Dumme« 119 11. Jahrgang. trcifoärse« Ü4. Mai1S I8 f- n t Die Vtne T«tt-»!-it„ng-> erlcheint jeden Werttag. Regelmähtg« Beilogen ..Der Sauer aus Hessen". „Di. Kptuussube«. KeMgspr.is! Bei den Po>tan»alten mer,-I,ahr„ch 3Jtt. 2.40 ritt noch das Bestellgeld! bei den Anenten monaittch 8S Pjg. einjchliehlich Träg-rl-dn. Ameigen: lbrunLMe 2b Pjg. totale 20Pj^ Ani-ig-n von auswärts weroen durch Poltnachnahm» erhoben. Eriiillnnasort Urtedberg. Schritt,eituna nnt. Verlag Friedberg lhessen,. yanau-rjttah« 12. F-rnivrecher 48. iv-jtjch-L.L»n.° -Jlt. 4859, Amt ö-antiart a. M. Kklhune tu Flammen. — Gin feindliches Munitionslager bei Abbeville vernichtet. Komben auf Paris. — 22000 Tonnen versenkt. m -_:__3fTir r ' . .. .— Der deutsche Generaikab ' --—- 7 — ^ meldet: m, T. K. Trotzes HarrpIqnarUer» de» 23. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Im Kemmel-Kebiet hielt gesteigerte Feuertätigkeit an. An den übrigen Kampffronten lebte die Gefechtstätigkett erst am Abend in einzelnen Abschnitten auf. Während der Nach! lebhafte Tätigkeit der Franzosen auf dem Westufer der Avre. Mehrfach wurden Vorstöße des Feindes abgnviesen und bei eigenen Erkundungen Gefangene eingebracht. m Auf dem Kampffelde an der Lys wurden gestern unter anderen drei amerikanische Flugzeuge abgefchoffen. Die in letzter Zeit sich mehrenden feindlichen Fliegerangriffe gegen belgisches Gebiet haben der Zivilbevölkerung schwere Schäden und Verluste zugesügt. Militärischer Schaden entstand nicht. Durch erfolgreichen Bombenabwurf wurden große Munitionslager des Feindes nordwestlich von Abbeville vernichtet. Paris wurde mit Bomben beworfen. Der Erste Generalquartlermeiftrr: Ludendorfs. Abendberlcht. Berlin, 23. Mai. abends. (WTB. Amtlich.)' Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. • . . ■■■■ " ■ ■ ■ « Der österreichische Generalstab j meldet: =======« Wien, 23. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlaulbart: An der italienischen Front führte die auf beiden Seiten betriebene Ertundttngstätigkcit auch gestern an mehreren Stellen zu Gefechten Der Chef des Generalstabes. j Das türkische Hauptquartier '== — meldet: » Konstantinopel. 22. Mai. (WTB.) Paläftinafront. Zwischen der Küste und dem Jordan drückten unsere Aufklärungsabteilungen und Patrouillen an verschiedenen Stellen feindliche Postierungen zurück und drangen teilweise in die feindlichen Stellungen ein, über d:e Drahthindernisse hinweg und machten wichtige Feststellungen. Auf dem Ost-Iordanufer unterbanden wir erfolgreich feindliche Aufklärungstätigkeit. Während das Artilleriefeuer nur stellenweise sich steigerte, blieb die Flieger- tältgkeit tagsüber sehr rege. Feindliche große Truppenlager im Räume Jordan westlich Jericho — Wadi Ausche wurden von unseren Fliegern mit gutem Erfolge angegriffen. Bei Dschadun Ane.p: und Mezrae (Ostufer des Toten Meeres) wurden die Rebellen erneut vertrieben und die Rebellenlager bei Kafr el As- rak wirkungsvoll mU >n belegt. Auf den übrigen F:. ! . reignete sich nichts von besonderer Bedeutung. 22000 Tonnen versenkt. Berlin. 22. Mai. (WTB. Amtlich.) Im Mittelmeer versenkten unsere U Soote die italienische Dreimastbark „Angelina di Paola" (228 Bruttoregistertonnen), den französischen bewaffnten Dampfer „Verdun" (2768 Bruttoregistertonnen) und vier weitere Dampfer, darunter einen von mindestens 8000 Bruttoregistertonnen, zusammen über 22 000 Bruttoregistertonnen. Der Chef des Admiralstabs der Marine. Am dritten Jahrestage des Eintritts Italiens in den Krieg tieten diese U-Booterfolge einen willkommenen Anlaß zur Ueberlegung, wie weit Italien seine treubrüchige Politik nutzte. Italien rechnete damals auf England und hoffte wenigstens zur See fernen Vorteil wahrnehmen zu können. Doch auch abgesehen von den entscheidenden Niederlagen zu Lande am Isonzo wies sich die italienische Politik als unheilbarer Mißgriff aus. Heute tft das rohstoffarme Königreich auf Gnade und Ungnade der britischen Schiffsraum not und de» Angriffen deutscher U-Boote prelsgegeben. Noch mehr! Ein englischer Politiker bezeichnete jüngst Italien als „Bleiklotz" am Fuße Englands, der nichts leistet und nur Lebensmittel. Kohlen und Tonnage verzehrt und den die Entente auf ehrbare Weife nicht ungern fallen lasten würde, wenn nur die Mittelmächte sich seiner erbarmten, wie sie sich Rußlands annahmen! 55 v. H. der italienischen Handelsflotte wurden laut der Aussage des Finanzministers Nitti im Verlaufe des Krieges versenkt. Diese See-Erfolge im Mittelmeer verminderten die Kohlenzufuhr nach Italien von monatlich 960 000 Tonnen aus 524 000 Tonnen. Alle Nachrichten stimmen überein, daß die Munitionsindustrie und der Eisenbahnverkehr notgedrungen zeitweise stillgelegl werden mußten. Mit der Lebensmittelversorgung steht es ebenso schlimm! Jede Versenkung auch nur eines italienischen Dampfers bleutet für Italien einen Stich ins Herz, wie „La Preparation" sich ausdrückt. Das Deutsche Reich gönnt den Bleiklotz seinem Feind. 'IT--/ Das Kampfziel im Westen. Laut dem „Berliner Tageblatt" meldet der Berliner Mitarbeiter der Kopenhegener „Politiken" feinem Blatt nach Mitteilungen, die ihm aus Kreisen des Großen Generalstabs gemacht wurden, dag die jetzige längs Kampfpause ein Glied im Plan der Obersten Heeresleitung fei. Als Ziel der großen Kämpfe fei ihm amtlich die Zermalmung der feindlichen Heeresmacht bezeichnet worden. Ein großer Schritt auf diesem Wege sei bereits getan und die Initiative der gesamten Operationen in diesem Jahre sei dem General Foch aus den Händen genommen. General Foch fei gezwungen worden, sei ganzes „Bewegungsheer". mit dem man so große Hoffnungen verband, zur Verteidigung einzusetzen. Weiler heißt es: Wenn der Krieg in Frankreich wirklich zu Ende geführt werden sollte, wird Deutschland seine Kräfte, die. in ungeheurem Maßstab frei werden, in denU-Boot-Werften verwenden können. Dank der steigenden Erzeugung wird sich die Not auf dem Lebensmittelmarkte dauernd bessern und Deutschland imstande sein, einen jahrelangen Seekrieg auszuhalten. Ueberdies ist es nicht ausgeschlossen, daß es für die Fronten im Orient von bedeutender Wirkung fein wird, nenn die Kräfte der Mittelmächte im Westen frei werden. In Palästina und am Cuezkanal ist England ebenso verwundbar wie zur See. Keltzmie in Flammen. Bern, 23. Mai. (WB.) Nach Depeschen von der englischen Front an Pariser Blätter steht Bethune infolge der Beschießung durch deutsche Brandgranaten in Flanunen. Der Luftangriff ans Paris. Bern, 23. Mai. (WB.) „Progrtzs de Lyon" meldet aus Paris: Bei dem vorgestrigen Luftangriff wurde über einem Pariser Vorort eine große Anzahl Bomben abgeworfen, die einen Brand verursachten. Die Luftabwehr der Hauptstadt wurde neuerdings verschärft. Das Sperrfeuer war so heftig, daß die Häuser in einigen Stadtvierteln erzitterten. Basel, 23. Mai. Havas berichtet aus Paris: In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch unternahm wieder eine gewisse Anzahl Flugzeuge einen Naid auf Paris. Sie warfen Bomben in der Umgebung von Paris, wobei es zwei Tote und einige Verwundete gab. Zum Fliegerangriff auf London. Haag, 23. Mai. Reuter meldet aus London offiziell: Die Untersuchungen haben ergeben, daß der Luftangriff vom Samstag in allen Distrikten zusammen 40 Tote und 129 Verwundete gekostet hat. --- ■ n jk.. Italienische Fliegerangriffe. Wien, 22. Mai. (WB.) Aus dem Kriegspressequartier wird gemeldet: Feindliche Fliegerangriffe, die am 20. Mai gegen den Kriegshafen von Cattaro, gegen Durazzo und die Insel Lagosta unternommen wurden, haben keinen Sach- scliaden verursacht. Im Kriegshafen von Cattaro wurden vier Personen getötet, neun verletzt. Bei einen: feindlichen Luftangriff auf Parenzo wurde weder Personen- noch Sachschaden verursacht. *■ Heldenffieger. Kopenhagen, 21. Mai. (WB.) Die „Nationallidende* meldet aus Malmö: Mit einem holländischen Dampfer kamen am Samstag in Göteborg zwei deutsche Flieger an, die wegen Benzinmangels auf der Nordsee hatten niedergehen müssen und, nachdem sie vier Tage und drei Nächte auf See zugebracht hatten, von dem Dampfer ausgenommen worden waren. Ein schwedischer Fischdampfer rettete an der Doggerbank zwei andere deutsche Flieger und brachte sie nach Marstrand ein. Die Flieger, die ebenfalls infolge Benzinmangels zum Niedergehen auf dem Meere gezwungen worden waren, hatten sechs Tage, teilweise ohne Lebensmittel und Wasser, auf dem Meere zubringen rnüisen. Das Jnviliinm des Trenvrn Lugano, 22. Mai. Die Regierung sowie die interessenten bieten das äußerste auf, um für den 24 den Tag des Eintritts in den Krieg, eine große natu Kundgebung zu veranstalten und die Bevölkerung auf rütteln. Offenbar auf Drängen der italienischen Regier:- wird an der Feier auch der italienische Thronfolger t nehmen, der am 23. Mai in Rom eintrifft, ferner 7 ordnungen aller Ententestaaten, darunter für Frankreick Kolonialminister Simon. * Es hat wenig Reiz, schreibt die „Nordd. Allg. Z' heute die Geschichte jener Maitage wieder aufzublätt durch die das italienische Volk durch eine verblendete, c geizige, zum Teil auch durch das Gold der Gegner v derbte Clique von Männern in den Krieg geführt wurde. Dagegen kann es uns mit Genugtuung erfüllen, heute aut die Entwicklung des Kampfes zurückznblicken, in den Italien gegangen war. Erst wenn man die weitgesteckten Ziele mit dem vergleicht, was Italien in Wirklickffeit erreicht hat, erkennt man den ganzen Umfang seines Mißerfolges. Noch scheint Italien nicht am Ende feiner Verblendung an- gelangt zu sein. Es ist schwer festzustellen, ob das italienische Volk in feiner Mehrheit schon heute in der Lage ist, die Bedeutungen der Besprechungen zu erkennen, welche kürzlich im deutschen Hauptquartier zwischen den ehemals mit Italien verbündeten Herrschern und den Negierungen der Mittelmächte gepflogen wurden. Der festere Zusammenschluß des alten historischen Bündnisses, zu dem Italien einst unter Crispis glücklicher Leitung als dritter beigetreten war, bezeichnet den Wandel der Zeiten den Italien selbst durch seinen Treubruch eingeleitet hat. Im „Berl. Lokalanzeiger" heißt es: Am heutigen Tage der Kriegserklärung Italiens an Oesterreich wird das durch den Krieg verarmende und verblutende italienische L"nd mehr als je vor einem neuen Schlag der Lsterreick/isck- ungarischen Heeresleitung zittern. Sie kann, durch keine Aufgaben im Osten mehr gebunden, ihre ganze Aufmerk« samkeit jetzt dem italienischen Gegner zuwenden. Die „Post" sagt: Italien ist heute mehr denn je von der Erfüllung seiner Wünsche entfernt und hat an Gut und Blut Opfer über Opfer bringen müssen. Die Entscheidungsstunde hat noch nicht geschlagen, aber sie kommt auch für Italien und dann wird sein Trenbruch ihm nicht vergesse: werden. Die irische Verschwörung. Rotterdam, 22. Mai. (WB.) Wie. „Nienwe Rotter- dänische Courant" aus London erfährt, fährt die liberale Presse fort, die Negierung zurr sofortigen Veröffentlichung der Beweisstücke zu drängen, auf Grund deren die Sinn- feiner verhaftet worden sind Der Korrespondent der „Times" in Dublin meldet, daß die Verzögerung der Veröffentlichung einen ungeheuren Einfluß auf die ösfentliche. Meinung in Irland haben werde. ■ -> :>* * cv Anßöjiing der Mliliirvttnialliing in Pumänini. Bukarest, 22. Mai. Nach dem Abschluß der Friedens« Verträge sind Veränderungen in dem Aufbau der in Rumänien befindlichen militärischen Stelle:: notwendig geworden. Die bisherige MilitärveNvaltung wird aufgelöst. Die noch verbleibenden Dienststellen werden unter dem Oberbefehl des Genemlseldmarickalls v. Mackensen, ver*. tcmlgi Der VMZerrge MuttSrgvuverneur General lüzl&p ifonterie Tülff von Tschepe und Weidenbach, der seit mehr als fünf Vierteljahren an der Spitze der Militärverwaltung stand, ist nach Erfüllung seiner Aufgabe vom Kaiser unter huldvollster Anerkennung seiner geleisteten Dienste und unter Verleihung einer hohen Ordensauszeichnung von seinem Amte enthoben worden und hat heute BErrest verlassen. Unssttche ^emobitiskrrrmg. Wien» 23. Mai. Der Polnische Preß-Agentur zufolge veröffentlicht das Organ der russischen Sowjetregierung „Iswestia" in einer onderSausgabe folgende Erklärung des russischen Oberkommandierenden: Dem Wunsch der Sowjets in der Ukraine und in der Don-Republik zufolge habe ich zwei Monate hindurch die Kriegsoperalionen gegen die deutsch-ukrainische Invasion geleitet. Nunmehr haben sich unsere Truppen hinter die im 3. Universal festgesetzte Grenze der Ukraine zurückgezogen und wurden im Einklang mit den Bestimmungen des Brester Friedens. Vertrages von der ruffischen Sowjetregierung entwaffnet. Ich erkläre nunmehr» daß die Kricgsoperationen beendet sind utrd daß ich meine Stelle als Generalissimus der Truppen der Südrepubliken niedergelegt habe. Dieser Erklärung fügen Lenin und Trotzki folgende Weisung an die russischen Grenzbanden bei: Die noch nicht entwaffneten Abteilungen der aufgelösten Armee find sofort beim Ueberschrei. ten des Gebiets der russischen Sowjetrepublik aufzulösen. Die deutschen und ukrainischen Abteilungen find von der Auflösung zu benachrichtigen»' außerdem soll ihnen der Vorschlag der Einstellung der Kriegsoperationen und der Absteckung einer Demarkationslinie gemacht werden. Basel, 23. Mai. Aus Petersburg vom 22. Mai meldet Ha- vas: Eine amtliche Mitteilung kündigt an. daß die anarchistische Bewegung in Moskau nach einem hartnäckigen Widerstand vollständig gebrochen. 80 anarchistische Vereine wurden aufgelöst und mehr als 500 Anarchisten verhaftet. 5000 Schützen haben der in italienischen Händen befindlichen gefunden deutsche« Kriegsgefangenen befreit werden. Cs sollen namentlich die über 45 Jahre alten Kriegsgefangenen und diejenigen Kriegsgefahr, neu, die im Alter zwischen 40 und 45 Jahren stehen und Vater ron drei oder mehr Kindern find, sowie ein« Anzahl deutscher Kriegsgefangener, die sich über zwölf SDnate in Kriegsgefarr- genschaft befinden. Kopf um Kopf ausgetauscht werden. Außerdem find für die Behandlung der beiderseitigen Kriegsgefangenen Richtlinien festgelegt worden, die im allgemeinen den mit Frankreich im Dezember v. I. vereinbarten und in einem Abkommen vom 15. März 1918 niedergel-egten Bestimmungen entsprechen. Die Bestimmungen des deutsch-italienischen Abkommens kommen auch denjenigen in italienischer Gewalt befindlichen Kriegsgefangenen zu gute, die von den serbischen Truppen an Italien übergeben worden sind. Aus den Bestim. mungen, die zum Schutz der beiderseitigen internierten und verschickten Zivilpersonen vereinbart worden find, ist hervorzu- heben, daß die in italienischen Kolonien befindlichen deutschen Zivilpersonen auf ihren Wunsch nach Italien überführt werden. Besonderer Dank gebührt der schweizerischen Regierung, unter deren verständnisvoller Leitung die Verhandlungen vor sich gegangen sind. In gleicher Weise ist der Verdienste des Papstes zu gedenken, der in Fortsetzung seiner unermüdlichen Bestrebungen um die Linderung des Loses der Gefangenen in hochherziger Initiative sein Interesse an dem Zustandekommen der deutsch-italienischen Verhandlungen bekundet und damit von neuem ein Werk edler Menschlichkeit gefördert hat. < Finnland. 4 < Rücktritt bt& Generals Marmerheivk. v Stockholm, 23. Mar. Nach einer Meldung des «Sbenska Dagblad" aus Helsingfors hat General Mannerheim sein Rückt rrttsgesuch eingereicht. Di^er Schritt des finnischen Oberbefehlshabers, dem wohl nicht ausschlietzlich formale Ursachen zu Grunde liegen, deutet auf eine Verschärfung gewiffer gelegenttich schon wah^ rend des Feldzuges zwischen der durch den Landadel gestützten Mlitärpartei und dem Senat auf politischem Ge- vict heworgetretenen Meinungsverschiedenheiten. Bekanntlich vertritt der Senat innerpolittsch nachdrücklich eine dsno- kratische RiMung, außenpolitisch den Gedanken eines engen Anschlusses an Deutschland. Wie fcerlmrfet, sollen sich die schwedischen Offiziere im Stabe Mannerheims dem Vorgehen ihres Chefs angeschloffen haben. Es ist anzunehmen, daß es der Autorität Swmhufvuds gelingen wird, den Konflikt beizulegen obwohl dem bisherigen Oberbefehlshaber auch wegen seiner unklaren Haltung in der karelischen Frage entschiedene Gegner erwachsen sind. In der Mandschurei. Rotterdam, 23. Mai, Me vom lg. Mai aus New York ge- tnelM wird, halten unteipichtctc Kreise eine unmittelbar bevor, si-hende Unternehmr'ng in der Mandschurei fiir sehr Wahlschein, ttch. Diese Unternehmung werde die Entsendung von Truppen «n di- mandschurische und mongolische Grenze notwendig machen. Im Washingtoner Staatsamt- wird gesagt, dos Einverständnis zwischen Japan und China sei nur für die Zeit des gegenwärtigen Krieges gedacht und stell« lediglich eine Schutzmaßnahme dar. Das Ami glaubt nicht, daß dieses Ueberetnkommen d-e Bereinigten Staaten unmittelbare berühr«. Infolgedessen älcht es keine Beränderung der amerikanischen Politik nach stch Die tschechischen Umtriebe. Wien, 23. Mcü. Dis Demonstrationen in Prag dauern immer noch, wenn auch in beschränktem Umfange an. Daher ist von der Polizei verfügt worden, daß die Haustüren schon um 8 Uhr abends, und alle öffentlichen Lokale mindestens um 9 Uhr zu schließen sind. Im Kaisergarten wurde ein Brandstiffungsversuch unternommen. Bei den Vorgängen der letzten Tage sind bisher 35 Personen wegen Auslaufs und Gewalttätigkeit verhaftet worden Während der Psingstfeiertoge haben in den Straßen Prags Geldsammlungen für tscheästsche nationale Zwecke jtattgefunden, die ein Ergebnis von 50 000 Kronen hatten. t /? erf>l ^ en Konten werden für den geplanten Bau tschechischer Nattonaltheater in Brünn und Wien namüafte Bettäge stiften. Südslawische Kundgebungen. Wien, 23. Mai. Aus Graz wird gemeldet: In Süb- sterermark und Krain haben während der Pfingstfeiertage große politische Maffenkundgebungen für die Errichtung des südslawischen Staates im Sinne der staatsrechtlichen Erklärung der südslawischen Abgeordneten stattgefuaden. Zum ersten Male nahmen an diesen Vchkstagen die slawischen Sozialisten teil. Vc«rs.^DreseW Zwecke m erster Linie dienen von der Seit» «*»er Setnfcf gesehen jene inoffizielle Besprechungen. deren m Beginn des Krieges nach vielen Dutzenden zähle» ^rfte. Jedes der vielen Angebote der Mittelmächte. jebTtxm ®, nen vermckaßte Unterhaltung war unseren Feinden ein Ge- imr. em^lei, ob es Pazafisten, Sozialdemokraten. Finanzleul» oder was immer waren, oder ob leitende oder leidende Staat« manner m öffentliche» Reden die „Friedenshand« ausstreckte» und sehnsüchtig mit ihr winkten. Wir hoffen, daß diese Periode nunmehr zu Ende sei und dieses Gefühl scheint zurzeit ja auch Herr von Kllhlmann durch seine neuliche Erklärung zum Ausdruck bringen zu wollen I« übrigen ist das Exempel einfach: der Feind denkt weniger den, je an „Verständigung" und ähnliches, er will vernichten und zermürben, aber er hört gerne von Zeit zu Zeit aus freiwilligen A"a«bot«n unS Besprechungen offizieller und inoffizieller Vertreter der Mittelmächte, wie die Stimmung ist und wie oder wo stch der Hebel ansetzten ließe, „m zermürbend auf die Stimmung zu wirken. Uns ist dieses nichts neues, ab» wir sind dem General Smuts dankbar, daß er seinerfeits und im Namen von Lloyd Georg« ufw. diesen Grundgedanken so klar hervorgehoben hat. Daralong-Wovoj. Holland und Amerika. Haag. 23. Mai. Reuter meldet aus London: Der Korrespondent der „Affociated Preß" in Washington telegraphiert, die Re- glerung benachrichtige die Niederlande, daß ihrem Gesuch, es möge den drei Schiffen, die jetzt in amerikanischen Häfen liegen, zugestanden werden. Getreide nach den Niederlanden zu bringen. wie es Wilson versprochen hatte, nicht stattgegeben werden kann. Um eine weitere Verzögerung im Getreidetransport zu verhindern, werden niederländische Schiffe nach Amerika gesandt werden muffen. Der Befehl der Niederlande, der die Ausfahrt von niederländischen Schiffen aus feinen Häfen verbot, wird von den offiziellen Personen nicht begriffen, wenn man auch an- nimmt. daß die Haltung Deutschlands daran Schuld ist. General Smuts Graf Durian über die tage. «„.■5""' h 2 ' t ® mf Durian ärißerte sich zu emem Benchier,tatter in Sofia: Die Entente ist durch den Krinq furchtbar geschwächt uni, zersetzt. Während ihr der Kitt fehlt der alles zusammenhält, wird unser Bündnis ein immer innigeres, vertrauensvolleres nnd geklärtercs. Naturgemäß gibt es Fragen, die erst nach Beeridlgimg des Weltkrieges endgültig entschieden werden können. Das Kondominium inder Dobrudscha ist nur eine vorläichige Lösung und wird sicher zu Gunsten Bulgarien? geändert lverden, Bulgarien muß auf sich und seine inachwollen Bundesgensffen die ZentralEste vertrauen. .Heute heißt es fes! zusamiuen- und durchhalten, bis unsere auf allen Linien geschlagenen i^inde vollständig niedergermigen sind und sie die Nutzlosigkeit des weiteren von ihnen verschuldeten Blutver- I nte^er ringer werdende Zahl von Versenkungen entgegensteht. Lassen wir sie in ihrem Mten Glauben. Viel ernster sieht sich das andere an, was man aus der Dafftellung entnehmen kann. Es liegt hier ein «nverhülltes und offenes Eingeständ. nis vor, daß die „Baralong"-Stücke keine vereinzelte Fälle sind, sondern als ganz selbstverständlich betrachtet werden. Die Be^ schreibung sagt es ganz klar: Das U-Boot war nicht im Angriff, es wurde in offenbar Havariertem Zustande überrascht, manöoe-' rnrunfähig lag es da. Es wäre doch leicht möglich gewesen, es zu kapern, die Mannschaft gefangen zu nehmen; wenn man nicht getraut und schon ein Torpedo in den Flanken gefühlt hätte, so wäre auf weite Entfernurrg durch einige Schüsse Er- gcbung zu erzwingen gewesen. Aber nein, man macht kurzen Prozeß und bohrt den wehrlosen Gegner mit Mann und Maus in den Grund. Die Tat ist schlimm und würdig John Baralongs. SchUm. mcr aber ist die Tatsache, daß eine verbreitete Zeitschrift es wagen darf, so etwas in Wort und Bild seinem Publikum vor- zusetzeir. Wenn sich das Volk solche Kost bieten läßt, so weiß man. was man von diesem Volk halten daff. Welcher Tiefftand der öffentlichen Moral liegt da zugrunde, zum mindesten welche Verdrehung aller sittlichen Begriffe! Immer noch muß man so oft die Anschauung bekämpfen, als sei der Krieg und die ganze Gehässigkeit, die er hervorgebracht hat, das Machwerk wenige. Interessierter, immer noch gibt es genug Leute, die nicht ein- sehen wollen, daß Volk wider Volk steht. Die armen Engländer und Franzosen usw. sollen unschuldig sein an dem Elend, das ihre — und unsere — Führer über die Well gebracht' hoben. Das Volk ist mit verantwortlich, und in welchem Maße, das zeigt die Tatsache am besten, daß man ihm solche Kost auk -r- ten darf. Das stimmt auch wieder aufs beste zusammen tm, der neuerdings wieder festgestellten fabrikmäßigen Herstellung von Explo,lvgefchossen. Wehe uns, wenn wir uns von einem solchen Volk, das kein Erbarmen kennt in seinen Raubtterinsttntten. den Frieden diktieren lassen müßten, wche uns, wenn es uns nicht endgültig gelänge, die Gefahr eines Einmarsches dieser wahren Hunnen zu bannen! Man kann aus dieser englischen Zeitschrift auch sonst noch interessairte Dinge erfahren. Dafür nur noch ein Beispiel aus derselben Aprilwoche, das zeigt, wie krampfhaft der Engländer sich nach neuer Hilfe in seiner Rot umschaut. Unter der Ueber- schrift: Die Wehrmacht Indiens, weshalb benutzen wir nicht seine 71 Millionen Mann in wchrfähigem Atter?" wird dar- gelegt. warum man in derselben Zeit, in der man aus den ..eigenen kleinen Inseln" die ganze Wehrmacht herausziehe, tm- tz» taMftm ftollmd*«* zu vergessen, welche fich auf 7t MiMmmt Männer belauf« fottr Da könnte uns der Mut freilich finken und das Pulver möchte uns doch ausgehen, bis wir auch mit denen fertig geworden wären. Aber es ist anzunehmen, daß die englische Regierung wohl weiß, weshalb fie auf dis 71 Millionen lieber verzichtet. Gin Jahr in der Wüste. Der aus französischer ,Cefa Eigenschaft zurückgekeHtt« Mehr- mann Z. berichtet: ..Von Tunis wurden wir mit der Bahn nach Kaironan gebracht und von dort marschierten wir weiter fünf Tage lang, in die kahle Wüste hinein. Der Marsch war sehr anstrengend, bald waren viele von uns erkrankt. Wir hatten aber keine ärztliche Hilfe, und erst als viele von uns gestorben waren, wurde uns ein Arzt von Tunis geschickt. Wir muhten Wegebauten ausführen, in furchtbarster Sonnenglut ohne jeden Schutz, während unsere Wächter im Schatten lagen. Viele von uns starben an Unterleibstyphus, fast alle erkrankten an Tropen- fieber. Aber auch die Fieberkranken muhten arbeiten, und wer das nicht wollte, dem wurde das Essen entzogen und er muhte in stärkster Mittagssonne Dauerlaus üben. Wir erhielten täglich nur einen halben Liter Wasser nach ausdrücklichem Befehl des französischen Kriegsministeriums, der auch sehr streng durch- Aführt wurde. Die Verpflegung war sehr schlecht. Wir bekamen oft von weither gebrachtes Fleisch, das völlig ungenießbar war, und für das wir dann keinen Ersatz bekamen, Die an uns gerichteten Pakete waren meist ausgeplünderl. Ich war während des Jahres in der Wüste häufig erkrankt und endlich so elend und abgemagert, dah die französischen Aerzte mich zum Austausch vorschlugen." Diese Schmach soll Frankreich nicht vergessen werden! lieber die Verluste des dentjchkll Adels im Wikriege gibt das „Deutsche Adelsblatt" eine Zusanrmenstellung. Die Ehrentafeln der gräflichen Hörrser enthält die Namen von 270 j gefallenen Mitgliedern, der freih-;rrlichen Häuser 633, der ur- : adeligen Häuser 843, der briefadeligen Häuser 836. Die schwer- • sten Verluste haben die Gesamthäuser v. Wedel und v. Arnim «litten. Die Ehrentafeln verzeichnen 22 Wedel und 21 Arnim. Dag -enllch-lchmhmiche WiillchaflgMoMtu. Die .tägliche Rundschau" schreibt: Die Schweizer Unterhändler haben gestern morgen um 11 Uhr das Wirt* schaftsabkommen mit Deutschland unterzeichnet. Der Abschluß der deutschen Verhandlungen, wie er nun vom Bundesrat bekannt gemacht worden ist, bedeutet einen erfreulichen Erfolg der schweizer und deutschen Beteiligten. Die französische Regierung hat nach dem verfehlten Vorstoß einen guten Rückzug gewählt, indem sie der Schweiz das Eingehen auf den deutschen Vertrag ermöglichte. Sie verspricht. die schweizer Industrie, soweit sie für die Entente arbeitet, mit genügender Kohle zu versehen, während Deutschland gleichzeitig eine Kontrolle schweizerischen Charakters über die Verwendung seiner Kohlen ausstellt. Damit ist die Schweiz aus der sehr mißlichen und ernsthaften Lage erlöst und das Verhältnis zum Deutschen Reiche hat — trotz der gesteigerten Kohlenpreise — nicht zuletzt dadurch gewonnen, daß von der Ententeseite eine Art demonstrativer Arbeit geleistet wurde, welche zu der tatsächlichen Notlage der Schweiz in grellem Widerspruch stand. Ans der Mitteilung des Vundesrats von gestern ist deutlich die Befriedigung über diesen Ausgang und der Dank für dre Bereitwilligkeit, welche auf Deutscher Seite herrschte, zu lesen. Welche Ailsßchien Hai -er pitffrgfpüki! in der Minist Während des Weltkrieges hat sich der Anbau der Wintergerste sehr ausgedehnt, vorwiegend weil mit ihrer Hilfe beträchtliche Mengen eines hochverdaulichen, gehaltreichen Kraftfutters gewonnen werden konnten. Die Gerste ist nicht nur ein wertvolles Pferdefutter, das einen beträchtlichen Teil des Hafers ersetzen kann, geschrotet bildet sie auch ein gutes Futter für Arbeitsochsen. -Daß sie ein sehr willkommenes Mastfutter für Schweine ist, braucht kauiu besonders lhervorgehoben zu werden, sie ist meist eiweißreicher wie Sommergerste, namentlich, wenn sie gut gedüngt ist. Der Krieg hat mit aller Deutlichkeit gezeigt, daß die deutsche Landwirtschaft sich in der Beschaffung gehaltreichen Futters unabhängiger vom Auslände machen »nutz, als es vordem der Fall lvar. Jahre werden vergehen, ehe aus den überseeischen Ländern (Kolonien) Futtermittel hercin- kiHUmen uufo so müssen große Mengen gehaltreicher Futter- Kuttel im Lande erzeugt werden. Ein entsprechend ausgedehnter WintergAstenanbau tzhafst solches Futter, mit dessen Hilfe auch die Ausnutzung weniger gehaltreick>er Futterstoffe sicher gestellt wird. Man gewinnt ein gesundes, bekömmliches Futter, dessen Zusammensetzung und Wirkung bekannt ist und kann auf den Zukauf teurer und in ihrer Zusammensetzung schwankender Futtennittel, namentlich von Mischfuttermitteln verzichten. Beim. Wiederaufbau der Tierzucht, wenn es sich darum handelt, das Heranwachsende Jungvieh sachgemäß auf die späterhin von ihm zu fordernden Letsiungen vorzubereiten, Wird der Wintergerstenbau immer eine große Bedeutung haben. Er macht die ViebwirtsHlft unabhängiger und Wbständitz^, sickert itzr Gedeihen untz damit ihre Rente. Einen Riesen-Schieberprozeß beendete in zweitättger Verhandlung die Strafkammer Bochum. Die Anklage richtete sich anfangs gegen nicht weniger als 32 Personen, denen Einbruchsdiebstahl, Betrug, Urkundenfälschung, Preiswucher, Höchstpreisüberschreitung und Kriegsvergehen zur Last gelegt waren. Aus den Räumen des Kriegsausschusses wurden durch Einbruch nicht weniger als 2500 Bogen Reisebrottnarken gestohlen. Außerdem wurde durch die Beweisaufnahme festgestellt, daß dem offiziellen Handel durch die Machenschaften der Schieber und ihrer Helfershelfer nicht weniger als 45 000 Zuckermarken entzogen worden sind, was einer Zuckermenge von 150 bis 200 Doppelzentnern entspricht. Die Zuckermarken bzw. die auf diese unrechtmäßig entnommenen Zuckermengen wurden zu Wucherpreisen im Schleichhandel abgesetzt, vielfach an Konditoren, die von dem unter der Flagge Aus- landszucker segelnden Zucker bis zu 10 Doppelzentnern zum Preise von 260 bis 270 Mark pro Doppelzentner be- zogen. Die nackten Znckerkarten wurden geradezu börsenmäßig mit 50 Mark pro Doppelzentner gehandelt. Die Strafkammer verurteilte den Hauptschuldigen Goebel zu 1 Jahr 6 Monaten Zuchthalls, die Mehrzahl der übrigen Anaeklagten zu Gefängnisstrafen von 1 Monat bis zu 1 Jahr und 9 Monaten. Uem Felde der Ehre. Friedberg Fauerbach. Der Vizefeldwebel Ed. Ferdn. Schneider, Sohn des Eisenbahnunterassistenten Konr. Schneider, Inhaber des Eisernen Kreuzes zweiter Klasse und der Hessischen Tapferkeitsmedaille wurde zrnn Leutnant der Reserve befördert. ?ns der Freiw. Sanitäts-Kolonne Frirdberg i. H. Tie hiesige Sanitätskolonne beabsichtigt, da sich die Transporte für Friedberg und Umgegend in letzter Zeit gehäuft haben und auch für die Zukunft sich Haufen werden, einen Krankentransportwagen anzuschaffen. Da die Kolonne über kein Vermögen verfugt, wird auf die Mildtätigkeit der Bevölkerung gerechnet. So wird nächstens die Kolonne sich erlauben, durch Mitglieder eine Sammlung in der Stadt und Umgegend zu veranstalten. Wenn auch durch die Länge des Krieges die Bevölkerung sehr häufig so manches Scherflein gespendet hat, so glaubt die Kolonne, daß trotzdem unsere Bitte durch die weitere Opferwilligkeit der Bevölkerung erfüllt loerden wird, da sich die Notwendigkeit zur Anschaffung als unbedingt nöttg erwiesen hat und es sich gerade in der jetzigen Zeit um den Abtransport unserer verwundeten, kranken und braven Vaterlandsverteidiger handelt. Der Anschaffungspreis des Wagens stellt sich auf zirka 700 Mark. Die Geschäftsstelle unseres Blattes erklärt sich bereit, etwaige Beträge entgegenzunehmen. Rcichsbund der Kriegsbeschädigten vnd ehem. Kriegsteilnehmer, Ortsgruppe Friedberg i. H. und llmg. Auf das Jkrferat betr. Mitgliederversammlung wird besonders hingewiesen. Kameraden, welche im Interesse der guten Cache der Ortsgruppe beitreten wollen, find herzlichst willkommen. H. Die Bezugsscheinausgabe für Webwaren und die der Bedarfsfcheine für Schuhe ist nach wie vor jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag vormittags von 8%—12 Uhr nach der bekannten Namenfolge. H. Altkleiderstelle. Diesen Samstag, den 25. Mai, ist die Altkleiderstelle nachmittags geschlossen. Die An- nahine- und Abgabezeiten sind sonst Mittwochs und Samstags, jeweils von 2—^4 Uhr nachmittags. 1^.17. Gießen. Doktoranden der philosophischen Fakultät, die alle Promotionsbedingungcn mit Ausnahme der Drucklegung erfüllt haben, kann, mit Rücksicht auf die Papierknappheit ein Zeugnis ausgestellt werden, das zur Führung des Doktortitels berechtigt, aber seine Giiltigkeit verliert, wenn der Inhaber der Verpflichtung nicht nachtommt, die Dissertation vor Ablauf einer Frist von 3 Jahren nach Beendigung des Krieges drucken zu kasien. Das Diplom wird erst ausgestellt, wenn der Bewerber die Abdrücke der Dissertation in der vorgeschriebenen Zahl ab- gettesert hat. FO. Schotte«, 22. Mai. Die Schonzeit für weibliches Rehwild ist für den hiesigen Kreis auch für die Monate Mai und Juni d. I. widerruflich aufgehoben worden. Aus Starkenburg. Darmstadt. (Ein teurer Rausch.) Eine Brieftasche mit etwa 300 Mark, der Geldbeutel mit entsprechendem Kleingeld, sowie ein Brillantring im Werte von 1000 Mark ist einem aus Frankfurt staimnenden Bankbeamten im Schlafe geraubt wor. den. Auf der Rückfahrt von Alsbach nach Frankfurt machte er hier gegen Abertd eine kurze Station, blieb in einer Weinwirtschaft hängen und ist dann auf dem Wege nach dem Hauptbahn- Hof vor Müdigkeit auf einer Baut am alten Bahnhof einge- schlafen. Gegen morgen wurde er durch die frische Luft wach und durch die unangenehme Entdeckung vollends ermuntert. AuS Rheivhesien. "FC. Worms, 22. Mai. Beim Baden im offenen Rhein ist der 13jährige Willy Finger von hier ertrunken. Der Vater des Junge»» ist Weihnachten auf dem Felde der Ehre gefallen. FC. Alzey» 22. Mai. Während der Arbeit stürzte der hochbetagte Maurermeister Arm im nahen Weinheim von der Letter, verletzte sich am Kopfe schwer und starb kurz darauf an den erhaltenen Verletzungen. FC. Alzey, 22. Mat. Well er keinen Kuchen erhielt, machte ttn gefangener Russe hier einen solchen Radau, daß er fostge- yommen wechen mußte, . Bei seiner Untersuchung fand «um. " einen Hundertmarkschein und noch sonstiges Geld, lleb^r Mfa Erwerb des Geldes verweigerte er jede Auskunft. Aus Hesseu-Nassau. * > c FC. Wiesbaden, 21. Mai. Die bekannte Musiklehrerin! unH Komponistin Fräulein Julie von Pfeilschifter ist gestern hier im Alter von 78 Jahren an einer Lungenentzündung gestorben. J Von ihren musikalischen Schöpfungen ist das Ballett „Im Früh, ling" besonders bekannt geworden, sodann das in letzter Zeit unter der Einwirkung des Krieges entstandene Lied „Herzblut Europas, zittere nicht!". FO. Wiesbaden, 22. Mai. Montreal und Eckert, die fo», kannten fahnenflüchtigen Ein- und Ausbrecher, die von Köln aus hierher gekommen waren, um zu stehlen und zu rauben^ sollten vom 7—9. Oktober v. I. sich bei der Frau Schwibinger geb. Siebert Hierselbst, einer Tante des Eckert, aufgehalten haben. Frau Schwibinger wurde dieferhalb von den Schöffen wegen Vergehen gegen 8 141 des Strafgesetzbuches — Forderung der Desertion — zu einer Gefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt. Gegen dieses Urteil hatte die Frau Berufung eingelegt mit der Begründung, dah sie, als ihr bekannt gewor. den, dah beide fahnenflüchtige Soldaten gewesen, ihnen das Haus verboten habe. Die Strafkammer folgte diesen Ausführungen und erkannte auf einen Freispruch, nahm sie aber im übrigen, weil st-; der Polizei die Anwesenheit der Fahnenflüch. Ligen hierorts nicht mitgeteilt, in eine Geldstrafe von 20 Mark. FC. Wiesbaden, 22. Mai. Von August bis Oktober v. I. waren in einer großen Anzahl Hiesiger Häuser die Messingschilder und Messingtreppenstangen und Knöpfe entwendet worden. Im Januar d. I. erfuhr die Polizei, daß ein Junge der hiesigen Metallankaufstelle mehrere Metallteile verkauft hatte. Ein Beamter erschien und stellte fest, dah der Junge für seinen Bruder, den Schlosierlehrling Eduard Kujcrwa diese Diebstähle mit dem 16jährigen Schlosier Karl Bettendorf teilweise gemeinsam voll- sührt hatte. Als eines Tages dem Eduard auf der Mefsingan- kaufftelle eine Quittung abverlangt wurde zum Ausweis, dah er zum Verkauf berechtigt, stellte er sich selbst eine solche aus. An dem Tage, an dem die beiden jugendlichen Tunichtgute festgenagelt worden waren, hotten sofort alle dergleichen Diebstähle hier auf. Die Strafiammer nahm wegen schweren Diebstahl vnd schwerer Urkundenfälschung den Eduard Kujawa in eine Gefängnisstrafe von vier Monaten, Bettendorf, der als der Verführte anzusehen, kam mit einer solchen von vier Wochen davon Letzterer hatte sich nur wegen schweren Diebstahls zu verantworten. FC. Wetzlar. 22. Mai. Aus der Lahn retteten mit eigener Lebensgefahr der Dürogehilfe Rechthold und der Rottenarbeiter Weber die beiden des Schwimmens unkundigen Knaben Paul Link und Karl Schneider von Wißmar. Die Retter find ebenfalls von Wißmar. » FO. Aus dem Rheins«». 22. Mat. Reife Kirschen find be. reits feit einigen Tagen an einem Kttschbaume im Garten- grundsttick des Bahnwärters Möhrlein in Mittlheim vorhanden. FC. Kiedrich. 21. Mai. Gestern nachmittag brach in den hiefigen Waldungen ein Brand aus. der einen größeren Wald- komplex in Asche legte. Die Feuerwehren der Umgegend und von hier beteiligten sich an den Löscharbeiten, die sich bis in die Abendstunden hinzogen. FC. Hattenheim, 21. Mai. Die andere Seite der Medaille. Auf dem Gelände des zu der Landes-Heil- und Pflegeanstalt Eichberg gehörenden Wachholderhofes wurde eine Viehweide nach den Angaben des Weidesachverständigen der Wiesbadener Landwirtschaftskammer, des ehemaligen Domänenpachters Schneider zu Hof Kleeberg eingerichtet und in Betrieb genommen. Da zu dieser Weide aber der Sachverständige Schneider die besten Wiesen des Hofes ausgewählt und verwendtt hatte, so machte sich bald ein großer Mangel an Her» und Grummet störend fühlbar. Um Rindvieh und Pferde nicht allein während des Weideganges sondern auch das ganze Jahr hindurch erhal- zu können, ist infolgedesien die Verwaltung der Anstalt Eich- borg gezwungen, Heu und andere Futtermittel anzukaufen. FO. Katzenelnbogen, 21. Mai. Der Neubau des Vizinab weges von hier nach Rkedertiefenbach mit Abzweigung nach Roch konnte, nachdem das bei demselben verwendete Gefangenenkom- mando zur Weiterbeschäftigung in der Landwirtschaft abberufen worden war, nicht roeiter gefördert werden. Wie min neu angeordnet worden ist, wird die Fertigstellung des Weges bis nach Beendigung des Krieges ausgefetzt bleiben. Wixhausen, 21. Mai. Ein tödlicher Unfall hat sich am Sonntag hier durch Fahrlässigkeit ereignet. In der Küche eines Hauses stand ein geladenes Flobertgewehr in der Ecke, wo sich ein Bursche und ein junges Mädchen aus der Nachbarschaft in scherzhafter Weife unterhielten. Dabei beging der Bursche die trotz aller öffentlichen Warnungen und Unglücksfälle so häufige Unvorsichtigkeit, aus Spatz mit dem vermeintlich ungeladenen Gewehr auf das Mädchen zu zielen. Die Waffe entlud sich rmd der Schuß traf die Bedauernswette mitten ins Herz. Heute findet die nähere Feststellung des Falles durch Amtsgericht un*; Staatsanwaltschaft statt. FO. Kirchhaw, 22. Mai. Ein Hahn überfiel in einem hie-! sigen Wirtschaftsgarten ein dreijähriges Kind, das in den Ge-' flügelhof geraten war, und hackte ihm ein Loch in die recht« > Wange. Offene Stellen? Mehrere Hilfsdienstpflichtige und Frauen iür besetztes Gebiet) 1 Melkerlehrling. 3 Kutscher. 4 Knechte, 1 Arbeiterfamilie. 2 Knechte«! familien, 2 Tagelöhner, 3 Schreiner, 2 Hausburschen. 1 Müller, 2 Heizer, 1 Gutsschmied. 2 Küchenmädchen. 9 Hausmädchei», 9 Dienst mägde, 2 Haushälterinnen. 1 Beiköchin, 1 Köchin. ? ' i SteUenfuchende? x ^ Mehrere Melkcrfamilien und ledige Melker und Melkerinnen^ 2 Fräulein für Büro, 1 Gutssekretärin. ^ .--■ ■ " B " —M i Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: OtlS! Hirsche!, Friedberg-, für den Anzeigenteil: R. Heyn er.! FMberg. . Drstck und Verlag der ' JAG., Srfebtofl t tf Mm nie Lurch Liebe Leid geschah. Roman von C o u r i h S - M a h 1 1 r. Nachdruck verboten. „Zum mindesten wird man mir Mitteilen, wohin ich mich wenden muh, sie zu erhalten." „Und wenn Maria von Platen noch lebt und davon erfährt?" „Das wäre nicht schlimm. Sie wird dann höchstens erfahren, datz eine Baronesse Hatzbach sich nach ihr erkundigt hat." Eine Weile überlegte die Baronin, dann sagte ste auf- atmend: „Das könnte wirklich gehen. Weißt Du schreibe sobald als möglich." „Zch werde cs noch heute tun." „Siehst Du nun, wie gut es ist, datz Du offen mit mir sprichst? Mir kannst Du ja doch nichts verbergen." Die Baronin sah nicht auf in die Augen ihrer Tochter. Etwas gab es in ihrem Leben, das ihr doch die Schamröte ins Gesicht getrieben hätte, wenn sie es ihrer Tochter hätte gestehen müssen. Denn das hatte sie getan, ehe Karla am Leben war. Alles andere entschuldigte sie vor sich selbst und ihrer Tochter damit. datz sie sagte, sie habe es nur für diese getan. Es mutzte ewig ihr Geheimnis bleiben. ,Zch wollte mit diesen Dingen nicht unnötig Dein Gemüt belasten." Karla warf den Kopf zurück. «7 ^'bbe Mama — im Kampf ums Dasein gibt es nur eine Rücksicht, die auf sich selbst. Wir sind arm und auf das Erbe angewiesen. das uns Onkel Heinz einst hinterlassen wird. Ich fche nicht ein, warum wir nicht alles tun sollen, was in unserer Macht steht, uns dieses Erbe zu erhalten." Etwas lebhafter sah die Baronin aus. „Nicht wahr, Karla, ich brauche mir keine Gewissensbisse ?v machen über das. was ich getan?" „Nein, sicher nicht. Warum war Maria von Platen so töricht, den reichen Freier aufzugeben, um dem armen Freiherrn von Platen zu folgen? Cie hätte es anders haben können. Und wir wollen nicht umsonst Onkel Heinz gehegt und gepflegt und seine Launen ertragen haben. Es ist nur recht und billig daß er uns zu seinen Erben einsetzt. Eigentlich hätte er längst ein Testament machen können, damit wir unsere Ruhe haben." _ . "® r be , n f t wohl nicht daran. es jetzt schon zu tun. L-etn Augenleiden abgerechnet, ist er ja noch ein gesunder, rüstiger Mensch, der nicht an dag Sterben denkt. Daß er in Dir seine Erbin sieht, hat er doch klar und deutlich ausge- jprodyen — Gott sei Dank, auch einmal in Frau von Frankenaus Gegenwart.» Im Grund können wir ganz sorglos fern, sobald wir wissen, datz Maria von Platen nicht mehr am Leben ist. Sorge aber jedenfalls dafür, daß Du möglichst bald Frau von Frankenau wirst — dann sind wir auf alle Falle geborgen, selbst dann, wenn uns Onkel Heinz mit seinem Testament einen Strich durch die Rech- riung machte." Karla nickte. „Das ist auch meine Meinrmg, Mama. und deshalb werde ich alles tun, was in meiner Kraft steht, dies Zie/ zu erreichen. Doch nun laß uns diese Unterredung abbrechen. Es ist Zeit, Onkel Heinz aus seinem Mittags- schläfchen zu wecken. Ich gehe hinüber zu ihm und komme dann mit ihm hinunter ins Teezimmer." „Es ist gut, Karla." Die Baronesse verließ das Zimmer. Als sie auf dem langen Gang nach dem andern Flügel hinüber ging, hätte kein Mensch hinter dem sanft lächelnden, lieblick)en Gesicht einen so herzlosen und berechnenden Charakter gesucht. Die Zimmer des Freiherrn von Birkenheim lagen am anderen Ende des Ganges. Baroneß Karla schritt leise durch ein Vorzimmer in ein durch dichte Vorhänge verdunkeltes Gemach. Hier saß Herr von Birkenheim in einem hohen, de- quemen Lehnsessel. Er hielt die Angen geschlossen und war in eine warme Decke gehüllt. Ganz still und reglos saß er da: man konnte nickst sehen, ob er wachte oder schlief. Die Baronesse trat leise ein imb schritt an den Sessel heran. Mit einem süßen, lieben Lächeln beugte sie sich herab. „Onkelchen liebes Onkelchen," sagte sie halblaut, um ihn nicht zu erschrecken. Er schlug sofort die Angen auf und sah zu ihr empor. ' schlafe nicht, Kar ld, v sägte er. _ ■5T>* Sie machte ein ganz unglückliches Gesicht. „Oo weh, mein armes Onkelchen — hast' Dü nicht schlafen können? Schmerzen Deine Augen so sehr?" „Nein, Karla, diesmal hielten mich nicht Augenschmerzen Mach. Ich habe auch ein Weilchen geschlafen. Aber dann hörte ich unten einen Wagen Vorfahren und wachte auf. Und da hatte ich ein seltsames Gefühl, so, als sei jemand leise zu mir ins Zimmer getreten. Ich saß in einer Art Halbschlaf uuö hatte ein wohliges, friedliches Empfinden, das mich nicht wieder einschlafen ließ." „Ach wie schade!" , „Nein, Du brauchst mich nicht zu bedauern, Karla, ich war m einer sehr angenehmen Traumstimmung. Ich hatte ein Gefühl, als müsse ich mich über etwas herzlich freuen, wenn ich auch nicht wußte, über was. Ich habe mich lange nicht in einer so freudigen Stimmung befunden, wie heute." „Das macht mich glücklich, liebes, teures Onkelchen. Und wenn es Dir ndjt ist. dann kommst Du nun mit mir hinüber zum Tee." „Ist es schon so spät?" „Ja, Mama erwartet uns. Und Fräulein Hellmut, Deine Vorleserin, ist eingetroffen und soll Dir vorgestellt werden. Natürlich nur, wenn es Dir recht ist." Herr von Birkenheim erhob sich. „Ach so! Dann war es wohl der Wagen, der Fräulein Hellmut, welcher mich im Schlaf störte". „Sicher, denn sonst ist kein Wagen vorgefahren." „Habt ihr die Dame schon gesehen?" fragte der alte Herr, eine graue Brille aufsetzend, ohne die er nie sein vor grellem Licht geschütztes Zimmer verließ. ,,^za, Mama und ich haben sie schon gesprochen." „Nun — was hat sie euch für einen Eindruck gemacht?" Karla lächelte lieblich, so schwer es ihr auch ankam. ^ „O, einen sehr überraschenden Eindruck, Onkel Heinz, ^zch furchte. Graf Steinau hat da ein wenig unbedacht gewählt." „Daß ist sonst nicht seine Art. Weshalb meinst Du „Die Dame ist noch sehr jung." Es zucste ungeduldig in seinen Zügen. „Was heißt das, sehr jung? Drücke Dich doch bitte etwas präziser auö. „Also ich taxiere.sie höchstens auf zwanzig bis zwei'und- öwanztg Jahre. Sei scheint mir höchstens so alt, als ich zu sein." „So jung noch? Nun. schließlich ist das kein Fehler, wenn sie sonst die nötigen Eigenschaften besitzt. Die Hanpt- mye ist mir, daß sie ein sympathisches Wesen und ein angenehmes Organ hat. Davon werde ich mich gleich selbst überzeugen. Graf Steinau kennt mich zu genau, als daß ich annchmen könnte, daß er schlecht gewählt hat. Also komm Karla, wir wollen Deine Mutter nicht warten lassen." Die Baronesse schob zutraulich ihre Hand in seinen Arm und verließ mit ihm das Zimmer. Sie fand, daß der Onkel Heinz heute ganz besonders friedlich und zugänglich war. Scheinbar war er in selten guter Stimmung Herr von Birkenheim war eine sehr schlanke, vornehme Erscheinung, reichlich mittelgroß. Er hatte graues Haar, das über der hohen Stirn schon etwas gelichtet war, und feine, angenehme Züge. Das Gesicht erschien im Kontrast zu den blauen Brillengläsern ettvas bleich. Seit fünfzehn Jahren quälte ihn schon sein Augenleiden, und er hotte einen Arzt nach dem andern konsultiert, ohne daß ihm einer hätte helfen können. Nachdem er vergeblich hundert Mittel angewandt, hatte er sich ins Unvermeidliche ergeben. War er schon vorher ein stiller, ernster Mensch gewesen, dem die Untreue der Frau, die er geliebt hatte mit der ganzen heißen Innigkeit seine Empfindens, zum freudlosen, einsamen Manne gemacht hatte, so hatte ihn sein Augen- leiden noch mehr verbittert. Er zog sich fast von allem Der. kehr zurück lind hatte zuweilen so trübe Stimmungen, daß er keinen Menschen sehen mochte. Deshalb kamen Gäste nur nach Birkenheim, wenn sie direkt gebeten wurden. Man nahm Rücksicht ans ihn und wollte ihm nicht lästig fallen. Nur mit den Frankenanern, den nächsten Nachbarn von Birkenheim, farrd noch ein zwangloser Verkehr herüber And hinüber statt. Für Frau Sabine v. Frankenau hegte Herr von Birken- heim eine auf warmer Verehrung gegründete Freundschaft. Grasmäher, 1- u. 2-spänn. (auch Kuhmäher) Zu äihlvli'ttlirkihkii Heuwender Pferderechen Getreidemüher Garbenbinder Schleifapparate Deichselträger Vorderwagen sofort ab Lager lieferbar. M.S landwirtschaftliche Maschinen, föie&eit.. Fernsprecher 77. Reichsbund der Kriegsbeschädigten und ehem. Kriegsteilnehmer Ortsgruppe Friedberg i. H. und Umgegend. Samstag den 25. Mai 1S18, abends 8V 2 Uhr. Restauration „Zum Mainzer Rad (Sempf), am neuen Bahnhof, im Nebenzimmer: Mitglieder - Versammlung. Tagesordnung: 1 . Brolokollverlesung. ' 2. Ausnahme neuer Mitglieder. !). Mitteilungen des Bundes. 4. Verschiedenes. Vollzähliges Erscheinen der Mitglieder sehr erwünscht. Der Vorstand. Sie war ihrtt sehr sympathisch, wie allen Mensckien mit hm* rIT- « fnm - Auch Ursula von SraTnau erfr^U l \L et - ne n Rollens, wenn er auch an manchen Tagen mcht imstande war ihr quecksilbernes Wesen zu ertragen. Ursula wußte das sehr wohl, und deshalb hatte sie in ihrer freimütigen Art zu ihm gesagt: ' k, . ich Ihnen auf die Nerven falle, Herr v. Birken- tZ' brauchen S.e nur die Hand zu heben. Dar £ Qnn ® ebe ® ldj h'"weg, Plaudertasche. Unö Jann verschwinde ich prompt aus Ihrer Nähe -^b brauche dann nicht immer in Sorge zu sein, daß ich Ihnen lustig falle, und Sie müssen mich nicht ertragen, wenn Sie mS. ' * T St-mmung danach sind. Mamuschka schickt Ich?wob^den7 ' *°*' lmb ick, kann mir sehr wohl denken daß ich mit meiner Unruhe für schvachc Nerven unerträglich bin." 1 7 * ^ geschah selten, daß Herr von Birkenheim dies Verabredete Zeichen gab. Meist erfrischte ihn Ursulas frei- uw IO p § ® e ^ rauber / lmb ihr gelang es sogar zuweilen, ihn zum Lachen zu bringen. Die Baronin erwartete ihren Vetter und ihre Dochter bereits am Teetisch. Sorglich hatte sie die Vorhänge am Fenster zugezogen damit das Helle Lickst seine Augen nickst " " “ lM ’ w bann^ {)Iauberte einc Weile mit ihm und fragte „Wenn es Dir recht ist, Heinz, dann lasse sch jetzt lernstherunterholen, damit Du sie kennen Herr'We"^ 6ittcn Helene," erwiderte der alte Baronin klingelte und gab dem erntretenden Diener Weisung, den Ankömmling herunterzubitten. Q ;,„ SBe,li0 m a 7 mtt(m s^ter betrat Christa Hellmut das Zimmer. Rank und schlank stand sie dem alten Herrn gegenüber rn ihrem schlichten und doch vornehm wirkenden Anzug. Unwillkürlich erhob er sich aus seinem Sessel und be- grüßte sie wie eine Dame aus feinen Gesellschaftskreisen, ^eine Augen sahen mit einem ungläubigen Staunen auf das jdyone, junge Geschöpf. ^ J? en m ' xd > cin wenig überrascht und erstaunt, Fräulein Hellmut. Ich habe nicht geahnt, daß ich eine so junge — und schöne Vorleserin bekomme. Von einem so alten Herrn, wie ich bin, wird Ihnen dieser Ausspruch hoffentlich nicht ungehörig erscheinen." Chnsta hatte ihre Augen mit einem großen, ernsten Vizck auf dem alten Herrn ruhen lassen. «Ich hoffe, Herr von Birkenheim, daß es mir gelingen wird, trotz meiner Jugend Ihre Zufriedenheit zu erringen, jedenfalls will ich mir große Mühe geben, es zu tun " sagte sie. Unter dem Blick ihrer großen schönen Augen kam ein selten wohliges Gefühl über ihn. Es war etwas Unerklä» stches, was er empfand. Manchmal erwacht zwischen zwei Menschen beim ersten Sehen eine starke Sympathie, die durck, nichts zu erschüttern ist und das Verhältnis zweier Menschen zu einander für alle Zeiten bestimmt. Eine solche starke Sympathie erfüllte die Herzen dieser beiden Menschen sie sahen sich an, als grüßten sich verwandte Seelen. Herr von Birkenheim mußte daran denken, daß ein so seltsam frohes Behagen über ihn gekommen war in dem Augenblick, da er durch den Wagen, der Fräulein Hellmut brachte, aus dem Schlummer gestört worden war. Sonst machte ihn eine solche Störung nervös und verstimmt. Heute war das ganz anders gewesen. Mit der Minute, da dies junge Wesen sein Haus bettat, war ein wohliges und warmes Gefühl über ihn gekommen. Und noch etwas berührte ihn angenehm — Fräulein Hellmuts warmes, dunkles Organ. Sie besaß eine weiche Altstinime. Er liebte diese weichen, dunklen Frauenstimmen die aus einem reichen Herzen zu kommen scheinen. Ein helles, schrilles Organ konnte ihn nervös machen und ihn unerträglich quälen. Er sagte sich gleich, daß es ein Genuß sein müsse, sich von dieser warmen, klaren Mädchenstimme vorlesen zu lassen. Und zugleich war ihm zumute, als habe er diese Stimme nicht zum erstenmal gehört. __ Fortsetzung folgt. Bcheii-Bllliiihch-Bttkliiif. ca. 15 bis 20000 Zentner Ia Buchen-Vrennholz, rann?I C n!ä» >?** 2 '?, cm yeschnitlen und gehackt, auf Wunsch geschnitten werden, in gesamter oder Zentner ?L'-ttzu vettauZ"^ D0 " 800 8ia Otto Adam, Schotten. Krdrrtran Weh-Sahne KitttrknochkWthl Drogerie AdolsSchmidt Fried berg i. H.. Kaisersttatze 7. Sägespähne zum Streuen und Räuchern hat abzugeben Wilhelm Sparenberg, Ziminermcister. Echzell. Ein? gebrauchte Kelter neuester Konstruktion zu kaufen gesucht. Richard Steul, Dortelweil. Für sofort evtl. 1. oder 15. Juni solides fleitziges Dienstmädchen gesucht. Frau Ernst Schneider, Firma Mack, Fiiedberg. Eine guterhaltene Acetylen-Anlage mit Rohr und Lampen hat wegen Einführung von elektrischem Licht preiswert zu verlaufen Richard Steul, Dortelweil. Worte der Anerkennung werden uns oft über die Inserations- erfolge ausgesprochen, die selbst mit kleinen Anzeigen in der „Neuen Tageszeitung" erzielt werden. Wenn Sie Irgend etwas anzubieten, zu verkaufen oder zu kaufen haben, so bedienen Sie sich vorteilhaft unseres Blattes.