Unmmer 145 _ Montag, den 24 . Juni 1918 11 . Jahrgang * Die .,r tue Tanesreitung" erichemt icöcn Werlla 7. Regelmäßige Beilagen „Ser Kauer aus Hessen", „die Spinnssube". Kr?ugspreis: Bei den Postcuistalten oicrteirätirlict) Att. 2.4u hinzu tritt noch das Bestellgeld: "e, oen ^ menten monatlich 85 Big. etnschlietzlich Trägerlodn. Ameigen: Grundzeile 25 Psg., totale 20 Zfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Bo tnachnadme erhoben. E iillimosort Friedberg. Schriflleitunq und Verlag vrieDbera fReifen), »aaauer'trasc 12. vern'vrschsr 48. Ba tj geck-Ls,to Ar. 4853. .-lut Fcaacfurt a. ; J]. e 614000 T«s»k« im Mai wrJfüM. Angriffe ans verschiedenen Kampfesfrottten im Westen adgeschlagen. — Dis jetzt 40 960 Italiener gefangen. — £3 600 Tonnen versenkt. — Unruhen in Kndapest. — . — ' "- - - Der deutsche Generalstak === meidet: ■■■= ; W. T. K. Großes Zauptqnarrier, den 22. Juni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecbt Zwischen Arras und Albert dauerten die heftigen Teil- vor stoße des Feindes gestern bis Mm Morgen an Sie endeten mit vollem Mißerfolg für den Gegner. Beiderseits der Scarpe. bei Botry—Bequerelle, Hebuterne, Hamel und dem Walde von Avcluy wurden starke eirglische Abteilungen, teilweise in erbittertem Ncchkampf, zurückgeschlagen. Auch an der übrigen Front- trieb der Engländer mehrfach vergebliche Er- kimdungen vor. Bei Abwehr des Feindes und bei eigenen Vorstößen südlich der Somme machten wir Gefangene. Feindliche Fliegerangriffe auf Brügge fügten der Be- Oölkerung Verluste zu. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Südwestlich von Noyon wiederholte der Feind mit stärkeren Abteilungen seine vergeblichen Angriffe südl'ch von Van- delicourt. Zwischen Maas und Marne lebhafte Tätigkeit des Feindes. Mehrfach angesetzte Erkundungsvorstöße der Franzosen und Amerikaner nordwestlich von Ehateau-Thierry wurden blutig abgewiefen. Der Erste Gencralquarliermeister: Ludendorff. Aberibberiitzt. Berlin, 22. Juni, abends. (WTB. Amtlich.) Don de» Kampffronten nichts Neues. W. T. Ä. Großes HarrptqAarttrr, de» SS. Juni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Ruppreckil. Beiderseits der Somme hielt die rege Tätigkeit des Feindes an. Ein nächtlicher Angriff der Engländer bei Morlan- court, zwischen Ancre und Somme, brach in unserem Feuer zu. stimmen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Französische Teilangriffe südöstlich von Mery wurden ab- gew .esen. Südwestlich von Reims machten wir bei kurzem Jn- fcmteriegefecht mit Italienern 36 Gefangene. Leutnant Löwenhardt errang seinen 28 Luftsieg. Der Erste Ceneralqnartiermcisler: Ludendorsf. Abend^erlcht. Berlin. 23. Juni, abends. (WB. Amtlich.) Von d.n Kampffronten nichts Neues. jj Der österreichische Generalstak jj meidet: == ===— j §i* setzt 40 000 Gefn. e„e. 22. Juni. (WLB .Nichtamtlich.) Amtlich wird oerlautbart: ^ Die Kümpfe an der Piave haben gestern an Heftig- k°,t abgcnommm. Wo die Italiener - wie in einzelnen Achcynltten des Montello und westlich von San Dona — ihre Angriffe erneuerten, wurden sie, wie früher, unter großen Verlusten znrnckgeschlagen. Der Feind verlor zwischen dein 16. und 20. d. Mts. durch unsere Flieger und durch Abwehr von der Erde ans 42 Flugzeuge. Außerdem büßte er vier Fesselballone ern. Die Zahl der Gefangenen ist auf 40 000 gestiegen. Unter diesen befanden sich auch einige tschechisch-slowakische Legionäre, die sofort der durch die Kriegsgesetze vorgeseh- nen standrechtlichen Behandlung ' zugeführt wurden. Der Chef des Geucralslnbes. Wien, 23. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart Die Kämpfe an der Piave waren auch gestern weniger hef- flg. Nur am Südflügel mietet Armeefront nahm der Feind nachmittags feine Gegenangriffe wieder auf. Sonst überall Geschützkampf. Die schweren wolkenbruchartigen Regen, die in der letzten Woche fast täglich über Benetien niedergingen und weite Strecken der Ebene unter Wasser setzten, hatten für die Truppen die Lasten und Entbehrungen vervielfältigt. Die Piave ist zu einem reißenden Strom geworden, dessen Wassermassen wiederholt den Verkehr zwischen beiden U>ern auf viele Stunden unterbinden. Es ist nur unter den größten Schwierigkeiten möglich, den Kämpfern an der Front den nötigsten Bedarf an Munition und Verpflegung znzuführen Um so größere Aner- kennung ist den braven Truppen zu zollen, deren Kampfkraft auch in noch härterer Lage ungebrochen bleibt Der Chef des Generalstabes. Der bni - C? ,-neraistak jj L v— meldet: ==1! £o??a, 21. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbcricht. Mazedonische Front' Auf beiden Seiten des Ochrida-Sees und nördlich von Vitolia war das Artilleriefeuer zeitweüziemlich heftig. jSübltd) von Huma machte ilnf'.re Artillerie mehrere erfolgreiche Feuerangrilfe. Die feindliche Artillerie beschoß die Stadt Serres, wobei einige Häuser zerstört und mehrere Frauen und Kinder der Ortsbevölkerung getötet wurden. Im Wardar. und Struma-Tale auf beiden Seiten lebhafte Tätigkeit in der Luft. Das türkische Hauptquartier j l — meidet: - - J Konstantmopel, 20. Juni. (WB. Nichtamlich.) Gene- ralstabs.bericht. Palästinafront: Mehrfaches stärkeres feindliches Ar- tilleriefeusr ans unsere Stellungen und im Hintergelände löste wirksames Feuer unserer Batterien gegen die feindliche Artillerie und gegen Truppenlager am Wadi Audscha und nordwestlich Jericho aus. Aufklärungsabteilungen des Gegners wurden von uns vertrieben. Die Rebellenlager bei Tafile waren erneut das Ziel unserer Flieger. An der übrigen Front ist die Lage unverändert. Kvnstantinopcl, 21. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Gene- ralstabsbericht. Palästinafront: Die Gefechtstätigkeit überschritt nicht das übliche Maß beiderseitigen Artilleriefeuers. Die Flie- gertätigkeit war rege. Auf der übrigen Front herrschte Ruhe. 83 000 Tannen verdenkt. Be Nn, 21. Juni. (WB. Amtlich.) Eines unserer U-Boote, Kommandant Kapitänlcutnant Marschall. versenkte im Sperrgebiet des Mittelmtzßres auf fünfzehntägiger Unternehmung sieben Dampfer von rund 23 600 Brt. Alle Dampfer waren außerordentlich.wertvoll. Die Ladungen bestanden aus Baumwolle, Benün. Oel und Stückgut. Der Chcf des Admiralstabes der Marine. Die llootliriitf ii Mai. Im Monat Mai sind insgesamt 614,000 Bruttvregistcrtvnnen des für unsere Feinde nutzbaren Handelsschiffsraumes vernichtet worden. Der ihnen zur Verfügung stehende Welt- handelsschiffraum ist somit allein durch kriegerisch Maßnahmen seit Kriegskegiim um vnnb 17730000 Krttttaregiftertonnen verringert worden. Hiervon sind rund 10,828,000 Brutto- registertonnen allein Verluste der englischen Handelsflotte. Nach den inzwischen gemachten Feststellungen sind im Monat April außer den seinerzeit bekannt gegebenen Verlusten feindlicher oder im Dienst unserer Gegner fahrenden Handelsschiffe noch weitere Schiffe von rund 56 000 Brutto registertonnen durch kriegerische Maßnahmen schwer beschädigt in die feindlichen Häfen eingebra-cht worden. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Suflangriffe rn Kclcstea. Berlin, 23. Juni. (WB. Amtlich.) In den letzten Tagen fanden wiederholte Flugzeugangriffe gegen Brügge, Ostende und Zeebrügge statt. Hierbei wurde von feindlichen j Fliegern unter Mißachtung der völkerrechtlichen Abmachungen auch das Hospital von Ostende, angegriffen und getroffen. In Brügge wurden 5 Einwohner getötet und 11 verletzt. Ein militärischer Schaden ist nicht entstanden. Mehrere feindliche Flugzeuge wurden abgeschossen. Leutnant zur See Sachsenberg, der Führer unserer dortigen Marinejagdflieger, errang feinen 15 Luftsieg. Der Chef des Admiralstabes der Marine. EnBche Meßerbmbkn nnf liDÜäiibÜdirm Gebiet Rotterdam, 22. Juni. (WB.) Heute Mittag wurden bei Aardenburg von einem Flugzeug zwei Bomben abgeworfen. Ein Knabe wurde leicht verletzt. Notiz des Wolffschen Telegraphen-Bureaus: Es handelt sich um eiue erneute Verletzung der holländischen Neutralität durch englische Flieger. Fustangriff aus knMe Schiffe in der Nardier. London, 22. Juni. (WB.) Reuter. Admiralitätsbe- richt. Ein englisches Geschwader wurde während einer Erkundung im nördlichen Teil der Bucht von Helgoland am Morgen des 19. Juni von deutschen Seeflugzeugen ange- griffen. Es wurden keine Treffer vom Feinde erzielt, da- gegen wurde ein feindliches Seeflugzeug heruntergeholt und durch Geschützfeer zerstört. Zusatz des Wolffschen Telegraphenbureaus: Hierzu erfahren wir, daß die Begegnung unserer Flugzeuge mit englischen Schiffen etwa 120 Seemeilen nordwestlich von Helgoland stattfand, also weit außerhalb der Helgoländer Bucht. Im Angriff auf die britischen Streitkräfte wurde von einem unserer Flugzeuge auf einem feindlichen Zerstörer wahrscheinlich ein Treffer erzißlt, der sich durch eine weiße Rauchwolke hinter dem achteren Schornstein kenntlich machte. Ans dänischen Zeitungsmeldnngen geht hervor, daß an demselben Tage ein englisches Flugzeug in Dänemark notlanden mußte. Es ist anzunehmen, daß es durch Beschädigungen in dem Luftgefecht mit unseren Fliegern hierzu gezwungen war. Eines unserer Flugzeuge ist nicht zurückgekehrt. Die Schlacht im Westen. Berlin. 21. Juni. (WTB Nichtamtlich.) Bei zahlreichen Teilvorstößen des Feindes an vielen Stellen der Front von Arras bis Chateau-Thierry machten die Deutschen bei Abwehr und Gegenstoß mehrfach Gefangene. Die blutigen Verluste der feindlichen Kompagnien und Eroßpatrouillen war vor allem durch das Verfolgungsfeuer der deutschen Artillerie und Maschinengewehre außerordentlich schwer. Am 21. Juni zehn Uhr abends griffen die Amerikaner abermals erfolglos unsere Stellungen nordwestlich Chateau-Thierry an. Sie erlitten wiederum schwerste Verluste. Die feindlichen Verluste. Berlin, 23. Juni. (WB.) Folgende bei einem deutschen Korps an der Aisne für die Zeit vom 27. Mai bis 3. Juni gemachten Feststellungen widerlegen schlagend die Pressemeldungen der Entente über die angebliche deutsche zahlenmäßige Ueberlegenheit an der Kampffront und beweisen die Schwere der feinMtd>en Verlust«. Nicht weniger als zehn französische Infanterie-Divisionen und eine Kavallerie-Division wurden in diesen sieben Tagen dein Korps gegenüber eingesetzt, wozu noch eine Territorialbrigade kam. 273 Offiziere und 10 862 Mann blieben gefangen in feiner Hand. Bereits am 31. Mai mußte die französisclie Heeresleitung ihm gegenüber vier Divisionen als abgekämpft herausziehen, darunter die 22. Infanterie- Division, deren blutige Verluste 60 Prozent betrugen, und die 43. Infanterie-Division, vo» der das -Iäaerbataillok am 28. Mai aufgerieben wurde und andere Kompagnien mit nur zehn Menn zurückkamen. Wie groß die Verwirrung der feindlichen Verbände war, zeigt der Umstand, daß am 28. Mai nicht weniger als zwölf Regimenter von fünf verschiedenen französischen Divisionen vor dem Korps festgestellt wurden. Am 2. Juni verlor die zweite Kavalleriedivision 70 Prozent ihres Bestandes. Die 173. Territorialbrigade wurde am 27. Mai von den Deutschen kampflos gefangen genommen Aie öffcmichifte Offenkve in Ijalicu. Lugano, 22. Juni. Die Schlacht an der Piave dauert 7nit äußerster Heftigkeit an. Die Italiener machen die größten Anstrengungen, um die durch das plötzliche Hochwasser der Piave veränderte'Lage auszunutzen. Die Kriegsberichterstatter der italienischen Tageszeitungen erklären, daß infolge des Hochwassers die Notbrücken der Oesterreicher weggerissen worden seien. Nichtsdestoweniger sei der Mut der österreichischen Truppen ungebrochen und beiderseits werde mit wahrem Löwenmut gekämpft. Der „Secolo" berichtet, daß die Oesterreicher bedeutende Verstärkungen erhalten haben. Die Schwierigkeiten der rückwärtigen Verbindungen scheinen danach entweder behoben zu sein oder waren überhaupt nicht so arg, als sie von den italienischen Blättern dargestellt wurden. Wien, 22. Juni. Die „Neue Frese Presse" meldet: Unsere Trrrppen stehen an der Piave auf einer Breite von 40 Kilometern bereits auf dem Westufer. Die Italiener behaupten noch eine Strecke von .15 Kilometer ' am rechten Ufer. Durch Massenangriffe erreichte General Diaz vorübergehend einen Stillstand unseres Vorgehens. Inzwischen haben wir jedoch unsere Angriffsmittel verstärkt und es besteht begründete Aussicht auf weiteres Vorwärtsdringen. • „Petit Journal" meldet laut der „Nationalzeitung", von der italienischen Front: Die Lage im Lagunengebiet ist ernst. Der Feind steht Venedig bedrohlich nahe. Mestrie ist bereits in Artillerieschußweit«. Die Bahnlinie Treviso—Mestrie ist schwer gefährdet. * Der beste italienische Flieger abgeschosten. Zürich, 22. Juni. Sämtliche Meldungen de-r Kriegsberichterstatter von der Front bestätigen, daß der erfolgreichste italienische Flieger, Major Francesco Berracca, durch feindliches Maschinengewehrfeuer am Montello abgeschcssen wurde. Nach Meldung des „Secolo" hat sich diese Nachricht wie ein Lauffeuer unter den Truppen verbreitet und überall große Trauer und Bestürzung hervorgeimfen. Beim italienischen Volk und bei den Soldaten soll Baracca als unverletzlich und unbesteg. bar gegolten haben. Die Verteidigung von Daris. Zürich. 22. Juni. Der Abgeordnete Pusch veröffentlicht vm ».Matin" aufschlußreiche Einzelheiten über die Verteidigung von Paris. Er schreibt: Niemand zweifelt cm der Festigkeit der Front. Eine Ueberraschung scheint ausgeschloffen. In diesem Kriege fehlte es aber schon oft an der nötigen Vorsorge. Wir dürfen uns daher nicht die Anklage zuziehen, auch an die Nächstliegende Erfahr nicht rechtzeitig gedacht zu haben. Für Paris stellt sich die Frage wie folgt: Die Ballistik kann noch weitere Ileberraschungen bringen. Es ist nicht unmöglich, daß die Tragweite der feindlichen Geschütze noch beträchtlich erhöht wird. Paris und feine Vororte können von einem Tag zum anderen unter feindliches Eeschützfeuer kommen und unhaltbar werden. Die Lebens Mittelverhältnisse von über fünf Millionen Einwohnern könnten gefährdet werden. Um Unordnung zu vermeiden, verhandeln die Negierung und die Militärbehörden gegenwärtig mit den Abgeordneten. EI werden Maßnahmen getroffen, um täglich 150 000 Personen aus Paris enffernen zu können. Die Kunstschätze der Hauptstadt werden in Sicherheit gebracht. Sonst geht das Leben und Treiben seinen gewohnten Gang. Der neue Gouverneur von Paris. General Guilaumat, er- | klärte dem Redakteur des „Excelsior". die Verteidigung von Paris stehe vor allem den Armeen des Generals Foch und Petain zu. Er treffe nur diejenigen nötigen Maßnahmen, zu denen ihn die Vorsicht zwinge In seiner Tätigkeit befolge er lediglich das Beispiel seines Vorgängers Gallieni. In die Bevölkerung von Paris setze er das größte Vertrauen. Dnsssand. Die Kämpfe mit den Gcgenreoolutionären. Moskau, 18. Juni. (WB.) Nach einer Meldung der hiesigen Prege gehen die tschechisch-slowakischen Truppen auf der Linie Tscheljabinsk—Ufa vor. Bei Kischtyn fanden schwere Kämpfe statt. Moskau, 19. Juni. (WB.) In einer offiziellen Bekannt-- machung über die Verhaftung der Teilnehmer an der Konferenz der rechten Sozialrevolutionäre und Menschewiki wird mitgeteilt, daß nach erbeuteten Papieren der Zweck der Versammlung der Sturz der Räteregierung und die Einberufung der Konstituante war. Das Vordringen der TschechosSlowakeu. Moskau, 21. Juni. (WV.) Nach Pressemeldungen soll General Dutow sich mit tschechischen Truppen unweit der Station Porvoring vereinigt haben. Die neue sibirische Regierung erklärte auf der ganzen Omskie-Vahn wegen der Ueberfälle, die von Abteilungen Eisenbahner aus der Linie Omsk—Tjumen auf die Tschechen gemacht wurden, den Kriegszustand. Tschechen ind Kosaken dringen unter Führung französischer Offiziere auf Jschim vor. Nach Meldung der „Jswestija" soll von der Sowjetregierung in allen an der oststbirischen Bahn gelegenen Ortschaften der Kriegszustand erklärt worden sein,' ferner wurde« alle Arbeiter und besitzlosen Bauern über 18 Jahre einberufen. Die Petersburger Telegraphenagentur meldet, daß über das Gouvernement Tambow der Kriegszustand erklärt worden ist. Moskau, 22. Juni. ( WB.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. Von der tschechisch.stowakischen Front wird gemeldet: Der Rat der Volkskommiffäre erhielt aus Jekatertnburg die Nachricht, daß dre Sowjettruppen nach Kampf auf der Front Sibirien—Ural in Richtung Uralsk die Fabriken in Eoslinsk bei der Station Mogusk. 125 Werft von Jekaterinburg und 160 Werft von Tscheljabinsk, eingenommen haben. Hiernach befindet sich die Hälfte der Eisenbahn Jekater in burg- Tscheljabinsk in den Händen der Sowetjettruppen. Nach verbürgten Meldungen stehen im Tal der Soimaneska nordwestlich von Tscheljabinsk sieben Abteilungen der Tschecho-Slowaken mit drei leichten und zwei schweren Geschützen. Im allgemeinen gehen die tschecho-slowakischen Truppen einem Kampf aus dem Wege. Sie sammeln sich im Bezirk von Kychtymska Die Bolschewik! im Sarrmra-Gelnet gestnr;t? Moskau, 20. Juni. (WB.) Nach einer Preffemoldung ist xm Samara-Gebiet die Herrschaft der Volschewiki gestürzt, alle Sowjets sind für unailtig und aufgelöst erklärt worden. Den militärischen Oberbefehl über Samara hat ein Kollegium mit dem Obersten Eulkin an der Spitze übernommen. An mehreren Stellen der Stadt soll die alte Russische Nationalflagge gehißt worden sein. Gin Wahlsieg der Sinnfeiner. Rotterdam, 22. Juni. Die Sinnfeinerpartei hat einen neuen Sieg errungen. Ihr Kandidat in East Capan wurde mit 8796 Stimmen gegen den nationalistischen Kandrdaten, der 2581 Stimmen erhielt, gewählt. Rücktritt Org D-ünct-; 8r^!fr. SSten, 23. Juni. (WB.) Der heutige Ministerrat beschloß die Eesamtdemisston des Kabinetts. Wien. 22. Juni. (WB.) Der Polenklub hat einstimmig eine Entschließung angenommen, in der er sich grundsätzlich bereit erklärt, die Staatsnotwendigkeiten zu bewilligen, jedoch dem Ministerium Seidler seine Unterstützung versagt. Das tifüf Mpriidif MMwim. Softe, 21. Juni. (WV.) Bulgarische Telegraphen-Agen- tur. Das neue Kabinett setzt sich wie folgt zusammen: Vorsitz und Auswärtiges Malinow, Inneres Tarkew. Finanzen Li- patschew, Oeffentlicher Unterricht Kostrirkow, Justiz Profeffor Danaliew, Ackerbau Medjarow. Oeffentliche. Arbeiten Mucha- now, Eisenbahn Profeffor Mollow. Die meisten Mitglieder des Kabinetts gehören der demokratischen Partei an. Kostrtr- kow und Lipatschow sind aus der Radew-Partei hervorgegangen. Der Krisgsminister war bis jetzt Oberbefehlshaber der vierten Armee. Tarkew, Lipatschew, Muchanow und Mol. low gehörten schon dem ersten Kabinett Malinow an, das von 1908 bis 1911 im Amte war. Die Unruhen in Budapest. Budapest, 22. Juni. (WTB.) Abgeordnetenhaus. Graf Michael Karolyi brachte die Lohnbewegung unter den Arbeitern der Maschinenfabrik der Staatsbahnen zur Sprache, die heute zu Unruhen führte. Die Gendarmerie schritt ein. Zusammenstöße zwischen den streikenden Arbeitern und der Gendarmerie verursachten den Tod von vier Personen. Fünf Personen wurden schwer und zwölf leicht verletzt. Karolyi bezeichnete die Forderungen der Arbeiter, die schlechter gestellt seien als die Arbeiter der Privatbetriebe, als berechtigt und erklärte, die rückschrittliche Lösung der Wahlreformfrage habe wesentlich zur Erregung der Stim- mung beigetragen. (Großer Lärm. Rufe: Reizen Sie nicht die Massen auf!) Ministerpräsident Dr. W e k e r l e ergriff danach das Wort. Er drückte zuerst sein tiefftes Bedauern über den traurigen Vorfall aus, daß die Polizei zur Herstellung der öffentlichen Ordnung die Waffe zu gebrauchen genötigt gewesen sei. was leider mit Menschenopfern und vielen Verwundungen verbunden gewesen sei. Der Mini- sterpräsident erklärte, er müsse die Behauptungen Karolyi in vielen Punkten berichtigen. Zu diesem Behufe verliest der Redner den Polizeibericht. Dieser besagt: „In den Maschinenfabrik der Ungarischen Staatsbahnen, deren Ar- beiter seit Beginn dieses Monats in ein Landsturmbataillon eingereiht sind, waren infolge von Lohnforderungen Arbeitseinstellungen an der Tagesordnung. Die Arbeiter forderten statt 90 Heller 160 Heller. Oberst Danninger erschien hierauf in der Fabrik rmd erklärte, er sei fiir die Lohnfrage nicht zuständig und ermahne die Arbeiter, nicht zu streiken. Die Arbeiter setzten die Arbeit fort. Am 19. Juni acht Uhr früh stellten sie die Arbeit wieder ein. Um 91A Uhr, bei Beginn des Streiks, wollte man flüssiges Eisen durch arbeitswillige Hilfsarbeiter ausgießen lassen, damit die Kessel nicht unbrauchbar werden. Diese Arbeiter wurden jedoch von den Streikenden bedroht. Streikende wurden nun zur Vernehmung beordert. Sie kamen jedoch nicht allein, sondern zogen mit 400 Arbeitern vor das Gebäude des Kommandos. Major Z'^ionka forderte die Versammelten auf, sich zu zers-/ ' die Gendarmen trieben aber die Versammelten a : mder. Nach einer Viertelstunde erschienen tausend Arbeiter, die inzwischen die Arbeit niedergelegt hatten, vor der Kanzlei. Ein Fabriksbeamter versuchte die Arbeiter zu bewegen, daß sie sich enffernten. Der Major erschien und ermahnte die Arbeiter, Gehorsam zu leisten, da sonst schwere Folgen eintreten würden. Da ertönte jedoch aus der Menge der Ruf: „Jetzt gehen wir erst recht nicht weg!" Die Arbeiter verblieben auf dem Platze, unb die Gendarmerie versuchte, sie ohne Waffenge- Walt zu zerstreuen. Es wurden aber auf die Gendarmen Eisenstücke geschleudert, auck der Major wurde am Kopfe und an der Hand verwundet. Aus den Werkstätten erfolgten zwei Schüsse. Angesichst der Vorgänge ordnete der Mawr den Gebrauch der Schußwaffe an, jedoch komman- dierte er keine Salve. Die Gendarmen sckossen auf diejenigen, die sie angriffen und mit Eisenftücken beworfen hatten. Vier Arbeiter wurden getötet und neunzehn ver- wundet. Infolge der Schüsse strömten die Arbeiter ans der benachbarten Ganzschen Waffenfabrik zusammen irnd verwüsteten die Kanzleiräume. Der Gendarmerie gelang es, die ausschreitenden Arbeiter zu vertreiben." Der Ministerpräsident erklärte, es werde eine Untersuchung eingeleitet werden, ob ein Waffengebrauch notwendig und begründet war. Wekerle sagte, er mache jetzt nicht die verhetzten Massen verantwortlich, sondern die Organisatoren und Aufwiegler, er wolle auch künftighin mit den Arbeitern wohlwollend und schonungsvoll verfahren, jedoch könne die Forderung der Arbeiter nicht bewilligt werden, daß man die Gendarmerie aus den Fabriken entferne und' die -Gewerkschaften einen enffcheidenden Einfluß ausüben lasse. Graf Michael Karolyi ruft dazwischen: „Man hätte damit anfangen sollen!" Der Ministerpräsident wendet sich gegen Karolyi. Er sagt, er wisse nicht, seit wie lang« Karolyi die Rolle eines Verteidigers der Arbeiterinteressen zu spielen begonnen habe. Handelsminister Sterenyi verteidigt sich gegen den Vorwurf Karolyis, daß die Lage t^r Arbeiter in den Staatswerkstätten schlechter sei als in den Privatbetrieben, er verweist darauf, daß die Regierung erst vor Monatsfrist für die Lohnaufbesserung der Arbeiter eine Iahreslast von 37 Millionen Kronen auf sich genommen habe, daß nach Vereinbarung mit den Arbeitern sozusagen alle ihre Wünsche erfüllt würden. Der Streik in den staatlichen Maschinenfabriken währte sechs bis sieben Tage und ' wurde schließlich unter meiner Vermittlung auf der Grundlage beigelegt, daß die Arbeiterlöhne in einer Maschinen* fabrik in derselben Höhe festgesetzt wurden wie die Löhne der Werkstättenarberter. Die Arbeiter waren damals damit vollständig zufrieden und drückten mir für ihre Bemühung durch ein« Deputation ihren Dank aus. Graf Karolyi berief sich auf eine Verordnung, daß man im Falle einesStreiks mit den Arbeitern nicht verhandeln, sondern mit militärischer Strenge auftreten müsse. In dem Kohlenbergwerk Petrozdeny herrscht seit einigen Tagen ein Streik. 600 Waggon Kohle fehlen täglich im Verkehr. Der Streik ist ausgebrochen, weil der militärische Befehlshaber über die Arbeiter eine Disziplinarstrafe verhängte und andere Arbeiter sich mit den widerspenstigen Arbeitern solidarisch erklärten. Der Handelsminister schließt damit, daß leider auch im Post- und Telegraphenwesen Zeichen der Unruh« bemerkbar seien. Er habe jedoch erklärt, daß er, falls der Eisenbahn- und Postverkehr gestört werde, er mit unerbittlicher Strenge einschreite. Es fei die Pflicht des Handelsministers, dem Lande gegenüber jene großen Interessen, die sich an die Eisenbahn und Post knüpften, unter keinen Umständen stören zu lassen. (Lebhafter Beifall.) Graf Karian pr Grnähnlnasfraat. Graf Vurian hielt bei dem Empfang des Arbeiterrats eine Rede, in der er u. a. sagte: „Ich bin mir der großen Bedeutung der Ernährungsfrage bewußt, der ich die vollste Aufmerksamkeit schenke. Ich bin daher stets bemüht, die Verhandlungen mit dem Deutschen Reiche über die gegenwärtige Lebensmittelversorgung tatkräftig zu fördern. Es geschieht auch unsereffeits jetzt alles, um von unseren Verbündeten jene Unterstützung zu erlangen, die es uns erleichtern soll, über die schwere, aber glücklicherweise nur noch kurze Zeit bis zur neuen Ernte hinwegzukommen. Was die Frage des Friedens anlangt, so hat unsere Politik keine Veränderung effahren. Nach wie vor ist der Krieg, den wir führen, ein Verteidigungskrieg. Es liegt uns ganz fern, den Krieg auch nur um einen Tag zu verlängern, um irgendwelche Eroberungen zu machen oder rm- perialiftische Ziele zu erreichen. Solange ober unsere Gegner, wie es gegenwärtig leider der Fall ist. noch keine Bereitwilligkeit zeigen, auf ernste Besprechungen einzugehen, sind wir gezwungen, uns zu befriedigen und alles zu vermeiden, was unsere Feinde als Zeichen der Schwäche auslegen würden und was sie daher zur Verlängerung des Krieges ermutigen müßte. Spanien meldet sich. Erklärungen Mauras. Madrid, 20. Juni. (WB.) Meldung des Wiener Korrespondenzbureaus. In der gestrigen Sitzung der Kammer erklärte der Ministerpräsident Maura gelegentlich der Debatte über die Militärreform, daß Spanien alles ansetzen müsse, um die Oberhand über sein Territorium wirklich zu garantieren. Das Land müsse auf die eigene Kraft bauen, um im Falle eines Krieges ohne fremde Hilfe dem Feindr entgegentreten und seine Grenzen selbständig verteidigen zu können. Ein wehrloses Spanien würde seine Unabhängigkeit als Nation infolge der stets an Bedeutung zu- nehrnenden Lage am Eingang des Mittelmeeres einbüßen. Maura erinnerte sodann an die Rechte Spaniens auf Marokko und führt aus, daß dessen nördliche Küste notwendigerweise dem spanischen Einfluß unterstehen müsse, da sie im gegenteiligen Falle von einer fremden Macht besetzt werden würde. Bezüglich der Meerenge von Gibraltar erklärte Maura, daß deren Beherrschung für die Nation eine Notwendigkeit sei, und daß sich Spanien auf seine künftige Mission gebührend vorbereiten müsse, um im gegebenen Augenblick seine diesbezüglichen Reckte entsprechend geltend nlachen zu können. Kampf bis nun Ende. Valfour wandte sich im Unterhaus gegen die Ansicht, öfe cfo die Mittelmächte jemals ernstliche Friedensvorschläge gemacht hätten. Es seien nur Scheinvorschläge gewesen. £c schloß seine Rede: Die Tatsache, daß Rußland im Kriege nicht mchr mttzähtt. hat den übrigen Alliierten eine schwere Bürde aufgeladen. Ich glaube, daß wir diese Last aushalten werden. Dies — sagte Valfour — sei der allerletzte Augenblick, in dem es wahrscheinlich wäre, daß die Alliierten den Mittelmächten Vorschläge machen würden, oder, soweit er es beurteilen könne, die Mittelmächte den Alliierten, es sei denn zu dem Zweck einer Friedensoffensive. (?) Soweit er sehen könne, beabsichtigten die Mittelmächte Folgendes: den.Alliierten zusammen unannehmbare Bedingungen vorzuschlagen, aber einem bestimmten Mitglied der Alliierten Bedingungen zu stellen, die für dieses Mitglied. wetm es nur an seine eigenen Znteresien dächte und nicht an die Interesien des Earrzen. außerordentlich günstig wären. Die Mittelmächte beabsichtigten, auf diese Meise die Mitglie- t-er der Allianz voneinander zu trennen. Einige van ihnen würden »n isolierter Stellung völlig hilflos fein. Sie seien nur durch Einigkeit stark. Er tadle die Mitelmächte nicht, daß sie eine solche Falle legen. Wohl aber würde er die tadeln, die in diese Falle hineingingen. Am meisten tadle er seine pazifistischen Freunde von der Opposition. ..Wir alle" — sagte Valfour, — „wünschen eine gerechte Befriedigung der nationalen Bestrebungen auf der ganzen Welt. Wir alle haben den Wunsch, daß die Vereinbarungen auf der Friedenskonferenz, sobald es zu einer solchen Konferenz kommt, möglichst wenig von jenen ewigen Ursachen zur Reibung und Eifersucht übrig lasten, die die kleinen Nationen noch mehr trennen, als die großen. Wir wünschen einen ehrenhaften Frieden. Aber je mehr die Zeit vorschreitet, desto mehr sind wir davon überzeugt, daß dieser Friede nur durch einen Kampf bis zum Ende erreicht werden kann, und dadurch, daß wir darauf achten, daß es nicht mehr in der Macht einer Nation wie Deutschland liegen darf, eine Wiederholung der Uebel herbeizusühren, unter denen die ganze zivilisierte Gemeinschaft der Nationen in der alten und veuen Welt hoffnungslos seufzen muß. Ws pillon mit deföJipiö bestraft. Bern, 18. Jum. Bezeichnend für die drakonische Art, tvle in den Vereinigten Staaten derzeit jede der Negierung Anerwünschte Kritik unterdrückt wird, ist die durch die amerikanischen Blätter gehende Meldung, nach der der amerikanische Sergeant Flentje btt Ausbildungslager Camp Devens wegen unpairiotischer Aeußerungen zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt worden sei, weil er geäußert hätte, die Deutschen würden sich totlachen, wenn sie unsere Ausrüstung sähen. „New Mrk Evening Post" vom 21. Wien bemerkt, der "Nrteilsspruch sei hart, aber man habe offenbar durch exemplarische Bestrafung allem Widerstand und aller Kritik ein für alle Mal Einhalt tun wollen. Auch Major Birkner von der Nebraska Nationalgarde, der sich für einen baldigen Friedensschluß ausgesprochen hatte, da die Alliierten die Deutschen doch nicht besiegen konnten, sehe einer ähnlichen harten Strafe entgegen. Dieselbe drohe aber, seitdem Wilson den Zusatz zum Spionagegesetz unterzeichnet habe, auch «cklen Zivilisten, die Ansichten ähnlicher Art äußerten. fii «euer 15 M'mden-KrM. Berlin, 23. Iunt. Wahrscheinlich wirb dem Reichstag, bevor er in die Sommerferien geht, auch eine neue Kriegskredit- vorlage über 15 Milliarden zugehen, und es dürste notwendig sein, angesichts der Unsicherheit über das Ende des Krieges, die Legislaturperiode des Reichtags um ein weiteres Jahr zu ver- länger». Im Reichstag. Auf der Tagesordnung steht die zweite Lesung des Haus- Trttts, des allgemeinen Pensionsfonds in Verbindung mit der ersten Lesung der Ergänzung des Kapitalabsindungsgesetzes und eines Kapitalabsindungsgesetzes für Offiziere. Nachdeni die üblichen Reden gehalten wurden, wobei sich die Atgg. Giesberts (Zentr.), Meyer (natl.), von Winterfeld (konf.), Sivkorich (Freif.). Behrens und Werner (Deutsche Fr.) sich für die Vorlagen erklärt und der Sozialdemokrat sein Mitarbeiten in Aussicht gestellt hatte, überwies fie dieselben an eine Kommission. DsthichUd als Germmreicheid. In der „Voff. Ztg." finden wir unter dent Strich eine Skizze des Wiener Schriftstellers Alfred Polgar, der mit. seuten kritischen Ergüssen von der schönen blauen Donau ansonsten die Spalten der Jacobsohn'schen „Weltbühne" voll macht. Sie trägt den Titel „Notschild-Gärten" und behandelt die schönste Gartenftraße Wiens.' Was Herr Polgar sich da für eine verstiegene Lyrik von der bedrückten Seele redet, soll seine Sache und die Sache der Ullstein'schen Leser fern. Für die sonstige Umwelt aber gleichfalls von Interesse ist folgender Passus: „Notschild", das klingt wie ein Jirdianertrame. Oder wie ein Name aus der germanischen Heldensage. Und E Legende dazu wäre beiläufig die: Irgendein Gott der Finsternis hatte es auf den herrlichen Necken so und so abgesehen. Deshalb schickte er seine drei unwiderstehlichen Drener wider ihn: Krankheit, Sorge, Zweifel. Der Necke (!) waffenlos, hatte nur seinen Schild aus rotem Golde zur Wehr Er hielt ihn den drei Gesellen entgegen, und die, vom «chnd glanz geblendet, konnten nichts wider ihn ansrichten .... Eine feste Burg ist unser Gold, ein' feste Wehr und Waffen. Die Nothfchild-Gärten auf der „Hohen Warte" aber sind eine gewaltige Allegorie: Huldigung der internationalen Flora vor dem Besitz. Festzug der Natur zu Ehren der Milliarde. Der Tanz um den goldenen Menschen." So mußte es kommen: Rothschild — eine Name aus der gertnanischen Heldensage! Und das Trutzlied der evangelischen Christenheit in travestierter Form als bewundernder Jubelgesang auf die Macht des internationalen Goldes! Die Kleiderenteignnngi. Es komt nicht oft vor. daß in einer Frage, die einen Ausfluß des Kriegssozialismus darstellt, die öffentliche Meinung einmütig ist von ganz rechts bis ganz links. In bezug auf die Kleiderenteignung ist diese Einhelligkett in verurteilendem Sinne festzustellen. Der „Vorwärts" wendet sich heute an leitender Stelle gegen diese Maßnahme, in der alle bureauk^r- tische Verständnislosigkeit und Schema-F-Reiterei. alle Möglichkeiten, ein Höchstmaß von Unbilligkeiten und Harten durch eine Verordnung zu erzielen, sich ein Stelldichein geben. Er tut es mit genau den Gründen, die auch hier schon wiederholt geltend gemacht worden sind und sagt u. a.: „Darüber aber darf man sich nicht täuschen, daß bei der großen Menge der Bevölkerung durchaus kein Ueberfluß an Bekleidungsstücken. sondern im Gegenteil fühlbarer Mangel herrsche. Das gilt durchaus nicht nur für die Arbeiterschaft. Auch weite Kreise der Angestellten, Beamten. Kleingewer. betreibenden, ja sogar solcher Leute, die man als „bester situiert" bezeichnet, sind weniger infolge der Bezugsscheinpflicht, als infolge der enorm gestiegenen Preise seit Jahr und Tag schon nicht ntehr in der Lage gewesen, ihre Garderobe zu ergänzen und leben im' wesentlichen von alt^n Beständen. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden zaWerche Beamte, Angestellte, Kleingewerbetreibende und auch Arbeiter aus anderen als Rüstungsbetrieben, die in durchaus nicht guten Verhältnissen leben mit herangezogen werden." Diesen gegenüber bedeutet eine Zwangsenteignung aber eine ungeheure Härte. Es wird kurzerhand dekretiert, daß der Mensch mit einem guten nnd einem Werktagsanzug auszukcmmen habe Ob ein solches Auskommen möglich ist, muß sehr bezweifelt werden. Im heutigen Kulturleben — es war übrigens niemals anders — stellen Kleider nicht nur ein rein technisches Mittel zur Abhaltung der Kälte, sondern ein wesentliches gesellschaftliches Mittel dar. Man mag das verwerfen, aber man kann sich der Tatsache nicht entschließen, daß in der heutigen Gesellschaftsordnung der Erwerb und Beruf vieler Leute mit einem gewissen Kleider- auftvand untrennbar verbunden ist. Der Handlungsgehilfe, der in der Joppe hinter den Ladentisch treten wollte, oder der Rayonchef, der im Warenhaus im Alltagsanzug herumliefe, fie würden von ihrem Chef unfehlbar auf die Straße gesetzt vrerdeii." Man kann in der Tat eine Maßregel, die an sich vielleicht in irgendeiner Form nicht zu umgehen ist, nicht schlimmer zur Dexaticn und zum Fehlschlag gestalten, als es auf dem beabsichtigten Wege geschehen muß. In einem offiziösen Waschzettel, der an die. Zeitttngen versandt wird, soll dieser neueste Blödsinn hirnversandeten Bureaukratismus' dem Volke etwas mundgerecht gemacht werden. Es heißt darin u. a., die Kleiderabgabe erweise sich als notwendig, da in der Landwirtschaft und Industrie Kleider gekauft würden. Wir sind bereit, einen Preis auszusetzen, dem. der uns einen leibhaftigen Bauern vorzcigt, der einen zur Abgabe gebrachten Anzug erhalten hat. |?em Felde der Ehre. Gettenau. Dem Tambour Wilhelm Wenzel wurde bei der Befteiung Estlands das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen, selbiger wurde schon 1917 im Westen mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet. Er ist seit Anfang des Krieges Soldat und nahm an den Kämpfen in den Karpathen teil, wo er schwer verwuundet wtlrde. Auch desien Bruder, Hermann Wenzel, welcher an den letzten schweren Kämpfen im Westen teilnahm, wurde wegen hervorragender Tapferkeit mit dem Eiserneir Kreuz zweiter Klaffe ausgezeichnet. Wohnbach. Dem Vizewachtmeister Friedrich Bischofs im Feld-Art.-Regt. 71, Sohn des Bäckermeisters Fr. Bischofs wurde für bewiesene Tapferkeit vor dem Feinde eme Belobigung in Form eines Diploms vom kommandierenden General der 35. Infanterie-Division überreicht. Garbenheim b. Wetzlar. Der Wehrmann Tambour Karl Hahn erhielt bei der Befreiung Estlands die Hessische Tapfer- keitsmedaille; auf dem Vormarsch gegen Reval wurde er bereits mit dem Eisernen Kreuz zweiter Klaffe ausgezeichnet. Hahn steht bereits seit Kriegsbeginn im Feld, hoffentlich ist es ihm vergönnt, bald gesund in die Heimat zurückzukehren. Ans der Heimat. Friedberg. Kanzleirat Graulich tritt auf seinen Wunsch am 1. Juli in den Ruhestand. Die Anerkennung und der Dank der Stadtverwaltung für seine dieser geleisteten 44jährigen treuen Dienste, sollen ihm, laut Stadtverordnetenbeschluß, schriftlich ausgesprochen werden. Die erste Fruchternte, der Raps- und Samenschnitt, hat allerorten begonnen. Die Ernte ist minderwertig, weil durch den Rapskäfer ein großer Teil des Blutenstandes abgefressen worden ist. Es wird schon Samen zum Schlagen in die Oel- mühlen gebracht — die Selbstversorger haben ihren Vorrat auf- gebraucht, jetzt in der Erntezeit muß für Gesinde und alle anderen Arbeitskräfte Fett zur Verfügung stehen. Täglich kommen schon jetzt aus den benachbarten preußischen Bezirken Leuts mit Schlagscheinen, schweren Säcken voll Samen und Kannen nach Gießen zur Oolmühle, täglich sieht man dieselben Leute wieder ebenso beladen, teils fluchend, teils weinend, wieder heimfahren. — Die Preußen dürfen nicht, selbst wenn sie wie das benachbarte Dorf Krofdorf, eine Stunde von der Schlagmühle entfernt liegen und obfchon die nächste preußische Oel- muhle eine Tagreise entfernt ist, in Heffen schlagen lasten. — Roch mehr: Aus dem Kreis Schotten oder Alsfeld darf kein Samen im Kreis Gießen geschlagen werden. Die Schlagmühlen sind Dannmvhlen geworden. Jeder Kreis und Bezirk hat seine bestimmte Mühle, in der er schlagen lasten darf. In dem Kreise Friedberg liegt gar keine Schlagmühle, die dortigen Samenzüchter sind auf 3 Mühlen im Kreise Gießen angewiesen und wenn fie hier nicht ankommen. so sind ihnen andere Mühlen verschlosien. Also lauten die Kriegsvorschriften. Sie müs. sen den Leuten die Lust zur Samenzucht, die sich so günstig entwickelt hat, nehmen, das Publikum hat den Nachterl. Deshalb ist es mit Freuden zu begrüßen, daß die Landwirtschaftskammer in Derbindung mit den Oelmüllern eine Eingabe gemacht hat, in der im volkswirtschaftlichen Interesse die alsbaldige Auf. Hebung der Dorschrfft und die freie Wahl der Mühlen gefor- dert wird. Was kommt, wird geraucht. Ein Herr in Neustadt (Schl^ Holst.) empfing von feiner in Hamburg wohnenden Tochter mit der Post ein Paket, das anscheinend. Tabak enthielt. Er stopfte sich davon eine Pfeife; wenn es auch nicht sehr schön schmeckte, so lieh es sich doch rauchen. Er bedankte sich später bei der Tochter für den Tabak; zu seiner Verwunderung antwortete diese, daß sie ihm keinen Tabak geschickt habe, sondern — Dörr, gemüse, das sollte gegeffen, aber nicht geraucht werden. Unterliederbach, 20. Juni. Das vierjährige Töchterchen der Briefträgerin Kieler hat sich beim Absturz von einem Balkon lebensgefährliche Verletzur^en zugezogen. Aus Starkenburg. Darmstadt, 21. Juni. (Vorsicht bei Umzügen.) Schwer geschädigt wurde ein hiesiger Beamte bei der durch feine Versetzung nötigen Verladung seiner Möbel. Die Ehefrau hatte in großer Vorsicht etwa 50 Eier und andere Lebensmittel, die sie mit großen Opfern an Zeit und Geld zusammengehamstert hatte, zur Seite gestellt, um fie persönlich an den neuen Um- zugsort zu bringen. Ms die Möbel aber verladen waren, mußte sie zu ihrem Schrecken bemerken, daß die Eier verschwunden waren und fand man später das leere Gefäß, der Inhal» aber blieb verschwunden. FC. Zrv'rngenberg, 21. Juni. Der in den letzten Tagen in Weinheim verhaftete falsche Leutnant, der 24jährige sahnen, flüchtige Gefreite Paul Wenzel aus Paderborn, soll derselbe sein, der sich kurz vorher mit einer hiesigen Dame verlobt hatte. Aus Nheinhessen. Budenheim, 20. Juni. In der Aufregung erschossen hat sich gestern nachmittag die 64 Jahre alte Ehefrau eines hiesigen angesehenen Bürgers. Wie verlautet, wurde die Familie durch das e'rgerre Dienstmädchen urn 1000 Mark bestohlen, was die Frau derartig aufregte, daß sie das Jagdgewehr ihres Mannes ergriff und sich eine starke Schrot ladung in die Brust schoß. Von ihrem Manne rasch naä dem städtischen Krankenhaus zu Mainz verbracht, starb die Frau alsbald nach ihrer Einlieferung. FC. Osthofen, 24. Juni. In der hiesigen Papierfabrik kam der jugendliche Arbeiter Holzmann durch einen Uirglücksfall zu Tode. Ans Hessen-Nafiair. FC. Bon der Maruschiffahrt. Infolge der anhaltenden trockenen Witterung ist der Main immer weiter gefallen. Der inzwischen niedergegangene Regen vermochte eine Besserung nicht zu bringen. Wenn nicht bald beffere Wasserstandsverhält- niffe eintreten, so wird die Aufrechterhaltung der Obermainschiffahrt wohl in Frage gestellt. FC. Wiesbaden, 21. Juni. Bei dem gestern Abend hier cinttesfenden Personenzug aus der Richtung Limburg wurde ein schwerer Korb mit Fleisch beschlagnahmt. Es wurde fest- gestellt, daß dieser Fleischschmuggel durch sogenannte Deckdekla- rierung von Hahn-Wehen ins Werk gesetzt worden ist. Di» Untersuchung ist eingeleitet. FC. Wiesbaden, 21. Juni. Ludwig Renno, der Raubmorde» aus Ried, der sich am 26. und 27. d. Mts. vor dem Schwurgericht zu verantworten haben wird, saß heute wegen des Dieb, stahls eines Paar Stiefel in Eddersheim auf der Anklagebank der Strafkammer. Das Gericht erkannte gegen den rückfälligen Dieb auf ein Zusatz von vier Monaten Gefängnis. FC. Wetzlar, 20. Juni. Die Ludendorff-Spende hat in Stadt und Kreis Wetzlar bis zinn 15. Juni die stattliche Summe von 226 509 Mark erreicht. FC. Liwburg, 21. Juni. Am 15. Juli d. I. findet auf dem hiesigen Marktplatz die diesjährige Haupfftutenschau nebst Preisverteilung für den Regierungsbezirk Wiesbaden statt. FC. Vom Westerwald, 21. Juni. Fürst Leopold zu Lippe hat Pfarrer Heckenroth zum Mitglied de Ehrenausschuffes der kürzlich eröffneten Fürst Leopold-Akademie für Verwaltung»- wisienschaften in Detmold berufen. Aus Kurheffen. Bad Orb. 20. Juni. Im Hause-des im Felde stehenden Landwirts Eeibel brach Fenier aus, das sich mit rasender Schnelligkeit ausbreitete, wodurch dasWohnhaus des Landwirts Roll schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde. Als Frau Gei- bei das Feuer bemerkte, war ein Enttommen über die Treppe des Hauses bereits unmöglich. Mit Hilfe schleunigst herbeigeschaffter Leitern wurde die Frau mit ihren fünf kleinen Kindern aus ihrer Wohnung geschafft. Die FaulUie rettete aber nichts als ihr nacktes Leben. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otro Hirsche!, Friedberg; für >cn Anzeigenteil: N. Heyner. Fiiedbera. Druck und Vertag der „Neuen Tageszeitung*, A. G., Friedbera. * ** Mm nie durch Liebe Leib geschah. Roman von Court hß-Mahler. 39) Nachdruck verboten. „Ich finde es schön von Ihnen, Fräulein Ursula, daß Cie Fräulein Hellmuths Vorzüge so ehrlich anerkennen." Sie sah ihn groß an. „Warum sollte ich es nicht?" „Nun. junge Damen pflegen sonst nicht von ihren Ge- schlechlsgcnosfinnen zu behaupten, daß sie schön, entzückend und herrlich sind" Ursula lachte. „Würde Fräulein Hellmut in Ihren Augen weniger Vorzüge besitzen, wenn ich sie nicht zugeben würde?" »Nein, oewiß nicht!" ,Nun also!" „Nein — gar nicht: Nun also? Ich finde es sehr hübsch von Ihnen. Ueberhaupt — Sie find ein ganz halber Mensch, Fräulein Ursula. Früher, als wir so 'zwanglos herumtollten, Sie als zerzauster Backfisch, ich als „Junker Uebermut", wie S:e mich immer nannten, da habe ich wohl schon gemerkt, daß Sie bei aller Freimütigkeit ein gutes, großes Herz haben. — Aber jetzt kommt mir das noch viel mehr zum Bewußtsein." Sie lachte verlegen ..Sie sagen Freimütigkeit. Gras Joachim, und meine Rup- plgkeit." „Aber nein. Fräulein Ursula — ganz gewiß nicht!" Sie winkle l'eftig ab. „Sie brauchen nichts zu beschönigen; ich weiß, daß ich ein ganz ruppiger, struppiger Wildsang war. Mamuschka hatte 'hre liebe Not mit mir — und hat sie zuweilen noch. Aber ein weniger vernünftiger bin ich jetzt doch geworden, und daran ist Fräulein Hellmut schuld. Früher stellte mir Mamuschka immer Baronetz Karla als Vorbild hin. Aber diesem Vorbild wollte ich um keinen Prets ähnlich werden. Ganz mit Fleiß gab ich mich immer anders, als Karla war Ihre Sanftmut reizte mich, weil — aber nein — das will ich nicht sagen. Aber Fräulein Hellmut. die habe ich mir ganz allein zum Vorbild genommen. So. wie sie ist. möchte ich werden, aber das wird mir natürlich nie ganz gelingen. Sie ist ein ganz wundervolles Geschöpf — finden Sie nicht auch?" Er sah sie mit einem sonderbaren Blick an. »Ich finde, daß Cie ihr sthrm sehr Lhnltch find — wenlg- pens in bezug darauf, daß Cie ein ganz wundervolles Geschöpf find" Er sagte dies so warm und chrlich, daß fie Ihn ganz erschrocken ansah und dann vor seinem Blick die Augen senkte. „Co müssen Cie nicht zu mir sprechen, Graf Joachim," sagte sie leise. „Warum nicht? Zürnen Cie mir deshalb? War ich zu kühn?" - Cie atmete tief auf. „Ach nein — wie sollte ich zürnen?! Es ist ja so schön, was Cie sagen — aber viel zu schön für mich. Ich -ln an solche Komplimente nicht gewöhnt." „Es war kein Kompliment, Fräulein Ursula, sondern meine ehrliche Meinung." Cie wehrte sich gegen ihre Verlegenheit wie gegen einen Feind. „Wenn ich nun eitel werde, Graf Joachim, dann find Cie schuld," sachte sie halb lachend, halb ernsthaft. „Diese Schuld nehme ich gerne auf mich " Cie schwiegen nun eine Weile. Graf Joachim sah auf seine junge Begleiterin herab. Sie ging gegen ihre Gewohnheit. mit ernstem Eestcht und niedergeschlagenen Augen neben chm her. „Fräulein Ursula — darf ich morgen vormittag nach Frankenau kommen?" fragte er nach einer Weile. Sie -lickte rasch auf. Ihre Augen leuchteten freudig auf. „Ach ja — kommen Sie — ich freue mich drauf? Wir haben prachtvolle Frühbirnen und Aprikosen. Und von den großen Herzkirschen gibt es auch noch welche. Sogar Erdbeeren können Sie noch haben — die haben Sie früher am liebsten gegessen." „Das wissen Sie noch." „Natürlich! Mamsell mußte uns doch immer Schlagsahne dazu zum Speisekammerfenster herausreichen, und dann saßen wir in der kleinen Laube an den Erdbeerfeldern und schmausten miteinander." „Richtig! Mamsell sträubte sich erst immer ein bißchen, uns Sahne schlagen zu lassen. Sie meinte, so außer der Zeit sei das schädlich. Aber es hat uns nichts geschadet." „Nein, gar nichts. Und wir werden schon wieder Sahne von ihr bekommen." Äm 15. Juni fiel mein einziger hoffnungsvoller Sohn, unser lieber, treuer Bruder, Schwager- Onkel und Pate Sitfrihitw Philipp Lahm Inhaber des Eiserken Kreuzes II. Klaffe und der Hessischen Tapferkeitsmedaille, nach fast 4 jähriger treuer Pflichterfüllung und nachdem er vorher schon dreimal verwundet gewesen» auf Frankreichs blutgetränktem Boden. Wer ihn gekannt, wird unseren Schmerz ermessen. Heinrich Lahm Witwer, Echzell, Marie Lahm u. Tochter, Echzell» Heinrich Lahm, z. Zt. im Felde, Ludwig Lapp u. Familie, Königshofen (Taunus), Heinrich Will ».Familie. Friedberg, Heinrich Glaub u. Familie, Eettenau Berichtigung. Direktor Vreiholz (Volkskunstabend) nicht 122,75 Mark, fon- dern 132,75 Mart. Suche einen nrnftirfum unter meiner Leitung, kann auch Kriegsinvallde sein. Vorstellung erwünscht. Eduard Viehmann, Hofgut Rumpenheim bei Offenbach a. M. ^Also ,ch werde mich morgen einfinden, zu allen Schandtaten bereit." Sie strahlte. »Famos! Wie lange haben Sie Urlaub?" „Leider nur eine Woche, und selbst dieser kurze Urlaub wurde mir nur ungern bewilligt" „Warum? Maren Sie nicht artig?" „Doch, das bin ich immer. Aber man ist jetzt sehr wenig zugangig für Urlaubsgesuche. Es kriselt mal wieder in poli- ttschen Kreisen. Aber davon wollen wir nicht sprechen. Ich hatte auf drei bis vier Wochen Urlaub gerechnet und mich ff darauf gefreut." „Ach wie schade, daß Sie nur so kurze Zeit bleiben!" „Tut es Ihnen ein bißchen leid?" „Natürlich — man freut sich doch, wenn Besuch da ist. Und Sie sind immer so vergnügt und guter Laune." „Wenn ich das nicht wäre, möchten Sie mich natürlich nicht gerne sehen." „O doch? Aber ich kann mir nicht denken, daß Sie ernst. Haft sein können." Er sah sie eine Weile mit seinen sonnigen Augen an. „Zum Beispiel jetzt, Fräulein Ursula — jetzt bin ich sehr ernsthaft. In meinem Herzen ist soeben ein sehr ernster Ent. schluß gereift." Forschend sah sie ihn an. „Was denn fiir ein Entschluß?*' „Der Entschluß, mich bald zu verheiraten, wie es mein Oheim wünscht." Erschrocken sah sie ihn an. „Um Gottes willen!" entfuhr es ihren Lippen. Ein Lächeln flog um seinen Mund, aber in seinen Augen leuchtete es wie Rührung. „Aber, Fräulein Ursula, wollen Sie mich denn zur Ehe- loisigkeit verurteilen?" Sie strich mit zitternder Hand die krausen Löckchen hinter' das Ohr. „Dazu hätte ich doch kein Recht." „Und wenn Sie ein Recht dazu hatten — würden Sie es dann tun?" Sie mckte energisch. „Ja — dann würde Ich es tun." „Warum denn?" Fortsetzung folgt. Kekamilmachirng. WSMen »ienjtag, den 25. d. Mts., verteilen wir in der alto, Post durch die hiesigen Kolonialwarenhändler Kunsthonig. Zeiteinteilung wie bei der Butterverteiluna. Auf jeden Abschnitt „c“ der Brotkarte wird t A V 2 Pfund zum Preise von 37 Pfennig verabfolgt. " Krievverg, den 22. Juni 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) __ 2. A.: Langsdorf. Fm oder MWen für 2—3 Stunden vormittags gesucht. Friedberg. Ludwigstr. 26. II. Kelrailntrimchung. Nächsten Dienstag, den 25. d. Mts., nachmittags von 3—1 Ihr, o.rteuen wtr in der alten Post, Zimmer Nr. 2, für Kranke Land-Eier. Gegen Vorlage der kr tsamtl chen Bescheinigungen auf abae- emp-- te io e fciertarten, Marke 32, wird 1 Et zu 30 Pfa. ab zegeixn. L;.-.arien d lreisnmtli he Bescheinigungen sind vor;uleaen. Nl l ojq: \nnwUt ro ■ Eieckarten sind ungültig. Eietka ten ohne '' ' echtigen nicht zum Bezug; einzeln ab-, ,eue. n e Pfauen sind wertlos. 0 1 ÜrleLde.g. den 24. Juni 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) I. A.: Langsdorf. Drlranntmachnng. Nächsten M ttwoch, den 28. ds. Mts., verteilen wir in der t.ten Post durch die hiesigen Kolonialwarenhändler Käse. ^ Zerte.nteilung wie bei der Vutterverieilung. Für jeoe auf der Lebensmittelkarte verzeichnet Person werden , , ß0 Gramm zu 22 Pfennig Abgegeben. Die Lebensmittelkarlen sind als Ausweis vorzulegen. Ariedderg. den 22. Juni 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) 2. A.: Langsdorf. ;*?.'•' .ßk?. * Ein kompletter Zottel zu verkaufen. Zu erfragen in der Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung." Badeofen für Holzfeuerung. fa erhalten. sowie eiserne Bettstelle mit Strohsack zu verkaufen. Zu erfragen in der Ee'chäfts- stelle der „Neuen Tageszeitung." Am Mittwoch, den 26. Juni, steht ein großer Transport prima hochtragender und frischmelkender Mittwoch, den 26. In ui 1918, nach mittags 3 Ahr, finde in den Stallungen de« Herrn Elias Hostnann FrikLbcrg, Zärbergasse 4, eine von zirka 2vkMn!>en'KW Kühen statt. Nur Landwirte, welche bereits Milch nach Frankfurt liefern können Berücksichtigung finden. Städtisches Lebensmittelamt _Frankfurt am Main. bei uns zum Verkauf. ReicMerg»Mental Biehhandlung. Friedberg« Fernruf Nr. 44. Ein sehr schöner, 16 Monate alter, Simmentaler Zuchtbulle von Herdbuchtieren abstammend, steht zu verkaufen bei Georg Philipp Krausgrill, Nieder-Weisel. Einen splungfähigen Simmentaler Zuchtbullen 16 Monate alt. hat zu verkaufen Tobias Wertz, Dornassenheim. Ein sehr wachsamer Hofhund *L Jahr alt, (Rüde, kurzhaarig) mittelgroß, steht zu verkaufen bei Schäfer Meisinger, Nieder-Weisel. Ein gut erhaltener Fedttpriischklmageii zu verkaufen. Will». Zkig, KladkN (Hessen). Die Unterzeichnete Firnia empfiehlt als General-Vertreter der Firma Siedersleben & Co., die riihmlichst bekannte „Saxonia“ Drillmaschine für Reihen und Breitsaat, mit neuer Entleerung, für die bevorstehende Herbstsaat in allen Grossen und zu massigen Preisen. 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