Die „Neue Tageszeitung" erscheint jeden Werktag. Regelmähige Beilagen „Der Karrer aus Hessen", „Die Spirrnstrrke". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vierleljährlich ML 2j& hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeige«: Grundzeile 25 Pfg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahmc erhoben. Ersöllunasort Friedberg. Kchriftleilung und Uerlag Friedberg (Hessen), Hanaueritraße 12. Fernivretzer 48. Poits tzeck.Lanlo 'Jlt. 4859, Amt Frankfurt a. M. Kuhlmanns Abschied. Admiral v. Hintze Nachfolger? — Am Ka Kastee-Kaiial und auf dem Uordufer der Somme starke Angriffe des Feindes abgemiejen. — Feindliche Angriffe in Albanien. — 17 000 Tonnen versenkt. -—....——- "" M Der dentfche General stak 5===s=ss=== meldet: ■———' M. T. K. Großes Aouptquavrier» den 9. Juli. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht'. Südlich des La Basiee-Kanals wurden mehrfach wiederholte Teilangriffe, auf dem Nordufer der Somme starke Vorstöße des Feindes abgswiesen. Der Artilleriekampf blieb in diesen Abschnitteil lebhaft, und er nahm am Abend beiderseits der Somme zeitweilig wieder große Stärke an. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Westlich von Autheuil (südwestlich von Noyon) haben sich heute früh nach heftigem Feuer örtliche Angriffe des Feindes entwickelt. Am Walde von Viller-Cotterets scheiterten Teil- angriffe der Franzosen in unserem Kampfgelände. » Gestern wurden 18 feindliche Flugzeuge abgeschoffen. Leut-, vant B i l l i k errang seinen 23. und 24., Leutnant Friedrich seinen 21. Luftsteg. Der Erste Gcrreralquartierm erster: Lud endo off« Abendbericht. Berlin, 9. Mali, abends. (WBs Amtlich.? Südwestlich Noyon wurden französische Teilangriffe abgewiesen. Oertliche erfolgreiche Kämpfe westlich Chateau-Thierry. Der österreichische Generalstak - meldet: Wien, 9. Juli. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der italienischen Front keine besonderen Ereignisse. In Albanien dauert der Druck der ber die Bojusa verbrechenden feindlichen Kräfte nachl-altig an. Südwestlich von Berat kam es zu Gefechten. Fm Zusammenhang mit diesen Kampfhandlungen erzielten die Franzosen am oberen De- volt Raumgewinn. Der Chef des Generalstabes. 17000 Tonne» versenkt. Berlin, 8. Juli. (WB.) Unsere U-Boote vernichteten im Sperrgebiet um England 17 060 Brt. feindlichen Handelsschiffs, raums. Den Haupianteil an diesen Erfolgen hat das vom Kapitänleutnant von Rabenau (Reinhart) befehligte Boot, das an der Ostküste Englands sechs Dampfer, zum größten Teil aus stark gesicherten Eeleitzügen heraus, versenkte. Der Chef des Admiralstabes der Marine, Der hotlnndische Geleiftng. Amsterdam, 8. Juls. (MV.) Die „Times" greift in einem Leitartikel die englische Regierung wegen ihrer demütigenden und unbegreiflichen Haltung in der Frage des niederländischen Konvois an. Diese Haltung schaffe einen Präzedenzfall für die Preisgabe des Untersuchungsrechts, der gegen England ausgenutzt werden könne. Das „Algemeen Handelsblad" schreibt dazu: Törichte Bemerkungen wie diese können nicht nur auf Dummheit, sie müssen auch auf Bosheit zurückgeführt werden. Haag, 8. Juli. (WB.) Meldung des Korrespondenzbüros. Auf eine Anfrage des Abg. Knöbvl» ob die Meldung richtig sei, daß am 13. Juni auf der Höhe von Kanoyk, drei Meilen von der holländischen Hohertsgrenze entfernt, ein englisches Geschwader von acht Kreuzern in Gefechtsformation sich befunden habe, und daß daniit das Nichtausfahren des Konvois nach Indien in Verbindung stehe, hat der Kriegsminister als interimistischer Verweser des Marineministeriums die Antwort erteilt, daß, soweit ihm bekannt sei, an dem genannten Tage auf der Höhe von Katwyk und in den angrenzenden Gewässern keine englischen Kreuzer oder andere Kriegsschiffe gesehen wurden, und daß demnach das Mchtausfahren des inzwischen nach Indien aus gefahrenen Konrvis mit der Anwesenheit eines englischen Geschwaders vor der holländischen Küste nicht in ZusarmnenhanM Me, In iüittritf Kjihlmms. Admiral Hintze Nachfolger? Berlin, 9. Juli. Wie im Reichstage während der Be- ratuugen der K'reditvorlage bekannt wird, hat der Staatssekretär von Kühl mann seinen Abschied erhalten. Zu seinem Nachfolger ist der bisherige Gesandte in Kristiania Admiral von H i n tz e ernannt. Der Reichstag hat darauf sofort die Kreditvorlage an den Hauptausschuß zurückverwiesen, um dort die sich aus der Entlassung Kühlmanns ergebenden politischen Konsequenzen zu beraten. An eine Vertagung des Reichstages ist unter diesen Umständen zur Zeit nicht zu denken. Berlin, 9. Juli. (WV.) Wie zuverlässig verlautet, hat der Kaiser das Abschiedsgesuch des Staatssekretärs Dr. von Kühlmann angenommen. Als sein Nachfolger wird der biherige Gesandte in Kristiania Dr. von H i n tz e genannt. Eine endgültige Entscheidung ist jedoch noch nicht getroffen. Berlin, Juli. Der Staatssekretär v. Kühlmann hat erst gestern den Kaiser in einer mündlichen Unterredung um seine Entlaffung ersucht, die ihm daraufhin vom Kaiser gewährt worden ist. Es ist also unzutreffend, wie vielfach behauptet worden ist, daß ein schriftliches Entlassungsgesuch des Herrn v. Kühl- mann schon seit einiger Zeit und zwar unmittelbar nach der bekannten Rede im Reichstag Vorgelegen habe. Der Reichs, kanzler Graf Hertling hat bereits gestern eine Besprechung mit dem zum Nachfolger des Herrn v. Kühlmann ausersehenen Ge sandten v. Hintze gehabt, und es wird offiziös versichert, daß der Reichskanzler bei dieser Unterredung den Eindruck gewonnen habe, daß Herr v. Hintze die bisher vom Reichskanzler befolgte auswärtige Politik durchaus zu unterstützen bereit fei. Es könne affo. so wird weiterhin offiziös erklärt, von einer Aende- rung im bisherigen Kurse keine Rede sein. Die Denteüffern der Italiener. Wien, 8. Juli. (WB.) Zum Nachtrag des italienischen Heeresberichtes vom 6. Juli bemerkt das Kriegspressequartier: Wenn die Italiener aus ihren Fortschritten im Piave- Delta möglichst viel Kapital schlagen, so sei darüber kein Wort verloren. Dagegen verdienen ihre Gefangenen- und Beutezahlen schärfste Abweisung. Die Zahl der durch sie eingebrachten Gefangenen ist durch die letzten Kämpfe an der Gebirgsfront und an der unteren Piave höchstens um 3000 Mann, das ist seit Beginn der Schlacht in Denetien von 12 000 au.f 15 000 gestiegen. An dieser Tatsache ändert Mlch der 23 911te Gefangene nichts, der italienrscherseits „gezählt" worden ist. Die dem k. u. k. Armeeoberkommando gemeldete Ge- fchützeinbuße beläuft sich seit dem 15. Juni auf insgesanrt 12 Geschütze. Man muß da füglich die Frage stellen, ob die fünffache Uebertreibung des italienischen Berichts nicht dadurch entstanden ist, daß der Feind seine „zurückeroberten", das heißt, die von uns wieder stehen gelassenen italienischen Geschütze mitzählt. Da mag solche Menge herauszurechnen sin. Es ist schließlich verständlich, daß wir bei der Räumung des rechten Piaveufers das Hauptgewicht auf das Bergen unseres Materials gelegt haben. Seltsamerweise findet sich aber die Uebertreibung auf das Fünffache auch in den feindlichen Angaben über die Maschinengewehre. In der Tat haben wir nicht viel über 200 Stück dieser Waffe eingobüßt, eine Ziffer, die in Anbetracht der großen Menge dieses wichtigen Kampfmittels als durchaus normal bzeichnet werden muß. ? Die drei Vergleiche genügen, auch andere Angaben des italienischen Heeresberichtes über die Bertte ins rechte Licht zu fetzen. Deutsche Fliegerschäden. Genf, 8. Juli. Boulvgne und Umgebimg wurden während zweier Nächte von deutschen Fliegern mit einer großen Anzahl von Geschossen aus geringer Höhe beworfen. Ueber die Zahl der Toten und Verwimdeten schwanken die Angaben. Die Verfolgung war ergebnislos. Von der Ausweisung bedroht sind einige Pariser Kov- refvondenfen von Blättern neutraler.Staaten wegen angeblich unrichtiger Mitteilung über die an Amtsgebäuden vos deutschen Fliegerbomben verursachten Schaden. Die Rs gierung hält es für zweckwidrig, über die am KriegS- mimsterium in der Rim Dominique angerichteten Verwüst» ungen eine Note auszugeben. Jene Korrespondenten ver- sicherten, daß im Archiv des Ministeriums historisch Schriften aus der Zeit Condes und des ersten Napoleon, sowie der jüngsten Gegenwart ein Raub der Flammen geworden seien. Einige Geschosse hätten zwischen dem PalaiZ Bourbon und dem Jnvalidendom Treffer erzielt. Die Ermordung des Grafen Mirbach. Die Kämpfe m Moskau. Wien, 9. Juli. (WB.) Zur Ermordung des deutsche« Gesandten Grafen Mirbach sind folgende Meldungen eiw» getroffen: Nach der Flucht der Mörder- in das Gebäude, in dem der in Moskau tagende Kongreß der linken Sozialisten Revolutionäre untergebracht ist, entspannen sich ins Laufe der Nacht vom 6 auf den 7. Juli lebl-afte Straßen- kgmpfe, bei denen erwiesenermaßen englische Agitators» tätig waren. Die Sowjettruppen haben aber dank ihrem sofortigen scharfen Zufassen die Ordnung rasch wiederher« gestellt. Die Führer der Sozialisten-Revollltionäre wurde« aus dem Kongreß heraus verhaftet. Ob die Mörder auch schon gefaßt sind, ist nicht bekannt. Gegen 7 Uhr abends war in Moskau ziemliche Ruhe eingetreten. Artilleriefeuer war nicht zu hören, nur noch planloses zeitweiliges Gewehrfeuer. Die russische Regierung ließ in Flugblättern eine Erklärung verbreiten, in der sie die restlose Unterdrückung der ganzen Bewegung in Aussicht stellt und für den Fall des Wiederausbruchs die volle Verantwortung den Sozialisten Revolutionären überläßt. Ans Rußland gibt ein Brief vom 4. Juli Auskunft, den die „Franks. Ztg." veröffentlicht. Wir lesen da: Eine der schlimmsten Härten des gegenwärtigen Zustande» sind die geradezu unglaublichen Lebensmittelverhältnisse. Der Preis für ein Pud schlechtes schwarzes Mehl stieg in den letzte« Tagen sprungweise von 200 auf 380 Rubel und wird sicherlich noch weiter steigen. Brot ist nirgends zu kaufen. Was man gegen teures Geld und unter großen Schwierigkeiten allenfalls erhält, ist ein schwarzes, feuchtes, mit Stroh vermischtes Brot, das schlechterdings ungenießbar ist. Sicherlich wäre auch ohi« das von der Räteregierung eingcführte Getreidemonopol eine Brotkrisis vorhanden, aber niemals wäre sie ohne das Monopok so empfindlich, wie sie tatsächlich ist. Die Zufuhren von Getreide aus der Ukraine, aus dem nördlichen Kaukasus und aus dem reichen Sibirien nach den mittleren und nördlichen Gouvernements von Großrußland haben aufgehört. Bei de« Bauern Rußlands sind selbstverständlich Vorräte an Getreide vorhanden, deren Herausgabe die Not mindern würde, aber sie kommen nicht zum Vorschein. Bei freiem Handel wäre unter den jetzigen Ausnahmezuständen der Preis für das Pud Getreide vielleicht bis in die Höhe von 100 Rubel gestiegen, nie* mals aber zu der einfach phantastischen Höhe des Vierfachen dieses an sich schon enormen Betrages hinaufgeschnellt sein, wie es jetzt der Fell ist. Die einst so prächtigen großen Lebensmittelgeschäfte und Bäckereien Moskaus sind verödet, die Schaufenster ohne Waren. Rur die Trödelmärkte sind reich besetzt. In den unsaicberen einfachsten Volksrestaurants der Stadt kostet eine aus zwei Gerichten bestehende vegetarische Mahlzeit ohne Brot nirgends weniger als 10—15 Rubel. In den wenige« vornehmen Restaurants, die noch geöffnet sind und die meist von Ausländern besucht werden, ist eine Suppe nicht unter Ify ein Fleischgericht nicht unter 15 oder 20 Rubel zu haben. Allerdings herrscht ein märchenhafter Ilebersluß an Papiergeld. Selbst in den Gassen der Aermsten scheint dieses verlumpte, verschmutzte Zettelgeld, das an Vierflafchenettiketts erinnert, un* ermeßlich zu sein. Man kann sich, wenn auch zu erstaunliche« Ziffern, die in keinem Lande ein Gegenstück haben dürften, schließlich doch noch immer mit dem Nötigsten versorgen. Nur das Brot ist einfach unsichtbar geworden. Man Mistet fei« Leben und zuckt die Achseln. Die Absichten der Entente. Stockholm, 8. Juki. Aus Petersburg erfährt „Soensk« Dagbladet" über Helft ngfors: Die Entente stellt als Bedingung für eine Einmischung in die Angelegenheiten Rußland»» daß hervorragende russische Staatsmänner fie verlange». Dteftz k f»Oeir E Regletung »lw«n, Li« das Trve von K-°ensktt- 3m ievm «Biemma ««hitt Al- Mitglieder werden genannt: Kerenskij, Terestfchenko, Stachowlisch (Mnister de, Innern) und Jsmolsk, (Minister de, Aeußern). Man erwartet, daß ett8li, * en Schiff«, nach der Murman. J TI*-, ®° rt f0fic bi- Erfüllung der Alliangver. w en de " nh '* ätUf&e&Un{! hcs Sr-eden- von Brest protta. A»ttü!,rkrl'is,e StmKnny in Irland. -,, 1 ^"°'. 7 \ 3 “ R -,® ie P^ifer Ausgabe der Londoner „Daily «"? ®! uBe ™ nsen °u- der letzten Debatte im eng- M-n^Parlament, Danach schildert« Shorti die englandseind. liche Stimmung in Irland in den grellsten Farben, Ueberall Srlt'v', T ^°UEschl°ge mit aufrührerischem nhalt. Als Beifpuel der aufrührerischen Reden wurden die wir babe^ ' tUK5 * ebnCtS 3itiCrf ’ ber 9efa0t h-lbe: „Gottlob, nnt h°ben lange genug gelebt, um den Tag zu sehen an dem a- englische Reich durch das mächtige Deutschland ' in den * ~ Tfl ” irb/ ‘ ® 9 darauf zu heften perlönli^ an» "" Parlamente gekommen, über die aber teilt J teT "***** ^il" weiteres nicht mit- Rede gipfelte in einem mrtzlosen Angriffe gegen e katholische Kirchef der Abgeordnete Marlean berichtet/ tJÄKTfc b " enflIi,< ^ n ****"«« behaupte- 1. b t TZr ^ tIanb «Egten die Beweise, tund zu Le? ^ nicht einmal, um einen Die ZttstKnde in Irinnd. . Enem Gewährsmann der „Dass, Ztg," ist es aelnnaen br e & ten Seif in Irland sich aufznhalten. Es ist ihm möglich, e,n zuverlässiges Bild von der gegenwärtigen Lage des r sonst von der Außenwelt abgesperrlen Irlands zu L» Sinnfeiner und die ihnen verwandten Orga- "ul/ m"? 0tt n ^°^hrungen getroffen, um Mitte ^ulr einen großen allgemeinen Aufftand zu beginnen Im Är*“ 8 * 'Een in Irland Me Betriebe' und fwa so daß dre Umwälzung innerhalb eines Tages eine vollendete Tatsache gewesen sein würde. So- Wohl die nationalistische Partei wie deren Führer arbeite- fcn der Bewegung nicht entgegen. Aber es sind jetzt Vorgänge bemerkt worden, aus denen sich geheime Befllrch. tungen für die Iren herleiteten. Die Engländer haben ^ bnglischen, auch amerikanische Truppen nach Irland St, ? n Z vertrauensvollen Persönlichkeit wurde- veÄL' ^ r K Srm ! Ttfaner di- Sache an die Engländer komme letzt darauf an. ob die geheimen Ko- mitees auch ahne die entdeckten Waffen den Aufstand durch- setzen wollen, der bei der Erbitterung der Bevölkerung sich « einer blutigen Katastrophe für Irland gestalten könnte. Die irische Brigade. . Haag, 9 .Juli. Aus London wird gemeldet: Der große Kriegs rat hat den Prozeß gegen den Korporal Dowling emen ehemaligen Kriegsgefangenen, eröffnet, der im April dieses Jahres aus Deutschland kam und in Irland von ernem deutschen U-Boot gelandet wurde. Dowling wird beschuldigt, im Kriegsgefangenenlager in Limburg versucht )u haben, andere dazu zu bewegen, sich der sogenannten wischen Brigade anzuschließen, die Deutschland gegen England ausrüsten wolle. Weiter wird er beschuldigt, in Irland zu dem Zwecke gelandet zu sein, dem Feind zu helfem Es wurden mehrere Zeugen vernommen, die natürlich im Sinne der Anklage aussagten. Sie wollten wissen, daß diejenigen wenigen Personen, die geneigt waren, sich der Brigade anzuschließen, gut behandelt worden wären und eme Sonderuniform erhalten hätten. Dxr Staatsanwalt Mrte in seiner Rede u. a. aus, daß im ganzen nur drei von 50 Gefangenen sich der irischen Brigade angeschlossen hatten. vollkommen zollfreien BerkchrS basiert sem fallen, sondenr, alle wesentlich schutzbedücftigen Produkte unter einen Schutzzoll geteilt werden. Jene wichtigen Erzeugnisse, die E^^ven freien Verkehr zwischen Oesterreich-Ungarn und f bmEteiligt wären, würden einen bessimmten o°"s°bunterworfen werden, während für andere Produkte Zollfrerüeit zur Einführung käme. Es handelt sich daher 9 ^vilfchtes System, eine Kombinatton von Zoll und wtt?der°/ ’ 6er landwirtschaftlichen Erzeugnisse Ed der fiele Verkehr vorgeschlagen und weiter wird fest- gestellt daß das zu schaffende Zollbündnis keinen aggresiven Charakter gegen die derzeit feindlichen Swaten habe, viel- mehr derart gestaltet sein soll, daß die Herstellung freundlicher Beziehungen seinerzeit möglich werde, überhaupt soll die handelspolitische Bewegungsfreiheit für den Fall eines Handelsabkomjnens mit irgendeinem anderen Staate qe- wahrt werden. Als Geltungsdauer für das Abkommen wird ®”? r öort . 20 TEen geplant. Nach je 5 Jahren soll E've^evision des Vertrages ei.itreten: vernrutlich wird eine lvlche Revision auch weiterhin von 5 zu 5 Jahren vorae- nommen. mrglo-franko-amerikanischen Raffinerien helfen jene flüssig, Kraft gewinnen, mit deren Hilfe unsere Flieger und ll-Boote chre Taten vollbringen. Seinem Lande aber hat der un selig« Ivel Bratianu durch die Belohnung der englischen Zerstörung Wunden geschlagen, deren Ausheilung zwei rumänische Generationen etwa belasten wird. Pei ira. f>tkt NlrliiMrnng kt Wir-Mf. Berlm, 9 Juli. In den letzten Worhen sind wieder einmal Gerüchte aufgetaucht, als sei eine Erhöhung des wehrpflichtigen Alters auf 50 Jahre beabsichtigt. Wie wir ' bestimmt versichern können, ist das Gerücht imbegrüiidet SMiiMglMrWNen kt Düren. Pretoria. 2 - Juli. Reuter meldet: General Botha hat durch Vermittlung von Reuter an das südafrikanische Volk einen Aufruf gerichtet, sich nicht durch feindliche Intrigen verleiten zu lassen. Er erklärte, die Regierung hat Mitteilungen erhalten, aus denen das Bestehen einer Bewegung hervorgeht, die den gewaltsamen Umsturz der Regierung zum Ziele hat.' In den letzten Tagen haben Ereignisse stattgefunden, die schnelle «nd energische Militär- und Polizeimaßregeln notig machten, ^ne welche ernste Unruhen ausgebrochen und wahrscheinlich Viele Verluste an Menschenleben eingetreten sein würden. Botha tLfrzrle seine Befriedigung, daß die Leiter der politischen uird industriellen Organisationen Aufrufe verbreitet haben, in denen sie darauf drangen, sich der Gewalt zu enthalten. Der Aufruf Bothas ist nur dann zu verstehen, wenn man vorausjetzt, daß tn Südafrika wieder nationale Bestrebungen rege sind Nachrichten dieser Art sind in der letzten Zeit häu- flger durch dre holländische Presse in die Oeffentlichkeit gekommen: der vorstehende Aufruf Bothas bestätigt ihre Richttokeit und zeigt auch, daß die nationalen Bestrebungen der Buren einen ziemlichen Umfang angenommen haben müssen. Die Wirtichllftsstthandllingen in Salzburg. »Oeriw";» 9 ’ Silit. (WB.) Zu den beginnenden deutsch. Wirtschastsverhandlungen in Bat . bte Blätter von informierter Seite, daß die So 0 L OTb n Em**"*“* wirtschaftlichen Charakter 8wgen politischer oder militärischer ^"^k«ung gelangen sollen. Der Vorschlag fl t!? 0e ^ t k>ahin, daß die Beziehungen «wischen den beide« Staaten nicht auk dem Grundsatz eine» Um» $i< „Reue Züricher Nachrichten" sagen zu der Wasbinn- ^oner Rede des Erzheuchlers Wilson: ^ Was Wilson als die künftigen Weltziele hinstellt, darüber gabe^ es schon heute den Anfang einer Verständigung, und dke Waffen könnten schon nrorgen ruhen. Welches unsägliche Etück, welcher einzige Weltfeiertag. Wie aber Herr Wilson die Erreichung dieser Weltziele und teilweise diese selber kotnmenliert, bedeutet es die Fortdauer des Krieges auf zwei und drei Jahre. Welches namenlose Unglück. Herr Wilson wird diese Weltziele auf dem Wege, den er in seinem Kommentar gezeichnet hat. nie erreichen. Denn auf einer Welt voll Trümmern sproßt nicht die goldene Saat der Freiheit, sondern sproßt das Sklavenlos.- Das ist eisernes Gesetz. Als der Herr die Welt befreite, hat er nicht erst die Welt ans Kreuz geschlagen, sondern sich selbst geopfert. Der Ehristus- g.aubigs Herr Wilson lUs Weltbefreier macht es umgekehrt! Nie „§rlia!>kom!?!ißM" in ilnmänifn. @3 hat seinerzeit in der ganzen Welt das größte Aufsehen erregt, als bekannt wurde, daß die Engländer beim Vormarsch der verbündeten Truppen in Rumänien die dortigen Erdölwerke in brutalster Weise zerstörten. Im Jahre 1916 bestanden dort 7 niederländische, 24 deutsche, 1 amerikanisches, 25 französische und belgische, 38 britische," 62 rumänische, 9 österreichisch-ungarische, 1 italienisches und 2 Schweizer Werke, die zusammen 1673 145 Tonnen Rohöl erzeugten -- die deutschen Werke erzeugten 26,8 v. H. der GesaniLproduktion —, und in denen ein Kapitel von 310 Millionen Lei angelegt lvar. Diese blühende Industrie, die einer Bevölkerung von nahezu 100 000 Menschen Brot gab, wirrde binnen 14 Tagen zwecklos der blinden briti- chen Zerstörungswut geopfert. Wie das zuging, schildert eine nunmehr veröffentlichte deutsche Denkschrift auf Grund des vorhandenen amtlichen Materials. Danach steht fest, daß die rumänische Zer- törung, sondern nur eine zeitweilige Lahmlegun-g der Pe- troleiimindustrre, eine Beseitigung der Vorräte und eine Entziehung von Kriegshilfsmitteln dem Feinde gegenüber beabsichtigt hat. Das beweist eine Aufzählung der verschiedenen, sich oft widersprechenden Anordnungen, die Bratianu getroffen hat. Die Lage änderte sich mit einem Schlage, als Mitte November die beiden englischen Obersten Thomson und Grifflth in Ploesti, dem Zentrum der rumänischen Petroleumindustrie, eintrafen und eine Brandkommission ins Leben riefen, um die Werke völlig zu vernichten. Diese Brandkommission durcheilte das ganze Erölgebiet, machte ganze Teile desselben zu einem Flammenmeer und vernichtete Werte von Hunderten von Millionen. Ihr gehörten außer den genormten beiden Obersten noch drei andere englische Offiziere, ein Franzose und auch drei Rumänen, der Fürst Valentin Bibescu, der Bankier Chrisovelcui und sein Bruder an. Wie die Brandkommission gearbeitet hat, ist in der deutschen Denkschrift ausführlich geschildert. Die Antriebsmaschinen und Pmnpen wurden durch Hammerschläge zertrümmert, an den Elektromotoren zerschlug man die Gehäuse, die die Anker haltenden Teckel, die Knrzschlußvor- richtungen, die Lager, die Schaltapparate, die Zähler. Die Bohrlöcher wurden vernagelt und die Bohrtürme vernichtet, ebenso die Tankanlagen und Oelvorräte. Und zuletzt wurde alles den Flammen preisgegeben. Ihre Absicht ist der Brandkommission dank dem raschen Vorrücken der verbündeten Truppen nicht überall geglückt. Geglückt aber ist ihr, abgesehen von der Vernichtung der englischen Raffinerie in Targoviste, die Schonung der anglo-ftanko-amerikanischer Interessen, während man auf die rurnänischen und holländischen gar keine Riicksicht nahm. So kam es, daß neben den rumänischen von den großen Raffinerien mr die holländischen in Trümmern liegen. Auf den großen deutschen Raffinerieunternehmen und auf einem mittleren österreichisch-ungarischen qualmen jetzt wieder dank deutschen Zu- areifens die Schornsteine, und die unzerstörten Teile der Rach Erledigung einer Reibe kleiner Anfragen nahm da» Haus die Biersteuer nach den Beschlüssen der Kommission an. ebenso die Weinsteuer, die eine Abgabe von 20 Prozen-t vor. sieht. Zur Annahme gelangte ferner die Schaumwetnsteuer. sowie die Steuer auf Mineralwasser und die Zollerhöhung für Kaffee, Tee, Kakao und Chokolade Zum Schluß wurde der Gesetzentwurf betreff, einer außerordentlichen Reichsabgabe auf Post- und Telegraphengebühren angenommen. Die gehaltenen Reden waren ohne Bedeutung' und lediglich auf die Wähler der liberalen Redner berechnet. Gin Demolrrnt über Narlnmrnke. Der Kulturhistoriker Ioh Scheer schrieb 1882 in feinem „Garibaldi": „Männer 'der Tat scheinen ja überhaupt nicht an ihrem Platze zu fein in diesen Versammlungen (den Parlamenten), welche ja namentlich während des letzten Jahrzehnts, als wären sie mit Blindheit geschlagen, so eifrig daran gearbeitet Huben, das Ansehen und die Geltung des Parlamentarismus in den Augen der Völker abzuschwächen oder ganz zu ruinieren . I Iammerselig kleinliches Parteigezänke. leichtierttge Gesetze- fabrikation und uferlose Rednerei haben diese Anstalten so herabgebracht, daß es begreiflich wird, wenn Leute, welche we- : der zu den Dummen, noch zu den Rückwärtigen gehören, nach- gerade zu der Meinung gekommen sind, es wäre für die Völker kein Unglück, so diese Paradeplätze der Zungenvirtuofität, der Erundsatzverlotierung, der Eitelkeit oer Strohdrescherei und des Ränkefpiels für eine Weile zugesperrt würden, falls eben nur der ungeheure Dampfkessel, 19. Jahrhundert gehelßen, des Schwatzventils entbehren könnte." Die Kaubheu-GeteUichaft. So soll jetzt, so lesen wir in der „Wahrheit", ein Auftrag von zwei Millionen fiir Drucksachen, Durchschreibe-Bücher vergeben werden. Diese EroMgigkeit hängt gewiß mit der glück- lichen Personenwahl zusammen: zum Leiter der Gesellschaft wurde der — Verlags-Direktor von Velhagen und Klasing gemacht. ein in Verlagskreisen außerordentlich geschätzter Fachmann. Da Bücher und Laubheu ihrem stofflichen Ursprung nach in das botanische Reich gehören, so muß man die Wahl als besonders glücklich bezeichnen. Denn bei der Berufung der genannten Persönlichkeit sind ausschließlich sachliche Gründe ausschlaggebend gewesen. Auch die Organisation der Gesell- schast ist von gleicher Großzügigkeit getragen. Das in Schles- wig-Holstein gesammelte Laubheu kommt ebensogut in die eingerichtete große Mühle in Rllsselsheim (bei Frankfurt a. M.) wie das in Bayern gesammelte. Wenn man sich in Eisenbahnkreisen über diese neue Belastung unserer Transportfrage aufregt, so zeigt das nur, daß man in diesen Kreisen für die Großzügigkeit nicht soviel Verständnis hat, wie in der Laubheu Gesellschaft, welche den Standpunkt vertritt, daß das gesamte Laubheu an einer Stelle zerkleinert werden muß und man diese Aufgabe nicht der Häcksel-Maschine des Bauern überlassen dürfe? Die VttWideliinß der ssrwalhienen. Ueber die Verwilderung der Jugend wird lebhaft Klage geführt, warum nicht auch über die Verwilderung der Sitten und Umgangsformen der Erwachsenen? Sie ist wahrhaftig nicht geringer als die der Jugend, und sicher haben die nicht unrecht, die beides in Wechselbeziehung setzen. Wie gemeinhin das Eebahren der Kinder auf den Wort der elterlichen Erziehung schließen läßt, so auch das der Jugend in der Gesamtheit auf das Benehmen der Erwachsenen. Und die Erwachsenen können nicht den den Kindern zugebilligten Entschuldigungs- gruird der mangelnden elterlichen Beaufsichtigung für sich in Anspruch nehmen. Aber doch scheint es, als ob auch die Cr- wachfenen infolge des Fehlens einer gewissen bevormunderiden Ueberwachung sich m eiicer hefttgen Sittenverwilderung ge. fallen. Die selbstverständliche Rücksichtnahme ist ein lang entschwundener Begriff geworden. Es soll Zeiten gegeben haben in diesem Kriege, wo das Publikum wetteiferte, unfern Feldgrauen an öffentlichen Plätzen und auf Vsrkehrsmitteln bereitwilligst den Platz eingeräumt hat — das klingt jetzt wie ein Märchen — und nicht solten wurde diese Bereitwilligkeit von d«n Soldaten als peinlich empfunden. Jetzt aber herrscht nach einer kurzen Zeit der Gleichgültigkeit offene Rücksichtslosigvoit selbst gegenüber der Kriegsbeschädigten. Und leider steht hierin viel- fach das Personal der großstädtischen Bahnen dem Publikum nichts nach. Die fostgestellten Rüpoleien, deren Leidtragend« zunieist beinverletzte Soldaten sind, geben leider dem „Vorwärts" Anlaß zu wenig schönen Hetzversuchen, die Kriegsbeschädigten gegen das Bürgertum auszufpielen und daraus politisches Kapital zu schlagen. Es wäre ein leichtes, demgegenüber auf die Rückstchtlolostgkeiten hinzuwetsen, die sich hauptsächlich Leute aus dem Leserkreise des „Vorwärts", den sie häufig denwnstrativ zur Schau tragen, in Eisenbahn und Straßenbahn erlauben. Es ist keine Seltenheit, daß der, der noch im Besitz eines gestärkten Kragens sich befindet, anzügliche Redensarten von Kriegsgewinnlern u. dergl. über sich ergehen lassen lassen muß, von weiriger erbaulichen Dingen, die im Zusamme«»- Hang mit der Wahlrechtsftage stehen, ganz zu schweigen. Abgesehen aber davon lst e* beschämend, daß der öffentliche Anstand so weit sinken konnte, daß darüber die allgemein menschliche Rücksichtnahme gegenüber den Kriegsbeschädigte» so gantz verloren gegangen ist. Nicht nur die Pflicht der Dankbarkeit auch die einfache menschliche HöMchkettsPflicht hätte dar ver- hindern müssen. Es scheint Mer, als ob diese Höflichkeit vielfach tn den Großstädten nur ein Produkt der Angst vor dem jetzt fehlend"--' Schutzmann oder sonstigen Auffichtsbeamte« war. Bei oll^ ^m aber und bei aller Hochachtung, die unfern Feldgrauen, ob verwundet oder nicht, entgegengebracht werden mutz, darf doch auch billigerweise von ihnen gefordert werden, daß auch fie die Gebote des wohlanständigen Verkehrs und der Rückfichlnahme auf ihre Mitmenschen nicht allzu hart übertreten. Man wird es ihnen kaum hoch ankreiden, wenn fie auf der Eisenbahn, um nritbesördert zu werden, gelegentlich auch eine höhere Klasse benutzen. Aber sie sollten bedeuten, daß weder Frauen- noch Nichtraucherabteile ein Unterstand sind, in dem ein Tabak auch ein Genuß für die Nichtraucher darslellt. Auch der Nichtraucher der Heimat, darunter mancher, der seiner Pflicht im Felde genügt hat, dürfen mit Recht erwarten, daß der Soldat in dieser Beziehung Rücksicht auf seilte Mitmenschen nimmt. Und was hier von den Soldaten gesagt ist, gilt auch von den Zivilisten. Gewiß entschuldigt die Rot der Verkehrs- verhaltnisse manche Unzuträglichkeiten, läßt den Gebrauch der Ellenbogen häufig im mittleren Lichte erscheinen, aber er entschuldigt nicht Ungezogenheiten gegen Kranke, Verwundete, Greise, gegen die Mitndenschheit überhaupt. Wollen sich die Erwachsenen Mühe geben, die eigene Sittenverwilderung hintanzuhalten. sie hätten sicher weniger Grund, über die Derroh- uirg der Jugend zu klagen. Erhöhung der MUchpreise? Es ist auf das lebhafteste zu bedauern, daß die Entbehrungen des Städters im kommenden Herbst und Winter durch eine empfindliche Milchknappheit noch verstärkt zu werden drohen. Die Gründe sind darin zu suchen, daß die Kriegsver- hältnisie gerade auf die Milcheinbehaltung und Milcherzeugung mit der zunehmenden Kriegsdauer einen immer ungünstiger werdenden Einfluß ausüben. Die billigen Friedenspreise für Milch waren nur dadurch möglich, daß bei intensivster Fütterung unter Zukauf billiger Kraftfuttermittel ausländischer Herkunft eine Höchstmenge von Milch produziert wurde. Mit dem Versagen dieser Futterquelle ging der Milcher trag schnell zurück, so daß schon durch diese Mindererzeugung die Milchproduktton sich ganz erheblich verteuert hat. Dazu kommt, daß die wenigen im Inland erhältlichen Kraftfuttermittel — ebenso das Rauhfutter — nur zu außerordentlich hohen Preisen zu kaufen sind, sowie daß die Löhne, weiterhin alle für die Milcherzeugung nötigen Bedarfsartikel ständig in schnell zunehmendem Maß anwachsen. Für di« Abmelkewirtschasten, welche die ergiebigste Milchquelle für die Großstädte darstellen, kommt sodann als.wichtigster verteuernder Umstand hinzu, daß die Preise für frischmelkende Kühe andauernd stark gesttegen sind. Diesen ungünstigen Verhältnissen in der Milchviehhaltung sind die erlasienen Verordnungen und Preisfestsetzungen wohl aus sozialen Rücksichten auf die minderbemittelte Bevölkerung nicht gerecht geworden. Jetzt scheint der Zeitpunkt gekommen, an dem sich diese falsche Milchpreispolittk durch eine empfindliche Milchnot rächt. In dem kommenden Herbst und Winter kann ein weiterer Rückgang in der Milcherzeugung mit seinen unberechenbaren Folgen allein dadurch vermieden werden, daß der Preis für Molkereiproduktr durch eine erhebliche Erhöhung in ein den veränderten Erzeugungsöedingnngen und allen üb. rigen Preisen entsprechendes Verhältnis gesetzt wird. Die „Frankfurter Nachrichten" bemerken dazu: Soweit die Zuschrift aus landwirtschaftlichen Kreisen, die bekannte Erscheinungen erörtert, ab r nur wieder beweist, daß auch die kriegssozialistische Wirtschaft ihren Haken hat: sobald nämlich die Preise nicht genügend hohe sind, versagt die Erzeugung. Diese preistreibende Wirkung ist aber das stärtste, gegen die Wirtschaftsfreiheit während des Kriegs vorgebrachte Argument. Zu der Einführung der ßkWlojkn Wochen meldet die „Nordd. Allg. Ztg.", daß zunächst die Monate August, September und Oktober in Aussicht genommen worden sind. In jedem dieser Monate soll eine Woche ohne Fleischabgabe sein. Von maßgebender Stelle wird noch erklärt, daß eine Herab, setzung der wöchentlichen Fleischmenge selbst auf keinen Fall zu erwarten sei. Aus dsr Heimat. Die städtische Bekleidungsstclle sieht sich veranlaßt, die Gewerbetreibenden auf die Bekanntmachung Gr. .Kreisamts vom $0. Juni d. I. im Amtsverkündigungsblatt aufmerksam zu machen, wonach mit Wirkung vom 1. Juli d. I. ab nur noch die städtischen Vekleidungsstellen Friedberg, Vad-Rauheim, Butzbach und Vilbel zur Ausfertigung von Bezugsscheinen für Web-, Wirk-, Strick- und Schuhwaren berechtigt sind. (Formular AII). Den ländlichen Bürgermeistern sowie deren Beauftragten ist von nun an nur die Bescheinigung der Prüfung der Notwendigkeit gestattet, die Ausfertigung der Bezugsscheine erfolgt durch das Kreisamt. Hierfür ist Formular B II zu verwenden, wie es bereits für alle Orten des Kreises Büdingen seither schon der Fall war. Die Gewerbetreibenden miisien in ihrem eigenen Jnteree darauf sehen, daß diese Bestimmungen beachtet werden, da sie sich sonst unvermeidlicher Bestrafung aussetzen. Die Geschäftsinhaber, welche der allmonatlichen Ablieferungspflicht der ungülttg gemachten Bezugsscheine bis jetzt noch nicht entsprochen haben, werden hierdurch aufgefordert, dies noch umgehned nachzuholen. Der hessische Ernst Ludwig-Verein in Darmstadt hat, wie bekannt, seit einiger Zeit die Herstellung von Möbeln für Kriegsgetraute und sonstige Minderbemittelte, wieder ermöglicht, und mit einer Reihe von Fabriken und Handwerksbetrieben Lieferungsverträge abgeschlossen. Er hat seit einigen Monaten in Darmstadt eine Ausstellung dieser Möbel veranstaltet. Um auch de» Einwohnern m Stadt und Kreis Hriodiberg diese zitgängkg zu machen, Hat 6er Verein bei dem Möbelhäudler Reuß, Friedberg, einige Möbel zu festgesetzten Preisen ausgestellt. Die Verkaufs- bedingungen find bet Herrn Reuß zu erfahren. Kreisziegenzuchtverei« Gieße«. Am Sonntag, den 7. Juki hielt der Kreisziegenzuchtvevein Gießen im „Eisenbahnhotel" in Gichen seine diesjährige Eene-raloersamm-lung ab. Es waren 70 Mitglieder anwesend. Als Vertreter des Lanldwirtfchafts- kammec-Ausschusses war Herr Sekretär Wagner zugegen. Aus dem von dem Vorsitzenden, Herrn Landtagsabgeordneten Fenchel-Oberhörgern erstatteten Bericht über das Geschäftsjahr 1917/18 entnehmen wir folgendes: Der Verein zählt rund IflOO Mitglieder, außerdem gehören 40 Gemeinden des Kreises Gießen dem Verein als korporattve Mitglieder mit einem Jahresbeitrag von je 10 Mark an. Als Zuwendungen erhielt der Verein vom Landwirtschaftskammer-Ausschuß 275 M. für Durchführung der Körungen und Jungviehaufnahmen. 300 Mk. von dem Kreis Gießen, 150 Mk. von der Bezirkssparkasse Gießen und 50 Mk. von der Bezirkssparkasie Erünberg. Durch die Vermittelungsstelle wurden im Ganzen 242 Zuchttiere mit einem Eesamterlös von rund 23 000 Mk. nach auswärts — Westfalen, Meklenburg, Elsaß. Rheinland, Anhalt und Provinz Brandenburg — abgefetzt. Die Nachfragen konnten nicht alle befriedigt werden. Gelegentlich der Körungen im Herbst 1917 wurden 10 Böcke und 246 Ziegen für das Herdbuch angekört. Erstmalig nur solche Tiere, die bereits in das Jungviehregifter eingetra- gen sind. In das Jungviehregister wurden in: Frühjahr 1917 94 männliche und 462 weibliche Lämmer ausgenommen. Die Ausgaben für Körungen und Jungviehaufnahmen betrugen rund 400 Mk. Für gute Haltung und Pflege der Gemeinde- ziegenböcke wurden an die Bockhalter in 1916 157 und in 1917 110 Mk. als Prämien verteilt. Bei Anschaffung von Milch- zentrifuqen bewilligte der Verein in Gemeinschaft mit dem Landwirtschaflskammer-Ausschuß 10 prozentige Zuschüsse und hat im Ganzen für diesen Zweck 548,65 Mk. ausgegeben. Die Lieferung des „Ziegenzüchters" an die Vertrauensmänner verursachte eine Ausgabe von 48,10 Mk. Weitere Ausgaben entstanden durch Herstellung von Drucksachen, Porto usw. Der Verein hat jetzt im Ganzen 1500 Mk. in Kriegsanleihe angelegt. Der'Jahresbeitrag wird auf 1 Mk. erhöht und von jedem neu eintretenden Mitglied soll 1 Mark Eintrittsgeld erhoben werden. Der Ortsziegenzuchtverein Rüddingshaufen wird aus dem Verein auszeschieden. Mit dem Wunsche, daß die nächstjährige Generalversammlung hoffentlich im Frieden abgehalten werden kann, schließt der Vorsitzende die angeregt verlaufene Versammlung um 6 Uhr nachmittags. Der Verband zur Wahrung der Interessen der Krankenkassen im Grotzhcrzogtum Helfen hielt am 6. und 7. Juli d. Js. in Mainz feine Mitgliederversammlung, ab, die von etwa 50 Kassen aus allen Landestellen gut besucht war. Die Verhandlungen am Samstag wurden eingsleitet durch eine Besichtigung des neuen städtischen Krankenhauses unter Führung der Herren Geh. Medizinalrat Dr. Reißivger und Prof. Dr. Härter und zollten alle Besucher der Einrichtung, die als vorbildlich gelten darf, wie der Behandlung uud Verpflegung, die durch eigne Zucht- und Brrltstellen ergänzt ist, vollste Anerkennung. Hieran schloß sich ein Vortrag des Herrn Prof. Dr. Hürter- Mainz über Lichtheilverfahren, der in lehrreichen, fesielnden Ausführungen sowohl die bisherigen Erfolge, wie die durch hervorragende Neuerungen auf dem Gebiete der Nöntgologie über ganz wunderbare Heilungen berichtete, die man auf diesem Gebiete bis jetzt nicht für möglich hielt, die auch für die Zukunft vielversprechende Aussichten bieten. Abends 8 Uhc fand im Brauhaus zur Stadt Mainz die Vorversammlung statt, in der zunächst der Vorsitzende, Herr W. Schnellbächer« Darmstadt, die Anwesenden, darunter den Vertreter des Ober- versicherungsamtes Negierungsrat Krug v. Nidda und die übrigen Gäste begrüßte, worauf Herr Nechnungsrat Harth. Darmstadt den Geschäftsbericht über das abgelaufene Jahr erstattete, aus dem die umfangreiche auf alle Gebiete des Kran- kentassemvescns stch erstreckende Tätigkeit des Verbandes zu entnehmen war. Der Geschäftsbericht, sowie der von dem gleichen Redner erstattete Rechenschaftsbericht fand die Genehmigung der Versammlung. Es fand dann eine vorgeschlagene Satzungsänderung Genehmigung, nach der jetzt der Verband auf eine rechtsfähige Grundlage gestellt wird. Als Ort der nächstährigen Verhandlungen wurde zum Schluß Büdingen i. Oberhesien gewählt. In der am Sonntag im Kasino „Zur Stadt Frankfurt" stattgehabten Hauptversammlung dankte nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Schnellbächer der Direktor des Oberversicherungsamtes Regierungsrat Krug v. Nidda auch im Namen der Regierung und der Versicherungsämter, stellte die großzügige, weitblickende Tättgkeit des Verbandes fest, und gibt der Hoffnung Ausdruck, d-aß die hessischen Krankenkasien trotz der stürmischen Zeit nach einem hoffentlich baldigen „Schluß in Ehren" ihre Aufgaben voll erfüllen werden. In sehr übersichtlicher und verständlicher Weise erörterte hieraus - Herr Rechnungsrat H a r t h - Darmstadt an Hand von Entscheidung des Neichsversicherungsamles und anderer Gerichtshöfe eine ganze Anzahl praktischer Verwaltungssragen. Um 11 Uhr schloß sich dann eine öffentliche Versammlung an, zu der u. a. auch der Provinzialdirettor Geheiinrat Dr. Best. Oberbürger, meister Dr. E ö t t e l m a nn, Bürgermeister Günter sowie der Ausschuß für Krisgerheimstätten, an desien Spitze Geh. Kommerzienrat Bamberger und zahlreiche weitere Interessenten erschienen waren. Anstelle des am Erscheinen verhinderten Schriftstellers A. Damaschke-Berlin hielt der zweite Vorsitzende des Hamburger Hauptausfchusies für Kriegerheimstätten, Rud. W i e s e n e r - Hamburg, einen von warmer und herzlicher Begeisterung getragenen Vortrag über die Kriegerheimstättenbe- wegung und Krankenkasien. An Hand drasttger Beispiele von Wchnungselend in den Großstädten weist er die hierdurch verursachte gesundheitlichen Schädigungen und den Zusammenhang der sogen. Wohnungskrankheiten mtt den Krankenkasien nach, die das größte Interesse haben, die Ursachen dieser Krankheiten und Seuchen usw. zu bekämpfe». Gr stellt den innigen Zusammenhang zwischen Wohnungsfrage und Volksgesundhett fest, begründet dann die nach und nach entstandene Wohnungsnot^ ' dis aus oorausgegangenem Wohnungsmangel durch die wirtschaftliche Entwicklung, vor allem aber durch die während des Krieges fehlende Bautätigkeit hervorgerufen worden fei und die mit der Zurückkehr unserer Truppen noch größer werde. Durch fast unerschwingliche Verteuerung der Rohmaterialie« und ArbeitÄöhne sei zur Zeit eine regere Bautätigkeit kaum möglich und gelte es daher mit allen Kräften Zusammenarbeiten, um das kaum Mögliche zu überwinden und fei es in erster Lini« das Reich, dann die Bundesstaaten und die Gemeinden durch Sicherheitsleistungen die Garantie für die nöttgen Baugelder bieten. Lebhafter Beifall dankte dem Redner. Oberbürger, meister Dr. Göttelmann unterstützte diese Ausführungen und empfahl den Beitritt zu dein Ausschuß für Kriegerheimstätten oder der G. m. b. H. zur Errichtung von Kleinwohnungen, da beide da sgleiche Ziel verfolgen. Aus Derheim wird uns geschrieben: Wie schwer es einzelnen Gemeinden oft fällt, sich von veralteten Bräuchen — und feien sie noch so unvorteilhaft — zu trennen, beweist unsere Nachbargemeinde Dorheim. Dort hat man trotz vier, jähriger Kriegsdauer und ungezählter Verfügungen den Ernst der Zeit scheinbar immer noch nicht begrfffen. In Dorheim werden nämlich alljährlich die Eemeindewiefen in Gestalt von sogenannten Gemeindelosen vergeben. Diese bestehen aus 220 Grasstücken, jedes in der Größe von 1000 Quadratmeter. Da diese Wiesen wahllos zur Verteilung kommen und niemand weiß, ob er im nächsten Jahre dasselbe Stück wiederbekommt, hat natürlich kein Landwrrt ein Interesse daran, seinen Anteil zu düngen. Die Folge dieser Mißwirtschaft ist natürlich eine stetige Schwächung des Bodens, die ihrerseits immer geringere Ernteergebnisse bedingt. Könnte sich die Gemeindeverwaltung nun entschließen, jedem seinen besttmmten Anteil aus die Dauer zu übertragen, so würde diesem Uebel bald zum Nutzen uad Segen der Gemeinde und der Allgemeinheit abgeholfen sein. Denn wäre der Mehrertrag bei 1000 Quadratmeter auch rau 1 Zentner — bei genügender Düngung wäre er sicherlich bedeutend größer so würde dies für die Gesamtfläche schon 220 Zentner ausmachen. Berechnet man den Zentner mit 8 Mark, was bei den heutigen Preisen noch nicht besonders hoch gegriffen ist, so würden auf diese Weise jährlich 1760 Mark mehr der Geineinde zufließen. Ganz abgesehen von diesem Vorteil, der dem Geldbeutel der einzelnen Ortsbürger zugute käme, wurde auch ein Mehr an Futtermitteln einen weiteren Fortschritt l» der Sicherstellung unserer Volksernährung bedeutet. Hoffent- lch finden sich in Dorheim noch ein paar einsichtige und tatkräf- tige Männer, die ihren ganzen Einfluß aufbieten, um diese rückständige Einrichtung zu beseittgen. Vielleicht sieht sich auch unsere hohe .Kreisbehörde veranlaßt, hier Wandel zu schaffen. Vad-Rauheim. Sonderkonzert der Kurkapelle Donnerstag, den 11. Juli. Mittvirkende: Ran Gesterkamp-Hamburg (Violine), Raoul von Koczalskp (Klavier), Leitung: Hofrat Prof. Hans Winderstein. Der erstmalig in unserem Konzerthaus Lf. fentlich aufttetende Herr Jan Gesterkamp ist als ein ganz vorzüglicher Violinvirtuose in den weitesten Kreisen bekannt. Der Künstler nimmt in Hamburg eine hervorragende Stellung ein und ist als Solist und Kammsrmusikspieler erst kürzlich in Berlin mtt großem Erfolge aufgetreten. Jan Gesterkamp wird das Bethovsnsche Violinkonzert mit Orchesterbegleitung vortragew. Raoul von Koczalsky wird sein vor 2 Jabren hierorts zur Ur. aufführung gebrachtes Klavierkonzert in B moll auf vielfachen Wunsch wiederholen. So werden also zwei bedeutende Jnstru- Mentalkünstler um die Krone des Abends ringen. Professor Minderstein eröffnet das Konzert mit Goldmarks farbenprächtiger Saluntala-Ouverttire und beschließt es mit Siegfrieds Rheinfahrt aus Götterdämmerung von Richard Wagner. FO. Frankfurt a. M., 8. Juli. Etwa 400 Straßenbahn fchaffner- und -Schaffnerinnen sind hier an der spanischen Grippe erkrankt. Um den Betrieb in seitherigem Umfange durchzu- fübren. mußten die Plattformschaffner, bezw. Schaffnerinnen forlfallen. Die meisten Erkrankten sind Frauen. Die Krankheit verläuft im allgemeinen harmlos. BO. Frankfurt a. M., 8. Juli. In einer Fabrik in Oberrad waren in vergangener Nacht drei Diebe eingedrungen. Sir wurden gestört und ließen das bereits gemauste Leder im Werts von mehreren tausend Mark liegen und entkamen infolge der Dunkelheit. AuS He sie ».Nassau. FO. Aus dem Nhein-Maingebiet, 8. Juli. Die Gurkenernto verspricht einen geringen Ertrag. Auch die Bohnen haben durch die Ungunst der Witterung sehr gelitten. BO. Ans Niederhesscn, 8. Juli. Der Elektrotechniker W. Pfaff aus Heinboldshaufen wurde auf dem Kalibergwerk Phi- livvsthal durch Starkstrom getötet. — Der Dienstknecht Mühlhäuser in Waldau geriet beim Holzfahren unter die Räder des Wagens und erlitt so schwere Verletzungen, daß er kurz darauf verstarb. FO. Wicker, 8. Juli. Die Nachkontrolle fand bei einem hiesigen Milchhändler mehrere Klumpen verheimlichte Butter, 30 Schoppen Nahm und mehrere Töpfe Milch. Der Rahm wurde von der Polizei selbst gebuttert und die Butter zu 5 Mark das Pfund an die hiesigen Kranken verteilt. FC. Hattenheim, 2. Juli. Durch ein Schadenfeuer - wurde heute Nacht dahier ein kleines Wohnhaus rmd Stal- lung des Winzers Nikolaus Becker und die Scheune des Johann Simon ein Raub der Flammen. HumoriMchrs. Ein Pferd, eine Kuh und ein Esel klagen sich ihr Los. Das Pferd: „Jmmer^ weniger Hafer gibt man uns, doch sollen wir stets mehr arbeiten!" Die Kuh: „Von uns verlangt man auch wirklich zu viel. Das Futter wird immer schlechter und doch sollen wir mehr Milch abgeben!" Da lachte verstohlen der Esel und meinte: „Da geht es mir aber anders: ich arbettO beim Kommunalverband!" ■ i ■ - ' ' —-7 Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottch Hirschel, Friedberg; für den Anzeigenteil: SR. Heyn er. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung^ A. G., Friedberg i. H Wem nie durch Fiede Leid geschah. Roma« von C o u r t h s - M a h I e r. ^ Nachdruck verboten. "AH ^ es voraus, mein Junge, daß du auf eine Verlängerung deines Urlaubs nicht rechnen durftest. Unter uns in Oesterreich macht man mobil in aller Stille. Und was das für Deutschland heißen will als Verbündeten Oesterreichs — das wirst *m als Offizier wissen." „Du denkst an einen Krieg, Onkel Rudolf?* ,»3ch sehe voraus, daß man uns zu einem solchen zwingen wird. Deshalb sage ich dir — sei auf alles gefaßt und vorbereitet." Infolge dieser Unterredung hatte Graf Joachim mit sehr gemischten Empfindungen von seiner Braut Abschied genommen. Ursula war ahnungslos, weshalb ihr Verlobter beim Ab- fchred so ernst war. Wieder und wieder umfaßte er seine junge Braut und küßte sie so heiß und innig, daß sie erschauerte und Mlt grogen, bangen Augen zu ihm aufsah. „Wird dir der Abschied so schwer. Joachim? Wir sehen uns doch bald wieder. Ich komme im November mit Mamma nach Verlm um Weihnachtseinläufe zu machen. Und Weihnacht erhältst du doch sicher Urlaubs Er atmete tief auf. ..Ja, mein Urselchen. daran wollen wir glauben. Aber ich lasse dich jetzt — gerade jetzt — mit schwerem Herzen zurück." Ste schmiegte sich an ihn. „Dein böser Oberst hätte dir auch noch einige Wochen Urlaub gewähren können." Cr strich ihr zärtlich das blonde Kraushaar aus der Stirn und küßte sie. ..Ja — der böse Oberst," sagte er. Frau von Frankenau hatte bestimmt, daß das junge Paar im nächsten Fvühjahr Hochzeit halten sollte. Sie konnte nicht wissen. boß das Schicksal vorhatte, dasselbe auf eine längere Wartezeit zu setzen. Mit Christa Hellmut hatte Graf Rudolf auch noch eine kurze Unterredung gehabt. Er hatte sie gebeten, ihm Nachricht SU geben, wann sie ihre Mission erfüllt hätte, und wie sich alles fügen wurde. Er gab ihr auf alle Fälle seine Adresse in Wien. , Und nun waren die beiden Grasen abgereist. Christa nahm ihr gewohntes Tagwerk wieder auf. Solange Graf Steinau dagewesen war, hatte sie viel freie Zeit gehabt, weil dieser Herr von Birkenheim oft Gesellschaft geleistet hatte. 4*™ muh ich Sie wieder mehr in Anspruch nehmen, Fräulein Hellmut, sagte Herr von Birkenheim zu ihr. Christa lächelte. f Statt Harten, Ihre am 30. Juni 1918 atattgehabt« Vermählung beehren sich anzuzeigen Walter Kipping Emilie Kipping geb. Wörner. Hof-Dauernheirn, Im Juli 1618 . Bekanntmachung. n Hen L-sigen Kol-mialwareng-schäft-n ist gegen Abschnitt „Kaffee-Ersatz* der letzten Brotkatte . ., X U Pfund Kaffee-Ersatz zu beziehen. v Friedberg, den 9. Juli 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (ftädt. Lebensmittel-Ausschuß) . ___ 2. A.: Langsdorf. Schlafzimmer, Speisezimmer, HiichSü stehen zum Verkauf. G. M* ißlifl, Friedberg, Kaiserstrasse 87, alte Post. > „Sie brauchen das rrichss einem fo Hebauernibe» To« za ßayeri. Herr von Birkenheim. Ich vt» dessen sehr froh, devu wenn Sie meiner Dienste nicht bedürfen, komme ich mir sehr Überflüssig hier vor und MH nicht, was ich mit memsk ftöien Zeit anfangen soll* „Darm brauche ich mir also keine Vorwürfe zu machen, ßaß ich Sie wieder den ganzen Tag in Anspruch nehme?* „Nein, das brauchen Sie sicher nicht." So las Christa dem Gutsherrn am Vormittag wieder vor und schrieb darauf Briefe für ihn. Nach Tisch, während Herr von Birkenheim Mittagsruhe hielt, ging sie in den Park. Dort saß sie jetzt oft lange in dem kleinen Pavillon und sah in Gedanken verloren vor sich hin. In ihren Träumen spielte Hans Ullrich von Frankenau eine große Nolle. Aber heute Imchte sie nur an das. was sie nach Birkenheim geführt hatte — an die Erfüllung ihrer Mission Und sie ftagte sich, was dann weichen sollte, wenn sie ihre Mission erfüllt hatte. Aber den Gedanken schob sie schnell wiekwr von sich. Zur Teezeit kehrte sie ins Haus zurück. Nachdem sie mit den Herrschaften den Tee eingenommen hatte, bat sie Herr von Birkenheim aus der Bibliothek ein bestimmtes Buch zu holen und ihm dann in sein Arbeitszimmer zu geben. Christa tat, wie ihr geheißen wurde. Als sie in der Bibliothek nach dem Buch suchte, trat dort die Baronin ein. „Nun. Fräulein Hellmut. jetzt werden Sie bald mehr Gelegenheit habe,:, mit meiner Tochter allein zu sein. Und ich hoffe, es ergibt sich nun bald eine Gelegenheit für Sie, mit ihm über die Angelegenheit zu sprechen, auf die ich Sie aufmerksam machte" Christa wußte sofort, was sie meinte. „Frau Baronin meinen Sie die Angelegenheit mit dem Testament?" „Ja, Fräulein Hellmut. Es liegt mir doch sehr am Her. zen, daß es bald geschieht. Meines Dankes sollen Sie sicher sein. Ich würde es an einer entsprechenden Belohnung nicht fehlen lassen." Christa stieg das Blut zu Kopfe. ».Ich habe jetzt fast nie ungestört mit Herrn von Birkenheim sprechen können. Graf Steinau war viel bei ihm." Die Baronin nickte hastig. „Ja, ja, Graf Steinau pflegt immer da zu fein, wo man ihn nicht brauchen kann," entfuhr es ihren Lippen. Christa preßte die Lippen zusammen, damit ihr kein unbedachtes Wort der Entgegnung entfuhr. Dann sagte sie, so ruhig sie konnte: „Es wird sich nun eine Gelegenheit finden — wenn ich nur besttmmt weiß, daß ich nicht gestört werde." Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, daß mein guter, braver Mann, unser treubesorgter Vater, mein lieber Sohn, unser Bruder, Schwager und Neffe Wilhelm Lind Landsturmmamr nach 3 jähriger tteuer Pflichterfüllung im Alter von 42 Jahren an den Folgen emer schweren Krankheit, von der er während seines Urlaubs befallen wurde, im Friedberger Bürger-Hospttal plötzlich verstorben ist. * Wölfersheim, den 8. Juli 1918. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen t Luise Lind geb. Bauer und Kinder. Die Beerdigung findet Donnerstag.d. 11. Juli, nachm. 2'/ 2 Uhr ln Wölfersheim statt. ^ «Dafür werde ich sorgen, liebes Fräulein. Bisher ist auH «reine Tochter zuweilen hinüber gekommen, um nach ihrem geliebten Onkel zu sehen. Aber in den nächsten Tagen werde ich fie zurückhatten — im Jntereffe der guten Sache, denn es Legt mir doch am Herzen, daß mein Vetter testiert, damit ich «ach feinem Tod gewiß sein kann, in jeder Beziehung nach sei- mm Willen zu handeln. Gott erhalte ihn mir noch recht lange. Christa neigte das Haupt. Sprechen konnte sie nicht. Sie kam sich selbst falsch und hinterlistig vor, weil sie der Baronin nicht ihre wahre Meinung sagen durfte. Und jetzt war Gras Steinau nicht da, mn ihr immer wieder zu sagen, daß man dis Baronin mtt ihren eigenen Waffen schlagen müsse. Sie entfernte sich nun schnell mit einem stummen Gruß. Das Buch hatte sie gesunden. Schnell ging sie in das Arbeitszimmer des Hausherrn. Dieser faß, in Gedanken verloren, im Seffel vor seinem Schreibtisch. In der Hand hielt er eine Photographie — das Bild Maria von Platens. Christa ging an ihm vorüber, auf den Seffel zu, in dem fie immer zu fitzen pflegte, wenn sie ihm vorlas. Dabei gewahrte fie das Bild in seinen Händen. Sie warf einen Blick darauf und blieb plötzlich wie gebannt stehen. Ein ttefer Atemzug hob ihre Brust. Herr von Birkenheim wandte fich nach thr um. Er sah ein blasses, erregtes Gesicht. „Was ist Ihnen, Fräulein Hellmut?" fragte er besorgt. Sie strich sich das Haar aus der Stirn. In ihrem Innern war das sichere Gefühl, das jetzt die Stunde gekommen war, a« die Erfüllung ihrer Mission zu gehen. Das war eine Gelegen« heil, wie fie vielleicht nie mehr wiederkehrte. „Verzeihen Sie, Herr von Birkenheim — aber dies Bild in Ihrer Hand — ich kenne das Original dieses Bildes — ein gleiches ist in meinem Besitz — das ist Maria von Platen,* sagte fie erregt. Langsam erhob sich der alte Herr und sah mit großen, unruhig forschenden Augen in ihr Eeflcht. „Was ist das? Sie nannten einen Namen, der in meinem Leben eine große Rolle gespielt hat. Sie kennen — kannten Frau von Platen?" ftagte er heiser. „Ja» Herr von Birkenheim." „In Schweden — in Stockholm?* «Sie waren dort?* «Ja* «Und -r Es lagen lausend Fragen ln diesem Und. Christa atmete tief auf. Fortsetzung folgt. Dekanritmachmrg Die Stadt Friedberg beabsichtigt einen kräftigen, sprungfähigen Faselochsen 16 —18 Monate alt, anzukaufen. Schriftliche Angebote werde« bis zum 16. ds. Mts. an de» Unterzeichneten erbeten. Friedberg. den 8. Juli 1918. Der Bürgermeister. I. V.: Damm. Durch die Materialknappheit und schwierige Beschaffungsmöglichkeit müssen defekte Maschinenteile wieder hergestellt werden. Ich übernehme deshalb die !l Hain! Carl ReilD, Friedberg Maschinenfabrik. Lehrling. Suche für mein Med.-, Drogen-, Färb- u. Materialwaren-Gejchäst einen kräftigen, jungen Mann als Lehrling, ver sofott oder später. Kost und Wohnung im Hause. Eefl. Offert, nebst Eroßen- angabe an l . .. 2nh.Friedr.Karl Ott, Hoflieferant _Friedberg i. H. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstratze 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf ziömrr 420». 9 9 U Ti n fV,. S,ioma ,t’ Sj-'S**“ 3 - Donnerstag, Freitag, nachmittags E-schastsanzeigen in diesem Raum nur für unsere Mitglieder; dieselben sind tatenlos, jedoch muß bet Aufgabe der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiesen werden. ist zu verkaufen bei Phil. Merz, Kaichen. liefert schnell und billigst Neue Tagesjeiiimg Iraürrn «d Salig, ?.•& Guts-Verpachtung. Das Hofgut Haffelheck, gelegen in Gemarkung Haffelheck und Ober-Mörlen, im Kreise Friedberg in Oberheffen, 2 Kilometer von der Eisenbahnstation Bad-Rauheim, in Größe von ISO ha »1,59 a soll Mittwoch, den 24. Juli 1918, vorm. 10 Uhr in Rüdesheim a. Rh., im Saalbau Rölz, Oberstr. 16 für die Zeit vom 22. Februar 1920 bis dahin 1938 öffentlich meistbietend verpachtet werden. Die Bietungsregeln und Pacht-Bedinguugeu können gegen Einsendung von Mk. 2.00 von der Unterzeichneten Stelle bezogen worden. Rüdesheim, den 18. Juni 1919. Die Eiiterverwaltrmg der Freiherren von Ritter zu Gruensteyn. sl, 2 gute Führkiihe hat zu verkaufen Friedrich Philipp! Friedberg-Fauerbach. 1 sowie einen starken ZMisMililtt-WlWN, beides fast neu, zu verkaufen bei Heinrich Pietz II. Hoch-Weisel bei Butzbach. 6 junge Men und 3 Zuchtgänse 8 Wochen alt, zu verkaufen. Friedr. Aheuser, Ober-Florstadt. Neun Stück junge 8 Wochen alte Enten zu verkaufen bei PH. Hirsch, Ober-Florstadt. Ein Schlag junge Enten hat abzugeben Christ. HUbuer, Nieder-Florstadt. Einen gut erhaltenen Selbstbinder (Loschorn) hat zu verkavfe» Wilhelm Hell, Kaichev. la. Schmier!! für landwirtschaftliche und Dreschmaschinen. I». Cylinderöl Ia. Wagen fett Ia. Ledcrfett empfiehlt Zos. Derfelt, Friedberg, Kaiserstraße 116. Der Kauf von Uhren ist Vertrauenssache! Wenden Sie fich an Wilh. 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