Nummer 138 Samstag, den 18. Juni 1918 11. Iahrg.. ’n Die .!!'«- s-ay-s.-itung» -rlchemt ,-üen Werltaa. R-geimützige B-Ua-,en ..Der Kauer -na Hesse«". ..Die Sptunssui,-». Ke.ugspreia: Bei den Postanstalten oierteMhtH* 'litt -m hinzu (litt noch das Bestellgeld: bei den Renten monaMch 85 Pjg. einlchlietzlich Trageriolin. A»!.igr»r Grund,eile 25 Pig.. lolale 20 B'g, Anzeigen oon -us-vatts werden durch Postnachnabm. __ erhoben. Erfullungsori iyrisdberg. Schriftleitung und Verlag lriedderg fhsüsn,, '-anauerlstrahe 12. H-rmprechsr 48. Postich-«-L»nio »Ir. 485g, Amt ^ranklurt a M ist drst Jfiil «» Mllm-CattkM Zeit 27. Mai 1050 Geschütze erbeutet. — Heftige Angriffe der Franke» Milchen Dooewezeele und Uierstraat biniig abg wiesen, mehr als 18V FrcmoUn Labei gefangen. — Uergebüche franzö^che Angriffe bei ConreeUes ung Mery. — 28VVV Tonnen von einem UDoot verbukt. :—r rr ~... - s Der deutsche Generatstab r — . . meldet: ^= ^= 1 W. T. K. Großes Hauptquartier. den 14. Juni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Südwestlich von Apern führten die Franzosen heftige Angriffe gegen unsere Linien zwischen Voormezeele und Vierstraat. Sie wurden blutig abgewiesen. Mehrere Offiziere und mehr als 160 Mann blieben hierbei gefangen in unserer Hand. Erfolgreiche Erkundungsgefechte am Kemme!. An der übrigen Front lebte die Gefechtstätigkeit nur vorübergehend, auf. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. Auf den, Kampffelde südwestlich von Noyon blieb die ArtiNerietätigkeit gesteigert. Bei Eourcelles und Mery sowie im Matzarunde dicht westlich der Oise wiederholte der Feind seine vergeblichen Gegenangriffe. Unter schweren Verlusten wurde er zurückgeworfen. Beiderseits der Straße Soissons—Dillers-CotterSts drangen wir in den Wald von Villers-Eotter4ts ein. Die Arckee des Generalobersten von Boehn hat seit dem 27. Mai mehr als 830 Geschütze erbeutet. Damit steigt die Zahl der von der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz seit 27. Mai eingebrachttn Geschütze auf 1050. m Gestern wurden 28 feindliche Flugzeuge abgeschossen. Hauptmann Berthold errang seinen 34., Leutnant Udet seinen 29., Oberleutnant Loerzer seinen 25 Luftsieg. Im Monat Mai beträgt der Verlust der feindlichen Luftstreitkräfte an den deutschen Fronten 23 Fesselballone und 413 Flugzeuge, von denen 223 hinter unseren Linien, die übrigen jenseits der gegnerischen Stellungen erkennbar abgestürzt sind. Wir haben im'Kampfe 180 Flugzeuge und 28 Fesselballone verloren. Dcr^rsle Gencralquarticrmeister: Ludendorff. Abeudbericht. Berlin. 11. Juni, abends. (WB. Amtlich.).) Von den Kamp^'ronten nichts Neues. —— — * —.. | L cv österreichische tl eralstab » =?■,;, ■ ■ "£ ■ meldet: Wien, 14. Juni. (WB.) f: . i h wird verlautbart: An de^ italieniscben Gebirge'ront mäßige Artillerie- kauipfe. An der unteren Piave mißlangen zwei feindliche Erkundungsversuche. In Albanien nördlich des Devoli wurde ein Angriff der Franzosen nach 12stündigem Kampf, an dem auch bulgarische Truppen teilnahmen, abgewiesen. Bei der Abwehr eines auf Cattaro gerichteten Luftangriffes wurde ein englischer Flieger durch unsere Marineflugzeuge abgeschossen. Der Chef des Generalstabes. ircr lmlrwrische Grncralstad =-- meldet: Sofia, 10. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabs- Bericht. Mazedonische Front: Westlich vom Ochrida-See be- schoß unsere Artillerie lebhaft feindliche Bereitstellungen. Im oberen Skumbi-Tale und östlich §es'Ochrida-Sees wurden französische Erkundungsabteilungen, die sich unseren Vorposten zu nähern versuchten, durch Feuer vertrieben. Nördlich von Bitolia und im Tschernabogen unternahm der Feind mehrere Feuerangriffe. In der Nähe von Dobropolje drang einer unserer Angriffstrupps in die feindlichen Stel- lungen, wo er eine feindliche Feldwache vernichtete. Er kehrte mit verschiedenem Kriegsmaterial zurück. An zahl- reichen Stellen in der Moglena-Gegend und besonders südlich des Dorfes Hnma war das Artilleriefeuer auf beiden Seiten heftiger. Im Wardar-Tale auf beiden Seiten lebhafte Luftätigkeit. e v Sofia, 12. Juni. (WB. Nichtamtlich.)' Generalstabsbericht. Mazedonische Front: An mehreren Stellen der Front, besonders westlich des Ochridasees, südlich Huma und bei Doiran war das beiderseitige Artilleriefeuer zeitweilig ziem- l'ch heftig. In der Moglenagegend zerstreuten unsere vorgedrungenen Abteilungen durch Feuer eine starke feindliche Sturmabteilung. Im Gebiet vor unseren Stellungen an der unteren Struma nahmen Patdillengefechte einen günstigen Verlauf. 25000 Tonnen versenkt. Amtlich wird gemeldet: Eines unserer U-Boote, Kommandant Kapitänleutnant Ernst Hashagen, hat im Sperrgebiet um die Azoren und in der Biscaya rund 25 000 Bruttoregistertonnen vernichtet. Unter anderem wurden folgende englische Schiffe versenkt: Ein unbekannter Dampfer von 3500 Brt. mit Kohlen, der Dampfer „Lancarvan" (4749 Brt.) mit 3089 Tonnen Gerste, 912 Stück Stahlbarren, der Dampfer . Merionethshire" (4308 Brt.) mit Stückgut, der Dampfer „Cairnroß" (4016 Brt.) mit 5000 Tonnen Kohlen, der unbesetzte Truppentransportdampfer „Ausonia" (8153 Brt.) und der Sealer „Ruth Richman" (417 Brt.) mit 500 Tonnen Salz und Kartoffeln. Sämtliche Dampfer waren mit Geschützen imd zum teil mit Minenwerfern bewaffnet. Der Chef des Admiralstabes der Marine. » Haag. 14. Juni. Reuter meldet aus London: Am 13. Juni wurde ein britischer bewaffneter Küstendampfer torpe. diert und versenkt. Sieben Mann werden vermißt. Haag, 13. Juni. Reuter meldet aus London: Die Mannschaften der beiden norwegischen Dampfer „Viudeg- gen" und ..Henry Lund", die am 8. Juni von einem deutschen Unterseeboot in der Nähe des Kap Charnes (?) torpediert wurden, sind von einem dänischen Dampfschiff in einem amerikanischen Hafen gelandet worden. ’ -A * Die Schlacht im Westen. Zusammenbruch aller Gegenangriffe. Berlin, 14. Juni. (WB.) Nach ruhig verlaufener Nacht setzte in der Gegend von Mery am 13. Juni, 4 Uhr vormittags, starkes, schlagartiges Artilleriefeuer ein, dem kurz darauf ein feindlicher Angriff mit mehreren Bataillonen von Tanks unterstützt folgte. Der Angriff des Feindes wurde restlos abgeschlagen. Die Tanks wurden zusammen- aesckossen oder machten eiligst--Keh rt. Dasselbe Schicksal erlitt ein gegen 5 Uhr vormittags erfolgter Tankangriff bei Belloy. Den ganzen Tag über unternahm der Feind sodann noch mehrmals mit starken Kräften und Panzerwagen weitere Angriffe, die unter außerordentlich hohen Feind- Verlusten scheiterten. Bei einem um 8 Uhr abends nordwestlich Courcelles abgeschlagenen französischen Angriff blieben zahlreiche Gefangene in unserer Hand. Der Bahnhof von Compiöane sowie die Barackenlager südlich der Stadt wurden von deutschen Batterien unter wirksamstes schroeres Feuer genommen. Unsere Sturmtruppen, die in den Wald von Dillers- Cotterets eingedrungen waren, schlugen auch hier einen feindlichen Gegenangriff zurück. Fachs letzte Reserven eingesetzt. Berlin, 14. Juni. (WB.) Nach zwei Seiten hin ist der Teilosfeusive der Armee Hutier ein großer Erfolg beschie- den gewesen. Neben einem großen Geländegewinn und der Erreichung der Höhen südwestlich von Noyon, der lieber- schreitung der Oise südlich von Noyon und neben der gewaltigen Beute an Geschützen, Maschinengewehren und anderem Kriegsmaterial wurde General Fach gezwungen, die letzten Reserven einzusetzen. Außer den acht bei Beginn des Kampfes in der Front befindlichen Stellungsdivisionen hat Foch innerhalb dreier Tage außer vielen anderen mehrere Elitedivisionen in den Kantpf werfen müssen, zu deren Unterstützung zahlreiche Tanks die rücksichtslosen Gegenangriffe begleiteten. 70 bis 80 Tanks liegen zerschossen hinter und vor unserer Front. Außer den 15 000 Gefangenen erlitt der Gegner ungeheure blutige Verluste. Haufenweise liegen die Leichen an den Hauptkampfstellen, wie zum Beispiel am Mont Renaud, Mont de Cho^y und in den Stellungen nordwestlich Meruil. In endlosen Zügen wandern auf unseren rückwärtigen Wegen die leichtverwundeten Feinde zu den deutschen Verbandsplätzen. Das historisch berühmte Dorf Cambronne wurde bereits in der Abenddämmerung des zweiten Angriffstages nach der Eroberung des langgestreckten Antoval-Rückens von deutschen Bataillonen in überrumpelndem Vorstoß dem verwirrten Gegner abgenommen. Eine französische Niederlage in Flandern. Berlin, 14. Juni. (WB.) Am 13. Juni haben sich die Franzosen außer ihren schweren Mißerfolgen bei Mery— Eourcelles, im Matz-Grund sowie nordwestlich von Chateau- Thierry auch in Flarckern eine empfindliche blutige Schlapps geholt. Nach frühmorgens einsctzendem starkem Feuer gingen sie zum Angriff gegen den Abschnitt Voormezeele bis nördlich Vierstraat vor. Zum großen Teil brach der Angriff bereits vor unseren Linien zusammen, oder wurde im Gegen- stoß unter hohen Feindverlusten obgewiesen. Die große Zahl von Gefangenen, unter denen sich mehrere Offiziere befinden und die der Angreifer dem Verteidiger überlassen mußte, beweist das gänzliche Scheitern des französischen Vorstoßes. Eigenes schweres Feuer belegte unter anderen wichtiger Zielen die feindlichen Schachtanlagen bei Bethune. Iw Schacht 28 von Noeux entstanden infolge der Beschießung Brände. Wachsende Geschützbeute. Berlin, 14. Juni. (WB.) Seit dem 21. März hat sich die von den Deutschen gemachte Geschützbeute im Westen infolge der letzten Kämpfe zwischen der Aisne und- Marne und zwischen Montdidier und Noyon auf die gewaltige Zahl von 2650 erhöht. Eine neutrale Mime pt deutlchen Lieg Rotterdam, 11. Juni. „Nieuwe Rötterdamsche Courant' . schreibt in seiner Uebersicht über die Lage: Diesmal warex die Alliierten vollkommen vorbereitet. Sie legen selbst der Nachdruck darauf. Trotzdem haben die Deutschen wieder Gelände gewonnen. Reuter gibt das zwar zu, bemerkt aber daß es jetzt viel langsamer vorwärts geht. Das ist richtig . aber die Alliierten haben den Verlust eines so wichtigen Ge» biets, wie das westlich der Oise nicht verhindern können, und einigermaßen peinlich ist auch die unbestreitbare Tab fache, daß der Angriff diesmal am zweiten Tage bessere Fortschritte machte als am ersten. Es ist möglich, daß die Deutschen versuchen werden, die bereits errungenen Vorteile Leiter auszunutzen und trachte^ werden, auch süvlich der Arcmde das Tal der Oise zu erreichen, wodurch die alliierten Truppen, die noch zwischen Oise und Aisne stehen, genötigt Würden, sich schleunigst zurückzuziehen. Das Ende des rulfiMjfii Mskarps. Berlin, 13. Juni. (WB.) Wie sich nunmehr heraus» stellt, hat Frankreich die nach dem russischen Friedenschlntz ihre Entlassung fordernden Leute des russischen Hilfskorps in Frankreich unter dem Hinweis, dieser Friedensschluß sei ungültig, dadurch in sogenannte rirssische Legionen gepreßt. Es wurde ihnen eine sehr mangelhafte Kost gegeben, bis sie sich zum Eintritt schriftlich bereit erklärten. Dann wurden! sie der Division Marocaine zugeteilt. Sie können nach den jetzigen Kämpfen als fast anfgerieben gelten. FranMche EchngkNtnbkhiindlMg. . Berlin, 13. Juni. (WB.)" Wahrend die Franzosen immer wieder Greuelberichte aus deutschen Gefangenem lager n erzählen, zeigen die Aussagen zurückgekehrter deut- scher Gefangener wie traurig es in Frankreich um die Menschlichkeit gegenüber Gefangenen steht. Nicht nur, daß ihnen Ln selbstverständlicher Weise sänrtliche Wertgegenstände abgenommen wurden, ist auch die Hygiene und der Schutz gegen die Witterung gleich Null. Die Strafen sind unmenschlich hart. In Chambly mußten Bestrafte für das ge» ringfte Vergehen täglich drei Stunden vormittags und drei Stunden nachmittags einen bis 40 Pfund schweren mit Land gefüllten Tornister tragen. schilderte, erzählt. Fürst Lmrdutow sagte über dieses Medersehen: Januschkewitsch war jetzt ganz gebrochen und stand rmter dem Druck der Verhältnisse. Offenbar wurde er von schweren Gewissensbissen verfolgt. Er äußerte, er erkenne tetzt, daß er sich doch beim Kriegsausbruch getäuscht und damals unrichtig gehandelt habe. Die Ergebnisse des Suchomlinow-Prozesses erfahren durch diesen Bericht eines Augenzeugen der Vorgänge am 20. Juli eine weitere Ergänzung und Bekräftigung. Gleich, zeitig erhellt ans der Darstellung, welches Maß von Schuld England an der Herbeiführung der russischen Mobilmachung und damit an der Entfesselung des Krieges zufäüt. Zur Norgeschichte des frricgcs. Die Darstellung des Fürsten Tnndutow. Berlin, 13. Juni. (WB.) Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Unser Vertreter hatte in diesen Tagen Gelegenheit, den Hetman der Kalmücken, Militärataman der Äst- rachaner Kosaken. Oberst Fürst Lundutow, der sich auf der Durchreise einige Tage in Berlin.aufhielt, zu sprocken. Fürst Tundirtow stand vor dem Kriege bei den russischen Garde-Husaren. In den Tagen vor Kriegsausbruch war Fürst Tundutow als Verbindungsoffizier zum Chef des Generalstabs, des Generals Januschkewitsch, kommandiert und hat in dieser Eigenschaft die schwerwiegenden weltge- schichtlichen Ereignisie jener Tage aus nächster Nähe mit an- gesehen. Er erzählt« hierüber folgendes: In jener Nacht, als der Zar den General Januschkewitsch antelephonierte und von ihm die Rückgängigmachung der Mobilmachung verlangte, hielt ich mich im Nebenzimmer des Arbeitszimmers des Generals auf und konnte alle Vorgänge genau verfolgen. Cs war dies an dem Tage, an dem naLmittags das bekannte Gespräch des Generalslabschefs mit dem deutschen Militärbevollmächtigten Major Eggeling stattgefunden hat, also der 16. Juli (alten Stils, 29. Juli neuen Stils). Nach dem Gespräch des Zaren mit Jannsch- kewrtsch, der den Auftrag erhalten hatte, die Mobilmachung rückgängig zu machen, sprach dieser meines Erinnerns telephonisch zunächst mit dem ihm nahe befreundeten Sasionow. Gleich darauf rief er nochmals den Zaren an und teilte ihm mit. die Rücknahme des Mobilmachungsbefehls sei mcH mehr möglich und der Befehl bereits heraus gegeben: die Truppen hätten ihn erhalten, alles sei im Gange, die Mobil- mschung sei nicht mehr aufzuhalten. Ich Hörte deutlich die Helle klare Stimme des Generals. Das, was er dem Zaren sagte, war gelogen. Vor ihm auf dem Tisch lag noch der unterschriebene Mobilmachungsbefehl, den er nun erst, gleich nmh dem Gespräch mit dem Zaren, herausgab. Auf die Frage, ob es sich nur um den Teil- oder Gesamtmobil, machungsbesehl gehandelt habe, sagte der Fürst Trmdutow: Nein, es handelt sich um den Mobilmachungsbefehl für das ganze russische Heer in Europa und Sibirien. General Januschkewitsch ist nach der M^nung des Fürsten Tudutow zu dem Entschluß, den Krieg mit allen Mitteln herbeizuführen, in dem Augenblick gekommen, wo er die Ueberzeugung erlangt hatte, daß England sich am Kriege beteiligen würde. Die Entscheidung ist nLch seiner Ansicht bereits am 24. Juli neuen Stils in Krasnoje Selo gefallen am Tage, bevor dort die Parade stattfand und die Fähnriche zu Offizieren befördert wurden. Später, nach AuS brnch der Revolution hat der Fürst Genera! Janusch- kewltsch wieder gesprochen. Der ehemalige Chef des Stabes hat ihm den tatsächlichen Verlauf der Dinge, wie er aus dem ^uchomlinow-Prozeß bekannt ist und wie ihn der Fürst Rrliliittünirfriede Mischen Rußland und der Ukraine Wien, 13. Juni. (WB.) Der vorläufige ukrainisch, russische Vertrag ist heute mittag unterzeichnet worden. Lein wesentlicher Inhalt ist die Einstellung der Feindseligkeiten, die Erleichterung der gegenseitigen RUckiuanoerung, der Austausch der Kriegsgefangenen, die Vorbereitung des Austausches des EisenbahnMoteriols, die V.wabnung von Handelsbeziehungen und die Bereitwilligkeit, bald in end- gültige Friedensverhandlungen einzutreten. Züchtigung ferm ftrnltfrrn DM, nicht nur Lcr M lilürprlfi! New York, 11. Juni. (Reuter.) Der frühere Präsident der Vereinigten Staaten, Taft, der bei der Preisverteilung un Delaware College eine Ansprache hielt unterstützte die Jdee,^ daß die Amerika Truppen nach Rußland schicken und eine östliche Front bilden sollten, welche diejenige ersetzt, die durch die deutsche Strategie verloren ging. Er fügte bei- -Wir müssen Deutschland züchtigen und wir müssen es gleich richtig tun. und zwar nicht nur die Militärpartei, sondern die Deutschen selbst. Wir können mehr Geld. Munition und Mannschaften liefern als jedes andere Land, um die Weit vom Militarismus zu befreien und wir werden es tun." London, 11. Juni.^'LSp. Reuter.) Aus St. Paul ^Amerika) wird gemeldet: Der Bericht des Arbeiterck)efs Gompers und des Ausschusses erklärt über die Teilnahme Amerikas am Kriege.- Tie Militärautokratie und ihre gefährlichste Waffe, die unverantwortliche Diplomatie, müssen verschwinden und der Demokratie, der Gerechtigkeit, der Freiheit und dem absolutesten Vertrauen zwischen den Regierungen Platz machen. Mk-uvmiitndium öcr m rMlchkr EchnktnIchM Zlirückglitthrtkn an du front. Berlin, 14. Juni. (WB) Als Antwort auf viele beim Kriegsministerium eingehende Anfragen wird folgendes bekannt gemacht: Die aus russischer Kriegsgefangenschaft Zurückgekehrten können ohne Einschränkung wieder im Mlitärdienft verwendet werden. Es würde dem Grundsatz der allgemeinen Wehrpflicht widersprechen wenn diese Heeresangehörigen nach Ablauf ihres Urlaubs anders ver- wendet würden, als die übrigen Heeresdienstpflichttgen, von denen selbst viele nach mehrfacher Verwundung, der Front wieder zugeführt werden. Soweit aus besonderen Gründen, z. B. infolge vorgeschrittenen Alters oder au3 Familienrücksichten von einer Verwendung an der Front abgesehen wer- kommen diese Sonderbestimmungen auch deik au- russischer Gefangenschaft Zurückgekehrten zugute. Zar und Zarin. Bolschewik Jakoblew und „Bürger Romanow*. Die Bolschewiken haben bekanntlich den Exzaren Nrkolaus und seine Familie Ende April von dem sibirisä)en Tobolsk nach Jekaterinburg diesseits des Urals verbringen lassen. Die Häftlinge dünkten ihnen in dem hübschen be- habigen Tobolsker Gouverneurshaus nicht mehr sicher genug Werl man sie aber für alle Fälle fest in der Hand haben wollte war damit Genosse Jakoblew beauftragt, den Exzaren Anwendung aller Sicherheitsmaßregeln aus der sibrrlschen Stadt wegzuholen und über den Ural zu bringen. Der Genosse schildert seine Erlebnisse und erzählt dabei folgendes von dem Erzaren und dessen Gemahlin, bekannt- lrch eine Schlvester unseres Großherzogs: „Diese Reise ist, wie ich sestgestem habe, dem Exzaren gar nicht beschwerlich gefallen. „Bürger Romanow" erfreut sich nänürck einer ganz ausgezeichneten Gesunoyeit Das Revolutionsjahr mit seiner Reise für ihn hat ihn außer- ordentlich gestärkt. In Tobolsk bewegte er sich viel im Freien: er hackte Holz, grub Hausgarten um, baute den Gemüsegarten an. Das bekam ihm recht gut. Für politische Fragen oder für den Krieg interessiert sich der Zar gar nickt- er sprach wenigstens nicht davon. Er kümmert sich nur um >eine Familie und ihr Wohlergehen; diese umsorgt er aber sehr. Im ganzen hat das Zusanimensein bei Jakoblew „den rollkommen festen Eindruck von der phänomenalen Beschränktheit des Erzaren hinterlassen." Dagegen spricht er mit der größten Hock-achtung von der Erzarin Alexandra. Er bezeichnet sie als sehr klug und sehr stolz. Sie wie bei Zar hatten die bolschewikischen Begleiter anfänglich mb großem Mißtrauen betrachtet, wohl Kränkungen oder gar Mißhandlungen von ihnen befürchtet. Deren durchaus korrektes Verhalten ließ den Zaren aber bald seine Zurück- Haltung aufgeben. Alexandra blieb dageaen immer für sich. Sre schloß sich in ihr Abteil ein und verließ es fast nie, um nur ja nicht in Berührung mit den Bolschewiken zu kommen." stbrnsmiükl-DrtÜt in DoiMhikkii. CS kosten zurzeit in Nordböhmen (1 Krön« — 68 Fri-- benJöerfjnltniS 80 Pfennig): 1 Ei 1 Krone, 1 Liter Milch I Krone, 1 Kilogramm Ouarck 7 Kronen. 1 Kilogramm Butter 52 bis 60 Kronen, 1 Kilgramm Rcggenmehl 52 Kronen, 1 Kilogramm Weizenmehl 16 bis 1« Kronen, 1 Kilogramm fettes Echeinefleisch 46 bis 50 Kronen, 1 Kilogramm Rindfleisch 8 bis 10 Kronen (nur in kleinen Mengen erhält- !ich). 1 Kilogramm Pferdefleisch IS bis 16 Kronen, 1 Kilogramm Kartoffeln 1.40 bis 2 Kronen. In den letzten Wochen erhielt die Bevölkerung % bis % Kilo Brot pro Kopf, dab«i ist es kaum genießbar. §er sterrrrfreudige Reichstag. Graf Noedern des Reiches Sackeiwart, kann sich frcitfit. SDcr Reichstag bewilligt ihm mehr neue Steuereinnahmen, als er gefordert hat. Freilich, die von ihm verlangte Summe von 2,8 Milliarden Mark zur Deckung des Defizits im Haushaltsplan von 1918 wäre auch mit den von ihm beantragten 11 neuen Steuern nicht aufgebracht worden. Im Haupt* ausschuß wurde ihm nachgerechnet, daß trotz seiner vorsichtigen Voranschläge noch 1200 Millionen Mark an der Gesamtsumme fehlen würden, auch wenn man ihm alle seine Wtiu nie durch Liebe Leid geschah. Romav von C o u r t h s . M a h l t r. ^ - 1 ad)bmtf verbot Di« Baronesse hatte ein böses Flimmern in ! Augen. ..Ich begreife nicht, daß Deine Mutter diese Frem schoft gestattet.. Meine Mutter würde ez nicht leiden." --D — meine Mamuschka ist viel zu großherzig, i etwas dagegen zu sagen." Damit wandte sich Ursula schroff von der Baronesse und trat sehr ostentativ an Christas Seite. Hans Ullrich sah mit einem unbeschreiblichen Gefii -wie Urliila ihren Arm zutraulich um Christa legte Es ' ihm wohl, zu bemerken, daß zwischen Christa und Ursr rrn immer herzlicher werdendes Verhältnis bestand Er hä Ursula dafür danken mögen, daß sie Christas W-rt erkan und doch anal« es ihn unausgesetzt, daß er selbst sich Chri Ic fein halten mußte, daß er ihr stets formell und kühl I pegnen mußte. Das Gefühl, welches so schnell in sein Bru,t für Christa erwacht war, bekam immer tiefere, feste L urzeln. Cr wußte, daß er diese Liebe nicht ni«hr aus ß nem Herzen weisen konnte, sie verwuchs mehr und mehr n ® cm ‘ mtx S°rade, weil er sie tiefer ui bc th, ll t bte ' «ine Frau, zwang er sich zur Zurü yauimg. denn so grop, ,-intz Li-be auch war — B°rge konr KS 6 "' Sie konnte nicht einmal diese unsinnig, Modalbestimmungen aus der Welt schaffem T,am ‘ mIoä ' und er dachte nur noch m kchrecken und Abneigung an «in- Ehe mit einer ungeliebt -r'™* Butter hatte keine Ahnung von d-m. was ZU ^nn sie sich auch gerühc , . Mittt-raugen scharf sehen — jetzt war Hans Ullri ^unglmg mehr, der außerstande war, seine Gefl'ch vor den sorgenden Mutteraugrn zu verbergen. Jetzt tw n ein JJlann, der sich zu beherrschen verstand. Nieniar merkte ihm etwas an. Nur Christa sah Zuweilen, wenn er sich unbeobacktet wußte, einen Blick in seinen Augen, der ihr t erriet, wie er um sie litt, lind dann schlug ihr Herz hart und laut in der Brust. Aber sie wich solchen Blicken nicht aus Groß und leucktend erwiderten ihn ihre Augen, und nicksis lag darin von Verzichten und Entsagen, sondern ejn froher Kampfesmut. Wenn er sie vor sich sah mit diesen leuch- renden Augen, dann glaickte er immer ihre Stiinme zu hören: Liebe kann Berge versetzen. Aber er fand diesen frohen Glauben nicht; er wußte, daß seine Liebe hoffnungslos bleiben mußte. Und er trug umso schwerer an dieser GewißlM, weil sie ihm so gar nickt verbarg, dciß sie ihm gleiche Gefühle entgegenbrachte. Freudig und hoffnungsvoll schien sie sich bewußt zu sein, daß sie liebte und wiedergoliebt wurde. Er mußte sich sagen, daß er auch sie bis ins Herz treffen würde, wenn er eines Tages eine andere Frau hcimsührte und wenn er sie dann leiden sah. das würde er schwerer tragen, wie das eigene Leid. Zuweilen schlug das Gefühl der Sehnsucht nach ihrem Besitz wie eine heiße Woge über ihm zusammen. Er ersann dann die abenteuerlichsten Pläne, um eine Vereinigung mit ihr herbeisühren zu können. Aber diese Pläne erwiesen sich alle als haltlos. Im Wacken und Träumen sah er Christa vor sich. Ihre leuchtenden Augen ließen ihn nicht los, und er hatte oft ein ganz unsinniges Verlangen, sie in seine Arme zu nehmen und ihr bezauberndes Lächeln von den Lippen zu küssen. Er war bis ins Innerste verwandelt durch seine Liebe. So oft hatte er früher leichtfinnig mit Frauenhuld gespielt, so oft eine schnell aufflammende und schnell vergehende Zuneigung empfunden. Aber dieser Leichsinn war völlig von ihm gefallen, seit er in Christas reinen, stolzen Augen seinen Himmel gefunden hatte. Er liebte sie wahr und innig mit liefem Empfinden, das alle Schlacken aus der Seele eines Menschen ausscheidet und nur noch da- echte Gold zurückläßt. Ln Ehrilta lab er die Vollendung -er 3dealaeÜatt.M^ . er in seinen Jünglingsträumen gesehen hatte und die durch den Verkehr mit nrancher oberflächlichen Frau in seiner Seele verwischt worden war. Jetzt wäre es ihm nicht möglich gewesen, ^ sich in ein leichtes Spiel zu verlieren, und ebenso iinmöglich schien es ihm, sich mit einer ungefiebtep Frau fürs Leben zu verbinden. Ehe Hans Ullrich Christa gekannt hatte, war es ihm so selbswerständlich erschienen, daß er sich standesgemäß mit irgend einer ihm sympathischen Frau verheiraten würde, die auf dfe nötige Ahnenzahl zurückblicken konnte. Jetzt erschien ihm aber diese Notwendigkeit wie ein unerträglicher Zwang. Daß Ursula sich so freundlich zu Christa stellte, war ihm eine Freude, und noch mehr freute es ihn, daß seine Mutter diese Freundschaft wohlwollend gestattete. Frau von Frankenau merkte mit Genugtuung, daß das vornehm ausgeglichene Wesen Christas einen sehr günsügen Einfluß auf ihren Wildfang ausübte. Ursula sagte freimütig zu ihrer Mutter: „Siehst Du, Mamuschka, wenn Du mir Christa Hellnmt als ein leuchten-, des Vorbild hinstellst, dem ich nacheifern soll, dann verstehe ich das. Ihr will ich gern nd freudig nacheifern, denn sie ist ein ganz herrliches Ges.chöps. Sie ist so wahr und ehrlich — da ist kein Falsch dran, Mamuschka, das kannst Du mir glauben." Frau von Frankenau streichelte das blonde Kraushaar ihrer Tochter. »Ich glaube es Dir, Ursula, ich habe doch auch Augen im Kopfe," iagle sie. Ursula machte ein zweifelndes Gesicht. „Du bist ja sonst eine sehr kluge Frau, Mamllsci-a, aber nnt Deiner Menschenkenntnis ist es doch im Ganzen nicht weit her. Da bin ich Dir entschieden über." „Nun höre Dir das an, Hans Ullrich — das Ei toi* 1 klüger sein als die Henne," sagte sie zu ihrem Sohn, v Er küßt? seiner Mutter die Hand» J3fert1e6una folat,' 11 Vorlagen bewilligt«. Es mußte deshalb Wohl oder übel ^ noch eine neu« Steuerquelle erschlossen werden. Da es aber ' aus sozialpolitischen Gründen unrnöglich erschien, auch diese 1200 Millionen noch durch weitere indirekte Steuern von den breiten Volksmassen aufbringen zu lassen, ergab sich von selbst die Notwendigkeit, eine Belastung der Wohlhabenden und Besitzenden ausfindig zu machen, di« die fehlend« Rest- sunrme von rund einer Milliarde brächte. So entstand die Forderung des Reichstages nach Einführung einer neuen Besitzsteuer. Ueber die Form dieser neuen Besitzsteuer entstand aber alsbald Streit zwischen der Reichsreoierung und der Volksvertretung. Die einzelstaatlichen Finanzminister gaben sich die größte Mühe, den alten Grundsatz auch jetzt wieder hoch- zichalten, daß die direkte Besteuerung des Besitzes den Bundesstaaten Vorbehalten bleiben müsse, zumal tziese infolge der gesteigerten Kriegsausgaben auf eine Erhöhung ihrer direkten Staatssteuer bedacht sein müßten. Sie kämpften infolgedessen sehr hartnäckig gegen den Vorschlag des Haupt- aussckmsses im Reichstag, die Einkommen und die Vermögen von Reichswegen durch eine direkte Steuer zu erfassen Nach langem Hin und Her hat man sich aber schließlich doch geeinigt. Das neue Steuerkompromiß, daß nach den Erklärungen des Neichsschatzsekretärs am Montag vormittag im Hauptausscbuß des Reichstags als gesichert gellen darf, weil es auch die Zustimmung der einzelstaatlichen Finanzminister gefunden hat, beruht auf folgender Grundlage: der Reichstag verzichtet auf eine Neichseinkcmmensteuer und dafür stimmt die Reichsregierung einer Besteuerung der Mehreinkommen während des Krieges und der Vermögen über 50000 Mark zu. Die Vermögenssteuer soll gestaffelt werden und 1 vom Tausend bis 5 vom Tausend betragen. Weiterhin verpflichtet sich der Reichstag, die vorgeschlagenen indirekten Steuern im großen und ganzen in den Formen der Regie, rungsvorlaqen anzunehmen. Die genaueren Einzelheiten der neuen Besitzsteuer werden in diesen Tagen noch ausge- arbeitet werden. Damit ist also die große Steuergesetzgebung dieses Jahres grundsätzlich be'oridet. Das deutsche Volk wird eine Steuerlast in Fornl von indirekten und direkten Steuern Ku tragen haben die all« früheren Erwartungen und Berechnungen weit übertrifft. Und doch ist dabei noch gar keine Red« von einer Abtragung der eigentlichen Kriegsschulden. Sie bleibt späterer Zeit Vorbehalten. Nur die Kriegsgewinnsteuer. die Ende dieses -oder Anfang nächsten Jahres unabhängig von den gegenwärtigen Steuerplänen den Kriegsgewinnlern aufgenötigt werden wird, kann zur Deckung der eigentlichen Kriegsschickden verwendet werden, vorausgesetzt, daß sie nicht noch für dringlichere Aufgaben bis dahin beansprucht werden muß. Da gleichzeitig auch die einzelstaallichen Finanzminister bedeutende Erhöhungen der Staatssteuern für die nächste Zeit ankündigen und die Gemeinden ihre Einnahmen ebenfalls erhöhen müssen, hat das deutsche Volk also reichlich G«- legenheit, seine Opserfreutügkeit gegenüber dem Vaterlande zu beweisen. Deutscher Reichstag. Auf der Tagesordnung stand zunächst eine ganze Reihe von Anfragen, darunter eine des Abg. Stresemann über die Behandlung der deutschen Gefangenen in Amerika, wo sogar Offiziere Steine klopfen müßten, wie aus einer Photographie ersichtlich sei. Oberst v. Fransecky bezweifelt die Nichtigkeit, sollte aber kein« befriedigende Aufklärung erfolgen, so würden die amerikanischen Offiziere einer gleichen Behandlung unterworfen. In der fortgesetzten Beratung über den Heeretat erklärte ein Vertreter des Kriegs- minsterimns das Einverständnis der Regierung mit der konservativen Entschließung, wonach die Zucht von Laufpferden durch Festsetzung genügender Remontepreise rentabel bleiben soll, sowie zur Erleichterung und Verbilligung des Lastenverkehrs im Lande alle bei der Demobilmachung freig«. gebenen Wagen, Kleinbahnen usw. den Gemeinden über-' lasten werden. Die Verhandlungen gingen überhaupt zunächst sachlich weiter, so daß man beinahe vergessen konnte, im deutschen Reichstag zu sein, bis der unabhäng. Sozialdemokrat Cohn diese Tatsache wieder lebhaft in Erinnerung rief. Er schimpfte wie ein Rohrspatz über den Ost- fr ieden. Als er sagte, die Nandländer seien ein Golgatha, eine Sck^ädetstätte des Sozialismus geworden, sie würden hingemord-et von mißbrauchten deutschen Truppen, Pfuirufe rechts! Der Vizepräsident Dr. Dove rügt den Ausdruck. Alle ßentrumsabgeordneten und die meisten Konservativen verlassen den Saac. Nanonalliberale waren nicht anwesend, von >en Fortschrittlern nur zwei. Bor leerem Hause setzte dann der „Deutsche" Volksvertreter seine ..Rede" fort. Nach einigen polnischen Klagen schließt die Debatte. Bevorstehende Krotpreiserhohmrg Berlin, 13. Juni. (WB.) Das Kriegsernährungsamt teilt mit: Ein Berliner Blatt bringt in seiner heutigen Morgenausgabe eine Zuschrift aus den Kreisen des Reichs- heirats über die bevorstehende Heraussetzung der Getreidepreise. So weit in dieser Zuschrift von den Absicksten des Kriegsernährungsamtes die Rede ist, sind diese falsch und unvollständig wiedergegeben. Eine eingehende Mitteilung darüber wird erfolgen, sobald der Bundesrat und der Ernährungsbeirat tfi der Angelegenheit gehört sind. Schon jetzt sei aber festgestellt, daß die in dem Blatte für das kommende Wirtschaftsjahr errechnet« Brotpreiserhöhung von 6 bis 8 Pfennig pro Pfund gegenüber den der Beratung zu Grunde liegenden Entwürfen des Kriegsecnährungsamtes 'km «in Vielfaches zu hoch angegeben ift - Die fleischlose« Woche«. Dresden, 13. Juni. Sachsen hat bereits vor gercmsner Zeit beim Kriegsernährungsamt die Einführung fleischloser Wochen im ganzen Reich zur Schonung der Milchkühe beantragt. ¥ rr Uom Felde der Ehre. Blofeld. Der Forstwart Hermann Fischer, bei einem Preuß. Jnft.-Regt., welcher seit Anfang des Krieges im Felde steht, wurde wegen tapferem Verhalten beim Sturm am Kemmelberg zum Feldwebel befördert. Herzlichen Glückwunsch! Ins der Ocimat. Friedberg. (Ernennung.) Die Stadtverordneten- Versammlnnq hat in ihrer letzten Sitzung die Stadtassisten- ten Wilhelm, Böttner und Völker zu Stadtsekretären ernannt. Beienheim. Unserem Stationsvorsteher fielen gestern früh einige Reisende, die mit großen Koffern und Taschen versehen' nach Friedberg zu fuhren, auf. Auf telefonische Weisung hin wurden sie in Friedlxng angehalten und es stellte sich heraus,.daß die Verdächtigen größere Mengen Fleisch mit sich führten. Hier wurde auch bald die Stelle entdeckt, wo ein Stück Vieh, das offenbar gestohlen wurde, abgeschlachtet wurde, es fanden sich noch die Haut, Knochen und sonstige Neste vor. Wo der Diebstahl geschehen, ist noch unbekannt. Frankfurt a. M. (K r i e g s b l ü t e n.) Auf der Zeit überraschte eine Patrouille zwei 19 jährige Mädchen bei «rnem Einbruch. Tie Mädchen waren aerade im Begrifi, mit einer schweren Brechstange ddu Rolladen einer Zigarren- Handlung zu zertrümmern. Bei der Personalfeststellung ergab sich, daß man es mit „alten Bekannten" zu tun hatte, gegen die bereits Strafverfahren wegen Diebstahl schweben. In Kelsterbach wurde dieser Tage der Schoffeur Fr. M. aus Naunheim verhaftet unter dem Verdacht an dem Tod der 19 Jahre alten B. ans Edderheim, mit der er seit Pfingsten ein Verhältnis hatte und die sich nach einem kurzen Zusammensein mit M. vor einen vorüberfahrenden Güterzug geworfen hatte, io daß der Tot alsbald eintrat. Die Feststellungen durch die Staatsanwaltschaft Darmstadt haben noch keine volle Aufklärung gebracht, doch wurde M wieder aus der Haft entlasten, da sich ein Beweis für seine Schuld bisher nicht ergeben hat. FC. Vom Main, 13. Juni. Der Wasserstand des Mains ist seit vielen Jahren nicht so niedrig gewesen wie in diesen Tagen. Um diese Zeit war stets ein höheres Grundwasser und auch besserer Wasserstand der Flüsse vorhanden. Die Schiffahrt wird dadurch nicht nur empfindlich behindert, sondern stellenweise sogar bedroht. FC. Vom Main, 13. Juni. In dem auf dem Hafengelände unterhalb Aschaffenburg-Leider befindlichen Büro der Baufirma Leonhard Moll in München wurde der Kassen- schrank erbrochen und 19 802 Mark gestohlen. Das Schloß des Schrankes kann nur von einem Fachmann, Schlosser und dergl. geöffnet worden sein. — Städtische Kirschen das Pfund zu zwanzig Pfennig verkauft die Stadt Würzburg auf den Lebensmittel-Ausweis. Aus Starkenburg. FC. Aus dem Ried, 13. Juni. Auf Anordnung des Kriegswirtschaftsamtes wurde eine Anzahl zuverlässiger älterer Schüler höherer Lehranstalten (Jungmannen) durch einen Landwirtschaftslehrer als Maschinenführer ausgebildet sowie in der Behandlung der Pferdegespanne unterwiesen. Die jungen Hilfskräfte werden nunmehr den Landwirten für die Zeit der Heuernte auf Wunsch durch das Kriegswirt- schaftsamt zur Verfügung gestellt. ArE Rbcinhesten. FC. Mainz, 13. Juni. Aus dem Elektrizitätswerk wurden drei gebrauchte Treibriemen durch Einsteigen in das W«rk gestohlen. FC. Aus Rhcinhcssen, 13. Juni. Obwohl die Jagden in den letzten Jahren überall stark ausgeschossen, sodaß allgemein ein starker Rückgang im Wildstand festgestellt werden -mußte, wird aus zahlreichen Gemarkungen Rheinhessens ein guter Hasenbestand genreldet. Der erst« Satz kam vorzüglich durch, was für die Auffüllung des Hasenbestandes von großer Bedeutung ist Unter dem allzu üppigen Gras- und Kleewuchs litt die Hühnerbrut erheblich, denn die Hühner wurden vor Beendigung der Brut zum Verlassen der Eier gezwungen Ans Hcsscn.Rastau. FC. Wiesbaden, 12. Juni. Es war an einem Sonntag Morgen als di« Höchster Buben sich aus der Mainwiese trafen um ihren Schlachtenplan zu entwerfen. Die Hauptneuigkeit des Tages war. daß Dr. Böttcher dortselbst, verreist, das Haus allein steht, und dort mancherlei zu holen sei. Der Besprechung folgte die Tat. Zu viert wurde ein- gestiegen und alles mögliche gestohlen. Die jugendlichen Einbrecher hatten bereits vor den Schranken des Gerichts gestanden und wurden abgeurteilt. Heute hatte sich nun noch ein Teilnehmer, der Hilfsarbeiter Peter Thull aus Nied, vor der hiesigen Strafkammer zu verantworten. Thull holte sich außer Ehokolade, Cigarren und Seife, ein Paar Stiefel. Die Kammer nahm Thull wegen Diebstahl in eine Gefängnisstrafe von zwei Wochen. FC. Biebrich, 13. Juni. Arrf einer hiesigen Weid« wurde nachts eine trächtige Kuh im Werte von 1800 Mark von M-. bekannter Hand cm Ort und Stelle abgeschlachtet. Das Fleisch wurde zum größten Teil gleich weggeschafft, nur einige minderwertige Stücke haben die Dieb« zurückgelassen. FC. Camberg, 13. Juni. Wegen unerlaubten Verkehrs nüt Kriegsgefangenen. der nicht ohne Folgen geblieben, nahm das hiesige Schöffengericht die ledige Barbara Krickau von Hasselbach in «ine Geldstrafe von 1000 Mark oder 200 Tage Gefängnis. FC. Niederlahnstein, 13. Juni. Eine von den armen Dienstmädchen Christi, Schwester Hotulang. ist im hohen Alter von 82 Jahren dahier gestorben. In den Feldzügen 1866 und 1870/71 war die Verstorbene im Sanitätsdienst in hervorragender Weise tätig und wurde mit dem Eiserne^ Kreuz ausgezeichnet. Aus Kurhesten. FC. Marburg, 13. Juni. 1100 Zentner Einmachzucker werden jetzt in den Landgemeinden, davon 600 Zentner aus ersparten Vorräten, verteilt. Von diesem Zucker wird jeder Gemeind« ein Viertel als Prämienzucker ausschließlich zur Verteilung an solche Hühnerhalter überwiesen, die ihrer Eierablieferung voll genügt haben. FC. Kirnham, 13. Juni. Der Stadt ist die Lieferung von 2465 Zentnern Wiesenheu auferlegt worden. — Ein Ziegenmarkt wird am 16. Juli d. Js. hier abgehalten werden. FC. Heesfeld, 13. Juni. Hier wurde in einer Versammlung von Vertretern des Schmiede-, Schlosser-, Kleinw ner°, Installation- und Kupferschmiedehandwerks die Gründung einer. Zwangsinnung für die W)miede und Schlosser in Stadt und Land beschlosten. FC. Kassel, 13. Juni. Infolge der verminderten Nachfrage nach Ferkeln wird neuerdings aus verschiedenen Gegenden ein Sinken der Ferkelpreise berichtet. — Bei Laubholen zog sich'der in Jesberg alsPatenkind weilende 11 jährige Heinrich Weisheit von hier durch Abspringen von einem Baum einen Schenkelbruch zu und wurde dem hiesigen Landkrankenhaus zugeführt. Evangelische Gemeinde. 3. Snntag nach Trinitafis, 16. Juni 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Direktor Schoell. Mitwirkung d«r Chorschule. Abends 8*4 Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst in der Burgkirche. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienst. Herr Pfarrer D i e h l. Nachm. 2 Uhr: Katechismuslehre für die männliche Jugend. Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. 3. Sonntag nach Trinitatis, 16. Juni 1918. 10 Uhr: Gottesdienst. Anschließend Katechismuslehre für die Jünglinge. * ^ ^ - -> Katholische Gemeinde. Sonntag, den 16. Juni 1918, 3. Sonntag nach Pfingsten. Beichtgelegenheit am Samstag von 5 Uhr an und Sonntag früh von 6 Uhr an. y 2 7 Uhr Frühmesse. 8 Uhr hl. Meste, Gemeinsame hl. Kommunion der Jünglinge und Jungfrauen (2. Alois. Sonntag.) %10 Uhr Hocbamt mit Segen und Predigt. Nachmittag 2*4 Uhr Christenlehre und Sakramen- taliscke-Brrlderschafts-Andacht mit Segen, danach Versammlung des Jungffau«n-Vereins. Abends 8 Uhr: Aloisius-Andacht mit Predigt. Während der Woche um y{l und 7 Uhr hl. Meste. Mittwochs um 7 Uhr hl. Meste in der St. Georgs- kapelle. Freitag, abends 8 Uhr: Kriegs-Andacht. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Borromäus-Bücherei. Kiicherbelprechuirg. Natur und Kunst stehen in inniger Beziehung zu einander. Wie draußen in der Natur alles grünt und blüht, als läge die Wett im tiefsten Frieden, so wirkt und schafft auch die Kunst trotz allem Menschenltreit und spricht erhebend und erfri'chend zu den- oft zagen Menschenherzen. Besonders wenn sie sich in ihrer un- erschöpftichen Vielieitigkeit von ihrer heiteren und stimmungsvollen Seite zeigt, wie dies in den Meggendorfer-Btättern der Fall ist. Denn immer ist es wahre und echte Kunst, was hier gleich einem bllnten, erlesenen Strauß Gemüt und Auge erfreut, frei vom Unkraut der Frivolität und Banal tät und fiei von irritierender Politik. Der schaffende Künstter, der gedankentiefe Poet, wce der oft übermütige Schalk mit seinem leichten Scherz- wott und seinen humorvollen Schöpfungen aus Leben und Phantasie — alle geben sie rein aus ihrem Innersten, unbeeinflußt vom Streit der Meinungen und den Leidenschalten des Tages. Sie alle wollen nichts sein als reine Künstler, wollen reine Kunst geben und reine Freude daran erwecken. Und gerade das hat den Meggendorfer Blättern die verschiedenartigsten Kreise zu gleich aufrichtigen Freunden und genußfrohen Lesern gemacht. Wenn die Meggendorser. wie in ihrer Kriegschronik, dem Charakter der Zeit fotoend. manch einen scharfen Witz und manche treffliche Satire hinaussenden, so ist dies wie das gute deupche Schwert gegen unsere verbiffenen Feinde gerichtet, anständig, aber mit allen erlaubten Mitteln die schwachen Stellen unsrer Gegner erspähend und treffend. So werben sie auch hier sich immer neue Freunde und wer noch nicht zu diesen zählen sollte, der vermume nicht ein Probeabonnement, das er. auch schon auf einen Monat, bei jeder Postanstalt, jedem Buchhändler und Zeitungsgeschäst und direkt bei dem Verlag, München. Perusastr. 5 bewirken kann. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hi rschel, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Fiiedberg. Druck und Verlag der „Neue« Tageszeitung"/ Ä- G., Friedberg i, & ^ ' Ottilie Philipps Gustav Möckel Verlobte W Fauerbach v. d. Höhe Juni 1918. — 2 . 2t. Im Felda V. Bekanntmachung. Handklse auf Vrottarlenabschniit „85“ sind noch vorrätig bei W. Madre. Friedberg, den 15. Juni 1918. Der stello. Bürgermeister (städt. Lebensmittel- ttusschutz) 2. A.: Langsdo r.f. Holzversteigerung. den 20. Zuni ds. Zs., werden aus den Distrikten Glaubzahlerdickung. Unwersttatswald und Lichteharb versteigert- Scheiter rrn: 83 Buchen I. Kl.. 43 Buchen II. Kl. 5 Eichen, 13 Fichten,' Knüppel rrn: 28 Buchen, 2 Aspen. 26 Fichten (12 rrn Schichten, 3 m lang): Knüppelre.fig rm: 5 Fichten (Bohnenstangen); R"s»g rm: 37 Buchen. 16 A pen, 22 Kiefern, .. 33 Fich en: Stocke rm: 13,5 Buchen, 2 Lärchen. 128 Fichten. Zusammenkunft vormittags IN Uhr auf der Llebertsbäuser- e r?-rf* nft ^ltubzahlerdickung bei Brennholznummer 937. £j2L lI i rt t / tn ^ C ? C Lummern werden nicht verkauft: das zerstreut sitzende Holz wrw nkcht vorgezeigt. Nähere Auskunft durch Erofch. Förster Numrichrn Glaubzahl u. Gennebach in Bad-Salzhaujen. Bad-Salzhausen. den 12. Juni 1918. Grostherzogliche Obcrsörsterei Bad-Salzhausen. r - ---^ Ich bin aus dem Felde zurück und habe meine zahn- 1 ärztliche Tätigkeit wieder persönlich übernommen. Meine Sprechstunden sind täglich von 8—1 und 2 / 2—8 ühr f Sonntags von 9-12 Uhr. Gleichzeitig gebe ich bekannt, daß ich mich während meiner Abwesenheit als M % m Aß p| M & Atz ch yMy % Aß m m H Aß KZ 8 Oelkuchen Wer V ■ U- haben will, mutz Oelftüchte anbauen. — Schon jetzt ist es Zeit, Sotftmifunöcn für -e« Mn *■ 0011 Naps iiliS Wst« mr ->u treffen, die von allen Oelfrüchten die höchsten und sichersten Erträge bringen. Für 100 kg abgelicserten Raps bezw. Rübsen erhält man 85 bezw. 83 Mark und Anrecht auf 10 kg Oelkuchen. Zur Förderung des Anbaues stehen größere Mengen Ammoniak zur Verfügung, aus denen für jeden zum Anbau gelangenden Hektar Oelfaaten der Bezug von 80 kg voraussichtlich für den gesamten Herbst-Anbau vermittelt werden kann KrikDiisschch für Skle nni Fette, Ernte-Ableilliiig Berlin NW. 7, Unter den Linden 68a. altbewährte Marke Kuchen-Chef im |l| fff |f| m in li M Y f V lls I W?S »ft O (Behandlung 1 aller Arten von Kieferverletznngen, Regrulierung schiefstehender u. Wiederbefestignng lockerer Zähne) Kemein'afzahn^rztHchen'Tätigk^'f ausüben e werde.' ner Zahnarzt Makler, Friedberg, Bismarckstraße 6. — Telefon 384. »miäii Mim i. friiiiri uuiuijm, (.11. Seickättsstelle Frankfutt a. M., Kronprinzensttatze 4L (Kronprinzenbau.) — Fernruf Kömrr 4208. ® 2 UI 4 S,'--« 5tap ’ Donnersiaa. 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