Nnrnmer 122 _ Dienstag, den 28. Mai IS 18 _ 11. Jahrgang. Die .,L!rue Tages?ei1nng" ericheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kaner ans Dessen", „Die Spinnssnbe". Demgapreis: Bei den Postanstalten vierteljährlich Mk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Aoenten monatlich 85 Pfg. einschliehlich Trägerlohn. Anzeigen: Grundzeile 25 Psg., lokale 20 Pjg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahm erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Zchrifll-itnny und Dertag Friedberg (Hessen). Hanaueräraße 12. Ferniprecher 43. Postfcheck-Lonto 'Jlr. 4859, Amt Frankfurt a. M. Angriff ans den Cchemin des dames. — Der Damenweg in seiner ganzen Kreite gestürmt. 27000 Tonnen versenkt, zwei Trnppentransportdampfer vernichtet. ' 1 - ,, ==r ir - « Der deutsche GeneraMak r . - meldet: ====^=r=3 M. T. K. Großes Karrplqnerrrier, derr 27. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Südwestlich von Meteren wurden bei'erfolgreicher Unternehmung Engländer gefangen. Die Artillerietätigkeit lebte an den Kampffronten erst in den Nachmittagsstunden auf. Die feindliche Artillerie war vor allem im Kemmelgebiet, auf dem Nordufer der Lys, zwischen Arras und Albert und auf dem Westufer der Avre tätig. Die Erkundungstätigkeit blieb rege. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorfs. Alrendbericht. Berlin, 27. Mai, abends. (WB. Amtlich.) In den Kampfabschnitten in Flandern und an den Lys, auf dem Schlachtfclde zu beiden Seiten der Somme und an der Avre haben sich die Artillerickämpse verstärkt. Südlich von Laon ist seit heute früh die Schlacht um den jThemin des Dames im Gange. Die Truppen des deutschen Kronprinzen haben den Bergrücken in seiner ganzen Ausdehnung erstürmt und stehen im Kampfe an der Aisne. Der österreichische Generalstak --= meldet: ■ 2B»cn, 27. Mai. (WB.) Amtlich nnrd verlautbart: Im Anschluß an ein Erkundungsunternehmen vom 25. V. griffen die Italiener gestern mit mehreren Alpinibataillonen, unterstützt durch schwerstes Artillerie- und Minenfeuer, unsere Stellungen südlich des Tonale-Paffes an. Ein kleiner Teil unserer Linien wurde etwas zurückgedruckt. Sodann wurde ein weiteres Vordringen des Gegners verhindert. Der Chef des Gcneralstabes. 2?000 Tonnen versenkt. Berlin, 26. Mm. (WB.' Amtlich.) Neue UnkerftÄ- vootserfolge im Sperrgebiet um Italien: Fünf Dampfer von zusammen etwa 27 000 Brt. Hiervon versenkte das von dem Kapitünleutnant Heinrich XXVII. Prinz von Reutz befehligte Unterseeboot drei wertvolle grotze Dampfer von zusammen rund 19 000 Brt.. darunter den französischen Truppentransporter „St. Anna" (9350 Brt.) Im Anschluß an die am 8. Mai veröffentlichten Erfolge eines U-Krouzers im Sperrgebiet um die Azoren ist nach- fraglich festzustellen. daß ein' von ihm aus einem großen gesickerten Geleitzug auf dem Wege von Gibraltar nach England durch ein Torpedo versenkter Dampfer, der aus etwa 4500 Tonnen geschätzt wurde, inzwischen als der englische Truppentransportdampfer „Nirpura" von 7640 Brt. mit einer englischen Kavallerieabteilung an Bord ermittelt wurde. - G Der Chef des Admiralstabs der Marine. Madrid, 25. Mai. (WB.) Meldung der Agence Ha- das: Das in Santander internierte deutsche Unterseeboot wird dort bleiben unter Ueberwachnng durch das Kanonenboot „Marques de Molins", das zu diesem Zweck aus Fev- rol ausgelaufen ist. Die deutsche Besatzung wird in der Tegend von Madrid untergebracht werden. Die Schlacht im Westen. Die Kämpfe am 26. Mai. Berlin, 27. Mai. (WTB. Nichtamtlich.)' Am 26. Mai drangen zwischen Paschendaele-Kanal und der kanalisierten User Stoßtrupps unserer wackeren Matrosen nach kurzer Artillerie- und Minenwerfervorbereitung in die feindliche Stellung ein, rollten in frischem Draufgrhen die Gräben trotz heftiger feindlicher Gegenwirkung bis zum befohlenen Ziele auf und kehrten mit 2 Offizieren und 83 Mann als Gefangenen in ihre Ausgangsstellungen zurück. Ein heftiger Gegenangriff, den der Feind während des Tages nüt erheblichen Kräften versuchte, vermehrte nur die Verluste. Auch belm Capaart-Hofe und bei Hernisse, südwestlich Dix- muiden, wurden Vorstöße erfolgreich durchgeführt. Bei Hernisse wurden feindliche Postenstellungen ohne Feuervorbereitung und trotz verhältnismäßig heller Nacht im schnellen Zupacken überrannt und im Verlaufe des heftigen Nahkampfes ein paar Gefangene eingebracht. Im alten Trichtergelände östlich Vixschoote hob unsere Infanterie unter Mitwirkung der Artillerie und Minenwerfer einen belgischen Horchposten auf. An der englischen Front kam es namentlich in der Gegend von Meteren zu einem heftigen Gefechte zwischen einer deutschen Patrouille und Schützen. In den frühen Morgenstunden ging ein Jnfanteriestoß- trupp mit einigen Pionieren gegen einen feindlichen Stützpunkt vor. Der Feind verteidigte sich mit großer Zähigkeit, die Gefangenen wollten durchaus nicht aus den Gräben heraus. Der Feind erlitt entsprechend hohe Verluste. Nach Nahkampf konnten 7 Gefangene und ein Maschinengewehr in die Ausgangsstellung mitgenommen werden. Den ganzen Tag über ließ das starke feindliche Artilleriefener, das durch unseren Vorstoß hervorgerufen worden war, nicht nach. • Berlin, 27. Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Außer Laon das auch am 26. Mai mit 128 Schuß bedacht wurde, haben die Franzosen an diesem Tage auch wieder ihre eigene Stadt Noix beschossen. Unsere Artillerie nahm mit beobachteter guter Wirkung Hazebrouk, Morbecque, Lillers, Chocques, die Schächte von Noux, sowie dicht besetzte feindliche Gräben zwischen Mesrnl und Bouchincourt unter Feuer. Lebhafter und andauernder feindlicher Verwundetentransport von letztgenannten Orten wurde beobachtet. Laon in Trümmern. Berlin, 27. Mai. (WB.) Die sinnlose Beschießung von Laon hat in den letzten Tagen wieder erheblich zugenommen Durchschnittlich fielen in den letzten Tagen seit 20. Mai 200 Granaten auf Laon und in seine Vorstädte. Besonders fcharf war trotz des regnerischen Wetters die Beschießung am 24. Mai. Die Vorstädte sind nur noch Trümmer, die Oberstadt verfällt imer mehr. Die verängstigten Bewohner unter denen die Beschießung täglich Opfer fordert, können sich aus ihren Kellern nicht mehr Herairswagen. Es ist, wenn die Beschießung andauert, nur noch eine Frage der Zeit, wann die noch erhaltenen Teile von Laon mit allen Kirchen und Baudenkmälern ein Raub der Flammen werden Die Defchiesmng van Daris. Genf, 27. Mai. (WB.) Havas. Die Beschießung der Pariser Bezirke durch weittragendes Geschütz ist heute frich wieder ausgenommen worden. Das „Journal de Genöve" fügt hinzu, nach einem weiteren Telegramm sei im Festtrngsbereich von Paris die Explosion eines Geschosses vernommen worden und man nehme die Wiederaufnahme der Beschießung aus einem weittragenden Geschütz an. Doch bleibe die Bestättgung noch aüzuwarten. England in Aufregung. Rotterdam, 27. Mai. Von holländischen Reisenden, die gestern aus London in Rotterdam eingetroffen find, wird ber.ch- tet, daß die Aufregung des englischen Volkes sich in einer Reihe von Versammlungen in letzter Woche entladen habe. Es befinde sich die Stimmung in England in einm kritischen Stadium, und es sei die Angst vor der großen deutschen Offensive und den Opfern, die unerläßlich sein werden, wenn die englische Front vor einer Katastrophe gerettet werden solle. Das Ergebnis des 4. Aktes der großen Schlacht in Frankreich sei in moralischer Hinsicht so gewaltig, daß es der englischen Regierung ttotz aller Stimungsmacherei nicht mehr möglich sei den früheren Zustand von Zuversicht und vertrauensvoller Geduld wiederherzustellen. Die englischen Verlustlisten, die nicht mehr auf das Festland kommen, bekunden dem englischen Volke erst die ungeheuren Verluste, die im Monat April nahezu 250 000 Mann betragen haben sollen. Finnischenglilche Kämpfe. Zürich, 27. Mai. Die „Neue Zürcher Ztg." meldet von der Schweizer Grenze, daß neuerdinas zwischen weißen Garden und Engländern Kämpfe stattfanden. Fn Petschenga (Murman-Küste) befinden sich 6000 russische und 800 englische Soldaten, sämtlich unter englischem Befehls welche die finnischen weißen Garden anzugreifen versuchen. Außerdem marschieren mehrere Abteilungen von Sovjet- truppen gegen den Ennre, um die finnischen Truppen dortz in der Flanke anzugreifen. London, 26. Mai. (WB.) Reutermeldung: Die Blät- ter melden aus Washington: Die Alliierten und die Unionstaaten haben sich über eine Polittk des Nichteingreifens in Rußland geeinigt. Gleic^eitig haben sie Rußland Zufuhren und jede mögliche Hilfe angeboten. Augenblicklich findet also kein Eingreifen statt. England und die Unionstaate:: haben der japanischen Negierung mitgeteilt, daß ihr neuer Kurs nicht von einem Verdacht gegen Japan eingegeben sei, sondern daß es sich dabei nur um eine politische Frag- handle. Schnitte Auslchrkünnnen in Italien. Bern, 26. Mai. Die Feier des Krhrestages der italienischen Kriegserklärung ist, wie zahlreiche Meldungen übereinstimmend von dort hervorheben, nicht nur mit großen Störungen, sondern auch an vielen Orten unten schweren Ausschreitungen der kriegsfeindlichen Masse vor sich gegangen. In Mailand, Genua, Turin, Rom und Neapel ist es zu blutigen Tumulten bei Versammlungen und Aufzügen interventionistischer Gruppen und zu überaus zahlreichen Verhaftungen gekommen, über die von den sozialistischen Partei in der Kammer interpelliert werden soll, weft sich unter den Verhafteten auch Politiker befinden, die sich an den Nuhestörungen gar nicht beteiligt- hätten. In öffent- lichen Reden war dem Volke beigebracht worden, daß in Oesterreich durch eine aufrührerische Bewegung der slawi- scheu Völker die Revolutton ausgebrochen wäre und daß daraufhin Italien mit der Offensive begonnen hätte, lieber die Ergebnisse der letzteren geht man jetzt mit Stillschwett gen hinweg. Die italienische Presse darf so gut wie gar nichts berichten, daß die ersten Angrifte gegen Oesterreich mit einer Niederlage endeten. ssiiie ssrkliirulin der Sovielreg'krunn. Moskau, 26. Mai. (WB.) Meldung der PeterZl i Telegraphenagentur. Die Sovjetregierung hat folge...n Funkspruch nach Berlin ergehen lasten: „Heilte, am 15. Mai, hat Graf Mirbach uns mitgeteilt, daß nach bei der deutschen Regierung eingegangenen Nachrichten am 11. Mai die Batterien der Festung Ino auf finnische Truppen gefeuert hätten und daß, im Widerspruch mit dem Brester Friedensvertrage, ein russischer Kreuzer bei der Festung liege. Nach sorgfältigen Erkundigungen haben die Batterien der Festung Ino nickst gefeuert. Möglich ist, daß Sprengungen in der Festung für Geschützfeuer gehalten worden sind. Der Kommandant der Festung hat unter dem Druck eines Ultimatums der Weißen Garde auf Uebergabs der Festung keinen anderen Ausweg gewußt, als den Befehl, den Scksteßbedarf der Festung zu sprengen. Der Kreuzer „Oleg" lag nur zu dem Zwecke vor der Festung, ihre Be« satzung im Fall der Ukbergabe aufzunehmen. Kerenski in Kanada? Zürvch, 27. Mai. Nach dem „Matin" ist Kerenski auf einem skandinavischen Sckstff in einem skanadischen HafeL eingetrol^ Dentscheuhehe in Amerika. Kopenhagen, 27. Mai. Der Londoner „Globe" berichtet In Amerika verführt man in rohester Weise mit den Prodeutschen. In Ohio wurden 25 Mann gezwungen, durch die Straßen zu marschieren und zu rufen: Zur Hölle mit dem Kaiser!" In Illinois ist die Methode noch drastischer. Hier wurde ein Mann in die Nattnaljlagge gewickelt uwb dann aufgehängt. t j ' 'wmrmrwi rf Anläßlich der Erteilung des Ehrenbürgerrechte»! Lee fchottischen Stadt Edinburgh hielt LlcHd George dort eine Rede. Er führte aus: Seit achtzehn Monaten stehe ich an der Spitze der Re- gierung des Landes während der unruhigsten Zeit der eng* lischen Geschichte. Seither hatten die Regierung und die Verteidigung hauptsächlich mit zwei widrigen Umständen zu känwfen: Der Zusammenbruch Rußlands war für den Feind in einer Zeit, wo das Menschenmaterial aller Krieg- führenden nahezu erschöpft war, eine außerordentliche Hilfe. Auf die amerikanische Hilfe kann zunächst nicht gerechnet werden. Es nimmt Zeit in Anspruch, Heere auszubilden und auszuheben. Trotz aller seiner Bemühungen gewährt Amerika augenblicklich nur ein Fünftel der Unterstützung, die der Feind infolge des Zusammenbruches Ruß- iands an Streitkräften hinzugewonnen hat. Eine andere widrige Entwicklung ist der unbeschränkte U°Bootkrieg. Nicht einmal von D.utschland konnte man dieses Vorgehen, das völlig ^>hne Beispiel ist, erwarten. In der ganzen Geschichte der Piraterie hat es kein Beispiel eines solchen Verhaltens gegeben. (Beifall.) Zuerst hatte der Unterseebootkrieg Erfolg und wurde eine große Gefahr. Wenn er geglückt wäre, wäre England von Lebensmitteln Mid Heizmaterial abgeschnitten und der Transport von Mannschaften und Munition nach den verschiedenen Kriegsschauplätzen für England und die Alliierten unmöglich ge- welen. Die englische Handelsflotte ist die Luftröhre der Armeen der Alliierten. (Beifall.) Wenn sie durchschnitten wurde, wurden die Truppen der Alliierten nicht mehr atmen können. Diesen Problemen stand die Regierung gegenüber. Zunächst mußte der Anbau der Handelsflotte reorganisiert werden. Der Schotte löste die Aufgabe glänzend. Dann war die Einschränkung des englischen Eigenbedarfs, die Verminderung von Englands Einfuhr um Millionen Tonnem sowie die Vermehrung der heinnichen Erz-, Holz- und Leoensmittelerzeugnng ein notwendiges Erfordernis, ^ch danke bei dieser Gelegenheit dem Patriotisnius der Bauern und Grundbesitzer. Seit 1916 wurde der bestellte Boden des Vereinigten Königreichs um 4 Millionen Acres vermehrt. Die Schiffsbauproduktion wurde 1916 ver- doppelt. Die Regierung hofft, sie in diesem Jahre zu verdreifachen, wenn nicht zu vervierfachen. Englische Seeleute lieben nicht nach, bis sie schließlich der U-Bootpest Herr (?) wurden. Sie griffen die Nester der U-Boote an, ver- Mstosten den Zugang zu zweien von ihnen. Ostende und Zeebrugge. Lloyd George verlas darauf den von der Admiralität emgegangenen Bericht, daß die Bekämpfung der feindlichen Unterseeboote einen befriedigenden Verlaus nehme. Seit dem Beginn des Jahres sei der Admiralstab überzeugt, datz die Flotten der Verbündeten mehr feindliche Unterseeboote versenkten, als der Feind bauen könne. Wir erreichten also den Punkt, daß wir ihre Boote schneller versenken, als die Deutschen sie bauen können, und daß die Verbündeten zu- sammen Handelsschiffe im ganzen schneller bauen, als die Deutschen versenken können. Nach allem derzeit verfügten Material vertritt die Admiralität die Auffassung, daß im Aprtt die Zerstörung der feindlichen U-Boote eine Rekordziffer erreicht hat. Was die Vermehrung des Schiffbaues betrifft, so war der April ein Rekordmonat seit dem Beginn des verschärften U-Bootkrieges. Zum ersten Male über- stiegen die Neubauten die Verluste. Das war kein schlechter Erfolg für die Regierung, deren Fehler so lebhaft kritisiert wurden. Das Unterseeboot bedeutet noch immer eine Bedrohung aber nicht mehr eine Gefahr. Es kann uns noch immer furchtbare Verluste bereiten, aber als die Gefahr, die über Gewinn oder Verlust des Krieges entscheidet, kön- nen wrr das Unterseeboot ausschalten. Die Deutschen erkannten selbst, daß sie mit dem U-Boot nichts erreichten. Und das ist die Ursache der gegenwärtigen Offensive im Westen. Ter Feind ist zu dieser Offensive genötigt worden, als zu dem letzten Mittel, den Sieg zu erreichen. Wir stehen unmittelbar vor einem großen Angriff, aber ich kann Ihnen mitteilen, daß die besten Kenner der Lage das größte Vertrauen . zu dem Ausgang haben. Unter dem Gesichtspunkte, wie man von den Gesamtkräften'des Bundes den besten Gebrauch machen könne, habe ich heute mehr Vertrauen als seit Beginn des Krieges. Jetzt, wo wir uns dem Stadium der größten Schlacht der Weltgeschichte nähern, die bedeutendere Folgen für de.s Menschengeschlecht haben wird als irgend eine andere Schlacht, freue ich mich bei dem Gedanken, daß wir an der Spitze der Freiheitsarmee einen Mann von Fachs überlegenem Genie haben. Für die Deutschen wie für uns gibt es in den nächsten Wochen ein Wetttennen zwischen dem Generalfeldmarschall Hindenburg und dem Präsidenten Wilson. Tie Deutschen spannen alle Nerven an, um das Ziel zuerst zu erreichen, ehe die amerikanische Hilfe für die Verbündeten wirksam wird. Jetzt ist nicht Zeit, um einen politisckien Feldzug zu inszenieren und die Männer, von denen das Schicksal der Nationen abhängt, anzugreifen. lDas richtet sich gegen Maurice und Asguith. D. Red.) Mindestens ^ bis die große Offensive vorüber ist, sollten diese Manöver ruhen und Burgfriede herrschen. Indem Dir uns vielleicht der entscheidenden Schlacht des Krieges nähern, ermutigt und spornt es an, zu wissen, daß wir es mit tapferem Herzen und gutem Gewissen tun. Hätte ich geglaubt, daß wir mit sicheren und ehrenhaften Mitteln diesen Krieg von Anfang an hätten vermeiden oder früher beenden können, würden mich jetzt Sorge und Schuldgefühl Niederdrücken. Ich kann ehrlich sagen, daß die Negierung nulKs vernachlässigt hat, um zu sehen, ob man ehrenvoll aus dem Kriege mit seinen Schrecken und Tragödien her- auskouunen könnte. Rußland gibt uns eine Lehre deK rmm *r __ barf. Trotz ihre» Stolze- warm die Russen froh, von dm Verhandlungen vn Brest-Litowsk heimzukchrerr, obwohl sie ihrer schönsten Provinzen beraubt waren. Wir dürfen uns nicht täuschen. Wir habm es mit dem unbarmherzigen preußischen Defpottsmus zu tun, der auf Raub unfc Plünderung aus ist. Verttäge binden ihn heute so wenig wie in den Tagen von Belgien. Sie wollen den Krieg nicht beenden, bis ihr Korb so voll ist, als sie ihn ttagen können. Das war das Schicksal Rußlands. Wie kann man nur glauben, die Freiheit und Sicherheit für die Welt zu gewinnen, ohne die preußischen Kriegsmächte zu brechen. Man erinnere sich daran, wie es der russischen Demokratte ergangen ist. Lloyd George sagte in seiner Rede ferner: Es besteht kein Zweifel, daß sich einigeJren mit den deutschen Militärbehörden verschworen haben. Heber die Pflichten der Regierung von Irland kann kein verständiger Mensch Zweifel hegen. Man ttaf Vorbereitungen für eine große Erhebung in Irland, die Verschwörer wollten den Augenblick benutzen, der für die Verbündeten kritisch zu sein schien. Hätte die Regierung nicht gehandelt, so hätte sie verdient, in den An- klagezustand versetzt zu werden. Die Führer der Nationalisten haben mit der Verschwörung nichts zu tun gehabt. Amerikas Reklame-Soldaten. Rotterdam, 25. Mai. „Nieuwe Rotterdamsche Courant" schreibt über die amerikanische Heeresvermehrung: Bevor die drei Millionen Mann amerikanischer Truppen in Frank- reich sein werden, werden noch einige Iabre vergeben. Man hat gesehen, wie lange England dazu gebraucht hat, um ungefähr eine ebenso große Zahl über den Kanal zu bringen. Und wenn die Truppen dann auch endlich dort stehen, dann muß man erst mit ihnen siegen; denn datz das Ausrüsten und Beförderung von Truppen noch nicht dasselbe ist, wie der Sieg, das hat man an dem Beispiel Englands gesehen, ganz zu schweigen von der Tatsache daß die Schwierigkeiten im Verhältnis zu dem Abstand, den die ame- rikanischen Truppen auf dem Meer zurückzulegen haben, wachsen. Die Amerikaner'gelten als Menschen der Reklame und man ist infolgedessen nicht geneigt, ohne weiteres zu glauben, was Amerika ankündigt. Es ist aber sicher ebenso gefährlich, jetzt die militärischen Anspannungen Amerikas zu unterschätzen, wie es sich als gefährlich erwiesen hat, England zu unterschätzen. Jedoch Amerika beginnt jetzt erst, und es wird noch lange dauern, bis es seine Kräfte entwickelt hat. ^-utsche Mge. Ein Seeränbkrvlänchen Holland soll außgcplünder» und gefügig gemacht werden. Neuyork, 22 Mai. Reuter meldet: Der Korrespondent der „Associated Preß" berichtet aus Washington: Die Regierung hat der holländischen Regierung mitgeteilt, daß dem Ersuchen, drei holländischen Schiffen, die sich jetzt in ame- rikanisck)en Händen befinden, die Ausfahrt zu erlauben, um das von Präsident Wilson Holland versprock)ene Getreide zu befördern, nicht stattgegeben werden kann, und daß, um eine weitere Verzögerung in der Getreidebesörderung zu verhüten, niederländische Schiffe hierfür nach Amerika gesandt werden sollen. Der Bericht, daß Holland die Ausfahrt holländischer Schiffe aus seinen Häfen verboten hat, wird in amtlichen Kreisen nickt verstanden, aber man ver-' mutet, daß Deutschland für diese Haltung verantwortlich ist. Dis vorstehende Nachricht findet eine Ergänzung in folgender Mitteilung des ..Nieuwe Rotterdamsche Courant" vom 18. Mai abends: Der holländische Kolonialminister telegraphierte dem General-Gouverneur von Holländisch- Ostindien. daß die Zusicherung, daß holländische Schiffe in Nord-Amerika Bunkerkohle erhalten könnten und bedingungslos ausklariert werden, von der Regierung der Vereinigten Staoten nicht zu erlangen sei. Hieraus geht klar hervor, daß die Vereinigten Staaten offen darauf ausgehen, holländischen Schiffsraum aus niederländischen Häfen herauszulocken, um ihn dann ebenso, wie den bereits beschlagnahmten, wegzunehmen. Die niederländischen Reedereien werden sich vor weiterem Raub nur dadurch schützen können, daß sie ihre Schifte in niederländischen oder sicheren neutralen Häfen stillegen. Daß die Vereinigten Staaten in der Lage wären, die wenigen Schifte die für die Versorgung des holländischen Volkes mit den notwendigsten Lebensmitteln erforderlich sind, zu entbehren, ist selbstverständlich. Wenn sie den holländischen Lebensmittel- schiffen die Ausfahrt aus den Häfen der Vereinigten Staaten verwehren, so tun sie das mit bestimmter Absicht. Sie wollen Holland den amerikanischen Forderungen gefügig machen. Holland gehört nicht zu den Großmächten. Gleichwohl ist das Gewicht seiner militärischen Macht bei der augenblicklichen Kriegslage auf dem Kontinente doch nicht so geringfügig, dqß man es im polittschen Spiel ohne weiteres vernachlässigen dürfte. So ist es sehr wohl möglich daß ein entsprechendes Auftreten des holländischen Volkes gegenüber der Entente die Lage der Niederlande wesentlich bessern könnte. Die ssniknie gegen den Sulrarester Frieden. Berlin, 27. Mai. Ein Lyoner Funkspruch gibt von dem Protest Kenntnis, den die Vertreter Frankreichs, Englands, Italiens und der Vereinigten Staaten an die rumänische Negierung gerichtet haben. In diesem Schriftsttick werden „alle Abmachungen des Friedensvertrages für null und nichtig erklärt, die den Prinzipien zuwiderlaufen, bereu Verletzung die Entente zum Kriege gezwungen haben oder die die Rechte und Interessen der Ententemächte verletzen," . „öHrb die rumänische Regierung wohl ein*' stich zu den Men legen, die das Bündel Versprengen Glossen- rumänische Regierung ent- haltm. Weil ine Regierung Bratianus sich auf diese Der-, sprechun gen verließ, hat sie Rumänien verbrecherisch in den Kneg gestürzt. Weil die Entente ihre Verspreckmngen mcht erfüllen konnte und Rumänien im Stiche ließ, hat die letzcge rumänische Regierung Frieden geschlossen. Unter das unheilvolle Kapitel der Politik ihrer Vorgänger hat sie end- gülttg den Schlußstrich gezogen. Proteste der Entente rönnen zum Glück Rumäniens daran nichts ändern." ZM Code dkg Deilhgtaggprlißdkkik!! Wnpf. Anläßlich des Hinscheidens des Präsidenten des Reichs- tages Dr. Kämpf ist bei dem Vizepräsidenten Dove folgen* des Telegramm.des Kaisers eingegangen: „Die Meldung vom Heimgang des hochgeschätzten Präsidenten des Reichstages, Wirk!. Geh. Rates Dr. Kämpf, empfing ich mit lebhafter Teilnahme. Das Hinscheiden dieses vorttefflichen Mannes, welcher seine Arbeit, solange Gott ihm Kraft gab, dem Vaterlande weihte, be-' deutet fiir den Reichstag und weit darüber hinaus einen herben Verlust. Seine Verdienste werden unvergessen sein." Generalfeldmarschall Hindenburg telegraphierte: „Die Nachricht von dem Hinscheiden Seiner Exzellenz des von mir aufrichtig verehrten Herrn Reichstagspräsi- deuten bewegte mich ttef. Zurückblickend auf ein arbeits- und segensreiches Leben, hat er, auf der Fülle seiner Erfahrungen und der ihm eigenen Würde gestützt, die Verhandlungen des Reichstages während der jetzigen schweren aber auch großen Zeit sicher geleitet und sich damit um die Lösung der vom Reichstag im Kriege bewältigten Aufgaben ein hohes Verdienst erworben. Ich bitte, dem Reichstag meine warme Teilnahme gütigst übermitteln z» wollen." Zentrum und Walstrechtsfrage. Gegen die von uns bereits erwähnte Kritik der Zen- trums-Parlaments-Korrespondenz an dem Wahttechtsan» trage Dr. Lohmcmn wendet sich eine Zuschrift des Vorsitzenden des Rheinischen Bauernvereins Freiherrn von LoS an die „Kölnische Volkszeitung". Freiherr von Loa bezeichnet es zutreffend als Grundgedanken des Antrags Loh* mann, „qualifizierte Mehrstimmen allen Berufsständen zugänglich zu machen", und weist darauf hin, datz der Antrag Lohmann damit Anregungen weiterspinnt. die seinerzeit von dem Rheinischen und Trierischen Bauerverein aus- gingen er fügt hinzu: „Es ist ohne weiteres einleuchtend, baß diesem Gedanken eine durchaus soziale Tendenz zugrunde liegt, die der ernstesten Erwägung wert ist. Letzten Endes kann es nicht darauf ankommen, daß wir mit deutscher Pedanterie uns an eine starre Formel und an ein nacktes Schlagwort binden, sondern, daß wir etwas materiell Gutes schassen, das zugleich auch dem Gerechtigkeitsgefühl und der sozialen Ausfassung weiter Kreise entspricht." Freiherr von Lo6 wendet sich nachdrücklich gegen die „schroffe und formalistische" Stellungnahme der Negierung gegenüber jedem Verständigungsversuch. Mit Recht legt er dar, daß die Bezeichnung solcher Mehrstimmen, wie der Anttag Lohmann sie fordert, als plutokraüsch völlig unberechtigt ist, daß die Kennzeichnung plutokraüsch auf diese Weise „zum Schlagwort im Dienste einer extremen Radikalisierung wird." Treffend führt der Vorsitzende des Rheinischen Bauervereins weiterhin aus, daß es einen sicheren Maßstab für ein wirklich gleiches Wahlrecht überhaupt nicht gibt, daß darin vielmehr selbst die Vorlage der Negierung willkürlich aufgebaut, ist und auch die vom Zentrum beantragten Sicherungen den Begriff des gleichen Wahlrechts nicht unwesentlich modifizieren. Freiherr von LoS mahnt mit ernsten Worten zu einer Verständigung, bei der alle Teile etwas von ihrem weitergehenden Standpunkt aufgeben und bezeichnet die Momente, aus denen die Mehrstimmen des Anttags Lohmann aufgebaut sind, als „Faktoren, die eine allgemeine soziale und volkswirtschaftliche Bedeutung besitzen und in der einen oder anderen Weise allen Berufsklassen zugänglich sind." Auch dem wird man nur zustimmn und hoffen können, daß diese Darlegungen, die sicher die bäuerlichen Zenttumswähler ebenso hinter sich häben wie die führende katholische Geistlichkeit Preußens, in weitesten Kreisen des Zenttums wie auch in anderen Parteien ernste Beachtung finden. Dag KrikgsmcherWl a!g LoWtzkl! Unter der Ueberschrift: „Eine weitere Schiebung^ geschichie" berichtet der „Berliner Lokalanzeiger": Eine nette kleine Ueberraschung gab es gestern auf dem Polizeirevierbureau in der Kottbuser Straße. Man hatte einen „Fang" gemacht, nämlich zwei Fuhren Mehl am Planufer beschlagnahmt, die ein Herr Max Buschow aus der Rigaer Straße „verschieben" wollte. Am Planufer sollten die Mehlsäcke vorläufig untergestellt werden. Aber dis Kriminalpolizei! überraschte dis Kutscher, beschlagnahntteT ihre Ladungen und nahm sie selbst fest. Nun wurde aber auch den Beamten eine Ueberraschung zuteil. Das von der. Angelegenheit benachrichtigte Kriegswucheramt mußte verschämt die Polizei aufklären, daß gar keine sttafbare Hand^ lung vorliege. Der angebliche Schieber sowohl wie der angebliche Käufer standen im Dienst des Kriegswucheramts hgft gWaifiT frphrtftf fLfc Mich körmen und 'VWLV "feuäeö Oett sollen. Am besten kommen dabei die Kutscher weg. die chre Wagen für ein Trinkgeld von 20 Mark -u dem Geschäfte Kergsgeben hatten. Wäre es nicht besser, daS Kriegswucher- amt stellte die Herrschaften, die sich seinem Dienste widmen, einander vor? ^ .^ Diese „heitere Geschichte" hat leider ckuch ihre sehr ernste Seite. Hier haben wir nämlich einen Fall aus der Art der Kontrolle des Kriegswucheramts, der den weitesten Kreisen zeigen muß, wie die Methoden, dem Schleichhandel auszupassen, schließlich unerträglich werden. Denn offenbar liegen die Dinge doch so, daß das Kriegswucheramt Lebensmittel zur Verfügung stellt, damit überhaupt Leute auf den Leim gelockt, d. h. zum Schleichhandel verführt werden können. Es ist ganz klar, daß dieses Agentensystem als ein regelrechtes Spitzeltunl anzusehen ist, und man kann sich kaum dem Gedanken verschließen, daß man auf diese Weise (vielleicht mangels sonstiger hinreichender Fänge?) nun unbedingt Verbrecher „machen" will. Ein solches System ist nicht bloß schlecht und verfehlt, sondern wir geraten damit in Verhältnisse, die ei-''ach unhaltbar sind. Herrscht denn in Kriegswirtschaftsleben noch nicht Korruption genug? §cr Mthhas-el mO die aus der Der geschäftsführende Ausschuß des Bundes der Viehhändler Deutschlands beschäftigte sich in einer Sondersitzung mit der Frage, welche Stellung der Bund zu den Bestrebungen der Zentral-Einkaufs-Gesellschaft einnehmen solle, den Außenhandel in ihrer Häwd zu monopolisieren. Der Bundesvofitzende Daniel-Koblenz gab einen Ueberblick über die bestehenden Verhältnisse und wies darauf hin, daß die Zenttal-Einkaufs-Gesellschaft die geschäftlichen -Organisationen des Viehhandels nicht anerkennen wolle, weshalb die Frage aufzuwerfen sei, ob man sich geschlossen den Geschäften d er Einkaufs-Gesellschaft widersetzen oder bei ihren Geschäften Mitarbeiten solle. Nach einer ausgedehnten Besprechung, an der sich u. a. die Mitglieder Mißlbeck'Miinchen, Jakob-Würzbnrg, Wertheimer-Rastatt, Schodder-Niirnberg, Hitzbleck-Duisburg, Frankenstein-Hannover und Schieren-Düsseldorf beteiligten, wurde eine Entschließung angenommen, in welcher das Bedauern ausgesprochen wird, daß unter Umgehung der bestehenden leistungsfähigen Organisattnen für die Einfuhr von Vieh Und Fleisch aus der Ukraine und Rumänien wieder die Zentral-Einkaufs-Gesellschaft in Berlin herangezogen werden solle. Es hätte unter allen Umständen im Reichs- Interesse gelegen, wenn zur Abwicklung dieser Geschäfte zunächst auf dieFachorganisationen zurückgegriffen worden wäre Unter grundsätzlicher Hochhaltung dieses Standpunktes soll aber in Anbetracht der geschäftslosen Zeit, die der deutsche Viebhandel in den letzten Jahren durchzumachen hatte, es denBundesmitgliedern überlassen bleiben, ob sie sich dem von der Einkaufs-Gesellschaft zu gründenden Syndikat an- schließen wollen oder nicht. Dom Felde der ’" 1? v-;ive, Wölfersheim. Dem Vizefeldwebel Heinrich Banget rrurde wegen hervorragender Tapferkeit vor dem Feinde das Eiserne Kreuz 1. Klaffe verliehen nachdem er bereits -früher mit dem E. K. 2. Klaffe, der Hessischen Tavferkeitsmedaille und dem Hessischen Kriegsehrenzeichen ausgezeichnet worden war. Aus der Heimat. Der Veigeorbnete der Stadt Friedberg, Oekonomierat Falck, begeht heute die Feier seines 60jährigen Geburtstages. Was er für Friedberg gewesen ist, das beweisen am besten die i elen Ehrenämter, die er seit langen Jahren bekleidet hat; er gehörte u. a. dem Kreisausschuß und dem Provinzialausschuß an und widmete sich allen Geschäften mit regem Eifer. Anch heute noch — trotz seiner 80 Jahre! — versieht er seine Aemter und seine Wotte werden hoch geschätzt im Rate der Jüngeren. Beigeordneter Falck ist ein echter Sohn seiner Heimat, der Welterau und der Stadt Friedberg; wurzelecht und bodenständig ist er einer der besten Kenner der heimatlichen und vater- städtischen Geschichte geworden; man kann sagen, daß er selbst ein belebendes Stück der Stadt Friedberg geworden ist. Er hat die Entwicklung der Stadt mitgemacht in der guten alten Zeit, im neuen Reich, daß er mit Genugtuung begrüßte, und wir wollen hoffen, daß es ihm noch vergönnt fein möge, nach diesem Kriege seinen Lebensabend in Frieden -zu verleben. Nicht unerwähnt wollen wir die landwirtschaftlickw Tätigkeit des Herrn Oekonomierat Falck lassen? Auch in dieser Beziehung ist ec rühmlichst im ganzen Lande bekannt und erst in: vergangenen April konnte er auf sein 50jähriges Dienüjubiläum im hessischen Feldbereinigungswesen zurückblicken. Was er damals mitgeholsen hat einzuführen, und vielfach mit Wider- Itrebeu ausgenommen wurde, ist heute Allgemeingut geworden, dessen hoher Nutzen von Niemand mehr verkannt wird. So recht gilt auf ihn der Spruch von dem menschlichen Leben: ist es köstlich gewesen, so ist es Müh' und Arbeit gewesen, deshalb wollen wir nicht verfehlen uns in die Reihe derer einzustellen, die ihm ihre Glückwünsche darbringen. FO Friedberg. Oberlehrer Professor Dr. Bischer wurde fcU auf weiteres ehrenamtlich zum Stellvettreter des Eroßh. Denkmalpflege!» für WbeMmer, Profeffor Dr. Antbe» ja für be* LMs «NdliW» m AUsncchms der nördlich der Bühn Friedberg—Gslnhauife« gelegenen Orte bestellt. Den Luzerneklre jetzt abmähen! Die Luzerne lagert schon vielerorts, da dann die Gefahr besteht, daß er fault, tun die Landwirte gut, ihn schon jetzt zu mähen uich dürr zu machen. Viehzählung. Rach Verordnung des Bundesrats findet am f. Juni d. Js. wieder eine vierteljährliche Viehzählung statt. DieErhebnng erstreckt sich auf die gleichen Viehgattungen, wie sie bei der Zählung am 1. März ds. Js. festgsstellt wurden. Rur sollen die Pferde und Schweine in der erweiterten Form wie bei der Zählung am 1. Dezember 1917 gezählt werden, die Pferde nach der Verw-endungsart, die Schweine unter besonderer Er- foffung der Zuchttiere. Da das Ergebnis der Zählung als Grundlage für wirtschaftliche Maßnahmen dienen soll, wird a-ui die Wichtigkeit der Erhebung hingewiesen. Wer vorsätzlich die Angabe seine Viehbestandes, zu der er bei dieser Zählung auf- gefordert wird, nicht erstattet, oder wer wissentlich unrichtige oder unvollständige Angaben macht, wird mit Gefängnis bis zu sechs Monaten oder mit Geldstrafe bis zu zehntausend Mark bestraft. Auch kann Vieh, dessen Vorhandensein verschwiegen worden ist. im Urteil für den Staat verfallen erklärt werden. Dorheim. Alle Landwirte tun gut daran, wenn sie ihre Stallungen verschließen und alle Geräte und Geschirre nachts in Sicherheit bringen! Wir haben neulich gemeldet, daß hier Diebe ihr Unwesen getrieben und zahlreiche Einbrüche verübt haben. In der Stacht von Sonntag auf Montag wurde unser Ort abermals von Dieben heimgesucht. Zuerst versuchten die Spitzbuben bei Herrn Oek.-Rat Breidenbach von der Straße aus beizukommen und als dies nicht gelungen ist, hinten vom Hofe her, die Wachsamkeit der Hunde vereitelte ihr Vorhaben. Sie brachen sodann bei dem Landwirt Hch. Neuß ein und verschnitten zwei Pferdegeschirre vollständig, in dem sie die Lederteile, die ihnen brauchbar erschienen, Mitnahmen. Die öffentliche Unsicherheit auf dem Lande ist so groß geworden, daß sich der Landwirt selbst helfen muß, und das tut er am besten, wenn cr alles verschließt. FC Vilbel, 26. Mai Metzgerme'ster I. Jacobi und Frau begehen am 1. Juni das Fest der.goldenen Hochzeit. Wohnboch. Einer hiesigen Frau, deren Mann eingezogen ist wurden 2 Läufer gestohlen. Die Tiere wurden an Ort und Stelle abgeschlachtet und mitgenommen. r8 Nidda. 2b. Mai. Zu dem Konkurse des Vorschuß- und Kreditverein zu Ober-Mockstadt. e. G. m. unbeschr. H., n>ird jetzt eine neue, die echte, Abschlagszahlung erfolgen. Ergänzend kann bemerkt werden: Durch Fristgestattungen, die Rücksicht auf die im Felde stehenden Kriegsteilnehmer und infolge anderer Umstände geht die Abwicklung des Konkursverfahrens durch Abschlagsverteilungen langsam voran. Immerhin sind bisher schon 50 Prozent der festgestellten nicht bevorrechtigten Konkursforderungen, welche sich im ganzen auf urigefähr 2 050 000 Mk. bezifferten, ausgezahlt worden und nunmehr sollen als 8. Abschlagsverteilung wiederum 5 Prozent jener Konkursforderungen verteilt werden, wozu nahezu 103 000 Mk. nötig und jetzt verfügbar werden. Für die hart geprüften Genossen des Vereins besieht wenigstens die ttöstliche Zuversicht, daß weitere Opfer in Gestalt von Nachschüssen schwerlich mehr zu leisten sind. Abgesehen von den Zinsverlusten, die sich bet der unabsehbaren Dauer des Konkursverfahrens ständig mehren, werden die Konkursgläubiger voraussichtlich keine Einbuße erleiden und sie kommen mit einem geringfügigen Forderungs. Nachlaß, der sich in heutiger Zeit bei dem hohen Zinsfuß der Kriegsanleihen ufw. leicht verwinden läßt, durch, wenn sie sich zwecks sofortiger Abfindung mit dem seit Jahren so segensreich wirkenden Hilfsverein Obermocksiadt (Vorsitzender: Bürgermeister Birkenstock zu Naustadt. Oberhessen) ins Benehmen setzen. Von dieser günstigen Gelegenheit haben schon beinahe 900 Gläubiger Gebrauch gemacht und es ist nur noch eine geringe Anzahl übrig, die sich dazu aus Unkenntnis oder aus Hartnäckigkeit, vielleicht auch in der trügerischen Hoffnung auf spatere Zinsverlustcntschädigung noch nicht entschließen konnte. Vielleicht tragen diese Zeilen dazu bei. den Rest der Konkursgläubiger baldigst noch auf gütlichem Wege abzufinden. sodaß der Schluß des Konkurses sich nur noch zu einer Abrechnung zwischen dem Hilfsverein, der dann einerseits infolge der Er- ifntf La»L tagSabgMdr cete waren erschlSÄL^M wareiFVoE über 1V00 Personen anwesend. Geh. Knmnerzii nrat Engeft Hardt-Mannheim eröffnete die Tagung, worauf der VizS« Präsident der Handelskammer Frankfurt O Hauck die Anwesenden begrüßte. Der Vorsitzende führte dann aus, daß' das immer mehr überhandnehmende Bestreben Handel und Jndusttie in Berlin zu zentralisieren, indem man dort fast alle Kriegsgesellschaften errichte, was dem übrigen Deutschland, insbesondere Südwestdeutschland mit der Zeit außerordentlichen Schaden bringen werde, durch Beseitigung dieser Zwangswirtschaft, wie überhaupt dieser Zusammenlegung energisch bekämpft werden müsse. Syndikus Dr. Blaustein-Mannheim sprach dann über den ersten Gegenstand: Südwestdeutschland als Wirtschafts- und Kulturgebiej und hob dessen große Bedeutung in dieser Beziehung hervor. In ebenso klarer, wie überzeugender Weise führte dann Syndikus Dr. Trumpler-Frankfurt a. Dr. aus, wie von 165 Kriegsgesellschaften jetzt 150 in Berlin ihren Sitz haben, wie im Beirat für das Reichsschatzamt, im Reichswirtschaftsamt, in den Aemtern für Rohstoffversorgung, für die Heereslieferungen Südwestdeutschland fast gar nicht berücksichtigt sei. Er beleuchtete die außerordentlichen Scherereien und Schwierigkeiten bei der Ein- und Ausfuhrbewilligung und den ganzen Schemattsmus, der durch das Uebermaß der Zentralisation herrsche, abegesehen von dem Verbrauch an Menschenmaterial, da an etwa 1600 Stellen über 10,000 Menschen beschäftigt würden. An Hand drastischen Beispiele gab er ein scharfes Bild dieser unglaublichen Zustände, die eine wirtschaftliche, politische und kulturelle Gefahr bilden, ein wirtschaftliches Leichenfeld von ungeheuerer Ausdehnung und kultureller Verarmung werde entstehen, wenn nicht rasch in der Uebergangszeit eingegrifsen werde, denn jetzt wolle man neun neue Zentralstellen in Berlin für die Textilindustrie errichten. Leider schenke die Reichs- regiernng der Gegenströmung zu wenig Aufmerksamkeit, denn leider habe sie keinen Vertreter gesandt. Man werde sich dieseAbhängigkeit nicht weiter bieten lassen und verlange freie gleiche Entwicklung und Mitarbeit aller Stämme an dem Ausbau des Vaterlandes. (Nicht endenwollender tosender Beifall dankte dem Redner.) Nachdem Leutnant Frieder für die Ausländsdeutschen und Oberbürgermeister Dr. Voigt-Frankfurt für die Zusammenarbeit der Städte mit den Handelskammern eingetreten ist, wurde eine Entschließung angenommen. Für die „Freie Wirtschaft gegen der Zwangswirtschaft" tritt Schlank Frei bürg ein, während Zander-Straßbnrg den Abbau der Lebensmittelpreise und die Unterstützung von Elsaß-Lothringen empfiehlt. Uebei Kleinhandel und Übergangswirtschaft verbreitet sich noch Reichstagsabgeordn. Kleinath-Stnttgart, der ein Sehnen in ganz Deutschland nach wirtschaftlicher Befreiung feststellt, gegen jede weitere Kriegswirtsck-ast protestiert und freie Bahn für Hant-tt und Industrie verlangt. Hierzu wird nachstehende Entschließung angenommen: Die von der Vereinigung südwestdeutscher Handelskammern vertretenen Jndusttie- und Handelskreise erblicken in der während des Krieges durchgeführten Zwangswirtschaft eine Abkehr von den bewährten Grundlagen unserer Volkswirtschaft und eine ernste Gefährdung unserer staatlichen und wirtschaftlichen Zukunft. Tie Vereinigung vertritt die Ueberzengung, datz unbeschadet einzelner, durch besondere Verhältnisse gewisser Erwerbszweige gebotenen Bindungen Industrie und Handel nur in freier Wirtschaft der so dringend erforderlichen Wiedergesundung entgegengeführt werden können." Mit Dankesworttn schloß der Vorsitzende die sehr eindrucksvoll verlaufene Versammlung. AuS Rheinbessen. FO. Mainz-Mombach, 24. Mai. Nach dem Genuß von Fleisch, das von der letzten Zuteilung über die Feiertage auf» gehoben wurde, erkrankte hier eine Mutter und ihre fünf Kinder und mußten nach dem Krankenhaus überführt werden, der Vater, der ebenfalls erkrankte, erholte sich sehr bald wieder. FC. Aus Nheinheffen. 24. Mai. Zur Fütterung seiner Hunde erbat sich ein Händler aus Mommenheim von einem Landwirt ein lotgeborenes Kalb. Er erhielt es auch. Als es dem Händler in Mommenheim nicht gelang, das Fleisch zum Werbung sämtlicher Konkursforderungen der einzige Gläubiger, andererseits durch Ileberlassung des größten Teils der Konkurs- ^ , . ... „elfen der H-uptschuIdn» der K-nIursmast- geworden ist, und menschl.chen Genuh an den Mann zu bringen, re,sie «* « der Konkursnerwaltuug gestaltet. ! Leck°-b,„«n nach M-rnz wurde aber dort mm der P°l,M n FO Büdingen, 26 Mai. Für die Folge ist über alle Not- , emp ]f" 9 „f" 0 "’"' 6 ™ , . .. , , rA - ' , . . . i, rr , l FC. Aus der Pfalz, 24. Mai. Hier haben sich die ersten schlachtungen von Vieh das m der Schlachtlifte ausgenommen * wurde, der Vertrauensmann des Oberhessischen Viehhandels- ! verbandes zu benachrichtigen. FC Oberursel, 26. Mai. In einem bekannten Nachbar, orte wurde dieser Tage der Einmachzucker an die Einwohner verteilt, ausgeschlossen hiervon waren die säumigen Eierablie- ferer. Als diesen der Zucker verweigert wurde, kamen mit ei- nemmale die vorher nicht gelieferten Eier zum Vorschein. Aus Starkenburg. FC. Darmstadt, 26. Mai. Einem Landwirt in Traisa holten Diebe ein Rind aus dem Stalle und schlachteten es in einem Schutzhäuschen' auf dem Wege nach hier ab. Kopf und Haut, Eingeweide und zirka 20 Pfund Fleisch, die die Diebe anscheinend nicht mehr tragen konnten, waren die einzigen Spuren der Tätigkeit derselben. Die Diebe müssen mit Fahrrädern ver- sehen gewesen sein. BMK. Darmstadt, 26. Mai. Gegen die Zenttalisation. Die südwestdeutschen Handelskammern hatten sich am Samstag zu einer imposanten Versammlung im Bürgersaale des Rathauses in Frankfurt a. M. versammelt, zu der die Ministerien von Preußen, Baden, Hessen, Wüttemberg, der Hansabund, die Reichsbank, zahlreiche Kriegsamtstellen, verschiedene Generalkommandos, Metallwarenverbände und andere Jndusttiellenverbände, fast alle Städte Südwestdeutschlands, Post- und Eisenbahnverwaltung, Schiftahrts- und Kanalvereine, die meisten in Frage komenden HandelS- Frühkirschen eingestellt. Die allgemeine Kirschenernte wird in etwa 14 Tagen beginnen. Dieselbe fällt Heuer nicht so reichlich aus wie im Vorjahre. Kirchliche Nachrichten. Mittwoch, den 29. Mai, abends 8X Uhr: Kriegsandacht. Herr Pfarrer D i e h l. Gottesdien st im Stadtteil Fanerbach. Mittwoch, den 29. Mai, abend 9 Uhr: Kriegsandacht. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto H i r s ch e l. Friedberg; für den Anzeigenteil: R. H ey n e r, gliedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A G., Friedberg i. H. AibcksmMmstMi Offene Stellen? Mehrere Hilfsdienftpflichtige, Frauen und Mädchen fürs besetzte Gebiet. 3 Schreiner, 1 Melkerlehrling. 2 Hausburschen, 1 Eutsschmied, HerrschastshauS. ,.OE Stellensuchender * Mehrere Melkerfamilien und ledige Melker, t Melkerinnen kümmern Vertreter geschickt hatten^ auch viele Reichstag-'^einen Stall. 3 Fräulein für Büre. 1 Sutsjetretärtn. Wem nie durch liebe leid geschah. Roman von Courths-Mahler. tO) Nachdruck verboten. „Das kann sogleich geschehen, wenn Sie wünschen, ich brauche keine Erholung." Er wehrte ab. „Ich will nicht, daß Sie sich überanstrengen. Gehen Sie ins Freie, die Sonne scheint hell und warm. Ich will, daß Sie sich ein wenig ausrrchen." Christa erhob sich. „Sie sind sehr gütig, Herr von Virkenheim," sagte sie dankbar. Er lächelte. „Es ist nur Egoismus, Fraulern Hellmut. Ich will, daß Sw frisch und gesund bleiben, damit Sie recht lange Ihres Amtes walten können." Sie sah ihn mit einem warmen Blick an. „Es soll mich sehr freuen, Herr von Virkenheim, wenn das Ihr Wunsch ist." Er nickte lächelnd. „Es ist mein Wunsch. Ich lasse Sie nicht wieder fort von Virkenheim, wenn Sie nicht selbst danach verlangen." Sie verneigte sich und ging hinaus. Er sah ihr eine Weile versonnen nach. Dann trat er an seinen Schreibüsch und öffnete ein kleines Fach. Aus demselben entnahm er einen Brief, einen schlichten goldnen .ülng und eine Photographie. Auf dies Bild sah er herab, ins ihm die Augen schmerzten. Seit langen Jahren hatte er es nicht mehr angesehen, weil der Anblick alle Schmerzen und Bitterkeiten in ihm aufgewühlt hatte. Heute vermochte ^.es zum erstenmal wieder ruhig anzusehen. Es war das Bildnis Maria von Platens aus der Zeit, da sie noch Maria von Virkenheim hieß und seine Braut war. ... ^ine Augen forschten in diesem lieblichen schönen Ge- sicht und er verglich den feinen, geschwungenen Mund im Geiste mit dem Christa Hellmuts. .3 /s war genau derselbe süße, weiche Mund, und es wollte ihm scheinen, als sei auch sonst eine leise Aehnlich- kert zwischen diesem Bilde und seiner jungen Vorleserin. „Eine Laune der Natur. Sie hat etwas so entzückendes, wie diesen Mund, noch einmal schaffen müssen, um sich genug zu tun," sagte er leise vor sich hin er oft ln dieser Weife mit KeKanntmochnirg Die hiesigen Landwirte, blc oylmderöl, Schmieröl und kon- siltenies Feit für Dreschmaschinen oder Schmieröl für andere landwirtschaftliche Maschinen oder Wagen- und Lederfett in den kommenden Sommermonaten benötigen, wollen ihren Bedarf bis zrim I. Juni ds. Jahres bei dem Kaufmann 2ofef Terfeld dahier zur Anmeldung bringen. Fiedberg, den 25. Mai 1918. Der Bürgermeister. 2. V.: Damm. Wenn er allein war, sprach sich selbst. Langsam ließ er die Photographie sinken. Seine Hand glitt tastend über den goldenen Reifen, der einst als Verlobungsring Marias Hand geschmückt hatte. Dann faßte er nach dem Brief und entfaltete ihn. Trotzdem seine Augen noch brannten, las er ihn durch. Er lautete: „Lieber Heinz! Sei mir nicht böse, wenn ich fetzt etwas tue, was Dir schmerzlich ist. Ich muß Dir den Verlobungs- nng zuruckschicken, muß unsre Verlobung auflösen. Ich bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß ich Deine Frau nicht werden kann. Tante Anna hat Dich und mich zu dieser Verlobung beredet, nicht unsere Herzen haben uns zu einander geführt. Tante Anna hat es gut gemeint, aber trotzdem hätte sie es nicht tun sollen. Du warst mir immer üeb und teuer, wie ein guter Bruder, und eine Weile dachte rch. Dir mehr sein zu können. Aber nun sehe ich doch ein, daß es nicht geht. Verzeihe mir, daß ich Dir das sagen muß. Um^ uns peinliche Lagen zu sparen, reise ich heute noch ab, in aller.Stille.. Du wirst diesen Brief wohl erst erhalten wenn ich ins Süft zurückgekehrt bin. Das soll nur für kurze Zeit geschehen. Ich will Dir gleich heute sagen, daß ich mein Herz einem Mann geschenkt habe, dessen Frau ich werden will. Ich folge ihm in kurzer Zeit ins Ausland und wir werden uns vielleicht nicht mehr Wiedersehen'. Verzeche mir! Ich hoffe und wünsche, daß Dir'bald ein neues^ schönes Glück erblüht an der Seite einer Frau, der Du eine echte Liebe entgegenbringen kannst, wie wir sie uns nicht schenken konnten. Dann will ich mich Deines Glückes freuen und für Dich beten. Leb Wohl, Heinz! Derne Kusine Maria." Heinz von Birkenheim snh lange ans die letzten Worte herab. * „Lebe wohl, Heinz!" Ihm war plötzlich, als höre er diese Works ganz deut- Ilch von erner tränenerstickten Stimme an sein Ohr dringen „Lebe wohl, Heinz!" ^ SU .l er °uf?iese Worte herabsaff, entdeckte er plohliH, was ihm bisher entgangen war, neben denselben einen runden, matten Fleck auf dem glänzenden Papier. Das sah £f\ öI§ ! e * eine Träne darauf niedergefallen. Hatte Marra gewernt, als sie diesen Brief schrieb? Er atmete gepreßt. BM-AiikM. Die Gemeinde Ockstadt be- absichiigt einen junaenZuchtbullen im Aller von i2MslO Monalen (Simmentaler Nasse) anzukaufen. Besitzer solcher Tiere wollen ihre Offerten bis zum 5. Juli bei der Unterzeichneten Stelle einrcichen. Ockstadt, den 27. Mai 1918. Erofjh. Bürgermeisterei Ockstadt M ö r l e r. Llkllms-Verkklgkriing. Donnerstag, den 30. Mai ds. Is., soll die diesjährige Heuernte von den der Stadt Jsriebbcra, gehörenden Wiesen öffentlich meistbietend versteigertwerden u. zwar:, vormittags 10 Nhr von den Wieien der Gemarkung Friedberg im Saal des städtischen Museumsaebäudes,Haagstraße 16. mittags 18 Uhr von denjenigen, der Gemarkung des Stadtteils Fauerbach, im Stadthause daselbst. Friedberg, den 21. Mai 1918 Ter Bürgermeister. I. V.: Damm. zu haben bei Cuffno Schneider, Erund-Schwalheim. iP Keklmntmnchlmg. «*» SS&?» SütTs &Sr*» frische Land-Eier. farten ohne die betreffenden Marken berechtigen nicht zum Bema ' einzeln abgeirennie Marken sind wettlos. ^ 3 3 9 ' Friedberg, den 28. Mai 1918. Der stellvertretende Bürgermeister. (Stadt. Lebensmittel-Ausschuß) I. A: Langsdorf. : . Möglich, daß sie geweint hatte, weil sie wußte, daß sie ihm wehe tun mußte. Wie sehr wehe sie ihm getan, das hatte sie wohl niemals recht begriffen. Hatte er doch sein heißestes Fühlen in sich verschlossen, um sie nicht zu erschrecken, weil er onnahm, daß sie ihn nicht so liebte, wie er sie. Manchmal, wenn ihn die Sehnsucht nach ihr befiel, da hatte er ihr die glühendsten Liebesbriefe geschrieben, um sie ihr am nächsten Tage, wenn er sie wie- dersah, zu geben. Aber dann hatte er sie stundenlang mit sich herumgetragen, ohne den Mut dazu zu finden. Und immer wieder hatte er die Briefe dann zerrissen und in seinen Papierkorb geworfen. Später hatte er oft gedacht, wie gut das gewesen war. Ta Marias Herz ihm nicht ge-' horte, durfte sie diese Briefe nicht lesen. Er war überzeugt, daß sie nur aus Dernunftgründen und auf Tante Annas Drängen hin sich hatte bereit finden lassen, ihm ihr Jawort zu geben, während ihr Herz Herrn von Platen gehörte. Und ihre Liebe zu diesem Mann hatte sie dann doch bestimmt, die Verlobung mit ihm zu lösen. . Ihr Untreue hatte ihn bis ins Herz gettoffen, hatte fern Leben einsam und freudlos gemacht. Nie hatte er sein Herz einer anderen Frau zuwenden können. Aber seine Bitterkeit galt nicht Maria, sie galt nur sich selbst. Er glaubte nicht fähig gewesen zu sein, die Liebe dieser Frau zu erringen. Es tat ihm weh, daß er auch ihr hatte Kämpfe und Sorgen bereiten müssen, denn er wußte, sie hatte ihm nicht leichten Herzens die Treue gebrochen, wenn sie auch nicht ahnte, wie ttef sie ihn damit verwundete. Was mochte aus -ihr geworden sein? Bisher hatte er es ängstlich vermieden, sich diese Früge vorzulegen. Er wollte nicht an der alten Wunde rühren. Nie mehr hatte er etwas von ihr gehört. Er wußte nur, daß sie ihrem Gat- ten nach Schweden gefolgt war. Absichtlich hatte er nicht mehr nach ihk- gefragt und geforscht. Sie sollte tot sein für ihn, und er dachte ihrer nur wie einer Toten, die er betrauerte im tiefsten Herzen. Still und freudlos hatte er sein Leben weiter getragen, nachdem sie von ihm gegangen war. Aber in seiner Seele brannte der Schmerz um ein verlorenes Glück. Wie seltsam, daß ihn das fremde Mädchen an die verlorene Geliebte mahnte, und daß von diesem Mädchen ein Zauber auf ihn ausströmte, der die Bitterkeit aus seiner Seele löste und süßen Frieden hinein senkte. Fortsetzung folgt. Toxelm, MrO, nrbrn, fadir, pnlfl, nirgends besser, nirgends billiger wie bei iSslcEf fficcBfisdcim ■A mm ^eißpin el, Schablonen, Kreide- Macke n, 5 attfarben ßrfljjeri? 3li)ülf CchM Friedberg i. H. ll.Wam'. IViediierg: i. BI. Telefon Kr. 45». (ftvobU# Lager am Tr Hstire ! *55*? y Schlilstr. 15 . daß die von Ihnen im geschäftlichen oder privaten Verkehr verbrauchten Drucksachen stets ein sauberes und geschmackvolles Aussehen haben, denn es ist eine unbestreitbare Tatsache, daß solche Drucksachen ein Ohne Fra^e "NH kaufen Landwirte alle gangbaren Wasch-, Schmier- und Putzartikel wi° b-i d» K 03 ic]]eV ' "ira-nds billiger Hcff. Versandhaus Phil. Diener, Spezialhaus für Wasch- und Putzartikel, l'rietlbep*; i. II. 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