Nummer 151 Montag, den 1. Inli IS 18 11. Jahrgang. Vik- .,fteue Taaesieitung" erichemt ,eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Helfen", „Die Spinnstube". Kexugspreis: Bei den Postanstalten mcrtelrät>rlict) 'JJtt. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld; fei den Anenten monatlich 85 Pjg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundwerte 2b Pfg., lokale 20 P»g^ Anzeigen von auswärts oeroen our h OotnochnadmO erhoben. E r'üllnnasort ^riedberg. Hchriflleitung und Derlaq vriedbecg (Hessens, ^anauerstraße 12. Fernsprecher 48. Postj heck-Lo tto Rc. 18 »9. I ir rn irt a 1. Iialleiüsche Stürme ans der Hochfläche der Sieben Gemeinden. — Die Engländer im Mnrman-Mediet. Deutsche und österreichische Kriegsgefangene gegen die Tschrcha-Slomaüen. — 81000 Tonnen versenkt. !I Der deutsche Generalstab u —— meldet: — W. T. D. Grstzes Hrruptqnartiev» der» 29. Juni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppen Kronprinz Rnpprecht Nördlich der Lys sind heftigem Feuer Jnfcmteriean- griffe der Engländer gefolgt. Dreimaliger Ansturm gegen Merris brach unter schrveren Verlusten zusammen. In der Mitte des Kampffeldes drang der Feind in Vieux-Beryuin ein. Gegenstoß der Bereitschaften brachte ihn dort zürn Stehen und warf ihn über den Westrand des Dorfes zurück. Nördlich von Merville scheiterten die feindlichen Angriffe in unserem Feuer. An der übrigen Front flaute die lebhafte nächtliche Artillerietätigkeit in den Morgenstunden ab. Südwestlich von Bucauois wurden stärkere Vorstöße sowie mehrfache Erkundurtgsabteilungen des Feindes abgewiesen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Südlich der Aisne griff der Franzose nach starker Fettorwtnkikng an. Bei Anrbleuy wurde er nach harte»« Kampfe abgcwiesen. Ueber Cntro hinaus gewann er Boden. Unser Gegenstoß warf ihn auf die Höhen beiderseits des Ortes zurück. Versuch)«.' des Feindes, unter Einsatz von Panzerkraftwage,» den Angriff seiner Infanterie weiter vorzutragen, scheiterten. An» Walde von Villers-Cotte- rets stießen wir dem weichenden Feinde bis in seine Ausgangsstellungen nach und macksten Gefangene. In der Luft erlitt der Feind eine schwere Niederlage. 19 feindliche Flugzeuge wurden abgeschofsen. Leutnant Udet errang seinen 96., Leutnant Loewenhardt seinen 80. Luftsieg. Südwestlich von ReimS wurden bei einer kleinen Unternebnrung 20 Italiener gefangen. Der Erste Generalquarliermcftter: Ludendorff. Abendbericht. Haus aus erfolglos blieben, vermochte der Italiener auf dem Monte di Val Bello »»ach erbitterten Nahkämpfen in unsere erste Linie einzubrechen, doch wurde er durch Bataillone des ungarischen Infanterieregiments Nr. 131 und des Warasdiner- vegiments Nr. 16 im Gegenstoß »vieder hinausgeworfen. Weitere Angrisfsversuche sowie Teilvorstöße gegen den Silemol und bei Asiago erstickten in unser-m Geschützseucr. Sonst überall Artilleriekampf wechselnder Stärke. Der Chef des Genernlstabes. I j] Der bulgarische Grneralstäb jj jy= meldet: Sofia, 27 .Juni. (WB. Nichtänrtlich.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Jrn Cernabogen versuchten nach einer langen heftigen Feuervorbereitung zwei feindlich« Sturmabteilungen in unsere vorgeschobenen Gräben auf der Hhhe 1050 und bei Matkowa ei»»zudringen. Sie wurden blnftg abgewiese»». Oestlich der Cerna, südlich von Hun»a u»»d auf dem westlichen Wardar-Ufer war das Artilleriefeuer beiderseits zeitweilig heftiger. Im Wardartale beiderseits lebhafte Fliegertätigkeit. Oestlich vom Wardar warfen feindliche Flieger Bomben auf eines unserer Lazarette, obwohl es die vereinbarten Zeichen deutlich erkennen ließ. « Sofia, 28. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- beriäff. Mazedonische Front: Westlich des Ochrida-Sees zerstreuten wir durch Feuer »uehrere französische Erkundungs- Abteilungen. In» Cerna-Bogen urrd zu beiden Seiten des Wardar war das beiderseitige Artilleriefeuer zeitweise heftiger. Oestlich des Wardar schoß eine unserer Batterien ein großes feindliches Mu»»itionslager in Brand. An mehreren Stellen zwischen Wardar u»rd Dojran-See Patrouillen°Zu- sammenstöße, in deren Verlauf wir Engländer zu Gefangenen machten. Westlich deS Wardar schossen wir ein feindliches Flugzeug ab, das hinter den feindlichen Linien niederfiel. Berlin, 29. Juni. (WTB. Amtlich.) Don den Kampffronten nichts Neues. W. T. Ä. Großes Aaiiplqrrartier. den 89. Inni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. In den Kampfabschnitten nördlich der Lys und südlich der Aisne bielt tagsüber erhöhte Artillerietätigkeil an. Am Abend lebte sie auch an der übrigen Front zwischen Pser und Marne auf. Kleinere Infanteriegefechte. Bei stärkeren Vorstößen des Feindes südlich des Ourcq und bei erfolgreicher eigener Unter, nehmung am Hartmannsmeilerkopf machten wir Gefangene. Le; tnant Udet errang seinen 36., Leutnant Löwenhardt seinen 31. Luftsteg. Leutnant Jakobs schoß ln den letzten Tagen seinen 20.. 21. und 22. Gegner ab. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 30. Juni, abends. (WB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues. Der österreichische Gencraistab i===== meldet: Wren, 29. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Bei Zenson und Noventadi Piave versuchten feindliche Er- kundungsabteilungen den Fluß zu übersetzen. Sonst überall Artilleriekampf wechselnder Stärke. Der Chef des Genernlstabes. Wien, 30. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Unsere Stellungen auf der Hochfläche der Sieben Gemeinden lagen gestern seit 3 Uhr früh unter dem schwersten feindlichen Artillertefeuer, dem einige Stunden später starke Angriffe gegen den Col bei Nosso und den Monte di Vcvl Bello folgten. Wäür«n.d die gegen den Tot bel Rosto gerichteten Anstürme von . ■■ -■■■■"■= . 1 .— Das türkische Hauptquartier ..: = meldet: == « Konstantinopcl, 28. Juni. (WB. Nichtanitlich. Generalstabsbericht. ^ Palästinafront: Stellenweise lebhaftes Artilleriefeuer auf unseren Stellungen u»»d den» rückwärtigen Gelände. Wir erwiderte»» das Feuer mit schweren Geschützen auf feindliche Lager in der Gegend von Jericho. Die beiderseitige Fliegertätigkeit war sehr rege. Es fanden mehrere Luftkämpfe statt, in deren Verlauf ein feindliches Flugzeug hinter unseren Linien abgeschossen wurde. Der Führer ist tot, der Beobachter gefangen. Ein Angrift der Nobellen zwischen Aneze und Maan wurde abgeschlagen. 21,000 Tannen versenkt. Berlin, 28. Jni. (WTB. Amtlich.) Jni Sperrgebiet des westlichen Mittelmeeres versenkten uysere ft-Boote 4 Dampfer und einen Segler von rund 21,000 Bruttoregistertonnen: Der Chef des Admiralftabes der Marine. Luftangriff auf Paris. Paris, 28. Juni. (Havas.) Während des Flugzeugangriffes in der vergangenen Nacht wurden 11 Personen getötet und 14 velwimdet. Der Rkilijs'kinichr im Großen Knüftquartier. Berlin, 30. Inn». Ter Reichskanzler begibt sich heute abend ins Große Ha»»ptquartier. Sein Aufenthalt soll diesmal längere Zeit dauern «nd gilt vor allein den vorbereitenden Besprechungen für die Fortsetzung der deutsch österreichftch-im garischeu Bttndnisverhandlnngen Die Derlnste am Piave. Der ungarische Ministerpräsident besprach im Abgeordnetenhaus offen und rückhaltslos den Verlauf der fehlgeschlagenen Offensive am Piave. Er hob hervor, daß der Rückzug plan- nläßig vollzogen worden sei, die zur Deckung des Rückzuges notwendigen Truppen wurden jenseits der Piave belassen, welche dann natürlich in Gefangenschaft gerieten. Er fuhr fort: Ich will daher fcststcllen, daß der ganze Rückzug, wie dies auch der Honved-Minister festgesiellt hat, so planmäßig und ohne Aufsehen geschah, daß die Italiener selbst nach dem Rückzug diesen nicht bemerkten, sondern noch Angriffe gegen unsere Schützengräben und überhaupt gegen unsere früheren Positionen und gegen frühere Stellungen unserer Truppen fortsetztrn. Aus den Zwischenruf, wie hoch die Verluste gewesen seien, erklärte er: Ich will mich ganz aufrichtig äußern. Der Honvedminister sprach vor kurzem von 8000 Gefangenen. Als er hiervon sprach, hatten wir dies aus den bis zum 22. Juni veröffentlichten Berichten des Generals Diaz festgesiellt. Aufgrund der seither erschienenen Berichte muß ich das richtig stellen und feststellen, daß 12,000 Mann in italienische Gefangenschaft geraten find, während 50,000 italienische Gefangene in unsere Hände fielen. Diese Ziffer kann bei der Offensive und dem Rückzug nicht als über, aus riesig bezeichnet werden. Wenn ich nun hiermit vergleiche, daß jetzt, wo wir oorgedrungen sind, das Verhältnis umgekehrt ist, daß von uns nur 12.000 Mann in Gefangenschaft geraten sirtd, während wir 50,000 Gefangene gemacht haben, so kann ich dieses Ergebnis vom strategischen Gesichtspunkte aus als beruhigend bezeichnen. Viel trauriger ist der Verlust, den wir an Toten, Verwundeten und Kranken erlitten. Wir erlitten einen riesigen, sehr bedauerlichen Verlust, der aber ,m Vergleichs zur 10 und 11. italienischen Offensive die damals erlittenen Vrluste nicht überschreitet, ja hinter diesen zurückbletbt, denn bei der zehnten und elften italienischen Offensive batten wir einen Verlust von 80,000 bis 100,000 Mann. Jetzt al>er ist unser Verlust gleichfalls annähernd 100,000 Mann. (Bewegung.) Diesen bedauerlichen Umstand bin ich gezwungen, festzustcll-n. In dieser Ziffer sind die Gefallenen, die Leicht- und Schwerver. wundete und jene enthalten, dte als Marode zurückgebracht wurden W e k e r le : Der Verlust der Italiener betrug beim gan. zen Verrücken und beim Rückzug 150,000 Mann. Er übersteigt somit weit unsere Verluste an Toten. Verwundeten und Kranken. Dies stelle ich auch aus ihren eignen Taten fest. Ruck wurde die Nachricht verbreitet, daß der Verlust durch der Mangel an Munition verursacht worden sei. Mit Munitior war unsere Armee nie so gut versorgt nne um Mitte Juni Richtig ist. daß, nachdem von den über die Piave geschlagenen drei Brücken unglücklicherweise die oberste einstürzte, dann die beiden anderen mitgeristen wurden, in der Beförderung von Vco- viaut und Munition unüberwindliche Schwierigkeiten entstanden. (Bewegung.) Eine Berichtigung Das k. k. Korrespondenz-Bureau erläßt amtlich eine Berichtigung, nach deren zufolge eine eiligst abgegebene Telefondepesche die Verluste durch den ungarischen Ministerpräsidenten ttrtümlich zu hoch angegeben worden seien. Sie seien geringer als die in der 10.. und 11. Isonzo.Schlacht. die 80—100.00t Mann betragen hätten. Genaue Daten liegen noch nicht vor. Die Verluste bezögen sich nickt nur auf die Piave-Front, sondern auf die ganze Front vorn Stilfser Ioch bis zur Adria. In den Verlüstziffern sei auch die Zahl der Kranke« einbegriffen, die 20—25,000 Mann ausmache. Stegemann über die österreichische Offensive. Bern, 29. Juni. Cbegemann schreibt lm „Bund": Die Auf. fassung, daß die Oesterreicher die Offensive abbrachen und die Armeegruppe Voroevic geordnet über die Piave zurücknahine,», wurde durch die Enttvicklung bestätigt. Die Italiener fonntcit, obwohl sie flott nachdrängten. Boroevic nicht schädigen. Sie konnten, abgesehen von dein Kampfe bei Cancana, keine Nachhuten absch»»eiden, geschweige denn die Masten der Oesterreicher beim Uebergang ins Verderben stürzen. Boroevic ging angesichts des Feindes zweimal über den Fluß, er führte das gefährliche Manöver aus, ohne dabei in die Klemme zu kommen. Das spricht für die ttlchtige Führung und gute Haltung der Truppen und gegen einen italienischen Sieg. Unzweifelhaft ist di« österreichische Offensive weniger gescheitert als abgebrochen worden. Diaz war nicht imstande, Boroevic Über die Piave z« folgen. Das ist für die Italiener unangenehm, denn es n>«f die beste Gelegenheit, sich die Brückenköpfe auf dem linken UfsG zu sichern, deren sie bedürfen, wen« sie ihrerseits ci»»e OffenstVE gegen de»» Taaliamento wieder anl nehmen wolle«. Die österreichische Krise. Einberufung des Neichsrats. — Ablehnung der Demission des Kabinetts. Wien, 28. Juni. (WTV. Nichtamtlich.) Die „Wiener Kettung" bringt nachstehende allerhöchstes Handschreiben: Lieber Ritter Dr. v. Seidler! Wiewohl der in meinem Handschreiben vom 23. Juni k. I. vorbehaltene Versuch, die Schwierigkeiten zu über- brücken, welche mein österreichisches Ministerium zu seiner Demission veranlaßt haben, bisher noch nicht zu dem gewünschten Erfolg geführt hat, finde ich mich dennoch be- stimmt, die Demission nicht anzunehmen, und hat das Ministerium demnach weiter im Amte zu verbleiben. Da es aber anderseits mein fester Wille ist, keine Unterbrechung in der parlamentarischen Regierungsform eintreten zu lassen, finde ich mich bestimmt, den Neichsrat zur Wiederaufnahme seiner Tätigkeit für den 16. Juli d. I. einzuberufen. Karl m. p. Die ailierikanilchl'tl #rira6Ußrbfrntungc« in Frankreich. Rotterdam, 28. Jrmi. (WB.) Die amerikanischen Behörden luden die neutralen Zeitungsberichterstatter ein, sich persönlich von den umfassenden Kriegsvorbereitungen der Amerikaner in Frankreich zu überzeugen. Der Be- riOerstatter des „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet nun seinem Blatte aus Frankreich, er sei nach dem, was er bisher in Frankreich sah, davon überzeugt, daß jetzt die amerikanische Periode des Krieges begonnen' habe. Frankreich fei mit Amerikanern und amerikanischem Einfluß durchsetzt. Dies bilde einen Unterschied gegenüber den Engländern, die nirr die nordwestlichen Ecken besetzt hielten. Ihre Besetzung sei Zwar intensiver, aber weniger ausgedehnt. Es sei das erste Mal. daß Amerika und das alte Europa in eine so nahe Berührung miteinander ge. kommen seren. Es seren mehr Anzeichen für eine wirkliche Entente zwischen den Amerikanern und den Franzosen vor- Händen, als zwischen den Engländern und Franzosen. Ein Franzose sagte dem Berichterstatter, daß die Amerikaner die Franzosen besser verständen als die Engländer. Die Franzosen seren ganz begeistert von den Amerikanern und ihren militärischen Eigenschaften. Der Berichterstatter scWdert *dann die ausgedehnten amerikanischen Kriegsam lagen hinter der Front. Die Kampfe i» Sibirien. London, 30. Juni. (WB.) Reuter meldet aus Char- fftn: Die österreichisch-deutschen Kriegsgefangenen besetzten Irkutsk. Die Tschecho-Slowaken zogen sich in der Richtung auf Krasnojarsk zurück. Die Engländer iw Murmangebiet. Stockholm, 80. Juni. (WB.) Nach einer Meldung der Petersburger Telegraphen-Agerttur erhob das russische Kommissariat der answärttgen Angelegenheiten durch eine Note bei der englischen Regierrmg gegen die Anwesenheit englischer Truppen im Murmangebiet Einspruch. In der Note wird betont, daß das arbeitende russische Volk keine andere Sorge habe, als in Frieden und Freundschaft mtt allen anderen Völkern zu leben. Es bedrohe niemand mit Krieg, keine Gefahr könne England von seiner Seite drohen. Der Einfall der bewaffneten englischen Abteilung sei durch keinerlei aggressiv« Unternehmung russischerseits veranlaßt. Die Note drückt die sichere Erwartung aus, daß die englische Regierung die der internationalen Lage widersprechende Maßregel rückgängig machen werde und daß das russische arbeitende Volk, das innigst wünsche, in ungestörten freundschaftlichen Beziehungen zu England zu bleiben, nicht gegen seinen Willen in eine Lage versetzt werde, die seinen auf- richttgsten Bestrebungen nicht entspreche. Keine Ermordung des Ermren. Berlin, 29. Juni. Die Berliner Vertretung der russischen Regierung hat die amtliche Nachricht erhalten, daß die Gerüchte von der Ermordung des Erzo-ren jeder Be? gründung entbehren. Moskau, 28. Juni. (WB.) Ein von dem Vorsitzenden des Exkuttvkomitees unterschriebenes Telegramm aus Jekaterinburg bezeichnet die Gerüchte über die Ermordung des fticheren Zaren als eine Provokationslüge. Keren?kij. Eine der ekelhaftesten Erscheinungen des Weltkrieges ist wieder an die Oberfläche geschwemmt worden. Der Ententesöldling Kerenski, von dem man dreiviertel Jahr nichts gehört, ist in London aufgetaucht, er hat sofort seinen Beruf wieder aufgrgrrssen und Deutschland in der schmutzigsten Weise verleumdet. Gegen eine wehrlose Bevölkerung sei der Krieg organi -?tt worden, aber Rußland werde dereinst wieder Seite an Seite mit der Entente kämpfen. Die Horden der Bolsche- wiker könne er keine Demokraten nennen. Der Bluthund vergißt, dag er am 1. Juni v. I. die armen russischen Soldaten, die sich nach Frieden sehnten, zur höheren Ehre der Demokratte zu eine, neuen Offensive hal vorpeitschen lassen. Bei den eng. lischen Arbitern hat der Schurke, der sich erst da« nötige Klein, geld aus den Tagen seiner Regierungsherrluhkett gesichert hat. übrrs"n 2 kein Glück gehabt. Sie fragen ihn, iu wessen Auftrag n spreche und wiesen chm die Türe. Leiden dentjcher Kriegsgefangene in Rumänien. Im Hauptausschuß des Reichstags bestätigte Mini- sterialdirektor Dr. Kriege die Leiden deutscher Kriegsge- fangener in Rumänien. Soweit die Gefangenen verstorben seren, gehe chren Hinterbliebenen ein Anspruch auf volle Entschädigung zu. Selbstverständlich sei aber mit einem solchen Sck)adenersatz das geschehene Unrecht nid# aus der Welt gesck)afft. Es müsse vielmehr für strenge Bestrafung der Schuldigen gesorgt werden. Dieser Standpuntt werde von der rumänischen Regierung durchaus geteilt. Sie habe eine Anzahl schuldiger Beamten und Offiziere schon früher chres Amtes entsetzt. Gegen andere Schuldige sei ein Strafverfahren eing-eleitet und durchgeführt worden, auch wolle die rulnänrsck)e Regierrmg in allen anderen ihr mitgeteilten Fällen strafrechtlich einschreiten und habe zu diesem Zweck eine besondere Kommission eingesetzt. Im übrigen seien die Zahlen unserer Kriegsgefangenen, die teilweise in der Oeffentluhkeit genannt würden, erheblich übertrieben. Insgesamt seien Mischen 4000 und 4500 deutsche Soldaten in rumänische Gefangenschaft geraten, von denen etwa 1000 gestorben und etwa 1500 in ihrer Gesundheit geschädigt worden seien. Viele Todesfälle seien auf ansteckende Krankheiten zurückzuführen, denen auch die rumänische Bevölkerung in der Moldau und die Angehörigen der rumänischen Armee in großer Zahl zum Opfer gefallen seien. Im Verlauf der Aussprache betonte Oberst v. Fransecki ausdrück- lich, daß Fälle vorgekommen seien, wo Grausamkeit und schlechte Behandlung die Todesursache der Gefangenen gewesen sei. Weber die Dauer des Krieges und über die Kühlmannsrede sagt Graf Reventlow in der „Deutschen Tageszeitung: Wie lange der Krieg dauern werde, vermag niemand zu sagen. Daß Großbritannien und Amerika verkündet haben, sie würden den Krieg auf der See weiterführen, wenn er auf dem Festlande nicht mehr geführt werden könnte ist bekannt. Umso notwendiger ist es aber, den Willen zum Siege im deutschen Volke nicht nur anzuregen, sondern seine Unerläßlichkeit zu begründen. Herr von Kühlmann hat das Gegenteil getan; denn er will nach den „polittschen Mottven" zur sogenannten Verständigung „ausspähen", weil er an die Wirkung der Siege-nicht glaubt. Dabei ist es logisch und genau ebenso im Lichte der Erfahrungen r^nd des Wesens dieses Krieges ohne weiteres klar, daß unsere Femde durch Zähigkeit den militärischen und den inneren Zusammenbruch Deutschlands erreichen wollen, und daß die Deutschen auch deswegen umsomehr Sieg und Siegeszuversicht gebrauchen. Jede andere Einwirkung auf die Stimmung des deutschen Volkes wie des Auslandes wirkt als Kriegsverlängerung. Don Beginn des Krieges an sind deutscherseits Dutzende von Friedensangeboten direkt und indirekt, ausdrücklich und unausdrücklich gemacht worden. Sie haben nur zur. Knochenerweichung im Innern und zur Zuversicht unserer Feinde beigetragen und nicht zuletzt zur Verlängerung des Krieges. Bethmann Hollweg war unausgesetzt beschäftigt, nach jenen „politischen Mottven aus- zu spähen", wenn möglich auf Kosten der Kriegführung. Die Verzichtresolutton des Reichstages hat in gleicher Beziehung wie eine Pest gewirkt und tut es noch Illusionen im Hinblick auf einen baldigen Frieden zu erwecken, ist immer zu mißbilligen. Dem Volke aber das Vertrauen auf die Wirkung des Krieges nehmen zu wollen, bedeutet einen Akt, den wir nicht ausdrücklich charakterisieren möchten, außerdem aber einen auffallenden Mangel an Einsicht. „Der frühere KngiandsnerMem!" Die „N. Züricher Nachrichten" beurteilen die Kühlmnnn- rede sehr herb. Sie nennt sie keine glückliche, die die Situation in Deutschland bedeutend verfahren habe. Sie habe ihn in Gegensatz gebracht zu seinem Herrscher, zu seinem Chef, dem Reichskanzler und zur Heeresleitung. In seiner Stellung habe Kühlmann dies nicht tun dürfen, selbst Denn er gleichzeitig seine Demission gegeben hätte. Das schweizerische Blatt fahrt dann fort' „Amh Kühlmanns „Entlastungsoffensive zu gunsten Englands"' — wie ein Redner im Reichstage es nannte — war alles eher als ein diplomatischer Feinzns. Es bleibe dahingestellt, ob die Zensuren in der Kühlmannrede richttg waren, da er Rußland den Hauptschuldigen am Weltkriege nannte, Frank, reich den Zweitmeist-Schuldigen und England den am Wenigsten Schuldigen, bleibe dahingestellt, obwohl es eine bloße ABC-Weftheit ist. daß ohne England es überhaupt nie zum „Welt".Krieg Höfte kommen könnenl Aber derart hätte der frühere Englandvergötterer — das war ja Kühl- mann bis znm Kriegsausbruch und darin vielleicht dem Fürsten Llchnowski noch über — mit ihm doch nicht durchbrennen dürfen, um darüber den Leiter der auswärtigen Politik des deutschen Reiches so völlig zu verleugnen, daß er einen Satz aufstellte, der zur Stunde ein öffentlicher Canoffagang über den Kanal und gleichzeitig ein Peitschenschlag an Frankreich war und dabei erst noch einen Strich durch die polittsche Pointe der Antwortrede des Kaisers auf den Hindenburgtoast machte. War jene unglückliche Pointe l nt sonderlich fr reden sMtrag- lich, so der Epilog, den ihr Kühlmann gab. noch weniger. Die Rede des Herrn v. KühUnarm hat dem Berständigungsfriede» im günfttgsten Falle nichts genützt; in Deutschland kann sie sehr leicht der Ausgangspuntt eines schweren inneren Konfliktes werden vnd Herrn v. Kühlmmm hat sie sehr geschadet. Et« schlechte Bilanz." Dieses vernichtende Urteil wiegt um so schwerer, weil di« mSfl. Züricher Nachrichten" bisher gute Beziehungen zu Erzberger gepflogen hatte, der erst jetzt wieder in der „GernEia" seinen Freund Kühlmann eine Lanze bricht. Niedriger hange». Der „Vorwatts" leistet sich unter der Spihmarke ..Die all. deutschen Senegalesen gegen Kühlmann" folgenden Retard g» schmackvoller Kampfesweise: „Die Alldeutschen haben Generalmobilmachung gegen Kühlmann angeordnet und setzen zu diesem Zweck auch ihr, erotsichen Hilfsvotter in Bewegung. Auf der einen Seit, nahm mit geschwungenem Regenschirm Prof. Dietrich Schü. fer und die Herren vom „Unabhängigen Ausschuß für eine» deutschen Frieden", auf der anderen, das Halsabschneid» Messer zwischen den Zahnen, die wilden Männer der Bäte» landspartei." Zum Besten des Staatssekretärs wird mit eigenartige» Mitteln gefachten. Nie Beerdigung Peter Wojeggers. Krieglach, 28. Juni. (WB.) In größter Einfachheit und Stille ist Freitag nachmittag Peter Rosegger zu Grabe getragen worden. Die Bewohner des ganzen Mürz- Tales erwiesen dem treuen Landsmann und Dichter die letzte Ehre. Bauern aus Alpl, dem Geburtsort Roseggers trugen den einfachen Sarg. Nach der Einsegnung der Leiche wurde er auf dem Ortsfriedhof vSn Krieglach beigesetzt Grabreden unterblieben auf ausdrücklichen Wunsch dei Familie. Ebenso waren amtliche Persönlichkeiten von aus- wärts auf die Bitte der Familie hin nicht erschienen. Ein bkiiittlikiislvtttkg Weil über den Pürlrmk^ansmg. Der Unterstaatssekretär Dr. August Müller, Mitglied der sozialdemokratischen Partei, und vor seiner Berufung ins Reichs ernährungsamt Leiter der Hamburger sozialdemo- krattschen genossenschaftlichen Betriebe „Produktion", hat in Januar d. Js. in der Deutschen Gesellschaft einen Vortrag über das parlamentarische System gehalten, den di» „Vossische Zeitung" auszugsweise veröffentlicht Au^ gehend von den Derhälttnssen in England stellt er fest, daß nicht, wie fälschlich angenommen wird die Machtttellung des Jnselreiches die Frucht des Parlamentarischen Regimes ist. daß vielmehr dort ein« kleine Gruppe von Grundbesitzer- und Kapitalistenfamilien durch eine Kabmettsregieiung das Parlament beherrscht und auch auf seine Zusammenwirkung den bestimmenden Einfluß ausübt, einen Einfluß, der auch unter dem ausgedehnteren Wablreckst, das bekanntlich noch jungen Datums ist, weiter fortbesteht. Die wirkliche Machi lag und liegt dort bei der Herrenkaste, der engumgrenzte» regierenden Schickst- Müller geht dann zur Betrachtung der Verhältnisse r» Frankreich, Italien und anderen Ländern mit parlamew tarischem Regime über und ftndet dort eine Situatton, dü» keineswegs zur Nachahmung verlockt. „Hier herrscht in Parlament meistens eine mehr oder minder verhüllt, kapitalisttfche Jnteressenklrque." „Die ganze Wut, ds. ganze Haß und Ingrimm, der sich gegen Caiüaux in Frank reich aufgespeichert hat, ist nicht auf seine angebliche Deutsch freundlichkeit, sondern darauf zurückzuführen, daß er d Mann war, der die Einkommensteuer zuerst durchfühtte.^ Nirgendwo findet er positive Leistungen parlamentarischen Regimes. „Nahezu überall ist mit ihm bu> Couloirintrige und ein widriges Geschäftspolittkettum ve^ Kunden, dem das Mandat ein Mittel zur persönlichen Be reicherung ist. Wenn nicht, wie in England, die kapital, stischen Interessenten die Herrschst dadurch ausüben, daß, sie selbst im Kabinett sitzen, dann kaufen sie sich die Parlamentarier." Müller ist der Meinung, daß es die Aufgabe des Parlaments verkennen heißt, wenn es zu dem Organ gemacht werden soll, „in welchem sich alle Mack» kristallisiert". Nach ihm soll das Parlament nicht weniger, aber auch nicht mehr sein als ein ganz ausgezeichnetes ununentbehrliches Mittel der Kontrolle der Verwaltung. Seine weitere Ausgestaltung zum maßgebenden Mackstfaktor wäre „im höchsten Maße bedauerlich".' Eine Auffassung, die man insbesondere den Herren der derzeitigen Mehrheit dringend zur Beherzigung empfehlen kann. Müller führt dann aus, weslnlb das -Parlament zu solcher Rolle nicht geeignet ist. Es ist da vor allen Dingen seine Abhängigkeit von den Wählermassen. Die Erstarrung der die Parteien als solche mitz. ihrer Organisation und ihrer Maschinerie anheimfallen, hindett die rechtzeitige Einstellung auch des Parlaments auf neue Aufgaben und notwendige Reformen. Seine Starrheit die aus der der Wäh- lerschaft resulttert, führt zur Sterilität. Und die Starrheit der Wählerschaft wird nach Müllers Meinung um s» größer sein, je unbeschränkter das Wahlrecht ist. „Dest» schwieriger ist es, die Wählerschaft auf neue Erfordernisse polittscher, sozialer und wirtschaftlicher Art einzustellen, weÜ über den polittschen Grundsätzen die Anforderungen politischer Taktik immer zu kurz kommen". Tritt nun die nächst» Konsequenz, die Erstarrung des Parlaments entsprechen- der der Wählermassen nickst ein, ignoriert es die innere Unfruchtbarkeit der Wählerschaft, fo fällt damit der Charakter des parlamentarischen Regimes, der in der Uebereinstin* mung zwischen Regierungsmaßncchmen und Mchrheits- willen des Volkes bestehen soll. Auch unter dem Gesichtspunkt des wirtschaftliche» Lebens erscheint Müller das parlamentarische Regime alH gefährlich. Vor allen Dingen wegen der inneren Verwandschaft zwischen Parlamentarismus «rd Manchestertum, Der Einfluß der parteipolitische» Doktrin und des Partei. rnteresseK müsse unlner nachteilig auf die Lösung Wirtschaft- 'lickMr Aufgaben einwirken, und der sachverständige und unabhängige Beamte werde sich „viel eher von reinen Zweckmäßigkeitserwägungen leiten lassen als der Politiker; Der Beamte ist auch freier vom ^nteressenteneinsluß ol£ die politische Partei und das parlamentarische System". An dem herrschenden System hat Müller auszusetzen, daß die Auswahl der Beamtenschaft nicht immer nach rich- tigen Grundsätzen erfolge; aber er ist objektiv genug, fest- zu stellen, daß man doch bei uns vom Verwaltungsbeamten wirkliche Kenntnisse verlangt, daß die Auftastung von der Pflicht des Beamten verhindert, „daß er zum eindeutigen Jnteressenvertreter wird, wie wir es bei manchen westeuropäischen Ministern sehen. Bei uns herrscht nicht der Kapitalismus, sondern bei uns herrscht tatsächlich die Bureaukratie". Zur Aenderung des bisherigen Systems hält er das parlamentarische Regime jedenfalls nicht für das geeignete Mittel. Wenn er freilich generell den Grundsatz aufttellt, daß ohne weiteres in Großbanken und ähnlichen Organisationen bewährte kaufmännisch-organisatorische Kräfte für die Reorganisation der bureaukratischen Arbeitsmechoden Hervorragendes leisten müßten, so wird man demgegenüber daran erinnern dürfen, daß wir einen derartigen Versuch in reinster Form seinerzeit mit Herrn Dernburg gemacht haben der vom Bankdirektor zum Leiter des Kolonialamts gemacht wurde. Dort ist das Resultat das genaue Gegenteil d^ von Müller erwarteten gewesen: nämlich eine Verstärkung der Bureaukratisierung und eine Vermehrung der Schwerfälligkeit des Dienstbetriebes. Resultierend vielleicht aus dem vom Bankwesen enttehnten Bestteben, eine fortlaufende Kette gegenseitiger Kontrollstellen zu schäften, was im Bankbetriebe nützlich und angebracht, für die Amtsgeschäfte aber völlig ungeeignet ist. Man wird also auch da sagen müssen, daß es weniger auf generelle Methoden als auf die einzelne Persönlichkeit ankommt. Im übrigen sind die Auffassungen Müllers ein treffender Beleg dafür, wie ganz anders die Dinge sich aus allernächster Nähe ausnehmen, als aus der fröhlichen Vogelperspekttve des nichts als kritiklüsiernen Partei- mannes, der sich statt positiver Mitarbeit den Luxus der Verantwortungslosigkeit leisten kann. Sozialisierung der Wohnraume. Wir haben gleich die Befürchtung ausgesprochen, als jüngst ein« Bestandsaufnahme der Wohnraume erfolgt ist, daß zu dem vielen Kriegssozialismus, unter dem wir seufzen, auch noch eine Rationierring der Mohnräume eintreten werde und daß wir eines Tages zu gewärtigen haben, daß uns irgend eine Munitionsarbeiterfamilre ins Haus gesetzt wird. In der ..Frankfurter Volksstimrne" erhebt nun der Genoste Laufkötter öffentlich diese Forderung. Nachdem fast alles und jedes rationiert worden sei, lasse sich nicht einsehen, weshalb man nicht auch das Wohnbedürfnis rationieren sollte. Zunächst schlägt Laufkötter vor, daß ein Verbot erlassen würde, neue Luxusbauten zu errichten, solange noch ein Mangel an kleinen Wohnungen besteht. Damit und mit der Begründung, daß den Kriegsgewinnlern und Lebensmittelwucherern die Möglichkeit genommen werde, sich prachtvolle Wohnräume zu schäften in einer Zeit, wo viele Familien kein Obdach finden, kann man sich einverstanden erklären. Aber Herr Laufkötter geht weiter, er bekennt sich zum Bolschewismus und fordert zur Nachahmung der Volschewikis auf, die, als sie in Rußland ans Ruder kamen, sofort ein Gesetz erlassen hätten, tvonach alle über den notwendigen Bedarf hinausgehende Räume der Regierung zur Verfügung gestellt werden müßten. Sehr schön wird gesagt: „Komme man nicht mit der „Heiligkeit des Eigentums" und der Achtung von dem Besitz? Solche Begriffe werden zu leeren Redensarten in einer Zeit, in der, durch die herbe Notwendigkeit getrieben, der Staat alles Erreichbare beschlagnahmt zum Wohle der Allgemeinheit. Die Not unserer Zeit läßt sich nicht mit Halbheiten beseitigen, ein festes Zugrerfen ist notwendig. Not bricht Elfen, und auch die dräuende Wohnungsnot wird das Eisen unserer starren Eigentumsverhältnisse brechen." Man unterschätze derartige Aeußerungen nicht. Der Zu. kunftsstaat ist bereits bei uns eingerichtet und sozialdemokratische Politiker und Gewerkschaftssekretäre geben bei lins die Richtung an. Jedenfalls sind die obigen Auslassungen deutlich und man weiß, wohin die Reise gehb Ka nd «»irisch afis-Wissen I ch oft. Die Versammlung preußischer Landwirte zur Gründung der Gesellschaft zur Förderung der Landwirtschafts-Wissenschaft fand in Berlin statt. Staatsminister Frhr. v. Schorlemer führte in einer Ansprache aus: Der Weltkrieg hat uns nicht im Un. klaren gelassen, daß auch den unvergleichlich großen Waften- taten unserer kämpfenden Helden ein voller Erfolg versagt bleiben muß. wenn es nicht gelingt, eine ausreichende Ernährung des Heeres und der Marine ebenso, wie der daheim gebliebenen Bevölkerung sicherzustellen. Das Ende des Völker- ringens ist nicht abzusehen, aber auch dann werden wir wirtschaftlich noch auf lange Jahre auf urrs selbst und auf die eigene Kraft und Leistung angewiesen bleiben. Der Landwirtschaft erwachst die Aufgabe, nicht allein die Wunden, die ihr der Krieg geschlagen hat. wieder auszuheilen, und nicht allein die alte Leistungsfähigkeit wieder zu erlangen, sondern darüber hinaus sich der völlig veränderten Wirtschaftsbedingungen an- zupasten. Eine wettere Steigerung der Etträge in allen, auch den kleinsten Vettieben sobald wie möglich zu erreichen. Die landwirtschaftliche .Erzeugung zu beleben und dem der wissenschaftlichen Forschung gleichen Ziele zuzustreben, ist Zweck und Aufgabe der Gesellschaft, die mit dem Namen „Preußische Fcrschungsgesellsihaft für Landwirtschaft" ins Leben gerufen «>erden soll. Nicht darum handelt es sich, das Einkommen der Landwirte zu bessern, oder ihre angebliche Profilwut zu stei- fletH, sonder« darum, thtt der wichtigsten vaterländischen 2laf* gaben zu erfüllen. Uns leitet nur der Wunsch, btt Volks«, nührung im Kriege mit im Frieden, soweit möglich, durch die heimische Erzeugung r» sichern. 75 Krone« der DoppelMvtt Wche«. Budapest, 28. Juni. Nach einer heute rm Magnatenhaus abgegebenen Erklärung Dr. Wekerles wird der Weizenpreis der diesjährigen Ernte mtt 75 Kronen für den Doppelzentner festgesetzt werden. Selbst nach dem heutigen Kursstand der Krone bedeutet dieser Preis ettva 48 Mark für den Doppelzentner Weizen. Und dabei schreien unsere Sozialdemokraten als jüngst unser Weizenpreis um eine Kleinigkeit erhöht wurde, über Kornwucher. Verschiedenes. Eine wandernde Märchenerzahlerkv. Berlin, 25. Juni Eine hübsche Belebung der Poesie des Thüringer Waldes unternimmt zur Zeit ehte Schülerin des bekannten, kürzlich verstorbenen deutschen 'Vortragskünstlers Prof. Milan, ein Fräulein Liefa Tetzner, indem sie in dieser Sommerszeit, von Dorf zu Dorf wandernd, den zeitgemäßen Versuch unternimmt, den Kindern Märchen zu erzählen. Unter der MikV Hilfe von Geistlichen und Gutsbesitzern auf dem Lande, sowie unterstützt von der Thüringer Lehrerschaft, streift die Künstlerin danach, dem Volke seine alten poetischen Güter wieder zum Erlebnis zu machen, und auch die Erwachsenen werden einen in- neren Gewinn von der Sache haben, die auch anderwärts in die Wege geleitet werden sollte, um dem deutschen Volke seine allen Kulturgüter wieder näher zu bringen. Schon die bisherigen Erfahrungen der Vorttagenden haben ergeben, daß es selbst in dem poesieumwobenen Thüringen viele Dörfer gibt, in denen kein einziges Kind ein Märchen kennt, weder Rotkäppchen noch Schneewttchen. Ueberraschend ist es, welchen Hunger die Kinder nach Rätseln haben. Auch hier scheint in der Ueber- liescrung der Volkstradition ein völliger Tiefstand zu herrschen. In jedes Dorf, in das die Vortragende kommt, schickt sie vorher einen gedruckten Brief, der an die Schulhäuser oder an Bäume angenagelt wird, und in dem es heißt: Liebe Kinder! In den nächsten Tagen werde ich zu Euch kommen, um Euch Märchen. .Sagen und Geschichten zu erzählen. Einen ganzen Sack voll bringe ich mit, und ihr dürft Euch wählen, was ihr am liebsten hören wollt, ob von Zauberern, bösen Tieren, Teufeln und allerhand Ungeheuern, oder guten Feen. Prinzessinnen und verschwundenen Schlössern. Zwischendurch da wollen wir miteinander Rätsel raten. Ist cs ein schöner Sonntag, so setzen wir uns miteinander der in den Schulgarten, unter die Dorflinde oder einen anderen schönen Platz. Bei schlechtem Wetter gehen wir in einen Saal oder einer großen Stube. Sagt es auch all Euren Schwestern und Brüdern und den Eltern, wenn sie Lust haben, mitzukommen. Liesa Tetzner. Wenn die Künstlerin dann ins Dorf kommt, fetzt sie sich mtt den Kindern zusammen, bei schönem Wetter um die Dorflinde, bei schlechtem Wetter in einer alten Bauernstube, und ist bald gut Freund mit ihnen. Wenn die Kinder keinen Groschen mitbringen. bietet der Pfarrer oder Lehrer der Märchenerzäh. lerin Gastfreundschaft und sorgt bei der Gemeinde dafür, daß sie auf ihre Unkosten komckt; denn auch den Alten tut es gut, wieder einmal Märchen zu hören. Dom Felde der GH re. Friedberg. Dem Reservist Will). Geyer, Sohn des Rangiermeisters Fr. Geyer, wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Ilbenstadt. Die beiden Söhne des Kaspar Brncker IV. von hier, die beide feit Ansbruch des Krieges unter den Fahnen stehen, Karl Joseph Brücker im Art.-Regt. 25 und Peter Brücker im Reserve-Jnf.-Regt. 116 wurden zu Sergeanten befördert und erhielten das Eiserne Kreuz; die Hessische Tapferkeitsmedaille wurde ihnen bereits früher verliehen. • Aus der Heimat. So kalt war der Juni noch nie feit L»em Revolutions- jahr 1848. Zeigte doch das Thermometer jetzt wiederholt am Morgen unter 10 Grad und ging sogar auf 7 Grad Celsius. Dazu Regen und Wind, Sturm und in den Gebirgen Schneefall. Sogar in Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens, wo es noch nie geschneit hat, fiel Schnee in dichten Flocken. Dem Getreide hat die Kälte allerdings nicht geschadet, im Gegenteil. Für den Graswuchs, die Rüben und Kartoffeln war der Regen sehr erwünscht und vorteilhaft. Auch der Wein hat noch nicht gelitten. Von der Donau wird hoher Wassergang gemeldet. Die Flüsse füü- lich der Alpen verzeichnen Hochwasser. Die Ueberschwnu- mung in der Ebene des Piave ist auch eine der Ursachen, die die Oesterreicher zum Rückzug gezwungen haben, wieder ein Beweis, welchen Einfluß die Witterung auf den Gang der kriegerischen Ereignisse ausüben kann. Die spanische Krankheit. Wir lesen in der „Volksstimme": Wir haben gestern von den Massenerkrankungen aus der Umgegend von Mainz berichtet, die besonders die Arbeiter der Firma Opel (Rüsselsheim) betroffen hat. Die Krankheit scheint nunmehr das ganze Maingebiet heimzusuchen. Auch Offenbach leidet sehr darunter, und sett dieser Woche ist sie auch in Frankfurt. Ueber den Verlauf der Epidemie in Rüsselsheim, wo sie zuerst anfing, geht uns folgender Bericht zu, der typisch fein dürfte für alle Orte, di» davon bettoffen sind: „Im Anfang voriger Woche ttat in Kriegsgefangenenlager der Firma Opel die Grippe aus Die Epidemie nahm einen derartig stürmischen Verlauf, daß schon am Mittwoch den 19. Juni das ganze Gefangener» lager miftamt der Wachmannschaft isoliert werden mußt« Cinwandftei ist festgestellt, daß die Seuche von Darmstad- aus durch Kriegsgefangene nach Rüsselsheim verschlepp worden ist. Die bakteriologischen Untersuchungen de^ Blutes, sowie der Schleimabsonderung des Kehlkopfes, de* Nachens, der Nase und der Bindehäute haben mit Sicherhe^ ergeben, daß es sich um nichts anderes handelt als um Gripz (mit dem medizinischen Namen Influenza). Ebenso rat wie die Fälle gekommen, so rasch war auch die Abheilung Jedoch ließ sich ttotz aller Vorsichtsmaßregeln, die getroffen wurden, nicht verhüten, daß die Epidemie auch in den O^ überging. Da ein Teil der Kriegsgefangenen mit der Krankheitsstoft behaftet in den Opelwerken arbeitete, ohne daß sie ihre Krankheit gemeldet hätten, so war es klar, dab auf dem Werk selbst die Krankheit eingeschleppt wurde. Der Verlauf ist bis jetzt günstig. Unter den zahlreichen Erkrankungen kein Todesfall. Die Uebertragung geschieht von Person zu Person, oft innerhalb eines Tages. Durcb fleißige Nasenspülungen, Gurgeln und Einnehmen von Chinin oder ähnlicher Präparaten läßt sich die Krankhep abkürzen beziehungsweise kann man Vorbeugen. Alles in allem liegt bei der Bürgerschaft nicht der geringste Grün» zur Beunruhigung vor." Keine Beschlagnahme von Kleidern. Zur Zeit finde» in verschiedenen Kreisen die militärische Nachschau vor Futter- und Brotgetreide, Kartoffeln u. dergl. statt, die zm Aufrechterhaltung der Ernährung von Heer und Heimar erforderlich ist. Vielfach ist nun bei der ländlichen Bevölkerung der Glaube verbreitet, die militärischen Revisionskommandos hätten^n Befehl, Kleider, Weißzeug, Wäsche und dergleichen zu beschlagnahmen und wegzunehmen. Diese Annahme entbehrt jedoch jeder tatsächlichen Grund läge und die hierdurch geschaffene Beunruhigung ist völlig gegenstandslos. Vielmehr haben die Kommandos ebenso wie in den Vorjahren lediglich die Aufgabe, diejenigen Nahrungsmittel zu erfassen, deren Bereitstellung uns dar Durchhalten bis zur neuen Ernte sichern soll und wird Diese Getreide- und Kartoffelrevisionen sind im vaterländischen Interesse notwendig und werden mit größtmö^ licher Schonung durchgeführt. Nur vier Wochen! Das hessische Ministerium des Innern hat für sämtliche Landgemeinden den Kur- und Erholungsaufenthalt Fremder auf vier Wochen beschränkt. FO. Bad-Nauheitn, 27. Juni. Die Stadtverordneten ge. nehmigten die Erweiterung des Ehrenfriedhofes für Krieger. Der Ehrenfriedhof wird zur gegebenen Zeit würdig hergerichter werden und ein Denkmal erhalten. FO. Vom Main, 27. Juni. Die Haussuchung bei dem ver» hafteten Stativ:.oagenten von Eschau-Mönchberg förderte er» ganzes Warenlager zulag. Pakete, die aus dem Felde an» kamen, wurden in Masten unterschlagen und ihres Inhalts b» raubt. Aus Starkenburg. Darmstadt, 26. Juni. Erwischt wurde beute früh dahier ein Soldat, der in der Kastanienallee eine anscheinend gestohlene Ziege geschlachtet hatte. Ofscnbach a. 28. Juni. In der chemischen Fabrik für Teerprodukte Gustav Lang u. Eo. brach heute nachmittag ein Brand aus, dessen Entstehungsursache noch unbekannt ist. Zwei Pechhallen brannten nieder. Das Hauptgebäude, die Benzin- lager und Pechvorräte konnten gerettet werden. Der Fabrik, betrieb kann vollständig auftecht erhalten werden. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Pfungstadt, 27. Juni. Die Bürgermeisterei warnt vor dem „falschen Kompagniefeldwebel", der die Angehö- rigen von im Felde stehenden Soldaten auftucht, ihnen irgend eine Geschichte anfbindet, u. a. Darlehen herausschwin delt, uni dann spurlos zu verschwinden. Auch in Pfungstadt hat er eine Familie hereingelegt und um eine größere Summe geprellt. Aus dem Ried, 27. Juni. Kleiderdieb stähle auf freiem Felde sind neuerdings in hiesiger Gegend zu alltäglichen Erscheinungen geworden. Aus verschiedenen Gemeinden wird berichtet, daß Schuhe und Kleider, die die Landwirte bei ihren Feldarbeiten ihrer Gewohnheit gemäß an Wegrändern oder mitten auf den Aeckern niederlegen, von Die ben am Hellen Tage gestohlen wurden. Aus Rheinhkssen. FO. Mainz» 27. Juni. Mit ihrem drei Monat alten Kind stürzte sich eine geisteskranke Frau aus Nackercheim in den Rhein. Die Frau wurde gerettet, das Kind ertrank. Zn Haust angekommen, versetzte die Frau ihrem 13jährigen Sohn« einige Schläge mit dem Beil. Nun wurde die Frau dem Krankenhaus zugeführt. Alzey, 27. Juni. Das hiesige Kreisamt verfügte, daß in Zukunft bei allen Neuverpachtungen von Gemeindejagden in der Regel dem Letzbietenden, der das höchste Angebot machte, der Zuschlag zu erteilen sei. Diese Verfügung wurde an alle Gemeinden gerichtet. Damit dürfte vielen Streitigkeiten um die Zuerkennung des Jagdrechts in den Genieinden vorgebeugt fein. Rirrstem, 27. Juni. Ein tödlicher Unglücksfall ereiy. nete sich in der Malzfabrik. Der Arbeiter Karl Reineck machte sich am Schacht des Fahrstuhls zu schaffen. Hierbei kam er zu Fall und stürzte in die Tiefe. n>o er zerfcbmev tert liegen blieb. Der Tod war auf der Stelle erngetreten. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otts H i r [ d) e l, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedberg. Druck und Verlag der „Neuen TageL-eitung*, A- G., Friedberg l H. Mm nie durch Liebe Leid geschah. Roman vouCourthS-Mahler. - ^ 45) Nachdruck verboten. Graf Steinau sah mit seinem feinen, fcrrkaftische» Lächeln, das seinem Gesicht ein so charakteristisches, überlegenes Gepräge gab, in ihr Gesicht. „Liebe, verehrte Freundin — das kann ich Hans Ullrich nachfühlen." Frau von Frankenau sah ihn fragend an. „Finden Sie nicht, daß Baroneß Karl« eine sehr Liebenswerte und reizende junge Darne ist, deren sanftes Wesen dafür bürgt. daß sie so einen herrischen Heißsporn, wie meinen Hans Ullrich, glücklich macken kann?" Graf Steinau zögerte eine Weile. Dann sagte er langsam: „Soll ich ganz offen und ohne Scheu meine Meinung Ire: "" ..Wir find doch Freunde, die einander vertrauen können. Ich bitte um Ihre offene Meinung." „Nun denn — ich finde, daß Hans Ullrich einen schärferen Blick hatte in Bezug auf die Baronesse, als seine sonst so kluge Mutter. Ich halte das sanfte Wesen der Baronesse nicht für echt." Die alte Dame richtete sich betroffen auf. „Sie auch ncht? Das ist doch sonderbar. Weder Hans Ullrich noch Ursula wollen an dies sanfte Wesen glauben und halten es für unecht. Und nun Sie auch — Sie, der gewiegte Menschenkenner? Sollte ich allein blind gewesen sein?" „Es scheint doch so. Ihre Güte und Ihre eigene Ehrlichkeit lasten es nicht zu, andere Menschen scharf zu beurteilen. Frau von Frankenau lachte. „Hat sie das behauptet?" „Ja, erst kürzlich. Also jedenfalls must' ich doch nun mal die Baronesse schärfer Kh habe fiü tt-chrw immer §um Vorbild htugestellt, doch tnebt Wildfcmg hat mir rundweg «klärt, diesem Vorbkld möchte ste Wiemals gleichen." „Daran hat ste, mein« Ueberzeugung nach, auch wirklich recht getan. Aber da wir nun einmal bei Ihrem reizenden Töchterchen sind, verehrte Freundin, so mochte ich dies Thema »och ein Weilchen festhallen." Die alte Dame lächelte fein. „Für eine Mutter gibt es kein iitterestcmteves Thema, als ihre Kinder." „Nun gut. bleiben wir dabei, dann Nn ich sicher. Sie nicht zu langweilen." „Desten dürfen Sie immer sicher sein. Doch was wollten Eie mir über Ursula sagen?" „Daß sie sich zu einer ganz reizenden jungen Dame entwickelt hat. Und ich fürchte, daß Ste Ihr Töchterchen nicht lange mehr bei sich behalten dürfen." „Aber, lieber Graf, Cie denken doch nicht schon an eine Verheiratung Ursulas?" „Doch — ich denke sehr heftig daran und andere Menschen auch. Vielleicht sogar Fräulein Urselchen selbst." Die alle Dame schüttelte energisch den Kopf. „Ausgeschlosten, lieber Freund. Damit hat es keine Gefahr An alles andere denkt Ursula eher." „Ich glaube doch, daß Sie da wieder im Irrtum sind. Meines Wistens denkt Fräulein Urselchen doch schon ein wenig da. ran. Und dann kenne ich nock jemand, der sogar sehr stark daran denkt." Frau von Frankenau sah ihr Gegenüber unruhig forschend LN. „Wohinaus wollen Sie eigentlich, lieber Freund? So ohne bestimmte Absicht sagen Sie das nicht, da kenne ick Sie zu gut." „Also mich scheinen Sie doch recht gut zu kennen. Sie haben recht, ich sage das nicht ohne bestimmten Grund. Und nun ohne weitere Umschweife: Was würden Sie zu meinem Neffe» ais Schwiegersohn sagen?" Frau von Frankenau beugte sich weit vor rn ihrem SesieÄ «ob sah ihn mit großen Augen an. „Was sagen Cie da?" „War ich nicht deutlich?" »»Lieber Graf — ich verstehe Sie nicht." „Wirklich nicht?" „Ja — meinen Sie denn das ernsthaft?" „Sehr ernsthaft. Ich sitze als Freiwerber für meinen Neffen vor Ihnen. Er liebt Ihre Tochter Ursula und hofft aus Gegenliebe und will nicht wieder abreisen, ehe er es ihr gesagt hat. Haben Sie etwas gegen ihn ernzuwenden?" Die alte Dame atmxte tief auf und stützte den Kops in di« Hand. „Sie haben mich erschreckt." „Das tut mir leid." „Bedenken Sie doch — mein Wildfang — mein Urselche« — sie ist ja noch ein halbes Kindl Graf Steinau lächelte. „Lasten Sie das meinen Neffen nicht hören, er fragt Ste sonst, in welchem Alter Sie sich verlobt haben. Ich glaube. Ste waren auch nicht viel alter als Ursula jetzt ist. Und meine Frau war im gleichen Alter, das hat er auch schon ausgerechnet. Er wird Ihnen klipp und klar beweisen, daß Urselchen im heiratsfähigen Alter ist Ich glaube, verehrteste Freundin, Sie müsten sich mit dem Gedanken vertraut machen, bah Urselchen flügge geworden ist" Sie schüttelte ganz fastungslos den Kopz. „Ich kann mich mit diesem Gedanken noch nicht vertraut machen. Ist es denn wirklich ernsthaft gewesen?" „Ja, ja, ganz ernsthaft. Ich glaube wohl, daß Ihnen dar ein wenig überraschend kommt, und deshalb wollte ich Sie vorbereiten, damit Sie Joachim, wenn er mit seiner Werbung vor Sie hin tritt, eine bündige Antwort geben können. Wie wirB sie ausfallen?" JU 82 o YÖ 1 ° 10 - Hanau ö 55 W. ^17 W. JM W. g48 & ^06 Gießen Frankfurt a. Main 5^ W. J19 4 2 j 103 6 09 W . 3 34 w. 500 W. |21 J47 (ß W. £25 W. ^39 8 14 W. g04 W. ßl9 6 - 8 41 933 J54 935 1 , 0 ° D.J 0 i 8 D. 8 43 D.1Q49 r W. ||02 Nidda J32 W. C13 S. 5 18 w.ßis Homburg v. d. H. W. 6 42 ^34 W. | 2 20 Hungen W 2 18 w - 5 51 82 Hanau ^10 Nidda W. gOi s. 8 n W. |2^ A 9 W. Jlv 7 - ; Homburg v. d. H. W. ^58 52 w - 8 4 Hnngen W . J 2 4i w. (ß Bekanntmachung Laut Verfügung des stellv. Generalkommandos vom 15. Nov. 1917 war h\* zum 31. Mai d. 3».' vas Dach- und Blitzableiterkupfer und -Platin abzuliefern. Bis jetzt ist dieser Verfügung nur teilweise entsprochen worden und fordere ich daher alle rrick- sländigen Hausbesitzer auf, unbedingt spätestens bis zum31. Juli d. Is., alles noch in ihrem Besitze befindliche Dach, und B!itz- avletterkupfer und-Platin bei der NetaUfammelstette,Stadt, barkamt, Haagstraße Nr. 16, werktäglich von 8 bis 10 Uhr vormittags abzuliefern. Nach diesem Termine wird Strafanzeige erhoben und außerdem die zwangsweise Einziehung aus Kosten der Säumigen herbei- gefühn. Friedberg, den 28. Juni 1618. Der Bürgermeister. 2. V.: Dam m. Bekanntmachung. Am 29. Juni 1918 ist eine Nachtraqsbekantttmachuna Rr. XV. Hl. 3000/6. 18. K. R. A., betreffend „Beschlagnahme von Fasern aus Kolbenschilf, Besenginster, Weidenbast, Hopsen, Lupinen und Eetreidestroh (Stransa) zu der Bekanntmachung Nr. VV. III. 3000/9. 16. K. R. A. vom 10. November 1916, betreffend Beschlagnahme, Verwendung und Veräußerung von Flachs- und Hanfstroh usw", erlassen worden. Der Wortlaut der Nachtragsbekanntmachung ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. Stellv. ßencriUfomniönbo 18. Armcekorfis. w -5^ J43 w. , 2 3 , W. g52 s - 6 - w .529 S. £02 W. g !6 w. j 7 Beknnntmachuttg. f Selbständ. Buchhalter Nächsten Mittwoch, den 3. Juli, vertei en wir in der alten Post Land-Eier. | oder Buchhalterin gesucht. 1 Meinaro'iialldlllllg u. Aotel Trapp. LKräftiges Mädchen | für Zimmer- u. Hausarbeit ^gef. Hotel Trapp, Friedberg. 3 Bekanntmachung. Wir bringen erster Tage frische grüne Erbsen das Pfund^*" Gemüsehändlern zum verkauf. Preis 88 Pfenuig Anmeldungen nehmen wir unter Vorlage der Lebensmittelkarte auf unserem Geschäftszimmer, Dienstag Vormittag, von v bis 10 Uhr, nur für den Bezirk L entgegen. Friedberg, den 2L Juni 191«. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) 3. A.: Langsdorf. Es werden abgegeben: Auf gelbe Eierkarten, Marke 29, 1 Ei zu 30 Pfennig, auf a ge lempe te roie Eierkarten, starke 30, 1 Ei zu 30 Pfennig, und gegen Vorlage der treisamtlchen Bescheinigungen auf abgestempelte rote Eierkarlen, Marke 33, 1 Ei zu SO Pfennig. Die Eierkarten sind vorzulegen. Nicht abgestempelte rote Eier- sind ungültig. Eierkatten ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug: einzeln abgetrennle Marken sind wettlos. Friedberg, den 29. Juni 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (stcidt. Lebensmittel-Ausschuß) __3. A: Langsdorf. 500 Mk. Belohnung demjenigen, welcher mir die Diebe namhaft macht, welche in der Nacht von Mittwoch zum Donnerstag « Küüe auf meiner Meine gestohlen haben. t macht, welche in der ühe auf meiner Weide Fr. Kaz, Okarben. liefert schnell und billigst Uellt stricken! and Uerlag, A.-S. Verkaufe: Eine Glucke mit 10 Stück Kücken lrebhuh farbige Italiener), 14 Tage a Eine belgische RieseiiW mit 9 Jungen.