zlummer 135 Mittwoch, den 12. Juni 1918 n. Jatzrgnng * le fl™ reden Werttag. Regelmätzige Beilagen ..Ae- Sauer aus Hellen". ..Die Spiunstube". Kemg-pr-i-- Bei den Postanstalten o.erceliährttch ^inau lntt noch das Bestellgeld, .er cen Aoenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Tragerlohn. Anzeige«: iSrundzeile 25 Psg., lokale 20 Psg^ Änieiaen von auswärts oerden ' u erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Kchriftlettnug und Verlag Friedberg tyeffen). ^anauer^ratze 12. Fermprecher 48. Post, lieck-Lonto Nr. 4359. 'U-nt fcan??.irt *. M. ^ ai)m kjih dks HÄzkitzkliiUcs jiidlch Der Feind auf die Aronde znrückgemorftn. — Erneute Gegenongr ffe der Franzosen unter schwersten Verlusten geicheitert. — Wehr als lOOOO Gefangene. — Zwei italienische Dorstösze gescheitert. — 26000 Tonnen versenkt. — Das gleiche Wahlrecht für Preußen akermals akgelehnt. » — ■'.""". —- K Der deutsche Generalstak ? ==. meldet: — W. T. K. Großes Aanplquartier» -en 11. Juni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Die tagsüber mäßige Gefechtstätigkeit lebte nur beiderseits der Somme auf. Nach starker Feuervorbereitung griff der Feind am Abend zwischen Ancre und Somme an. Ocrtliä)er Einbruch des Feindes an der Straße Corbie— Vray wurde durch Gegenstoß zuru Stehen gebracht. Vor der übrigen Front brach der Angriff blutig zusammen. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In zwei Kampftagen hat der Angriff der Armee des Generals v. Hutier zu dem beabsichtigten Erfolge geführt ltnd uns in den Besitz des Höhengeländes südwestlich von Noyon gebracht. Der Stoß traf einen auf unseren Angriff vorbereiteten. tiefgegliederten Feind in stärkster Stellung. Die französischen Divisionen konnten trotzdem der ungestümen Angriffskraft unserer Truppen nicht widerstehen. Auch die zu einheitlichen Gegenangriffen herangeführten Divisionen der französischen Heeresreserve wurden gestern in erbitterten Kämpfen zurückgeschlagen. Auf dem rechten Angriffsflügel behaupteten Truppen des Generals v. Oetinger die südlich von Assainvillers genommenen feindlichen Linien gegen heftige Gegenangriffe. Die Truppen des Generals v. Webern stehen im Kample bei Courcelles und M6ry. Beiderseits der großen Straße Roye-Estr^es-St. Devis eroberten sie den Höhenrücken östlich von Mry. durchstießen die vierte feindliche Stellung und warfen den Feind auf die Aronde zurück. Trotz zäher feindlicher Gegenwehr erkämpften sich die Truppen des Generals v. Schoeler den Uebergang über die Matz Nach Erstürmung der Höhe von Marqueglise und des Viguenwntberges drangen sie im unaufhaltsamen Angriff bis Autheuil vor. Das Korps des Generals Hofmann hat in stetem Kampf das feindliche StellungZLewirr auf den Höhen süd- sich von Thiescourt durchstoßen. Auf den nach Süden zur Oise abfallenden Hängen drangen wir bis Ribocourt vor. Die Gefangenenzahl hat sich auf mehr als 10 000 erhöht. Damit steigt die Zahl der von der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz seit 27. Mai eingebrachten Gefangenen auf etwa 75 000. An der Front von der Oise bis Reims ist die Lage unverändert. Erneute Angriffe des Feindes nordinestlich von Chateau Thierry brac^n verlustreich zusammen. Oestlich der Cerna bei den Dörfern Stravina nd Grade, schniha, in der Umgebung des Dobropolje und westlich des Wardar war das Artilleriefeuer auf beiden Seiten zeitweise hcsüg. Ein englischer Sturmtrupp, der sich unteren Gräben bei dem Dorfe Kresteli südwestlich vom Doiran-See zu nähern versuchte, wurde durch Feuer vertrieben. Das türkische Hauptquartier melket: Konstant!nopel, 9. Juni. (WB.) Amtlicher Tages- bericht. Palästinafront: Am früh«! Morgen des 8. Juni setzte nach äußerst heftiger Artillerievorbereitung in dem Kllsten- abschnitt ein Angriff starker feindlicher Kräfte ein. Erbitterte, wechselvolle Bajonett- und Handgranatenkämpse spielten sich im Vorgelände unserer Stellungen ab. Infolge der zähen Verteidigung unserer vorgeschobenen Postierungen gelang es dem Feinde nicht, seinen Angriff an unsere Stellungen heranzutragen. Da, wo der Feind im Borge- lände sich festgesetzt hatte, wurde er mittags durch tapfere Gegenangriffe unserer Truppen geworfen. Erneute feindliche Angriffsversuche durch frisch herangeführte Reserven wurden durch unser wirksames Artillerisfeuer im Keime ersttckt Zwei zum Angriff berritgestellte Bataillone wurden anseinandergetrieben. Unsere bisherigen Stellungen sind restlos wieder in unserer Hand. Die Verluste des Feindes sind schwer. Von den anderen Fronten nichts Neues. B Konstantinopel, 10. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Palästinafront: Nach der Niederlage, die sich der Feind gestern im Küstenahschnitt geholt hat, herrschte heute an der ganzen Front nur geringe Gefechtstätigkeit. Ein feindlicher Flieger wurde im Luftkampft abgeschossen. Auf den anderen Kampffronten ist* die Lage unverändert. 26000 Tonne« verdenkt. Berlin, 10. Juni. (WB. Amtlich.) Im Mittelmeer ver- senkten unsere U-Boote sieben Dampfer von etwa 26 000 Bruttoregistcrtonnen. Unter ihnen befanden sich die englischen bewaffneten Dampfer „Cambrian King" (3601 Brt.) mit Flugzeugen und der Dampfer „Snowdon" (3189 Brt.) mit 4000 Tonnen Kohle und 200 Tonnen Stückgut. Der Chef des Admiralstabes der Marine. Der Erste Gencralquartiermeister: Ludendorff. Alrendberrcht. Berlin, 11. Juni, abends. (WB. Amtlich.) Auf dem Kampffelde südwestlich Noyon sind erneute Gegenangriffe der Franzosen unter schwersten Verlusten gescheitert. Der österreichische Generalstnd — meidet: Wien, 11. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der unteren Piave scheiterten abermals zwei italienische Vorstöße. Auch in der Fronzelg-Schlucht wurden feindliche Erkundungsabteilungen abgewiesen. Nordwestlich von Korea in Albanien haben die Franzosen ihre Angriffe wieder ausgenommen. Der Chef des Generalstabes. Der bulgarische Grneralstak =■- meldet: .— , Sofia, 10. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Westlich vom Ochrida-See zerstreuten wir durch Feuer französische Erkundungsabteilungen Die Schlacht im Westen. Die Kämpfe am 9. Juni. Berlin, 11. Juni. (WB.) Am 9. Juni vormittags 6.20 Uhr war bereits von der gegen Orvillers verbrechenden Division das feindliche Grabensystem und der Ort selbst mit Hilfe von Tanks im heftigen Kampfe genommen. Das von Schluchten durchzogene waldreiche Gelände hat dos Aussehen eines großen Werkes. Es bot dem Feind hervorragende Stützpunkte zum Einbau von Maschinengewehren. Bei der Bekämpfung derielben leisteten deutsche Tanks und Flammenwerfer Glänzendes. Durch die zerschossenen Trümmer der Ortschaft fuhren die Tanks vor und säuberten sie mit ihren Geschütze^ und Maschinengewehren. Ein Flammenwerfer vernichtete allein vier Maschinengewehr-Stützpunkte. Die Tanks stießen sodann südlich auf Ouvilly vor und erleichterten der Infanterie die Einnahme des Dorfes. In Ouvilly arbeitete ein geschlossenes feindliches Bataillon an den Stellungsgräben der zweiten Stellung. Es wurde bereits bis auf den letzten Mann gefangen genommen. Westlich der Ortschaft wurden zahlreiche Geschütze erobert; auch andere Beute, wie Sanitätsautos, reichliches Telephongerät rnrd große Mengen Munition fielen in unsere Hand. Gegen Abend tobte nach Gewinnung der Straße Mery— Ressons—sur-Matz der Kampf um das Dorf Lataule und um die Waldstücke östlich desselben. Lataule mit Schloß und Park bildete einen starken Stützpunkt inmitten der feindlichen, gut ausgebauten dritten Stellung. Der Ort wurde frühmorgens am 10. gestürmt. Bald daraus fiel Belloy. Hiermit hatte die Division das schwierigste Gelände überwunden. Gegen Truppen von drei Divisionen hatte sie m dem ihr Angewiesenen Abschnitt zu kämpfen. Ueber 2500 Gefangene, eine große Anzahl Maschinengewehre und zahlreiche Geschütze sind erbeutet. Die Tätigkeit unserer Flieger. Berlin. 11. Juni. (WB.) Die letzten Nächte waren fuL die Tätigkeit unserer Bombengeschwader im allgemeinen günstig. Diese richteten ihre Angriffe gegen die feindlichen Flughäfen, auf denen sie durch unseren Vormarsch bis zur Marne aus ihren alten Häfen verdrängten feindlichen Verkünde dicht gedrängt Zuflucht gesucht hatten, ferner gegen Bahnhöfe und Etappenorte des Gegners, die infolge der Heranziehung der Reserven und der Wiederordnung der durch unseren Ansturm verwirrten rückwärtigen Verbindungen eine dichte Bestellung aufwiesen, und gegen Paris. Ueberall konnte durch Brände und Explosionen festgestellt werden, daß die Bombengeschwader die ihnen befohlenen Ziele zu treffen wußten. Unsere anderen Fliegerverbände waren nicht weniger tätig. Besonders gute Erfolge erzielten unsere Jagdflieger im Angriff gegen Geschwader des Gegners. Es gelang ihnen allein am 6. und 7. Juni 29 feindliche Flugzeuge abzuschietzen. Unsere Verluste sind demgegenüber mit nur neun Flugzeugen erfreulich gering. Die Nuilösnag der Fochschcn Manövrierarmee. Berlin, 10. Juni. (WB.) Der große Sieg des Deutschen Kronprinzen, der weitere bedeutende Teile der Kampfkraft und Kampfmittel der Entente zertrümmerte, hatte zugleich die Auflösung und völlige Zertrümmerung der Foch- scheu Manövrierarme« herbeigeffihrt.. Zu Beginn der Schlacht an der Aisn« standen am 27. Mai im ganzen acht Divisionen des Feindes an der Front. Durch die Ausdehnung des Angriffes wurden in kürzester Zeit sieben weitere Divisionen in die Schlacht mit hereingezogen. Die von Tag zu Tag wachsenden Erfolge führten schließlich dazu, daß der französischeFührer aufs n«ue 35 Divisionen in den Kampf werfen mußte. Im ganzen sind also 50 feindliche Divisionen an der von der deutschen Führung gewollten Front in kürzester Seit zum Einsatz gezwungen. Die infolge der englischen Niederlage nötig gewordene Abgabe von französischen Verbänden an die Front beiderseits der Somme und in Flandern entblößte die französische Front in gefährlichster Weise und ist schuld sowohl an der schweren Niederlage, die die Franzosen zwischen der Aisne und der Marne Tag für Tag erlitten sowie an der neuen Niederlage, die am 9. Juni den Franzosen wiederum auf der Front von Montdidier bis Noyon zugettigt wurde. Es wurden ihnen schon am ersten Tage 8000 Mann abgenommen. Der ungeheure Materialverlust. den die Entente arrf den ausgedehnten Fronten zwischen Apern und Noyon und zwischen Noyon und Reims erlitt, wird nur schwer zu ersetzen sein, vor allem, da die' breiten Lücken der Ententeheere durch vermehrten Einsatz aus der Heimat ergänzt werden müssen. Die Hoffnung der Entente auf einen entscheidenden Eingriff der großen Manövrierarmee ist endgültig gescheitert. Die stolze Reservearmee. die der Kriegsrat von Versailles bei seinem Beschluß zur Fortsetzung des Krieges als Trumpf ausspielte besteht als solche nicht mehr. Die Beschießung von Doris. Genf. 11. Juni. Mit geringen Unterbrechungen dauerte die Beschießung von Paris aus Ferngeschützen von Samstag morgen bis Sonr>ag abend fort. Die Gesamtzahl der Schüsse bewies eine erhebliche Steigerung der deutschen Angriffsmiltel. Welche Bezirke am schwersten heimgesnchi sind, läßt sich aus den knappen Meldungen nicht entnehmen Die ü=6ooff an der immkanilchen Küste. Amsterdam, 11. Juni. (WB.) Einem hiesigen Blatt- zusolge erfährt die „T-mps" aus Washington: Der stell- vertretende Märinesekretär Franklin Roosevelt hat gegen- über dem Korrespondenten der „Times" erklärt: "Die aine- X rikanffche Flottenleitung benachrichtigte bereits Ende Maj alle Schiffe und Küstenbatterien, daß wahrscheinlich feindliche Tauchboote an den Küsten des Atlantischen Ozeans erscheinen würden. Diese Warnung wurde abgcsandt, noch kevor das Marinesekretariat von den U-BooftAngrisfen ge- hört hatte. Die Dampfer und Segler auf See und in den Häfen empfingen diese Warnung, aber die langsamen Segler ohne Einrichtung für die drahtlose Telegraphie konnten nicht mehr gewarnt werden. Amtliche Zahlen über die Zahl der Tauchboote, die an der amerikanischen Küste auftreten, sind nicht veröffentlicht worden. Es handelt sich aber um mindestens zwei Tauchboote. In Regierungskreisen ist man teilweise der Ansicht, daß eines davon ein Kampf-tt-Boot ist wahrend das andere ein Vorratsschifs von der „Deutschland".' Klasse sei. Die Tauchboote vernichten meistens die Schifte, die sie angreifen. durch Artilleriefeuer und Bomben, nur rn zwei Fällen wurden Torpedos benutzt. Es wurden auch einige Minen gelegt, von denen 12 bereits ausgefischt worden sind. Bern, 11. Juni. (WB.) Di« Pariser Ausgabe der „Chicago Tribüne" vom 7. Juni bringt eine lange New Yorker Drahtung über die Versenkungen an der amerikanischen Küste durch Tauchboote, worin es heißt: „Die Annahme, daß die Tauchboote die wenigstens 15 Schiffe in einer ver- hältnismäßig geringen Enfternrmg von der Küste versenkt haben, nach Europa zurückgekehrt seien, hat sich als falsch erwiesen, da von einem Zerstörer 48 Ueberlebende nach dem letzten Opfer aufgefischt worden sind. Die interessanteste Erfahrung machte die Besatzung des versenkten Schuners „Edna" welche eine Woche fang an Bord des Tauchbootes fcstgehalten wirrde. Die Mannschaft des Tauchbootes er- klarte. Deutschland habe permanente Blockade der amerikanischen .Küste errichtet. Das Tauchboot habe Kiel mit Proviant für ein halbes Jahr verlassen, aber man beab- srchtrge ein Jahr auf See zu bleiben und den Proviant von gekaperten Schiffen zu ergänzen. New York bereitet sich auf «llle Möglichkeiten vor, so wurde die Auslöschung aller Lichter mit Ausnahme der Straßenlampen und der Jnnen- beleuchttrng befohlen. Die Polizei kündigt Warmrngssiguale tm Falle von Luftangriffen cm. Alle Lichter in Coney Js- land, Brighton. Seagate und anderen Küstenplätzen wrwden verdunkelt. Haag, 11. Juni. Reuter meldet aus New York, daß seft LemErfcheinen der deutschen U-Boote in den amerikanischen ^«ffern, dce amerikanischen Kriegswersten,fünfmal so viel Schiffsraum, wie bei den Angriffen verloren gingen, bauten. Dre U-Boote bohrten 16531 Tonnen DarnpfWffe rmd 7800 Hannen Segelschiffe in den Grund, die Wersten vollendettu dangen vom 25. bis zmn 31. 87 500 Tonnen, vom t bis 5. Juru 57 000 Tonnen. pf 8. KritgSlNkkeihk: 15 Mitlmdkn. Berlin, 11. Juni. (WB.) Das Ergebnis der 9. Kriegs- Anleihe stellt sich nach Ablarff der Feldzerchmmgsfrist (18. 5.) nunmehr auf 15 001425 400 Mgrk. ^xe bei . der ersten Meldung ausgesprochene Erwartung einer weiteren Erhöhung hat sich also durch Hizukommen **wi rund einw Viertelmilliarde Mark erfüllt. Rußland. Die Tschecho-Slowaken. Die Verbindungen mit Ostsibirien unterbrochen. Kiew, 10. Juni. (WB.) Nach Meldungen der MoZ- ^uer Presse stehen die Hauptkräfte der ffchecho-llowcki scheu Truppen, etwa 15 000 Mann, im Gebiet von Tscheljabinsk, wo sie einen Teil der sibirischen Bahn besetzt und Waffen und Artillerie erbeutet haben. Di« Truppen der Ratsregierung haben Tscheljabinsk geräumt und sichrer Slatoust konzentriert. In den bei dieser Stadt ausgefochtenen Kämpfen sind die ffchechifchen Truppen geschlagen worden. Eine andere Gruppe der ffchechifchen Aufrührer steht bei Samara, desien Lage gefährdet fein soll. Eine dritte Gruppe Tschech^Slowaken hat sich der sibirischen Magisftale von Nowo Nikolaiewsk bis zum Taigan (vermutlich soll es heißen ,,bx f 3 “ r Natron Taiga", dem Ausgangspunkt der Sffchbahn nach Tomsk. D. Red.) bemächtigt. Der direkte Drahtver- kehr mft Osffibirien soll unterbrochen sein. Nach Meldung der Zeitung „Nascha Rodina" stehen die ffchecho-slowakiscwn Truppen unter dem Schutz der vier Ententestaaten England, Frankreich, Italien und Amerika die an die Rats- regierung die Forderung gestellt haben, daß den tschecho- kowaklicben Truppen die Waffen gelassen werden. Vcnalkmen rinfflwr tichechillker Rk-nmnler. ^* e . n ' 6. Juni. In schriftlicher Beantwortung der Interpellationen deutscher Abgeordneter über das Verhaften einzelner tschechischer Regimenter gibt der Landesver- teldlgungsmmister die Ergebnisse ferner Erhebungen über das Verhalten einzelner Regimenter auf Grund von Gut- achten höherer Kommandanten bekannt, die jedoch nur Bruch- stucke und die mehr oder weniger subjektiver Auffassung der darstellen, welche gewiß auf die Ehre und Psluht abgegeben, aber nicht immer als streng abjektiv zu betracksten sind, da der betreffende Kommandant selbst inmitten der Vorgänge steht oder die Ehre des Truppenkörpers mit t c mer persönlichen Ehre indenüfiziert. — Darnach entspricht es nrcht der Wahrheit, daß das Jungbunzlauer Infanterie- cktegiment 36 während der Mobilisierung und des Auf- marsches gemeutert habe. Das Regiment hat sich in den ^ ° e ^ Iten ' Wäter jedoch infolge großer Verluste au akttven Offizieren und verläßlicher alter Mani* schaff durch Einreihung moralisch verseuchter Elenrente versagt. DaS Regiment wurde am 16. Juli 1915 aufgelost. Das Piseker Infanterie-Regiment 15 hat sich in Serbien stets brav und tapfer gehalten und schönes geleistet und wurde sogar im Heeresbericht erwähnt. — Bezüglich des Infanterie- Regiments 102 zählen die Tage von Kolubara zu den Ehrentagen des Regiments. Die Behauptung eines russischen Blattes beglich des ^nfanterie-Regimentes 88 ist aus der Lust gegriffen und entspricht nicht der Wahrheit. Das Pilsener Infanterie- Regiment 35 verließ die Friedensgarnison in tadelloser Verfassung und bestand die Feuertaufe bei Tomassow glänzend. Dagegen wurde der ungünstige Gesecktsverlaus und die. großen Verluste bei der 19. Jnfanteriettuppen- division nördlich von Tarnopol im September 1915 zmn Teil durch die schlechte Haltung von Teilen des Infanterie- Regimentes 35 verursacht. Bezüglich des Infanterie- Regimentes 28 (Prag) geht ans Aussagen des Regimentskommandanten mit Sicherheit hervor, daß diese Truppe tni Apnl 1915 in Oberungarn obne einen Schuß abzugeben, von beiläufig einem feindlichen Bataillon gefangen oder eigentlich aus ihrer Stellung abgeholt wurde. Das Regiment wurde seinerzeit aufgelöst, jedoch isifolge hervorragender Haltung seiner Marschbataillone auf dem Doberdo- Plateau im Sommer 1915 mit kaiserlicher Entschließung wie. d«r aufgestellt. Ueber die Altung der ffchechifchen Kriegs- gefangenen und deren Teilnahme an dem hochverräterischen in Rußland abgehaltenen Kongreß der Tschechen und Slovaken sowie über die Bildung einer tschechisch°s!ovakisck>en Brigade in Rußland, die das Gegenstück zu der tschechisch- slovakischen Aianee in Frankreich) bildet, können die Tatsachen in den Schilderungen des in der Jnterpellaffon angeführten Berichtes der Birschewija Wjedomosti, der übrigens unzweifelhaft zusammenbängt mit dem in Paris während des Krieges erscheinenden Buches „Detruisez t' Amtliche Hongrie des nach Paris entflohenen Prager Dozenten Doktor Benesch. oktenmäßig nicht voll umfaßt werden. Auch die Verhöre der aus der Kriegsgefangenschaft Zurückgekehrten werden aller Voraussicht nach nicht jenen Grad von Klarheit bringen, die im Interesse der Gerechffg- keit und der Monarchie erwünscht wären, wenn sie auch bis- her schon sehr charakteristische Streiflichter auf das Verhalten der Ezechen in Kriegsgefangenschaft werfen. Als Lieferung gilt auch die Entnahme der Gegenstands zu Zwecken außerhalb des Geschäftsbetriebs und auf Grund von Versteigerungen, auch wenn der Auftraggeber nicht selbst Gewerbetreibender ist. Als Lieferung im Sinne der Verordnung sind auch Lieferungen aus Werkverttägen anzw sehen, wenn der Unternehmer die Stoffe zu dem Lie- ferungsgegenstand hergibt und es sich dabei nicht um Zuraten oder Nebensachen handelt. Die Rücklage ist von dem- renrgen zu bilden, der die Lieferung ausführt. Bei Gesell- 'chafteu haften Vorstände oder Geschäftsführer für die Erfüllung der Vorschriften der Gesamtschuldner. Bei Versteigerungen haftet der Versteigerer und dieser ist befugt, einen der Rücklage entsprechenden Betrag vom Der- stergerungserlöse zurückzubehalten. Die Rücklage beträgt bei Waren der unter Ziffer 1 genannten Art 20 und bei Waren nach Ziffer 2 und 3 10 vom Hundert des für die Lieferung rcreinncchmten Entgelts. Bei der Entnahme aus dem eigenen Betrieb gelten die Gestehungskosten als Entgelte. Dre zur Bildung der Rückloge Verpachteten haben ein Buch zu führen, in das bei jeder Lieferung nach dem 5. Mai d. Js. der Tag der Lieferung, der Gegenstand nach der Handels- üblichen Bezeichnung, der Betrag des Entgelts, der Tag der Zahlung und der zurückgelegte Betrag einzutragen sind. Das für die Veranlagung des Warenumfatzstemvels zuständige Finanzamt hat das Recht, jederzeit Einsickst in dieses Buch zu nehmen. Das zuständige Finanzamt ist weiter befugt die Einzahlung der Rücklage zu verlangen, wenn das Geschäftsunternehmen eingestellt wird, oder Anlaß zu der Annahme vorliegt, daß die Rücklage ihrem Zweck entzogen wird. Gegen eine Anordnung des Finanzamts in diesem Sinne steht dem Gewerbetreibenden binnen einer Frist von 2 Wochen die Beschwerde an Gr. Ministerium der Finanzen. Abteilung für Steuerwesen zu. Durch die Beschwerde wird die Einzahlung der Rücklage nicht aufgehalten. Die vorsätzliche oder fahrlässige Zuwiderhandlung gegen die Verordnung wird mit einer Geldstrafe bis zu 30 000— Mark bedroht. Im übrigen wird noch auf den Inhalt der Ver- ordnung Bezug genommen. Cin Crngestandnrs. Per Prozeß firarn das plnüflif Kilts Korps. Marmaros Sziget, 10. Juni. (DB.) Meldung i>« Wiener Korr -Bureaus. Heute begannen auf der Erpositur des Feldgerichts des 7. Generalkommandos in Marmaros Sziget die Hauptverhandlung gegen die Angeklagten des aufgelösten polnischen Hilfskorps. Obwohl nach der Mi- lttär-Sttafprozeß^rdnunq die Hauptverhandlung bei Vec- fahren im Felde rn der Regel nicht öffentlich ist. wurde auf Antrag de Verteidiger die Oeffentlichkeit der Hauptverhandlung verfügt. Der Anttag der Verteidiger, die Hauptverhandlung in polnischer Sprache durchzuführen. wurde ab- gelehnt unter Hinweis darauf, daß das Feldgericht sich cm* ungarischem Gebiet befindet, wo die polnische Sprache nicht zu den landesüblichen gehöre und die Abweichung von der Diensffpracbe eine e-hebliche Erschwerung und Verzögerung im Verfahren nach sich ziehen würde. Es stehe ein bewährter Dolmeffcher zur Verfügung. Die Verteidiger beherrschten vollständig die deuffche und die polnische Sprache und auch ein Teil der Angeklagten verstehe nnd spreche deutsch Hierauf wurde .die umfangreiche Anklageschrift verlesen. Die Anklage lautet auf Verbrechen wider die Kriegsmacht des Staates, begangen in Kriegszeiten ohne Einverständnis mit dem Feinde durch unbedingte Werbung, Ansffftung eines Desertionskomplotts. Meuterei, Empörung, Diebstahl und öffentliche Gewalttätigkeit. Nach der Verlesung der Anklageschrift begann die Ver- nehmung eines der Hauptangeklagten, des Legionshaupt- manns Intendanten Dr. Roman Gorecki. Dieser erklärte sich als nichtschuldig und betonte, daß die infolge des Brest- Litowsker Friedensvertrages unter der polnischen Naffon bervorgerufene Mißstimmung wegen der Einverleibung der polnischen Gebiete in die Ukraine, die Gerüchte über eine Auflösung der polnischen Legionen, der Rücktritt der polnischen Regierung und die Demission des Regentschaftsrates die Legionäre in ein unhaltbares Verhältnis zu der pol- nischen Oeffentlichkeit und in Widerspruch zu ihren militärischen Pflichten gebracht haben. Die weitere Vernehmung Goreckis erfolgt am Montag. Lnrusstcuer. Dem Reichstage ist der Entwurf eines Gesetzes über die Umsatzsteuer zugegangen, das eine erhöhte Abgabe auf den Umsatz von Lurusgegenständen in Kleinhandel vorsieht. Zur Sicherung dieser Abgabe hat der Bundesrat unter dem 2. Mai d. Js. eine mit dem 5. Mai in Kraft getretene Verordnung erlassen, nach der die in Bettacht kommenden Klernhandelsgeschäfte eine Rücklage zu bilden haben. Als Luxusgegenstände im Sinne der Verordnung gelten im wesentlichen folgende Waren: 1. Edelmetalle, Perlen, Edelsteine, einschließlich synthetischer Edelsteine, sowie Gegenstände aus oder in Verbindung mit diesen Stoffen, einschließlich der mit Edel- metallen doublierten Gegenstände. 2. Werke der Plastik, Malerei und Graphik, sowie Kopien und Vervielfälttgungen solcher Werke, sofern das Entgeld für die Lieferung dreihundert Mark überschreitet. 3. Antiguitäten, einschließlich alter Drucke, und Gegen- stände, wie sie als Liebhaberei von Sammlern erworben wer- oen, sofern diese Gegenstände nicht vorwiegend -u wissen schaftliche« Zweck«, «sammelt m werden vtle^en. , öon dem „Unabhängigen Sozialdemokraten" Dr. Breitscheid herausgegebene Korrespondenz „Sozialisffsche Auslandspolitik" reibt sich in schöner Bruderliebe an den Genossen Scheidemannscher Richtung und bemerkt dabei: „Wenn das BeWmpfen und Herunttrreißen der Sck?eidemann und Genossen, wie es an Hobelbank und Schraubstock im Uebermaß geübt wird, einer Partei die Anhänger in Scharen'zuführen könnte, dann allerdings wäre die Durchdringung der Masten mit unseren Ideen ein Kinderspiel." Dazu sagt das „Zenttalorgan der sozialdemokratischen Partei", der „Vorwärts" in seiner Nr. 152: „Uns will es scheinen, als ob das „Beschimpfen und Herunterreißen" nicht nur in der Werkstatt, sondern auch in samtlicken Organen und Reden der Unabhängigen die Hauptrolle spielt und dort ebenso wertlos für die wirkliche Aufklärung der Arbeiter ist. Aber wir haben nicht die Hoffnung, daß diese Selbsterkenntnis der Unabhängigen zur Einkehr und Befferung führt." Und „will es schier bedürften, daß sie alle beide" — recht Ftoben. Man wird sich dieses Eingeständnis merken mästen, denn die Zeit wird nicht mehr allzu fern sein, in der nach Beendigung des Krieges Lohn- und Organisationsfragen die Arbeiterschaft stark beschäftigen werden. Die Genossen beider Richtungen sind dann ja nach der Außerttafffetzung des § 153 der Gewerbeordnung in nichts nrehr behindert, „ihren eigenen Klassengenossen gegenüber ihre pädagogische Pflicht zu erfüllen", ohne daß „das Sttafgesetz ihnen dabei auf Schritt und Tritt Fallstricke legt". Und wenn die „Genossen" schon unter sich reichlich Gebrauch machen von dem Beschimpfen und Herunterreißen, so ist nicht einzusehen, warum sie diese „pädagogischePflicht" nicht auch gegen grundsätzlich anders gesinnte Arbeiter in handgreiflichere Form bringen sollen. Die Uebung bestand ja bereits noch unter der Herrschaft des § 153 der Gew. Ord. trotz aller Ab- leugnuugsversuche. Daß die nicht sozialdemokratische Arbeiterschaft nun dem roten Terror wehrlos überantwortet worden ist wird auch jetzt Wohl den fozialpolifischen Theoretikern klar werden. Wie die kleine unvorsichtige Zänkerei der feindlichen Brüder erkennen läßt, wird mehr denn je in der Arbeiterbewegung das Wort gelten: „Willst du nicht mein Bruder sein, schlag ich dir den Schädel eia.- Im Dienste des Mammon. Wir lesen in der „Wahrheit": SDer von uns schon oft scharf kritisierte Brauch, die Aussichtsratsstellen unserer Großbanken und unserer industrieller Wecke mit einer sich immer gleich bleibenden Kligue ton Leuten zu besetzen, die dadurch zu einer Machthärffung schädlichster Art gelangen, hat sich auch während des Weltkrieges nicht geändert. Im Gegenteil kann man aus dem im Finanzverlag G. m. b. H., Berlin, erschienen Adreßbuch der Direktoren und, Aufsichtsräte erkennen, daß auch im Jahre 1917 noch die Häufung von Aufsichtsratsstellen auf wenige Persönlichkeiten Fortschritte gemacht hat. Die Zahl der Personen hat sich gemehrt, die gegenüber dem Vorjahre über. 50 Aufsichtsratsstellen bekleiden. An der Spitze marschiert noch immer der Gch. Kommerzienrat Louis Hagen, der Iw Haber der Bankfirma A. Lewy in Köln, mit 57 Auffichtsratsposten. Ihm folgen die anderen wohlbekannten Namens dle Fürstenberg. Mammroth, SchwabaH Oppenheim. Arnhold, Vallin usw. Einer der tüchtigsten von ihnen allen ^M_ake^auch üier unterLieftn Deanad eten tolphgr wie ein Lausbub betrug, wurden verschiedene Mal zur Ordnung gerufen. Es folgten die Abstimmungen: Nach dem Antrag Heydebrand, Dr. Lohmann, Lü- dicke soll zur Ausübung des- Wahlrechts berechtigt sein, wer mindestens zwei Jahre seinen Aufenthalt in der Gemeinde hat. Die Abstimmung über den Antrag Heidebrand ist namentlich. Der Antrag wird mit 223 gegen 183 Stimmen angenommen. Damit ist rer Antrag Drust erledigt. Die Abstimmung. Es folgt die Abstimmung über die Anträge Luckas fnat.-lib), Aronson (Vpt.), Brust (Zentr) aus Wiederherstellung der Negierungsvorlage im § 3, welcher lautet: Jeder Wähler hat eine Simme. Die Abstimmung ist ebenfalls eine namentliche. Die Anträge werden mit 255 gegen 165 Stimmen abgelehnt. Hierauf wird namentlich abgestimmt über den Antrag Dr. Hagemeister (nat.-lib.), wonach für den Fall der Annabme des Antrages Lohmann auch derjenige eine Zusatzstimme erhalten soll, der keinen eigenen Hausstand fühtt, jedoch als Kriegsteilnehmer im Sinne des allerhöchsten Erlasses vom 7. September 1915 anzusehen ist. Der Antrag wird mit 251 gegen 147 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen abgelehnt. Der Antrag Lohmann wird mit 255 gegen 154 Stimmen angenommen. Was wird nun werden? Wird eine verblendete Mißgeleitete Regierung es wagen den Kampf Schulter vn Schulter mit Geldsacks-Demokraten, Polen, Sozialdemokraten und Anarchisten gegen die Parteien zu unternehmen, die seit Gründung des Reiches als die Träger des vaterländischen Gedankens galten? Für möglich halten wir heute alles. Die Organe der Volksausbeutungsparteien. allen voran die „Frankfurter Zeitung", blasen zum Kamps. Ihr Ziel ist die Vernichtung des preußischen Staates! y MMjAftsklinlnitt-AusIchich für die Provinz Oberhesstn. Am 3. Juni tagte der Landwirtschaftskammer-Ausschuß für die Provinz Oberhessen im Hotel Prinz Carl in Gießen. Von Seiten der Regierung waren Herr Ministerialrat Schliephake und Herr Geh. Landesökonomierat Müller, von Seiten der Landwirtschaftskammer Herr Geh. Oek.-Rat Walter und Oek-Rat Dr. Hamann erschienen, ferner der Vorstand des Landwirtschaftskammer-Ausschusses sowie 30 Ausschußmitglieder und die Sachverständigen. Herr Ge- heimrat Prof. Dr. Gisevius, Oberverwalter Büchsenschütz und PH. Soedler. Rach Begrüßung der Anwesenden und Vorstellung des neuen Sekretärs, Herrn Wagner, ei stattet der Vorsitzende des Landwirtschaftskammer-AusschuUs, Herr Oek -Rat Breidenbach, Dorheim, Bericht über den Verlauf des Wirtschaftsjahres 1917. Dankbar gedenkt er zunächst unserer tapferer Krieger und der genialen Heerführer, die uns den Frieden im Osten erzwungen haben nnd die durch ihre Schläge auch hoffentlich bald unsere Ggner im Westen zur Vernunft bringen. Auch das Heimatheer tut seine Pflicht, trotzdem nur noch Greise, Frauen und Kinder in den meisten landwirtschaftlichen Betrieben tätig sind, trotz aller Verordnungen und polizeilichen Maßnahmen hat es die deutsche Landwirtschaft fertig gebracht, das deutsche Volk, wenn auch rationiert und mit manck>en Entbehrungen belastet, zu ernähren und vor dem Hungertods zu retten. Er bittet die Regierung mehr Rücksicht auf die Produktion zu nehmen und nicht dem kriegssozialistischen System die Zügel zu weit Wetzen zu lassen. Hätte man mehr auf die Praxis seitens der maßgebenden Behörden gehört, wäre u. a. der unglückselige Schweinemord unterblieben, ebenso fordert er eine richtigere und bessere Bewertung des Schlachtviebs. Durch unverständliche polizeiliche und kommunale Maßnahmen wird die Milchproduktion immer mehr eingeschränkt. Der Milchpreis ist im Verhältnis zu den Futterkosten mit 34 Psg. per Liter zu niedrig. Möchten wir bald aus der sozialistischen Zwangswirt- -chaft herauskommen, daß der Bauer wieder frei auf seiner Scholle wirtschaften kann. Mit der Hoffnung, daß die in Aussicht stehende Ernte gut ausfalle und restlos unter Dach und Fach gebracht werde, daß wir bald zu einem bleibenden Deutschen Frieden kommen, schließt er seine mit Beifall-au fgnommenen Ausführungen. An der anschließenden lebhaften Diskussion beteiligten sich Ministerialrat Schliephake, Geh. Oek.-Rat Walter, Oek.- Rat Dr. Hamann und die Ausschußmitglieder Hensel, Alles, Mörler, Soedler, Braue-r, Seibold und Fenchel. Auch die Regierung, so führt Ministerialrat Schliephake aus, wünscht aus der Zwangswirtschaft herauszukommen. Manche Verordnung würde nicht erscheinen, wenn sie von Berlin nicht direkt befohlen würde. Es wird in Darmftadt und Berlin keine Verordnung erlassen, ohne daß vorher die Praxis gehört wird. Die Schweineabschlachtung war im Interesse unserer Volksernährung unbedingt notwendig. Geh. Oek.-Rat Walter bestätigt die Ausführungen des Vorsitzenden und nimmt zu verschiedenen Punkten der erwähnten Ausführungen Stellung. Oek.-Rat Hensel bemängelt, daß für land'w. Erzeugnisse Höchstp7-eise festgesetzt seien, diese für die Bedarfsartikel der Landwirtschaft jedoch fehlten. Ein Höchstpreis für Dresch- löhne müsse festgesetzt werden, damit den in Aussicht genommenen hohen Löhnen der Dreschmaschinenbesitzer, die in gar keinem Verhältnis stehen zu den Getreidehöchstpreisen, entgegengearbeitet werden kann. Dreschmaschinen mit Motor- betrieb müssen unbedingt erhalten bleiben. Oek.-Rat Dr. Hamann gibt gleichfalls wie der Vorsitzende . dem Wunsche Ausdruck, daß Dreschmaschinen mit Motorbetrieb, wie in Hannover nnd Württemberg, auch in Hessen bis in den kleinsten landwirtschaftlichen Betrieb ihren Einzug hielten. Oek.-Rat Alles ist der Ansicht, daß die Sckilachtviehpreise mindestens 25% heraufgesetzt werden müssen. Bei den heutigen Preisen der Futtermittel, z. B. der Dickwurz, sei es doch viel rentabler, diese zu verkaufen als Schlachtvieh aufzuziehen. Soedler verbreitet sich über die Eierablicferung und bemängelt in erster Linie, daß zwar Eier abgeliefert werden müsien aber kein Futter den Hühnerhalter zur Verfügung gestellt wird. Abgeordneter Brauer bittet die Regierung, beim Bun- desrat dahin zu wirken, daß bei Erfassung der Ernte 1918 diejenigen Landwirte, die einer zu bestimmenden Pflichtabgabe genügt haben, den Rest ihrer Erzeugnisse frei verwerten können. Die Getteidepreise müssen unbedingt erhöht werden. Abgeordneter Fenchel, Oberhörgen, unterstützt die Airsführungen des Abgeordneten Brauer und bemängelt, daß die Verordnngen des Bundesrates usw. von den Kommunalverbänden etc. vielfach verschieden ausgelegt und gehandhabt werden. We7M die Ertragsschätzung weniger durch Nichtlandwirte, sondern mehr durch praktische Landwirte vorgenommen würde, ständen wir besser mit der Ernährung. Die Vorschläge zum Voranschlag 191-8/19 finden die Zustimmung der Versammlung. Bei Besprechung der Maßnahmen zur Förderung der Schafzucht, die sich in Oberhessen ^anz besonderen Fortschrittes erfreut, weist Oek.-Rat Dr. Hamann ausdrücklich darauf hin, daß sämtliche Wolle beschlagnahmt ist und im Interesse unseres Heeres restlos abgeliefert werden muß. Bezüdlich der Erfassung der Wolle ^seien strenge Maßnahmen ru erwarten. — " ~ In die Diehzuchtkommission werden an Stelle von Landtagsabg. Lutz, Elpenrod. Lepper und Zell Landtagsabg. Brauer, Oberofleiden und Mogk Grundsckiwalheim. in die Zuchthoffommis^on an Stelle von Gilbert, Heuchelheim Theodor Cellae* >s in Schotten gewählt. Die Tagesordnung war damit erschöpft. Oek.-Rat Hechel bedauert, daß bei Einführung des Hilfsdienstgesetzes die Frauen nicht einbezogen worden sind. Man hätte so der Landwirtschatt viel weibliche Hilfskräfte zuführen können. Eine angeregte Debatte entspinnt sich noch über die Gestellung von Kriegsgefangenen. Es wird zum Ausdruck gebracht. daß der Landwirtschaft mehr Gefangene üb?7wiesen werden müßten. Insbesondere müßte für entwichene oder erkrankte Gefangene sofort Ersatz geschaffen werden- auch sollte bei der Zuteilung mehr Rücksicht auf den Beruf der E^efangenen genommen werden, daß nicht Industriearbeiter der Landwirtschaft und Landwirte der Industrie zugetejlt würedn. Zum Schlüsse wird noch vom Vorsitzenden gebeten, di« Regierung möge alles tun, daß das nötige Dreschpersonal rechtzeitig vom Heeresdienst befreit wird, damit bei der Drescherei keine Stockungen eintreten. Mit Dank für die emsige Mitarbeit und der Bitte, alles ouszubieten um in diesem Völker ringen weiter durckHu- halten bis zum endgültigen Siege schließt der Vorsitzende die in schönster Weise verlaufene Ausschußsitzung. Hafer-Preis. Der Käferpreis von 600 Mark für die Tonne gilt nur noch bis 15. Iimi und darf nur gezahlt werden, wenn der Hafer bis zu diesem Tage an ein Proviantamt abgeliesert oder für die Heeresverwaltung verladen ist- Ans der Heimat. Fricdberg. (Einladung.) Die Herren Stadtverordneten werden hiermit zu einer Sitzung auf Donnerstag, den 13. d. Mts., nachmittags 4^ Uhr, eingeladen. Tagesordnung: 1. Baugesuch des Lehrers Rudolf Meyer. 2. Fußsteige in der Wilhelmstraße. 3. Forderung des H. Rüster, hier. 4. Schreiben der Garnisonve7walt7ing. 5. Ludendorff-Spende. 6. Ankauf von Grundstücken. 7. Die Posthilfsstelle im Stadtteil Fauerbach. 8. Gesuch des Ortsausschusses für Kriegsbeschädigtenfürsorge. 9. Gesuch des Oberamtmanns Kimme! mn Steuernachlaß. 10. Schreiben der Großh. Direktion der Obstbauschule. 11. Schreiben des Landwirtschaftskammer,Ausschusses für Oberhessen. Hierauf geheime Sitzung. Bad-Nauheim. Drittes Philharmonisches Konzert der Kurkapelle. Donnerstag, den 13. Juni im Konzerthaus. Die gefeierte erste Sängerin der Frankfurter Oper, Frau Else Gentner-Fischer wird dem dritten Philharmonischen Konzertabend ihre Mitwirkung leihen. Die Künstlerin, welche sich in neuester Zeit durch die Creirung der Hauptrolle in der Schrefer'schen Oper „Die Gezeichneten" rühmend hervorgetan hat, wird am Donnerstag zwei große Arien, nämlich die der Donna Anna aus Don Juan, und die der Rezia aus Oberon — die berühmte Oceanarie — und außerdem Lieder von Hofmann, Oskar Mayer und P. Prommer vortragen. Das Orchester eröffnet den Abend mit dem Vor- ttag der Weber'schen Ouvertüre zu Kuryanthe, und spielt ferner die reizende Valletmusik aus der Pantomime „Les petits Riens* von Mozart, dann im zweiten Teil des Konzerts kleinere Werke von Reinecke, Schubert und Berlicz. Die Leitung des Abends liegt in den Händen von Hofrat Professor Hans Winderstein. Das Urteil im Uroxetz UhMppi. Frankfurt, 11. Juni. In der Berufungsverhandlung gegen den Hauptmann d. L. a. D. Philipps ich nach mehrtägiger Verhandlung vor dem hiesigen Oberknegsgericht das Urteil verkündet worden, Die Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe von 3 Jahren bleibt auttecht erhalten. Alls Berufung des Gerichtsherrn wurde aber noch auf Entfernung aus dem Heere erkannt. Schwanheim. Der 7jährige Sohn der Witwe M. Herber in Schwanheim wurde von einem Pferde, das er im Vorbeigehen neckte, mit dem Huf derart gegen den Kopf geschlagen, daß er lebensgefährlich verletzt dem Höchster Krankenhaus zugeführt meiden mußte. FC. Vom Westerwald, 6. Juni. In diesem Jahre sind es 25 Jahre, daß Bürgermeister Bohl an der Spitze der Gemeinde Wölferlingen steht. Besonders hat sich Bürgermeister Vohl dadurch verdient gemacht, daß er die in der Gemarkung liegende weite Oedlandstrecken vor allem zu Fettweiden und zu Ackerland umgewandelt hat. Wölferlingen erhebt keine Gemeindeumlagen. Aus Kurhesien. 8r. Fulda, 6. Juni. In einer dahier, abgehältenen Zu- sammenkunft der Kreisausschüsse der Kreise Fulda, Hünfeld, Schlüchtern, Gelnhausen und Hanau (Land) hat man sich geeinigt, daß hier die Bau- und Betriebsarbeiten der elektrischen Ueberlandze77trale, welche von dem staatlichen Mainkraftwerk ausgeht und elektrische Arbeit für diese Kreise liefern wird, die Form der Bildung eines Zweckverband63* als am geeignetsten zu erachten ist. Die Kreistage der Kreise Schlüchtern und Hünfeld haben bereits den Anschluß ihrer' Kreise an den Zweckverband genehmigt, die übrigen drei Kpeise werden Nachfolgen. . Verantwortlich für den politischen und lokalen Tett: Ott^ Hirsche!, Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner^ griedberg, Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung-, «,Lriedbera L.L " ‘ Wem nie durch Liebe Leid geschah. Roman von Courthß.Mahler. 30) Nachdruck verboten. Christa Hellmut weilte nun schon seit Wochen in Birkenheim. Sie hotte sich überraschend schnell eingelebt und sich in ihren Wirkungskreis gefunden. Herrn von Birkenheim war sie in dieser Zeit schon ganz unentbehrlich geworden. Den größten Teil des Tages hatte er Christa um sich und die Baronin und ihre Tochter schienen ihm vollständig entbehrlich geworden zu sein. Christas Tagewerk war folgendermaßen eingeteilt: Früh um acht Uhr nahm sie das Frühstück auf ihrem Zimmer, wie es auch Herr von Birkenheim und die Baronin mit ihrer Tochter zu tun pflegten. Dann erhielt Christa von der Baronin die für Herrn von Birkenheim eingelaufenen Briefschaften, die von dieser der Posttasche entnommen waren, welche ein Diener jeden Morgen von dem Postamt im Dorf holre. Christa sah, wie die Baronin alle sortierte und austeilte, und sie hörte,' -aß sie dies tat, so lange sie hier im Hause war. Es lag ein seltsamer Ausdruck in Christas Augen, als sie das von der Baronin selbst vernahm. Sie wußte nun, daß in Vir- kenheim niemand einen Brief erhielt, der nicht erst durch die Hände der Baronin gegangen war. Mit den Briefen und Zeitungen für Herrn von Birkenheim begab sich Christa um 9 Uhr in das Arbeitszimmer desselben. Dort öffnete sie vor seinen Augen die Briefe, las ihren Inhalt vor. und machte sich sogleich kurze Notizen, was sie auf diese Briefe antworten sollte. Bei schönem Wetter begleitete sie den alten Herrn auf einem Spaziergang in den Park, und wenn sie zurückgekehrt waren, las sie ihm, je nach Wunsch, ein bis zwei Stunden vor. Zuweilen geschah das draußen im Freien, sonst aber immer in seinem Arbeits- zimmer. Darauf wurde Christa bis zu Tisch beurlaubt. Sie pflegte die Briefe zu beantworten und sonstige schriftliche Arbeiten zu erledigen. Damit hatte sie meist zu tun, bis es dann Zeit war. zu Tisch zu gehen. Nach Tisch hatte Christa dann zwer Stunden Zeit zu ihrer freien Verfügung, bis Herr von Birkenheim seine Mittagsruhe gehalten hatte. Darauf wurde gemeinsam der Tee eingenommen, und nach demselben folgte Christa Herrn von Birkenheim wieder in .ern Arbeitszimmer, um ihm vorzulesen oder mit ihm zu plaudern. Denn Herr von Birkenheim hatte schnell heraus- -gefunden, daß es sich mit Fräulein Hellmut wundervoll plaudern ließ. Er entließ sie dann feltenüus seiner Ge- sellschaft, bis die Zeit zum Abendessen herangekommen war. Neuerdings hatte er entdeckt, daß Christa Hellmut meisterhaft Klavier spielte und mit einer herrlichen weichen Altsttmme die schönsten Lieder zu fingen verstand. Das hatte er an einem warmen, düfteschweren Sommer- abend entdeckt. Herr von Birkenheim hatte nach dem Abendessen nnt den drei Damen noch ein Stündchen zufammengesessen. Die Fenster hatten alle weit offen gestanden, um die warme Sommerabendlust herein zu lassen. Da hatte der alte Herr Verlangen gehabt nach Musik. Er hatte Karla gebeten, ihm auf dem Flügel etwas vorzuspielen. Die Baronesse hatte sich jedoch an der rechten Hand eine Verletzung zugezogen und konnte seinen Wunsch nicht erfüllen. „Schide, ich hätte so gern ein wenig Musik gehabt," hatte d^r alte Herr gesagt. Da hatte sich Christa an ihn gewandt. „Wenn ich vielleicht für Baronesse einspringen darf," sagte sie schlicht, „ich tue es gern, Herr von Birkenheim. „Spielen Sie Klavier?" „Ja. ich spiele Klavier und singe auch ein wenig." Erfreut hatte sich der alte Herr aufgerichtet. „Es^ gehört zwar nicht zu den Obliegenheiten einer Sekretärin, zu musizieren, aber wenn Sie mir aus Gefälligkeit etwas Vorspielen oder gar ein Lied singen wollen, soll es mich freuen. Ich glaube, Ihre Stimme, die schon beim Sprechen so angenehm klingt, wird auch beim Singen nicht versagen." Christa hatte sich erhoben. Mit ihrer sicheren ruhigen Anmut schritt sie hinüber an den Flügel, der im Nebenzimmer stand. Sie freute sich, Gelegenheit zu haben, auf dem prachtvollen Instrument zu spielen. Als sie einige Noten ausgewählt hatte, ließ sie sich vor dem Flügel nieder, Leise präludierend, glitten die schlanken weißen Finger über die Tasten. Ihre Zuhörer hoben lauschend die Käpfe. Zu ihrem Erstaunen vernahmen sie ein meisterhaftes Spiel. Zuerst gab sie ein Notturno von Chopin zum Besten und dann, zu Herrn von Birkenheim Entzücken, die Mondscheinsonate von Beethoven. Sie zwang ihre Zuhörer in den Dann ihres Spiels Selbst die beiden Damen lauschten atemlos. Als sie die Mondscheinsonate beendet hatte, trat Herr von Birkenheim an den Flügel. Durch seine blauen Brillengläser sah er auf das schöne Mädchen herab. Statt Karten, D'te Verlobung ihrer Tochter Mathilde mit dem Leutnant der Res. Herrn A. Groß beehren sich an» zuze : gen Karl H. Reitz und Frau. Groß-Karb«n Meine Verlobung mit Fräulein Mathilde Reitz zeige ergebenst an A. Groß Leutnant der Reserve^ z. Zt. im Felde. Juni 1018. Bekanntmachung. Käse» V erkauf ■ HS Berichtigung. Ln der gestern veröffentlichten Todesanzeige des auf dem Felde der Ehre gefallenen LJer-Mmtrelers Karl Stoffel ist ein Druckfehler unterlaufen. Es muß bei den Unterichriften der Anzeige heißen: Hilda Stoffel geb. Stall Familie Gg. Stoffel Cg. Stoll il 2n den Geschäften von: A. Bechsteln Georg Möbs H- Eckel Fr. Wagner W. Madr6 E. Stamm Ehr. Krämer Wwe.. Fauerbach gelangen von Donnerstag mittag ab Handkäse zum Verkauf. Auf jeden Abschnitt „d" der Brotkarte wird 1 Käse zum Preise von 22 Pfennig abgegeben. Friedberg, den 12. Zuni 1618. Der stellvertr. Bürgermeister« (städL Lebensmittel-Ausschuß) ' _ I. A.: Langsdorf. Bekanntmachung. den Geschäften von: £ Amstein W-oe. I. L. Pauly ^ Baumeister Nachf. A. Schmidt g. Sechstem E. Stamm g, Brand Schade & Wllqrabe Äonjummfm Kai-,s Kaffee-Geschäft gt. (Seitjarb H. Fink. Fauerbach n m ^Ä, TS Fr. Haas. Fauerbach SB" ffiatoi ® an0 ’ »°u°rb°ch bringen nur von Mittwoch den 12. ds. Mts. ab Kunsthonig 3um Verkauf. Gegen Abschnitt „3" der Brotkarte werden »bgsaeben. ^ ^'-nd zum Preise von 55 Pfenn.g » Friedbcrg, den 11. Zuni 1918. Ter fieliverir. Bürgermeister, lstädt. Lebensmittel-Ausjchuß) ___ 2. A.: Langsdorf. 1 Plm Meimher Fuß (neu), mit Originalbalken u. Handablage 600 ML 1 Plano Aonos MkiimSl,tt3'/-!;ub t»°branch.).mi. Originalbalken gnd Handablage, 200 Mk. 1 3tDf> Mlltt-tß asmhtt deutsches Fabrikat, noch ungebraucht, mit Oriainalbalken, 350 Mk. 1 TroilMlhkinmdtt „Lniia" 1 Gabelwender (neu) sso m H§Nß, Ettingshausen. MW nj. WW, [. GestlwttssteNe ' ranfiurt a. M.. Kronprinzenstraße <1. (Kronprinzenbau.) — Fernrus Kömer 420». ' JJioma £< Dien-taq, Donnerstag, Freitag, nachmittl r : Li! sT Eefchaftsan,eigen in diesen, Raum nur 1 unsere Äiitgticder; dieselben sind kostenlos, jedoch muh bei 31 nabe der Anzeige auf die Mitgliedschaft hingewiefen werden. Einen 16 Monat alt. sprungfähtgen Zuchtbullen sowie einen 7 Monat alten Zucht, eaer hat zu verlaufen Wilhelm Petri, Klein-Karben. Neuer Grasnlöhi ern Jahr im Gebrauch, steht verkaufen bei Andreas Ullrich, Kloppenhe Bekanntmachung. Am 10. Juni 1918 ist die Bekanntmachung des stellv. Generalkommandos 18. A. K. v. 10. 8. 1917 Nr. Pa. %1. K. R. A. betreffend die Herstellung von Papier- Mundtuchern und Papiertischtüchern aufgehoben worden. Etellv. 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Auch die Baronin und ihre Tochter sagten Christa mit wnft geneigtem Kopf und liebenwürdigen Lächeln anerkennende Worte über ihr Spiel. cv * ^ . nun auch noch unbescheidenerweise um ein ^ieo bitten, Fräulein Hellmut?" fragte der alte Herr Sie neigte das Haupt. „Gewiß. Was wünschen Sie zu hören?" „Ich kenne Ihre Repertoire nicht. Aber sicher gehören . . von Schumann und Schubert dazu. Bitte sinnen Sie mir eines davon." ' Sie kam'seinen Wünschen nach. Noten waren vorhanden Von ledem der beiden Komponisten sang sie ein Lied Und rhre welche, dunkle Altstimme erfüllte den Raum wie de" klare Klang einer Glocke. Atemlose Sülle herrschte, bis sie geendet hatte, und auch dann blieb es noch eine Weile still. Herr von Birkenheim schien ergriffen. Erft nach einer Weil» sagte er: --Das war ein wundervolles Hauskonzert, Fräulein Hellmut Sie verstehen es mit Ihrem Spiel und Ihrem Gesang die Herzen zu bewegen. Aber nun haben Sie sich eine schlimme Last anfgebürdet, denn ich werde nun sehr oft den Wunsch haben. Sie singen und spielen zu hören. Dar, 'ch Sie zuweilen bitten, ein Stündchen zu musizieren?"^ Christa lächelte. '„Ich werde es immer gern tun, Herr von Birkenheim ^ch musiziere sehr gern, und der Flügel hat einen herrlicher Klang." „Ich begreife nicht, Fräulein Hellmut." warf Karla hier ins Gespräch, „daß Sie mit Ihrer Stimme und Ihren Miffikalischen Fähigkeiten nicht zur Bühne gegangen sind." „Das wollte ich eben auch sagen. Sie haben doch eigent- üch alles dazu und hätten sicher Karriere gemacht, fiel die Baronin ein. Christa sah mit großen ernsten Augen von einer der beiden Damen zur anderen. „Ich habe trotzdem kein Talent für die Bühne und auch keinerlei Neigung, Theater zu spielen," sagte sie ruhig. Ferffehung folgt. 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