ei gelaufen. Eine wichtige Überwachung bildeten die Kontra kommissionen, in die auch Mitglieder der beiden Kamme, gewählt werden sollen. Informationen an Ort und Stel ftche nichts im Wege. Das Material der zu bildenden Kor Mionen werde drr zu bildenden parlamentarischen Kor Misst-n zugänglich gemacht Werder» Abg. ll e v e l (ZentcZr Es handelt sich um einen Antrag, der von der Bevölkerung begrüßt wurde. Mit der heutigen Stellungnahme der Regierung kann ich mich nicht einverstanden erklären. Die in meinen Anträgen ausgestellten Forderungen halte ich jedoch heute noch für voll be- berechtigt. Die Stellen, die mit der öffentlich-rechtlichen Bewirtschaftung betraut sind, müssen Rechenschaft ablegen. Verbraucher und Erzeuger haben das Recht zu wissen, wo die Zwischengewinne hinkommem Ist die Regierung wirklich so entzückt von der Tätigkeit dieser Stellen, so zeigt dies, daß sie keine Kenntnis der Wirklichkeit hat. Die Korn- munalverbände leben in einer SelbstherrlichLeit, die jede Klage auszuschließen scheint. Durch Vorkommnisse wie in Alsfeld, wo der Kreisamtmann jährlich 18 000 Mark und ein reklamierter Giltsbesiher jährlich 6000 Mark allein als Provision aus der Milchversorgung beziehen, werde die Bevölkerung beunruhigt.' Obstverkäufer erzielten bis zu 100 000 Mark. Funktionäre des Viehhandels 16 bis 20 000 Mark Provisionen. In Bensheim kostete der Doppelzentner Maismehl 209 Mark, in Dieburg dagegen 35 Mark. Woher kommen diese Unterschiede und wohin geht der Gewinn? Die Regierung gibt ja selbst die Notwendigkeit einer Kontrolle zu. Demgegenüber bestehe ich nicht auf dem Wortlaut meines Antrages, ich bin mit einer sinngemäßen Zweck- erfüüung zufrieden rtnd bitte um Zustmrmung zu dem Ausschußantrag. Abg. Dr. D e h l i n g e r bittet um Berücksichtigung der Landwirtschaft beim Bezug von Kunstdünger zur rechten Zeit und zu billigem Preis. Könnten die Stickstoffquellen in Hessen für die Landwirtschaft nicht verwertet werden? Abg. Fenchel (Bbd.): Nicht bloß die Konsumenten, sondern auch die Produzenten freuen sich über die einzuführende Kontrolle. Abg. K o r el l - Ingelheim (Fortschr.): Die vorliegende Angelegenheit ist auch für das Feldheer von großer Wichtigkeit. Wenn die Leute draußen merken, wie in der Heimat gearbeitet wird von Leuten, die infoge ihrer Unabkömmlichkeit so zu arbeiten in der Luge sind, so wirkt das niederdrückend. Abg. C a t m a n n (Ntl.): Wo kein Obstbau und Weinbau ist, bringt es auch heute der Landwirt nicht zu einer Entlohnung seiner Arbeit, wie sie der Industriearbeiter erhält. Die Hauptsache bleibt, Steigerung der Produktion und Verständigung zwischen Stadt und Land. Zu dem vorliegenden Antrag sprechen noch die Abgg. Wolf-Stadecken, Dorsch (Bbd.), Korell-Angenrod (Bbd.), Adelung (Soz.), Bähr (Bbd.) und Calman (Ntl.) Darauf wird der Ausschußantrag angenommen, die Regierung zu ersuchen, die mit der Lebens- und Futter- Mittelversorgung betrauten Stellen und Verbände des Landes veranlassen, besondere Ausschüsse zu bilden, denen das RecA zusteht, in die Finanzwirtschaft dieser Stellen und Verbände sowie ihrer Geschäftsstellen genauer Einblick zu nehmen und ncnnentlich über die Preisbildung, Geschäftsunkosten und Gewinne der Verbände und ihrer Beauf. traglen jede von ihnen als erforderlich erachtete Auskunft und Einblick in Verträge und in die Buchführung zu verlangen sowie eine Kommission aus Mitgliedern des erweiterten Ersten Ausschusses zu bilden, welcher das gleiche Recht der Aufsicht wie oben zusteht. Zum Antrag der Abgg. Urstadt und Genossen, Fa- milienfideikomiffe betr., beantragt Abg. Osann Absetzung des Antrages von der Tagesordnung. Das Haus entscheidet sich für die Absetzung des Antrages. Die eilige Anfrage des Abg. Dorsch (Bbd.) Anpflanzung von Oelfrüchten betr. wird mit Zustimmung des Hauses noch zur Beratung gestellt. Abg. H o f m a n n (Ztr.) bittet die Regierung dahin zu wirken, daß den Leuten gestattet wird, in der nächsten Oelmichle das Oel schlagen zu lassen. Abg. Fenchel (Bbd.) unterstützt die Anregung des Vorredners. Abg. Brauer (Bbd.) bittet um Berücksichtigung der kleineren Mühlen. Nach längeren Ausführungen dr Abgg. Bähr (Bbd.), Hartmann (Soz.) und Dr. Weher (Bbd.) schließt der Präsident gegen fyß Uhr die Sitzung. Aus der Heimat. Friedberg. Nächsten Freitag abend wird der Direktor der hiesigen höheren Mädchenschule über eines der wichtigsten Problenie moderner Mädchenerziehung sprechen. Es handelt sich um die „Frauenschule", deren Einführung auch für Friedberg in Betracht kommt. Näheres siehe Inserat. Bauernheim, 13. Juli. Unfall eines Bäckerwagens auf der Lundstraße. Schadenersatzklage gegen, den Kreis. (Entscheidung des Reichsgerichts vom 11. Juli 1918.) Durch einen unglücklichen Zufall büßte der Bäckermeister S. aus Bauernheim auf der Landstraße in dvr Nähe von Friedberg sein Leben ein. Er fuhr mit seinem Bäckerwagen nach Einbruch der Dunkelheit auf der Chaussee,' diese sollte neu etngedeckt und gewaltzt werden, zu welchem Zweck eine große Masse Schotterstein« angefahren waren. An einer Stelle reichten diese Haufen so weit auf den Fahrdamm, daß nur ein Raum von etwas über 2 Meter frei- blieb. Hier begegnete S. einem anderen Fuhrwerk; beim Ausweichen geriet fein Wagen mit den Hinterrädern auf einen Steinhaufen und schlug um, S. unter sich begrabend. An den erlittenen Verletzungen starb er. Sein« Hinterbliebenen verklagten den Kreis Friedberg als Wogeunterhaltungspflichtigen auf Schadenersatz und zwar verlangte die Witwe für sich eine Rente bis zum 65„ für die Kinder bis zum 16. Lebensjahre. Das Landgericht Gießen sowie das Oberlandesgericht Darmstadt gaben der Klage statte letzteres aus den folgenden Gründen: Den Sttaßenwärter M. ttifft dis Schuld, die tm Wege liegenden Haufen nicht weggeräumt zn Haben. Er mußte sich sagen, daß der Raum von zirka 3 Meter nicht breit genug war, um das Passieren zweier Fuhrwerke zu gestatten, besonders im Dunkeln. Der Kreis haftet aber auch aus eigenem Verschulden. Der Eigentümer einer Straße hat nach gültigen Rechtsgrundsätzen dafilr zu sorgen, wenn er sie zum öffentlichen Gebrauch bestimmt, daß die Verkehrssicherheit gewährleistet wird. Allerdings ist er nicht für jedes Hindernis veranttvorttich zu machen, das etwa ohne sein Wissen auf die Straße gelangt; anders liegt die Sache aber hier, wo die Ausbesserung und deshalb das Anfahren der Steine mtt seinem Wissen geschah. Der Beklagte hat seiner Aufsichtspflicht nicht genügt, indem er stch um die Lagerung der Schottersteine nicht gekümmett hat Hierfür sind verantwortlich der Kreisrat und der Kreisbauinspektor, beides verfassungsmäßige Vertreter der Beklagten. Dem Inspektor mußte bekannt seim daß die Gefahr bestand, mit den großen Steinmassen den Fahrdamm einzu- engen. Er hätte hiergegen Vorsichtsmaßnahmen anordnen müssen, fei es, daß die Straße gespertt wurde, oder daß man die gefährlichen Stellen beleuchtete. Der Inspektor durfte sich nicht dabei beruhigen, daß bis jetzt derartige Maßnahmen nicht gettcffen wurden, ein Unfall aber nie eingetteten war. Ebenso hatte sich der Kreisrat um diese Dinge kümmern sollen. Diese Entschließung wurde von dem Beklagten mit der Revision ait< gefochten, vom Reichsgericht indes bestätigt Utphe. Am vergangenen Freitag nachmittag 143 Uhr entstand auf dem hiesigen Hofgut in der Feldscheune beim Dreschen von Raps Feuer. Im Ru stand die ganze Halle in hellen Flam. men. Trotzdem die Wehren aus der Umgegend schnell herbei- geeilt waren, war an ein Löschen nicht zu denken, denn das Feuer fand in dem Sttoh gar zu reichliche Nahrung. Die ganze Scheuer, etwa 2906 Zentner Rapssttoh, 30-^0 Ztr. ausgedroschenen Raps, die ganze Dreschgarnitur, verschiedene Wagen usw. wurden ein Raub der Flammen. Das Feuer ist durch das unselige Zigarettenvauchen entstanden. Trotzdem der Guts- Pächter. Herr Jacobi, seinen Leuten wiederholt und auf das strengste das Rauchen während der Arbeit untersagt hatte, Lbertraten polnische Arbeitet dieses Verbot, wodurch das Feuer und der Schaden entstanden ist Butzbach, 12. Juli. (Verbot der Verarbeitung von Obst zu Obstwein.) Anderes Obst als Kelterbirnen und Heidelbeeren darf gewerbsmäßig nicht zu Obstwein verarbeitet werden. Ausnahmen dürfen nur für die Kelterung von Aepfeln zugelassen werden, die dem Verbrauche als Frischobst nicht zugeführt werden können. Ueber die Zulassung der Ausnahmen entscheiden die zuständigen Landesstellen, in Preußen die Provinzial- und Bezirksstellen fiir Obst und Geinüse. Werden Aiisnahmen zugelassen, so hat die Ablieferung der anfallenden Trester nach den im Einvernehmen mit der Reichsfuttermittelstelle, Geschäftsabteilung, zu erfolgen. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften des § 1 werden mit Gefägnis bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe bis zu 10000 Mark oder mit einer dieser Strafen belegt. Neben der Sttafe kann auf Einziehung der Vorräte erkannt werden, auf die sich die strafbare Handlung bezieht, ohne Unterschied, ob sie dem Täter gehören oder nicht Frankfurt a. M. (8 0000 Mark erschwindelt.) An der Strafkammer wurde gegen den 43jährigen Kaufmann Wilhem B ä p p l e r wegen Betrugs verhandelt Bäppler, zuletzt wohnhaft in Walldorf in Hessen, hat vor dem Krieg mit Oel, Lack und Farben gehandelt. Während des Krieges kam er als Hilfsarbeiter zum Magistrat der Stadt Frankfurt a. M. Als Nebenbeschäftigung machte er Gelegenheitsgeschäste, die in seine frühere Branche einschlugen. So trat er Ende Juli v. Js. mit zwei Firmen in Köln, mit einer Firma in Leipzig wegen Lieferung von technischem Rübölersatz und Heißdampfzylinderöl in Verbindung Es wurde ein Geschäft in Höhe von etwa 80 000 Mark abgeschlossen, wobei Bäppler aus Bezahlung gegen Duplikat- frachtbrief bestand. Die Ware war gefärbtes Wasser. Bäppler erklärte sich für nichtschuldig, wenn ein Betrug begangen worden sei, dann habe ihn sein Lieferant, der Ernst Burkhard heiße, begangen. Burkhard wohne in Frankfurt, aber die Straße könne er nicht angeben, er sei immer in einem Kaffeehanse mit ihm zusammengetroffen. Dieser Burkhard ' ist nicht zu finden. Das Gericht erkannte auf vier Jahre Gefängnis und fünf Jahre Ehrverlust. FC. Frankfurt a. M., 11. Juli. Für 15 000 bis 20 000 Mt. Kupfevdrähte, Kupfer- und Zinklitzen wurden nachts aus den Lagerräumen einer hiesigen Firma mittels Einbruchs gestohlen. — Der Landwirt Pflug in Ginn he im hatte. ein Rind und ein Schwein für den Bedarf seines Haushalts mehr geschlachtet als ihm das Lebensmittelamt zugestanden hatte. Das Schöffengericht verurteilte ihn zu 2100 Mark Geldstrafe. FC. Frankfurt o. 9Jt, 12. Juli. Im Walde in der Nähr der Station Schwanheim fand ein Streckenwärter eine etwa 25jährige weibliche Person, deren Körper von einer Anzahl Mücken bedeckt war. blutüberströmt vor. Auf Befragen teilte ihm die Schwerverletzte mit, daß sie Schwester in einem Frank- fmter Krankenhause sei und versucht habe, sich mittels Oeffnen der Pulsader das Leben zu nehmen; sie liege in diesem Zustand' unter großen Schmerzen schon seit Montag Abend. Sie kam in das Krankeichaus nach Höchst Hanau, 11. Juli. Einen traurigen Ausgang nahm eine Kahnfahrt, die in der gestrigen zehnten Abendstunde der 15 Jahre alte Schüler Heinrich Stein mit seinem gleich» altrigem Freunde Reffe! auf der Kinzig rmternahm. Während der Fahrt wollten die beiden jungen Leute ihre Sitzch. tvechseln, dadurch kippte der Kahn um und seine beiden Insassen fielen ins Wasser. Während es Reffe! gelang, schwing mend das Ufer zu erreichen, kam Stein in den Muten wfc- Seine Leiche konnte noch nicht geborgen werden. Verantwortlich für den polifischen und lokalen Teil: OttV Hirschel, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag der ».Neuen Tageszeitung*, A. G., Friedberg l H. Wem nie durch Me Md geschah, f' Roman von CourthS-Mahler. ' 55) ' Nachdruck verboten Ich starrte sie betreten an. „Ist das wahr, Helene — weißt du, daß Heinz dich liebt, daß er nur in einer Verirrung um mich warb?" „Ja — es ist wahr — so wahr ich ihn liebe," antwortete sie. Ich sank in mich zusammen. „Kannst du mir das beweisen?" fragte ich. „Ja — ich kann die Beweise bringen, daß er mich liebt," erwiderte sie Mir wurde gang kalt im Herzen. Ich hatte selbst gemerkt, lieber Heinz, daß du feit unserer Verlobung noch ernster und stiller geworden warst, daß du oich nicht glücklich schienst. Ich mußte an Helenes Worte glauben. Der Gedanke, als Hindernis zwischen Dir und Deinem Glück zu stehen, machte mich fast besinnungslos. „Gib mir einen Beweis!" rief ich außer mir. „Das will ich tun. Aber erst schwöre mir, daß du keinem Menschen sagen willst, was ich jetzt mit dir gesprochen haLL Schwöre mir, daß Heinz nicht erfährt, daß ich versucht habe, ihn zu befreien. Gälte es nur mein Glück, würde ich still entsagen. Aber es gilt auch sein Glück — und dafür ist mir nichts zu schwer." Mir brach fast das Herz. „Ich gebe dir mein Wort, Helene," sagte ich tonlos, „daß ich nicht verraten werde. Und ich schwöre dir. daß ich lieber sterben werde, als ihm wissentlich einen Schmerz zuzufügen. Steht es in meiner Macht, ihm sein Glück zu sichern, so tue ich es." Helene faßte meine Hand. „Du kannst es Aber wenn du Opfer bringen willst für ihn, mußt du sie gang bringen. Er darf nicht ahnen, daß du ihn freigibst, weil du ihn-nicht unglücklich machen willst. Du mußt es so hinstellen, als fei es zu deinem Glück nötig, daß du dich von ihm lösest. Denn er ist zu ritterlich, dich zu verlassen, weil ihn fein Herz dazu drängt. Er würde sein Wort halten, und wenn er darüber sterben müßte." Ich fieberte Mr f y w „Gib mix de» Beweis." fottete U ÄrM \xtttb sei gewiß. 8aß Äh handekw werde, ©te tiu » willst. Er soll sich meinetwegen nicht mit Vorwürfe» quälen. Latz mich nur klar sehen, — ich will es dir danken, und niemand soll erfahren, was wir gesprochen haben." Da zog fie heftig einen Brief aus ihrem Kleid. Er war zweimal mitten durchgerissen. „Ich tat es, von meinem Schmerz überwältigt, und wollte ihn erst vernichten," sagte fie und fegte mir die Stücke passend guisammen. Dann fuhr sie fort: „Diesen Brief gab mir Heinz, — du kannst daraus ersehen, wie er mich liebt. Lies — und entscheide dich." Ich las — die Worte gruben sich mir wie mit Flammenfchrist ins Herz. Und sie haben sich mir eingeprägt, als seien sie mir mit glühendem Griffel in die Seele gebrannt. Ich will sie dir wiederholen, Heinz, und lege das zerrisiene Original dieses Briefes meinen Aufzeichnungen bei, als Beweis für die Wahrheit meines Bekenntnisses. Dieser unselige Brief lautete: „Mein heißgeliebtes, teures Mädchen! Wenn ich Dir doch nur einmal sagen könnte, wie namenlos ich dich liebe, wie sich mein ganzes Sein nach Dir verzehrt! Ahnst Du — weißt Du, was in mir vorgeht? Wie unglücklich bin ich, daß ich es Dir nicht sagen kann Du bist mir so nahe, und doch trennen uns lausend Hindernisse. So viel Angen find um uns her, die uns beobachten. Ich möchte um Dich werben mit der ganzen Inbrunst meiner Liebe, aber ich wage es nicht. Du könntest erschrecken, mich zurückweisen — und das ertrüge ich nicht. Warum bin ich nur so zaghaft, Dir gegenüber, warum lache ich nicht alles Zagen fort und reiße Dich in meine Arme, daß Du die Tiefe meiner Liebe fühlst? Ich weiß nicht, ob ich Dir diesen Brief gebe, ich komme mir wie gebunden und geknebelt vor, weil ich Dir nicht zeigen kann, was in meiner Seele für Dich glüht. Der Verlobungsring an meinem Finger blitzt. Weißt Du, was ich dabei empfinde? Ach, Geliebte — warum bist Du nicht mein mit ganzer Seele? So glücklich könnte ich fein an Deiner Seite und bin doch nur Dein unglücklicher Heinz." Ich verstand den Inhalt dieses Briefes nicht ganz nutz «einte, daß ihn nur Helene ganz verstehen könne, an die er gerichtet war. Aber das ersah ich daraus, daß Du nicht mich, lotest, sondern Helene, daß Dich der Verlobungsring drückte und daß Du als mein Verlobter unglücklich warst. Die Worte dieses Briefes, von Deiner Hand geschrieben^ an eine andere gerichtet, erfüllten mich mit einem namenlose» Schmerz. Für mich hattest Du niemals so heiße, innige Wort« gehabt. Vergebens fragte ich mich, wie Du Dich mit dieser Liebe für Helene im Herzen, mit mir hattest verloben können. Ich fragte das auch Helene. Da sagte sie mir, daran sei Tante Anna schuld, sie habe Dich gegen sie beeinflußt, bis Du in einer schwachen Stunde ihren Willen erfüllt hättest. Ach.— ich wußte ja nur zu gut, daß Tante Anna das wirklich getan hatte! Jedenfalls war ich an jenem Abend das un* glückliche Geschöpf-unter der Sonne. Ich versprach Helene alles, was sie wollte, denn ich war ganz gebrochen. Nur den Brief von Dir erbat ich mir von ihr — er sollte mich immer daran mahnen, daß ich verworfen worden war von Dir, trotzdem ich Deine Braut war. In der Nacht fand ich keinen Schlaf. Am anderen Morgen, als alles noch im Haufe schlief, ging ich hinaus in den Wald. Mein Kopf schmerzte und die Mauern schienen mich erdrücken zu wollen. Ich kam mir namenlos gedemütigt vor, weil ich eine - Mann liebte, der mich verwarf. Ein Zufall fügte es, daß an jenem Morgen Fritz von Pla- ten auf die Jagd gegangen war. Ich traf ihn im Wald. Und als ich ihn sah, dachte ich: den schickt dir der liebe Gott. Ich war mit Helene einig in der Ueberzeugung, daß Du nicht ahnen durftest, weshalb ich meine Verlobung löste. Und nun war ich plötzlich im klaren, was ich tim mußte. Fritz von Platen kam auf mich zu. Er sagte mir, er wolle die Gelegenheit benutzen, sich von mir zu verabschieden, denn er müste am nächsten Tage abreisen. Er gehe nach Schweden und sei abgerufen worden. Fortsetzung folgt. 13, B. 14. Wiedersehen dereinst unsere Hoffnung. ~ fm„w T l er 5 ,a i tC ^f^ e L ten - tDic - telegraphisch die tiefschmerzliche, ^ teaunge baß unser mnigstgeliebter, braver, hoffnungsvoller Sohn und Bruder Karl Lang Telegraphist bei der Fernsprecher-Abteilung 119 , «inle Stuft) am 9. Juli bs. Js. in bas b 3 r ’ 20 ""geliefert, am gleichen Toqc abenbs 19« Uhr ^ebbaf m "Yb am II Juli, norm. 9-° Uhr. ans bem WUtäl Jtietyof m Asfeld !a Bille in einem Emzelgrab bestattet worden ist tw, iqIII 1 *r e l n lunges blühendes Leben im Atter von 21 Jahren 4 Monaten nad) 13 monatlicher treuer Pflichterfüllung fürs Vaterland lassen. Friedberg, den 15. Juli 1918. Haagstr. 28 In tiefem Schmerz: Familie Ceorg Lang, Lina Stelz. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme während der Erkrankung und bei dem Tode unseres lieben einzigen Sohnes und Bruders, des Musketiers Rudolf Vifchoff 1 Ein Pferd den mir nfTan ftaxfiA.n rr _ r. * . v i EH .... ... ® " 1 gebrauchten leichten Landauer 1 fahrbares Hühnerhaus billig abzugeben Ludwig Haustein, Wagenbauer Friedberg. sagen wir allen herzlichen Dank. Ganz besonders danken wir seinen Herren Vorgesetzten und seinen Kameraden, dem Kriegerverein Leidhecken und allen für die schönen Blumenspenden und die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung, sowie Herrn Pfarrer Reinfurth für die trostreiche Grabrede. Leidhecken, den 14. Juli 1918. Im Namen der Hinterbliebenen: Familie Philipp Bischofs. mittleren Alters, zu verkaufen bei l. Grauer, Rendel. Einen gut erhaltenen Leiterwagen zu verkaufen. Iak.Emmerich, Bruchenbrücken -MM Am Dienstag, den 16. d. Mts. steht ein großer Transport prima hochtragender und frischmelkender bei uns zum Verkauf. Reichenberg«Rofenthal Viehhandlung. Friedberg. Fernruf Nr. 44 Drucksachen liefert schnell und billig Beue Tageszeitung, Druckerei u. Verlag Ä.-ß. Betr.Feldübertretungen durch noch nicht schulpflichtige Kinder. Kelranntmachnng Seitherige Wahrnehmungen der Feldpolizei haben ergeben, daß von Kindern, die noch nicht in schulpflichtigen Alter stehen, in den Gärten der Stadt Friedberg und des Stadtteils Fauerbach und der diesen nahe gelegenen nicht ein- gefrikdigten Gemüsepflanzstücken vielfach Schaden angerichtet worden ist, indem diese roh eßbare Eemüsearten, wie z. B. Erbsen und gelbe Rüben rc., aus dem Boden herausziehen und dann wieder nutzlos wegwerfen, sodaß sie vertrocknen und für die menschliche Ernährung verloren gehen. Nach L 4 und 5 des Feldstrafgesetzes sind derartige Feldübertretungen strafbar. Haftbar find für solche die Eltern, Vormünder, Pfleger und Erzieher, wenn die Bestrafung des Täters auf Grund der §§ 51, 56 und 58 des St.G.B. nicht ausgeschloffen ist. An die Eltern, Vormünder, Pfleger und Erzieher solcher Kinder richte ich hiermit das dringende Ersuchen, diesen das Betreten der Gärten und Gemüiepflanzftücken, ohneBeisein erwachsener Personen energisch zu verbieten und fie so beaufsichtigen zu lasten, daß derartige Feldübertretungen nichtvor- kommen können. Fernere Uebertretungen gleicher An werden rücksichtslos zur Anzeige gebracht. Friedberg, den 13. Juli 1918. Der Bürgermeister I. B.: Damm. Bekanntmachung. Nächsten Dienstag, den 16. Juli, verteilen wir in der alten Post Land-Eier. Zeiteinteilung wie bei der Butteroerteilung. Es werden abgegeben: Auf Eierkarten gelb, Marke 31, 1 Etz zu 32 Pfennig, auf abgestempelle rote Eierkarten. Marke 32, 1 Ei zu 32 Pfennig, und gegen Borlage der lreisamtlichen Bescheinigungen auf abgestempelte rote Eierkarten, Marke 35, 1 Ei zu 33 lennrg. Die Eierkarten find vorzulegen. Nicht abgestempelte rote Eier» karten sind ungültig. Eierkarten ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug,' einzeln abgetrennte Marken sind wertlos. Friedberg. den 13. Juli 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) I. A: Langsdorf. Durch Ankauf von Privatwäldern liefert fortwährend und billig C. See, Massenheim. Telefon 239, Amt Vilbel. Alitt-Frmii-Vmi» ^rieiilicrn. Freitag, den 19. Zuli, abends 8 Uhr, in der Turnhalle der Augustinerschule.' Vortrag mit anschließender freier Aussprache, von «r. It, Streekei», Direktor der Schillerschule. Prioatdozent der Pädagogik an der Universität Gießen, über: Ausgaben «.Aussichten einer „Fraueuschule" in Friedberg. Eintritt frei. Jeder willkommen, der fich für die Fragen einer zeitgemäßen Mädchenerziehung interessiert. Wir suchen einige Zentner Deutschen Rotklee letzter Ernte möglichst vom Erzeuger zu erwerben und bitten um Angebot. Kornhaus Hanau a. M. Geschäftsstelle der Kommunaloerbände Hanau Stadt und ssand, Telefon 245, 246, 247. Bekanntmachung. Wir bringen erster Tage frische grüne Erbsen durch die hiesigen Gemüsehändler zum De kauf. Anmeldungen nehmen wir unter Vorlage der Lebensmittelkarte auf unserem Geschäftszimmer Dienstag vormittag von 11—12 Uhr für den Bezirk RUI und für diejerügen der übrigen Bezirke, die noch keine erhalten haben, entgegen. Friedberg, den Ux Juki 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) _'_ I. A>: Langsdorf. Kreissammelstelle Friedberg. Annahme des Sammelgutes aus de» Orte« de» Bezirks Friedberg “ Mittwoch. ta. 17 . 3 «aj ^chEagoE--Sllh. ton Een Güterschuppen (Vahnhosstratze) Friedberg. \ Landwirte! Wir liefern ab Lager Nidda: Grasmäher, ein- und zweispiinnig, Alchmüher, Getreide«»iihm aj chinen, alle Arten Pflüge, Kultivatoren, Glattwalzen, Camdridge- Mahen. Drillmaschinen, Waschmaschinen, Centrifuge«, Dezimalmagen, Jauchepumpe». Frnchtpresseit und Fruchtkessel sowie sämtliche Maschinen und Geräte für die Landwirtschaft. 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