Uummer 136 Donnerstag, den 13. Juni 1918 11. Jahrgang. Eie ,? cnc S'aoesreitnny" 'rscheint ieden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hessen", „Die Spinnssube". Se?uaapreis: Bei den Postanstalten ocerurllährlich Att. 2.40, hinzu lritt noch das Bestellgeld: e- ?r: Zenten monatlich 85 Psg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: (Srundzeile 25 Psg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Po-tnachnahm- erhoben. E lullunoc-or ^riedberg. Schri-ftleitung und Derlag vriedbsrg sf>essen). .^anaueritraße 12. Hermore.her 48. Postj He^-Lonto Nr. 4859. Amt ^rantfurt a. M. der Der Carlepont-lVald vom Feinde geräumt. — Die Gefangene,nahl auf 13 000 erhöht. Sc t 21. Mär; 6 366 Guadratlrilometer Sandes besetzt und 208000 Gefangene gemacht. Der deutsche Generalstab inclöct: =. =i . , Großes ganpIquarLrer, den 12. Juni. Arrrtlrch. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Artilleriekampf wechselnder Stärke. Die Jnfanterie- tätigkeit blieb auf Erkundungsgefechte beschränkt. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In schweren Kämpfen hat die Armee des Generals von Hutier gestern den erwarteten, zur Wiedereinnahme des Höhenblocks südwestlich von Noyon geführten großen Gegenangriff mehrerer französischer Divisionen zum Scheitern gebracht. Unter schwersten Verlusten wurde der Feind auf seiner ganzen Angriffsfront von Le Ployron bis Autheuil zurückgeworfen. Seine in großer Zahl zum Einsatz gebrachten Panzerwagen liegen zerschossen auf dem Kampffelde. Zwischen Mery und Belloy, wo der feindliche Ansturm an unserem Gegenstoß zerschellte, dauerten erbitterte Kämpfe bis zur Dunkelheit an. Das westliche Oise-Ufer nördlich der Matz-Mündung wurde vom Feinde gesäubert. Die Zahl der von der Armee eingebrachten Gefangenen hat sich auf mehr als 13 000 erhöht. Der Verlust der Höhen südwestlich von Noyon zwang den Feind zur Räumung seiner Stellungen im Carlepont-Walde auf dem Ostufer der Oise. Dem weichenden Feinde stießen wir über Carlepont und Caisnes scbarf nach und erreichten kämpfend die Linie nördlich von Bailly—Tracy de Val— westlich Nampoel. Hartnäckig und keine Opfer scheuend, setzte der Feind seine vergeblichen Angriffe nordwestlich v.on Chateau Thierry kort, mehrfacher Ansturm brach hier blutig zusammen. Der Erste Generalquarliermcißcr: Ludendorff. Abendbcricht. Berlin, 1?. Jimi, abends. (WB. Amtlich.) Oertliche Kämpfe aus dem Schlachtfelde südwestlich von Noyon und südlich der Aisne. r ■ ii — . Der österrei^ilche Generalstob -T— tttf bet: —-r= s Wien, 12. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der Gebirgs- und Piavefront anhaltende Artilleriekämpfe. Im Abschnitt des Stilfser Jochs, westlich von Asiago und am Monte Asolone wurden feindliche Vorstöße abgewiesen. In Albanien, im Raume bei Sinapremte und nordwestlich von Korea dauern die Kämpfe mit angreifenden Franzosen an. Der Ehef des Generalstabes. 10 500 Tonnen versenkt. Berlin, 11. Juni. (WB. Amtlich.) Im Sperrgebiet cnn England wurden neuerdings durch die Tätigkeit unserer U-Boote 10 500 Bruttoregistertonnen Handelsschiffsraum vernichtet. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Die Schlacht im westen. Die Erfolge der Armee Hutiyr. Berlin, 12. Juni (W. 33.) Die Erfolge der Ar- mee Hutier erscheinen in besonderem Lichte, wenn man in Betracht zieht, daß der Angriff gegen einen vollkommen vorbereiteten Gegner zu führen war. was die Franzosen selbst eingestehen. Ein am 10. Juni erbeuteter Korpsbesehl des Generals Nudant, Kommandeurs des 34. Armeekorps, vom 5. Juni lautet: „Es kann ( ein, daß der Deutsche, im Süden der Aisne aufgehalten, ich nunmehr gegen uns wendet. Er darf und wird nicht durchkommen. Auf alle Fälle wird er uns nicht überraschen, denn alle Vorsichtsmaßregeln sind getroffen worden. Mit Euren die ganzen Lande beherrschenden Maschinengewehren werdet Ihr die „Boches" niedermachen und ihre Verbände zerreißen. Schneidige Scharfschützen! Ihr dürft keinen einzigen Boche durchlassen. Späht nach rechts und links und durchschaut scharf jeden Winkel und jedes Gestrüpp, wo er sich einnisten könnte. Mäht ihn dahin, Ihr Jungens, es gilt Frankreichs Rettung. Nudant." In dem Befehl liegt das Eingeständnis unserer Erfolge an der Aisne und die Anerkennung der glänzenden Maffentaten der Armee Hutier, die nichts auf- halten konnte. Der Gewinn seit dem 21. März. Berlin, 11. Juni. (WB.) Die Zahl der Gefangenen die seit dem 21. März die Entente im Westen an Deutschland verlor, hat sich auf über 205 000 erhöht. Desgleichen ist die Geschützbeute, die bisher 2250 betrug, infolge des neuen deutschen Sieges zwischen Montdidier und Noyon gewachsen. Die Entente hat nunmehr aus den verschiedenen Angriffsfronten das gesamte auf 270 Kilometer eingebaute Stellungsmaterial in der ganzen Tiefe der hintereinander liegenden Verteidigungszonen mit ungezählten Munitionslagern, Depots und Bahnen verloren. Die blutigen Verluste haben sich zu ungeheuren Zahlen gesteigert. Berlin, 12. Juni. (WB.) Der Geländegewinn der Denffchen seit dem 21. März beträgt 6566 Quadratkilometer. In dieser Zahl ist der Geländegewinn des Angriffes zwischen Montdidier und Noyon nicht inbegriffen. Die Entente konnte dagegen bei all ihren Großschlachten an der Somme, bei Arras und in Flandern lediglich 561 Quadratkilometer in vielmonatlichen Kämpfen erobern. Die Gefangenenzahl seit dem 21. März ist mit den letzten Erfolgen an der Matz auf 208 000 gestiegen. Die nutzlosen französischen Gegenangriffe. Berlin, 12. Juni. (W. V.) An der neuen Kampffront zwischen Montdidier und Rayon haben die Franzosen am 11. Juni eine schwere blutige Niederlage erlitten. Sich der Wichtigkeit des verlorenen Höhengeländes voll bewußt, setzten sie die stärksten Kräfte an, um den Deutschen die errungenen Vorteile wieder zu entreißen. In mehreren Dioisionen und in dichten Maffen griff der Feind an. Um 11 Uhr vormittags begannen die Gegenangriffe gegen unsere Linien von Le Ployron bis Antheuil. Der Hauptstoß des Feindes richtete sich gegen unsere Stellung von Courcelles bis Mery. Hier massierte er seine Angriffstruppen und unterstützte sie mit zahlreichen Tanks und Schlachtgeschwadern. Bei Cource'es schiüte er allein über 30 Tanks vor. Bei Mery ließ er gegen 80 Kampswagen gegen unsere Gräben vorrollen. Der deutschen Artillerie boten diese unförmlichen Wagen lohnende Ziele. Die Hälfte der französischen Tanks liegt zertrümmert auf dem Schlacht- ielde. Der mit rücksichtsloser Energie geführte Angriff brach unter außerordentlich schweren Verlusten zusammen. An der Hauptangriffsstelle von Courcelles bis Mery traf den Feind mit voller Wucht der deutsche Gegenstoß und wars ihn zurück. Am Nachmittag um 5 Uhr setzte er zwischen Belloy und Antheuil zu neuen Angriffen ein. Hier machte er die wütendsten Versuche, unsere Linien zu durchbrechen. Sie blieben erfolglos und scheiterten unter schwersten blutigen Verlusten. Weiter östlich brach ebenfalls der Angriff eines französischen Regimentes gegen die Stellungen bei Chevincourt verlustreich in sich zusammen. Trotz der bereits ungeheuerlichen Verluste gab der Feind auch jetzt noch nicht seine Hoffnung aus, einen entscheidenden Erfolg zu erringen. Abends 7 Uhr wiederholte er wiederum unter Einsatz von zahlreichen Tanks seinen Angriff in Gegend von Le Ploylon und südlich von Mery. Sie endeten wiederum mit der blutigen Ergebnislosigkeit der mehrfachen Anstürme. Dasselbe Schicksal erlitt bald nach Mitternacht längs der Straße Coudon-Vendelicourt ein angesetzter Vorstoß. Weiter östlich bis zur Oise erstickten heftige aus Thou- rette heraus geführte Gegenangriffe in französischem Blut. Die feindlichen rückwärtigen Verbindungen, aus denen der Franzose immer wieder neue Reserven heran- sührte, lagen unter schwerem wirksamen Feuer. Vom Morgen bis in die tiefe Nacht hinein hielten die Kämpfe an. Völlig nutzlos hat der Franzose auf der ganzen Front seine Kräfte erschöpft. Die Verluste des Feindes Berlin, 11. Juni. (WB.) Der Anblick der Kampfstätte und der französischen Rückmarfchwege bestätigt die Angaben' der niedergedrückten Gefangenen über die schweren und blutigen Verluste des Feindes. Die 425. Division der Franzosen darf als größtenteils vernichtet gelten. Insbesondere haben die Infanterie-Regimenter 76 und 131 schwer geblutet. Ebenso erging es der rn den Abschnitt geworfenen 1. Kürassier-Division, von der das 4. und 11. Kürassier- Regiment ganz ungewöhnlich schwere Verluste hatten. Demgegenüber ist es doppelt erfreulich, daß unsere Verluste sich trotz der Schwere der Kärnpfe in mäßigen Grenzen bewegen. Der französische Oberbefehl. Berlin, 11.'Juni. (WB.) Die Gefangenenaus,^, niehren sich, daß im englischen Heere die Unznfried?:- mit dem französischen Oberbefehl wächst. Man l ä den französischen Oberbefehl zur Not gefallen lassen die Ententeheere zum Siege geführt bätte. Da ae - kein besseres Resultat erzielte als Haig. ist der e-.-g Stolz unffo empfindlicher verletzt, und die Engänder mqu n für die Niederlage an der Aisne die Franzosen verantwortlich In den übernommenen Stellungen kannte sich niemand aus. da die Engländer die französischen Grabenbezeichnungeit nicht lesen konnten. Laut ausdrücklichem Befehl ihrer französischen Vorgesetzten durften sie jedoch nicht durch englische ersetzt werden. Ebenso wußte niemand mit den französischen Handgranaten Bescheid. Die gleichen Kompagnie-Feldwebel berichten auch, daß unter ihren Kompagnie-Offizieren starke Erbitterrcng wegen dr Unterstellung unter französisches Kommando herrsche. Mehrfach äußerten englische Gefangene wörtlich: „Wir schreiben unsere Niederlage hauptsächlich dem Umstande zu, daß wir unter französisches Kommando gestellt wurden." Die schwarzen Franzose». Berlin, 11. Juni. (WB.) Nach den Aussagen der zahlreichen vor Reims eingebrachten Senegalneger von verschiedenen Divisionen ergibt sich ein erschreckendes Bild von der Militärsklaveret, zu der Frankreich die Eingeborenen seiner Kolonien preßt. Die Schwarzen werden nur in vorderster Linie eingesetzt. Hinter ihnen steht in zweiter Linie ein weißes Bataillon. Ebenso rahmen weiße Truppen die Neger an beiden Flanken ein. Nicht nur die Offiziere und ein Teil der Unterofsiziere bestehen aus Weißen, sondern auch die Maschinengewehrkompagnien, um bei einem etwaigen stockenden Angriff sofort auf die Schwarzen schoßen zu können. Die Neger werden unter einer eisernen Disziplin gehalten. Sie klagen darüber, daß in der Ruhezeit für jede Kleinigkeit schwere Arreststrafen im Uebermaß verhängt würden. Ihre Verpflegung ist wesentlich schlechter als die der Heißen Franzosen. Sie erhalten nur für drei Mann einen Laib Brot und Reis mit etwas Fleisch und Rüben. Wenn sie nicht in Stellung sind, fallen Fleisch und Rüben fast ganz weg und nur vier Mann erhalten einen Laib Brot. Von den Sckpvarzen will nicht ein einziger etwas vom Krieg - wissen; sie sagen aber, es bliebe ihnen nichs anderes übrig als zu kämpfen da sie gegen die Macht der Franzosen nicht auffommen könnten. Am bezeichnendsten für die Art, wie die Franzosen ihre schwarzen Militäriklaven behandeln, ist die Taffache, daß den Negern kein Heimaturlaub gewährt wird. Wer von ihnen als Soldat Frankreichs Boden betreten hat, darf in seine Heimat nicht mehr zurück. « Der 400. Knftsteg des Jagdgeschwaders --Richthofen". Berlin, 11. Juni. (W. B.) In zahlreichen Lust> kämpfen, die am 9. Juni trotz tiefhängender Wolken und gegen Abend einsetzenden Sturmes an der Westfront ausgefochten wurden, errang das Jagdgeschwader Nichthofen seinen 400. Luftsieg. Treu den'alten Überlieferungen hat das Geschwader auch nach dem Tode seines Führers und Meisters unermüdlich dem Beispiel Richthofens nachgeeiferr und an die alten Erfolge neue gereiht. In gleicher Weise war die Tätigkeit unserer gesamten Luftstreitkräste am 9. und 10. von vollem Erfolg gekrönt. Unsere Flugstreitkräsle und Flaks schossen 51 feindliche Flugzeuge ab. Unsere Verluste waren dagegen gering. Wir verloren nur acht Flugzeuge. Ein Mrreichijchkg Krikggjchiss torpkdiert. Wien, 12. Juni. (WB.) Vom Kriegsministeriwn der Marine Sektion wird mitgeteilt, daß Seiner Majestät Schiff l,.Szent Jstvan" bei einer Nachtfahrt in der Adria torpediert wurde und gesunken ist. Es werden der Linienschiffsleut- nant Mar de Rövid, der Maschinenbetriebsleiter Samitz, der Seekadett Anton Müller und etwa 80 Mannschaftspersonen vermißt. Der Seeaspirant Joseph von Serda ist tot. Der Nest der Besatzung ist gerettet. Die U=6ootf an -er amrikailiichen KM. Basel, 12. Juni. Die „Times" melden aus New Dorf, am Samstag und Sonntag wurden noch fünf Fahrzeuge als überfällig gemeldet. Man hofft, daß der Höhepunkt der Krisis jetzt überschritten sei. Der „Daily Chronicle" meldet, die allgemeine Sperre der nordamerikanischen Häfen, die um weitere acht Tage verlängert wurde, wird durch die Kriegsschiffe der Vereinigten Staaten und durch die militärischen Behörden durchgeführt. Genf, 12. Juni. Der in Frankreich erwartete große amerikanische Dainpser „Pinar bei Nio" wurde letzten Mittwoch in amerikanischen Gewässern von einem deutschen U- Boot versenkt. Ob er Truppen an Bord hatte, wird nicht angegeben. Amsterdam, 12. Juni. (WB.) Einem hiesigen Blatte zufolge erfährt die „Times" aus Washington, daß nach einer amtlichen Mitteilung des Marinedepartements alle Küsten- und Ozeansahrten unter seine Aussicht genommen worden sind, soweit es sich um die Feststellung der Routen und Fahrten innerhalb der Verteidigungszone und innerhalb der Häfen handelt. Jetzt ist endgültig festgestellt worden, daß mehr als ein U-Boot in den atlantischen Gewässern operiert hat. Beinahe gleichzeitig werden Angriffe auf Virginia und Nantnckel gemeldet. Außerdem hat ein zurückgekehrtes Schiff viel südlicher ein Teleskop gesehen. Marinesekretär Daniels bestätigt, daß keine amerikanischen Schiffe zurückberufen werden sollen und daß die amerikanischen Flottenpläne nicht geändert worden sind. Gin Protest der Iren. London. 11. Juni. (WB.) Die ..Daily News" meldet: Tie Dublin-Corboration nahm einstimmig eine Entschließung an, die gegen die „feige und unberechtigte Handlungsweise der britischen Regierung protestiert, bestehend in der Festnahme von 88 unserer Landsmänner und Frauen, die sich jetzt in den verschiedenen Strafanstalten Englands befinden." Die Entschließung protestiert ferner gegen die grausame und unmenschliche Behandlung, der diese unterworfen sind, indem ihnen versagt wird, in irgendwelcher Weise mit ihren Familien, Verwandten, und Freunden zu verkehren, von denen sich viele selbst noch in. Unkennt- -nis über den Auffenthalt der Gefangenen befinden. Die dkiitich-kliglilche Gefangenen-Kanferkn;. Haag, 11. Juni. (WB.) Die deutsch - englische Konferenz hat gestern Nachmittag im Treves-Saal ihre zweite Sitzung abgehalten. Es liegt nicht in der Absicht, regelmäßige Presseberichte über die Verhandlungen zu veröffentlichen, genau so wenig, wie dies 1917 in der ersten Konferenz dieser Art im Haag geschehen ist. Schweden. Stockholm, 10. Juni. (WB.) „Svenska Handelstidenden" teilt mit: Eine größere Anzahl schwedischer Firmen erhielt gestern die Mitteilung, daß zwischen England und Dänemark eine Verabredung getroffen worden sei, wonach alle auf Island befindliche Wolle England zugesichert wird. Diese Mitteilung eregte Bestürzung, weil die schwedischen Firmen bedeutende Wollpartien auf Island haben und die Eng- länder alle Wolle vom 9. Juni zum Preise von 4 Kronen das Kilogramm übernehmen sollen. Da der Selbstkostenpreis für die schwedischen, Firmen aber 6 Kronen beträgt, würde die Uebernahme einen bedeutenden Verlust für diese bedeuten Das Blatt fordert das schwedische Ministerium des Aeußern Lus, die Angelegenheit in die Hand zu nehmen, da hier ein Eingriff in die Gerechtsame des schwedischen Geschäftslebens Ju gefurchten sei. Die Türkei und der Südkaukuzns. Konstantinopel, 12. Juni. Den Blättern zufolge be- richtete der Justizminster Halil Bei aus Batum, daß die Verhandlungen mit den Delegierten des Südkaukasus beendet seien, und daß der Friede unterzeichnet worden sei. Reichstag. In der Neichstagssitzung vom 12. Juni war die Rede des Kriegsminister v. Stein bemerkenswert. Er führt aus: Der sorgfältig vorbereitete Angriff des deutschen Krön- -rinzen gegen die französisch-englische Front am Chemin des Dames am 27. Mai hat zu einem großev Schlachterfolge geführt. Der Sieg des deutschen Kronprinzen wurde damit für die Entente mit die größte Niederlage des ganzen Feldzuges. Die Grundlage hierfür haben uns die gewaltigen Sck)läge geschaffen, mit denen das englische Heer in der „Großen Schlacht ' und in der Schlacht bei Armeutieres ge* schlagen wurde. Nur durch Einsatz der französischen Reserven war es dem Feinde möglich, die zerrissene englische Front wieder zufammenzuflicken. Die zur Stützung des englischen Heeres festgelegten französischen Kräfte fehlten zur Schlacht am Chernin des Dames. Die an ihrer Stelle eingesetzten abgekämpften englischen Divisionen konnten der Wucht des deuffchen Angriffs nicht mehr widerstehen. In beispielloser Schnelligkeit, die selbst den Vormarsch auf dem italienischen Kriegsschauplatz übertraf, führte ein schneller Siegeslauf über die Aisne bis zur Marne. Große Teile des französischen Heeres sind geschlagen; die sogenannte Fochsche Reserve-Armee besteht zur Zeit überhaupt nicht mehr. Neben den Verlusten an Menschen erlitt der Feind gewaltige Einbußen an Kriegsmaterial und Kriegsmitteln. Die hinter der geschlagenen ffanzösischen Armee im Operations- und Etappengebiet aufgestapelten unermeßlichen Bestände, die großen Munitionsmassen sind ebenso wie seinerzeit die riesenhaften Vorräte des englischen Heeres in unsere Hand gefallen. Auch die Entente beginnt die Schwere ihrer Niederlage einzusehen und einzugestehen. Schon machen sich Stimmen bei ihr laut, der Verrat Rußlands habe ihre schwere Niederlage verschuldet. Das ist der Dank gegen einen früheren Verbündeten, der sich für Eng- land verblutet hat. Nicht der Zerfall Rußlands hat die Niederlage der Entente verschuldet, sondern die Hilfe Rußlands, dessen Niederzwingung große Teile unserer Heeresmacht beansprucht hat, hat es der Entente überhaupt ermöglicht, uns militärisch bis -heute zu widerstehen. Tie Entente ist sich des Ernstes ihrer Lage bewußt. Offen gesteht sie das Zusammenschmelzen ihrer Verbände zu und vertröstet ihre Völker auf die errettende Hilfe Amerikas. Der Glaube an die amerikanische Hilfe wird dem französischen Volk systematisch eingeimpft. Er soll es zur weiteren Aufopferung und unnützem Blutvergießen ernporpeitschen. Zum ersten Mal sind amerikanische Truppen auch an der Kampffront er- Menen. Allerdings erst in dem Augenblick, als wir an der Marne unseren Vorwarsch eingestellt haben. Auch hier wurden sie, wie die französische Reserve, zu Gegenangriffen eingesetzt. Andere amerikanische Verbände stehen in ruhigen Frontabschnitten. Ihre Zahl und Stärke ist bisher weit hinter dem znri'ickgeblieben, was wir noch den von der Entente verbreiteten Nachrichten erwarten wußten. Auch Italien hat die Entente in geringem Umfang zum Kampf auf dem westlichen Kriegsschauplatz herangezogen. Voll Bewunderung und voll Dankbarkeit blicken wir heute auf unsere unvergleichliche Armee. Fast vier Jahre erträgt ffc mit gleichbleibender Willensstärke und fester Zuversicht alle Gefahren und Entbehrungen. Der Angriffsgeist. der uns im Jahre 1914 in Feindesland geführt und der den Krieg im Osten entschieden, ist auch heute noch lebendig. Die Gefühle unbedingter lieberlegenheit über d-m Feind — des Einzelnen und der Gesamtheit —, das Ve. wußtsein der Kraft und das Vertrauen in ihre Führer wird die Armee auch weiterhin zum Siege ffihren. Noch ist der Feind zum Frieden nicht gewillt, noch hat das Schwert das Wort. Aber das Schwert ist scharf und mit voller Zuversicht sehen wir dem Ausgang des Ringens entgegen. Die Operationen in Finnland haben zur Befreiung des Landes geführt. Die Heldentaten unserer Trippen einem mehrfach überlegenen und stellenweise gut disziplinierten Feind gegenüber reihen sich würdig an die Taten unserer Truppen im Westen. Wir hoffen, in Finnland einen zuverlässigen Freund für die Zukunft zu finden. An der Ostgrenze der Ukraine sind die Verhandlungen zur Festsetzung der Demarkationslinie im Gange. An den Grenzen flackern örtliche Kämpfe mit den Banden von Zeit zu Zeit noch auf. Im Innern sind friedlicher Entwicklung die Wege geebnet. An der italienischen Front ist die Lage, abgesehen von örtlichen Kampfhandlungen, unverändert. Die mazedonische Front holt beträchtliche Teile der feindlichen Armee in Schach In Palästina sind erneute Angriffe der Engländer über den Jordan an der Tapferkeit deutscher und türkischer Truppen gescheitert. In Mesopotamien konnte der Engländer Anfangserfolge nicht behaupten. Im Kallkasus haben unsere türkischen Bundesgenossen die ihnen im Friedensvertrag mit Rußland zugesicherten Gebiete Batum, Ardahan und Kars besetzt. Bei dem erneuten Angriff im Westen hat sich die Zahl der Gefangenen inzwischen auf über 70 000 erhöht. (Bravo!) Der Minister begründet dann kurz die erwähnten Gesetzentwürfe und betont, daß von der Ermäßigung der Strafe eine Erschütterung der Disziplin nicht zu befürchten sei. Dag W!Me Wahlkreebnig l>n Deiihstagg- rrialmahl in Glk io tz-Fndlinitz. In der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Oppeln. 4—Gleiwitz—Lublintz am 6. Juni wurden bei 34 446 Wahlberechtigten 18 681 gültige Stimmen abgegeben. Es erhielten Rechtsanwalt Nehlert-Gleiwitz (Zentrum) 7006, Abgeordneter Korfanty-Berlin (Pole) 11672 Stimmen. Abge- ordneter Korfanty ist somit gewählt. Danach hat der Abg. Korfanty doch die Stimmenziffer der Polen von 1911 nicht erreicht, sondern ist um etwa 1700 Sffmmen hinter ihr zurückgeblieben. Die vorläufige Meldung schrieb ihm über 13 000 Stimmen zu. Uiidigang der ladjfildjrn SaMmokrasen. Dem „Berliner Lokalanzeiger" wird aus Dresden berichtet: In der am Sonntag abgehaltenen Landesversammlung der sächsischen sozialdemokratischen Partei wurde mitgeteilt, daß die Mitgliederzahl von 117000 im Jahre 1914 auf 23000 im Jahre 1918 zurückgegangen sei. Etwa 70 000 Mitglieder seien im Heeresdienst und Organisattonen mit rund 62 000 Mitgliedern seien zn den unabhängigen Sozialisten übergegaugen, ^ Im preußischen Landtag WIN»- gestern die B-mtung der Wahlrechtsvorlage beendet. Es gab wieder eme längere Debatte, in der sich das „Enfant des Hauses, der Abgeordnete Hoffmkmn un- lrebsam hervortat. Mit Recht sagte der konservative Aba Plchw«. daß durch Reden, wie sie d°r Freisinnig- Hoff und' Hosfmann hielten, der Krieg nur verlängert würde. _ Der Rest des Wahlgesetzes wird hierauf mit unwesentlichen Aenderungen nach den Beschlüssen der dritten Lesune angenommen. Ebenso wird das Gesetz über, die Herrenhausvorlage arr- genommen. Der Kompromißantrag der Konservativen, Freikonservativen, Rechtsnationalliberalen und des Zentrums te- [agt: „Artikel 14 der Verfastungsurkunde lautet: Die nach der geltenden Rechtsordnng des Verhältnisses des Staates zur evangelischen und zur katholischen Kirche, auf Grund von Gewohnheitsrechten der Herkommen diesen Kirchen, ihren' Einrichtungen, ihren Verbänden, Gemeinden, Anstalten, Stiftungen. Geistlichen und Knchenbeamten zustehenden De-' fngnisse und Einkünfte werden gewährleistet." Ueber diesen j Antrag wird namentlich abgestimmt. DerAntrag wird mit. ! 315 Stimmen gegen 62 Stimmen der Linksnationollibmalen ^ er Forffchrittlichen Volkspartei und der Sozialdemokraten angenommen. Ohne Debatte wird hierauf über den Kompromißantrag namentlich abgestimmt, nach dem für jede Verfassimos- änderung nicht, wie in der dritten Lesung beschlossen, eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig sein soll, sondern sogar eine Dreiviertelmehrheit. Für den Antraa stimmen die Konservativen die Freikonservativen, die Rechtsnationalliberalen und ein Teil des Zentrums. Der Antrag wird mit 207 gegen 162 Stimmen bei 1 Stimmenthaltung angenommen. Es folgt die Gesamtabstimmung über alle Gesetzentwürfe. Mit den Stimmen der Konservativen. Freikonser- tativen eines Teils des Zentrirms und der Rechtsnaffonal- liberalen werden hierauf in der Gesamtabstimmung die Gesetzentwürfe über die Wahlreform, das Herrenhaus und die Verfassung angenommen. - D e Vkmöskntzvkrleüüng in Kessen. Nach den von der Großh. Zentrale für Landesstatistik herausgegebenen Ergebnissen der Verteilung der Vermögen im Großherzogtum Hessen waren im Jahre 1917 im ganzen Großherzogtum 309 Millionäre mit zusammen 783 383 000 Mark zur Steuer veranlagten Vermögens vorhanden, d. f. 0,18 Prozent der Veranlagten überhaupt und 14.48 Prozent des gesamten veranlagten Vermögens, während es 1914 265 Millionäre (0,16 Prl^ent) mit 668 563 000 Mark (13 48 Prozent) gewesen sind. Die meisten Millionäre fallen auf die Provinz Starkenburg: 162 Veranlagte mit 371 974 000 Mark, dann folgt Rheinheffen, wo 86 Millionäre mit. 237 910 000 Mark Steuervermögen vorhanden waren, während in Oberhessen 61 Veranlagte 173 499 000 Mark besaßen Unter den fünf großen Städten steht Darmstadt als Millionärstadt an der Spitze; es hatten deren 65 mit 131 190 000 Mark, dann folgte Mainz, in dem 55 .Veranlagte 101 210 000 Mark zu versteuern hatten, während.Offenbach zwar einen Millionär weniger, d. h. 54 hatte, die aber zusammen 106 540 000 Mark versteuerten, so daß offenbar Offenbach eine Anzahl von reicheren Millionären wie Mainz hat. Worms hatte „nur" 18 Millionäre, die aber zusammen fast ebensoviel Vermögen versteuerten wie die 55 Mainzer, nämlich 100 950 000 Mark, was wohl vor allem aus das Konto des Freiherrn von Heyl zu buchen ist. Gießen hatte nur einen Millionär weniger wie Worms, aber seine 17 Millionäre hatten zusammen nur den dritten Teil des Wormser Millionärreichtums, nämlich 31889 000 Mark. Unter den übrigen Vermögen sind die kleinsten — die von 3000 bis 15 000 Mark und die von 15 000 bis 30 000 Mark — im Jahre 1917 gegen 1914 zurückgegangen. Die 98 735 (oder 57.64 Prozent) Zensiten von 3000 bis 15 000 Mark auf "96 967 (oder 56,46 Prozent) und deren Gesamtvermögen von 682 598 000 Mark (= 13,37 Prozent) auf 672 598000 Mark (= 12,12 Prozent) In der Gruppe von 15 000 bis 30 000 Maick fiel die Zahl der Zensiten von 35 940 aiff 35 706 und deren Vermögen von 747 109000 auf 744 556 000 Mark. Die weiteren Gruppen weisen alle ein Steigen auf. Hieraus ergibt sich dann, daß in der IL Abteilung der Vermögenssteuer die Veranlagten von 137 020 (= 79,99 Prozent) auf 135 272 (=> <8 76 Prozent), desgleichen ihr Gesamtverrnögen von 1 931 456 000 Mark (= 37,82 Prozent) auf 1 931 381 000 Dtk. (= 35,71 Prozent) gefallen ist; dagegen ist in der I. Abteilung der Vermögenssteuer die Zahl der Zensiten seit 1914 von 34 278 (— 20 Prozent) auf 36 477 (— 21,24 Prozent) und ihr Vermögen von 3175 418 000 Mark (— 62,18 Prozent) auf 3 477 890 000 Mark (= 64,29 Prozent ge- stiegen. Diese Zahlen, die wir der „Volksstimme" entnehmen, sind reckt bemerkenswert. Sie zeigen wieder einmal, was ja bekannt ist. daß durch den Krieg die großen Vermögen '.innrer mehr zünehmen. die kleineren und mittleren aber aufgesaugt werden. Aber noch etwas anderes beweist diese Zusammenstellung. Von den drei Provinzen Hessen ist nämlich Oberhessen die verhältnismäßig am reinsten landwirtschaftlich. In Oberhessen aber sind am wenigsten Millionäre nämlich 61 gegen 162 in Starkenburg und 86 in Rheinhesseu Rechnet man die 17 aus dein freisinnigen Gießen ab, dann, verbleiben noch 44. Es ist das wieder einmal der Beweis, daß in der Landwirtschaft mu allerwenigsten Millionen verdient werden. Vom Felde Gambach. Fritz Müll von der Gambacher-Mühle. 19 Jahre alt, seit Mai 1917 im Westen bei einer Minen- Urerfer-Abteilung eines Jnfanterie-Regiments erhielt wegerl tapferem Verhalten bei Sturm im April am Kemmelberg und in der darauffolgenden Schlacht vom 10. bis 18. Mai, das eiserne Kreuz zweiter Klasse von S. Exz. General- Leutnant von Wichmann persönlich überreicht. Wohnbach. Dem Fahrer Wolf, Sohn des Gemeinde- rechners Wolf, welcher bei einer Feldbäckereikolonne steht, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. WeckeSheim. Pionier Wilhelm Stefsan, der kürzlich mit der Hessischen Tapferkeitsmedaille ausgezeichnet wurde, erhielt nun auch das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Herzlichen Glückwunsch! Ans der Heimat. Das Oelschlagen. Der Abg. Dorsch hat verschiedene eilige uird dringende Anfragen betr. daS Oelfchlgaen an die zweite Kammer gerichtet. Er fragt zunäcW an, ob es der Regierung bekannt sei, daß es im Kreise Büdingen den Samenzüchtern verboten ist. ihren Samen außerhalb des Kreises schlagen zu lassen, sodaß der Samen in den drei kleinen Wassermühlen des Kreises geschlagen werden mutz. Hat der Kreisrat das R^cht hierzu und was soll mit dieser Maßnahme bezweckt werden? Ist es der Großh. Regierung bekannt, daß die Bürgernceistereien des Kreises Gießen zur Ausfüllung von umfangreichen Formularen über die Anbauflächen von Samenfrüchten ausgefordert werden, daß diese Maßnahme als Beleidigung angesehen wird und eine kaum zu bewältigende Arbeit verursacht. Ist diese Maßnahme wirklich notwendig und rechtlich zulässig? Ist es 'Großh. Negierung bekannt, daß im Kreise Büdingen die Samenzüchter nicht mehr als 45 Pfund Samen auf Oel schlagen dürfen während durch Reichsgesetz 60 Pfund zulässig sind? Hierdurch entsteht eine Empörung in allen Kreisen der Bevölkerung und die Erbitterung steigt dauernd. Was gedenkt Großh. Regierung hiergegen zu tun? Obererleubach. Ein Zeichen der Zeit. Während hier sonst der Morgen Land durchschnittlich auf 1000 Mark, wenn es hoch gekommen ist auf 1100 Mark zu stehen kam. wurden bei einer neulichen Versteigerung von 10 Morgen Land im ersten Angebot 19 000 Mark, für den Morgen also 1900 Mark erzielt. Die Steigerer sind — Munitionsarbeiter! Frankfurt a. M. Der Wasserhof in Oberrad, in dessen Räumen die Geflügelzuchtstation der Stadt Wiesbaden rmtergebracht ist. wurde durch einen Brand teilweise zerstört. Die Geflügelställe samt ihrem wertvollen Inhalt gingen dabei verloren. Der Schaden ist erheblich. Griesheim a. M., 8. Juni. Der 16 jährige Sohn Gustav des hiesigen Fabrikdireklors Dr. Pistor ist beim Durchschwimmen des Mains am Freitag Abend ertrunken. Er war bekleidet mit grauer Hofe, grauer Joppe, weißem Hemd und Wickelgamaschen. Auf die Auffindung der Leiche ist eine Belohnung von 500 Mk. ausgesetzt. sr. Hanau, 11. Juni. Die Mehl? und Brotgetreideschiebungen des Kreisbeamten Walther sind auch in der Sitzung des Kreistages des Landkreises Hanau zur Sprache gekommen. Auf eine Anfrage des Kreistagsabgeordneten Clauß. Ravolzhausen, teilte Landrat Frhr. Laur mit: Aus den soweit abgeschlossenen Ermittelungen läßt sich erkennen, daß eine Beteiligung des Landkreises in keiner Weise vorhanden ist, so sehr sie auch von Walther als vorliegend, be- hauptet wird. Selbst aus Billigkeitsgründen werde der Kreisausschuß Verpflichtungen dritten gegenüber aus diesen Geschäften grundsätzlich nicht anerkennen. Es handelt ffich um private Machenschaften eines Kreisbeamten, die dieser unter dem Deckmantel seiner Beamteneigenschaft ausgeführt bat. Bei den Fleisch- und Vieheinkäufen sei der Kreis nur informiert beteiligt als er die zur Bezahlung der Viehbe- stellnngen der Gemeinden erforderlichen Gelder vorgeschossen habe, er besitze nur das Interesse, seine Vorschüsse zurückzu- bekommen. aber nicht irgendwelche Gewinne, Provisionen etc. h^-auszuschlagen. Die Lehren, die dieser Fall gibt, sollen nicht ungehört und unberücksichtigt bleiben, so betonte der Landoat. Die Kontrollen und sonstigen Verwaltungsmaßnahmen würden verschärft und verdichtet werden, soweit dies irgend erforderlich erscheine. Klein Auheim, 10. Juni. Am Mittwoch Morgen rasten die scheu gewordenen Pferde eines Militärfuhrwerks aus Hanau durch die Langstraße. Ein Fuhrmann der Brauerei Orschler in Hanau, welcher die Pferde aufbalten wollte, wurde umgerissen und unter den Wagen geschleudert. Er trug schwere Verletzungen davon. Vom Maintal, 9. Juni. Die Heuernte ist setzt überall im Gange. Sie befriedigt unsere Landwirte durchweg. Wenn auch auf trockenem Wi«s>ngrunde ein zeitweilig ein- setzender Regen noch willkommen gewesen wäre, da er alsdann eine richtige Rekordernte gezeitigt hätte, so ist doch im allgemeinen eine gute Vollernte zu verzeichnen. Auf gutem Wiesengrunde fällt die Ernte sehr reich aus. Die herrschende heiße Witterung begünstigt sehr die rasche, gute Einbringung der Ernte. Tie Wiesenheuernte lieferte durchweg wahre Rekorderträge. Für den Zentner neues Kleeheu werden 9 Mark, für altes bis zu 18 Mark pro Zentner gezahlt. Das sind Preise die bisher nie erlebt wurden. AuS Starkcnburg. Offenback,, 10. Juni. Am Freitag abend logierten sich droi Leute in feldgrauer Uniform in ein hiesiges Hotel ein. Am folgenden Morgen machten sich dieselben schon frühzeitig auf die Beine, um angeblich nach Hanau wetterzu- reisen. Dem Hotelier fiel es jedoch auf daß sie etwas in die von ihnen mitgebrachten Pappschachteln gepackt hatten, weshalb er diese an sich nahm, um den Inhalt nachzusehen. Es fanden sich Bettkolter und vier Paar Stiefel darin. Währenddem sprangen die Leute, da dre Heteltüre noch verschlossen war. durch die Fenster nach der Straße. Zweien von ihnen gelang es, auf diese Weise zu entkommen, während der dritte einem hinzugekommenen Schutzmann direkt in die Arme sprang. Der Festgenommene wurde der Militärbehörde zugeführt. Offenbach, 9. Juni. Hier hatte jemand einen überflüssigen Schinken, den er zu Geld machen wollte. Ein Käufer wir bald gefunden. 10 Mark sollte das Pfund Schinken bringen. Der Käufer zahlte ein Angeld von 10 Mark, b.kam darauf den Schinken und sollte den Rest von 160 Mark umgehend senden. Da das Geld ausblieb, meldete sich der Schinkenverkäuser. ..Entweder meinen Schinken oder das Geld", so sagte er. Der Käufer war weder zu dem einen noch zu dem andern zu bewegen- Lächelnd erwiderte er: „Zeigen Sie mich doch bei der Staatsanwaltschait an. Sie bekommen mehr als ich. Denn Sie wißen doch, daß Sie für das Pfund Schinken nicht 10 Mark nehmen dürfen." Was blieb dem Verkäufer weiter übrig, als gute Miene zum bösen Spiel zu machen! So ein a 1) ist die Sache denn doch nicht. Mit dem Borgeben, 10 Mark zahlen zu wollen, macht sich der Mann der Barspiegelung falscher Ta sachen schuldig, die in Verbindung mit der zweisellos vorliegenden Absicht, sich einen „rechtswidrigen Vermögensvoneil" — Schinken zum Spottpreise — zu veOchassen, Betrug darstetlt. Aus Hessen, 9. Juni. 2m Bahnhof Goldstein wurde am Samstag die zerstückelte Leiche eines etwa 31—45 jährigen Hilfsdsinstpsiichtigen aufgefunden. Ob ein Unfall vorliegt oder ob der Mann selbst den To) umer den Rädern der Eisenbahn g.sucht hat, konnte nicht sestgestellt werden- Pfungstadt, 10. Juni. Zwischen Hahn und Eschollbrücken stürzte ein Flugzeug aus dem Flugzeugpark bei Griesheim und zwar aus einer Höhe von 1500 Meter ab. Der eine Insasse irar sofort tot, der andere sehr schwer verletzt. Von der Bergstraße. Tie Kirschenernte ist z. Zt. besonders in Seeheim, Alsbach rffw. lebhaft im Gange. Besonders am Sonntag waren die Orte von Kirschenliebhabern geradezu überschwemmt, besonders weil Seeheim den Käufern nur 45 Pfennig für das Pfund abnimmt, während die benachbarten Komunalverbande 65 fordern. Freilich wird dieser Höchstpreis nicht immer eingehalten, was zum Teil auf die Käufer, zum Teil aber auch auf die Erzeuger selbst zurückzu führen ist. da das Pflücken der Frucht im Gegensatz zu deni Vorjahre bei voller Ernte, während in diesem Jahre nur ein Drittel Ernte besteht, viel schwieriger ist. Einer aus der Bergstraße kommenden Frau die 30 Pfd. Kirschen angeblich das Pfund zu 1 Mark gekauft hatte, wurden diese sämtlich heute in der Bahn auf der Fahrt nach Frankfurt beschlagnahmt. Aus Htsten-Rassa^ Aus dem Kreise Höchst a. M. Die Tollwut wurde in Hockst a. M. bei einem frei umhergelaufenen Hunde festge- stellt. Für den Stadtbezirk Höchst a. M. (mit Unter lieder- bach Sindlingen, Zeilsheim), Nied, Sossenheim, Griesheim und Schwanheim wurde deshalb die Hundesperre angeordnet Es empfiehlt sich, daß die hiesigen Hundebesitzer auf ihre Hunde besonders achten. Ans dem We'chnitztal, den 10. Juni. Unsere Landwirte sind eben vollauf mit der Heuernte beschäftigt. Diese fällt nach Menge und besonders nach Güte, vorzüglich aus. Das Hacken der Kartoffeln ist jo ziemlich beendigt und mit dem Häufeln hat man begonnen. Mit dem Setzen der Dickwurzeln ist man leider noch zurück, weil dem Boden die nötige Feuchtigkeit fehlt. Trotzdem man sich während der Herrernte nicht gerne Regenweiter wünscht, sehnt m n sich doch allgemein nach einem erquickenden und di rchgreifenden Regen, da sowohl unsere Sommerfrüchte, Gerste und Hafer, als auch alle - Hackfrüchte, besonders die Kartoffeln, des Regens sehr bedürfen. Aus Rheinhessen. Gxpioftonsunglück. Mainz, 12 Juni. (WB) Heute nachmittag 12.45 Uhr fand in der Metallwarenfabrik von Busch eine Explosion statt, durch welche ein kleines Betriebsgebäude zerstört wurde Außer dem Materialschaden sind leider auch mehrere Menschenopfer zu beklagen. Bis jetzt sind festgestellt drei Tote und 50 bis 60 Verletzte, darunter etwa 10 Schwerverletzte. Von letzteren ist bisher einer seinen Wunden erlegen. Der Fortgang des Betriebes ist nicht gestört. Mainz, 8. Im. Die hessischen Handelskammern verhandelten in ihrer gestrigen Sitzung über dre im Reichstag cingehrachten Anträge zur Besteuerung des Besitzes und gaben einstimmig die folgende Erklärung ab: „Der Hessische Handleskammertag erhebt die ernstesten Bedenken gegen die nach Zeitungsberichten von einer Mehrheit der Parteien des Reichstags beachsichtigten ttefen Eingriffe in das bisher in der Hauptsache den Einzelstäaten überlassene Gebiet der direkten Steuern. Die Besteuerung von Einkommen und Vermögen war schon bisher erheblich, sie wird aber durch den stark erhöhten Geldbedarf der Einzelstaaten künftig, zumal wegen des Mangels anderer Einnahmequelle», bis zum höchst zulässigen, mit dem Erwerbsbetrieb noch vereinbarlichcn Maß angespannt werden. Werden nunmehr noch von Reichswegen diese Steuerquellen stark in Anspruch genommen^ so ist zu befürchten, daß das 8ötrt-_ schaftsleben durch Unterbindung des notigen Kapitalzuflusses aufs schwerste geschädigt wird. Außerdem besteht gegen eine Reichseinkommensteuer noch das besondere Bedenken, daß eine auf den Steuergesetzen der Einzelstaaten aufgebaute Besteuerung ungleichmäßig in Bezug auf die Steuersätze und namentlich in Bezug auf die Veranlagung wirken und zu den größten Ungerechtigkeiten führen würde. Wenn daher ttotz der schweren Bedenken eine Einkommen- besteuerung durch das Reich kommen würde, so müßte unbe. dingt für eine einheitliche Veranlagung Sorge getragen werden." Mainz, 9 Juni. Der bei der letzten Verbrecherjagd am Mittwoch Nachmittag festgenommene Sträiling Koppe.e ist im hiesigen Festungslazarett an den Folgen der Verwundung, die er sich selbst beibrachte gestorben. Koppele war, wie festgestellt wurde, aus dem Festungs- gesüngnis zu Rastatt entsprungen, wo er eine 11jährige Festungsstrase zu verbüßen hatte. Auf der Flucht lernte er den fahnenflüchtigen Bauer kennen, und beide begannen nun von neuem ihre Berbrecherlausbahn, bis sie hier ihr Schicksal erreichte. Bauer sieht jetzt seiner Bestrafung durch das Militärgericht entgegen. FC. Wiesbaden, 11. Juni. „Hühner und Schtveine zu verkaufen, näheres bei Binzens Sckiä-e, Wellritzthal." Dieses Inserat prangte Mitte September in einer hiesigen Tageszeitung. Hierauf begab sich der Gerichtsvollzieher Lohnsdorfer von hier zu dem bis dahin unpfändbaren Arbeiter Schiche und frug denselben ob er Hühner zu verkaufen habe, was verneint wurde, da dieselben schon verkauft waren. „Haben sie Schweine?" dies wurde bejaht. Hierauf lies Schicht aus dem Stall die inserierten Sck)weine heraus- spazieren. Lohndorfer wollte seines Amtes nunmehr als Vollziehungsbeamter walten. Doch da kam er schön bei dem Schiche an. Zuerst bearbeitete er den langjährigen ruhigen Beamten mit den Händen, dann mit einem Stock und schließlich griff er zur Mistgabel und brachte hiermit dem am Boden liegenden Beamten erhebliche Stichwunden am ganzen Körper und am Gesicht bei. Schiche schickte sich eben an, dem um Hilfe rufendenManne die Mistgabel in denLeib zu stoßen als Hilfe heran kam, die den ganz rabiaten Schick)e kampf' unfähig machte, ehe das schlimmste geschehen. „Hött ich dich doch tot gestochen, du Lump, mir kann doch nichts passieren, denn ich bin geisteskrank", meinte noch Schiche, der sich außerdem noch in der gemeinsten Weise in Schimpfereien über den Beamten erging. Heute hatte sich Schiche vor den Schöffen dieserhalb zu verantworten. Diese erkannten auf eine Gefängnisstrafe von zehn Wochen wegen Widerstandes, gefährlicher Körperverletzung rmd Beleidigung. Dem Gerichtsvollzieher wurde Publrkattonsbefugnis erteitt. Worms, 7. Juni. 2m städtischen Krankenhaus liegen zurzeit drei Buben von 9, 10 und 11 Jahren, die mit Granatzündern spielten, die aus dem Felde mitgebracht wurden. Die Zünder explodierten. Zwei Irin- gen haben den halben Daumen und halben Zeigefinger einer Hand verloren, der dritte dreieinhalb Finger der linken Hand. Es ist unglaublicher Leichtsinn, derartige Dinge aus dem Felde mitzubringen und gar in die Hände von Kindern gelangen zu lassen, oder, wie es in dem einen Fall geschehen ist, einen Zünder im Freien fortzuwersen. Ein Kind hat ihn gefunden und dabei die Hand nahezu ganz verloren. Oppenheim, 7. Juni. Ein nachahmenswertes Mittel zur Hebung der Schweinezucht beabsichtigt die hiesige Kreisbehöroe anzuwenden. Ilm nämlich dem in Aussicht stehenden Mangel an schlachtreifen Schweinen für den kommenden Herbst und Winter vorzubeugen, will der Kreis mit Schweinehaltern und Züchtern unter sehr günstigen Bedingungen, die bei den Bürgermeistereien offen liegen, Schweinemastoerträge abschließen. Damit dürste vor allem erreicht werden, daß die wegen der hohen Ferkelpreise oft unterlassene Anschaffung von Jungtieren wesentlich erleichtert und vermehtt wird. Hcrbstein, 10. Juni. (Frostschaden.) In der Nackck vom 6. und 7 Juni sind in den hiesigen Gärten sämtliche Gurken und Bohnen erfroren. Selbst die an besonders ungünstigen Stellen gepflanzten Kartoffeln haben infolge des Nachtfrostes Not gelitten. g: Das Feldheer braucht 13 dringend Hafer, Heu 13 b und Stroh! 13 5 Landwirte ielst dem Heere. 13 Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!. Friedberg: für den Anzeigenteil: N. H e y n e r Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung* A G.. Friedberg i H Worte der Anerkennung werden uns oft über die Jnferations- erfolge ausgesprochen, die selbst mtt kleinen Anzeigen in der „Reuen Tageszeitung" erzielt werden. Wenn Sie irgend etwas anzubieten, zu verkaufen oder zu kaufen haben, fo be« „ dienen Sie sich vorteilhaft unseres Blattes. Mm nie tmrdj Kebk Leid gkjchah. Roman von C o n r 1 h ß - M a h l e r. ^0 Nachdruck verboten. Herr von Birkenheim sah zu der stolzen schlanken Gestalt hinüber, die ruhig die Noten zusammenlegte. „Es wäre auch schade gewesen um dieses schöne Mädchen," dachte er. Und laut fuhr er fort: „Jedenfalls können wir uns glücklich schätzen, daß Sie nickt zur Bühne gingen, sondern nach Birkenheim kamen. Nick dankbare Zuhörer werden Sie an uns gewiß immer linden." So war es gekommen, daß Christa nun sehr oft des Abends musizierte. Und wenn sie sang, dann lauschten nicht nur ihre Zuhörer im Zimmer, sondern draußen drängte sich auch die Dienerschaft lauschend unter den Fenstern. Und einmal sang und spielte Christa auch als die Flankenauer zu Gaste waren. Frau Frankenau war entzückt Ursula begeistert — nur Hans Ullrich sclw.üeg. Aber ertrug die Töne in seinem Herzen fort. Auch Karla ließ sich zuweilen hören. Sie spielte sehr geläufig und brillant, aber ihrem Spiel fehlte der warme, beseelte Ausdruck, der Christas Spiel eigen war. Karla hatte auck ein ganz hübsches Sopranstimmchen. das freilich leicht ermüdete und heiser wurde. Aber zuweilen sang sie mit Christa ein Duett, und diese hielt dann ihren vollen Alt zurück, damit sie sich dem schwächeren Sopran anpaßte uud nicht dominierte. So klangen diese Duette ganz hübsch. Diese Hauskonzerte machten Herrn von Birkenheini viel Freude. Sie brachten ihn wieder in eine frohere, lebhaftere Stimmung. Er konnte ganz heiter werden. Ueberhaupt war es auffallend, wie sehr sich seine Stimmung gebessert hatte, fett Christia HettmLt fft feinem Hause war, Sehr selten war er noch grillig und nervös, und ge- schah es doch einmal — dann gewiß nur in Christas Abwesenheit. Sobald diese wieder zu ihm trat war es, als ging ein beruhigender Zauber von ihr zu ihm. „Wenn Sie eintreten, ist mir zumute, als gehe die Helle warme Sonne auf, Fräulein Hellmut. -Sie werden mir von Tag zu Tag unentbehrlicher, und ich weiß wirklich nicht, wie ich früher ohne Sie fertig geworden bin. Gott sei Dank, daß Sie in Birkenheim sind." So sagte er eines Tages zu ihr. „Das freut mich sehr — ich kann nicht sagen, wie sehr — daß ich Ihnen nützlich sein kann," erwiderte sie. Und ihre schönen Augen strahlten froh und glücklich. Sie tat alles, was in ihrer Macht stand, um ihn heiter und zufrieden zu machen. So war es Juli geworden und Graf Steinau hatte sich für die nächsten Tage als Gast angesagt. Er hatte ge- schrieben, daß er in Begleitung seines Neffen, Grafen Joachim Steinau, kommen würde. Graf Joachim war Offizier in einem Gard-eregiment und er war früher sehr oft in Frankenau und Birkenheim zu Besuch gewesen. Die Kunde von der bevorstehenden Ankunft der beiden Grafen war cubch nach Frankenau gekommen. Hans Ullrich brachte sie mit, als er in Birkenheim im Voröeirciten guten Tag gesagt hatte. Und Ursula bekam seltsamerweise bei dieser Nachricht einen roten Kopf. „Graf Joachim auch?" fragte sie hasttg. „Ja, er auch," erwiderte ihr Bruder. Da lief Ursula plötzlich davon, hinauf in ihre Zimmer And dort blieb sie so lange, bis sie zu Tisch gerufen wurde. Und in ihrem Zimmer hatte sie ganz ruhig und reglos in chrem Sessel gesessen und Hütte doch heiße Wangen unk» glänzende Augen, als sie wieder hcrunterkam. Und nach Tisch trug sie wieder ein Körbchen mit Lek- kereien zu den Waisenkindern, wie sonst nur bei freudigen Ereignissen. „Was ist denn heute los, Fräulein Nrselchen?" fragte die alte Dörte. Ich freue mich nur. daß die Birkenheimer Besuch, bekommen. Da wird es ein bißchen fidel."- Frau von Frankenau hatte ihren Vorsatz ausgefuhrt und hatte der Baronin gesagt, daß ihr Sohn im Winter nach der Residenz auf die Brautschau gehen würde. Die Baronin hatte diese Kunde mit Würde ertragen, aber als sie dann mit ihrer Tochter allein war und dieser die Mitteilung machte, da sah das verschwiegene Zimmer, in dem sich die beiden Damen befanden, ein recht wenig sanftes und madonnenhaftes Ge. baren. Als . sie sich ausgetobt hatten, trugen sie freilich ihre liebenswürdigen Mienen zur Schau; aber ihre Hoffnungen, daß die Baronesse Majoratsherrin von Frankenau werden wiirde, waren sehr herabgestimmt. Ganz hatte Karla jedoch diese Hoffnung nicht aufgegeben. Inzwischen hatte die Baronesse auf ihre Anfrage in Stockholm den Bescheid erhalten, daß die Freifrau Maria von Platen, geborene Freiin von Birkenheim, vor Jahres» frist gestorben sei. Das hatte Mutter und Tochter sehr gefreut und ihnen ein wenig über ihren Aerger hinweggeholfen. Sie hofften nun sicher, Herrn von Birkenheims einzige Erbin zu sein, und außerdem war die Baronin sehr ftoh, daß sie nicht mehr zu fürchten brauchte, daß Maria von Platen doch noch eines Tages in Birkenheim auftaivchen könne, was für sie allerhand unliebsame Folgen hätte zeitigen können« Fortsetzung folgt. Bekanntmachung. Samstag, den 15. Juni 1918 Brotkarten-Ausgabe. Bezirk I. Altes Postgebäude L Stock. Nr. 1—150 von 8—9 Uhr, „ 151—300 „ 9—10 .. 3J1-450 „ 10-11 ” .. 451-000 H 11-12 " - bvl u.höher „ 12—1 _ Bezirk III. Schule in Fauerbach. Nr. 1—150 von 8—9 Uhr. - Iblu. hoher.. S-ia.„ »"stehende Zeiteinteilung ist genau zu beachte». Dre Lebensmittelkarie iß vorzulegen. Friedüerg. den 12. Juni 1918. Der Bürgermeister I. V.: Damm. Bezirk II. Museumsgebäude, Haagstr. 16 . Nr. 1—150 von 8—9 Uhr. „ 151-300 „ 9-10 „ 301-450 .. 10-11 ” .. 451—645 „ 11—12 „ Bezirk II a. Alles Postgebäude I. Stock. Nr. 646—800 von 8—9 Uhr „ 801-950 „ 9—10 1 .. 951-1100 „ 10-11 ! » 1101-1250 „ 11-12 l 1251 u. höher „ 12—1 „ Di- 0p-- iitii) DarlehnsW Lber-MWt, e. E. m. u. H., ist durch Beschluß der Generalversammlung vom 2. Juni 1918 in eine kkiloffeiischlist mit bkschriiilttkr ßsstpflicht umqewandelt worden. Gläubiger, die mit diesem Beschluß nicht einverstanden sind, wollen sich bei der Kasse melden. Ober-Mockstadt, den 4. Juni 1918. Spar- miD ZarlchMassk 8be»MWt, e. (&. m. u. H., Wilhelm Mickel II. Heinrich Mickel ll. Letr.Die Fleischver orgunz für die Stadt Friedberg. Bekanntmachung Ich bringe hierdurch zur öffentlichen uennlnis, dag der Veuauf von Ntnd- und Kalbfleisch sowie Wurst sür diese Woche am Frel- tcg. den 14. Juni 1918. nachmlt- ta s von 1 — 6 Ul>r m den sämtlich n hiesigen Metzgerläden statt- sindet. Schweinefleisch gelangt nicht zur Ac 5 abe. Xte Verkaufszeit ist genau einzuhallen. Fnedberq, den 12. Juni 1918. Der Bürgermeuter. 2. B.: D a m in. Bekanntmachung Für die städt. Berwallunz wird -um ial.iieu Eintritt (mögt. ;um l Juli) ein im Bürodienst erfahrener Schreibgehitzs ^esul! t. Es kommen eo:l auch Damen, gut ccngealb ite e Maschinen,chreiocriun.n. in Frage Selbst eschneoene Angeoote mit Leben laus und Zeugnisabschriften sind unter Angabe der Ee- haltsnnsprüche und des Tags des frühesten Diensteinirius b,s zum 24. d. Mts. an den Unterzeichneten zu richten. Friedberg, den 12. Juni 1918- Der Bürgermeister. _ 2. V.: Damm. Bekanntmachung Am Montag. den 17. Juni, gelangen die neuen BquMülik sür Mmiiifi von 8 bis 1 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachmi tags aus Zimmer Nr. 9 des Stadthauses zur Ausgabe. Die Vollmilchaus- weistarle ist oorzulegen. Friedberg, den 11. Juni 1918 Der Bürgermeister. 2. B.: D a in m. Zu verkaufen die außer . etlied gestellte Wasser- förderamage des städt. Wasserwerks, bestehend aus: 2 DlMpflillljchMkll mit dir. gef. Pumpen, | Nasse, Wkiilarlri, “Mif Ilf« Sageszritullg Kruöirrn«. ^il.A.-tS. von 24,2 qm Heizfläche. Besichtigung kann jederzeit unter vorheri ec Anmeldung er olgen. Liüöt.Wt- «.Wchamch Frredberq (Hessen). Trs»kii-Stütke Veredelte o,._„ (* zum Rohstärkeu wie auch als Kochstärke vorzüglich brauchbar in Paketen ä 60 Pfg. empfiehlt FrikdiichMichcl .Vriet' era. A O # ❖ ♦ ♦ ❖ ❖ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ ♦ § #» ♦ ♦ ♦ ♦ * ♦ ♦ ♦ # ♦ & & # ♦ Neue Tageszeitung Druckerei und Verlag A.-G. Friedberg (Hessen) Hanauerstraße Nr. 12 Fernsprecher 48. AiistltijsWg hi Arnkscheil jeder Art für Behörden, Handel, Gewerbe, Industrie, Vereine u. Privatbedarf zu zivilen Preisen und in kürzester Lieferzeit. 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