Die „L:eue Tooev»eitung" erscheint seden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Sauer aus Helsen", „Die Spinnstube". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Lkk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Aaenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 25 Pfg., lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahm» erhoben. Erfüllungsort ^riedberg. Hchriflleitung und Uerlag ^riedberg (Hessen), .^anauerckraße 12. ^ern>pceher 48. Post, heck-Looto Itr. 435g. 'irnt Frankfurt a. M. Die Froiyojen über Denrmont und Morenil zinückgeworfen. — 8000 Gefangene und Gjchühvente. ItaUenijche Dorstötze an der venetiauischen Gebirgsfront abgemiesen. — 13500 Tonnen versenkt. —- —.- ." M Der deutsche Generalstab — _ meldet: — ——-. s M. T. K. Großes ß tit^tqttaviicr, den 10. Juni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Zwischen Arras und Albert, südlich der Somme und an ?>er Avre lebte der Artilleriekampf auf. Rege Erkundungs- tätigkeit hielt an. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. In kräftigem Angriff brachen wir gestern rn das Hohen- tzelände südwestlich von Noyon ein. Westlich der Matz nahmen wir die französischen Stellungen bei Mertenier und Orvillers und stießen über Cuvilly-Ricguehourg hinaus vor. Oestlich der Matz wurden die Höhen von Gury erobert. Trotz zähen feindlichen Widerstandes erkämpfte Infanterie den Weg durch die Wälder von Ricauebourg und Lamotte und warf den Feind über Veurmont-Mareuil zurück. Südlich und südöstlich von Lassigny drangen wir weit in den Wald von Thiescourt ein. Heftige Gegenangriffe der Franzosen wurden abgewiesen. Wir machten etwa 8000 Gefangene und erbeuteten Geschütze An der Front von der Oise bis Reims ist die Lage unverändert. Lattiche Kämpfe nördlich der Aisne, nordwestlich von Chateau Thierry und bei Vrigny brachten Gefangene ein. Gestern wurden 37 feindliche Flugzeuge und sechs Fesselballone abgeschossen. Leutnant Kroll errang seinen 27. und 28., Leutnant Udet seinen 27., Leutnant Kirftein seinen 23. Lnftsieg. Der Erste Generalqnartiermeifter: Ludendorff. Abendder?cht. Berlin, 10. Juni. (Amtlich) Südwestlich von Noyon wuchten wir im Kampfe mit neuherangeführten Kräften Fortschritte. ! Der österreichische Generalstab > =. - meldet: = , Wien, 10. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Feindliche Vorstöße bei Capo Silo und gegen mehrere Stellen der venetianischen Gebirgsfront wurden, wie an den Vortagen, abgewiesen. Eines unserer Bombengeschwader erzielte bei einem Angriff auf die italienischen Flugplätze von Treviso und Monte Belluno zahlreiche Treffer. Das Artilleriefeuer, das der Feind seit längerer Zeit gegen die hinter unserer Piavefront liegenden Ortschaften richtet, kostet täglich italienischen Staatsbürgern das Leben. Der Chef des Generalstabes. . ■ —i ■ i ■ i ' ■ . ■ r — .j, Der bulgarische Generalstab ■=r-~-—= meldet: =====* den 9. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Ge- neralstabsbericht. Mazedonische Front: We'tlich vom Ochridasee zerstreuten wir durch unser Feuer mehrere feindliche Erkundungs-Abteilungen. Im Eernabogen zeitweilig lebhaftes feindliches Artilleriefeuer. Oestlich von der Tscherna drangen unsere Angriffsabteilungen in die feindlichen Stellungen ein und kehrten mit serbischen Gefangenen zurück. Südlich von Gradeschnitza und bei Tarnowe kurzes feindliches Trommelfeuer, dem unsere Artillerie mit Erfolg antwortete. Südlich von Huma lebhafte Feuertätigkeit auf beiden Seiten. Die Schlacht im Westen. Berlin, 10. Juni. (W. B.) Erfolge südwestlich von Noyon. Südwestlich von Noyen wurde der Feind am 9. I,ni erneut angegriffen. Nach starker zusammengefaßter Artillerievorbereitung in der Nacht vom 8. zum 9. trat Infanterie in der ganzen Linie zwischen Montdidier und Noyon zum Sturm an. Nach kurzem Kampfe war Orvillers genommen und Mortemer erstürmt. Die feindliche Artillerie antwortete nach unserer Feuervorbereitung nur schwach. Bon allen Seiten trafen Meldungen ein: Stafetten und Autos kommen, und gehen, Flieger und Brieftauben befördern die Meldungen, bald treffen die ersten Gefangenen ein, es sind etwa 500 Mann der 125. französischen Division, alle vom Regiment 113. Sie geben an, daß man den Angriff erwartet habe, trotzdem ist fast das ganze Regiment aufgerieben oder gefangen. Bald hüllt dichter Staub und Rauch die ganze Gegend in undurchdringlichen Schleier, von rückwärts traben die Munitionskolonnen auf den Straßen in südlicher Richtung. Die gesamte erste feindliche Stellung ist in unserer Hand. Das von vielen Flußläufen und Tälem durchzogene Gelände ähnelt dem des Chemin des Dames. Um 8 Uhr vormittags ist Biermont genommen. Um die Mittagszeit wird bereits reiche Beute, darunter Geschütze, gemeldet. Ueber Mortemer und Orvillers geht der Stoß hinaus. Euvilly und Ricquebourg sind in unserer Hand. Auch östlich der Matz wurde die erste feindliche Stellung genommen und die Höhe von Cury, Mareuil und Thiescourt wurden erstürmt. Die Verluste der Amerikaner. Berlin, 10. Juni. (W. V.) An der Front von Chateau Thierry nach Nordwest verblutete sich der Feind seit 5. Juni in nutzlosen, mit starken Kräften unternommenen Gegenangriffen. Am 7. Juni ging hier zum ersten Male eine amerikanische Division zum Angriff vor. Im Brennpunkt des Kampfes stand der Wald von Belleau. Hier hatte ein deutsches Regiment unter persönlicher Führung des Regimentskommandeurs den Amerikanern ungewöhnlich schwere Verluste beigebracht. Es -warf den Feind, der bis an den Rand des Waloes vorgekommen war. im Kampf Mann gegen Mann mit Handgranaten und Bajonett zurück. Als trotz dieser blutigen Abfuhr Teile der amerikanischen Division, und zwar der Marinebrigade, in der Frühe des 8. Juni nochmals in mehreren Wetten hintereinander zum Sturme vorgingen, ließ sowohl die deutsche Artillerie wie die Infanterie den Feind nahe herankommen. Dicht vor dem Walde wurden seine Sturmkolonnen frontal und von beiden Flanken her vom wirksamsten zusammengefaßten Maschinengewehr- und Artilleriefeuer über- * schüttet. Nur wenige Amerikaner konnten sich in die Gefangenschaft oder durch eilige Flucht retten. In dichten Hausen blieb die Masse der Amerikaner tot vor dem Belleau-Waloe liegen. Gescheiterte feindliche Angriffe. Berlin, 10. Juni. (W. V.) Aus Flandern wird nachträglich gemeldet, daß am 7. Juni gegen Mitlag zwei feindlicheAbteilungen überraschend zwischen Meteren und Merris angriffen. Sie wurden verlustreich abgewiesen. Am 8. Juni griff der Gegner um sechs Uhr vormittags nach starker Feuervorbereitung unsere Stellungen bei Boormezeele in breiterer Front an. Auch hier scheiterte der Angriff unter hohen Feindoerlusten. In den rechts und links anschließenden Abschnitten hielt unser äußerst wirksames Vernichtungsfeuer das an diesen Stellen ebenfalls beabsichtigte Vorgehen des Feindes nieder. Am Abend desselben Tages setzte auch auf unsere Stellungen nördlich Albert schlagartig starkes Feuer ein. dem ein feindlicher Angriff in Linie Veaumont-Hamel bis ein Kilometer südlich des Dorfes folgte. Nur an einzelnen Stellen vermochte der Feind vo-übergehend in unsern vordersten Graben einzudringen. Im übrigen brach sein Angriff restlos blutig in unserem Maschinengewehr- und Infanteriefeuer zusammen. Die Stellungen sind sämtlich fest in unserer Hand. Durch feindlichen Bombenabwurf auf Niederjeutz bei Diedenhofen wurden fünf Kriegsgefangene getötet und sechs verwundet. 12500 Tonnen versenkt. Berlin, 9. Juni. (WB. Amtlich) Neue IflBootserfolge auf dem nördlichen Kriegsschauplatz: 12 500 Bruttoregister- wnnen Handelsschiffraum. Unter anderem wurde ein mittelgroßer französischer Dampfer aus einem durch vier Zerstörer gesicherten Geleitzug herausgeschossen. Der Chef des Admiralstabes der Marine» Die H-Doot-Gefatzr für Amerika. Basel, 10. Juni. Aus Neuyork wird gemeldet, daß am Freitag mittag die Zahl der versenkten Schiffe an der Börse mit 23 angegeben wurde. Im Kongreß wurde zugegeben, daß die U-Bootgefahr noch bestehe. Lansing erklärte, daß ein Ergebnis der Maßnahmen gegen die U-Bootgefahr noch nicht vorliege. Man müsse damit rechnen, daß noch eine vorübergehende Steigerung eintrete. € Ein 13 000 Tonnen-Dampfer versenkt. Berlin, 10. Juni. Die „B. Z. a. M." meldet aus Stockholm: Aus Washington wird berichtet: Der englische Dampfer „Earpathia" (13 603 Br.-R.-T.), Eigentum der Cunard-Linie, wurde am 5. Juni versenkt. Die Besatzung wurde gerettet. £ Gin deutsches Rekerveschiff. Karlsruhe, 10. Juni. Ter „Zürcher Anzeigers meldet: In amerikanischen Marinekreisen ist man neuerdings der Ansicht, daß die für weite Entfernungen bestimmten deutschen U-Boote von einem Reserveschiff begleitet werden, aus dem sie ihre Vorräte ergänzen können, ähnlich wie bei der Hochseeflotte, die auf weiten Fahrten von einer ganzen Reihe von Hilfsschiffen begleitet wird. Man ist deshalb im Zweifel, ob es sich bestätigt, daß die deuffchen U-Boote an der amerikanischen Küste selbst gewisse Schlupfwinkel besitzen. Karlsruhe, 10. Jrnn. Wie die „Züricher Morgenztg." vernimmt, ist trotz gegenteiliger amerikanischer Ver- sicherungen der Transport der amerikanischen Soldaten und amerikanischen Materials nach dem europäischen Kriegsschau. Platz infolge der Tätigkeit der deuffchen U-Boote an der atlanffschen Küste seit einiger Zeit auf das empflndlichste gestört. Zwischen den Regierungen der Entente haben Verhandlungen begonnen, um die Frage zu erwägen, was geschehen soll, falls durch die Wirkungen des neuerlich verschärften U-Bootkrieges die Recht nng der Alliierten auf eine volle Ausnütznngsmöglichkeit der amerikanischen Hilfe nickst stimmen sollte. Die Keschiestnno von Poris. Köln, 10. Juni. Die „Köln. Volksztg." meldet: Wir erfahren aus zuverlässiger Quelle, daß die Geschosse auf unfern weittragenden Geschützen in Paris auch an militärisch wertvollen Objekten Schaden eingerichtet haben, u. a. am Ostbahnhof, am Bahnhof St. Lazaire rmd auf. dem Quai d'Orsay; ferner wurde der Jusffzpalast getroffen. Explosion in kiner JJnlufrfaiiril?. Rom, 10. Juni. (WB.) Reutermeldung. Gestern fand in der Pulverfabrik Castellozzo bei Bollate in der Provinz Mailand eine Erplsion statt, durch die 35 Personen getötet und IOC« verletzt wurden. Dagegen ist der angerichtete Sachschaden sehr gering. Deutsche Helden in Ostofriko. Berlin, 10. Juni. Nach den neuesten Meldungen aus Deutsch-Ostafrika sind die Truppen des Generals Lettow» Vorbeck südlich von Turur zurückgegangen und haben sich allem Ansckieine nach der feindlichen Umklannnerung ent- zogen. General De Vender, der augenblicklich die Operaffonen gegen die deuffchen Streitkräfte in Deuffch- Ostafrika leitet, hat bereits am 2. April in der „London Gazette" einen Bericht veröffentlicht, der die Ereignisse bis zmn Dezember 1917 schildert und der eine Anerkennung für unsere deutsch-ostafrikanischen Helden bedeutet. Man scheint schon damals erkannt zu haben, daß die Erledigung der deutschen Streitkräfte nicht so schnell vor sich gehen wird, wie die Ententepresse nach den überschwänglichen Worten des Gene* rals Levcock erhofft hatte. Bedenkt man, daß sich der Feind dem deutschen Häuslein gegeniiber in einer Uebermacht von 16:1 befand und noch befindet, so kann man sich ein größere- Lob für die Deutschen picht denken. Die Vsseußiit im MM u»d dik ftllnßßjche Ernte. Seit Beginn des Krieges leidet Frankreich schwer unter vem Wegfall fruchtreicher Getreidegebiete. Die Besetzung weiter landwirtschaftlicher Strecken durch die deutschen Lappen hat eine sehr erhebliche Minderung der franzö- fischen Ewteertröge verursacht. In der Kammersttzung vom . ^nuar 1918 erklärte der ftanzösische Lebeusmiftel. mmrster. Laß d,e letzte Ernte Frankreichs bei einem Bedarf von 78 Millionen Doppelzentnern nur 31 Millionen Doppel- -«ftner betragen hatte. Danach war also schon im vorigen ^ahre Frankreich mtt wesenllich mehr als der Hälfte seines Getreidebedarfs auf Lieferungen des Auslandes angewiesen Dl« diesjährige Offensive im Westen nmtz die Getteidenvt Frankreilbs noch außerordentlich verschärfen. Wir vernäh- m«n aus der französischen Presse, daß die Bauern hinter der Front ahnungslos die Felder bestellt haben. Sie haben den Versicherungen der Regierung und der Zeitungen geglaubt und besttmmt angenommen, daß sie die diesMrige Ernte voll einbringen würden. Nunmehr sind sie Hals über Kopf von ihren Feldern und von ihrem Bieh geflohen und müssen, da die französischen Militärbehörden sie nicht recht- zeittg zur Räumung aufgeforüert haben, froh sein, wenn sie hier und da ein Stück Dich mit nehm-n konnten. Wieder hat Frankreich reiche Erntestriche verloren. Wer nicht nur die Ernte in den schon eroberten Gebiet-n, sondern auch die Ernte der dahinter liegenden Sttecken kann als entgangen angesehen werden, da bei der dauernden Bedrohung das Gebiet direkt hinter der Front nicht mehr als Erntegebiet zu bettachten ist. damit ist die Abhängigkeit der franzö- fischen Getreideversorgung vom Auslande von neuem verschärft worden. Diese Abhängigkeit ist um so peinlicher, als der U-Bootkneg die reguläre Verschiffung von Getreide nach Frankreich unmöglich macht. Eine hvndgyemeine dkiiWMlilhe hielt der Pastor Hermann Lunde am 16. Mai 1918 in der Dreifaltigkeltskirche zu Christiania. Also sprach der Herr Pastor: ^ „Der U-Bootkrieg ist kein ehrlicher Kampf, kein An- ffnff eines ritterlichen Kriegsmanns auf einen anderen Kriegsmann Nein, das Ganze ist tückischer Ueberfall, hinterlistiger Ueberfall vn Räubern und Wegelagerern aus Verteidigungslose Menschen. Auöspekuliert mit bewußter »nd bestimmter Bosheit.... Ueberfäüt man einen sried- nchen Mann auf der Landstraße und nimmt ihm Leben und Isut, so wird man gehängt. Aber wenn diese Torpedo- manner heimkommen, weiden sie wie edle Krieger empfangen und mit dem Ehrenkreuz geschmückt. Ja, was im Privatleben eine Schandtat ist, wird von Staats wegen zur Heldentat erhoben. Und der Herr im Himmel soll so- 6tolz der Selbstachtung gegen frenrde Beurteilung. Hodler hat sich u. W. nie entschuldigt, er hat sich gleich Sprtteler ruhrg die Lobeserhebungen gefallen lassen, die ihm nunmehr in Frankreich nicht wegen seiner Kunst, sondern wegen seines Ausfalls gegen Deutschland zuteil wurden. Trotzdem konnte sich jetzt bei seinem Tode die deutsche Presse, rmt wenigen Ausnahmen nicht enthalten, Hodler die eingehendsten. ehrendsten Nachrufe zu widmen. Da lasen wir, das „Deutschland" „mit Schmerz und aufrichtiger Trauer" vom Hinsä^iden dieses Künstlers böre, daß ,persönliche Bestimmungen" (!) an seiner Bahre schweigen'müssen, daß es „inferior" wäre, wegen der Kränkung, die er uns angetan, nun den Kiinstler Hodler anders einzuschätzen. Nem, „inferior", minderwertig ist es, ein Kunsturteil, das zudem mehr oder weniger Modesache und anfechtbar ist, dem Gefühle der Selbstachtung überzuordnen. Eine kurze Mitteilung, daß Hodler gestorben ist, das wäre unter den obwaltenden Umständen den Ehre gerade genug gewesen. Aber, man gebe dem Deutschen einen Fußtntt. und er wird,' wenn . ein ausländischer Stiesel den Tritt verabfolgt, „objektiv" genug sein, noch die elegante Frm dieses Schuhes zu bewundern! 4 __ Die „Erlüge" des Herrn Egderner. Was in DaMIM aßes möglich ift! Müssen deutsche Mädchen vor farbigen Gefangenen auf- siehen? Diese enipörte Frage stellt ein tapferes deutsches Mädchen im Sprechsaal des „Lüb. General-Anzeigers", indem sie unter Hinweis auf die Berichte, wie unsere Feinde deutsche Gefangene zu behandeln Pflegen, mitteilt, wie es mit den fctr>gcÄ Gefangenen in Lübeck gemacht wird. Dort werden seit einigen Tagen mit dem ersten Morgenwagen der Straßenbahn" etwa zwanzig farbige Engländer bis zu rhrer Arbeitsstelle befördert, wozu eine Zeitlang ein be- sonderer Anhängewagen diente. Jetzt fehlt dieser Wagen, und so kam der Schaffner zusammen mit einem noch findigeren Kontrollbeamten auf den einfachen Ausweg, die Fahrgäste des Hauptwagens, in der Hauptsache Lehrerinnen, .junge Arbeiterinnen einer Werft, des Hochofenwerks ua.' aus dem Wagen hinauszMveisen. Soweit dann noch Platz in dem Raucherabteil sich befand, durften sie sich mederlassen oder sich auf die Plattform stellen, während die schwarze Gesellschaft, bis über beide Ohren grinsend, den Motorwagen in Besitz nahm. Auch dem begleitenden Wachtmann machte die Lösung der ursprünglich sehr schwierig erscheinenden Frage offenbar viel Spaß und Schaffner und Kontroll- beamte freuten sich gleichfalls über ihre Schlauheit und die sichtbare Mißvergnügtheit der hinausgesetzten weiblichen deutschen Lehr- und Hilfskräfte. Man hätte angesichts des Fehlens eines Anhängers sehr wohl die Gefangenen auch einmal zu Fuß gehen lassen können. Aber als ein öffentlicher Skandal sei es zn bezeichnen, daß man deutsche Mädchen gezwungen habe, vor farbigen Gefangenen aufzustehen. Vom deutschen Stop. Ist da Hodler gestorben, der Schweizer Maler, der durch ferne Unterschrift unter dem „Protest" der Genfer Frau- Wie im Reichstagsbericht mitgeteilt wird, hat Mini- sterialdirektor Deutelmoser bei der Beantwortung Eier kleinen Anfrage des Grafen Westarp gesagt, der Abgeordnete Erzberger habe sich „in erfolgreicher Weise" bemüht, den amtlichen Presse- und Nachrichtendienst mit Hilfe des von ihm geleiteten Bureaus zu unterstützen; und ferner, Herr Erzberger habe sich um den Ausbau des Presse- und Nachrichtenwesens „anerkennenswerte Verdienste" erworben. Auf die ergänzende Anfrage des Grafen Westarp, worin denn die „Erfolge" der Tätigkeit des Abgeordneten Erz. berger im Auslande zu erblicken seien, hat Ministerialdirektor Deutelmoser leider zu antworten abgelehnt. Diese Ablehnung ist gewiß insofern verständlich, als es dem Vertreter des Auswärtigen Amtes recht schwer gefallen sein würde, positive Angaben über die Erfolge der Tätigkeit des Abgeordneten Erzberger zu machen. Was man von diesen Erfolgen in der Öffentlichkeit wahrnehmen konnte, ließe sich doch nur etwa dahin kennzeichnen, daß mit der Tätigkeit des Herrn Erzberger eine immer weitere Vermehrung der Gegnerschaft gegen Deutschland in ftüher oder noch heute neutralen Ländern parallel gegangen ist, und das trotz der fortgesetzten Erfolge unserer Waffen. Uns scheint die deutsche Oeffentlichkeit hätte ein Anrecht darauf, etwas Näheres über die Ursachen dieser doch höchst seltsamen Un- stimmigkeit zu erfahren. Zugleich auch ein Anrecht darauf, zu wissen, wieviel etwa diese Erfolge des Herrn Erzberger dem Deutschen Reiche an Geld gekostet haben. Wenn aber eine öffentliche Klärung dieses zweiten Punktes jetzt noch nicht zweckmäßig erscheinen sollte, dann hat das deutsche Volk doch weiterhin ein offenbares Anrecht auf eine Aufklärung darüber, chie es kommen konnte, daß mit der Auslandspropaganda für Deutschland ausgerechnet ein Mann ßetraut werden konnte, der seit langem vor aller Welt zu erkennen gibt, daß er an den Sieg Deutschlands weder glaubt, . noch auch nur ihn wünscht, und der selbst die Gerechtigkeit der deutschen Sache mindestens nicht^zum Aus- druck bringt; es sei nur an Aussprüche wie den von dem belgischen „Liebling der Welt" erinnert. Daß ein Mann, der seit Jahr und Tag für seine Aufgabe ansieht, die Siegeshoffnung und den Siegeswillen in Deutschland zu untergraben, von vornherein nicht geeignet sein kann in neutralen Auslande für die deutsche Sache zu werben, lieg doch wohl auf der Hand. Auf diese wichtigen Fragen also vermissen wir eim amtliche Antwort; wir halten es aber für unbedingt nötig daß diese Antwort dem deutschen Volke nicht dauernd vor enthalten wird. Es müßte sonst der Anschein entstehen, das Herr Erzberger, gerade deshalb als geignet für seine Tätige keit angesehen wurde, weil er gegen den deutschen Sieg arbeitete. Und diesen Anschein sollte doch das für seine Tätigkeit verantwortliche Auswärtige Amt schließlich zu vermeiden suchen. Verbraiuhtr und EiMger csrmeinfani! Brtten den Antrag Dr. R o e s i ck e einmal von Ende an zu lesen, beginnend mit Ziffer V: „Obst, Gemüse Eier bleiben von jeder Bewirtschaftung frei!" Ob nich, manches großstädtische Haussrauenherz hierbei aufatmeN Ob nicht weitere Derbraucherkreise in dem praktischer Kriegskursus über ökonomische Dinge nunmehr erkamn haben, wo die Grenzen öffentlicher Bewirtschaftung liegend Kann man nicht jetzt überall auf den Straßen der Großstadt die Klagen über die gefährUchen Höchstpreise hörend Selbst im Vorwärts schimmert sd etwas durchs indem es dort heißt: Was zu erwarten war, ist eingetroffen l Dei Obst- und Gemüsemanael uämlrch! Er warnt seine ßejei »rrsen Meinung, bei Gemüse ohne Höchstpreise besser sei als Höchstpreise ohne Gemüse. Er mernt es sei nur Himdiertaktik und schließlich müßten di« Händler mit der so verderblichen Ware herauskmnmen. „^mmechm kann darüber einig« Zeit vergehen/ sagt der „Vorwärts", und eine ganze Menge War« nutzlos ver- derben, fügen wir hinzu. Auf freiem Markte ist es gerade die Gefahr des Verderbens, welche den P,»is herunterzieht. Aber unter Höchstpreis kann der Händler eben nicht handeln. Wir müssen uns von hem Mißtrauen freimachen, daß daS böser Wille sei. Wer es nicht glaubt, der versuch- es doch .er Wenn das deutsche Großstadtvolk den Mut hat/wolle wirkliche Obst- und Gemüfefreiheft wieder zu erlauben so wird es die Erfahrung machen, daß selbst in jetzigen Kriegs- zerftri die Freiheit billigere Preise schafft als der Zwang zinn rmnbeften auf diesem Gebiet, wo nun einmal die öffent* luche Bewirtschaftung sich ohnmächtig er-weist. Wollen wir nicht diese höchst wichtigen und schwierige« Fragen rem sachlich, frei von jeder politischen Parteileiden. Schaft, behandeln? Wir haben die große Sorge, daß der Antrag Dr Roesicke, der aus dem Bewußtsein ernster und schwerer Verantwortung entstanden ist, verschlossene Ohren finden könnte, und vielleicht, weil er von landwirtschaftlicher Seite kommt, mit dem altgewohnten Maß von Mißtrauen gegen „Agrariertiim" aufgenommen wird. Wahrhaftig, es wird sich keiner leichten Herzens dazu drängen, die Verantwortung für den nächsten Winter zu übernehmen, so oder so! Es ist für keinen leicht, weder für den. der das System beibehält, noch für den, der es den Zeitverhältnisftn entsprechend ändert. Andererseits ist es klar, daß es ohne den rNrit zur Verantwortung weder Heerführer im Felde draußen noch Volksvertreter in beschließender Versammlung geben könnte. Gewiß ist im Kriege, zumal wenn der Feind ihn als Aushungerungskrieg führt und demnach alles auf das Durch, halten des Volkes ankommt, das Verbraucherintei'esse obenan stehend, und die Erzeugung hat dem zu dienen, und hat die Pflicht, alles zu leisten, was sie kann. Aber daraus folgt noch nicht, daß die Erzeuger nicht auch etwas zur Sache sagen dürften. Im Gegenteil, es ist dies ebensogut auch ihre Pflicht je größer die Verantwortung ist, rnn se mehr. Ge- wiß sind die Verbraucher berechtigt, ihre Interessen, so wie üe sie verstehen, kräftig wahrzunehmen. Daraus folgt aber noch nicht, daß sie das Wie? allein verstünden sondern üe tun gilt, sich von den Erzeugern die Wahrheit über fo* «Produktion sagen zu lasten, die doch für ihr Fortleben entscheidend ist. Es geht so nicht mehr weiter! Die Eingriffe in dir Produktion sind so erdrückend, daß die Verzweiflung — besonders der kleinen Landwirte — auf der Höhe angekomme« ist. Der Augenblick ist da. wo das den städtischen Verbraucherkreisen einmal gesagt werden mutz, damit sie nicht eines Tages überrascht werden, wenn ihr System des rücksichtslosen „Erfastens und Verteilens" an dem Ende ang«- langt ist. wo nichts mehr da ist. Das nämlich ist das Gefährlichste an der bisherigen Art, daß sie den Großstädter im unklaren darüber hält, wie es draußen steht, weil er den ^Rückgang der Produktion nicht sieht und nicht fühlt. Solange man eine blühende, reiche Landwirffchaft hat, ist das regellose Erfassen und möglichst billige Verteilen allerdings möglich. Sobald die Produktion ater auf dem Gefahrenpunkt angekommen ist, muß die Erhaltung der Produktion in den Vordergrund, weil doch schließlich der Ver- braircher davon lebt. Solange wir gtauben konnten, daß der Krieg kurze Zeit dauern werde und eines Täges sich der Weltmarkt öffnen und, wie einst, von seinem Ueberschust senden würde, war es unsere Aufgabe, dem Produzenten Opfermut und immer wieder Opfermut zu predigen. Nachdem wir erkannt haben, daß die Hoffnung auf Hilfe von außen hinfällig ist und wir nur mit der eigenen Produktion unsere Lage wirklich und wirksam bessern können, ist es unsere Pflicht, der Negierung und den Vetbrancherkreisen dis Notwendigkeit der Produktion zu predigen. Notwendig ist, an Stelle der regellosen und rücksichtslosen Erlassung eine geordnete, planmäßige Erfassung zu setzen, welche die Produktionskraft nicht schädigt und darüber hinaus eine bescheidene Wirtschasts- und Verfügungsfrciheit wiederherstellt, ohne welche es kein Produzieren gibt. Das will der Antrag Dr. Roesicke und weiter nichts. Sinn und Geist unserer bisherigen Kriegswirtschaft läßt sich in drei Worten ausdrücken: Preisreguliernng. Sicherstellung (der Bestände), Rationierung (die gleicb- mäßige Verteilung). Nichts von dem soll aufgegeben werden. Es handelt sich um keine Aenderung des Prinzips, sondern nur um ökonomisch-technische Verbesserungen. ' Der größere Teil aller Nahrungsmittel wird weiterhin erfaßt, die größere Menge der Verbraucher wird weiterhin von der öffentlichen Stelle versorgt, die Preise des Hanpt- nahrnngsmittels, des Brotes, werden weiterhin festgesetzt. Trotzdem bringt der Antrag Dr. Roesicke eine sehr wichtige Aenderung in unser ganzes Produktionssystem. Eben durch die Einschränkung, die Kontingentierung der öffentlichen Bewirtschaftung, stellt er auf dem einzelnen Wirt- schaftshofe erst einmal das bißchen Sicherheit und Freiheft wieder her. das unentbehrlich ist, wenn nicht das Wirtschaften erlahmen soll. Ein paar Atemzüge aus der Luft der Freiheit Wir haben alle erst im Kriege gelernt, was die Freiheit für die wirtschaftliche Leistung bedeutet. Regelloser ungeordneter Zwang wirkt auf die Dauer tödlich. Das gilt für de» Handel wie für das Urgewerb^, die Landwirtschaft. Wir verstehen durchaus, wenn vielen unserer Freunde und Sö* rufsgenossen die Bekämpfung des Zwanges nicht weit genun geht, wenn sie den Antrag Dr. Roesicke nicht radikal genus finden, weit sie der Meinung sin-, daß das Neue um besser gelingen wird, je kühner es angefaßt wird. Aber es gilt noch unendlich viel Mißtrauen zu überwinden, wenn auch nur dies Mindeste von unserer Verbrauchermehrhert angenommen werden soll. Darum wollen wir uns mit der Einfügung dieses einzigen neuen Grundsatzes begnügeru Geordnete Erfassung einer bestimmten Menge, daneben und dahinter etwas mehr Freiheit, aber wirkliche Freiheit in Produktion und Verkehr! ' Die Führer der Landwirtschaft sind es gewesen, welche der Reicksregierung das Ziel der Fixierung der Brotpreise im Interesse der minderbemittelten Bevölkerung gezeigt haben. Will man heute ihren Rat nicht hören, da sie eine gewisse Aenderung in der Technik für nötig halten? Was früher dem Volke eine Wohltat war, wird jetzt zur Gefahr. Das ist es, was wir aussprechen müssen. (Deutsche Tageszeitung.) Wir ßüüfrn hlidrn Keine Kundedeinnl. Lebhafte Beschwerden und Klagen wurden im weimarischen Landtag von den bäuerlichen Vertretern vorgebracht. Es ist die alte Geschichte: Verweigerung des Zuckers bei ungenügender Eierabgabe, Riesengewinn der Kommissionäre: so ^wurde ein Fall vorgebracht, daß das Einkommen des Hauptvieheinkäusers im Neustädter Kreise zwölf- und sünfzehnmal so hoch sei wie das des. Staatsministers. Dabei erfolge die Zahlung an die Landwirke erst nach langer Zeit, so daß es den Eindruck macke als ob sich die Kommissionäre auch noch an den Zinsen bereichern wollten. Ein Redner schloß seine Rede mit den Worten: Vergessen Sie eines nicht, Herr Minister, wir Bauern haben keine Hundedemut, wir lecken die Hand nicht, die uns mit der Peitsche schlägt. Geh. Staatsrat Dr. Unteutsch erklärte in seiner Antwort u. a., der Unwille der Bauern allein könne kein Anlaß für die Regierung zum Einschreiten sein. Natürlich, wenn es sich um Sozialdemokraten handeln würde, dann möchten wir Herr Unteutsch — ein böser Name! — dienern sehen! Gimsehöchstpresie 1918. Aus dem Kriegsernährungsamt: Entsprechend der vorjährigen Regelung hat das Krieasernähmngsamt auch für das laufende Jahr durch eine im Reichsgejetzblatt Nr. 61 veröffentlichte Verordnung Höchstpreise für lebende und geschlachtete Gänse festgesetzt. Die Preise entsprechen, soweit es sich um die Erzeugerpreise handelt, den vorjährigen Sätzen und bringen nur hinsichtlich der Handelszuschläge eine durch die Steigerung der Handelsunkosten gerechtfertigte, mäßige Erhöhung. Für lebende Gänse, die regelmäßig als Magergänse zu Mastzwecken veräußert werden, sind die Preise zeitlich abgestujt. Sie betragen: im Mai .... 12 Mk. für das Stück im Juni . . . . 14 „ „ „ inx -^vli » ... 16 „ n n n im August . . . 17 „ „ „ und später . . . 19 „ „ „ Der Handel darf zu diesen Preisen jeweils einen Betrag bis zu 3 Mk. einschließlich der Besörderungs- kosten zuschlagen. Der Preis für geschlachtete Gänse ist einheitlich nach Gewicht bemessen: er bewegt sich zwischen 3,50 Mk. (Erzeugerpreis) und 4.50 Mk. bezw. 4.75 Mk. (Kleinhandelspreis) für das Pfund. An der Befugnis der Landeszentralbehörden, niedrigere Höchstpreise sestzusetzen, und auch für lebende Gänse den Verkauf nach Gewicht vorzuschreiben, ist nichts geändert. Ebenso bleibt die bisherige Zuständigkeit der Einzelstaaten, Höchstpreise für Eänseteile und Erzeugnisse aus Gänsefleisch festzusetzen, unberührt. Die Rücksicht auf unsere Getreide- und Kartoffel- wirtschast zwingt auch in diesem Jahre dazu, die gewerbsmäßige Mästung von Gänsen, für die weder Körnersutter noch Kartoffeln zur Verfügung gestellt werden könnnen, nur solange zuzulassen, als sie durch Ausnutzung der Stoppelweide möglich ist. Da diese Möglichkeit nur bis höchstens Ende Oktober zu bestehen pflegt, ist diesmal die entgeltliche Abgabe geschlachteter Gänse durch den Züchter oder Mäster beteits vom 1. November 1918 ab untersagt. Der Verkauf lebender Gänse nach diesem Zeitpunkt könnte nur zu dem erheblich niedrigeren Preise für Magergänse erfolgen und wird daher ohnehin unterbleiben. ' Parlamentarisches ans Hessen. RMK. Darmstadt, 9. Juni. Ein von sämtlichen Abgc ordneten Unterzeichneter Antrag der Abgg. Adelung, Brauer, Henrich, Dr. Schmidt und Stephan betr. die Rückvergütungen an die hessischen Zeitungen ist an die zweite Kammer gegangen. Es wird däriü beantragt: Die Kammer wolle befckließen, die Regierung zu ersuchens den Hessischen Zeitungen in demselben Umfange, und für dieselbe Zeit Rückvergütungen auf Zeitungspopier zu gewähren, wie dies in den Bundesstaaten Preußen, Bayern, Württemberg und Baden geschieht. Die Abgg. Köhler und v. Brentano haben eine Anfrage an die Negierung gerichtet, in welcher sie zu der Zentraü- fierung der Kriegswirtschaft in Berlin und baldtunlichfte Beseitigung der Zwangswirtschaft seitens der Behörden, ins- besonderes auf die von den südwestdeutschen Handelskammern in Frankfurt a. M. einstimmig angenommenen Entschließungen hierzu Stellung nehmen und anfragen: „Welche Stellung nimnrt die Gr. Regierung zu diesen Entschließungen ein?" 5 . * Zur Ludendorff Zpende! Zum dritten Male, seit der Lenz begann, Stieß deutsche Sturmkrast durch die Feindesreihen, Zerbrach das herrlich sieghaft deutsche Heer — Zum dritten Male — des Westens trotz'gen Wall Und schlug aufs Haupt des Vielbunds Divisionen Mit unveßgleichbar fürchterlicher Wucht. Unglaubliches ist wiederum vollbracht! Die Front durchdrungen und der Feind geworfen. Der Schlachtenbeute unermeff'ne Fülle An Mannen. Wagen, Roß und Troß, Welch eine Wundertat des deutschen Schwertes 1 Ein frommer Schauer rieselt durch die Adern Und heißer Dank loht auf euch Siegeshelden, Die ihr mit Gott das stolze Werk vollbracht: Hindenburg! Ludendorff! Nie sah die Welt solch Heldenzwiegestirn So kraft- und glutvoll wie des Mittags Sonne, So reich und stark an deutscher Mannestugend, An hoher Wüsheit wie an scharfen Sinnen, An heilgem Ernste ungeschmückter Worte, An klarem Wägen und an kühner Tat, So unerbittlich in des Sieges Willen. So heißgeliebt von jedem deutschen Herzen. Hindenburg! Ludendorff! Run rief dich Ludendorff, mein deusches Volk, Wie allzeit e.ins mit seinem großen Meister, Auf daß vor Gott Du und der Welt bekennst, Ob du des Heilgen deutschen Namens wert — Von dem, was blutend deine Heldensöhne Dir treu beschirmt im grausen Hö.lenkampf, Von Deinem sicheren Besitze sollst Du bringen Ein blutlos Opfer heilgec Dankesschuld. Daß, die dich retteten, nicht darben müssen, Nicht klagend einst vor Gottes Richtstuhl stehn. Das ists, was Ludendorff mit edlem Sinnen Für seine todesmutgen Helden heischt. Wer diesem Ruf die Seele kann verschließen, Der ist nicht wert, daß deutsche Luft er atme, Der ist der Größe seiner Zeit nicht wert! Wohlan drum, eh die rasche Frist zerronnen, Zu deutscher Tat laßt euch die Namen spornen: Hindenburg! Ludendorff! Nidda, den 6. Juni 1918. R o e m h e l d. Ehre ihrem Andenken. Friedberg. Dem Schützen Friedrich Dönges würde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Der Tapfere ist schon seit 3 Jahren ständig in der vordersten Linie, erst im Osten und dann im Westen, wo er die Ofsensioe an der Somme mitmachte und schwer verwundet wurde. Die obenerwähnte Auszeichnung wurde chm ins Lazarett nachgeschickt. * Blofeld. Der Fahrer Albrecht Schultheis bei einem Feld-Artl.-Regt. erhielt wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse. Die Hessische, Tapferkeitslnedaille erhielt er schon früher. Ans der Heimat. sr. Bergen, 8. Juni. Im Januar gingen bei der Gendarmerie in Bergen und bei der Staatsanwaltschaft zu Hanau zwei unterschriftlose Anzeigen ein, wonach bei dem Metzger Moritz Hahn, in Bergen eine Geheimschlächterei bestehe. Es würden wöchentlich mehrere Stücke Vieh geschlachtet und das Fleisch heimlich in großen Körben offenbar nach Frankfurt geschafft. So stand es in den Briefen. Die Behörden griffen natürlich ein, und es wurden tatsächlich auch ein geschlachtetes Rind, von dem bereits ein beträchtlicher Teil fehlte, sowie eirx lebender Bulle, der mit verbundenen Augen offenbar der Schlachtung harrend im Schlachthause gefunden. Die weiteren Ermittelungen führten zur Erhebung der Anklage gegen Hahn weil er dem Verbot zuwider Schlachtvieh in den Landkreis Hanau eingeführt und Fleisch ohne Marken abgegeben habe. Ter Angeklagte gab in der Schöffengerichtssitzung in Bergen zu die beiden Rinder in der Hanauer Vorstadt von einem Unbekannten, aber nicht zu Schlacht- sondern zu Zuchtzwecken gekauft und sie ohne Einfuhrerlauünis nach Bergen gebracht zu haben. Da das eine Tier nicht fraß so Hube er es schlachten müssen. Ohne Fleischmarken habe er aber kein Fleisch abgegeben, sondern das Fleisch nur auf Marken an die Bevölkerung in Bergen verkauft. Er habe in dieser Lebensmittelperiode 120 Fleischmarken mehr abgeliefAt, als er hatte abzuliefern brauchen. Da der als Zeuge erschienene Bürgermeister diese Angabe nicht ohne weiteres zu widerlegen vermochte, dies Moment dem Gerichtshöfe aber äußerst wichtig erschien, so wurde die Verhandlung vertagt. Hochstadt (Kreis Hanau). (Aepfelwein und Gansbraten.) Bei einer Hochstädter Aepfelweintour ließ der Schulpedell Joseph Einmuth aus Frankfurt die Zuchtgans des Wirtes Wilhelm Rauch im Werte von 70 Mk. nritgehen. Das Verschwinden der Gans wurde gleich bemerkt uird auf dem Bahnhof der Dieb ermittelt. .Er sagte, beim Heraustceten nach dem Hofe habe die Gans aus dem Stalle gesehen und er habe ihr aus Versehen mit der Tür den Kopf abgedrückt. Da dies Malheur nun einmal geschehen, habe er die Gans gleich mitgenommen. Der Spass kostete den Einmuth 2 Wochen Gefängnis. Oberroden. Die von amtlicher Stelle s. Zt. gemeldete Meldung über einen Einbruchsdiebstahl in der Bürger- meisteret Oberroden, die zunächst dementiert winde, scheint sich in anderer Weise aufzuklären. Wie wir vernehmen, hat sich der größere Teil der dem Beigeordneten (der dr, Bürgermeistereigeschäfte versieht) angeblich gestohlenen nam. haften Geldbeträge wieder aufgefunden, sodaß sich voraus, sichtlich die ganze Angelegenheit auf andere Bahnen lenkt, wenn sie auch vorerst nicht ganz geklärt erscheint. Aus Starkenburg. RMX. Darmstadt, 6. Juni 1918. Der Bürovorsteher des hiesigen Polizeiamtes, Polizeiseb-etär Wilh Kaiser begeht am Samstag, den 8. Juni den Tag, an dem er vor 50 Fahren in den Staatsdienst eintrat. Im Jahre 1854 zu Dorn-Assenheim bei Friedberg in Oberhessen geboren trat er im Jahre 1868 in Vilbel in das Steuerbüro ein, kam dann auf die Kreisamter Dieburg und Heppenheim a. B. Im Jahre 1883 kam er auf das Polizeiamt nach Darmstadr als Leiter des Polizeibüros, wo er sich allgemeiner Achtung und Wertsckätzung erfreut. Möge der in geistiger Frische seinen Dienst versehenden Jubilar sich noch recht lange einer guten Gesandheit erfreuen. RMK. Darmstadt. Allgemeines Aufsehen erregen in hiesigen Kreisen die Begleitumstände des in diesen Togen durch Einnehmen von Salzsäure nach qualvollen-Leiden erfolgten Selbstmordes der etwa 38 Jahre alten Frau eines hiesigen Schlossermeisters. Der Ehemann hat vor einigen Jahren das gutgehende Geschäft seines Vaters übernommen. Als seine Frau krank wurde hatte der Mann sich eine Buchhalterin angelegt, mit der er /n sehr intimen Beziehungen . gelebt haben soll, sodaß die unglückliche Frau> als ihr die deshalb fortwährend herrschenden Fomilienzwistigkeiten unerträglich wurden und die Buchhalterin nicht wich, ihrem Leben durck Salzsäure ein Ende machte. RMK. Me siel. In dem Betrieb der Gewerkschaft Mesiel bei Darmstadt, die aus geförderten Braunkohlen, Oel und ölhaltige Stoffe aller Art herstellt, brach gestern Nacht ein großer Brand aus wodurch der Inhalt eines etwa 15 Hektoliter großen Behälters verbrannte. Durch energisches Eingreifen der Feuerwehren konnte größerer Schaden verhindert werden. Der Betrieb ist nicht gestört. Ans HesienNasiau. Homburg v. d. H., 6. Juni. (Gefängnis für Geheimschlachtungen.) Ein hiesiger Arbeiter mit sehr starker Familie hatte sich in einem Nachbarorte für 1500 Mark eine Kuh beschafft und sie-zu Hause geschlachtet. Das Fleisch hatte er zu 2.50 Mark das Pfund verkauft und nur das Feti für sich behalten. Bei der Haussuchung fand man zwei Kuhhäute und das Fett. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen Vergehens gegen die Schleichhandelsbestimmungen zu drei Wochen Gefängnis. FC. Biedenkopf, 6. Juni. Der Landrat des Kreises Dr. Daniels ist als Geheimer Oberregierungsrat und vor- tragender Rat in das Reichsschatzamt berufen worden. Aus Rheinhesien. 207,200 Mark für ein Stuck Mein. Mainz, 9. Juni. Die am letzten Freitag hier abgehaltene Weinversteigerung der Großh. Hess. Weindomäne brachte ein Ereignis, das im gesamten deuffchen Weinhandel bis heute unerreicht dasteht. Für ein Viertelstück 1915er Nackenheimer Rotenberg Beerenauslese wurden 51,800 Mark erzielt, also 207,200 Mark für das Stück. Die Flasche von diesem kostbaren „Göttertrunk" stellt sich mithin auf 172 Mk., ein Preis, der allerdings nur für wenige Sterbliche zu erschwingen sein wird. Käufer ist die Finna Groß zu Bingen. Stack i. Rheinh., 6. Juni. In hiesiger Gemeinde wurde in letzter Zeit eine ganze Reihe schwerer Einbruchsdiebstähle ousgefühct wbei eine große Menge Wasche. Kleider, Schuhwerk und Lebensnüttel aller Art den Spitzbuben in die Hände fiel. Alle Nachforschungen nach den Tätern blieben erfolglos. Da entdeckte die Polizei dieser Tage im Waldein Versteck, das deutliche Spuren einer Diebsherbertze auf- wies. Bei näherer Untersuchung entdeckte man einen unscheinbaren Fetzen Papier, der die Adresse eines Mainzer Althändlers enthielt. Diese neue Spur führte rasch zur Entdeckung der Täter, als welche zwei Damen und zwei Herren in Betracht kommen. Die saubere Gesellschaft wurde wfort verhaftet und hinter Schloß und Riegel gebrackt. Der Wert der gestohlenen Sachen beläuft sich auf mehrere tausend Mark. Kirchliche Nachrichten. Gottesdien st in der Stadtkirche. 'Mittwoch, 12. Juni, abends 8*4 Uhr: Kriegsandacht. Herr Pfarrer Kleberger. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. Mittwoch, 12. Juni, abends 9. Uhr: Kriegsandacht. ArbkilsMlktliiiMtt dev Kreisarl»ett»nachweikes u. d. HUfs-ienftrrrel-estelle Frirdbers- Offene S tel len r Mehrere Fabrikarbeiter und -Arbeite :ouen, mehrere Plattenleger für Baugeschäft, 1 Knechtefamilie, 9 Knechte. 2 Arbeiterfamilien, 1 Schäfer, 1 Nachtwächter, 5 Tagelöhner, 2 Heizer, 1 Müller. 1 Wärter, 2 Lehrlinge. 1 Hausbursche, 8 Dienstmägde» 10 Hausmädchen, 1 Flickerin, 1 Lehrmädchen. EteHenfuchender Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, 1 Büroftäulein. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche l, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. Heyn er. Fnedberg. Druck und Verlag der »Neuen Tageszeitung-, A- G„ Friedberg j, & Sinn nie durch Liebe Leid geschah. Roman von Courths-Mahler. ^9) Nachdruck verboten. "Das. ist wahr. Das Bild gibt nicht annähernd den Zauber wieder, der von ihr ausging. Hier siehst Du nur die reinen, schönen Züge. Aber dies Gesicht wurde be. zaubernd durch den belebten Ausdruck, durch das wechselnde, reizvolle Mienenspiel. Sie hatte ein wundervolles Lächeln,' und ihre Augen blickten stolz und lieblich zugleich. Sie war eine vielgefeierte und vielbegehrte junge Dame, trotz ihrer Armut, und ick habe Herrn von Birkenheim wohl verstehen können, daß ihr Verlust ihn so sehr niederdrückte und er ihr keine Nachfolgerin geben wollte. " Hans Ullrich sah noch immer auf das Bild herab. „Sie sieht auch nicht aus, als sei sie ein treuloses Geschöpf." D»e Dame nickte. „Lte-.^Meusch hätte sie dafür gehalten. Und wer kann . wissen, wie sie dazu kam, ihre Verlobung aufzulösen. Leichten Herzens hat sie es sicher nicht getan." »Du warst wohl sehr befreundet mit ihr?" "Nicht eigentlich befreundet. Sie war ja etwa zwölf Jahre jünger als ich, und ich war schon lange Frau und Mutter, als sie eine erwachlene junge Dame geworden war. Aber ich mochte sie immer sehr gern, und Du weißt, für schöne Menschen habe ich immer eine Schwäche gehabt. Deshalb erbat ich mir auch dies Bild von ihr. Sie brachte es mir eines Tages, gleich in diesem Rähmchen. Und ich saß gerade hier am Nähtisch, da hing sie eS selbst hier auf und sagte lächelnd: „So liebe Frau Sabine da lassen Sie mich Gängen, damit ich Ihnen auf Ihre fleißigen Hände sehen kann. Es ist hier ein so trautes Plätzchen." Nun — ich habe das Bildchen hängen lassen, und Du, mein Sohn, hast es als Jüngling so oft betrachtet und ganz in Andacht versunken in das schöne Gesicht gesehen." Hans Ullrich lächelte. | »Ja, Mama, ich erinnere mich heute sehr lebhaft daran. Auch an das Original des Bildes. Maria von Birkenheim hatte einmal ein Kleid von duftigem Stoff, dessen Muster zarte Heckenrosen bildeten. Dazu trug sie einen breiten Florentiner Strohhut mit langen schwarzen Samtbändern und Heckenrosen garniert. Das sah wundervoll aus." Frau von Frankenau nickte eiftig lächelnd. „Das hast Du nicht vergessen? — Ja, es stimmt, Hans Ullrich, das Kleid trug sie, als sie Braut war." Hans Ullrich lächelte vor sich hin. „Weißt Du, Mama, daß diese schöne junge Dame mit dem Heckenrosenkleid und dem Florentiner Strohhut, in dem sie ein^m Gemälde von Gainsborough glich, meine erste Liebe war, die lange eine Rolle in meinen Träumen spielte?" Frau Sabine sah lächelnd auf und nickte. „Ob ich es weiß, mein Sohn! Mutteraugen sehen scharf. Und wenn Du hier zu meinen Füßen saßest und dos Bild an- schautest, dann habe ich Dir manchmal die Hand aufs Haupt gelegt und gedacht: Wie schön ist es, daß mein Junge in seiner ersten Herzensnot, den Weg zu mir findet. Mag es immer so sein." Hans Ullrich küßte ihr die HanU „Meine liehe Mama! Was man so als Zunge für große Gefühle mit sich herumschleppen kann — und wie glücklich man in aller Herzensnot sein kann! Aber einen guten Geschmack habe ich jedenfalls auch danmls schon gehabt nicht wahr?" „Das hast Du. Und nun schaue mir nicht zu lange in das schöne Gesicht Marias. Du weißt doch, es gibt ein französisches Sprichwort: Man kehrt immer zu seiner ersten Liebe zurück," sagte die alte Dame lächelnd. Hans Ullrich sah versonnen vor sich hin. Er malte sich aus, wie Christa Hellmut wundervoll aussehen müßte in solch einem duftigen Heckenrosenkleid mit einem großen Florentiner Strohhut airf dem schönen Haupt. Er atmete ttef auf. Seine Augen brannten. Langsam hing er das Bild auf seinen Platz. .„Vielleiäst würde rch auch heute noch mein Herz an eine Frau verlieren, die Maria von Platen gleichen würde." „Meinst Du? Ein Jüngling hat aber andere Ideale als ein Mann." Er ließ sich wieder auf den Hocker nieder. „Manchmal bleibt er auch seinen ersten Idealen tvcm bi§ er ein Greis ist." ' w "Das will ich nicht bestreiten. Zlber jetzt würdest Du Dich kaum, wie damals, in eine Frau verlieben, die gut sechs Jahre älter war, als Du," sagte die alte Dame lackend Hans Ullricht lachte mit. . „Von dem Standpunkt aus betrachtet, hast Du nun wieder recht, Mama." ort Mrttter und Sohn kamen nun auf ein anderes Thema. Wer Hans Ullrich behielt Maria von Platens Bild im Auge. Und als er sich dann von seiner Mutter verabschiedet hatte und in seinem Arbeitszimmer saß, um sich in Rechnungs- bucher zu vertiefen, da gaukelte vor seinem geistigen Auge ein reizendes Frauenbild. Es trug ein Heckenrosenkleid und «inen breiten Florentiner. Und unter dem Hut schärften Christa Hellmuts Züge hervor, und ihre Augen sahen ihn strahlend und leuchtend an. Um ihren Mund aber spielte das süße, bezaubernde Lächeln, und ihre Lippen bewegten sich, als sprächen sie: „Wahre Liebe kann Berge versetzen." Er schrak empor und sah sich um. Ganz deutlick hatte er diese Worte gehört von Christas weicher, dunkler Altstimme. Er schloß einen Augenblick die Augen. „Christa — Christa!" Sein Herz rief nach ihr. So kurze Zeit er sie auch erst kannte — dennoch schien es ihm, als habe er sie schon immer gekannt, als habe sein Herz nur der Stunde entgegen- geharrt. da es ihr liebliches Bild umschließen konnte. Forffetzung folgt. verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß mein lieber, herzensguter Mann, der treubesorgte Vater seines Töchter'chens, unser unvergeßlicher Sohn, Schwiegersohn, Bruder. Onkel und Schwager .-Mv. Karl Stoffel in einem Reserve-Jnsanterie-Regiment Inhaber des Eisernen Kreuzes 2.Kl., Hess.Tapferkettsmedaille a. des Kriegsehrenzeichens nach treuer Pflichterfüllung fett Anbeginn des Krieges am 31. Mai infolge schwerer Verwundung im blühenden Alter von 33 Jahren als drittes Kriegsopfer unserer Familie in einem Kriegslazarett den Heldentod jürs Vaterland gestorben ist. 2n ttefer Trauer: Hilda Stoffel geb. Sion Familie Eg. Stoffel Eg. Stoffel II. Echzell, den 10. Juni 1913. Keiranntmachung Die Rechnungen der Stadt Friedberg, des Gaswerks Frievberg, des Wasserwerks Friedberg, der Elektrizitätsanlage Friedberg, der Schillerjchule und der Armenkaffe für das Ja r 1916 liegen vom 12. Juni bi 5 19. Juni 1. Js. acht Tage lang auf dem Geschäftszimmer des Unter eichneten nir Einsicht offen, wo auch schriftliche Bemerkun en gegen dieselben em- gereicht werden können. Fr.eober.i, den 10. Juni 1916. Der Bürgermeister 2. V.: Dam m. r v.. Für die uns erwiesene Aufmerksamkeit anläßlich unserer goldenen Hochzeit danken herzlichst tt Kelter IX e. Frau. Rodheim v. d. H. J Erotze Sendung eingetroffen Perl- Cold- Silber- Vraut- Sterbekleider«*,„ sowie große Auswa l in Damen- und Kinderhüten. fSJMTJMTA BiJLIJV®, FnMttg i. 6, Kaiserstraße 107, gegenüber dem Kriegerdenkmal.' Kräftige iidmripfliiiip hat abzugeben per Tausend 4 Mk. Gustav Schneider,Gr-vd-Schwalheim. Suche zum 1k». Juni oder später ein ordentliches, fleißiges Mädchen für kleinen Haushalt. Frau Hans Schwarz, Friedberg, Fauerbacherstraße 44. tv .r’JS.S tesgpssg TWm, fiiknjfc, Wm. inrlint, fndir, |)in/rl, nirgends besser, nirgends billiger wie bei Idoll IlccSSasteipi, 3m oll.{loßam*. FriedI. II. Sriiulfir 15 Yelefon Nr. 45». 1 la. Schmieröl für landwirtschaftliche und Dreschmaschinen. I». Cylinderöl Sa. Wasentelt la. Leilcrlett empfiehlt Zos. Derfeld, Friedberg, Kaiserstraße 116. ta-Hoiz liefert fortwährend und billigst E. See, Massenheim, Fernruf 239, Amt Vilbel. Keiranntmachung. über den Bezug bestellter Nährmittel. Die auf unsere Bekanntmachung vom 25. Mai ds. Js. bei den Kleinhandelsgeschäften bestellten Mengen Haferflocken, Erleb, Kindergerktenmehl, Teigwaren, Graupen, und Suppen können von den Bestellern vom 12. ds. Mts. ab be ogen werden. Der Bezug kann nur bei dem Geschäft erfolgen, bei dem die Bestellung aufgegeben wurde. Dabei ist die NährmitteUarte mit vorzulegen. Nährmittelkarten ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bezug; einzeln abgetrennle Quittunas- und Bezugsmatten sind wertlos. Es entfallen auf: Nahrmittelkatte 6 (rot) Marke 42. 250 Gramm Haferslocken zu 34 Pfa. Nahrmittelkatte B (rot) Marke 43. 250 Gramm Grieß zu 16 Pfg. Nahrmittelkatte B (rot) Marke 44, 100 Gramm Kindergerstenmehl zu 16 Pfg., und 1 Suppenwürfel zu 10 Pfg. Nährmittelkarte C sblau) Marke 51 . 125 Gramm Teigwaren (Auszugsware) zu 20 Pfa. Nahrmittelkatte C (blau) Marke 52 . . 125 Gramm Graupen zu 9 Pfa. Nährmittelkatte C (blau) Marke 53 Ä2 . _ „ , 100 Gramm Suppen zu 16 Pfg. ars Gastwirtschaften zustehende Menge Suppeneinlagen wnnen Donnerstag, den 13. d. Mts. von 8—9 Uhr bei uns in Empfang genommen werden. Mit dem 15. Juni verlieren die Marken ihre Gültigkeit. Wer die von ihm bestellten Waren bis zu diesem Zeitpuntt nicht bezogen hat, verliett den Anspruch darauf. Die Kleinhandelrgeschäfte haben die betreffenden Quittungs- und Bezugsmarken abzutrennen und getrennt nach Nummern und Farben, auf Bestellbogen aufgeklebt, bis spätestens 17. d. Mts. bei uns alpuliefern. Bis zu dem vorstehenden Zeitpunkt, also dem 15. Juni, von den Bestellern nicht abgenommene Warenmengen sind bis zum 17. ds. Mts. anzuzeigen. Nichtbeachtung dieser Vorschrift hat den Ausschluß von dem Vertrieb der Nährmittel zur Folge. Friedberg, den 10. Juni 1918. Der stellvertretende Bürgermeister (Stadt. Lebensmittel-Ausschuß) _ 2. A.: Langsdorf. Kelranntmnchnng. Nächsten Mittwoch, den 12 . d. Mts, verkaufen wir in der alten Post, durch die hiesigen Kolonialwarenhändler Camembertkäse. Bormittags von 9—10 Uhr für die Nummern 501—909 des Bezirks II „ 10—11 n n n „ von 901 aufw. „ II 11-12 „ „ „ „ des Bezirks III Für jede auf der Lebensmittelkarte verzeichnete Person werden 50 Gramm z» 23 Pfennig verabfolgt. Die Lebensmittelkarten sind als Ausweis vorzulegen' das Geld ist abgezählt bereit zu halten. Friedberg, den 10. Juni 1918. Der stellv. Bürgermeister (städt. Lebensmittel-Ausschuß) _ I. A.: Langsdorf. Mobiliarversteigerung. Mittwoch, den 12. Juni, nachmittags 1% Uhr anfangend, versteigere ich im Aufträge der Erben von dem verstorbenen Rentier Ludw. Falk im Hause Kaiserstr. Nr. 32 gegenüber der Reichskrone reiwillig gegen bare Zahlung: 1 Pianino mit Stuhl, 2 Sofa, 2 Sessel, 1 Kleider- schrank, 1 vottft. gutes Bett, 1 Regulator, 1 silb. Taschenuhr, Spiegel, Bilder, Vorhänge, Gallerten, Vorlagen, IBadeofen, 1 Badewanne, Tische, Stühle, 1 Nachtschrank mit Marmorpl. 1 kleinen Schrank, 1 Waschtisch mit Marmorpl., Gläser, Porzellan, 1 GaSherd, 1 Ofenschirm, 1 Kommode und noch sehr vieles andere. Nuppel, beeid. Taxator und Auktionator.