Nummer 131 Freitag, den 7. Juni 1918 11. Jahrgang. Die .,L-e«e Tageszeitung" erscheint ^eden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Sauer aus Hessen". „Die Sptrrnssube". Bezugspreis: Bei den Postanstalten ruerkeliährlich Mk. 2.40 binzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Renten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeigen: Erund^eUe 2b Psg„ lokale 20 Psg^ Anzeigen von auswärts werden durch Poitnachnahme erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitunq und Verlag ^riedderg ffzeifen). oanaueräraye 12. Fecnlvrecher 48. Bostf ßeck-Loaro Rr. 1819. Umt Frankfurt a. M. K.sher 15 Schiffe als uerjenlrt gemeldet. — Die Deute seit 27. Mai: 55000 Gefangene, mehr als 650 Gejchütze und meit über 2000 Malchinengewehre. — 28000 Tonne» versenkt. Gin polnischer Reichslagswahlsieg. ~——-—-—————r Der deutsche Generalftab *== meldet: W. T. B. Großes gattplqnartier, den 6. Juni. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. ^ Heeresgruppe Kronprinz Rupprecht. Artilleriegefechte wechselnder Stärke. Mehrfach brachten Erkundungsgefechte Gefangene ein. Heeresgruppe Deutscher Kronprinz. An der Schlachtfront ist die Lage unverändert, herrliche Kampfhandlungen westlich von Pontoise, nördlich der Aisne und am Savieres-Grunde brachten uns in den Besitz feindlicher Erdwerke und Gräben. Der Artilleriekampf war vielfach lebhaft. Chateau-Thierry lag unter anhaltendem Zerstörungsfeuer der Franzosen. Die Beute der Heeresgruppe Deutscher Kronprinz seit 27. Mai beträgt nach bisherigen Feststellungen: mehr als 55 000 Gefangene, darunter über 1500 Offiziere, mehr als 650 Geschütze und weit über 2000 Maschinengewehre. In den beiden letzten Tagen wurden 46 feindliche Flugzeuge und vier Fesselballone zum Absturz gebracht. Jagdgeschwader Nichthofen schoß gestern 15 feindliche Flugzeuge ab. Hauptmann Berthold und Leutnant Menkhoff Errangen ihren 31., Leutnant Löwenhardt seinen 27., Leutnant Udet seinen 26., Leutnant Kirchstem seinen 21. und 22. Luft- sieg. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Al-enddericht. Berlin, 6. Juni, abends. (WB. Amtlich.) An der Schlachtfront örtliche Kämpfe nordwestlich von Chateau Thierry und an der Avre. Der österreichische Generalstab ——------ meldet: — .tt—tt— Wien, 6. Juni. (WB.) Amtlich wird verlautbart: An der Tiroler- und Piavefront andauernde Artilleriekämpfe. Der Chef des Gencralstabes. Der bulgarische Generalstab -- meldet: .. Sofia, 5. Juni. (WB. Nichtamtlich.) Gneralstabs- bericht. Mazedonische Front: Zu beiden Seiten des Ochrida- sees war das Artille! iefeuer von seiten des Feindes zeitweilig lebhafter. Oestlich des Ocbrida-Sees zerstreuten wir durch unser Feuer einen französischen Sturmtrupp. Bei Bratindol und an mehreren Stellen zwischen dem Ostufer der Tscherna und dem Dobropolje beiderseitiges heftiges Ar- tilleriefeuek. Südlich von Huma beiderseitiges Störungsfeuer. Oestlich des Wardar versuchte eine stärkere englische Patrouille bei dem Dorfe Kresteli sich unseren Posten zu nähern, sie wurde aber durch Feuer vertrieben. Im Strumatal machten unsere Jnfanterieabteilungen mehrere Engländer zu Gefangenen. Lebhafte beiderseitige Lufttätigkeit im Wardar- und Strumatale. Die Schlacht im Westen. Berlin, 5. Juni. (WB.) Zeitweise lebhaftere Feuertätigkeit in der Gegend des Kemmel und bei Merris. Eigene Unternehmen brachten östlich Blrschoote, nördlich des Kemmel, westlich Schoore eine größere Anzahl Gefangener ein. Vom Nieppe-Walde bis Lens hielt zeitweise lebhafter Feuerkampf an. Nobecq, sowie die Schächte 1 und 3 von Noeux wurden in Brand geschossen. Südlich des La Bass6e- Kanalß und südlich Lens holte sich der Feind blutige Schlappen bei Teilvorstößen, die er nach starker Artillerievorbereitung unternahm. Gefangene blieben in deutscher Hand. Auch in Gegend Albert, Buguoi, Hebuterne und Beaumont wurden feindliche Patrouillen unter Verlusten abgewiesen. Berlin, 5. Juni. (WB.) Während der schweren Niederlage der Engländer in Flandern eilte Frankreich mit starken Kräften dem britischen Bundesgenossen zu Hilfe. Im Laufe der Kämpfe wurden 18 französische Divisionen in Flandern eingesetzt und weitere dort in Reserve gehalten. In den heißen Kämpfen, vor allem im Laufe der wiederholten Gegenangriffe haben die Franzosen dort aufs schwerste für England geblutet. Die hilfsbereite weitgehende Unterstützung, die General Fcch den geschlagenen Engländern leistete, schwächte in ernstester Weise die eigene Front. Di Folge hiervon war die blutige Niederlage der Franzosen zwischen Aisne und Marne die auch hier wieder durch das Versagen englischer Truppen verschuldet wurde. Jetzt, wo die französischen Stellungen in breiter Front durch, brochen wurden, hat noch keine englische Division zur Unterstützung der Franzosen in den schweren Kämpfen eingegriffen. Die französischen Truppen, die sich an der britischen Front für England aufopferten, müsien hier allein die Last der Kämpfe und die ungeheuren Blutopfer tragen. Die Kampfe am 5. Juni. Berlin, 6. Juni. (WTB. Nichtamtlich.) An der Front zwilchen Marne und Reims setzten die Franzosen ihre lebhaften Anstrengungen fort, das waldige Höhengelände zu sichern, während sie im Zentrum, wo die Deutschen am weitesten vorgedrungen find und daran arbeiten das Bois de Cohelle zn verdrahten, versuchen sie die an die Marne angelegten Flügel ihrer Linie vorzuschieben. Ihr Handstreich artiger Ueberfall am Morgen des 6. 6. scheiterte jedoch ebenso wie ein anderer ans die deutschen Postierungen vor Verneuil Das französisch Artilleriefeuer, das mit weittragenden Batterien bis über die Vesle langte und bereits angefangen hatte, die noch unzerstörten Orte in Trümmer zu schießen, ließ am 5. 6. infolge der Bekämpfung durch die deutschn Batterien wesentlich an Heftigkeit nach Deutschrfeits wurden Bahn- und Straßenverkehr hinter der ftanzösischn Front zerstört. Der Bahnhof von Jouy wurde in Brand geschossen. Im Südteile von Reims konnten mehrere große Brände und Explosionen beobachtet werden. In den Fliegerschuppen nördlich von Boujacourt wurden noch zwei un- zerstörte französische Flugzeuge festgcstellt. Die Gegenangriffe südlich von Soissons. Berlin, 6. Juni.. (WTB. Nichtamtlich) Der Heeresbericht vom 1. 6. meldet verschärfte Gegenangriffe der Franzosen am 31. Mai inzwischen auf Wagen und Kraftwagen herangebrachter Divisivnen gegen unsere über die Straße Soissons-Hartennes voßgehenden Truppen. Ein erbeuteter Befehl der französischen 6. Armee chbt die Bedeutung dieser französischen Gegenangriffe wieder. Das Ziel war. unsere Front beiderseits Soissons durchzubrechen und noch am 31. Mai die Linie Braisne-Terby-Corny zu erreichen. Die glänzende Waffentat unserer dort kämpfenden Truppen, die nicht nur alle Gegenangriffe siegreich ab- schlngen, sondern auch unter Abwehr den Angriff bis auf die Höhen von Chaudun-Viercy-Blancy vortrugen, wird dadurch in das hellste Licht gerückt. Beschießung von Chateau Thicrrp. Berlin, 5. Juni. (WB.) Chateau Thierry wurde vom Feinde mit besonderer Heftigkeit beschossen. Infolge des starken Beschusses der Stadt war der Abschub der Zivilbevölkerung unmöglich). Unter der Bevölkerung traten üarke Verluste ein. Die feindlichen Verluste. Berlin, 6. Juni. (WB.) Der große Sieg des Deutschen* Kronprinzen zwischen der Aisne und Marne hat wiederum einen bedeutenden Teil der feindlichen Streitkräfte und Kampfmittel vernichtet. Zu der bereits gemeldeten Gefangenenzahl von über 55 000 sind die schweren blutigen Verluste der Franzosen an Toten, Verwundeten und Vermißten hinznzurechnen. Bereits im März mußte das fran- zösische Heer infolge des Zurückweichens der Engländer beiderseits der Somme starke Teile der bereitgestellten Foctzschen Manöver erarmee einfetzen, die mit in die schwere blutige Niederlage hineingerissen wurden. Als ln Flandern die Engländer auf schwerste erneut bedroht waren, sah sich der Entente-Generalissimus zum zweiten Male gezwungen, auch dorthin starke Kräfte einzusetzen. Im Verlaufe der Kämpfe an der Nordfront setzte er allein 18 französische Divisionen zur Unterstützung der Engländer in Flandern ein und hielt weitere Kräfte dort in Reserve bereit. Die verlustreichen Kämpfe im Kemmelgebiet erhöhten dann die Blut- opfer der Franzosen ganz außerordentlich. Die Schiachl zwischen Aisne und Marne mit ihren täglichen riesigen Fortschritten riß aufs neue die schon stark gelichteten französischen Reserven auseinander. Sie zwang General Foch zum abermaligen überhasteten Einsatz seiner Divisionen an der von der deutschen Führung gewählten Stelle. Damil sind wiederum erhebliche ftanzösische Streitkräfte gebunden, ein Umstand, der den Ententeführer der operativen Arm- freiheit gänzlich beraubt. Die stolze Manövrierarmee der Entente, an die sich die kühnsten Hoffnungen und Er- wartungn der Feinde knüpften, besteht als solche nicht tnefjr Von schwerwiegender Bedeutung ist auch die Einbuße des Feindes an Kampfmitteln während der Schlacht zwischen Aisne und Marne. Die große Anzahl-.der erbeuteter! Geschütze, Maschinengewehre und andere Waffen, der Verlust des gesamten eingebauten Materials aus der ausgebauten Kampffront, der Verlust ferner von fünf umfangreichen Pionierdepots, von Werkstätten verschiedenster Art, von Barackenlagern und sieben großen mit allen Bedürfnissen ausgerüsteten Lazaretten, der Ausfall vieler Fabriken, Eisenbahnwagen, Maschinen und Brückentrains und dergl. trifft die feindliche Kriegsführung aufs empfindlichste. Erhöht wird die Bedeutung der schweren französischen Niederlage durch den Verlust von weit über 3000 Qudratkilometer znm Teil ftuchtbarsten Geländes mit bedeutenden strategischen Punkten. Von tief einschneidender Bedeutung ist schließlich die Ausschalttmg wichtigster Eisenbahnlinien für die Versorgung des gesamten französischen Landes und Heeres. 28000 Tonnen vrrftenkt. Berlin, 5. Juni. (WB. Amtlich.) Das von dem bewährten U-Bootskommandanten Oberleutnant z. S. Löst befehligte Boot vernichtete iin Kanal neuerdings fünf Dampfer und drei französische Fischereifahrzeuge mit übev 28 000 Brt. Unter den versenkten Dampfern befanden sich der englische Hilfskreuzer „Noldavic", 9500 Tonnen, sowie ein be^ waffnter Dampfer von etwa 6000 Tonnen, die beide aus einem stark gesicherten Geleitzuge herausgeschossen wurden. Namentlich festgestellt wurden ferner noch der bewaffnete englische tief beladene Dampfer „War Pather", 5875 Tonnen und die französischen Fischkutter „Petit Georges", „Souvenir de St. Marie" und „Joseph Simon". Der Chef des Admiralstabes der Marine. pffiMürifff ailf Calais mil> ^onlopr. Berlin, 6. Juni. (WB.) Außer zahlreichen anderen Zier len wurden die wichtigen feindlichen Umschlagplätze Calais untz Boulogne erfolgreich mit Bomben belegt. Dkutjihk Ü$ootf an brr aillmIlaiiljAii fiiiftf. Washington. 5. Juni. (SB. ©.) Reutermeldung. Das Flottcndepcrrlcmcnt erhielt die amtliche Nochricht, daß an der amerikanischen Küste ein Dampfer und drei amerikanische Schoo- ner von Unterseebooten versenkt worden sind. Berichte an» New-York besagen, daß bei der Versenkung zwei Unterscboote beteiligt gewesen find. Die Schiffe sind wahrscheinlich an der Küste von New England und New Jersy verloren gegangen. Rotterdam. 6. Juni Das Erscheinen deutscher U-Boote an der amerikanischen Ostrüste in dem Augenblicke, wo nach de» Worten Elemenceaus „die Partie in Erwartung der amerika* n^cn Hilfe gespielt wird", hat kn den Verewigten Staate, vnd den Entcntclandcrn in Europa dog größte Aufsehen hervor, gerufen und einen sofortigen Kurssturz a n btt New-Yorker Essettenbörse zur Folge gehabt. New York in Aengsten. New York, 5. Juni. (WB.) Reuten. Es ist die Anordnung getroffen worden, daß die Küste verdunkelt bleiben mutz. Im Zusammenhang mit dieser Maßnahme sind auch die Lichtreklamen aus der Dreadway verboten. Die Gebäude, in denen Licht gebrannt wird, müssen nach außen abgeblendet werden. Gründe für diese Maßnahmen sind nicht angegebens?). aber wahrscheinlich hoben sie den Zweck, mögliche Luftangriffe der Deutschen zu verhindern. '» 15 Schiffe versenkt? Amsterdam, 6. Juni. (WB.) Nach einer Reutermeldung aus New Aork wird angenommen, daß etwa 15 amerikanische Schiffe, darunter zwei Dampfer, von Unterseebooten an der nordatlantischen Küste seit dem 25. Mai versenkt wurden. Ter größte Dampfer der Porto Rico- Linie, das Passagierschiff „Carolina", wurde 125 Seemeilen südwestlich von Sandy Hook angegriffen. Die „Carolina" meldete am Abend des 2. Juni durch Funkspruch, daß sie von einem Unterseeboot angegriffen werde. Ein zweiter Funk- spruch besagte, daß sie beschossen wei^e und die Passagiere in bie Boote gingen. Die „Carolina" batte 220 Fahrgäste und 120 Mann Besatzung an Bord, von denen 58 Personen per- mißt werden, einschließlich 16 Personen, die durch Kentern eines Bootes ertranken: die übrigen sind gelandet. Der Kapitän des Schuners „Edward H. Cole" berichtet, daß sein Schiss am Sonntag abend von einem etwa 200 Fuß langen Unterseeboot, das zwei große und ein kleines Ge- Witz führte, angegriffen wurde. Er habe deutlich das Sehrohr eines zweiten Unterseebootes wahrgenommen, das einen herankommenden amerikanischen Dampfer verfolgte. Der Dmnpfer machte sich mit Volldampf davon. Die Besatzung der „Cole" wurde von einem amerikanischen Hilfs- schiff aufaenommen. das von einem Unterseeboot verfolgt wurde. Dem Hilfsschiff gelang es aber, einen Hafen zu er- reichen. , d Der Dampfer „Terel", mit einer Ladung von Porto Niro nach New Rc>rk, wurde am Sonntag 60 Meilen von der Küste versenkt. Das Unterseeboot gab drei Schüsse ab. Der deutsche Kommandant kam an Bord und befahl der Besatzung das Schiff zu verlassen. Dann legte er eine Bombe aut das Schiff nieder, wodurch es in die Luft gesprengt wurde. Die 86 Mann starke Besatzung wurde ihren eigenen Hilfsmitteln ohne Nahrung und Wasser überlassen. Sie wurde später von einem Küstemoachschiff ausgenommen und in Atlantic City gelandet. Eine frühere Meldung des Reuterschen Bureaus besagt: .Aus den letzten Nachrichten geht hervor, daß drei Schuner versenkt wurden. Ein Zerstörer berichtete, daß er einen Angriff eines Unterseebootes auf einen Dampfer am Dienstag morgen unterbrach 15 Ueberlebende von drei Schiffen, die eine Zeitlang auf einemUnterseeboot gefangen gehalten wur- den. kamen auf einem amerikanischen Dampfer, auf den sie von dem Unterseeboot übergeführt worden waren, im Hafen von Coney Island an. Andere K^sienstattonen innerhalb des Stadtbezirks löschten infolge eines Befehls, der nach einer Beratung mit den Militärbehörden erlassen wurde, ihre Feuer. Rotterdam, 6. Juni. Nach einer Meldung aus London hatte der amerikanische Dampfer „Kenton Castle", der von einem feindlichen U-Boot gerammt und schwer beschädigt in den Hafen geschleppt wurde, 2000 Passagiere an Bord. Es werden zahlreiche Passagiere vermißt. Infolge des Ken- lerns eines Rettungsbootes erttanken verschiedene Personen, u. a. einige Krankenpffegerinnen. Iflfliinji des frifprnfö.“ London, 4. Juni. (WB.) Reuter. Amtlich Der Oberste Kriegsrat bat unter Umständen, die für den Bund der freien Volker sehr ernst sind, seine sechste Sitzungsperiode begonnen Die deutsche Negierung, von allem Druck an der Ostfront durch den Zusammenbruch der russischen Armee und des rus- fischen Volkes befreit, hat alle ihre Ansttengungen im Westen konzentriert und sucht jetzt durch eine Reihe verzweifelter und kostspieliger Angriffe auf die verbündeten Armeen eine Entscheidung im Westen zu erzwingen, ehe die Vereinigten Staaten ihre volle Kraft wirksam entfalten können. Den Vorteil, den die feindliche Heeresleitung in ihrer strategischen Lage besitzt und ihre überlegenen Eisenbahnverbindungen haben sie in den Stand gesetzt einige Anfangserfolge zu erringen. Sie wird zweifellos die Angriffe erneuern rmd die verbündeten Nationen haben vielleicht noch kritische Tage zu gewärtigen. Unter Berücksichtigung der gesamten Lage hat der Oberste Kriegsrat die Ueberzeugung gewonnen, daß die Verbündeten, die die Prüfungen des gegenwärtigen Feld- 5'uges mit denkbar größter Tapferkeit ertragen, die sie stets in Verteidigung und Angriffen bewiesen haben, die Absicht des Feindes vereiteln und ihn seiner Zeit besiegen werden. Alles was nur möglich ist, geschieht, um die Feldarmee zu unterstützen. Die . Vorbereitungen für die Einheit des Oberbefehls Haben die Stellung der verbündeten Armee wesentlich gesteigert. Die Arbeit vollzieht sich reibungslos und mit Erfolgs Der Oberste Kriegsrat setzt volles Vertrauen in Foch, er blickt mit Hochachtung und Bewunderun-g auf die Tapfer- keit der verbündeten Truppen. Der Oberste Kriegsrat vertraut auf den Endsieg. Die verbündeten Nattonen sind ent- schlossn, keine einzige der freien Nattonen der Welt dem Berliner Despottsmus zu opfern, Ihre Anneen legen felven hartnäckigen Mut cm den Tag. der sie in vielen früheren Fällen in den Stand gesetzt hat, den deutschen Angriff nicderzuschlagen. Sie müssen nur mit Geduld und Vertrauen bis zum Ende ausharren, um den Sieg und die Freiheit zu sichern. Die freien Völker und ihr glänzenden Soldaten werden bis Zivilisatton retten. Cngiijch? rbartt. Der Kriegsberichterstatter W. Scheuerman!n! schreibt aus dem- Großen Hauptquartier: „Das Aufräumn der eroberten Schlachtfelder in Flandern ist für unsere Truppen eine harte Arbeit gewesen. Wieder, wie schon bei unserem ersten Einbrüche in die Npern- stellung hat es sich gezeigt, daß die Engländer zwar weit hinten der Gefahrzone ordentlich Begräbnisstätten anlegen, an der Front jedoch ihre eigenem Toten in der unehrerbietigsten Weise vor den Augen der Ueberlebenden unbe- stattet herunilieaen lassen. Nach amtlihr Feststellung sind allein im Raume zweier deutscher Korps durch die Begräbniskommandos jetzt 3300 tote Engländer beerdigt worden, welche die Engländer seit vielen Monaten unbestattet hatten liegen lassen. Vor demselben Frontabschnitt aber liegen jetzt noch zwischen den Linien, aber von unseren Beobachtungsstellen aus zählbar, noch einmal etwa 3000 gefallene Engländer, welche zu bestatten die Engländer keine Anstalten treffen." T rr Reichstag unterhielt sich gestern wieder über Zensursragen. Er hat ^eine Worte auf das heuchlerische Gewinsel einzugehen, das di? Linke unverdrossen seit 3 Tagen angcstimmt. In Wirklichkeit wären die ,^rren ja ganz und gar damit einverstanden. wenn die Alldeutschen und die Vaterlandspartei nach allen Regeln der Kunst vergewaltigt würden, deshalb widert einen ihr Gebahren förmlich an. Im übrigen sollten sich die radikalen Herrschaften bei dem von ihnen gestürzten Reichskanzler Vethmann-Hollweg bedanken, denn der Abg. Dr. Werner- Gießen hatte ganz reckst, wenn er wgte, dieser Kanzler ttage die ganze Schuld an der politischen Zensur und der alldeutsche Verband habe schwer untec ihr gelitten. Am interessantesten und für den Ton bezeichnend. der unter der Reinkultur der Demokratie sich cinzunisten beginnt, war ein Schimpf-Duell zwischen dem Unabhängigen Sozialdemokraten Herzfeld und den Regie- rimgssozialdemokraten. Als er die sozialdemokratischen Arbeitersekretäre Verräter an den Interessen der deutschen Arbeiter nennt, heulten sie links und riefen ihsn entgegen: „Von diesem Kerl sollen sich die deutschen Arbeiter beschimpfen lassen, von diesem Petroleurnschieber, von dem die Arbeiter nennt, heulten sie links und riefen ihm entgegen: Noske. da schimpfte dieser los: „Fangen Sie nur nicht mit mir an, sonst können Sie was erleben." Zwischenrufe bei den Unabhängigen. Noske sagt, zu den Unabhängigen gewandt: ..Sie wollen doch nickst etwa erwarten-daß ich diesen Kerl ernst nehme." Und die „Tätigkeit" dieser Gesellschaft muß das deutsche Volk mtt ttmrem Geld bezahlen. Ein polnischer MolMeg! Beulhen (O. S.). 6. Juni. (WB.) Bei der heutigen Reichstagserjutzwahl im Wahlkreis Oppeln 4 (Lublinitz-Dost- Eleiwitz) für den verstorbenen Zentrumsabgeordneten Ober- landmesier Ltadtrat Warlo wurden bisher gezählt für den Abgeordneten Korfanty lPole) 13 760, für den Rechtsanwalt Nehlert (Ztr.) 8^47 Stimmen. Einige Wahlergebnisse stehen noch aus, ändern aber an der Wahl des Abg. Korfanty nichts. Bei der Hauptwahl im Jahre 1912 wurden abgegeben 10 327 Zentrumsstim:nen, 10 312 polnische. 6134 nationalliberale, 2219 sozialdemokratische Stirnen. Die deutschen Stimmen sind demnach um mehr als 7300 zuruckgvgangen. während die polnischen ein? Zunahme von über 3000 erfahren haben. Auch ein Effolg der „Versöhnnnaspelitik" der Reichsregierung. Korfanty ist bekanntlich Pole der ganz radikalen Richtung, im Uebrigen schadet es auch werter nichts, wenn diesem „Deutschen Reichstagein Korfanty angehört. Drirtlche Kriegsziele. Einiges Aufsehen haben einige Zuschriften erregt, die in der „Kreiszeitung", dem führenden Blatte der konservativen Pattei, veröffentlicht wurden. Es wurde dann der dringende Wunsch ausgesprochen, die Neichs- regierung möchte endlich klipp und klar und unum- fchrieben, die Ziele ausstellen, die sie sich für den Krieg gesteckt habe. Endlich müsse doch der Krieg einmal aushören und wenn endlich einmal die Zeit zu den Verhandlungen käme, so sei es wünschenswert, wenn man wisse, wohin der Weg gehe. Die demokratischen Blätter, allen voran die „Frankfurter Zeitung" haben es nun so dahingestellt, als ob die „Kreuzzeitung" Miene machte, sich der demagogischen Verzichtsmehrheit des Reichstages zu nähern. Die „Kreuzzeitung" erneuert deshalb nochmals das Wott und stellt folgendes fest: d Lege man die Kriegsziele fest, so müsse die Form so sein, daß sie beim Feinde kein Zweifel an unserem Muchtbewußtsein auskommen lasse. Jetzt müsse Dur die Tonart der Politik sein. Im Anschluß daran gibt die „Kreuzzeitung" ihrem Mitarbeiter von neuem mit einigem Vorbehalt das Wort zur Feststellung des Kriegszieles gegen England. Die Meere, so ist sein Gedankengang, seien frei im Frieden und man müsse also die Grundlage für ihre gleichmäßige Benutzung im Kttege schaffen. Die Abschaffung des Seebeuterechts, ^d er, Block ade und der Bannware gebe eine Grundlage für die Freiheit des Seehandels im Kttege. Aber vertragliche internationale Abmachungen darüber genügten für die Praxis nicht, denn England würde sich ;m Ernstfälle einfach darüber hinwegsetzen. Die Freiheit der Meere müsse realer Grundlagen haben, und sie sei da in dem Augenblick, wo das englische Il.bergewicht zur See aufhöre. Sei England bereit, in weitgehender Be- folgung seiner Abrüstungsoorschläge seine Kriegsflotte bis auf den für den Seepolizeidienst notwendigen Bestand zu reduzieren, und würden die von ihm besetzten Seefestungen Gibraltar, Malta. Aden, Singapurs usw. geschleift und deren Häfen internationalisiert, so entfiele sür uns jede Notwendigkeit, durch Schaffung ähnlicher Stutzpunkte die Nachteile unserer jetzigen maritimen Lage England gegenüber zu verbessern. Sei so die meihett der Meere tatsächlich festgestellt, so sei auch die flandnsche Ku,te für uns wertlos und der Herausgabe Belgiens stehe nichts im Wege. Bis dahin müsse Belgien in unserem Besitz bleiben. Auch die übrigen besetzten Gebiete im Westen seien für uns Pfänder, die nur dann verfallen würden, wenn wir durch Ablehnung unserer Forderungen auf eine Ausbreitung unserer Existenzbasis angewiesen würden. Deutschland müsse also die glatte Beseitigung aller willkürlichen Hemmungen und die vollste Wiedeiherstellung seiner vernichteten Position auf dem Weltmarkt verlangen. Für die Vernichtung des deutschen Welthandels müsse Ersatz und ausreichende Sicherung für dce Zukunft geleistet werden. Dazu gehörten vertragliche Abmachungen über einen ausreichenden Nohstoffbezug nach den Regeln der Meistbegünstigung und die Beteiligung Deutschlands an der 'wirtschaftlichen Ausnutzung der sämtlichen weltwirtschaftlichen Exploita! ionsgebiete, auch solcher, die zu den Domänen der Feinde gehörten. Internationale Kontrollkommissionen müßten die gebührende Beteiligung Deutschlands gewährleisten. Die Kolonien müßten Deutschland zurückerstattet der Ersatz sür deren Kriegsschäden geleistet werden, aber im Zusammenhang damit solle der gesamte Kolonialbesitz der Welt nur so verteilt werden, daß eine großzügige und intensive Nutzung der Kolonialwirtschaft möglich und Streitigkeiten für die Zukunft vermieden würden. Der Wiederaufbau. (Maßnahmen zur Verbreiterung unserer Ernährungsbasis., Von Dr. rer. pol. A. W. „Das ganze System der Kriegswirtschaft war eine Aus- gebürt von Angst, Unwissenheit und Unverständnis, und diese drei bilden auch heute noch immer den festen Tamm, hinter dem sich dieser „Kriegssozialismus" verschanzt und sicher fühlt, obwohl die Wasser höher steigen." So urteilt Calwer, der das Verdienst in Anspruch nehmen kann, vom ersten Augenblick an unermüdlich gegen diese Art Kriegswirtschaft angekämpft zu haben, im neuesten Heft seiner „Konjunktur". Er begrüßt es, daß nunmehr wenigstens vdn einer Seite der Kampf offen ausgenommen worden ist, in einer Enffchließung, die die Vereinigung von Handelskammern des niederrheinisch-wesffälischen Jndustriebezirks und die Vereinigung südwestsälischer Handelskammern kürz- lich gefaßt haben. Diese Kritik, nicht von „agrattschen Interessenten", sondern von nüchtern urteilenden Vertretern gerade der nicht landwittschaftlichen Stände geübt, beweist, wie weite Schichten des Volkes sich klar sind über die Wirkung des inneren Wirtschaftskrieges, dessen Luxus wir uns nun schon drei Jahre erlauben. Indessen bleiben sie bei dieser Kritik nicht stehen, sondern machen positive Vorschläge, die auf einen, wenn auch schrittweisen, aber alsbaldigen Abbau des als falsch erkannten Systems hinzielen. Sie verlangen Beschränkung der öffentlichen Bewirtschaftung aiff Getreide, Fleisch und Fett, Freilassung aller anderen landwirtschaft- lick>en Erzeugnisse mit Ausnahme der Kartoffeln in gewissen Grenzen, Wiederzulassung des legitimen Handels, Ausgabe des praktisch überall gescheiterten Höchstpreissystems. Diese Vorschläge, von städtischer und industrieller Seite stammend, bgegnen sich mit solchen aus den Kreisen der Landwirtschaft. Reichstagsabgeordneter Dr. R o e s i ck e vom Bund der Landwirte hat im Ernährungsausschuß des Reichstages einen Anttag eingebracht, der ebenfalls die Einschränkung der öffentlihn Bewirtschaftung bezweckt, Eier, Gemüse und Obst ganz freilassen, Kartoffeln und Brotgetreide nur in wlchen Mengen ersaßt wissen will, als zur Sicherung des Bedarfs sür die minderbemittelte Bevölkerung erforderlich ist. Der übrige Teil soll in freiem Verkehr durch den wieder zugelassenen Handel ohne Höchstpreisbeschränkung vertrieben werden. Für Fleisch, Fett und Zucker will er einstweilen die öffentliche Bewirtschaftung fortbestehen lassem Es ist kein Zweifel, daß die Grundgedanken deS Roesicke'schen Anttages Billigung in weiten Kreisen innerhalb der politischen Parteien bis in die Reihen des Fortschritts finden! Ein nattonalliberaler Anttag, der indessen noch nicht zu brauchbarer Formulierung im Ausschuß gekommen ist, verfolgt ähnliche Ziele. Der Angelpunkt bei den Roesicke'schen Vorschlägen und deren erstes Ziel ift: För- frerung der Produktion. Wiederhei stellung des Anreizes zur Produktionsvermehrung durch Wiedereinschaltung des persönlichen Interesses an dem Verkauf der Mehrerzeugung, Belebung der Jnittattve durch wenigstens teilweise Lok- kerung des Beschlagnahmeknebels und, wenn auch be- schränkte, Wiederherstellung des Vcrfügungsrechts des Erzeugers. Wenn auf Grund der Wittschaftskarte das Ab-> lieferungs-Soll an bewirtschafteten Produkten schon vor der Aussaat bekannt ist, so wird Eigeninteresse den Landwitt von selbst zum Mehranbau anreizen. Und was drei Jahren Zwang nicht gelang, das wird. der. ersten Lockerung dieses.' Zwangs gelingen: die Vermehrung der Anbaufläche gerade für die am dringendsten nötigen Produkte: Cerealien und Kartoffeln Das aber bedeutet eine unmittelbare Der- breiterung der Ernährungsbasis, eine Steigerung der Produktion. Nun verlangt der Antrag Roesicke Erhöhung der Preise mindestens bis zur Deckung der Selbstkosten. Eine Forderung, die man in den Städten, wo immer nur die Vorstellung von den Kriegsgewinnen der Landwirtschaft besteht, mit Verwunderung hören wird. Leider ist die Gicßstadt- presse selten objektiv genug, ihren Lesern einen Einblick in die wirklichen Verhältnisse zu geben. Eine Voraussetzung allerdings verlangt der Antrag Roesicke: Es muß zur Sicherstellung und Erfassung der um« gelegten Mengen bewirtsck^afteter Nahrungsmittel eine Lö- sung der Organisationssrage in größtem Stil erfolgen, dezentralisiert, auf möglichst breiter Grundlage. Dahingehende Vorschläge, die die Heranziehung der landwirtßchaft- lichen Genossenschaften und die Errichtung von Geschäftsstellen allenthalben auf dem Lande vorsahen, sind seiner- zeit vom Kriegsausschuß der deutschen Landwirtschaft ge- mackK worden. Sie wurden vom Handel, der mit dem Maße seiner Beteiligung nicht zufrieden war, lebhaft bekämpft. Man wird sagen müssen, daß gerade unter dem Gesichtspunkt der Roeucke'schen Vorschläge beide Teile sich »hre Interessengemeinschaft gegenüber dem herrschenden System vor Augen halten sollten. Wie im einzelnen die Anregungen des Roesicke'scben Antrages auszugestalten und praktisch durchguführen sind, soll hier unerörtert bleiben' nur der Hinweis sei gegenüber völlig absprechender Kritik gestattet, daß sich ein ähnliches System dei beschränkten öffentlichen Bewirtschaftung und der leilweisen Wiedereinschaltung des Handels im Generalgouvernement Belgien durchaus bewährt hat. Jedenfalls ist es höchste Zeit zur Umkehr, denn es gilt nicht nur eine Besserung für den Rest des Krieges zu schaffen, sondern auch die Grundlagen für die Zeit des Uebergangs, die nicht viel ärmer an Schwierigkeiten wirtschaftlicher Art sein wird. Hesse»,Kaste. Die Zentralkasse der hessischen landwirtschaftlichen Genossenschaften, e. G. m. b. H. zu Darmstadt verschickt soeben ihren Bericht über das fünfte Geschäftsjahr 1917 mit der Einladung zu der fünften ordentlichen Generalversammlung die für Mittwoch, den 26. Juni 1918, vormittags 10^$ Uhr nach Darmstadt in den Kaisersaal einberufen ist. Der Gesamtumsatz in 1917 beträgt 1 391000 000, — Mark gegenüber 659 000 000, — Mark in 1916. Ende des Berichtsjahres waren von $50 Genossenschaften 2 Gesellschaften und 4 Einzelpersonen 958 000, — Mark Ge- samthastjumme übernommen. An 315 Genossenschaften waren 14 857 000, — Mark Gesamtkredit eingeräumt, der von 103 Genossenschaften mit rund 2 400 000, — Mark in Anspruch genommen war. Der Reingewinn aus 1917 beträgt 104 442,79 Mark, nachdem 43 000,— Mark für Kriegs gewinnsteuer zurück gestellt, 96 00,— Mark auf Wertpapiere abgeschrieben und 42 375,— Mark 59 notleidenden Genossenschaften aus dem erzielten Zinsgewinn von dem Staatsdarlehn von 990 000 Mark zugewendet worden sind. Der eigene Besitz an Kriegsanleihen am Bilanztage beträgt 11 126 800.— Mark, an Preußischen und Deutschen Reichsschatzanweisungen von 1917, zu 100 rückzahlbar, 2 520 000,— Mark. Die Geschäftsguthaben betragen 479 000, — Mark. Wenn die Generalversammlung den Vorschlägen von Vorstand und Aufsichtsrat zustinunt, betragen die Reserven 201 395,95 Mark. Trotz der ansehnlichen Zeichnung auf Kriegsanleihen stiegen die Einlagen aus dem Kundenkreis, in der Hauptsache Einlagen der Genossenschaften, von rund 15,3 Millionen Mark Ende 1916 auf 36 Millionen Mark Ende 1917. An Zinsen wurden während des Berichtsjahres be- rechnet in laufender Rechnung für Guthaben 4%, für Schuld 5% auf Kündigungseinlage 4%, 4 y 5 % oder 4 y 2 %, je nachdem die einlegenden Genossenschaften sich verpflichten, diese Gelder mindestens einen, drei oder sechs Monate vor Abruf zu kündigen. Als Dividende auf die Ende 1916 eingezahlten Ge- sckäftsguthaben werden der Generalversammlung 4% vor- gefchlagen. Auf die sechste und siebente Kriegsanleihe wurden in 1917 bei der Zentralkasse 49 Millionen Mark, auf die achte in 1918 allein 40 Millionen Mark, auf sämtliche Kriegsanleihen zusammen rund 140 Millionen Mark gezeichnet. In dem Schluhtext und in den Anlagen 7 und 8 be- scl-äftigt sich der Bericht eingehend mit der Förderung des bargeldlosen Verkehrs. An die Ztadihnnsfranen! Immer noch stehen unsere Männer, Söhne, und Brüder -raußen im Felde und durch ihre Tapferkeit, ihr AuSharren find unsere Fluren beschützt, können bebaut weiden und uns die Möglichkeit geben, mit den Erzeugnissen des Heimatlandes durchzuhalten. Die durch Hen Heeresdienst in Anspruch genommenen männlichen Kräfte sind vielfach durch weiblickie Personen in hervorragender Weise ersetzt worden und die Arbeit der meisten unserer Landfrauen hat Erfolge hervorgcbrachl, die man in Friedenszeiten nie für möglich gehalten hätte. Neben ihrem Beruf als Hausfrau und Mutter führen sie den Pflug, pftanzen und ernten, besorgen die Viehwirtsck>aft. In wenigen Togen beginnt die Heuernte, bald folgt die Getreideernte. Hilfskräfte sind in dieser Zeit für Haus- und Feldarbeit dringend nötig. Im Stadthaushalt kann sich jn vielen Fällen die tüchtige Frau auf 10—14 Tage behelfen. ohne daß die Häuslickcheit leidet, die fällige Feldarbeit muß getan werden, es hängt davon unsere Ernährung ab. Stadthausfrauen, helft Euren Schwestern auf dem Lande, in dem Ihr Eure Dienstboten für die Arbeit auf dem Lande beurlaubt. Ihr leistet auf diesem Wege vaterländischen Hilfsdienst -- V Ans der Heimat. ' Die Witterung ist immer noch kühl und trocken und' dem Wachstum nicht förderlich Nachts ist es stets empfindlick kalt und auch bei Tage trotz des Sonnenscheines nur wenig warm. Jn einigen Gegend Norddeutfchlond hüben wie sogar empfindliche Nachtfröste gehabt. Jn der Gegend von Berlin sind große Flocken mit Bohnen, die meist dem Blühen ziemlich nahe waren, vollständig vernichtet und müssen neu bestellt werden. Außerdem sind die Kartoffeln sckwer in der Entwicklung gehemmt, Gurken- und Kürbispflanzungen ganz vernichtet. Auch in Gärten und Parkanlagen ist sckiwerer Schaden entstanden. Ans fast allen Teilen der Mark, ferner ans Schlesien, Posen, West- und Ostpreußen, Pommern und Mecklenburg liegen Nachrichten über harte Frostschäden vor. .In den Wäldern haben vor allem die Eichen arg gelitten. Mißbrauch der Portofreihril. Briefe und Postkarten, die von Heeresangehörigen abgesandt werden, dürfen nur dann mit dem Vermerk „Feldpost", „Feldpostbrief" oder „Feldpostkarre" versehen werden, wenn sie Privatangelegenheiten des als Absender öezeichneten Heeresangehörigen betreffen und von diesen allein herrühren. Unterschriften oder schriftliche kurze Zusätze, Grüße oder sonstige Mitteilungen von Zivilpersonen dürfen solche Feldpostbricf- -endungen nicht' enthalten, sonst werden sie portopflichtig. Ebensowenig werden Postkarten usw. von Zivilpersonen an Zivilpersonen dadurch portofreie Feldpostsendungen, daß Heeresangebörige sie mit unterschreiben oder mit Zusätzen versehen und sich als Absender mit ihrer militärischen Adresse darauf bezeichnen. Eine solche gemeinsame Inanspruchnahme der Feldpost-Portofreiheit durch Zivil- und Militärpersonen ist strafbar, selbst wenn solche Karten usw. von Familienangehörigen der Militärpersonen mitunterschrieben sind. Die Postanstalten sind streng angewiesen, jeden solchen Fall zwecks Bestrafung der beteiligten Personen zur Anzeige zu bringen. Es wird deshalb vor jeder unberechtigten Anwendung des Vermerks „Feldpost" erneut gewarnt. Zur Beachtung für Tabakpflanzer. Bei der allgemeinen Knappheit an Tabak ist es wahrscheinlich, daß in diesem Jahre in größerem Umfange wie bisher Tabakan- Pflanzungen auf kleineren Flächen, lediglich für den eigenen Bedarf der Pflanzer vorgenommen werden. Es besteht nun vielfach die Auffassung, daß derartige geringfügige Anpflanzungen nicht onmelbe- und steuerpflichtigt feien. Diese Ansicht ist unzutreffend. Jede Tabakanpflanzung die in der Absicht erfolgt die Tabakblätter später zum Raucknn zu verwenden, ist anmeldepflichtig und unterliegt der Besteuerung nach den Vorschriften des Tabaksteuergesetzes vom 15. Juli 1909. Die Anme^/ung hat auf vorge- schriebenen Formularen bei dem zuständigen Hauptsteueramt (Offenbach) in der Zeit vom 1. bis 15. Juli zu erfolgen. Anpflanzungen, die nach dem 15. Juli stattfinden, müssen binnen 3 Tagen angemeldet werden. Die Anmeldeformulars können von dem Hauptsteueramt unmittelbar oder durch Vermittlung der Bürgermeistereien bezogen werden. Schotten (Oberheffen), 3. Juni. Für die Unterkunft und kostenlose Verpflegung heimatloser Soldaten für die Dauer ihres Urlaubs an insgesamt 1350 Verpflegungstagen hat der hessische Verein '.Lebrerheim Vogelsberg" bis jetzt den Betrag von rund 7300 Mark ausgebracht. Heimatlose Urlauber finden im Lehrerheim bei Schotten jederzeit Aufnahme. Auß dem Vogelsbcrg, 3. Juni. Der Andrang von Er- bolungsuchenden zu den wenigen Sommerfrischen des Vogelsbergs ist trotz reckt erheblicher Verpflegungspreife in diesem Jahre außerordentlich groß. Dock wird der Fremdenzustrom, der in Friedenszeiten namentlich von allen Geschäftsleuten und Wirten recht gern gesehen wurde, unter den heutigen Verhältnissen von den Einheimischen mit recht gemischten Gefühlen betrachtet. Viele Sommerfrischler sind nämlich nickst damit zufrieden, daß ihnen außer reiner Ge- birgsluft noch eine verhältnismäßig gute Verköstigung geboten wird, sie streifen auch die umliegenden Orte ab nach allen möglichen Lebensmitteln, treiben dadurch die Preise außerordentlich in die Höhe und verleiten damit oft die Landbevölkerung, ihrer Ablieferungspflicht nicht in der gewünschten Weise nachzukommen. Diese Jagd nach Lebensmitteln sollte von den Kurgästen im Interests der allgemeinen Volksernährung unbedingt vermieden werden. «r. Bergen, 4. Juni. Die Schweinehändler Konrad Kuhn IV. von Kilianstädten und Philipp Eibelshäuser von Hochstadt mußten sich am 3. April d. Js. vor dem Schöffengericht in Bergen wegen Vergehens gegen die Verordnung des Vundesrats vom 5. April bezw. 15. September 1917 verantworten. Die Diskuswerke in Fechenheim bestellten im Herbst 1917 bei Kuhn einige Schweine, die sie mit den Küchenabfällen aus der Betriebs-Kantine füttern und dann schlachten wollten. Im Oktober wurden dem Werk denn auch vier Tiere geliefert, die zusammen 247 Kilogramm wogen. Für das Kilogramm verlangte und erhielt Kuhn 6 Mark, insgesamt .1482 Mark. Da nach der angezogenen Verordnung der Höchstpreis für Schlachtschweine 79 Pfg. für das Pfund beträgt. Kuhn also für 494 Pfund (Schlachttiere vorausgesetzt) mir 390.26 Mark zu fordern berechtigt gewesen wäre wurde gegen ihn und auch gegen Eibelshäusec, der bei dem Handel mitgewirkt haben sollte, Anklage wegen Höä)stpreisüberschreitung erhoben. Die Beiden machten in Bergen aber geltend, daß es sich bei den Sck)weinen nicht um Schtacht-, sondern um Zuchtschweine gehandett habe. Unter Schlachtschweine seien nur solche Tiere zu verstehen, die sofort geschlachtet werden sollten, und für andere Schweine bestehe kein Höckstpreis. Der Gerichtshof in Bergen war aber anderer Ansicht und verurteilte die Angeklagten zu je 2200 Marck Geldstrafe und in die durch das Verfahren entstandenen Kosten. Gegen dieses Urteil legten die Angeklag* ten Berufung ein, mit der sich jetzt die Hanauer Strafkammer zu beschäftigen hatte. Eibelshäuser bestritt bei dem Verkauf aktiv beteiligt gewesen zu sein. Er habe lediglich die Schweine aus Gefälligkeit dem Kuhn mit nach Fechen- heim genommen, und in der Angelegenheit einen Brief für diesen geschrieben, sonst sei er frei dem Handel nicht in Tätigkeit getreten. Der Gerichtshof hob das erstinstanzliche Urteil auf und sprach die Angeklagten frei. Nach der bestehenden Gesetzgebung, so hieß es in der Urteilsbegründung. kann eine Verurteilung nicht erfolgen. Das Gesetz spricht von Schlachtschweinen, also von Tieren, die schlachtreif sind. Um solche Schweine handelt es sich in dem unter Anklage siebenden Fall aber nicht, vielmehr waren es magere durchschnittlich ettna 90 Pfund schwere Tiere, die erst durch Mästung schlachtreif werden sollten. Aus Starkcuburg. EMK. Darmlladt, 5. Juni. Der Großherzog empfing heute den Kapitänleutnant Schmehl, einen geborenen Gießener in Audienz. Schmehl ist bekanntlich erster Offizier des Hilfkreuzers „Wolf" der mit so ausgezeichnetem Erfolge gegen unsere Feinde tätig war. Schmehl ist es in erster Linie zu verdanken, daß das Scksiff und die wackere Mannschaft den Heimatboden wieder erreichten. Der hiesige Flottenverein hat für morgen Donnerstag aus Anlaß des Besuchs des wackeren Schiffsoffiziers im Fürstensaal einen Ehrenabend veranstaltet. AuS Kurhessen. Schlüchtern. (Diebische Hamsterer.) Ein teurer Ausflug wurde es, den am 2. Februar d. Js. die Arbeiter Wilhelm Baunach und Heinrich Fisch von Frankfurt ins „Fulderland" unternahmen, um dort zu hamstern. Ihr Erfolg war nur mäßig, deshalb wurden in Sannerz kurzerhand 6 Hühner die Hälse abgeschnitten und zusammen mit anderen auf dem Wege der Selbsthilfe requirierten Sachen in die mitgeführten Rucksäcke verpackt. Auf dem Bahnhof in Schlüchtern wurde ihnen das Hamstergut von einem benachrichtigten Gendarmen aber wieder abgenommen und die Strafkammer in Hanau verschaffte den beiden durch Verhängung einer Gefängnisstrafe von je sechs Monaten Gelegenheit zum Nachdenken über den Begriff von Mein und Dein. FC. Gelnhausen, 5. Juni. Im benachbarten Nieder- gründau kosten die Kirschen für die Verbraucher das Pfund zwei Mark FC. Fulda, 6. Juni. Die Bischofs-Konferenz in Fulda wird Heuer am 29. und 21. August abgehalten. Tie Be- ratungsgegenstänöe der Konferenz stehen noch nicht fest. FC. Kirchhaiu, 5. Juni. Auf der Station Anzefahr faßte die Polizei einen Hamstere: aus Frankfurt a. M. ab, der in einem Schüeßkorb 392 Eier verstaut hatte. FC. Aus dem Ländchen, 5. Juni. Die Obstaussichten sind heuer hier keine guten, Birnen giebt es kaum, die Aepfelbäume sind voller Ungeziefer und die vorhandenen Früchte werden von der Made dezimiert. Steinobst gibt es stellenweise. Ein gut Teil Stachelbeersträucher sind von den Raupen befallen, kahlgefressen und die Beeren fallen ab. die Johannisbeeren haben zum Teil in der Blüte durch Frost gelitten. And Hessen.Nassau. FC. Eltville, 5. Juni. Gestern traf hier der Schiffsbesitzer Birnfeld mit seinem Schiff „Sanct Nicolaus" ein. Dasselbe hatte eine wertvolle Ladung von 200 000 Liter Moselwein im Werte von einer Million Mark für die Sektz firma Matheus Müller an Bord. FC. Vom Westerwald, 5. Juni. Zum Abt des Zisterzien. ferklosters Marienstatt wurde Pater Dr. Eberhard Hoff mann aus Nauroth, bisher Suberior des Klosters, gewählt Die Weihe des neuen Abtes, der im 40. Lebensjahre steht findet am 9. Juni statt. FC. Vom Westerwald, 4. Juni. Das neue Jugendheim in Wirges, das während des Krieges geplant und erbaul wurde, und dem Andenken der gefallenen Helden der Ge» meinde gewidmet ist. wurde feierlichst vor einigen Tagen eingeweiht. Der Entwurf des Heimes stammt vom Ge» Heimen Oberbaurat Behrend in Wiesbaden. Die Gesamtbaukosten, die samt und sonders aufgebracht sind, beziffern sich auf rund 40 000 Mark. Offene Stellen: 1 Knechtefamilie. 8 Knechte. 1 Schäfer. 2 Lehrlinge, 1 Tage- löbner, 2 Arbeiterfamilien, 1 Wärter. 2 Heizer, 1 Müller. 7 Dienst, mägde. 6 Hausmädchen, i Lehrmädchen, 1 Flickerin, mehrere Fabrikarbeiter und Ardeiierinnen. S tellenf uchende? Mehrere Melkersamilien und ledige Melker. 1 Vürofraulein. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. Heyner. Friedbera. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung.". A- G- Friedbera L " Wem nie dnrch Liebe Leid geschah. Roman von CourfhS- Mahler. 27 ^ Nachdruck verboten. „Ich werde mir lieber die Taschen voll Süßigkeiten stecken, wenn Tu mich zu ihnen führst, das wirkt besser als Deine Empfehlung." „Wer weiß. Aber auf alle Fälle kannst Du es tun. und ich werd- es riesig nett von Dir finden. Na überhaupt, bist doch ein goldiger Mensch, mein großer Bruder, und viel zu schade für Karla. Du — denke Dir. neulich habe ich sie meuchlings mit zu den Waisenkindern geschleppt. Ich wollte sehen, wie sie sich dabei anstellt. Na, da hättest Du etwas erleben können. So ein herzloses Ding! Das jüngste Blondchen wollte sie gleich zutraulich begrüßen. Da wich sie zurück, als hätte es Gift an sich. Nicht das gei ingste Mitleid hatte sie mit den armen Waisen. Sie fand es unerhört, daß ich mich mit den Kindern „so gemein" mache und daß diese sich wie Kletten an mich hängten. Geschüttelt hat sie sich, als ich das jüngste Flachsköpfck)en, ein liebes Dingelchen auf die dralle Wange küßte, und als wir ins Haus zurück, kamen, hat sie sich eine Flasche Kölnisches Wasser über die Hände gegossen, weil sie, wie sie sagte, den Armeleutegeruch nicht vertragen könne. Na, weiß Du, wo Dörte Ordnung hält, da gibt es weder ein Stäubchen, noch unreine Luft. i:ud die Kinderchen sind so sauber, wie aus dem Ei geschält. Na — ick. brauche Dir ja nichts mehr über Karla zu sagen. Du bist ja gottlos fertig mit ihr. Aber bringe es Mama reckll schonungsvoll bei, ja? Sie hat sich nun einmal von Karla behexen lassen und wünscht es so sehr, daß sie Deine Frau wird." ..Habe keine Sorge. Ursula, ich bringe es Mama ganz schonungsvoll bei," versprach Hans Ullrich. Ursua küßte ihn und eilte davon. Sie suchte Mamsell, schleppte sie ohne Erbarmen in die Speisekammer und ließ sich ein Körbchen mit kleinen Kuck-en, Schokolade und Früch- ^ lt( fr ein Schüsselchen voll Schlagsahne schnurrte ske noch rmv zog mit yren Schätzen beglückt Ärrch Sen Park noch dem KavalierhauS Hans Ullrich ging zu seiner Mutter. Frau Sabine von Frankenau saß in ihrem Arbeitszimmer. Dort hatte nicht nur ihr Schreibtisch sondern auch ein Nähtisch Platz gefunden. Dieser stand in einem Erkerausbau. Sie war mit einer Näherei beschäftigt. Eins der kostbaren Damasttischtücher mit den eigeweb- ten Wappen der Frankenau Kitte einen winzigen Riß be- kommen, und diese Arbeit vertraute sie keinem anderen Menschen an. Als Hans Ullrich eintrat, sah sie froh lächelnd zu ihm Qlr f- ® r , sich zu ihr. Ein kleiner Hocker stand neben dem Nähtisch. Darauf hatte er als Knabe schon immer gesessen, wenn er der Mutter irgendetwas zu beichten hatte. Frau von Frankenau ließ ihre Arbeit sinken. „Schön ist es. Hans Ullrich, daß ich Dich wieder einmal da sitzen sehe — daß Du daheim bist — daheim für immer. Wenn Du erst eine junge Frau heimführst, dann ziehe ich mit Ursula hinüber ins Kavalierhaus." Hans Ullrich faßte ihre Hand und sagte:' ,,Du bleibst in Deinen Zimmern hier und Ursula in den ihren, bis sie sich eines Tages verheiratet. Für eine junge Frau ist auch noch Platz genug in Frankenau, es stehen noch so viele Zimmer leer." „Aber eine junge Frau wil5 doch Alleinherrscherin sein." „Dafür wird meine kluge Mutter auch Verständnis finden, wenn sie in ihrer gewohnten Ordnung bleibt." „Mienst Du?" fragte die alte Dame lächelnd. „Ja, das meine ich, und ich lasse euch jedenfalls nicht fort." „Nun. darüber können wir uns noch schlüssig werden." „Ja, Mama, kommt Zeit, kommt Rat. So eilig ist es ja auch noch nicht." Sie sah ihn forschend an. ^ -»Ist Dir Dein Entschluß etwa schon wieder leid?^ Er sah ihr in die Augen, wie er als Junge getan, wenn e-r etwas auf dem Herzen hatte. Liebevoll strich sie ihm über den Scheitel. Er war ein Mann geworden, flüchtig waren die Jahre vorüber gerauscht. Es schien ihr noch gar ntcht lange her, seit er als Knabe hier gesessen hatte. Er atmete tief auf. „Ich wollte Dir etwas sagen, Mama." Sie legte ihre Arbeit fort. - „Sprich. Hans Ullrich," ermunterte.Frau von Frankenau Er nahm ihre Hände und küßte sie. „Nimm es nicht schwer, Mama, aber ich kann Deinen Wunsch nicht erfüllen. Baroneß Haßbach ist nicht die Frau, die ich mir an die Seite stellen möchte. Ich könnte kein Vertrauen zu ihr fassen. Ihr Wesen erscheint mir unwahr und gekünstelt. Und nicht wahr, Vertrauen und Sympathie muß ich meiner Frau doch wenigstens entgegenbringen?" Die alte Dame sah sinnend in seine Augen. Und dann nickte sie ernst und nachdenklich. „Ja, Hans Ullrich, das muß sein. Eine himmelstürmende Liebe ist nicht immer ein Gewähr für ein glückliche Ehe; aber Mangel an Hochachtung und Vertrauen ist der sicherste Anlaß zu einer unglücklichen. Und in eine solche möchte ich Dich ganz gewiß nicht hineintreiben, da sei Gott vor. Ich habe zwar nie etwas Unwahres oder Gekünsteltes an Baroneß Karla gemerkt, vielleicht bildest Du Dir das nur ein. Aber schon die Einbildung allein genügt, eine Verbindung zwischen euch in meinen Augen unmöglich zu machen. Es tut mir leid, daß meinen Wünschen keine Erfüllung werden soll, mein Sohn; aber Deine Mutter ist doch keine unvernünftige Frau. Was nicht geht, das geht nicht. Wenn es nur nicht so schwierig für Mch wäre eine passende Frau zu finden." Er preßte sein Gesicht auf ihre Hände. „Du bist und bleibst die herrlichste Frau, die ich kenne, meine liebe teure Mama. Ich bin sehr froh, daß Du meine Erklärung so ruhig hinnimmst." Bekanntmachung . Für die städtische Verwaltung wlrd zum 1. Juli (evtl, später) ein Gehilfe gesucht. Erforderlich ist gründliche Erfahrung im Bürodienst. g»re Auffassungsgabe und Be- fähigung zu selbständiger Arbeit. Beahlun; - nach fe.lstehenden Tarifiätzen. Bei Bewährung Aussicht auf Anstellung. Militär, an-oärrer oder Kriegsbeschädigte erhalten bei gleicher Befähigung den Vorzug. Selbstgeschriebene Angebote mit Lebenslauf und Zeu^nis- ab chri ten sind unter Angabe des Tages des frühesten Dienstein- trtils bis zum 20. ds. Monais an den Unterzeichneten zu richten. Friedberg, den 6. Juni 1918. Der Bürgermeister __I. V.: Dam m. $rin Jillchm zu ieiner goldenen Hochzeit ein dreifaches, donnerndes Hoch, daß es in Nodheim erschallt, in Friedberg u. Frank urt widerhallt. -s ch. Kelter IX. Nodheim o.d. H. Deutscher Volksabend zum Besten der uiifnitorf’S'piir! 3m Saalbau zu Friedberg, Montag, den 10. Juni, abends 8 Uhr: Ernste n. heitere Darbiernngen auf dem Gebiete der Gesangs- und der dramati chen Zäunst wre der Deklamation und des Lautenspiels. Örr Wlflfef 1 * ^? arIett ' numeriert, 3 Mk.. Sperrsitz, nu- UCl 4"M. merrert. 2 Mk.. Saalplatz u. Balkon 1 Mk. Einlaßkarten im Vorverkauf sind in der Bindernagelschen Hofbuch. Handlung undiim Zigarrengeschäft Oppenheimer Nachfolger, woselbst auch dle Plane für die numerierten Sitze aufliegen, zu haben. Der Gesamtertrag stiebt der Ludendorff-Spende Einlaß: 7 '/- Uhr. ZU. Anfang: 8 Uhr. Indem ich eine geehrte Einwohnerschaft von Friedberg mit der Zusicherung genußreicher Stunden höflichst einlade, bitte ich gleich- zei lg im Jntereffeun erer tapferen Kriegsbeschädigten, die Veran- staltung durch recht zahlreichen Besuch unterstützen zu wollen Hochachtungsvoll Johannes Vreihol,. DPI«. 100 Wh. {Jrloljtinng demjenigen. der mir den Täter namhaft mach:, welcher mir einen vor dreiß g Jahren gepflansten Apfelbaum oolliländig demolierte, damit ich den,elben gerichtlich üe^ langen kann. Jean Fix, Kloppenheim. ! Iu gen Leuieii beiderlei Geschlechts t>l Gelegenheil geboten, dle L cnographie zu ehernen. Anmeldun en zu einem demnächst statlfinden.en Kursus werden bis zum Sonntag, den 9. Juni, bei 2. 2»Ng AZwe., Echzell, ent egen genonimen. junger lrastiger Kausburlche ges. Hotel Trapp. Friedberg Raves MW gesucht. Frau Kögler. Tapelenhaus, Friedberg. D» §M- unl) SarleWiife Lber-MoWl, e. (5. m. u. H., M durch Beschluß der Generalversammlung vom 2. Juni 1918 in eine kkilvsstlischlift mit beschränkln WMcht umgewandelt worden. Gläubiger, die mit diesem Beschluß nicht emverstanden sind, wollen sich bei der Kasse melden. Ob-r-Mockstadt, den 4. Juni 19l8. Esm- niiD JarlkhMfse Mr-MchtM, e. G. m. u. H., Wilhelm Wickel ll. Heinrich Wickel II. iiriirt gcs iiiäJiljfii, dem Gelegenheit gegeben das Kochen zu erlernen, gegen Lohn gesucht. Hotel Trapp. Friedberg. Jagdhund fBraunlieger) seil letzten Freitag «nachmittag entlaufen. Näheres erbittet Reichekrone, Berstadt i.W Tüfirik», JiiilMifln, Mn, Mm. fadsf, liitiid, nirgends besser, nirgends billiger wie bei IScclistcin, ira «ll.yojtora’. Friedlierjr i. BI. Schlllstr. 1s. Telefon i\r. 45t). 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