I Kl,immer 120 _ /Kantslag^den 25.' Mai 1918 11. Jahrgang.) Die „Ueue Tageszeitung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen ..Der Dauer aus Kessen". „Die Zpinnstude". Bezugspreis: Bei den Postanstalten vrerreljährlich ML 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld: bei den Agenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohm Anzeigen: Grundzeile 25 Pfg., lokale 20 4%, Anzeigen von auswärts werden durch Uo-Lnachnahnu- erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Schriftleitnng nnd Derlag Friedberg (Hessen), yranauer,trage 12. Fern>precher 48. Postjcheck-Lonto Rc. 4839. rlmt Frankfurt a. M. Hkslip Kiimpk m kr itnliniif^rn frtaf. Alle Angriffe der Italiener abgeschlagen. — Kriillerietätrgüeit im Westen. — 15000 Tonnen versenkt. Der deutsche Generalstab : —-—- meidet: 1 W. T. K. Großes Hauptquartier, den 24. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Die Lage ist unverändert. Im Kemmel-Gebiet, beiderseits der Lys urrd der Scarpe, südlich von der Somme, sowie zwischen Moreuil urrd Montdidier lebte die Artillerietätigkeit am Aberrd aus und war auch während der Nacht lebhaft. Die Infanterietätigkeit blieb auf Erkundungskämpfe beschränkt. Eigene Unternehmungen südwestlich von Bucquy und an der Oise brachten Gefangene ein. Der Erste Eeneralquarliermeisier: Ludenvorff. Ak'epi»l,rr-cht. Berlin, 24. Mai, abends. (WTB. Amtlich.) Bon den Kriegsschauplätzen nichts Neues. ll Der österreichische Generalstab r _—.-,= ureldet: - j Wien, 24. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Gestern griffen die Italiener unsere Stellungen auf der Zugna Dorta und im Etschtal nach starkem weitgreifenden Ee- schützfeuer zu wiederholten Malen an. Die beiden ersten Angriffe brachen schon in dem trefflrch wirkenden Feuer unserer Batterien blutig zusammen. Die Angreifer flüchteten in die Graben zurück. Beim dritten Ansturm kamen die Italiener bis knapp an unsere Stellungen. Kaiserschützen vom 3. Regiment drangen aus ihren Deckungen und warfen sich dem Feind mit gewohnter Tapferkeit entgegen. Der Nahkampf endete mit einem vollen Sieg der Unfrigen. Der Angreifer wurde überall zurückgeworfen, ein letztes Italienerneft noch in der Nacht gesäubert. Zu gleichem Ergebnis führten drei Vorstöße, die der Feind gegen unsere Stellungen auf dem Monte Asolone versuchte. Auch hier wurde er jedesmal abgeschlagen. So hat für die Italiener auch das vierte Jahr ihres Raubkrieges mit schweren Mißerfolgen begonnen. Der Chef des Generalstabes. ■P——— — 11 . . 1 1 Der bulgarische Generalstab ====== meldet: -- Sofia, 23. Mai. (MTV.) Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Westlich des Ochrida-Sees wurden französische Kompagnien, die sich unseren Vorposten südlich vom Dorfe Nomeche zu nähern versuchten, durch Feuer vertrieben. Zwischen Ochrida-See und Prespa-See war die beiderseitige Feuertätigkeit lebhaft. Unsere Sturmtruppen drangen in die feindliche Stellung westlich vom Prespa-See ein und brachten einige französische Gefangene zurück. Nördlich von Bitolia, im Ecrnabogen, südlich Huma und bei Doiran nahm die beiderseitige Artillerietätigkeit zeitweilig zu. Südlich von Doiran zersprengten wir eine verstärkte englische Abteilung. In der Gegend von Bitolia schossen deutsche Flieger drei feindliche Flugzeuge ab. die vor unseren Stellungen niederfielen und durch unser Artillerieseuer zerstört wurden. Das türkische Hauptquartier :- - meldet: ,= Konstantinopel, 24. Mai. (WB.) Heeresbericht vom 22. Mai. Zwischen der Küste und em Jordan drückten unsere Patrouillen an vielen Stellen feindliche Postierungen zurück: sie drangen teilweise in die feindlichen Stellungen ein. Auf dem Ost-Jordan°Ufer unterbanden wir erfolgreich die feindliche Aufklärungstätigkeit. Große feindliche Truppenlager im Raume Jordan—Jerichowadi—Andsche wurden von unseren Fliegern mit gutem Erfolge angegriffen. Bei Dschardur Arezu und Mezras, am Ostufer des State» Meeres, wurde» die Rebellen erneut vertrieben. £ —-- 15000 Tonnen versenkt. Berlin, 24. Mai. (WTB. Amtlich.) Von unseren U-Booten wurden im Sperrgebiet um England wiederum 16,000 Bruttoregistertonnen feindlichen Handelsschiffs- raumes vernichtet. Die Erfolge wurden vorwiegend an der Ostküste Englands bei starker feinMidjer Gegenwirkung erzielt. Zwei Dampfer wurden aus Geleitzügen herausgeschossen. Der Chef des Admiralstabcs der Marine. Dom Seekriege. Amsterdam, 24. Mai. (WB.) Rach einem heute in Nmuiden eingetroffenen amtlichen Bericht, ist der Schleppdampfer „Amuiden 362 Elisabeth" von englischen Seestreit' krästen nach Harwich aufgebracht worden. Bern, 23. Mai. (WB.) Der „Matin" meldet aus Washington: Ter amerikanische Frackstdampfer „Macev- loungh" wurde in den europäischen Gewässern durch eine Mine oder einen Torpedo versenkt. Stockholm, 24. Mai. (WB.) Laut „Stockholms Tidningen" wurde der Dampfer der schwedisch-ostasiatischen Kompagnie „New Sweden" (5319 Bruttotonnen) auf der Reise von Neapel nach Nordamerika versenkt. Die fiittowlfff a-t Vns?§ und fo^iui. Havas meldet amtlich. Paris, 25. Mai. (WB.) Havas, amtlich: Gestern abend überflogen feindliche Flugzeuge unsere Linien und wandten sich gegen Paris. Sie wurden durch unsere Wachtposten gemeldet und durch heftiges Artilleriesperrfeuer empfangen. Kein einziges Flugzeug überflog Paris. Ein Flugzeug warf einige Bomben auf einen Punkt in der Umgegend von Paris ab. Weder Sachschaden noch Menschenopfer werden gemeldet. Um 1.24 Uhr wurde zum zweiten 'Male alarmiert. Mehrere Geschwader Flugzeuge nahmen nacheinander die Richtung ans Paris. Unsere Wachtposten eröffneten ein sehr heftiges Artilleriesperrfeuer gegen ffe. Unsere Flugzeuge stiegen auf. Eine Anzahl Bomben wurde auf das Häusermeer von Paris abgeworfen. Der Alarm endete um 3.30 Uhr. Genf, 23. Mai. Unter den bis Mitternacht von deut- scheu Fliegern mit Bomben beworfenen Oertlichkeiten nächst Paris werden durch Andeutungen gekennzeichnet: St. Denis Aubervilliers. Bondy, Bincennes. Nach Mitternacht wurden beworfen Argenteuil, Montmorency, St. Germain. Die im Nordosten und Nordwesten operierenden deutschen Abteilungen hatten sich bis Morgengrauen in der Nähe von Compi^gne vereinigt. Weitere Spuren fehlen. Die französischen Beobachter, die vorzugsweise die Fesselballone bedienten, signalisierten in der zweiten Morgenstunde, daß. kein feindliches Flugzeug in Sicht sei. Ueber das Ergebnis der Luftkämpfe, die sich in der verflossenen Nacht über Paris abspielten, dürfen die dortigen Blätter nichts mitteilen, auch nicht über Brände, die innerhalb der Bannmeile ausbrachen und nach den heute nachmittag abgesandten Telegrammen noch nicht bewältigt waren. Gens, 24. Mm. Die Fernleitungen von Paris nach dem Osten und dem Nordosten sind seit dem letzten deutschen Fliegerangriff unterbrochen. Die Telegramme mußten infolgedessen rrmgeleitet werden und erleiden große Verzögerungen. Der Fernsprechverkehr Paris—Lyon konnte erst gestern wieder ausgenommen werden. Genf, 24. Mai. Nach Meldungen aus Paris besichtigten am 23. Mai nachmittags der Präsident Poincare und der Militärgouverneur von Paris die zahlreichen Trümmerstätten innerhalb des Pariser Stadtbildes. Die französischen Blätter schreiben, daß der Besuch des Präsidenten in den Trümmerstätten der deutschen Luftangriffe mehr als drei Stunden dauerte. Eine Anzahl deutscher Flieger beschoß, wie jetzt bekannt wird, auch die südlichen Vororte. Es wurde in einer langen Straße etwa jedes zehnte Haus getroffen. Der Sachschaden ist ganz ungeheuer. * Schweizer Grenze, 24. Mai. Der Londoner Sonderberichterstatter der „Zürcher Post" telegraphiert über den ln der Nacht vom 21. Mai von den Deutschen auf London durchgeführten An. griff: Dieser zählt zu. den bedeutendsten und folgenschwersten, dis bisher stattgefunden haben. Die offiziellen Berichte melden bereits 50 Tote und 200 Verwundete. Die größten Opfer werden aus dem Gebiet der Hauptstadt gemeldet. Es steht fest, daß die Zahl der Flieger, die zu dem Angriff auf London aufftiegen, ungewöhnlich groß war. Ernstere Unruhen in England. Rotterdam. 24. Mai. Rach umwegigen Londoner Meldungen haben am zweiten Pfinfttag in Manchester und Glasgow große Arbeiterunruhen stattgefunden. Obwohl über den Verlauf der Unruhen keine Nachrichten nach dem Festlande gekommen sind, ist aus dem Ausbleiben der gesamten Post aus Manchester und Glasgow seit dem Pfingstfeste zu schließen, daß die Unruhen ernste Formen gehabt haben. Alle hier eintresfenden Nachrichten der letzten Zeit bezeichnen die Wirkung des U-Bootkrieges der letzten Wochen auf England als sehr schwer. Die Nahrungsmittelschwierigteilen sollen in einigen Städten, besonders im Industriegebiet. zu sehr ernsten Ausschreitungen der Arbeiterschaft geführt haben. Die letz, ten Arbeiterunruhen in Bristol am 20. Mai haben gleichfalls ihre Ursache in der Lebensmittelverteuerung, die gegenüber dem Jahre 1917 30 bis 50 v. H. beträgt. Ueber die großen Arbeiterunruhen, die in Bristol stattstm- den, heißt es in weiteren Nachrichten: Zur Wiederherstellung der öffentlichen Ordnung mußte Militär aufgeboten werden. Dabei kam es zu heftigen Straßenkämpfen. denen 14 Arbeiter, darunter der Vorsitzende des Verkehrsarbeiterverbandes zum Opfer fielen Größere Unruhen fanden auch in Swansea und Cardiff statt. sie riiißllk-nkrainills'kn Der russische Volkskommissar für auswärtige Ange^ legenheiten sandte einen Funkspruch nach Kiew, in dem die Sowjetregierung ihr Einverständnis erklärt, die Friedensverhandlungen in Kiew am 22. Mai zu beginnen. Dollzogene Foslösung. Berlin, 24. Mai. Das deutsche Auswärtige Amt hat am 19. Mai dem hiesigen Vertreter der russischen Regierung Joffe eine Erklärung des Vorsitzenden der vereinigten Landesräte überreicht, in der die förmliche Loslösung der Provinzen Livland und Esthland von Rußland vollzogen wird. „Die Bevölkerung Livlands und EÜhlands," so schließt die Joffe überreichte Note, „hat durch die Erklärung ihrer Vertreter von dem Rechte, ihr Schicksal frei zu bestimmen, Gebrauch gemacht und die Loslösung von Rußland vollzogen, wovon sie die russische Regierung in Kenntnis zu setzen die Ehre hat." Kaller Karl in Delarad. Belgrad, 23. Mai. Kaiser Karl und Kaiserin Zita wurden bereits in Kusadac von dem Mlitärgouverneur von Serbien begrüßt, der den Hofzug bestieg und den Monarchen bis Belgrad begleitete. Beim Einfahren des Hofzuges in den Hauptbahnhof erdröhnten vom Kalimegdan Kanonenschüsse. Das Kaiserpaar entstieg dem Znge. Die Kaiserin trat auf eine Gruppe von Damen und Mädchen zu, die ihr durch die Ueberreichung von Blumen huldigten. Auf dem ganzen Wege über die Bahnsteige begleiteten die Kaiserin die herzlichsten Zurufe der Menge. Der Kaiser nahm indessen die Meldung der militärischen Funktionäre entgegen und begab sich sodann mit der Kaiserin auf den Platz vor dem Bahnhof, woselbst die Truppen Belgrads und seiner Umgebung aufgestellt waren. Nach dem Abschrciten der Front sprach der Kaiser zahlreiche Offiziere und Mannschaften an und zeichnete mehrere von ihnen aus, worauf der Vorbeimarsch der ausgerückteu Truppen vor dem Kaiserpaar erfolgte. Hierauf bestieg das Kaiserpaar den Hofzug, um die Weiterfahrt nach Wien anzutreten. » Wien, 24. Mai. Kaiser Karl und Kaiserin Zita sind von der Reise nach Sofia und Konstanffnopel zurückgekehrt und in Baden bei Wien eingetroffen. Der Saaleustand in Rumänien. Bukarest, 23. Mai. (WTB.) Nach dem amtlichen Saatenstandsbericht stehen in der Walachei die Herbstsaaten etwa mittelgut, die Frühjahrssaatcn zwischen mittelgut und gut, die Pflaumen gut. Die reichlichen Regensälle in der lebten Wock». Fürsten zum Teil auch noch den Vka'nS der KWstsaäken^vÄVq< fern. Die Frühjahrssaaten und die Gemüsepflanzen wurden durch die Regengüsse sehr gefördert. In der Moldau haben die letzten Niederschläge die Frühlingssaaten gerettet und die weitere Entwicklung der Herbstsaaten gesichert. Die Obstbäume stehen gut und die Weiden haben sich durch den Regen erheblich gebes- .Mt. In der Moldau macht sich ein Mangel an Arbeitskräften für Feldarbeiten fühlbar. Ercheuer in den Schneider-CreWt-Merlren. Genf, 24.^ Mai. In den Werkstätten von Schneider in Le Lreuzot ist gestern nacht Eroßfeuer ausgebrochen. Ein 60 Meter langes Gebäude, das mit Müterialvorräten, darunter auch mit Oel angefüllt war, wurde vollständig zerstört. Als Ursache des Brandes wird Kurzschluß angegeben. Der Betrieb der Waffenfabriken erlitt angeblich keinerlei Störung. Arrs?chreiittttgen in Ingolstadt. München, 24. Mai. (WTB.) Die Korrespondenz Soff- mann meldet! Amtlich wird milgeteil^ Am 22 . Mai abends brach in einer Wirtschaft in Ingolstadt ein Brand aus. Während sich aus diesem Anlaß eine größere Menschenmenge ansammelte, wurde durch einen Schutzmann ein Mann, angeblich ein Deserteur, verhaftet und auf die Wache im Rathause geführt. In der Begleitung des Mannes befand sich ein Soldat, ein Nervenkranker, der auf dem Rathause ein lautes Geschrei erhob und hierdurch eine größere Menschenmenge vnlockte. Es verbreitete sich alsbald die Behauptung, man habe gesehen, wie der Schutzmann auf den Soldaten einschlug. Es griff eine um so größere Erregung um sich, als der betreffende Schutzmann als eine in Ingolstadt sehr unbeliebte Persönlichkeit bezeichnet wird. Schließlich zerstreute sich die Ansammlung und es trat Ruhe ein. Erst nach längerer Zeit rottete sich neuerdings eine Anzahl junger Burschen und Mädchen zusammen und drang auf noch nicht näher bekannte Weife in das Rathaus ein. Teils verübten sie dort, teils vor dem Rathause große Ausschreitungen und Sachbeschädigungen, in deren Berfol- Erdgeschoß ein Brand ausbrach, bei dem zahlreiche Akten des Stadtmagistrats vernichtet wurden. Infolge der großen Menschenmasse, die sich sofort wieder angesammelt hatte, konnte die Feuerwehr geraume Zeit nicht zum Brandherde Vordringen Erst durch das Einschreiten des Militärs ließ sich die Menge zer- >streuen, wobei es noch in den Nachbarstraßen zu einzelnen Sach- ^Beschädigungen an Fenstern und Läden kam. Das Gesamtergebnis der noch während der Nacht gepflogenen Erhebungen geht mrt aller Bestimmtheit dahin, daß diese bedauerlichen Vorfälle keiner^, allgemeknpolitische. parteipolitische oder wirtschaftliche Ursachen haben, vielmehr lediglich aus roher Radau- und Zer- storungslust junger, unreifer Personen beiderlei Geschlechts ent- tznungen sind. Die Ordnung ist vollkommen wiederhergestellt. Wit Antrag M Wkskrimlmina. Der Abg. Dr. Roes icke hat mit Unterstützung der Kon- fcrvctwen folgenden Antrag eingebracht: Die Aussprache im Ausschuß hat ergeben, daß eine größere Anzahl von Parteien sich der lleberzeugung nicht mehr verschließt, daß das gegenwärtige System der Volksverforgung. für dessen Einführung im Anfang des Krieges gute Gründe politi. scher und psychologischer Natur bestanden haben, nunmehr nicht weiter fortgesetzt werden kann und darf. Es tst an der Zeit gewisse Abänderungen daran vorzunehmen. Will man den richtigen Weg zur Abänderung ftnden, so muß man das in erster Linie aus den wirklichen Vorgängen und Verhältnissen entnehmen. Dre Regierung sucht gegenwärtig durch Beschlagnahme eine möglichst große Quantität Brotgetreide für die verbrauchende Bevölkerung sicherzustellen. Diese Maßnahme hat die Absicht. den b edarf der verbrauchenden Bevölkerung zu gewährleisten.' Daneben hat sich ebt ansehnlicher Schleichhandel entwickelt. De« großen Schleichhandel sucht man durch strenge Strafen zu ver- hindern, dem kleinen Schleichhandel aber wird mchr oder wo. Niger Duldung gewährt. Dadurch entwickelt sich ein Martt illegitimer Ware, und sehr hohe im Verborgenen geforderte und gezahlte Marktpreise find die Folge. Aus diesen Vorgängen ist der Schluß zu ziehen, daß es gut getan ist, diesen Handel legitim zu machen, dann wird man erleben, daß diese hohen Preise finken werden. Es gilt eine feste Grenze zu setzen zwischen den Nahrungsmitteln, die beschlagnahmt werden behufs Sicherstellung. und denjenigen Nahrungsmitteln, die dem fteien Markt überwiesen werden. Hieraus folgt dann der nachstehende Antrag: 1 ^ nur (x) Millionen Tonnen Getreide beschlagnahmen und durch Brotkarten nur diejenigen Teile der Bevölkerung damit versorgen, die mit diesem Quantum täglich mit r-Eramm Brot bei Streckung des Brotes in der bisher üb. l-chen Form versorgt werden können, und zwar zu ein-in dem bisherigen Preis entsprechenden Preis. Versorgt wird zunächst die Bevölkerung mit dem niedrigsten Einkommen. Das übrige Brotgetreide ist völlig fteizugeben. II. zweite Erfahrung, aus der wir gute Lehren ziehen müssen, sind die Vorgänge auf dem Gebiete der Kartoffelver- sorgung. Im Jahre 1916 wurden Lieferungsverträge auf ein bestimmtes Quantum abgeschlossen zu einem Preis, der die Landwirte durch eigene Vorteile zur peinlichsten Einhaltung der Lieferung bestimmte, Hu diesem Verfahren gilt es, zurückzukeh- ren. Es wird wiederum nur eine begrenzte Quantität umgelegt, und zwar zu einem Preis, der den Selbstkosten ausreichend entspricht. Die Verbraucherkommunen erhalten die Aufgabe, den minderbemittelten Vevölkerungskreisen dadurch zu helfen^ daß sie diesen die Kartoffeln zum herabgesetzten Preis auslie-' fern und die Differenz daraufzahlen. Alle übrigen Mengen werden dem fteien Markt und der freien Preisbildung überlassen. Hieraus folgt der nachstehende Antrag: . 2 . Für die Kartoffeln ist das Lieferungsprinzip des Früh- lahres 1916 anzuwenden. Der Grundsatz muß sein, daß die Kartoffeln, die durch die Liefcrungsverträge für das Reich sicher- gestellt werden, so hoch im Preis stehen, daß der Landwirt der vielleicht pekuniäre Interessen hat. vor allem das Reich beliefert. Einen Ausgleich des -Preises zur billigeren Abgabe an die un- bemittelte Bevölkerung hat das Reich in geeigneter Weise her. beiznfuhren. Das durch Lieferunqsverträge festzulegende Quantum ist so zu berechnen, daß pro Tag und Kopf der versorgungs- berechtigten Bevölkerung ein Pfund Kartoffeln gesichert ist. Im übrigen bleibt die Kartoffel von jeglicher Bewirtschaftung ftet. ^ «S 5* UlT * cbinflt nötig, den Milchpreis auf die Höhe der Selbstkosten zu bringen. Ohnedem muß trotz der Opferfreudig- kert der Landwirte die Erzeugung hinter dem Bedarf Zurückbleiben. Es ist dann allerdings nötig, daß die Kommunen, um den minderbemittelten Kressen die Milch erreichbar zu machen einen Teil des Preises für diese Volksklassen tragen. Hieraus folgt der nachstehende Antrag: 3. Die Milchpre.se sind gemäß den heutigen Produktionskosten, die bei freiem Markt berechtigten Marktpreisen entsprechen würden, zu bemessen. Die Kommunen haben Einrichtungen zu treffen, daß die minderbemittelte Bevölkerung die Milch zu ermäßigten Pressen empfängt. IV. Die Vieh-, Fleisch-, Fett- und Zuckerversorgung kann zur Zeit noch nicht geändert werden. Hieraus folgt der Anttag: 4. Die Bewirtschaftung des Viehs und Fettes bleibt zur Zett bestehen. V. Obst, Gemüse und Eier bleiben von jeder Bewirtschaftung ftei. Mne leichthrrssKe KeschttldigMK ^ „Frankfurter Zeitung" veröffentlicht einen Berlin« 7 CC ln dem behauptet wird, die Verkürzung der Brotration' dadurch nötig geworden, daß der „Schweinemord" vom letztes Winter zu spät angeordnet worden sei. Die Schuld daran trü-' gen die bösen Konservativen, die die Abschlachtung der Schweine zu lange verhindert hätten, obwohl die vorausschauende Weis, heit der fortschrtttlichen Ernährungspolitiker schon früher gege« die Gefahr aufgestanden war, daß die Schweine unser Brotgetreide in bedenklichstem Maße aufzehrten. In Wirklichkeit hot der Schweinemord mit dem Brotgetreide verschwindend wenig zu, tun, eine Verringerung des Schweinebostandes war vielmehr nur aus Rücksicht auf die Kartoffelvorräte geboten. Auf ein- zelne Sinnlosigkeiten des in diesem Hauptpuntte abwegigen Ar- rkels der „Frankfurter Zeitung" brauchen wir nicht näher einzugehen,- es genügt zu betonen, daß die Konservativen Herrn von Batocki persönlich ebensowenig bekämpft haben wie jetzt Herrn von Waldow. Nur haben sie di- Ernährungsmaßregeln. die nach ihrer Ueberzeugung sachlich falsch waren, entsprechend bekämpft; und es gehört schon die ganze Rückständigkeit „fort- schrittlicher" Demokraten -dazu, auch heute noch zu leugnen" daß die konservative Kritik wesentlich berechtigt war. Uebrigens sind wir nicht sicher, ob die „F. Z." nicht noch bei ihren eigene» freunden Enttäuschungen in dieser Hinsicht erleben wird Ms „Uot" der Zeit. Marnz, 22 . Mai. In den letzten Jahren vor dem Kriege wurden in Deutschland an heimischem Schaumwein jährlich rund 10 Millionen Flaschen verbraucht. Im Jahre 1914, dem 1 . Kriegsjahre, sank der Verbrauch auf 4,8 Millionen. Im folgenden Jahre verdoppelte sich der Schaumweinkonsum. Im ^ahre 1916 erreichte er eine Höhe von 13 Millionen Flaschen, das bedeutete schon einen Verbrauch, wie er noch niemals vm dem Kriege stattgefunden hat. Und im Jahre 1917 kann man den Konsum an deutschem Schaumwein mit Sicherheit auf mchr als 20 Millionen Flaschen schätzen. Damit hat sich asso der frühere Friedensverbrauch in Jahren eines starken wirtschaftlichen Aufschwunges im vierten Kriegsjahre verdoppelt. Dazu kommt noch, daß derSchaumwetn eine geradezu außerordentliche Preis- steigerung erfahren hat; gegenwärttg dürfte der drei- bis vier- fache Friedenspreis die Regel bilden. Es sind asso ganz gewal- tige Summen, die trotz der „Rot" der Zett für Schaurnwein ge- wissen Leuten zur Verfügung stehen, während die anderen darben. Dom Felde der Ehre. Prm nif hrdi fieiir friö Mch. Roman von Courths- Mahler. ***) Nachdruck verboten. . Zweifle nicht, Fräulein Hellmut, daß ich sehr zufrieden mit Ihnen sein werde," sagte er, seinen Platz wieder einnehmend. „Bitte inchmen Sie Platz, Fräulein Hellmut," sagte die -öarontn, Christa gjnen Sessel anweisend. Diese ließ sich nieder, und auf die Aufforderung der Baronin bediente sie sich. Sie tat es in einer sicheren selbst- verständlichen Weise, als sei sie es nicht anders gewohnt. Herr von Birkenheim ließ sie nicht aus den Augen. Die ungezwungene Anmut der jungen Dame, ihre ganze Art und ihre jugendfrische Schönheit wirkten wie ein Lab-- l&n ^n. Er Zog sie ins Gespräch und lauschte wohlgefällig auf den warmen, klaren Ton ihrer Stimme. Nach Graf Steinaus Befinden erkundigte er sich sehr anae- legen tl ich. Sie sagte ihm, der Herr Graf habe ihr aufgetragen, Herrn von Brrkenheim zu bestellen, daß er im Hochsonnner auf einige Wochen nach Virkenheim komnien werde. Bei dieser Kunde flog ein froher Schein über das Gesicht des allen Herrn. Aber zwischen der Baronin und der Tochter wurde blitzschnell ein wenig erfreuter Blick getauscht. Diesen Blick fing Chnsta Hellmut auf, und er verriet ihr daß die beiden Damen der Ankunft des Grafen Steinau unsympathisch gegenüber standen. Christa beobachtete überhaupt sehr scharf. Angenehm war ]te enttäuscht durch das freundliche Wesen des Haus- 7 er . rn - ® rQ f Steinau hatte gesagt, daß dieser oft nervös und grillig sei und haß sie seine gereizten, verbitterten Stimmungen mit Geduld ertragen müsse. Und nun fand daß er ihr sehr gütig und freundlich entgegenkam. vrerllch, sein Antlitz zeugte von vielen leidvollen Stunden. tl? t . 0ram *> Ker Zug lag um den schmallippigen. herbge- Wo))enen Mund, und die Augen blickten matt und trübe. Echzell. In Anerkennung oft bewiesener hervorragender Tapfeikeit vor dem Feinde, wurde dein bereits ZUM 6 . Male verwundeten Leutnant Heinrich Schmidt. Sohn unseres Bürgermeisters, das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen. Wir gratulieren! Melbach. Dem Musketier Georg Schmrdberger. bei einem Infanterie-Regiment, wurde das Eiserne Kreuz zweiter Klasse verliehen. Wir gratulieren! Ans der Heimat. Friedbcrg. Dem Vorsitzenden des WirtsHastzanS- schusses, Herrn Stadtverordneten Philipp! und dem Kontrollmitglied für Mühlen. Herrn Stadtverordneten Die tz, wurde vor ewiger Zeit das Hessische KriegZchren- Zeichen verliehen. Das war das Antlitz eines Menschen, der viel gelitten hatte und dem die innere Zufriedenheit und Freudigkeit verloren gegangen war. Aber mit Sicherheit empfand sie, daß seine Gute ihr gegenüber echt war, während ihr die ausfallende Liebenswürdigkeit der beiden Damen unecht erschien. Sie hatte das Gefühl, als zeigten diese nicht ihr wahres Gesicht. 8® man den Tee eingenommen hatte, fragte Herr von Brrkenheim ferne junge Sekretärin, ob sie ihm sogleich ein Stündchen vorlesen wolle. Er konnte es nicht erwarten bis er sich ein Urteil über ihre Fähigkeiten bilden konnte. „Sie haben über nüch zu verfügen, Herr von Birken- herm," erwiderte Christa, sich erhebend. „So folgen Sie mir, bitte, in mein Arbeitszimmer " sagte er artig. ' Christa verneigte sich vor den beiden Damen und schritt hinter Herr von Virkenheim zur Türe. Er hatte seine blaue Brrlle aufgesetzt. . An der Türe blieb er stehen und ließ Christa den Vortritt. Sie neigte dankend das Haupt und trat hinaus. Die beiden Damen hatten die kleine Szene an der Tür beobachtet. Karla zuckte spötttsch mit den Schultern. . „Onkel Heinz behandelt dies Fräulein Hellmut mit einer Galanterie, die beinahe lächerlich wirkt. Sie ist doch keine Dame der Gesellschaft." „Du weißt doch, Karla, daß er sogar der Dienerschaft gegenüber sehr rücksichtsvoll ist. Und dieses junge Mädchen hat entschieden etwas Vornehmes rmd Damenhaftes, das folck)e Artigkeiten fordert. Sie muß aus guter Familie fern." o , x Herr von Birkercheiw saß mit dem Rücken gegen das Licht in einem Lehnsessel in seinem Arbeitszimmer. Ihm gegenüber hatte Christa Hellmut Platz genommen. Sie hatte schon gestern nachmittag dem allen Herrn eine Stunde vorgelesen, und er hatte mit einem träum- J&aften Behagen ihrer - Süittme gelauscht. Sie las mit feinem Verständnis und richtiger Betonung. Und ihrer Stimme war keinerlei Müdigkeit anzumerken. Rach einer Stunde hätte er sie unterbrochen trotzdem er ihr gern noch länger zugehört hätte. Er wollte nicht, daß sie sich übermüdete. „Morgen vormittag um zehn Uhr bitte ich um die Fortsetzung Fräulein Hellnrut," hatte er gesagt. Sie hatte sich erhoben. „Und was kann ich inzwischen für Sie tun, Herr von Virkenheim?" hatte sie gefragt. „Sie können noch ein wenig mit mir plaudern. Darm entlasse ich Sie für heute. Sie müssen sich doch erst ein wenig hier einrichten und in Birkenheim umsehen.* Und nach kurzer Zeit hatte er sie entlassen. An der Mendtasel hatte Christa teilgenowmen. Herr von Birkenheim wünschte ihre Gegenwart. Und die Baronin und ihreTochter zeigten sichChrista wieder sehr liebenwürdig wenn sie sich auch im Süllen darüber ärgerten, daß der' Hausherr seine Vorleserin eher wie einen lieben Gast des Hauses, denn als eine Untergebene behandelte. Und nun saß Christa wieder seit zehn Uhr Herrn von Birkenheim gegenüber und las ihm vor aus dem Buche, das sie gestern begonnen, hatte. . Sie trug heute einen dunkelblauen Rock mit einer gleichfarbigen Seidenbluse und sah in diesem einfachen Am zug wieder so vornehm aus, daß man sie unmöglich für eine ' Untergebene hätte halten können. Herr von Birkenheim trug seine blaue Schutzbrille, weil' Christa helles Licht zum Lesen brauchte. Unter dem Schutzs der blauen Gläser ließ er seine Augen unverwandt auf der. jungen Vorleserin ruhen. Ihr Anblick war ihm ein Labsal' für die Augen, wie ihre Sümme für die Ohren. Hatte er t erst nur aus Rücksicht für Karla und ihre Mutter, um diese zu entlasten, Frau von Frankenaus Vorschlag, sich eine Vor^ leserin ^Sekretärin zu engagieren, angenommen, so freuteer' sich jetzt ungemein, darauf eingegangen zu sein.. . '(Forts, flgtH Statt besonderer Anzeige. * Todes-Mnzeige. (5ott dem Allmächtigen hat es gefallen, meine mnigstgeliebte Gattin, unsere treusorgende Muttir, Tochter Schwester, Schwägerin und Tante geb. Laupus heute morgen um 8 Uhr nach langem, schwerem Leiden, nach vollendetem 38. Lebensjahr, durch einen sanften Tod zu erlösen. Gronau, den 25. Mai 1918. ^FVersanMernzwaNs ' M Gemü^oerkehr. ö^timmbar waieri^ ÄkMinzen rmd Gefäßscherben, Mls hvh von zuständiger Seite: Wie im vergangenen Jahre, fo ist auch in diesem für alle Sendungen von Gemüse bei einem Gelvicht von mehr als 10 Kilogramm von einem Ort zum andern ein abgestempelter Bersandschein der hessischen Landes-Gemüse» -stelle erforderlich. Die Versandscheine werden von den örtlichen Vertrauensmännern der Landes-Eemüsestelle, oder soweit solche nicht bestellt sind, von der Landes-Gemüsestelle ausgestellt. Für fjeben Versandschein wird eine Gebühr von 20 Pfg. (bei Sparigeln 50 Pfg.) für je angefangene 100 Kilogramm erhoben. Für die Versendungen von Gemüse auf hessische Wochenmärkte dient ein besonderer gelber Versandschein, den diejenigen Marktverwaltungen bezw. Städte, denen die Ausstellung übertragen worden ist, im Namen der Landes-Eemüsestelle unentgeltlich ausgeben. Der Versandscheinzwang besteht für jede Art der Beförderung, insbesondere sind die Eisenbahnstationen angewiesen worden, keinerlei Gemüsesendungen ohne den erforderlichen Versandschein anzunehmen. Versendungen ohne Dersandschein ziehen Strafen nach sich. Eine möglichst große Ausnutzung der Abteile in den D-Zug- wagen ist von der Eisenbahnverwaltung infolge der geA^vär-- tig starken Benutzung der Schnellzüge angeordnet worden. Die Zugbeamten, Zugführer usw. sind zur Ausnutzung sämtlicher Abteile angewiesen worden. Dienstabteile sind in den D-Zügen snur dann einznrichten, wenn die Wagen keine besonderen Dienst, räume besitzen. Bei Platzmangel sollen die Beamten die Diensträume den Reisenden freigeben. sr. lieber die Funde aus der Nömerzeit, die bei den Ausgrabungen am Salisberge bei Hanau gemacht worden sind, hat Profesior Dr. G. Wolff aus Frankfurt am Main, der bekannte Limesforscher, in der Jahresversammlung des Hanauer Cefchichtsvereins weitere interessante Mitteilungen gemacht. Lange Bersuchgräben führten zur erneuten Festlegung und Begrenzung der römischen Straße Friedberg-Hanau, deren unterste ^'Kieslagen und Seitengräben gut erkennbar waren. Sie hatte hier in Uebereinstimmung mit den Feststellungen vom Jahre (1886 neben dem Gutshofe die abnorme Breite von 12 Meter, Während sie nördlich vom Felsenkeller und in der Wetterau die .normalen Maße (5,60—6 Meter gezeigt hatte. Zu beiden Seiten der Straße fanden sich neben und unter den Spuren römischen Anbaus auch solche aus der jüngeren Steinzeit mit den ^für die Wetterau charakteristischen Tonperlen und Anhängern aus Knochen, sowie Anlagen aus der La Tene-Periode. Von jden letzteren war besonders wichtig ein kleiner Töpferofen 'mit Resten der in ihm gebrannten Gefäße. Von Jnteresie ist die durch den ganzen Befund erwiesene Tatsache, daß die für den -Werkehr über den Main wichtige Stelle seit der jüngeren Stein, zett bis zur Hochwaffergrenze besiedelt war, und der auch hier -wieder entgegentretende Beweis für die öfters ansgesprochene Ansicht, daß von derselben Periode an nicht nur die geologischen Verhältnisse, sondern auch das Landschastsbild — ^gesehen von den großen Veränderungen, die der Mensch an ihm herbetgeführt Hat — von den hentigen Zuständen weit weniger verschieden war, als es häufig angenommen wird. Römische Gegenstände fanden sich wie bei den früheren Grabungen, zerstreut auf dem Straßenkörper und zu beiden Seiten. Sie gehörten, soweit sie der alteren flavisch.traj (mischen, teils der nachhadrianischen Pe> riode an. Die letzteren überwogen in dem Maße, in dem sich die Versuchsgräben den 1880 und 1886 aufgedeckten Villenan- Lagen näherten. Auch neue, bauliche Anlagen und Spuren von solchen wurden aufgedeckt. Gießen, 20. Mai. Daß es auch Kleidungsstücke gibt, bk ihr 50jähriges Dienstjubiläum feinern können, dürfte selten Vorkommen. Ern hiesiger Bürger kaufte sich zu Pfingsten 1868 einen Strohhut, den er seit dieser Zeit in den Sommermonaten ununterbrochen trägt, und der sich heute noch in sehr gutem gebrauchsfähigen Zustande befindet. Mit Stolz spricht der alte Herr von seinem Strohhut, der nun schon 50 Jahre seinem ergrauten Haupte Schutz vor den Sonnenstrahlen spendet. Königstein, 20. Mai. (Geheimschlachtung.) Der Haus- schlächler Anton Bös hier hatte von einem Sanatorium den Auftrag bekommen, Fleisch zu besorgen. Vier Kälber und ein Rind besorgte der Metzger mittels Geheimschlachtung. Hierfür war er vom hiesigen Schöffengericht in ein? Geldstrafe von 1400 Mark genommen worden. Auf seine Berufung hin ermäßigte die Strafkammer in Wiesbaden die Strafe auf die Hälfte. Solche Strafermäßigung dürfte wenig geeignet sein, die Geheimschlachtungen zu unterbinden. FC. Langenschrvalbach, 23. Mai. Am 1 und 2. Juni d. I. findet dahier eine Tagung der Führer der militärischen Jugendvorbildung des Unterlahnkreises, der Kreise Weilburg, Limburg und Untertaunus statt. Generalleutnant Schuch wird diese Veranstaltung leiten. FO. Idstein. 23. Mai. Auf eine 30jährige Tätigkeit als Stadtoberhaupt konnte heute Bürgermeister Wilhelm Leichtfuß zurückblicken. Aus Nhcinhesscn. FO. Alzey. 20. Mai. Während des letzten Winters wurden in Rack bei Nacht wiederholt Einbrüche verübt und Lebensmittel, Kleider und Lederwaren mitgenommen. In einem Neubau, der noch unbewohnt ist, wurden erst kürzlich Kleider, Weißzeug und Bettwäsche, die in der jetzigen Zeit einen Wert von ungefähr 2000 Mark haben, gestohlen. Im benachbarten Dreigemeindewald wurde die Diebsgesellschaft mehrmals gesehen und mit Schlecken erzählten die Kinder von den gefürchteten Räubern. Der Wald wurde abgesucht,' man fand ihre Lagerstätten mit Speiseüberresten, aber man konnte ihrer nicht habhaft werden. Endlich fand Feldschütz Hottenbach einen Zettel, worauf Name und Straße einer Althändlerin in Mainz angegeben war. Die Gendarmerie konnte, wie die „Alz. Ztg." mitteilt, die Einbrecher nun ausfindig machen und sie in Mainz verhaften. Ans Hcffcn.Naffau. FO. Wiesbaden, 23. Mai. Am 17. Mai fand eine Hauptversammlung des hiesigen Vereins zur Bekämpfung der Schwindsuchtsgefahr und zur Förderung des Baues gesunder und billiger Wohnungen im Regierungsbezirk Wiesbaden dahier statt. Nach Erstattung des Rechnungsberichtes über die beiden letzten Vereinsjahre durch den Schatzmeister und Entlastung der Jahresrechnung wurden die Satzungen geändert, um den Hauptzweck des Vereins, der Bekämpfung der Tuberkulose, eine breite Grundlage zu geben. Dagegen erschien es nicht mehr mogncy, oaneoen aucy noch die Forderung des Bau« tzesuubeH' und billiger Wohnungen als eine besondere Aufgabe des Ver- eins beizubehalten. Der nunmehrige Verein zur Bekämpfung der Tuberkulose im Regierungsbezirk Wiesbaden unter dem Vorsitz des jeweiligen Regierungspräsidenten findet ein großer/ Feld der Tätigkeit, da die Tuberkulose infolge des Krieges ziemlich erheblich Angenommen und gerade der Regierungsbezirk Wiesbaden auch schon vorher im Vergleich zu anderen Regi^ rungsbezirken eine verhältnismäßig große Sterblichkeit an dis. ser Krankheit gehabt hat. Fiir den Verein in seiner neuen Ee< statt ist daher eine möglichst große Mitgliederzahl zu wünschen, wenn auch der Wohnungsfürsorge bei der Tuberkulosebekämp- funy weiter die gebührende Aufmerksamkeit zugewendet werde? soll. Kirchliche Nachrichten. Sonntag Trinitatis, 26. Mai 1918. Gottesdienst in der Stadtkirche. Vormittags 9% Uhr: Herr Pfarrer Kleberger. Abends 8A Uhr: Herr Kandidat Vergär. Kollekte für die' Stadtkirche. in der Vurgkirche. Kindergottesdienst. Herr Pfarrer Gottesdienst Vormittags 11 Uhr: Ritter. Nachmittags 2 Uhr: Katechismuslehre für die weibliche Jugend. Herr Pfarrer Ritter. Gottesdienst im Stadtteil Fauerbach. 10 Uhr: Gottesdienst. Anschließend Katechismuslehre für die Mädchen. Sonntag, 26. Mai 1918: Fest der allerheiligsten Dreifaltigkeit. Gottesdienst der Katholischen Gemeinde. Beichtgelegenheit am Sanrstag von 5 Uhr an und Sonntags früh von 6 Uhr. Vil Uhr Frühmesse. 8 Uhr: Hl. Messe. ValO Uhr: Hochamt mit Segen und Predigt. Vor dem Amt: Salzweihe. Nachmittags 2A Uhr: Christenlehre und Andacht mit Segen. Danach Versammlung des Jungfiauen - Vereins in der Kirche. Um 4 Uhr: Versammlung des Jünglingsvereins. Abends 8 Uhr: Mai-Audacht mit Predigt und Segen. Während der Woche um A7 und 7 Uhr hl. Messe. Mittwochs um 7 Uhr hl. Messe in der St. Georgskapelle. Nach dem Hochamt Ausgabe von Büchern aus der Borro- mäus-Bücherei. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Ctto Hirschel. Friedberg: für den Anzeigenteil: N. ©etjner. Friedberg. Truck und Verlag der „Neuen Tageszeitung". A- G.. Friedberg f 6 Die tiestrausrnden Hinterbliebenen: Karl Laupus und Sohn Kasimier Laupus Wwe., Mutter Familie Adolf KafUnier Kalbhenn Familie Johann Philipp Laupus Kasimier Laupus Familie Peter Laupus. Die Beerdigung findet stal<: Montag, den 27. Mai, nachmittags 2 Uhr. Gebrrtran Vieh-Kahne FuiterkilchtWkh! ,p - Drogerie AdolfKchmidt .Krtedberg i. ch.» Kaiserstraße 7. Ü M Sägespähne zum Streuen und Räuchern hat abzugeben Wilhelm Sparenberg, Zimmermeister, Echzell. Für ;ofott evtl. 1. oder 15. Juni i solides fterßiges \ IMcsisiifiüddien gesucht. Frau Ernst Schneider, ' Firma Mack. Friedberg. ü Eine Henne mit 10 schwarzen Miiiorka- Kücken stehen zu verkaufen bei Ott- Hilaer, Weckesheim. Hinisliiirslhe > (Radfahrer) gesucht Apotheke Assenhenn. Geschäftsstelle Frankfurt a. M., Kronprinzenstrasie 41. (Kronprinzenbau.) — Fernruf Körner iirsstunden: Montag, Dienstag, Donnerstag. Freitag, nachmittag; n 2—4 Uhr. — Geschäftsunzeigen in diesem Raum nur fii, »msere Mitglieder; dieselben sind kostenlos, jedoch muß b<\ Auf -ade der Anzeige auf die Mitgliedschaft hiugewiesen melden. Dickwurzpflanzen hat adzugeben, jolange Vorrat reicht. **¥ Emil Zipperlein, Junkernhof. '' Rodhetm v. d. H. WMimr-Kragmhtt Kuhmäher Zmilpäiinlr Grasmiiliri mit Normal- und Mittelschnitt Heuwender Pferderechen kombinierte Schwadenrechen Getreidcm^her Garbenbinder sofort preiswert lieferbar. Wilh. Häuser» landwirtlchnftliche Maschinen» Fried berg, _ Fernsprecher 76. _s Landwirte sorgt für Erünfutter! Besonders in diesem futterarme». Knegsjahre wird jede landwirtschaftliche und jede Kleinvieh haltende Familie Deutschland- Grünfutter, eine gesunde Tiernahrung, doppelt hoch einschätzen. Viel Grünfutter auf einer kleinen Fläche schafft man sich auf 30 Jahre hinaus durch eine Comsrey-Anlage. 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Wegen AchM der SunMäkuft kommen Montag, d. 27. ds Alts., vormittags 10 Uhr, in der Hörnte des Wilhelm Lind il. in Wölfersheim folgende Gegenstände zur Versteigerung: LFahrkühe, 1 vollftd - ;gcr Wagen, mehrere ,i e, 2 Eggen, I Häckselmaschine, Dickwur,mühle, Srcr-keffel, Kuhgefchirre, mehr. Ketten und dergl. mehr. Montag den 27. Mai 1918, abends 7 A / 2 Uhr, sollen die Wege u. Gräben Ä Markwiese in Bauernhetm versteigert ureiden. Dorheim, 24 . Mai 1918. Markivieskn - kklichiischaft I. V.: Fa der. Aufruf! Weisse Vlusen alle Orössen vorrätig Darum gebt. Macht aus sorgenvollen Opfern des Krieges freudige Mitarbeiter an Deutschlands Zukunft! Ehret die Männer die für uns kämpften und litten! Nur wenn alle zusammenstehen, wird das hohe Ziel erreicht. 13 . eutfchland kämpft seinen schwersten Kampf: das Ringen drängt zum Ende. Tausende und Abertausende der Kämpfer in Heer und Flotte kehren zurück, die Glieder verstümmelt, die Gesundheit erschüttert. Ihre Kraft dem deutschen Wirtschaftsleben zurückzugewinnen, ihre Zukunft zu sichern ist Dankespflicht der Heimat. Die Rentenversorgung liegt ausschließlich dem Reiche ob. Soziale Fürsorge muß sie ergänzen. Sie auszuüben sind die im Reichsausschuß der Kriegsbeschädigtenfürsorge zusammengefaßten Organisationen berufen. Das gewaltige soziale Werk auszubauen ist das Ziel der ßi dendorff-Spende! ßSljz d. Rathause gegenüber liefert fortwährend und billigst G. See. Maff-nheim bei Vilbel.. Jkder Dorf raiüafirrn mit meinem erlaubnisfreien Original-Spialfeder- reifen7.75,Hol reifen 6,25, Ia Hanf- Taureifen 11, 75, Elienring 11,—, elastischer Feoer- Holsreifen 13 Mk., alleperS'ck. Kann leder am jede ^el- ge auflegen Umtau ch gestattet, also kein Risiko. Tau ende veliesert. Wiederverkäufer Rabatt. U l m, 4. v. Hindenburg Generalfeldmarschall v. Stein Kriegsminister, General der Artillerie Dr. Graf v. Hertling Reichskanzler Dr. Kaempf Präsident des Reichstages Der Ehrenvorsitzende: Vudendorff Erster Generalquartiermeister, General der Infam-'— HriMsMjlchmnig. Dienstag, den 4. d. Juni soll das Heugras der rameralfiskaliichen Wiesen der Oberförsterei Bad Salzbausen öffentlich versteigert werden. Zusammenkunft für die Versteigerung der Wiesen im Harbwald und der Wlesen in der Gemarkung Borsdorf um 10 Nhr vormittags auf Jorfthaus Glaubzahl, für die Versteigerung der Wiesen in der Gemarkung Bad Salzhaufen, Nidda und Geitz Nidda um 2y 2 Uhr nachmittags am Kurhaus in Bad Salzbausen. Das Gras im Harbwald und in den Gemarkungen Borsdorf und Eeitz- Nwoa wird nicht vorgezeigt. Mittwoch, den 5. Juni d. Js. wird das Heu- gras von den Wiesen der Badevcrwaltung in der Genial kung Bad Salzhausen an Ort und Stelle öffent- lrch versteuert. Zusammenkunft um 97 2 Uhr vormittags am Uurhaus zu Bad Salzhaufen. Nähere Auskunft erteilen Förster N u m r i ch in Glaub- ?ahl, Förster Gennebach in Bad Salzhausen, Forstwar ftelloerteter Trotz in Geitz-Nidda und Gärtner Becker in Bad-Salzhausen. Bad Salzhausen, den 25. Mai 1918 Erotzh. Oberförsterei und Bade Direktion Bad Salzhausen. Dieser Nuf von Deutschlands führenden Männern findet begeisterten Wiederhol! in allen deutschen Landen. Unser Vaterland ist durch die lavieren Helden, die draußen Glieder und Gesundheit geop ert haben, vor den Schrecken des Krieges geschützt worden. Jetzt gilt es. unseren Dank auch durch die Tat zu zeigen. Bewohner Friedbergs! Kelft in altbewährter OpferwiUigkcit den Kriegsbeschädigten; Stattet diese Dankesschuld durch reiche Zeichnuugeu in die Sammellisten ab. die demnächst in Umlauf gesetzt werden. Ter Ortsansfchns;: I. Füller W. Georgi E. Kühn Th. Mörschel I. Stern Grasmäher, 1- u. 2-fpänn. 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