Uummer 11«_ Dienstag, -en 21. Mai 1918 11. Jahrgang. Die „Peu- Tageszeitung" erscheint jeden Werktag. Regelmäßige Beilagen „Der Kauer aus Hesse«", „Die Kpirrrrftube". KeMgsprers: Bei den Postanstalten vierleljährttch Mk. 2.40 hinzu tritt noch das Bestellgeld; bei den Anenten monatlich 85 Pfg. einschließlich Trägerlohn. Anzeige«: GrundzeUe 25 Pfg^ lokale 20Pfg^ Anzeigen von auswärts werden durch Postnachnahms erhoben. Erfüllungsort Friedberg. Hchriftleitmrg und Derlag Fttedberg (Hessen). Hanauerstraße 12. Ferniprecher 48. Postscheck-Loala Rr. 4859. Amt Frankfurt a. M. Angriffe drr Engländer anf dem Südufer der Ancre. — Starke französische Angriffe auf den Kommet abgeschlagen. — Ein Fliegerangriff auf London. — 21000 Tonnen versenkt. Der deutsche Generalstak •= —~— _ meldet: - r W. T. K. Großes ZarrptqUarlier. de« 18. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. An den Kampffronten nahm die tagsüber schwache Artillerietätigkeit vor Einbruch der Dunkelheit erheblich zu Starkes Störungsfeuer hielt die Nacht hindurch an. Rege Erkundungstätigkeit führte namentlich in der Gegend von Lassigny zu heftigen Nahkämpfen. Mehrfach wurden Gefangene ein gebracht. m Gestern wurden 16 feindliche Flugzeuge und ein Fesselballon abgeschossen. Der Erste Generalquarliermeister: Ludendorfs. Aberrbberkcht. Berlin, 18. Mai. abends. (WTB. Amtlich) Von den Kriegsschauplätzen nichts Neues. W. T. Ä. Großes Hauptquartier, den 19. Mot. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Westlich von Hulluch griff der Engländer mit mehreren Kompanien an. Unter schweren Verlusten wurde er zurück- gcschlagen. Im übrigen beschränkte sich die Infanterietätigkeit auf Erkundungen. Die an dön Kampffronten bis zum frühen Morgen anhaltende lebhafte Feuertätigkeit ließ in den Vormittagsstunden nach und lobte erst gegen Abend wieder auf. Zwischen Arras und Albert war der Feind besonders rege; unsere Batterien logen hier vielfach unter heftigem Feuer. Der Erste Eeneralquartier«eister: Lndendorff. Abendbericht. Berlin. 19. Mai. abends. (MTV. Amtlich.) Auf dem Südufer der Ancre brachen englische Teilangriffe vor Morlancourt blutig zusammen. W. T. O. Großes Hauptquartier» den 29. Mai. Amtlich. Westlicher Kriegsschauplatz. Im Kemmelgebiet nahm die Feuettätigkeit am Abend und gegen Mitternacht erheblich an Stärke zu. Heute früh haben sich dort heftige Artilleriekämpfe entwickelt. Auch an den übrigen Kampffronten lebte die Gefechtstätigkeit vielfach auf. Auf dem Südufer der Ancre griff der Engländer am frühen Morgen mit starken Kräften an. In Dille für Ancre drang er ein. Versuche des Feindes, im Ancretal weiter vorzudringen, scheiterten. Mehrfacher gegen Morlancourt gerichteter Ansturm brach vor dem Dorfe blutig zusammen. An vielen Stellen der Front wurden englische und französische Erkundungsvorsiö'ße abgewiesen. In Vorfeldkämpfen und bei erfolgreicher Unternehmung nördlich von St. Mihiel mach, ten wir Gefangene. * In letzter Nacht wurden London, Dover und andere englische Küstenorte erfolgreich mit Bomben angegriffen. Der Erste Generalquartiermeister: Ludendorff. Abeudbericht. Berlin, 20. Mai, abends. MTB. Amtlich.)' Starke französische Angriffe gegen den Kemmel sind unter schweren Ver. lüsten gescheitert. » - > ■ — m | Der österreichische Generalstak [ < -— meldet: \ Wien, 18. Mai. (WTB.) Amtlich wird verlautbart: Die italienische Erkundungstättgkeit an der Südwest- front ist dauernd rege. Die Kämpfe zwischen Osum und Devoli wurden fortgesetzt. Der Chef des Eeueralstabes. <, V ■ Ereignisse zur See. Eines unserer Unterseeboote, Kommandant Linienschiffs- leutnant Holub, hat am 14. Mai vor Valona einen großen englischen Zerstörer durch Torpedoschuß versenkt. Flottenkommando. « Wien. 19. Mal. Amtlich wird verlautbart: Die beiderseits entfaltete Erkundungstätigkelt führte an der Tiroler Westfront und in den Vicentinischen Gebirgen zu günstig verlaufenden Gefechten. Oestlich von Monte Pertica wurde der Feind zweimal im Nahkampf zurückgeschlagen. In Albanien flauten die Kämpfe ab. Wir haben den Angreifern etwa 100 Gefangene nnd einige Maschinengewehre abgenommen. Der Chef des Generalftabes. m Wien. 20 Mai. (WTB. Nichtamtlich.) Amtlich wird verlautbart: An der Südwesffront beiderseits Erkundungstruppen und Flieger nach wie vor in regster Tätigkeitteit. » Der Chef des Generalstabes. Der bulgarische Generalstak y= meldet: - - - Sofia, 16. Mai. Generalstabsbericht. Mazedonische Front: Nördlich von Bitolia lebhafte Feuertättgkeit aus beiden Seiten. In der Gegend der Moglena versuchten feindliche Sturmtruppen nach Arttllerievorbereitung gegen unsere Posten bei Kukuruz vorzugehen. Sie wurden zurückgeschlagen und erlitten schwere Verluste. Oestlich vom Vardar bei den Dörfern Matschukovo und Krastali zersprengten wir englische Erkundungsgruppen. Südlich vom Doiran nahm das feindliche Artilleriefeuer an Stärke zu. Das türkische Hauptquartier - i meldet: « Konstantinopel, 19. Mai. Amtlicher Tagesbettcht. Palästinafront: Stellenweise beiderseits reges Störungsfeuer. Erfolgreiche eigene Erkundungsvorstöße bei Refat und gegen die Iordanmündung. Angriffe gegen Maan sind abgeschlagen. Aegäisches Meer: Einer unserer Flieger griff feindliche Artilleriestellungen auf der Insel Meist (?) mit beobachteter guter Wirkung au und kehrte trotz feindlicher Abwehr unversehrt zurück. Von den übrigen Fronten nichts von Bedeutung. 21000 Tonneu versenkt. Berlin, 18. Mai. (WTÄ. Amtlich) Das von Kapi- tanleutnant Grünert befehligte U-Boot hat an der Westküste Englands fünf bewaffnete ttesbeladene Dampfer von zusammen 21,000 Bruttoregistertonnen versenkt. Darunter ein mindestens 8000 Bruttoregistev- tonen großes Schiff. Namentlich festgestellt wurde der bewaffnete französische Dampfer „St. Chamond" (2866 Bruttoregistertonnen.) Der Chef des Admiralstab« der Marine. - . ) Ein britijchtt Zerstörer torpediert London, 18. Mai. (Amtlich.) Ern britischer Zerstörer ist am 14. Mai torpediert worden und gesunken. Zwei Mann wurden infolge der Explosion getötet. (Siehe auch österreichischen Tagesbericht vom 18. Mai. D. R.). - • i > *i Der Seekrieg. Hamburg, 17. Mai. (WTB.) Das Hamburger Prisem gericht verhandelte am 17. Mai über den norwegischen Dampfer „Havlist", der auf der Reise von Sandesiord nach England versenkt worden ist, weil es dem die Maßnahme treffenden U-Boot-Kommandanten nicht möglich war. dessen Nationalität festzustellen. Die Reederei besiritt die Berechtigung der Zerstörung ihres Schiffes und verlangte außer anderen kleineren kleineren Forderungen für Heuern und verloren gegangene Effekten für den „Havlyst" 600 000 Kronen nebst Zinsen vom Tage der Versenkung ab. Das Gericht erkannte, daß die Vernichtung des „Havlyst" rechtmäßig vorgenommen worden sei. Die eingelegten Reklamationen sind abgewiesen. Die Kosten fallen den Antragstellern zur Last. Amsterdam, 18. Mai. (WTB.) Wie ..Allgemeen Handelsblad" berichtet, ist der für den belgischen Hilfsdienst fahrende Dampfer „Fole" auf der Fahrt von New Port nach Rotterdam heute früh auf eine Mine gelaufen und gesunken. Gr führte eine Ladung Gerste. Ueber das Schicksal der Bemannung ist nichts bekannt. Fliegerangriff auf Köln. Köln, 19. Mai. Die feindlichen Flieger, die heute in einer Stärke von sechs Flugzeugen 28 Bomben auf Köln abwarfen, hatten es, wie schon aus der Oertlichkeit der Einschlagstellen ersichtlich, die f den bei Beaumont erkannte feindliche Truppenansammlungen unter wirksames Vernichtungsfeuer genommen. Die Engländer beschossen Lens mit schweren Minen. Sie, wie die Franzosen fahren fort, die noch erhaltenen Ortschaften weit hinter der Front zu zerstören. Verpillieres, Roiglise und Caillobel wurden durch das Feuer weittragender Geschütze schwer beschädigt. Laon erhielt das übliche Feuer. Flieger /griffen die Stadt Tounay an. Ihren Bomben fielen zahlreiche' Einwohner zum Opfer. Zwischen den Stellungen kam es zu lebhaften Patrouillengesechten. Englische und belgische Vorstöße wurden am Dser-Kanal sowie westlich Voormezeele abgewiesen. Die Franzosen versuchten mit Großpatrouillen beiderseits Lassigny sowie östlich Danizy sur Metz vorzufühlen, wurden aber teils durch Feuer teils durch Gegenstoß im erbitterten Nahkampf abgewiesen, Deutsche Stoßtrupps drangen nordöstlich Hingeß sowie West« lich Montdidier vor und brachten mehrfach Gefangene eia. Fernfeucr auf Bcthune. Berlin, !17. Mai^ (WTB.) Das schüvere beutssije Fernfeirer auf bas Jndrrstrierevier von Bethnne dauert an / fint 16. Mur wurden vor allem die Schachte bei AnnezLn And Noeux und das Stahlwerk von Jsbergues unter schweres Flachfeuer genommen. Die fortgesetzte Beschießung -es Kohlenreviers von Bethune -ringt die Kohlenversorgung Frankreichs in schwere Gefahr. 1912 flederte das Departement Pas de Calais rund 21 Millionen Tonnen Kohlen. Davon hatten die deutschen Truppen schon vor dem 21. April rund 9,4 Millionen Tonnen belegt. Die restlichen 11,6 Millionen Tonnen sind größtenteils gefährdet. In den Glucken von Bechune 2,3 Mill., von Noeux 2,3 Mill., von Druay 2,74 Mill. und von Lievin 2,8 Mill. Tonnen muß die Förderung stocken oder gänzlich aufgehört haben. Rechnet man die im deutschen Besitz befindlichen Gruben des Departements du Nord hinzu, die 1912 rund 6,8 Mill. Tonnen förderten, so dürften von der ganzen französischen Friedensförderung von 40,6 Mill. Tonnen mindestens 25 Mill. Tonnen der französischen Volkswirtschaft entzogen sein. Ncae französische Tanks. Der „Berliner Lokalanzeiger" meldet aus Genf: Der Ausschuß der französischen Kammer erhielt Kenntnis davon, daß die Infanterie an der Westfront für die bevorstehenden Eroß- kampfhandbungen neuartige, mtttelgroße Tanks erhalten habe. Kanonade im Sundgau. Basel, 17. Mai. Baseler Nachrichten melden von der el- saffifchen Grenzei Zn der Nacht von Mittwoch zum Donnerstag konnte man von der Sundgaulrortt lang andauernden Kanonen, torrner hören. Die Franzosen hatten Altkirch und Pftrt mit einem gewaltigen Granatenhagel überschüttet, der von 10 Uhr abends bis 2 Uhr morgens andauerte. Als Antwort von der deutschen Seite wurden die französischen Stellungen bei Dam- merkirch am Donnerstag abend mehrere Stunden mit schweren Geschützen beschoffen. Kaiser Kart dankt» für de» ttapftosg «d sagte J» Mtterttcher Buvdestreve kämpft dar tapfere Do> der ft » garen als Waffengenosse Oesterreich-Ungarns, Deutschlands und der Türkei fett Jahren den schweren Kampf, den wir gomernsa» und um unsere Existenz, unsere Freihett und Unabhängigkeit zu führen genöttgt find. Noch ist das Ziel nicht voll erreicht. Mit festem und unverzagtem Vertrauen sehe ich jedoch den Tag herannahen. der unsere Böller für alle Leiden mit einem ehren, vollen, segensreichen Frieden belohnt. Der Kaiser schloß mit dem Wunsche, daß die seit langem bestehende Freundschaft zwischen Oesterreich-Ungarn und Bulgarien sich auch mich glücklicher Beendigung des Krieges immer mehr festigen und durch die mr- mittelbare Nachbarschaft an Innigkeit noch gewinnen wird. Sofia, 18. Mai. Kaiser und König Karl traf heute im bulgarischen Hauptquartier ein. Beim Frühstück hielt der Generalissimus Schekow an den Kaisn einer Ansprache, in der er für die große Ehre des Besuches des Kaisers dankte, der ein neuerlicher Beweis der treuen Waffenbrüderschaft des Bierbun- des fei. und die Freude und Dankbarkeit ausdrückte, die die Anwesenheit des Kaisers in den Herzen aller Angehörigen Bulgariens auslöse. „In diesem Besuche sehen wir die neue Gewähr für die Uebereinstimmung unserer Auffaffung durchzuhalten, bis uns als wohlverdiente Frucht unserer gewaltkgen An. strengungen ein dauerhafter Friede gesichert ist." In der Erwiderung sagte der Kaiser: „Die herzliche Freundschaft, die zwischen Ihrem erlauchten Monarchen und mir besteht, sowie die bewährte Waffenbrüderschaft hat unsere herrlichen Truppen in hartem, siegreichem Ringen gegen die Ueber- zahl der verbündeten Feinde mit Blut und Eisen aneinandergeschmiedet. Erfüllt von dem Geffihle treuer Kameradschaft erhebe ich mein Glas. Der Allmächtige führe uns in unerschütterlicher Einigkeit zum endgültigen Erfolge." Der Kaiser trank auf den Zaren, das heldenmütige, sieggewohnte bulgarische Heer. Kaller Karl in Sofia. Sofia, 17. Mai. (MTB.) Die Mitglieder der Regierung, Generalissimus Schekow, das Personal der oft erreich isch.unga- rffchcn Gesandtschaft, der de >e Gesandte Gras von Oberdorf, der türttsche Gesandte fanden sich zur Begrüßung Kaiser Karls und der Kaiserin Zita ein. Köntg Ferdinand ließ sich infolge eines Unwohlseins durch den Kronprinzen Boris und den Prinzen Kyrill vertreten. Die Gäste und die Prinzen umarmten einander in sehr herzlicher Weise. Der Kaiser begrüßte sodann den Ministerpräsidenten Radoslawow und überreichte chm persönlich das Großkreuz des St. Stephanordens als Zeichen der Anetten- mrng für all das, was der Mtnisterprästdent für da, Bündnis teifirte. Der Kaiser und die Karserin und die Prinzen sichren sodann zum königlichen Palais. Bor dem Triumphbogen wurde da, Kaiserpaar von dem Bürgermeister Radew begrüßt, der Brot und Salz darbot. worauf chm der Kaiser «widerte.' Im königlichen Palais wurde dos Kaiserpaar von dem Konto und den Prinzessinnen Eudoxia und Nadeshda empfangen. ' wte abend findet im königlichen Palais Galadtner statt, dem ein Empfang folgen wird. Sofia, 18. Mai. (WTB.) Bei dem gestrigen Festmahl im königlichen Palais brachte der Zar der Bulgaren einen Trink, sprach aus, in dem er den Kaiser als Bundesgenosien und jüngsten Träger der traditionellen Freundschaft, die die beiden Häuser und Völker in so glücklicher Weise eint, begrüßte und der zahlreichen Ereignisse gedachte, die die beiden Staaten mit einander verknüpfen. Der Zar fuhr dann fort: Diese Bande be- rechttgen unseren Wunsch nach einer gemeinsamen Grenze mit dem Staate Ew. Majestät, den wir heute verwirklicht sehen und der für die wirtschaftliche und politische Entwicklung der Vulgaren einen neuen Aiffporn geben und eine Brücke zwischen meinem Land und den Mittelmächten bilden wird. Finnland. General Mannerheim für die Monarchie. Stockholm. 18. Mai. Wie die Blätter aus Helsingfors melden, war der feierliche Einzug der finnischen Armee unter General Manneiheim eine politische Sensation. Mqnnerheim begab sich in den Senat und sprach in einer Begrüßungsrede den Wunsch der sinnischen Armee aus. Finnland möge in eine Monarchie umgewandelt werden, da die republikanische Staats- ftrm sich nicht bewähtt habe. Der Ministerpräsident dankte tm Namen des Volkes der Armee für ihre befreienden Taten; er überhorte aber völlig Mannerheims monarchistische Wünsche. Man erwartet, daß General Monuerheim in den nächsten Tagen eine offizielle Kundgebung der Armee mit der Forderung nach einer finnischen Monarchie erlaßen werde. Ukraine. Kiew, 18. Mar. (WB.) Staats minister von Waldow ist mit mehreren Beamten zu Besprechungen mit der deup schen Ukrainedelegation heute aris Berlin hier eingettofsen. Auf dem Handelstag entrollte der Vorsitzende des Kiewer Rayonkomitees folgendes Bild von der Lage der ukraini- schen Eisenbahnen: Die Arbeitsleistung der Arbeiter ist auf ein Drittel, die der Büroangestellten sogar auf ein Sechstel zurückgegangen. Auf der Dorddonezbahn sind 2386 überflüssige Angestellte mit 6% Millionen Rubel Jahres- gehalt. auf den Südweskbahnen 16 000 mit 46 Millionen Rrrbel Gehalt. Die Gesamtausgaben der ukrainischen Bahnen für überflüssiges Personal betragen 200 Millionen Rubel, wofür 1000 Werst neue Bahnen gebaut werden könnten. Die Angestelltenausschüsse erfordern jährlich 24 Millionen. Die Bruttoeinnahmen der Bahnen 1918 wäre» dreimal so hoch wie 1918. die Ausgaben aber fünf- mal so groß, sodatz der Verlust auf 16221 Werst ukrainischer -ölchneu MOMillionen Rubel betrug, also soviel, wie vor dem Kriege dep Gesamtunterhalt sämtlicher russischen Bahnen erforderte. Die Schreckensherrschaft in Irland. Dublin, 18. Mai. (Reuter.) Es wird berichtet, daß di« Führer der Sinnfeiner de Valera, Gräfin Markiewicz. Arthur Erfffith, Dr. Dillon und der Abgeordnete Cosgrave verhafte; worden seien. London, 18. Mai. (Reuter.) Rach den letzte Meldungen belauft sich die Zahl der in Dublin Verhafteten auf ungefäh» hundert. Die Verhaftung der irischen Führer. London. 18. Mai. (WTB.) Amtlich verlautet, daß alle Parlamentsmitglieder, die zu den Sinnfeinern gehören, verhaftet worden sind. London. 18. Mai. (Reuter.) Die von der irischen Regie, rung getroffenen Maßnahmen, die deutsche Verschwörung zu un. terdrücken. und die schnelle Verhaftung von Personen, die der Teilnahme an der Verschwörung verdächtig waren, haben der den Sinnfeinern in Dublin Bestürzung hervorgerufen. Wie man hört, sind die Behörden im Besitze umfasienden Nachrichtenmaterials über den Plan, in die irische Bewegung in Irland Einheit, auch im Interesie Deutschlands, zu bringen. Weitere Enthüllungen sind nicht wahrscheinlich. Allgemein herrscht das Gefühl, daß die Anzahl derjenigen, die an der Bewegung teil, genommen haben, Nein ist, und man legt Nachdruck darauf, daß sie das irische Voll als Ganzes nicht vertreten. Die Verhaftungen fanden in den ersten Morgenstunden statt, als es noch ruhig in der Stadt war, so daß ernstere Ruhestörungen im Zusammen. Hang mit den Verhaftungen nicht vorgekommen sind. Amsterdam. 18. Mai. (WTB.) Der Londoner Berichterstatter des „Allgemeen Handelsblad" schreibt seinem Blatte, daß sich unter den Verhafteten auch der Schriftsteller Darrel Figgis sowie Herbert Fcllowes und Dr. Hayes befinden. Die Verhaftungen seien ruhig durchgeführt worden. Die Regierung habe dokumentarische Beweise. ilnflitnmiflkfit Milchen Wilion rnid dem Nim'. Haag. 18. Mai. „Morningpost" wird aus Washington ge- meldet: Präsident Wilson hat Hughes, seinen ftüheren Gegenkandidaten bei der Präsidentschaftswahl, mit der Untersuchung beauftragt wegen der gegen den Fliegerdienst des amerikanischen Heeres vorgebrachten Bestechungsbeschuldigungen. Hughes soll die Untersuchung als Vertreter des Generalstaatsanwalt, führen, der von dem Präsidenten den Auftrag erhalten hat, über die Wahrheit der Beschuldigung zu entscheiden, ob der von dem Kongreß für den Bau von Flugzeugen bewilligte Bettag von 710 Millionen Dollars verschleudert oder gestohlen ist. inzwischen hat der Senatsausschuß für Heeressachen besch eine unabhängige Untersuchung einzuleiten. Hierdurch ist zw;, schen dem Präsidenten und dem Senat eine merkliche Spannung entstanden. Eine von dem Senatsausschuß angenommene Entschließung, die noch der Bestätigung des Plenums bedarf, soll den Senatsausschuß emächtigen, nicht allein die Flugzeugan. gelegenheit, sondern auch alle weiteren nrit der Kriegführung zusammenhängenden Dirrge einer Untersuchung zu unterwerfen Präsident Wilson ist gegen die Entschließung, da diese mit den Vorrechten des Präsidenten in Widerspruch stehen soll. Wilson hat an den demokratischen Führer im Senat ein Schreiben gerichtet, worin er erklärt, die Entschließung ziele im Grunde daraus hin, den militärischen Senatsausschuß in einen Ausschuß für die Kriegführung umzuändern. Sollte dies geschehen, so werde der Präsident dies als ein direktes Mißtrauensvotum anfehen. SS« nie durch liebt leid gelchch. Roman von Courths-Mahler. Nachdruck verboten "So sind wir also im klaren. Eine halbe Stunde können Sie sich nun noch zurückziehen. Sie können sich inzwischen etwas wohnlicher ernrichten. Ich lasse Sie rufen, wenn ich Sie meinem Vetter vorstellen werde." Damit war Christa Heümut entlassen. Sie verneigte sich und zog sich zurück. Als die beiden Damen allein waren, sprang Baronetz Karla auf. „Graf Steinau ist ein Idiot, Mama! Wie kann er uns eine so auffallend schöne Person als Untergebene ins Haus schicken I" rief sie wütend. Die Baronin hob die Hand. „Ruhe, liebes Kind! Du kannst Dich doch manchmal recht wenig beherrschen. Lasse doch nicht Deine Gefühle so vnt Drr durchgehen, es könnte Dir einmal Schaden bringen." Die Baronesse machte ein wenig madonnenhaftes Gesicht. „Das ist sicher eine Schikane von Graf Steinau, Mama. Er hat uns znm Aerger gerade dieses Mädchen angestellt. Ich bin wütend — außer mir!" „Ruhe, Karla." h>eTin ^ ^ voll Empörung bin, kann ich mich »nht beherrschen. Wir sind ja allein." l 5*°** ****?' benn wenn Dich jetzt jemand sehen «nnt-r, würdest Du nickst für sanft und liebenswürdig gelten. Und Frau von Frankenau legt doch so viel Wert darauf,' eme sanfte und liebenswürdige Schwiegertochter zu bekommen." „Ja doch, Mama, das will ich nicht vergessen. Aber sag doch selbst, ist das nicht boshaft von Graf Steinau?" Die Baronin zuckle die Achseln, und in ihren Augen lag böses Flimmern, „Du weißt, Karla, daß ich den Grafen Haffe und daß ich ihn gern hier in Birkenheim unmöglich machte. Es paßt mir nicht, daß er seine Nase hier in Sachen steckt, die ihn nichts angehen. Aber Onkel Heinz schwört auf ihn, und man muß vorsichttg sein. Möglich ist es schon, daß er uns mit dieser schönen Person ärgern will. Aber schließlich kann es uns doch gleich sein, wie sie aussicht, wenn sie sich nur nach. Wunsch von uns leiten läßt." „Ich fürchte, das wird nicht der Fall sein, Mama. Ich habe das unangenehme Gefühl, als müßten wir schlimme Erfahrungen nrit diesem Fräulein Hellmut machen." „Das ist Unsinn, Karla. Dies Gefühl hast Du nur, weil Fräulein Hellmut so unerlaubt jung und schön ist." „Nun ja, denkst Du, es ist angenehm für mich, als Erbin für eine Untergebene zu wirken?" > Hochmütig zuckte die Baronin die Achseln. . „Es ist doch aber eben nur eine Untergebene, und es liegt an uns, sie im Hintergrund zu halten. Außerdem — was willst Du Herr von Frankenau wird sich ganz genau bewußt sein, daß Du für ihn die paffende Frau bist, und wird keine Vergleiche zwischen Dir und einer Angestellten ziehen. Sei also vernünftig. Eine intelligente Person scheint dieses Fräulein Hellmut zu sein, und sie wird sich so beeinflussen lassen, daß man sie als Werkzeug gebrauchen kann." „Was soll Fräulein Hellmut uns nützen, Mama?^ frug Karla. Die Baronin antwortete. „Man muß immer klug berechnen, wie ntait sich dieMen- schen dienstbar machen kann, mein Kind. Bedenke, daß Onkel Heinz sich zu unserm Leidwesen noch nicht entschlossen hat, ein Testament zu machen. Wir selbst können ihn nicht daran gemahnen. Das würde ihn vielleicht stutzig machen. Aber vielleicht kann man dieses Fräulein Helknut geschickt dirigieren, das sie diese Sache zur Sprmhe bringt und Onkel Heinz den Gedanken, ein Testament zu machen, nahe legt. Zu diesem guten Zweck wäre etz guL wenn man es unter* stützte, daß Fräulein Hellnmt einigen Einfluß auf Onkel Heinz gewinnt." Karla sah nachdenklich aus. „Scheint Dir das nicht ein gewagtes Spiel?" Die Baronin lächelte überlegen. „Man muß es nur klug anfangen und dafür sorgen, daß sie ihren eigenen Nutzen dabei zu finden hoffen kann. Laß es nur meine Sorge sein, das einzuleiten. Ich bitte Dich jedenfalls im eigenen Interesse, Fräulein Hellmut Deine Abneigung nicht fühlen zu lassen. Suche ihr liebenswürdig zu begegnen. Sie ist nun einmal hier, und wir können sie nicht ohne weiteres wieder fortschicken. Man muß niemals etwas Unmögliches erreichen wollen. Das ist das Geheimnis des Erfolges. Da sie von Graf Steinau Hierher geschickt ist, wird Onkel auf sie schwören, denn was von Graf Steinau kommt, ist gut in seinen Augen, Suchen wir also dieses Fräulein für uns nutzbar zu machen." Varoneß Karla seufzte. „Es wird mir sehr schwer fallen, ihr liebenswürdig zu begegnen." „Aber es muß sein. Du bist doch meine kluge Tochter, Und noch eins, Karla, sei vorsichttg Ursula von Frankenau gegenüber. Sie scheint Dich mit etwas mißttauischen Augen zu betrachten." Ein gehässiger Zug entstellte Karlas Gesicht. „Ach, das abscheuliche, vorlaute Ding. Sie ist mir unausstehlich" „Aber sie soll Deine Schwägerin werden, und es ist klug, wenn Du Dich auf einen erträglichen Standpunkt mtt ihr stellst." „Nun ja, ich tue, was ich kann. Aber wenn ich erst Frau von Frankenau bin, werde ich dafür sorgen, daß sie bald aus dem Hause kommt." „Wie denn?" \ , Die Baronesse zuckte die Schulten«. * , „Man verheiratet sie so schnell als möglich.'" * r * »Den Wildfanah* tLortsetzunpi folgte i Südafrika. Haag. 19. Mai. Die „Times" meldet vom 6. Mai aas Kap- stavt, daß besonders im Oranjefteistaat und in Transvaal geheime Versammlungen stattfinden im Vertrauen, daß dt« Al- lierten den Krieg verlieren. Die „Times" vernimmt aus Smithfield, daß Hertzog am 6. Mai in einer Wahlversammlung sagte, daß er von aktiver republikanischer Propaganda absehen müsse wegen der Empfindlichkeit der englisch sprechenden Mitbürger. Hertzog wünscht einen Kongreß aller nationalistischen 'Führer, um die Einrichtung des Reichsparlaments, womit Südafrika bedroht wird, zu besprechen Oesterreich-Ungarn. Hochverräterische Kundgebungen in Prag. Prag, 18. Mai. (WB.) Amtlich wird verlautbart: Vorfälle staatsfeindlichen hochverräterischen Charakters, die sich während der dreitägigen Feier des 50 jährigen Bestandsjubiläums des tschechischen Nationaltheaters abspielten, ver- anlaßten die Behörden zu entsprechenden Gegenmaßnahmen. Die Polizeidirektion erließ eine Kundgebung, in der es heißt: Die kulturelle Feier des Jubiläums des tschechischen Nationaltheaters artete vielfach in politische Demonstrationen aus und zeitigte schließlich eine Neihe hochverräterischer Vorfälle, die die fck-ärfsten Gegen aaßregeln erforderlich machen. Jede weitere Duldung ist deshalb und auch mit Rücksicht aus den Ernst der Zeit ausgeschlossen. Ansammlungen und Aufzüge werden von nun an ohne weiteres rücksichtslos und, wenn nötig, mit Gewalt zerstreut werden. Ueberschreitungen des Verbots, das Tragen von Abzeichen und Kokarden in Farben feindlicher Staaten werden bestraft. Die jugendlichen südslawischen Gäste werden zum Verlassen Prags veranlaßt. Die Intendanz des tschechisck^en Nationaltheaters wurde auf gewisse bedauerliche Vorfälle aufmerksam gemacht und um Veranlassung ihrer Abstellung bei sonsftger Schließung des Theaters ersucht. Der „Narodni Listy" wurde von der Polizeidirektion zu Händen des Cheftedakteurs der folgende Bescheid zugestellt: In der Schreibweise der von Ihnen redigierten „Narobni Listy" tritt trotz der mit dem amtlichen Bescheid vom 14. Februar 1918 ausgesprochenen strengen Verwarnung immer unverhohlener das Bestreben zu Tage, planmäßig Sympathie für die Ententestaaten zu erwecken und so die Interessen unserer Feinde zu fördern. Da alle bisher gegen diese offensichtlich staatsfeindliche Schreibweise ergriffenen Maßnahmen der Preßbehörden fruchtlos waren, wird die Einstellung des Erscheinens der Druckschrift „Narodni Listy" vom 19. Mai anfangend verfügt. Auch die Polen? Wien, 18. Mai. (WTB.) Die „Reue Freie Presse" meldet z» der Teilnahme polnischer Abgeordneten an den politische« Beratungen, die im Zusammenhang mtt der Theaterjubtläums- feter in Prag stattfanden: Zn den Kreisen der polnischen Abgeordneten wird hervorgehoben, daß jene Abgeordneten von keiner beglaubigten Sette einen Auftrag bekommen hätten, der sie zu einer solchen Kundgebung berechttgt hätte. Es bestehe keinerlei Solidarität mit den jetzigen tschechischen Führern und deren Besttebungen urÄ> Zielen. Dte Rede« und Handlungen dieser polnischen Abgeordneten in Prag hätten daher keinen wie immer gearteten Zusammenhang mit der Politik des polnischen Volkes in Ealizien und mit den Anschauungen der parlamentarischen Vertreter dieser Ration. Das neue Abkoinmn Wichen Denllchland und der Zchmh. Bern, 17. Mai. (WB.) Amtliche Mitteilung des Bundesrats. Die Vesttmmungen des für neun Monate gülttgen vorbehaltlich einer beiderseittgen zweimonattgen Kündigungsfrist vorgesehenen schweizerisch-deutschen Wirtschaftsabkommens, das von den beiderseittgen Delegierten beraten mrd bis zur Unterzeichnung ferttggeftellt ist, sind die folgenden: Deuffchland gewährt monatlich an Ausfuhrbewilligungen, Kohle 200 000 Tonnen, Eisen und Stahl 19 000 Tonnen. Für Kohle wurde ein Preis vereinbart, der sich im Mitel auf 173,50 Francs für die Tonne stellt, ab Grube gerechnet. Für Eisen und Stahl wurden zwischen den Interessenten Preise vereinbart. Wie bisher werden beiderseits Ausftchrbewilligungen für zu vereinbarende Aus- Lauschmengen ohne besondere Gegenleistungen im Rahmen des Möglichen erteilt. In dieser Beziehung ist insbesondere vorgesehen, daß Deutschland liefert zirka 3000 Wagen Kunstdünger, Kalisalze, Thomasmehl, ferner Kartoffelttocknungs- erzeugnisse, Benzin, Zink, Kupfervitriol, phaiinazeutische Produkte sowie in Rohzucker, Ersatz des Zuckers, der in Schokolade, Kondensmilch und Früchtekonserwen aus der Schweiz geliefert wird. Die Schweiz erteilt Ausfuhrbewilligungen für Milchprodukte ungefähr in dem bisherigen Umfange, ebenso kür Schokolade und Konserven, endlich für 45—17 000 Stück Rindvieh. Für Obst und ähnliche Erzeugnisse sind keine Mengen vorgesehen. Es ist bloß die eventuelle Möglichkeit der Ausfuhr ins Auge gefaßt, wenn die Verhältnisse dies gestatten. Kiesige Abnahme der euglijchen Einfuhr. London, 16. Mai. Bei Einbringung der Budgetvorlage im Anlerhause lentte der Präsident des Handelsamtes, Stanley, die Aufmerksamkeit auf die ungeheure Abnahme der Einfuhr des Landes feil Kriegsbeginn. Die gesamte Einfuhr im Jahre 1917 habe nur zwei Dritel der Einfuhr des Jahres 1913 bettagen uud in diesem Jahre würde sie schätzungsweise nicht mehr als die Mlfte derjenigen von 1913 ausmachen, Vor dem Kriege hätte niemand prophezeit» daß da» Land bet einer offenbar ganz geringen Einschränkung mit etwa der Hälfte der Einfuhr vor dem Kriege auskomnren kam«. Dies fei eine wertvolle Lehre und sollte nach dem Kriege nicht vergessen werden. Mau sollte es fich nicht wieder erlauben, für einen so großen Teil der wesentlichen Bedürftisse von frmeden Hilfsquellen abhängig zu werden. Es sei eine völlige Wandlung des ganzen industriellen Lebens des Landes eingetreten, aber heute im vierten Kriegsjahre sei die Eesamterzeugung der Industrie nur ein ganz klein wenig niedriger als vor dem Kriege. Stanley hob dann die von den Offizieren uick) Mannschaften der Handelsflotte bewiesene Tapferkeit hervor, von welchen 12 500 seit Kriegsbeginn das Leben verloren hätten, aber trotzdem gebe es keinen Fall, daß ein Offizier oder Mann nicht fahren wollte, wenn das Schiff klar sei. Ercherorr. Inin angedlichen imritfii Kaijer-ßarl-Knef schreiben die „Zürcher N. Nachrichten": Es bleibt aber dennoch die Frage, ob man mit dem von wem immer gefälschten Kaiserbrief nicht ein bestimmtes Manöver zu irgend welchem Zweck verfolgt, möglich und nicht möglich. Will die Entente mit allen Miteln einen Keil zwischen die beiden Verbündeten treiben, indem ste den beidseitigen Glauben und das Vertrauen zu einander zu erschüttern sucht, auch das Ver- i trauen zwischen den beiden Kaisern? Dann freilich müßte man die Ententestaalsmänner um ihre Geistesarmut und um den Mangel an elementarster Psychologie bedauern und beklagen. ' Ein Vlutbund von vier schweren Kriegsjahren, der seine Verbündeten hüben und drüben in Not und Tod und Sieg enger aneinander geschmiedet hat, wird durch derartige ebenso un'aire als einfältige Manöver nicht getrennt. Uebrigens dürfte der eben abgeschlossene „Zwei Kaiser-Bund" die beste Antwort auf ein solches Unterfangen sein, wenn es einer solchen überhaupt i bedurft hätte. — Oder will man auf der einen Seite Pott care, oder Lloyd George in Verlegenheiten bringen? Den erüern. indem man ihn der Preisgabe von Elsaß-Lothringen urtt der besonder» Fürsorge für Italien bei den französischen ..Des- armexiomsten" und auf der andern Seite als intransigenten > Gegner aller und jeder Friedensunterhandlungen bei den mehr oder weniger ausgesprochenen Pazifisten beschuldigt? Oder ist der Pfeil gegen Lloyd George gerichtet, um den Mann des „Krieges bis zum äußersten" Friedensanwandlungen zu zeihen und seinen morschenden Premiersesiel nach und nach ins Wanken zu bringen? Alles Möglichkeiten, für die gewisse Wahrscheinlichkeiten sprechen und die in der Mentalität der Ententestaalsmänner und ln ihrem Verhältnis zu einander eine gewisie Begründung finden. So oder so. Der angebliche zweite Kaiserbrief ist ein Machwerk, plump und bedenklich, von welcher Seite man es immer bettachtet, ein neues bedenkliches Zeichen, wie der Krieg auch dte Geister verheert und verwüstet, daß sie zu Fälschungen greifen an solche glauben oder den Glauben daran zu erwecken suchen. Berlin, 18. Mai Der Abgeordnete Graf Westarp (Kons.) hat im Reichstage folgende kleine Anfrage eingebracht: „Trifft es zu. daß der Abgeordnete Erzberger im Dezember vorigen Jahres mit Einverständnis des Auswärtigen Amtes eine Reife nach Wien unternommen hat, über deren Ergebnis er dem Herrn Reichskanzler und dem Auswärttgen Amt Bericht erstattet?. Hat es sich dabet um politische Angelegeicheiten gehandelt, zu deren Erledigung der Abgeordnete Erzberger vom Auswärtigen Amte beauftragt oder ermächtigt war? Sind dem Abg. Erzberger seither auch sonst derarttge Aufträge oder Ermächtigungen zu politischer Tättgkeit im Auslande erteilt worden, und welche Obliegenheiten sind dem Abgeordneten Erzberger vom Auswärtigen Amt übertragen?" Ans dev Heimat. An unsere Obstbaumüefttzer. Ein furchtbarer Feind droht unseren Apfelbäumen. Eine Rcurpe (anscheinend eine ganz neuartige) sttzt in dicken Haufen und Klumpen in der ersten Gabel von Stamm und Aesten. meist nur an jungen Bäumen, erst nur schwer zu erkennen, weil mit Schutzfarbe und einem Eespinnst überzogen, das der Rinde gleicht. Es wäre jetzt gerade noch Zeit, die Haufen zu vernichten, in einigen Tagen ist es zu spät, denn dann kriechen die erwachsenen Raupen auseinander und vernichten den Baum. Es müßten rasch (heute noch) Leute an olle Bäume und die Nester zermalmen oder cmstecken, sonst ist unser ganzer Obstbanmbestand verloren. Einige Bäume sind schon ganz kahl gefressen und sie werden kaput gehen und wenn die Raupen überall auskriechen, ist alles verloren. Es könnten ältere Schüler dazu verwandt werden. Aber rasch! Eile tut sehr not! Ludendorffspende für die Kriegsbeschädigten. Zum erstenmal in diesem Krieg wird demnächst der Ruf an das deutsche Volk ergehen, den Männern, die in heldenhafter Verteidigung des heimatlichen Bodens für uns geblutet und gelitten und ihr« Gesundheit zum Opfer gebracht haben, durch die Tat zu helfen. Unter dem Ehrenvorsitz von General Ludendorff wird in ganz Deutschland eine Sammlung eingeleitet, welche die Mitttl für eine großzügige private Kriozsbeschädigten-Fürsorge neben der staattichen aufbringen soll. Ruch der Ortsausschuß für die Kriogsbeschädtgten-Fürsorge wttd durch Haussammlung an die Fttedberger Bürgerschaft herantreten. Dorheim. Heute nacht wurde hier in verschiedenen Häusern eing-ebrochen. Die Einbrecher scheinen es besonders auf Fett abgesehen zu haben, denn sie banden alle Töpfe auf und nahmen nur die mit, die Fett enthielten, während sie Sauerkraut, Eingemachtes ustv. stehen ließen. Bet unserem Bürgermeister wurden außerdem zwei Fahrräder gestohlen. Dte öffentliche Unsicherheit nimmt immer mehr zu. FCJ. Bad-Nauheim, 17. Mat. Ein« fmtffe fesche Dam«, Vilmar Schulze mtt Namen, nahm in einer hiesigen Villa ein» Stellung als Kochlehrftäulein an. Ihre Herrschaft machte abe« kürz «ach de» Dienstantritt der Vilmar die Wahrnehmung, baß Fräulein Schulze ein schwer goldenes Armband und verschiedene Wäschegegenstande gemaust hatte. Das Armband brachte dis Diebin zur Goldankaufsstelle. Sie wurde verhaftet. FCJ. Crouberg, 17. Mai. Die Erdbeeren stehen bereits in voller Blüte. Der Vlütenansatz ist jedoch nicht vielversprechend. Es sind viele kleine Ansätze vorhanden und die Ernte wird lang« nicht so ergiebig, nach Utteil von Kennern, wie die des ver- floffenen Jahres. — Der Magistrat gibt bekannt, daß demnächst hier sechs Pfund Einmachzucker auf den Kopf der Bevölkerung zur Verteilung gelangen. Die Hühnerhalter aber erhalten diesen Einmachzucker nur dann, wenn ste mindestens zwanzig Prozent ihrer Eierablieferungspflicht erfüllt haben. Frankfurt am Main. Auf dem Frankfurter Haupt- bahnhofe wurde am Donnerstag ein Mann aus Sprendlingen festgenommen, der etwa 50 Pfund angeblich aus einer Noffchlacht herrührendes Fleisch bei sich führte. Er wurde verhaftet. FO. Vom Main, 15. Mai. Die Leiche des am 21. März auf dem Felde der Ehre gefallenen Erbprinzen Emich zu Lei. ningen wurde unter Beteiligung der Bevölkerung in die pro- testantische Kirche in Amorbach überführt, nachdem sie dort ein. getroffen Der Gedächtnisgottesdienst fand ebenfalls vor 8u ßerst zahlreicher Gemeinde beider Konfessionen statt. In de Nacht erfolgte die Ueberführung des Heimgegangenen in dl fürstliche Familiengruft in Walvleinigen. Der Erbprinz waein Ururenkel der Mutter der Königin Viktoria von Eroßbrl tannien und Irland, der Herzogin Viktorie von Kent, Witw, des Fürsten Emich zu Leiningen geb. Prinzessin von Sachsen. Koburg. FC!. Dom Main, 15. Mai. Zur Hebung der unterfränkl schen Fischzucht außerhalb des Maines bewilligte der landwrrd fchaftliche Kreisausschutz von Untersranken 30 000 Mark. Aus Starkenburg. Darmstadt. Eine Brotkarterrfabrik hatten sich im vorn gen Somnwr in Oberramstadt der 15 Jahre alte Buchdruckerlehrling L. Breitenbach aus Siegen, der Buchdrucker Karl Jost in Oberramstadt, sowie der Gg. K. Heimbücher, 17 Jahre alt, einrichten wollen. Sie stahlen daher bei dem Buchdruckereibesitzer Keck daselbst eine komplette Garnitur Korpus-Fraktur-Schrift, 5 Kilo verschiedene Schriftsätze, und nahmen dabei noch eine Partie Schreib- und Papier- Waren aller Art im Gesamtwert von mehreren 100 Mark Wert mit, nachdem sie vermittelst eines falschen Schlüssels in die Buchdruckerei eingedrungen waren. Sie ferttglen versuchsweise auch drei Brotkarten an und kauften zwei Brote, worauf aber ihrem Treiben schon ein Ende gemacht wurde. Von der heutigen Sttaftammer erhielt Br. 4 Monate, I 3 Wochen und der am wenigften beteiligte H. drei Tage Gefängnis. — Auch eine jugendliche Diebsgesellschaft in Niederbeerbach hatte sich zu verantworten. Der 17 Jahre alte vorbestrafte G. B. und der unbestrafte 15jährige G. K. hat im Hause eines alten Mannes die Zimmertür erbrochen und daraus 200 Mark gestohlen. Mit Hilfe eines Dritten wurde der ganze Betrag an einem Nachmittag in Darmstädter Damenkneipen, Kinos usw. durchgebracht. Kr. erhält 6 Monate, B. ein Jahr Gefängnis. Eberstadt. Zu ver Gcheimschlächterei erfahren wir, daß außer dem Metzgermeister Krämer aus Eberstadt, der für ein Darmstädter Hotelrestaurant tätig war. auch der Viehhändler Abraham Levi aus Grumstavt, Ver die Tiere geliefert hat, ver° hoftet wurde. Die Staatsanwaltschaft ist fortgesetzt mit weiteren Ermittelungen beschäftigt, da man nicht mit Unrecht annimmt, daß Kr noch in zahlreichen Fällen gegen das Gesetz verstoßen hat, insbesondere vermutet man, daß er muh zahlreiche Schweine und viel Rindvieh, hauptsächlich für das Hotel heimlich geschlachtet hat. Aus Rheiuhesien. FO. Mainz, 17. Mai. Eine Dame war in einem hiesigen Hotel abgesttegen und hatte dem Hausburschen den Gepäckschein zum abholen eines Koffers an der Bahn gegeben. Der Haus, bursche ging, kehrte aber nicht mehr zurück. In dem Koffer befanden sich Kleider, Wäsche und Schmucksachen. Ans Hesien-Nassau. FO. Wiesbaden, 17. Mat. Verrohung ver Jugend. Empfindliche Strafen verhängte das Schöffengericht über den eben etwa 18 Jahre alten Taglöhner Häuser und den 17jährigen Taglöhner Kügler. Beide waren in der Nacht vom 6. auf 7. April d. Js. in dre städtische Bauhütte auf dom Boseplatz eingestiegen um in derselben zu nächtigen. Beim Verlaßen derselben verunreinigten sie dieselbe in ver empörendsten Weise, besulveten auf die gemeinste Art die in der Bauhütte befindlichen Möbel, Gebrauchsgegenstände und Kleider der Arbeiter. Häuser nahm außerdem noch einen Rock und eine Hose eines Arbeiters mit. Bei der Urteilsverkündung erwähnte der Vorsitzende, daß Angesichts der fortwährend zunehmenden Verrohung der Jugend gegen derartige Straftaten aufs schärfste eingeschritten werden mäße. Es wurde demgemäß gegen Häuser auf eine Gefängnisstrafe von einem Monat erkannt, während Kügler, mit Rücksicht auf seine Jugend mtt einer Gelvsttafe von 50 Mark davon kam. Verantwortlich für den politischen und lokalen Teil: Otto Hirsche!, Friedberg: für den Anzeigenteil: R. H e y n e r. Firedberg. Druck und Verlag der „Neuen Tageszeitung", A- G.. Friedberg L H. S Das Feldheer braucht ^ S£ dringend Hafer, Heu ^ g: und Stroh! T Sr Landwirte helft dem Heere. =5 Wiedersehn war seine und unsere Hoffnung. Plötzlich mb unevroertet «Wett« wir di- schmerzliche N-chrichtz d»z „nie, einziger. »e-,«-g»te-. r°!!»w>g» voller Sohn, mein rnnigstgelrebter Bruder, unser treuer Enkel. Neffe und Vetter in einem Lichtmehtrupp, Inhaber der Hessischen Tapferkeitsmedaille nach 15monatiger treuer Pflichterfüllung am 12. Mai im blühenden Alter von 20 Jahren den Heldentod fürs Vaterland gestorben ist. In tiefem Schmerz: Wilhelm Schultheis und Frau ger. Heller Klara Schultheis Georg Heller IX., Echzell Heinrich Friedrich Schultheis u. Fam., Echzell Karl Steten u. Familie, Reichelsheim Albrecht Schultheis, Blofeld, z. Zt. im Felde Hugo Schultheis, Echzell, z. Zt. im Felde Ger-Veckiif. NvWhch-VekjkWM. Dre Gemeinde Affenbeim läßt __ ««> . _ J Die Gemeinde Affenheim läßt Donnerstag, den 23. Mai, vormittags I I Uhr im Rathaus einen Eber versteigern. Affenheim, den 2t Mal 1918. Eroffh. Bürgermeisterei. Ewald. Schlachtpferde aus Oberhessen, mit Ausfuhrgenehmigung, kaust au jeder Zeit und höchsten Preisen Albert Keren?. Gffenbach a. M., Geleitsstr. 22. Telefon 1824. 2 norddeutsche Pferde, Wallache, dunkelbraun, flotte Gänger, abzugeben, ebenso noch 3 Welkte Ebtt ir. Weiß, Hof-Graß bei Hungen. Zur Ausbildung in der Landwirtschaft suche ich auf kleiner Wirtschaft entsprechende Stelle. Suchender, 35 Jahre alt, ledig, zur Zeit im Militärdienst, beabsichtigt nach Kriegsende ein Anwesen von etwa 30 Morgen zu erwerben. Genügend Barmittel vorhanden. Offerten unter TVr. 91P3 an die Geschäftsstelle der „Neuen Tageszeitung". , . den 23. Mai kommen in den Waldungen der De- memde Budeshelm zur Versteigerung: 32 Durchm. 2,4-9,8 m Läng- -- 29,62 km 2nbalt (Schnittholz), 88 3ntaU 2-39 011 3 ' G_15 ' B m Länge = 25,48 fm 2 | nfau' 31 35 Cm durchm. 8 n. 10 m Länge = 1,52 km 57 « Esche-Deichseln. 159 Eiche-Spalierpfosten, Fichte-Stamme, 7 Lärche-Stämme und 45 Lärche-Derb- stangen. ^ bet idlumtte tUnft "Eiitagr 9 Uhr im Distrikt Brandholz bei Büdesheim, den 17. Mai 1918. Erohh. Bürgermeisterei Büdesheim. Schaub. freiroillp AllMmW. - in Friedberg-Fauerbach gelegene Hosreite, nämlich Wohnhaus mit allem Zubehör und Garten, in welchem längere ^zahre hindurch erfolgreich Geschäft betrieben wurde, will ich Dienstag. 21. Mai 1918. abends 8 Uhr öffentlich versteigern lasten. Die Versteigerung findet statt in meinem Hause, Fritz-Reuterstraße 12, Wirtschaft „Zum geflügelten Rad". Ludwig Wilhelm Haas. Gastwirt und Metzgermeister, __Friedberg-Fauerbach. Redegewandte, intelligente, vnd gut beleumundet« Herren u. Damen (auch Kriegsbeschädigte) aus allen Kreisen haben Gelegen heit, berufsmäßig und nebenberuflich guten Verdienst durch Uebernahme einer Vertretung zu erzielen. Ernsthafte Bewerber mögen sich melden. Hamburg-Mannheimer Vers.-Akt.-Ces. Bezirksdirettion Frankfurt N. 9W. f vraubachstr. 34. Einspänner-Grasmäher Kuhmäher Deta&üriten Kekanntmachnng. Äm 18. Mai 1918 sind zwei Nachtragsbekannk- machungeni „Nr. Q. 1/5.18. K. N. A. zu der Bekanntmachung Nr. Q. 1/6.17. K. R. A. vom 25. Septem- ber 1917, betreffend Beschlagnahme und Vestands- erhebung von Korkholz, Korkabfällen und den daraus hergestellten Halb- und Fertigerzeugnissen; Nr. Q. 2/5. 18. K. R. A. zu der Bekanntmachung Nr. Q. 2/6. 17. K. R. A. vom 25. September 1917, betreffend Höchstpreise für Korkabsälle und Korkerzeugnisse", erlassen worden. Der Wortlaut der Nachtragsbekanntmachungen ist in den Amtsblättern und durch Anschlag veröffentlicht worden. kaufen Sie Tsxckn, Weich. 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