11* Jahrgang. Rümmer 155 _ Freitag, den 5. Inli IS 18 vle .1 ene Tagesreitung" erscheint ,eden Werktag Regelmäßige Beilagen ..Der Kauer aus Kelsen". „Die Spinnstube". Ke?ugspreia: Bei den Postanstalten vier,eimmlich Mt 24t: hinzu tritt noch das Bestellgeld: >-ei ne- -enter. monatlich 85 Pfg. einschliehlich Trägerlolm. An?eigen: GrundzeUe 25 Psg., lokale 20 Prg.. Anzeigen von auswärts mecoen durch lZo lnachna'imtz erhoben. E>-fullunasor' .^riedbera. Hchriftleituna und Pertag ^riedberg lfie'sen). 'ranaueräratze 12. Fern'precher 48. Postj Heck-Lonto Rr. 1859. Amt Frankfurt a. R. , Reger Geschtthkampfan der Piavefront. — 14500 Tonnen versenkt. — Die Vorgänge an der Mnrmauünfl« Sultan Mnhamed V. -j% — Die preuhische Mahlreform in fünfter Lesung angenosum.ii. - - . ========—"" - * Der dentsche Generalltab meldet: ^_ T. Ä. Großes Hauptquartier» dorr 4. Juli. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Nupprechi Die Eefechtstätigkeit lebte am Abend iit einzelnen Abschnitten auf. Seit frühem Morgen starkes Feuer des Feindes beiderseits der Somme. Hier haben sich Jnfanteriekämpfe entwickelt. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Heftige Teilangriffe der Franzosen nördlich der A i s n e. Oestlich oon Moulin-sous-Touvcnt wurde der Feind im Gegenstoß in unseren vorderen Kampslinien abgewiesen. Im übrigen brachen seine Angriffe ror unseren Hindernissen zusammen. Erneute Vorstöße des Gegners westlich oon Chateau-Thierry scheiterten. Heeresgruppe Herzog Albrecht. Ein starker Vorstoß des Feindes aus dem östlichen Maas, «fer wurde atgewiesen Im Sundgau machten wir bei erfolg, reicher Unternehmung EefangenL I Die Lage im Westen. Berlin, 4. Juli. (WV.) Die Bedrohung von Paris infolge der letzten deutschen Offensive zwingt die Franzosen zu fortgesetzten Angriffen zwischen Oise nnd Marne, um durch Teilaktionen ihre Stellungen zu verbessern. Diese örtlichen Kampfhandlungen, die erfahrungsgemäß den Gegnern außerordentliche Verluste bei geringen Erfolgen kosten, sind der beste Beweis für die außerordentliche Wirkung der deutschen Offensive. Unter diesen Umständen berührt es eigenartig, wenn der Eiffelturm am 3. Juli 11 Uhr nachmittags von der letzten deutschen Offensive als einem unfruchtbaren Sieg des Kronprinzen spricht. Jmmer- hin ist es bemerkenswert, daß der französische Funkspruch wenigstens die Tatsache des Sieges zugibt. Im übrigen verlief der 9. Juli unter heftigen Patromllenkämpfen nordwestlich des Houthoulster Waldes, bei Merris, südlich Lens, bei Merry sowie auf dem Ostufer der Maas. 14500 Tonnen versenkt. Berlin, 4. Juli. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet um England wurden durch unsere U-Boote 14500 Brt. versenkt. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Leutnant Udet errang seinen 40., Leutnant Numey seinen 29. und 80. Luftsteg. Der Erste Generalqnariiermeister: Ludendorsf. Abrndlrerlcht. Berlin, 4. Juli, abends. (WTB.) Amtlich. Beider- seils der S o m m e wurden starke englische Teilangriffe in unserem Kampfgelände zum Scheitern gebracht. y--. - - - - m Der österreichische Generalstab »;== meidet: --— Wien, 4. Juli. Amtlich wird verlautbart: Der Geschützkampf ist an zahlreichen Abschnitten der Südfront außerordentlich rege. Bei Afiago und auf dem Monte Si- senrol scheiterten englische Stoßtruppunternehmen. Im Mündungsgebiet der Piave dauern die Kämpfe an. Der Chef des GencralstabeS. Die Lage an der Piave. Wien, 3. Juli. Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Nach mehrtätiger verhältnismäßiger Ruhe, welche wohl vor allein durch die erlittenen schweren Verluste des Feindes erzwungen war, hat sich die italienische Heeresleitung an einzelnen Abschnitten sowohl im Gebirge wie in der Ebene auch zu einem offensiven Vorgehen entschlossen. Beim Morgengrauen setzte gestern um 3 Uhr immer heftigere, stellenweise bis zum Trommmelfeuer gesteigerte Ar- tillerietätigkeit an der Front vom Montello bis zur Piave- mündung ein. Unmittelbar nördlich von San Doo erfolgte der Stoß, der sich hauptsächlich gegen das Piavedelta richtete. Hier trachtete sowohl im direkten Ansturm im Westen und int Süden, wie auf Ueberschiffungsmitteln die italienische Infanterie gleichzeitig im Mündungsgebiet des Flusses vor- zudriugen. Sie wurde überall nach erbittertem Kampfe, der bis zrtm Einbrüche der Dunkelheit dauerte, abgewehrt und erlitt außerordentlich schwere Verlttste. Nur bei Ehiesanuovo konnten die Italiener nach Neberschreiten der Sile sich in einem schmalen Geländestreifen am Westrande des Deltas festsetzen. Weiter nördlich wurde bei Zenzon der Versuch einer Abteilung, auf Kähnen das Ostufer der Piave zu erreichen, durch Feuer vereitelt. Weniger einheitlich geleitet, aber gleichfalls sehr hart- Iwckig waren die italienischen Vorstöße an der Gebirgsfront beiderseits der Brenta. Alle Bemühungen des Gegners, hier über einzelne Punkte seiner Kampflinie vorn 16. Juni vor- -udringen. scheiterten an den unerschütterlichen Stellungen unserer braven Infanterie znm Teil schon unter der Wirkung des raschen Eingreifens unserer Artillerie. * a ^ '-— v 3 ’ * \A Berlin» 4. Juli. (WB. Nichtamtlich.) Furcht vor Minen und Unterseebooten, sowie die allgemeitren Kriegsvcrhältnisse halten heutzutage viele Handelsschiffe von der Benutzung des Cues-Kanals ab. Sie wählen tieber den sicheren Weg um das Kap der Guten Hoffnung, wenngleich damit mehr oder weniger große Zeitverluste verbunden find. So wollte auch der von unserem Hilfskreuzer „Wolf" seinerzeit aufgebrachte und später versenkte Dampfer „Hitachi Maru" von Japan nach England um das Kap fahren, und die holländischen Postdampfer, die früher den Reisenden erlaubten, in etwa 20 bis 24 Tagen von Holland über italienische Häfen nach Niederländisch.Jndien zu gelangen, gebrauchen heute für ihre Fahrt von Holland nach Batavia etwa zwei Monate. Der Rückgang des Sues-Kanal- Verkehrs spiegelt fich in dem folgenden Passus des Jahresbericht der Sues-Ecsellschaft ab: „Die Wirkungen des Krieges haben fich hinsichtlich der Berkehrstätigkeit des Kanals 1918 stärker geltend gemacht, als ln den vorhergehenden Jahren. Vor einem Jahve mußten wir auf der neuen starken Herabdrückungen unseres Verkehrs verweisen, die durch den uneingeschränkten U-Voots-Krieg herbeigeführt waren: eine Zeitlang haben wir gefürchtet, noch we- Niger günstige Resultate berichten zu müssen als diejenigen, die wir jetzt unterbreiten: aber immerhin bettägt der Rückgang doch fast vier Millionen Tonnen." — Da die Derkehrsziffern in Rettotonnen ausgedrückt sind, weil nur nach diesen Kanalabgaben berechnet werden, find dem Kanal im letzten Jahre 6.7 Millionen Brt. ferngeblieben. Rechnet man mit der durchschnittlichen Größe von 4000 Brt. für ein Fahrzeug, so wären demirach im letzten Rechnungsjahr ungefähr 1700 Schiffe weniger durch den Kanal gefahren als im Vorjahr. Ostende nnd Zeebrügge. London, 3. Juli. (WB.)' Reutermeldung. George Lambert fragte, ob es richtig sei, daß deutsche Zerstörer, da Ostende und Zeebrügge gesperrt waren, am 27. 6. bei ihrem Entkommen die holländische Neutralität verletzten, indem sie in die Schelde einfuhren. Mac Namara erwiderte, davon sei nichts fefemnt, nnd es würde auch nicht angenonnnen, daß sich ein solcl^er Zwischenfall ereignet habe. Lambert fragte weiter, ob Zeebrügge und Ostende für feindliche Zer- störer gesperrt seien. Mac Namara antwortete: Ich kann zu dem, was ich die letzte Woche über die Einschließung der Zerstörer gesagt l)abe, nichts hinzufügen, aber wenn Lambert den Marincstabsck-ef sprechen will, so wird dieser ihm seine Gründe sagen, warum er glatlbt, daß derartiges sich nicht ereignete. . . _ 4 Erfolgreiche Tätigkeit nuferer Dombrngejchmader. Unsere Bombengesck-wader waren in der Nacht vom 28. zum 29. und vom 29. zuin 30. Juni nnt großem Erfolge tätig. 100,000 Kilogramm Bomben wurden auf Trltppenunterkünfte, Munitionslager, Bahnanlagen nnd Flugplätze geworfen. Zahlreiche Brände in den Zielen wurden beobachtet. Eigene Infanterie- und Schlaltslieger griffen aus niedrigen Höhen in den Kampf ein nnd über- schütteten die feindlichen Infanterie- nnd Batteriesiellunge? mit Maschinengewehrfener und Bomben. Der oft bewähr- Angriffsgeist unserer Jagdstreitkräfte fügte den Gegner > besonders schwere Verluste zu. In den letzten drei Tage des Juni wurden 37 feindliche Flugzeuge im Luftkamp und acht durch Flugabwehrkanonen abgeschossen. Uni-nv eigenen Verluste betrugen demgegenüber nur 14 abgeicl'.o - sene Flugzeuge nnd Ballone, fünf Flugzeuge werden vermißt. Zum Fliegerangriff auf Poris. Genf, 4. Juli. Die „Humamte" und andere links stehende Blätter veröffentlichen eine vollständige Liste de? Pariser Toten und Verwrtndeten, die Opfer der jüngster deutschen Fliegerstreife geworden sind. Die „Humanite' bemerkt: Ganz Paris kennt die Tragweite der in den inneren Bezirken verursachten Zerstörungen aus eigenen An schaunngen, n«r die Zeitungen müssen die Blinder spielen. » Das bedeutende Waffenlager des 8. französischen Ar* meekorps ist in einer Vorstadt von Orleans niedergebrannt Der „Petit Parisien" beziffert den Schaden auf mehrere Millionen Franken. Sultan MchiMd Y. f. Wien, 4 Juli. (WB.) Nach einer hier aus Konstante «opel eingelaufenen Meldung ist der S«l t a n gestern um 7 Uhr verschieden. Sultan Muhamed folgte seinem Bruder Abdul Hamid nach dessen Entthronung am 27. April 1909 auf den Thron Er fügte sich sehr rasch in die Neuordnung der Dinge ein. Man kann wohl sagen, daß er der erste konstitutionelle Fürst der Türkei gewesen ist. der sich auch äußerlich stet- zurückhielt und anders als sein Bruder Abdul Hamid eine gewisse Popularität genoß. Der neue Sultan. W a h i d e d d i n ist geboren in Konstanttnopel am 12. Januar 1861. ES ist der jüngste Bruder des verstorbenen Sultans Michamed V. und der Sultane Murad V. und Mdul Hamid. Thronfolger ist jetzt Prinz Abdul-Medjid- Effendi, der am 27. Juni 1869 in Konstantinopel geboren ist, da nach den: türkischen Thronfolgegesetz der. älteste Prinz des Hauses und nicht der älteste Sohn des Sultans zur Regierung gelangt. Abdul-Medjid ist der älteste Sohn des 1876 verstorbenen Großsultans Mdul-Aziz-Chan, ei nes Vatersbntders des jetzt verstorbenen Sultans. Die Dttgiinge an der IKiirmanbüftf. Stockholm» 2. Juli. Rach verschiedenen Berichten scheinen fich an der Murmanküste allmählich wichtige Ereignisse vorzu- bereiten. Ein bekannter Zoologe, der dieser Tage von einer Forschuirgsrcise aus Nordruhla,rd nach Petersburg zurückgekehrt ist, hat laut einer Helfingforser Meldung des „Spenska Dag. blad" erzählt, daß die Entente an der Murmanküste Kriegsrwr- bereitungen tteffe. Im Hafen Murmarnsk sollen zwei englische und zwei französische, in der Petschengabucht ein französisä>es Kriegsschiff liegen. In Kaudalks sei ein Panzerzug mit Eng- ländern, Serben und Russen eingetroffen. Kem sei durch umfassende Arbeiten in eilte starke englisch Festung umgewandelt morden und habe eine Garnison von Engländern und russisck)«» Roten Gardisten. Die Lebensmittekzufuhr aus England sei regelmäßig und reichlich. Mit diesen Nachrichten, die durch andere Berichte aus Fin« land und Nordnorwegen über bevorstehende militärische Oz>e. rationen übereinstimmen, ist vielleicht auch die neueste Biel- düng aus Helstngfocs in Zusammenhang zu bringen, daß di« Ausweisung sämtlicher Engländer aus Finland bevorstehe. Moskau. 1. Juli. (WB.) Rach einer Meldung der ..Krav« naja Guseta" rtchletc Stnowjew an alle an der Murmanbahn« ltnie und an den Nordbahnen gelegenen Sowjets und alle Or» ganifat tonen dieser Bahne« folgerndes Telegramm: An de» Murmanbahn gehen aufregende Dinge vor sich. Die Landung fremdländischer Truppen und die Umgruppierung dieser Kräfte auf verschiedene Stellen läßt einen Ueberfall auf das Murnvan- gebiet erwarten. Ein vergehen Weißer Garde ist möglich, um sich eventuell mit den Tscheche-Slowaken zu vereinigen. Deshalb bestimmt der Sowjet der Volkskommissare: Der Schutz aller Stationen und Brücken der Murman- und Nordbahnen ist inwerziiglick zu verstärken. In allen Zügen sind die Passagiere zu konlrolli. m Alle unter dem Befehl der Sowjetmacht stehenden Etrertkräste sind in Kampfbsreitschaft zu setzen. Gegen alle gegenrevolutionären Elemente, die mit den aus. ländische» Truppen Verständigungen suchen, sollen die schärfsten Maßregeln getroffen werden lieber die getrofferren Maß. zahmen ist sofort Bericht zu erstatten. Ein russischer Protest. Moskau, 3. Juli. (WB.) Am 30. Mar richtete nach erner Meldung der Moskauer Zeitung „Swoboda Rossij" der Volkskommissar für die auswärtigen Angelegenheiten Lschitscherin folgende Note an den englischen Vertreter: „Nach dem Willen des arbeitenden Volkes, das sich der Jnteresseneinheit und Solidarität mit den Arbeitermassen der ganzen Welt bewußt ist, hat die russische föderative Radarepublik die Reihen der kämpfenden Mächte verlassen und hat den Kriegszustand aufgegeben, dessen fernere An- Lauer die innere Lage Rußlands unmöglich machte. Das erbertende Volk Rußlands und die feinen Willen ausführende Regierung der Arbeiter und Bauern trachtet nur danach, in Frieden und Freundschaft mit allen übrigen Völkern zu leben. Keinem einzigen Volke droht das Ar- beitsvolk Rußlands mit Krieg, und keinerlei Gefahr kann von seiner Seite Großbritannien drohen. Mit umso größerer Entschiedenheit muß die Arbeiter- und Bcmern- regierung Rußlands gegen den durch keinerlei aggressive Handlung russischerseits hervorgerufenen Einbruch bewaff- neter englischer Trupppen protestieren, die soeben erst an der Murmanküfte landeten. Den Streitkräften der russischen Republik ist der Schutz des Murman-Gebjetes gegen jeden fremdländischen Einbruch auferlegt, und diese ihre Pflicht werden die Ratstruppen unweigerlich erfüllen und bis zuletzt ihren Revolutionspflichten zum Schutze des Ratsrußland Nachkommen. Das Volkskommissariat des Aeußern besteht in allerentschiedenster Weise darauf, daß in Marmansk, einer Stadt des neutralen Rußlands, sich keine bewaffneten Streitkräfte Großbritanniens oder irgend einer anderen fremdländischen Macht aufhalten, und indem es noch einmal fernen schon mehrfach vorgebrachten Protest gegen die An- wesentheit englischer Kriegsschiffe in dem Murmaner Hafen wiederholt, spricht gleichzeitig die bestimmte Erwartung aus, daß die großbritannische Regierung ihre, der internationalen Lage Rußlands widersprechenden Maßnahmen zurücknimmt, u„d daß das arbeitende Volk Rußlands, das den heißen Wunsch hegt, in ungestörten freundschaftlichen Beziehungen mit Großbritannien zu verbleiben, nicht gegen seinen Willen in die Lage gedrängt wird, die seinem aller- aufrichtigsten Bestreben nicht entspricht. Ueuer Kriegs rat. Bern, 4. Juli. Laut der „Tribüne" soll demnächst in Versailles ein neuer Kriegsrat der Verbündeten, stattfinden. Französische Kolonialtruppru. Zürich, 4. Juli. Die ,^talra" meldet ihren Lesern mit Genugtuung das Eintreffen von Kolonialtruppen aus Marseille an der italienischen Front. König Alfons in Paris. Genf, 4. Juli. „Echo de Paris" meldet, daß der Besuch des Königs von Spanien in Paris 36 Stunden dauerte. . Der König besuchte den Präsidenten Poincare, den Ministerpräsidenten Elemencean und, den amerikanischen Dotscchrfter. Eirchrnch in die Iniflifie DsMast in Km. Berlin, 4. Juli. (WB.) Am 24. Juni abends der- sammelten sich ungefähr 200 Menschen vor dem deutschen Boschaftspalais und erbrachen mit Gewalt die Tür und drangen in die Botschaft ein. In verschiedenen Räumen wurde Mobilar umgeworfen, Bücher wurden zerrissen und Schubladen geöffnet. Bedauerlicherweise wurden auch drei große Bilder der kaiserlichen Familie und verschiedene Kunst- gegenstände vernichtet. Verschiedene Gegenstände sind auch verschwunden. Besonders kennzeichnend erscheint es bei diesem Zwifck^nfall. daß die Polizei viel zu spät einschritt und den Pöbel gewähren ließ. Der schweizerische Gesandte in Rom ist unverzüglich bei der italienischen Negierung vorstellig geworden und hat sich der Angelegenheit in dankenswerter Weise angenonrmen. Wie es heißt, wurde der zuständige Polizeikommissar, der die Schuld an dem zu späten Eingreifen der Polizei trägt, seines Amtes enthoben und seiner Besoldung für verlustig erklärt. NcnWDche plntarbfit m der Fern?. B^r», 1 . Juli. Wie der „Temps" berichtet, wird das Kassationsgericht von Athen btefe Woche den Fall der griechischen Offiziere in Görlitz aburleiten. Der Staatsanwalt verlangt Bestätigung der Todesstrafe. Bor dem Kriegsgericht von Sparta erschienen zwei De- mdiitte sowie cu ehemaliger Staatsanwalt und ein Oberste dt« versucht hatte«, o« der Einsetzung der «egterusg Denizelo« dt« Autonomie des Peloponnes zu verkünden. Da« Gericht oct» urteilt« sie sowie aem ihrer Genossen zu acht Jahre« Zwangs, cnfceü Die Mnnitisngnplaßon in Tnyland. London. 3. Juli. (SM.) I» Unterhaus« teilt« der Parks. mentssetretär des Muiiirwnsministerium- mit, man glaub«, daß die Zahl der bei der Munitionsexplofion in den Midland« tödlich Verunglückten 100 erreichen werde. Verwundete wur- den über 100 gezählt. Die Arbeit wurde schon wieder aufge» kommen. -G Die militärische Loge im Osten. In den letzten Wochen wird viel von einer Schwächung der Regierungsmacht des Sowjet in Großrußland gesprochen und geschrieben. Die Truppen der Roten Armee scheinen sich tatsächlich nicht überall als zuverlässig erwiesen zu haben. Für den Versuch der Untergrabung der Macht der Bolschewicki kommen hauptsächlich zwei Gründe in Betracht. Einmal arbeitet die Entente in einer lebhaften Agitatton gegen sie sodann wird von der breiten Bevölkerung immer mehr diesen die Schuld an den Ernährungsschwierigkeiten und der Zerfahrenheit des Transportwesens zugeschoben. Die Regierung kann sich aber noch auf die Letten- formationen als zuverlässige militärische Truppen stützen; diese halten die Ordnung in Moskau aufrecht. Sie wurden auch zur Niederwerfung des Tfchechenaufstandes entsandt. Die am 31. Mai ausgesprochene Mobilmachung der Arbeiter hat allerdings weder in Petersburg und Moskau noch auf dem Lande praktische Ergebnisse gehabt. Auch die eifrig betriebene Ausbildung von Unter- führern hatte bisher nur ein geringes Ergebnis, da mehr Wert auf rein bolschewistische Gesinnung wie auf gute Vor- kenntnisse »ad Schulbildung gelegt wurde. Die Versuche, Offiziere der zaristischen Armee für die Roten Truppen zu gewinnen, scheinen in der Hauptsache gescheitert zu sein. Im Murman-Gebiet ist die Entente — vor allem England — bemüht, ihren Einfluß auf die Murman-Bcchn und in den nördlichen Gouvernements zu vergrößern. Die Ausbildung der finnischen und russischen Rotgardisten durch englische Offiziere sowie die Transporte von englischen Ar- ttlleriemateria! und Personal von der Murman-Küste nach Süden beweisen das Bestreben Englands, sich im Murman- Gebiet eine unter seiner Führung stehende Truppe zu schaffen, d Die Maßnahme .ist nicht zuletzt auch gegen Finnland gerichtet. In der Ukraine arbeitet die neue Regierung des H et man Skoropadski eifrig an der Mederherstellung von Ruhe und Ordnung. Die Sachlichkeit ihrer Maßnahmen verspricht Erfolg ihrer Bestrebungen trotz den Versuchen der Entente, auch dort weiteren Unfrieden zu stiften. In- Kiew ist eine russisch-ukrainische Friedenskonferenz zu- sammengetreten, welche die noch schwebenden Grenzfragen und die künftigen wirtschaftlichen Beziehungen, zwischen der Ukraine und Großrußland regeln soll. Ein Waffenstillstand hat den offenen Feindseligkeiten inzwischen ein Ende gemacht. In der Krim ist General SulHuvitsch dabei, eine nationale Regierung aus Tataren, Russen und Deutschen zu bilden. Zwischen Ural und dem Kaspischen Meer erreichten Ural- und Orenburg-Kosaken im Kampf gegen Bolschewiki die Gegend von Samara. Im Donkosaken-Gebiet hat der frühere russische General Kraßnow als Hetman der Donkosaken eine selbständige Donregierung gebildet. Im Süden des Don-Gebietes haben sich die Kuban-Kosaken mit den Resten der Kornilow-Truppen unter General Demikin vereinigt und Verbindung mit Kraßnow ausgenommen. Im westlichen Kubangebiet leistet eine bolschewistische Schwarzmeer - Kuban - Natsregierung den Kuban- und Taman-Kosaken erfolgreichen Widerstand. Die Lage im Kaukasus ist noch nicht geklärt, Neigung der Bergvölker zu den Bolschewisten besteht anscheinend nicht. In Sibirien hat eine mit Unterstützung der Entente gebildete Gegenregierung durch Truppen des Kosakenführers Semjonow die nördliche Mandschurei besetzt und Vorstöße nach russisch Ostsibirien unternommen. Ein Vordringen längs der sibirischen Bahn in Richtung Tfchita wurde von Sowjet-Truppen vereitelt. Tschechisch-slowakische Verbände, die im Abtransport von Groß-Rußland nach Wladiwostok und weiter nach Frankreich waren, kämpften teilweise auf selten Semjonows gegen die Sowjet-Truppen und stören besonders die Transporte auf' der sibirischen Bahn. Ueberall finden wir die Machenschaften der Entente welche in größerem Umfange die Gegenrevolutionäre unterstützt und ihr wichtig erscheinende Gebiete für sich einfach beschlagnahmt. Dies tritt besonders im Murman-Gebiet und in Sibirien zutage. Hinter allem steht England als Beschützer. Bannichnstgeriah nnii FlinWMM in England Haag, 2. Juli. Im englischen Unterhaus gab es eine außerordentlich bemerkenswerte Erörterung, die wieder einmal die Gegensätze enthüllt«, die durch die Notwendigkeit des Mannschaftsersatzes zwischen dem Lebensmitürlamt und dem Kriegs- kabinett entstanden sind. Die Diskussion wurde hervorgerufen durch einen Antrag des Abgeordneten Roch, der darlsgte, daß er einen wahren Strom von Briefen von Bauern aus allen TeUen des Landes erhalte, die alle in den lebhaftesten Farben die unglücklichen Folgen des Vorgehens der Negierung schilderten. In einzelnen Fällen fehlten den Bauern die Arbeiter vollkommen, das Heu bleibe auf dem Feld liegen. And«, Bauern drohten damit, ihr Vieh ans die Aecker, ja selbst m oas Korn zu treiben, wenn es ihnen nicht endlich gelinge, Arbeiter zu erhalten. Die Sttmmung im Unterhause Wan einigermaße» erregt, da dt« Besorgnisse des Interpellanten von zahlreiche« anderen Abgeordneten geteilt wurden Di« Diskussion, die dieser Debatte folgte, war lehrreich fü, die Erkenntnis, wie England gegenwärtig seinen Mannschafts- erfatz schafft. Dalziel beklagte sich, daß di« jungen Schotte« von 19 bis 21 Jahren schon nach sechswöchiger Ausbildung i» die Feueclinie gebracht würden. Hier griff Bonar Law in di« Erörterung ein und meinte, die Regierung müsse vor alle» Dingen dafür sorgen, daß England keine Niederlage erleide, selbst auf die Gefahr hin, daß das Land in anderer Hinsicht Hinsicht einige Entbehrungen durchmachen müsse. Uebrigem glaubt Donar Law nicht an Entbehrungen für dieses Jahr. Di». Mannschaft erfahre eine Ausbildung von drei Monaten, nu» in Notfällen zehn Wochen, worauf dann noch ein UebungA monat in Frankreich selbst komme. Kritik an der Me Kereilgkijs. Haag, 29. Juni. Die Rede Kersnskijs findet in weite» Kreisen Englands Widerspruch, wovon ein Leitartikel des leitenden Redakteurs der „Daily News" Gardiner Zeugnis gibt. Gardiner schreibt: Kerenskij, der plötzlich unter uns erscheint, fordert uns auf, fchrtttweise in Rußland einzudringen, di« Bolschewik! abzusetzen, ein russisches Heer auf die Beine zu stelle» und Deutschland zu bekämpfen. Wir wollen doch daran erinnern, daß in der Ukraine die Rada mit den Deutschen zusammen- gegangen ist, und daß di« Sowjets die Deutschen in der Ukraine bekämpfen. Wer ist nun eigentlich unser Feind in dieser allge- meinen Verwirrung? Sicherlich haben die BolschewM viel Unrecht getan, aber für mich ist der Beweis nicht erbracht, daß die Bauern und Arbeiter, die die überwältigende Mehrheit des russischen Volkes bilden, die Bolschewik: im Stiche lassen. Die Vertreibung d«-r Bolschewiki ist eine Angelegenheit der Russen und geht die Alliierten nichts an. Wenn die Russen eine Gegenrevolution durchgesetzt haben, dann stehen wir allerdings ms, einer anderen Lage und einer anderen Negierung. Und wen» dies eine Negierung unter Kerenskij ist, dann hoffe ich, daß man sie besser behandelt, als die letzte Regierung Kerenskijs. Döingen jedoch die Alliierten in Scharen in Rußland ein, um gegen die bestehende Regierung eine Gegenrevolution zu insze- nieren, dann begehen die Alliierten ein Unrecht. Auch entsteht die Frage, ob eine militärisch« Intervention ein« praktische Po litik bedeutet. Gewöhnlich setzte man die Intervention auf dr« Rechnung Japans. Oberflächlich betrachtet, scheint eine derartige Jnterventton recht leicht zu fein. Früher aber hat Japan an so etwas nicht gedacht. Japan hielt es nicht für möglich, Rußland zu helfen, als es noch mit ihm kämpfte, und eben- sowenig veränderte Japan seine Ansicht, als Pichon und die ftanzösische Presse es so dringend ausforderten. Hilfe zu leisten. Man kann daran zweifeln, ob ein Durchmarsch durch ein so ausgedehntes Gebiet überhaupt ausführbar ist, selbst wenn die Sowjets ihn billigen würden. Billigen die Sowjets den Durchmarsch aber nicht, so ist er gänzlich undenkbar. Niemand wird annohmen können, daß ein Heer nach dem europäischen Rußland geschickt werden könne. Rach dem Kerenskijfchen Programm würde ein solches Heer dann die Rolle einer Einfallarme« spielen. Setzt man sich über alle moralischen Bedenken hinweg so entsteht doch die Frage, ob eine solche Politik in militärischer Hinsicht empfehlenswert oder selbstverständlich wäre. Wen» die Sowjets fallen müssen, so sollen sie durch die inländische» Kräfte stürzen. Bleiben sie aber bestehen, so müssen wir dis Tatsache als eins Aeußerung des- russischen Volkswillens hin- nehmeu und diesen Willen achten, s elbst wenn wir ihn nicht lieben. Die enDlhe Rkgierunß Mer die Kilhininnnrede. Uebec die Rede Kühlmanns gibt Reuter eine längs Erklärung heraus, welche als die Meinung der maßgebenden englischen Rsgierungskreise anzusehen sein soll. Es heißt darin u. a.: Die Rede wird als ein Friedensangebot betrachtet, das hauptsächlich an England gerichtet ist. In bezug auf Frankreich hat Kühlmann ja keine besonderen Austteugungen unternommen. Sern« Worte waren also unzweifelhaft für England bestimmt. Er richtete einen Ruf an die, welche der Meinung sind, daß keine militärische Entscheidung fallen wird. Er erkennt, daß die deutschen Drohungen die Briten nur noch entschlossener machen. Die Rode verrät aber deutlich den innere» Zustand in Deutschland. Man kann daraus lesen, daß di« besonnenen Kreise sehr beunruhigt sind, und die österreichisch« Niederlage hat diese Unruhe vermehrt, denn man ist sich ia Deutschland nun wohl bewußt, daß von Oesterreich nichts mehr zu erwarten ist, ja, daß die Donaumonarchie binnen kurzem lästig fallen kann. Kühlmanns Versuch war sehr unbeholfen, da niemand zu einem Frieden bereit fein kann, der Deutschland einen große» Teil Rußlands anglisdern läßt, denn dadurch würde es eins große Macht erhalten. Es muß Verwunderung erwecken, daß Kühlmann dentt. der Verband könnte sich auf eine derartige Regelung einlassen und sich den deutschen Bedingungen untere werfen. Würde Deutschland freie Hand im Osten uttfc über alle dort besetzten Gebiete erhalten, so wäre «s nach dem Kriege viel stärker als zuvor. Die Reutererklärung sagt weiter; Heber die überseeisch-» Gebiete war Kühlmanns Red« sehr unbestimmt. Er sagt nichts daß Deutschland alle sein« Kolonien zuriickhaben will, sonder» daß es deren so viele besitzen müsse, wie es für feine koloniale« Bestrebungen für notwendig erachte. Er verlangt auch di« freie See; damit er wahrscheinlich in Wirklichkeit das Recht, alle notwendigen Rohstoffe einzuführen. Das ist zweifellos derzeit die größte Sorge der Deutschen. Einerseits aber ist e« verwunderlich, daß Kühlmann nicht unmittelbar davon sprachen hat. Daß er darüber schwieg, ist für uns ein Beweis^ daß er nicht will, daß wir begreifen, wie sehr sich die Deutsche« mit; dieser Angelegenheit befasse». Kühlmau» Hatz eine Arß ton Angebot gemacht, das fLr halbe oder ganze Friedensfreund« .annehmbar sein konnte; er machte aber kein Geheimnis daraus, daß Deutschland alles behalten ro*H, was es tu Rußland tu Besitz genommen hat. Wenn man diese Ausführungen ohne Vorurteil, und das ist ln diesem Fall wirklich nicht notig, auf sich wirken ILtzt. so fühlt man di« Zufriedenheit, die man in England über die Rede Kuhlmanns empfindet. Kühlmann mache ein Friedens* angebot. weil Deutschland nicht mehr weiter könne, und weil man zu sehr unter dem Eindruck der österreichischen Niederlage stehe; und es sei bereit, die Freiheit der Meere in der Form einer Einfuhrbewilligung für Rohstoffe hinzunehmen. So lautet das Echo der Nede des geborenen Staatsmannes, und da« ist wirklich ein Echo, wie wir es crnem Herrn von Kühlmann gegenüber für möglich und vielleicht in den Folgen nützlich, für das Deutsche Reich ober geradezu iur eine Schmach halten, und Schmach heißt in diesem Zusammenhänge Verlust an Prestige urÄr tatsächlicher Macht. Diese Geschehnisse aber lassen sich nicht inLerpeüreren. Die prerißi ^ e Wohlreform. Die Kompromitzanträge i« fünfter Lesung angenommen. In der gestrigen Sitzung des preußischen Abgeordneten- hauses wurde das Ers.ch über die Wahlen zum Abgeordneten- bause, das Gesetz über das Herrenhaus rurd das Vettaffungs- gesetz in einfacher Abstimmung mit den Stimmen der Rechten, der Mehrheit des Zentrums und eines Teiles der National- liberalen angenommen und darauf in der Gesamtabstim. mung das ganze Gesetz. Prickslag. (Sitzung vom 4. Juli 1918. J Am Dundesratstisch: v. Payer. Kriege» Wallraf. Der Präsident eröffnet die Sitzung um 2 Uhr 15 Min. Er gedenkt des Ablebens des Sultans Muhamed V. Die dritte Lesung des Etats und in Verbindung damit die zweite Lesung des Friedensvertrages mit Rumänien werden fortgesetzt. Oberst v. F r a n s e k y: Das Kriegsministerium hat es stets als Ehrenpflicht angesehen, den Kameraden, die das Unglück hatten, in Kriegsgefangenschaft zu geraten, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zur Seite zu stehen. Nach den Erzählungen der Zurückgekehtten ist eine gewisse Unruhe unter der Bevölkerung und den Angehörigen begreiflich. Der Postverkehr nach Rumänien dauerte fünf bis sechs Monate. Daher kam es auch, daß die Nachrichten über die Ereueltaten so spät hierher kamen. Für den Wegtranspott unserer Kttegsgefange- nen in Frankreich geschieht alles Erforderliche. Schnelle und starke Hilfe ist überall gebracht, wo es nottut. Auch vor den härtesten Maßnahmen haben wir nicht zuruckgeschreckt. Abg. Noske (Soz.): Die Verträge legen Rumänien schwere Lasten auf; es wird sie aber ttagen können. Abg. Gothein (Bpt.): Das Petroleumabkommen ist für Rumänien nicht besonders schmerzhaft. Es wird gut bezahlt und erhält eine gesicherte Einnahme — ohne Risiko. Das Eingreifen Deutschlands zu Gunsten der rumänischen Juden war «ine Notwendigkeit. Abg. Alpers (Deutsche Fr.): Die Interessen der deutschen Kolonisten in Rußland und Rumänien muffen berücksich, tigt werden. Rumänien kann sich über diesen Friedensvettrag nicht beklagen. Schonung hat es nicht verdient. Es würde uns freuen, wenn Rumänien sich nach freiem Entschluß dem Bündnis der Mittelmächte anfchließen würde. Abg. C o h e - Nordhausen (U. Soz.): Wir lehnen die Ver- trage ab. Wir fordern einen Frieden der Verständigung. Dieser Friedensnerttag wird wie der mit der llkraine einen wirklichen Friedenszustand nicht herbeiführen. Das Recht der Juden wird gegen Petroleum und Eisenbahnen verschachert. Dieser Friedensvettrag ist ein verhüllter oder auch unverhüllter Raub. (Glocke des Präsidenten. Präsident Fehrenbach: Sie haben sich eines unzulässigen Ausdrucks bedient. Ich bitte Sie, sich zu mäßigen.) # Staatssekretär Dr. v Kuhlmann: Dem, was gestern oer Vizekanzler über das Verhältnis der obersten Reichsbehörde und der Obersten Heeresleitung gesagt hat, habe ich nichts hinzuzufügen. Was die Besetzung der Krim und Sebastopols be. trifft, so bildet die Frage der Demarkationslinie in Moskau Gegenstand der Verhandlungen, deren vertraulicher Teil bereits beendet ist. Aus diesem Faktum allein ist zu ersehen, daß man bestrebt ist. diese Frage friedlich und einvernehmlich zu regeln. Die Frage der Schuld am Weltkriege ist eine historische, ich habe meine Ueberzeugung nicht zuletzt aus Unterredungen mit Ruffen gewonnen, die der Politik des Vorredners nahe- stehen. Was den Feldzug nach Indien betrifft, so bedauere ich. sagen zu muffen, daß ttotz der annehmbar geschildetten Aussicht auf die glänzende Fleischversorgung ein solcher Feldzug keinen Teil unserer amtlichen Politik bildet. (Heiterkeit.) Damit schließt die Aussprache über den Friedensvettrag. Beim Kapitel „Gesandtschaften und Konsulate" beschwerte sich Abg Haase (U. Soz.) über das Spitzeltum im neutralen Ausland. Die Friedensvetträge werden in zweiter und dritter Lesung gegen die Stimmen der Unabhängigen Sozialdemokraten angenommen. Der Etat des Auswärtigen Amtes wird bewilligt. Es folgt der Etat des Innern, dieser wird bewilligt, ebenso der Etat des Reichswittschaftsamtes. Nächste Sitzung: Freitag 2 Uhr. Fortsetzung der Etais- beratung. Schluß 8K Uhr. Neuer 15 Mttliardenüredit. Berlin, 4. Juli. (WB.) Dem Reichstag ist ein neuer Kriegskredil zugegangen Es werden darin 15 Milliarden Mark als Nachtlag zum Reichsetat für 1516 gefordert, die durch Anleihe gedeckt werden sollen. Parlamentarisches ans Hessen. Darwstadt, S. Juli ISIS. Der erweiterte Finanz-Ausschuß (KriegS-AuSschuß) der Zweiten Kamm« tagte heute, um eine Reche vorliegend« Gegenstände zu erledigen. Zunächst wurd der Antrag Dr. Osann betr. den Wiederaufbau der durch den Krieg geschädigten Gewerbe. deS Mittelstandes, sowie der gleichlautende Antrag des Abg. Heerdt, betr. die Fürsorge für die Angehörigen deS Handelsstandes besprochen. Da die Regierung erklätte, daß die Erhebungen noch nicht abgeschlossen seren, stellte man die Fragen zurück. Es folgte der Anttag C a l m a n . betr. die Zuständigkeit der Landeseierstelle, und die Bestrafung der Hühner* bescher, die nicht genügend Eier abliefern, fern« d« Antrag ds Abg. Wolf- Stadecken im gleichen Sinne. Während von einer Seite des Ausschusses die hohen Strafen, wie überhaupt das Vorgehen Verurteilung finden, billigte die Gegenseite die ganzen Maßnahmen. Da die Regierung auch hier ihre Feststellungen nach nicht abgeschlossen hat, will man in der nächsten Woche die Angelegenheit fertig beraten. Der Antrag des Abg. Lang bett. die Vernichttmg der Saatkrähen wird für erledigt erklärt, nachdem die Regierung mitgeteilt hat. daß die Bestimmungen über den Abschuß von Rabenattigen Vögeln bei den zuständigen Stellen neu eingeschärft sind. Zu dem Antrag des Abg. Fenchel betr. die Auszahlung der Preise für Brotgetreide, Gerste und Hafer wird im Einverständnis der Regierung ein dahin abgeänderter Antrag angenommen, daß dort wo Nachschauungen nicht bereits im Februar d. Js. stattaefunden haben, für das nach dem 1. Februar abgelieferte Getreide der festgesetzte Höchstpreis zu zahlen ist. Der von verschiedenen Seiten erfolgten Anregung, daß die Erzeuger und Verbraucher gleichmäßig in den verschiedenen Landesstellen für Lebensmittelversorgung, wie Butter und Fett, Milch etc. vertreten sein sollen, wird stattgegeben und für die Milch- und Speisefettstelle als Vertreter der Erzeuger der Abg. Dr v. H e l m o l t und als Stellvertreter Abg. Fenchel bestimmt. Auf die verschiedenen Anfragen des Abg. Dorsch betr. das Oelschlagen, wird in der eingehenden Aussprache gefordert, daß die einzelnen Vorschriften von Seiten der amt- lichn Orggne nicht mit solcher Schärfe wie seither gehand- habt würden, damit der Anregung zum weiteren Anbau von Oelsaaten in weitestem Sinne Folge gegeben werde. Zu dem Antrag des Abg. Köhler-Worms betr. die Kohlenversorgung für den kommenden Winter giebt die Regierung die Erklärung ab. daß die hessische Regierung bei der Reichskommission in Berlin das Ersuchen erichtet hat, für dringende Abstellung der berechtigten Klagen durch Erhöhung der Kohlenkontingente und Zuweisung von Kohlen rechtzeitig zu sorgen, damit weiter zu befürchtende Beunruhigungen der Bevölkerung vermieden würden. Da bisher eine Antwort nickt eingetroffen ist, wird der Antrag einstimmig angenommen und soll bei den in der nächsten Woche stattfindenden Landtagsberatungen gemeinsam mit einem von sozialdemokratischer Seite eingelaufenen ähnlichen Antrag verhandelt werden, in dein auch die Gasfrage berührt wird. Aus der Heimat. FC. Friedberg, 2. Juli. Der Bau einer neuen katholischen Kirche wurde beschlossen, da die vor einigen Jahren erbaute katholische Kirche nicht mehr für ihre Zwecke ausreicht. Sie erhält ihren Platz am „Mainzer Tor". Die zehn Gebote des Attuerrs. Daß wir fast alle Flachatmer und darum Falschatmer sind, ist uns schon oft gesagt worden, aber noch selten ist uns mit solcher Kraft der Ueberzeugung gesagt worden, von we!ck>er Bedeutung für die Gesundheit das richttge Atmen ist, und ebenso selten ist mit solcher Macht der Ueberredung auf uns eingewirkt worden, unsere Atemsünden abzulegen und ..Volltiefatmer" zu werden, wie es in dem Schriftchen geschieht, das der Atemhygienik« und Sttmmbild- ner B. W. Laser-Lojarto (Bad Homburg v. d. H.) zum Preise von 1.20 Mk. unter obigen, Titel im Selbstverlag hat erscheinen laffen. Der Verfaffer stellt darin auf Grund zwanzigjährig« Beobachtung und Erfahrung 10 Gebote des Atmens für jedermann auf, deren Befolgung erst wieder das Atmen zu einer gesundheitfördernden Verrichtung macht. Die Schrift verdient die besondere Beachtung von jedermann, besonders natürlich der Arbeiterschaft, die meist in unreiner Luft zu atmen gezwungen ist. Verschiedene Fabrikleitungen haben deshalb auch eine größere Anzahl der Schriftchen unter ihrer Arbeiterschaft verteilen laffen. Der Verfaffer, der in vielen Kurorten zu Aufklärungsvorträgen geladen wurde, beabsichtigt auch in Mt^eren Nachbarkurorten über dis Möglichkeit einer individuellen gesundheitlichen Volltiefattnung und deren Vorteil «inen beste reu Stoffwechsel im erkrankten Körper zu erzielen, Vorttäg« zu halten. Herr L., der sich uns auf der Redaktion vorstellte, der ursprünglich aus einem innerlich verwachsenen kränklichen Leiden durch Selbstzucht heute ein Urbild sttotzend von Eesuird. heit, ausgestattet mit leistungsfähigen Atmungscrganen und einer mächtigen Stimme, ist der lebendige Beweis für die Richtigkeit seiner Lehre. Er lebt ganz seinen Ideen und gibt sie mit dem Feuereifer eines Reformators weiter. Griesheim a. M., 1. Juli. Ein in der Waldstraße wohnender Mann, der wegen Diebstcchls verhaftet war, entsprang auf dem Weg nach dem Haftlokal seinem Begleiter und stürzte sich in den Main. Obwohl der Flüchtling schon nach einigen Minuten von einigen Männern aus dem Wasser gezogen wurde, war er doch bereits ertrunken. Aus Starteuvurg. Darmstobt, 2. Juli. Me Kriegsteuerungszulage für die staatlichen Beamten und Bediensteten erscheint gesichert.. Nachdem heute früh die Regierungsvorlage in den ein* zelnen Fraktionen durchberaten war. beschäftigte sich heute Nachmittag d« Finanz-Ausschuß nochmals eingehend mit den einzelnen Fragen im Beisein des Finanzminsters Dr. Becker Exz., worauf man sich e i n st i m m i g auf die von d« Regierung vorgeschlagenen Sätze einigte. Me Kinder^ Anlagen sollen jedoch statt 200 nunmehr 250 Mark bettagen auch sollen die dem Heere angehörigen verheirateten Beamten die Hälfte d« Zulagen, die Unverheirateten ein vier- tcl der Sätze erhalten. Wie wir erfahren, hat sich auch der Finanzausschuß der ersten Kammer auf dieser Grundlage geeinigt und wird das Plenum dieses Hauses das am Donnerstag der nächsten Woche, am 11. d. Mts. Zusammentritt, voraussichtlich in gleicher Weise beschließen. FC. Aus dem Odenwald, 2. Juli. Hier wird in deM nächsten Tagen die Heidelbeerernte einsetzen. Das pflücke,» ist freigegeben. Aus Rheinhestea. FC. Mainz, 2. Juli. Im Artillerie-Depot schlug beim Transport einer Protze dem verheirateten Arbeit« Peter Lasker aus Wiesbaden die Deichsel gegen den Leib und verursachte so schwere innere Verletzungen, daß Lasker wenige Stunden nach der Einlieferung ins Krankenhaus starb. — In den alten Festungswällen in Kaste! wurden wiederholt spielende Kinder durch einen Mann mit unsittlichen Anträgen belästigt. Gestern wurde der Betteffende auf ftischer Tat erwischt. Es ist ein begüterter Lanknvirt aus Erbenheim, der in Haft kam. FC. Alzey, 2. Juli. Ein hiesiger Handarbeit« erhielt dieser Tage ein Strafbefehl über 360 Mark mit den üblichen Kosten weil er ke^ne Ei« abgelief«t hatte. Der Mann war darüber sehr überrascht, zumal « noch niemals eine Henne im Besitz hatte. Aus Kurhessen. Zwingenbcrg a. d. B. Schon wieder ein Bürgermeisterei* einbruch, der aber diesmal den frechen Einbrechern keine Freude machte, da er keinen Erfolg brachte, ereignete sich in der Nacht zum Samstag dahier. Die Burschen öffnete» mit einem schweren Brecheisen die Eingangstüre. sowie verschiedene Schubladen und Schränke. Da am Freitag an die Bevölkerung Speck verkauft wurde, nahmen die Diebe an. daß sie eine beträchtliche Summe erbeuten würden, doch war die Rechnung ohne den Beamten genracht, der das Geld mit - in seine Wohnung genommen hatte. FC. Hadamar, 2. Juli. Dem Steinbruchsarbeiler Geberzahn aus Niederhadamar fiel bei Sprengen ein schwerer Stein an den Kopf sadatz der Schädel vollständig zertrümmert wurde, und der Tod sofort einttat. FC. Brückenau, 3. Juki. Dem Kloster Kreuzberg stattete di« Kronprinzessin «inen Besuch ab. Eingesandt. Durch die anhaltend lange Trockenheit hat der Wafferstand in den Flußläufen^ bez Ufa und Wetter in starkem Maße abgenommen. Dadurch mied« ist der Pflanzenwuchs in diese» Bächen über alles gervöhnkiche Maß begünstigt worden. Siel- lenweise sieht man auf der Oberfläche den reinsten Rasen, über den man gehen kann. Die Waffergewächse oller Art finden in dem schädlich von Bad-Rauheim kommenden Schlamme den besten Tntwickelungsboden. Die wachsenden Pflanzen verlang, samen den Wafferlauf, die Mühlenrechen hängen voll Gewächs, den Mühlenrädern und Turbinen wird die Kraft entzogen, besonders den Turbinen droht die Gefahr des Derstopftwerdens. Wenn im Winter manchmal durch Pilzgewächse eine Stockung der Triebkräfte einttitt, dann ist man gleich mit Klagen bet der Hand und bezichttgt ohne weit«es die Zuckerfabttk Wetterau der Schuld, deren Abwässer hält man für die alleinig« Ursache. Jetzt liegt es klar zu Tage, daß, wenn der derzeitig« Pflanzenwald der Bäche zum Absterben kommt, dann die Pflanzen verfaicken, im Herbst und im Winter zumal bei ihrer ungeheuren Menge den besten Nährboden für die Winteralgea und Winterpilze bilden muffen. Eins hängt am andern, bedingt das zweite und dritte. Die großen Abwaffermengen der beiden Städte Friedberg und Bad-Nauheim, die sich das ganz« Jahr über in die Ufa ergießen, die Abwafferwengen der Zuckerfabrik während d« Zuckerkampagne machen den Anfang, die ständigen Klagen der Bachintereffcnten machen den Schluß. Abhilfe tut not. Jetzt im Krieg kann von einer Radikalkur selbstverständlich keine Rede sein. Aber das Gröbste zu beseitigen, das wäre möglich. Wie anderwärts, müßte wenigsten» während der Ebbe die Pflanzen im Bach gemäht unü entfernt werden. Tie Knlturinfpektion miißte die Sache in die Wege leiten, die Schuldigen müßten die Kosten ttagen. Seit 14 Tagen treten auch merkwürdige Schaumgebilde in der Wett« auf, von denen man vermutet, daß sie auf die Abwäff« d« neue» Sttohfabrik zurückzuführen sind. AideiMNd>m!->,erWSLAM»Lü,» Offene Stellen: 4 Tagelöhner, 3 Knechte, 1 Arbeiterfamilie, 1 Knechtefamilie, 1 Verwalter, 1 Viehpfleger, 1 Mellerlehriing, 1 Heizer. 1 Müller, 6 Plattenleger, 1 Schmied, 1 Schloff«, 1 Gießer. 1 Dreher, 4 Dienstmägde, 1 Lehrmädchen, 8 Hausmädchen, 1 Flickerin, 1 Haushälterin aufs Land, 1 Frau (evtl, auch mit Kind) aufs Land, mehrere Fabrik» arbeiter und -Arbeiterinnen. Steller, suchender Mehrere Mclkersamilien und ledige Melker, 1 Vilrvfräulein. 1 Wirtschafterin. 17 jährige Schüler wünschen in der Ferirnzet, Beschäftigung auf dein Lande (evtl, ohne Bezahlung). Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ottch H i r s ch e l . Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. Friedberg, Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung^ A- G., Friedberg i, H. Mki» nie doch Lirde frib Mab.; Roman von Courths. Mahler. ^0) Nachdruck verboten. „Und ich hoffe, daß Sie nicht dazu kommen werden. Dirken- heim zu verlassen. Herr von Virkenheim wird schwerlich in Zukunft auf die Hilfe seiner Sekretärin verzichten wollen. Sie werden sich doch halten lassen?" Sie sah sinnend vor sich h:n, dann sagte sie leise: ..Darauf kann ich Ihnen heute noch keine bestimmte .Antwort geben." Graf Steinau lächelte "Nun — ich warte. Aber in Virkenheim kann ich leider nicht abwarten, wie sich die Dinge entwickeln werden, weil ich morgen bereits mit meinem Neffen nach Berlin zurückkebren muß " Christa sah überrascht auf. „So bald schon? Sie wellten doch länger bleiben." 1 „Allerdings, ich hoffte, einige Wochen Ruhe zu haben. Aber der Mensch denkt - und die Politik lenkt. Ich habe heute morgen Order bekommen, mich morgen direkt nach Wien zu begeben in einer diplomatischen Mission." „Sollten sich in Oesterreich doch ernste politische Konflikte ergeben?" fragte Graf Joachim. „Hoifentlich nur in Oesterreich, mein Junge. Aber dariiber darf ich nicht weiter sprechen. Jedenfalls tust du gut daran dich m allen Dingen in Bereitschaft zu halten." Mit ernsten Augen sahen sich die beiden Herren eine Weile "!!' ®^ er ® rct f Joachims sonniger Frohsinn siegte schnell über alle Bedenken. " P hsirtk — tztz »oM <& «W» denke», ab» datz ich » Diner Viertelstunde Deine Braut i» Arm hatten werde* Christa sah dl« Leiden Herren fragend an. „Werden Cie von Wien ans nach Virkenheim gueückkehreit, Craf Steinau?" - ' Er zuckle die Achsel» „Wenn ich kann, gewiß. Aber wir armen Diplouutten Gn- ne» nie auf eine bestimmte Zeit über unsere Person verfügen." Christa seufzte. „Es tut mir sehr, sehr leid, daß Sie schon wieder abreisen. Weiß Herr von Virkenheim schon davon?" „Nein, ich will es ihm erst heute abend sagen." „Auch er würde es gern gesehen haben, daß Sie länger bleiben." „Ja, das weiß ich, wir hatten uns beide auf ein längeres Beisammensein gefreut. Aber, ich habe wenigstens den Trost, daß der Erfüllung Ihrer Mission nichts mehr im Wege steht. So gut ich konnte, habe ich nun das Versprechen eingelöst, das ich Ihrer Frau Mutter gab." Christa faßte seine Hand und drückte sie warm. „Lassen Cie mich Ihnen dafür danken, von ganzem Herzen. Nie werde ich Ihnen vergessen, daß Sie meiner Mutter mrt Ihrem Versprechen das Sterben leichter »nachten, und daß Sie sich meiner so freundlich angenommen haben." Gras Rudolf schüttelte lächelnd den Kopf. „Sie müssen mir nicht danken für eine so selbstverständliche Sache." „Das Gute ist dem Guten immer selbstverständlich. Lassen Sie sich nur meinen Dank gefallen " „Schön! Ich halte still, Uedes Fräulein Christa." Der alte Herr neckte sich noch ein wenig mit Christa, und Graf Joachim stimmte mit ein. So kamen diese drei Personen in fröhlichster Stimmung in Frankenau an. Heute kam Ursula den Gästen in der Halle entgegengelaufen. Sie sah in einem duftigen weißen Spitzenkleid sehr reizend aus. Das blonde Kraushaar stand wie ein Heiligenschein um das jugendfrische Gesicht. Hell lachte das Glück aus ihren Augen. Graf Joachim fing sie in seinen Armen auf. und eine Weile hatte das Brautpaar nun mit sich selbst zu tun. Dann aber begrüßte Ursula auch Graf Rudolf und Christa mit großer Herzlichkeit. Gleich darauf fuhr auch der zweite Wagen vor, der Herrn von Birtenheim und die beiden Damen brachte. Im frohen Uebermut ihres Glückes fand Ursula heute sogar Baroneß Karla erträglich und kam ihr etwas freundlicher entgegen. Es kam der Vanonesse sehr schwer an. Ursula Glück zu wünschen. Dann, als man zu Tisch ging, wußte sie es geschickt so ein. zurichten, daß sie neben Hans Ullrich kam. Cs waren noch ei. nige Freunde und Bekannte geladen, und das Brautpaar sorgt« stlbst dafür, daß gleich eine fröhliche Stimmung herrschte. Aber Hans Ullrich saß sehr ernst und zurückhaltend neben der Baco. nesse. Seine Augen suchten zuweilen mit einem schmerzlich forschenden Blick Christas Gesicht. Graf Rudolf hatte sich lächelnd Fräulein Hellmut als Tischdame ausgegeben. Sie unterhielten sich anscheinend sehr gut. und wenn Christas Blick mit dem Hans Ullrichs zusammentraf, dann lag ein so strahlendes Leuchten darin, daß ihm das Blut jäh zum Herzen dranK ^_ Fortsetzung folgt. grit der Sfilm FrjMr« M,> (Sommer 1918 ) Ankunft aus der Richtung von: Abfahrt in der Richtung nach: Ankunft aus der Richtung von Frankfurt ». Mai» ^ D. J2?9 ,245 JvJ4 W. g06 5 15 nurvorSonn- /C44 u-öelerißgW. U— W. ^09 D. ^03 W. JJ23 919 40O Gießen w - 5 - W. ß09 J47 kommt nur v. 014 Bad Nauheim O D. 8 41 W. JJOO ,04 8ü W. 9^2 0. 95O JQ31 W. 119 W. H34 6^ W. g04 933 D 102 Abfahrt in der Richtung nach! Gießen \2ß W. £29 J09 geht nur bis 762 Bad Nauheim ■ 0. 910 W. |J26 ,2 40 | 2 22 4 6i S 21 w. 711 82 0. gsi D.,032 Hanau ö 55 W. 2 17 W. J24 W. H49 s. 922 Nidda 732. w 12 16 W. C13 s. 5 ie Frankfurt a. Main Homburg v. d. H. 4 22 w. goo w. 525 W. ßl9 ^54 D * 8 43 W. JJ02 J03 W. J21 W. ^39 62 935 D JQ49 W. ^42 W. 2 48 W. J34 w - 5 51 5 - W. | 2 20 8 - w - 8 4 Hungen Hungen w - 5 - . W. g62 W. £29 J43 S. 6 20 S. 8 02 W. J 2 32 W. g!6 Hanau w .525 no Nidda W. H02 S. 8 11 W. ,2 HL w. ,« 7 - Homburg v. d. H. w -12 4 * W. £31 62 W. 7ü r Statt Marten* Die glückliche Geburt eines kräftigen ÜUngen zeigen hocherfreut an Friedrich Welcker Leutn. d. Res., z. Zt. Im Felde und Frau Marta geb. Huber. Friedberg i. H., den 3. Juli 1916. V- j Kekanntmachung. Nächsten Montag, den 8. Juli, vormittags von 9—11 Uhr verteilen wir in der alten Post durch die hiesigen Kolonialwaren- handler an diejenigen, die nicht beliefert werden konnten Mäse. Auf jeden noch rückständigen Brolkartenabschnitt „1" werden , r Gramm zu S3 Pfennig verabfolgt. Friedberg. den 6. Juli 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) __ 2. A.: Langsdorf. Bekanntmachung. heute^ab^ Kolonialwarengefchästen bringen wir voa Maggi-Haushaltwürze zum Verkauf. Preis per Flasche von 460 Gramm Inhalt Mk. 2.80 " " »» »» 260 „ n • n 1*50 Friedberg. den 4. Juli 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß. 2. A.: Langsdorf. f w' „J a »a e " Kriegsdauer sind non den bewährten Roten Kreuzes viele wegen dringenden Gründen SirÄh k & w* £ a5 ^ ü V™ ]]Qä) neucn Kräften geltend Er; unö rotro fjierb.ircf) bte Augorderung an die Frauen und ^?odchen von Fnedberg und Umgebung gerichtet, sich zu dein dem- nächst beginnenden 2!nsbildungökttrsuS in der Krankcnpsteoc i-.u melden. Nach oem Kursus können sie „Helferinnen" werden to iSfatli« sSHuns” 1 8 S,Jfo " atcn «HtlfSschwestern" SKir haben das Vertrauen in die vaterländische (Befinnimr» unh H'ls-beieist'chaft unserer Frauen und Mädchen, da'» i- sich auch diesmal uu,eier guten Sache zur V-rjugung stelle». " > ^ mH,™* 1 ?!" 1 ®,'? FFT' "be<°n,bis jutn 15. Juli, und zwar vor- nntlags 11—12 bei der Unterzerchneten. Bedingung ist ein Aller »on mindestens 20 oder bald 20 Jahren. 3 Friedberg. den 2. Juli 1918. 2 )ic VsGenSe örs Alitt-Franeu-Vereins. Frau Dr. N»b«l.t - jj Bekanntmachung. Wir bringen erster Tage frische grüne Erbsen durch die hiesigen Gemüsehändler zum Verkauf. Anmeldungen nehmen wir unter Vorlage der Lebensmittelkarte auf unserem Geschäftszimmer Samstag Vormittag von S bis lü Uhr, nur für Bezirk II, Nr. 1—500 entgegen Friedberg, den 4. Juli 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) _ , 2. A.: Langedorf. Einen sprungfähigen Zuchtbullen, 17 Monate alt, zu verkaufen. Hch. Georg Brauburger II., Nteder-Mörlen. Ein gekörter, 18 Monate alter Zuchtbulle, Simmentaler Rasse, schöne Farbe, zu verkaufen bei Karl MUller II.. Okarben (Kreis Friedberg). Strickgarne eingetroffen. Friedberg i. H., Kaiserstrasse 51, gegeniib. d.Engelapotheke. TioiSer in Friaioiy (SaaEbau). ?. Gastspiel d.Frank- furier Volksbühne. Direktion: Matthäus HenO. Sonntag, den 7. Juli 1918, abends 8 l / 4 u. nachm. 4Uhr: Vorsteüungen! Alles Nähere in der SamstageAnzeige. Visitenkarten Pm ffljjfojfHimfl Praibrrri