Nummer 140 Dienstag, de« 18. Juni IS 18 11. Jahrgang. Die Msur Tageszeitung" erscheint ,eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Kpirmssrrbe". Ks?ugspreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Att. 2.4^ hinzu -ritt noch das Bestellgeld; bei oen Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlolin. Anzeigen: Grundzeile 25 Pfg., lokale 20Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahms erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Hchriftleitung und Derlag Friedberg (Hessen), iianauerstrahe 12. Fernsprecher 48. Poitjcheck-Lorrto Nr. 4359. Amt Franlsurt a. M. Oesterrr'ichlsche Erfolge in K «allen. dpa Hile genommen. 21000 Gefangene. — Die Geschntzvente von D8yon —Woutdidler ans 300 eryoht. — 22000 Tonnen versenkt. — Rücktritt des bnlgarijchen Ministerpräsidenten RodosLamow. Der deutsche Grneraistov meldet: -J » M. T. Großes HanpL^rravLLev» deir 17. Juni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprillz Nupprecht. Rege Erkundungstätigkeit führte an vielen Stellen der Front zu heftigen Jnfanteriegesechten. Südwestlich von Upern nild beiderseits der Somme lebte die Gefechtstätig- fcit am Abend auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf dem Kampffelde südwestlich von Noyon nahm die Artillerietätigkeit am Abend an Stärke zu. Zwischen Ou.ro und Marne machten wir bei örtlichen Unternehmungen 120 befangene. Die Geschützbeute aus unserem Vorstoß zwischen Mont- didier und Noyon hat sich von IM auf niehr als 3 0 0. dabei schwerstes Kaliber, erhöht. Die Bellte an Maschinengewehren beträgt weit über 100 0. Heeresgruppe Gollwitz. .Zwischen Maas und Mosel fügten wir den Amerikanern durch Vorstoß beiderseits von Tibray Verluste zu und zerstörten Teile ihrer Stellungen. Heeresgruppe Herzog Albrechl. Erkimdungsabteilungen holten in den Vogesen und im Sundgau Gefangene aus französischen und amerikanischen Gräben. » Gestern wurden 8 feindliche Flugzeuge und 8 Fessel- tallens zum Absturz gebracht. Der Erste Generalquariiermeistcr: Ludendorff. Abendbericht. Berlin, 17. Juni, abends. (WB. Amtlich.) Von den Kampffronten nichts Neues. | Der österreichische Generalstob !L== meldet: machte unsere Artillerie mehrfache erfolgreiche Feucrüber- fälle auf Stellungen des Feindes. Nördlich von Vitolia und auf dem Dobropolje war das Geschützfeuer des Feindes zeitweise ziemlich lebhaft. Westlich des Vardar drang einer unserer Stoßtrupps in feindliche Schützengräben bei Altschak Mahle ein und kehrte mit gefangenen Franzosen znriick. In den Tälern an der Struma lebhafte Flieger- tätigfeit von beiden Seiten. Das türkische Hmrptlprartier 1======== meldet: - Konstantinopel, 16. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Gene- neralstabsbericht. Palästinafront: Die beiderseitige Gefechtstätigkeit hielt sich in mäßigen Grenzen. Auf unseren Stellungen östlich des Jordan liegendes feindliches Feuer wurde wirkungsvoll von unseren Batterien erwidert. Ein erneuter Angriff der Aufständischen gegen die Hedschasbahn zwischen Dschuruf und Aneze wurde vereitelt. Rebellenlager bei Tefile wurden von unseren Fliegern mit Bomben und Maschinengewehren angegriffen. Ostfront: Angesichts des Vordringens der Engländer in Persien haben wir zum Flankenichutz unserer im Kaukasus, stehenden Truppen beiderseits des Urmia-Sees Fuß gefaßt und Täbris besetzt. Sonst nichts von Bedeutung. * Konstantinopel, 16. Juni (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Palästinafront: Ans unseren Stellungen und dem Hintergelände lag zeitweise lebhaftes feindliches Artillerie- feuer, das von unseren Batterien kräftig erwidert wurde. Schwere Geschütze machten erfolgreiche Feuerüberfälle auf die feindlichen Lager westlich des Jordanbrückenkopfes. Vor unserem linken Flügel wurde die feindliche Kavallerie verlustreich abgewiesen. An der Hedschasbahn fanden mehrfache Zusammenstöße mit Rebellen statt, die durchweg für uns günstig verliefen. An den anderen Fronten ist die Lage unverändert. 22000 Tonne» versenkt. 0 Wien, 17. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart An der venetianischen Gebirgsfront wurde gestern die Kampftätigkeit durch Wetter und Nebel beträchtlich eingeschränkt. Westlich der Brenta behaupteten alpenländische Regimenter die tags zuvor erkämpften Gebirgsstellungen gegen heftige Angriffe. Im Höhengelände des Montello schoben sich die Divisionen des Feldmarschalleutnants Ludwig Goiginger kämpfend gegen Westen vor. Beiderseits der Bahn Oderzo—Treviso scheiterten starke italienische Gegenstöße. Die am Südflügel der Heeresgruppe deä Feldmarschalls von Boroevic vordringenden Streitkräfte des Generals der Infanterie von Esteferi entrissen dem Feinde westlich von San Dona weiter Boden und nahmen Capo Sile. Mit deutschen, österreichischen und ungarischen Mannschaften wetteifernd, legten hier tscheü'flch- und pol- nisch-ruthenische Bataillone durch ihr tapferes Verhalten Probe ah. daß die feit Monaten täglich wiederkehrenden Versuche des Feindes, sie zu Verrat und Schurkerei zu verleiten, erfolglos geblieben sind. Für die Piavekümpfe am 15. Juni verdient außer der über alles Lob erhabenen Infanterie das junge oberungarische Regiment 106 besondere Erwähnung. Wie immer, haben unsere braven Sappeure und unsere Schlacht- und Jagdflieger auch am Erfolg der letzten Tage hervorragenden Anteil. Die Zahl der an der Südwestfront eingebrachten Gefangenen erhöhte sich auf 21000 . Berlin, 16. Juni.(WB. Amtlich.) Deutsche und österreichisch-ungarische Unterseeboote versenkten im Mittelmeer fünf Dampfer und neun Segler, zusammen rund 22 000 Brt. Unter den versenkten Dampfern befand sich der englische Truppentra, dampfer „Leasowe Castle" (9737 Brt.). Chef des Admiralstabs der Marine. FUe -griff auf Paris. Paris. 17. ^ ui. (Havas.) Mehrere feindliche Fliegergruppen überflogen gestern unsere Linien in der Richtung auf Paris. Um 11 Uhr 40 wurde Alarm geblasen und die Verteidigungsbatterien in Tätigkeit gesetzt. Unsere Batterien beschossen heftig die feindlichen Flugzeuge. Man meldet einige Opfer und Sachschaden durch Bombenab- wiirfe. Um 12 Uhr 46 ging der Alarm zu Ende. Die Schlacht im Westen. Compicgne in Flammen. Karlsruhe, 17. Juni: „Daily Mail" meldet aus Paris, daß C o m p i e g n e infolge der feindlichen Beschießung in Brand stehe. * Neuirale Urteile über die Schlacht bei Noyon. Der Csics des Eeneralstabes. ■ ' i —. . ..*' ‘ J "'V.n j Der bulgarische Grneralstad j V=—~\, , - meldet: == =J Sofia, 15. Jllni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- «hericht.) Mazedonische Front: In der Gegend des oberen Skumbi lebhafte Feuertätigkeit beider Teile. Am Ochrida-See Bern, 15. Juni. In einer Besprechung der Schlacht bei Noyon schreibt das „Berner Tagblctt": Die Französin erklären mit der Einnahme von Paris wäre der Krieg nicht entschieden. Gut, dann ist er auch nicht entschieden, wenn es den Deutschen nicht gelingen sollteEdie Hauptstadt einzunehmen. Aber dieser Krieg wird doch einmal entschieden werden, und zwar zu Gunsten der Zentralmächte, wenn die Amerikaner wirklich und wahrhaftig den Gang wagen und sich selbst zum Schluß noch zerschmettern lassen. Nicht der Besitz von Paris entscheidet den Krieg, aber die Zermürbung der amerikanischen Kampfkräfte. und sie wird unabänderlich kommen, wenn die Ententediplo- maten nicht vorher Vernunft annehmen. Geht die Offensive in diesem Tempo und mit diesen Erfolgen weiter, und sie wird noch lange so weiter gehen, dann bringt sie Monat für Monat der Entente erfahrungsgemäß 200 000 Mann Verluste, just so viel, als die Amerikaner im Maximum herbeischaffen können, um die Lücken zu stopfen. Wohl haben auch dieDeutschen Verluste, aber bei dem menschenschcnenden System Hindenburgs stehen sie in keine« Verhältnis zu den Abgängen auf der anderen Seite und so kaim geradezu zahlenmäßig nachgewiesen werden, daß die Entente mit samt den Amerikanern unterliegen muß. Es liegt einzig in ihrer Hand, das Unheil noch rechtzeitig abzuwenden und ein* zulcnken. Bern, 15. Junr. (WB.) Oberst Egli schreibt in den „Basler Nachrichten": Die Bedeutung der Matz-Schlacht liegt nicht im Eeländegewinn und auch nicht in der Beute an Gefangene« und Material, sondern darin, daß eine kampfbereite, ticsgegliederte Armee in wohlvorbereiteten Stellungen nach einer sehr kurzen Artillerievorbereitung geworfen wurde. Die deutsche« Offensiven bei Eambrai, St. Quentin und an der Lys trafen die englischen Truppen, und bis die Franzosen mit genügende« Kräften eingreifen konnten, war der deutsche Vorstoß schon am Ende angelongt. Das weckte bei vielen den Glauben, daß die Deutschen nicht imstande seien, die Franzosen zurückzudrängen. Die Offensive vom 27. Mai wurde gegen die Engländer und Franzosen überraschend geführt. Hier folgte als Entschuldigung für die Niederlage der Alliierten die Plötzlichkeit des Angriff» und die sofort in die Welt gesetzte Behauptung von der gewalti« gen deutschen Ucberrnacht. Am 9. Juni traf der Schlag die Franzosen allein» ohne daß hie Franzosen überrascht wurden, und ohne daß die Deutschen unter besonders günstigen Bedingungen kämpften. Die U-§oo!e an -er ammkanijihen Küße. Basel, 17. Juni. Wie Havas aus Newyoick meldet- wurden bei den Unternehmungen der deutschen Unterseeboote an den amerikanischen Küsten in den ersten vierzehn: Tagen sechszehn Schiffe versenkt, zwölf amerikanische und vier neutrale, letztere meist norwegische. Zwei der versenkten amerikanischen Schiffe können angeblich wieder flott gemacht werden. Keines der versenkten Schiffe sei für Transporte nach Europa bestimmt gewesen, sondern alle dienten der Küstenschiffahrt. Während 26 000 Tonnen versenkt wurden, seien gleichzeitig 21 Schiffe mit zusammen 130 000 Tonnen vom Stapel gelassen oder von der amerikanischen Regierung in Dienst gestellt worden. MM de- billMijchen Winklig. Sofia, 17. Juni. (WB.) Der Ministerpräsident Ra- doslawow hat dem König di*e D e nsii f s i o n des Kabinetts angetragen. Der König hat die Demission angenommen rmd den Minister beauftragt, bis zur Bildung eines neuen Kabinetts die Geschäfte weiterzuführen. Der Uiicklritt Dadosiawows ist für die Allgemeinheit überraschend gekommen, wenn ihn auch eingeweihte Kreise haben kommen sehen. Rados- lawow leitete feit 1913 die Geschicke seines Landes und wir haben ihm nächst dem König zu verdanken, daß sich Bulgarien ans die Seite der Mittelmächte geschlagen und treu zu ihnen gestanden hat. Die Gründe, die den Ministerpräsidenten zum Rücktritt vranlaßt haben, sind bis jetzt noch in Dunkel gehüllt und es tauchen nur Vermutungen auf. Die in dem Frieden von Bukarest bestimmte Verteilung der Dobrüdschal soll im Lande keine Zustimmung gefunden haben, dazu kommt, daß die Mehrheit, auf die sich Radoslowow stützen konnte, nur eine sehr kleine war, das mag wohl der Hauptgrund des Rücktritts gewesen fein. Dazu entspricht es Gepflogenheiten in den Balkanstaaten, daß ein Staats» mann, wenn er eine gewisse Zeit am Ruder war, einen! anderen Platz macht und 5 Jahre ist für die dortigen Verhältnisse schon reichlich viel. Als sein Nachfolger wirb M a I i n o w genannt. Die auswärtige Politik Bulgariens, namentlich was fein Verhältnis zu den Mittelmächten betrifft, dürfte keine Veränderung erfahren, dafiir bürgt schon die Person des Königs Ferdinand.. Die „Nordd. Mg. Ztg." schreibt: „Deswegen wir§, wenn Herr Malinolb als ein Gegner Radoslawows die Prä- ! sibenffchaft übernehmen wird, kerne Aendermrg Der bulgarischen Politik zu erwarten sein. Bulgariens Zugehörigkeit zu den Mittelmächten ist heute nicht mehr der Leitsatz einer bulgarischen Partei, sondern eine dem ganzen Volk bewußte geschichtliche Notwendigkeit. Das in vielen Feldzügen gemeinsam vergossene Blut, die reichen Früchte, die Bulgarien aus dem Bündnis geerntet hat, und der klare nüchterne Blick für die künftigen Entwicklungen, welche dem Bulgaren eigen ist, haben den mitteleuropäischen Gedanken zu der politischen Zentralvorstellung des bulgarischen Volkes gemacht, die durch den Ministerwechsel nicht tiefer berührt wird. Wie im bulgarischen Volke, so ist der Bündnisgedanke im König selbst befestigt und verbürgt. Der Anschluß an die Mittelmächte war die Krönung einer dreißigjährigen, in zielbewußter Arbeit geführten Regierung. Die Fortführung dieser Politik ergibt sich für Bul- garien aus einer Synthese von Herrscher, Volk, Gefühl und Nützlichkeit." Die ruMen ssriipM in chlnikreich. ^ Moskau, Z. Juni. (WB.) Meldung der Petersburger Telegraphenagentur. (Verspätet eingetrosfen.) Ein französische^ Funkspruch, der vom 6. Juni datiert ist, versichert, daß die russischen Truppen in Frankreich vollkommene Freiheit haben, nach Rußland zurückzukehren. Leider ist es Rußland trotz wiederholter Bemühungen noch nicht ge- langen, zu erwirken, daß die Rücksendung seiner Truppen wirtlich durchgeführt wird. Die in Frankreich gebliebenen russischen Soldaten, die sich weigern, in die russische Legion einzutreten. sind Quälereien ausgesetzt, die bis zu Massenverschickungen nach Afrika gehen. Land werden lasse«. Der Weltkrieg ** dem ste ihr fünftes Jahrhundert beginnt, hat zu einer avßerordentlichen Stei- gevmrg der religiösen Bedürfnisse, aber auch zu einer Störung des Familienlebens und der harmonischen Entwicklung der I«. gend sowie zu einer Verschiebung aller überkommenen Verhältnisse geführt, die ihr neue ungeahnte Aufgaben stelle« werden. Sie für diese Aufgaben rüsten und stärken zu helfen und ihr die Wege zu immer tieferer Verankerung im deut- schen Volksleben zu ebnen, ist mir ein Herzensanliegen, das für mich neben der verständnisvollen Duldung Andersdenkender zu den wertvollsten Traditionen des Hauses Hohenzollern gehört. Ich grüße den Kirchencmcschuß und die Gemeinden der deutschen Landeskirche mit dem Wunsche, daß nach siegreichem Frieden die Kirche der Reformation sich als eine der Kräfte bewährt, aus denen ein auch innerlich starkes und geläutertes Volk erwachse. Der Reformationsspende für den Wiederaufbau der Auslandsgemeinden gehört mein besonderes Interesse. Wilhelm I. R. Roseggers Zustand hoffnungslos. Graz, 17. Juni. Der Zustand des Dichters Rosegger, der in Kricglach weilt, hat sich verschlimmert und erscheint hoffnungslos. Die Front der Uhraftu. Rrrstjaud. Die Verschwörung gegen die Bolschew-ki. Moskau, 15. Juni. (WB.) Meldung der Petersburger TelegrafemAgentur. Die Untersuchung über die gegen- - revolutionäre Verschwörung brachte alle Einzelheiten ihrer Organisation zutage. Unter dem Namen „Liga zur Verlegung von Vaterland und Freiheit" sammelten sich alle reaktionären Elemente von den Minimalisten bis zu den Monarchisten. Die Monarchisten waren für einen Anschluß an Deutschland, das die Monarchie wieder Herstellen würde. Der Unke Flügel war für eine Rückkehr zu dem Bündnis mrt den Westmächten und eine Wiederaufnahme des Krie- r2* ? e ^ en Deutschland. Elemente von seltener Gegensätzlichkeit vereinigten sich auf pseudonationaler Grundlage und »n rhrem gemeinsamen Bestreben, die Macht der Sowjets zu stürzen. Die Hauptleiter der Verschwörung waren Ge- ueral Dovgert, Chef der Operationsabteilung im Generalstabe, und Sowckow, der zu der beabsichtigten nationalen Regierung gehörte. Der strategische Plan dieses Verban- des ging dahin, die Gegenden im Ural von Mittekrußland abzuschneiden, um die Sowjets in Ermangelung von Le- bensmittelvorräten zur Unterwerfung zu zwingen. Ko- sakentruppen und reaktionäre Offiziere standen ihnen im Osten zur Verfügung. Stück um Stück kommen zahlreiche Angaben darüber an den Tag. 3m iegifninpjit!)iläim des Kaisers. ^ Kaiser und Kronprinz. d Anläßlich des 30jährigen Regierungsjubiläums des Kaisers hat folgender Depeschenwechsel stattgefunden: „Seiner kaiserlichen und königlichen Hoheit dem Kronprinzen des Deutschen Reiches und von Preußen. . Es rst Mir anr heutigen Tage Meines 30jährigen Re- grerungsjubiläums ein Bedürfnis, Euer kaiserlichen und königlichen Hoheit erneut Meine warme Anerkennung für die hervorragenden Leistungen im gegenwärtigen Krieg zum Ausdruck zu bringen. Ich tue das, indem Ich den Namen Euer kaiserlichen Hoheit mit Meinem Linienschiff „Kronprinz" in Verbindung bringe und bestimme, daß dieses Schiff von jetzt „Kronprinz Wilhelm" heilen soll. Bei dem re.gen-Jnteresse, welches Euer kaiserliche .Hoheit Meiner Marine stets entgegengebracht haben, weiß daß Ich Euer kaiserlichen Hoheit eine besondere Freude bereite. Ich habe gleichzeitig verfügt, daß der nächste von Stapel zu wssende Panzerkreuzer den Namen „Prinz Eitel Fneörrch" erhalten soll. gez. Wilhelm I. R." "An Seine kaiserliche und königliche Majestät. Euer Majestät danke ich von Herzen für die gnädigen Worte der Anerkennung und die mir zu Teil gewordene hohe Auszeichnung, daß das Linienschiff „Kronprinz" fort- mein2n Namen tragen soll. Den erneuten Beweis Euer MaiestäL Gnade. und Güte empfinde ich umso dankbarer, o-p ich damit wiederum in engere Verbindung mit der Marine trete, die Euer Majest.it stolzes Lebenswerk ist. Möge das Linienschiff „Kronp'.mz Wilhelm" nach glück- lichem Frieden den Ruhm der deutschen Flagge allzeit in Ehren über dos Weltmeer tragen. gez. Wilhelm." Der Küi'tt anfon ssvaugk!Wn Kirchkliarisiijjiiß. V' 3uni ' ? '“f ein vom Deutschen Evange- Krrchenausschuß bei fc : net Tagung in Elsbach am 11. ^uiu an den Kaiser gerichtet s Begrüßungsielegramm ist folgende Drahtanrwcrt eingeganc-en: „Wärmsten Dank für dm treuen Gruß. Die evangelische Kirche hat jedes Jahrhundert ihrer Geschichte in besonders schwerer Zeit begonnen. Aber der sieghafte Glaube der Reformatoren und die Frerheit des in Gott gebundenen Ge. WM--, vre in ihr fortleben, haben alle Stürme Überwunde« »nd sie zu einer der tiefsten Legensquellen für Volk und Vater« „ „Aftonbladet" vom 9. Mai veröffentlicht einen Aufsatz „Abrechnung ans Norwegen" über die Schrift eines Akademikers „Die Front der Phrasen im Schlaglicht der Wahrheit", rn welcher der Verfasser England, Frankreich, Nordamerika ittrt Italien einige bittere Moralpillen als Antwort auf ihre hochmoralischen Gebärden zuerteilt. Als Kapitelüberschriften wählt der Norweger die weltbekannten Phrasen der Entente: „Wir kämpfen für die Zivilisation und Kultur , „Wir kämpfen für die Sache der Demokratie" ^Wir . kämpfen für den Frieden", „Wir kämpfen für die Freiheit", „Wir kämpfen für die kleinen Nationen" „Wir rampfen gegen den Militarismus" usw. Der Verfasser der „Phrasen,ront fragt: „Wer leitete die Einkreisung gegen Derstschland in den Jahren 1904 bis 1914 ein? Wer leitete den Versuch ein, die ganze bürgerliche Bevölkerung Deuffch- lands auszuhimgern? Wer hat die eine Macht nach der anderen in den Krieg hineingezogen? Wer hat ein Friedens- angebot nach dem anderen abgeschlagen? Wer hat den „Krieg nach dem Kriege" empfohlen? Wer hat die Schlagworte „Friedensintrigen", „Friedenskomplotte", „Friedens- Verschwörungen" formuliert? Das haben England und Frankreich getan. Das ehrliche Friedensangebot Kaiser Wilhelms wurde von Lloyd George verhöhnt als „eine Schlinge, in die man aufgefordert würde, den Hals zu stecken." „Wir kämpfen für die Freiheit" — ist es die Freiheit Polens, Finnlands, der Ukraine, Kurlands, Livlands, Estlands und Litauens, die Deutschland bereits verwirklicht hat, für welche die Entente kämpft? Oder die Freiheit der Meere? Oder die Freiheit Indiens, Griechenlands, Irlands? Oder die Freiheit der Neutralen? Haben Englands Regierende noch die Stirn, über Freiheit zu reden? „Während des Freiheitskamp fes Europas 1914— 1917 hat" — so sagt der norwegische Der- sasser — „dasselbe England, welches die treibende Kraft in der friedensfeindlichen Entente ist, unter flagranter Kränkung des Prinzips „Europa den Europäern" sich mit dem halben Asien, Afrika und Australien verschworen, um das Herz Europas dadurch zu töten, daß es seinem fortgeschrittensten und lebensfähigsten Kulturvolke die Lebensader zu durchschneiden suchte. ,.Wir kämpfen gegen den Militaris. mus." J,n Jahre 1913 beliefen sich die militärischen Ausgaben für Frankreich auf 29 Millionen und für England auf 33 Millionen Mark, während Deutschland nur 22 Millionen Mark verausgabte. Daß das letztere Land dank seiner größeren Bildung, Sparsamkeit, Redlichkeit, Tüchtigkeit und Organisationsgabe seine Mittel für Heer und Flotte bedeutend besser angewendet hat als England und Fraickreich ihre größeren, daß nennen sie dann Militarismus. Neid und Haß gelten hier als die größere Kultur gegen die niedrigere, als das größere Vermögen gegenüber dem. kleineren- „Mir kämpfen, um Elsaß-Lothringen zu befreien." Aber diese Reichslande sind etwa 800 .Jahre deutsch gewesen, wie Straßburg, Metz, Toul und Verdun alte deutsche Städte sind. Das Elsaß kam 1618 an Frankreich, Lothringen 1/66 und beide wurden dem Mutterlande Deutschland 1871 zurückgegeben. Der überwiegende Teil in diesen Grenzgebieten ist deutsch und will von der Entente nicht „befreit" werden. Das Buch des Norwegens erfaßt die Weltlage'wie sie in der Tat ist. Auch seine Landsleute und die anderen Neutralen werden eines Tages zur Einsicht gelangen, daß das d Recht in diesem Kriege auf Seiten Deutschlands ist, das immer wieder gezwungen wird, seine Beweise mit den Waffen zu führen. AiimilmWe Tobsucht und — dkliijche Von Professor Dr. H a u g - Stuttgart. Zn den Vereinigten Staaten hat jetzt eine tobende Wut gegen alles Deutsche eingesetzt. D^er auch nur einen deutschen Namen trägt, kommt oft schon durch die harmloseste Aeußerung in denVerdacht des Spionisrens und der „Propaganda für den Feind". Die angesehensten Führer des Landes flnden sich in dieser wüsten Deutschenhetze in einem Geiste zusammen mit dem Pöbel. Männer wie die früheren Präsidenten Roosevelt und Taft, vormalige Staatssekretäre, Gelehrte von den Universitäten, führen Drvhredeu selbst gegen die eingebürgerten Deuffch-Amer'ckmer, fordern die Unterdrückrmg der deutschen Sprache und der deuffchen Zertungen. Den Deutschen in Amerika wird wie das Wüit- tembergische Rote Kreuz anltlich bekannt gegeben hat, jede Verbindung, jeder briefliche Verkehr mit ihren Angehörigen in der Heimat unmöglich gemacht. Angestellte deutscher Schiffahrts- und Jndustriegffellsckiaftcn werden unter nichtigen Vorwänden vor Gericht gestellt und unter offenkundiger Rechtsbeugung zu unerhörten Freiheitsstrafen verurteilt. Deuffche Werke, deutsä-e Kaufleute und Arbeiter werden zum Dienst für die amerikanische Munitions- erzeugung gezwungen. Deutsches Eigentum wird beschlagnahmt und mit Gesamt-Enteignung bedroht. Zu dem geistigen und gesellschaftlichen Druck dem leider viele Deuffche und Deutsch-Amerikaner gerade in angesehenen Stellungen nicht widerstehen, tritt in unzähligen Fällen bürgerliche Mißhandlung, rohe Vergewaltigung, ja Totschlag,und Mord. Deuffche, die zu den Zeitungsmeldungen vom Kriegsschauplatz eine den amerikaniscl-cn Mitreisenden mißfallende Miene oder Bemerkungen macken, werden aus dem fahrenden Zug hinausgeworfen. Das „Federn" und „Teeren" wird selbst gegen angesehene Leute geübt. Die „Lynchjustiz", einst für Neger Vorbehalten, tlz weiße Freuen vergewaltigen, ist bereits in einer ganzen Anzahl durch Naiuensnennung beglaubigter Fälle zum offenen Deutschen- mord ausgeartet. Was geschieht demgegenüber in Deutschland? Die Der-» waltungsgeietzgebung hinsichtlich des feindlichen Eigentums 'st auf die amerikanischen Kapitalanlagen in Deutschland nur in der behuffamsten Weise ausgedehnt worden. Und von unseren Regierungsstellen, in unseren Volksvertretungen fällt kein unsanftes Wörtchen gegen Amerika. Die halbamtliche Berichterstattung hütet sich ängstlich, auch nur die Taffachen der Deutschen-Hetze und der Deutschen-Ver- folgung in den Vereinigten Staaten dem deutschen Volke zu unterbreiten, obgleich in den englischen und neutralen .Bettungen darüber Belege in Menge vorliegen. Kein deutscher Reichskanzler, auch der jetzige nicht, hat auf alle die Herausforderungen und Unverschämtheiten Wilsons jemals mit einer gründlichen Abrechnung geantwortet. - Was glauben unsere amtlichen Kreise mit dieser Stummheit gegenüber Amerika zu erreichen? Sind sie noch immer von dem Wahn beherrscht, der für die Bethmann'sche Politik so verhängnisvoll war, als ob man die Amerikaner nicht „reizen" dürfe, als ob durch Schweigen, durch Leise, treten die Yankee's besänftigt, in ihrem Kriegswillen zurück- gehalten, ober gar zur Umkehr bewogen werden könnten? Genau das Gegenteil werden wir ereichen. Wir werden in Amerika ben Eindruck verstärken, daß wir Amerika fiirch- ten und seiner weiteren „Kraftentfaltung" mit Bangen entgegensehen/ Vor allem aber nehmen wir durch diese Marienkäfer-Taktik dem Deutschen ün Amerika und dem Deutsch-Amerikaner jeden seelischen Rückhalt. Die deutsche Politik gegenüber Amerika macht den Deutschen und Deutsch. Amerikaner daselbst noch mehr als die äußere Absperrung zum stummen Hund! Warum fehlt in der deuffchen Politik überhaupt jede grundsätzliche Kennzeichnung unseres Kriegsverhältnisses zu Amerika? Durch seine erst verhüllte, dann offene Teilnahme am europäischen Einkreisungskrieg gegen Deutschland hat jetzt zum erstenmal die ins offene Meer des Imperialismus gesteuerte amerikanische Politik grundsätzlich ihr Weltherr- schaftsgelüste kundgegeben. Es wäre eine Sache, die Deutschland gut anstünde, die Fahne der europäischen Würde aufzunehmen und der amerikanischen Anmaßung auch auf unserem Weltteil das große Wort zu führen, grundsätzlich ent- gegenzutreten. Wenn wir Amerika zum Voraus ausschließen von jedem Mitbestimmungsrecht über Belgien, von jeder Teilnahme an einem etwaigen europäischen Friedenskongreß so ist das für den Augenblick freilich nichts weiter als eine enffchlossene Gebärde, es kann aber für eine nahe oder fernere Zukunft für unsere internationale Stellung unsere Freundschaften und Bündnisse von größtem Werte sein. Die zehn Miuntcu des Krchu Mirbach. Am 12. Jum fand im Preußischen Zlbgeordnetenhause eine Versammlung des Unabhängigen Ausschusses statt, in der der nach Berlin entsandte Vertreter der deutschen Kolonisten an der Wolga, Pfarrer Schleuning, Herausgeber der „Deutschen Zeitung" in Saratow, über „Die deuffchen Wolgakolonisten, ihre Not und ihre Hoffnung" sprach. Aus den außerrdentlich belangreichen Darlegungen des Vortragenden, der bei Ausbruch des Krieges deutscher Pfarrer in Tiflis, seine deutsche Gesinnung und Arbeit mit mehrjähriger Verbannung in Sibirien büßen mußte, verdient eine Mitteilung besondere Beachtung. Pfarrer Schleuning gab erschütternde Bilder aus den von den bolschewistächen Banden im amtlichen Aufträge in den deutschen Ansied- lungsdörfern ausgeübten Mordbrennereien, die ben zum Schutz der deuffchen Siedler im Brest-Litowsker Friedensvertrage getroffenen Bestimmungen geradezu ins Gesicht schlagen. Er wurde mit einigen anderen Vertretern der Kolonien nach Moskau gesandt, um den Schutz des deutschen Botschafters für die bedrängten deutschen Volksgenossen anziirufen. „Leider fand Graf Mirbach nur zehn Minuten Zeit, um unsere Beschwerden und Wünsche anzuhören." Diese zehn Minuten des Grafen Mirbach verdienen als eines der betrüblichsten und beschämendsten Zeugnisse für die Notwendigkeit und Dringlichkeit einer gründlichen Umgestaltung unseres auswärtigen Dienstes nach Systeffl imd Personen festgenagelt zu werden. Man erwäge: Es handelt sich um mehr als 700 000 deuffche Bauern, die den Wunsch und Millen haben, unter den sicheren Schutz bes Deuffchen Reiches zurückzukehren, um ein kostbares Men- schenmaterial, bas ün wirtschaftlichen Wettbewerb mit deitz Slaven geschult, mit Boden und Klima Osteuropas vertraut. nach Zahl und Wert eine unvergleichliche Bedeutung 5iic die deutsche Besudelung unseres neuen OstlandeS bildet, eine Aufgabe, von deren Lösung die darcernde Sicherung dieser Gebiete für uns abhängt! Es handelt sich weiter um das Absehen des Deutschen Reiches, das durch den Brüter Vertrag die Verpflichtung übernonrmen hat, darüber zu wachen, daß den deutsll^en Kolonisten Rußlands die unbehinderte Rückwanderung mit ihrer Habe und unter Entschädigung für ihren immobilen Besitz binnen zehn Jah- ren von den russischen Staatsbehörden gewährleistet wird. Daß ein durch Mordbrenner dezimiertes, in seinem Besitz geschädigtes Ansiedlertum bei solcher Behandlung Glauben und Vertrauen auf diesen Schutz und damit auch die Neigung zur Rückwanderung verlieren muß, ligt auf der Hand! E- handelt sich endlich um die allgemeine Sicherung der im Brester Vertrage getroffenen Bestimmungen. Sehen die bolschewistischen Sovjets, daß sie diese Bestimmungen an einer Stelle mißachten können, noch dazu an einer solchen, die unmittelbare Lebens- und Ehrenfragen des deutschen Volkstums berührt, so werden sie daraus auch für- andere die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen wissen! Und für die Prüfung einer Angelegenheit von so weit- tragender Bedeutung findet der amtliche Vertreter des Deutschen Reiches mühsam — zehn Minuten Zeit! Das ist um so unverständlicher, als Graf Mirbachs kostbare Zeit bei der Eigenart seiner Moskauer Stellung nicht einmal von dem in Anspruch genommen ist, was bisher unseren Diplomaten als die traditionell wichtigste Aufgabe erschien: die Vertretung der deutschen Interessen auf dem Parkett des Hofes und der Salons! Der Hauptausschuß des Deutschen Neicbstags hat u. E. allen Anlaß, bei der Behandlung der auswärtigen Politik sich mit diesen zehn Minuten des Grafen Mirbach etwas ausgiebiger zu beschäftigen. Sie können geschichtliche Bedeutung gewinnen. Los ln ZWantzMMislllion! Hamburg, 15. Juni. 175 Reichstagsabgeordnete, Mitglieder aller Fraktionen, sind auf Einladung führender Perjonlichksiteu aus Haniburgs Ueberseehandel und Groß- schiffahrt in Hamburg eingetroffen. Am Sonntag vormittag fand unter zahlreicher Beteuign 'g der Harnburgec Kuufleute eine Riefenversammlung im Konventgarten statt, bei der drei Herren zur Sache sprachen. Der erste stellte in einem von reichem Beifall begleiteten Vortrag die von vielen Kreisen gewünschte Mechanisierung des Handels nach dem Kriege dem Schalten der freien Persönlichkeit des freien Kaufmanns gegenüber. Der Redner rief unter demonstrativem Beifall der ganzen Versamrnlung: „Die Fortführung der Kriegswirtschaft nach dem Kriege würde den Ruin des deutschen Handels bedeuten. Ueber- fpannt der Grundsatz der Mechanisierung nach dem Kriege, so wird allen Gesetzen zum Trotz ein* Flucht des Handels nach dem Auslande rüntreten und ein Elend sondergleichen in Deutschland die Folge sein, ein Elend, das alles in den Schatten stellt, was der Krieg gesehen." Der nächste Redner. ein Bankier, gab ein Bild der Dalutaschwankungen und erhielt lebhafte Zustimmung, als er sagte: ^ „Heute geben Leute den Ausschjag für die Maßregeln über unsere Valuta, die dieses Wort vor dem Kriege für einen Mädchennamen gehalten haben. Der dritte Redner Huldermann forderte ebenfalls volle Freiheit für den Kaufmann. Von einer tatsächlichen Selbstverwaltung der Wirtschaftskrise ist nicht mehr die Rede, alles werde bevormundet und selbstverständlich alles in Berlin konzentriert, als ob es andere Städte, die in Frage kommen könnten, nicht gäbe. Don Hamburg und Bremen weiß man in Berlin -nichts mehr. Die Negierung werde mehr Zutrauen zu der Vernunft menschlichen Handelns haben. Er schloß seine Rede mit dem aufsehenerregenden Worte, das die Versammlung der süddeutschen Handelskammern kürzlich geprägt hat: „Los von der Berliner Organisation!" Minutenlanger Beifall der ganzen Versammlung, die sich erhoben hatte, folgte diesen Worten. Auf dem gemeinsamen Abendessen hielt auch Generaldirektor B a l l i n eine Ansprache, der wir erfreulicherweise nur zustimmen können, auch er wünschte eine Befreiung aus den Fesseln der Zwangswirtschaft und betonte die Leistungen der deutschen Industrie, des Handels, der Schiffahrt und der Landwirtschaft, die ein Volk von 70 Millionen ernährt. Es wäre zu wünschen, wenn sich die Herren Reichs- tagsaögeordneten diese Ausführungen zu Herzen nehmen und nicht Vorschläge, wie die des Abg. Dr. Roesicke, einfach kurzer Hand ablehnen würden. Zum mindesten wäre es doch angebrack: gewesen, wenn man in eine sachlichere Prüfung der Frage eingegangen wäre, wie die Zwangswirt- schüft abzubauen wäre, die heute wie ein Alb auf der Landwirtschaft, Handel und Industrie lastet. Zum Leliknsmitlelmange! in Pordiiöhmu. Die Deutschen in Böhmen haben eine Bewegung ins Leben gerufen, die einerseits die Versorgung der deutsch- böhmischen Gemeinden mit Lebensmitteln durch die deutsche Negierung und andererseits den Anschluß Nordböhmens an das deritsck)e Wirtschaftsgebiet bezweckt. Wie jetzt von maßgebender Seite bekannt wird, ist die Beilegung durch die Stadt Schluckenau in Böhmen in Fluß gebracht worden. Ter Stadtrat von Schluckenau sandte am 4 . April ein Telegramm an den Deutsck)en Kaiser folgenden Wortlauts: „Die deutsche Stadt Schluckenair in Nordböhmen ist seit einer Woche ohne Brot und ohne Mehl. Nanrens der gut deutsch gesinnten Bevölkerung, die unseren Verbündeten in treuer Pflichterfüllung huldigt, bittet der Stadtrat Ew. Majestät mn dringende Abhilfe durch Zuweisung ausgiebiger Mehlmengen oder Ersatz durch Kartoffeln, weil nur dadurch eine Katastrophe vermieden und das DurchhaUeu der armen Einwohnerschaft ermöglicht wird." Das Telegramm ist aber von der österreichischen Regierung angehalten und beschlagnahmt worden. Darauf hat das Ministerium des Innern das Disziplinarverfahren gegen den Stadtrat von Schluckenau eröffnet und ein Schreiben an ihn gerichtet, worin er aufgefordert wird, sich zu rechtfertigen. Der Stadtrat behauptet, daß kein eigentlicher Mangel an Nahrungsmitteln herrsche, daß es nur an der hinlänglichen Organisation fehle und daß man bei den Tschechen genügend Lebensmitteln, freilich zu den höchsten Preisen, bekommen könne. Vertreter der nordböhmischen Städte bereisen gegenwärtig die deutschen Grenzgemeinden, um von ihnen weitere Lebensmittel zu erhalten. Glgff WerlchliWiMn M einer Eilikanssgejellichast. Bei der Einkaufsgcsellschaft Rhein-Mosel in Köln sind einer Nachricht zufolge außerordentlich große Unterschlagungen entdeckt worden. Bei der Gesellschaft, die mit einem Stammkapital von 500 000 Mark arbeitet und die von den Kommunalverbänden der Regierungsbezirke Aachen, Koblenz, Köln und Trier gegründet worden ist, scheinen sehr verworrene Zustände zu herrschen. Der Hauptschuldige ist ein Angestellter der Gesellschaft. Er hat durch den Verkauf großer Posten von Waren an Private 100 000 Mark unterschlagen. Außerdem verschvand ein ganzer Waggon Käse im Werte von 60 000 Mark. Durch das Verderben großer Mengen von Waren erstand der Gesellsllxfft ein Schaden, der hunderttausende Mark beträgt. In einem Falle wurden 700 Tönnchen marinierte Fische in den Rhein geworfen. Massenhaft wurde Marmelade vernillstet. Besonders große Warenverluste waren in iener Zeit zu verzeichnen, als die Lebensmittelversorgung schwierig war. Für verdorbene Frischsische hatte die Stadt Bonn allein einen Schaden von 80 000 Mark. Städtische Klagen. Als ein Zeichen beginnenden Verständnisses.ist es zu betrachten, daß die Stimmen der Vernunft öfters in den großstädtischen Zeitungen laut werden. Was Jahrzehnte Wirtschaftspolitik nicht vermocht haben, das hat unsere Zwanoswirtsckaft geschaffen, indem sie den Konsumenten die Augen geöffnet hat, wohin wir mit allem Sozialismus treiben. So lesen wir in den gestrigen „Franks. Nachrichten": Da schreibt uns ein Landwirt: Wollen Sie wissen, weshalb die Stadt Frankfurt an ihren Einstellkühen Hun- dcrttausende verliert, ohne einen vernünftigen Effekt erreicht zu haben und höchstwahrscheinlich das total verfehlte System der Einstellkühe noch länger beibehalten hätte, wenn die „Franks. Nachr." dieses System nicht unbarncher- zig beleuchtet hätte: weil die Milcherzeugung durch die zu niedrigen Milchpreise immer mehr eingeschränkt wird. Die Milchwirtschaft ist heute für die Landwirtschaft direkte Vertu stwirtscba ft Solange.das nicht eingesehen wird, darbt die auf Milch angewiesene Bevölkerung. Höhere Milch- Preise, so sehr sie auch die städtischen Verbraucher belasten müßten, hätten reichliches Angebot zur Folge. Don andrer Seite hören wir, daß im Hinblick auf die bevorstehenden fleischlosen Wochen die Politik der Vieh- bandelsverbände an der mangelbaften Fleischversorgung direkt schuld ist: Die Viehhandelsverbände sind in der Lage, auf Kosten der Viehzüchter und der Verbraucher eine unter den heutigen Verhältnissen höchst verwerfliche Ueber- schußwittsckaft zu treiben. Weshalb? Weil die richtige Mästung des Viehs — es handelt sich keineswegs um die angeblich fehlenden Futtermittel — bei den Zlbnahmeprei- sen der Viebhandelsverbände unrnöglich gemacht wird. Und andererseits wird dem Publikum für viel zu hohe Preise ein absolut minderwertiges, völlig fettloses Fleisch nebst Knocken verkauft. Zu welchem Zweck sammeln die Vieh- handelsverbände große Kapitalien an? Erklärt mir Gras Oerindur . . .! Eine andere Zuschrift: Was Sie über die Ferkelpreise (Rückgang derselben. D. Red.) schreiben, ist richtig. Aber der Grnrw, weshalb die Bauern keine Schweine mehr" fett machen, liegt nicht an dem fehlenden Futter, sondern an den Preisen. An der lächerlich schlechten Vergütung. Ich kenne Bauern, die für ihr fettgemachtes Schwein von der „fassenden Behörde" noch nickst soviel bekamen, wie sie in den teuren Zeiten für das Ferkel angelegt hatten. Der Bevölkerung fehlt das Schweinefleisch vollständig, dagegen handelt der Schleichverkehr mit Fleisch und weshalb? Weil er höhere Preise anlegt und bekommt. Wcinnmcher. Zn einem Non ölet (Es riecht nicht)' übersckriebenen Artikel des „Tägl. Anz." nimmt der Verfasser in scharfer Weise Stellung gegen die bei der Weinversteigerung der Gr. Weinbandoinäne erzielten unglaublich hohen Preise. Er weist u. a. darauf hin, daß diese unsinnige Preistreiberei beim Weine auch vom Staate als wirtschaftlich ungesund anerkannt worden und durch Verbot der Händler Weinver- steigerungen entgegenzuwirken versucht. Er berührt ferner die Frage ob das Oberlandesgericht nicht auch hier wegen übermäßiger Preissteigerung eine Verurteilung eintreten lassen könne, da der Wein jedenfalls doch auch ein Gegenstand des täglichen Bedarfs sei. Durch die von der Regte-, rrmg erfolgt« Ablehnung des Antrags Henrich-Raab'betr. die Abgabe von Domänenwein an unbemittelte Kranke erhalte dies Vorkommnis einen sehr bitteren Nachgeschmack. Der nach rheinhefsischen Blättern stark verbreiteteBodenbesitz- Wechsel von Weinbergen vollziehe sich ouf Grund der jetzigen unsinnigen Weinpreise. Dadurch werde ein Rückschlag nicht ausbleiben. Man hatte den Gütcrwechsel unterbinden und ein geregeltes Pachtverhältnis einrichten müssen. Der Nofftand der Winzer werde nach dem Kriege bald eintreten und der Schrei nach Staatshilfe erfolgen. Von den privaten, wie den staatlichen Reingewinnen hätten, ähnlich wie man es bei den erhöhten Forsteinnahmen vorschlug, zwangsweise Rücklagen gemacht werden müssen, die später wieder den Zwecken des Weinbaues, der Erforschung und Bekämpfung der Rebschädlinge zu Nutz hätten kommen können. Die hessische Weinversteigerung werde man kein Nichmesblatt des hessischen Staates nennen können. Der Hessische Staat marschiere an der Spitze des Weinwuchers in Gesellschaft jener Glücksritter und Spekulanten die du widerliche Begleiterscheinung dieses Krieges sind, von dem Standpunkt jenes römischen Kaisers „Non ölet". Dem gegenüber stand der alte ehrenhafte Standpunkt, der Staat kann keine unanständigen Geschäfte machen. Diese Versteigerung werde aber als unanständig empfunden. Das allgemeine Urteil laute aber: Der Staat gehe den Kriegswucherern mit gutem Beispiel voran. Erhöhung der Getrcidepresie. Der Bundesrat veröffentlicht die neuen Preise für Ge« trejde. Danach wird für einen Doppelzentner Weizen und Korn 3.50 Mark und für Hecker und Gerste 3 Mark mehr bezahlt. Wir bringen die diesbezügliche Verordnung in Wortlaut. Ockstadt. Bernhard Krebs im Grenadier Regt. 7 wurde zum Gefreiten befördert. Dorheim. Musketier Gustav Eifert, zur Zeit schwer verwundet im Hilfslazarett zu Zeitz, erhielt die Hessische Tapferkeitsmedaille. Bruchenbrücken. August Pabst, Sohn des Landwirts Heinrich Pabst, erhielt die Hess. Tapferkeitsmedaille: das Eiserne Kreuz besitzt er schon. Ans der Heimat. D«r Regen. Abermals hat der Himmel etwas seine Schleusen geöffnet und dein dürftigen Lande von seinem Segen gespendet. Leider, leider nur zu wenig. Genau wie vor allst Tagen ist es kein Regen der herunter ttäufelt, sondern es „niwwelt" nur so. Die Ackererde ist kaum einen Zentimeter tief feucht, so daß es, wenn es dabei bleibt, wenig nutzen wjrd. Hoffen wir, daß noch mehr Regen fällt. Dorheim. (Ludendorfs-Spende.) Die am vergangenen Sonntag für die Ludendorff-Spende im hiesigen Orte vorgenommene Haussammlung ergab den stattlichen Betrag von 809,15 Mark. Aus Hessen-Rassau. FC. Flörsheim ,16. Juni. In der hiesigen Gemeinde ist es in letzter Zeit wiederholt vcrgekom neu, daß auf den Butterkarten Radierungen vorgenommen wurden. Für die Folge werden solche Vergehen der StaatSanwalffänft sofort angezeigt und die Einziehung der Butterkarte beantragt werden. FC. Wetzlar, 14. Juni. Im hiesigen Kreise wurden insgesamt 20 Landwirte in 12 Ortschaften gerichtlich mit Geldstrafen von 1000 Mark bis 50 Marck in einer Gesamthöhe von 3430 Mark bestraft, wegen Verheimlichung von Brotgetreide. Ueberschreitung der Höchstpreise, Verweigerung der Vutterabgabe, heimliche Schlachtungen usw. CC. Limburg, 16. Juni. Der letzte Hesstsche-Luvwigs. bahner vom Zugpersonal, der Eisenbahnzugführer Josef Busalt dahier, tritt im Laufe dieses Sommers in den Ruhestand. Während seiner langjährigen Dienstzeit hat der bewährte Beamte mehr als dreieinhalb Millionen Kilometer durchfahren. FC. Aus dem Rheingau, 16. Juni. Im Rhein ertrank in der Nähe von Erbach der 10jährige Gastwirtssohn Wilh. Weimar von dort. FC. Aus dem Kreis St. Goarshausen, 16. Juni. Die Blüte der Frühkartoffeln hat hier begonnen. Das ist früher, als allgemein üblich Hiernach zu urteilen dürfte man bereits in der ersten Julihälfte mit dein Beginn der Früh- ' kartoffelernte heuer rechnen. FC. Runkel, 16. Juni. Die hiesige Stadwerwaltung hat beschlossen, in der Stadtkirche zum Gcdäcktnis der gefallenen evangelischen Gemeindeglieder Gedenktafeln ans- hängen zu lassen. Kirchliche Nachrichten. Gottesdien st in der Stadtkirche. Mittwoch 19. Juni, abends 8^ Uhr: KriegSandachk. Herr Direktor Scho e l l. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l, Friedberg-, silr den Anzeigenteil: R- H e y n e r. Fiiedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A- G., Friedberg i. H. Bk« !w initdi frrbe M MH. Roman von Co urths.Mahler. 3,j) Nachdruck verboten. . "^ fe reiö würde ich Ihnen erst tun, wenn Sie mir in mem ^ ei '3 B ‘ f rcrm könnten! Ich muß mich unablässig in meinen Gedanken mit Ihnen beschäftigen, ob ich wM ober nicht. -Und d-Shalb kommen Sie sich so bedauernswert vor?" neckte sie. Er sah sie mit heißen, brennenden Augen an. „Christa — ahnen Sie nicht, was in mir ist?" stieß er heißer hervor, seiner selbst kairm noch mächtig. In ihre Urigen trat ein feuchter Schimmer. Sie wurde ein wenig bleich vor Erregung. "2'a — ich weiß es — und es macht mich froh", sagte ße mit vor Erregung zitternder Stimme. Er. sprang plötzlich voin Pferde. Die Sehnsucht trieb rhn, sie in feine Arme zn ziehen. Aber sie sah ihn nllr groß an, mit ernsten, leuchtenden Augen. Das barmte ihn. „Sie spielen mit dem Feuer," sagte er raich und biß uc Zähne fest aufeinander. Lächelnd trat sie dicht an sein Pferd heran und strei» ck-elte es. „Nein, ich spiele nicht — es ist mein heiliger Ernst" sagte sie leise. Er atmete gepreßt. . „Aber Sie wissen doch, was uns trennt, was mich zwmgt. Sie zu meiden, trotzdem mein ganzes Sein sehn- silchtig nack» Ihnen verlangt. Hüten Sie sich vor mir — ich bin auch nur ein Mensch." Sie streichelte noch immer das Pferd, das den Kopf nach ihr umwandte und die Nase an ihrer Schulter rieb. ,.Ich habe keine Angst. Herr von Frankenau, und ich vertraue Ihnen rückhaltlos." ^ Mit düsteren Augen sah er sie an. „Freilich — Sie wissen, daß Ihre Macht über mich sehr groß ist." Einen Augenblick lehnte sie die Stirn an den Hals des Pferdes. „Ja, ich weiß es, und es macht mich glücklich — trotz allem. Doch nun muß ich gehen. Ich glaube, es zieht ein Gewitter heraus. Und es wird Zeit, daß ich mich Herrn von B:rkenheim wieder zur Verfügung stelle. Lassen Sie M7ch Ihnen danken, daß Sie mir den Brief zurückbrachten. Ich war sehr erschrocken, als er davonflog. Es bätte mir meine Mission sehr schwer gemacht — vielleicht sogar um möglich — wenn dieser Brief in andere Hände gefallen wäre." Voll schmerzlicher Liebe sah er sie an. i.Jch bin froh, daß ich Ihnen einen kleinen Dienst leisten konnte. Müssen Sie wirklich schon gehen? so gern noch ein wenig mit Ihnen geplaudert." Sie sah nach ihrem Uhrenarmband. „Fünf Minuten hätte ich noch Zmt." „Schenken Sie mir diese fünf Minuten." dringend. Sie hob die Augen zum Himmel. „Aber das Gewitter?" „Es verzieht sich." „Meinen Sie?" Ich hätte sagte er »Ganz sicher.^-- ^ ‘ £ „ _ .Nim gut - m mSe M fffrrf RiMm TteB« too« wollen wir plaudern? lieber Pferde? Das ist ein mr G°lr>fnchs ist wundervoll gebaut^ Es ,st em Vollblut. Ich habe ihn schon oft beimm- „Verstehen Sie etwas von Pferden?* ^ volle"Rasi«e"»^- ** sehr gern kemlErent- Ueberrascht sah er sie an. »Sie sind selbst Reiterin?* Einen Moment zögerte sie. Dann sagte sie schnell: " \ Ich hatte Gelegenheit, in einer früheren Position diesen Sport zu betreiben. Daß ich es hier nicht tun kann, ist rrnr letfc Aber — man muß sich bescheiden. Ich bin ja nrcht. ln der Lage, mir selbst ein Reitpferd halten zu kön- Kopflchüttelnd betrachtete er sie. „Sie geben mir immer neue Rätsel aus.'^ „Und doch ist gar nichts Rätselhaftes an mir." „Ich möchte sehr gern zuweilen Seite an Seite mit Ihnen durch die Wälder reiten. Sie sind so schön, meine heimatlichen Wälder. Und Sie müssen zu Pferd einen wundervollen Anblick bieten." Ein schelmisches Lächeln huschte um ihren Mund. Sie sich vor — die Sekretärin des Herrn von «tnen^ewi zu Pferd imd an Ihrer Seite — das geht doch Er mußte über ihre Schelmerei lachen. „Nein, das geht wirklich nicht. Aber es ist sehr schade. Wrr haben im Frankenauer Stall ein paar sehr schöne Reitpferde, die' im Damensattel vorzüglich gehen. Meine Schwester ist eine vorzügliche Reiterin." „Ihr Fräulein Schwester ist ein reizendes Geschöpf." „Ich will Ihnen nicht wiederholen, in was für schwärmerischen Ausdrücken sie von Ihnen spricht, sonst werden Sie ertel." Sie lachte „Vielleicht bin ich es schon. Aber mm ist Meine Zeit um, und ich muß gehen." „Ich will auch in Birkenherm vorsprechen. Darf ich Sie nicht begleiten?" _ / „$cffer nicht, Herr von Frankenau. Wenn mich Ba- roneß Haßbach an Ihrer Seite kommen sähe, wäre sie vielleicht ungehalten." Er sah sie von der Seite an. ,k > x v „Wie kommen Sie daraus?" V ' p "Das ist doch nicht schwr zu erraten," erwiderte fle.' ''Sm sind klug imd scharfsichtig. Aber sie hat keine Berechtigung, ungehalten zu sein." Forschend blickte sie ihn an. „Ich glaubte, die Baronesse sei bestintmt, Frau von Frankenau zu werden." Er schüttelte den Kopf. 1 fi x " „Meine Mutter wollte es gern — aber wie kann ich denn daran denken, um eine andere Frau zu werben, wenn Sie in der Nähe sind?!" „Hindere ich Sie daran?" „Ja, gründlich." * Sie atmete tief auf. «L, l rcu * mich — freut mich sehr. 'Aber nun leben Me wohl, Herr von Frankenau." Christa streichelte noch einmal sein Pferd und eilt- daun batoon Er ließ sie gehen und sah ih nach bis hm er ber HetnenJPforie verschwunden war. Dann btto er fern Pf»d rmd ntt bis an da? Parktor. Es war weit geöffnet. In wenigen Minuten ritt er bis zum Vo.'fki b->s Herrenhauses. Die Baronin «nd ihre Tochter saß«°m. der Opfingen ihn mit großer Liebenswürdigkeit 6en 6etöen Damen plauderte, sah er Christa 6q§ '® ni,s Sukommen. Er brachte ek über sich sie schernbar zu übersehen. ...gleich darauf erschien Herr von Birkenheim. Er be- erfreut und, nötigte ihn. zu bleib-n und den Tee mit ihnen zu nehmen. Hans Ullrich willigte gern ein m der Hoffnung, Christas Gesellest noch eine Weile ge- SS ttfiriftlTV ® offmma 'allte sich auch er- f-illem Consta erschien gleich nach Her», von Birkenheim. Im Lauf des Gesprackjs erfuhr Hans Ullrich, daß Graf würde'" l-rnem Neffen am nächsten Tag eintreffen ''S-e kommen doch hoffentlich morgen nachmittag auf damit t mtt '^ tC r n - Dau'-n herüber, Hans Ullrich dam,t wli alle zusammen sein können. Graf Steinau ivird Ihre Frau Mutter und Ihr Fräulein Schwester möglichst bald begrüßen wollen," sagte Herr von Birkenheim, Hans Ullrich verneigte sich dankend. Wir werden gern von dieser EinladiMg Gebrauch machen, Herr von Birkenheim." Me 7k° Stunde später entfernte sich Hans Ullrich. ^ie .Baronesse hatte wieder vergeblich kokettiert.. In seiner Seele lebte nur Christas Bild. Kekaimtmachung. Nächsten Mittwoch, den IS. Juni, osrteisen wir in der alle» Post frische Land-Eier. Zeiteinteilung wie bei der Vutterverteitnng. Es werden abgegeben: ®“f Eierkarte gelb. Marke 28, 1 Ei,u 32 Pf,., auf abgestempelts rote Elerkanen Mark« 29, 1 Ei zu 32 Pfg. uns gegen Vorlage oer krelsamtllchen Be,chelmqungen auf allgestempelte rote Eier karten, Marke 31, 1 Ei zu 32 Pfg. Die Eierkarlen sind mit vorzulegen. Nicht abqestempelte rote Eierkarlen sind ungültig. Eierkarten ohne die betreffenden Marken berechnten nicht zum Bezug' einzeln abgetrennte Marken sind wen os. ' Friedberg. den 17. Juni 1918. Der stellvertretende Bürgermeister. (Stadt. Lebensmittel-Ausschuß) I. A.: Langsdorf. -I Vom 24. Jum ab wird Werkiags-Zug 703 früher gelegt und Franktutt (M.) Hbf. ab 6 52 vorm, (seither 7.«,7), Friedberg on ^06 i seither 8.24K — Pz. 776 (werktags) hält ab 20. 6. in ^rank urt-Bonames, Abfahrt 4 27 nachm. KöiliM kiseiihlhMrektm Frliilkfiiri (Ma nK Staudt. HolzVersteigenmg. 28. Juni »s. As., von -/,ll vor- Mit a s ab werden aus den Domonialwalddistrikten Hupp 1 und 4 und Hegwald 6 fowre das Dürr- und Windfallhot; aus verschiedenen Dr,tnk en der Forstwarter Langd versteigert: b) ! St mmt: 3 Eichen IH—V. Kl. — 1 96 fm 3 Fichten Hl. Kl. 3,98 fm, 2 Fichten V. Kl. = 0,58 tm'. Btttzknüppei: 2 rm Ejchen (2 m lang). b) 5Büeitn!}0[3: Scheiter rm : 92 Buchen J. Kl., 276 Buchen jj-® 1 - Knüppel rm: 155 Buchen 1. Kl. 4 Eichen. «Lärchen, 2Fichten. Reistgrrn: 21^Buchen.24Lärchen, stocke rm: 127 Buchen l. Kl., 14 Buchen ll.Kl, 8Laichen. Vttsteigemng fiubct im Saale des Gastwirts Sann zu wu ^Eshalb man das Holz vorher ansehen wolle. Nähere toi lÄ”!? 1 m" >? er X 0T % wait Jakob zu Stornsels und tex Eroßh. Polizeidtener Dött zu Langd. Gtchelsdorf, den 17. Zuni 1918. Erogh. Oberförsterei Eichelsdorf. Walter. Graf Steinau und fein Neffe waren in Birkenheim ein- getroffen. Die beiden Herren wurden von Herrn von Bir- kcnheim sehr herzlich und erfteut, von der Baronin und chrer Tochter mit sanfter Liebenswürdigkeit begrüßt. Graf Steinau war ein sehr interessanter alter Herr mit einem scharfmarkierten, bartlosen Gesicht und klugen, geistvollen 9lugen. Um seinen Mund zuckte es leise, ganz leise wie Spott und Sarkasmus, als sich die Baronin ihm gegenüber den Anschein gab, als sei sein Besuch die Erfüllung ihres sehnlichsten Wunsches. Er taxierte ihre Liebenswürdigkeit ganz genau und wußte, daß sie ihm am liebsten die Türe von Birkenherm verschlossen hätte. Aber er war Diplomat genug, um sich das in keiner Weise an merken zu lassen. Sein Neffe, Graf Joachim, war ein hübscher, sympathischer Mann mit einem frischen gebräunten Soldatengesicht mit lusttgen braunen Augen. Man sah ihm sofort an. daß er ein sehr sonniges, heiteres Naturell besaß. Zwischen den beiden Herren bestand ein sehr herzliches Verhältnis. Sie standen fast wie Vater und Sohn zu einander. Seit Graf Joachim seine Eltern verloren hatte, war ihm Graf Rudolf ein zweiter Vater geworden. Wo Graf Joachim weilte, gab es selten ernste oder gar traurige Gesichter. Er sorgte immer siir gute Laune, und wo er zn Gast war, wurde gelacht. Selbst Herr von Birken- heim lachte oft lartt und herzlich zu seinen übermüttgen Spässen. __ Fortsetzung folgt. ^ ^ Pjkrhc-KkOiiittilills. ., Donnerstag, den 20. Zuni 1918, vormittags 9 Uhr. versteigere ich auf frerwllliqen Antrag (wegen Einberufung zum Militär) 5 Pferde und 1 Fohlen. ™ >?"^,1"nkunst der Steigerer bei Weckwert. Nieder-Eschbach an der Haltestelle der eleklri,chen Bahnstation Vonames. ' ^ Steril, Er. Gerichtsvollzieher in Vilbel. Mit Aaiierwafche-Nröplirat „Dualin" ä Mark ' 3.50, kann man 20 Kragen (auch Stulpen und Oberhemden) selbst abwaschbar Herstellen. Erhältlich bei Fr. Weber, Friedberg i. H. 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